The Red Bulletin März 2015 - DE

theredbulletin.de

DEUTSCHLAND

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

SPEED SPECIAL

SO SCHNELL:

rappt Eminem

1560 Wörter

schießt Messi

75 Tore

verdient Bill Gates

150.000 Euro

KEIRA

KNIGHTLEYS

Nippel-Frage

28

OUTDOOR-

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INSIDER

€ 2,50

MÄRZ 2015

THE

ITALIAN JOB

Formel-1-Star Daniel Ricciardo

im Vintage-Racer auf Sizilien

FOTOGRAFIERT VON JIM KRANTZ


DIE WELT VON RED BULL

28

DANIEL RICCIARDO

Sizilien, ein über 40-jähriger

und ein 25-jähriger Racer,

Saharastaub auf den Straßen:

Daniel, Alfa, Targa, fantastico.

JIM KRANTZ (COVER), WARNER MUSIC

WILLKOMMEN!

Daniel Ricciardo wurde 1989 in Perth geboren,

als Kind einer Einwandererfamilie. Nun kehrte

der Formel-1-Star mit spezieller Mission in seine

Heimat Sizilien zurück: Ricciardo verbrachte

einen Tag im Alfa Romeo T33 (Baujahr 1972,

700 kg, 400 PS) auf der Strecke der Targa

Florio. Deren legendären Reiz kann man im

Wesentlichen so zusammenfassen: 300 km/h,

öffentliche Straßen zweifelhaften Zustands,

jederzeit die Chance auf Begegnungen mit

Lokalkolorit (Eselskarren o. Ä.). Ricciardo verliebte

sich an diesem Tag. „Ich will jetzt auch

ein historisches Rennauto“, verriet er unserem

Autor Werner Jessner beim Heimflug.

Viel Vergnügen mit diesem Heft!

Die Redaktion

„Britney

Spears

machte

mich zur

Musikerin.“

CHARLI XCX, SEITE 83

THE RED BULLETIN 5


MÄRZ 2015

AUF EINEN BLICK

GALLERY

10 AUGENBLICKE des Monats

BULLEVARD

58

THE WANTON BISHOPS

Die Reise zweier libanesischer

Blues-Jünger zu den Wurzeln

der Musik, die sie lieben.

76

42

KEIRA KNIGHTLEY

… und unbearbeitete Nacktfotos als

Statement gegen den Photoshop-Wahn

in der Branche. Bravo, Keira!

DIPLO

Fotograf Shane McCauley begleitet

den DJ-Superstar auf dessen Reisen. Uns

zeigt er seine zehn besten Diplo-Bilder.

48

CYCLOCROSS

Der weltweite Boom der Querfeldeinrennen

geht von den USA aus. Wir verbrachten

einen Tag in Schlamm und Eis.

68

HANNES ARCH

Die Trainings-Tipps des Red Bull Air

Race-Stars. Und wieso Paul Kalkbrenner

bei jedem Rennen dabei sein muss.

18 SPEED Schnell erfahren, wie man

schneller wird.

FEATURES

28 Daniel Ricciardo

Der Formel-1-Star und seine 400 PS

starke Zeitreise nach Sizilien.

42 Keira Knightley

hat da was an den Nippeln.

44 Sizarr

schreiben Pop-Songs wie Rilke.

46 Kayane

ist eine freundliche Massenmörderin.

48 Cyclocross

Radfahren ist ein sauberer Sport?

Hier nicht. Ein Querfeldein-Tag.

56 Jerzy Skarżyński

Der Lauf-Guru hat ein Rezept gegen

dumme Gedanken bei langen Läufen.

58 The Wanton Bishops

reisen zu den Wurzeln des Blues.

ACTION!

68 TRAINING mit Hannes Arch

69 CITY-GUIDE Brisbane

70 PRO TOOLS Martin Söderströms Bike

72 TRAVEL Höhlentauchen in Mexiko

74 WATCHES Die Welt am Handgelenk

76 NIGHTLIFE Auf Welttour mit Diplo

82 CLUB „Hinterhof“, Basel

83 MUSIK Das hört Charli XCX

84 GAMING „The Order: 1886“

87 ACTIVE STUFF Trends, Innovationen

92 SAVE THE DATE Was so ansteht

94 READ BULL von Joey Goebel

96 IMPRESSUM

98 MAGIC MOMENT

BALAZS GARDI/RED BULL CONTENT POOL, AUGUST/AUSTIN HARGRAVE, JULIE GLASSBERG, SHANE MCCAULEY, JOERG MITTER/RED BULL CONTENT POOL

6 THE RED BULLETIN


CONTRIBUTORS

MIT AN BORD

IM MÄRZ

„Ornery schlug

ihn direkt aufs

Auge. Es war ein

richtiger Schlag,

einer, den man

gern öfter gesehen

hätte.“

Autor Joey Goebel taucht in die Welt

des Profi-Wrestlings ein, Seite 94.

SHANE

McCAULEY

Seit elf Jahren begleitet der

Fotograf aus Los Angeles den

DJ-Weltstar Diplo (Jahresgage:

zehn Millionen Dollar)

bei dessen Live-Konzerten

rund um den Globus. Das

Ergebnis: ein bildgewaltiger

Einblick in die Musik- und

Partykultur von Melbourne

bis Buenos Aires. Für uns hat

McCauley, dessen Reportagen

in „Vanity Fair“ und „Rolling

Stone“ erscheinen, ein Best-of

aus 600.000 Bildern zusammengestellt:

die zehn legendärsten

Nächte mit Diplo –

eine Party-Weltreise. „Corps

DiploMatique“, ab Seite 76.

NOAH

DAVIS

Der „New Yorker“ schätzt

seine Analysen zur wirtschaftlichen

Entwicklung des

US‐Fußballs. Wir schickten

den Autor aus Brooklyn lieber

in den Schlamm. Für seine

Reportage über Cyclocross,

den Hardcore-Radsport Querfeldeinrennen,

rückte Davis

an einem frostigen Sonntagnachmittag

aus. Und zitterte

so heftig, dass US-Champion

Tim Johnson während des

Interviews Kaffee brühen

musste. Davis’ Resümee:

„Ein toller Sport. Ich würde

gnadenlos scheitern.“ „Die

Einzelkämpfer“, Seite 48.

JOEY

GOEBEL

In der Satire, treffsicher und

unverblümt, fühlt sich der

US-Autor zu Hause. Darin

kriegt man auch Übung,

wenn man aus Kentucky

stammt und jahrelang als

Punk-Sänger den spießigen

Joe Average geärgert hat. Als

Musiker ist Goebel bis heute

aktiv: Nach mehrjährigem

Sammeln hat er 2014 ein

Album unter dem Pseudonym

Dr. Lawyer veröffentlicht.

Anspieltipp: „Death Walks in

the Waffle House“. Bei uns

beschreibt der Autor Goebel

die Rache eines betrogenen

Ex-Wrestlers (Seite 94).

THE RED BULLETIN

WELTWEIT

The Red Bulletin erscheint

aktuell in elf Ländern. Auf dem

US- Cover: Skistar Ted Ligety

Rasant: Krantz (re.)

und Ricciardo im

1972er-Alfa-Romeo

BACKSTAGE

Covershoot

des Monats

mit Jim Krantz

Das Video zum Shooting:

www.redbulletin.com/ricciardo

Für die Coverstory begleitete

der Reportage-Großmeister aus

Chicago (Krantz fotografiert für

„New York Times“ und „GQ“)

Formel-1-Star Daniel Ricciardo

auf der Strecke des historischen

Targa-Florio-Rennens

auf Sizilien.

Sein Highlight:

„Vom

Beifahrersitz

knipsen, während

Daniel

dem Alfa die

Sporen gab.“

8 THE RED BULLETIN


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KILIMANDSCHARO, TANSANIA

EISMANN

Hundert Meter vom Gipfel entfernt kämpft

sich Will Gadd, kanadische Eiskletter-Legende,

durch eine Gletscherwand am Kilimandscharo:

„Die Höhenlage setzte mir am meisten zu. Auf

6000 Metern über dem Meeresspiegel kannst du

ja nicht mehr richtig gehen. Pull-ups im Eis sind

da eine physische Grenzerfahrung“, so Gadd,

der als erster Mensch die eisigen Überhänge am

Kilimandscharo bezwang. Eine Erstbesteigung

mit gemischten Gefühlen. Klimaforscher sagen

voraus, dass die abgebildete Wand innerhalb

der nächsten fünf Jahren schmelzen wird.

www.twitter.com/gilwad

Bild: Christian Pondella/Red Bull Content Pool

11


SAN FRANCISCO, USA

WASSERKRAFT

Ultimate Waterman heißt der erste Allround-Contest

für Spitzen-Wassersportler. Eingeladen werden

acht Athleten, die in fünf Surf- und einer Kanu-

Disziplin um den Sieg kämpfen. Der Hawaiianer Kai

Lenny (Bild) hat als Stand-Up-Paddling-Weltmeister

und Kite-Surf-Vizeweltmeister beste Siegchancen.

Der 22-Jährige, dessen Name „Kai“ hawaiianisch

„Ozean“ heißt, gilt als Publikumsmagnet: Man geht

davon aus, dass weltweit gut 50 Millionen Fans den

Event via Social-Media-Kanäle verfolgen werden.

The Ultimate Waterman, 14. – 21. März, Auckland,

Neuseeland; www.theultimatewaterman.com

Bild: Keith Carlsen/Red Bull Content Pool


KAPSTADT, SÜDAFRIKA

LEHRLAUF

Südafrikas nationaler MX2-Meister Anthony

Raynard fürchtet die Herausforderung durch

Nachwuchsfahrer nicht. Er fördert sie. Für

Red Bull My Track“ öffnete er seine private Rennstrecke

in Kapstadt. Und unterrichtete talentierte

Motocrosser unter fünfzehn. Auf dem Lehrplan

standen Starttraining, Sprünge über Whoops

(kleine Kicker) und das Radienziehen. Und natürlich

Anschauungsunterricht durch den Lehrer.

www.anthonyraynard.com

Bild: Tyrone Bradley/Red Bull Content Pool

15


DÜSSELDORF, DEUTSCHLAND

EISZAUBER

Eishockey im Fußballstadion! Für das DEL Winter

Game im Januar – Düsseldorfer EG gegen Kölner

Haie – baute man die Esprit Arena kurzerhand um.

Unter Einsatz von 1800 Quadratmetern Holzboden,

90 Kilometern Kühlschlauch und 180.000 Litern

Wasser verwandelte man den erdigen Untergrund

in eine spiegelglatte Eisfläche. Das von ServusTV

live übertragene Match – dessen Akustik eigens

mit Mikros aufgenommen und mit Boxen verstärkt

hörbar gemacht wurde – endete 3:2 für die DEG.

Zuseher? 51.125 – Europarekord für Ligaspiele.

Bild: City-Press

16


THEMA DES MONATS: SPEED – SCHNELLER SEIN

SPEED

SCHNELLER LESEN.

SCHNELLER DENKEN.

SCHNELLER SEIN.

FLOYD MAYWEATHER JR.

DIE SCHNELLSTE

FAUST DER WELT

Dieser Boxer ist nicht nur der

schnellste, sondern auch der bestverdienende

Sportler der Welt.

Bescheidenheit hat dieser Mann nicht

nötig: Er hat noch nie einen Kampf

verloren und verdiente allein 2014

mit nur zwei Kämpfen über 100 Millionen

Dollar. Nicht umsonst ist sein

Spitzname „Money“. „Rocket“ wäre

aber auch passend: Seine Schläge

kommen mit einer Geschwindigkeit

von bis zu 48 km/h daher – das ist gut

fünfmal so schnell, wie eine Klapperschlange

(9 km/h) zubeißen kann.

REUTERS, RAFAELA PRÖLL FÜR WIENER, RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES(2),

YUSUKE KASHIWAZAKI/RED BULL CONTENT POOL ANNA HAZOD


Oh Susie

4

SPEED SONGS

Was bringt Formel-1-

Heroes auf Touren?

Uns haben sie es

verraten.

THE MORNING

The Weeknd

„Das ist ein Song, zu

dem ich Rennen gewonnen

habe. Ich höre

ihn also sehr oft.“

Lewis Hamilton

Mercedes

BULLEVARD SPEED

DER ERSTE EINDRUCK

0,1 SEKUNDEN

DAUERT DEINE

CHANCE

So nutzt du sie.

Ja, es ist unfair: Unbewusst

scannt dich das Gehirn deines

Gegenübers binnen eines

Augenblicks. Bestehst du diesen

Sympathie-Test nicht, kannst

du dich danach noch so sehr

bemühen, es nutzt wenig. Gibst

du dich später aber als Idiot

zu erkennen, zählt auch der

beste erste Eindruck nichts.

LÄCHELN

Aber richtig! Die

Mundwinkel nach

oben und nicht zur

Seite. Das wirkt

sonst zu gestellt.

DIE TEST-PILOTIN

Schon als Achtjährige hat sie bei Kartrennen

den späteren Formel-1-Weltmeister Kimi

Räikkönen überholt. Jetzt testet Susie Wolff

bei Williams als erste Frau seit über zwanzig

Jahren F1-Boliden. Wolff will kein Role

Model sein, sie will einfach nur richtig schnell

fahren. Und wir garantieren: Diese Frau

steigt schneller aufs Gas, als irgendein Mann

in diesen roten High Heels laufen kann.

