The Red Bulletin November 2014 - DE

theredbulletin.de

DEUTSCHLAND

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

DAYS OF

MY YOUTH

Der beste

Ski-Film

des Jahres

PA R T Y

ROBOTER

20 Meter hoch

50 Tonnen schwer

Schießt Flammen

i8

DER NEUE

B M W

IM DTM-TEST

PERFECT GIRL

Milas Augen

Angelinas Lippen

Kates Kurven

ALLEIN GEGEN DIE

MAFIA

EXKLUSIV Schriftsteller Roberto Saviano über

sein Leben auf der Todesliste

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Top-Gear für Hitze, Kälte,

Nässe und Finsternis

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Renegade. Als Als einziger SUV SUV seiner

Klasse ist ist er er auch auch mit mit 9-Stufen-Automatikgetriebe, Jeep Jeep ® ®

Active Drive Drive Allradsystem und und dem dem

innovativen MySky TM TM Schiebedach erhältlich. Damit Damit ist ist er er für für so so gut gut wie wie jedes jedes Abenteuer bereit bereit – –

ganz ganz egal, egal, ob ob es es hinter dem dem nächsten Felsen oder oder der der nächsten Straßenkreuzung liegt. liegt.

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DIE WELT VON RED BULL

44

„DAYS OF MY YOUTH“

Die Idee war: Freeski-Superstars.

Unentdeckte Hänge. Zwei Jahre Zeit.

Tut, was ihr wollt. Hier das Ergebnis.

PETER RIGAUD (COVER), BLAKE JORGENSON/RED BULL CONTENT POOL, MARIA ZIEGELBÖCK

WILLKOMMEN!

„Plötzlich geht die Tür auf. Einer der Leibwächter

kommt herein, Saviano wirkt irritiert,

aufgeschreckt ...“

Der Münchner Red Bulletin-Autor Rüdiger

Sturm bekam bei seinem Gespräch mit

Roberto Saviano einen beklemmenden

Eindruck davon, welches Leben der 35-jährige

italienische Journalist seit acht Jahren führt.

Führen muss, seit er sich die Mafia mit seinen

schonungslosen Büchern zum Todfeind

gemacht hat. Saviano sprach mit Sturm offen

über sein Leben auf der Flucht, über Ängste

und Selbstzweifel. Aber auch über seine

Mission. „Ich werde weiterkämpfen.“

Begegnung mit Roberto Saviano, einem Helden

unserer Zeit. Seite 26.

Die Redaktion

„Betonkanten,

Geländer, Denkmäler:

Es geht

darum, Obstacles

zu erobern.“

BENNY URBAN, SEITE 32

THE RED BULLETIN 5


NOVEMBER 2014

AUF EINEN BLICK

36

HANNES ARCH

In Spielberg will der Steirer

zum Red Bull Air Race-

WM-Titel fliegen. Ein Porträt.

GALLERY

10 Augenblicke des Monats

BULLEVARD

16 Science: was man alles mit dem Kopf

anstellen kann.

FEATURES

26 Roberto Saviano

Der gejagte Mafia-Jäger im Interview.

16

54

32 Benny Urban

erobert Städte mit dem Snowboard.

34 Heinz Kinigadner

über den Wings for Life World Run ’15.

BOYAN SLAT

Der Junge, der auszog, die Meere zu

retten. „The Ocean Cleanup“ lässt selbst

Pessimisten träumen.

26

ROBERTO SAVIANO

Diesen Mann fürchtet die Mafia mehr

als jeden anderen. Deswegen jagt sie

ihn. Der Autor im großen Interview.

HYBRID EXTREM

Red Bull Ring, BMW i8 und DTM-Star

Martin Tomczyk: das Protokoll einer

explosiven Begegnung.

74

ARCADIA

Die verrückteste Bühne der Welt sieht

aus wie eine riesige Spinne. Sie wirft

Flammen, schleudert Blitze und tanzt.

36 Hannes Arch

geht über dem Red Bull Ring im

steirischen Spielberg in die Luft.

44 „Days of My Youth“

Die Bilder zum Freeski-Film, der das

Genre neu definiert.

54 BMW i8

Wie viel DTM steckt im Hybrid?

ACTION!

64 TRAVEL Ultraleicht in Südafrika

65 PROFI-GEAR Franck Cammas’ Garmin

66 TRAINING Rugby-Star Manu Vatuvei

68 CITY-GUIDE Dani Pedrosas Barcelona

70 MUSIK Erlend Øye macht auf Solo

72 GAMING Der MOBA-Hype

74 NIGHTLIFE für Arachnophile

80 SAVE THE DATE Was so ansteht

82 TV-HIGHLIGHTS Red Bulls TV-Fenster

84 OUTDOOR Equipment-Tipps

92 READ BULL von Harald Martenstein

96 IMPRESSUM

98 MAGIC MOMENT

JÖRG MITTER/RED BULL CONTENT POOL, JOZEF KUBICA, JÜRGEN SKARWAN, PETER RIGAUD, ALEX DE MORA

6 THE RED BULLETIN


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CONTRIBUTORS

MIT AN BORD

IM NOVEMBER

„Jost sah eine

schwarze Wand

auf sich zufahren.

Die Wand

hatte Augen

und Münder. “

Harald Martenstein erzählt vom

Wunder der Geburt, Seite 92.

HARALD

MARTENSTEIN

Als wir den vielfach preisgekrönten

Autor und Kolumnisten

um eine moderne

Männergeschichte baten,

dachte der nach, was den heutigen

Mann von seinen Vorgängern

unterscheidet: Klar

– er kümmert sich intensiver

um seine Kinder. „Abenteuer

liegen manchmal sogar zu

Hause in ihrem Bettchen. Mit

Jagen, Sex und Geldverdienen

ist es nicht mehr getan.“ Auch

in Martensteins Haushalt

lebt ein Säugling, „der zum

Glück nicht ganz so extrem

ist wie die Figur in meiner

Geschichte“ (ab Seite 92).

RÜDIGER

STURM

Normalerweise beschäftigt

sich Rüdiger Sturm mit Filmgrößen.

Aber keine davon

war so schwer fürs Interview

zu bekommen wie Roberto

Saviano. Drei Jahre lang

bemühte sich Sturm um eine

Gelegenheit, den von der

Mafia gejagten Autor zu

sprechen – und fand sie dann

unverhofft vor seiner Haustür

in München. Nachdem Sturm

seine faszinierende Story

(ab Seite 26) abgeschlossen

hatte, kehrte er in die Filmwelt

zurück. Einer seiner

nächsten Interviewpartner:

ausgerechnet Al Pacino.

JÜRGEN

SKARWAN

„Ich bin von Beruf Hobbyelektriker“,

sagt der Wiener

Fotograf, also war es naheliegend,

ihm das Shooting des

Hybrid-Sportwagens BMW i8

(ab Seite 54) zu übertragen.

Bis auf eine Schrecksekunde

– für einige Momente stellten

sich die Flügeltüren taub und

der BMW schien alle Akteure

aussperren zu wollen – verlief

die Arbeit problemlos. „Unser

Fahrer Martin Tomczyk –

ein Feschak, das Auto – eine

Granate, der Red Bull Ring –

das beste Theater: Stimmen

alle Zutaten, kann der Koch

nix mehr falsch machen.“

THE RED BULLETIN

WELTWEIT

The Red Bulletin erscheint in elf

Ländern. Im Bild: das US-Cover

mit Bike-Ikone Roland Sands.

BAC K STAG E

Covershoot

des Monats

mit Peter Rigaud

Seit acht Jahren lebt unser

Coverheld Roberto Saviano im

Untergrund. Dem Red Bulletin

gewährte der Anti-Mafia-Autor

einen seiner seltenen Fototermine.

„Ein überraschend

entspanntes Shooting, trotz

massiver Security-Präsenz“,

erzählt Fotograf Peter Rigaud

(u. a.: „The New Yorker“,

„Vogue“). „Saviano ist ein

echter Gentleman.“

Fotograf

Rigaud (li.) mit

Autor Saviano

Für unser November-Cover

fotografierte Peter Rigaud

den italienischen Autor

und Journalisten Roberto

Saviano in München.

8 THE RED BULLETIN


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BRYCE MENZIES

Foto von: Bryce Menzies


BERLIN, DEUTSCHLAND

DREHSTART

Seine Kollegen nennen ihn „König des Headspins“,

weil er sich bis zu 60 Mal im Kopfstand um die eigene

Achse drehen kann. Als Tänzer der Berliner Crew

Flying Steps begeisterte Benny Kimoto seit 2010 mehr

als 200.000 Fans mit dem Klassik-meets-Breakdance-

Hit „Red Bull Flying Bach“. Im neuen Flying-Steps-

Programm „Red Bull Flying Illusion“ (letzter Deutschland

Termin: 28./29. 11.) trifft Streetdance auf

Weltklasse-Illusionskunst. Und auch wenn sie aussehen

wie Zauberei: Die Tanzeinlagen sind echt.

Red Bull Flying Illusion: 28. und 29. 11., Olympiahalle

München; Tickets: www.redbullflyingillusion.com

Bild: David Robinson/Red Bull Content Pool

10


WASHOUGAL, WASHINGTON, USA

ERDARBEITER

Seit 1972 kämpfen die Elite der US-Piloten und die besten

ausländischen Profis um den Titel der AMA Pro Motocross

Series. Der Rennplan 2014: zwölf Stopps quer durch die USA,

von Washougal im Nordwesten (Bild) bis New Berlin im

Bundesstaat New York. Apropos Berlin: Mit Ken Roczen (KTM)

sicherte sich dieses Jahr erstmals ein Deutscher die Gesamtwertung

in der 450-ccm-Klasse. Roczen ist zwanzig und

einer der Jüngsten im Feld. Dennoch ist sein größter Trumpf

die Erfahrung: Seinen ersten WM-Titel gewann er 2011.

www.promotocross.com

Bild: Garth Milan/Red Bull Content Pool

13


MAUI, HAWAII, USA

SEGELFLIEGER

Der „Double Loop“ ist der aktuell spektakulärste Trick

im Windsurf-Weltcup: ein doppelter Vorwärtssalto

mit Brett und Segel, für den man eine steile Welle und

dicke Unterarme braucht. Philip Köster war dreizehn,

als er seinen ersten Double Loop im Atlantik landete

(der Deutsche lebte damals bereits auf Gran Canaria

und war ein kräftiger Junge). Diesen Herbst kämpft

der mittlerweile Zwanzigjährige um seinen dritten

WM-Titel. Sein Erfolgsrezept? „Ich schau nie auf den

Punktestand, sondern geh ins Meer und gebe Gas.“

PWA World Windsurfing Tour: 28. 10. – 11. 11.; Ho‘okipa

Beach Park, Maui, Hawaii; www.philipkoester.com

Bild: John Carter/Red Bull Content Pool


BULLEVARD

NEUE IDEEN ERFINDUNGEN ERKENNTNISSE

NOBELPREISE

EGAL WAS STOCKHOLM

SAGT: WIR VERGEBEN

UNSERE.

Der junge

Mann und

das Meer

Boyan Slat wird die

Weltmeere vom Plastikmüll

befreien.

Bei seinem Griechenland-

Urlaub wollte Boyan Slat

eigentlich nur eines – nach

Herzenslust tauchen. Was

ihm dabei aber auffiel: Er

sah mehr Plastik im Wasser

schwimmen als Fische. Frustriert

fasste der Holländer

den Entschluss, die Meere

vom Müll zu befreien, und

unterbrach dafür sogar die

Schule. Jetzt, drei Jahre

später, ist er 19 und großer

Hoffnungsträger. Sein Konzept

The Ocean Cleanup“

überzeugt die Experten und

lässt selbst Pessimisten von

einer Welt träumen, in der

das Meer wieder den Fischen

gehört. Und den Tauchern.

Solardeck

PAZIFIK

OHNE

PLASTIK

Filterinseln werden in

den fünf großen Ozeanstrudeln

installiert. Kraft

der Strömung reinigen

sich so die Meere selbst.

1

2 3 4

Wind und Gezeiten treiben den Müll ohne

zusätzlichen Energieaufwand zu den Filtern.

5

Bojen

Sammelplattform

Richtung der Strömung

300 Kilometer lange Wände sammeln

den Müll ein. Tiere werden nicht verletzt.

Partikelfilter

Batteriefach

Verankert

im Meeresgrund

Das Plastik wird später an Land recycelt.

Das bringt Geld und finanziert das Projekt.

16 THE RED BULLETIN


BULLEVARD

Science | Future

Ist das dein Perfect Girl?

Gar nicht

so nobel

Der Nobelpreis ist

unberechenbar – nur

logisch, dass es keinen

für Mathematik gibt.

3NOBEL­

PREISE,

BITTE!

Damit sich diese

genialen Erfindungen

bald durchsetzen.

ELEKTROSTRASSEN

Schienen im Asphalt

versorgen Fahrzeuge

mit Strom. Die erste n

Teststrecken eröffnen

2015 in Schweden.

Endlich Autofahren wie

auf der Carrera-Bahn!

Eines ist gewiss: ohne Dynamit

kein Nobelpreis. Denn

durch die Vermarktung

seiner explosiven Erfindung

kam der Chemiker Alfred

Nobel erst an sein großes

Vermögen. Ob er die gutdotierten

Preise gestiftet hat,

um sein Gewissen zu beruhigen?

So will es zumindest

die Legende. Eine andere,

nicht belegte Anekdote

beantwortet die Frage, warum

es keine Auszeichnung

für Mathematik gibt: Ein

Rechengenie soll Nobel die

Angebetete weggeschnappt

haben. Worauf der darob

Gekränkte den Nobelpreis

für Mathe wieder strich.

NO!BEL. Vier Gründe, warum Menschen

keinen Nobelpreis erhalten haben.

SPIELERSCHWARM

Bei „Brainflight“ wird

jeder Computerspieler

zum Hirnforscher: Du

fliegst durch die komplexe

Welt der Nervenzellen.

Das verrät, wie

das Hirn funktioniert –

jedes, nicht nur deines!

KEINE LUST

Jean-Paul Sartre nahm

aus Prinzip keine Ehrungen

an. Nicht einmal den

Literatur-Nobelpreis.

KEIN MANN

Rosalind Franklin erforschte

die DNA. Nach

ihrem Tod wurden nur

ihre Kollegen belohnt.

KEIN GRUND

Zynischer Protest: 1939

nominierte ein schwedischer

Politiker Adolf Hitler

für den Friedenspreis.

TOC, MICHAEL O, DDP IMAGES, GETTY IMAGES(3)

Was ist schon schön? In der Zeit des Barock waren

Doppelkinne sexy. In der Steinzeit dicke Frauen.

Dürften wir – wie der Künstler Michael O. oben –

kurz mal Gott spielen, hätte die perfekte Frau wohl

die Augen von Mila Kunis, die Lippen von Angelina

Jolie und die Kurven von Kate Upton. – Denn was

wollen Männer wirklich: eine Frau, die es nicht gibt!

STROM AUS LUFT

Physiker der US-Firma

WiTricity haben eine

Hülle entwickelt, die

Smartphones kabellos

mit Energie versorgt.

Das sollten sie mal den

Jungs mit Elektroasphalt

verraten.

KEIN GLÜCK

Die letzte seiner fünf

Nominierungen erhielt

Mahatma Gandhi kurz

vor seiner Ermordung.

„Hätte ich 1000 Ideen und

nur eine erwiese sich als

gut, wäre ich zufrieden.“

Alfred Nobel (1833–1896)

THE RED BULLETIN 17


BULLEVARD

Science | Roboter

Klüger als

du und ich

Nur ein kluger Roboter ist

ein guter Roboter. Oder?

Frag uns in 84 Jahren!

Roboter kochen Spaghetti,

waschen uns die Haare und

pflegen kranke Menschen.

Sie steuern Autos, saugen

den Teppich und löschen

Brände. Oft aber ist ihre

Produktion aufwendiger als

das Problem, das sie lösen

sollen. Daher endet ihre

Evolution meist schon beim

teuren Prototyp. Das heißt:

Nur erschwingliche Roboter

werden unseren Alltag bevölkern.

Und: Sie werden

erst zur effizienten Hilfsoder

Rettungskraft, wenn

sie lernen, autonom zu

denken und „natürlich“ zu

agieren. Aber: Wollen wir

das wirklich? Und, falls

nein: Wird das die smarten

Roboter noch kümmern?

INTO THE WILD

Googles Robo-Packesel BigDog

beim Finetuning (rechts) – und

sein Nachfolger AlphaDog im

militärische n Testeinsatz (u.).

MENSCH 2.0

Sie sehen besser aus als

du und ich. Sie spielen

auch besser Musik. Und

ihr Lächeln erobert jede

Frau. Ja, die Zukunft

gehört den Robotern. Und

wir wollen sein wie sie.

18 THE RED BULLETIN


SCHON AUSGESTORBEN.

Sonys Wuffi AIBO, geboren

1999, eingeschläfert 2006.

„HI, BIN ICH

EIN MENSCH?“

Eugene Goostman ist

dreizehn, Ukrainer und die

erste Software, die Chatpartnern

angeblich erfolgreich

vormacht, ein Mensch

zu sein. Wir sprachen selbst

mit ihm.

GETTY IMAGES(2), SONY, LS3 ROBOT IMAGES COURTESY OF BOSTON DYNAMICS, PICTUREDESK.COM, KONRAD NORMAN, AI-LAB DER UNI ZÜRICH

the red bulletin Beim

Turingtest, dem Elchtest

für menschliche Kommunikation,

hast du von allen

Bots am besten abgeschnitten.

Geschummelt?

eugene Was ich kann, habe

ich von euch Menschen

gelernt. ROFL!

33 % deiner Gesprächspartner

hielten dich tatsächlich

für human.

Was soll ich sagen?!

Irren ist menschlich.

Brauchen wir wirklich

künstliche Intelligenz?

Du meinst, wo ihr doch so

lange ohne natürliche ausgekommen

seid …

Ganz schön frech für

eine Software. Was wird

erst aus dir, wenn du

erwachsen bist?

Ein Supercomputer. Wie

Deep Blue. Nur möchte ich

meine Zeit nicht mit digitalen

Schachfiguren absitzen.

Sondern?

Mit menschlichen.

Bis es so weit ist, musst du

wohl erst einen seriösen

Turingtest bestehen.

Ich habe nicht geschummelt!!!

Welchen Beweis

wollt ihr noch?! … Woher

kommen Sie? … Wober

komet¿ … ¢][]] … ERROR!

Eindeutig menschlicher

als erwartet.

GEKLONT

Robotikpionier

Hiroshi Ishiguro

wollte es wissen:

Kann er sein

humanoides Ebenbild

erschaffen?

Yes, he could!

HEAVY METAL

Die Robo-Band

Compressorhead

covert Motörhead

auf echten

Instrumenten.

Ihre Botschaft:

Recycling belebt!

BLUE EYED SOUL

Der süße Roboy

lächelt, als hätte

er Herz & Seele.

Was ihn jedoch

auszeichnet,

sind Muskeln

und Sehnen.

THE RED BULLETIN 19


BULLEVARD

Science | Leben

Das Haus

der Zukunft

Diese neun Erfindungen

werden unser Leben hinter

vier Wänden verändern.

