The Red Bulletin Dezember 2014 - DE

theredbulletin.de

DEUTSCHLAND

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

BEST OF

2014

Die Fotos

des Jahres

EXTREMER

ALS BUNGEE

Jetzt kommt

Rope-Jumping

JO NESBØ

schreibt in

The Red Bulletin

Dave Grohl

DIE

BRAND-

STIFTER

3 Uhr früh im

coolsten Club

Barcelonas

DEZEMBER 2014 € 2,50

Der Foo-Fighters-Frontmann über

Kurt Cobain, Barack Obama und sehr viel Geld


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DIE WELT VON RED BULL

48

ROPE-JUMPING

BASE trifft Bungee: In einer

spanischen Schlucht machten

Rope-Jumper Jagd auf den

Weltrekord im freien Fall.

DAVID CLERIHEW (COVER), FRED MARIE

WILLKOMMEN!

Der großartige Mister Grohl wechselte

also die Seiten; diesmal war er es, der die

Fragen stellte. Seine Interviews führten tief in

die Geschichte der amerikanischen Seele und

der amerikanischen Musik, es antworteten

Dolly Parton, Chuck D, Willie Nelson oder

Barack Obama. „Sonic Highways“ ist Dave

Grohls neues Werk, eine Kombination aus acht

Songs und einer achtteiligen TV-Serie. Nach

der Rückkehr von seiner Interview-Tournee

stellte er sich den Fragen des Red Bulletin.

„Ich bin taub, dumm und blind“, sagte da

der Foo Fighters-Frontmann.

Viel Vergnügen mit dem Protokoll einer Audienz

beim König des Rock ’n’ Roll, ab Seite 20.

Die Redaktion

„Ich bin

spießiges

Kleinbürgertum.“

DAVE GROHL, SEITE 20

THE RED BULLETIN 5


DEZEMBER 2014

AUF EINEN BLICK

82

THE ZOMBIE KIDS

In Barcelona ist elektronische

Musik wie Fußball. Diese beiden

DJs sind Messi. Der Club

Razzmatazz ist ihr Camp Nou.

58

CHAKUZA

Schulabbrecher, Küchenchef, Shootingstar

im Bushido-Label: wie aus Peter

Pangerl der Rapper Chakuza wurde.

68

WORAUF NAGLICH ABFÄHRT

Das Leben ist ein ewiges Auf und Ab.

Axel Naglich und sein 100.000-Höhenmeter-pro-Jahr-Equipment.

46

TONI PALZER

Der beste junge Skibergsteiger der

Welt mag großen Schmerz, denn großer

Schmerz bedeutet große Freude.

28

DIE BILDER DES JAHRES

Augenblicke, die 2014 kopfstehen

ließen. Acht Doppelseiten als Jahresrückblick

der atemberaubenden Sorte.

BULLEVARD

10 BEST OF 2014 Eine kleine illustrierte

Erinnerungshilfe (inkl. Rechthaberei)

FEATURES

20 Dave Grohl

Das launige Gespräch mit einem

lausigen Geschäftsmann.

28 Bilder des Jahres

Von Daniel Ricciardo bis Miro Klose

und dem ältesten Licht der Welt.

44 Colin Jackson

wird durch Sport glücklich.

46 Toni Palzer

weiß genau, was ein Bergski ist.

48 Rope-Jumping

Am Seil hunderte Meter tief fallen.

56 Johnnyrandom

macht mit Fahrrädern Musik.

58 Chakuza

Die drei Leben des Peter Pangerl.

ACTION!

68 PROFI-GEAR Axel Naglich fährt ab

69 TRAINING Cliff Diver Orlando Duque

70 TRAVEL Kämpfen in New York

72 CITY-GUIDE Auf nach Toronto!

74 CLUB Half Moon, Salzburg

76 MUSIK Alle können Flying Lotus

78 GAMING Der Call of Duty erschallt

82 NIGHTLIFE Heiß ist’s in Barcelona

88 SAVE THE DATE Was so ansteht

90 TV-HIGHLIGHTS Red Bulls TV-Fenster

92 READ BULL von Jo Nesbø

96 WATCHES SPECIAL So ticken sie

104 IMPRESSUM

106 MAGIC MOMENT

YUKY LUTZ, SON STAR/RED BULL CONTENT POOL, OLIVER JISZDA, PASCHER UND HEINZ GMBH, ISABELLA ROZENDAAL

6 THE RED BULLETIN


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Felix Baumgartner

3-facher Weltrekordhalter

im Basejumping

und Weltraumspringer

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„Ich bin für Abenteuer gemacht.

Genau wie der Amarok Canyon.“

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CONTRIBUTORS

MIT AN BORD

IM DEZEMBER

„Ich werde sie

sehen, lange

bevor sie hier

sind, und kann

sie einen nach

dem anderen

abknallen.“

Jo Nesbøs Ich-Erzähler flieht nach

Lappland. „Animal Planet“, Seite 92

JO

NESBØ

Norwegens Bestsellerautor

vereint viele Talente: für Fußball

(bis zum Kreuzbänder-

Malheur), Geld (ausgebildeter

Finanzanalyst) und Musik

(Gitarrist der Band Di Derre).

1997 begann Nesbø zu schreiben.

Der Held seiner Krimis,

Harry Hole, entstand während

eines Langstreckenflugs,

gleich sein erstes Buch „Der

Fledermausmann“ wurde ein

Erfolg. Bis heute verkaufte

Nesbø 25 Millionen Bücher,

die in 47 Sprachen übersetzt

wurden. Für uns schrieb er

eine düstere Novelle: „Animal

Planet“, ab Seite 92.

YUK Y

LUTZ

„Im Razzmatazz habe ich

legendäre Nächte erlebt“, sagt

Fotograf Yuky Lutz über Barcelonas

Kult-Club. Lutz wuchs

in Zürich und Barcelona auf.

Heute fotografiert er für „El

País“ und die „Vogue“. Für

unsere Nightlife-Reportage

kehrte er an den Ort seiner

Jugend zurück – zum Gig der

spanischen DJ-Helden The

Zombie Kids. Lutz erlebte

elektrisierte Musiker und sah

Barcelonas schönste Frauen

tanzen. „Es war unmöglich,

dort keine guten Bilder zu

schießen“, sagt er. „Die

Brandstifter“, ab Seite 82.

MARCEL

ANDERS

Interviews im Wochentakt in

Hotels rund um den Globus,

Gesprächspartner von Pink

Floyd bis Keith Richards:

der Deutsche Marcel Anders

weiß, wie man Stars aus

der Reserve lockt. Deshalb

engagierten wir ihn für unser

Cover-Interview mit einem

Rock-Titanen: Foo-Fighters-

Sänger Dave Grohl (ab Seite

20). „Die Band residierte in

London wie einst Led Zeppelin“,

sagt Anders, „Fünfsternehotel,

Bodyguards. Der Witz

dabei: Grohl verkörpert das

exakte Gegenteil – der Typ ist

total bodenständig.“

THE RED BULLETIN

WELTWEIT

The Red Bulletin erscheint in

elf Ländern. Auf dem US-Cover:

Rapper Theophilus London

BACKSTAGE

Covershoot

des Monats

mit David Clerihew

Wer sich durch David Clerihews

Portfolio klickt, trifft auf die

Megastars des Sports: Wayne

Rooney, Lionel Messi, Neymar,

Usain Bolt. An Rockstars

schätzt der Schotte vor allem

deren Gelassenheit: „Grohl

kam rein, grinste, schon ging’s

los.“ Was Clerihew nicht

wusste: Auch der Foo-Fighters-

Boss lebt sportlich. Grohls

Hobby: Tontaubenschießen.

Für unser Dezember-Cover

fotografierte David Clerihew

Dave Grohl in London.

Das Video zum Shooting:

www.redbulletin.com

8 THE RED BULLETIN


www.napapijri.com


BULLEVARD

BEST OF 2014

DIESES JAHR WERDE ICH NIE VERGESSEN.

DIESES JAHR WAR ZUM VERGESSEN.

Victoria

6000 km

Halifax

Forscher fragen:

Was passiert,

wenn wir

einen Roboter

aus Toront o

einfach auf die

Straße setzen?

UNSER MANN DES JAHRES

JA, DIESES

DING DA!

hitchBOT, der autostoppende

Roboter, fuhr

allein und sicher durch

ganz Kanada. Und

bewies, wie klug Technik

und wie gut der Mensch

sein kann.

6000 Kilometer durch Kanada

ist ein unbeweglicher Roboter

gereist. Per Anhalter. Freundliche

Autofahrer nahmen ihn

mit, hoben ihn in ihren Wagen

und setzten ihn wieder sicher

aus. So schaffte es hitchBOT in

21 Tagen von Nova Scotia nach

Victoria auf Vancouver Island:

ein Sieg solarbetriebener

künstlicher Intelligenz und

menschlicher Hilfsbereitschaft.

Aber wer würde diese grinsende

Blechbüchse schon am

Straßenrand stehen lassen?

„Would you

like to have

a conversation?“

Möchten Sie

reden? hitchBOT

war ein perfekter

Beifahrer und

konnte auf

Wunsch auch

ganz still sein.

Antwort: Er wird nicht

gestohlen. Er wird nicht

zerstört. Menschen

nehme n ihn mit – und

reden mit ihm.

www.hitchbot.me

10 THE RED BULLETIN


BEST OF 2014

Freizügige Auftritte

brachten

Miley Cyrus viel

Kritik ein. Wir

verstehen das

nicht: Für uns

ist sie die

Musik heldin

Die Gadgets

des Jahres

Wenn wir das sehen,

bekomme n wir große

Augen.

OPEN SPACE ARTS SOCIETY, NORBERT GUTHIER(2), ONTARIO, REUTERS, CORBIS(5), WWW.OMONE.COM, PRESS@USB.ORG, JAMES K LOWE, PICTUREDESK.COM, GEPA PICTURES/RED BULL CONTENT POOL

BEST OF 2014

DIE HELDEN

D E S

MONATS

Wer uns

2014 wirklich

beeindruckt

hat.

DER NACKTE WAHNSINN

Mit Megahits und sexy Outfits erobert Abrisskugel Miley Cyrus

die Welt. Wir sagen: Weniger ist mehr. Also mehr davon!

JÄNNER

Lorde

„Royals“ gewinnt

den Grammy für den

Song des Jahres.

Königlic h verdient.

FEBRUAR MÄRZ

APRIL

MAI JUNI

Song Contest

Bart ist back:

Conchit a Wurst erobert

Europa.

Wes Anderson

Amerikas schrägster

Regisseur bittet ins

„Grand Budapest

Hotel“. Zubrowka!

„HIMYM“

Nach neun Jahren

wissen wir, wie das

mit Mutti und Papi

wirklich war.

Juno

Ohne dieses Protein

würden Spermien

niemals die Eizelle

finden. Danke!

Schwebender Sound

„Om/One“ heißt der

Todesstern unter den

Bluetooth-Boxen.

Mächtig.

Das Ende allen Übels

Der neue USB-Standard

3.1 hat identische

Stecke r an beiden

Ende n. Endlich.

Der Revierspray

Wenn die Bärte immer

länger werden, muss

der Rasierschaum auf

den Fußballrasen.

Nico Rosberg

Der Formel-1-Pilot

gewinnt den neuen

Grand Prix von

Spielberg.

THE RED BULLETIN 11


BEST OF 2014

GELBER GEBURTSTAG

HAPPY BIRTH-D’OH!

Am 17. Dezember werden die Simpsons 25 Jahre alt.

Hier die besten Homer-Zitate aus den bisher über 500 Folgen.

DER VERSUCH

IST DER ERSTE

SCHRITT ZUM

VERSAGEN!

Drei kleine Regeln,

die dich sicher durchs

Leben bringen.

1. Vertritt mich mal eben!

2. Oh, gute Idee, Chef!

UND 3. DAS WAR

BESTIMMT JEMAND

ANDERS!

Immer, wenn ich

Neues lerne, wird

automatisch ALTES

WISSEN AUS

MEINEM KOPF

VERDRÄNGT.

MARGE, ABER

WIR HABE N

DOCH SCHON

EIN BUCH.

Zum Lügen ge höre n

immer zwei:

eine r, der lügt, und

einer, der es glaubt.

Warum ausgehen?

Wir landen doch

ohnehin wieder

hier.

ICH WÜNSCHTE, GOTT WÜRDE

NOCH LEBEN, UM DAS ZU SEHEN.

BEST OF 2014

Monty Python

25 Jahre nach ihrem letzten Auftritt fanden die

witzigsten Briten aller Zeiten wieder zu einer

letzten Comeback-Tour zusammen. Ticket s

waren binnen 43 Sekunden ausverkauft.

JULI AUGUST SEPTEMBER OKTOBER NOVEMBER DEZEMBER

Maryam Mirzakhani

erhält als erste Frau

die Fields-Medaille,

das Mathe-Nobelpreis-Äquivalent.

Auf den ALKOHOL,

URSPRUNG UND

LÖSUNG sämtlicher

Lebensprobleme.

Apple Watch

Die Uhr, die alles

kann: von zuhören

bis zahlen. Ja, auch

die Zeit anzeigen.

„Constantine“

Ein Mann kommt aus

der Hölle zurück und

das Comic ins Fernsehen.

Teuflisch!

[zu den Aliens]

Bitte iss mich nicht!

Ich habe Frau und

Kinder. – Iss sie!

Foo Fighters

Bringen endlich wieder

ein neues Album

heraus: „Soni c

Highways“.

Orion

Mars, wir kommen!

Die NASA plant den

Start ihres neuen

Raumschiffs.

PICTUREDESK.COM(2), CORBIS(2), APPLE, WARNER BROS., SONY MUSIC, NASA

12 THE RED BULLETIN


BEST OF 2014

DAS EINZIG WAHRE JAHRESHOROSKOP

DAS ORAKEL DES ROTEN BULLEN

Wenn du weißt, wer du bist, sagen wir dir, wie dein Jahr 2015 wird.

SK ATER

KART

WINDSURFER

BIG WAV ER

FREEDIVER

SKY DIVER

X-FIGHTER

PARKOUR

MOUNTAINBIKER

F1-PILOT

So funktioniert

es: Entweder du

weißt, wer du bist,

oder du tippst

blind auf ein Icon

im Glücksrad. Lies

dann den dazugehörigen

Text. Die Prognosen

sind so treffsicher

wie dein Finger.

AIR RACER

KITE SURFER

• FEUER

• WASSER

• LUFT

• ERDE

• KART •

Du bist einer der

Glückspilze des Jahres.

Was du dir vornimmst,

gelingt dir auch. Aber

Vorsicht: Du darfst

nicht bremsen!

• SKY DIVER •

Eine neue Begegnung

bringt Chaos und Chancen

in dein Leben. Wenn

du dich vor dem Neuen

fürchtest, kommst du

in deiner Angst um!

• F1-PILOT •

Dir gelingt ein Traumstart

– und es geht rasant

weiter. Aber sei dir

bewusst: Wer in Führung

liegt, muss nicht noch

schneller werden.

• AIR RACER •

2015 wird für dich zum

Höhenflug! Dir bieten

sich viele neue Möglichkeiten.

Wichtig ist nur,

jetzt nicht zu viel zu

esse n. Vertrau uns!

• X-FIGHTER •

Das Leben ist eine

groß e Kreuzung. Wohin

sollst du gehen? Welche

Entscheidung treffen?

Antwort: egal! Bleib einfach

nur nicht stehen.

• WINDSURFER •

Du lässt dich treiben,

das ist im neuen Jahr

genau das Richtige.

Wenn du geduldig bist

und nichts tust, regelt

sich alles von allein.

TOM MACKINGER

• BIG WAVER •

Schon zu Beginn des

Jahres erhältst du eine

Nachricht, auf die du

schon lange gewartet

hast. Nutze die Gunst

des Augenblicks!

• PARKOUR •

Du bist immer unterwegs

und verfolgst deine

Ziele. Gut so! Nimm

dir aber auch Zeit für

dich selbst, sonst fällst

du auf die Nase.

• KITE SURFER •

Du triffst einen alten

Bekannten, der deinem

Leben eine neue Richtung

geben könnte.

Frag dich, ob du das

überhaupt willst!

• BIKER •

Du begeisterst mit

deine r Leidenschaft die

Menschen um dich herum.

Einen ganz besonders.

Vielleicht Zeit für

ein Tandem-MTB?

• FREEDIVER •

2015 stehen dir alle

Türe n offen, kein Platz

für Langeweile. Das gilt

vor allem für die Liebe.

Doch Vorsicht: In der

Liebe ist nichts gratis.

• SKATER •

Immer locker bleiben!

Mag es noch so egoistisch

wirken, es erzeugt

bei allen Vertrauen und

Sicherheit. Aber: Schau

auf deine Freunde!

THE RED BULLETIN 13


BEST OF 2014

Scharfe Augen

und feine Sinne:

Am Spielfeld

spürt Coleman

die Vibrationen

seiner Mitspieler.

NEWCOMER

DES JAHRES

Wer uns 2014 neugierig

auf mehr gemacht hat.

SCHOOLBOY Q

Der 27-Jährige brachte

mit „Oxymoron“ das

heißeste Gangsta-Rap-

Album des Jahres raus.

LIES UNSERE LIPPEN: HERO!

Mit den Seattle Seahawks wurde Fullback Derrick Coleman zum

ersten tauben Super-Bowl-Gewinner in der Geschichte der NFL.

FKA TWIGS

Verfeinert R & B mit

hohen Tönen aus dem

tiefen Untergrund

Großbritanniens.

SAM SMITH

Mit Mut zur Unangepasstheit

Gewinner

der BBC-Auszeichnung

„Sound of 2014“.

FLIRTEN WIE FRANKIE. 2015 wäre Frank Sinatra

100 geworden. Und wir können noch heute von ihm lernen.

Ich gehe immer

meinen Weg,

aber ich gehe

ihn ungern

allei n, Kleine!

Findest du nicht

auch, dass es zu

viele Fremde,

aber zu wenig

Nächte gibt?

Ich muss jetzt

wirklich einmal

etwas Dummes

sagen: Ich liebe

dich!

FLOP DES JAHRES

LADY GAGA

Dem Album „Art Pop“

fehlt, wofür die Königin

der Wandelbarkeit bekannt

ist: Distinktion!

GETTY IMAGES(2), UNIVERSAL MUSIC(2), INEZ VINOODH

14 THE RED BULLETIN


FREERIDE E-XC

EXTRAVAGANT

FÜR INDIVIDUALISTEN!

Das Must-have der nächsten Generation. Vollendetes Design und perfekte Technik kombiniert mit der Qualität

und langjährigen Offroad Erfahrung von KTM garantieren puren elektrischen Fahrspaß. Mit der straßenzugelassenen

KTM FREERIDE E-XC ist das Überraschungsmoment auf deiner Seite. Kein Öl, kein Benzin,

keine Abgase und kein Lärm. Perfekt geeignet für Individualisten, die bereit sind, neue Wege zu

beschreiten und dabei einen ganz besonderen Begleiter suchen!

Fotos: R.Schedl, H. Mitterbauer

KTM macht alle Motorradfahrer darauf aufmerksam, die vorgeschriebene Schutzbekleidung zu tragen, das elektrisch betriebene Fahrzeug nur nach erfolgter Hochvolt-Sicherheitseinweisung durch einen autorisierten

KTM Vertragshändler in Betrieb zu nehmen und verantwortungsbewusst sowie im Einklang mit den relevanten und anwendbaren Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung zu fahren. Die abgebildeten Fahrzeuge können

in einzelnen Details vom Serienmodell abweichen und zeigen teilweise Sonderausstattung gegen Mehrpreis. www.kiska.com

WWW.KTM.COM/FREERIDE-E

DER KLICK ZUM DIGITALEN FOLDER


BEST OF 2014

DAS BESTE QUIZ DES JAHRES

ICH HABE IMMER RECHT!

Ja.* Nein.* Weiß nicht.*

Hier stehen schon die Antworten. Du stellst nur noch die richtigen Fragen.

LEONARDO Di CAPRIO!

* Zutreffendes bitte ankreuzen!

KAINRATH

Wie unser Künstler das Jahr

sah und die Zukunft liebt.

2014

Wer hat

wieder einmal

keinen

Oscar

gewonnen?

10

Punkte

Wer will die

Welt retten,

verwöhnt

aber lieber

Models?

5

Punkte

Wer stirbt

immer

wieder

in seinen

Filmen?

0

Punkte

EINE SMARTWATCH.

Was war

die unnötigste

Erfindung

des Jahres?