FOUR KICKS

Kings of Leon

„Ein cooler Song fürs

Warm-up. Genauso wie

‚Molly’s Chambers‘.“

Jenson Button

McLaren

ROMANCE IS DEAD

Parkway Drive

„Ein bisschen Geschrei

putscht mich auf.“

Daniel Ricciardo

Infiniti Red Bull Racing

GET LUCKY

Daft Punk

„Egal wie talentiert du

bist und wie hart du

arbeitest, es braucht

immer etwas Glück.“

Pastor Maldonado

Lotus

ROT TRAGEN

Die Signalfarbe

lässt dich attraktive

r wirken. Sowohl

auf Frauen als auch

auf Männer.

?

?

RICHTIG RIECHEN

Der eigene Geruch

wirkt aufs Gegenüber

besser als

jedes Parfüm. Oder

eben leider nicht.

„… UND DU SO?“

Dein Gegenüber

finde t dich sympathischer,

wenn

du ihn/sie zuerst

erzählen lässt.

„Wenn du glaubst,

alles unter Kontrolle

zu haben,

fährst du nicht

schnell genug.“

MARIO ANDRETTI, F1-CHAMPION

19


BULLEVARD

SPEED

MARATHON-„RAP GOD“

1560 WÖRTER

Jetzt hält Eminem auch

noch einen Weltrekord –

ganz offiziell: die meisten

Wörter in einem Hitsong.

Topspeed: 6,5 Wörter

pro Sekund e. Trotzdem: Ein

anderer ist noch schneller.

0:30

1:00

Look, I was gonna go easy on you not

to hurt your feelings

But I’m only going to get this one chance

(Six minutes, six minutes)

Something’s wrong, I can feel it

(Six minutes, six minutes, Slim Shady,

you’re on)

Just a feeling I’ve got

Like something’s about to happen

But I don’t know what

If that means, what I think it means,

we’re in trouble

Big trouble. And if he is as bananas

as you say

I’m not taking any chances

You were just what the doctor ordered

I’m beginning to feel like a Rap God,

Rap God

All my people from the front to the back

nod, back nod

Now who thinks their arms are long

enough to slap box, slap box?

They said I rap like a robot, so call me

rap-bot

But for me to rap like a computer must

be in my genes

I got a laptop in my back pocket

My pen’ll go off when I half-cock it

Got a fat knot from that rap profit

Made a living and a killing off it

Ever since Bill Clinton was still in office

With Monica Lewinsky feeling on his

nutsack

I’m an MC still as honest

But as rude and as indecent as all hell

Syllables, skill-a-holic (Kill ’em all with)

This flippity, dippity-hippity hip-hop

You don’t really wanna get into a pissing

match

With this rappity-rap

Packing a mack in the back of the Ac

backpack rap, crap, yap-yap,

yackety-yack

and at the exact same time

I attempt these lyrical acrobat stunts

while I’m practicing that

I’ll still be able to break a motherfuckin’

table

Over the back of a couple of faggots and

crack it in half

Only realized it was ironic

I was signed to Aftermath after the fact

How could I not blow? All I do is drop

“F” bombs

Feel my wrath of attack

Rappers are having a rough time period

1:30

2:00

2:30

„I’m coming to rock and

I’m taking a rapper and

I’m breaking ’em up“

REBEL XD, SCHNELLSTER SPRINT-RAPPER DER WELT

In einer Sekunde rappt er 18 Silben. Try this at home!

Here’s a Maxi-Pad

It’s actually disastrously bad

For the wack while I’m masterfully

constructing this masterpiece yeah

’Cause I’m beginning to feel like a

Rap God, Rap God

All my people from the front to the back

nod, back nod

Now who thinks their arms are long

enough to slap box, slap box?

Let me show you maintaining this shit

ain’t that hard, that hard

Everybody want the key and the secret

to rap

Immortality like I have got

Well, to be truthful the blueprint’s

Simply rage and youthful exuberance

Everybody loves to root for a nuisance

Hit the earth like an asteroid

and did nothing but shoot for the moon

since (PPEEYOOM)

MC’s get taken to school with this music

’Cause I use it as a vehicle to ‘bus the

rhyme’

Now I lead a New School full of students

Me? Me, I’m a product of Rakim

Lakim Shabazz, 2Pac, N.W.A, Cube, hey,

Doc, Ren

Yella, Eazy, thank you, they got Slim

Inspired enough to one day grow up

Blow up and being in a position

To meet Run-D.M.C. and induct them

Into the motherfuckin’ Rock n’

Roll Hall of Fame even though I walk

in the church

And burst in a ball of flames

Only Hall of Fame I’ll be inducted in is

the alcohol of fame

On the wall of shame

You fags think it’s all a game

’Til I walk a flock of flames

Off a plank and

Tell me what in the fuck are you

thinking?

Little gay looking boy

So gay I can barely say it with a ‘straight’

face looking boy

You’re witnessing a mass-occur like

you’re watching a church gathering

And take place looking boy

Oy vey, that boy’s gay

That’s all they say looking boy

You get a thumbs up, pat on the back

And a “way to go” from your label every

day looking boy

Hey, looking boy, what d’you say looking

boy?

I get a “hell yeah” from Dre looking boy

I’mma work for everything I have

Never asked nobody for shit

Git out my face looking boy

Basically boy you’re never gonna be

capable

of keeping up with the same pace looking

boy, ’cause

I’m beginning to feel like a Rap God,

Rap God

All my people from the front to the back

nod, back nod

The way I’m racing around the track,

call me Nascar, Nascar

Dale Earnhardt of the trailer park,

the White Trash God

3:00

3:30

4:00

4:30

Kneel before General Zod this planet’s

Krypton, no Asgard, Asgard

So you’ll be Thor and I’ll be Odin

You rodent, I’m omnipotent

Let off then I’m reloading

Immediately with these bombs I’m totin’

And I should not be woken

I’m the walking dead

But I’m just a talking head, a zombie

floating

But I got your mom deep throating

I’m out my Ramen Noodle

We have nothing in common, poodle

I’m a Doberman, pinch yourself

In the arm and pay homage, pupil

It’s me

My honesty’s brutal

But it’s honestly futile if I don’t utilize

What I do though for good

At least once in a while so I wanna make

sure

Somewhere in this chicken scratch

I scribble and doodle

Enough rhymes to

Maybe try to help get some people

through tough times

But I gotta keep a few punchlines

Just in case‚ cause even you unsigned

Rappers are hungry looking at me

like it’s lunchtime

I know there was a time where once I

Was king of the underground

But I still rap like I’m on my Pharoahe

Monch grind

So I crunch rhymes

But sometimes when you combine

Appeal with the skin color of mine

You get too big and here they come

trying to

Censor you like that one line I said

On “I’m Back” from the Mathers LP

One when I tried to say “I’ll take seven

kids from Columbine

Put ’em all in a line

Add an AK-47, a revolver and a nine”

See if I get away with it now

That I ain’t as big as I was, but I’m

Morphin’ into an immortal coming

through the portal

You’re stuck in a time warp from

two thousand four though

And I don’t know what the fuck that you

rhyme for

You’re pointless as Rapunzel

With fucking cornrows

You write normal, fuck being normal

And I just bought a new ray gun from

the future

Just to come and shoot ya

Like when Fabulous made Ray J mad

’Cause Fab said he looked like a fag

At Mayweather’s pad singin’ to a man

While he play piano

Man, oh man, that was the 24/7 special

On the cable channel

So Ray J went straight to radio station

the very next day

“Hey, Fab, I’mma kill you”

Lyrics coming at you at supersonic

speed, (JJ Fad)

Uh, summa lumma dooma lumma you

assuming I’m a human

What I gotta do to get it through to you

I’m superhuman

Innovative and I’m made of rubber, so

that anything you say is

Ricochet in off a me and it’ll glue to you

And I’m devastating more than ever

demonstrating

How to give a motherfuckin’ audience a

feeling like it’s levitating

Never fading, and I know that haters are

forever waiting

For the day that they can say I fell off,

they’ll be celebrating

5:00

5:30

6:00

’Cause I know the way to get ’em

motivated

I make elevating music

You make elevator music

“Oh, he’s too mainstream.”

Well, that’s what they do

When they get jealous, they confuse it

“It’s not hip hop, it’s pop.”

’Cause I found a hella way to fuse it

With rock, shock rap with Doc

Throw on “Lose Yourself” and make ’em

lose it

I don’t know how to make songs like that

I don’t know what words to use

Let me know when it occurs to you

While I’m ripping any one of these verses

that versus you

It’s curtains, I’m inadvertently hurtin’

you

How many verses I gotta murder to

Prove that if you were half as nice,

your songs you could sacrifice virgins to

Unghh, school flunky, pill junky

But look at the accolades these skills

brung me

Full of myself, but still hungry

I bully myself ’cause I make me do what I

put my mind to

When I’m a million leagues above you

Ill when I speak in tongues

But it’s still tongue-and-cheek, fuck you

I’m drunk so Satan take the fucking

wheel

I’m asleep in the front seat

Bumping Heavy D & the Boyz

Still “Chunky, But Funky”

But in my head there’s something

I can feel tugging and struggling

Angels fight with devils and

Here’s what they want from me

They’re asking me to eliminate some

of the women hate

But if you take into consideration

the bitter hatred I had

Then you may be a little patient and

more sympathetic to the situation

And understand the discrimination

But fuck it

Life’s handing you lemons

Make lemonade then

But if I can’t batter the women

How the fuck am I supposed to bake

them a cake then?

Don’t mistake him for Satan

It’s a fatal mistake if you think I need

to be overseas

And take a vacation to trip a broad

And make her fall on her face and

Don’t be a retard, be a king?

Think not

Why be a king when you can be a God?

KEVIN MAZUR/GETTY IMAGES COPYRIGHT: SHROOM SHADY MUSIC, SONY/ATV RHYTHM, SONGS OF UNIVERSAL INC., COMEBACK KID PUBLISHING,

HEBREW HUSTLE MUSIC, RUTHLESS ATTACK MUZICK, BIZA PUBLISHING INC., PINK PASSION MUZICK, BUGHOUSE, TWO BADD MUSIC


11:23 AM

12:16 PM

INTRODUCING: CITY SERIES

Our skateboarding roots run deep. Not just at DC but all

throughout snowboarding; and especially in the streets.

For shredding in the urban environment, the City Series

offers simple, solid riding gear that blends winter outerwear

technology with streetwear-inspired styling. The result is a

collection that delivers a clean, understated look that is

perfect for urban action on or off the board.

10:06 PM

LAURI HEISKARI \ ANTTON MIETTINEN PHOTOS

1:15 AM


BULLEVARD

SPEED

AUF DIE PLÄTZE

JEDER GEGEN JEDEN

Mensch gegen Maschine, Tier gegen Tornado, Rakete

gegen Raketenauto, Berg gegen Bolt: vier Kategorien,

vier Wettrennen, vier Überraschungssieger.

1

2

3

Im All

Danke, luftleerer Raum:

Die zwei Helios-Sonden

flogen in den 1970er

Jahren schneller als der

schnellste Planet unseres

Sonnensystems.

APOLLO 10 39.897 km/h

1

Helios-Sonde: schnellstes

Ding der Menschheit

2

Merkur: Topspeed beim

Umrunden der Sonne

HELIOS 1 UND 2

MERKUR 172.800 km/h

3

Apollo 10: schnellste aller

bemannten Maschinen

252.792 km/h

1

2

3

4

1

In der Luft

Diesen Sieger kennt

sogar noch dein Opa:

Das schnellste bemannte

Flugzeug ist schon

beinahe 50 Jahre alt.

North American X-15: 1967

knallte es den Rekord hin.

Felix Baumgartner: Keiner

fiel 2012 schneller als er.

1999 wütete der schnellste

Tornado durch Oklahoma.

NORTH AMERICAN X-15

Wanderfalke: im senkrechten

Sturzflug unschlagbar

7274 km/h

2

3

4

1

2

3

4

1

2

3

An Land

Auch Berge bewegen

sich. Die jährlichen fünf

Millimeter Wachstum

des Nanga Parbat werden

aber durch Erosion

wieder ausgeglichen.

GEPARD 110 km/h

USAIN BOLT 44,72 km/h

NANGA PARBAT 0,00000000057 km/h

Im Wasser

Das schnellste U-Boot

bleibt eine Schätzung:

Aus Sicherheitsgründen

verrät keine Regierung

der Welt, wie schnell die

Dinger wirklich sind.

FELIX BAUMGARTNER 1357,6 km/h

OKLAHOMA TORNADO OUTBREAK 509 km/h

WANDERFALKE 390 km/h

FLORENT MANAUDOU 8,88 km/h

1

ThrustSSC: Andy Green

stieg 1997 aufs Gas.

2

Gepard: Sprintet schneller

als alle anderen Landtiere.

1

Der Marlin ist Schnellster:

kein Wunder mit der Nase

3

Usain Bolts Rekord: 9,58

Sekunden über 100 Meter

THRUST SSC

2

K-162: sowjetisch, schnell

und supergeheim

SCHWARZER MARLIN

K-162 82 km/h

4

Nanga Parbat: Zeit ist relativ.

Geschwindigkeit auch.

1227,985 km/h

3

Florent Manaudou: Weltbester

über 50 Meter Freistil

130 km/h

MAX PLANK INSTITUT, NASA(2), WIKIPEDIA(2), JAY NEMETH/RED BULL CONTENT POOL, FOTOLIA(3), PICTUREDESK.COM(2), GETTY IMAGES(3)

22 THE RED BULLETIN


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BULLEVARD SPEED

STILLHALTEN!

