The Red Bulletin Januar 2015 - DE

theredbulletin.de

DEUTSCHLAND

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

EISBERG-

ALARM

Snowboarden

in der

Antarktis

DANI E L

KEHLMANN

schreibt

in The Red

Bulletin

30

STUN DE N

PARTY

SO ÜBERSTEHST

DU 200.000

BASS-SCHLÄGE

MADS MIKKELSEN

HANNIBAL

Und was wir von Dr. Lecter lernen können

JANUAR 2015 € 2,50


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Na und?

Alle Bedingungen sind perfekte Bedingungen. Der Audi

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-Emissionen in g/km: kombiniert 199–129.


st. Eis.

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von quattro. Mehr unter audi.de/quattro


DIE WELT VON RED BULL

28

SNOWBOARD

ANTARCTICA

Atemberaubende Bilder eines

eiskalten Snowboard-Trips

ans südliche Ende der Welt.

RED BULL MEDIA HOUSE, KENNETH WILLARDT/CORBIS OUTLINE (COVER), TERO REPO, HEIKO LASCHITZKI

WILLKOMMEN!

„Abgesehen von seinen Ernährungsgewohnheiten

ist Hannibal Lecter kein

typischer Psychopath. Machen Sie nicht den

Fehler, ihn zu reduzieren!“

Sätze wie diese machen Mads Mikkelsen

zum Glücksfall eines Interview-Partners:

schlagfertig, ironisch, ernsthaft, offen. Beim

Red Bulletin-Termin in London war der

Däne zudem rührend um unser aller Fortkommen

bemüht. Er verriet etwa, wie man

jene Stufe der Weisheit erreicht, auf der

man „nur den eigenen Gedanken und der

inneren Musik“ zu folgen gelernt hat: „durch

Radfahren“ nämlich. Mehr ab Seite 42.

Viel Vergnügen mit diesem Heft!

Die Redaktion

„Verteidigern

davonzulaufen

ist bis heute

meine Stärke.“

YUSSUF POULSEN, SEITE 58

THE RED BULLETIN 5


JANUAR 2015

AUF EINEN BLICK

BULLEVARD

42

MADS MIKKELSEN

Der Däne ist Hannibal Lecter.

Und mag ihn sogar. Ein Interview

über Leben und Tod.

60

76

30 STUNDEN PARTY

200.000 Bass-Drum-Schläge, 20 DJs,

8500 Tänzer: Wenn das Fabric in London

Geburtstag feiert, dann ordentlich.

WELTREKORDJAGD

221,072 km/h. In einem Serien-Mazda.

24 Stunden lang. Wir blicken hinter

die Kulissen eines Weltrekords.

48

STREIF: ZUM 75ER

Volle Hosen, niedergerannte Zäune,

50.000 Weißwürste: das Special zum

Jubiläum des Abfahrts-Klassikers.

56

STÉPHANE PETERHANSEL

„Unterm Helm bist du immer allein“:

Der elffache Dakar-Sieger ist 49. Und

fährt den Jungen immer noch davon.

16 CHANGE Das Leben ist Veränderung.

(Auch wenn man sein Leben ändert.)

FEATURES

28 Snowboard Antarctica

Wie man Eisberge mit dem Snowboard

befährt: hier die Bilder.

42 Mads Mikkelsen

Europas aktuell größter (und fleißigster)

Filmstar im Exklusiv-Interview.

48 Streif

Sprüche, Stürze, Anekdoten:

das Beste aus 74 Rennen.

56 Stéphane Peterhansel

liebt Dakar, wo immer Dakar ist.

58 Yussuf Poulsen

schießt RB Leipzig nach oben.

60 221,072 km/h

The Red Bulletin an Bord des

24-Stunden-Weltrekord-Mazda6.

ACTION!

70 PROFI-GEAR Danny MacAskill

71 TRAINING NBA-Star Harrison Barnes

72 TRAVEL Schweizer jumpen Woopy

73 CITY-GUIDE Auf nach Danzig!

74 WINGS FOR LIFE WORLD RUN Winterfit

76 NIGHTLIFE Party-Marathon im Fabric

82 CLUB Lürzer Alm, Obertauern

83 MUSIK Pop-Genie Ariel Pink

84 AUTO Der selbstfahrende Audi RS 7

86 GAMING Wie Gott in der Sandkiste

88 SAVE THE DATE Was so ansteht

90 TV-HIGHLIGHTS Red Bulls TV-Fenster

93 READ BULL von Daniel Kehlmann

96 IMPRESSUM

98 MAGIC MOMENT

KENNETH WILLARDT/CORBIS OUTLINE, ALEX DE MORA, JUERGEN KLECHA, JÜRGEN SKARWAN, FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

6 THE RED BULLETIN


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CONTRIBUTORS

MIT AN BORD

IM JANUAR

„Ich hing am

Tandem-Paragleiter-Piloten

und fotografierte

die Eisberge

der Antarktis

von oben.“

Tero Repos Ausflug hat sich gelohnt.

„Snowboard Antarctica“, Seite 28.

HEIKO

LASCHITZKI

Seit 15 Jahren arbeitet der

Berliner Fotograf für internationale

Magazine wie den

„Rolling Stone“ und lichtete

Musikstars von Harry Belafonte

bis Placebo ab. Eine

ganz neue Herausforderung

stellte für ihn dar, RB Leipzig-

Stürmer Yussuf Poulsen

(Interview auf Seite 58) bei

Anbruch der Dunkelheit in

der Red Bull Arena zu porträtieren:

„Sobald er einen Ball

vor den Füßen hatte, musste

er damit herumspielen“, sagt

Laschitzki, „die beste Lösung

war, ihn einfach auf den Ball

zu setzen.“

TERO

REPO

Dass er als Finne kein besonderes

Problem mit Kälte hat

und als langjährig erfahrener

Freerider ein Gefühl für Tiefschnee,

waren nur zwei Voraussetzungen,

um diesen Job

zu meistern: eine Snowboard-

Expedition per Segelboot in

die Antarktis („Snowboard

Antarctica“, ab Seite 28). Für

den 36-Jährigen hielt der Trip

dennoch eine echte Herausforderung

bereit: „Wir hatten

einen Tandem-Paragleiter

dabei. Ich hing am Piloten

dran und fotografierte während

unseres Flugs die Eisberge

von oben.“

WERNER

JESSNER

„Einen Weltrekord sollte jeder

in seiner Biografie haben“,

findet Werner Jessner, der mit

sieben weiteren (Renn)fahrern

in einem Mazda6 auf Papenburgs

Ovalkurs den Geschwindigkeits-Weltrekord

über 24

Stunden brach: 221,072 km/h

Schnitt ist die neue Bestmarke

in der Kategorie Serien-Diesel-

PKW zwischen 2,0 und 2,5

Liter Hubraum. Der alte Bestwert,

209,824 km/h, aufgestellt

vor zehn Jahren, wurde

klar überboten. Damals ebenfalls

am Steuer des Honda

Accord war … Werner Jessner.

„km/h 221,072“, Seite 60.

THE RED BULLETIN

WELTWEIT

The Red Bulletin erscheint in

elf Ländern. Im Bild: das Winterspecial-Cover

in den USA

BACKSTAGE

Fotoshoot des Monats

mit Alex de Mora

„Dass ein Club 30 Stunden

offen hat, ist verrückt.

Dort 30 Stunden

zu shooten ist noch verrückter“,

sagt der Londoner

Fotograf Alex de Mora

über seinen jüngsten Job

in Londons Partytempel

Fabric, wo er Samstag bis

Drei Tage wach beim Partymarathon Montag Gäste und DJs

knipste. „Zum Glück hält

dich der konstante Techno-Rhythmus wach. Bei Folkmusik hätte

ich nie so lange durchgehalten.“ „30 Stunden Party“, Seite 76.

30 Stunden feiern:

Autor Florian Obkircher

(li.) und Musikfotograf

de Mora in London

8 THE RED BULLETIN


CAPRA CF comp 1 | 3.499,00 EUR

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KALAHARI-WÜSTE, SÜDAFRIKA

BLITZSTART

„Du, dein Auto und der Horizont“ – mit diesem

Slogan lockt die Kalahari Desert Speedweek seit

2012 Oldtimer-Fans aus der ganzen Welt in die

Trockensavanne. Das Versprechen: Gas geben ohne

Verkehrsregeln – ob im Klassiker-Boliden oder auf

dem Bike. Die Jagd nach dem Speed-Rekord startet

im südafrikanischen Teil der Wüste. Vorteil der

Location: Sie ist doppelt so groß wie Spanien.

Platz zum Ausrollen gibt’s also genug.

www.speedweeksa.com

Bild: Tyrone Bradley

11


LONDON, GROSSBRITANNIEN

STREET-STYLE

Das Konzept der Red Bull Local Heroes-Tour ist simpel:

Vier BMX-Profis bereisen Großbritannien auf der Suche

nach lokalen Skateparks und Talenten. Fehlt der Skatepark,

trickst man auf artfremdem Terrain – etwa der

Westminster Bridge vor dem britischen Parlament. Die

Radwege-Markierungen werden dabei mitunter optimistisch

ausgelegt, wie die Pros Anthony Perrin, Simone

Barraco, Bruno Hoffmann und Kriss Kyle (v. li.) zeigen.

www.redbull.com/bike

Bild: Rutger Pauw/Red Bull Content Pool

12


YUCATÁN, MEXIKO

FALL-STUDIE

Ein gigantisches Tauchbecken mitten im Dschungel?

Diese für Mexiko typischen „Cenotes“ entstehen, wenn

Decken von Kalksteinhöhlen einstürzen und sich der

Krater darunter mit Süßwasser füllt. Ein perfekter Ort

für das Finale der Red Bull Cliff Diving World Series 2014.

Im Bild sehen Sie die Aufwärmsprünge der Athleten.

Abgesprungen wurde in 19 Meter Höhe, der zu dem Zeitpunkt

bereits als Weltmeister feststehende Gary Hunt

(GBR) rotiert als Zweiter von links.

www.redbullcliffdiving.com

Bild: Romina Amato/Red Bull Cliff Diving

14


BULLEVARD

REVOLUTION

JETZT BIST

DU DRAN!

Der Schnellsprecher als

Buchautor: Russell Brand

macht der Welt Lust auf

politischen Aktivismus.

DU KANNST DIE

WELT ÄNDERN.

ODER DICH SELBST.

DAS ZWEITE IST

SCHWIERIGER.*

* Sagt Mark Twain. (Der übrigens seinen Namen geändert hat.)

In seinem früheren Leben ging

er als Terrorist verkleidet zur

Arbeit, war heroinabhängig

und prahlte öffentlich mit

seinen Bettgeschichten. Heute

scheint Russell Brand geläutert:

Das britische Multitalent

isst vegan, praktiziert Transzendentale

Meditation. Und

nimmt sich jetzt die Welt zur

Brust: In seinem Buch „Revolution“

ruft der Jesus unter

den Comedians zum radikalen

Wandel des politischen Systems

auf. Und wie? Fang am

besten bei dir selbst an!

BUCHTIPP: Russell Brand,

Revolution. Erschienen bei

Cornerstone, 2014.


BULLEVARD

Sexy Seitenwechsel

NIMM ES IN

DIE HAND!

Demonstranten weltweit

zeigen: Wenn du etwas

bewirken willst, musst

du auch etwas tun. Das:

DEINE ENTSCHEIDUNG

MUSST DU DICH

VERÄNDERN?

Die wichtigsten Fragen im

Leben lassen sich einfach beantworten.

Wenn du ehrlich bist.

J

BIST DU

UNGLÜCKLICH?

N

N

ZEIG GRÖSSE!

Aktivisten gegen das

Freihandelsabkommen

TTIP schleppen schwer

an ihrem „Chlorhuhn“.

WÄRST DU GERNE

GLÜCKLICH?

J

MACH WEITER

WIE BISHER.

J

WILLST DU DEIN

LEBEN VER­

ÄNDERN?

N

ZIEH DICH AUS!

Da Radfahren in Madrid

immer gefährlicher wird,

entblättern sich Radler

für mehr Radwege.

BIST DU BEREIT,

FÜR EINEN NEU­

START ZU LEIDEN?

N

SO RICHTIG?

N

J

J

DEAN CHALKLEY, GETTY IMAGES, FOTOLIA, REUTERS(4), CORBIS

Lass dich überraschen! Andreja Pejić heißt

dieses Model aus Australien, das es liebt, unsere Vorstellungen

von „männlich“ und „weiblich“ durcheinanderzuwirbeln.

Geboren und aufgewachsen als

Junge, entdeckte Andrej als Teenager seine weibliche

Seite und eroberte schließlich die Laufstege von Paris

– in Männer- und in Frauenmode. Vom Männermagazin

„FHM“ unter die 100 Sexiest Women gewählt,

lebt die 23-Jährige heute ganz offiziell als Frau.

MACH STUNK!

Misthaufen vorm Berliner

Reichstag: ATTAC-

Globalisierungsgegner

haben die Nase voll.

SCHREIB ES AUF!

FEMEN demonstrieren

gegen sexuelle Ausbeutung

von Frauen. Da

schaut kein Polizist weg.

CHANGE

YOUR LIFE!

WIE? ERFÄHRST DU

AUF DEN NÄCHSTEN

SEITEN.

J Ja N Nein

THE RED BULLETIN 17


BULLEVARD

DER PERFEKTE WOCHENPLAN

ENTDECKE

DEIN WAHRES

ICH UND

ENTFALTE

DEIN VOLLES

POTENTIAL

Wir zeigen dir, wie du in

sieben Tagen zu einem

völlig neuen Menschen

wirst. Und zu einem viel,

viel besseren.

DU …

1 2 3

MONTAG DIENSTAG MITTWOCH

FINDE

DEN FEHLER!

Kein Mensch ist perfekt.

Und du schon gar nicht,

oder? Antwortest du auf

nur EINE dieser Fragen mit

JA, dann bleiben dir nur

noch sechs Tage, endlich

NEIN sagen zu lernen.

… bist zu schüchtern, dein

eigene s Spiegelbild

anzuspreche n?

… aktualisierst deine Statusmeldungen

nur noch per

Copy and Paste?

… stehst morgens nur auf,

damit du dich am Abend

wiede r hinlegen kannst?

… schaffst es nicht mal

im Sitzen, deine Zehen

zu berühren?

… betrachtest den abwechselnden

Verzehr von Fertigpizza

und Chicken Nuggets als

ausgewogene Ernährung?

… denkst bestenfalls dann an

Neustart, wenn dein Computer

abstürzt?

Dann wird’s höchste

Zeit, die Ärmel hochund

dein Leben

umzukrempeln.

Nur wer seinen eigenen Stil findet,

kann mit beiden Beinen im Leben

stehen.

SUCHE

DEN SINN!

Selbsterkenntnis ist

der erste Schritt zur

Besserung. Hinterfrag

deinen Alltag und sei

ehrlich zu dir selbst.

So wirklich ehrlich!

1. Wenn du eine Sache an dir

schlagartig ändern könntest,

wäre das:

A mein Körper

B mein Charakter

C meine Intelligenz

Und änderst du

im Alltag jetzt

schon was

daran?

2. Gibt es eine

Sache, die du

immer schon tun

wolltest, aber nie

getan hast – obwohl sie

kein Geld kostet?

A Ja.

Worauf wartest du also?

B Nein.

Weil du so einfallslos bist?

3. Hast du ein Geheimnis, das

deine Beziehung gefährdete,

wenn es öffentlich würde?

A Ja.

Ist dein Geheimnis so krass

oder deine Beziehung so

schwach?

B Nein.

Ist deine Partnerin/dein

Partner so verständnisvoll

oder dein Leben so glattgebügelt?

4. Welches dieser Schicksale

würdest du wählen?

A Weltberühmt,

aber unglücklich.

B Steinreich, aber unbeliebt.

C Im Beziehungsglück, aber

mittellos.

Und welches der drei kommt

deinem echten Leben am

nächsten? Wirklich C?

Bist du dir sicher?

RAUS AUS DEM

ALLTAG!

Das Leben beginnt erst

außerhalb der Komfortzone.

Also: Geh raus und

mach genau das Gegenteil

von all dem, was du sonst

machst. Spür den

Wind of Change!

Schleich dich in eine Selbsthilfegruppe

für ehemalige

Sektenmitglieder ein und

stell dich als ihr neuer

Anführer vor.

Geh in eine Boutique,

zieh in der Garderobe

alle deine Kleider

aus, lege sie ins

Regal neben der

Kasse, zwinkere

der Verkäuferin

„Stimmt so!“ zu

und spaziere nackt

bei der Tür hinaus.

Sag deinem Chef, du

würdest ernsthaft darüber

nachdenken, sein

Gehalt zu kürzen.

Ruf deine Mutter an und

erkundige dich, ob sie immer

brav ihren Teller leer isst.

Frag deine Freundin, was sie

gerade denkt. Wenn du keine

hast, frag deine Therapeutin.

„Alle denken

nur darüber

nach, wie man

die Menschheit

ändern

könnte, doch

niemand

denkt daran,

sich selbst

zu ändern.“

LEO TOLSTOI (1828 – 1910)

FOTOLIA(2), REUTERS, CORBIS

18 THE RED BULLETIN


BULLEVARD

4 5 6 7

DONNERSTAG FREITAG SAMSTAG SONNTAG

KNÜPFE

KONTAKTE!

Soft Skills sind eine harte

Währung: Nur wer seine

Mitmenschen begeistert,

kann sein Sozialkapital

maximieren. Also, misch

dich unters Volk!

BEWEG DEINEN

HINTERN!

Widme diesen Tag deinem

Körper. Geh Rad fahren.

Oder schwimmen. Mach

einen Klimmzug. Oder lauf

zumindest die letzten

zehn Meter zum Bus.

AKZEPTIERE

DEINE LASTER!

Fünf Schritte vorwärts,

ein Sprung zurück: Komm

dem Jo-Jo-Effekt zuvor

und schließ Frieden

mit deinem inneren

Schweinehund!

WILLKOMMEN

IM NEUEN LEBEN!

Und, spürst du schon, wie

die Kraft deines neuen

Selbst in deinen Adern

pulsiert? Dann lass dich

einfach fallen und genieße

jeden Moment!

Schmeiß den Ofen an und

leg eine Pizza ein – belegt mit

Chicken Nuggets.

Trink vierzehn Flaschen

Wein wie Gérard Depardieu.

Wenn du dann noch stehen

kannst (zwinker!), hab

hemmungslosen Sex.

Am Ende des Tages schreibst

du einen Brief an dich selbst.

Die Zeilen erinnern dich daran,

dass du für dein früheres

Leben zu alt geworden bist.

Entblöße dein wahres Ich – und deine Mitmenschen werden auf dich fliegen!

FOTOLIA(2), REUTERS, GETTY IMAGES, NASA

EISBRECHER

Betretenes Schweigen ist

dein Markenzeichen? Bald

nicht mehr! Versuche heute,

mit fünf wildfremden Leuten

ins Gespräch zu kommen.

SMALLTALK-TIPPS

Streue interessante Fakten

ein, am besten übers Wetter.

Beispiel: „Wussten Sie, dass

über 80 Prozent der Menschen,

die vom Blitz getroffen

werden, Männer sind?“

Mach deinem Gegenüber

ein nettes Kompliment. Etwa:

„Schickes Toupet! Darf ich

das mal anprobieren?“

Interessante Fragen halten

jedes Gespräch am Laufen:

„Wann haben Sie zuletzt

über die Endlichkeit Ihrer

Existenz nachgedacht?“

ENTSPANNUNG

MIT YOGA

Die Skorpion-Übung in drei

einfachen Schritten:

1 Einatmen.

2 Ausatmen.

3 Skorpion-Stellung

einnehme n.

Am

Montag

sehen

wir uns

wiede r!

THE RED BULLETIN 19


BULLEVARD

MARLON BRANDO

trug in „A Streetcar

Named Desire“, was

damals als Unterwäsche

zu verbergen

war: ein weißes

T‐Shirt. Heute ist es

total normal.

LESE-STOFF

Für Karrieristen: Diese

Klassiker führen dich

zur Macht. Merk dir

jeweils nur einen Satz!

NICCOLÒ MACHIAVELLI:

IL PRINCIPE

„Die Menschen sind so

einfältig und hängen so

sehr vom Eindruck des

Augenblicks ab, dass

einer, der sie täuschen

will, stets jemanden

findet, der sich

täuschen lässt.“

QUANTIFIED ART

DEIN NEUES,

ECHTES SELFIE

Mit Bewegungsdaten lässt

sich einiges anstellen:

Missbrauch oder Kunst.

Schritte, Likes, Suchanfragen:

Alles, was wir tun, lässt sich

in Zahlen messen. Oft ohne

unsere Zustimmung. Die US-

Künstlerin Laurie Frick macht

das Beste aus ihren Daten,

nämlich Kunst. Für alle, die es

ihr gleichtun wollen, hat sie

eine App entwickelt, die den

Blick auf dich verändern wird.

FRICKbits

sammelt deine

Standortdaten.

Je mehr du dich

bewegst, desto

bunter werden

die Bilder.

ES GIBT IMMER EIN ERSTES MAL

AVANTGARDE IM ALLTAG

Joggen, Hände waschen, T-Shirts tragen: Ja, auch diese Dinge

mussten erst erfunden werden. Unser Dank den drei Helden.

ROBERT GREENE:

48 LAWS OF POWER

„Von Wagemut verursachte

Fehler lassen

sich durch noch mehr

Wagemut korrigieren.

Alle bewundern den

Tapferen; niemand verehrt

den Feigling.“

Du kannst deine

Kunst mit anderen

teilen. Oder

sie löschen. Mitsamt

deinen Daten,

hoffen wir.