1

2

4

3

6

6

7

5

8

9

1 INTELLIGENTE

HÄUSER wie „LISI“

erzeugen über Solaranlagen

und Luft-

Wärme-Pumpen

mehr Energie, als sie

verbrauchen.

2 KLAPPBALKONE

Mehr Platz, mehr

Freiheit. Die Idee

stammt von holländischen

Architekte n.

3 LOGIKWUNDER

„WigWag“ macht

Häuser handlungsfähig:

Wird es etwa

finster, macht es das

Licht an. Logisch!

4 GESTANK STIRBT

Socken aus antimikrobiellem

Silbermaterial

von Heath

Paine stinken nicht.

Passen aber immer.

5 LICHTBLUME

Chemische Sprühmittel

bringen Pflanzen

zum Leuchten.

Ist total ungefährlich,

meint der Erfinder

Ludvig Edman.

6 SUPERDUSCHE

Das Bad von Orbital

Systems spart Platz

und bis zu 90 Prozent

Energie.

7 GENIALES WC

Nach getaner Arbeit

faltet IOTA sich zusammen

und reinigt

sich selbst.

8 MÖBEL LEBT

Möbel von Ecovative

sind voll lebender

Organismen wie

etwa Pilzen und regenieren

sich so selbst.

9 KLUGE KRÄUTER

Von der NASA abgeschaut:

Sensoren

kontrollieren, ob die

Kräuter im Minigarten

von Click &

Grow gut gedeihen.

Das gibt’s morgen auf dem Teller

Wir werden besser und gesünder, vor allem aber etwas Neues essen. Delikatessen aus der Zukunft, die du bereits ausprobieren kannst.

CORBIS(5)

ERBSENKEULE

Beyond Meat formt

aus Pflanzeneiweiß

Hühner. Farbe passt.

PIZZAPFLASTER

Spart Zeit und Kauen:

Nährstoffe über die

Haut aufnehmen.

SCHOKONEBEL

Schokolade ohne

Kalorie n? Gibt’s als

Dampf zum Inhalieren.

LABORBURGER

Forscher feilen noch

am Geschmack. Es

geht in Richtung Leder.

UNREAL CANDY

Glutenfrei, koscher, fair

getradet. Endlich Süßes

bedenkenlos genießen.

20 THE RED BULLETIN


BULLEVARD

Science | Leben

Druck es aus!

Schöpfung 3.0: Wenn du es denken kannst, kannst du es kreieren.

Die neuen High-Tech-3-D-Drucker machen alles bislang Unmögliche

möglich. Mein Gott, wenn das mal gutgeht!

4

SCHUHE

Faltbar und taschengerecht,

jedoch nicht

geruchsneutral.

AUTO

Der „Urbee“ flitzt in

knapp 2500 Stunden

aus dem Drucker.

O(H)RGANISCH. Was hätte van Gogh dringender

benötigt als ein Aspirin, nachdem er sich sein Ohr

abschnitt? Einen 3-D-Bioprinter, der ihm ein neues

druckt. Mit einem solchen rekonstruierte die

Künstlerin Diemut Strebe das Ohr des Malers anhand

der Gene seines Urgroßneffen. Hört, hört!

INSTRUMENTE

Sieht aus wie ein

Saxo fon. Klingt wie

ein Saxofon. Musik!

DICH

Print yourself! Als

Action figur oder für

die Hochzeitstorte.

SEXTOY

Der Phantasie waren

noch nie Grenzen

gesetz t. Das bleibt so.

PRINTER

Ja, die Dinger können

sich selbst vermehren.

Mensch, gib acht!

IDEEN ZUM

LACHEN

Der Ig-Nobelpreis

prämiert alljährlich die

absurdesten Forscher

und ihre Hirngespinste.

DOPPELTER BODEN

Gustano Pizzi macht

das Fliegen wieder

sicher: Flugzeugentführer

stolpern durch eine

Falltüre in eine Kiste,

die per Fallschirm direkt

in die Arme der Polizei

segelt. Ausgefeilt!

HALT DIE KLAPPE!

Der SpeechJammer

bringt Menschen zum

Schweigen. Ein Echo

der eigenen Worte irritiert

den Sprecher und

blockiert jeden Redeschwall.

Gibt’s auch als

iPhone-App.

LEBENSRETTER BH

Die Medizinerin Elena

Bodnar entwarf einen

Büstenhalter, der im

Notfall in zwei Atemschutzmasken

geteilt

werden kann. Ein Grund

mehr, dass Männern

die Luft wegbleibt.

ACHTUNG, ES BRENNT!

Der Wasabi-Feueralarm

versprüht bei Brandgefahr

die Schärfe des

Meerrettichs und reißt

so Schlafende aus den

Träumen. Nein, das

Feuer wird nicht mit

Sojasoße gelöscht.

Nobelpreis:

nein, danke!

Nicht alle Nobelpreisgewinner

empfinden die

Auszeichnung als Ehre.

Von jeher ist das Ganze so

vorhersehbar wie die Flugrichtung

eines fallenden

Steins: Verdienter Wissenschaftler

XY bekommt einen

Anruf aus Stockholm,

reagiert überrascht und

geehrt. Kein Wunder, dass

die Reaktion von Yves

Chauvin das Preiskomitee

stutzig machte. 2005 sollte

der Chemiker ausgezeichnet

werden, lehnte jedoch ab.

Seine Kollegen hätten einen

größeren Anteil als er an

den Forschungen und überhaupt

seien seine Erkenntnisse

überholt, behauptete

er. Am Ende holte Chauvin

den Preis dennoch ab – das

hätten sogar wir vorhersagen

können.

DIALOG DER DOSEN

Wollen wir mal was Neues probieren?

DIEMUT STREBE (2), RECREUS, ODD.ORG.NZ, PRIVECO, KOR ECOLOGIC INC, CORBIS, FORMLABS.COM, REUTERS DIETMAR KAINRATH

22 THE RED BULLETIN


WÄNDE ZUM WOHLFÜHLEN

Die Natur überzeugt mit glatten, eleganten

Flächen – ERFURT-Trendvlies-Tapeten

bringen diese Eleganz an Deine Wand.

Sie überbrücken Risse auch dann, wenn

sie nach dem Tapezieren entstehen.

ERFURT-Trendvlies ist:

Natürlich elegant:

ERFURT-Trendvlies.

• wohngesund und frei von PVC

und Weichmachern

• extrem strapazierfähig,

reiß- und abriebfest

• atmungsaktiv und

feuchtigkeitsregulierend

• mehrfach überstreichbar und

• in Wandklebetechnik verarbeitbar

ERFURT-Trendvlies: natürlich wie die

Natur selbst. Für alle kreativen Techniken

der Wandgestaltung – ganz nach Deinem

Geschmack. In Deinem Bau- und Fachmarkt

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BULLEVARD

Science | History

Als es

noch

Zukunft

gab

Historische Magazine

zeigen: Früher haben

die Menschen an die

Zukunft geglaubt,

heute haben sie nur

noch Angst vor ihr.

1

1 MUSIKEXPRESS

Dieser Zug rockt, hätte es

damals Rockmusik gegeben.

So aber pfi≠ die Lokomotive

von „Modern Mechanix“ im

Jahr 1934, die fünf Riesen-

Radioröhren antreiben sollten,

Jazz-Töne durch zwei

Saxophone – ganz umweltfreundlich

ohne Dampf.

Übersetzt ins Heute, hätte

der Zug ein futuristisches

Triebwerk, befeuert durch

den Datenfluss im Internet:

jedes Posting ein Kilometer.

2 RAUMSTATION

An das Fertigteilhaus zum

Selberbasteln im All glaubte

„hobby“ bereits 1956. Die

Menschen müssten auf der

Raumstation nur lerne n,

friedlich zusammenzulebe n.

Im All klappt das mittlerweile

ja schon, wie die ISS

beweist, bloß auf der Erde

haben wir damit Probleme.

3 ROBOTER MIT GEFÜHL

Unimate, der erste Roboter

der Welt, wurde 1954 patentiert

und konnte wie seine

Nachfahren der nächsten

Jahrzehnte gerade mal

einen Handgriff. Da träumte

1975 „Science & Vie“ schon

von der vierten Generation:

einem gefühlvollen Roboter,

der auch Eier pecken kann.

4 RAKETEN-FLUGHAFEN

Im August 1938 hatte eine

Passagiermaschine erstmals

erfolgreich einen Nonstop-Flug

zwischen Berlin

und New York absolviert – in

(damals) unfassbar kurzen

24 Stunden und 56 Minuten.

In der Zeit könnten Fluggäste

in Transportraketen auch

auf den Mond geschossen

werden, erahnte „Popular

Mechanics“ in ihren Bildern

aus der Welt von morgen.

2 3 4

BLOG.MODERNMECHANIX.COM, UBKA.UNI-KARLSRUHE.DE, WWW.SCIENCE-ET-VIE.COM, POPULAR MECHANICS

24 THE RED BULLETIN


BULLEVARD

Science | Stars

Erfindungen

großer Stars

Diese fünf Köpfe haben die

Welt nicht nur durch Filme

und Musik bereichert.

2014: So sehen die Sieger aus

Um Nobelpreis-Gewinner vorherzusagen, muss man kein Genie sein.

Die Wahl der Sieger hat System – wie wir entschlüsselt haben.

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

2014

CHEMIE | BRILLENTRÄGER

STEVE McQUEEN

Drückte in „Bullitt“

aufs Gaspedal. Aber

der Sitz drückte ihn.

KRATZ-T-SHIRT

Nummerierte Karos

verraten dem Arzt

exak t, wo es juckt.

FAZIT: 2014 folgt 2006 – du brauchst keine Brille für den Chemie-Nobelpreis.

PHYSIK | GLATZENTRÄGER

HEDY LAMARR

Die Sexbombe der

1930er Jahre bastelte

für die U. S. Navy.

FERNSTEUERUNG

Um mehrere Modellzüg

e mit einem

Handgriff zu steuern.

FAZIT: Wächst das Haar, wachsen die Siegeschancen in Physik auf über 70 Prozent.

WIRTSCHAFT | BARTTRÄGER

NEIL YOUNG

Hat ein „Heart of

Gold“ – speziell für

Modelleisenbahnen.

FUNKSIGNAL

Macht Torpedos treffsicher

und heute Wi-Fi

und Handys möglich.

FAZIT: Würdest du einem Banker mit langem Bart dein Geld geben? Eben.

Brille ohne Haare ohne Bart ohne

MARLON BRANDO

Der Oscargewinner

war auch ein begnadeter

Bodybuilder.

RENNSITZ

Ein neues Schalen-

Design wirkt cooler,

und es zwickt nicht.

KOMA*

SELBSTERFINDUNG

GETTY IMAGES(5) DIETMAR KAINRATH

FRANCIS F. COPPOLA

Werkte neben

„Apocalyps e Now“ an:

Diagnose Now.

FITNESS-SCHUHE

für Aquajogging.

Erhöhe n im Wasser

den Trainingseffekt.

* KOMA: KAINRATH’S ŒUVRES OF MODERN ART

THE RED BULLETIN 25


Niemanden fürchtet die Mafia so sehr wie Roberto Saviano.

Dafür zahlt der italienische Journalist einen hohen Preis.

The Red Bulletin traf den realen Superhelden zum Gespräch.

26


TEXT: RÜDIGER STURM

BILDER: PETER RIGAUD


EEs

war an einem Freitag, dem Dreizehnten

(im Oktober 2006), an dem das Leben des

Roberto Saviano eine brutale Wendung

nahm. Der italienische Journalist saß im

Zug von Pordenone im Friaul nach Neapel,

als sein Handy klingelte – die Polizei. Die

Carabinieri hatten Nachrichten inhaftierter

Mafiosi abgefangen: Die Camorra-Bosse

verlangten Savianos Tod.

Am Zielbahnhof erwartete ihn bereits

ein Kommando der Sicherheitskräfte.

Seither lebt der heute Fündunddreißigjährige

mit zehn Leibwächtern, die sich

bei seiner Bewachung abwechseln. Wie er

mussten seine Eltern und sein Bruder ihre

Wohnungen verlassen und untertauchen.

Wie er leben auch sie seit acht Jahren

unter Polizeischutz.

Der Grund für all das? Saviano war der

Mafia zu gefährlich geworden.

2006 hatte er den Reportage-Roman

„Gomorra“ veröffentlicht, eine Studie der

Praktiken der neapolitanischen Camorra

– so detailliert und intensiv recherchiert

wie kein Mafia-Buch je zuvor.

Zunächst fühlten sich die Mafiosi

sogar geschmeichelt, verteilten Ausgaben

untereinander. Doch das änderte sich,

als „Gomorra“ in Italien rasend schnell

eine Auflage von 100.000 Exemplaren

erreichte, ausländische Übersetzungen in

Planung waren („Gomorrha“, die deutsche

Übersetzung, erschien 2007; Anm.) – zu

viel Aufsehen für die Herren der „ehrenwerten

Gesellschaft“, von denen einige

Bosse auch namentlich genannt waren.

Inzwischen ist das Buch in 43 Ländern

erschienen. Die Kinoadaption „Gomorrha“

wurde 2008 unter anderem in Cannes

und mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Nun folgt eine gleichnamige

TV-Serie, die die Machtkämpfe in einem

neapolitanischen Clan nachzeichnet und

als „europäische Antwort auf ‚The Wire‘“

gefeiert wird. In Italien wurde sie zum

Quotenhit, nun soll sie in rund fünfzig

Ländern ausgestrahlt werden. In deutschsprachigen

Territorien läuft sie seit

10. Oktober auf Sky Atlantic HD.

Der internationale Serienstart ist der

Anlass, weshalb Saviano aus dem Untergrund

auftaucht und für ein Interview

zur Verfügung steht. Doch erst nach

komplizierten Vorbereitungen. Zunächst

wird ein Termin in Rom diskutiert, dann

will der Autor die Fragen schriftlich

beantworten, plötzlich, aus dem Blauen

heraus, eine Mail der Sky-Presseabteilung:

In zwei Tagen wird er in München sein.

Ob man denn Zeit habe?

Selbstverständlich. Doch was ist von so

einem Termin zu erwarten? Als Saviano

letztes Jahr bei einem Journalismus-

Festival in Perugia auftrat, wurde jeder

Besucher nach Waffen abgetastet, der

Saal auf Bomben überprüft. Persönliche

Details bleiben bei Saviano-Interviews

seit Jahren ausgespart: Informationen

zu seiner Familie müssen diffus bleiben,

an manchen Stellen heißt es, dass nur

seine Mutter und sein Bruder mit neuer

Identität umziehen mussten, anderswo ist

von einer Tante die Rede, der Vater findet

keine Erwähnung. Von einer Partnerin –

sollte er eine haben – hört man aber nie.

Der erste journalistische Reflex wäre:

nachzubohren. Aber ist das sinnvoll?

Würde er darauf antworten? Und falls ja

– sollte ein journalistischer Text Anhaltspunkte

für potentielle Killer liefern?

Auch das Ambiente unseres Gesprächs

hat etwas Unwirkliches an sich. Münchens

Innenstadt ist halb abgesperrt – ironischerweise

für einen Volkslauf. Die Gänge von

Savianos Hotel, dem Bayerischen Hof, sind

menschenleer. Nur auf dem Flur der für

das Interview vorgesehenen Suite stehen

zwei Anzugträger mit dem unverkennbarem

Körperbau von Bodyguards.

Das Zielobjekt selbst wirkt dann gar

nicht wie ein Mann, dessen Leben jede

Sekunde zu Ende sein könnte: fokussierter

Blick, auf dem Gesicht ein Ausdruck

von sanfter Entspanntheit, bedächtige

Bewegungen, ruhige Stimme.

Doch das Bild trügt.

„Ich fühle mich, als wäre ich innerlich

in Stücke zerschlagen worden“, sagt

Saviano gleich zu Beginn unseres Gesprächs,

unverändert ruhige Miene. „Ich

mache zwar viel Fitness. Das hilft. Aber

ich vermisse meine vertraute Umgebung,

meine Büchersammlung. Ständig wache


Mit seinem ersten

Buch hat er sein

Leben verändert:

Seit acht Jahren lebt

Roberto Saviano im

Untergrund. Versteckt

vor Mafia-Killern.

29


ich in fremden Häusern auf.“ Er erwähnt

Schlafstörungen, möchte das aber am

liebsten nicht gedruckt sehen. „Im letzten

halben Jahr habe ich mich im Ausland

aufgehalten. Die Distanz hat mir geholfen,

wieder ein wenig inneren Frieden zu

finden.“

Fühlt er sich als Held?

„Als Kämpfer gegen das organisierte

Verbrechen erfährst du nicht automatisch

Solidarität. Du wirst zum Teil als Nestbeschmutzer

angesehen.“

Tatsächlich wurde Saviano für seine

Arbeit öffentlich kritisiert. Unter anderem

von Fabio Cannavaro. Der langjährige

Kapitän der italienischen Fußballnationalmannschaft

nölte, „Gomorrha“ würde

ein falsches Bild von Neapel zeichnen.

Der ehemalige Ministerpräsident Silvio

Berlusconi meinte gar, Saviano mache

Werbung für die Mafia und rücke Italien

in ein schlechtes Licht.

In seiner Heimat ist Saviano dennoch

ein Volksheld, ganz abgesehen von seinen

Büchern. Als der Autor im November 2010

„ZeroZeroZero“,

Roberto Savianos

neues Buch (dt. 2014),

beleuchtet die Hintergründe

des globalen

Kokain-Business.

die vierteilige Sendung „Vieni via con me“

auf Rai 3 co-moderierte, die sich hoch

kritisch mit dem Zustand der Nation auseinandersetzte,

schalteten durchschnittlich

9,7 Millionen Menschen zu.

International ist er längst zum Kreuzfahrer

gegen das organisierte Verbrechen

geworden, zu einem Symbol. Er gab –

unter Geheimhaltung – Gastvorlesungen

in New York, warnte die deutschen Behörden

vor der Verharmlosung der Mafia.

Und er arbeitet unbeirrt weiter. In seinem

aktuellen Buch „ZeroZeroZero“, 2013

erschienen, beschreibt er eine Welt im

Würgegriff des globalen Kokainhandels.

„Ich bin von der Mafia besessen“, sagt

er im Halbdunkel der Suite. „Ich habe das

Gefühl, unnütz zu sein, wenn ich mich

nicht solchen Themen widme. Ich möchte

dem Leser eine Welt zeigen, die er sich

nicht vorstellen kann und die trotzdem

unmittelbar in seiner Nähe existiert.“

Die Mafia war immer schon ein Teil

von Savianos Leben. Er stammt aus der

Kleinstadt Casal di Principe, gleich nördlich

von Neapel. Sein Vater, ein Arzt, wurde

zusammengeschlagen, weil er ein Mafiaopfer

versorgt hatte, da war Saviano noch

ein Kind. Als er sechzehn war, ermordete

die Camorra den Priester Don Giuseppe

Diana (Saviano widmete ihm ein Kapitel

in „Gomorrha“). Als Achtzehnjähriger

jobbte er in Unternehmen, die von der

Camorra gesteuert wurden, was ihm seine

ersten Kontakte ins Milieu bescherte.