SO SEHEN

632 TAGE AUS

Michael Wesely belichtet seine

Fotos gern jahrelang. Was

währenddessen so geschieht:

2. MAI 2003

Michael Wesely

schaltet die Kamera

aus.

2001 2002 2003

4. APRIL 2003

Voodoo wird in Haiti

o∞ziell als Religion

anerkannt.

20. MÄRZ 2003

Die USA marschieren

in den Irak ein, der

Irakkrieg beginnt.

26. JANUAR 2003

Die Tampa Bay Buccaneers

aus Florida holen

Super Bowl XXXVII.

23. JULI 2002

Der Dow Jones fällt

elf Tage in Folge und

sinkt unter 8000

Punkte. Rekordtief.

30. MÄRZ 2002

Queen Elizabeth The

Queen Mother (und

Witwe von George VI.)

stirbt mit 101 Jahren.

1. JANUAR 2002

Der Euro ersetzt in

zwölf EU-Staaten die

alte Landes währung.

23. OKTOBER 2001

Der iPod von Apple

kommt auf den Markt.

11. SEPTEMBER 2001

Terroranschläge auf

das World Trade

Center und das

Pentagon in den USA.

9. AUGUST 2001

Michael Wesely

drückt auf den

Auslöser.

MICHAEL WESELY, THE MUSEUM OF MODERN ART, NEW YORK (8.9.2001-5.2.2003) © BILDRECHT, WIEN 2014


THE MUSEUM OF MODERN ART, NEW YORK (9. 8. 2001 – 2. 5. 2003)

Weselys Langzeitbelichtung stellt den Prozess des Fotografierens in den Mittelpunkt.

Die Renovierungsarbeiten am MoMA in New York werden eingefangen, nicht aber das fertige Gebäude.

Wesely will damit neue Denkanstöße zu Erinnerung, Zeit, Bildern und Vorstellungskraft liefern.


BULLEVARD

SPEED

KARRIERESTRESS

FÜHLST DU

DICH ALT?

An diesen Menschen

solltest du dich nur

messen, wenn du

ein Riesen-Ego hast.

Oder genauso schnell

erfolgreich sein

willst wie sie.

18

2 Grammys

LORDE

Die Jüngste auf der

Liste ist auch schon

längst ein alter Hase:

Den ersten Plattenvertrag

bei Universal

bekam sie

mit zwölf.

ALLES

WIEDER GUT

Die Zeit heilt alle

Wunden, heißt es.

Manche brauchen

etwas länger.

27

75 Tore

LIONEL MESSI

erzielte mit neunzehn einen

Hattrick gegen Real Madrid.

Er war Weltfußballer der

Jahre 2009 bis 2012 und

hält den Torrekord in der

UEFA Champions League.

24

1,5 Mrd. US-$

EVAN SPIEGEL

Der Snapchat-Erfinder

mag Milliardär sein, zog

aber erst letztes Jahr

von zu Hause aus. Dafür

kostete das neue Heim

drei Millionen Dollar.

TATTOO

Nach zehn Laserbehandlungen

ist das

Tribal weg. Wegen

der nötigen Pausen

dauert das Ganze

aber 14 Monate.

KNOCHENBRUCH

Acht Wochen nach

dem idiotischen

Snowboard-Crash ist

dein Unterschenkel

wieder heil.

22

2 Mrd. US-$

PALMER LUCKEY

Hat die Virtual-Reality-

Brille Oculus Rift erfunden.

Warum will

jemand, der im echten

Leben so erfolgreich

ist, in eine andere

Welt abtauchen?

Kainraths 1×1

Geschwindigkeit ist (richtiger) Weg durch Zeit.

ALKOHOLEINFLUSS

Wirkt länger, als man

denkt: Der in 0,5 Liter

Bier enthaltene

Alkohol wird in drei

Stunden abgebaut.

SUPER-GAU

Das Umland von

Tschernobyl wird in

25.000 Jahren wieder

von Menschen

bewohnbar sein. Yay!

GETTY IMAGES, JAMES KLOWE, AP PHOTO, PICTUREDESK.COM DIETMAR KAINRATH


BULLEVARD

SPEED

KNOBLAUCH SCHÄLEN

Ganze Knoblauchzehen in einen

festen Behälter geben und kräftig

schütteln. Die Schale löst sich

von allein. Wir haben’s probiert!

BIER KÜHLEN

Bier in eine Schüssel mit

kaltem Wasser, Eiswürfeln und

Salz geben. Zwei Minuten später

ist es perfekt kühl.

LIFE HACKS

DAS GEHT SCHNELLER!

Im Laufe unseres Lebens verbringen wir über 100 Tage

allein mit Zähneputzen. – Ein paar Tricks, damit

mehr Zeit für wirklich wichtige Dinge bleibt.

T-SHIRT FALTEN

Leg das T-Shirt auf einen flachen Untergrund und ziehe

in Gedanken zwei Linien (siehe unten, Bild 1).

Fasse das T-Shirt oben mit

rechts, in der Mitte mit links.

Falte von oben nach unten.

Die linke Hand bleibt fix.

CASH AB!

Während du diese acht

Seiten gelesen hast,

haben andere Menschen

so viel Geld verdient:

148.356 €

BILL GATES

Warum arbeitet der

Mann überhaupt

noch?

256 €

CRISTIANO

RONALDO

Gegen Floyd Mayweather

Jr. beinahe

ein armer Schlucker.

15€

ANGELA MERKEL

Wir haben es gewusst:

Mit Politik

wirst du nicht reich.

EIN EI KOCHEN

Ein Ei in eine Tasse geben,

eine mikrowellenbeständige Folie

darüber und für 40 Sekunden

ab in die Mikrowelle.

Ziehe nun das T-Shirt mit

der linken Hand hervor

Noch einmal beim Ärmel

umfalten. Fertig!

2€

DIE AUTOREN

DIESER SEITEN

Hat irgendwer Bill

Gates’ Nummer?

Hört doch endlich auf! Hallo? Ihr da! Hey!

DIALOG DER DOSEN

Es gibt sehr nette Dinge, die, wenn sie andauern, ihren Reiz verlieren.

Im Extremfall verwandeln sie sich in das: Weltrekorde, die keiner braucht.

Ja, gut, die Antwort ist falsch, aber

ich wusste sie als ERSTER nicht!

REUTERS DIETMAR KAINRATH

LÄNGSTER KUSS

58:35:58 Stunden

Ekkachai und Laksana

Tiranarat aus Thailand

pressten 2013 länger

als zwei Tage ihre

Lippe n aufeinander.

Unser Rat: Lasst euch

doch scheiden, wenn

ihr einander nichts

mehr zu sagen habt!

LÄNGSTES

TENNISMATCH

11:05 Stunden

John Isner und Nicolas

Mahut mussten 2010

ihr Match in Wimbledon

zweimal wegen der einsetzenden

Dämmerung

unterbrechen. Isner gewann.

Und schied in der

nächsten Runde aus.

LÄNGSTER

KARAOKE-MARATHON

101:59:15 Stunden

Der Italiener Leonardo

Polverelli trällerte 2011

insgesamt 1295 Lieder

in die Karaoke-Anlage –

vier Tage und vier Nächte

lang! Das Publikum

musste gnädigerweise

nicht so lange bleiben.

LÄNGSTE

TÄTOWIER-SESSION

50:10 Stunden

2011 tätowierte Dave

Fleet einem Kunden

Szenen aus dem Leben

Jesu Christi auf den

Leib. Zwei Tage lang.

So lebensnah wurde

die Kreuzigung noch

nie wiedergegeben.

THE RED BULLETIN 27


Sportwagen, wie sie

auch bei der Targa

Florio an den Start

gingen, waren reglementbedingt

als Zweisitzer

ausgelegt – zumindest

am Papier –,

um sich von den Monopostos

der Formel 1

zu unterscheiden.

Mitgefahren ist allerdings

nie wer.

IM NAMEN

DER TARGA

Eine Reise in die Vergangenheit:

mit F1-Star DANIEL RICCIARDO

im 1972er-Alfa-Romeo T33 der

Motorsport-Legende HELMUT

MARKO auf den Spuren

der Targa Florio.

Text: Werner Jessner

Bilder: Jim Krantz

28


Der Flieger senkt sich auf Palermo. Was

erwartest du vom morgigen Tag, Daniel

Ricciardo? Pause. „Dass ich lerne, einen

300 km/h schnellen Rennwagen auf öffentlichen

Straßen zwischen Eseln zu bewegen.“

Es gibt ja eine schöne Geschichte über das

älteste Straßenrennen der Welt, gegründet

1906 vom Industriellensohn Vincenzo Florio,

in der genau so ein Tier anekdotisch vorkommt,

nachzusehen in der famosen Dokumentation

The Speed Merchants“ über das

Rennfahrerleben Anfang der 1970er Jahre.

Trotz Stationen in Le Mans, Sebring und am

Nürburgring schlägt das Herz des Streifens in Sizilien; Filmtipp!

Daniel Ricciardos Familienwurzeln liegen in Ficarra, einem

kleinen Dorf im Nordosten der Insel. Als sein Vater sechs Jahre

alt war, wanderte die Familie nach Australien aus. Warum Perth

und nicht New York, Kanada oder Wolfsburg? „Ehrlich gesagt

habe ich nie danach gefragt.“

Daniel verbindet wenig mit Sizilien, bloß einmal sei er hier

gewesen, fällt ihm ein, in der Kindheit, auf Familienbesuch oder

so. Sein Leben war australisch, da haben andere Dinge eine Rolle

gespielt, zum Beispiel der Wunsch, Rennfahrer zu werden. Dank

seiner zwei Jahre bei Toro Rosso hat er immerhin ein wenig Italienisch

gelernt („An manchen Tagen habe ich den Mechanikern

italienisch geantwortet, wenn sie mich englisch angeredet haben“),

aber grundsätzlich sei das Italienischste an ihm seine Liebe zu

gutem Essen: „Hohe Qualität, liebevolle Zubereitung. Mit einer

guten Pasta kann man mich jederzeit ködern.“

Waren die Helden der Targa daheim ein Thema? „Nein, Papa

hat eher von der Formel 1 und Mario Andretti geschwärmt.“

Da waren die großen Jahre der Targa – italienisch für „Schild“

– längst vorbei. Was einst völlig harmlos, nämlich mit einem

Dreikampf zwischen einem Reiter, einem Radfahrer und dem

ersten Auto, das es auf Sizilien gab, begonnen hatte (es gehörte

selbstverständlich Signor Florio), war Anfang der 1970er Jahre

zu einem nicht mehr beherrschbaren Monstrum geworden. Auch

wenn im Lauf der Jahre die Strecke mehrfach wechselte, galt es

doch im Wesentlichen einen Rundkurs von etwa 72 Kilometern

elfmal zu bewältigen. Man fuhr auf ganz normalen Straßen mit

ihren Mauern, Abgründen und Löchern, durch Dörfer und Städte.

In den Tagen vor dem Rennen schickte die Verwaltung Boten los,

30 THE RED BULLETIN


„WAS ICH MIR VOM MORGIGEN TAG

ERWARTE? DASS ICH LERNE, EINEN 300 KM/H

SCHNELLEN RENNWAGEN ZWISCHEN ESELN

ZU BEWEGEN.“ Daniel Ricciardo

„Ist mein Kopf damals

eigentlich auch so

weit aus dem Cockpit

geragt?“, fragte

Helmut Marko, als er

Daniel im Alfa sah.

Die Antwort: schon

auch, aber vielleicht

nicht ganz so arg.

Der Sitz ist nämlich

nicht mehr original –

im Unterschied zum

restlichen Auto.


Die Strecke führte einst

durch Dörfer und Städtchen.

Selbst wer es nicht

live erlebt hat, vermeint das

Lied des V8 zu hören, wie

er durch die Gassen hetzt.

welche die Anrainer dazu aufforderten, „Kinder und Tiere einzusperren“.

Nicht alle hielten sich daran, im Gegenteil: Hunderttausende

säumten die Straßen, das Menschenmeer öffnete sich

vor den Rennautos und schloss sich hinter ihnen wieder. Die

Sizilianer wollten die Autos nicht nur sehen, sondern berühren,

am liebsten in voller Fahrt. (Was die Tiere geritten haben mag,

weiß man nicht.)

Da das Rennen zur Sportwagen-WM zählte, eskalierte zwangsläufig

die Performance der Autos. Die großen Hersteller jener

Tage stellten Werksteams, allen voran natürlich Porsche, Ferrari

und der damalige Staatskonzern Alfa, der die Renn-Aktivitäten

dem legendären Carlo Chiti und dessen Firma Autodelta übertragen

hatte. Im Jahr 1972, aus dem der Typ T33 stammt, in dem

sich Daniel gerade festschnallt, lautete das Match um den Sieg

Ferrari (ein Auto mit den Fahrern Arturo Merzario und Sandro

Munari) gegen nicht weniger als vier Alfa. In den frühen 1970er

Jahren begann sich die Bedeutung von Sportwagenrennen und

Formel 1 erst langsam in Richtung Monopostos zu verschieben.

Alle guten Rennfahrer (mit der bemerkenswerten Ausnahme von

Jackie Stewart) fuhren in beiden Kategorien. Bei der 72er-Targa

waren etwa Nino Vaccarella, Rolf Stommelen, Vic Elford und

natürlich Helmut Marko am Start. Die Fahrer waren speed

merchants, fahrende Händler, die ihren lauten Gasfuß verkauften,

daher auch besagter Filmtitel.