IGNAZ SEMMELWEIS

Der Budapester Arzt bat seine Kollegen,

sich vor OPs die Hände zu

waschen. Und erntete Spott dafür.

JERRY MORRIS

Konnte in den 1950ern nachweise

n: Regelmäßig laufen ist gesund.

Und nicht bloß anstrengend!

DALE CARNEGIE: HOW

TO WIN FRIENDS AND

INFLUENCE PEOPLE

„Sprechen Sie zu den

Menschen über sie selbst,

und sie werden Ihnen

stundenlang zuhören.“

KOBAL COLLECTION, GETTY IMAGES, IMAGO

20 THE RED BULLETIN


24 Stunden. 20 Weltrekorde. 1 Team.

Mazda gratuliert den Rekordjägern.

18. Oktober 2014. ATP-Hochgeschwindigkeits-Oval in Papenburg. Am Start: drei Mazda6 SKYACTIV-D 175

Serienfahrzeuge mit revolutionärer SKYACTIV Technologie. Nach 24 Stunden brechen sie 20 Weltrekorde 1 , einer

davon: 221,072 km/h – höchste Durchschnittsgeschwindigkeit mit einem Diesel-Serienfahrzeug 2 . Herzlichen Glückwunsch

ans gesamte Team. Die rekordbrechende SKYACTIV Technologie können Sie übrigens selbst erleben – bei einer

Probefahrt mit dem Mazda6. Ihr Mazda Vertragshändler erwartet Sie. Mehr unter mazda.de. MAZDA. LEIDENSCHAFTLICH ANDERS.

Kraftstoffverbrauch (innerorts/außerorts/kombiniert): 5,5 / 3,9 / 4,5 l/100 km; CO 2 -Emissionen (kombiniert): 119 g/km.

1) www.mazda.de/rekordversuch

2) FIA-Rekord für Diesel-Serienfahrzeuge von 2.000 bis 2.500 cm 3 vorbehaltlich der Anerkennung durch die FIA (Subject to FIA homologation).

Auch über

www.mazda.de


BULLEVARD

KARRIERE-KNICK

ZURÜCK AN

DEN START

Nicht jeder Kurswechsel

führt an bessere Ufer.

Wir lesen immer nur von

Mensche n, die ihr Leben

komplet t geändert und so

zum Erfolg gefunden haben.

Doch bei diesen Berühmtheiten

ist es genau umgekehrt

gelaufen – vielleicht,

weil sie ihre wahre Berufung

schon längst entdeckt

hatten.

NAOMI CAMP-

BELL wollte

auch als Sängerin

durchstarten,

doch ihr Debüt-

Album floppte.

Wer es anhört,

weiß, warum.

MICHAEL JOR-

DAN beendete

1993 seine Basketball-Karriere,

um, ja, Baseball-

Profi zu werden.

1995 war er zurück

in der NBA.

LUDWIG

WITTGENSTEIN

fühlte sich zum

Lehrer berufen –

fünf mühsame

Jahre später war

er wieder Philosoph.

Logisch.

„Das Leben ist

nirgends leicht.“

LUDWIG WITTGENSTEIN (1889 – 1951)

FRANKIE MUNIZ

beschloss 2006,

eine Karriere als

Profi-Rennfahrer

einzuschlagen.

Und gewann

prompt – einen

Fairness-Award.

KAINRATH – DAS KLEINE 2 × 2

BEZIEHUNG

ERZIEHUNG

GETTY IMAGES(4) DIETMAR KAINRATH

22 THE RED BULLETIN


Schneeweisse

Glücksgefühle!

• 489 PISTEN-KM

• 1 SKIPASS


BULLEVARD

Mehr Zukunft ins Heute! Bitte.

Wie sollen wir unser Leben ändern, wenn es diese Dinge noch immer

nicht gibt? Okay, das mit der Liebe: Liebe gibt es, fehlt nur der Mut.

BEAMEN STATT FLIEGEN

Spart Zeit und vielleicht auch

Energie. Doch die Tomatensaft-

Lobby ist einfach zu mächtig.

MUND AUF,

DAMIT WAS

AUS DIR WIRD!

Diese drei Delikatessen

verändern dich von

innen. Glaub uns das!

UPDATE FÜRS LEBEN

GIBT’S DA KEINE

APPS DAFÜR?

Doch. Hier sechs Buttons,

die dein Leben besser machen.

SCHÖNER

Diese Hanfsamen berauschen

zwar nicht, liefern

aber den perfekten

Proteinflash. Dein Körper

verbrennt kein Gras,

sondern Fett – und wird

schön schlank und fit.

SCHWITZEN

Sieben Minuten am

Tag reichen für

den Adoniskörper.

Mit „FitnessCoach“.

ARSCHTRITT

Egal welches Ziel

du hast: „Beeminder“

erinnert dich,

am Ball zu bleiben.

WINGMAN

„BroApp“ schickt

deiner Freundin

SMS, wenn du es

vergessen hast.

STECHUHR

„Toggl“ misst deine

Arbeitszeit und

merkt genau, wenn

du herumtrödelst.

STÄRKER

In Asien ranken sich

Mythe n um Schlangenblut,

das neben der

Immun abwehr auch die

Manneskraft stärken

soll. Harte Fakten freilich

gibt es dazu kein e. Bleibt

nur der Selbstversuch.

ENDLOS-PARTY

Findet immer de n

besten Club, die

beste Bar in deiner

Nähe: „event0“.

GLÜCKSBRINGER

Beginne den Tag

positiv mit einem

Eintrag im „Five

Minute Journal“.

NACHWUCHS

Mit ihnen hätten

wir gut lachen:

Zähne, die ewig

nachwachsen.

Kann doch kein

Problem sein,

Biotech-Nerds!

FREIE LIEBE

Es lebe die Polyamorie!

Wie man

mit nur einem

Partner ewig

glücklich wird,

bleibt uns nämlich

ein Rätsel.

ALLESKÖNNER

Waschmaschine

und Computer

waren ein guter

Anfang. Aber wo

bleibt er denn

nun, der Haushaltsroboter?

KLÜGER

Weinbergschnecken sind

das Brain Food schlechthin.

Ihre Omega-3-Fettsäuren

regen das Gedächtnis

an, und das

Schilddrüsenhormon T3

steigert unsere Hirnaktivität.

Blitzschnell!

DIALOG DER DOSEN

Und was bringt das neue Jahr?

CORBIS(3), FOTOLIA(3), GETTY IMAGES(3) DIETMAR KAINRATH

24 THE RED BULLETIN


RASSIGE

LEISTUNG

INFINITI Q50 EAU

ROUGE CONCEPT

www.infiniti.eu

INSPIRED PERFORMANCE

Abgebildetes Modell: Infiniti Q50 Eau Rouge Concept. Dieses Modell ist ein Konzeptfahrzeug und nicht im Handel erhältlich.

Serienfahrzeuge können von der Studie abweichen. Für mehr Informationen zum Infiniti Q50, besuchen sie www.infiniti.eu


BULLEVARD

WIRKLICH GUTE VORSÄTZE

TU DAS IM NEUEN JAHR!

Mit dem Rauchen aufhören, weniger trinken,

mehr Sport: Gähn! Wir haben fünf echt hilfreiche

Tipps für den Rest deines Lebens.

Ach du heilige Schei*e!

Auf diese Gadgets können wir gern verzichten.

Denkkappe

Kraniale Neurostimulation,

so nennen Wissenschaftler

das, was dieses Ding mit dir

anstellt. Einfacher gesagt:

Foc.us regt mit Stromstößen

dein Gehirn an und soll dich

so leistungsfähiger machen.

Elektro-schockierend!

1

TRAG MEHR ROT!

Psychologen haben festgestellt, dass Menschen auf

Fotos mit rotem Rahmen attraktiver wirken. Kein

Glück in der Liebe? Dann helfen im neuen Jahr ein

paar rote Klamotten. Spätestens rote Boxer-Shirts!

Nervensäge

HAPIfork schlägt Alarm, wenn du zu viel Essen

in dich hineinschaufelst. Wer sich von der Gabel

nicht bevormunden lassen will, muss mit der

Hand essen. Das macht wirklich happy!

HAB VIERMAL SEX! (RELAX – PRO WOCHE!)

Eine griechische Studie zeigt: Menschen, die

mindestens viermal die Woche Sex haben, verdienen

um drei Prozent mehr als solche, die nur einmal

in der Woche dürfen. Oder wollen. Oder können.

2

3

5

LASS DICH NICHT BEFÖRDERN!

Wer mehr kann, als sein Job ihm abverlangt, wird

befördert. So lange, bis die Stufe seiner Unfähigkeit

erreicht ist. Besagt das sogenannte Peter-Prinzip –

und so mancher Chef ist der lebende Beweis.

PROKRASTINIERE – ABER RICHTIG!

Schiebst du gern Dinge auf? Wissenschaftler haben

herausgefunden: Das muss nichts Schlechtes bedeuten.

Wer bewusst vertagt, kann mit Druck besser

umgehen. Und surft auf der Adrenalinwelle.

4

VERLASS DICH NICHT AUF DEIN BAUCHGEFÜHL!

Intuition führt in die Irre, weil wir uns auf unsere

Umwelt nicht verlassen können. Deshalb: Nur überlegte

Entscheidungen treffen! Nobelpreisträger

Daniel Kahneman hat darüber lange nachgedacht.

Fotokanone

Wiegt 20 Gramm, ist nicht

viel größer als ein Daumennagel

und schießt pro Minute

zwei Fotos. „Narrative Clip“

speichert also jeden Moment

deines Lebens. Da vergeht

einem das Lächeln.

CORBIS(5)

26 THE RED BULLETIN


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Oberhausen

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SNOWBOARD

„Dieses Bild schoss ich in den

ersten Tagen der Reise“, erzählt

Tero Repo. „Ich blieb am Hauptschiff,

während die Jungs im

Schlauchboot zu diesem Eisberg

gefahren sind. Sie mussten sich

beeilen – raufklettern, ein paar

Schwünge machen, und dann

nichts wie runter. Denn Eisberge

können verdammt instabil sein.“


ANTARCTICA

EISBERGE RUNTERZUFAHREN IST DIE EINE SACHE. RIDER BEIM

RUNTERFAHREN VON EISBERGEN ZU FOTOGRAFIEREN DIE

ANDERE. FOTOGRAF TERO REPO ÜBER EIN EISIGES ABENTEUER.

TEXT: PAUL WILSON

29


„DIESES FOTO MACHTE ICH ALS PASSAGIER

IN EINEM TANDEM-PARAGLEITER.“

30


„Wir hatten Christoph dabei,

einen Piloten, und seinen

Tandem-Paragleiter. Er flog,

ich hing mit ihm drin und habe

fotografiert. Auf diesem Foto

aus der Paragleiter-Perspektive

sieht man Lucas und Xavier auf

ihren Splitboards (ein Snowboard,

das sich in zwei Skier

teilen lässt, Anm.). Splitboards

waren durchaus sinnvoll, weil

man auf langen ebenen Strecken

auf Skiern viel schneller

vorankommt, als würde man

das Snowboard herumtragen.“


E

s gibt drei Dinge, die man als Fotograf bei

extremen Reisen in Schnee und Eis beherzigen

sollte. „Meide jedes Risiko, das du

meiden kannst. Hol dir keine Frostbeulen.

Und bleib am Leben.“ Das sagt Tero Repo.

Und Tero Repo weiß, wovon er spricht. Er

fotografiert seit Jahren Snowboard- und

Ski-Expeditionen in aller Welt.

„Ich war schon oft in gefährlichen

Situationen“, sagt der 36-jährige Finne –

Lawinenabgänge, schwere Stürze, ernsthafte

Verletzungen der Rider. „Je mehr

Zeit du in den Bergen verbringst, desto

mehr schlimme Dinge erlebst du.“

Der jüngste, einmonatige Trip in die

Antarktis hätte besser nicht verlaufen

können: lange Tage, viel Sonne, die Snowboarder

Xavier de Le Rue aus Frankreich

und Lucas Debari aus den USA konnten

Eisberge und Inseln nach jungfräulichen

Abfahrten erkunden. Repo war früher

selbst Skifahrer. Mittlerweile fühlt er sich

hinter der Kamera wohler. „Zum bloßen

Vergnügen fahre ich kaum noch Ski. Jetzt

nütze ich meine Skills, um meine Arbeit

besser machen zu können.“

Links: „Der Ausblick am Morgen

von unserer ‚Golden Fleece‘.

Ein schweres, 19 Meter langes

Segelboot. Kein Eisbrecher,

aber eine 20 Zentimeter dicke

Schicht kann sie durchbrechen.

Wir haben sie auf den Falkland-

Inseln gekauft.“

Oben: „Links Lucas, in der Mitte

Xavier, rechts der Kapitän des

Schiffs, Jérôme Poncet.“

Rechte Seite: „Im Schlauchboot

der Erste Offizier, Lucas ist

am Klettern, bereits oben sind

Xavier und unser Reiseführer

Tony Lamiche. Der Eisberg war

ein ziemlich großes Ding.“

32 THE RED BULLETIN


DER KAPITÄN WAR NICHT

BEGEISTERT DAVON, DASS

WIR AUF EISBERGE KLETTERN.

‚SIE FALLEN OFT IN SICH

ZUSAMMEN‘, MEINTE ER.“


„DIE MEISTEN

ABFAHRTEN

WAREN SEHR

STEIL UND

GEFÄHRLICH,

ABER WIR

H AT TEN MIT

DEM WETTER

IRRES GLÜCK.“

Links: „Ich habe auch ein paar

gute Bilder ohne Snowboarder

gemacht, zum Beispiel dieses

hier von einer Pinguin-Kolonie.“

Oben links: „Dieses Bild ist

an Land entstanden, nicht auf

einem Eisberg. Xavier und

Lucas klettern gerade die besichtigte

Line hinauf. Sie trugen

während des Trips immer die

gleiche Montur: Xavier Gelb,

Lucas Blau. Hinter ihnen, das

sind keine Pinguine, sondern

Antarktikscharben, glaube ich,

eine Art Kormoran.“

34 THE RED BULLETIN


„Wir sind meist ein oder zwei

Tage an einem Ort geblieben,

um zu sehen, wo die Sonne auftrifft.

Das war wichtig, denn es

war 22 Stunden am Tag hell.

Zu früh am Tag war der Schnee

zu hart, zu spät war er zu weich.

Jeder kleine Fehler hätte böse

enden können, also haben wir

uns Zeit für alles genommen.

Und jedes Risiko vermieden,

das sich vermeiden ließ.“

THE RED BULLETIN 35


Oben: „Mit einem Bier in den

Sonnenuntergang. Aber natürlich

erst nach den Aufnahmen,

zurück am Schiff.“

Rechts: „Unser Reiseführer Tony

macht Lucas eine Art Bandage.

Bei einem Sturz war eine alte

Handgelenksverletzung wieder

akut geworden.“

Hauptbild: „Lucas bei einem

Frontside 360. Für ihn kein

besonders aufwendiger Trick,

aber in dieser Landschaft sieht

er einfach unglaublich aus.“

36 THE RED BULLETIN


„IN DIESER LANDSCHAFT

SIEHT JEDER TRICK EIN-

FACH UNGLAUBLICH AUS.“

THE RED BULLETIN 37


„DAS LICHT DER

ANTARKTIS IST

GENIAL FÜR EINEN

FOTOGRAFEN.“

38


„Das Schlauchboot bei der

Rückkehr zur ‚Golden Fleece‘.

Das war ein Platz, an dem

wir übernachteten. Dank dem

Wetterglück waren die Vorbereitungen

der Shootings ganz

einfach. Wir mussten nicht für

ein paar Augenblicke Licht durch

die Gegend jagen. Wir konnten

einfach jeden Tag zwischen vier

Uhr nachmittags und zehn Uhr

abends fotografieren.“


„SO KNAPP AM MEER SUCHST

DU DIR DEINE LINES GANZ

BESONDERS SORGFÄLTIG AUS.“

40 THE RED BULLETIN


Oben: „Xavier bei einer Abfahrt

an Land. Wir kehrten übrigens

auch tagsüber immer wieder

aufs Schiff zurück. Wir waren

insgesamt zu zehnt auf dem

19 Meter langen Segelboot.“

Links: „Lucas bei unserer

Schwimm-Session. Wir sprangen

einfach von Deck. Das

Wasser hatte ein paar Grad

über null – es fühlte sich gar

nicht so kalt an, wirklich.“

Linke Seite: „Wieder Xavier. Wir

suchten nach Lines wie dieser,

mit Kanten, auf denen ich

sicher stehen und doch einen

guten Eindruck von der Steilheit

geben konnte.“

terorepo.com

THE RED BULLETIN 41


WAS MAN VON

HANNIBAL

LECTER

LERNT

Mads Mikkelsen geht im

Red Bulletin-Interview die

größeren Themen an: Leben

und Tod, Gott und die Welt.

Und das Radfahren.

INTERVIEW: RÜDIGER STURM

BILDER: KENNETH WILLARDT/

CORBIS OUTLINE

42


„Abgesehen von seinen

Ernährungsgewohnheiten, ist

Hannibal Lecter kein typischer

Psychopath. Machen Sie nicht

den Fehler, ihn zu reduzieren!“


Mads Mikkelsen, 48 Jahre, Däne, Sohn einer Krankenschwester

und eines Gewerkschaftsfunktionärs,

wahrscheinlich derzeit der größte europäische Filmstar.

Zum Red Bulletin-Gespräch erscheint er ein

wenig ungekämmt, unrasiert, das Hemd lose in die

Jeans gestopft, aber hellwach und blendend gelaunt.

„Bevor wir beginnen, sollte ich Sie vorwarnen“, sagt

er. „Wir Dänen sind sehr gut darin, über uns zu

lachen. Hinter allem, was wir sagen, steckt ein böser

Sinn für Humor.“

the red bulletin: Herr Mikkelsen, Sie waren

Bond-Bösewicht, Michael Kohlhaas, Held im

Wilden Westen und der griechischen Mythologie,

aktuell sind Sie Hannibal Lecter. Woher kommt

Ihr Faible für extreme Charaktere?

mads mikkelsen: Die Antwort ist ganz einfach: Mein

Leben ist langweilig. Also muss ein Projekt dramatisch

sein, aufregend, verrückt. Ich brauche diesen Kontrapunkt.

Komödien zum Beispiel mag ich eigentlich gar

nicht. Außer sie sind wirklich durchgeknallt.

Keine ausgesprochene Komödie ist „Hannibal“.

Aktuell drehen Sie die dritte Staffel der extrem

erfolgreichen Serie. Hatten Sie gar keine Bedenken,

diese legendäre Rolle zu übernehmen?

Nicht nachdem ich Bryan Fuller getroffen hatte, den

kreativen Kopf der Serie. Er wollte mir die Geschichte

in zehn Minuten präsentieren. Nach zwei Stunden

sprach er immer noch. Er schwärmte von Hannibal

wie von einer Liebesaffäre. Nach diesem Gespräch

war mir klar: Mit diesem verrückten Kerl gemeinsam

will ich das machen.

Wie sehr muss man sich und wie sehr darf man

sich auf die Rolle einlassen, wenn man einen

Kannibalen spielt?

Hahaha, Sie meinen, ob ich …?

45


Mann mit Ausdauer:

Seinen Durchbruch

als Schauspieler

feierte Mads

Mikkelsen erst mit

siebenunddreißig im

dänischen Dogma-

Streifen „Für immer

und ewig“.

… nicht bis in die letzte Konsequenz, natürlich.

Abgesehen von seinen Ernährungsgewohnheiten, ist

er kein klassischer Psychopath. Hannibal Lecter ist

keine eindimensionale Bestie. Machen Sie nicht den

Fehler, ihn zu reduzieren. Er liebt Kunst, Musik,

Essen, Sprachen – und eben auch das Töten. Das ist

eine Leidenschaft für ihn. Es liegt sogar eine gewisse,

hm, Liebe darin. Die versuche ich auch zum Ausdruck

zu bringen … Klingt das jetzt zu verrückt?

Vielleicht wollen Sie diesen Gedanken ja ein wenig

erläutern.

Er ist eines der schrecklichsten Monster, die wir je

gesehen haben. Klar. Aber wir können, abgesehen von

dieser Grausamkeit, viel von Hannibal lernen. Dass

das Leben an der Schwelle zum Tod interessanter ist,

zum Beispiel. Weil wir uns dadurch bewusst werden,

dass wir das Leben jeden Tag voll auskosten sollen.

Hannibal hat auch keine Zeit für Banalitäten, er verschwendet

keine Zeit für dumme Menschen. Von

einer solchen Einstellung kannst du lernen. Dazu

kommt, dass mich persönlich sein immenses Selbstbewusstsein

einfach fasziniert.

Wieso?

Weil ich ein unsicherer Mensch bin. Ich bin unsicher,

jedes Mal, wenn ich etwas ausprobiere, jedes Mal,

wenn ich arbeite. Das Gefühl der Unsicherheit ist ein

ständiger Begleiter.

Jetzt flunkern Sie.

Nein, keineswegs!

„Wenn ich merke, dass ich nachzudenken

beginne: ganz schlecht. Dann

muss ich die Einstellung wiederholen.

Egal was der Regisseur sagt.“

Unsicherheit könnte ja hilfreich sein, wenn Sie

ängstliche, zweifelnde Typen spielen. Aber Sie

spielen Helden. Wie können Sie zugleich unsicher

sein und einen Helden darstellen?

Ich muss die Unsicherheit vergessen. Ich weiß, das

klingt einfacher, als es ist. Mein Weg ist, zu versuchen,

beim Spielen in eine Art Flow-Zustand zu kommen.