0

Punkte

Was kann die

Zeit genauer

messen als

eine Armbanduhr?

5

Punkte

Sprich zur

Hand! Wer

versteht

dich dann?

10

Punkte

2015

Wer wurde

Fußball-

Weltmeister?

10

Punkte

Die Musik

2014 war

super?

DEUTSCHLAND!

Wer hätte

auf keinen

Fall Fußball-

Weltmeister

werden

dürfen?

10

Punkte

5

Punkte

Die Musik

2014 war

scheiße?

Angela

Merkel?

RICHTIG!

5

Punkte

0

Punkte

Weder

noch?

0

Punkte

Die beste

TV-Serie

wo gibt?

10

Punkte

0–15 Punkte

… super! Mach weiter so,

und der Ruhm gehört dir.

… uraufmerksam. Und du lebst

nach deinen eigenen Regeln.

… völlig gelangweilt! Du baust dir

lieber deine eigene Minecraft-Welt.

„BREAKING BAD“

Welche

Seri e hat

mächtig

Emmys

kassiert?

5

Punkte

AUFLÖSUNG: DU BIST … (Zutreffendes bitte ankreuzen.)

Welche

Seri e ist

richtig

schlecht?

20–30 Punkte

… super! Mach weiter so,

und der Ruhm gehört dir.

… uraufmerksam. Und du lebst

nach deinen eigenen Regeln.

… völlig gelangweilt! Du baust dir

lieber deine eigene Minecraft-Welt.

0

Punkte

35–50 Punkte

… super! Mach weiter so,

und der Ruhm gehört dir.

… uraufmerksam. Und du lebst

nach deinen eigenen Regeln.

… völlig gelangweilt! Du baust dir

lieber deine eigene Minecraft-Welt.

D I A L O G

DER DOSEN

„Wenn das Jahr weniger

Tage hätte, könnten wir

öfter Silvester feiern.“

GETTY IMAGES(2), SONY(3) DIETMAR KAINRATH

16 THE RED BULLETIN


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BEST OF 2014

FUTURE COMICS

WIR HÄTTEN DA EINE SCHLECHTE IDEE

„Politisch korrekt“ hieß der Comic-Trend 2014. Auch gab es Gleichberechtigung für Tiere: Die

dürfe n nun sprechen und schießen. Doch einen Helden gibt es nur in unserer Phantasie. Zum Glück!

Black

Captain America

Yes, we can! Sam Wilson

heißt der neue Held.

Martin Luther King wäre

sicher stolz auf ihn!

Hypsterine

Der hautenge gelbschwarze

Latexanzug

kommt für Wolverine nicht

mehr in Frage. Diese Neonfarben

sind so 2010. Als

Neo-Hipster trägt er lieber

Karohemd und Stretchjeans

aus organischer

Bambuswolle. Gewal t

lehnt er inzwischen ab,

mit seinen Krallen trimmt

er nur noch seinen Bart.

Frau Thor

Die Entscheidung, den

nordischen Gott Thor

weiblich zu machen, fiel

ganz ohne Einfluss von

Feministinnen.

Rocket Waschbär

Der Hardcore-Kopfgeldjäger

ist nicht das

typisch e Streichelzoo-

Tierchen. Thumbs up!

CORBIS(2), WALT DISNEY HERI IRAWAN

18 THE RED BULLETIN


BEST OF 2014

MÄRZ

JAN.

DAS JAHR ALS SONG

GLÜCKLICH OHNE GELD

2014 in wenigen Versen zum Nachsingen. Aneinandergereiht

geben die Songtexte Liedern und Leben einen neuen Sinn.

G I V E M E

Bruce Springsteen: „High Hopes“

Vor langer Zeit aufgenommen, erst Anfang 2014

veröffentlicht, sagt das Lied exakt, was im

neue n Jahr wirklich wichtig gewesen wäre.

HAPPY

HAPPY

HAPPY

Pharrell Williams: „Happy“

Die ganze Welt hat geklatscht, sich

dabei gefilmt und das Ergebnis

auf YouTube gestellt. Gut so!

JUNI

L O V E ,

G I V E M E PEACE

APRIL

FEBR.

TA K E

NO MONEY, NO FAMILY.

F L I G H T

Iggy Azalea: „Work“

Schon folgt die Antwort, warum wir

nicht dauerhaft happy sein können.

In Form einer Reality-Rap-Reportage.

Kid Cudi: „Satellite Flight“

Hommage an die Mondlandung vor

45 Jahren. Und Ausdruck einer globalen

Sehnsucht nach großen, neuen Zielen.

JULI

MAI

T O T H E

GOOD

MOON

LOVER,

Lily Allen: „L8 CMMR“

Ja, es gibt ihn! Aber Mädels,

ihr kriegt ihn nicht, er ist

vergeben, singt Lily.

GOOD

LOVER

T H E

ON- LY T I M E

W E

WA L-

REAL- LY TALK KING ALONG

2014 vs 2015

Was hat uns nicht

gefallen? Worauf

freuen wir uns?

2014 WAR SCHEI**E

… weil Neymar verletzt

wurde und Brasilien gegen

Deutschland 1:7 verlor!

… weil Darren Aronofsky

„Noah“ gedreht hat. Nein,

halt! Weil „Pompeii“ wirklich

in die Kinos kam.

… weil die Selfie-Epidemie

ausgebrochen ist.

… weil ein türkischer Haselnussernteausfall

die Nutella-Produktion

gefährdete.

… weil wieder niemand die

„Zurüc k in die Zukunft“-

Hoverboards erfunden hat.

O N

Tiësto: „Wasted“

Aber was bringt schon reden?

Der Songtitel sagt schon alles.

A S A N DY BEACH YOU A- LIVE

HUNT YOU DOWN EAT

AUG.

Maroon 5: „Animals“

Niemand muss die Polizei rufen.

Es geht um Sex!

La Roux: „Paradise Is You“

Es geht mal wieder darum,

dass nur der Partner an allem

(Glück/Unglück) schuld ist.

KOBAL COLLECTION, GETTY IMAGES(2), CARTER NEWS, CORBIS(2)

SEPT.

NOV.

SEX, SEX, SEX

Lenny Kravitz: „Sex“

Es geht noch immer um Sex – und

ums Ego! Lenny singt, wie es wirklich

ist: „I just want you to feel me.“

OKT.

Nickelback: „Edge of a Revolution“

Wozu noch Nachrichten schauen, wenn du

dir das Weltgeschehen von Nickelback vorsingen

lassen kannst? „We want change!“

Von 1. bis 20. 12. gibt’s

jeden Tag einen neuen

Song der spannendsten

Musiker 2014 als Gratis-

Download. Wer die

sind? Öffne täglich ein

Kalenderfenster und

finde es heraus:

www.redbull.com/

20before15

IT SEEMS LIKE FORE-

VER

OK Go: „The Writing’s on the Wall“

Und es geht noch immer um Sex: Der fühlt

sich diesmal wie unendlich an – geht aber

schnell vorbei. Garantiert.

STANDING ON E D G E O F RE-

LU-

T H E

A VO- TION

20 BEFORE 15: DER MUSIKKALENDER

Er löste einen globalen

YouTube-Tanztrend aus.

DEZ.

Der House-DJ produziert

u. a. Tracks für Kanye West.

LAST CHRIST-

MAS

Wham!: „Last Christmas“

Letzte, nächste … immer dasselbe,

schrecklich! Aber gib

zu, du kennst den Text!

? ? ?

Zwei Mexikaner mixen

Cumbia mit Electro-Beats.

2015 WIRD COOL

… weil endlich Pilsen, Europas

Bierhauptstadt, auch zu

Europas Kulturhauptstadt

erklärt wurde. Na zdraví!

… weil „Winds of Winter“,

(englischer) Band 6 der

Fantasy-Reihe „Das Lied

von Eis und Feuer“, endlich

veröffentlicht wird.

… weil Tarantinos neuer

Western „The Hateful

Eight“ ins Kino kommt.

THE RED BULLETIN 19


taub,

„Ich bin

dumm

und

blind“

INTERVIEW:

MARCEL ANDERS

B I L D E R :

DAVID CLERIHEW

D A V E G R O H L d e n k t a u c h m i t 4 5 u n d z w e i J a h r z e h n t e n a l s W e l t s t a r n i c h t

d a r a n , s i c h a u f a l t e m R u h m a u s z u r u h e n . E r s a g t : „ I c h b i n m i r s i c h e r ,

d a s s d a s , w a s i c h m a c h e , n a c h d e n S t a n d a r d s a n d e r e r L e u t e v ö l l i g

d a n e b e n i s t . A b e r : S c h e i ß d r a u f . “ E I N I N T E R V I E W M I T D E M M A N N , D E R

R O C K ’ N ’ R O L L B E S S E R K A P I E R T A L S J E D E R A N D E R E A U F D I E S E M P L A N E T E N .

20


„Amerikanische Popmusik

ist unglaublich

trivial. Völlig bedeutungslos.“

Dave Grohl

kam beim Interview

mit The Red Bulletin

ziemlich in Fahrt.


ave Grohl wurde in den Neunzigern als

Schlagzeuger von Nirvana ein Weltstar. Und

blieb es bis heute. Als Bandleader der Foo

Fighters (acht Alben, elf Millionen verkaufte

Tonträger, zig Auszeichnungen, gigantische

Welttourneen), in Kooperationen mit

David Bowie, Paul McCartney, Nine Inch

Nails oder den Queens of the Stone Age. Im

Vorjahr legte er seinen ersten Film vor, die

Dokumentation „Sound City“. Nun folgt

„Sonic Highways“, das wohl ambitionierteste

Projekt seiner Karriere: eine Kombination

aus neuen Songs sowie einer achtteiligen

TV-Serie, in der Grohl nicht nur

die Band bei der Arbeit im Studio zeigt,

sondern auch unkonventionelle Interviews

führt. Mit Dolly Parton, Joe Walsh, Chuck

D, Willie Nelson, Rick Rubin oder Barack

Obama. Für The Red Bulletin kehrte Grohl

wieder in die Rolle des Interviewten zurück.

the red bulletin: Mister Grohl, bei

Ihrem Interview mit Präsident Obama

sieht man gar keine Sicherheitsleute.

Standen die hinter der Kamera?

dave grohl: Nein. Wenn du erst einmal

im Weißen Haus bist, ist alles ziemlich

entspannt. Sie lassen dich da ja erst rein,

wenn sie gecheckt haben, dass du okay

bist (kichert). Drinnen ist es sogar richtig

nett. Und Obama hatte ein paar tolle Dinge

über unser Land und über unsere Musik

zu sagen. Ich war ja bei ihm, um über die

Geschichte der amerikanischen Musik zu

reden, aber auch über Amerika als ein

Land, das einem die Möglichkeit gibt,

große Dinge zu tun. Egal was hier auch

alles schiefläuft: Amerika bietet dir die

Freiheit, jemand wie Buddy Guy zu sein.

… jene globale Rock-Ikone, die ohne

Ausbildung, ohne Geld, ohne ein Instrument

zu beherrschen eine unvergleichliche

Karriere machte. Klingt ein wenig

nach David Grohl, nicht?

„GELD INTER-

E S S I E R T M I C H

N I C H T . I C H

B I N M U S I K E R ,

KEIN BANKER.

U N D I C H B I N

EIN LAUSIGER

G E S C H Ä F T S -

M A N N .“

22


Die Foo Fighters, das sind

(v. li. n. re.): Nate Mendel

(Bass), Chris Shiflett

(Gitarre), Dave Grohl,

Taylor Hawkins (Drums)

und Pat Smear (Gitarre)


Ich verrate euch was, Leute:

Technik

macht euch vielleicht

reich,

aber

niemals

glücklich.

Für mich ist Buddy der Größte. Ich bin ein

Schulabbrecher aus Springfield, Virginia,

ich habe keinen Abschluss und hatte kein

Geld fürs College. Stattdessen habe ich

in Jobs geschuftet, die harte körperliche

Arbeit verlangten – und nebenbei Punkrock

gespielt. Jetzt bin ich in der Rock

and Roll Hall of Fame und plaudere mit

dem Präsidenten der Vereinigten Staaten

von Amerika über Musik. Das heißt nicht,

dass ich so ein toller Kerl bin. Das heißt:

Was ich erreicht habe, kann im Prinzip

jeder erreichen.

Verraten Sie uns, was man dafür tun

muss.

Die wichtigste Regel: Kümmere dich nicht

um die Erwartungen anderer. Tu die Dinge

so, wie du es selbst für richtig hältst.

Das lässt sich durchziehen?

Klar. Ich habe zum Beispiel keinen blassen

Schimmer, wie man Regie führt. Ich mach

es einfach, wie ich es für richtig halte.

Dasselbe mache ich beim Schlagzeugspielen

und beim Songschreiben. Ich bin

mir sicher, dass das nach den Standards

anderer Leute völlig daneben ist. Aber

scheiß drauf. Das führt zu großen Sachen.

Nur das!

Haben Sie auch Präsident Obama den

Tipp gegeben, auf die Meinung anderer

zu scheißen?

Ich glaube, er hat den beschissensten Job

der Welt. An dem Tag, an dem ich ihn

gesprochen habe, hatte er eine Pressekonferenz,

bei der er ankündigte, mehr

Truppen in den Irak zu schicken. Dann

verlieh er eine Ehrenmedaille an einen

Soldaten, der schlimm versehrt wurde,

als er einen seiner Kameraden rettete.

Dann hatte er noch die Wirtschaft und die

internationalen Konflikte um die Ohren.

Und dann saß er mit mir zusammen, um

über Stevie Wonder zu reden.

Also wird es vorerst keinen Präsident

Grohl geben?

Hahaha. Ich habe zu viel Blödsinn in

meinem Leben gemacht, um je ein öffentliches

Amt zu bekleiden. Und wer würde

mich wählen?

Mit der Brille, die Sie seit neuestem

tragen, sehen Sie aber sehr seriös aus.

Daran sieht man nur, dass ich alt werde.

Ich bin taub, dumm und blind.

Mit dem Weißen Haus wird’s also

nichts, aber in die Rock and Roll Hall

of Fame wurden Sie dieses Jahr aufgenommen

– als Schlagzeuger von

Nirvana. Warum habt ihr für den Auftritt

bei der Zeremonie ausschließlich

Sängerinnen aufgeboten?

Weil Kurt Feminist war. Wir dachten nach,

wer singen könnte. Und als jemand Joan

Jett erwähnte, die First Lady des Rock ’n’

Roll, war alles klar. Die finden wir alle toll.

Dann war da noch der neuseeländische

Jungstar Lorde …

Lorde war meine Idee. Ihr Song „Royals“

ist so etwas wie eine kleine Revolution –

mitten in einem Haufen Pop-Bullshit.

Sie nehmen sich ja kein Blatt vor den

Mund, wenn es um Pop geht …

… nicht um Pop im Allgemeinen. Um

aktuelle amerikanische Popmusik. Die ist

unglaublich trivial. Völlig bedeutungslos.

Keine Substanz. Wenn der Nummer-eins-

Hit in diesem Land von deinem Arsch

handelt, haben wir ein verdammtes Problem.

(Grohl bezieht sich auf „Anaconda“

von Nicki Minaj; Anm.) Als ich „Royals“

hörte, inmitten von all diesem Mist, dachte

ich: „Gott sei Dank! Endlich jemand, der

gegen den Strom schwimmt.“ Für mich ist

das die Nirvana-Ästhetik. Es ist dasselbe

wie damals, als wir populär wurden.

Was ja auch für die Foo Fighters gilt

– eine der letzten schweißtreibenden

Rockbands in einer digitalisierten

Welt …

Leider wahr. Die Leute haben vergessen,

was es heißt, richtig loszurocken. Weil sie

zu viel vor dem Computer hocken. Weil

sie die Technik für ein Wundermittel

halten, das uns alle glücklich und reich

macht. Aber ich verrate euch was, Leute:

24 THE RED BULLETIN


DISTRIBUTED BY:

www.grofa.com/gopro

RALPH BACKSTROM

Foto von: Ralph Backstrom


Technik macht euch vielleicht reich, aber

niemals glücklich.

Glück wird durch Reichtum erleichtert,

nicht?

Das sind zwei verschiedene Dinge.

Glück basiert auf Kommunikation, auf

Interaktion. Auf dem Gefühl, anderen

Menschen etwas Besonderes zu geben.

Und das hat in der Musik nichts mit einer

Maschine zu tun, sondern mit Gitarre,

Bass und Schlagzeug.

Hat die Jugend von heute verlernt, auf

konventionelle Weise Musik zu machen?

Ich möchte jetzt nicht wie ein alter Sack

klingen. Aber es hat definitiv noch keinem

geschadet, ein bisschen an seinem Instrument

zu üben und ein Gefühl für Rhythmus

und Melodie zu entwickeln.

Ihre Meinung zu EDM?

Zu was?

Electronic Dance Music. Skrillex, Deadmau5

und so weiter.

Ach so, dieser Scheiß. Damit kann ich

nichts anfangen. Und abgesehen davon

ist das ja auch nichts Neues. Leute wie

Suicide oder Atari Teenage Riot machen

das seit Jahrzehnten wesentlich besser.

Was hören Ihre Töchter?

Da habe ich verdammt viel Glück. Das

Schlimmste, was sie mir antun, ist Katy

Perrys letztes Album.

Uh.

Hart an der Schmerzgrenze, ja. Aber ich

kann sie auch für tolle Sachen begeistern.

Ich habe meinen älteren Töchtern Harper

und Violet einen Plattenspieler und das

Boxset der Beatles gekauft. Jetzt hören sie

ständig „Sgt. Pepper’s“, „Rubber Soul“

oder „Revolver“. Mein Rat an alle Eltern:

Kauft euren Kids einen Plattenspieler und

ein paar vernünftige Alben, und es wird

nicht ohne Folgen bleiben. (Lacht.)

Wie steht Dave Grohl zu sozialen Netzwerken?

Keinen blassen Schimmer. Ich weiß nicht,

wie man twittert, chattet oder was auch

immer. Ich bin nicht auf Facebook und

lade keine Bilder auf Instagram. Einfach,

weil mich das nicht interessiert. Wenn ich

mit jemandem reden will, rufe ich ihn an

oder schreibe eine Mail. Das ist alles, und

mehr beherrsche ich nicht. Das ist eher

was für meine 75-jährige Mama, die völlig

darin aufgeht, weil sie sonst niemanden

zum Reden hat. Wahrscheinlich muss ich

erst in ihr Alter kommen, ehe ich meine

erste Homepage ins Netz stelle: „Dave

Grohl, Rockstar im Ruhestand“.

Was macht Dave Grohl mit seiner

ganzen Kohle?

Ich bringe mein Geld auf die Bank, wo es

vor sich hinschimmelt.

Keine Investitionen, keine Fonds, nichts?

Das interessiert mich nicht. Ich bin

Musiker, kein Banker. Geld zu haben ist

für mich nur ein schöner Nebeneffekt.

Es ermöglicht mir, das zu tun, was ich tun

möchte, ohne mir Sorgen machen zu

müssen.

Villen, fette Autos?

Ich fahre eine Familienlimousine und

habe ein nettes Haus, das gerade groß

genug ist. Mein einziges Statussymbol ist

mein Studio, das 606 in Los Angeles, in

das ich Unsummen investiert habe. Aber

nur, weil es genauso aussehen sollte wie

Atlantis, das legendäre Studio von Abba.

Und wenn ihr es unbedingt wissen wollt:

Ich habe gerade mein Ferienhaus in

Oxnard (eine Stadt an der Küste nördlich

von L. A.; Anm.) verkauft – mit Verlust.

Das zeigt, was für ein lausiger Geschäftsmann

ich bin. Und ich habe auch nicht

Malibu gesagt, sondern Oxnard. Die

traurige Wahrheit ist: Ich bin spießiges

Kleinbürgertum.

Courtney Love plant ein Biopic zu

Nirvana. Wer soll Dave Grohl darin

spielen?

Hmmm … am liebsten Robert Rodri guez.