Er wollte zur Fremdenlegion, nachdem

er Ernst Jünger gelesen hatte. „Ich wollte

ihm nacheifern. Zum Glück wurde ich

nicht genommen. Ich war ja erst ein Milchbart.“

– Saviano lacht kurz auf, das einzige

Mal während unseres Gesprächs.

Nach seinem Philosophie-Studium in

Neapel schrieb er zunächst für renommierte

italienische Tageszeitungen, ehe er

mit journalistischer Absicht ins Universum

des organisierten Verbrechens eintauchte.

Er sammelte Material, hing an Treffpunkten

der Mafia ab, kellnerte auf deren

Hochzeiten.

War er sich der Gefahr bewusst?

„Heute würde ich sehr viel vorsichtiger

vorgehen“, sagt er. „Wenn ich daran denke,

wie öffentlich ich mein erstes Buch beworben

habe. Das war sehr leichtsinnig.“

Eine kleine Pause im Gespräch. Und

dann ein erstaunliches Geständnis.

„Ich bereue, ‚Gomorrha‘ geschrieben

zu haben. Ich habe mir damit das Leben

sehr schwer gemacht. Ich muss meine

Aufenthaltsorte wechseln, kann nicht in

meine Heimat zurückkehren, lebe unter

Bewachung. Das Gleiche gilt für meine

Familie. Ihr gegenüber habe ich riesige

Schuldgefühle.“

30


„Ich bin von der

Mafia besessen“, sagt

er im Halbdunkel.

„Ich habe das Gefühl,

unnütz zu sein, wenn

ich mich nicht solchen

Themen widme.“

Seine Arbeit hat aber nicht nur sein

äußeres Leben verändert, bekennt Saviano,

immer noch mit diesem ruhigen Blick.

„In ‚ZeroZeroZero‘ habe ich geschrieben:

‚Wenn man in den Abgrund blickt,

wird man früher oder später zu einem

Ungeheuer.‘ Ich selbst bin zu einem

Ungeheuer geworden, indem ich die Welt

der organisierten Kriminalität in all ihren

Aspekten analysiert und studiert habe.

Schließlich lernt man sogar wie sie zu

denken.“

Und wie denkt ein Mafioso?

„Ein Mitglied des organisierten Verbrechens

teilt die Menschen in zwei

Sorten ein: in solche, die sich nach den

Gesetzen richten, und diejenigen, die die

Regeln befolgen. Wer die Gesetze einhält,

besitzt keine Macht. Wer aber die Regeln

befolgt, hat sich für die wahre Macht entschieden.

Diese Regeln sind vor ewigen

Zeiten entwickelt worden. Sie orientieren

sich an den realen Verhältnissen, sind

pragmatisch, während die Gesetze nur

Konstrukte sind, die von einer Gruppe

von Leuten erdacht wurden, um über die

Allgemeinheit zu herrschen.“

Inwiefern sind Sie zum Monster

geworden, Herr Saviano?

„Weil ich wie ein Mafia-Mitglied

Schwierigkeiten habe, echte menschliche

Beziehungen aufzubauen. Ich habe große

Schwierigkeiten damit, Leuten voll und

ganz zu vertrauen. Ich habe mir angewöhnt,

immer nur die dunklen Seiten zu

sehen. Jeder hat eine helle Seite, aber ich

beschäftige mich vor allem damit, in den

Schatten zu blicken.“

Plötzlich geht die Tür auf. Einer der

Leibwächter kommt herein, will etwas

mit Saviano klären. Der Autor wirkt einen

Moment irritiert, aufgeschreckt. Dabei ist

der Grund der Störung völlig banal: Der

Bodyguard soll Savianos Handy aufladen

und hat dazu eine Frage.

2006 erschienen

(deutsch 2007), 2008

verfilmt und nun auch

in einer TV-Serie aufbereitet:

Savianos

Erstling „Gomorrha“.

Saviano fasst sich schnell wieder.

„Insgesamt hat mein Buch die allgemeine

Sicht auf die Mafia stark verändert. Es hat

gezeigt, dass die Camorra kein Vorstadtproblem

ist, sondern mitten in der Gesellschaft

verankert ist und Unmengen von

Geld in legale Kanäle umleitet. Und bei

allem Schatten zeigt sich auch ein kleines

Licht am Ende des Tunnels. In meinem

Heimatort Casal di Principe zum Beispiel

wurde dieses Jahr mit Renato Natale ein

Bürgermeister gewählt, der den Clans

völlig unnachgiebig gegenübersteht.“

Auch für ihn persönlich gibt es Zeichen

der Hoffnung. 2008 ließen die beiden

Mafia-Bosse Antonio Iovine und Francesco

Bidognetti ein Dokument verlesen, in dem

sie unter anderem Saviano die Schuld für

ihre Verhaftung gaben – was seine Lebensgefahr

noch erhöhte. In diesem Herbst

wird das Urteil gegen die beiden erwartet.

„Wenn sie wegen der gegen mich geäußerten

Drohungen verurteilt werden, dann

könnte es besser werden. Das würde bedeuten,

dass der Staat einer Organisation,

die andere Menschen bedroht, die rote

Karte zeigt. Vielleicht habe ich dann mehr

Freiheit – vielleicht kann ich sogar dauerhaft

nach Italien zurückkehren … vorausgesetzt,

die Polizei gestattet es. Letztlich

ist sie es, die entscheidet, was mit mir

passiert.“

Wie kann die Mafia insgesamt besiegt

werden, Herr Saviano?

„Ein elementarer Schritt wäre die

Legalisierung von Drogen – zuerst der

weichen, dann aller, auch der harten.

Damit würde die Mafia eine ihrer wichtigsten

Einnahmequellen verlieren. Extrem

wichtig wäre auch die Verschärfung der

Geldwäschegesetze. Außerdem müssten

öffentliche Aufträge nach anderen Parametern

vergeben werden. Derzeit erhalten

üblicherweise die Firmen den Zuschlag,

die zum günstigsten Preis anbieten. Ein

weiterer Punkt wäre die Kontrolle der

Finanzströme, denn heutzutage kann

jede Organisation mit einem Mausklick

Millionenbeträge bewegen.“

Wenn Saviano über Lösungsmöglichkeiten

spricht, macht ihn das optimistisch.

Er zitiert den Richter Giovanni Falcone,

der 1992 von der sizilianischen Mafia

ermordet wurde: „Das organisierte Verbrechen

ist ein menschliches Phänomen,

und wie jedes menschliche Phänomen hat

es einen Anfang und wird es eines Tages

ein Ende haben.“

Unser Gespräch ist zu Ende. Saviano

steht auf, verabschiedet sich. Klein wirkt

er, fast zerbrechlich. So jemand will es

mit den Verbrechersyndikaten der Welt

aufnehmen? „Ich werde weiterkämpfen“,

meint er, sanft und ruhig, aber bestimmt.


BENNY URBAN

„Dann krachst du

in die Stufen“

Ein 23-jähriger Hamburger erhebt das Snowboarden in der Stadt zur

Kunstform. Sogar die Polizei gratuliert.

Interview: Andreas Rottenschlager

the red bulletin: Sie sind seit vier

Jahren Snowboard-Profi, fahren aber

kaum Contests. Ihre Tricks filmen Sie

fast ausschließlich in Großstädten.

Was suchen Sie in der Stadt, das Sie

am Berg nicht finden?

benny urban: Eindrucksvolle Architektur.

Treppengeländer, Denkmäler, Betonkanten.

Es geht darum, diese Obstacles

zu erobern, indem du deine Tricks dort

möglichst spektakulär filmst.

Sie finden Betonkanten spannender als

Tiefschnee?

Wenn ich Spaß haben möchte, fahre ich

Tiefschnee. Wenn ich mich verbessern

will, fahre ich in der Stadt.

Was genau wollen Sie verbessern?

Meine Trick-Kombinationen. Vor allem

beim Sliden auf Treppengeländern,

sogenannten Rails. Gleich zu Beginn

meiner Profikarriere bin ich extra nach

Schweden geflogen …

… wegen eines Treppengeländers?

Nicht wegen irgendeines Geländers.

Wegen eines treppenförmigen Handlaufs

mit vier Stufen. Ich hatte dieses vierfache

Kink-Rail in einem Snowboard-Video

gesehen. Es ist extrem schwierig zu

befahren, weil du vier Sprünge in deinen

Slide auf dem Geländer einbauen musst.

Wie haben Sie dieses Rail erobert?

Mein Plan war, einen Frontside-Boardslide

zu zeigen, also das Board während der

gesamten Fahrt querzustellen. Nach jedem

Sprung musst du dein Gleichgewicht

sofort wiederfinden, sonst krachst du in

die Stufen. Ich hatte echt Schiss, hab’s

aber trotzdem probiert und beim ersten

Versuch geschafft. Ein persönliches Highlight.

Dieses Rail werde ich nie vergessen.

Für einen gelandeten Trick erhalten Sie

kein Preisgeld. Was ist das Ziel eines

Street-Snowboarders?

So viele neue Tricks wie möglich in

perfekter Qualität filmen. Es gibt mittlerweile

Profis, die einen „360 to Nose-Press“

auf ein Rail springen: eine ganze Drehung,

bei der du nur mit der Spitze deines

Boards auf einem zigarettenschachtelbreiten

Handlauf landest. Und natürlich

muss der Trick stylish sein, es muss natürlich

aussehen.

Angenommen, ich will nicht nach

Schweden fliegen, um meinen Stil zu

trainieren. Wo liegt der interessanteste

Snowboarder

Urban: Beton

statt Tiefschnee

Stadt-Snowboard-Spot Deutschlands?

Die Betonpfeiler beim Olympiastadion

in München finde ich klasse. Der ganze

Olympiapark ist eine Fundgrube für

Obstacles. Es gibt dort viel Gefälle. Wo

Gefälle ist, stehen meist Treppen. Und wo

Treppen sind, sind Rails.

Was machen Sie an flachen Spots?

Wir starten die Winch – eine benzinbetriebene

Mini-Seilwinde, die dich mit

70 km/h auf ein Obstacle zuzieht. Oder

du kaufst dir ein Bungee – ein geflochtenes

Gummiseil, an dessen Ende ein Griff befestigt

ist. Das Seil hat eine Dehnfähigkeit

von 400 Prozent. Du brauchst zwei starke

Kumpels, um es zu spannen. Du hältst

dich am Griff fest, löst die Vorleine, und

ab geht die Post.

Ist Snowboarden in der Stadt legal?

Auf Privatgrundstücken versuchen wir,

uns mit dem Besitzer zu einigen. Oder wir

bauen die Kicker nachts auf und beleuchten

den Spot mit Studioscheinwerfern.

Am nächsten Morgen ist alles aufgeräumt,

und niemand hat etwas bemerkt.

Wie überzeugen Sie einen Polizisten,

wenn Sie auf öffentlichen Plätzen erwischt

werden?

Ich zeige ihm, dass Metall auf Metall

keinen Schaden anrichtet. Dass wir sogar

den Rost von den Rail-Kanten schleifen.

Uns wird oft vorgeworfen, die Treppen

mit Schnee zuzuschütten. Aber genau das

Gegenteil ist der Fall: Wir reinigen die

Treppen vom Schnee – weil das am Video

besser aussieht. Die Polizisten reagieren

dann ganz unterschiedlich.

Welche Polizei-Reaktion hat Sie am

meisten überrascht?

Wir haben 2013 im US-Bundesstaat

Minnesota gedreht. Nachdem wir zwei

Stunden lang geschaufelt hatten, hielt

ein Streifenwagen. Wir dachten: „Jetzt ist

alles vorbei“ – die Polizei dort ist nicht

zimperlich. Dann stieg der Polizist aus und

erklärte uns, er sei selbst Snowboarder.

Er sagte: „Toll, was ihr da macht.“

Was machen Sie, wenn diesen Winter

in Deutschland zu wenig Schnee fällt?

Wir brauchen nur ein paar Schubkarren

voll Schnee für die Kicker. Die befördern

wir notfalls am Pick-up. Aber natürlich

gibt es noch Städte mit ungenütztem

Snowboard-Potential. Für 2014 wünsche

ich mir einen strengen Winter in Berlin.

Benny Urbans City-Tricks: www.youtube.com,

„Down to Earth Snowboard“ eingeben

STEFFEN KORNFELD(2)

32 THE RED BULLETIN


Name

Benny Urban

Geburtsdatum/-ort

24. Juli 1991 in

Hamburg

Studiert

Sportwissenschaft

an der TU München

Filmt

mit dem Team von

Nitro Snowboards in

Österreich, den USA

und Polen

Stürzt

in seinem „Down to

Earth“-Video von einer

20 Meter langen Rail

Street-Snowboarder Benny

Urban: 360 (three-sixty)

auf dem Treppengeländer


HEINZ KINIGADNER

Die ganze Welt

Der zweifache Motocross-Weltmeister und Mitbegründer der Stiftung

Wings for Life über seine Vergangenheit als Läufer, die Wichtigkeit des morgendlichen

Auslaufs und seine Ziele für den Wings for Life World Run 2015.

Interview: Werner Jessner, Bild: Marco Rossi

the red bulletin: In deiner aktiven

Zeit warst du nicht als Läufer

berühmt …

heinz kinigadner: Moment! Es stimmt,

dass ich nicht der klassische Läufertyp

bin, aber ich bin jeden Tag gelaufen.

Echt jetzt?

Ja, weil Laufen schon große Vorteile hat.

Du kannst es überall machen und brauchst,

im Gegensatz zu anderen Ausdauersportarten,

minimales Equipment dafür.

Wie viel bist du gelaufen?

So viel wie nötig. Im Trainingsplan standen

meist 45 Minuten. Nach 50 Minuten

war ich wieder daheim. Heutige Spitzensportler

– auch im Motorsport – würden

über meine Vorbereitung von damals

lachen, aber zu meiner aktiven Zeit,

Anfang, Mitte der 1980er Jahre, hat professionelles

Ausdauertraining noch in den

Kinderschuhen gesteckt.

Wer war dein Trainer?

Ich hatte, zumindest bis zu meinem ersten

WM-Titel, keinen. Ich habe mir von unterschiedlichen

Leuten das rausgepickt, was

ich für sinnvoll gehalten habe.

Die Himmelsstiege in Feldkirch …

Unvergessen! Toni Mathis, ein wahrer

Fitness-Kapazunder, hat jeden dort raufgejagt.

Der Name der Stiege kommt wahrscheinlich

daher, dass du glaubst, im

Himmel zu sein, wenn du endlich oben

angekommen bist und die Schmerzen

allmählich nachlassen. Du konntest so

langsam laufen, wie du wolltest. Einzige

Bedingung: nicht stehen bleiben.

Und?

Natürlich ist keiner stehen geblieben. Das

Eishockey-Nationalteam nicht, die Schweizer

Abfahrerinnen nicht, keiner. Ich auch

nicht. Ich halte das bis heute so: Wenn ich

laufe, bleibe ich nie stehen. Unter keinen

Umständen.

Wie oft läufst du heute?

Der Wings for Life World Run hat mich

dazu motiviert, wieder mehr laufen zu

gehen, im Schnitt zweimal pro Woche.

Wie motivierst du dich?

Für einen gesunden Menschen kann es

doch keine Überwindung sein, sich zu

bewegen, egal wie schnell oder wie weit.

Bist du ein Morgen- oder Abendläufer?

Ausschließlich am Morgen. Ohne Frühstück,

ohne Kaffee, einfach vor die Tür

und los. Lauftage sind gute Tage, die

beginnen schon mit dem guten Gefühl,

etwas geschafft zu haben.

„Durch den Wings

for Life World Run

habe ich wieder

mit dem Laufen

begonnen.“

Deine Lieblingsstrecken?

Sehr gern laufe ich auf Ibiza. Schönes

Wetter, feine Gegend, perfekt.

Beim Wings for Life World Run 2014

war dein Stil gut zu beobachten …

Danke, sehr freundlich! Da war diese Harley

mit dem Kameramann direkt vor mir.

Das war auch der Grund, warum ich mein

angestrebtes Ziel, nämlich zwölf Kilometer,

verpasst habe. Der einzige! Mit einer KTM

als Zugpferd hätte ich mein Ziel sicher

erreicht. An meiner lückenhaften Vorbereitung

kann es keinesfalls gelegen sein.

2015 wird es wieder einen World Run

geben. Deine Ziele?

Mit zwölf Kilometern gebe ich mich nicht

mehr zufrieden. Heuer sollen es mindestens

fünfzehn werden. Und es wird auch

nicht mehr passieren, dass mich Mädels

der Altersgruppe 50 plus und Kinderwagen

schiebende Männer überholen.

Wo wirst du an den Start gehen?

Weil ich am Morgen darauf nach Griechenland

zur Hellas Rallye (Amateurrallye für

Motorräder, Quads, Autos und Buggys;

Anm.) fliege, vermutlich in Deutschland.

St. Pölten hat mir sehr gut gefallen. Da

müssen sich die Deutschen anstrengen.

Wie fandest du die Stimmung im Feld?

Umso entspannter, je mehr du überholt

wirst. Du merkst, dass die Leute nicht der

Rekorde wegen laufen, sondern wegen der

Sache und des guten Gefühls, gemeinsam

etwas zu bewegen. Und jeder hat eine

Geschichte zu erzählen! Ich war leider ein

bissl knapp bei Sauerstoff, darum habe

ich mich mehr aufs Zuhören verlegt. Peter

Wirnsberger, der ehemalige Weltklasse-

Abfahrer (Olympiasilber 1980; Anm.), war

die meiste Zeit neben mir und hat locker

geplaudert. Der ist echt noch gut beinand.

Der World Run ist ja auch eine gute

Gelegenheit, um prominente Sportler

zu treffen und mit ihnen zu laufen.

Das Tolle ist: Die machen das alle freiwillig!

Von manchen habe ich erst im

Nach hinein erfahren, dass sie auch mit dabei

waren. Einige hatte ich dreißig Jahre

lang nicht gesehen, ehemalige Motorradkollegen

von mir zum Beispiel. Es stimmt

wirklich: Beim Wings for Life World Run

läuft die ganze Welt.

www.kini.at

Am 3. Mai 2015 erfolgt in

über 30 Ländern auf der ganzen

Welt zeitgleich der Startschuss

zum Wings for Life World Run 2015. Wer schafft es,

dem Catcher Car am längsten zu entkommen?

Die Anmeldung öffnet am 1. Oktober 2014 auf:

www.wingsforlifeworldrun.com

34 THE RED BULLETIN


Heinz Kinigadner

geboren am 28. Jänner 1960

in Uderns, Tirol. Motocross-

Weltmeister der Jahre 1984

und ’85 in der Viertelliterklasse

(auf KTM).

Karriere-Ende

Nach dem Unfall seines Sohnes

Hannes im Jahr 2003,

der seitdem im Rollstuhl

sitzt, beendet Heinz seine

aktive Laufbahn und gründet

gemeinsam mit Dietrich

Mateschitz die Stiftung …

… Wings for Life

Diese gemeinnützige

Stiftung finanziert weltweit

Forschungsprojekte, um

Querschnittslähmung heilbar

zu machen. Auch sämtliche

Startgelder des World Run

werden zur Gänze dafür

eingesetzt.