Dann denke ich nicht, dann bin ich. Wenn ich nachzudenken

beginne, wenn mir bewusst wird, was ich

tue: ganz schlecht. Sobald ich merke, dass so etwas

passiert, muss ich die Einstellung wiederholen.

Außer der Regisseur ist begeistert.

Keine Ausnahme, nein, ich bestehe darauf, sie zu

wiederholen. Ich weiß dann, dass es nicht gut war.

Ich weiß das, verstehen Sie? Da kann der Regisseur

noch so zufrieden sein.

Neigen Sie ein wenig zum Einzelgängertum?

46 THE RED BULLETIN


Unser Job ist auf besondere Weise zugleich sehr

sozial und sehr antisozial. Wenn wir arbeiten, sind

wir nonstop von Leuten umgeben. Sonst könnten wir

unseren Job gar nicht machen. Gleichzeitig durchlebt

man als Schauspieler seinen ganz eigenen Prozess.

Du musst ein fremdes Leben in dir finden und ausloten.

Dabei muss man komplett allein sein, und man

muss das auch können, egal wie viele Leute rund um

einen sind. Das muss man lernen. Wenn man mal

gelernt hat, nur den eigenen Gedanken zu folgen

und nur der inneren Musik zuzuhören, dann hat das

etwas enorm Inspirierendes.

Wie lernt man so was? Innere Reife? Meditation?

Durch Radfahren.

Ah.

Mache ich jeden Tag. Ein oder zwei Stunden allein,

länger, wenn ich in einer Gruppe bin. Radfahren ist

meine Droge. Sie können jeden Marathonläufer oder

Triathleten fragen – wir alle kennen dieses Gefühl.

Wenn du auf deinem Rad sitzt und fast Blut spuckst,

dann produziert dein Gehirn diese Endorphine.

Tolle Dinger. Nach denen wirst du süchtig. Wenn

ich ein paar Tage nicht Rad fahren kann, bin ich

ein verzweifelter Mensch.

Herr Mikkelsen, Sie legen gerade ein Drogengeständnis

ab!

Hahaha, bis zu einem gewissen Grad, ja. Natürlich

gibt es Fälle, wo du vor Erschöpfung einfach nur

schwach wirst und dir eine Grippe einfängst. Das ist

dann ein schlechter Trip, wenn Sie so wollen. Aber

meistens bekommst du einfach eine feine Dosis

Adrenalin ab. Manche Leute brauchen die Gefahr

für diesen Kick und klettern Berge hoch. Das finde

ich überhaupt nicht interessant. Was mich interessiert,

ist, mich bis zu jener Grenze zu puschen, an

der wirklich nichts mehr geht. An der ich einfach

nicht mehr kann. Das erfüllt mich.

Was daran, genau?

Ich habe schon drüber nachgedacht, was es ist. Aber

ich weiß es nicht. Ehrlich. Ich bin wohl tatsächlich

einfach süchtig nach Sport. Selbst wenn ich nicht auf

dem Rad sitze, mache ich irgendeinen Ballsport –

Fußball, Handball, Tennis. Und wenn ich Pause

mache, schaue ich Sportfernsehen.

Ein Rad-Trip, an den Sie sich besonders erinnern?

Das war in Los Angeles. Ein Freund hatte zwei Rennräder

dabei und forderte mich zu einer Wettfahrt

heraus. Ich war davor einige Zeit nicht gefahren,

aber machte mir trotzdem keine Gedanken. Ich bin

ja üblicherweise ordentlich in Form. Dann fuhren

wir los … die Hügel rund um Los Angeles rauf und

runter. Und es war elend. Ich bin fast gestorben. Aussichtslos,

ihn zu schlagen. Fürchterlich frustrierend.

Nach dem Rennen sagte ich zu mir: Das kannst du

nicht auf dir sitzen lassen. Also kaufte ich mir ein

Rennrad, bereitete mich vor, und als ich wiederkam,

machte ich ihm die Hölle heiß. Das war ein Heidenspaß,

ich sag’s Ihnen.

Man darf sich das so vorstellen, dass Mads Mikkelsen

rund um Los Angeles auf öffentlichen Straßen

private Radrennen gegen seine Freunde fährt?

(Lacht.) Nicht als Alltagsbeschäftigung. Aber da war

es mir ein echtes Anliegen, die Scharte auszuwetzen.

Das konnte ich doch nicht auf mir sitzen lassen!

Ich will Ihnen nicht nahetreten. Aber es hat einen

Sinn, dass Straßen für Rennen gesperrt werden.

Es war auch gefährlich, muss ich zugeben. Mitten

auf der Straße gibt es in Los Angeles ja diese riesigen

Abflussgitter fürs Regenwasser. Die sind zu groß, als

dass du mit dem Rad drüberfahren könntest. Da

bleibt dein Vorderrad stecken. Das kann auch bei

geringeren Geschwindigkeiten als 50 Stundenkilometern

unangenehme Folgen haben. Aber ich raste

mit knapp 50 Sachen auf so ein Gitter zu. Und sah es

zu spät, um ausweichen zu können. Ich wusste: Jetzt

gibt es entweder eine kapitale Bruchlandung, oder

ich schaffe es drüberzuspringen. Das ist mir dann

zum Glück auch tatsächlich gelungen. Das Gitter

erwischte nur einen kleinen Teil meines Hinterrads.

Das war wirklich ziemlich knapp damals.

Dankt man in solchen Situationen dem Schicksal,

seinem Schutzengel?

Ich bin so was von unreligiös, unreligiöser geht gar

nicht. Klar, es wäre schön, wenn es ein gütiges höheres

Wesen gäbe. Aber bis wir in diesem Punkt Gewissheit

haben, sollten wir unser Leben besser selbst in die

Hand nehmen. Eigene Taten, eigene Verantwortung,

ich halte es lieber so.

Muss dennoch ein herrliches Gefühl gewesen sein,

nach so einem Schock heil geblieben zu sein …

Überhaupt nicht! Ich war verärgert und erschrocken.

Ich sagte doch vorhin schon: Ich bin nicht an Gefahren

interessiert. Mir gibt das keinen Kick.

Aber Sie meinten auch, dass das Leben an der

Schwelle des Todes interessanter sei.

Was nicht heißt, dass du es fahrlässig riskieren sollst.

Herr Mikkelsen, bei allem Respekt, Sie sagen das,

während Sie eine Zigarette rauchen.

Punkt für Sie, hahaha. Ich hab auch versucht aufzuhören.

Hat aber nicht geklappt.

Überlegen Sie doch mal, wem aller Sie auf dem

Rad mit sauberer Lunge die Hölle heiß machen

könnten.

Sie haben recht. Würde ich aufhören, könnte ich

möglicherweise schneller fahren. Vielleicht gelingt’s

mir ja, wenn ich es so sehe.

47


7 5 H A H N E N K A M M - R E N N E N

Hermann Maier

konnte sich 2001

in die Abfahrs-

Siegerliste

eintragen.

HÖLLEN

75 Streiflichter zum Jubiläum

des härtesten Skirennens der Welt

1. „Ich hatte durchaus

Todesangst-Gefühle.“

Stephan Eberharter

über sein Streif-Debüt

1991

2. „Das soll die

schwerste Abfahrt der

Welt sein? Da geht es

doch zweimal sogar

bergauf.“

Hermann Maier, 1999

3. „Is eh lei a Einbahnstraßn.

Da kimmt

da koana entgegn.“

Werner Grissmann zu

einem leicht bangen

Hansi Hinterseer, bevor

dieser 1975 auch zur

Abfahrt antrat

4. „Ich hatte die

Hose n voll.“

Fritz Strobl zu seiner

ersten Streif-Fahrt

5. „Man muss sich nur

am Start überwinden,

danach kann man eh

nicht mehr stoppen.“

Fritz Strobl klingt nach

seinem Sieg im Jahr

2000 schon anders.

6. „Meines Erachtens

sind die alle ein bisschen

lebensmüde.“

Boris Becker, Tennislegende

und Streif-Fan

7. „Die Streif ist wie

ein guter Actionfilm –

bis zum Schluss

spannen d.“

Arnold „I’ll be back“

Schwarzenegger,

Kitzbühe l-Dauergast

8. „Als ich das erste

Mal am Start stand,

STRECKE

1. 9.

ZIEL: 805 M

START: 1665 M

STRECKEN­

LÄNGE: 3312 M

hätte ich das Starthaus

am liebsten

wiede r nach hinten

verlassen. Aber ich

wollte auch nicht derjenige

sein, der mit

der Gondel ins Tal

fährt.“ Didier Cuche,

fünffacher Streif-Sieger

9. „Monaco ist das

verrückteste Formel-1-

und Kitzbühel das verrückteste

Abfahrtsrennen

– beide führen

den Menschen an die

Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.“

Niki Lauda, lebendes

F1‐Denkmal

10. „Für die Streif

reiche n 95 Prozent

nicht. Du musst alles

geben können, um sie

zu fahren. Sonst wirft

sie dich ab.“

Erik Guay, trotz 100 %

reichte es 2013 nur für

Platz zwei auf der Streif.

11. „Bei Olympia kann

es auch mal einen

Zufalls sieger geben.

Auf der Streif dagegen

gewinnen immer die

Besten.“

Aksel Lund Svindal,

Abfahrtsweltmeister

und Super-G-Olympiasieger.

Sein bestes

Ergebnis auf der Streif:

ein 2. Platz 2014

12. Die Streif ist nach

jenem Bauern benannt,

der die Alm seinerzeit

bewirtschaftete. Ein

kleiner orthografischer

Fehler: Denn der Bauer

schreib sich Straiff.

13. Der Ursprung des

Hahnenkammrennens

ist ein Werbelauf des

Kitzbüheler Wintersportvereins.

Der wählte

einen Termin Ende

März, um der Welt zu

demonstrieren, dass

am Hahnenkamm Skifahren

auch dann noch

möglich ist, wenn in

anderen Wintersportorten

schon der Frühling

Einzug gehalten hat.

14. 1950 beginnt der

Kitzbüheler Ski Club mit

der Ausschreibung des

12. Hahnenkammrennens.

Wie er damals auf

die Zahl 12 kommt,

kann heute niemand

erklären – Historikern

zufolge stimmt diese

Zählung nämlich nicht.

15. Der erste Gewinner

auf der heutigen Abfahrtsstrecke

über die

Streif ist 1937 der Kitzbüheler

Thaddäus

Schwabl. Auf seinen

Holzski benötigt er

3:53,1 Minuten.

16. Früher wollten die

Pistenchefs mit möglichst

wenig Toren

auskommen. Das sparsame

Ausstecken der

Strecke lässt die Rennfahrer

kreativ werden:

In den 1950er Jahren

suchen sie sich ihre eigene

Linie am Hang um

die Kirschbäume herum.

Auch Egon Schöpf

und Christian Pravda

dürfte n davon profitiert

haben: Ihre Rekorde in

den Jahren 1949 und

1951 bzw. 1954 können

sie deshalb aufstellen,

weil sie unterhalb des

alten Bauernhauses

am Oberhausberg eine

neue Linie finden, die

ihre Strecke entscheidend

verkürzt.

17. Die Streif hat eine

Länge von 3312 Metern.

In den Anfangsjahren

des Hahnenkammrennens

ist die Abfahrt

noch um gut ein Drittel

länger (4500 Meter).

18. Mit einem Geländewagen

käme man auf

der Streif wohl nur bis

zum Zielhang. Dort ginge

es vermutlich nicht

mehr weiter. Da Werner

Grissmann nicht in Kitzbühel

wohnt, hat das

nämlich noch keiner

ausprobiert.

APA /PICTUREDESK.COM(2), KSC

48 THE RED BULLETIN


Hannes Reichelt (AUT)

triumphier t 2014 trotz

eines Bandscheibenvorfalls,

opfert für

den Sieg sogar seine

Olympiateilnahme.


„Da hilft

nur Gift.“

Der Zweitplatzierte Henri Duvillard (FRA)

über die einzige Möglichkeit, Karl Schranz 1972

in Kitzbühel zu schlagen

Trotz Schrecksekunde

– der zuvor gestürzte

Italiener Stefano Anzi

quert die Piste – holt sich

Karl Schranz 1972 seinen

dritten Streif-Sieg.

50 THE RED BULLETIN


Fast 100.000 Zuschauer

verfolgen Jahr für Jahr

die Hahnenkammrennen

hautnah. Die Hälfte davon

lockt allein die Abfahrt

auf der Streif an.

25.

29.

PRESSEFOTO ULMER, JUERGEN KLECHA/KSC, CORBIS

19.

19. Der Start liegt auf

eine r Seehöhe von

1665 Metern, das Ziel

auf 805.

20. Die berüchtigte

„Mausefalle“ wird

Anfang der 1950er Jahre

eingerichtet. Den Namen

hat Anton Sailer sen.,

der Vater der Skilegende

Toni Sailer, geprägt.

„Iatz schaug amoi, des

is wia a Maustrappei“,

soll er gesagt haben,

weil die Skifahrer in

diesen steilen Hang wie

eine Maus in eine alte

Drahtmausefalle hinunterstürzen.

21. Das Starthaus auf

1665 Metern kann ganzjährig

besucht werden.

Dessen Ausblick liefert

den Vorgeschmack

darauf, was die Rennläufer

auf den nächsten

Metern erwartet: Die Abfahrt

beginnt mit einem

Gefälle von 50 Prozent,

nach Bormio (63 %) der

zweitsteilste Start im

Weltcup. Die ersten

160 Meter werden

in durchschnittlich

7,5 Sekunden zurückgelegt.

22. Nach der „Mausefalle“

wartet mit dem

„Karussell“ die nächste

Herausforderung auf

die Rennfahrer: Eine

S-Kombination mit

180-Grad-Kurve führt

in den Steilhang hinein

STEILE STRECKE

MAUSEFALLE: 86 %

86%

MAX.

ZIEL

68%

TOP-SPEED

153 KM/H

Arnie, immer back in

Kitzbühel: „Die Streif

ist wie ein guter

Action film – bis zum

Schluss spannen d.“

– dahinter warten bereits

die Fangnetze. Diese

Kurvenkombination

überhaupt in vollem

Tempo fahren zu können

ist erst seit der

Erfindung der Carvingski

möglich.

23. Die Sprünge über

die Mausefalle gehen im

Schnitt 60 Meter weit.

80 Meter lang war der

weiteste gestandene

Sprung in der Mausefalle.

24. 1983 wurde erstmals

Kunstschnee

mühsam auf den

Hahnenkamm gekarrt

– umsonst. Das Rennen

fiel aus. Insgesamt

sechs Mal wurde die

Abfahrt wegen Wärme,

Neuschnee, Sturm oder

Nebel abgesagt.

25. 2007 werden sogar

2000 Tonnen Schnee

vom Großglockner in

LKW herbeigekarrt.

Kosten: rund 350.000

Euro. Aber aller Aufwand

bleibt umsonst.

Schuld ist der Orkan

„Kyrill“, der warme Luft

und die Veranstalter

um ihren Lohn bringt.

26. Ein Streif-Abfahrer

muss einstecken können

– nämlich harte Schläge,

die dem Zehnfachen

des Körpergewichts

entsprechen. Solchen

Kräften sind sonst nur

Kampfpiloten ausgesetzt.

27. 21, so alt sind die

jüngsten Streif-Abfahrer

Roland Collombin

(SUI, 1973) und Franz

Klammer (1975), die es

aufs Stockerl schaffen.

28. Mit über 37 holt sich

Didier Cuche 2012 als

ältester Streif-Siege r

die Gams-Trophäe.

29. Etwa 1,3 Millionen

Zuschauer werden das

Wettrennen auf der

Streif live im TV

verfolge n.

30. Bei der ersten

Abfahrt auf der Streif

1937 bewältigen die

Rennfahrer den Steilhang

nicht in Schussfahrt,

sondern in kurzen

Schwüngen.

31. 1951 bleibt Christian

Pravda vom Kitzbüheler

Ski Club mit 2:57,0

als Erster unter

drei Minuten.

32. 1961 findet das letzte

Damenrennen auf

der Streif statt. Siegerin:

Traudl Hecher. Dann

sperrt man die Strecke

aus Sicherheitsgründen

für Damenbewerbe.

33. 1987, das letzte

wirkliche Duell: In der

Kombination siegte

Pirmin Zurbriggen vor

Andreas Wenzel. Sie waren

die einzigen Starter.

THE RED BULLETIN 51


Ein Sturz an der Hausbergkante

1999 beendete die Karriere von

Olympiasieger Patrick Ortlieb.

34. „Kitzbüheler

Wunder team“ werden

die Lokalmatadoren

Anderl Molterer, Toni

Sailer, Ernst Hinterseer,

Hias Leitner, Christian

Pravda und Fritz Huber

genannt. Die sechs Skirennläufer

dominieren

in den 1950er Jahren

die Hahnenkamm-

Renne n.

35. Mit zwei Abfahrtssiegen,

drei Siegen im

Slalom und vier Kombinationstriumphen

wird

Anderl Molterer zum

„Weißen Blitz von

Kitz“ – 1958 gewinnt er

sogar Abfahrt und Slalom.

Ein Erfolg, der nur

fünf weiteren Sportlern

gelingt, das letzte Mal

dem Franzosen Jean-

Claude Killy 1967.

STRECKENREKORDE

36.

36. Der „Schwarze

Blitz von Kitz“ ist Toni

Sailer, zweimaliger

Hahnenkammsieger

(1956, als er auch den

Slalom gewinnt, und

1957). Nach seiner

Skikarriere wird er ein

international gefeierter

Film- und Medienstar.

37. Der „Arlberg-Express“,

Karl Schranz,

siegt dreimal auf der

Streif. Nachdem er acht

Mal erfolglos angetreten

ist, gewinnt er das

erste Mal 1966 in der

damals neuen Rekordzeit

von 2:16,63. 1969

1937 THADDÄUS SCHWABL AUT 03:53,10

1966 KARL SCHRANZ AUT 02:16,63

1997 FRITZ STROBL AUT 01:51,58

und 1972 folgen seine

beiden weiteren Siege.

38. 1975 geht ein Stern

strahlend auf: Auf der

Streif feiert Franz

Klammer seinen fünften

Abfahrtssieg in Folge –

der Startschuss einer

großen Karriere für den

damals 21-jährigen

Kärntner.

39. 1982 schraubt Harti

Weihrather als Erster

den Streckenrekord auf

unter zwei Minuten –

1:57,20. Sein Rekord

hält zehn Jahre lang.

40. 1975, 1976 und 1977

siegt Franz Klammer auf

der Streif. Danach folgen

sieben wahrlich magere

Jahre – bis er 1984 mit

einem sensationellen

Comeback seinen vierten

Hahnenkammsieg

erringt. Die Begeisterung

der Zuschauer

kennt keine Grenzen:

Die Zäune im Zielraum

werden niedergetreten,

Klammer wird mit

Sprechchören gefeiert.

41.

41. 2004 geht Stephan

Eberharter als Trainingsschnellster

ins

Rennen, fährt eine Linie,

die bis dato niemand gewagt

hat, und zeigt nach

einhelliger Meinung aller

Experten die perfekte

Fahrt auf der Streif. Es

ist sein zweiter Sieg,

nach 2002.

42. Nachdem er seinen

Rücktritt vom Skisport

bekannt gegeben hat,

gewinnt Didier Cuche

2012 zum fünften Mal

die Streif und krönt sich

zum „König von Kitz“.

Keiner hat öfter gewonnen.

Bester Österreicher

ist Franz Klammer

(4 Siege), erfolgreichster

Deutscher der zweimalige

Hahnenkammsieger

Sepp Ferstl (1978

und 1979).

43. Dem Sieger auf der

Streif winkt mit 70.000

Euro (2014) das höchste

Preisgeld im Weltcup.

Preisgelder wurden erst

1992 eingeführt. Der

Sieger bekam damals

18.000 Schweizer Franken

(was rund 20.000

D-Mark entsprach).

44.

44. Ein echter Hahnenkammsieger

ist streng

genommen aber nur,

wer in der bis 2013 gewerteten

Kombination

aus Abfahrt und Slalom

die Nase vorn hat.

Der gebürtige Kitzbüheler

Andreas Molterer,

der Norweger Kjetil

André Aamodt und der

Kroate Ivica Kostelić

schaffen das vier Mal.

45. Jeder Sieger auf

der Streif ist in weißer

Schrift auf einer roten

Die Streif ruft. Und

gibt es keinen Schnee,

gibt es noch Hansi.

Seilbahngondel am

Hahnenkamm verewigt.

Reihenfolge gibt es keine,

weder alphabetisch

noch chronologisch.

Nur die Nummer eins ist

fix vergeben: Sie gehört

der Kitzbüheler Skilegende

Toni Sailer.

46. Im Jahr 2005 animiert

Hansi Hinterseer

6000 Menschen zu

einer Wanderung auf

die Streif. Die Belohnung

für die Strapazen der

Wanderer: Hansi singt

auf dem Hahnenkamm.

Er selbst reist übrigens

mit der Gondel an.