Aber ich fürchte, damit komme ich nicht

durch, hahaha.

www.foofighters.com

„ I C H W E I S S

N I C H T , W I E

MAN TWITTERT,

CHATTET ODER

W A S A U C H

I M M E R . D A S I S T

W A S F Ü R M E I N E

7 5 - J Ä H R I G E

M A M A , D I E S O N S T

NIEMANDEN ZUM

REDEN HAT.“

26 THE RED BULLETIN


edbulletin

Visual

Storytelling

Abseits des Alltäglichen

Ellinor Olovsdotter has the flu. The rising star known as Elliphant often gets sick when she

THE CAPTAIN OF ADVENTURE

ALL-ROUND ACTION HERO WILL GADD IS A LIVING LEGEND IN THE TRUEST SENSE.

visits LA, she explains, raspy-voiced and half naked, completely unself-conscious about her

„MEINE EINZIGE ANGST

IST DIE ANGST SELBST“

„MEINE EINZIGE ANGST

IST DIE ANGST SELBST“

SIMPLY

THE BEST

body. The globe-trotting former model from the wrong side of the tracks is part of a Nordic

new wave of fierce dance-pop divas, alongside fellow Swedes Icona Pop, Robyn, Lykke

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DIE

BILDER

DES

JAHRES

BEST OF 2014

2014. ALS WIR

UNS EISKÜBEL

ÜBER DEN KOPF

LEEREN MUSSTEN.

THUMBS UP!

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EISKALT. Die Ice Bucket Challenge wird zum Aufwärmtraining der Formel 1. Daniel Ricciardo bekommt am

21. 8. in Spa einen Kübel Eis gespendet. Und es wirkt: Drei Tage später gewinnt er den Grand Prix von Belgien.

CLIVE MASON/GETTY IMAGES


WIR SCHAFFEN DAS. Red Bull Hare Scramble heißt übersetzt „Flussbett-Ausheben mit Motorrad“. Okay, heißt

es nicht. Trotzdem sehen wir am 1. Juni eine Kolonne Enduro-Racer bei Grabungsarbeiten am steirischen Erzberg.

JEAN-CHRISTOPHE DUPASQUIER/RED BULL CONTENT POOL

30


BEST OF 2014


SALTO FINALE. Der leiseste Weltklassespieler der Neuzeit zeigt in Brasilien seinen letzten Jubelsalto für

Deutschland. Nach dem WM-Titel und seinem WM-Torrekord sagt Miroslav Klose tschüs zur Nationalelf.

EDDIE KEOGH/REUTERS

32


VERRÜCKT PRÄZISE. Die Red Bull Cliff Diving World Series – hier im Juli

auf den Azoren – versammelt nicht nur äußerst mutige Athleten. Sondern

auch die wahrscheinlich waghalsigsten Fans der Welt.

BEST OF 2014

ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL


WO IST ER? Die US-Spieler blockieren liegend das Tor, die Tschechen suchen den Puck.

Die USA gewinnen das Viertelfinale mit 5:2, aber Olympiasieger in Sotschi wird Kanada.

34


BEST OF 2014

AP PHOTO/MATT SLOCUM


SCHAU DIR DAS AN! Felipe Massa schweißt über die Piste von Hockenheim, Christof Innerhofer purzelt in Sotschi zur Bronzemedaille,

Alex Gazsi glotzt Dirty Ice-Dancing, und Seattle-Seahawks-Coach Pete Carroll duscht nach der gewonnenen Super Bowl XLVIII.

GETTY IMAGES, STEFANO RELLANDINI/REUTERS

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DAVID GRAY/REUTERS, EDUARDO MUNOZ/REUTERS

BEST OF 2014


SIND WIR SCHON DA? Die Rallye Dakar hieß auch 2014 in Chile Rallye Dakar. Nur die Sahara

heißt dort Atacama. Der Fahrer übrigens Carlos Sainz. Und ja, er weiß, wohin er fährt.

MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL

38


BEST OF 2014


DAS ÄLTESTE LICHT DER WELT. Im Februar entdecken Astronomen mithilfe der Teleskope

Hubble und Spitzer die ältesten Galaxien des bekannten Universums: Manche der

kleinen Punkte hier sind über 13 Milliarden Jahre alt – und kurz nach dem Urknall entstanden.

Das rötliche Fleckchen links oben ist Abell 2744_Y1 und hat zehnmal mehr Sterne

als unsere Milchstraße. Nichts ist so weit weg von uns. Gibt es dort Leben? Ziemlich sicher!

40


BEST OF 2014

NASA


COMEBACK DES JAHRES. Das Red Bull Air Race kehrt im Februar nach dreijähriger Pause

zurück. Zwölf Piloten fighten in 370 km/h (= 200 Knoten) schnellen Maschinen um den

Weltmeistertitel. Erster Saisonstopp: der wolkenlose Himmel über Abu Dhabi.

BALAZS GARDI/RED BULL CONTENT POOL

42


BEST OF 2014

ANDREAS SOLARO/AFP/GETTY IMAGES

DER MEISTER, DER VOM HIMMEL FIEL. Marc Márquez hat 2013 seine erste MotoGP-Saison

als Weltmeister beendet. 2014 gewinnt er gleich die ersten zehn (!) Rennen in Serie.


„Fühlt man einen

Weltrekord kommen,

Herr Jackson?“

Elf Jahre lang war er der schnellste Mann der Welt über 110 Meter Hürden.

Heute ist Colin Jackson das perfekte Beispiel dafür, wie dich Bewegung zu einem

glücklicheren Menschen macht. Ein Gespräch mit dem designierten

Internationalen Sportdirektor des Wings for Life World Run.

Text: Werner Jessner

the red bulletin: Fühlt man einen

Weltrekord kommen?

colin jackson: Ja. Du näherst dich ihm

an und weißt zugleich, dass dein Training

besser geworden ist. Ab dem Moment, wo

ich meine 13,0 Sekunden aus dem Ärmel

schütteln konnte, war es nur noch eine

Frage der Zeit, bis der Rekord fällt.

Wie lange haben Sie gewartet?

Bei den Olympischen Spielen in Barcelona

1992 war mir klar, dass ich Weltbestzeit

laufen kann. Hat aber nicht geklappt. Das

wäre der magische Moment gewesen. Bei

der WM 1993 in Stuttgart war es dann so

weit: 12,91 Sekunden.

Wie hat sich der Morgen dieses Tages

angefühlt?

Ich war nervös, immerhin hatte ich noch

keinen einzigen großen Titel gewonnen.

Mein Zimmerkollege war Linford Christie.

Er hatte am Tag davor Gold (über 100

Meter; Anm.) geholt und den Weltrekord

nur um eine Hundertstelsekunde verpasst.

Nun war ich dran. Der Druck war immens.

Worüber sprechen Weltklasse-Athleten

im Doppelzimmer?

Kaum über den Sport. Autos. Häuser. Und

natürlich Frauen. Und in den 1990ern hat

man noch Karten gespielt.

Wie sind Sie zum Hürdensprinter

geworden?

Ich konnte schnell laufen, hoch und weit

springen, hatte ein gutes räumliches Sehvermögen

und war beweglich. Eigentlich

wollte ich Zehnkämpfer werden, aber dafür

hat es mir an Körpergröße gefehlt.

Ihre Trainings-Bestmarken?

100 Meter flach: 10,29 Sekunden; 60 Meter

flach: 6,49 Sekunden; Hochsprung:

2,03 m; Weitsprung: 7,96 Meter.

In manchen Ländern wären das nationale

Rekorde! Welche Disziplin ringt

Ihnen den meisten Respekt ab?

Hochsprung. Weltrekord sind 2,45 Meter,

das ist so hoch wie ein Fußballtor!

Was hat Ihnen Hürdenlaufen für andere

Sportarten gebracht?

Die meisten sind leicht zu erlernen. Skifahren,

Snowboarden? Kein Problem.

Haben Sie Ihr Kampfgewicht gehalten?

Ich wiege um zehn Kilo mehr als zu

meiner aktiven Zeit. Aber nicht, weil ich

fett geworden bin, sondern weil Spitzensportler

unterernährt sind. Großer Motor,

leichtes Chassis. Kein Ballast.

„Spitzensportler

sind unterernährt.

Großer Motor,

leichtes Chassis.

Kein Ballast.“

Warum haben Sprinter dann so mächtige

Oberkörper?

Weil die Arme die Beine antreiben. Wenn

dein Oberkörper explosiv ist, folgen die

Beine von selbst. Sprinter haben ihre

Hände immer im Blickfeld. Achten Sie bei

der nächsten TV-Übertragung darauf!

Welche Sportarten betreiben Sie?

Laufen. Hürden unter Androhung von

Waffengewalt. Viel Mountainbiken. Tennis.

Fußball. Skifahren. Snowboarden. Mir

fällt immer was ein. Ich bin immer aktiv.

Können Sie sich vorstellen, dass andere

Menschen lieber vor dem TV sitzen?

Bewegung ist das Einzige auf dieser Welt,

dessen Benefit dir ganz allein zugutekommt.

Jeder Mensch, egal wie beschäftigt

er ist, wird eine Stunde pro Tag finden,

um sich selbst etwas Gutes zu tun. Wer

das nicht schafft, ist arm dran.

Manche überlisten sich mit sogenannten

Self-Tracking-Devices …

Mein Vater ist 83, er trägt so ein Armband

und ärgert sich, wenn er sein Tagesziel

verfehlt. Alles, was dir hilft, ist gut. Ich

persönlich brauche es nicht.

Pulsmesser?

Nein. Für mich ist Bewegung, mich wohl

zu fühlen, in den Körper reinzuhorchen.

Ich muss nicht mehr trainieren, ich darf.

Wie lange Distanzen laufen Sie heute?

Als Aktiver hasste ich lange Distanzen.

Heute sind zehn Kilometer kein Problem.

Wie weit würden Sie beim Wings for

Life World Run kommen?

Ich würde das wissenschaftlich angehen:

Wie lang darf ich gehen, wie lange bei

halbem Tempo, wie lang muss ich bei

vollem Tempo laufen, um 15 Kilometer

zu schaffen? 15 Kilometer wären mein

Ziel. Für einen Sprinter ist das beinahe

schon ein Marathon!

So weit wird es aber nicht kommen, da

Sie als Internationaler Sportdirektor in

der Race Control sitzen. Ihre Aufgabe?

Ich will, dass am Ende alle unzufrieden

sind – nicht mit der Organisation oder

der Strecke, sondern mit der eigenen

Leistung! Das würde nämlich bedeuten,

dass sie nächstes Jahr wiederkommen.

Wird die Bestmarke vom Mai 2014

(78,57 km; Anm.) fallen?

Vorjahressieger Lemawork Ketema ist

überzeugt, dass er – wenn alles passt –

100 Kilometer schafft.

Am 3. Mai 2015 erfolgt an

35 Orten in 33 Ländern auf der

ganzen Welt zeitgleich der Startschuss

zum Wings for Life World Run 2015. Wer schafft

es, dem Catcher Car am längsten zu entkommen?

Die Anmeldung öffnete am 1. Oktober 2014 auf:

www.wingsforlifeworldrun.com

DANIEL GRUND/RED BULL CONTENT POOL

44 THE RED BULLETIN


Name

Colin Ray Jackson

Geburtstag/-ort

18. Februar 1967,

Cardiff, Wales

Größe/Wettkampfgewicht

1,82 m, 75 kg

Erfolge

Zweimaliger Weltmeister,

vierfacher Europameister,

olympische Silbermedaille,

Weltrekord (12,91 Sekunden,

aufgestellt bei der WM 1993,

gültig bis 2004)


TONI PALZER

„Jo mei, dann tut’s

eben weh“

Der vierfache Junioren-Weltmeister im Ski-Bergsteigen über positive Schmerzen,

Abfahrten auf Zahnstochern und sein Relax-Programm um vier Uhr früh.

Interview: Andreas Rottenschlager, Bild: Oliver Jiszda

the red bulletin: Herr Palzer, lieben

Sie Ihren Sport?

toni palzer: Klar. Warum fragen Sie?

Ski-Bergsteigen wurde in den 1920ern

als Ausdauer-Härtetraining für Soldaten

entwickelt. Irgendwie erkennt man das

bis heute. Was reizt Sie daran?

Dass du an deine Leistungsgrenzen gehen

musst, während du durch wundervolles

Panorama läufst. Du musst wie ein Bergsteiger

denken, um das toll zu finden: Der

Bergsteiger will auf den Berg – erst dann

ist er glücklich.

Andere könnten dabei eher an Luftknappheit

denken. Der höchste Punkt,

den Sie im Weltcup erreichen, liegt auf

über 4000 Metern.

Klar gibt es Rennen, wo du dir denkst:

„Was mache ich hier?“ Du hast einen Pulsschlag

von 200, und deine Oberschenkel

brennen. Jo mei, dann tut’s eben weh.

Aber je größer der Schmerz, desto größer

ist die Freude im Ziel.

Sie gelten als Spezialist für die Disziplinen

„Vertical Race“ (1000 Höhenmeter

in einem Anstieg; Anm.) und „Individual

Race“ (Einzelrennen mit Abfahrt;

Anm.). In welcher Disziplin bereiten

die Schmerzen die größte Freude?

Eindeutig beim Individual Race. Das sind

bis zu 2500 Höhenmeter pro Rennen –

unterteilt in Anstiege, Abfahrten und

Tragepassagen. Bei Letztgenannten musst

du dir die Ski auf den Rucksack schnallen,

um weiterzuklettern.

In Skischuhen?

Natürlich.

Klingt gefährlich.

Kommt ganz drauf an. Manchmal stapfst

du nur ein paar hundert Meter durch den

Schnee. Manchmal führt die Route über

einen Felsgrat. Dann wird von der Renn-

leitung vorher ein Fixseil gespannt, und

du hängst dich mit dem Klettergurt ein.

Wie gewinnt man so ein Rennen?

Bewerbe im Ski-Bergsteigen starten meist

auf einer Skipiste. Schön breit, alle haben

Platz. Nach 200 bis 300 Höhenmetern

zieht sich das Feld auseinander. Für den

steilen Teil der Strecke werden zwei

Spuren angelegt, die parallel zueinander

in Spitzkehren den Berg hinaufführen. Du

läufst auf einer Zickzacklinie bergauf. In

den Kehren kannst du überholen. Ziel ist,

als Erster zur Abfahrt zu kommen. Das ist

das Wichtigste.

„Ich war bei der

Abfahrt zu schnell.

Laut GPS 100 km/h.

Dann ist mein

Schuh zerbrochen.“

Warum?

Weil dich dann niemand schneiden kann.

Die Abfahrten sind Nervenkriege. Sie führen

mitten durchs Gelände. Mal hast du

Tiefschnee, mal fährst du über gefrorene

Schneedecken …

… wofür Tourenski ja nicht unbedingt

ideal geeignet sind …

Das Problem ist: Diese Skier wurden nicht

für Abfahrten gebaut. Sie sind viel zu

leicht. Ein Weltcup-Tourenski wiegt inklusive

Bindung nur 750 Gramm. An seiner

schmalsten Stelle misst er sechs Zentimeter.

Du saust den Berg auf zwei Zahnstochern

hinunter.

Können Sie sich an Ihren schlimmsten

Sturz erinnern?

Das war vor zwei Jahren, bei der Tour du

Rutor in Italien (im Aostatal; Anm.).

Was ist passiert?

Ich war bei der Abfahrt zu schnell unterwegs.

Laut GPS rund 100 km/h. Ich habe

einen Schlag bekommen, der meinen

Schuh zerbrochen hat …

Ihr Schuh ist während der Abfahrt

auseinandergebrochen?

Ja, das Material war wohl zu starr. Mittlerweile

trage ich Schuhe aus Carbon-Kevlar-

Gemisch. Die haben den richtigen Mix

aus Steifigkeit und Flex.

Wie schützen Sie sich eigentlich vor

Lawinen?

Der Weltverband der Ski-Bergsteiger

ISMF schreibt eine Basisausrüstung vor:

Lawinenschaufel, Lawinensonde, Lawinenverschütteten-Suchgerät,

Rettungsdecke,

Pfeife, dazu Überhose und Überjacke,

falls das Wetter mitten im Bewerb umschlägt.

Natürlich muss die Ausrüstung

superleicht sein – der ganze Rucksack

wiegt nur 500 Gramm.

Apropos Gewicht. Wie viel wiegen Sie?

60 Kilo bei einer Größe von 1,78 Metern.

In der Trainingspause nach Saisonende

werden es dann sechs Kilo mehr (lacht).

Wie viele Höhenmeter hat Ihre Saison?

300.000, wenn man Wettkampf und Training

zusammenzählt.

Können Sie danach noch Berge besteigen,

ohne an Wettkämpfe zu denken?

Ja, Berge sind meine Kraftquelle. Mein

Elternhaus liegt in Berchtesgaden auf

1100 Metern. Ich stehe oft um vier Uhr

auf und laufe auf den Watzmann, unseren

Hausberg. Wenn ich auf dem Gipfel bin,

setz ich mich auf einen Felsen. Dort oben

ist totale Stille. Solche Momente sind

ideal, um den Alltag abzustreifen.

www.antonpalzer.de

46 THE RED BULLETIN


Name

Anton Palzer

Geburtsdatum/-ort

11. März 1993 in

Berchtesgaden

Beruf

Ski-Bergsteiger, Sportsoldat

Erfolge

2011 und 2013: Doppel-

Weltmeister in der Junioren-

Klasse (18–20 Jahre) in

den Disziplinen Vertical und

Individual Race.

2014: Doppel-Europameister

(Vertical und Individual Race)

sowie Weltcup-Gesamtsieger

in der Espoir-Klasse

(21–23 Jahre).

Sommer-Hobby

Berglauf. Palzer war 2013

Deutscher Meister.


DER

FALL

DES ALEX BOKOCH

Sie sind in eine spanische Schlucht gekommen,

um sich an einem Kletterseil in die Tiefe zu werfen.

SIE JAGEN DEN WELTREKORD IM FREIEN FALL.

The Red Bulletin war exklusiv dabei.

TEXT & BILDER: FRED MARIE

48


Der Moment, auf den

siebzehn Männer und

eine Frau monatelang

hingearbeitet haben:

Alexey Bokoch, der

28-jährige Ukrainer,

beim Rekordsprung.


Der Erfinder von

ROPE- JUMPING

verunglückte tödlich.

Mit Kajaks wurden die

Seile auf die andere

Seite der Schlucht

transportiert.

Um die gigantische

Seilkonstruktion

in der Schlucht zu

befestigen, müssen

mit Hilfe von schweren

Bohrmaschinen

Haken in der Wand

fixiert werden.

Am höchsten Punkt einer überhängenden

Wand der Schlucht Mont-Rebei, 450 Meter

über dem Fluss Noguera Ribagorzana, der

die spanischen Regionen Katalonien und

Aragón voneinander trennt, versammeln

sich Anfang Mai siebzehn Männer und

eine Frau – Industriekletterer, Ingenieure,

BASE-Jumper, Fallschirmspringer – für ein

wagemutiges Projekt. Was die achtzehn

Franzosen, Spanier und Ukrainer dort

konstruieren wollen, wird aussehen, wenn

man es ein wenig salopp sagen möchte,

wie die größte Schaukel der Welt.

Zwei aus Kletterseilen gefertigte Seilrutschen

sollen die mehrere hundert Meter

breite Schlucht überspannen, an ihnen

wird ein 300 Meter langes, leicht elastisches

Dynamikseil befestigt.

Dieses Dynamikseil kann einem Springer

in dieser Schlucht, so haben sie es

errechnet, einen freien Fall in der Rekordlänge

von etwa 330 Metern und einer

Rekorddauer von rund zwölf Sekunden

ermöglichen – und zwar in einer besonderen

Extremsport-Disziplin, einer Art

Hybrid von Bungeespringen und BASE-

Jumping: Rope-Jumping.

GIGANTISCHES PROJEKT

Rope-Jumping ist ein relativ junger Sport.

Als sein Erfinder gilt der legendäre USamerikanische

Kletterer Dan Osman.

Osman, in den 1980er und 1990er Jahren

einer der besten Freeclimber der Welt,

ließ sich als Erster bewusst in Kletterseile

fallen, aus immer größeren Höhen. Bis

er am 23. November 1998 im Yosemite-

Nationalpark in Kalifornien seinen eigenen

Rekord auf 335 Meter im freien Fall verbessern

wollte. Das Seil hielt der Belastung

nicht stand, riss aus bis heute nicht restlos

geklärten Gründen, Osman stürzte

35-jährig zu Tode.

Seither hat niemand den Wert dieses

tragisch gescheiterten Rekordversuchs

auch nur annähernd zu erreichen versucht.

310 Meter im freien Fall waren bis zum

Projekt in der Schlucht Mont-Rebei der

höchste Wert, allerdings erreichte ihn das

polnische Team Dream Jump im Vorjahr

unter strittigen Umständen.


ÜBER 4 KILOMETER SEIL

sind für die Konstruktion nötig,

die den Weltrekord

möglich macht.