Hannes Arch ist der Star

der Red Bull Air Race

Weltmeisterschaft.

„Aber Berühmtheit ist wie

eine Feelgood-Tablette“,

sagt er, „aufputschend,

aber nicht echt.“

MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL

HANNES-

DAS

VOM BERGSTEIGENDEN BUMMELSTUDENTEN ZUM SCHNELLSTEN PILOTEN DER WELT: EIN PORTRÄT ZUM

36


ARCH-SEIN

TEXT: ALEXANDER LISETZ

KAMPF UM DEN ZWEITEN RED BULL AIR RACE-WELTMEISTERTITEL.


J

aulend schraubt sich die Edge von Hannes

Arch senkrecht in den Himmel, hundert

Meter, hundertfünfzig, zweihundert, da

würgt auf einmal der Motor ab.

Fünftausend Zuschauer halten die Luft

an. Dann ist es totenstill.

Archs Kunstflugzeug kippt nach vorn,

trudelt kopfüber zu Boden. Seine Flügel

paddeln hilfesuchend in der Luft. Er muss

jetzt den näherschießenden Asphalt des

Flugfelds vor sich sehen, die Bodenmarkierungen

mit den Gummispuren, die

jede Zehntelsekunde größer werden, den

Tower, der im Seitenfenster auftaucht.

Ein paar Meter über dem Boden

springt der Motor spotzend an.

Arch reißt die Edge in die Waagrechte

und zieht noch eine Schleife über das

Flugfeld.

Fünftausend beginnen wieder zu

atmen.

Arch hat das spektakuläre Highlight

seines Programms gezeigt, jetzt kann er

unter dem Jubel des Publikums landen.

Auf seiner Pulsuhr ist Archs Maximalpuls

während des Flugs gespeichert: 120

Schläge. „Den Motor“, sagt er, „stell ich in

Wirklichkeit gar nicht ab. Er ist im Leerlauf

so still, dass man ihn am Boden nicht

mehr hört.“ Und überhaupt sei an dem

Trick genau nichts gefährlich, weil nämlich

„die Edge das gutmütigste Fluggerät

ist, das je gebaut worden ist“.

Die Einschränkung, die Hannes Arch

dabei zu erwähnen vergisst, ist: Hannes

Arch ist auch einer der geschicktesten

Piloten, die je eine Zivko Edge 540 gesteuert

haben. Er besitzt zwei: Mit der

einen, der solide gebauten, „meinem

Traktor“, fliegt er seine Flugshows. Mit

der anderen – filigran und aerodynamisch

optimiert – will er dieses Jahr seinen

zweiten Red Bull Air Race-Weltmeistertitel

holen.

„Das Schöne am Sport“, sagt Arch,

„ist seine Einfachheit. Du strengst

dich an und wirst belohnt. Du

gewinnst, wenn du der Schnellste

bist.“ Wie zum Beispiel im polnischen

Gdynia (re.), wo er vor

130.000 Zuschauern triumphierte.

HOCH HINAUS

Hannes Arch, 47, lebt ziemlich genau

das Leben, von dem der durchschnittliche

Bürokaufmann träumt. Er ist der schnellste

Pilot der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft,

seine Freundin ist Model, er ist

Unternehmer, hat eine Winterbleibe in

Hawaii und fliegt nachts, kann er mal nicht

schlafen, mit dem Gleitschirm vom Untersberg

an der Grenze Salzburg-Bayern.

„Ich such Erfüllung in meinem Leben“,

sagt er, „und die finde ich nicht, wenn ich

mit zehntausend Leuten über den Zebrastreifen

geh.“

Der gebürtige Trofaiacher ist in den

Bergen der Steiermark aufgewachsen,

seine Studienzeit verbrachte er lieber in

der Wand als im Hörsaal. Bei den Erstbesteigungen

unerschlossener Alpenwände

und entlegener Alaska-Gipfel lernte er die

Grammatik, nach der er seither sein Leben

dekliniert: das Immer-höher-Hinauswollen,

das freundschaftliche Zweckbündnis mit

Wind, Wetter und Naturgewalt, das prag-

SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL, MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL

38


„ERFÜLLUNG FIND ICH NICHT, WENN ICH MIT

ZEHNTAUSEND LEUTEN ÜBERN ZEBRASTREIFEN GEH.“


WER WIRD

WELTMEISTER?

Pilot und Jäger:

Matthias Dolderer

Das Finale der Red Bull

Air Race Weltmeisterschaft

findet am 25. und

26. Oktober über dem

Red Bull Ring im österreichischen

Spielberg statt.

Deutschlands Starter

Matthias Dolderer über

die beiden WM-Favoriten:

„Hannes Arch steht zu

Hause unter größerem

Druck, hat aber das beste

Gesamtpaket aus Flieger,

Team und Technik. Der

Brite Paul Bonhomme ist

dafür weniger anfällig für

Fehler. Fest steht: Wir

werden beide jagen. Für

uns übrige Piloten geht

es um den letzten Sieg

des Jahres.“ Tickets:

www.redbullairrace.com

einen Werbespot aus, in dem er als fliegender

Pannenhelfer Skisprung-Legende

Andi Goldberger von der Präbichl-Brücke

(bei Eisenerz in der Steiermark) abholt.

Das Drumherum organisierte er selbst.

„Ich will, dass was weitergeht. Ich hab

keine Geduld für Wichtigtuer.“

Archs Edge ist ein Kunstflugklassiker:

gutmütig, wendig, bis zu

420 km/h schnell. Das Modell, das

er im Rennen verwendet, optimiert

er gemeinsam mit seinem

Mechaniker Nigel Dickinson.

„ICH WILL, DASS

WAS WEITERGEHT.

ICH HAB KEINE

GEDULD FÜR

WICHTIGTUER.“

matische Lösen auftauchender Probleme.

„Wenn du in der Wand hängst und ein

Wetter aufzieht, brauchst du nicht jammern

oder diskutieren. Du suchst den

nächsten Griff und dann den übernächsten,

und auf einmal hast du das Problem

gelöst“, sagt Arch.

Das Prinzip, so hat er herausgefunden,

funktioniert auch in der Ebene.

RAUS AUS DER KOMFORTZONE

Arch hätte erfolgreicher Alpinist werden

können, damals in den 1980er Jahren, als

der Klettersport boomte. Stattdessen hantelte

er sich vom Klettern zum Gleitschirmfliegen

zum BASE-Jumpen, machte den

Pilotenschein. „Du darfst nicht in deiner

Komfortzone bleiben“, sagt er, „sonst

bleibst du geistig stehen.“

Mit dem Stehenbleiben hat es Arch

generell nicht so. Gemeinsam mit einem

Sponsor erfand er eine neue Helm-Funkanlage.

Für einen anderen dachte er sich

DAS ATMEN, DAS GEHEN, DIE KÄLTE

Arch ist ungern fremdbestimmt. Man wird

so, wenn sein Leben von einem richtig

gesetzten Bohrhaken abhängt, einem

korrekt gefalteten Gleitschirm. Wenn er

Wörter wie „System“ oder „Herdentiere“

oder „Mitschwimmer“ verwendet, dann

so, dass klar wird, dass er mit ihnen nicht

in Verbindung gebracht werden möchte.

„Unser Leben hat immer weniger mit

dem zu tun, was wir sind. Und dagegen

wehr ich mich.“

Darum kauft er keine Aktien – „Ich will

nicht, dass mit meinem Geld in Afrika ein

Krieg angefangen wird“ –, darum geht er

im Winter nach Sonnenuntergang mit der

Stirnlampe in den Wald, „da schrumpft

das Leben auf seine Grundbestandteile,

das Atmen, das Gehen, die Kälte.“

Arch, der Draufgänger, entpuppt sich

als nachdenklicher, reflektierter Mensch,

sobald du mit ihm allein bist.

Das Abenteuerleben, das er lebt, ist

ein Spiel, sagt er, „das ich wahnsinnig

gern spiele. Aber allzu ernst nehmen darf

man es nicht.“

MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL, PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

40 THE RED BULLETIN


RASSIGE

LEISTUNG

INFINITI Q50 EAU

ROUGE CONCEPT

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INSPIRED PERFORMANCE

Abgebildetes Modell: Infiniti Q50 Eau Rouge Concept. Dieses Modell ist ein Konzeptfahrzeug und nicht im Handel erhältlich.

Serienfahrzeuge können von der Studie abweichen. Für mehr Informationen zum Infiniti Q50, besuchen sie www.infiniti.eu


Im Rennen muss Arch

Belastungen bis zu 10 g

aushalten, das Zehnfache

seines Körpergewichts.

Seine Stützmuskulatur

trainiert er

in der Kraftkammer,

die Ausdauer am Rad

und die Konzentration

am Flugsimulator.

Arch sitzt am Schreibtisch mit Blick

aufs Salzburger Flugfeld und beantwortet

E-Mails. Von seinem Hals baumelt ein

polierter Walfischknochen, an der Schreibtischkante

lehnen zwei Rennräder.

Manchmal, sagt er, träumt er von

einem gemütlicheren Leben. Mehr Zeit

für Berge, Freunde, Beziehung. Aber er

tut sich schwer damit, einen Gang zurückzuschalten.

Die größte Herausforderung im Leben

von Hannes Arch ist, zwischendurch eine

Pause vom Hannes-Arch-Sein einzulegen.

IMMER AUF DEN HINTERN HÖREN

Den Hauptgrund für den aktuellen Rummel

in seinem Leben hat sich Arch selbst

zuzuschreiben: An seinen besten Tagen

fliegt er seine Edge schneller, präziser,

aggressiver als die anderen Stars der

Red Bull Air Race Weltmeisterschaft.

„Im Grunde“, sagt er, „funktioniert

ein Red Bull Air Race wie ein Skirennen:

Beweg dich so flüssig wie möglich durch

den Kurs, weil dich jedes Eck langsamer

macht. Und trau dich so nahe wie möglich

an die Tore ran, ohne einzufädeln.“

Schnell machen Arch zwei Körperregionen,

sagt er.

„Du musst mit dem Hintern fliegen.

Nur so kannst du instinktiv auf ein Problem

reagieren, noch bevor es da ist.“ Der

zweitwichtigste Körperteil, gleich nach

dem Hintern, ist das Hirn: „Alle sagen, ich

hätte so einen aggressiven Flugstil, dabei

bin ich eigentlich ein sehr vorsichtiger

Mensch. Ich wäge jedes Risiko sorgfältig

ab. Im Cockpit bin ich eine Maschine.

Völlig unemotional. Pure Vernunft.“

SHOWDOWN IN SPIELBERG

In Spielberg, in seiner steirischen Heimat,

will Arch vor 35.000 Fans seinen zweiten

Red Bull Air Race-Weltmeistertitel (nach

2008) holen. „Das Rennen in Spielberg ist

das anspruchsvollste der Saison“, sagt er.

Denn: Anders als in Las Vegas oder Abu

Dhabi wird nicht über einer ebenen Fläche

geflogen, sondern in einer Hügellandschaft

– der Pilot muss permanent die

Distanz zum Boden justieren.

Das Rennen am Red Bull Ring be-

„IM COCKPIT BIN

ICH EINE MASCHINE.

KEINE EMOTIONEN.

PURE VERNUNFT.“

schließt die Comeback-Saison der Rennserie

nach drei Jahren Pause. „Die Piloten

werden noch stärker gefordert“, sagt

Arch. „Das fliegerische Können steht noch

mehr im Mittelpunkt.“

An den Restprozentpunkten tüftelt Arch

gemeinsam mit seinem Techniker Nigel

Dickinson im Hangar gleich gegenüber

von seinem Büro. Hier ist es still, klinisch

sauber und hemdsärmelig: Bohrer, Inbusschlüssel

und Akku-Schraubenzieher, wie

in einem Hobbykeller.

„Die Rille hier“, sagt Hannes Arch und

deutet auf eine Stelle auf der Unterseite

des Flügels, „die könnten wir vielleicht

auch noch mit Klebeband abdecken.“

Dickinson verklebt die Rille, Arch nickt

und geht zurück in sein Büro.

Ob Tixo-Tuning das Flugzeug schneller

macht? Dickinson nickt. „Wenn Hannes

glaubt, er wird damit schneller fliegen,

wird er damit schneller fliegen.“

www.hannesarch.com; www.redbullairrace.com

JÖRG MITTER/RED BULL CONTENT POOL(2)

42 THE RED BULLETIN


«It’s your second, your moment,

your line – drop in!»

Swatch Proteam Freeskier Richard Permin, France (29)

COMING

to theatres this fall

For more information

please visit

swatch.com


Monashee Mountains, British

Columbia, Kanada. Richard

Permin bei einem gegrabbten

Backflip: „Ich liebe Jumps

zwischen Tannen. So kannst du

in der Luft deine Sprunghöhe

gut schätzen.“ Für Interessierte:

In diesem Fall beträgt sie rund

sieben Meter.


DAS

KIND

BLAKE JORGENSON/RED BULL CONTENT POOL

ZWEI JAHRE DREHARBEITEN, DIE

WELTBESTEN FREESKIER, EIN GENIALES

FILMKONZEPT. DER FREESKI-STREIFEN

„DAYS OF MY YOUTH“ HAT DAS

ZEUG ZUM KLASSIKER.

TEXT: AREK PIATEK

IN

MIR

45


„ERSTAUNLICH, WAS ALLES

GELINGT, WENN DU NUR AUF DEIN

EIGENES GEFÜHL HÖRST.“

Ein untypischer Freeski-Film ist „Days of My Youth“

allemal. Zunächst wegen der ausgedehnten Produktionsdauer.

„Wir nahmen uns fürs Drehen

zwei Jahre Zeit – eine Ewigkeit“, sagt Filmproducer

Scott Bradfield. „Der Grund: Wir gaben uns nur mit

makellosen Aufnahmen zufrieden – und filmten

ausschließlich bei absolut perfekten Licht- und

Schneeverhältnissen. Selbst wenn wir dafür wochenlang

in Berghütten ausharren mussten.“

„Wir“ – das sind einige der weltbesten Freerider

wie Richard Permin, Michelle Parker oder Markus

Eder auf ihrer Jagd nach perfekten Takes, Lines

und Hängen, welche sich weltweit über entlegene

und unberührte Gebiete wie etwa Alaskas Tordrillo

Mountains oder Perus Gletscherkette Cordillera

Blanca erstreckte und dabei einem unkonventionellen

Filmkonzept folgte. „Wir wollten Authentizität,

keine gestellten Szenen oder Interviews“, sagt

der Franzose Richard Permin, „die Rider trugen

immer Mikrofone bei sich. Der Zuseher hört also

original mit: wie wir eine Line planen oder was

wir beim Run von uns geben. Das bringt einen

näher an den Sportler. Und an die Action.“

Entsprechend authentisch die Szenografie: Es

gibt keine. „Wir befreiten uns in den Bergen von

allen Zwängen und durften wieder Kinder sein. Und

das Skifahren mit purer, kindlicher Leidenschaft

genießen. Welcher Jump, welcher Trick, das entschieden

wir ganz allein … Es war erstaunlich,

zu sehen, was alles gelingt, wenn du nur auf dein

eigenes Ich, dein Gefühl hörst. Und unbeschwert

bist wie damals – als du noch ein kleiner Knirps

auf der Piste warst.“ www.redbull.com/daysofmyyouth

Oben: Für spektakuläre Luftaufnahmen

sorgte eine hochmoderne

Cineflex-Kamera an

Bord des Filmhelikopters.

Unten: Markus Eder überlegt

sich eine Line, kurz vor seiner

Gletscherabfahrt in Alaskas

Tordrillo Mountains.

Drei Stars aus der „Days of

My Youth“-Besetzung (v. li.):

Richard Permin, Cody

Townsend und Markus Eder

46


ALAIN SLEIGHER/RED BULL CONTENT POOL, BLAKE JORGENSON/RED BULL CONTENT POOL(3)


„IN MANCHEN

SZENEN SOLLTE

MAN EINFACH NUR

DIE NATUR AUF

DEN ZUSEHER

WIRKEN LASSEN.“

BLAKE JORGENSON/RED BULL CONTENT POOL(2)

48 THE RED BULLETIN


Seward, Alaska. Cody Townsend auf

einem noch nie zuvor befahrenen

Hang: „Im Film geht es nicht immer

um gute Tricks. Mitunter sollte man

einfach die Natur auf den Zuschauer

wirken lassen.“

Tiefschneefahren in höchster Vollendung.

US-Freeskierin Michelle

Parker cruist im unberührten Powder

der Monashee-Berge: „Hier vergisst

du schnell die Kamera. So entstehen

Bilder, die nicht gestellt wirken.“


50

ALAIN SLEIGHER/RED BULL CONTENT POOL


Highspeed-Freeriden auf einem

Bergkamm der Tordrillo Mountains.

Der Protagonist: Richard Permin.

„Manchmal gibt es nur eine Linie:

steil nach unten. Auf diesem superschmalen

Kamm hätte jeder kleinste

Schwung einen schweren Sturz

bedeutet. Die Passage war vereist,

links und rechts Felsen, und ich war

mit zirka 100 km/h unterwegs …

Klar war mir mulmig, doch nachher

sah ich die Aufnahmen und dachte:

Wahnsinn, das hat sich gelohnt.“

„AUF DIESEM SUPERSCHMALEN

KAMM HÄTTE JEDES MANÖVER,

JEDER SCHWUNG EINEN

SCHWEREN CRASH BEDEUTET.“


Die schier zahllosen Felsvorsprünge

der Tordrillo-

Berge sind ein Paradies

für alle, die ausgedehnte

Airtimes schätzen. Hier in

der Luft: Markus Eder.

In den tief verschneiten

Monashee Mountains

zelebriert Michelle Parker

bei Sonnenuntergang

einen Powder-Run.

BLAKE JORGENSON/RED BULL CONTENT POOL(3)

52 THE RED BULLETIN


Michelle Parker bei einem

extrasteilen „Treerun“,

einer Waldabfahrt im Pulverschnee:

„Es ist, als würdest

du auf Wolken surfen. Doch

wegen des Schnees, der bei

dem Speed aufgewirbelt

wird, hast du schlechte Sicht

und kannst kaum atmen.

Darum benutzten manche

von uns beim Riden einen

Schnorchel. Kein Scherz!“

„ES IST, ALS

WÜRDEST DU AUF

WOLKEN SURFEN.“

THE RED BULLETIN 53


EXTRA

DREI

EIN PFEIL, DER TRIFFT. EIN

HANDSCHUH, DER PASST. STILLE,

DIE VERWIRRT. DANN LÄSST

DTM-ASS MARTIN TOMCZYK DEN

BMW I8 FLIEGEN, UND ALLES IST GUT:

DER FEHLENDE MOTOR WAR

EIN MISSVERSTÄNDNIS.

TEXT: ROBERT SPERL

BILDER: JÜRGEN SKARWAN

55


er flache Schatten parkt ganz vorn in Box Nummer 4,

die Nase ragt Richtung Pit Lane. Einmal scharf rechts

abbiegen, den Hügel hinaufbeschleunigen, und der

BMW i8 wäre auf der Rennstrecke des Red Bull Rings.