APA/PICTUREDESK.COM, EXPA/PICTUREDESK.COM

52 THE RED BULLETIN


10 STÜRZE: DIE STREIF VERZEIHT KEINEN FEHLER

1. KLAUS GATTERMANN GER 1985 HAUSBERGKANTE

2. BRIAN STEMMLE CAN 1989 STEILHANGAUSFAHRT

3. PETER RZEHAK AUT 1992 MAUSEFALLE

4. FRANZ HEINZER SUI 1994 SEIDLALMSPRUNG

5. PIETRO VITALINI ITA 1995 ZIELSCHUSS

6. PATRICK ORTLIEB AUT 1999 HAUSBERGKANTE

7. HANS KNAUSS AUT 2001 SEIDLALM

8. THOMAS GRAGGABER AUT 2005 HAUSBERGKANTE

9. DANIEL ALBRECHT SUI 2009 ZIELSCHUSS

10. HANS GRUGGER AUT 2011 MAUSEFALLE

GETTY IMAGES(2), DPA / PICTUREDESK.COM, PRESSEFOTO ULMER, APA/PICTUREDESK.COM

47. 52.

47. Prominente Opfer.

Die Streif ist ein bockiges

Ross. Abgeworfen

hat sie bereits praktisch

jeden Rennläufer, der

Rang und Namen hat.

Oben eine absolut subjektive

Liste der spektakulärsten

Stürze, chronologisch

geordnet.

48. Entlang der Streif

gibt es 150 Toilettenhäuschen

– beheizt,

weil sonst die Rohre

einfrieren würden, und

ans Kitzbüheler Kanalsystem

angeschlossen.

49. Robert Redford

spielt 1969 die Hauptrolle

in „Downhill

Racer“, der zum Teil auf

der Streif gedreht wird.

50. Die erste TV-Live-

Übertragung des

Hahnenkammrennens

gibt es 1959.

51. Der Seidlalmsee

wird 1994 für die künstliche

Beschneiung

angelegt. Heute leben

darin Fische, die aber

niemand fischen darf.

Franz Klammer, Österreichs

Nr. 1 auf der Streif. Nur Didier

Cuche gewann öfter.

52. Die bisher höchste

Geschwindigkeit wird

im Jahr 2006 gemessen:

Michael Walchhofer

erreicht im Zielhang

153 km/h.

53. 1966 wird entlang

der Streif Skigeschichte

geschrieben: Auf der

„Seidlalm“ entsteht

die Idee des Weltcups.

54. 1999 verfolgen

100.000 Zuschauer an

drei Tagen die Kitzbühel-Rennen

live an

Ort und Stelle – ein bis

dato ungebrochener

Rekord. Durchschnittlich

werden 15.000 Zuschauer

beim Super-G,

25.000 Zuschauer beim

Slalom und 45.000 beim

Abfahrtslauf (in Summe:

85.000) erwartet.

55. An den Renntagen

sind mehr als 1450

Personen rund um den

Hahnenkamm direkt

und indirekt für einen

reibungslosen Ablauf

der Veranstaltung

im Einsatz.

56. Durchschnittlich

45 TV-Stationen und

30 Radio-Stationen

berichten über die

Geschehnisse rund

um den Hahnenkamm.

57. Rund 9700 Meter

Fangnetze und Rennzäune

(1700 m A-Netze,

6500 m B-Netze und

zirka 1500 m G-Zäune)

werden aufgebaut und

mit 5500 Stück PC/

PVC-Stangen montiert.

58. Rund zwölf Kilometer

Zuschauerzäune

werden an rund 8000

Befestigungsstangen

entlang der Rennstrecken

angebracht.

Einst Trost für Profis,

jetzt im Topf für Promis.

Die 5000 Stanglwirt-Weißwürste.

Die Experten sind

sich einig: Stephan

Eberharters Sieglauf

2004 war die perfekte

Fahrt. „Ich

hätte nicht gedacht,

dass man die Streif

so runterfahren

kann“, wunderte sich

Eberharter selbst.

THE RED BULLETIN 53


59.

65.

KITZBÜHELER

STREIF-SCHUSS

„Streif – One Hell of a Ride“: eine Dokumentation

über Angst, Risiko, Temporausch und Demut von

Skistars auf der schwierigsten Abfahrt der Welt.

Zur 75. Auflage der Hahnenkammrennen

erscheint die

115-minütige Dokumentation

„Streif – One Hell of a Ride“,

die profunde Einblicke in die

Gefühls- und Gedankenwelt

einiger der weltbesten Abfahrer

gibt. 18 Kamerateams begleiteten

Aksel Lund Svindal, Erik

Guay, Max Franz und Hannes

Reichelt ein Jahr lang (zwischen

Januar 2013 und Januar

2014) bei deren Vorbereitung

auf das wichtigste Weltcuprennen

der Saison. Neben

den persönlichen Schicksalen

versucht Regisseur Gerald

Salmina anhand beispiellos

eindringlicher Bilder (entlang

der Strecke kamen 14 Filmkameras,

Seilkameras und eine

CamCat über den spektakulären

Zielsprung zum Einsatz)

den Mythos der Streif einzufangen,

zeigt die schlimmsten

Stürze und die packendsten

Duelle wie jenes zwischen

Felix Neureuther und Marcel

Hirscher. Kinostart in Deutschland:

15. Januar 2015

Das Making of: „Streif inside“ am

15. 12. um 23.45 Uhr bei ServusTV

59. Jedes Jahr erreichen

zwischen 10 und

15 Prozent der Starter

nicht das Ziel. Zwar hat

es in über acht Jahrzehnten

noch keinen

Todesfall gegeben, doch

die Liste der Stürze ist

beachtlich lang.

60. Der Name Kitzbühel

hat übrigens gar

nichts mit Paarhufern

zu tun, sondern mit

„Chizzo“, einer bajuwarischen

Sippe, die

sich hier um das Jahr

800 auf einer Anhöhe

(„Bühel“) ansiedelte.

61.

61. Obwohl Kitzbühel

gerne als Münchner

Vorort (vor allem von

Münchnern) gesehen

wird, gibt es in Kitzbühel

keine Weißwürste

(Ausnahme: s. u.). Stattdessen

werden im Zielraum

„Hahnenkamm-

Würste“ verkauft. Sehen

aus wie Frankfurter,

schmecken aber natürlich

viel delikater.

62. Kitzbühel hat rund

8200 Einwohner. Zieht

man allerdings die

Zweitwohnsitzler ab,

würden alle Kitzbüheler

ins Olympia-Eisstadion

von München passen.

63. In Kitzbühel gibt es

insgesamt über 6000

Gästebetten und einen

Campingplatz mit

50 Stellplätzen.

64. Was 1991 als Aufheiterungsversuch

für

(nieder)geschlagene

Skiprofis in kleiner

Runde begann, mauserte

sich zur größten

Après-Ski-Party des

Hahnenkamm-Wochenendes.

Mehr als 5000

Weißwürste werden alljährlich

beim „Stanglwirt“

für rund 2000

Gäste aufgetischt, der

Promifaktor ist bei Eintrittspreisen

ab 125 Euro

bereits inkludiert.

65. Die Durchschnittsgeschwindigkeit

auf

der Streif stieg von

88,4 km/h in den

1960er Jahren auf über

105 km/h im neuen

Jahrtausend.

66. Die steilste Stelle

der Streif ist die Mausefalle

mit 86 Prozent

Gefälle.

67. Der Zielhang hat

dem gegenüber „nur“

68 Prozent Gefälle.

68. Den knappsten

Sieg gibt es 1975: Franz

Klammer gewinnt drei

Tausendstelsekunden

(entspricht 10 Zentimetern)

vor Gustav Thöni.

Echt hart für den Südtiroler,

finden auch die

Rennrichter und begnügen

sich fortan mit auf

Hundertstelsekunden

genauer Zeitmessung.

69.

69. Dreimalige Hahnenkammsieger

werden mit

der einmaligen Hahnenkamm-Nadel

in Gold

mit Brillanten geehrt.

70. Seit 1937 führt das

Hahnenkamm-Rennen

über die Streif. Der

aktuelle Streckenrekord

liegt bei 1:51,58

Minuten und wurde

1997 von Fritz Strobl

aufgestellt. Theoretisch,

gemäß Computermodellen,

seien sogar

1:30,00 möglich.

71. „Feuer und Eis“,

ein Streif-Film mit

wenig Handlung, aber

viel Action über den Ex-

Skifahrer, Ex-Stuntman

und Modeschöpfer Willy

Bogner. Er wurde 1986

in Kitzbühels Tennishalle

präsentiert.

72. Mit dem Snowboard

braucht man übrigens

rund zwei Minuten

für die Streif, mit

dem Zipflbob dauert es

9:30 Minuten und mit

dem Mountainbike

zehn Minuten. Geübte

Die Sehnsucht aller

Abfahrer: eine „Walde-

Gams“-Trophäe

Läufer schaffen die

Strecke im Sommer in

39 Minuten – bergauf.

73. Die Streif hat

einen eigenen Marsch.

Er heißt „Hahnenkamm-

Fanfare“ und stammt

vom Kitzbüheler Komponisten

und Stadtkapellmeister

Josef

Gasteiger. Im „Take

Five“ – dem Kitzbüheler

VIP-Nachtclub schlechthin

– wird er allerdings

nie gespielt.

74. Die erfolgreichste

Hahnenkamm-Combo

heißt Hahnenkamm-

Trio. Ihr bekanntestes

Lied, „Du, i möchte dir

gern Danke sagen“,

landete in der Jahreswertung

des ORF-Landesstudios

Tirol 1986

auf Platz 1 der meistgespielten

Titel sämtlicher

Musikrichtungen.

75. Angelehnt an das

Kitzbüheler Wappentier,

erhalten die Sieger der

Hahnenkammrennen

die berühmte „Walde-

Gams“ (1933 von Maler

Alfons Walde entworfen).

Seit vier Jahrzehnten

werden die Trophäen

von der Kitzbüheler

Goldschmiede-Familie

Schroll gefertigt. Die

Abfahrts-Siegergams

ist 76 Zentimeter hoch

und wiegt 4971 Gramm.

Grundmaterial ist Mineralharz,

das nach der

Fertigung mit Blattgold

vergoldet wird.

KSC(3), WOLFGANG JANNACH

54 THE RED BULLETIN


silvretta-montafon.at


Name

Stéphane Peterhansel

Geburtsdatum/-ort

6. August 1965 in Échenozla-Méline,

Haute-Saône

Dakar-Debüt

1988 auf Yamaha

Dakar-Erfolge

1991, 1992, 1993, 1995,

1997 und 1998 auf Yamaha

in der Bike-Kategorie.

Wechsel zu den Autos 1999.

Siege 2004, 2005 und 2007

auf Mitsubishi, 2012 und

2013 auf Mini. Zusätzlich

zwei zweite und ein dritter

Platz. Bei 25 Starts nur

2 (!) Ausfälle.


„Wird Ihnen die Dakar

eigentlich nie fad,

Herr Peterhansel?“

25-mal am Start, 11-mal als Erster im Ziel. Kein Pilot in der Geschichte der

legendären Rallye war erfolgreicher als der 49-jährige Franzose Stéphane

Peterhansel. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Was treibt ihn an?

Text: Werner Jessner

FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

the red bulletin: Also, haben Sie

inzwischen nicht schon alles gesehen?

Seit 1988 fängt Ihr Jahr gleich an.

stéphane peterhansel: Ach, meine

große Leidenschaft ist das Erkunden

neuer Länder. Da sich die Streckenführung

jedes Jahr ändert, gab es bislang noch

immer etwas Neues zu entdecken.

Aber dazu müsste man nicht unbedingt

Rallyefahrer werden.

Stimmt. Im September habe ich zum

Beispiel Lesotho mit dem Fahrrad durchquert.

Warum das?

Lesotho wird komplett von Südafrika

umschlossen. Ich war da noch nie, und

da die Dakar in Südamerika fährt, wird sie

mich auch nicht so schnell hinbringen.

Warum mit dem Fahrrad?

Irgendwie muss man sich ja körperlich

auf die Dakar vorbereiten.

Trotzdem: 25 Dakar-Starts …

Meine zweite Leidenschaft ist eben Motorsport.

Für mich ist die Dakar die perfekte

Kombination.

Irgendwann wird man es dann trotzdem

gesehen haben, im Wesentlichen.

Die Dakar in Afrika bin ich 19 Mal gefahren.

Jedes einzelne Mal war der Himmel

anders, vom Sand und den Gerüchen

ganz zu schweigen.

Wo war es am schönsten?

Landschaftlich hat mir Algeriens Süden

sehr gut gefallen. Als komplette Veranstaltung

war die Route von Paris nach

Kapstadt am abwechslungsreichsten.

In Südamerika ist alles rund um die Kordilleren

sehr spektakulär. Nass, trocken,

extreme Höhe: Als Reisendem wird dir da

schon was geboten.

Das ideale Alter, die Dakar zu gewinnen?

Als ich 35 Jahre alt war, habe ich meinen

Landsmann Jean-Louis Schlesser (geb.

1948, Rallye-Dakar-Sieger 1999 und 2000;

Anm.) für einen alten Mann gehalten.

Heute bin ich noch immer jünger als er bei

seinem letzten Sieg. 49 ist doch kein Alter!

Im Kopf bin ich noch jung, und körperlich

fühle ich mich auch tadellos.

Wie lange fahren Sie noch?

Einen sechsten Sieg in der Auto-Kategorie

hätte ich schon noch gerne. Am Bike habe

„Algeriens Süden

gefiel mir sehr gut,

die Kordilleren

auch. Da wird dir

als Reisendem

was geboten.“

ich auch sechsmal gewonnen. Das ergäbe

ein rundes Bild. Mein Vertrag mit Peugeot

Sport läuft jedenfalls über drei Jahre.

Haben Sie einst aus Angst Motorrad

gegen Auto getauscht?

Eher aus Überlebensinstinkt. Bei zehn

Starts am Bike hatte ich keinen einzigen

schweren Unfall. Ich habe Fahrer vor mir

sterben sehen, andere sitzen im Rollstuhl.

Subjektiv hatte ich immer das Gefühl,

alles unter Kontrolle zu haben. Doch das

war vielleicht trügerisch. Und dann war

noch diese Langeweile …

Langeweile?!?

Ja. Unter deinem Helm bist du immer

allein, im Himmel und in der Scheiße. Im

Auto kannst du deine Gefühle mit dem

Copiloten teilen.

Ihr Lieblingsauto?

Ich hatte immer sehr schnelle Autos, lauter

Allradler. 2015 starte ich zum ersten

Mal mit einem heckgetriebenen Buggy,

dem Peugeot 2008 DKR. Selbst wenn ich

jetzt, drei Monate vor dem Start, nicht

das Gefühl habe, dass das Auto schon

siegfähig ist, ist es doch jenes, das mir am

meisten Spaß macht.

Muss der Werksfahrer wohl sagen.

Im Ernst! Buggys gesteht das Reglement

mehr Federweg als den allradgetriebenen

Autos zu, das kommt meinem weichen,

ruhigen Fahrstil entgegen. Je schlechter

die Piste, desto besser der Peugeot.

Wer wird eigentlich schneller sein:

Teamkollege Carlos Sainz oder Sie?

Derweil noch er. Er hat schlicht mehr

Erfahrung mit Buggys.

Sie könnten ja immer noch auf Trucks

umsteigen.

Hab ich letztes Jahr einmal probiert. Da

geht nix weiter. Kann man mit Autofahren

nicht vergleichen. Kein Bedarf!

Oder Skateboard.

Zum letzten Mal bin ich vor zehn Jahren

geskatet, als ich beim Aufräumen der

Garage über mein altes Board gestolpert

bin. Es ging zwar noch ganz gut, aber der

Sport hat sich seit meiner Blütephase vor

fast vierzig Jahren doch sehr verändert.

Wir sind noch Slalom-Bewerbe gefahren.

Der junge Mensch von heute weiß gar nicht

mehr, dass es das einmal gegeben hat.

Ein Eingeständnis des Alters?

Eher, dass man ständig dranbleiben muss,

will man den Zug nicht verpassen.

www.peugeot-sport.com

THE RED BULLETIN 57


YUSSUF POULSEN

„Weltklasse-Stürmer

denken schneller“

Dänemarks Team-Stürmer Yussuf Poulsen soll RB Leipzig in die Bundesliga schießen.

Ein Gespräch über den Denksport Fußball und das Erwachsenwerden als Profi.

Interview: Andreas Rottenschlager, Bild: Heiko Laschitzki

the red bulletin: Herr Poulsen, was

macht einen guten Stürmer zu einem

Weltklassestürmer?

Yussuf Poulsen: Er muss schneller

denken als seine Gegenspieler.

Was heißt schneller denken im

Fußball?

Die Laufwege der Verteidiger kennen.

Wissen, wo die Flanke hinkommt, wenn

der Ball noch in der Luft ist. In den Strafraum

sprinten und ahnen, wo der Pass

landet. Wenn du diesen Instinkt hast,

haben die Verteidiger kaum eine Chance.

Wer ist aktuell der schnellste Denker

im Weltfußball?

Cristiano Ronaldo. Obwohl ich das nicht

gerne sage.

Warum?

Weil ich seit meiner Jugend FC-Barcelona-

Fan bin. Mir haben die schnellen Stürmer

dort immer gefallen: Patrick Kluivert,

Samuel Eto’o, Thierry Henry.

Mit Weltfußballer Ronaldo haben Sie

außerdem noch eine Rechnung offen.

Stimmt. Wir spielen mit Dänemark in derselben

EM-Qualifikationsgruppe wie Portugal.

Das Hinspiel verloren wir in Dänemark

0:1. Torschütze in der 95. Minute:

Cristiano Ronaldo. Im Oktober steigt das

Rückspiel. Unser Team will Revanche.

Ihr Vater stammte aus Tansania (er

verstarb 1999; Anm.), Ihre Mutter ist

Dänin. Sie sind in Kopenhagen aufgewachsen.

Hatten Sie schon als Kind

die Anlagen zum Torjäger?

Nein. Als kleiner Junge hatte ich eine miserable

Schusstechnik. Dafür lief ich jedem

Verteidiger davon. Das ist bis heute

meine Stärke. Die Schnelligkeit habe ich

von meinem Vater geerbt, er war ein

begabter Hobbykicker.

Sie spielten für den dänischen Zweitligisten

Lyngby BK, als Leipzigs Sportdirektor

Ralf Rangnick 2013 auf Sie

aufmerksam wurde. Worüber sprachen

Sie beim ersten Treffen?

Ralf Rangnick kam nach Kopenhagen. Er

erzählte mir, dass Leipzig in die Bundesliga

will. Ehrlich gesagt war ich skeptisch.

Von einer Stadt namens Leipzig hatte ich

noch nie gehört. Und der Verein spielte

damals in der vierten Liga.

Sie hatten Angebote von deutschen

Bundesliga-Vereinen. Warum haben Sie

sich für Leipzig entschieden?

„Integration ist

ein großes Thema

im Fußball. Passt

das Umfeld nicht,

leidet dein Spiel.“

Mein erster Besuch hat mich überzeugt.

Ich habe mir Stadion und Trainingsplätze

angesehen. Ich kannte deutsche Bundesliga-Stadien

– der VfB Stuttgart hatte mich

ein Jahr zuvor eingeladen. In Leipzig

wurde für eine höhere Liga geplant, das

konnte man sofort sehen. Außerdem wollte

ich mich sportlich weiterentwickeln. Und

dafür brauchst du Einsatzzeit.

Leipzig stieg 2013 in Liga 3 auf, zahlte

600.000 Euro Ablöse für Sie. Sie waren

als Neunzehnjähriger der teuerste Einkauf

in der Geschichte der dritten Liga.

Wie geht man mit diesem Druck um?

Indem man ihn nicht wahrnimmt.

Das nehme ich Ihnen nicht ab.

Ich dachte wirklich nicht dran. Ich wollte

einfach nur Fußball spielen. Das Drumherum

war mir nie so wichtig.

Vielleicht ist man mit neunzehn einfach

noch zu jung, sich groß Gedanken zu

machen?

Im Gegenteil. Als Profisportler wirst du

schneller erwachsen. Du bist neunzehn,

wechselst zum ersten Mal ins Ausland.

Kommst in eine fremde Stadt, musst eine

neue Sprache lernen. Integration ist ein

großes Thema im Fußball. Passt das Umfeld

nicht, leidet dein Spiel.

Ihnen scheint das nichts ausgemacht

zu haben. Sie sind Top-Torjäger Ihres

Vereins. Überrascht es Sie, dass sich

Leipzig als Zweitliga-Aufsteiger in der

oberen Tabellenhälfte festgesetzt hat?

Ja, weil wir Aufsteiger sind und nicht

wussten, wie unser Niveau im Vergleich

zu den etablierten Vereinen sein wird.

Bisher ist unsere Philosophie recht gut

aufgegangen: schnell in die Tiefe spielen,

aggressives Gegen pressing.

Sie sagten in einem Interview, der deutsche

Fußball sei körperbetonter als der

dänische. Lieben Sie Zweikämpfe?

Klar, Zweikämpfe liegen mir. In Deutschlands

2. Bundesliga kannst du hart in die

Zweikämpfe gehen. In Dänemark pfeifen

sie gleich alles ab.

Werden Sie im kommenden Jahr Zweikämpfe

in der 1. Bundesliga bestreiten?

Wir spielen unsere erste Saison in der

zweiten Liga, wollen uns etablieren. Der

Aufstieg ist kein Muss. Aber wir haben

in der Hinrunde gesehen, dass wir fast

alle Teams schlagen können. Und ein

volles Stadion gegen die Bayern? Die

Vorstellung gefällt mir.

www.dierotenbullen.com

58 THE RED BULLETIN


Name

Yussuf Yurary Poulsen

Geburtsdatum/-ort

15. Juni 1994

in Kopenhagen

Vereine

2012 – 2013: Lyngby BK,

seit 2013: RB Leipzig

(16 Tore in 42 Spielen,

Stand: November 2014)

Video-Tipp

„Als Jugendlicher habe

ich die Tricks des Brasilianers

Robinho trainiert.