Marko deutete während der Trainingsfahrten 1972 an, nicht

gerade der größte Fan des Rennens zu sein: „Die ersten Runden

waren ein Schock. Toine Hezemans hatte im Training einen Auffahrunfall

mit einem Esel, Reiter inklusive. Er wurde über den

Heckspoiler katapultiert. Nino Vaccarella ist mit seinem Auto

unter einem LKW verschwunden. Die Einheimischen haben als

Sicherheitsmaßnahme Türen und Fenster vernagelt. Oben in den

Bergen ist einst ein Auto verlorengegangen. Es hat einen halben

Tag gedauert, um es überhaupt zu finden. Leitschienen gab es

nicht, bloß hie und da überdimensionierte Heuballen.“

Wie überwindet man sich als vernunftbegabter Mensch, unter

diesen Bedingungen Vollgas zu geben? „Als Rennfahrer vergisst

32 THE RED BULLETIN


du alles, wenn du die Chance auf den Sieg hast. Das hat sich bis

heute nicht geändert. Unsere Formel-1-Fahrer sind in Briefings

die vernünftigsten Wesen der Welt, aber wehe, sie klappen das

Visier runter.“

Damals mieteten sich die Teams in den Dörfern entlang der

Strecke in Werkstätten ein, idealerweise mit einem Wirtshaus

in der Nähe. Wurde eine schnelle Zeit eines Gegners gestoppt,

setzten sich die Fahrer wieder in die Autos. Gute Rundenzeiten

resultierten auch aus Streckenkenntnis: „Wir mussten nicht nur

die Kurven auf den 72 Kilometern auswendig lernen, auch die

wechselnden Straßenbeläge und Kuppen, auf denen du Bodenhaftung

verloren hast.“ Trainiert wurde im öffentlichen Verkehr:

anfangs mit schnellen Straßen-PKW, dann mit dem Rennauto.

„Manchmal haben dich Carabinieri gestoppt und dir einen fertig

ausgefüllten Strafzettel ins Cockpit gereicht. Die haben wir in

der Box abgegeben. Es müssen hunderte gewesen sein.“ Was ist

mit ihnen geschehen? „Weggeworfen, schätze ich.“

Im Rennen selbst teilte sich Marko das Auto mit dem Italiener

„OBEN IN DEN BERGEN

IST EINST EIN AUTO

VERLORENGEGANGEN.

ES HAT EINEN HALBEN

TAG GEDAUERT,

UM ES ÜBERHAUPT

Z U F I N D E N .“ Helmut Marko

THE RED BULLETIN 33


„UNSERE FORMEL-1-FAHRER SIND

IN BRIEFINGS DIE VERNÜNFTIGSTEN WESEN

DER WELT, ABER WEHE, SIE KLAPPEN

DAS VISIER RUNTER.“ Helmut Marko

34


Aerodynamik, Sitzposition,

Ergonomie? Nicht jammern,

fahren. Es waren die

Helden unter den Helden,

die Autos wie dieses am

Limit bewegen konnten.


Schuss: Straßenszene

aus Cerda

– fast wie damals,

wenn man die in

der Nebenstraße

geparkten Fiat

Punto und den

Panda durch

zeitgenössische

500er oder 124er

ersetzt.

„MANCHMAL HABEN DIR DIE CARABINIERI

EINEN STRAFZETTEL INS COCKPIT GEREICHT.

DIE HABEN WIR IN DER BOX ABGEGEBEN.“ Helmut Marko


Nanni Galli, der, so hörte man später, wegen eines Todesfalls in

der Familie ein wenig unkonzentriert gewesen sein soll. Beim

letzten Fahrerwechsel verpasste er den Bremspunkt, rodelte

geradeaus in die Mauer und musste auf Wagenhebern wieder

zurückgezogen werden. Nun lag es an Marko, die Kastanien aus

dem Feuer zu holen: Marko auf Alfa oder Merzario auf Ferrari,

kein anderer kam noch für den Sieg in Frage, und Marko hatte

über zwei Minuten Rückstand. Was folgte, war das Rennen seines

Lebens, ein Rausch, in dem er sich mit dem unterlegenen Alfa

buchstäblich bis ans Getriebe des Ferrari heranarbeitete. Doch

auf der langen Gerade im letzten Streckenabschnitt spielte

Merzario den Leistungsüberschuss seines Zwölfzylinder-Ferrari

im Vergleich zum Achtzylinder-Alfa aus und rettete 16 Sekunden

Vorsprung ins Ziel.

Für Helmut Marko steht seither die schnellste jemals bei der

Targa Florio gefahrene Rennrunde zu Buche: 33 Minuten und

41 Sekunden, was einen Schnitt von 128,253 km/h ergibt.

Selbst ein Profi wie Daniel Ricciardo staunt über die rustikale

Konstruktion des T33, der die Chassisnummer 11572-002 trägt

und dessen korrekte Bezeichnung wegen diverser Evolutions-

Gegenschuss, Cerda heute:

Wo die Tifosi einst Fäuste

gereckt und Fahnen geschwenkt

haben, knipsen

sie heute kollektiv mit

ihren Smartphones.

37


stufen eigentlich T33/TT/3 lautet. Das Auto fuhr noch bis 1975

die großen Rennen seiner Tage und wurde im Anschluss nach

Griechenland verkauft, um letztlich über den Umweg Schottland

im Jahr 2012 an die heutigen Besitzer zu gelangen. Fest steht:

Der Preis des Geräts ist mit jedem Inhaberwechsel gestiegen.

Die Sicherheit des Fahrers hingegen wird unverändert geringgeschätzt,

ist er doch links und rechts von zwei 60-Liter-Benzintanks

umgeben, während die vordere Crash-Struktur im Wesentlichen

aus einem grob aus Alu geschnittenen Alfa-Romeo-Logo

und den Fahrerschienbeinen besteht. Auch die Sitzposition spottet

jeder Beschreibung: Der Gasfuß wird von einem Teil des Rahmens

in seiner Arbeit behindert, während großgewachsene Fahrer darauf

achten müssen, mit dem linken Knie nicht irrtümlich den

Schalter für eine der Benzinpumpen zu betätigen. Die Kupplung

ist eine streng eingestellte Beinpresse, das Lenkrad winzig klein

und steht so flach wie bei einem Autoscooter. Geschaltet wird

ganz normal mit Kupplung und einer H-Kulisse. „Nur in der

Formel Ford bin ich einst so ein Schaltschema gefahren“, erzählt

Ricciardo, „und ich war damit nicht besonders gut.“

Das stimmt womöglich auch hier, doch weil es nicht um

Zehntel- und Hundertstelsekunden geht, kann er das genießen:

„Reine Handarbeit. Anstrengend, aber lustig.“ Hehrste Aufgabe

der Fahrerfrauen der Generation Marko war es, ihren Helden

die Hände mit Mullbinden zu verarzten, so schlimm waren

die Vibra tionen der bis zu 300 km/h schnellen Autos auf den

schlechten Straßen. Marko: „Nach einem Sportwagenrennen

warst du am ganzen Körper zerschunden. Diese Autos zu fahren

bedeutete höchste körperliche Anstrengung.“

Dass der Alfa T33 richtig abgehen würde, hatte Daniel geahnt:

Weniger als 700 Kilo treffen auf – je nach Drehzahllimit – über

400 PS, dazu ein Fahrwerk auf der Höhe der damaligen Kunst:

„Er macht, was man von ihm erwartet. Ein richtiges Rennauto!“

Bei jedem Stopp, in jedem Dorf wird Ricciardo erkannt und

steht innert Minuten inmitten von Tifosi. „Du bist einer von uns“,

bedeuten sie ihm, „magst du etwas essen, und wann fährst du für

Ferrari?“ Daniel sagt dann immer „Jaja“ und „Gut“ und „Schauen

wir mal“. Die Liebe der Italiener zum Motorsport ist riesig und

kann manchmal richtiggehend erdrückend sein. Aber zum Glück

gibt es ja den Rennwagen als Rückzugsgebiet und weitere Meter

geschichtsträchtiger Strecke.

Eine komplette Targa-Florio-Runde im historischen Gefährt

ist heute unmöglich. Die Straßen sind in einem fürchterlichen

Während des Rennens säumten damals hunderttausende

Zuschauer die sonst verschlafenen Hügel, Täler und Haine Siziliens.

38 THE RED BULLETIN


Such den Grip:

Wüstenstaub aus

der Sahara trifft

auf wechselnden

Straßenbelag.

KAUM 700 KILO TREFFEN AUF ÜBER 400 PS, DAZU EIN

FAHRWERK AUF DER HÖHE DER DAMALIGEN KUNST.

THE RED BULLETIN 39


Zustand, sogar für Leihwagen bedrohlich, ganz zu schweigen

von einem mehr als vierzig Jahre alten Sportgerät, das mit seinen

winzigen 13-Zoll-Vorderrädern dazu konstruiert wurde, maximal

tief am Boden zu kauern. Theoretisch könnte man die Straßen

natürlich sanieren, aber in der Praxis scheitert das bekanntlich

an sizilianischer Politik und unklaren Zuständigkeiten. Höchstens

wenn eine Fahrbahnseite um ein paar Meter abgesackt ist,

erbarmt sich jemand und markiert die Stelle mit Pylonen.

Das alles hat freilich auch etwas Gutes: Daniel kriegt die Filetstücke

der Runde serviert, mit gutem Asphalt und schönen Kurven.

Er lässt den Alfa durchaus fliegen, wenngleich mit Respekt vor

dem rutschigen Straßenbelag, auf dem ständig ein Hauch Sahara-

Sand liegt. Es brüllt der Achtzylindermotor, es schwänzelt das

Heck, es grinst Daniel unter dem offenen Helm, dass man es fast

bis nach Neapel rüber sehen kann.

Abends im Flugzeug nach Hause wirkt er nachdenklich. Was

hat dieser Tag mit dir gemacht? „Ich muss Vater endlich fragen,

warum die Großeltern damals nach Australien gegangen sind.“

Pause.

„Vielleicht verstehe ich jetzt besser, was Helmut meint, wenn

er von früher erzählt, auch wenn ich es nie ganz verstehen werde.

Dabei war noch nicht einmal ein Esel auf der Strecke.“

Pause.

„Aber eins weiß ich: Ich will jetzt auch ein historisches

Rennauto.“

www.redbullracing.com

ES BRÜLLT DER

ACHTZYLINDERMOTOR,

ES SCHWÄNZELT DAS

HECK, ES GRINST DANIEL.


Keine Statisten:

Aus allen Häusern

strömten Zuseher,

um zu staunen.

TARGA FLORIO

Eines der großen Langstreckenrennen,

vielleicht das ärgste. Seine Geschichte.

GETTY IMAGES(3)

Anno 1900 ließ sich der Unternehmersohn

Vincenzo Florio,

der auf Reisen durch Europa

das Automobil entdeckt hatte,

aus Paris ein De-Dion-Bouton-

Motordreirad kommen. Da allein

fahren wenig Spaß macht,

organisierte er eine Wettfahrt

zwischen Dreirad, Pferd und

Radfahrer. Der Velozipedist

kollabierte in den Bergen,

beim Gefährt überhitzte der

Kühler. Dennoch gilt das Ross

nicht als erster Targa-Sieger.

Die o∞zielle Geschichtsschreibung

des Rennens beginnt

1906. Florio hatte dem

Drängen von Henri Desgrange

nachgegeben, der sich ein

Autorennen auf Sizilien

wünschte. Desgrange, Herausgeber

von „l’Auto“ in Frankreich,

hatte soeben die Tour

de France erfunden, um das

Sommerloch seiner Zeitung

zu stopfen. Ein Autorennen

auf Sizilien war die perfekte

Portfolio-Erweiterung.

Zehn Autos gingen bei der

Premiere an den Start, der

Sieger, Alessandro Cagno,

brauchte für die 148 Kilometer

neuneinhalb Stunden.

Über die Jahre verkürzte

man die Runde bis auf 72 Kilometer

und erhöhte die Rundenanzahl

auf maximal elf.

Mit elf Siegen erfolgreichste

Marke auf der Targa

Florio ist Porsche.

Die Typbezeichnung

„targa“ für Modelle

mit herausnehmbarem

Dach geht auf

dieses Rennen zurück.

Alfa kommt auf zehn Siege,

hält allerdings die Bestmarke

schnellster Runden (10).

1973 zählte die Targa letztmals

zur Sportwagen-WM.

Eine Vielzahl von Unfällen,

darunter zwei tödliche, ließen

die Behörden handeln, doch

die Italiener machten auf

eigene Faust bis 1977 weiter.

Heute werden unter dem alten

Namen ein Oldtimer-Bewerb

und eine Rallye ausgetragen.

Palermo

SICILIA

Siracusa

Messina

Esel, Strohballen,

Haus mauern, freilaufende

Zuschauer: Ende der

1970er Jahre war die

Targa endgültig zu

gefährlich geworden.

THE RED BULLETIN 41


„Was ist da mit

Ihren Nippeln,

Frau Knightley?“

Keira Knightley ist eine wunderschöne Frau, sehr reich und betörend intelligent.

Leider sehnt sie sich nach blauen Tätowierungen.

Text: Rüdiger Sturm

Sie war achtzehn, als sie Johnny Depp erstmals

in den Hintern trat. Es folgten: SM-

Szenen mit Michael Fassbender. Kämpfe

an der Seite von Mickey Rourke und Clive

Owen. Jude Law die Hörner aufsetzen.