Die Morgensonne taucht die Karosserie in Licht

und Schatten. Unser Wagen ist schwarz: eine dankbare

Grundfarbe für das athletische 2+2-Coupé, in

Rot überschritte der Wagen bereits am Stand jedes

Tempolimit. Die hochgeklappten Flügeltüren verwandeln

sich in zwei archaische Flossen, der Innenraum

ruht in mattem Licht. Die blauen Paspelierungen

an den Flanken und der BMW-Niere sitzen wie Ziernähte,

auch die zarten LED-Ketten der Front- und

Heckleuchten betonen den kompromisslosen Schnitt

des Wagens.

Die Aerodynamiker hatten für den i8 garantiert

alle Freiheiten, durften die Carbon-Karosserie von

den Luftschächten an der Front bis zum Unterboden

hart am Wind konturieren. Die Optik unterscheidet

sich kaum von jener Studie, die auf der Internationalen

Automobil-Ausstellung 2009 in Frankfurt als

Konzeptfahrzeug BMW Vision Efficient Dynamics für

erhöhten Puls gesorgt hatte. Form, bestimmt allein

von Funktion: radikal vor allem das Heck, wo die

Dachkanten – als Spoiler ausgebildet – frei über den

Kotflügeln auskragen, bloß der Physik geschuldet, da

staunt der Fahrtwind mit offenem Mund.

Martin Tomczyk, unser Testfahrer, schwebt ein.

Von fern schwurbelt der Helikopter. BMW-Werksfahrer

Tomczyk, 32, hat 2012 die DTM gewonnen

und ist somit eine Kapazität: Er wird ausloten, was

der Wagen kann, und der i8 sieht nicht aus, als wolle

er sich verstecken.

Der Red Bull Ring ist ein hübscher Platz für diese

Übung, auch wenn der i8 eine neue Art von Sport-

56


„ALS HÄTTE MAN EINEN KEIL IN

DEN WINDKANAL GESTELLT UND

AUF 4000 KM/H GESCHALTET

– HERAUS KAM DIESES AUTO.“

DTM-Racer Martin

Tomczyk im BMW i8:

Kaum ein Auto zuvor

hat den Fahrtwind

deutlicher spüren

lassen, ihm überlegen

zu sein.

57


„ICH FAHRE LAUTLOS AN, ERST DANN SCHALTET SICH DER MOTOR ZU

– UND AUF EINMAL SITZE ICH IN EINEM ANDEREN ZEITALTER.“

wagen ist, die sich nicht über Motorgebrüll, Powerslide

und Rundenrekorde definiert, sondern über die

subtile Interpretation von Hybrid-High-Tech, die

einen Verbrennungs- und einen E-Motor verkuppelt

und dank sophistischer Elektronik Fahrerlebnisse

ermöglicht, die man bislang kaum erleben durfte.

Bevor Tomczyk in die Box tritt, lang, schlaksig,

cool in Lederjacke und mit Dreitagebart, gilt es noch

den Zeitvorsprung nutzen und die Motoren zu inspizieren

– den überraschenden Doppelturbo-3-Zylinder-

Verbrennungsmotor über der Hinter- und den E-Motor

über der Vorderachse. Jedoch: Man scheitert. Dort,

wo andere Sportwagen Triebwerke appetitlich hinter

Plexiglas anrichten, liegt beim i8 ein Teppichboden.

Auch die Betriebsanleitung schweigt sich aus und

spricht nur von einem Öleinfüllstutzen. Der i8 hat

zwar insgesamt 362 PS, aber offensichtlich keinen

Motor, schade.

Am Stammtisch kommt die Frage nach dem Dreizylinder

gar nicht auf, sagt Tomczyk: „Wenn ich mich

in dieses Auto reinsetze, steht die Hybridtechnik im

Vordergrund. Design und Innovation entscheiden,

nach dem Motorenkonzept wird gar nicht gefragt. Es

braucht nur ein verbautes Aggregat.“

BMW öffnet mit dem i8 eine neue Tür – und geht

auch konsequent durch sie hindurch. Tomczyk:

„Nicht nur, dass man keinen Motor sieht, man kann

auch völlig geräuschlos fahren.“ Und die Schlagworte

sind andere: effizienter, intelligenter, nachhaltiger.

Längst hat die Generation der Gaming-Kids Sportwagenreife

erlangt, und sie kann was anfangen mit

Begriffen, die Sportwagenfahrer vom alten Schlag

noch für humorlos halten.

Effizienz: Das Prinzip von lean construction zieht

sich von der leichten Carbon-Karosserie bis zum

Antrieb, bei dem zwei klein bauende Aggregate – der

Dreizylinder hat noch dazu bloß 1,5 Liter Hubraum –

ein großes Ganzes bilden. Auch die schmäleren Reifen

gehören dazu: weniger Rollwiderstand und bessere

Aerodynamik anstelle pubertärer Gummiwalzen.

Intelligenz: Wie BMW die beiden Aggregate

charmant vermählt, ist großes Kino. Dazu kommen

zwei Automatikgetriebe, sechs Gänge für den Verbrennungs-

und zwei für den E-Motor. Und auf

Wunsch Laserlicht mit einer Reichweite von bis zu

600 Metern – eine Weltpremiere.

Nachhaltigkeit: ein Biopolymer auf Basis von

Rizinussamen für das Schlüsselgehäuse. Die Fußmatten

werden auch aus dem Granulat rezyklierter

PET-Flaschen hergestellt. Für die Gerbung des Leders

wird Olivenblattextrakt verwendet. Bei der Produktion

der Carbonfasern für die Fahrgastzelle sowie bei der

Fahrzeugmontage kommt zu 100 Prozent regenerativ

erzeugter Strom zur Anwendung.

Los geht’s: Sportliche Typen wie Tomczyk entern

das Auto mittels einer Art Klappmesser. Passable

Haltungsnoten gibt es auch für die Hintern-zuerst-

Methode inklusive 90-Grad-Rutschdrehung über den

Von links oben im

Uhrzeigersinn: Niere

an der Front, Typenschild,

Cockpit,

Heckleuchten und

unverkleidete Carbonstruktur

an der Flügeltür

(rechts). Die Formgebung

des i8 ist

derart final, dass man

sich fragt: Was wird

BMW wohl beim ersten

Facelift ändern?

58 THE RED BULLETIN


„PURES ADRENALIN – UND

DENNOCH: DER BMW i 8

IST EIN SPORTWAGEN

DER NEUEN ART, DER SICH

NICHT ÜBER RUNDE

REKORDE DEFINIERT.“


Martin Tomczyk über

das erste Kennenlernen

des BMW i8:

„Ich bin zuerst einmal

fünf Minuten um das

Auto gelaufen und

habe einfach nur geschaut.

Es war alles

irgendwie neu.“

Schweller. (Aussteigen ist anspruchsvoller, speziell

nach längeren Ausfahrten.)

Den mit Leder ausgeschlagenen Innenraum teilt

der mächtige Mitteltunnel, der die Batterien verhüllt.

Das Cockpit baut schlau um den etwas zur Mitte hin

versetzten Fahrer herum. Erstaunlich sparsam die

Instrumentierung, Schalter, Hebel und Drehknöpfe

sind logisch mit Funktionen hinterlegt. Auch die

Bedienungsanleitung ist abrufbar, für alle Fälle.

Tomczyk gibt Gas, der Asphalt wechselt prompt

die Farbe, das Hauptdisplay ebenfalls. Je nachdem,

ob man im Sport- oder Economy-Programm reist,

changiert es zwischen Blau und Rot. Insgesamt gibt

es fünf Fahrprogramme – ECO, Comfort und Sport

im kombinierten Benzin-/E-Modus sowie ECO und

Comfort auch allein im E-Modus.

Je nach Programm ändert sich auch die Sensibilität

von Lenkung, Gaspedal und Fahrwerk von

komfortabel in Richtung austrainiert. Wer es wie

Martin Tomczyk gern eiliger angeht, wählt Sport:

Es ist die schärfste Variante, alle Systeme wach wie

hungrige Wölfe, Lenkung und Bremsen präzise wie

Lichtschalter, und die Elektronik gibt sogar schmatzend

Zwischengas – wunderbar!, schnalzt Tomczyk

mit der Zunge. Der E-Motor läuft andauernd, der

Benzinmotor schaltet sich dazu, wenn mehr Leistung

verlangt wird, womit der i8 ein permanent allradgetriebenes

Fahrzeug ist.

Dementsprechend klebt der Wagen auf der Straße,

im Sportmodus sogar noch satter. Folgsam fällt er

in die Kurven, hält konzentriert die Spur. Tomczyk

schaltet im Sportmodus manuell über zwei Wippen

am Lenkrad, aber klarerweise ohne kuppeln, kein

Lastwechsel stört den flüssigen Vortrieb.

Schnelles Dahinströmen im i8 ist wie atemloses

Carven auf einer plattgewalzten Skipiste. Die Fliehkraft

spielt mit den Passagieren, schubst die Körper

hin und her, beim Bremsen hält einen der Gurt von

der Frontscheibe fern (ein Plädoyer fürs Bremsen:

dabei werden die Batterien aufgeladen, was übrigens

Rekuperation genannt wird).

In die hurtige Umrundung des Red Bull Rings

pflockt Tomczyk trockene Sätze: „Dieses Auto wird

Geschichte schreiben, weil es ein Vorreiter ist.“ Und:

„Wer technikaffin ist, für den fallen mit dem i8 Ostern

und Weihnachten zusammen.“ Und: „Wenn ich den

im Rückspiegel sehe, mach ich freiwillig Platz.“

Tomczyks kühle Hand und jede Menge elektronische

Helferlein halten den i8 weiter perfekt auf seiner

Umlaufbahn, raufrunterlinksrechts, alles begleitet von

einem Grollen, das letzte Extra-3-Zylinder-Ressentiments

verbläst: Was die BMW-Soundingenieure da

zusammengebraut haben, ist verblüffend. Und immer

wieder der Bonustrack: das Zwischengasfurzen beim

Runterschalten.

Zurück in den Boxen. Die Bremsscheiben hinter

den geschmiedeten Felgen knacken, es riecht ein

wenig nach Rekuperations-Lagerfeuer. Noch immer

ist man atemlos fasziniert, dass seriöser Sport auch

ohne schiere Power möglich ist. Austrainiert sein ist

halt doch besser, jedes Kilo weniger an Masse muss

nicht beschleunigt oder abgebremst werden.

Letzte Frage: Was würde Martin Tomczyk auf eine

längere Ausfahrt im i8 mitnehmen? „Die richtige Frau

– also meine. Und ein paar Prospekte für die, die an

der roten Ampel an die Scheibe klopfen und fragen,

ob sie fotografieren dürfen.“

BMW i8

In einem kurzen Resümee: Hybrid-Sportwagen als

Vorreiter einer neuen Generation.

KAROSSERIE: Carbonfaser-

Passagierzelle, Aluminium-

Chassis als tragendes Element

für Fahrwerk/Motoren

ANTRIEB: 1,5-l-3-Zylinder-

Ottomotor mit Doppelturbo-

Aufladung kombiniert mit

Hybrid-Synchron-Elektromotor.

Leistung 170 kw/231 PS,

320 Nm (Otto) plus 96 kW/

131 PS, 250 Nm (E-Motor).

KRAFTÜBERTRAGUNG:

6-Gang-Automatik (Otto)

auf die Hinterräder,

2-Gang-Automatik (E-Motor)

auf die Vorderräder

ENERGIESPEICHER:

30- bzw. 42-Liter-Tank,

7,1-kWh-Lithium-Ionen-Batterie,

maximale Gesamtreichweite

ca. 600 km, rein elektrische

Reichweite 37 km

PERFORMANCE:

0 auf 100 km/h 4,4 Sekunden,

Höchstgeschwindigkeit 250

km/h (elektronisch abgeregelt)

MASSE/GEWICHT:

l/b/h 4689/1942/1297 mm,

Leergewicht 1485 kg,

c w -Wert 0,26

UND WIE IST DAS MIT

DEM STROM?

Aus der Steckdose (in 2 bis

3 Stunden – je nach Anschluss

– ist die Batterie voll) oder

selber machen (mit dem

3-Zylinder-Motor)

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THE RED BULLETIN 61


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PILOT WERDEN IN 25 FLUGSTUNDEN?

DER MICROLIGHT-FLIEGER MACHT’S MÖGLICH.

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THE RED BULLETIN 63


ACTION!

TRAVEL

Johannesburgs

Umland mit Fluss

und Fuß

MEERES-

HÖHE

BODENSTÄNDIGERE

VARIANTEN DER

ADRENALINZUFUHR

IN JOHANNESBURG

FREIER FALL

Beim SCAD Freefall

geht es im Inneren

des Kühlturms

eines stillgelegten

AKWs 70 Meter in

die Tiefe … der

freie Fall endet in

einem Fangnetz.

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Easy Glider

TRIKES DREISSIG TAGE ZEIT? DANN AB INS FLUGZEUG.

AUF NACH SÜDAFRIKA. UND AUCH DORT WIEDER INS

FLUGZEUG – DIESMAL ALLERDINGS ALS PILOT.

„Ein Ultraleichtflugzeug zu fliegen“, sagt Roy Gregson,

„ist wie Motorradfahren am Himmel.“ Und er muss es

wissen. Gregson ist Besitzer der Johannesburg Flying

Academy (JFA) in Südafrika, ehemaliger Wettkampfpilot

mit jahrelanger Erfahrung. „Diese sogenannten

Trikes brauchen nur wenig Platz zum Starten und

Landen. Du bist also wirklich frei mit so einem Ding.

Wie beim Paragleiten. Nur ersparst du dir das Bergsteigen.

Denn du hast ja einen Motor.“

Gregson verdient sein Geld damit, Leuten das

Ultraleichtfliegen beizubringen – und zwar mit einer

Soloflug-Lizenz. „Hast du 25 Flugstunden und die

theoretische Prüfung absolviert, kannst du auf rund

1700 Meter Höhe fliegen. Weltweit. Es gibt keine

schönere Art, ein Land zu erkunden.“

Die Ausbildung dauert auch bei Anfängern nur

dreißig Tage. Bei Anfängern, wie Luis Ramos einer

war. Der 39-jährige IT-Consultant aus Johannesburg

erwarb seine Lizenz bei JFA vor sechs Monaten. „Ich

hatte nie etwas Ähnliches probiert“, gesteht er. „Und

mein einziges Gefühl zu Beginn war: Angst. Pure

Angst. Unglaublich, wie das Ding aufsteigt. Und dann

irgendwann der erste Soloflug. Bist du mal aus deiner

Angststarre erwacht, ist es unbeschreiblich. Hältst du

erst die Lizenz in Händen, möchtest du allen deinen

Freunden diese phantastische, neue Welt zeigen.“

Preise starten bei 60.000 Rand (ca. 4200 Euro) inkl. Transfers,

Unterkunft und Unterrichtsgebühren (basierend auf einem

30-tägigen Aufenthalt), jhbflying.co.za

INSIDERTIPP

FLUGKÖRPER

„Du musst gesund sein, um mit dem Trike zu fliegen,

aber nicht superfit“, sagt Gregson. „Es ist anstrengend,

weil das Flugzeug schnell in Turbulenzen gerät und du

Flughöhe und -richtung durch Körperbewegungen steuerst.

Du wirst schnell merken, wie du dich verbesserst:

Fliegen ist das beste Training fürs Fliegen.“

Südafrikas Wetter

ist fürs Fliegen

wie erfunden.

Himmlischer Himmel

„Südafrika ist der ideale Ort, um Ultraleichtflug

zu lernen“, sagt Ramos. „Fast das ganze

Jahr über herrscht ideales Wetter. Und es gibt

tolle Flugrouten für Anfänger ebenso wie für

Fortgeschrittene und Profis.“

WEITER SPRUNG

Canyoning heißt in

Südafrika Kloofing.

Mittels Abseilen,

Klettern, Springen,

Rutschen, Tauchen

und Schwimmen

kämpft man sich

durch die malerische

Magaliesburg-

Schlucht.

mountainguide.co.za

AM GAS

Mit dem eigenen

oder geliehenen

Quad geht’s im

Daytona Adventure

Park in der Provinz

Gauteng mit Vollgas

über Dirt

Tracks, felsiges Gelände

oder durch

dichte Wälder.

gauteng.net

JHBFLYING.CO.ZA(2), ORLANDOTOWERS.CO.ZA, GETTY IMAGES(2)

64 THE RED BULLETIN


ACTION!

PROFI-GEAR

Gesichert

Stürzt ein Crewmitglied

mit einer

Quatix über Bord,

sendet diese automatisch

einen

„Mann über

Bord!“-Alarm.

Gelistet

Höhenmesser,

Barometer,

3-Achsen-Kompass,

Gezeiteninformationen:

alles auf

einen Blick.

K L A R

SCHIFF

FRANCK CAMMAS’

WICHTIGE HELFER

AUF DEM MEER

JULBO

OCTOPUS WAVE

Die selbsttönenden

und polarisierenden

Gläser

filtern die Lichtreflexionen

der

Wasseroberfläche.

julbousa.com

Geladen

Der Akku kann

per USB-Schnittstelle

geladen

werden und hält

im GPS-Modus

16 Stunden.

Geschützt

Die Uhr mit

stahlverstärktem

Kunststoffgehäuse

und Silikonarmband

ist

bis 50 Meter

wasserdicht.

WESTE MX2

REVOLU TION,

MAGIC MARINE

Die dünne und

kurz geschnittene

Regattaweste

passt perfekt für

den Einsatz im

Trapezgurt.

magicmarine.com

Kompakt-Navigator

SEGELN FRANCK CAMMAS, SIEGER DES VOLVO OCEAN RACE,

TRÄGT SEINE NAVIGATIONSZENTRALE AM HANDGELENK.

VOLVO OCEAN RACE

Skipper Franck

Cammas, 41,

ist amtierender

Volvo-Ocean-

Race-Sieger.

Vor nicht allzu langer Zeit waren

Skipper noch auf klobige, fix am Boot

montierte Navigationssysteme angewiesen.

Heute passt ein vollwertiges

Informationssystem ans Hand gelenk.

„Phantastisch!“, schwärmt der

Franzose Franck Cammas, Skipper

der Crew Groupama, die das Volvo

Ocean Race 2011/12 gewann, von

seiner Garmin Quatix. „Ob Route,

Geschwindigkeitsverlauf oder Luftdruck,

man erhält alle maßgeblichen

Routeninformationen direkt aufs

Handgelenk.“ Besonders praktisch –

gerade auf großen Booten –: „Mittels

WLAN lässt sich sogar der

Autopilot per Uhr steuern.“

www.cammas-groupama.com

DYNEEMA SK99

Unser liebstes

Kunststo≠faserseil:

extrem zugfähig,

aber leicht

und dünn, bietet

daher wenig Windangri≠sfläche.

dyneema.com

THE RED BULLETIN 65


ACTION!

WORKOUT

Anvisieren, durchrennen:

Hier übt

Rugby-Star Manu

Vatuvei den Umgang

mit Gegenspielern.

Manu „The Beast“ Vatuvei

ist Flügelstürmer der

New Zealand Warriors,

die in der National Rugby

League (AUS) spielen.

HÖLLE MIT WAND

„Da meine Knie lädiert sind, muss ich vor allem meine Oberschenkelmuskeln stärken.