Seinen Fersenheber

findet man auf YouTube.

Suchanfrage: ,Robinho

Trick vs. Barcelona‘.“


5305,745 KILOMETER AN EINEM

EINZIGEN TAG: SCHNELLER KANN MAN

MIT EINEM NORMALEN AUTO NICHT

FAHREN. DAS RED BULLETIN WAR BEIM

JÜNGSTEN 24-STUNDEN-GESCHWINDIG-

KEITSWELTREKORD DABEI, AUF-

GESTELLT IN EINEM MAZDA6.

TEXT: WERNER JESSNER

BILDER: JÜRGEN SKARWAN

KM/H

221,072

61


ür pedantisch veranlagte Zeitgenossen

sind Geschwindigkeitsweltrekorde mit

Serienautos eine traumhafte Sache. Was

es da alles zu beachten, zum Richtigmachen

und zum Überwachen gibt! Die

FIA, oberste Motorsport-Behörde der Welt,

kennt da keine Gnade und vor allem keine

Grauzone, ja nicht einmal einen leichten

Schleier. Bei Weltrekorden muss alles

seine Ordnung haben, auf Punkt, Beistrich

und letzte Stelle hinter dem Komma.

Als Serienauto gilt nur, was direkt vom

Band kommt. So weit, so logisch. Allerdings

steht das Band, von dem in diesem

Fall die Mazda6 kommen, in Hiroshima,

Japan. Also reist ein FIA-Mann dorthin,

zeigt im Mazda-Werk wahllos auf neun

fertig produzierte Autos, die hierauf eingesammelt

und unter Verschluss gebracht

werden. Niemand darf sich ihnen mehr

nähern, es könnte ja getrickst werden. In

plombierten Containern werden die auserwählten

Probanden nach Europa verschifft.

Von diesen neun Autos darf sich

der Hersteller drei aussuchen und nach

präzisen Vorgaben zusätzliche Sicherheitsausstattung

einbauen, sonst aber nichts

modifizieren. Serie muss Serie bleiben!

Es gibt zwei Orte in Europa, wo man

Speed-Rekorde aufstellen kann: Nardò

an Italiens Stiefelabsatz und Papenburg

in Nordwestdeutschland. Letzteres Areal

wird von allen großen Herstellern genutzt,

Geheimhaltung ist oberste Prämisse. Keine

Maus schafft es unbemerkt aufs Gelände,

dessen Herzstück ein 12,3 Kilometer langer

Ovalkurs ist, der seine zwei Geraden mit

zwei erhöhten Kurven verbindet. „Seitenkraftneutral“

heißt das im schönen Techniker-Sprech,

und es bedeutet, dass man

auch in den Kurven absolut volle Mutti

durchballern kann. Einzig limitierender

Faktor sind die Tankstopps mit Fahrerwechsel:

Alle 85 Minuten steht das Auto

für 75 Sekunden. So lange dauert es, bis

der Tank von der (serienmäßigen!) Tankanlage

wiederbefüllt ist.

Jeder Weltrekord steht für sich, das

liegt in seiner Natur. Manche sind beeindruckend,

andere skurril. Man glaubt ja

gar nicht, was für Kategorien es gibt.

Man unterteilt bei Fahrzeugen in absolute

Rekorde (etwa die höchste je an Land erzielte

Geschwindigkeit: 1227,985 km/h,

aufgestellt 1997), weiters Zeit- und Distanzrekorde,

alles säuberlich aufgeteilt in

diverse Hubraumklassen. Sehr schön auch

die Kategorie A I Klasse 6 über 50.000

Kilometer, aufgestellt von sechs wackeren

Polen, die 1973 in Wrocław (Breslau)

exakt 15 Tage, 1 Stunde und 37 Minuten

mit durchschnittlich 138,270 km/h im

Drei identische

viertürige Mazda6

Skyactiv-D, 175 kW

stark, drei Fahrer-

Crews mit sieben

bzw. acht Mann.

Zwischen

schnellstem

und langsamstem

Auto lagen nach

24 Stunden bloß

0,5 km/h in der

Durchschnittsgeschwindigkeit.

62


ERST MONATE

SPÄTER WIRD

DER REKORD

OFFIZIELL.

DAVOR GILT: „VOR­

BEHALTLICH DER

ANERKENNUNG

DURCH DIE FIA.“


DIE KONTROLLEURE

PROTOKOLLIEREN

JEDEN FAHRER­

WECHSEL. ES KANN

MATERIAL-STICH­

PROBEN BIS HIN ZUR

FEUERFESTEN UNTER­

WÄSCHE GEBEN.

Mit einer gewissen

Berechtigung lässt

sich sagen, dass ein

Weltrekordversuch wie

dieser seine Spuren

eher am Menschen

als an der Maschine

hinterlässt. Auch der

50.000-Kilometer-

Rekord wäre wohl

kein Problem für

dieses Auto.


Je höher oben

im Oval, desto

schneller. Wir sehen

hier also eine nicht

ganz optimale

Linienwahl.

system überwacht die bis zum maximal

erlaubten Wert von 3,7 bar aufgepumpten

vier Pirellis; Leichtlauf ist alles.

Haben die Fahrer, aus der Box kommend,

die Höchstgeschwindigkeit im

sechsten Gang einmal erreicht, müssen

sie eigentlich nur noch Kilometer runterspulen

und warten, bis der Tank leer ist.

Falsch.Wie in jeder

Disziplin gibt

es gut und

exzellent,

und je enger

das Reglement,

desto

präziser muss das Individuum arbeiten,

um einen Unterschied machen zu können.

Je weiter oben du die Steilkurven fährst,

desto schneller bist du. Wir kennen das

Phänomen aus NASCAR, wo in vergleichbaren

– wenngleich viel kleineren – Ovalen

gefahren wird. Hältst du das Auto bei

Tempo 230 eine Handbreit unter der Leitschiene,

zeigt dir das GPS am Ende der

29 Sekunden dauernden Kurvenfahrt

um 1 km/h mehr an, als wenn du einen

halben Meter Sicherheitsabstand hältst.

Derlei frisst Konzentration. Es hilft die

alte Extremsport-Weisheit: Schau, wohin

du fahren willst, notfalls mit einem Auge.

Das zweite ist ein Backup-Scanner, der

sich um andere Dinge kümmert, suizidale

Vögel etwa, die sich vor den Mazda stürzen

wollen.

Grundsätzlich könnte man die Steilkurven

freihändig fahren. Das Auto sucht

sich seinen eigenen Weg. Bloß am Übergang

zu den Geraden musst du leicht die

Lenkung öffnen, ganz sanft, um nur ja

nicht zu viel Weg zurückzulegen. Wir sprechen

hier von Zentimetern. Eine Runde

dauert 3 Minuten und 14 Sekunden, je

nach Wind vielleicht eine halbe Sekunde

Kreis gebrettert sind (in einem Renn-

Polski-Fiat, wie der Fachmann aus der

Klassifizierung in Gruppe A ersieht).

Die drei Mazda6 mit Skyactiv Technology

hingegen treten in der Kategorie B III

Klasse 10 (Serien-PKW mit Turbodieselmotor

und einem Hubraum zwischen

2000 und 2500 ccm) an. Den bestehenden

Rekord hält Honda mit dem Accord, er

ist genau zehn Jahre alt und steht auf

209,824 km/h, plus/minus.

Plus/minus? Man stellt bei einem

24‐Stunden-Weltrekord nämlich nicht

einen einzelnen Rekord auf, sondern rund

zwanzig. Beispiele? Höchste Durchschnittsgeschwindigkeit

nach einem Kilometer,

nach zehn, nach 100, nach 500, 1000 und

5000. Das Ganze gibt’s auch in Meilen und

Stunden (eine, sechs, zwölf und natürlich

24 Stunden, die Königsdisziplin).

Nur akkreditierte Mechaniker dürfen

die Autos betanken, nur lizenzierte Fahrer

sie bewegen. Die Kontrolleure protokollieren

jeden Fahrerwechsel, es kann Material-

Stichproben bis hin zur Unterwäsche

geben (feuerfest nach FIA-Zertifizierung;

gilt selbstredend auch für die Socken).

Selbst wenn die Autos serienmäßig

sind, sorgen Überrollkäfig und Sechspunkt-

Sicherheitsgurt doch für Rennfeeling.

Helmpflicht herrscht sowieso, der Fahrer

ist per Funk mit der Box in Verbindung und

sieht an einem extern installierten GPS-

Empfänger die präzise Geschwindigkeit

zusätzlich zu der am Tacho angezeigten

(die rund fünf Prozent höher liegt als die

tatsächliche). Ein Reifendruck-Kontrollkürzer

oder länger. Gute Fahrer schaffen

es, ihre Rundenzeit während des kompletten

85-Minuten-Stints auf drei Zehntelsekunden

präzise abzuspulen.

Wer 24 Stunden lang im Kreis fährt,

erlebt alles: tief stehende Sonne, finstere

Nacht, in diesem Fall sogar einen kleinen

Regenguss. Das alles hat die Fahrer aber

nicht daran zu hindern, das zu tun, wofür

sie hier sind: Vollgas zu geben, und zwar

zu jeder Sekunde.

Die Motoren schnurren, in Summe

werden sie nach den 24 Stunden kaum

einen Viertelliter Öl verbraucht haben.

Auch die Fahrer sind brav, es gibt keine

Konzentrationsfehler. Selbst die Fauna

Papenburgs, namentlich die fliegende,

verhält sich unauffällig und stürzt sich

nicht in die roten Geschosse, die konstant

vorbeisausen.

Am Ende trennen das schnellste und

das langsamste Auto nach 24 Stunden

weniger als 0,5 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.

In Summe sind 20 Weltrekord-Marken

aufgestellt, davon die wichtigste:

221,072 km/h nach 24 Stunden.

Weil aber alles seine Ordnung haben

muss, werden die Autos sofort nach Zieldurchfahrt

verplombt, in eine Werkstatt

gebracht und von FIA-Technikern auf ihre

Regelkonformität überprüft. Erst wenn

die ihren Segen geben, beginnt die Papierkram-Abteilung

zu arbeiten. Rund drei

Monate wird es dauern, bis die Bestmarken

offiziell anerkannt sind.

Da sollten die drei Weltrekord-Fahrzeuge

bereits auf dem Weg zu ihren endgültigen

Destinationen sein: Eins geht

zurück nach Hiroshima ins Werksmuseum,

eins kommt in die Zentrale von Mazda

Deutschland, und das dritte hat sich ein

schlauer Händler gesichert: Ein Weltrekord-Fahrzeug

im Showroom, das

können echt nicht alle.

www.mazda.de/rekord

THE RED BULLETIN 65


Unglaublich, aber Raab.

SCHLAG DEN RAAB

SAMSTAG 20.12. // 20:15

WE LOVE TO ENTERTAIN YOU.


Das sind Ihre

Begleiter, wenn es

mal wieder richtig

laut wird. Seite 83

Ihr Programm im Januar

ACTION!

REISEN / EQUIPMENT / PARTY / WORKOUT

/ CITY GUIDE / MUSIK / EVENTS / TV

Power

Ranger

ANSTECKENDE BEGEISTERUNG:

MOUNTAINBIKE-TRIAL-HERO DANNY

M acASKILL LIEBT DIE STROM-KTM.

PROFI GEAR, Seite 70

MARCO CAMPELLI

THE RED BULLETIN 69


ACTION!

PROFI-GEAR

DANNY’S

STUFF

VOM GLEICH­

GEWICHTS-GURU

EMPFOHLEN

Hinterbremse

Dort, wo bei

Benzin-Bikes die

Kupplung ist.

Akku

Wiegt rund 28 Kilo,

ist in einer Minute

getauscht. Power für

bis zu zwei Stunden.

Kein Auspuff

Leise, umweltfreundlich

– und: Man kann

sich nicht verbrennen.

SENNHEISER-

HEADPHONES

Ein altes Modell,

das nicht mehr

produziert wird,

aber auch nicht

kaputtgeht. Über

die Jahre sind

wir zusammengewachsen.

sennheiser.com

Motor

Leistet bis zu

22 PS. Reicht

im Gelände!

Ladegerät

Nachtanken an

der Steckdose

ohne Ausbau.

RUMBLE

ROLLER

Sehr unkomfortabel.

Massiert das

Bindegewebe

wunderbar. Habe

ich bei der Reha

entdeckt, hilft aber

auch nach einem

langen Bike-Tag.

rumbleroller.com

Megaskill & Kilowatt

KTM FREERIDE E TRIAL-SUPERSTAR DANNY MacASKILL IST

VERLIEBT IN SEIN MOTORRAD, DAS MIT STROM FÄHRT.

Danny MacAskill,

der 28-jährige

Trial-Profi aus

Schottland, ist

nun auch motorisiert

unterwegs.

Die KTM Freeride E machte mir

als Radfahrer den Umstieg denkbar

leicht. Keine Gänge, keine Kupplung,

kein heißer Auspuff, am Lenker

zwei Brems hebel wie beim Fahrrad.

Nach ein paar Tagen fuhr ich

schon Wände hoch! Andere Dinge,

die ich am Fahrrad blind kann, etwa

Fakie Manuals, brauchen mit der

KTM eine perfekte Abstimmung.

Ich benutze die KTM Freeride E,

um Trails frei zu fahren, auf denen

ich dann mit meinem Mountainbike

trainiere. Ob es je ein Motorrad-

Video von mir geben wird? Ich habe

bereits mit dem Gedanken gespielt.

Dafür muss ich aber noch ein wenig

üben! www.ktm.com

FIVE TEN

FREERIDER

Der Schuh mit dem

perfekten Grip in

allen Lebenslagen,

auch im schottischen

Regen. Und

er trägt meinen

Namen!

fiveten.com

70 THE RED BULLETIN


ACTION!

WORKOUT

Warum Harrison

Barnes Schnellkraft

trainiert?

Darum.

Harrison Barnes,

22, ist Small

Forward des NBA-

Teams Golden

State Warriors.

Hochsprung

BASKETBALL SO BRINGT SICH HARRISON

BARNES, FORWARD DER GOLDEN STATE

WARRIORS, FÜR DIE NBA-SAISON IN FORM.

„Die Fähigkeit, das Maximum aus dem

Körper rauszuholen, unterscheidet die

außergewöhnlichen von den guten Athleten“,

sagt NBA-Profi Harrison Barnes.

„Im Profi-Basketball heißt das vor allem:

Explosivität und Schnelligkeit.“ 2013,

in seiner ersten Saison beim Team aus

Oakland, Kalifornien, erreichte Barnes

in den Playoffs einen 16-Punkte-Schnitt.

Nach einer durchwachsenen Folgesaison

sicherte sich der 2,03 Meter große Forward

die Dienste von Personal Coach Travelle

Gaines, der über 300 Football-Profis betreute

und auch Stars wie Sean „P. Diddy“

Combs fit machte. Sein Hauptaugenmerk:

die Beinarbeit und der schnelle Übergang

von der Defensive in die Offensive. „Wir

trainieren viele Sprungkraft- und Laufübungen“,

so Gaines. „Entscheidend: starke

Knöchel und Zehen für einen schnellkräftigen

Absprung.“ www.nba.com

Trainieren wie ein NBA-Profi. In einem Video gibt

Harrison Barnes Einblicke in sein persönliches

Workout. Jetzt auf www.redbulletin.com

FUSSFESSEL

SKLZ LATERAL RESISTOR

IN DIE KNIE!

„Kniebeugen mit Schulterdrücken sind ein großartiges Ganzkörper-Workout“, schwärmt Coach

Gaines. „Die besten Ergebnisse erzielt man mit 2 bis 3 Sätzen zu 12 bis 15 Wiederholungen.“

1 2 3

GETTY IMAGES(2) HERI IRAWAN

„Dieses Widerstandsband habe ich immer

dabei“, sagt Gaines. „Einfach über den Knöcheln

fixieren und für einige Sekunden hochintensive

Schrittmuster – z. B. Sidesteps,

Sternschritte, Ausfallschritte – ausführen …

das kräftigt die Hüften und verbessert

die Schnellkraft.“

Aufrechter

Stand, Füße

hüftbreit, Kurzhanteln

auf

Schulterhöhe,

Arme nah

am Körper

Kniebeuge

ausführen,

Oberkörper

bleibt aufrecht,

Knie

über den

Füßen

Beim Hochkommen

Hanteln

über den

Kopf stoßen.

Zum Abschluss

in die Ausgangsposition

zurückkehren

THE RED BULLETIN 71


ACTION!

TRAVEL

Eine zunehmend beliebte

Art, den Belag des Wintersportgeräts

zu schonen

HÖHEN

& TIEFEN

ADRENALIN-RAUSCH

AUF SCHWEIZER

ART

GESCHÜTTELT

Sich einmal wie

James Bond in

„Golden Eye“ fühlen?

Der 220-Meter-

Bungee-Jump vom

Locarno-Damm im

Südschweizer Tessin

macht’s möglich.

trekking.ch

Big Air, aber sehr

WOOPY JUMPING LUFTIGE IDEE: SNOWBOARDEN ODER

SKIFAHREN MIT DRACHENFLIEGEN VERBINDEN.

Snowboard- oder Ski-Spaß, kombiniert mit dem

Adrenalinkick des Drachenfliegens? Gibt es seit ein

paar Jahren. Nennt sich Woopy Jump und bekommt

in den Schweizer Alpen mehr und mehr Aufwind –

und Anhänger, die mit rund 50 km/h einen eisigen

Hang runterbrettern, Board oder Ski an den Füßen

und einen deltaförmigen, aufblasbaren Flügel auf den

Rücken geschnallt. Damit verwandeln sie Sprünge

in schwerelose Segelphasen mit bis zu 30 Sekunden

Airtime.

„Es fühlt sich an, als würde man fliegen“, erzählt

Emma Shore, eine kanadische Snowboarderin, die

Woopy Jumping im Westschweizer Skigebiet Schwarzsee

(Lac Noir; Kanton Freiburg) ausprobiert hat. „Der

Drachen ist federleicht, und während des Gleitens

fühlt man sich einfach schwerelos.“

Noch steckt der Sport in den Kinderschuhen. Nur

eine Handvoll Wintersportresorts in der Schweiz, der

Heimat des Woopy Jumping, bieten entsprechende

Kurse und Leih-Equipment. Aber die Begeisterung

derjenigen, die ihre ersten Höhenflüge schon hinter

sich haben, ist riesig. „Ich bin schon viel geboardet

und habe einige Jumps hinter mir“, sagt Shore. „Aber

mit einem Drachen auf dem Rücken ist das was ganz

anderes. Es ist wirklich der Hammer.“

jump.woopyjump.com

INSIDER-TIPP

GANZ ODER GAR NICHT

„Das Wichtigste ist, dass du dich zwischen Schnee und

Luft entscheidest“, sagt Emma Shore. „Denn wenn du

beim Abheben zögerst, klappt es nicht. Also lass dich

auf den Drachen ein und flieg los!“

Die Guten schaffen

bis zu 30 Sekunden

Airtime.

Und so lenkt man

„Es gibt zwei Arten zu lenken“, sagt Laurent de

Kalbermatten, Erfinder des Woopy-Drachens.

„Entweder wie beim Drachenfliegen den

Schwerpunkt verlagern oder unabhängig

an den Steuerbügeln ziehen und so den

Neigungswinkel des Drachens verändern.“

GESPRUNGEN

Helikopter-Rundflug

über die Alpen,

Ausstieg auf 4500

Metern für einen

atemberaubenden

Tandem-Fallschirmsprung.

helicopterskydive.com

GEPICKELT

Sich in Gletscherspalten

abseilen

und selbst wieder

rausklettern –

unter Anleitung der

erfahrensten Eiskletter-Guides

der

Schweiz ein unvergessliches

Erlebnis.

swissalpineguides.ch

GETTY IMAGES(2), FOTOLIA(2)

72 THE RED BULLETIN


´

ACTION!

MY CITY

Sopot

1

GDAŃSK

Resident DJ:

Tomek Hoax, 35,

aus Danzig

2

DANZIG, POLEN

AL. NIEPODLEGŁOSCI

„Eine Million

gute Bekannte“

DANZIG FEINER JAZZ, IRRE ARCHITEKTUR,

FAMILIÄRES FLAIR – WAS DIE POLNISCHE

HAFENSTADT ZUM REISE-GEHEIMTIPP MACHT.

„Auf den ersten Blick erinnert Danzig an westeuropäische

Hafenstädte wie Amsterdam oder Brügge“,

sagt der polnische Star-DJ Tomek Hoax über seinen

Geburtsort, „wegen der Backsteinkirchen und der

Kanäle hier. In Wahrheit aber ist Danzig einzigartig:

Es bildet mit den Nachbar-Citys Sopot und Gdynia

die aufregende ‚Dreistadt‘ (‚TrÓjmiasto‘), die für

jeden Geschmack etwas parat hat: Sopot, die Partymetropole,

Gdynia, die Ruheoase, Danzig, die Altstadt

mit Cafés, Pubs und Jazzbars. Die Menschen?