Ziemlich viel Action also. Und ziemlich

viel Sex. Doch Keira Knightley ist mehr als

eine der schönsten Actionheldinnen der

Filmgeschichte. Die bald Dreißigjährige

ist eine großartige Schauspielerin, die in

komplexen Charakterrollen aufblüht, wie

zuletzt in „Imitation Game“ als Vertraute

des gequälten Kryptographie-Genies

Benedict Cumberbatch oder aktuell im

Überlebensdrama „Everest“.

the red bulletin: Vergangenes Jahr

zogen Sie sich für das US-Magazin

„Interview“ aus. Als Statement gegen

den Photoshop-Wahn der Branche, wie

Sie sagten, denn Sie verboten jegliche

Bearbeitung der Bilder. Sie haben eine

reizende Art, Anliegen auszudrücken.

keira knightley: Oh, danke. Diese

Fotos sind für mich das, was meine Mutter

ihre „blau tätowierten Nippel“ nannte.

Ihre Mutter hat sich ihre Nippel …?

Nein, sie meinte das im übertragenen

Sinn, zum Glück. Sie sagte einmal: „Wenn

ich eine Oma bin, will ich blau tätowierte

Nippel haben. Dann wissen alle, dass ich

ein richtiges Leben gelebt habe.“ Die

Nacktfotos sind sozusagen meine Nippel.

Das wollte ich sagen. Und ich werde sie

eines Tages stolz meinen Enkeln zeigen.

Mit achtzehn hatten Sie in „Fluch der

Karibik“ Ihre erste Blockbusterrolle.

Hat es wehgetan, dass manche meinten,

die Rolle hätten Sie eher Ihrem Aussehen

als Ihrem Talent zu verdanken?

Immerhin sagte niemand, die hässlichste

Frau der Welt habe die Rolle bekommen.

Ist doch auch was. Wissen Sie, ich sehe das

„Wenn ich nur

mein Aussehen zu

verkaufen hätte,

müsste ich mir

große Sorgen

machen.“

entspannt. Unsere Branche arbeitet mit

Bildern. Und ich weiß, dass ich „Fluch der

Karibik“ auch wegen meines Aussehens

bekommen habe. Aber eben auch. Denn

damals waren jede Menge ausgesprochen

hübscher Mädchen in der engeren Wahl.

Es muss also noch etwas anderes gegeben

haben, das für mich sprach.

Sind Sie stolz auf Ihr Aussehen?

Aussehen verblasst. Wenn es das Einzige

wäre, was ich zu verkaufen hätte, müsste

ich mir ganz, ganz große Sorgen machen.

Ich nehme an, es hat auch etliche Nachteile,

wenn man so früh berühmt wird?

Dauernd ist irgendeine Kamera auf dich

gerichtet. Und ich meine: dauernd. Das

Experimentieren fällt also weg. Du kannst

zum Beispiel nicht alle Drogen nehmen,

die du möchtest. Ich hatte nie diese Phase,

in der ich mich besaufen und auf dem

Boden wälzen konnte wie jede stinknormale

Achtzehnjährige.

Wenn’s mit den Drogen und dem

Saufen nicht so geklappt hat, haben

Sie sich stattdessen andere Gepflogenheiten

zugelegt? Zum Beispiel Sport?

Da mache ich verschiedene Phasen durch.

Da gibt es diese sechs Monate, in denen

ich mir einen Personal Trainer besorge und

ins Fitnessstudio gehe. Aber nach einiger

Zeit ist mir das zu langweilig. Keinen

Bock mehr. Dann beginnen sechs Monate,

in denen ich dahinvegetiere. Und dann

beginnt wieder alles von vorne.

Sie halten sich mittlerweile weit mehr

als ein Jahrzehnt ganz oben in der

Branche, sind eine von Hollywoods

bestverdienenden Schauspielerinnen.

Wie haben Sie das geschafft?

Hm … ehrlich gesagt bin ich selbst überrascht.

Und ich glaube, mein Erfolgsgeheimnis

wird Sie ziemlich enttäuschen:

Ich habe unglaublich viel Glück gehabt.

Vom Erfolgsgeheimnis-Standpunkt aus

betrachtet, ist das jetzt wirklich ein

wenig enttäuschend.

Okay, warten Sie … ich finde, ich bin eine

Kämpferin. Ja, das kann ich sagen. Wenn

mich mal was umwirft, stehe ich ziemlich

schnell wieder auf und kämpfe weiter.

Auf der anderen Seite mutiere ich aber

auch schnell zu einer dieser Schauspielerinnen

mit Stirnhirn-Lobotomie …

Mit …?

Stirnhirn-Lobotomie. Nervenbahnen

im Hirn durchtrennt. Völlige Apathie.

Typischer Schauspielerinnen-Zustand.

Doch wenn ich meine Stirnhirn-Lobotomie-

Phase habe, passiert etwas Merkwürdiges:

Ich erschrecke vor meiner eigenen Faulheit.

Und fange an, etwas dagegen zu tun.

Wenn alles schiefgeht, könnten Sie doch

mit Ihrem Gatten (James Righton von

der Londoner Indie-Rock-Band Klaxons;

Anm.) gemeinsam Musik machen.

Ganz schlechte Idee! Ich habe scheiß viel

Angst, vor Publikum zu singen. Ich würde

mich zum Narren machen. Schrecklich!

Ist Ihnen die Meinung anderer so

wichtig?

Klar. Ihnen nicht? Wer sich nicht darum

schert, ist doch ein Psychopath.

AUSTIN HARGRAVE/AUGUST

42 THE RED BULLETIN


Name

Keira Christina Knightley

Geburtsdatum/-ort

26. März 1985,

Teddington, London

Erste Karriereschritte

Hatte mit sechs einen

Agenten, gab mit acht ihr

Filmdebüt.

Auszeichnungen

1 Oscar-, 3 Golden-Globeund

2 BAFTA-Nominierungen

Wichtigste Filme

„Fluch der Karibik“ 1–3

(2003–2007)

„Stolz und Vorurteil“ (2005)

„Abbitte“ (2007)

„Eine dunkle Begierde“ (2011)

The Imitation Game“ (2014)


SIZARR

„Rilke? Echt krass!“

Drei junge Musiker aus der deutschen Provinz machen Indie-Pop von Weltformat.

Aber was ist ihr Geheimnis? Sänger Fabian Altstötter, 23, über Laptops, moderne

Lyrik und einen Scooter-Unfall im Wald.

Interview: Andreas Rottenschlager

the red bulletin: Herr Altstötter,

beginnen wir das Interview mit einem

Gedankenexperiment.

Fabian Altstötter: Okay.

Sie gehen abends aus und lernen eine

attraktive Frau kennen, sagen wir in

einer Bar. Sie erzählen dieser Frau, dass

Sie Sänger sind. Und die Frau fragt:

„Interessant, wie klingt denn deine

Band?“ – Was antworten Sie?

Oooah … da tue ich mir schwer.

Deshalb fragen wir Sie ja.

Wir beschreiben unseren Sound eigentlich

nie. Weil Musik immer noch Musik

ist. Am besten ist, man hört sie sich an.

Herr Altstötter! Eine schöne Frau steht

vor Ihnen! Sie müssen etwas sagen!

Ich würde sagen: „Keine Ahnung, wie wir

klingen. Aber hier hast du meine CD.“ Ich

hab nämlich immer eine dabei (lacht).

Auf Ihrer CD würde die Frau dann

bemerkenswerte Popsongs finden: tiefgründig,

dunkel. Lieder, die von Elektro-

Beats und Ihrer rauen Stimme getragen

werden. Der „Spiegel“ verglich Ihre

erste Platte („Psycho Boy Happy“, 2012;

Anm.) sogar mit Radiohead und sprach

von „melancholischer Energie“ und

„melancholischen Hipstern“. Woher

kam denn das mit der Melancholie?

Aus Orientierungslosigkeit. Wir waren

neunzehn und zwanzig, als wir unsere

erste Platte aufgenommen haben. Wir

wollten uns auf kein Genre festlegen, also

experimentierten wir am Laptop rum. Da

hast du unzählige Möglichkeiten, deinen

Sound zu verändern. Unsere Musik klang

entsprechend vielschichtig. Und, ja, ein

wenig melancholisch. Das gefiel uns.

Die Songs auf Ihrem neuen Album klingen

nach wie vor melancholisch, aber

reduzierter – „Scooter Accident“ zum

Beispiel, die erste Single-Auskopplung.

Das Video dazu zeigt Sie nachts auf

einem Rummelplatz …

… ist Ihnen aufgefallen, es ist in einer

einzigen Aufnahme gedreht, man sieht

keinen einzigen Zwischenschnitt!

Ah, das heißt bei dem Scooter-Unfall

am Ende im Wald, das sind Sie?

Da mussten wir dann doch ein wenig

schummeln (lacht). Das war ein

Stuntman.

Sie bleiben mit „Scooter Accident“

„Die meisten Leute

verdrängen ihre

Trauer. Aber mich

als Künstler

inspiriert sie.“

Ihrer Linie treu. Vom französischen

Schrift steller Victor Hugo stammt ja

der Sinnspruch: „Melancholie ist das

Vergnügen, traurig zu sein.“ Hat er

damit recht?

Das kann man schon so sagen. Trauer ist

ein wichtiges Gefühl, das die meisten Leute

verdrängen. Die Menschen wünschen sich

alles Unangenehme weg. Aber das hat in

meinen Augen keinen Sinn. Man braucht

Trauer als natürlichen Ausgleich zur

Fröhlichkeit. Mich inspiriert Trauer.

Sie erreichen mit Ihren Songs ein breites

Publikum. 2013 spielten Sie als

Newcomer-Band am SXSW, dem South

by Southwest, in Austin, Texas – dem

größten Pop-Festival der Welt. Unter

Ihren YouTube-Videos finden sich sogar

Kommentare aus den USA und China.

Einmal musste ich sogar einer Radiostation

aus Kolumbien ein Interview

geben. Schlechte Telefonverbindung,

holpriges Englisch. Aber die wollten alles

über unsere Band wissen. Das war irre:

Wir kommen aus Landau in der Pfalz,

und in Kolumbien sitzen Menschen, die

unsere Songs gut finden.

Wie schreibt man Texte, die in Landau

und Kolumbien gleichermaßen

funktionieren?

Das ist schwierig zu erklären. Ich kann

mich noch immer nicht so ausdrücken,

wie ich will. Ich denke, daran werde ich

wohl mein ganzes Leben arbeiten. Momentan

lese ich viel Philosophie: „Ecce

homo“ von Nietzsche. Oder Gedichte,

hauptsächlich von Rilke.

Rilke? Im Ernst?

Ja, aktuell die „Duineser Elegien“ (eine

Sammlung von zehn Klagegedichten,

erschienen 1923; Anm.). Ziemlich krass.

Was ist denn krass an Rilke?

Seine Gedichte sind wie ein schwieriger

Song. Den man dreimal hören muss, um

ihn zu verstehen. Rilkes Gedichte muss

man auch mehrmals lesen. Dafür faszinieren

sie dann umso länger.

Wo sollte man sich Ihr neues Album

anhören, um es zu verstehen? Auf einer

langen Autofahrt? Allein im Zimmer?

Ein Waldspaziergang wäre ideal.

Nachts, wie in Ihrem Video?

Zur blauen Stunde, wenn die Dämmerung

hereinbricht. Da ist auch das Licht am

schönsten.

Das neue Sizarr-Album „Nurture“ erscheint am

27. 2. (Four Music). Tourdaten: www.sizarr.com

KLEIN & WEST

44 THE RED BULLETIN


Pop-Poeten Sizarr:

Gitarrist Philipp Hülsenbeck

(li.), Drummer Marc

Übel (re.) und Sänger

Fabian Altstötter

Name

Sizarr

Gegründet

2009 in Landau in der Pfalz

Besetzung

Fabian Altstötter (Gesang),

Marc Übel (Schlagzeug),

Philipp Hülsenbeck (Gitarre,

Synthesizer, Gesang)

Anspiel-Song

am neuen Album

Fabian Altstötter empfiehlt

„Timesick“, „das klingt am

ehesten nach Pop“.


KAYANE

Virtual Born Killer

Das Mädchen ist 23, hübsch und freundlich. Solange es keinen Joystick

zwischen die Finger bekommt: Bei Videogames kennt Kayane keine Gnade.

Text: Alex Nassar, Bilder: Olivier Metzger

Zuallererst bist du erstaunt, wie Kayane

aussieht, dieser weltweit bewunderte

wie gefürchtete berüchtigte, gnadenlose

Killer, dem – in virtuellen Welten – bisher

Tausende zum Opfer gefallen sind. Denn

Kayane ist hübsch, mit einem zur Rundlichkeit

neigenden Gesicht, liebenswürdigem

Lächeln und freundlicher Stimme.

Kayane ist, genau genommen, auch

gar nicht Kayane. Sondern Marie-Laure

Norindr, ein 23 Jahre altes Mädchen aus

Argenteuil, einem nordwestlichen Vorort

von Paris.

Und so richtig fühlt sich Marie-Laure

auch nicht als Kayane, als der Gaming-

Star, den man weltweit kennt. „Ehrlich

gestanden: Es kommt mir noch immer

eigenartig vor, wenn ich zum Beispiel nach

Las Vegas komme, um an einem Turnier

teilzunehmen, und dann um Autogramme

gebeten werde“, sagt sie.