51


Sergey Khizhnyak,

einer der drei Männer

aus dem ukrainischen

Rock ’n’ Rope-

Team, in der Wand

bei der Einrichtung

der Seilkonstruktion.

Die 18 arbeiten drei Wochen

an der Seilkonstruktion.

DANN ENTSCHEIDET

DAS WETTER.

Mathieu Bes wird

vom Los als derjenige

bestimmt, der als

Erster in die Tiefe

springen darf.

„Ich stelle mir einen

sauberen Sprung vor.

Damit überwinde

ich meine Angst.“

52


Die Franzosen stellen

mit zwölf Athleten

das stärkste Team.

Einer von ihnen

ist Paul-Antoine

Gauchon, vom Beruf

Industriekletterer.


Für das Weltrekord-Projekt in Spanien

schließen sich mehr als 15 Jahre nach

Dan Osmans verhängnisvollem Versuch

drei Teams zusammen: Pyrénaline aus

Frankreich, High Jump aus Spanien und

Rock ’n’ Rope aus der Ukraine.

Eine abenteuerliche Herausforderung

ist dabei nicht nur der Sprung an sich. Die

Vorarbeiten beginnen Monate davor, darunter

naturgemäß nicht ganz alltägliche

Verhandlungen mit Behörden.

Die Arbeiten vor Ort dauern drei

Wochen. Allein um die gigantischen Seilrutschen

von einer Seite der Schlucht zur

anderen zu spannen, sind vier Kilometer

Kletterseil nötig: Die Seile werden von

einem Teil der Gruppe zum Rand der

Schlucht gebracht, zu einem anderen Teil

des Teams am Fuß des Felsens hinuntergelassen

und per Kajak über den mehrere

hundert Meter breiten Fluss gebracht.

„Das hier ist das schwierigste Projekt,

das wir je umgesetzt haben“, sagt Alexey

Bokoch (= Бóкоч, engl. transkribiert, dt.:

Bokotsch; Anm.), einer der Ukrainer. Und

wenn er das sagt, hat es Gewicht: In der

Ukraine und in Polen ist die Rope-Jumping-Community

am stärksten, dort hat

auch das Bungeespringen große Tradition.

Rock ’n’ Rope ist eines der erfahrensten

und engagiertesten Teams. Die Ukrainer

haben sogar einen internationalen Rope-

Jumping-Verband ins Leben gerufen.

DIE ANGST VERGESSEN

In den Vorbereitungen hat sich Ende Mai

als idealer Termin erwiesen: nicht so sehr

wegen der angenehmeren Temperaturen,

vielmehr wegen des verhältnismäßig

schwachen Winds. Denn Wind ist die

größte Gefahrenquelle beim Sprung,

Turbulenzen können den Springer gegen

die Wand werfen – eine potentiell tödliche

Bedrohung. In der engen Schlucht sind

die Verhältnisse noch schwieriger, weil

verschiedene Luftschichten sich hier mit

verschiedenen Strömungsrichtungen

übereinandertürmen, „es ist wie eine

Torte aus Winden“, sagt Bokoch.

Der große Tag ist der 20. Mai: Das

in den Tagen und Wochen davor sehr

schlechte, wechselhafte Wetter hat sich

etwas erholt, vor allem die Wind-Situation

hat sich ein wenig entspannt. Der Sprung,

auf den die 18 Abenteurer monatelang

hingearbeitet haben, soll Realität werden.

Das Los entscheidet, wer als Erster

springen darf. Mathieu Bes von Pyrénaline

ist der Glückliche. Er soll rund 400 Meter

über dem Fluss abspringen, der von ihm

gewählte Exit erlaubt rund 260 Meter

freien Fall.

Während Bes sich noch konzentriert,

warten seine auf verschiedenen Höhen

der Schlucht postierten Kollegen den

Moment ab, um ihm das Signal zum Absprung

zu geben.

Dann ist es so weit.

Zu Ehren seiner Kollegen zählt er den

Countdown auf Ukrainisch.

„Tri … dva … odin … pasho!“

In dem Moment, in dem er sich nach

vorn abstößt, schreit er vor Begeisterung,

das Echo seiner Schreie in der Schlucht

vermischt sich mit dem der Schreie seiner

Kameraden am Gipfel und am Fuß des

Felsens. Alle sind erleichtert, wie gut der

erste Sprung klappt.

Das Wichtigste ist ausreichend Distanz

zur Wand. Bei Bes gibt es kein Problem,

im Gegensatz zu Ivan Kharkhan, einem

der nächsten Springer. Der Ukrainer gerät

nach rund 80 Metern freien Falls ins Trudeln

und kommt der Wand immer näher.

Nur sein sehr guter Absprung bewahrt ihn

vor einer extrem gefährlichen Situation –

es ist ganz still, als er im Seil hängt, allen

ist der Schreck in die Glieder gefahren.

In der Enge der

Schlucht sind

die Verhältnisse besonders

SCHWIERIG.

„... wie in einer Torte

aus Windschichten.“

54


Entscheidende

Zehntelsekunden:

Ein kräftiger Absprung

ist nötig für den lebenswichtigen

Abstand

zur Felswand. Ein Restrisiko

bleibt auch dann:

Jede Windböe bedeutet

potentiell Gefahr.

„Wenn du beim Absprung nicht genug

Schub nach vorn erzeugst, knallst du

gegen die Wand“, sagt Bes. Wie bereitet er

sich auf einen Sprung vor? „Ich verinnerliche

meine Flugbahn und denke daran,

dass der Sprung ganz sauber und kontrolliert

wird. Du vergisst deine Angst, wenn

du weißt, was dich erwartet.“

Der Rekordsprung ist Alexey Bokoch

vorbehalten. Der Ukrainer ist der erfahrenste

Springer unter den 18 ins Projekt

eingebundenen Athleten.

„TRI … DVA … ODIN … PASHO!“

Dann stößt sich der Springer ab

und stürzt hunderte Meter tief

in die Schlucht.

Die genauen Log-Daten seines Sprungs

sind eindrucksvoll:

Exit in 944 Meter Seehöhe, 132 km/h

maximale vertikale, 62 km/h maximale

horizontale Geschwindigkeit, nach 331

Metern und exakt 12,32 Sekunden setzt

die Bremswirkung des Seils ein, nach

425 Metern kommt er auf 519 Metern

Seehöhe zum Stillstand – das ist der neue

Weltrekord für Alexey Bokoch, den

28-jährigen Ukrainer.

pyrenaline.fr, rocknrope.com.ua


JOHNNYRANDOM

„Jedes Fahrrad

klingt anders“

Der New Yorker Komponist hat sich in der Musikszene mit seinem Fahrrad Gehör

verschafft. Nun möchte er einen Müllzerkleinerer schön klingen lassen.

Text: A. R. Sánchez, Bild: Rick Rodney

„Bespoken“ klingt zunächst wie ein ganz

normales Musikstück, ein ziemlich cooles

sogar. Doch das Besondere dran ist nicht,

wie es klingt, sondern was klingt: Es wurde

mit einem einzigen Instrument eingespielt.

Einem Fahrrad. Der in Kalifornien lebende

New Yorker Johnnyrandom ist der Mann,

der Speichen in Gitarren und Reifen in

Drums verwandelt.

the red bulletin: Die meisten Leute

benutzen Fahrräder zum Fahrradfahren.

Wie kamen Sie auf die Idee, damit

Musik zu machen?

johnnyrandom: Das geschah schon

als Kind. Ich war vier, als ich ein Huffy-

Fahrrad bekam. Ich begann gleich einmal,

mit den Speichen rumzuexperimentieren.

Ich wollte rausfinden, was man tun muss,

damit sie für Musik taugen.

Das ist aber nicht die typische Herangehensweise

eines Vierjährigen an

das Rad, das er soeben geschenkt bekommen

hat.

Ach, wissen Sie, ich war ein bisschen ein

Einzelgänger. Meine Lieblingsbeschäftigung

war Hören. Man könnte sagen, ich

habe die Welt mit den Ohren entdeckt.

Klingt vielleicht nicht allzu aufregend …

… doch, doch!

… aber ich bin wirklich dankbar dafür,

dass ich mir selbst überlassen war.

Dadurch konnte sich meine Neugier

ungehindert entfalten. Außerdem hatten

wir keinen Fernseher daheim. So blieb

Zeit zum Lesen und zum Ausprobieren

von Instrumenten oder anderen Dingen,

mit denen ich Musik machen oder „komponieren“

konnte.

Wie haben Sie entschieden, welche

Fahrradteile in Ihrer Musik welchen

Part übernehmen sollen?

Jedes Rad hat seinen eigenen akustischen

Fingerabdruck. Straßenräder haben filigrane

mechanische Komponenten, die sich

perfekt für perkussive Sounds einsetzen

lassen. Wenn man bei konstanter Drehgeschwindigkeit

das Profil eines Reifens

mit einem Plektrum spielt, klingt es wie

ein verzerrter E-Bass. Mit einem elektromagnetischen

E-Bow kann man auf den

Kabeln der Gangschaltung spielen. Scheibenbremsen

haben einen großartigen

Klang, wie ein chinesischer Gong. Und

der kann über 60 Sekunden lang anhalten!

Was war das überraschendste Klangelement,

das Sie gefunden haben?

„Man muss sie

richtig stimmen,

dann klingen

Speichen

wunderschön.“

Der schönste und zugleich am schwierigsten

einzufangende Klang war jener der

Speichen. Für jede Note musste ich alle

Speichen des Rads auf den exakt gleichen

Ton stimmen. Man muss sie richtig stimmen,

dann klingen Speichen wunderschön.

Außerdem muss es ein „radial“

gespeichtes Rad sein, also ohne sich überkreuzende

Speichen. Als ich es zum ersten

Mal probierte, brauchte ich eine Stunde,

um eine einzige Note zu spielen. Um eine

komplette Oktave einzuspielen, brauchte

ich eine Woche.

Je überlegt, Ihr Rad live zu spielen?

Mit Musikern ginge das auf keinen Fall. Es

müssten so viele sein, das wäre dann nicht

mehr in der nötigen Präzision möglich.

Theoretisch wäre es mit zwanzig Fahr­

rädern und extrem leistungsstarken, von

maßgeschneiderter Software gesteuerten

Robotern denkbar, „Bespoken“ live zu

performen. Aber das würde wohl an den

Kosten scheitern.

War „Bespoken“ Ihre erste musikalische

Arbeit mit Fahrrädern?

Ich habe 2006 ein kurzes Rad-Arrangement

von Tschaikowskys „Tanz der Zuckerfee“

gemacht, eine Auftragsarbeit für

Specialized Bicycle Components. Das war

eine nette Weihnachts-E-Card damals!

Vielleicht eine dumme Frage, weil

Pianisten fahren mit ihrem Klavier ja

auch nicht durch die Gegend. Aber

benützen Sie Ihr Rad manchmal auch

auf herkömmliche Weise?

Klar. Radfahren ist für mich der beste Weg,

mich geistig wieder frisch zu machen. Ich

fahre am liebsten Mountainbike in den

Redwoods rund um die Bay Area von San

Francisco, wo ich lebe. Mein Lieblingsrad

ist ein Specialized Stumpjumper FSR. Es

hat übrigens auch einige tolle Sounds für

„Bespoken“ geliefert.

Was ist Ihr Lieblingslied rund ums

Thema Radfahren?

Aktuell „Bicycle“ von St. Vincent. Aber ich

interessiere mich für die ganze Geschichte

des Fahrrads in der Musik, von Samuel

Goss, der 1899 das „Musik-Fahrrad“ erfand,

bis zu Queen, Zappa und Kraftwerk.

Sie haben auch mit Küchenutensilien

Musik gemacht …

Meine nächste Veröffentlichung heißt

„Clarify“ und dekonstruiert eine komplette

Küche, aber auf eine Art und Weise, wie

man es sich nicht erwarten würde. Ich

habe vielleicht sogar einen Weg gefunden,

einen Müllzerkleinerer schön klingen

zu lassen.

„Bespoken“ gibt’s auf iTunes und Bandcamp

johnnyrandom.bandcamp.com

56 THE RED BULLETIN


Alter, Geburtsort

40 Jahre, New York City

Karriere

Studium am California

Institute of Arts (CalArts),

das beim Northridge-Erdbeben

1994 zerstört wurde.

Im Berklee College of Music

in Boston lernte er, Film- und

Fernsehmusik zu machen.

Der Name

„Ich hatte mal Probleme

mit einem Synthesizer. Also

fing ich an, aufs Geratewohl

(engl.: at random; Anm.)

Tasten zu drücken, plötzlich

lief er wieder. Mein Name

erinnert mich daran, dass die

beste Methode manchmal

die unerwartetste ist.“

Musik

„Bespoken“, „Bespoken

(Inverted MTB Remix)“,

„Clarify“ und jede Menge

Arbeiten für Fernsehwerbespots


DAS

DRITTE

LEBEN

Er kam als Unfall auf die Welt. Mit 23 war er Küchenchef.

Schmiss hin. Wurde als Gangsta-Rapper ein Star bei Bushidos Label.

Stieg aus. Jetzt macht er, was er immer wollte. Und hat Erfolg damit.

Die erstaunliche Geschichte des Linzer Rappers Chakuza.

Text: Manuel Kurzmann, Bilder: Isabella Rozendaal und Mirjam Wählen


DES

PETER

PANGERL

59


as dritte Leben von Chakuza, 33, mit bürgerlichem

Namen Peter Pangerl, begann

am 12. März 2012 mit einem Facebook-

Posting:

„für alle zum mitschreiben: wir arbeiten

an einem neuen album!!! wann es erscheinen

wird, wissen wir noch nicht. ich

habe mich zurückgezogen, um das beste

rauszuholen …“

Fast genau ein Jahr danach erschien

„Magnolia“. Das fünfte Album des in Linz

aufgewachsenen Rappers war nachdenklich,

ruhig, sensibel, reflektiert. Ein kompromissloser

Bruch mit allem, was man

davor von Chakuza gekannt hatte.

Denn Chakuza war als einer der düsteren

Jungs bei Bushidos Gangsta-Rap-

Label „ersguterjunge“ bekannt geworden

– mit Hits wie „Unter der Sonne“ oder

„Vendetta“, mit Texten wie: „Wir nennen

meine Hoden nur mein Ballungszentrum,

aber Achtung, Homo, keine Jungs, nur

Schlampen hängen da rum.“

„Magnolia“ wurde kontrovers aufgenommen,

vergraulte alte Fans, war aber

dennoch enorm erfolgreich: Top Ten in

der Schweiz, Platz fünf in Deutschland,

Rang drei in Österreichs Album-Charts.

Vor kurzem folgte „Exit“. Chakuzas

zweites Album in seinem neuen Leben,

dem dritten. The Red Bulletin besuchte

den Rapper in der niederländischen Provinz,

wo er seine neue Platte produzierte.

LEBEN 1: KOCH

„Ich war quasi ein Unfall. Meine Eltern

waren 18, als ich zur Welt kam. Zu jung,

um das mit der Erziehung hinzukriegen.

Also verbrachte ich als Kind viel Zeit bei

meinen Großeltern in Gmunden: riesengroßer

Garten, rundherum Berge. Zu

Hause in Linz gab es das alles nicht. Wir

lebten im Stadtteil Keferfeld. Dort ist Linz

eine abgefuckte Industriestadt.

Dann Scheidung der Eltern, der ganze

Scheiß. Ich war das klassische Problemkind.

Miese Noten, schlechtes Benehmen.

Ein Trottel, der sich als Mann fühlt, weil

er Alkohol trinkt und auf der Straße rumhängt.

Mit 16, 17 habe ich Mitschüler und

Lehrer attackiert. Ich flog von der Schule.

Ich suchte mir eine Lehrstelle als Koch.

Bosna machen konnte ich ja schon, weil

mein Dad eine Imbissbude hatte. Ich fand

tatsächlich eine Lehrstelle. In einem

Riesenladen, der machte Caterings für bis

zu 2500 Leute. Also schälte ich für 2500

Leute Kartoffeln. Ich hatte aber Lust,

richtig kochen zu lernen. Ich hatte auch

Talent. Und ich hatte wieder Glück. Denn

Küchenchef war Gerry – Anfang 30, redete

ständig Blödsinn und war stolzer Besitzer

eines Opel Kadett mit Remus-Auspuff.

Der brachte mir viel bei. Die Lehre habe

ich in zweieinhalb Jahren abgeschlossen,

also ein halbes Jahr vor der normalen

Lehrzeit. Mit 23 war ich Küchenchef im

Restaurant ‚Ringelspiel‘, einem Großbetrieb

in der Linzer Altstadt. Meine

Karriere als Koch verlief steil.“

Rückzugsort: Sein Album „Exit“ nahm Chakuza im niederländischen

1500-Einwohner-Dorf Vijlen auf. Für Besucher gab es Bosna vom Grill.

Im Studio: Chakuza (li.) mit Musiker

Jan Bruschke, Mitglied des

Musik kollektivs In Vallis, das die

aktuelle Platte „Exit“ produzierte

60


Unten: Chakuza

live im Berliner

C‐Club im Januar

2013. „Die Leute

sagten: ‚Er klingt

jetzt wie Casper,

hahaha.‘“

„ICH WAR EIN TROTTEL, DER SICH ALS MANN

FÜHLT, WEIL ER RUMHÄNGT UND TRINKT.“


„WIR TRUGEN

DIESELBEN

KLAMOTTEN

WIE BUSHIDO.

ALLE MACHTEN

AUF GANGSTER.“

LEBEN 2: GANGSTER

„Neben Kochen war Rap meine Leidenschaft.

Zuerst nur hobbymäßig. Ich machte

nach der Arbeit Musik. Hin und wieder

gab’s einen Auftritt in einem Jugendheim.

Dass es mehr wurde, ist Bushido zu verdanken.

Der trat 2003 im Linzer Posthof

auf. DJ Stickle, mit dem ich damals gemeinsam

spielte, und ich trafen ihn beim

Konzert und drückten ihm bei dieser

Gelegenheit eine Demo von uns in die

Hand. Wir dachen: ‚Vielleicht kauft er uns

einen Beat ab.‘

Drei Monate später meldete Bu shido

sich wirklich. Und unglaublich: Er wollte

mehr von uns haben. Wir trafen ihn,

chillten einen Abend und begannen am

nächsten Tag zu arbeiten. An diesem Tag

kündigte ich auch meinen Job als Koch.

Mit sofortiger Wirkung.

Stickle und ich zogen quasi über Nacht

nach Berlin. Es lief super. Wir produzierten

vier Jahre lang alle Künstler von Bushidos

Label ersguterjunge, auch Bushido selbst.

Wir arbeiteten teilweise an zwei bis drei

Alben gleichzeitig. Unser Sound hat den

Deutsch-Rap über Jahre geprägt, das

kann man absolut sagen.

Wir führten ein echt krasses Leben.

Bushido zahlte das Essen, die Drinks, alles.

Wir trugen nach kurzer Zeit dieselben

Klamotten wie er und machten einen auf

Gangster, typisches Rudeltierverhalten.

Ey, und als Gangster brauchst du ein

schnelles Auto. Ich kaufte mir einen Audi

S3, 225 PS, Vollausstattung.

Ab 2007 nahm auch meine Karriere

als Rapper richtig Fahrt auf. Mein Album

‚City Cobra‘ ging auf Platz zehn der deutschen

Album-Charts, ‚Unter der Sonne‘

ein Jahr später auf neun. Ich war bei allen

Großevents eingeladen, MTV Music

Awards, Echo, Bravo Supershow. Aber

schon damals merkte ich, dass ich für den

Scheiß nicht tauglich bin. Klar bist du zuerst

geflasht, wenn dir backstage Beyoncé

oder Rihanna über den Weg laufen. Aber

mit der Zeit wurde das immer weniger

spannend. Und immer stressiger. Dazu

kam: Bei mir war dieses Gangsta-Rap-Ding

nie authentisch. Ich bin in Linz aufgewachsen.

Dort gibt’s nun mal keine Gangster.

2010 kam der Punkt, an dem ich merkte:

Alter, irgendwie läuft alles aus dem

62 THE RED BULLETIN


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„‚MAGNOLIA‘ WAR EIN STILBRUCH,

NIEMAND WUSSTE, WO ES HINGEHT.“

„Ich habe die Einöde

von Anfang an geliebt“,

sagt Chakuza über sein

Studio in der niederländischen

Provinz.

Ruder. Damals erschien ‚Monster in mir‘.