Eine Million Dreistädter leben hier, und jeder scheint

jeden zu kennen. Zu den Touris ist man offen, und

denen gefällt’s: Es werden von Jahr zu Jahr mehr.“

AL. GRUNWALDZKA

ZASPA

3

DANZIGER BUCHT

AL. ZWYCIĘSTWA

UL. MARYNARKI POLSKIEJ

UL. JANA Z KOLNA

TOTE WEICHSEL

UL. H. SUCHARSKIEGO

TOP FIVE

TOMEKS CITY-HIGHLIGHTS

AL. ARMII KRAJOWEJ

4

UL. ELBLA˛ SKA

WOJTEK ROJEK, LUKASZ PIETRZAK(2), TOMEK HOAX(2), FOTOLIA(3)

1 SFINKS 700

2 KRUMMES HAUS

3 MURALE

4 NEIGHBOUR’S KITCHEN 5 FOOD TRUCKS

Al. Franciszka Mamuszki 1 Jana Jerzego Haffnera 6 Stadtteil Zaspa

Szafarnia 11

Dreistadt

„Danzigs bester Club. Hier „Touristisch – aber ein Mustsee:

„Ein Bezirk mit einmaligem „Frage: Essen in Danzig? Ant-

„Unsere Food Trucks sind

spielen internationale wie lokale

das irre Konstrukt bauten Flair: Hier verzierten Street- wort: Neighbour’s Kitchen. Der legendär. Es sind mobile und

Top-DJs. Chef ist der weltberühmte

zwei polnische Architekten, in-

Artists die grauen kommunis-

Laden ist mega-beliebt und knallbunte Imbisswagen, die

Jazzpianist Leszek spiriert von bizarren Grafiken tischen Wohnblocks mit riesi-

bietet Luxusmenüs wie auch dort auftauchen, wo was los

Możdżer. Er ist oft vor Ort und des Schweden Per Dahlberg. gen Graffiti. Wer alle sehen will, Burger – für hohe Ansprüche: ist. Mein Lieblings-Truck?

improvisiert gern am Piano Innen? Shops, Kneipen, Spielhallen

sollte zwei Stunden Gehzeit Selbst die Burger-Brötchen ‚Mukabar‘ mit seinen genialen

mit den DJs. Einzigartig.“

… und viel Trubel.“ einplanen. Es zahlt sich aus.“ werden hier selbst gemacht.“

Falafel-Sandwiches.“

E X T R A

KICK

ACTION IN

UND UM DANZIG

EISSEGELN

Segelboote auf Kufen, blankes

Eis, Speed … Die zugefrorenen

masurischen Seen sind ein

Paradies für Eissegler.

icesailing.org

WRACKTAUCHEN

Versunkene Meeresschiffe

tauchend erkunden? An der

Danziger Küste ist dies auch

im Winter möglich.

balticdive.pl

WINTER-SKATEN

Der 1500-m²-Outdoor-Skatepark

ist neu. Dank des milden

Meeresklimas macht Skaten

hier sogar im Winter Spaß.

abiskatepark.pl

THE RED BULLETIN 73


ACTION!

WINGS FOR LIFE

In Form kommen für den

Wings for Life World Run:

Nütze die Nacht.

GOOD

GEAR

EIN PAAR AUS­

REDEN WENIGER:

SO MACHT LAUFEN

IN DER NACHT

SPASS.

PETZL TIKKA XP

Stirnlampe mit bis

zu 160 Lumen, 85 g

leicht, rote und

weiße Lichtfarbe

und konstantes

Licht auch bei

abnehmender

Batterieleistung:

petzl.com

Night Running

WINGS FOR LIFE WORLD RUN IN DEN WINTERMONATEN LEGT MAN DAS

FUNDAMENT FÜR GUTE FORM IM FRÜHJAHR. 10 TIPPS, UM RECHTZEITIG

ZUM WINGS FOR LIFE WORLD RUN IN BESTFORM ZU SEIN.

1

Trotze der Dunkelheit.

Lang im Büro, draußen

ist es finster, und die ewig

gleiche Joggingrunde verlockt

so gar nicht? Probiere

es trotzdem aus. Die bekannte

Umgebung wirkt in der Dunkelheit

völlig anders. Das Gehirn

kompensiert fehlende optische

Reize. Plötzlich bist du hellwach.

Das Altbekannte wird

wieder spannend.

2

Zieh dir was an.

Angst vor einer Verkühlung?

Kluge Kleidung, in

Zwiebelschichten getragen, hält

die Körpertemperatur im grünen

Bereich. Wichtig: Ohren, Hände

und vor allem Füße nicht vergessen!

Richtig fies sind kalte

und nasse Zehen. Dagegen

helfen gute Outdoor-Laufschuhe

und Gore-Tex-Socken.

3

Sei sichtbar.

Reflektoren auf Jacke,

Hose und vor allem an den

Schuhen geben Autofahrern

eine faire Chance, dich rechtzeitig

zu sehen. Ähnliches gilt

auch für Waldläufer, von denen

der eine oder andere von einem

ambitionierten Jäger schon

mit einer Wildsau verwechselt

worden sein soll. Siehe dazu

auch Punkt 6.

4

Schau genau.

Dunkelheit ist nicht

gleich Dunkelheit: Schon ein

kleiner Schritt abseits des

planierten oder asphaltierten

Weges kann ausreichen, um

böse umzuknöcheln. Moderne

LED-Stirnlampen wiegen nur

ein paar Gramm, stören so gut

wie gar nicht und erleuchten

deinen Pfad.

5

Orientiere dich.

Dunkelheit verändert

das Gefühl für Raum und Zeit.

Verlasse dein vertrautes Terrain

in konzentrischen Kreisen,

um im Zweifelsfall rasch genug

wieder nach Hause zu gelangen.

Night Running bemisst sich

eher in Zeit als in Strecke.

Lass Schlafende

6 schlafen.

Nicht einmal das größte

Formtief rechtfertigt es,

in tiefster Winternacht querfeldein

durch den Wald zu

hetzen. Vor allem Hase, Hirsch

und Reh sehen das genauso:

Läufer haben in der Nacht im

Wald nichts verloren. (Das gilt

im Übrigen auch für die Jägerschaft.

Und Tourengeher.

Und Mountainbiker. Und

Hunde.)

DER WELTLAUF

Ein Startschuss für sechs Kontinente:

Am 3. Mai 2015 steigt der zweite globale

Laufbewerb der Sport geschichte. Die

Zielgruppe: alle, die sich mit der ganzen

Welt messen wollen. Mehr Infos:

www.wingsforlifeworldrun.com

7

Hör zu.

Okay: Du bist gewohnt,

mit Kopfhörern zu laufen.

Ohne Musik geht bei dir gar

nichts. Probiere es bei Dunkelheit

trotzdem ohne. In der

Nacht sind deine Ohren auf

maximalen Empfang gestellt.

Die Nacht klingt anders

als der Tag.

8 Neigungsgruppe

Nachtaktiv.

Training in der Gruppe ist

ein großartiger Motivator.

Es gibt weniger Ausreden,

weniger Gründe, dem Schweinehund

die Oberhand zu überlassen.

Nie ist das Gemeinschaftserlebnis

stärker als in

der Nacht.

9

Laufe ein Rennen.

Es gibt mehr davon,

als du glaubst. In vielen Städten

haben sich Organisatoren

gefunden, die Läufern wie dir

einen Wettkampf in der Dunkelheit

bieten. Es gibt bei weitem

mehr Nachtläufer, als der einsam

Trainierende ahnt. 20.000

Starter und mehr sind keine

Seltenheit (Wien).

10

Tu dir was Gutes.

Die heiße Dusche

hinterher, das Prickeln auf

der Haut, der Tee mit Honig,

das Stück Lebkuchen auf

dem Sofa: Wer in der Nacht

draußen spielen war, wird die

heimatliche Höhle umso mehr

genießen. Alle jene, die, statt

zu laufen, mit Lebkuchen in der

Hand auf dem Sofa lümmeln

& krümeln, sollten zu Recht ein

schlechtes Gewissen haben …

PUMA PURE

NIGHTCAT

Atmungsaktive

Laufjacke mit

Mesheinsätzen und

einem Glasfaserkabel

im Schulterbereich

(wahlweise

konstantes Leuchten

oder Blinken).

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PUMA FAAS 600

V2 NC POWERED

Reflektierende Elemente

am Schaft

des Leichtgewicht-

Laufschuhs und ein

wiederaufladbares

LED-Element auf

der Zunge verbessern

die Sichtbarkeit

bei Nacht.

de.puma.com

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74 THE RED BULLETIN


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GRÖSSTER SNOWPARK EUROPAS

MIT 80 OBSTACLES

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TRAININGS-HOTSPOT

DER INTERNATIONALEN FREESTYLE SNOWBOARD UND FREESKI ELITE


30 Stunden

Seth Troxler (oben) ist

einer von 20 hochkarätigen

DJ-Gratulanten.

Beim Fabric-Geburtstag

spielt er zwei Sets:

die Frühschicht um

zehn Uhr morgens

und die Afterparty

20 Stunden später.


PARTY

200.000 Bass-Drum-Schläge, 8500 Tänzer, 20 DJs,

drei Floors: Im Oktober feierte Londons bester Underground-

Club Fabric seinen 15. Geburtstag. Mit einem Party-Marathon

von Samstagnacht bis Montag früh.

Text: Florian Obkircher Bilder: Alex de Mora

77


Samstag, 23:00

Oliver Bourke ist gerüstet. Im

Jutebeutel hat er Zahnbürste,

Haargel und Sonnenbrille dabei.

„Ungewöhnliche Nächte

verlangen nach ungewöhnlichen

Maßnahmen“, sagt er.

Der 25-jährige Grafikdesigner

ist hier, um zu feiern. 30 Stunden

lang. Denn Londons bester

und größter Underground-Club

Fabric feiert sein 15-jähriges

Bestehen mit einem Party­

Marathon bis Montag früh.

Seit einer Stunde steht

Bourke in einer 150-Meter-

Schlange an. „Seit ich 18 bin,

komme ich her. Die DJs im

Fabric haben mich musikalisch

erzogen“, sagt er. „Und heute

sind 20 der weltbesten am

Start: Ricardo Villalobos, Seth

Troxler, Craig Richards …“

23:02

Ein dreistöckiges viktorianisches

Backsteingebäude,

dezenter „Fabric“-Schriftzug

über der schweren Metalldoppeltür,

davor Absperrgitter.

Rechts werden die Kartenbesitzer

abgefertigt, links

drängen sich die, deren Namen

auf der Gästeliste stehen. Und

die, die darauf hoffen. „Hier!“,

brüllen vier Leute der zierlichen

jungen Frau mit Glitzer-

Make-up entgegen, Jo Neill,

25, unter der Woche Architektin,

samstags Wächterin an

der Party-Himmelspforte.

„Name?“

„Andy Harris.“

„Leider nicht auf der Liste.“

„Aber … Seth Troxler hat

mir versprochen …“

„Sorry, Darling, bitte stell

dich auf der anderen Seite an.“

In normalen Nächten

stehen 300 Namen auf Neills

Liste, heute sind es 842. Wer

Neill passiert hat, muss durch

einen Metalldetektor, bevor

die Leibesvisitation durch den

kastengroßen Türsteher folgt,

samt Taschenkontrolle.

Sonntag, 00:14

Der Spitzname des Clubs ist

Labyrinth, und das nicht ganz

ohne Grund. Die drei unterirdischen

Dancefloors sind

durch zwei breite Backstein-

Treppengewölbe miteinander

verbunden. Es sind die Hauptverkehrsadern

des Clubs.

Dazwischen Balkons, Bars,

Toiletten – und ausreichend

verwinkelte Wendeltreppen

und enge Gänge, um sich

gründlich zu verlaufen. Beschilderungen

gibt es keine.

„Raum 3? Hier links, durch

den Gang rechts, die Treppe

hoch. Alles klar?“

00:18

In Raum 3 lehnt Keith Reilly

an der Bar. Kurzhaarschnitt,

Dreitagebart, schwarzes

T‐Shirt, der Fabric-Chef. Nach

dem 19. Oktober 1999 befragt,

schmunzelt er. „Die erste

Nacht war chaotisch. Drei

Stunden vor Einlass hatten

wir noch keinen Strom“, sagt

der 55-Jährige. „Am Ende der

Party stellten wir fest, dass

keiner von uns wusste, wie

man das Gebäude verriegelt.

Also blieben wir einfach und

feierten weiter.“

Reillys Idee damals war,

einen Underground-Club von

Musikliebhabern für Musikliebhaber

zu betreiben. „Einen

Ort, an dem der Besucher

nicht nach seinem Outfit beurteilt

wird“, sagt er. „Und das

zu einer Zeit, als es in London

fast nur Schnösel-Clubs gab,

in denen Handtäschchen-

House lief.“

Über 4000 Künstler traten

seither bei 2600 Events auf,

annähernd fünfeinhalb Millionen

Besucher tanzten in dem

ehemaligen Fleischkühlhaus.

Allein beim Geburtstagsfest

werden 8500 erwartet.

2007 und 2008 wurde das

Fabric vom Szene-Organ „DJ

Magazine“ zum besten Club

der Welt gewählt. Nach dem

Erfolgsrezept befragt, sagt

Reilly nur ein Wort: Authentizität.

Und führt aus: „Die

Guettas und Aviciis dieser Welt

legen nicht bei uns auf, auch

wenn viele dieser gelackten

Superstar-DJs gerne würden.

Wir buchen nur DJs mit Vision

und Leidenschaft.“

78


01:15

Raum 1 ist das Zentrum der

Party-Kathedrale. Zehn Meter

hohe, unverputzte Ziegelwände,

über die Decke ziehen

sich dicke Metallrohre. Grüne

Laserstrahlen schneiden durch

die Nebelwand. Die DJ-Kanzel

ist kaum erhöht und von einem

zwei Meter hohen Metallgitter

umgeben, sodass man den DJ

eigentlich nicht sieht. Soll

auch so sein. Denn der Star

hier ist die Musik. Und die

schießt aus vier riesigen hängenden

Lautsprechern aus

allen Ecken auf die hunderte

Tänzer nieder. Der Fußboden

ist mit 400 Sensoren ausgestattet,

die Schallwellen in

Vibrationen umwandeln. Der

Bass wumst so arg, dass beim

Tanzen die Knie schlottern.

04:15

Ein bulliger Security-Typ

bewacht die Metalltür neben

dem clubeigenen Bankomaten.

Nur wer ein goldenes Plastikarmband

mit der Aufschrift

„Rockstar“ trägt, darf passieren.

Der Backstage-Raum.

Wer hier rumhängt, ist wichtig.

Oder fühlt sich so. An die

40 Szenegestalten drängen

sich in dem 15 Quadratmeter

großen, dunkelrot ausgemalten

Zimmer. Es ist stickig und

heiß. Der kleine Ventilator in

der Ecke heillos überfordert.

04:18

Tatsächlich ein Rockstar unter

den Rockstar-Band-Trägern ist

Normski. Angegrauter Vollbart,

kratzige Stimme, leuchtende

Augen. Ständig klopft

„DIE GUETTAS UND AVICIIS DIESER

WELT LEGEN NICHT BEI UNS AUF, AUCH

WENN SIE DAS GERNE WÜRDEN.“

ihm jemand auf die Schulter,

immer wieder wird er umarmt.

Vielen der hier Anwesenden

brachte Normski bei, was

House-Musik ist. In den späten

1980er Jahren moderierte er

die erste Dancemusic-Sendung

im britischen Fern sehen. Das

selbstbewusste Lebensmotto

des Party-Vete ranen: „Ich

brauch das Nachtleben nicht,

das Nachtleben braucht mich.“

Im Fabric ist er seit 15 Jahren

Stammgast. „Äußerlich hat

sich der Laden kaum verändert,

er ist immer noch so

abgefuckt wie am Anfang“,

sagt er. „Und das ist gut so,

die Leute kommen wegen der

Musik. Um die Champions

League der DJ-Welt spielen zu

sehen. Frag britische DJs nach

ihrem Karriereziel. Die Antwort

ist immer die gleiche:

einmal hier aufzulegen.“

09:32

Super Marios kleiner Hipster-

Bruder betritt den Backstage-

Raum: Seth Troxler. Lockenkopf,

Schnauzbart, Hüftgold.

Bei der größten Party

des Jahres arbeiten

245 Leute im Fabric.

Vom Barpersonal über

den Pizzabäcker bis zu

den DJs. Einer davon

ist Craig Richards

(Mitte, oben). Seit der

Eröffnungsnacht vor

15 Jahren steht er

jeden Samstag hinter

den Plattenspielern in

Raum 1. Rechts unten:

DJ James Jackson

und Szene-Veteran

Normski plaudern im

Backstage-Raum über

die Anfangstage des

Super-Clubs.

79


„Seth! Seth!“ Zwei hübsche

Frauen fallen ihm zur Begrüßung

um den Hals. Der US-DJ

sieht erschöpft aus, obwohl

sein Set erst in einer Stunde

beginnt. Wie plant man einen

Gig um 10.30 Uhr? Schläft

man vor oder gleich gar nicht?

„Letzteres. Ich komme direkt

vom Flughafen. Vor ein paar

Stunden hab ich noch bei

einem Festival in Amsterdam

aufgelegt.“

11:45

Laut Plan hätten Marcel Dettmann

und Ben Klock schon vor

zwei Stunden abdrehen sollen.

Die beiden Stamm-DJs aus

Berlins legendärem Club Berghain

schwitzen seit elf Stunden

hinter den Plattenspielern

in Raum 2. Als Abschlussnummer

spielen sie „Idioteque“

von Radiohead. Als Dettmann

von der Kanzel steigt, wirkt er

erstaunlich frisch. „Die ersten

drei Stunden haben sich etwas

gezogen, aber dann ist die Zeit

verflogen“, sagt er. War das

heute das längste Set seiner

80

Karriere? „Nein. Im Berghain

hab ich einmal 16 Stunden am

Stück gespielt.“ Die Dienstwoche

ist für ihn noch nicht

zu Ende. In drei Stunden geht

sein Flieger nach Amsterdam,

weiter zur nächsten Party.

14:00

Halbzeit. 15 Stunden Party

sind geschafft, Zeit zu verschnaufen:

Drei junge Frauen

machen auf den Lederfutons

in Raum 2 Yoga-Übungen. In

Raum 1 hockt eine Gruppe

junger Männer an der Wand,

wie Embryos, Beine angewinkelt,

Kopf zwischen den Knien.

Einer von ihnen ist Oliver

Bourke. Seine Augen sind

klein und rot. Er muss nicht

erwähnen, dass er vergessen

hat, Deo-Spray in seine Tasche

zu packen. Er ist entschlossen

durchzuhalten. „200.000

Bass-Drum-Schläge“, murmelt

er. „Ich hab’s mir ausgerechnet.

30 Stunden Techno. Das

bedeutet zirka 200.000 Bass-

Drum-Schläge. Ich will keinen

einzigen verpassen.“

16:05

Wie stärkt man sich beim

Party-Marathon, wenn man

den Club nicht verlassen will?

Im Raucherhof gibt’s einen

Pizza-Truck. An die 100 Pizzas

hat der Koch mit gezwirbeltem

Schnurrbart in den letzten

drei Stunden gebacken. Der

Bestseller bislang: „Smokey

Seth“ mit würzigen Schweinefleischstreifen

und scharfer

Jalapeño-Salsa-Sauce, nach

einem Rezept Seth Troxlers.

„Deftige Kost“, sagt der Koch

beim Anblick von Bourke.

„Vielleicht nimmst du besser

ein Stück Margherita, das verträgt

der Magen leichter.“

19:00

Ein Pharao mit Dreadlocks

und Sonnenbrille schleppt

Pappkartons auf die Tanzfläche.

Der Inhalt: Perücken in

allen Farben der Geschmacksverweigerung,

Bauarbeiterhelme,

Pferdemasken, Zwergmützen,

Priesterkutten,

Riesenschnuller. Eine Geburtstagstradition

im Fabric:

Es ist die einzige Nacht des

Jahres, in der Kostüme im

Club erwünscht sind. Die kleine

Geste hat großen Effekt:

Binnen weniger Minuten

drängen sich die Gäste wie

kleine Kinder um die Kisten

und kramen darin. Die Müdigkeit

des Nachmittags ist wie

verflogen. Normski steckt in

einem engen roten Cocktailkleid,

sein Oberkörper glänzt

vor Schweiß. Er schreit mit

heiserer Stimme: „Ich brauch

noch eine Perücke, gebt mir

eine Perücke!“

„30 STUNDEN TECHNO. DAS BEDEUTET

200.000 BASS-DRUM-SCHLÄGE. UND

ICH WILL KEINEN VERPASSEN.“


21:05

Ein Hase betritt die Bühne

und stellt sich an eine Burg

aus analogen Synthesizern:

Mathew Jonson, kanadischer

Techno-Spezialist. Der Beat

kickt los. Wie besessen

schraubt er an den Reglern.

Beim Headbangen fällt ein

Ohr seines Hasenkostüms ab.

22:00

Der Wahnsinn bricht los: Ein

zwei Meter großer rosa Barbapapa

klettert auf die Bühne

und fordert den Ein-Ohr- Hasen

zum Tanzen auf. Lederhosen-

Bayern messen sich mit Obenohne-Bauarbeitern

im Breakdance.

Seth Troxler tanzt im

Publikum – mit Babyhaube

und Stripperinnen- Negligé.

„Herrlich!“, brüllt Bourke.

Er trägt ein Batman-Kostüm.

„So muss es damals im Studio

54 zugegangen sein.“

Montag, 01:32

Die 26 Party-Stunden machen

sich bemerkbar: Der Fußboden

klebt, es riecht nach Schweiß,

das Balzverhalten junger Männer

verliert letzte Hemmungen.

Sie strecken den Kopf wie

Gockel nach oben und suchen

angestrengt den Augenkontakt

vorbeitanzender Frauen.

04:59

Die letzte Minute bricht an, der

chilenische Minimal-Techno-

Pionier Ricardo Villalobos

spielt seinen größten Hit:

„Easy Lee“. Viele strecken

Smartphones in die Luft, um

den finalen Moment des Party-

Marathons auf Video einzufangen.