Marie-Laure war gerade acht Jahre alt,

als sie begann, sich für Spiele wie „Street

Fighter“, „Soulcalibur“ und „Dead or Alive“

zu interessieren. Ihre beiden älteren

Brüder – damals fünfzehn und neunzehn

– erkannten schnell ihre herausragende

Begabung im Umgang mit dem Joystick

und wurden ihre ersten Trainer.

Marie-Laure war neun, als aus ihr

Kayane wurde. Da meldeten ihre beiden

Brüder sie für ein Turnier an. „Die Organisatoren

wollten zuerst nicht, dass ich

teilnehme“, erinnert sich Kayane. „Als

ich dann doch für den ersten Kampf aufgerufen

wurde, verstummte alles im

Raum. Man konnte spüren, was die Leute

dachten: Für wen hält sich die Kleine, dass

sie sich traut, gegen uns anzutreten?“

Kayanes erster Gegner war dreimal so

alt wie sie. „Er ist in höhnisches Lachen

ausgebrochen, als er mich sah … Ich habe

ihn dann ausgeknockt, ohne eine einzige

Runde zu verlieren.“ Kayane kämpfte sich

bis ins Finale vor – und war damit Frankreichs

Nr. 2 in „Dead or Alive 2“.

Seit damals ist einiges geschehen

in Kayanes virtuellem und auch realem

Leben. Sie wurde ein globaler Gaming-

Star, der es sogar ins „Guinness-Buch der

Rekorde“ geschafft hat: In der Ausgabe

von 2012 wird sie als die Frau mit den

meisten Top-3-Turnierplatzierungen

geführt, insgesamt 42.

„Die Welt der

Videospiele ist

ein ausgeprägtes

Macho-Terrain, doch

inzwischen fürchten

mich die Männer.“

„Wenn ich spiele, überkommt mich ein

gewaltiger Hass aufs Verlieren – das hilft

mir, meine Gegner zu bezwingen“, sagt

sie. „Die Technik ist natürlich wichtig,

aber entscheidend ist die mentale Seite.

Ich weiß das. Vielleicht nennen sie mich

deswegen ‚Pitbull‘.“

Sie ist jedoch ein Pitbull, der ständig

daran arbeitet, sich weiterzuentwickeln.

„Ich habe kürzlich einen Monat in Japan

verbracht. Von dort kommen die besten

Spieler der Welt, und die japanische Mentalität

inspiriert mich sehr. Die Japaner

haben diese Fähigkeit, ihre Grenzen un-

ablässig weiter auszureizen. Es ist Teil

ihrer Kultur … und es ist der Hauptgrund

dafür, dass sie so gut sind.“

Das Erfolgsrezept im Gaming, sagt

Kayane, sei dasselbe wie in allen anderen

Sportarten: Talent sei Voraussetzung,

nicht mehr. Siege seien die Folge harter

Arbeit. „Ich übe mindestens ein bis zwei

Stunden täglich. Und vor einem Turnier

studiere ich die Kampftechniken meiner

Gegner. Ich versuche mich in ihre Köpfe zu

versetzen. Ich muss vorausahnen können,

was sie tun. Es ist ein bisschen wie beim

Pokern. Bei Videospiel-Turnieren wird

viel geblufft.“

Vor ein paar Jahren begann Kayane

immer mehr Interessen zu entwickeln,

durchaus auch in der realen Welt: Sie boxt,

spielt Klavier, moderiert eine wöchentliche

TV-Sendung des französischen Senders

Game One. Ihr Ehrgeiz treibt sie aber

noch weiter: „Ein großer Traum ist mein

eigenes Fight-Game. Ich habe Unmengen

von Ideen.“

Den meisten Spaß hat sie aber immer

noch dabei, ein paar allzu selbstbewusste

Konkurrenten zum Schweigen zu bringen.

„Die Welt der Videospiele ist ein ausgeprägtes

Macho-Terrain, aber mittlerweile

fürchten und respektieren mich die

meisten Männer“, sagt Kayane. „In den

dreizehn Jahren meiner Karriere habe

ich zumindest das erreicht. Und das will

schon etwas heißen.“

Was wurde eigentlich aus dem Spieler,

den Kayane 2001 in ihrem ersten Turnier

zermalmt hat? „Ich glaube, er hat seinen

Namen geändert und das Land verlassen“,

sagt sie und muss lachen. „Die beste Entscheidung,

die er treffen konnte.“

Mehr unter: www.kayane.fr

46 THE RED BULLETIN


Name

Marie-Laure „Kayane“

Norindr

Geboren

in Paris am 17. Juni 1991

Weltmeisterin

2010 holte sie den Titel in

„Super Street Fighter IV“.

Präsentatorin

Sie moderiert die Sendung

„Game One e-Sport“ im

französischen Fernsehen.

Rekordhalterin

Das „Guinness-Buch der

Rekorde“ führt Kayane in

seiner 2012er-Ausgabe als

die Frau mit den weltweit

meisten Top-3-Platzierungen

bei Kampfspiel-Turnieren.

… und ihre Leidenschaft?

Klavierspielen


DIE

EINZEL-

KÄMPFER

SCHLAMM, SCHNEE, EISREGEN:

AUCH EINE ART, WIE SPASS

AUSSEHEN KANN. QUERFELDEIN-

RADRENNEN RUNDEN SICH,

VON DEN USA KOMMEND,

WIEDER ZURÜCK.

TEXT: NOAH DAVIS

BILDER: JULIE GLASSBERG

STOCK UND STEIN.

Straßenradrennfahren,

Mountainbiking,

Hindernis- und

Geländelauf: alles auf

einmal im Goddard

Memorial State Park

in Warwick im nordöstlichen

US-Bundesstaat

Rhode Island.

48


Üblicherweise ist der Goddard Memorial

State Park in Warwick im nordöstlichen

Kleinst-US-Bundesstaat Rhode Island ein

Vergnügungspark, und übliche Sonntagnachmittage

bestehen hier aus Golf,

Schwimmen, Kanufahren und Picknicks.

Aber an diesem Sonntagnachmittag ist

das ziemlich anders. Der Park ist beinahe

menschenleer, wenn man von ein paar

Dutzend auffällig farbenfroh gekleideter

Menschen und ihren Rennrädern absieht.

Die Wintersonne steht blass und tief am

Himmel. Scharfer, eisiger Nordwind fegt

über das blaugraue Wasser der nahen

Greenwich Bay und hält die Temperaturen

zuverlässig nahe dem Gefrierpunkt.

Curtis White bahnt sich zappelnd, mit

hochgezogenen Schultern und vor der

Brust verschränkten Armen seinen Weg in

ein Gebäude, in dem früher ein Karussell

stand. An diesem Sonntag dient es als

improvisierte Rennzentrale. Zwei Dinge

warten im Inneren auf White. Erstens das

Podest, auf dem der neunzehnjährige

Student in einer halben Stunde stehen und

als Sieger des soeben zu Ende gegangenen

Rad rennens eine Medaille entgegennehmen

wird. Zweitens, und das ist ihm

im Moment deutlich wichtiger, zwei tapfer

vor sich hin glühende mobile Heizstrahler.

Erst vor wenigen Minuten ist White

mit drei Sekunden Vorsprung auf seinen

härtesten Rivalen Kerry Werner ins Ziel

gespurtet, nach einem 63 Minuten langen

Kampf gegen die anderen Rennfahrer,

aber noch mehr gegen den 3,5 Kilometer

langen Rundkurs, schlammig, matschig,

mit gefrorenen Passagen und gezählten

sechzig Kurven.

Curtis White ist ein aufstrebender Star

in einem aufstrebenden Sport. Cyclocross

– früher sagte man Querfeldein dazu –

erlebt weltweit einen Boom, der von den

USA seinen Ausgang nahm.

Der Reiz an dem Sport ist der Mix der

Ansprüche. Gefordert sind Fähigkeiten

im Straßenradrennfahren, Mountainbiking,

Hindernis- und Geländelauf – und

Unempfindlichkeit gegen Regen, Schlamm,

Eis und Wind. Gefahren wird auf Rundkursen,

zwischen zwei und vier Kilometer

lang, durch Wälder, über Wiesen, Hindernisse

wie Stiegen oder Baumstämme, die

den Fahrer zwingen, abzusteigen und, das

Rad geschultert, weiterzulaufen.

Erfunden wurde der Sport in der

ersten Dekade des 20. Jahrhunderts in

Frankreich. Jahrzehntelang galt er als

endgültiger Härtetest für Radfahrer. Mit

dem Aufkommen der Mountainbikes verlor

Cyclocross aber ziemlich schnell an

Popularität und, sagen wir mal so, auch

ein wenig an Frische. Bis sich in den USA

vor einigen Jahren eine neue Szene junger

Rennfahrer zu bilden begann, die seither

ebenso stetig wie zügig wächst: Im Jahr

2005 fanden in den Vereinigten Staaten

237 Cross-Rennen statt, 2013 waren es

bereits 526. Die Zahl der Teilnehmer vervierfachte

sich im selben Zeitraum sogar.

Der Kurs im Goddard Park startet

auf einer Wiese in Gestalt von sieben mit

weißer Kreide auf den Boden gemalten

Bahnen, die nach einigen Metern enden:

Ab hier gilt uneingeschränkt das Recht

des Stärkeren. Die Startpassage geht bergab,

was der ersten, ebenso scharfen wie

engen Kurve einiges an Brisanz verleiht.

Unmittelbar darauf folgt eine zweite Kurve

in den Wald hinein, wo die Strecke im

Wesentlichen aus Wurzeln und Schlamm

VOR EIN PAAR

JAHREN ENTSTAND

EINE NEUE, JUNGE

RENN-SZENE. SEITHER

BOOMT CYCLOCROSS.

50 THE RED BULLETIN


A DAY AT THE RACES.

Renntage im Cyclocross dauern

lange, denn es sind eine ziemliche

Menge Rennen zu fahren.

Amateure messen sich in verschiedensten

Klassen, ehe

die Profis an den Start gehen,

Damen (unten im Bild) ebenso

wie Herren. Bilder oben: Jungstar

Curtis White, Cannondale-

Team, Nummer 3.


DER WIND TRITT UNS

HEUTE GANZ SCHÖN

IN DEN ARSCH.“

besteht. Nahe dem Atlantik-Strand führt

sie wieder aus dem Wald heraus, hier

müssen 70 Meter mit geschultertem oder

unter dem Arm geklemmtem Rad gelaufen

werden. Dann wieder aufsitzen, eine gepflasterte

Strecke entlang und einen steilen

Hügel hinauf, nur um gleich darauf einen

sandigen Abschnitt bergab zu jagen. Die

nächste Steigung ist kürzer, nur knapp

zehn Meter lang, dafür fast vertikal.

Nach einem weiteren wilden Ritt bergab

über Wurzelgeflecht und Pflastersteine

steigen die Fahrer wieder ab, rennen ein

Dutzend Granittstufen hinauf, sitzen

wieder auf. Scharfe Kurven rund um einen

verwaisten Picknickplatz voll kleiner

Tische, ehe sie sich wieder vom Rad

schwingen und über zwei riesige Baum-

Tim Johnson, mittlerweile

37, ist eine der

großen Legenden des

Sports. Und hält immer

noch mit, auch wenn

der Rücken nicht mehr

so recht will.

52


DU HAST DA WAS AM BEIN.

Die Rennen dauern rund eine

Stunde. Die Farbe der Trikots

ist am Ende kaum mehr

auszumachen.

Eine halbe Stunde vor dem

Rennen der Amateur-Kategorie

3 sitzt Cory LaFleur

hinter dem Lenkrad des geparkten

VW Kombi, den er

sich mit seiner Frau Melissa

teilt. Der Wagen ist vollgestopft mit Radbekleidung

in allen Verschmutzungsgraden,

Ersatzlaufrädern, Pumpen und

Energieriegeln. LaFleur trägt einen Helm

– Cross-Fahrer scheinen immer einen Helm

aufzuhaben, als müssten sie permanent

bereit sein, in jedem Moment auf ihr Rad

springen zu können – und erzählt, wie er

zu dem Sport kam. „Ich habe zehn Jahre

lang Rugby gespielt“, sagt der Achtunddreißigjährige,

der ein wenig wie der

Grinch aussieht. „In meinen Zwanzigern

hab ich Autos verkauft, Jobs gekündigt

und Freundinnen verlassen, um in Schottland

Rugby spielen zu können.“

Doch dann kamen eine Knieverletzung

und eine neue Liebe, und alles wurde

anders. „Nun ja, ich traf Melissa. Und man

kann nicht gleichzeitig Rugby spielen und

eine gute Ehe führen. Also ließ ich das mit

Rugby sein. Melissa fuhr Cross-Rennen,

ich begleitete sie drei Saisonen, dann legte

ich mir selbst ein Rad zu.“

2014 ist Corys zweite Saison, der Assistenzlehrer

an einer Schule für autistische

Kinder mischt bei den Hobbyfahrern schon

ganz ordentlich mit. Mit seiner Frau kann

er dennoch nicht mithalten: Sie misst sich

mit den Profis der Kategorie 2. Die Liebe

der LaFleurs zum Sport geht so weit, dass

sie sich eine eigene Cross-Strecke in der

Nähe ihres Hauses anlegten, in einem

überwachsenen Flussbett.

LaFleur ist blutiger Amateur, aber er

ist nervös und konzentriert, als ginge es

an diesem Sonntag um die Weltmeisterschaft.