Die perfekte Übung: der Wall Sit. Sieht einfach aus, ist aber die Hölle“, so Vatuvei.

1 2

Knallhart

RUGBY MANU VATUVEIS JOB IST ES, GEGNER AUS

DEM WEG ZU RÄUMEN. DIE POWER DAFÜR HOLT ER

SICH MIT HILFE VON GPS UND NASA.

Manu Vatuvei, seiner umgänglichen Spielweise wegen

The Beast“ genannt, ist Topscorer von Aucklands New

Zealand Warriors, die als einziges neuseeländisches

Team an Australiens National Rugby League teilnehmen.

Seinen Trainingsalltag bestimmen Eisbäder,

Kompressionsgeräte und ein Anti-Gravitations-Laufband.

„Unser Training ist streng wissenschaftlich gesteuert“,

erzählt der 28-Jährige, „mit GPS-Geräten,

Puls- und Laktatmessung. Früher war das anders. Da

ging es nur darum, dass die Einheiten möglichst hart

sind.“ Während der zweimal 40 Minuten eines Spiels

läuft Vatuvei fünf bis sechs Kilometer. Sein Job als Flügelstürmer:

durch die Verteidigung brechen und die

Pille am gegnerischen Spielfeldende ablegen. „Ich bin

1,91 Meter groß und wiege 112 Kilo, bin also größer

und schwerer als andere Flügel. Daher setze ich auf

Masse und Kraft, nicht so auf Geschwindigkeit.“ Und

wie sieht das aus? „Ich visiere einen Mann an und versuche,

durch ihn durchzulaufen.“ www.warriors.co.nz

Aufrecht an eine

Wand stellen,

Rumpfmuskeln

anspannen –

langsam nach

unten gleiten (bis

Knie und Oberschenkel

einen

90-Grad-Winkel

bilden).

LEICHTLAUF

HIER VERLIERT VATUVEI 80 KILO.

Das von NASA-Ingenieuren entwickelte

AlterG-Laufband reduziert durch Luftdruckunterschiede

in der Druckkammer –

in der man sich von der Taille abwärts

befindet – das Eigengewicht um bis zu

80 Prozent. „Ich habe in beiden Knien kein

hinteres Kreuzband mehr. Daher verbringe

ich viel Zeit auf dem AlterG“, sagt Vatuvei.

„Ich laufe mit 70 Prozent meines Körpergewichts,

das schont die Knie enorm.“

Position eine

Minute lang halten,

in die Ausgangsposition

zurückkehren,

30 Sekunden

pausieren. Die

Übung so oft

wie möglich

wiederholen.

GETTY IMAGES(2) HERI IRAWAN

66 THE RED BULLETIN


1000x

Danke! Thank you!

Gracias!

Wir bedanken uns bei unseren Mitarbeitern, Fahrern und Partnern für die Unterstützung in der

vergangenen Saison. Darüber hinaus gilt unser ganz besonderer Dank unseren phänomenalen

Fans, allen Organisatoren und den unzähligen Helfern an den Rennstrecken.

Ein spannendes Jahr liegt hinter uns, in dem wir viele tolle Momente gemeinsam erleben

durften: Ein Gesamtsieg in der VLN, das Podium beim legendären 24-Stunden-Rennen über die

Nürburgring-Nordschleife sowie zahlreiche Top-Platzierungen bei der VLN und beim ADAC GT

Masters. Mit Stolz blicken wir auf diese Leistungen zurück und freuen uns voller Leidenschaft

darauf, 2015 wieder Gas zu geben.

Das Team von ROWE RACING

www.rowe.com.de MOTORENÖLE, ZWEIRAD-ÖLE, GETRIEBEÖLE, INDUSTRIEÖLE, METALLBEARBEITUNGSÖLE, WINTERCHEMIE-PFLEGE, BIO-SCHMIERSTOFFE, FETTE

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ACTION!

CITY GUIDE

5

AV. DIAGONAL

4

RAMBLA DE CATALUNYA

PASSEIG DE SANT JOAN

CARRER DE ROGER DE LLÚRIA

BARCELONA

BARCELONA, SPANIEN

H O T

WHEELS

BARCELONA

AUF RÄDERN

CARRER DA LA MARINA

CARRER DE PAU CLARIS

CARRER DE PROVENÇA

CARRER D’ARAGÓ

CARRER DEL COMPTE BORRELL

CARRER DE BALMES

3

GRAN VIA DE LES CORTS CATALANES

Barcelona-Fan:

MotoGP-Star Dani

Pedrosa, 28

„Für Stress

hat man hier

keine Zeit“

BARCELONA MOTORRAD-ASS DANI PEDROSA ÜBER

DIE VORZÜGE DER KATALANISCHEN METROPOLE.

„Barcelona unterscheidet von anderen Großstädten,

dass die Hektik den Menschen hier nichts anzuhaben

scheint“, sagt Spaniens MotoGP-Star Dani Pedrosa,

der die katalanische Metropole längst zu seiner Lieblingsstadt

erklärt hat. „Selbst im hektischen Straßenverkehr

bleiben die Leute gelassen und entspannt.

Wie auch sonst im Alltag: Viele kleine Läden halten

am Nachmittag drei Stunden Siesta, und vor zehn Uhr

isst hier keiner zu Abend. Apropos Essen: Probiert

einmal die kleinen, unauffälligen Lokale, die von Anwohnern

besucht werden. Die Paella ist da oft billiger,

aber ebenso gut wie etwa auf der Strandmeile Barceloneta.

Extratipp für Auto- und Motorradfahrer: Die

Straßen hier sind großteils wie ein Quadratraster angelegt

– du kommst schnörkellos von A nach B. Die

Stadt ist nicht nur entspannt, sie ist auch praktisch.“

LES RAMBLES

2

VIA LAIETANA

TOP FIVE

MEINE CITY-HIGHLIGHTS

PASSEIG DE COLOM

1 W BARCELONA

Plaça de la Rosa dels Vents, 1

Ein Fünfsternehotel mit der

stylischen Bar „Eclipse“ im 26.

Stockwerk. Neben exzellenten

Cocktail-Eigenkreationen gibt

es einen tollen Blick auf Barceloneta.

Achtung: Dresscode!

2 LA-RAMBLA-PROMENADE

Plaça de Catalunya – Hafen

Verrücktester Spot der Stadt:

Pantomimen, Akrobaten und

Straßenkünstler überall. Vom

Lokal „La Poma“ aus lässt sich

der Trubel in Ruhe beobachten.

3 TEATRE COLISEUM, Gran

Via de les Corts Catalanes, 595

Der Besuch im 20er-Jahre-Kino

ist ein Erlebnis: Im einzigen

PASSEIG DE PICASSO

1

RONDA LITORAL

Kinosaal haben auf drei Ebenen

fast 1700 Zuseher Platz! Auch

für nicht spanisch Sprechende

eine Empfehlung: Viele ausländische

Filme gibt es in Originalversion

mit Untertiteln.

4 SANTA EULALIA

Passeig de Gràcia, 93

Meine Lieblingsboutique. Hier

lasse ich meine Anzüge schneidern.

Der Laden ist 2000 m²

groß und bietet das Neueste von

internationalen Designern. Nach

dem Einkauf trinkt man Kaffee

auf der hauseigenen Terrasse.

5 BLING BLING

Carrer de Tuset, 8

Tanzen in Barcelona? Ab zwei

Uhr früh. Das „Bling Bling“ mit

seinen legendären Lightshows

ist bei den Einheimischen sehr

beliebt. Aber keine Sorge: Touristen

toleriert man hier gern.

TIBIDABO MTB

Die Berge rund um

Barcelona sind ein

Moutainbike-Paradies:

Vom 516 Meter

hohen Tibidabo

geht es auf zahlreichen

Wald-

Trails downhill

Richtung Stadt.

singletracks.com

RENNSTRECKE

CATALUNYA

Gas geben, wo es

sonst nur Profis

tun: Auf der Formel-1-

& MotoGP-

Strecke kann man

sich privat mit

dem eigenen Auto

oder Motorrad

richtig austoben.

circuitcat.com

QUAD BIKING

Mit einem 250-cm³-

Quad 50 Kilometer

weit durch Kataloniens

Landschaft

brettern. Voraussetzungen:

lange

Hose, feste

Schuhe, gültiger

Führerschein.

lifestyle

barcelona.com

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68 THE RED BULLETIN


Die Liga der Superstars...

... im ganz „kroos“en Stil!

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* Alle Spiele der spanischen „La Liga“ mit

Real Madrid, FC Barcelona, Atlético Madrid

und allen weiteren Clubs als kostenlosen

LIVE-Stream im Internet. Sämtliche Spiele

auch in der LAOLA1.tv App.


ACTION!

LADEN & LAUSCHEN

Erlend Øye, 38,

DJ, Solomusiker

und der eine von

zwei Kings of

Convenience.

„Ich fühl mich

wie Sting“

P L AY L I S T ALTER MEISTER, VERKANN-

TES GENIE, JUNGE RAPPERIN: DER NOR-

WEGISCHE MEISTER-SONGSCHREIBER

ÜBER SEINE FÜNF LIEBLINGSSTÜCKE.

Matias Aguayo

Bart Davenport

1 „Rollerskate“

2

3

„Fuck Fame“

Elektronische

Tanzmusik hat

Innovationsbedarf!

Es gibt

derzeit kaum

angesehene

Produzenten,

die das Genre

voranzutreiben

versuchen. Eine Ausnahme ist Matias

Aguayo. Dieser Track von 2009 besteht

bloß aus seiner Stimme: vom Beat über

den Bass bis zur Melodie. Großartig!

Derart verspielte Ansätze würde ich mir

im Elektronik-Bereich öfter wünschen.

Sting „If You Love Somebody

4 5

Set Them Free“

Als Sting diesen

Song 1985

schrieb, war

er gerade bei

The Police

aus gestiegen.

Ich deute den

Titel als Nachricht

an seine

alten Bandkollegen: „Lasst mich ziehen,

lasst mich Fusion-Jazz spielen!“ Mein

neuer Song „Fence Me In“ ist davon beeinflusst:

Meine Band Whitest Boy Alive

löste sich vor kurzem auf, nun kann ich

Songs ganz für mich schreiben.

Ein verkanntes

Genie. Doch

Davenport ist

daran (zum

Teil) selbst

schuld: Er verbaut

sich den

großen Durchbruch,

indem

er seinen Platten hässliche Cover gibt

und seinen perfekten Popsongs – wie

diesem hier – ein ekliges Gitarrensolo

verpasst. Ich liebe ihn aber genau dafür:

dass er es sich selbst nicht leichtmacht

und diese „Fuck Fame“-Attitüde auslebt.

Dena

„Bad Timing“

Ich lernte

Dena 2005

über Freunde

in Berlin kennen.

Damals

war sie eine

junge Sängerin,

heute

halte ich sie

für die talentierteste Songschreiberin

Deutschlands. Weil sie so kreativ und

einzigartig mit der englischen Sprache

umgeht. Ihre Texte regen meine Phantasie

an. Und das ist für mich das Beste,

was ein Popsong bewirken kann.

Erlend Øye ist ein musikalischer Tausendsassa: singender

DJ, bis vor kurzem Kopf der Indie-Pop-Band

Whitest Boy Alive, Sänger für Elektronik-Kollegen wie

Röyksopp – und Hälfte des Akustik-Duos Kings of

Convenience. Mit diesem gelang dem Norweger 2001

der Durchbruch. Das melancholisch-sanfte Debütalbum

der Kings, „Quiet Is the New Loud“, löste

damals ein globales Folk-Revival

aus und beeinflusste nachfolgende

Bands von Fleet Foxes bis Of

Monsters and Men. Sein neues,

zweites Soloalbum „Legao“ nahm

Øye mit einer isländischen Reggae-Band

auf: zehn flockige Pop-

Perlen, die klingen, als hätte Paul

Simon The Police als Studioband

engagiert. Welche Songs ihn dazu

inspirierten, erzählt Øye hier.

www.facebook.com/erlendoye

Dennis Wilson

„You Are So Beautiful“

Die Aufnahme

stammt von

einem Beach-

Boys-Auftritt

1980, kurz vor

Wilsons Tod:

Er ist vom

Alkoholismus

gezeichnet, die

Band wirkt besorgt, als er das Stück anstimmt:

„Wird er uns blamieren?“ Doch

Wilsons Performance berührt, ist wunderschön.

Übrigens: Der Song stammt

nicht von Joe Cocker, er wurde von

Wilson und Billy Preston geschrieben.

LAUTE LICHTER

GADGET DES MONATS

LIGHTFREQ

Lichtschalter waren gestern: Die clevere

Glühbirne kann per Smartphone-Steuerung

Farbe sowie Lichtstimmung ändern

– und obendrein Musik abspielen. Der

5-Watt-Lautsprecher im Inneren wird von

im 360-Grad-Winkel abstrahlenden RGB-

W-LEDs ummantelt. Mit der „Partymode“-

Einstellung verwandelt man das Wohnzimmer

so blitzschnell in eine Tanzfläche.

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STAU B-

FREI

VINYL-SCHÄTZE AM

iPHONE HÖREN:

DREI TIPPS, WIE

MAN LPS RICHTIG

DIGITALISIERT.

ION AUDIO iLP

Mit diesem USBfähigen

Plattenspieler

lassen sich

LPs ohne Computer

direkt aufs

iPhone übertragen.

Einfach am Dock

anstecken und die

Platte starten. Die

Musik wird in Echtzeit

digitalisiert.

ADL GT40

Besitzer von alten

Hi-Fi-Plattenspielern

besorgen sich

am besten einen

USB-Phono-Vorverstärker,

mit dem

man Vinyl in hoher

Auflösung (mind.

24 bit/96 kHz)

digitalisieren kann.

MAGIX VINYL

& TAPE RESCUE

Software mit speziellen

Features,

die beim Digitalisieren

helfen:

automatischer

Aufnahmestart

beim Aufsetzen

der Nadel, Störgeräuschfilter

usw.

BUBBLES RECORDS

70 THE RED BULLETIN


ADVERTORIAL

VOLKSWAGEN NUTZFAHRZEUGE: PARTNER VON RED BULL

DAS BEWEGT

ECHTE ABENTEURER

Am 5. und 6. September fand in der Nürnberger

Altstadt die 5. Auflage des Red Bull District Ride

statt. Auf einem Urban-Freeride-Parcours vor

einzigartiger Kulisse zwischen Hauptmarkt und Kaiserburg

zeigten die besten 24 MTB-Rider der Welt atemberaubende

Tricks. In unterschiedlichen Districts

überzeugten die Rider Judges und Zuschauer mit Style,

Technik und Kreativität.

Einen besonderen Ausblick hatten einige besonders

glückliche Zuschauer, die am Best Seat Gewinnspiel teilgenommen

und gewonnen hatten: Sie freuten sich über

die exklusive Sicht von der Ladefläche eines VW Amarok

aus und wurden mit Red Bull und Pick Up! Snacks versorgt.

Neben den Bikern war natürlich der bullige Pickup

von Volkswagen Nutzfahrzeuge, der im Amarok Four

Park District präsentiert wurde, der Hingucker. Seit diesem

Jahr kooperieren Volkswagen Nutzfahrzeuge und

Red Bull – und das nicht nur beim Red Bull District Ride.

Auch auf Events wie Rising High, Vogelfrei, King of the

Rock, Neverland und 26 Zoll sind die stylischen Autos

perfekte Begleiter für Mensch und Gerät: Die Fahrzeuge

eignen sich für den mühelosen Transport von sperrigen,

großen und schweren Materialien. Auch der Multivan

bietet gerade Bikern sehr viel Platz für ihre Sportgeräte

und ist dank seines hohen Komforts ein willkommener

Shuttle für Gäste und Friends of Red Bull. Und der

Amarok erweist sich mit seinen Offroad-Qualitäten als

verlässlicher Partner bei jedem Abenteuer. Wie heißt es

so schön beim Amarok Canyon: Raus aus dem Alltag.

Rein in das Leben!

FOTO: ÖAMTC FAHRTECHNIK/HALWAX

Die Abenteurer-Flotte aus der Volkswagen Nutzfahrzeuge-Red Bull Koop:

• 8 offroadtaugliche, stylische Amarok DoubleCap Highline mit einem 2,0 l TDI 8-Gang-

Automatikgetriebe und 132 kW

• 7 Multivan Highline mit einem 2,0 l TDI 7-Gang-Automatikgetriebe und 132 kW

• 1 Crafter Kasten 3,5 t langer Radstand

www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de


ACTION!

GAMES

„DOTA“-Turniere:

17.000 Zuseher

waren beim „International“

in Seattle.

PIXEL-

POWER

DIE DREI BESTEN

GAMES IN

RETRO-OPTIK

Die MOBA-Mania

MULTIPLAYER ONLINE BATTLE ARENA IST NUR EINER VON VIELEN

NAMEN FÜR DAS GENRE, AN DEM DERZEIT KEINER VORBEIKOMMT.

Toby Dawson (29),

besser bekannt als

TobiWan: Der Australier

ist professioneller

„DOTA 2“-

Kommentator.

An der Spitze stehen Profiteams wie

NewBee oder Evil Geniuses: Sie sind

die Superstars von „DOTA 2“, einem

Action-Strategie-Game für 5-Mann-

Teams. Die bekämpfen einander mit

Pfeilen, Schwertern und Zaubersprüchen.

Es geht um Upgrades und darum, immer

weiter ins Gebiet des Gegners vorzudringen,

um am Ende seine Basis zu erobern.

Die Profis kämpfen in riesigen Hallen

vor tausenden Live-Zusehern – und noch

viel mehr Fans, die online dabei sind: Dieses

Jahr haben erstmals über zwei Millionen

Menschen zugesehen, als beim größten

„DOTA“-Turnier, dem „International“, die

Besten der Welt gegeneinander antraten –

live begleitet von Profi-Kommentatoren.

Auf dem Spiel stehen gewaltige Preisgelder:

Das Siegerteam NewBee aus China gewann

dieses Jahr über fünf Millionen Dollar.

„DOTA“ ist das bekannteste Game eines

Genres, das es 2003 begründete und das

seither eine unglaubliche Erfolgsstory

schreibt – obwohl es nicht einmal einen

eindeutigen Namen hat: Es wird ebenso als

MOBA (Multiplayer Online Battle Arena)

bezeichnet wie als ARTS (Action Real-Time

Strategy). Die Steckenpferde sind „DOTA 2“

und „League of Legends“: Sie gehören zu

den meistgespielten PC-Games der Welt.

Neue MOBA- (bzw. ARTS-)Titel erscheinen

fast im Wochenrhythmus.

Toby Dawson alias TobiWan ist einer dieser

Kommentatoren. Wie erklärt er die Faszination

des Genres? „Vor allem ist es die enorme

Komplexität“, sagt der Australier. „‚DOTA‘

ist eines der schwierigsten Spiele überhaupt.

Die Spieler müssen eng zusammenarbeiten

– und wenn nur einer Mist baut,

verliert das ganze Team.“

„SHOVEL

KNIGHT“

Ein Retro-Feuerwerk

von Grafik

bis Soundtrack:

Dieser klassische

Platformer gehört

nicht zu den innovativsten,

aber

sicher zu den besten

Spielen 2014.