Wieder ein großer Erfolg. Trotzdem:

Meine Rolle als böser Gangster ging mir

extrem gegen den Strich. Nur: Was willst

du machen, wenn du bei Bushido gesignt

bist, dem Erfinder des deutschen Gangsta-

Raps? Schublade auf, du wirst reingeschmissen

und kommst nie mehr raus.

Ende 2010 hatte ich dann endlich den

Mut, zu sagen: ‚Hey Jungs, ich bin weg.‘

Bushido war sauer, aber da lief alles

korrekt. Nur rundherum brach alles ein.

Da war dieses Interview mit 16bars.de,

in dem ich Tacheles redete, da sagte ich:

‚Ich möchte nicht zu dieser Szene gehören.

Niemand hat was im Kopf, alle reden nur

Scheiße, und die Leute feiern das auch

noch.‘ Bei einem Auftritt dachte ich nur:

‚Was mache ich eigentlich hier?‘“

LEBEN 3: HANDY AUS, SUPER

„Was alles noch schlimmer machte: Privat

war alles scheiße. Meine Mutter war

nach langer Krankheit verstorben, meine

Beziehung ging kaputt. Ich war am Boden,

ständig besoffen, fühlte mich wie ein Loser.

Warum ich irgendwann aus dem Loch

gekrochen kam? Ich liebte die Musik ja

immer noch – und ich brauchte Geld.

Ich war fast zwei Jahre komplett weg

vom Fenster. Im Prinzip war ich für die

Öffentlichkeit als Musiker tot. Als dann

die erste Single ‚Ich lauf‘ rauskam (Januar

2013; Anm.), meinten noch viele Leute:

‚Der trägt ’ne Wollmütze, klingt jetzt wie

Casper, hahaha.‘ Aber bald hat keiner

mehr geredet. ‚Magnolia‘ hat sich richtig

gut verkauft, mein bestverkauftes Album

bis jetzt. Es war ein Stilbruch, gewagt, wir

wussten echt nicht, wo es hingeht.

‚Exit‘ habe ich dann schon hier produziert.

Ich habe die Einöde von Anfang

an geliebt, ohne Scheiß. Ich lag draußen

in der Sonne oder eben auf der Couch.

Das Handy war aus. Super.“

Chakuza auf Tour: www.chakuza.de

64 THE RED BULLETIN


DEUTSCHLAND

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EXTREM-ALPINIST AXEL NAGLICHS

BRETTER FÜR DEN WINTER.

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THE RED BULLETIN 67


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Im Geh-Modus

lässt sich die

Manschette des

Skischuhs um

60 Grad neigen.

Das erleichtert

den Aufstieg.

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AXEL NAGLICHS

HELFER IM FALL

DER FÄLLE

Kontrolliert

Durch die geringe

Spannung des

Touren-Rockers

bleibt die Skimitte

beim Schwung

stets am Schnee.

Standhaft

Zur optimalen

Kraftübertragung

stehen die Fußspitzen

nach

außen und ist die

Ferse abgesenkt.

ABS VARIO

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Soforthilfe: Im Notfall

öffnen sich in

knapp drei Sekunden

die beiden

85-Liter-Airbags.

Dadurch bleibt man

in einer Lawine an

der Oberfläche.

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Axel Naglich, 46,

gelang am 5489

Meter hohen Mount

St. Elias in Alaska

die längste Skiabfahrt

der Welt.

Auf und ab

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NAGLICH FORDERT SEIN EQUIPMENT

EBENSO WIE SICH SELBST.

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15 Werkzeuge in

einem Tool … falls

einmal Stacheldraht

im Weg sein

sollte oder an der

Ausrüstung etwas

zu reparieren ist.

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2007 wurde Axel Naglich mit seinem Projekt

am Mount St. Elias berühmt, 2009

folgte ein aufsehenerregender Film darüber.

Auch heute noch ist der Kitzbüheler

extrem aktiv: Rund 100.000 Höhenmeter

absolviert er pro Jahr – als Skialpinist ist

das Aufwärts für ihn dabei ebenso wichtig

wie das Abwärts. „Der Transalp 80 ist der

perfekte Kompromiss“, sagt er. „Mit 950

Gramm ist der Ski sehr leicht, aber so

stabil, dass ich jede steile Rinne mit Vollgas

einfahren kann.“ Beim Schuh vertraut

Naglich auf den Vacuum Transalp TS Lite.

„Unter 1000 Gramm, angepasster Innenschuh

– da drückt selbst nach Stunden

nichts.“ www.fischersports.com

Kerngesund

Leicht wie Balsa,

aber hoch stabil:

Der Skikern

besteht aus Paulownia,

dem leichtesten

im Skibau

verwendeten Holz.

LVS ORTOVOX

S1+

Lawinensuchgerät

mit rund 55 Meter

Reichweite, das

auch Körperlage

und Tiefe eines in

der Lawine Verschütteten

angibt.

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GEORG WALLNER/RED BULL CONTENT POOL

68 THE RED BULLETIN


ACTION!

WORKOUT

Ästhet der Lüfte:

Keiner fliegt

so elegant wie

Orlando Duque.

Der Kolumbianer

Orlando Duque, 40,

ist zehnfacher

Weltmeister im

Klippenspringen.

DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL, CAMILO ROZO/RED BULL CONTENT POOL, THERA-BAND® HERI IRAWAN

Akrobat

schön

KLIPPENSPRINGEN ORLANDO DUQUE, DIE

IKONE DIESES SPORTS, VERRÄT, WIE MAN

EINEN CLIFF-DIVER-BODY BEKOMMT.

„Am wichtigsten sind in unserem Sport

die Beinmuskeln. Zunächst für den Absprung,

dann für die Landung. Wir landen

ja mit den Füßen voran im Wasser.

Bei einer Sprunghöhe von 27 Metern mit

85 km/h – da musst du die Beine mit aller

Kraft zusammenpressen“, erklärt Orlando

Duque. „Spezielle Übungen sind daher

wirklich wichtig für mich, einbeinige

Kniebeugen mein Alltag.“

Abgesehen davon ist Duques Training

„ein normaler Mix aus Cardio-, Kraft-,

Sprung- und Mentaltraining. Kaum Besonderheiten.

Außer einer: Das Ausdauertraining

muss abwechslungsreich sein –

Laufen, Radfahren, Schwimmen, Rudern,

Stand Up Paddling … Aber dafür bietet

meine Wahlheimat Hawaii zum Glück

ideale Voraussetzungen.“

www.redbullcliffdiving.com

TREUES BAND

ORLANDOS FLEXIBLER TRAININGSPARTNER

Da ich viel reise, ist kein Platz für schwere

Trainingsgeräte. Meine Alternative und ständigen

Begleiter: elastische Therabänder– sie

sind leicht, platzsparend und günstig, können

für Krafttraining oder zum Aufwärmen verwendet

werden. Meine Favoriten

(je drei Sätze zu 10

bis 15 Wiederholungen):

Bizeps Curls

und Schulterdrücken.

TRAINING SCHÜTZT

„Du willst kaum etwas weniger, als dass es dir die Beine auseinanderreißt, wenn du mit 85 km/h

aufs Wasser prallst“, sagt Duque. „Das Training der Beinmuskulatur ist daher am wichtigsten.“

1 2

Auf eine weiche

Oberfläche stellen

(forciert die

Kniestabilität!),

rechten Knöchel

in ein Elastikband

oder eine

Zugmaschine

einhängen

Langsam und

gleichmäßig das

rechte Bein zur

Seite heben und

wieder senken,

nach drei Sätzen

zu je 12 bis 15

Wiederholungen

Bein wechseln

THE RED BULLETIN 69


ACTION!

TRAVEL

Dieser Herr wartet

in New York auf Sie.

Er ist nicht gut gelaunt.

R A U S

AUS DER

STADT

ACTION RUND UM

NEW YORK CITY

Gut in Schuss?

REALITY-EGO-SHOOTER ACTION AUF DEM BILDSCHIRM

REICHT IHNEN NICHT? HIER WARTEN FEINDSELIGE

SOLDATEN UND MÖRDERISCHE ZOMBIES DARAUF,

FAST GANZ IN ECHT ABGEKNALLT ZU WERDEN.

ABHEBEN

Am Fuße der

Shawangunk Ridge

in Ellenville, zwei

Autostunden von

NYC, befindet sich

der Mountain

Wings Flight Park,

das Mekka für

Drachenflieger im

amerikanischen

Nordosten.

mtnwings.com

Auf der Couch mit dem Controller die Welt ein wenig

gründlicher, äh, in Ordnung zu bringen ist das eine.

Das andere ist: tatsächlich rauszugehen und das

Gute zu verteidigen. Gegen das Böse in Form von

Soldaten und Zombies. Echten Soldaten. Und echten

Zombies nämlich. Mit einem zielgenauen M4-Sturmgewehr-Nachbau

in Händen und einer griffbereit im

Halfter steckenden Laser-Glock.

Im New Yorker Stadtteil Queens bietet Indoor

Extreme Sports (IES) eine – wie man es zur Verdeutlichung

nennt – „nichtletale“ Kampfeinrichtung, bei

der authentische Trainingsszenarien der U. S. Army mit

dem wohl intensivsten Laser-Tag-Erlebnis kombiniert

werden, das man sich vorstellen kann. „Unsere M4-

Militärplattform ist den aktuellen Trainingssystemen

des US-Militärs um Lichtjahre voraus“, sagt IES-Gründer

Peter Fermoselle. Gekämpft wird auf dem über

3500 Quadratmeter großen Areal einer ehemaligen

Käsefabrik, verfügbar sind mehrere Kampfszenarien.

„Jeder Sinn ist bis aufs Äußerste geschärft hier

90 Minuten kosten

20 bis 40 US-

Dollar pro Spieler,

abhängig von gewähltem

Szenario

und Wochentag.

indoorextreme

sports.com

drinnen“, sagt Adam Green, „Überlebender“

eines Zombie-Angriffs.

„Es ist der totale Adrenalinrausch,

der dich echt an deine Grenzen

treibt. Ich hatte wirklich eine

Scheißangst, das könnt ihr mir

glauben. Die haben einfach aus

allen Richtungen angegriffen.“

Diese Damen

würden Sie gerne

treffen.

INSIDER-TIPP

VOLL UNTER STROM

Wenn Exekutivorgane oder Militärs bei IES trainieren, tragen

sie das „Shockbelt“-System, das ihnen einen Stromschlag

durch den Körper jagt, wenn sie getroffen werden. „Unsere

Versicherung gab uns das Okay, es auch für das Freizeitangebot

einzusetzen“, verrät IES-Gründer Fermoselle.

ABFISCHEN

Mit dem Zug geht’s

nach Montauk auf

Long Island. Und

mit einem der beiden

Charter-Boote

von Kapitän John

Krol raus aufs Meer,

zum Hai-Fischen

im Nordatlantik.

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ABHÄNGEN

Lohnender

Abstecher in die

Appalachen: Nordamerikas

höchster,

längster und

schnellster Flying

Fox ist ein echtes

Erlebnis.

ziplinenewyork.com

GETTY IMAGES(2) NICK AMIES

70 THE RED BULLETIN


Full Movie dropping

Fall 2014

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ACTION!

MY CITY

TORONTO

COLLEGE ST W

1

E X T R A

KICK

WINTER-ACTION

NAHE TORONTO

TORONTO, KANADA

BATHURST ST

SPADINA AVE

DUNDAS ST W

DUFFERIN ST

2

OSSINGTON AVE

3

QUEEN ST W

KING ST W

4

5

EISKLETTERN

Einen vereisten

Wasserfall mit

Steigeisen und

Eispickel hinaufklettern?

Hier

lernt man in der

Praxis, wie es geht.

Kletterausrüstung

ist im Kurspreis

inbegriffen.

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Jr. Flo (re.) ist

DJ der Electronic

Band

Keys N Krates

aus Toronto

Willkommen

in der Welt

TORONTO MULTIKULTI, ENTSPANNTE COPS UND

WEISSE EICHHÖRNCHEN – WAS KANADAS GRÖSSTE

STADT EINZIGARTIG MACHT.

„Das prägendste und schönste Merkmal unserer Stadt

ist ihre Vielfalt“, sagt Jr. Flo, Mitglied der Keys N

Krates aus Toronto, einer der zur Zeit erfolgreichsten

Electronic Bands Kanadas, „ob Greek Town, Little

India, Little Italy oder Chinatown: Hier leben so viele

Menschen unterschiedlichster Herkunft in Einklang

mit- und nebeneinander – und so gut wie jeder

von ihnen lobt, auch ungefragt, Toronto als beste,

sicherste, toleranteste und schlicht lebenswerteste

Stadt der Welt. Die kulturelle Vielfalt schlägt sich

auch in der Musikszene nieder. Ob Jazz, Hip-Hop,

Funk, Techno, House, Folklore, Electro oder Indie:

Nacht für Nacht finden in der Stadt nicht weniger

als sechzig Live-Konzerte statt.“ Hier Flos dringende

Empfehlungen für einen Toronto-Trip.

keysnkrates.com

TOP FIVE

BEST OF TORONTO

1 KENSINGTON MARKET,

Kensington Avenue

Abgefuckt, aber legendär. Die

Multikulti-Area mit India-Shops,

Tacoläden, Rastafari-Cafés und

Hippies, die komische Zigaretten

rauchen. Sonntags steigt da das

Straßenfest Pedestrian Sunday.

2 PIZZERIA LIBRETTO,

221 Ossington Avenue

Gute Pizzas gibt’s in Toronto

vielerorts. Doch was Chef Rocco

aus dem Ofen zaubert, ist unerreicht.

Super: die Fleischpizza

mit karamellisierten Zwiebeln.

3 TRINITY BELLWOODS

PARK, 155 Crawford Street

Die Oase mitten in der Hektik

von Downtown – und chilliger

Spot, um mit Freunden in der

Wiese Wein zu trinken (stört die

Cops nie). Die Park-Attraktion

schlechthin: weiße Eichhörnchen,

die hier frei leben – und

gar nicht menschenscheu sind.

4 COSMOS WEST RECORDS,

652 Queen Street West

Ein extrem überteuerter Plattenladen.

Für LPs legst du hier

locker das Doppelte ihres wahren

Wertes ab. Warum also hingehen?

Weil kein Shop auf der

Welt so extravagante und seltene

Scheiben anbietet wie dieser.

5 THE HOXTON,

69 Bathurst Street

Ein Geheimtipp in Sachen Live-

House-Music: Hier spielen Acts,

die dicht vor dem Durchbruch

stehen. Verpasst nie die Afterparty.

Die „Surprise Guests“ entpuppen

sich oft als Superstars.

SKI-DOO

FAHREN

Ontarios Wälder

sind im Winter ein

Paradies für Skidoo-Fahrer.

Für

umgerechnet

180 Euro kann man

auf dem Motorschlitten

mit bis

zu 100 km/h durch

die verschneite

Gegend brettern.

backcountrytours.ca

HUNDE­

SCHLITTEN

FÜHREN

Von einem sechsköpfigen

Huskie-

Team gezogen,

navigiert man

den Schlitten

durch winterliche

Waldrouten.

Warm anziehen!

trythat.ca

CORBIS, RW PHOTOGRAPHIC INC, DALE TIDY/RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES(3)

72 THE RED BULLETIN


SERVUS EISHOCKEY-FANS!

Die DEL live und exklusiv bei ServusTV.

Jeden Sonntag

17:30 live

SERVUS HOCKEY NIGHT.

Messerscharfe Bildqualität und kristallklarer Ton direkt vom Eis.

Dazu ein einzigartiges Live-Voting für die Fans sowie Spielanalysen und Statistiken.

Das Aktuellste aus der Liga gibt es unter www.servustv.com/del


ACTION!

FEIERABEND

GLOBAL

DANCE

UNDERGROUND-

SOUND: DIE DREI

CLUBMUSIK-TRENDS

DES JAHRES.

Chill-Paradies

LUCKY WHO WO MÜNCHEN SO LÄSSIG

WIE BERLIN TANZT. UND BURGER-FANS

AUF GIN-EXPERTEN TREFFEN. DIE MUSIK?

HIP-HOP MIT EXTRA RELAX-FAKTOR.

Abtanzen und

Burger essen: Im

„Lucky Who“ wird

köstlich gefeiert.

GQOM

Der neue House-

Stil aus den Townships

von Durban:

düster-hypnotische

Ritualmusik

mit reduzierten

Elektronik-Beats.

Anspieltipp: die

DJ-Mixes von Jumping

Back Slash.

Im „Lucky Who“ staunt man zuerst über

die Getränkekarte: 33 Sorten Gin, dazu

eine exquisite Cocktail-Auswahl. Gemixt

wird ausschließlich mit selbstgemachten

Sirups. „Unsere Stammgäste schwören

auf den Gin Basil – einen Cocktail mit Gin

und frischem Basilikum“, sagt Jonathan

Hohberg, einer von fünf Betreibern der

Restaurant-Bar in der Brienner Straße.

Ebenfalls ein Renner: die hauseigenen

Burger-Kreationen wie der „Cheeseslider“

mit Chipotle-Mayonnaise, einer extrascharfen

Mayo-Sauce. „Die Leute kommen

aber nicht nur wegen der Burger zu uns“,

sagt Hohberg. „Wir setzen auf entspannte

Mucke in entspannter Atmosphäre, vor

allem auf Hip-Hop.“ Eröffnet wurde der

Münchner Chillout-Treffpunkt im Sommer

2013. Seit kurzem steigen im Lucky Who

auch DJ-Clubnächte. Von Donnerstag bis

Samstag wird bis drei Uhr morgens gefeiert.

„Es gibt das Klischee, wir Münchner

seien steif und bei weitem nicht so cool

wie die Berliner“, sagt Hohberg, „wir

beweisen hier jede Nacht das Gegenteil.“

LUCKY WHO

Brienner Straße 14

80333 München

www.luckywho.de

INSIDER-INFO

SIMON GERBER IST DJ,

PROMOTER UND IN

MÜNCHEN ALS „DER TYP

MIT DEM BART“ BEKANNT.

DER PERFEKTE DRINK

ZUM START IN DIE

NACHT?

Eindeutig der Mojito. Ich bin

eher der süße Typ. Außerdem

mag ich den frischen

Geschmack von Minze.

DER BESTE SONG, UM DIE

PARTY ZU STARTEN?

„Zillertaler Biertechno“

von WKND – ein Remix des

„Zillertaler Hochzeitsblues“.

Damit kannst du in München

nix falsch machen.

DAS BESTE AFTER-PARTY-

FRÜHSTÜCK?

Gibt’s im „Kistenpfennig“,

einer Backstube in Schwabing.

Meine Empfehlung:

Esst ein Sandwich – die sind

alle spitze!

BATIDA

In Lissabon mixen

DJs wie Marfox

Musikstile aus

Portugals einstigen

Kolonien mit

harten Beats. Das

Resultat: rasante

House-Musik,

die einen sogar

im Sitzen zum

Schwitzen bringt.

JERSEY CLUB

DJ Sliink und seine

Crew in New Jersey

produzieren

hyperaktive Tanzmusik

aus Klingeltönen,

zerhackten

R & B-Gesangsfetzen

und dickem

Bass. Hoher Nerv-

Faktor, aber absolut

ansteckend.

LUCKY WHO

74 THE RED BULLETIN


D

W

N

F


ACTION!

LADEN & LAUSCHEN

Steven Ellison

alias Flying Lotus,

31, Elektronik-

Starproduzent

aus Kalifornien

„Ihr könnt

mich alle!“

P L AY L I S T HIP-HOP-REVOLUTION, LSD-

ERKENNTNIS, GRIMMIGE TROMPETEN:

SOUND-VISIONÄR FLYING LOTUS ÜBER

SEINE FÜNF LIEBSTEN JAZZ-ALBEN.

Weather Report

Miles Davis

1 „Sweetnighter“

2

3

„In a Silent Way“

Ich entdeckte

dieses Album

vor zehn Jahren,

kurz bevor

ich meine

erste Platte

machte. Seither

habe ich

die Scheibe

eine Million Mal gehört. Weil sich darauf

einer der besten Songs aller Zeiten befindet:

„Manolete“. Fusion-Jazz, extrem

cool und funky. Und: Der Beat klingt wie

Hip-Hop – viele Jahre bevor Hip-Hop

überhaupt erfunden war.

The Soft Machine

4 5

„Volume 2“

Genau genommen

ist das

kein Jazz,

sondern Prog-

Rock. Aber

ich muss das

Album nennen,

weil ich es für

das beste aller

Zeiten halte. Die Platte steht keinen

Moment still: Melodien variieren ständig,

Songs verändern ihre Struktur im

Sekundentakt. Und doch fließen alle

Elemente ineinander. Genau das wollte

ich auch mit „You’re Dead!“ erreichen.