Drei … zwei … eins …

uuund? Nichts passiert. Der

Beat poltert weiter.

05:20

Bourke, dem man den Batman

mittlerweile nicht mehr abnimmt,

sagt: „Beim Endspurt

einer Party schaltest du in

den Marathonläufer-Modus:

nicht denken, einfach weitermachen.“

Sein Blick legt die

Vermutung nahe, dass er in

diesem Modus angelangt ist.

06:10

Der DJ dreht den Plattenspieler

ab. Der Beat wird langsamer

und endet in einem

dumpfen Grollen. Das Licht

geht an. Die Tänzer blinzeln

und zucken zusammen,

Vampire bei Sonnenaufgang.

Bourke zückt seine Sonnenbrille

und verabschiedet sich,

verschwitzt und überglücklich.

Die Party ist aus – nach

32 Stunden.

06:30

Raum 1 ist leer, der Putztrupp

längst im Einsatz. Es ist still,

abgesehen von diesem Piepsen

im Ohr. Da geht die Backstage-

Tür auf. Eine kleine Gruppe

übriggebliebener Goldarmbandträger

taucht auf, zieht

um in Raum 3. Auf der Tanzfläche

stehen Kartons mit

Getränken bereit – das Barpersonal

ist schon auf dem

Heimweg. Seth Troxler eröffnet

die After-Party mit einer

sexy Space-Disco-Platte.

www.fabriclondon.com

Die längste DJ-Schicht

der Marathon-Party

haben die Berliner

Techno-DJs Marcel

Dettmann und Ben

Klock (unteres linkes

Bild auf dieser Seite)

ausgefasst: satte elf

Stunden, von ein Uhr

nachts bis zwölf Uhr

mittags. Das Durchhalterezept?

„Am

Nachmittag vorschlafen“,

sagt Dettmann

und grinst.

81


ACTION!

FEIERABEND

Feiern in der Edelweissalm:

mit DJs,

Tänzerinnen und

Konfetti

KURIOSE

CLUBS

UNTER WASSER,

AUF EIS, IM BAUM:

DIE UNGEWÖHN-

LICHSTEN BARS

DER WELT.

Dirndl-Dance

LÜRZER ALM DIE LÜRZER-BRÜDER SIND

DIE ERFINDER DES MODERNEN APRÈS-SKI.

IN IHREN LOKALEN IN OBERTAUERN TRINKEN

UND TANZEN 3500 GÄSTE. TÄGLICH.

SUBSIX

Niyama, Malediven

6 Meter unter der

Meeresoberfläche:

Im weltweit ersten

Unterwasser-Club

können Besucher

beim Tanzen Fischschwärme

durch

die Glaswände

beobachten.

Bis 1986 war es üblich, dass in Skiorten

zweimal pro Woche Unterhaltungsbands

zum Fünfuhrtee aufspielten. Gerhard

Lürzer und seine zwei Brüder erkannten

1986 das Potential des Kränzchens. Und

verwandelten es in eine Party: Sie ersetzten

die Band durch einen DJ, der fortan allabendlich

die Lürzer Alm rockte. Das war

die Geburtsstunde des modernen Après-

Ski. „Für die Gäste war’s eine Sensation.

Und für uns praktisch: Der DJ war billiger

als die Live-Kapelle“, sagt Lürzer. In der

Folge bauten sich die Brüder ein Gastronomie-Imperium

in Obertauern auf. In vier

Betrieben versorgen sie heute 3500 Gäste

täglich: vom Frühstück bis zum Absacker

um vier Uhr morgens. Getanzt wird nachts

zu Schlagern (People Bar), Après-Ski-Hits

(Edelweissalm, Lürzer Alm) und House-

Beats (Mundwerk). Und: zu Beatles-Songs.

Als Tribut. 1965 drehte die Band ihren Film

„Help!“ in Obertauern. Paul McCartneys

Pisten-Double war ein lokaler Skilehrer:

Herbert Lürzer senior, der Vater der drei.

LÜRZER ALM

Ringstraße 51

5562 Obertauern

www.luerzer.at

INSIDER-INFO

GERHARD LÜRZER, 46,

BETREIBT U. A. DIE LÜRZER

ALM UND LEBT IN

OBERTAUERN.

DIE BESTE SKIPISTE IN

OBERTAUERN IST …

… Gamsleiten 2, eine

der steilsten Buckelpisten

Europas. Auch super:

Nachtskifahren am Montag

und Donnerstag bis 22 Uhr.

DER BESTE ORT FÜRS

ERSTE DATE IST …

… die Kaminstube der Lürzer

Alm. Abseits des Party-

Lärms, für romantische

Stunden am offenen Feuer.

DIE OBERSTE REGEL

BEIM APRÈS-SKI IST …

… Einteilung. Zwischendurch

Wasser trinken und

sich im Hotel ausruhen –

nur so schafft man es

durch die Nacht.

CHILLOUT

Dubai, Vereinigte

Arabische Emirate

Eine Eisbar in der

Wüstenstadt: eine

Raumtemperatur

von 6 Grad unter

null, 40 Grad kälter

als draußen. Am

Eingang erhalten

die Besucher Mäntel

und Mützen.

TREE BAR

Limpopo, Südafrika

1700 Jahre alt,

47 Meter Durchmesser:

Einer der

ältesten und größten

Affenbrotbäume

der Welt beherbergt

in seinem

Inneren eine Bar.

Und bis zu 15 Gäste.

ALEXANDER MARIA LOHMANN(5), FOTOLIA(3)

82 THE RED BULLETIN


SASHA EISENMAN, WARNER MUSIC, ROGER SARGENT

ACTION!

LADEN & LAUSCHEN

Ariel Marcus

Rosenberg alias

Ariel Pink, 36,

durchgeknalltes

Pop-Genie aus

Los Angeles

Kaugummi-

Kirchenmusik

PLAYLIST VON ANTONIO BANDERAS

BIS MICKY MAUS: MADONNAS NEUER

SONGSCHREIBER ARIEL PINK UND SEINE

FÜNF LIEBLINGSHITS DER POP-QUEEN.

Madonna

Madonna

1 „Borderline“

2

3

„Oh Father“

Eigentlich war

Madonna in

meiner Schule

als Mädchen-

Musik verrufen,

aber mir

war das egal.

Dieser Song

verkörperte

für mich als Kind Glückseligkeit. Wenn

er im Radio lief, schloss ich meine Augen.

Ich stellte mir vor, dass Micky Maus zu

mir singt – vermutlich wegen Madonnas

Stimme – und dass meine Eltern mit

mir Spielzeug kaufen gehen. Herrlich!

Madonna

4 5

„La Isla Bonita“

Niemals klang

eine Urlaubsphantasie

sinnlicher.

Wenn ich „La

Isla Bonita“

höre, möchte

ich mit Antonio

Banderas

am Strand von Cancún Martinis trinken.

Natürlich strotzt der Song nur so vor

Klischees: Flamenco-Gitarren, spanische

Textfloskeln. Es lohnt, die auszublenden.

Dahinter liegt einer der besten

Popsongs der achtziger Jahre.

Was hat mich

dieser Song

als Teenager

gepackt!

Madonna singt

über ihre Jugend,

den Tod

der Mutter,

die Konflikte

mit dem Vater, das Ausbrechen aus

dem katholischen Umfeld. Das Stück ist

autobiografisch – und das spürt man.

Kommerziell gesehen war die Single ein

Flop. Aber ich halte sie für ihren berührendsten

Song überhaupt.

Madonna

„Cherish“

Für mich der

letzte große

Madonna-Klassiker,

1989 erschienen.

Als

ich mit der

Schule fertig

war und in

einem Plattenladen

arbeitete, interessierte ich mich

statt für MTV und Madonna-Songs

für Thrash Metal und noch abartigere

Musikgenres. Zeitlos großartig: Durch

den gospelartigen Chor klingt es wie

per fekte Kaugummi-Kirchenmusik.

Als Jugendlicher nahm Ariel Pink schräge Folk-

Punk-Songs auf Kassette auf, die Beats kamen

aus seiner Achselhöhle. 2003 wurde er von den

US-Indie-Stars Animal Collective entdeckt, die sogar

ein Plattenlabel gründeten, um Pinks Musik groß

herauszubringen. Nun erscheint das zehnte Album

des letzten begnadeten Wirrkopfs der Popmusik:

„Pom Pom“ ist ein durchgeknalltes

Sammelsurium aus New

Wave, Schnulzen, Werbemelodien

und räudigem Freak-Rock.

Pinks Querschlägerstil wird mittlerweile

auch im Mainstream

geschätzt: Madonna lud ihn ein,

Songs für ihr nächstes Album

zu schreiben. Als Tribut wählt er

fünf Songs der Pop-Queen, die

seine Jugend prägten.

www.ariel-pink.com

Madonna

„Live to Tell“

Wieder ein

trauriger

Song, und

wieder ein

unglaublich

schöner. Sie

ist eigentlich

nicht für ihre

Balladen bekannt,

dennoch ist ab dem ersten Takt

klar: Das ist Madonna. Unverkennbar.

Egal dass sie ihre Produzenten damals

wechselte wie ihre Liebhaber. Ihr Gefühl

für simple, griffige Melodien war in den

Anfangsjahren unwiderstehlich stark.

LÄRMSCHUTZ

GADGET DES MONATS

DUBS

Die ersten High-Tech-Ohrenstöpsel der

Welt: DUBS blockieren den Schall nicht

einfach, ein Frequenz-Filtersystem in

den Silikon-Polymerschaum-Stöpseln

erhält das Original-Klangbild, reduziert

es aber um 12 Dezibel. Perfekt für laute

Clubs und Konzerte.

www.getdubs.com

DURCH-

B R U C H

DIESE DREI NEW-

COMER WERDEN

2015 RICHTIG

DURCHSTARTEN.

ILOVE-

MAKONNEN

Von Miley Cyrus

verehrt, von Drake

gefördert: Der

25-jährige Rapper

vermählt verträumte

Klangflächen mit

hartem Hip-Hop.

Für Fans von:

Future, Drake.

Anspieltipp:

„Tuesday“

FAT WHITE

FAMILY

Nacktauftritte,

Raufereien mit

Fans: Das Blues-

Punk-Sextett ist

Englands wildeste

neue Live-Band.

Für Fans von:

Nick Cave, The Fall.

Anspieltipp:

„Bomb Disneyland“

TINASHE

Model, Schauspielerin,

Sängerin:

Mit düsteren R & B-

Balladen stürmt die

21-Jährige direkt in

die Superstar-Liga.

Für Fans von:

Aaliyah, Weeknd.

Anspieltipp:

„Pretend“

THE RED BULLETIN 83


ACTION!

AUTO-PILOT

Sie nannten ihn

Bobby: Sogar autonom

fahrende Fahrzeuge

brauchen einen

menschlichen Namen.

F A H R E N

LASSEN

DREI PIONIERE DES

PILOTIERTEN

FAHRENS MIT UNTER­

SCHIEDLICHEN

ANSÄTZEN.

DARPA GRAND

CHALLENGE

Die Pioniere: 2004

hat das US-Verteidigungsministerium

unbemannte

Fahrzeuge erstmals

auf die Reise geschickt.

Die Lehren

von damals steuern

noch heute.

Ohne Fahrer

AUDI RS 7 CONCEPT HERR BIELA LENKT

HIER NICHT: EINE FAHRERLOSE RUNDE IN

DER MOTORSPORT ARENA OSCHERSLEBEN.

Pilotiertes (vulgo: autonomes) Fahren gilt

als Fortbewegung von morgen. Entspannt

im Stau, souverän in der Kolonne, selbständig

beim Pendeln. Wie gut diese Technologie,

die schon existente Fahrdynamik-,

-sicherheits- und -orientierungssysteme

konsequent vernetzt, bereits funktioniert,

bewies jetzt Audi, als man einen 560 PS

starken RS 7 ohne Fahrer auf die Oschersleber

Rennstrecke schickte. Profi Frank

Biela saß am Beifahrersitz. Da es geregnet

hatte, hielten die Techniker das viertürige

Coupé an der kurzen Leine. Bremspunkte,

Beschleunigung, Linienwahl: Viele der

menschlichen Vergleichsgrößen hatten

dennoch Mühe, die Zeiten des pilotierten

RS 7 zu übertreffen. Auffällig bloß, wie

sich der RS 7 von den Curbs fernhielt. Die

Zukunft des Rennfahrens? Nein. Aber eine

Demonstration dessen, was aktuell möglich

ist. Größtes Problem des pilotierten

Fahrens derzeit: Wer haftet, wenn’s knallt?

Das Video mit Frank Biela am Beifahrersitz

des fahrerlosen Audi RS 7

mit Live-Kommentar exklusiv auf:

www.redbulletin.com

FRANK BIELA

DER FÜNFFACHE LE-MANS-

SIEGER UND DTM-GEWINNER

VON 1991 ÜBER DEN

SELBSTFAHRENDEN AUDI.

ANGST HATTE ICH …

… eigentlich zu keiner

Sekunde, selbst wenn die

Situation allein im Auto freilich

ein wenig unheimlich

war. Aber die Audi-Jungs

wissen schon, was sie tun.

ERSTAUNT HAT MICH …

…wie vehement das Auto

beschleunigt und bremst.

GEFREUT HAT MICH …

… dass ich im Endeffekt

doch deutlich schneller war

als der pilotierte RS 7.

www.frank-biela.de

Sicherheitshalber rot:

der Not-Aus-Knopf

Linienwahl: Fährt

nicht über Curbs.

Gut gefüllt:

der Kofferraum

MERCEDES

S‐KLASSE

Die Autoerfinder

fuhren 125 Jahre

nach der Pionierfahrt

der großen

Bertha Benz deren

erste Reise nach –

pilotiert. Route wie

einst: von Mannnach

Pforzheim.

GOOGLE-CAR

Wie sich ein Internet-Konzern

die

Zukunft der Mobilität

vorstellt. Optisch

bizarr; weil

das Lenkrad fehlt,

nach aktuellem Gesetzesstand

illegal.

Immerhin: Man

spricht darüber.

AUDI AG (3), BERNHARD HUBER (2), DARPA, DAIMLER AG, GOOGLE

84 THE RED BULLETIN


Love is a beast.

BEAUTY

& THE BEAST

NEUE STAFFEL

DONNERSTAGS AB 20:15

Ganze Folgen auf sixx.de

©2014 The CW Network, LLC. All rights reserved.


ACTION!

GAMES

Unendliche Weiten

– und unendliche

Möglichkeiten

CHIC

KLICK

RAUMSCHIFF ODER

GAMING-MAUS?

SCHAUT NICHT SO

AUS, ABER: MAUS.

TT ESPORTS

LEVEL 10 M

Tt eSports entwickelt

Keyboards

und Mäuse für

Profi-Gamer – für

dieses Schmuckstück

aus Alu hat

man Unterstützung

von der BMW-

Designabteilung

bekommen.

Das Universum

im Sandkasten

UNIVERSE SANDBOX ² WER WÜRDE NICHT GERNE MAL GOTT

SPIELEN? DIESER WELTRAUM-SIMULATOR MACHT’S MÖGLICH.

Was passiert, wenn plötzlich ein riesiger Asteroid am Himmel

erscheint und auf Kollisionskurs mit der Erde geht? Beim Einschlag

produziert er einen Krater größer als Australien. Und

eine Feuerwand, die um die Erde rast, alles Leben auslöscht

und die Ozeane verdampfen lässt. Was von unserem Planeten

übrigbleibt, ist ein lebloser Fels mit der Temperatur eines Pizzaofens.

Klingt nicht unbedingt nach einem gelungenen Sonntagnachmittag

– außer es passiert bei „Universe Sandbox ²“.

Darum geht es bei allen Sandbox-Spielen: die Freude am

Erschaffen – und Zerstören! Da gibt es keine Punkte, Levels

oder Endgegner. Die brauchen Kinder im Sandkasten schließlich

auch nicht, um Spaß zu haben. Bei „Universe Sandbox ²“

ist, wie der Name schon sagt, das ganze Universum der Sandkasten.

Doch da lassen sich keine Sandburgen zertrampeln –

sondern Asteroiden auf die Erde schießen oder ganze Galaxien

ineinander krachen.

2008 ist der erste Teil von „Universe Sandbox“ erschienen,

als Freizeitprojekt eines einzelnen Programmierers:

Dan Dixon aus Seattle.

Dass so viele Menschen Spaß daran hätten,

Sonnensysteme aufzubauen (und

wieder kaputtzumachen), hat ihn selbst

überrascht. Drei Jahre hat er jetzt mit

einem Team, darunter ein Astronom und

eine Klimatologin, an der Fortsetzung gearbeitet:

„Universe Sandbox ²“. Und eines

Universe Sandbox ² für

Windows, Mac & Linux

ist klar: Alles Leben auf der Erde auszulöschen

hat nie schöner ausgesehen.

MEHR SANDKÄSTEN IM WELTRAUM

„Space Engineers“

Raumschiffe und -stationen bauen mit realistischer

Technologie, wie sie vielleicht in 50 Jahren kommt:

Das ist mit „Space Engineers“ möglich. Derzeit ist

das Spiel noch in der Early-Access-Phase, es wird

laufend verbessert und erweitert. Und es spielt sich

ein bisschen wie „Minecraft“ im Weltraum.

„Kerbal Space Program“

Die Kerbals sind kleine

grüne Männchen vom

Planeten Kerbin, und von

dort aus starten sie ein

ambitioniertes Raumfahrtprogramm.

Aber die Raketen

dafür müssen erst mal entworfen

und getestet werden.

Raketenwissenschaft hat nicht

gerade den Ruf, einfach zu sein,

aber mit diesem Spiel macht

sie überraschend viel Spaß.

LOGITECH G502

PROTEUS CORE

Für Chirurgenhände:

Die Proteus

Core ist mit einer

Abtastrate von

12.000 dpi derzeit

die präziseste

Maus am Markt –

und sieht zudem

aus, als würde sie

gleich abheben.

MAD CATZ

R.A.T. 9

Wenn es um irres

Design geht, ist

Mad Catz die erste

Adresse – und bei

diesem kabellosen

Monster von einer

Maus lassen sich

noch dazu Gewicht

und Griffe individuell

einstellen.

86 THE RED BULLETIN


ACTION!

EVENTS

Benny Urban, Red Bull The

Station-Mitveranstalter,

ist auch Snowboard-Pro.

Wie man sieht.

20. und 21. 12., Skigebiet Alpspitzbahn, Nesselwang (Allgäu)

Red Bull

The Station

Eröffnungsevent für einen europaweit einzigartigen

Snowpark: Ab Dezember werden in Nesselwang

Obstacles wie ein New Yorker Taxi, eine

(nachgebaute) US-Polizeistation, Graffiti-Walls

oder ein umgekipptes US-Polizeiauto Snowboardern

als Playground dienen: „Als würdest du

inmitten der Bronx fahren, ein unvergleichliches

Setup“, sagt der deutsche Snowboard-Pro Benny

Urban, Mitwirkender des Snowparks. Opening-

Programm: „Stuff for Tricks“-Contest für jedermann

um attraktive Sachpreise, Nitro-Produkte

zum Testen, Party … und als Flutlicht-Highlight:

der Night-Jib-Contest mit europäischen Top-

Snowboardern. redbull.com/thestation

27. 12., Stuttgart; 28. 12., Frankfurt;

29. 12., Oldenburg

Broilers live

Punkrock aus Düsseldorf? Kommen

da nicht auch Die Toten Hosen her?

Korrekt: Campino und Co zählen

zu den Entdeckern der Broilers

und nahmen sie 2012 mit auf Tour.

Mittlerweile ist die mit dem ostdeutschen

Ausdruck für Brathähnchen

bezeichnete Band längst aus

dem Schatten ihrer prominenten

Förderer getreten. Ihr Album „Noir“

belegte im Februar 2014 Platz eins

der deutschen Album-Charts, ihre

2011 erschienene Scheibe „Santa

Muerte“ verkaufte sich bis zum

heutigen Tag über 100.000 Mal.

www.broilers.de

88 THE RED BULLETIN


22. 12., Red Bull Arena Leipzig

RB Leipzig –

TSV 1860

Schlagerspiel der 2. Fußball-Bundesliga:

In der letzten Runde vor der

Winterpause empfangen die Roten

Bullen den Münchner Traditionsklub.

Die Fans freuen sich auf ein Duell

zweier Top-Torjäger: RB-Star Yussuf

Poulsen (Bild unten) netzte in den

ersten 13 Saisonspielen sechs Mal,

Rubin Okotie von 1860 gelangen sogar

acht Treffer. www.dierotenbullen.de

Ab 1. 1. deutschlandweit

Kinostart:

„Herz aus Stahl“

68 Millionen US-Dollar Budget,

Brad Pitt und Shia LaBeouf

in den Hauptrollen: Erfolgs-

Regisseur David Ayer („End

of Watch“, „Sabotage“) sorgt

mit seinem Zweiter-Weltkrieg-

Drama für einen opulenten

Start in die Kinosaison 2015.

Handlung: Die 5- köpfige Crew

eines US-M4-Sherman-Panzers

kämpft kurz vor Kriegsende

hinter den feindlichen

Linien ums Überleben.

3. 1., SACHSENarena, Riesa

Super­

Enduro

Erster Deutschland-Stopp

in der Geschichte

der

Maxxis FIM SuperEnduro-Weltmeisterschaft.