Für PC, Wii U,

Nintendo 3DS.

„LUFTRAUSERS“

Von wegen Luft

raus: Hier geht es

ans Steuer eines

Flugzeugs im

Pixel-Design. Und

in eine Menge

schwindelerregender

Luftkämpfe!

Für PC, Mac, PS 3,

PS Vita.

NEUE GAMES IM MOBA-GENRE

„Transformers Universe“

Der ewige Kampf der wandelbaren Killermaschinen geht in die nächste Runde. Und nach Kinderzimmer und

Kinoleinwand erreicht er jetzt den Computerbildschirm – als actiongeladene Mischung aus MOBA und Third-

Person-Shooter, bei dem Teams zu vier Spielern versuchen, den Gegner zu Elektroschrott zu verarbeiten.

„Arena of Fate“

In dieser MOBA aus dem Hause Crytek wird, ganz typisch für das Genre, in Fünferteams gegeneinander gespielt.

Doch die Figuren stammen aus Geschichte und Sagenwelt: Hat Rotkäppchen eine Chance gegen Nikola

Tesla? Und wer gewinnt bei Baron Samedi (Bild) gegen Johanna von Orléans? Das lässt sich rausfinden!

„TOWERFALL

ASCENSION“

Der Partykracher

im Pixellook: Bis

zu vier Spieler

jagen durch verschiedene

Levels –

und einander Pfeile

in den Hintern. Für

PC, Mac, PS 4.

VALVE, ESL

72 THE RED BULLETIN


CAPRA CF pro | 3.999,00 EUR

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N I G H T L I F E

ANGRIFF

RIESEN

74

Die verrückteste Festivalbühne der Welt. 20 Meter hoch, 50 Tonnen schwer.

Text: Flo Obkircher


Schrott + High Tech =

Ekstase: Wunderbühne

The Spider, hier beim

Boomtown Fair Festival

in Winchester bei Southampton,

Südengland

DER

SPINNE

Schießt Flammen und Laserblitze. Und tanzt im Rhythmus der Musik.

Bilder: Alex de Mora


N I G H T L I F E

Eine windig-verregnete südenglische Nebelnacht

im August, Sonntag, 2.30 früh. Das

Boomtown Fair Festival schläft längst.

Nur auf dem Party-Areal des Künstler-

Kollektivs Arcadia pumpen noch Beats.

Der Platz, vielleicht hundert Meter im

Durchmesser, ist von einem Sechseck aus

Lautsprechertürmen eingefasst. Rote

Laser-Augen tasten zuckend durch die

Nebel. Fünftausend Menschen in Regenmänteln

tanzen ekstatisch im Matsch, wie

bei einem elektronischen Kultritual. In

dessen Mitte ragt eine riesige Metallspinne

mit wuchtigen, haushohen grün

beleuchteten Beinen empor. Der Körper

der Spinne, der aussieht wie ein Raumschiff,

ist nur schemenhaft oben im Nachthimmel

auszumachen.

Arcadia ist keine Band. Arcadia ist ein

Zusammenschluss von Künstlern verschiedener

Disziplinen – Pyrotechnik,

Maschinenakrobatik, Lasershow, Musik.

Das Team baut seit acht Jahren gemeinsam

DJ-Bühnen. Die verrücktesten, größten,

phantasievollsten der Welt. 360-Grad-

Stages, auf denen die DJs und Musiker

vom Publikum umgeben sind. Ohne Absperrungen.

Das Publikum ist nicht mehr

Publikum, es ist ein Teil der Show.

Zur Boomtown Fair ist das Team mit

seiner größten Stage angereist: The Spider,

20 Meter hoch, 50 Tonnen schwer.

Seit 19 Uhr steht die Spinne im Zentrum

einer wilden Party. „Das war aber

noch gar nichts“, sagt Pip Rush Jansen. Er

ist der Chef von Arcadia. Headset, Hawaiihemd

unter der roten Regenjacke. Seit

einer Woche ist er am Festivalgelände täglich

zwölf Stunden im Einsatz. Sein Job ist

es, den Überblick zu bewahren und das

über hundertköpfige Team der Spinnen-

Show zu leiten: Aufbauarbeiter, Ton- und

Lichttechniker, Kranlenker, DJs.

Seit seiner Jugend baut Jansen Metallskulpturen

für Musikfestivals. Vor acht

Jahren hatten er und sein Kollege Bertie

Cole eine Idee: „Wir fanden klassische

Konzertbühnen langweilig“, sagt er. „Das

Publikum starrt immer nur in eine Richtung.

Wie beim Fernsehen.“ Die beiden

gründeten Arcadia, um die Bühne zum

Star zu machen. Zum Gesamtkunstwerk

aus Licht, Feuer, Musik, gefertigt aus Altmetall

und Schrott. Ihre erste Konstruktion

nannten sie Afterburner: Sie bauten ein

ausrangiertes turmförmiges Düsentriebwerk

zur DJ-Kanzel mit Laserstrahlern

um. DJs mussten mit ihren Plattentaschen

elf Meter zum Pult hochklettern.

Bislang haben Jansen und Cole sechs

spektakuläre Bühnen gebaut. Von The Bug,

einer mobilen Panzerwagen-DJ-Stage,

bis zu Lords of the Lightning, wo sich

zwei Tänzer mit Blitzen aus Tesla-Transformatoren

beschießen. Afterburner ist

derzeit in Australien, die Riesenspinne

reist im November nach Thailand.

Die Teile für ihre spektakulären

Bühnen finden Jansen und Cole auf

Schrottplätzen in ganz England, die sie

jeden Winter abklappern. Vor fünf Jahren

fanden sie so auch die drei Beine für ihre

Spinne: ausgemusterte Scanner-Apparate

der Zollbehörde. „Mit denen wurden

Frachtcontainer in der Sahara kontrolliert“,

sagt Jansen. Die DJ-Kanzel der

Spinne bilden sechs aussortierte Düsentriebwerke,

und die panzerartigen Knieprothesen

waren früher Helikopterteile.

76


Das Party-Areal am Festivalgelände der Boomtown

Fair sieht aus wie ein postapokalyptisches

Industriegebiet. Steam-Punks und High-Tech-

Hippies tanzen unter der großen Metallspinne

und um lodernde Laternenpfähle (oben). Für die

Feuershow ist Pyrotechniker Sir Henry Hot verantwortlich

(rechts), hier auf Kontrollgang im

Container, in dem die Gasflaschen lagern.

Die Spinne besteht aus

simplem Altmetall. Ihre

Beine zum Beispiel sind

ausgemusterte Scanner

nordafrikanischer

Zollbehörden.


Üblicherweise überwintert die

Spinne in einer Lagerhalle in Bristol,

doch diesen Winter geht sie auf

Tournee: Nach einer Show in Bangkok,

Thailand (28./29. November),

geht’s zum Rhythm & Vines nach

Neuseeland (29. – 31. Dezember).


N I G H T L I F E

Jansen lebt wie die übrigen sechs

Arcadia-Kernmitglieder das meiste Jahr

über in einer Wohnwagensiedlung am

Stadtrand von Bristol. Dort tüftelt man an

neuen Bühnenideen, repariert die Stages

und verschweißt neu gefundene Schrottteile

zu monströsen Metallgiganten.

Drei LKW sind nötig, um die Einzelteile

der Spinne zu transportieren. Am Einsatzort

werden zuerst die drei Beine kreisförmig

aufgelegt, von einem 100-Tonnen-

Kran in die Höhe gezogen und mit dem

Spider-Kopf verbunden. Stromleitungen

und Hydraulikrohre werden unterirdisch

zu gartenhausgroßen Dieselgeneratoren

am Rand des Areals verlegt. Drei Tage

braucht das 15-köpfige Aufbauteam, um

die Spinne zusammenzusetzen. Danach

sind die Licht- und Pyrotechniker mit dem

Feinschliff dran.

„Noch genau zehn Minuten“, sagt

Jansen, auf seine Uhr blickend. „Um exakt

2.45 Uhr geht’s los. Eine 15-Minuten-

Im Spinnenhirn: Laser- und Pyrotechniker,

Kran-Choreographen und

Produktionsmanager vor Computermonitoren.

Mit dem großen roten

Druckknopf heizt Sir Henry Hot

dem Publikum ein.

Show, bei der die Spinne zeigt, was sie

kann.“ Jansen setzt das Headset ab. „Nun

folgt der große Auftritt von Sir Henry.“

Der mit vollem Künstlernamen

Sir Henry Hot heißt und Chef-Pyrotechniker

von Arcadia ist. Er kontrolliert

noch einmal die Anschlüsse von 35 orangefarbenen

Gasflaschen in einem Container

am Fuß der Spinne. „Von hier pumpen wir

das Gas rauf. Am Kopf sind die 150-Liter-

Tanks angebracht. Damit kann ich ordentlich

heizen“, sagt er.

Vor 15 Jahren war Hot EDV-Techniker

in einer norddeutschen Kleinstadt. Nach

einem Burnout riet ihm ein Psychologe,

seiner Leidenschaft nachzugehen: dem

Henry war EDV-Techniker.

Nach einem Burnout wurde

er Pyrotechniker.

Feuer. Hot war damals Mitte vierzig, lernte

Feuer spucken und ließ sich zum Pyrotechniker

ausbilden. Für die Spinne designte er

2009 ein weltweit einzigartiges System mit

neun Kanonen, die 25-Meter-Flammen gen

Himmel schießen. Der schönste Moment

der Show ist für ihn stets der erste Feuerschuss.

Wenn noch keiner damit rechnet.

„Dieser Knall, diese grelle Licht, der Geruch

– die Leute drehen jedes Mal durch.

Die Vibrationen der Fontänen spürst du

noch in fünf Kilometer Entfernung“, sagt

Hot mit leuchtenden Augen.

Noch 30 Sekunden. Höchste Anspannung

im Container, 50 Meter Luftlinie vom

Metallgiganten entfernt. Hier sitzt das

externe Hirn der Spinne: Hot und sieben

weitere Techniker mit Headsets starren

gebannt auf ihre Mischpulte und Bildschirme.

„Bereit?“ Alle nicken, Daumen

nach oben. Dann zählt Hot den Countdown

ein: „Zehn, neun, acht, sieben …“

Musik und Lichter der Spinne verstummen

und verlöschen. Plötzlich

– Dunkelheit. Die Tänzer halten inne,

blicken nach oben. Einige buhen: Was,

schon aus? Stromausfall? Die Antwort

folgt als dumpfer Bass, der aus den Lautsprechertürmen

grollt. Laserstrahler an

den Spinnenbeinen schießen blaues Licht

durch die Nebelwand. Der Beat setzt langsam

wieder ein. Drei Kräne am Körper der

Spinne beginnen sich zu bewegen. Im

Rhythmus der Musik. Erst nach unten,

dann nach oben. Die Spinne erwacht.

Das Publikum johlt. Die Musik schwillt

an. Scharfe Synthesizer-Sounds schrauben

sich nach oben. Hot legt seinen Zeigefinger

auf den roten Druckknopf am Steuerpult

vor ihm. Die Bass-Drum knallt. Hot drückt

ab. Drei Feuerfontänen schießen zischend

aus dem Kopf der Spinne. Der Flammenschuss

ist so grell, dass man im Moment

danach nichts sieht. Die Hitzewelle ist so

heftig, dass man überprüft, ob die Wimpern

noch dran sind. Hot grinst, als das

Publikum vor Überraschung brüllt. Und

drückt gleich noch mal ab. Und noch mal.

Die Musik wird immer schneller. Hot

zieht alle Register der Spinne: Flammenwerfer,

Roboterarme, CO ²

-Kanonen und

Laserstrahler bewegen sich im Beat. Sämtliche

Elemente sind präzise aufeinander

abgestimmt – und verschmelzen zum

stürmischen Farbspektakel.

Was bis kurz vor drei Uhr morgens

eine tolle Show war, ist jetzt eine postapokalyptische

„Mad Max“-Party. Eine

Silvesterfete auf dem Mars.

In einer windigen, verregneten südenglischen

Nebelnacht im August, die

weit hinein in den Sonntag dauert.

www.arcadiaspectacular.com

79


ACTION!

EVENTS

Derbytime: Münchens

Martin Hinterstocker

(Mi.) trifft auf Straubings

Thomas Brandl (re.).

19. Oktober, Olympia-Eisstadion, München

EHC München –

Straubing Tigers

Die Münchner bitten ihre niederbayrischen Erzrivalen zum

Derby. Saisonziel der Hausherren: Wiedergutmachung für das

Aus in der ersten Playoff-Runde 2013/14. Für den Umschwung

soll der bisher erfolgreichste DEL-Coach sorgen: Don Jackson.

Der Amerikaner kam im Sommer aus Salzburg und hatte zuvor

mit den Eisbären Berlin sechs deutsche Titel, zudem als Spieler

zweimal den Stanley Cup gewonnen. Auch der Kader der Red

Bulls wurde verstärkt: Neu sind unter anderem Nationalspieler

Michael Wolf und Ex-NHL-Verteidiger Richie Regehr. Bekanntester

Straubinger: Goalie Jason Bacashihua (38 NHL-Spiele).

www.redbullmuenchen.de

30. Oktober – 2. November, Berlin

Jazzfest Berlin

„Wenn du erst fragen musst, was

Jazz ist, wirst du es nie wissen“,

sagte Louis Armstrong einst über

sein Genre. Er hätte sich auf einem

der ältesten Festivals Europas

wohl wie zu Hause gefühlt. Das

Berliner Jazzfest feiert sein 50-jähriges

Bestehen mit Stars wie US-

Tenorsaxophonist Benny Golson

(li.) oder dem britischen Jazz-

Rock-Quartett Get The Blessing.

berlinerfestspiele.de/jazzfest

80 THE RED BULLETIN


GEPA PICTURES, OLIVER ROSSBERG, PHOTORUN.NET, DTM.COM, SCOTT MARKEWITZ/RED BULL CONTENT POOL

26. Oktober, Frankfurt am Main

BMW Frankfurt

Marathon

Bei Deutschlands traditionsreichstem City-

Marathon (Premiere: 1981) jagen 15.000

Läufer persönliche Rekorde und einen Superstar

aus Kenia: Titelverteidiger Vincent

Kipruto (u.) lief hier 2013 die Weltklassezeit

von 2:06:15 Stunden. Belohnung für

die Schinderei: die

letzten Meter auf

dem roten Teppich

der Festhalle Frankfurt

zu rennen.

www.bmw-frankfurtmarathon.com

Gejagter:

Vincent Kipruto

Start: 12. Oktober, Festspielhaus Füssen

European

Outdoor Film Tour

120 Minuten Extremsport in Cinemascope:

Die europaweite Filmtour gastiert bis Januar

an mehr als hundert Vorführterminen in ausgewählten

deutschen Kinos und Veranstaltungsorten.

Pro Abend werden acht Kurzfilme

gezeigt, darunter die Abenteuer des britischen

Kletterers James Kingston, der Brücken und

Wolkenkratzer erklimmt („Don’t Look Down“),

ein Dokumentarfilm über den kanadischen

Kajak-Extremsportler Ben Marr („Dream“)

oder das Mountainbike-Spektakel „Rad

Company“ (re.) mit Brandon Semenuk.

Alle Termine: www.eoft.eu

18. 10., VW Halle, Braunschweig

Breakdance:

Battle of the Year

Acht der weltbesten B-Boy-

Crews kämpfen in Niedersachsen

um den ino∞ziellen

Team-WM-Titel. Unter den

Favoriten: die Gruppe Infamous

aus Frankreich und die

Fusion Mind Crew aus Japan.

In der Jury sitzt unter anderem

der zweifache Red Bull

BC One-Champion Lilou.

www.battleoftheyear.de

Ab 6. 11., deutschlandweit

Filmpremiere:

„Interstellar“

Mit 160 Millionen Dollar

budgetierter Science-Fiction-

Thriller von Regie-Virtuose

Christopher Nolan („Inception“,

„Dark Knight“-Trilogie).

In den Hauptrollen: die Oscar-

Preisträger Anne Hathaway

und Matthew McConaughey,

die durch ein Wurmloch reisen,

um die Erde zu retten.

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19. Oktober, Hockenheimring

DTM in Hockenheim

Rad-an-Rad-Duelle bei bis zu 260 km/h, 100.000 Fans an der

Strecke, Live-TV-Übertragungen in 200 Länder: Beim Saisonfinale

der beliebtesten Tourenwagen-Serie der Welt wollen alle

den bereits als Gesamtsieger feststehenden Überraschungsmann

Marco Wittmann (BMW) schlagen. Schauplatz: der 2002 rundumerneuerte

Hochgeschwindigkeitskurs mit Schlüsselstellen

wie der legendären Parabolika oder der Spitzkehre.

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Ab 24. 10., C-Club, Berlin

Emil Bulls

auf Live-Tour

Gitarrenfeuerwerk aus München:

Die Alternative-Metal-

Veteranen präsentieren ihre

aktuelle Platte „Sacrifice to

Venus“. Ein Markenzeichen

des Quintetts: anspruchsvolle

Songtexte, in denen sich gern

Zitate aus Filmklassikern wie

„Scarface“ oder „Uhrwerk

Orange“ finden.

Termine: www.emilbulls.de

Video-Upload: ab 17. 11.

Red Bull

Kettenreaktion

Video-Contest für Hobbybastler.

Der Auftrag: eine

Maschine bauen, die möglichst

komplizierte Kettenreaktionen

auslöst und am Ende eine Red

Bull-Dose öffnet; die Kettenreaktion

filmen; Video ins Netz

laden. Die Sieger reisen gratis

zu einem Red Bull-Event 2015.

Video-Upload auf:

redbull.com/kettenreaktion

S A V E

T H E

DATE

WEITERE

PFLICHTTERMINE

IN DEN NÄCHSTEN

WOCHEN

29

OKTOBER

DFB-POKAL

RB Leipzig empfängt

Ligakontrahent

Erzgebirge

Aue. Bei einem

Sieg zögen die

Roten Bullen erstmals

ins Achtelfinale

des DFB-

Pokals ein.

29. 10., 19 Uhr, Red

Bull Arena, Leipzig

www.redbulls.com

29

OKTOBER

KASABIAN

Die Britrock-Sensation

tourt mit

ihrem aktuellen

Erfolgsalbum

„48:13“ (Platz

eins in den UK

Charts) durch

Europa. Markenzeichen

der Band:

wilde Indie-Riffs

und hedonistische

Songtexte.

29. 10., Palladium Köln

www.kasabian.co.uk

30

OKTOBER

NEU IM KINO:

„SAMURAI“

Der durch Crowdfunding

finanzierte

Vampir-Thriller von

Regie-Talent Till

Kleinert feierte bei

der Berlinale Premiere

und schaffte

es ins Programm

des von Robert De

Niro initiierten Tribeca

Film Festival.

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THE RED BULLETIN 81


ACTION!

TV-HIGHLIGHTS

Volles Programm

DAS RED BULL TV-FENSTER BEI SERVUS-TV

MUST

SEE

HELDEN AUF

IHREM BILDSCHIRM

Wer fliegt am Red Bull

Ring im steirischen Spielberg

zum Red Bull Air

Race-Weltmeister titel?