Davis spielt

die Trompete

wie einer, der

nicht lächeln

kann. Diese

Platte klingt

nach Außenseitermusik.

Als wollte er

sagen: „Ihr könnt mich alle!“ Ich liebe

es, wie er solche Emotionen durch sein

Trompetenspiel ausdrücken kann.

Außerdem ist es die erste Jazz-Platte,

auf der mein Lieblingsinstrument verwendet

wird: das Fender-Rhodes-Piano.

2008 revolutionierte Flying Lotus mit seinem zweiten

Album „Los Angeles“ die Elektronikszene: ein

Meisterwerk aus knisternden Jazz-Samples, nervösen

Computerspiel-Sounds und verstolperten Hip-Hop-

Beats. Aus Beats, die klangen, als hätte sein Drum-

Computer einen Joint geraucht. Scharen junger

Musiker kopierten seinen psychedelischen Stil, Stars

wie Thom Yorke (Radiohead),

Snoop Dogg und Herbie Hancock

outeten sich als Fans. Die beiden

Letzteren sind nun Gastmusiker

auf Flying Lotus’ neuer Platte,

seiner sechsten, „You’re Dead!“:

einem düsteren Konzeptalbum

über den Tod, elektronischer

Fusion-Jazz aus der Zukunft. Uns

verriet Flying Lotus jene fünf Jazz-

Platten, die ihn geistig beflügeln.

flying-lotus.com

Charles Mingus

The Black Saint and the Sinner Lady“

Eine Platte wie

ein Theaterstück.

Als

würde Mingus’

Kontrabass

mit den Blasinstrumenten

Gespräche

führen. Das

liebe ich an Jazz-Solos: Wenn der

Instrumentalist loslegt, fangen meine

Gedanke an zu wandern. Ich sinniere

über das Leben und den Tod. Am Ende

des Solos wache ich auf und denke:

Verdammt, was war das jetzt gerade?

Alice Coltrane

„Lord of Lords“

Das beste

Album meiner

Großtante

Alice. Ich

wuchs mit

ihrer Musik

auf, verstand

sie aber erst,

als ich das

erste Mal LSD probierte. Auf einmal ergab

dieses orchestrale, psychedelische

Meisterwerk Sinn in meinem Kopf. Da rin

verarbeitete sie den Tod ihres Gatten

John Coltrane: eine wichtige Inspiration

für mein eigenes Album übers Sterben.

FÜR UNTERWEGS

GADGET DES MONATS

SONY NWZ-A17

1979 gelang Sony mit

dem Walkman eine

Sensation. Ähnliches

könnte mit der Neuversion

glücken: Der

kleinste und leichteste

Hi-Res-Audioplayer

der Welt bietet 64 GB

Speicherplatz und

50 Stunden Spielzeit.

Und: Die Soundqualität

ist der von Smartphones

weit überlegen.

www.sony.com

M U S I K

SPIELEN

IM TREND:

MUSIKER UND IHRE

SMARTPHONE-

APPS. DIE DREI

BESTEN BEISPIELE:

RADIOHEAD:

POLYFAUNA

Der Spieler erkundet

psychedelische

Traumlandschaften

aus geometrischen

Formen auf der

Suche nach roten

Lichtern. Der

Soundtrack: neue,

unveröffentlichte

Songs der Band.

BERNHOFT:

ISLANDER

Der norwegische

Soul-Barde macht

Hörer zu Musikproduzenten:

Mit

der App kann man

Bernhofts Songs im

virtuellen Tonstudio

neu mixen, umbauen,

mit anderen

Effekten belegen.

BJÖRK:

BIOPHILIA

Die App zu Björks

aktuellem Album

erklärt spielerisch

Zusammenhänge

von Wissenschaft,

Natur und Musik. In

ihrer Heimat Island

wird sie heute im

Schulunterricht

eingesetzt.

WINDISHAGENCY.COM

76 THE RED BULLETIN


NEU

G ibt es einen Platz auf der Erde, an dem die Weltküche ein einzigartiges

kulinarisches Fest feiert? Monat für Monat entstehen neue Sensationen, wenn

die Gastköche des Ikarus mit ihren besonderen Zutaten in Salzburg eintreffen

und ihre außergewöhnlichsten Kreationen auf die Teller zaubern.

»Chefs« aus Frankreich, Spanien, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden,

Skandinavien, den USA, Südamerika, Afrika, Asien und allen anderen Ecken

und Enden der Welt – die Besten, Aufregendsten, Kreativsten, die Wildesten

und Altmeister des gesamten Kochuniversums.

Die Weltköche zu Gast im Ikarus

MAIBOCK MIT BETE UND

SCHOKOLADE

ISBN: 978-3-7105-0003-9

€ 76,00


ACTION!

GAMES

T E A M

PLAY

ES GEHT AUCH

MITEINANDER:

DREI INDIE-GAMES

MIT KOOP-MODUS

„FOUL PLAY“

Der britische Baron

Dashforth und sein

Lehrling Scampwick

vermöbeln

Dämonen vor Publikum.

Interaktives

Theaterstück und

Prügelspiel in einem

für PC, Xbox

360 und PS 4.

Alle Jahre wieder

CALL OF DUTY DER GIGANT UNTER DEN EGO-SHOOTERN ERLEBT

BEREITS DIE ELFTE AUFLAGE – UND DIE FÜHRT IN DIE ZUKUNFT.

Das neue „Call of

Duty“: für PC, Xbox

und PlayStation

Das Jahr 2054: Die Menschheit wird von

einer mysteriösen Terror-Organisation in

Atem gehalten, die rund um den Globus

Atomkraftwerke in die Luft sprengt. Und

weil die Regierungen der Welt nichts dagegen

tun können, springen private Militärfirmen

in die Bresche und bekämpfen die

Terroristen mit allem, was die Technologie

des Jahres 2054 zu bieten hat. Und mittendrin

in diesem Kampf landen die

Spieler von „Call of Duty:

Advanced Warfare“.

Für die einen ist es

nicht nur irgendein

Ego-Shooter, sondern

der Ego-Shooter

schlechthin. Für

DIE „CALL OF DUTY“-SERIE IN ZAHLEN

100

5

Millionen Spieler

weltweit

Mehr als die Einwohner

Deutschlands, Österreichs

und der Schweiz

zusammengenommen.

Milliarden zerstörte

Fahrzeuge

Das sind fünfmal mehr

als alle registrierten

Fahrzeuge, die es auf

der Erde gibt.

Terroristen gegen

Privatarmeen: So

sieht die Zukunft bei

„Call of Duty“ aus.

die anderen ist es das beste Beispiel für

Blockbuster-Games, bei denen sich bis auf

die Verpackung nur wenig ändert. Doch

eines ist klar: Kalt lässt „Call of Duty“ kaum

jemanden. Kein Wunder bei über hundert

Millionen verkauften Exemplaren.

Die Erfolgsgeschichte beginnt im Jahr

2003: Da kommt der erste Teil von „Call

of Duty“ auf den Markt, ein Ego-Shooter,

der im Zweiten Weltkrieg spielt. Alle Jahre

wieder folgen Fortsetzungen, mal im Kalten

Krieg angesiedelt, mal in der Gegenwart.

Doch eines haben sie gemeinsam: Nie hat

sich Krieg spielen so echt angefühlt – von

der Erschütterung bei Explosionen bis

zum Rückstoß der Waffen. Das bleibt

auch so bei „Call of Duty: Advanced

Warfare“. Nur dass zum Arsenal jetzt

auch futuristische Kampfdrohnen,

intelligente Granaten und Superkräfte

verleihende Exoskelette gehören.

25

Milliarden

Stunden Spielzeit

Umgerechnet 2,85 Millionen

Jahre – länger

als die menschliche

Evolutionsgeschichte.

32,2

Billiarden abgefeuerte

Schüsse

Sieht ausgeschrieben

so aus: 32 200 000 000

000 000 – eine 17-stellige

Zahl mit 14 Nullen.

„BATTLEBLOCK

THEATER“

Zwei Spieler müssen

gemeinsam

tödliche Fallen

überwinden. Das

erfordert Geschicklichkeit

– und

Lachmuskeln. Für

PC und Xbox 360.

„GUACAMELEE“

Zwei Luchadores

prügeln sich durch

Mexiko. Es geht

darum, die Tochter

von El Presidente

höchstpersönlich

zu retten! Ein

Wrestling-Spaß für

PC, PlayStation

und Xbox.

VALVE, ESL

78 THE RED BULLETIN


WERBUNG

SCHNITZELJAGD

NACH DEM

JEEP ®

RENEGADE

GESUCHT, GEFUNDEN: EIN BRANDNEUER

JEEP ®

RENEGADE IN DEN RUMÄNISCHEN KARPATEN –

MIT DEM SCHLÜSSEL IN DER ZÜNDUNG.


WERBUNG

Ein brandneuer Jeep ®

Renegade, irgendwo da

draußen mit steckendem Zündschlüssel. Und

wer ihn findet, dem gehört er. Gibt’s nicht?

Gab’s doch! Der Startschuss des Abenteuers

„Release the Renegade“ fiel am 19. Juli beim

Camp David Stand Up Paddling World Cup auf der deutschen

Ostseeinsel Fehmarn. Die Aufgabe war einfach: Folgt den

Hinweisen, seid als Erste am geheimen Standort des Jeep ®

Renegade – und der Wagen gehört euch.

FOTOS: COPYRIGHT © ALEX SACALU, PARASOL ISLAND

Die Schnitzeljagd war somit eröffnet – und rief allerorten

Abenteurer auf den Plan. Sie folgten den Hinweisen auf

Facebook, Twitter und jeeprenegade.de, die den zunächst

groben Standort des gesuchten Wagens immer weiter einkreisten.

Allerdings: Für die genaue Position brauchte man

diese Zahlen: 45° 41' 34,6" N, 24° 00' 44,3" O. Die finalen

Geo-Koordinaten führten direkt in die rumänischen

Kar paten und zum brandneuen Jeep ®

Renegade.

Gefunden wurde der Kompakt-SUV genau zwei Monate

nach dem Start der „Release the Renegade“-Aktion: Am

19. September von der 27-jährigen Studentin und Sängerin

Lilli sowie vom 25-jährigen Studenten und Hobby-Rennfahrer

Arne. Für sie fing das Abenteuer damit erst richtig

an – als Besitzer des neuen Jeep ®

Renegade!

www.releasetherenegade.de

www.jeep.de


N I G H T L I F E

House-Punks: Cumhur

Jay (li.) und Edgar

Candel Kerri im Backstage-Raum

des Clubs

Razzmatazz in Barcelona.

In fünf Minuten

startet ihr DJ-Set.

BRAND-

STIFT

82


Barcelona lebt

elektronische

Musik wie Fußball.

The Zombie Kids

sind Messi. Das

Razzmatazz ist

das Camp Nou.

Der entscheidende

Angriff startet

um drei Uhr dreißig

morgens.

TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER

BILDER: YUKY LUTZ

ER


N I G H T L I F E

er verstehen will, wie heute Musik funktioniert,

sollte sich ansehen, wie The Zombie

Kids ihren ersten Hit produzierten.

Das Video zu „Face“, im Mai 2011 auf

YouTube hochgeladen, beginnt mit einem

Keyboard-Intro, danach schwenkt die

Kamera auf den Sänger. Schwarz, Glatze,

Silberzähne. Lederjacke mit Federn an

den Schultern über nacktem Oberkörper.

Das ist zunächst ein wenig: hm.

Bei Sekunde 16 setzt der Gesang ein.

Bei Sekunde 19 weiß man, dass der

Kerl der Band einen Hit schenken wird.

Die Zombie Kids liefern die Beat-Begleitung:

Cumhur Jay steht am Synthesizer,

Edgar Candel Kerri spielt Bass. Rund um

die Band tanzen junge Menschen, die

bunte T-Shirts tragen. Die Frauen sind

hübsch, die Männer tätowiert. Das Video

verrät viel über den Geschmack der Band.

„Wir drehten den Clip in Jays Wohnzimmer“,

sagt Edgar.

Wie kamt ihr auf den genialen Paradiesvogel

als Sänger?

„Der Kerl heißt Aqeel und war 2011

völlig unbekannt. Wir mochten seine Klamotten.

Also holten wir ihn ans Mikro.“

Seit „Face“ sind die Zombie Kids Stars.

Der Song brachte ihnen einen Plattenvertrag

mit Universal, 3,2 Millionen You-

Tube-Klicks, einen Werbedeal mit Mexikos

größter Brauerei und einen MTV Award.

Wer das Duo heute buchen möchte,

muss zwei Fünf-Sterne-Zimmer bereitstellen

und vegetarische Menüs. Ryanair-

Tickets werden inzwischen nicht mehr

akzeptiert.

Eine Erklärung für den Erfolg, Edgar?

„Wir haben eine alte Punk-Regel befolgt“,

sagt er. „Mach einfach alles selbst.“

ZURÜCK VON DEN TOTEN

Ein heißer August-Abend in Barcelona.

Edgar Candel Kerri und Cumhur Jay

lungern auf der Couch in Edgars Loft-

Wohnung: weiße Wände, hohe Decken,

riesiger Flatscreen.

Die Zombie Kids sind ein wenig müde.

Sie haben die vergangenen drei Jahre mehr

oder weniger ständig auf Tour verbracht.

Festivals in Abu Dhabi gespielt, Musikvideos

in Guatemala gedreht. 26 Club-

Konzerte in den letzten 30 Tagen.

Zugleich sind sie ein wenig angespannt.

Heute Nacht spielen sie im Razzmatazz.

84


Edgar steht

breitbeinig

hinter den

Turntables

– wie ein

Revolverheld,

bereit zum

Duell.

Oben: Der Mann ganz

rechts im Bild reiste

17.000 Kilometer weit,

um The Zombie Kids

zu sehen. Links: Im

Publikum hat man

sich lieb.

Oben links: DJ Edgar

teilt seinen Champagner

mit den Fans. Unten:

Szenen einer Zombie-

Kids-Show. Edgar und

Jay entzünden den Club.


Das ist ein wenig wie der FC Barcelona im

Camp Nou. „Ein Heimspiel“, sagt Edgar

und zeigt auf den Flatscreen, auf dem ein

Primera-División-Freundschaftsspiel läuft.

Edgar, 35, spitze Augenbrauen, Surfer-

Shorts, spielte als Jugendlicher Gitarre in

einer Hardcore-Band. Er tourte in klapprigen

Bussen durch Europa. Sein Körper

ist bedeckt mit Tattoos. Auf den Fingerknöcheln

der rechten Hand stehen die

Buchstaben p u n k.

Jay, 34, schwarzer Vollbart, trägt seine

Baseballkappe verkehrt auf dem Kopf. Er

studierte Wirtschaft in London, ging aber

fast pleite, weil er sein ganzes Geld für

Platten ausgab. Jay ist der Sound-Tüftler

der Band. Wie Edgar ist er an Armen und

Beinen tätowiert, trägt aber Hemden mit

langen Ärmeln, wenn er Verträge verhandelt.

„Der diskrete Look hilft“, sagt er.

Edgar und Jay sind für ihre exzessiven

Live-Shows berühmt: Sie spritzen Champagner

ins Publikum, stecken Sänger in

schräge Kostüme. In Madrid wirbelten sie

6000 Ein-Dollar-Noten ins Publikum. Jay:

„Die Leute glaubten, es ist Falschgeld. Die

tanzten einfach weiter.“

Ihre Karriere ist eine Rebellion gegen

Stilgrenzen. „Wir produzieren Musik für

die Spotify-Generation“, sagt Edgar. „Die

Kids hören House, Rock und Rap durcheinander.

Als DJs mischen wir Musikstile.

Unten: Um vier Uhr

früh tanzen Fans

nicht nur vor (re.),

sondern auch auf

der Bühne (li.).

Die Sound-Anlage

verstärkt die Beats

mit 13.000 Watt.

86


N I G H T L I F E

In dem Song

geht es um

Leidenschaft.

2000 Leute im

Club singen:

„Got me

burning inside

like fire.“

Links: Einen Dresscode

gibt es im

Razzmatazz nicht.

Trotzdem scheinen

Hot Pants zielführend

zu sein.

Oder wir beleben alte Stile neu. Wie Zombies,

die von den Toten zurückkehren.“

Auf den Alben des Duos finden sich

weitgehend sinnbefreite Partyhymnen

(„Spanish Sauce Mafia“) neben harten

Rap-Nummern („Broke“). In ihren Musikvideos

singen Hipster in rosa Leggins und

Rapper mit Rastalocken und Kampfhund.

BAC KSTAGE

Ein Uhr früh. Edgar und Jay sitzen im

Taxi Richtung Razzmatazz in Barcelonas

altem Industrieviertel Poblenou. Backsteingebäude,

Graffiti, der Club wurde

1986 in einer ehemaligen Spinnerei eröffnet.

Der Backstage-Raum riecht wie ein

Partykeller. Geflieste Wände, ein durchgesessenes

rotes Sofa, Bierdosen in einer

verbeulten Kühltruhe.

Worum es heute Nacht geht?

„Es gibt kein besseres Sprungbrett

zur Weltkarriere als Barcelona“, sagt Jay.

Wegen der Electro-Festivals Sónar und

Primavera, die jedes Jahr neue Trends

setzen und internationale Stars in die

Stadt locken. Im Razzmatazz ist die Dichte

der Top-Acts besonders hoch, sagt er: „In

einer guten Woche spielen hier A-Trak,

Fatboy Slim und Diplo. Die Leute haben

sich ans Top-Niveau gewöhnt. Das Publikum

ist kritisch.“

Wichtigste Razzmatazz-Regel für DJs?

„Du musst die Leute am Höhepunkt der

Nacht packen. In der Stunde zwischen drei

und vier Uhr früh. Du hast 60 Minuten.“

FEUER

Um 2.30 Uhr steckt Jay einen 32-Gigabyte-Stick

in das DJ-Deck auf der Bühne –

929 Songs, Munition für ein 2 ½-Stunden-

Set. Die Playlist erstellen Edgar und Jay

spontan. Am Bühnenrand fahren Roadies

Equipment auf: Konfettikanonen, Nebelmaschinen,

zwei Flaschen Moët.

Die Lichter gehen aus. Das erste Lied

donnert aus den Boxen. Eine Coverversion

von DJ Assault, verstärkt von 13.000 Watt.

Der Song heißt „Suck My Motherfucking

Dick“.

2000 Menschen drängen sich vor dem

DJ-Pult, fast alle unter dreißig. Edgar und

Jay remixen „Billie Jean“. Michael Jacksons

Stimme wird mit Beats behandelt,

ins Stocken gebracht und auf doppelte

Geschwindigkeit beschleunigt.

Die Zombie Kids heizen den Saal auf.

Die entscheidende Stunde beginnt mit

einem Tempowechsel. Edgar und Jay

schrauben um Punkt drei Uhr die Anzahl

der Beats pro Minute von 100 auf 128:

Partymodus. Das Publikum ist jetzt eine

Suppe aus ausgestreckten Händen und

Smartphones. Edgar steht breitbeinig

hinter den Turntables, wie ein Revolverheld,

bereit zum Duell.

3.30 Uhr: Jay und Edgar spielen ein

neues Lied von Aqeel, dem Paradiesvogel-

Sänger. Der Song heißt „Fire“. 2000 Menschen

singen den Refrain: „Got me burning

inside like fire.“

Die Zombie Kids entzünden den Club.

Konfettimaschinen spucken goldenen

Glitter. Edgar spritzt Champagner in die

Menge. DJ und Publikum werden eins.

Auf der Bühne tanzen junge Mädchen.

Der emotionalste Fan im Raum hat

trotzdem keinen Blick für sie übrig.

Pallis Lyons, 30, lockig, ist 17.000

Kilometer aus Sydney angereist, um die

Zombie Kids zu sehen. Jay hat ihm einen

Backstage-Pass besorgt. Pallis steht neben

dem DJ-Pult und macht Handyfotos. „Die

Zombies wollten in Australien spielen“,

brüllt er. „Hat nicht geklappt. Da dachte

ich mir: Sch**ß drauf! Ich komme selbst.“

Ein zweiter Glitter-Regen rieselt ins

Publikum. Die Party dauert bis fünf Uhr.

Um 5.15 Uhr sitzen Edgar und Jay im

Backstage-Raum. Das Barcelona-Heimspiel

ist erledigt. Heimsieg. Jay sagt, groß

werden kannst du nur, wenn du viele

Konzerte spielst. Edgar sagt, manchmal

weiß er nicht, in welcher Stadt er aufwacht.