Er inhaliert die Reste eines riesigen

Dunkin’-Donuts-Eiskaffees, schält sich aus

dem Auto, setzt sich auf sein schwarzes

Bike und radelt zum Start. Jemand

wünscht ihm Glück. „Danke, das werd

ich brauchen. Es ist saukalt.“

Cory LaFleur wird das Rennen in

40 Minuten und 26 Sekunden beenden,

das bedeutet den 26. Rang im Gesamtstämme

springen. Es folgen noch mehr

Wald, eine weitere Kurve, bergab auf

rutschigem Asphalt, durch den nächsten

Wald, bergauf rund ums Karussellgebäude,

über zwei künstlich angelegte Kunststoff-

Hindernisse, an einem Essenswagen vorbei,

der Tacos verkauft.

„Das Härteste heute ist das Wetter“,

sagt Organisator Matt Bodziony am Rand

der Strecke und rennt los, um ein flatterndes

Stück Polizeiband, das als Streckenmarkierung

dient, vor dem Abflug ins

Landesinnere zu bewahren. „Der Wind

tritt uns ganz schön in den Arsch.“

Cyclocross-Rennen sind

anders als normale Radrennen,

„man könnte sagen:

individueller“, meint Curtis

White. „Normale Rennen

sind sehr taktisch. Da

fährst du im Team. Im Cross gibt es kein

Verstecken. Da fährt jeder gegen jeden.“

Justin Lindine, dessen Interessen laut

Facebook „Überfahrene Tiere essen. Feinde

vernichten. Meiner Katze beim Rumsitzen

zusehen. Ganz normales Zeug halt“ sind,

fing mit Mountainbiken an. Während seines

ersten Semesters am College packte

ihn die Lust am Cross. „Es ist verdichtetes

Rennen“, sagt der dreißigjährige Cross-

Profi im Karussellgebäude etwa drei Stunden

vor dem Startschuss. Er trägt seinen

Radhelm auf dem Kopf, ein verschmitztes

Grinsen im Gesicht und Bartstoppeln an

den Wangen. „Dauernd passiert irgendwas,

und du hast keine Zeit, darüber

nachzudenken, was du tust. Du musst

nach Instinkt handeln.“

Ein weiterer Unterschied zwischen

Cross und anderen Radrennsportarten:

die Community. Beim Cross ist jedermann

jederzeit willkommen, und das ist nicht nur

so dahingesagt. Profis und Hobbyfahrer

sprechen auf Augenhöhe miteinander.

Offenbar schweißt die Gnadenlosigkeit

der Bedingungen die Fahrer zusammen.

In Warwick starten an diesem Tag

neben den Profis rund 200 Freizeitfahrer

in verschiedenen Klassen und verschiedenen

Abstufungen der Ernsthaftigkeit,

wie ihre Ausrüstung verrät: Neueste Hightech-Carbonräder

gibt es im Hobby-Feld

ebenso wie klapprige, alte Mountainbikes.

53


GEDULD IST GEFRAGT.

Nur Steigungen, heißt

es, trennen die Spreu

vom Weizen.

klassement und immerhin Platz eins in

der Division der Teilnehmer aus Rhode

Island. Dafür überreicht man ihm eine

golden schimmernde Medaille, die ohne

jeden Zweifel einen Ehrenplatz in seinem

VW bekommen wird, irgendwo neben

einem schmutzigen Trikot.

Während LaFleur das

Rennen bestreitet,

eines der vielen

Amateurrennen

vor dem Start der

Profis, sitzen Curtis

White und Tim Johnson noch im überheizten

Wohnwagen ihres Profiteams,

zwischen Tellern mit angebissenen Pecannuss-Kürbis-Kuchenstücken,

Kaffeemaschine

und Propangastanks. Überall

Radersatzteile, mindestens ein Dutzend

Ersatzlaufräder hängen an der Wand.

Johnson ist seit 2001 Profi, er gewann

sechs nationale Cyclocross-Meisterschaften

und ist einer von zwei männlichen Amerikanern,

die es in der Geschichte ihres

Sports bei Cyclocross-Weltmeisterschaften

auf das Podest schafften. Mit siebenunddreißig

nähert er sich dem Ende seiner

Karriere, auch wenn sein Fahrstil nicht

darauf schließen lassen würde, elegant,

CURTIS WHITE GILT

ALS AUSNAHME­

TALENT. MANCHE

MEINEN, ER HABE

SOGAR DAS ZEUG FÜR

DIE TOUR DE FRANCE.

Das ist Justin Lindine. Als Hobby gibt er „überfahrene

Tiere essen“ an.

scheinbar mühelos, trotz seines von den

vielen Jahren im Sattel ziemlich in Mitleidenschaft

gezogenen Rückens. „Aber

das wird schon wieder mit dem Rücken“,

sagt er. Dass er es schon seit Jahren sagt,

tut seinem Optimismus und seiner Freude

am Cross keinen Abbruch.

TJ, wie ihn jedermann hier nennt, ist

die große Respektsperson des Sports in

den USA. Er lacht oft und gern und hat

für jüngere Fahrer jederzeit Tipps – „das

war immer schon so“, sagt White, „ich

verdanke Tim eine Menge.“

Das Eliterennen der Männer ist der

letzte Bewerb des Tages und beginnt kurz

nach halb drei. Die meisten Zuschauer,

beinahe durch die Bank Amateurfahrer

oder halb erfrorene Freundinnen der

Profis, haben sich in das Karussellgebäude

zurückgezogen. Dort verfolgen sie das

Geschehen über einen Livestream auf

einem Fernseher.

Drei Fahrer setzen sich rasch vom Feld

ab: White, Lindine und Routinier Kerry

Werner, eigentlich ein Mountainbike-

Spezialist, der sich am Sonntag davor bei

einem anderen Rennen auf der Zielgerade

knapp gegen White durchgesetzt und damit

seinen ersten Sieg gefeiert hat.

Obwohl das Rennen nach wilder

Tempobolzerei aussieht, erfordert ein Sieg

beim Cyclocross Geduld, erklärt LaFleur

am Streckenrand. „Vor allem auf schnellen

Strecken wie hier, mit geringen Höhenunterschieden“,

sagt er, „na ja, relativ

geringen. Es ist hier viel schwieriger als

auf anderen Strecken, sich früh von den

Gegnern abzusetzen. Nur Steigungen

trennen die Spreu vom Weizen.“

Das Trio vergrößert den Abstand zu

den Verfolgern dennoch Runde für Runde,

während die Strecke immer schwieriger

zu befahren ist. Tausende grobstollige

Profilreifen haben tiefe Furchen in den

Boden gegraben, die Fahrer rumpeln

durch die Kurven.

Nach 45 Minuten des für eine Stunde

angesetzten Rennens kann Lindine das

Tempo nicht mehr halten, White und

Werner setzen sich ab. Jungspund White

versucht seinen älteren Verfolger abzuschütteln,

aber ohne Erfolg. Werner hält

sich nur Sekundenbruchteile hinter White

in dessen Windschatten, die beiden jagen

durch Schlammpfützen, über die Wurzeln,

durch die Kurven.

Verbissen versucht White das Tempo

weiter und weiter zu steigern, aber Werner

lässt sich nicht abschütteln. So bleibt das

bis zur finalen Runde – auf der plötzlich

Werner in Führung geht. Ausgerechnet

jetzt scheint White müde zu werden, so

knapp vor der Ziellinie. Doch das war nur

eine Finte. In der letzten Kurve sticht der

Jungstar am Routinier vorbei und rettet

drei Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Dieses eisige Wochenende

im Goddard Memorial

State Park in Warwick,

Rhode Island, gehört

Curtis White. Nach der

Siegerehrung erzählt er

von seinen Plänen, von dem Trainingsaufenthalt

in Europa als Teil des nationalen

Cycling’s Development Program. White

gilt als Ausnahmetalent, manche meinen

sogar, er solle es doch auf der Straße versuchen,

er habe das Zeug, sich in ein paar

Jahren auch bei den ganz großen Rundfahrten

durchzusetzen, der Tour de

France, dem Giro d’Italia.

Gerade sein Potential macht der Cyclocross-Familie

Sorgen. Nach der Siegerehrung

fragt ihn jemand, ob er den Cross-

Rennen wirklich treu bleiben wird.

White blickt ungläubig in die Runde, als

könnte er das Gehörte nicht ganz fassen.

„Das ist doch überhaupt keine Frage“, sagt

er. „Hier gehöre ich einfach dazu.“

54 THE RED BULLETIN


Welcome to The Hood!

#thestationpark

redbull.com/thestation

14. Februar 2015 the 5ive Barbecue • 18.– 22. februar 2015 The Step Camp

7. März 2015 Volcom Peanut Butter and Rail Jam


„Wie bewältigt man

einen Marathon im Kopf,

Jerzy Skarżyński?“

Der polnische Ausnahmeathlet, Trainer und Bestsellerautor hat dutzende Marathons

bestritten, etliche davon gewonnen – und sich vor jedem einzelnen gefürchtet.

Interview: Werner Jessner & Arek Piatek

the red bulletin: Es heißt, Sie hätten

vor der Marathondistanz Angst.

jerzy skarżyński: Stimmt. Und diese

Angst ist gut. Du darfst Angst haben, du

sollst Angst haben – und du sollst sie

besiegen, jedes Mal aufs Neue.

Dazu muss man …

… hingehen und antreten, korrekt. Man

kneift nicht. Niemals.

Warum waren die ominösen 42,195 Kilometer

eine solche Barriere für Sie?

Ich tastete mich über Fußball und die 400

Meter an die 10.000 und später 15.000

Meter heran. Einen Marathon zu beenden

war anfangs unvorstellbar für mich.

Wie haben Sie sich mental vorbereitet?

Ich wollte gewinnen, schon als Kind. Ich

habe gedacht: Was ist der Preis? Wie gern

würde ich gewinnen? Ich habe mir die

Gegner vorgestellt, wie sie laufen, wann

ich sie überholen werde. Ich habe die

Fans gesehen, an denen ich vorbeilaufen

würde. Allein diese Gedanken haben

mein Gehirn mit Adrenalin geflutet.

Wie macht das ein Hobbysportler?

Mit einem klaren Ziel und Vernunft. Die

Vernunft sagt: „Jedes Training bringt mich

meinem Ziel näher.“ Solange du gesund

bist, sollst du laufen. Wenn dein Körper

trotzdem nicht will, bist du nur faul. Trainiere

konstant, selbst wenn du glaubst, es

wäre zu wenig. Übereifer ist schädlich für

deinen Körper. Und taste dich an größere

Distanzen behutsam heran: Kannst du

zehn Kilometer laufen, versuche es beim

nächsten Mal mit elf und schau, was dein

Körper sagt. Bei Kilometer 25 kommt die

mentale Komponente ins Spiel …

Wie ist das zu verstehen?

Spätestens nach 25 Kilometern kommen

dumme Gedanken: „Es ist noch viel zu

weit“ oder „Das schaffe ich nicht“. Das

zieht einen runter. Und du musst dem

entgegenwirken, Grenzen im Kopf verschieben,

deine Psyche kontrollieren.

Wie geht das, bitte?

Versuche lange Läufe als Abenteuer oder

Ausflug zu sehen. Du wirst lange und

langsam laufen müssen. Lauf dir geistig

also nicht davon. Mach dir vor dem Start

klar, dass es dauern wird. Die Einstellung

vor dem Lauf macht sehr viel aus.

Machen das Spitzenläufer auch so?

„Solange du

gesund bist, sollst

du laufen. Wenn

dein Körper

trotzdem nicht will,

bist du nur faul.“

Die müssen ständig GPS und Puls kontrollieren

und haben keine Zeit, dumme

Gedanken zu entwickeln.

Kann man Marathons überhaupt lieben?

Ja. Es ist wunderbar, wenn man weiß,

was man tut, und gut und langfristig Form

aufbaut. Vor dreißig Jahren bin ich mit

2:11 Stunden meine Marathon-Bestzeit

gelaufen. Jetzt bereite ich mich wieder auf

einen vor – und ja, ich freue mich drauf!

Sie nehmen am Wings for Life World

Run teil. Ihre Ziele?

2015 will ich den 42,195 Kilometern so

nahe wie möglich kommen. 2016 ist das

Ziel eine Ultra-Marathon-Distanz, also

alles jenseits dieser Distanz.

Was zeigt der persönliche Lauf-Tacho?

In den letzten 43 Jahren waren das in

Summe 170.000. Man hat mir Abnützungen

prophezeit und Schmerzen im Alter.

Aber mir geht’s prima, nichts tut weh.

Man muss halt auf den Körper hören.

Wie waren die Trainingsbedingungen

hinter dem Eisernen Vorhang?

Ungefähr so wie das Essen. Ich erinnere

mich an ein Trainingslager, in dem es zwei

Monate lang nur Fisch gab. Zwei Monate!

Meine Trainingsanzüge musste mir ein

Bekannter nähen, Schuhe ließ ich mir aus

dem Westen schicken, es gab kein vernünftiges

Höhentraining. Ich schau nicht

gern zurück. Am meisten geschmerzt hat,

dass wir als enorm starkes Team 1984

nicht zu den Olympischen Spielen nach

L. A. reisen durften. Dennoch hatte ich als

Profi wahrscheinlich ein besseres Leben

als so manch anderer in diesem Land.

Erfreulichste Karriere-Erinnerung?