Das

Teilnehmerfeld ist

gespickt mit den großen

Stars der Szene –

etwa Taddy Błażusiak

(re.). Der 31-jährige

Pole ist fünffacher SuperEnduro-Champion

und fünffacher Gewinner

des berüchtigten Erzbergrodeo-Eintagesrennens,

des Red Bull

Hare Scramble. Auf ihn und seine Kontrahenten

wartet eine selektive Strecke mit

Wasserdurchfahrten, Sprunghügeln und

Steilkurven. Im Ticketpreis inkludiert:

abschließende Race-Party mit allen Stars

und Autogrammstunde im Fahrerlager.

www.superenduro-germany.de

S A V E

T H E

DATE

WEITERE

PFLICHTTERMINE

IN DEN NÄCHSTEN

WOCHEN

3

JANUAR

TOUR DE SKI

In Oberstdorf fällt

der Startschuss

zur härtesten

Langlaufserie der

Welt. Am Start:

Topstars wie Therese

Johaug oder

Martin Johnsrud

Sundby.

Oberstdorf: www.

tour-de-ski.info

6

JANUAR

LORENZ HOLDER/RED BULL CONTENT POOL, JESSIKA WOLLSTEIN, SONY,

FUTURE 7 MEDIA/RED BULL CONTENT POOL, GEPA PICTURES(2), FOX

12. 12., Olympia-Eisstadion, München

München vs.

Mannheim

Duell zweier Titelaspiranten der Deutschen

Eishockey Liga: Die Bullen halten sich seit

Saisonstart konstant im oberen Tabellendrittel,

während Mannheim anfangs die Meisterschaft

nach Belieben dominierte und 13 von 16 Spielen

gewann. Schlüsselspieler der Münchner:

Garrett Roe, 26-jähriger US-Amerikaner, als

Center für wichtige Scorer-Punkte zuständig.

Bei den Adlern glänzt der 40-jährige Ex-NHL-

Star Glen Metropolit (u. a. Boston Bruins) als

Spielmacher (re., Nr. 50). www.redbullmuenchen.de

Ab 25. 12., deutschlandweit

Filmstart:

„Exodus“

Ridley Scott hat einige der

größten Hollywood-Blockbuster

gedreht – man denke

an „Gladiator“ oder „Alien“. In

der epochalen Bibelverfilmung

„Exodus“ erzählt er die Geschichte

von Moses (Christian

Bale) und Pharao Ramses (Joel

Edgerton). Im Bild: María Valverde.

Die 27-jährige Spanierin

spielt Moses’ Frau Zippora.

10. 1.; Live Music Hall, Köln

Royal Blood

live

Das Brightoner Bluesrock-

Duo erfreut sich gerade eines

globalen Hypes: 2013 gegründet,

bereits für den „BBC

Sound of 2014“ nominiert, in

diesem Jahr mit dem Album

„Royal Blood“ auf Platz eins

der UK-Charts. Markenzeichen

der Briten: Sie kreieren ihren

Sound mit nicht mehr als

Vocals, Bass und Drums.

9. – 11. 1., Dortmund

ADAC

Supercross

Alljährlich wird die Westfalenhalle

beim finalen Showdown

der ADAC Supercross-Winterserie

zum Hexenkessel: Vor

30.000 Fans kämpfen hundert

Cross-Stars auf dem 300 Meter

langen Kurs um den Titel

des „Königs von Dortmund“.

Und beim Red Bull Freestyle

zeigen Freestyle-Motocrosser

atemberaubende Manöver.

BIATHLON

WELTCUP

Erstes Deutschland-Rennen

der

Saison in Oberhof.

Bis 11. Januar finden

in der DKB-

Ski-Arena zehn

Rennen statt, die

200.000 Besucher

live an der Strecke

verfolgen werden.

www.weltcupoberhof.de

29

DEZEMBER

4-SCHANZEN-

TOURNEE

5,5 Millionen deutsche

Fernsehzuseher

verfolgen die

Skisprungserie

jährlich live. 2014

gelang dem Österreicher

Thomas

Diethart mit dem

Gesamtsieg eine

Riesensensation.

www.vierschanzentournee.com

THE RED BULLETIN 89


ACTION!

TV-HIGHLIGHTS

Volles Programm

DAS RED BULL TV-FENSTER BEI SERVUS-TV

MUST

SEE

HELDEN AUF

IHREM BILDSCHIRM

Freeskier Bene Mayr

(Bild) startet mit den

anderen „Wild Ones“

ins Finale der 2. Staffel.

ALEXANDER

MAZZA

lässt für Sie das

Jahr 2014 Revue

passieren und

präsentiert die

Highlights aus 365

Tagen Red Bull TV.

20. 12., 9.15 Uhr

Samstag, 20. 12., 12.00 Uhr

Wild Ones – Staffelfinale

Zum Finale der 2. „Wild Ones“-Staffel nimmt Sie Red Bull TV noch einmal

in die professionelle und private Welt fünf aufstrebender Spitzenathleten

mit. Die Sportler Maya Gabeira (BRA/Big-Wave-Surfen), Bene Mayr (GER/

Freeskiing), Peter Henke (GER/Mountainbiken), Ken Roczen (GER/Motocross)

und Andi Mikkelsen (NOR/Rallye) ließen sich zehn spannende Episoden

lang auf ihrem harten Weg an die Spitze ihrer jeweiligen Sportart

begleiten – am 20. 12. erfahren Sie, ob sie dort auch angekommen sind.

Montag, 15. 12., 23.50 Uhr

Diamond

Series

In der „Diamond Series“

messen sich die weltbesten

Freestyle-Mountainbiker.

Red Bull TV zeigt die Highlights

der Saison 2014.

Mittwoch, 17. 12., 21.15 Uhr

Der Krokodil-

Flüsterer

Nachdem ein Costa-Ricaner

einem Krokodil das Leben

rettete, entsteht eine beispiellose

Freundschaft

zwischen Mensch und Tier.

Mittwoch, 7. 1., 21.15 Uhr

Sieben Mal

Ewigkeit

Der renommierte Physiker

und Astronom Dr. Francisco

Diego erzählt die unglaubliche

Geschichte des

Lebenszyklus der Sterne.

Mittwoch, 10. 12., 21.15 Uhr

Mission to Mars

Nach Expeditionen zum Mond

und zur International Space

Station bleibt die Besiedlung des

Mars einer der großen Menschheitsträume.

Ein Traum, der

zugleich eine gewaltige Herausforderung

ist – allein die Reise

zum Roten Planeten würde derzeit

gut drei Jahre dauern. In der

Dokumentation „Mission to Mars“

kommen nun Wissenschaftler

der NASA zu Wort, die erklären,

wie sie Astronauten diese Reise

dennoch ermöglichen wollen.

ROMAN

HAGARA

startet in Sydney

in die 8. Saison

der Extreme

Sailing Series.

22. 12., 0.35 Uhr

JOSH

SHEEHAN

feiert gemeinsam

mit seinen Mitkämpfern

den

50. Stopp der Red

Bull X‐Fighters.

27. 12., 9.30 Uhr

Sie finden

ServusTV mit dem

Red Bull TV-Fenster

nicht auf Ihrem

Fernsehgerät?

Rat und Hilfe zum

Nulltarif unter

0800 100 30 70

PALLY LEARMOND/RED BULL CONTENT POOL, CHRISTIAN PONDELLA/RED BULL CONTENT POOL, ROGER HORROCKS,

BBC(2), MARCO RIEBLER, MARK TEO/RED BULL CONTENT POOL, PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

90 THE RED BULLETIN


PROMOTION

Musthaves!

1

3

5

2

4

6

1 VENICE BACKPACK VON

NITRO SNOWBOARDS

Der Venice aus der neuen Urban Collection

von NITRO Bags fasst 28 Liter und besticht

durch seine coole Retro-Optik. Das Außenmaterial

ist aus robustem, wasserabweisendem

Premiumstoff hergestellt. Außen mit

Lederapplikation und Magnetverschlüssen,

innen mit Tunnelzugsystem und genügend

Stauraum für den alltäglichen Bedarf.

nitrousa.com/de

2 JOY – HEADS NEUE

DAMEN-SKIKOLLEKTION

Graphene (dt.: Graphen) – hart wie Diamant,

300-mal so stark wie Stahl, so dünn

wie ein Atom: dies brachte den Entdeckern

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bedeutet das: außerordentliche Leichtigkeit,

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und perfekte Kontrolle beim Fahren.

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READ BULL

HEJI SHIN

Im

schönen

Haus

Von Daniel Kehlmann

Daniel Kehlmann

Geboren 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann

und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München. 1981

kam er mit seiner Familie nach Wien, wo er das Kollegium

Kalksburg, eine Jesuitenschule, besuchte und danach an der

Universität Wien Philosophie und Germanistik studierte.

1997 erschien sein erster Roman „Beerholms Vorstellung“.

Daniel Kehlmann hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden

und Göttingen inne und wurde mit einer Vielzahl von Preisen

ausgezeichnet, seine Rezensionen

und Essays erschienen

in zahlreichen Magazinen und

Zeitungen. Sein Roman „Ich und

Kaminski“ war bereits ein internationaler

Erfolg, der Nachfolger

„Die Vermessung der Welt“

wurde – in bisher 40 Sprachen

übersetzt – zu einem der erfolgreichsten

deutschen Romane.

Kehlmann lebt als freier Schriftsteller

in Wien und Berlin.

Nachdem seine Frau ihn mit der schwer abweisbaren

Begründung verlassen hatte, daß er zwar

liebenswürdig sei, aber für ein erfülltes Leben zu

langweilig, beschloß der Steuerberater Karl Kredel

aus Duisburg, alleine Ferien zu machen. Es war

das erste Mal in seinem Leben: Als Kind war er mit den Eltern

gereist, später mit seinen Freunden Martin und Klaus (Klaus war

inzwischen Anwalt in Köln, Martin hatte er schon lange aus den

Augen verloren), dann mit seiner ersten Freundin und danach,

als er seine erste Freundin geheiratet hatte, mit seiner Frau.

Sie hatten keine Kinder gehabt. Die Jahre waren schnell

vergangen. Er war weder glücklich gewesen noch besonders

unglücklich. Das unerwartete Alleinsein hatte auch Vorteile:

Zum Beispiel war da jetzt morgens keine Person, die er Tag für

Tag fragen mußte, ob sie gut geschlafen hatte.

Andererseits fiel es ihm unerwartet schwer, sich daran zu

gewöhnen, daß er jetzt überall hindurfte, ohne jemand anderem

die Entscheidung überlassen zu können. Aber irgendwohin

mußte man ja reisen im Sommer, also flog er, ohne eigentlich

selbst zu wissen, warum, nach Kopenhagen.

Dort tat er alles, was ihm der Lonely Planet vorschlug. Er

spazierte zwischen den bunten Gebäuden von Christiania, er

besuchte Museen, die aussahen wie alle Museen, in denen er

gewesen war, und natürlich machte er eine Führung durch den

königlichen Palast. Er nahm einen Bus und fuhr eine Dreiviertelstunde

zu jenem Kunstmuseum am Meer, von dem der Lonely

Planet sagte, daß man es auf keinen Fall versäumen dürfe, aber

leider zeigte die Ausstellung bloß Ziegelsteine, die ein Konzeptkünstler

in einer gewaltigen Halle verteilt hatte. Nicht weit vom

Museum konnte man das Haus einer großen dänischen Dichterin

besichtigen; der Lonely Planet gab ihm bloß zwei von fünf

Sternen, aber Karl ging hin, kaufte einer ältlichen Frau, die mit

hochgesteckter Frisur an der Kasse saß, eine Eintrittskarte ab

und schlenderte durch die Räume.

Es war ein schönes Haus. Nicht zu groß war es und nicht zu

klein, alles darin fühlte sich richtig und passend an. Die große

Dichterin hatte noch vor nicht allzu langer Zeit hier gelebt, eine

berühmte und gefürchtete Dame, sehr alt, sehr dünn, geistreich,

exzentrisch und reich. Es gab alte Fotos von ihr als Mädchen im

kolonialen Burma, es gab ein Bild von ihr mit Ernest Hemingway,

es gab Urkunden in fünf Sprachen, und es gab Vitrinen mit Manuskriptblättern

in spinnwebdünner Handschrift. Die Sofas waren

bespannt mit teuer aussehendem Stoff. Da war ein sehr weich

aussehender Polsterstuhl und natürlich ein Schreibtisch, von

dem aus ein Fenster den Blick aufs weit aus gespannte Blau des

Meeres freigab. An den Decken hingen Luster, auf Tischchen

standen chinesische Lampen, und weil kein Wächter zu sehen

war, faßte Karl sich ein Herz und schaltete eine davon ein. Zu

seiner Überraschung leuchtete die Glühbirne folgsam auf.

Karl wußte selbst nicht, was ihn überkam. Er war sonst immer

so zurückhaltend. Doch plötzlich setzte er sich in den Lehnstuhl.

Er schloß die Augen. Ganz still war es. Er war der einzige Besucher.

Draußen hörte man ein Auto starten, hupen, davonfahren.

Ein Vogel schrie. Dann hörte man nichts, für eine ganze Weile.

Knarrendes Parkett weckte ihn. Eine junge Frau ging langsam

vorbei. Sie betrachtete die Blätter in der Vitrine, betrachtete ein

Bild an der Wand, betrachtete ihn einen Augenblick mißbilligend,

betrachtete die Lampe und ging in den nächsten Raum. Fünf

Minuten später ging sie wieder durchs Zimmer, auf dem Weg

zum Ausgang. Karl sah auf die Uhr. Er hatte über eine Stunde

geschlafen. Er fühlte sich ausgeruht und fast zufrieden.

Zögernd stand er auf. Er dachte an seine Frau, er dachte an

die letzten Ferien, die sie in Neapel verbracht hatten. Es war viel

zu heiß gewesen. Aus Gewohnheit versuchte er, sie zu vermissen,

THE RED BULLETIN 93


READ BULL

aber auf einmal fehlte sie ihm weniger als in all den Wochen

zuvor. Karl sah zum Fenster: Es war Abend. Er ging zur Haustür

und bemerkte mit einer Freude, die ihn selbst überraschte, daß

er eingeschlossen war.

Er hatte vier Müsliriegel in seinem Reiserucksack, drei davon

aß er, einen hob er auf. Er probierte die Toilette aus: Sie war

sauber, und es gab frische Handtücher, so daß man sich waschen

konnte. Danach setzte er sich in den Lehnstuhl.

Am nächsten Morgen kam eine Putzfrau, wischte, kehrte,

schrubbte und achtete nicht auf ihn. Er streckte sich.

Er hatte sehr tief geschlafen. Wenig später sah er durchs

Fenster die ältliche Dame, von der er gestern die Eintrittskarte

gekauft hatte, aufs Haus zugehen. Er zog sich ins Arbeitszimmer

zurück. Auf dem Meer tanzten Lichtreflexe, die Sonne schwebte

feurig über dem Horizont. Er hörte die alte Dame durchs Wohnzimmer

gehen; er öffnete eine weitere Tür und trat in den Korridor.

Als sie ins Arbeitszimmer kam, wich er in die Bibliothek aus.

Er hörte sie etwas zurechtrücken, dann ging sie wieder zu ihrer

Kasse beim Eingang.

Den ganzen Vormittag las Karl in einem Buch der großen

Dichterin. In der großen Bibliothek gab es nämlich nur Bücher

von ihr, auf Dänisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Griechisch,

Serbisch und Chinesisch. Karl zog eines heraus. Es handelte von

zwei Männern und zwei Frauen. Jeder war auf verwickelte Art

verliebt in jeden der drei anderen, es gab lange Spaziergänge und

Gefühlsausbrüche und Diskussionen. Während er las, kamen

manchmal Besucher herein. Als zwei Kinder nicht aufhörten, auf

dem Parkett Fangen zu spielen, fühlte Karl sich gestört, als wären

sie in seinem eigenen Wohnzimmer. Also ging er zu den Automaten

in der ehemaligen Garage, wo noch das alte Auto stand,

das die große Dichterin besessen, wenn auch nie selbst gefahren

hatte. Ein Automat verkaufte ihm drei Wasserflaschen, ein

anderer einen Becher mit heißem Café, ein dritter ein Schinkensandwich

in durchsichtigem Plastik. Das Sandwich war alt und

trocken. Karl aß es mit Genuß.

Am nächsten Morgen entdeckte ihn die ältliche Dame. Er

hatte wieder im Lehnsessel übernachtet. Wieder hatte er so tief

geschlafen, daß er völlig überrascht war, als sie plötzlich vor ihm

stand und ihn fragte, zuerst auf Dänisch und dann auf Englisch,

ob er um Himmels willen die Nacht hier verbracht habe.

Karl nickte. Die Frau war imposant. Er fragte sich, ob sie wohl

mit der Dichterin verwandt war, eine Enkelin gar. Mit spitzer

Stimme kündigte sie an, daß sie die Polizei rufen werde.

Karl zeigte seine Eintrittskarte und fragte, ob sie eigentlich

die Geschäftsbedingungen ihres Museums kenne. Er habe sie

durchgelesen, sie seien ja neben der Tür angeschlagen, und in

ihnen stehe nur, daß der Kauf einer Karte bloß zu einmaligem

Besuch, nicht zur Rückkehr berechtige. Von einem Limit der

Dauer stehe dort nichts. Außerdem stehe da ausdrücklich, daß es

verboten sei, Schubladen zu öffnen oder Papiere aus den Vitrinen

zu nehmen, was aber wiederum per Implikation bedeute, daß es

nicht verboten sei, die Möbel zu benützen. Zudem stehe dort, daß

man nicht telefonieren dürfe, auch daran habe er sich gehalten,

sein Telefon sei seit vorgestern ausgeschaltet.

Die alte Dame fragte, ob er verrückt sei. Das, sagte Karl, sei

ein dehnbarer Begriff. Wortlos ging sie hinaus. Durchs Fenster

sah er sie auf dem Kiesweg auf und ab gehen und in ihr Telefon

sprechen. Er rieb sich die Augen, holte ein anderen Buch der

großen Dichterin aus der Bibliothek und las bis in den frühen

Nachmittag. Zu seiner Verblüffung tauchten keine Polizisten auf.

Nur einmal schlenderten drei Besucher durchs Zimmer. Karl ging

zu den Automaten, kaufte vier Wasserflaschen, einen Becher Tee

und drei Schinkensandwiches. Er dachte an seine Frau. Wo sie

Er ging ins Schlafzimmer.

Das Bett der Dichterin war

staubig, aber die Matratze

war angenehm hart.

jetzt wohl war? Als er ihr zu ihrem Geburtstag einen Glückwunsch

aufs Telefon geschickt hatte, hatte sie nicht geantwortet.

Erst am Abend kam die alte Dame zurück und kündigte mit

scharfer Stimme an, daß das Museum nun schließen würde.

Karl zuckte die Achseln. Sie wies auf die Tür.

Karl lächelte höflich. Er wollte keinen Streit. Aber es war

spät, und er hatte kein Hotel, und ihm war, als müsse er

noch ein wenig vom Arbeitszimmer aus aufs Meer sehen,

damit seine Seele gesund würde. Also schüttelte er den Kopf.

Die alte Dame ging wortlos hinaus, aber nach einigen Minuten

kam sie mit einer zweiten alten Dame zurück. Die beiden flüsterten

und starrten ihn wütend an. Karl ging ins Arbeitszimmer.

Das Meer sah heute dunkel und metallisch aus; er stellte sich

vor, wie es wäre, immer hier zu sein, von morgens bis abends,

im Winter und im Sommer, im Herbst und im Frühling. Schließlich

hörte er die Frauen hinausgehen und die Tür versperren,

und als er das Licht einschalten wollte, merkte er, daß sie den

Strom unterbrochen hatten.

Aber Wasser gab es noch. Während es dunkel wurde, wusch

er sich sorgfältig. Dann ging er ins Schlafzimmer. Das Bett der

großen Dichterin war staubig, aber die Matratze war angenehm

hart, und die Bettwäsche bezogen mit teurer Seide. In einem

Seidenbett hatte er noch nie geschlafen. In Unterwäsche legte er

sich hin und deckte sich zu und grinste in die Dunkelheit. Auf

die Geschäftsbedingungen zu verweisen, das hatte er sich vorher

nicht überlegt, das war ihm einfach so in den Sinn gekommen,

er hatte sie nicht einmal gelesen. Steuerberater sein, das hatte

Vorteile. Stolz wie lange nicht schlief er ein.

Am nächsten Morgen warf er seinen Rucksack über die

Schulter. Die alte Dame brachte gerade eine neue Version der

Hausordnung neben der Eingangstür an und blickte verblüfft,

ja beinahe enttäuscht auf, als er mit kurzem Gruß an ihr vorbeiging.

Der Kiesweg knirschte unter seinen Schuhen, eine Allee

führte flirrend vor Licht auf das Blau des Meeres zu. Heute

nachmittag ging sein Flug zurück. Die Ferien waren schnell

vergangen. Er war nur froh, daß er so bald nichts mehr von der

großen dänischen Dichterin lesen mußte, ihre Bücher waren

doch ziemlich langweilig.

Während er zur Bushaltestelle ging, holte er sein Telefon heraus,

wählte unter den gespeicherten Nummern jene seiner Frau

und betrachtete sie eine Weile, als wollte er sie auswendig lernen,

bevor er sie mit einem bedächtigen Knopfdruck löschte.

READ BULL

Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet

ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte.

Diesmal ist es der deutsch-österreichische Bestsellerautor

Daniel Kehlmann. Der aktuelle Roman Kehlmanns, „F“

(Verlag Rowohlt), handelt virtuos von Lüge und Wahrheit,

von Familie, Fälschung und der Kraft der Fiktion.

94 THE RED BULLETIN


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3 Uhr nachts.

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Fotograf Mike Brown über die „Afterglow“-Aufnahmen in British Columbia

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98 THE RED BULLETIN


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