Trotzdem lacht er, als er sich verabschiedet.

2014 werden The Zombie Kids

200 Club-Gigs spielen. In acht Stunden

startet ihr Flugzeug nach Madrid.

www.thezombiekids.es

87


ACTION!

EVENTS

Die Supercross-Elite (re.

Australiens Gavin Faith)

gastiert in Chemnitz.

28./29. 11., Chemnitz Arena

ADAC

Supercross

Motocrosser kennen keine Winterpause: 50 internationale

Spitzenfahrer kämpfen bei der Indoor-

Serie um den Sieg. Für die Aufschüttung des

Hinderniskurses werden 100 LKW-Ladungen Erde

in die Halle transportiert. Dennis Ullrich, der Topfavorit

in der Königsklasse SX1, ist seit September

amtierender Deutscher Motocross-Meister und

wird vor 10.000 Zuschauern ins Rennen starten.

Im Rahmenprogramm: die Freestyle-Motocross-

Show des 16-jährigen Megatalents Luc Ackermann.

Der Thüringer holte bei den Red Bull X-Fighters

in München im Juli sensationell Platz drei und

war seinen ersten Backflip mit zwölf gesprungen

– als bisher jüngster Freestyle-Motocrosser.

www.supercross-chemnitz.de

12. 11., Leipzig; 19. 11., Köln;

25. 11., Dortmund

Beatsteaks live

Achtung, Starkstromgewitter:

Die Berliner Punkrock-Helden gehen

auf Tour und haben ihr aktuelles

Nummer-1-Album „Beatsteaks“ im

Gepäck. Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß

(oben li.) und Co rocken

seit 19 Jahren Deutschlands größte

Festivals. Allein ihre Kult-Platte

„Smack Smash“ verkaufte sich über

200.000-mal. Vor allem aber gelten

die Beatsteaks als beste Live-Band

Deutschlands – ein Ruf, den sie

mit drei „1LIVE Kronen“ und einem

MTV European Music Award

untermauerten.

www.beatsteaks.com

88 THE RED BULLETIN


6. 12., Skatehalle Aurich (Ostfriesland)

Morphium

X-Mas Jam

Wettkampf der Trick-Spezialisten: In

der mit 3200 Quadratmetern größten

Skatehalle Deutschlands treffen sich

25 Teams mit mehr als 100 Skatern

zum letzten Kräftemessen des Jahres.

Mit dabei: Jost Arens, Pro-Rider aus

Warendorf. Nach Platz vier im Vorjahr

will der Siebzehnjährige mit

seinem Team Titus den Sieg.

www.skatehalle-aurich.de

Ab 27. 11. deutschlandweit

Kinostart: „The

Zero Theorem“

Was Terry Gilliam anfasst,

wird zu Gold: Der Brite ist Mitbegründer

der Comedy-Truppe

Monty Python und drehte

Klassiker wie „Die Ritter der

Kokosnuß“. In seinem Sci-Fi-

Drama „The Zero Theorem“

erforscht Oscar-Gewinner

Christoph Waltz als Computergenie

den Sinn des Lebens.

Mit dabei: Mélanie Thierry

(Bild) als Partygirl Bainsely.

thezerotheorem-movie.com

21./22. 11.,

Festhalle Frankfurt

Night of

the Jumps

Cliffhanger, Tsunami, Double Backflip:

Die weltbesten Freestyle-Motocrosser

zeigen ihre spektakulären Tricks und

katapultieren sich dabei bis zu zehn Meter

hoch aus den Rampen. In Frankfurt sorgen

unter anderem der spanische Freestyle-

Torero Maikel Melero, der aktuelle EM-

Gesamtführende Rémi Bizouard (FRA)

und Lokalmatador Luc Ackermann (Bild)

für Furore. Die Fans dürfen sich freuen:

Im Ticketpreis von 64,95 Euro ist der

Zugang zum Fahrerlager inkludiert.

www.nightofthejumps.com

S A V E

T H E

DATE

WEITERE

PFLICHTTERMINE

IN DEN NÄCHSTEN

WOCHEN

21

NOVEMBER

ELECTRONIC

BEATS

Einziger Deutschland-Stopp

der

internationalen

Festival-Serie. Mit

dabei: die Rockerinnen

Warpaint

und die Pop-Band

Wild Beasts.

Täubchenthal Leipzig;

www.electronicbeats.net

30

NOVEMBER

ADAC WESTFALEN, HENDRIK HERZMANN, CONCORDE, FLO HAGENA/RED BULL CONTENT POOL, MESSE ESSEN GMBH, UNIVERSAL MUSIC

29. 11. – 7. 12., Messe Essen

Essen Motor Show

1800 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 500

Messestände, 47 Jahre Tradition: Bei keiner

anderen Messe in Europa wird Motorsport

opulenter zelebriert. Highlight: die Ausstellung

„Formel 1 made in Germany“. Fünfzehn Kult-

Boliden deutscher Hersteller stehen im Rampenlicht,

unter anderem der Mercedes-Benz

W 196, mit die argentinische Formel-1-Legende

Juan Manuel Fangio 1954 den WM-Titel holte.

Wer mehr Action braucht, dreht auf dem Beifahrersitz

des „Drift-Taxis“ (re.)

eine Runde in der Arena.

www.essen-motorshow.de

18. 11., Headcrash Hamburg

Live-Konzert:

Ahzumjot

Rap-Poet Alan Julian Asare

alias Ahzumjot zelebriert den

Auftakt seiner Deutschland-

Tour in seiner Geburtsstadt.

Anlass: sein aktuelles Erfolgsalbum

„Nix mehr egal“

– ein epischer Selbstfindungstrip,

auf dem der

25-Jährige die „Generation

Maybe“ hinterfragt.

www.ahzumjot.de

23. 11., Red Bull Arena, Leipzig

RB Leipzig –

FC St. Pauli

Schlagerspiel der 2. Bundesliga:

Die Roten Bullen rund

um Kapitän Daniel Frahn und

Stürmer Yussuf Poulsen fordern

den Hamburger Kult-

Klub. Star bei St. Pauli: Mittelfeld-Flitzer

Marc „Ratsche“

Rzatkowski (24), der mit seinen

Tempo-Dribblings jede

Abwehr vor Probleme stellt.

www.dierotenbullen.com

21. – 23. 11., Arena Klingenthal

Skisprung-

Weltcup

Drei wichtige Fragen zum

Weltcup-Auftakt: Wer stoppt

den Erfolgslauf des polnischen

Gesamtweltcup- und Doppelolympiasiegers

Kamil Stoch?

Fällt der Klingenthaler Schanzenrekord

von 146,5 Metern?

Und: Nutzen Severin Freund

und seine deutschen Teamkollegen

ihren Heimvorteil?

www.weltcup-klingenthal.de

HANDBALL-

BUNDESLIGA

Spitzenspiel der

Runde: Der Rekordmeister

THW

Kiel (19 Titel seit

1957) empfängt

das Traditions-

Team VfL Gummersbach

mit Torjäger

und „All

Star“ Raul Santos.

Sparkassen-Arena

Kiel; www.dkb-handball-bundesliga.de

4

DEZEMBER

1LIVE KRONE

Der Radiosender

ehrt die heimischen

Musik-Acts

des Jahres. Den

„Krone“-Rekord

halten Die Toten

Hosen, die den

Preis bereits

sechsmal verliehen

bekamen.

Jahrhunderthalle

Bochum;

www.einslivekrone.de

THE RED BULLETIN 89


ACTION!

TV-HIGHLIGHTS

Volles Programm

DAS RED BULL TV-FENSTER BEI SERVUS-TV

MUST

SEE

HELDEN AUF

IHREM BILDSCHIRM

Ob auf der Rennstrecke

oder im Privatleben –

unsere „Wild Ones“ geben

ab sofort wieder Vollgas

(im Bild: Peter Henke).

DANIEL

RICCIARDO

und Jean-Éric

Vergne kämpfen

2011 um ein Cockpit

in der Formel 1.

22. 11., 10.00 Uhr

Ab Samstag, 8. 11., 9.30 Uhr

Wild Ones – Start der 2. Staffel

Auch in der 2. Staffel von „Wild Ones“ dreht sich wieder alles um das Leben

und die Karriere von fünf jungen Profisportlern. In zehn spannenden und oft

sehr emotionalen Episoden begleitet Red Bull TV dieses Mal Maya Gabeira

(BRA/Big-Wave-Surfen), Bene Mayr (GER/Freeskiing), Peter Henke (GER/

Mountainbiken), Ken Roczen (GER/Motocross) und Andi Mikkelsen (NOR/

Rallye) auf ihrem harten Weg an die Weltspitze ihrer jeweiligen Sportart.

Samstag, 15. 11., 12.00 Uhr

Red Bull Air

Race – Review

Wir blicken zurück auf die

Red Bull Air Race-Saison

2014: alle Stopps, alle Highlights

und die besten Bilder

eines aufregenden Jahres.

Montag, 17. 11., 22.45 Uhr

WCR: Wales –

Saisonfinale

Vor dem letzten Rennen

der Saison stellt sich jeder

nur eine Frage: Kann Volkswagen

den Doppelsieg des

Vorjahres wiederholen?

Mittwoch, 19. 11., 21.15 Uhr

Tod oder

Ruhm – Teil 1

Als ein Expeditionsschiff im

Packeis der Arktis stecken

bleibt, machen sich fünf

Männer in einem Beiboot

auf, um Hilfe zu holen.

Samstag, 29. 11., 10.00 Uhr

Serienstart:

+27

In „+27“ nehmen wir Sie mit in

die Welt junger Unternehmer und

begleiten sie auf ihrem Weg, sich

einen Namen zu machen. In der

ersten Episode geht es nach Kapstadt,

wo Gavin Weale versucht,

für sein Magazin „Live“ Investoren

zu finden. Die Publikation

wird ausschließlich von Medienneulingen

geführt, denen so ein

betreuter Einstieg in die Medienwelt

ermöglicht werden soll.

EWAN

McGREGOR

schließt sich

einem Ärzteteam

an, das Impfstoffe

in die abgelegensten

Länder der

Welt bringen will.

13. 12., 12.00 Uhr

BRANDON

SEMENUK

bekommt es in der

„Diamond Series“

mit den besten

Mountainbikern

der Welt zu tun.

15. 12., 22.45 Uhr

Sie finden

ServusTV mit dem

Red Bull TV-Fenster

nicht auf Ihrem

Fernsehgerät?

Rat und Hilfe zum

Nulltarif unter

0800 100 30 70

CHRISTOPH LAUE/RED BULL CONTENT POOL, BALAZS GARDI/RED BULL CONTENT POOL, MCKLEIN/RED BULL CONTENT POOL, DISCOVERY COMMUNICATION,

ROWAN MAKHULU, NICOLAS BUSTOS/RED BULL CONTENT POOL, SIEGFRIED MODOLA/UNICEF, SCOTT SERFAS/RED BULL CONTENT POOL

90 THE RED BULLETIN


READ BULL

Planet

Animal

Eine Novelle von Jo Nesbø

Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob

Sie wissen nicht, was Gravitation ist. Oder exakter formuliert:

Sie wissen nicht, wozu sie da ist, warum die Masse der Erde

dazu führt, dass tote Spatzen zu Boden fallen. Die Sonne in

einer exakt berechenbaren Bahn um die Erde kreist. Oder umgekehrt?

Egal. Sie wissen einzig, dass so etwas wie Gravitation existiert.

Ein gnadenloses Gesetz, das wie ein blinder Diktator, der

längst vergessen hat, was er will, ohne Programm, Moral oder

irgendeine sichtbare Absicht unsere Leben bestimmt.

Wir sind kleine Planeten und Monde, die auf exakt berechenbaren

Bahnen kreisen, in Gang gehalten von der

Masse der Sonne und der Gravitation. Oder eben umgekehrt?

Mist!

Ich schaue auf das Gewehr, das an der Tischkante abgerutscht

und auf dem Boden aufgeschlagen ist.

Der Knall hat mich geweckt. Immer wieder übermannt mich

der Schlaf. Ich atme rasch ein und aus, ziehe die Luft tief in die

Lungen, um mehr Sauerstoff ins Hirn zu bekommen, während ich

mit brennenden Augen Richtung Horizont blinzele, zu der ebenso

vollkommenen wie ununterbrochenen Linie der Hochebene, die

mich auf allen Seiten umgibt.

Niemand.

Nichts.

Nur leere Weite.

Heide, Felsen, Moos und ein frei geblasener Himmel mit einer

langsam zirkulierenden Sonne.

Ich beuge mich runter, hebe das Gewehr auf und lege es vor mir

auf den Tisch. Ich war höchstens ein paar Sekunden eingenickt,

trotzdem sucht mein Blick erneut die Landschaft ab, auf der Jagd

nach einer Bewegung, einer Veränderung, einem Hinweis, was

kommen wird. Denn etwas wird kommen. Sie werden kommen.

JO NESBØ

Geboren 1960 in Oslo, ist Nesbø einer der renommiertesten

Krimiautoren weltweit. Seine Geschichte liest sich aufregend

wie seine Romane: Fußballtalent in Norwegens erster Liga mit

dem Traum, Profi bei Tottenham zu werden, ehe die Kreuzbänder

rissen. Zuerst Schulabbrecher, dann Studium an der

Handelshochschule, Börsenmakler und erfolgreicher Popmusiker

(mit der Band Di Derre). Der erste Krimi „Der Fledermausmann“

entstand 1997 im Flugzeug auf dem Weg nach Australien, und der

Leitheld, Kommissar Harry Hole, hatte seither zehn Krimis zu bestehen, dazu

gibt es zwei weitere Thriller, Kinderbücher – und jede Menge Auszeichnungen.

Meine Augen brennen vom stundenlangen Absuchen der Hochebene

in der nie untergehenden Sonne.

Die Haut taub von all den Mückenstichen, sehnt sich mein Körper

nach den Stunden des Wartens, Ausspähens, Kaffeetrinkens,

Rauchens und Nachdenkens nach Schlaf. Das Hirn gehorcht

irgendwann nicht mehr, die Gedanken geraten auf Abwege, und

man beginnt, an das Geschehene zu denken. Warum man sich hier

befindet, in einer winzigen Hütte unter der Mitternachtssonne

mitten auf der Finnmarksvidda.

Die erschöpfte, dem Nordpol so nahe Sonne lässt die Luft hier

drinnen trotzdem noch vor Wärme flimmern, heizt die Bretter und

den Teer auf, bis sie stinken und einem der Schweiß in die Augen

läuft. Und da denkt man über Gravitation nach.

Draußen, im schräg einfallenden Licht, tanzen Schwärme von

Mücken. Ich überprüfe noch einmal, dass die Waffe entsichert ist.

Um nicht überrascht zu werden. Dabei gibt es im Umkreis von vier

Kilometern keinen Baum, keinen Erdhügel oder Felsen, hinter dem

irgendwer sich verstecken könnte. Und mein Niemandsland ist

rund um die Uhr taghell beleuchtet. Ich werde sie sehen, lange

bevor sie hier sind, und kann sie einen nach dem anderen abknallen.

Ich habe Schubladen und Fächer voller Munition. Aber

kommen werden sie in jedem Fall.

Warum?

Wegen der Gravitation.

Weil es sie gibt.

Die Sonne schien auf die Nordseite der Hütte, als ich die

Glocke klingeln hörte. Das Rentier hatte den Kopf gehoben.

Es war ein Bulle. Sein Geweih zeichnete sich still wie eine

Statue vor dem Himmel ab. Ich richtete das Gewehr auf das Tier.

Platzierte das Korn direkt unter der Brustpartie über den Vorderbeinen,

im Glauben, dass dort das Herz ist.

Ich habe das Rentier zum ersten Mal in der letzten Woche

gesehen. Gesehen, nicht gehört. Es ist seltsam, eigentlich sollte

man meinen, Geräusche würden in dieser offenen Landschaft weit

getragen, aber so ist es nicht. Vielleicht wegen der vielen Mücken,

die den Schall dämpfen. Jedenfalls hatte ich die Glocke nicht

gehört, die der Rentierbulle um den Hals trägt, bis er nur noch

wenige hundert Meter von der Hütte entfernt war. Seither grast er

hier in der Nähe. Heißt das grasen, wenn Tiere nur Flechten fressen?

Flechten? Egal.

Er scheint von seiner Herde ausgestoßen worden zu sein. Vielleicht

hat er etwas Unverzeihliches getan. Ist irgendeiner Versuchung

erlegen. Hat sich mit einem Weibchen des Alphatiers

gepaart. Ganz auf sich gestellt, wird er nicht lange überleben. Hier

oben gibt es Wölfe, die heulen nachts den Mond an, genau wie die

Wölfe auf Animal Planet. Jetzt im Sommer kann das Rentier ihnen

entkommen, aber wenn erst Schnee gefallen ist, sinken die dünnen

Läufe ein, während die Pfoten der Wölfe so breit sind, dass

der Schnee sie trägt. Animal Planet. Unausweichlich. Wie die

Schwerkraft.

Ich ließ das Gewehr sinken, hatte nicht die Absicht, den Rentierbullen

zu schießen.

Wobei es natürlich verlockend war. Einfach zu schießen, zu

töten, die Beute niederzustrecken. Das ist natürlich. Das steckt in

uns. Aber ein wachsames Tier mit einer Glocke um den Hals war

praktisch, eine Art Wachhund. Außerdem hatte ich so Gesellschaft.

In gewisser Weise. Denn sobald ich die Tür aufmachte, verschwand

das dumme Tier. Aber egal. Wenigstens war überhaupt

ein Lebewesen in der Nähe. Denn die Einsamkeit war definitiv das

Schlimmste. Die Mücken, die Sonne, der Schlafmangel; mit all

diesen Problemen konnte ich leben. Aber die Einsamkeit … Und

Amelies Todesschreie, die mich jedes Mal aus dem Schlaf rissen,

wenn ich mal wieder eingenickt war.

NIKLAS R. LELLO

92 THE RED BULLETIN


READ BULL

Irgendwann hatten mich diese Schreie derart in die Verzweiflung

getrieben, dass ich mir den Lauf des Gewehrs in den Mund

geschoben habe, der salzig und nach Stahl und Waffenöl schmeckte.

Ich wollte ihnen zuvorkommen. Aber der Lauf war so lang, dass

ich nicht an den Abzug kam. Danach weinte ich stundenlang. Ich

war die Einsamkeit nicht gewohnt. Als ich draußen das ausgestoßene

Rentier sah, wusste ich, warum es gerade hier graste.

Wir waren eine Herde. Eine Zweierherde.

Mikkel kam. Er war an seinen O-Beinen und dem schaukelnden

Gang leicht zu erkennen. Auch der Rest war so,

wie ich es von anderen Samen kannte: klein, gedrungen,

schwarzhaarig mit schmalen Augen in einem breiten Gesicht mit

zwei Ausdrücken: Stein und Stein mit Grinsen.

Ich bezahlte ihn dafür, dass er mir einmal in der Woche aus

dem Dorf Lebensmittel, Tabak und Alkohol hier hochbrachte. Ich

zweifelte keine Sekunde daran, dass er mich betrog, der Kassenzettel

war immer irgendwie „weg“ oder „verlegt“. Seiner Aussage

nach kostete der Schnaps, den er mir brachte, vierhundert Kronen

die Flasche, aber ich kannte das Etikett und wusste, wo er ihn

herhatte. Er war ein wortkarger Mann, würde aber sofort den

Mund aufmachen, wenn jemand einen Silberling auf den Tisch

warf und nach meinem Aufenthaltsort fragte. Aber was sollte ich

tun? Ich hatte nicht viele Leute zur Auswahl und konnte nur hoffen,

dass es einige Zeit dauern würde, bis sie meine Bewegungen

bis in das Kaff da unten vermittelt hatten, denn einen abgelegeneren

Ort gab es kaum.

Ich öffnete das Fenster.

„Warm“, sagte Mikkel, wischte sich den Schweiß von der Stirn

und stellte den Rucksack ins Heidekraut. „Samstag ist Hochzeit,

kommst du?“

Er sprach Norwegisch mit samischem Tonfall. Das heißt mit

Betonung und etwas höherer Tonlage auf dem ersten oder zweiten

Wort, während die Tonhöhe des restlichen Satzes abfiel, egal

worum es ging, so dass alles irgendwie wie Klagemusik klang.