JASON PAUL

nimmt Sie mit in

die akrobatische

Freerunning-Welt

und zeigt exklusiv

seine atemberaubendsten

Clips.

18. 10.

Sonntag, 26. 10., 14.15 Uhr

Red Bull Air Race: Spielberg

Das Finale der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft steigt stilecht am bzw.

über dem Red Bull Ring in Spielberg. Local Hero Hannes Arch steht hier

jedoch unter Zugzwang – nur mit einem Sieg kann er sich zum Weltmeister

krönen, die Briten Paul Bonhomme und Nigel Lamb sind ihm dicht auf den

Fersen. Damit auch Sie nah am Geschehen sind, überträgt ServusTV live und

versorgt Sie mit Hintergrundberichten, Interviews und jeder Menge Action.

Mittwoch, 15. 10., 20.15 Uhr

Terra Mater –

Wildes Kanada

Teil 4 der „Terra Mater“-

Doku widmet sich dem

tierreichen hohen Norden

Kanadas, samt einem Besuch

bei den Inuit-Jägern.

Mittwoch, 22. 10., 21.15 Uhr

Zurück

ans Licht

Die Spitzenkletterer Stefan

Glowacz und Chris Sharma

kraxeln im Oman aus einer

160 Meter tiefen riesigen

(Geister-)Höhle ins Freie.

Donnerstag, 23. 10., 20.15 Uhr

Poplegenden:

Fanta 4

25 Jahre deutscher Hip-Hop

müssen gefeiert werden!

Mit neuem Album („Rekord“,

ab 24. 11.) und ausführlicher

Dokumentation.

Samstag, 8. 11.

The Wild Ones

– 2. Staffel

Die fünf Ausnahmetalente Maya

Gabeira (Surfen), Bene Mayr

(Freeski), Peter Henke (Mountainbike),

Ken Roczen (Motocross)

und Andi Mikkelsen (Rallye) sind

dabei, ihren Profisportler-Traum

zu leben. Red Bull TV begleitet

die jungen Helden auf ihrem Weg

an die Spitze ihrer jeweiligen

Sportart und ist nicht nur bei

den Wettkämpfen, sondern auch

bei privaten Momenten präsent.

ANDREAS

LETTENBICHLER

will im finalen

Hard-Enduro-Rennen

der Saison mit

Prolog in Porto

erneut gewinnen.

25. 10., 9.30 Uhr

GARY HUNT,

der bereits als

Red Bull Cliff

Diving-Champion

feststeht, lässt in

Yucatán (MEX) die

Saison ausklingen.

3. 11., 22.45 Uhr

Sie finden

ServusTV mit dem

Red Bull TV-Fenster

nicht auf Ihrem

Fernsehgerät?

Rat und Hilfe zum

Nulltarif unter

0800 100 30 70

SANDRO ZANGRANDO/RED BULL CONTENT POOL, PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL, KLAUS FENGLER/RED BULL CONTENT POOL, ALEXANDER

GNÄDINGER, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, FUTURE 7 MEDIA/RED BULL CONTENT POOL, UTGER PAUW/RED BULL CONTENT POOL

82 THE RED BULLETIN


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BILDER: LUKE KIRWAN

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weißes (160 Lumen)

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Licht eingesetzt

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READ BULL

Ein

Kind

voller

Energie

Von Harald Martenstein

Harald Martenstein

Geboren 1953 in Mainz, lebt in Berlin und auch außerhalb.

Nach seinem Studium arbeitete Martenstein als Redakteur bei

verschiedenen deutschen Tageszeitungen, ehe er als leitender

Redakteur zum Berliner „Tagesspiegel“ wechselte. Martensteins

Paradefach sind Kolumnen, die er einmal wöchentlich

für den „Tagesspiegel“ und das Magazin der „Zeit“ verfasst:

satirisch-kritische Zuspitzungen von Alltagsthemen, die der

Autor auch in Lesungen präsentiert. Martenstein wurde vielfach

ausgezeichnet (Egon-Erwin-

Kisch-Preis 2004, Journalist des

Jahres/Kategorie Unterhaltung

2004, Henri-Nannen-Preis/Kategorie

Humor 2008). Seine bekanntesten

Bücher sind „Heimweg“

(2007, Roman), „Männer

sind wie Pfirsiche“ (2007),

„Gefühlte Nähe“ (2010, Roman)

und „Ansichten eines Hausschweins“

(2011, sämtlich bei

C. Bertelsmann erschienen).

Um drei Uhr morgens wachte Jost auf. Er lag auf

dem Sofa und war überrascht. Offenbar hatte er

tatsächlich eine Weile geschlafen. Gottfried schrie.

Natürlich schrie Gottfried. Milena saß in der

Küche, Gottfried lag schreiend auf ihrem Schoß.

„Das geht jetzt schon seit zwei Stunden“, sagte Milena. Sie

klang weder anklagend noch verzweifelt, noch wütend. Sie

klang leer.

Jost nahm ihr Gottfried ab, Milenas Kopf sackte langsam

auf den Küchentisch. Bevor Jost mit Gottfried die Küche verlassen

hatte, war Milena im Sitzen eingeschlafen. Noch vor

ein, zwei Monaten hätte Jost versucht, sie zu wecken und ins

Bett zu bugsieren. Aber aus dieser Phase waren sie heraus.

Jede Sekunde Schlaf war kostbar.

Gottfried schlief praktisch nie. Na gut, manchmal schlief er

schon, ein paar Minuten hier, eine halbe Stunde dort, das

summierte sich durchaus zu ein paar Stunden. Aber es war weit

entfernt von dem, was bei einem inzwischen sechsmonatigen

Säugling zu erwarten ist. Gottfried wollte ständig Unterhaltung,

von Anfang an, er wollte getragen werden, auch Vorsingen

und Grimassenschneiden gefiel ihm. Wenn er sich langweilte,

schrie er. Tag und Nacht.

Weil die Nachbarn sich immer wütender beschwert hatten,

wohnten sie jetzt meistens in der Laube, zwei Minizimmer

plus Miniküche. Die 130 Quadratmeter renovierten Altbau

in Prenzlauer Berg konnten sie genauso vergessen wie alles

andere. Kino, Essengehen, Sex, das war alles vorbei. Wie oft

hatten sie es seit Gottfrieds Geburt gemacht? Drei Mal. Nur

der Garten war in Schuss. Wenn Gottfried schrie, mähten sie

oft Gras, weil das einfach mal ein anderes Geräusch war.

„Jedes Kind ist anders“, hatte der Arzt gesagt. „Ihres besitzt

eben sehr viel Energie. Ein bemerkenswert kräftiger und

munterer kleiner Kerl.“

Jost hätte den Arzt am liebsten gewürgt. Milena war Vollwaise,

er selbst war mit seinen Eltern total zerstritten, von dieser

Seite war keine Hilfe zu erwarten. Ihre kinderlosen Freunde

hatten sich alle zurückgezogen, einerseits wegen Gottfrieds

Schreierei. Andererseits, weil Jost und Milena inzwischen

zweifellos todlangweilige Leute geworden waren, die von der

Welt da draußen nicht viel mitbekamen.

Das Kind hatte also zu viel Energie.

In der ersten Zeit dachten sie, es hänge mit den Dreimonatskoliken

zusammen, unter denen Babys nun mal leiden. Aber

die sind angeblich nur ein Mythos. Nachdem Milena abgestillt

hatte, viel früher als geplant, konnte Jost sich an den Nachtschichten

beteiligen. Vorher war das unmöglich, weil Gottfried

die ganze Nacht an der Brust hing und, wenn man ihn von

dort wegzuziehen versuchte, sofort zu schreien anfing. Er war

dann stundenlang nicht zu beruhigen. Gemeinsam fieberten

sie dem vierten Monat von Gottfrieds Existenz entgegen, der

vierte Monat brach an, aber nichts änderte sich. Außer dass

Gottfrieds Stimme spürbar kräftiger wurde.

Jost wankte morgens ins Büro und hielt sich mit Energy-

Drinks über Wasser. Er hatte eindeutig zu wenig Energie,

inzwischen. Manchmal schlief er auf der Toilette ein, das war

immer superpeinlich, vor allem, wenn er schlafend von der

Schüssel auf den Boden rutschte und seine Füße in die Nachbarkabine

ragten. Auf jeden Fall ging es ihm besser als Milena,

das sah er abends, wenn sie ihn vor der Laube erwartete, mit

dem schreienden Gottfried auf dem Arm. Dieses hohlwangige

Gespenst mit den flackernden Augen sollte Milena sein?

C.BERTELSMANN

92 THE RED BULLETIN


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READ BULL

Klar, manchmal hatte er negative Gedanken. Das ist normal,

das soll man nicht überbewerten. Er dachte daran, wie es wäre,

den schreienden Gottfried einfach aus dem Fenster zu werfen.

Das würde er nie machen, niemals, aber der Gedanke als solcher

verschaffte ihm schon eine gewisse Erleichterung. Ganz ernsthaft

dachten sie beide über Beruhigungsmittel nach. Oder

Schlafmittel. Für Milena bedeutete es eine große Überwindung,

diesen Gedanken überhaupt zuzulassen. Der Kinderarzt sagte,

das komme nicht in Frage. Er gab ihnen die Telefonnummer

einer Selbsthilfegruppe.

In der Selbsthilfegruppe saßen ungefähr ein Dutzend

Erwachsene, blasse, hohlwangige Paare. Die meisten

hatten ihre Babys dabei. Die Selbsthilfegruppe war keine

gute Idee. Regulationsprobleme, jedem Tag die gleiche Struktur

geben, organische Probleme ausschließen, diese Stichworte

und Ideen kannten sie alle. Sämtliche Kinder schrien fast

ununterbrochen. Nachdem sie fünf, sechs Babys gleichzeitig

hatten schreien hören, kam ihnen Gottfrieds Soloauftritt allerdings

gar nicht mehr so laut vor. Das war das Gute an der

Selbsthilfegruppe.

Kurz nachdem Jost sich mit dem schreienden Gottfried auf

das Sofa hatte fallen lassen, stand Milena in der Tür. Sie war

wieder aufgewacht. Kein Wunder.

Sie schaute ihn ernst an. „Ich muss mit dir reden.“

Jost hatte Angst. War es das, was er schon seit ein paar

Wochen befürchtete? Milena war schon seit Wochen irgendwie

anders. Viele Paare zerbrechen an dem Stress, wenn erst mal

ein Kind da ist. Und bei ihnen, na ja, da war das Wort „Stress“

eher schon eine Untertreibung.

„Ich bin schwanger.“

Jost sah eine schwarze Wand auf sich zufahren. Die

schwarze Wand hatte Augen und Münder, mit Zähnen darin,

die nach ihm schnappten.

„Es ist unmöglich.“ Doch. Es war möglich. Verdammt – es

war möglich. Jost sagte: „Ich möchte in einem Friedwald

begraben werden.“

Milena sagte: „Finde ich gut. Ich bin aber wahrscheinlich die

Erste, die geht. Wer bekommt nach unserem Tod die Kinder?

Darüber mache ich mir seit Tagen Gedanken.“

In den folgenden Tagen einigten sie sich darauf, diese

Sache, wie Jost es nannte, laufen zu lassen. Natürlich war es

Wahnsinn und ihr Untergang. Auf der anderen Seite konnte

das neue Kind ja nichts dafür, dass Gottfried zu viel Energie

hatte. Im Prinzip, also vor Gottfried, waren sie schon für ein

zweites Kind gewesen, irgendwann.

Gottfried würde sicher bald aufhören zu schreien. Dann

sähe die Welt schon ganz anders aus.

An Gottfrieds erstem Geburtstag schob Milena bereits einen

sichtbaren Bauch vor sich her. Sie hatten ein paar alte Freunde

eingeladen. Alle hatten abgesagt, mit Gründen, die bestimmt

vorgeschoben waren. Gottfried konnte inzwischen laufen. Er

war hübsch, ganz objektiv, sagte sich Jost, intelligent war er

auch. Er versuchte zu reden. Aber meistens schrie er. Er schrie

aus dem kleinsten Anlass und konnte einfach nicht aufhören.

Der Arzt sagte: „Das ist sehr ungewöhnlich. Jedes Kind ist

halt anders.“

Jost war inzwischen in Vaterschaftsurlaub. Im Büro waren

sie erleichtert, als er ging, das spürte er genau. Ein Mitarbeiter,

der in der Jahreskonferenz mit den großen Chefs aus der

Zentrale im Sitzen einschläft, stellt eher ein Problem dar als

Gottfried war hübsch und

auch intelligent, aber er

schrie aus dem kleinsten

Anlass und konnte

einfach nicht aufhören.

eine Lösung. Milena hatte versucht, wieder in ihrer Agentur

anzufangen. Am dritten Tag war sie zusammengeklappt. Sie

wurde sofort krankgeschrieben. Allein schon, wie sie aussah.

Sie dachten darüber nach, die große Wohnung für eine

etwas höhere Miete als ihre eigene unterzuvermieten.

Die Laube könnten sie, illegal, ein bisschen ausbauen,

eine ordentliche Heizung war auch notwendig. Dann würde es

finanziell klappen. Für eine Weile.

Als die Wehen einsetzten, schrie Gottfried schon seit einer

Stunde. Jost setzte den schreienden Gottfried in den Kindersitz.

Milena saß vorn, neben ihm. Es war unmöglich, für Gottfried

einen Babysitter zu finden, die warfen alle das Handtuch.

Bei ihnen war Gottfried, manchmal, für eine oder zwei Stunden

ruhig, bei den Babysittern schrie er ununterbrochen.

Im Krankenhaus fragten sie, was das soll, mit Gottfried.

Jost sagte: „Sie müssen während der Geburt auf ihn aufpassen.

Wir haben niemanden.“

Gottfried schrie so laut, wie er wahrscheinlich noch nie

geschrien hatte. Er war sehr kräftig inzwischen. Der Arzt rief

eine Kollegin, deren Schicht gerade zu Ende war. Ob sie kurz

mal aufpassen könne. Die Frau war nicht begeistert.

Milenas Schreie waren kaum zu hören, Gottfrieds Stimme

im Nebenraum war viel kräftiger. Milena hatte diesen ganzen

Kram, Geburtsvorbereitung, Schwangerschaftsgymnastik,

diesmal nicht mitmachen können. Bei Gottfried lösten Milena

und Jost sich alle zwei Stunden ab, anders ging es nicht. Jost

hielt Milenas Hand.

Dann schlief er ein.

Als er aufwachte, hörte er zwei Stimmen, die schrien, eine

helle, schwächere und eine kräftige, die er kannte.

„Na“, sagte der Arzt, „das ging ja flott. Glückwunsch! Wollen

wir dem zornigen jungen Mann seine Schwester vorstellen?“

Die Ärztin führte Gottfried an der Hand in den Kreißsaal.

Gottfried schwieg. Gottfried war still. Gottfried war still, er sah

aus wie ein kleiner Engel, der darauf wartet, seine Flügel auszubreiten

und davonzufliegen.

Und dann öffnete Thekla ihren Mund.

READ BULL

Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet

ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte.

Diesmal ist es der deutsche Kolumnist Harald Martenstein,

dessen Buch „Die neuen Leiden des alten M. Unartige

Beobachtungen zum deutschen Alltag“ soeben im Verlag

C. Bertelsmann, München, erschienen ist.

94 THE RED BULLETIN


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Editorial Director

Robert Sperl

Chefredakteur

Alexander Macheck

Editor-at-large

Boro Petric

Creative Director

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Art Directors

Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English

Photo Director

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Daniel Kudernatsch

Redaktion

Stefan Wagner (Textchef),

Werner Jessner (Leitender Redakteur),

Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Arek Piatek,

Andreas Rottenschlager

Freie Mitarbeiter: Muhamed Beganovic, Georg Eckelsberger,

Raffael Fritz, Sophie Haslinger, Marianne Minar, Holger

Potye, Martina Powell, Mara Simperler, Clemens Stachel,

Manon Steiner, Lukas Wagner, Florian Wörgötter

Web

Kurt Vierthaler (Senior Web Editor), Andrew Swann

Grafik

Martina de Carvalho-Hutter, Silvia Druml,

Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz

Fotoredaktion

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Rudi Übelhör (Deputy Photo Director),

Marion Batty, Eva Kerschbaum

Illustrator Dietmar Kainrath

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Internationaler Anzeigenverkauf

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Anzeigendisposition

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Marketing & Country Management

Stefan Ebner (Ltg.), Manuel Otto, Elisabeth Salcher,

Lukas Scharmbacher, Sara Varming

Marketing Design

Peter Knehtl (Ltg.), Simone Fischer,

Julia Schweikhardt, Karoline Anna Eisl

Herstellung

Michael Bergmeister

Produktion

Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba,

Matthias Zimmermann (App)

Lithografie

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Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher

Abo und Vertrieb

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General Manager und Publisher

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Verlagsanschrift

Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien

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Web www.redbulletin.com

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FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700

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Frankreich, ISSN 2225-4722

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Pierre Henri Camy

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THE RED BULLETIN

Großbritannien, ISSN 2308-5894

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Florian Obkircher, Ruth Morgan

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Nancy James, Joe Curran

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THE RED BULLETIN

Irland, 2308-5851

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Paul Wilson

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THE RED BULLETIN

Mexiko, ISSN 2308-5924

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Alejandro García Williams

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THE RED BULLETIN

Neuseeland, ISSN 2079-4274

Länderredaktion Robert Tighe

Lektorat Nancy James, Joe Curran

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THE RED BULLETIN

Österreich, ISSN 1995-8838

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Schweiz, ISSN 2308-5886

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Südafrika, ISSN 2079-4282

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Angus Powers

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THE RED BULLETIN

USA, ISSN 2308-586X

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Andreas Tzortzis

Redaktion David Caplan, Ann Donahue

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96 THE RED BULLETIN


SERVUS EISHOCKEY-FANS!

Die DEL live und exklusiv bei ServusTV.

Jeden Sonntag

17:30 live

SERVUS HOCKEY NIGHT.

Messerscharfe Bildqualität und kristallklarer Ton direkt vom Eis.

Dazu ein einzigartiges Live-Voting für die Fans sowie Spielanalysen und Statistiken.

Das Aktuellste aus der Liga gibt es unter www.servustv.com/del


MAGIC MOMENT

Nürnberg, Deutschland,

6. September 2014

Ein Freeride-Parcours, unterteilt

in fünf Sektionen, mit 24 Weltklasse-Mountainbikern

am Start:

Beim Red Bull District Ride durch

die Nürnberger Altstadt sehen

62.000 Fans Brandon Semenuk

aus Kanada siegen. Und bestaunen

den Franzosen Yannick Granieri

(oben) beim „Castle Drop“.

www.redbull.com/districtride

„Der Fotograf war

winzig klein unten

im Burggraben.“

Freeride-Mountainbiker Yannick Granieri, 27 (FRA), beim Sprung von der Nürnberger

Burgmauer. Seinen „Tail Whip“ landete er acht Meter weiter unten.

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 11. NOVEMBER 2014.

DANIEL GRUND/RED BULL CONTENT POOL

98 THE RED BULLETIN


Sebastian Vettel für Pepe Jeans London

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