„Ich bin nicht eingeladen“, sagte ich, fischte mir einen Krümel

Tabak von der Zunge und sah zu, wie Mikkel die Plastiktüten aus

dem Rucksack nahm und sie vor die geschlossene Tür stellte.

Red keinen Unsinn“, sagte Mikkel. „In K. braucht keiner eine

Einladung. Alle kommen. Schöne Frauen.“

„Hm.“ Ich scannte den Horizont. Die Hütte bestand aus einem

zwei mal drei Meter großen Raum mit Fenstern an allen Seiten.

Ich nahm an, dass sie für Hirten gebaut worden war, die ihre Rentierherde

im Auge behalten wollten. Oder für Jäger. Wenn jemand

sie hierherführen würde, dann Mikkel. Aber nicht ungesehen.

Nicht ohne Verluste.

„Scharfe Frauen“, sagte Mikkel. „Und Selbstgebrannter.“ Er

setzte den leeren Rucksack auf, blinzelte mich in der ewigen Sonne

an und zeigte den anderen Gesichtsausdruck. Den mit Grinsen.

„Du musst mal wieder ficken, Odd.“

Ich lächelte. Nicht wegen des Fickens, da hatte er durchaus

recht, sondern weil er den Namen benutzte, von dem wir beide

wussten, dass er falsch war.

Er drehte mir den Rücken zu und begann seinen Rückmarsch

über die Heide.

„Um zwölf in der Kirche!“, rief er.

Die Kirche war klein und lag mitten in der Ansammlung von

Häusern, die K. ausmachte.

Von dort, wo ich stand, sah es aus, als drückten sich die

Häuser an die Kirche. Wie Tiere in die Mitte der Herde drängten,

wo die Sicherheit am größten war.

Von drinnen war Orgelmusik zu hören. Ich hatte die Jacke und

das Hemd herausgesucht, die ich im Juni bei meiner Ankunft

getragen hatte. Die Haare hatte ich mir auf dem Weg nach unten

in einem Bach gewaschen. Eigentlich überflüssig, da es anschließend

zum ersten Mal seit vier Wochen zu regnen begonnen hatte.

Ich war durchnässt und bereute bereits die gesamte Tour. Ich hatte

mich selbst mit dem Argument überredet, mich unten nur mal

wieder umsehen zu wollen. Um mir die Beine zu vertreten und

sicherzugehen, dass alles so wie immer war. Und – sollte alles

ruhig sein – um einen Blick in die Kirche zu werfen. Ich war schon

neugierig, ob Mikkel die Wahrheit gesagt hatte. Von wegen der

hübschen Frauen.

Ich hatte vier Stunden runter ins Dorf gebraucht und fror.

Dann ging ich in die Kirche.

Früher oder später wäre ich doch dort gelandet.

Die Kirche war halb voll. Also war der Großteil der Einwohner

von K. gekommen. Ich hatte in den wenigen Stunden, die ich mich

nach meiner Ankunft hier im Dorf aufgehalten hatte, keine schönen

Frauen gesehen, und ich sah auch jetzt keine. Andererseits saß

ich ganz hinten, und es hatte sich auch niemand zu mir umgedreht,

als ich eingetreten war. Aber von hinten sah keine von ihnen

hübsch aus. Nicht einmal von hinten.

„Der Mann, den wir heute hier zu Grabe tragen …“, sagte der

Pastor.

Zu Grabe tragen? War nicht von einer Hochzeit die Rede gewesen.

„… war nicht ohne Fehl und Tadel“, sagte der Pastor und legte

die Hand auf den weißen Sarg, neben dem er stand.

Jaja, diese Leute tranken und feierten sicher trotzdem. Und

meiner Erfahrung nach bremste ein Todesfall auch nicht den

Geschlechtstrieb, eher im Gegenteil.

„Er war nicht nur ein Dieb, sondern begehrte auch noch die

Frau seines Nächsten“, fuhr der Pastor fort. „Und während Gott

uns unsere Sünden vergibt, tun die Menschen das nicht immer.

Deshalb endete sein Leben auf diese ebenso brutale wie grauenhafte

Weise.“

Ich richtete mich auf. Ich war vier Stunden gelaufen, und wenn

mir der Pastor nun eine Geschichte versprach, die sowohl Brutalität

als auch etwas Grauenhaftes enthielt, sollte mir das nur

recht sein.

„Der Chef des Verstorbenen betrieb ein profitables Geschäft, in

dem der Verstorbene als Fahrer arbeitete. Die Firma importierte

Waren am Zoll vorbei, damit normale Menschen sie zu normalen

Preisen erstehen konnten und nicht zu den Wucherpreisen, die

zustande kamen, wenn die Politiker sich einmischten und alles mit

ihren wahnsinnigen Abgaben belegten.“

„Prost!“, rief ein Gemeindemitglied freimütig.

Der Pastor lächelte nachsichtig. „Der Verstorbene hatte ein

Auge auf die junge Frau seines Chefs geworfen. Und diese ließ sich

– in ihrer jugendlichen Unschuld – verführen. Anschließend überzeugte

er sie davon, dass sie füreinander bestimmt waren, und

schlug ihr aus Angst vor Repressalien vor, gemeinsam zu fliehen

und sich in einem anderen Land niederzulassen. Für die nötige

finanzielle Grundlage stahl er einen Lastwagen mit Importwaren

und behielt den Erlös der leicht umzusetzenden Waren. Danach

fuhr er den leeren Lastwagen nach Oslo, um die Frau am vereinbarten

Treffpunkt abzuholen.“

Ich träumte, das musste der Schlafmangel sein.

„Aber die Sache ging schief“, sagte der Pastor. „Die Frau war

nicht durchtrieben genug, um ihre Rolle richtig zu spielen. Der

Chef wurde misstrauisch. Und als er in ihrer Handtasche den neuen

Pass fand, verstand er den Zusammenhang.“

Ich kniff die Augen zu und riss sie wieder auf, um richtig wach

zu werden.

„Als der Verstorbene sie nicht am Treffpunkt antraf, rief er sie

THE RED BULLETIN 93


READ BULL

an. Sein Chef meldete sich und ließ ihn dabei zuhören, wie er seine

junge Frau umbrachte.“

Ich hörte ein Schluchzen. Mein eigenes. Jemand drehte sich

um. Ich sah schnell zu Boden und versuchte verzweifelt, Luft zu

bekommen.

„Der Chef versprach seinem illoyalen Angestellten das gleiche

Schicksal wie seiner Frau. Der Verstorbene warf das Telefon aus

dem Fenster, startete den Motor des Lastwagens und floh in Richtung

Norden. Er fuhr Tag und Nacht und hielt nicht einmal zum

Essen oder Schlafen an. Schließlich fand er einen Fjord, der tief

genug war, um den Lastwagen zu versenken. Er fuhr mit dem Bus

weiter und setzte seine Flucht schließlich zu Fuß fort. Irgendwann

hatte er einen Ort gefunden, an dem er glaubte, sich verstecken

zu können.“

Ich musste raus hier, richtete mich halb auf und drehte den

Kopf, um gleich wieder zurück auf die Bank zu sinken. Draußen

vor der Kirche standen zwei Männer. Schwarze Anzüge, Hände

ruhig vor dem Schritt gefaltet. Blond und doppelt so groß wie die

Samen, die in der Kirche saßen.

Der Pastor senkte die Stimme: „Aber die Dunkelheit kam, und

das Schicksal nahm seinen Lauf.“ Er senkte den Kopf für das abschließende

„Friede seiner Seele“.

Die Orgel ertönte, und eine mächtige Flutwelle aus Tönen

schwappte durch das enge Kirchenschiff. Der Pastor nickte, und

fünf Männer erhoben sich in der ersten Reihe und stellten sich auf

beiden Seiten des Sarges auf. Ich beugte mich zu meinem Sitznachbarn

hinüber und fragte: „Wie hieß der Tote?“

„Keine Ahnung“, sagte der Mann mit klagendem Tonfall. „Ich

meine, der Pastor hätte etwas von Daniel gesagt.“

Daniel. Ich schluckte. Schloss die Augen. Das konnte nicht sein,

das konnte doch nicht wahr sein!

„Odd!“

Ich hörte den Namen wie aus weiter Ferne.

„Odd!“

Es war Mikkels Stimme. Er war hier. Er stand draußen vor

dem Fenster der Hütte und versuchte, mich zu wecken.

Erleichtert darüber, dem Ende des Traumes zu entkommen,

öffnete ich die Augen.

Ich befand mich noch immer in der engen Kirche, in der es nach

Holz und Menschen stank.

Mikkel war einer der Sargträger. Er stand vorn am Altar und

winkte mir zu.

„Wir brauchen noch einen starken Mann, Odd!“

Ich stand auf, taumelte durch den Mittelgang nach vorn und

stellte mich auf den leeren, sechsten Platz am Sarg.

„Hebt den Sarg an“, sagte der Pastor.

Ich packte den Griff an der Seite und wuchtete den Sarg hoch.

Ich bin eins achtzig groß, und mir war klar, dass ich das meiste

Gewicht tragen würde. Aber der Sarg war leicht. Zu leicht. So

leicht wie ein Sarg ohne Leiche.

Wir trugen ihn auf die offene Ausgangstür zu, und ich spürte

die Blicke der Menschen auf mir, während ich auf meine Füße

schaute, um nicht zu stolpern.

Draußen fiel das Licht grau auf die einfachen Holzhäuser in

der tristen, farblosen Landschaft. Der Herbst kam früh hier oben

und dauerte nicht lang. Es konnte durchaus schon morgen zu

schneien beginnen.

Die zwei blonden Riesen hielten die Türen des Laderaums eines

schwarzen Kastenwagens auf. Wir schoben den Sarg hinein. Die

Türen wurden geschlossen. Die zwei Männer stiegen ins Führerhäuschen,

ließen den Motor an und fuhren langsam weg.

„Was passiert hier eigentlich?“, fragte ich Mikkel. „Wird der

Verstorbene nicht hier auf dem Friedhof beerdigt?“

Der Pastor senkte

die Stimme: „Aber die

Dunkelheit kam, und

das Schicksal nahm

seinen Lauf.“

Mikkel schüttelte den Kopf. „Wir begraben unsere Toten nicht

hier. Das Eis im Boden drückt die Särge im Winter wieder aus der

Erde heraus, kaputt, aber mit intakten Leichen.“

Ich starrte ihn an.

„Aber die Grabsteine?“, fragte ich mit einem Nicken Richtung

Friedhof neben der Kirche.

„Das sind Gedenksteine, zu denen wir gehen können“, sagte er.

„Die Toten liegen weiter im Süden, in weicher Erde.“ Der Kastenwagen

hatte hinten am Parkplatz angehalten. Die Abschiedszeremonie

war vorüber. Die zwei Männer stiegen aus und zogen

sich ihre Jacken zurecht.

„Und wer sind die beiden?“, fragte ich.

„Die Fahrer des Bestattungsunternehmens. Sie transportieren

den Toten morgen ab.“

Hatte ich sie schon mal irgendwo gesehen? Die Importfirma

von Herrn Schmidt war groß.

Ich schrecke von Amelies Schreien aus dem Schlaf auf. Das

Licht ist weg. Ich reibe mir die Augen. Das Gewehr ist wieder

auf den Boden gefallen. Ich hebe es auf, lege die Waffe an und

führe das Korn am grauen Horizont entlang. Zum ersten Mal seit

zwei Monaten ist die Sonne untergegangen. Bestimmt bedeutet

das einen Sonnentag auf irgendeinem Planeten, der sich etwas

langsamer um sich selbst dreht, als es die Erde tut. Aber auch dort

hört der Tag irgendwann auf. Das ist ebenso berechenbar wie

unausweichlich. Das ist Gravitation.

Vorläufig sehe ich niemanden da draußen. Das Korn hat auf

dem Rentierbullen Halt gemacht, der mit gesenktem Kopf an dem

bemoosten Felsen steht. Gleich geht die Sonne auf. Aber schon

morgen wird die Nacht etwas länger und etwas dunkler sein. Ich

werde sie nicht kommen sehen.

Ich ziehe die Luft ein. Den Geruch kenne ich. Es riecht nach

Schnee.

Das Rentier hebt abrupt den Kopf, angespannt lauschend. Sein

Geweih zeichnet sich vor dem Nachthimmel ab.

Ich atme tief ein.

Ihnen zuvorkommen.

Ich lege den Finger an den Abzug. Platziere das Korn direkt über

den Vorderbeinen tief auf der Brust, wo ich das Herz vermute.

READ BULL

Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet

ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte.

Diesmal ist es der norwegische Bestsellerautor Jo Nesbø,

der mit „Animal Planet“ Lust macht auf sein neuestes Buch

„Der Sohn“, das abseits der Serie um Kommissar Harry

Hole spielt und Mitte November bei Ullstein erscheint.

94 THE RED BULLETIN


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Auf den folgenden Seiten geben

wir Ihnen 19 gute Gründe,

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THE RED

BULLETIN

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97


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GINES HERITAGE 1973

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Info für den Profi-Talk

an der Bar: Das Original

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Handaufzugskaliber

„30CH“ ausgestattet.

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mit roter Lünette

lanciert, ging weg wie

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Zwei Sekundenzeiger?

Nein, der Zeiger mit der

roten Spitze läuft die

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und zeigt so die

Zeit in einer anderen

Zeitzone an.

TW Steel CEO TECH

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Die TW Steel nimmt

gekonnt Anleihen bei

den großen und erfolgreichen

Chronographen-

Designs, entsprechend

selbstbewusst ist ihr

Auftritt. Das schwarzgefärbte,

44 mm große

Stahlgehäuse ist ein

richtiger Hingucker.

Seiko ASTRON

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Dank GPS-Empfänger

weiß diese Seiko stets,

wo ihr Träger ist. Ein

Umstellen der Uhrzeit

beim Durchschreiten

sämtlicher Zeitzonen

der Erde entfällt: Die

Astron erledigt das automatisch.

Schlau: Unter

dem Zifferblatt befinden

sich Solarzellen, die

den Akku laden.

98


Daniel Ricciardo für Pepe Jeans London


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Rolex GMT-MASTER II

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Zeiger zeigt die Zeit

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Entwickelt für Extremeinsätze.

Ausgestattet

mit einem (abnehmbaren)

wulstigen Schutzring

für besonders

harte Schläge.

Swatch COLOR-KILT

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Wer hat’s erfunden?

Nein, nicht die Schotten,

sondern die Schweizer.

Swatch bringt wieder

frische Farben auf

den Markt.

Casio EDIFICE

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Dienstuhr der Red Bull-

Formel-1-Piloten. Kommuniziert

via Bluetooth

mit iPhone und Android-

Phones. Mit dem Chronograph

gemessene

Zeiten werden direkt

ans Telefon übermittelt.

Fossil SPROCKET

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Innere Werte: Das offene

Zifferblatt gibt den Blick

auf Teile des Quarzwerks

frei. Motto: Schalt

zwischendurch einen

Gang zurück, hab Spaß

und genieß deine Zeit.

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Klare Formel:

DTM + BMW + ice

= trendiger Zeitmesser

für Motorsport-Fans.

102


SONNY IST AUF DER

FLUCHT. ER WURDE

SEIN LEBEN LANG

BELOGEN. SONNY

WILL RACHE. UM

JEDEN PREIS.

Der

neue große

Kriminalroman

von Jo Nesbø

Hier geht’s zur

kostenlosen

Leseprobe

WWW.NESBO.DE


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Werner Jessner (Leitender Redakteur),

Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Arek Piatek,

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Freie Mitarbeiter: Muhamed Beganovic, Georg Eckelsberger,

Raffael Fritz, Sophie Haslinger, Marianne Minar, Holger

Potye, Martina Powell, Mara Simperler, Clemens Stachel,

Manon Steiner, Lukas Wagner, Florian Wörgötter

Web

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Grafik

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Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz

Fotoredaktion

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Marion Batty, Eva Kerschbaum

Illustrator Dietmar Kainrath

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Internationaler Anzeigenverkauf

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Anzeigendisposition

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Lukas Scharmbacher, Sara Varming

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Julia Schweikhardt, Karoline Anna Eisl

Herstellung

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Produktion

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Matthias Zimmermann (App)

Lithografie

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104 THE RED BULLETIN


PROMOTION

Musthaves!

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1 POC FORNIX

COMMUNICATION

Die Skihelmrevolution mit integriertem

Kommunikationssystem: jetzt bei Gigasport.

Leicht, extrem gut belüftet, sicher & mit unvergleichlichem

Sound! Mit seinen integrierten

Beats by Dr. Dre®-Kopfhörern ist der Fornix

Communication perfekt für Freerider und

Skifahrer, die Musik auf ihren Touren lieben.

Durch den EPS-Kern mit verstärkenden Aramid-Inlays

erhält die Schale des Fornix Communication

trotz geringerem Gewicht mehr

Stabilität und eine höhere Schutzfunktion.

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2 SWATCH SPRINKLED WATER

Die SPRINKLED WATER (YVS411G) hebt

sich durch ihr Design deutlich ab: Geradlinig

und stilvoll verkörpert sie das Gefühl von

Souveränität. Das blau schimmernde Zifferblatt

mit grünem und silberfarbenem Aufdruck

verleiht der Swatch Chrono eine attraktive

Sportlichkeit. Modell: New Irony Chrono.

shop.swatch.ch

3 NESPRESSO REVEAL

COLLECTION

Genauso wie guter Wein nur in einem

bestimmten Glas seine Nase und seinen

Geschmack optimal entfalten kann, profitiert

auch ein exklusiver Nespresso Grand Cru

von einem vollkommenen Gefäß. Aus diesem

Grund entschied sich Nespresso, mit dem

renommierten Glasproduzenten Riedel das

perfekte Glas für einen noch intensiveren

Kaffeegenuss zu kreieren. Gemeinsam entwickelte

man zwei Gläser – Reveal Espresso

Intensiv und Reveal Espresso Mild.

www.nespresso.com

4 DIE EIGER-NORDWAND IN

360-GRAD-PERSPEKTIVE

Mammut ermöglicht mit „Project360“ zum

ersten Mal in der Geschichte des Mythos

Eiger-Nordwand eine virtuelle Besteigung

auf der berüchtigten Heckmair-Route. Die

beiden Mammut Pro Team-Alpinisten Dani

Arnold und Stephan Siegrist durchstiegen

die gewaltige Eiger-Nordwand mit einem

von Mammut exklusiv entwickelten Rucksack,

auf dem sechs Kameras montiert wurden.

Das Ergebnis ist eine beeindruckende, individuell

steuerbare 360-Grad-Rundumsicht.

www.mammut.ch/project360

5 GOPRO HERO4 SILVER

Mit der HERO4 Silver erhältst du fabelhafte

Videos mit einer Auflösung von 1080p60

und 2,7K30 sowie 10-MP-Fotos mit bis zu

10 Bildern pro Sekunde in professioneller

Qualität. Das eingebaute Touch-Display

vereinfacht die Kamerasteuerung und ermöglicht

die Wiedergabe der Videos und Bilder.

Mit den Funktionen wie HiLight Tag, Night

Photo und QuikCapture ist die GoPro noch

vielseitiger einsetzbar.

www.gopro.com

6 „STORM SURFERS“

vs. „CERRO TORRE“

Die „Storm Surfers“, Ross Clark-Jones und

Tom Carroll, stürzen sich mit Leib und Seele

in ihre Passion, das australische Big-Wave-

Surfen. „Cerro Torre“ zeigt das scheinbar

unmögliche Vorhaben von David Lama, dem

Wunderkind der Kletterszene, den sagenumwobenen

Cerro Torre, einen der schönsten

und schwierigsten Berge der Welt, als erster

Mensch frei zu klettern. Ein sehr persönliches

sportliches und historisches Drama.

www.eurovideo.de


MAGIC MOMENT

Kitzsteinhorn, Salzburg,

9. Juni 2014

Hip Jumps sind Sprünge, bei denen es um

Höhengewinn statt um Tricks geht. Das

Gute daran? „Entspannte Flugphasen“,

sagt Snowboarder Marc Swoboda.

Weniger gut: Helikopter in der Flugbahn.

Swoboda lapidar: „Ich hatte mich schon

über das Flapp-Flapp-Flapp gewundert.“

Das Making-of-Video zum Bild:

www.redbull.de/magicmoment

„Ich dachte: Wow,

der Sprung wird

immer höher.“

Snowboard-Profi Marc Swoboda, 29 (AUT), liebt Kopfstand

bei zehn Meter Luftstand.

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 9. DEZEMBER 2014.

LORENZ HOLDER

106 THE RED BULLETIN


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