Neuseeland. Ich habe mich dort zwei

Wochen auf einen Lauf vorbereitet, dann

weitere zwei auf den nächsten. Es gab Bier,

Eis und alles zu essen, was ich wollte …

die schönste Zeit meines Lebens.

Eine Erinnerung zur Motivation?

Der Wien-Marathon 1984. Die Äthiopier,

von vielen favorisiert, sind am Start ein

zu hohes Tempo gegangen, und wir fingen

sie nach 30 Kilometern der Reihe nach

ab. Unsere Fans sangen polnische Lieder

und jubelten uns zu. Mein Teamkollege

Antonin Niemczak hat gewonnen, ich

wurde hinter ihm Zweiter.

Am 3. Mai 2015 erfolgt an

35 Orten in 33 Ländern auf der

ganzen Welt zeitgleich der Startschuss

zum Wings for Life World Run 2015. Wer

schafft es, dem Catcher Car am längsten zu entkommen?

Alle Infos zum World Run und Anmeldung:

www.wingsforlifeworldrun.com

MICHAL JEDRZEJEWSKI/RED BULL CONTENT POOL

56 THE RED BULLETIN


Name

Jerzy Skarżyński

geboren am

13. Januar 1956

Größe/Gewicht

177 cm, Wettkampfgewicht:

60 bis 63 kg, aktuell: 68 kg

Erfolge

Marathon-Siege in

Warschau und Leipzig.

Persönliche Bestzeit:

2:11:42 Stunden,

aufgestellt im April 1986

in Dębno (Polen)


AUF DEN SPUREN DES

BLUES

Die Geschichte einer libanesischen

Blues-Band und ihrer Reise ins

Mutterland der Musik, die sie lieben.

Text: Andreas Tzortzis

Bilder: Balazs Gardi


Nader Mansour

(stehend) und

Eddy Ghossein.

Gemeinsam sind sie

The Wanton Bishops.

59


Die Frenchmen Street ist ein bisschen so

etwas wie eine musikalische Schlagader

von New Orleans. Nicht einmal der

Umstand, dass das in so gut wie allen

Reiseführern erwähnt wird, kann daran

wirklich was ändern, abgesehen von

Schönheitsfehlern freilich, wie jene Gruppe

betrunkener Touristen, traurige Überbleibsel

eines Ferienwochenendes, die

an diesem Montagabend auf dem Bürgersteig

vor den Eingängen zu den Blues-

Clubs herumgrölen und nicht nur wegen

ihrer unfreiwillig komischen Hüte die

Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Sie torkeln auch an einem bärtigen,

tätowierten Kerl vorbei, der vor dem Eingang

eines Clubs steht, rote Marlboro

raucht und mit ein paar anderen Kerlen

auf Arabisch und Englisch herumwitzelt.

Es ist Nader Mansour, studierter Betriebswirt

aus Beirut, Frontmann der Wanton

Bishops, einer libanesischen Blues-Band.

Daneben sein Bandkollege Eddy Ghossein,

der mit Mod-Frisur und Nehru-Jacke

wirkt wie einem Sechziger-Jahre-Plattencover

entsprungen.

Man sieht es ihnen nicht an, aber die

Wanton Bishops haben in den letzten

Tagen ordentlich Hiebe bezogen.

Es ist eine Sache, die Nummer eins

in Sachen Indie-Rock und Blues in Beirut

zu sein, wo die Musikszene von Elektronik

und kitschigem Pop bestimmt wird. Es ist

eine völlig andere Sache, im Mutterland

des Blues zu bestehen. „Wir sind jetzt ein

paar Tage hier“, sagt Mansour. „Haben

uns vieles angehört, haben ein bisschen

rumprobiert. Und weißt du, was? Die

letzten Tage waren ein einziger riesiger

Tritt in den Arsch. Musikalisch spielen hier

alle auf so unglaublich hohem Niveau,

unsere Ärsche sind richtig blau.“

Aber genau deswegen sind sie hergekommen.

Vier Jahre gibt es die Wanton

Im Uhrzeigersinn von oben: auf dem Weg nach Jackson;

Treffen mit Glen David Andrews in New Orleans; Eindrücke

aus Mississippi; beim SXSW Festival in Austin, Texas

Bishops nun, und seit ihrer Gründung

haben sie von dieser Reise geträumt. Einer

Entdeckungsreise in das Mutterland ihres

geliebten Blues, von Austin nach New

Orleans, den Blues-Korridor hinauf, vorbei

an Jackson und Clarksdale, bis zu ihrem

Ziel, einem Aufnahmestudio in Memphis.

Sie sind hier, um die Musik zu verstehen,

die sie seit Jahren spielen. „Wir

haben den Blues studiert. Gewissenhaft.

Aber eben nur in Form von Platten und

Büchern“, sagt Eddy. „Wir wussten: Wirklich

spüren, wirklich verstehen würden wir

den Blues erst, nachdem wir hier waren.“

Nun sitzen die zwei auf einer alten Kirchenbank

in einem Seitenraum des d.b.a.

Clubs in der Frenchmen Street. Auf der

Bühne verwandelt Glen David Andrews,

Spross einer namhaften New Orleanser

Musikerdynastie, gerade aktuelle Hits in

groovende Funk-Lines, mit dröhnendem

Bariton und blechernen Posaunen-Solos.

Wenige Minuten vor dem ersten

offiziellen Auftritt der Wanton Bishops in

New Orleans stimmt Mansour seine drei

Mundharmonikas. Ghossein geht unruhig

in dem kleinen Raum auf und ab, dann

kommt auch schon Andrews, um sie auf

die Bühne zu holen.

60


„ES GEHT HIER NICHT UM

MATHEMATIK.

WENN DU

DEIN HIRN

EINSCHALTEST,

MACHST DU WAS FALSCH.“


Von oben: in einer Kirche in New Orleans; Jam mit Locals aus der

Bayou-Region; in einem Hinterhof mit Vasti Jackson, einer Blues-

Legende und Lehrer in fünfter Generation in Jackson, Mississippi

„Macht euch nicht in die Hose“, sagt er,

als er ihre nervösen Gesichter sieht. „Funk

ist die Sprache der Welt. Versteht jeder!“

Der Beginn ihres Auftritts ist nicht

gerade das, was man überragend nennen

würde. Denn gleich der erste Song muss

ohne das geplante Mundharmonika-Solo

auskommen: Mansour hat sich in der

Tonart vergriffen.

Erst als Ghossein sein Gitarrensolo

bringt, entspannen sich die Jungs aus

Beirut etwas. Mansours knurrende Vocals

des 1960er-Standards von Junior Wells,

„Messin’ with the Kid“, erntet freundliche

Zurufe aus dem Publikum. Andrews hält

sich im Hintergrund, einmal wirft er

seinem Saxophonspieler sogar einen

lächelnden Blick zu, fast so als wollte er

sagen: „Hey, das scheint zu funktionieren.“

Und das tut es. Schon beim zweiten

Song geht das Publikum mit, ein wunderbares

Funk-Blues-Gospel-Chaos, laute Rufe

aus dem Publikum, und als die Nummer

zu Ende geht, schreit Andrews:

„Ladies and Gentlemen … THE

BISHOPS WONN-TONN!“

Das ist zwar nicht im engeren Sinn der

korrekte Name der Band, aber den beiden

ist das im Moment egal. Nach all den

Jahren, in denen sie von einem Auftritt in

New Orleans träumten, genießen sie es,

auf dieser Bühne zu stehen.

„Halt einfach die Schnauze, mach die

Augen zu und spiel“, murmelt Mansour

„WIR VERSUCHEN

EIN EHRLICHES

DING DURCH­

ZUZIEHEN.

UND WIR

VERSUCHEN

JEDEN TAG

BESSER ZU WERDEN.“

62 THE RED BULLETIN


„Der Blues ist eine Musik des

Triumphs: dem Elend ins Auge

zu blicken und sich darüber zu

erheben. Er hat der Notwendigkeit

des Lebens, mit Unterdrückung

umzugehen, eine

Kunstform gegeben.“

nach dem Auftritt in der Garderobe leise

vor sich hin. „Es geht hier nicht um Mathematik.

Wenn du dein Hirn einschaltest,

machst du was falsch.“

Blickt auf, nickt und sagt zu Ghossein:

„Das hat Andrews gemeint. Genau das.

Und wie verdammt recht er hat.“

Die Interstate 55 zieht am sumpfigen

Lake Pontchartrain im

Mündungsgebiet des Mississippi

vorbei, bevor er auf dem Weg

nach Jackson in hügelige Waldlandschaft

übergeht. Die Straße ist gesäumt

von schäbigen Motels und LKW-

Rastplätzen, dazwischen die sterilen

Fassaden von Kirchen der Pfingstkirchler

und der Adventisten, dann wieder leerstehende

oder aus gebrannte Häuser.

Mansour und Ghossein treffen in

Jackson, der Hauptstadt des Bundesstaats

Mississippi, auf Vasti Jackson, einen

erfahrenen Musiker und Blues-Experten

in Theorie und Praxis. Sie unterhalten

sich mit ihm über die Spielarten des Blues,

vom rhythmischen, Drum-gesteuerten

im Süden in New Orleans über den langsameren,

Gospel-ähnlichen Sound in der

Mitte des Deltas bis hin zu Chicagos elektrisierender

Interpretation.

„Der Blues ist eine Musik des Triumphs“,

doziert Vasti Jackson. „Dem

Elend ins Auge sehen und sich darüber

erheben. Er hat der Notwendigkeit des

Lebens, mit Unterdrückung umzugehen,

eine Kunstform gegeben.“

Jackson fordert Ghossein auf, die

Melodie eines traditionellen Lieds aus dem

Nahen Osten zu spielen, mit den eindringlichen

Moll-Akkorden. Ghossein beginnt,

und schon nach wenigen Takten nimmt

Jackson die Melodie auf und macht sie zu

seiner eigenen, indem er die Halbtöne des

arabischen Lieds in ganze überträgt; verwandelt

die Musik eines weit entfernten

Ortes in einen Blues-Track. Man könnte

sein virtuoses Spiel auch als Anregung

für die Wanton Bishops verstehen, ihren

eigenen Zugang zum Blues zu finden.

„Glen David Andrews, Vasti Jackson …

puh“, sagt Mansour später. „Du siehst

THE RED BULLETIN 63


„Blues ist bescheidene

Musik, mit eindeutigen

Grenzen. Aber innerhalb

dieser Grenzen

kann man ungeheuer

viel ausdrücken.“


diese Jungs, und dir wird klar, dass du

als Musiker noch nicht so weit bist. Aber

wir versuchen ein ehrliches Ding durchzuziehen,

und wir versuchen jeden Tag

besser zu werden.“

Um zu verstehen, was Mansour und

Ghossein auf sich genommen haben, um

Blues-Musiker zu werden, muss man

ihren Hintergrund verstehen. Nach den

zermürbenden Jahrzehnten des Bürgerkriegs

sehnen sich die Menschen in Beirut

nach nichts mehr als nach Sicherheit.

Mittel- und Oberschicht lassen ihre Söhne

und Töchter Jus, Medizin und Wirtschaft

studieren. Sobald sie ein Visum ergattern

können, zieht es sie nach Europa oder in

die USA. Obwohl nicht mehr als ein Stück

Papier, ist Mansour davon überzeugt,

dass sein französischer Abschluss in Wirtschaft

seiner Mutter ein Gefühl von Sicherheit

gibt.

„Seine Mutter denkt genau wie meine

Mutter oder jede andere Mutter im Libanon,

die den Krieg erlebt hat“, erzählt

Ghossein, der heute dreißig ist. „Sie haben

gesehen, wie schnell Menschen auf der

Straße landen. Wenn man da eine gute

Ausbildung hat, ist das wie ein Pass.“

„Die Mütter des Libanon sind keine

Freunde der Ungewissheit“, ergänzt

Mansour, 31 Jahre alt. „Und das Leben

eines Künstlers ist, nun ja, ziemlich voll

von Ungewissheiten.“

Trotz allem haben sie sich für dieses

Leben entschieden. Ghossein schon sehr

früh, als er einen Blues-Musiker spielen

sah. „Er hatte die Augen geschlossen

und warf den Kopf beim Spielen in den

Nacken. Das imponierte mir. Das wollte

ich auch können“, sagt er. Mansour kam

in Paris auf den Geschmack, während

des Studiums. Nachdem er „Roadhouse

Blues“ von den Doors gehört hatte, nahm

er zum ersten Mal die Mundharmonika in

die Hand. Zurück in Beirut, veranstaltete

er Jam Sessions in der mittlerweile stillgelegten

Bar Louie. Hier traf er Ghossein,

und hier wurden sie ein Team, nachdem

er Ghossein und dessen Bruder aus einer

Rauferei mit Betrunkenen geholfen hatte.

Vier Jahre später und knapp 11.000

Kilometer von ihrer Heimat entfernt,

sitzen die beiden nun in Jacksons bestem

Soul-Food-Restaurant und sprechen über

den Blues. „Blues ist bescheidene Musik“,

fasst Ghossein zusammen. „Musikalisch

gibt es zwar klare Grenzen, aber innerhalb

dieser Grenzen kann man ungeheuer

viel ausdrücken.“

Nach dem Essen lehnt er sich zurück.

„Es fühlt sich unglaublich gut an, über

den Blues zu diskutieren“, sagt er. „Zu

Hause kann ich nicht in eine Bar gehen

und über Blues reden.“

Mansour: „Die Mütter des Libanon sind keine Freunde der Ungewissheit. Und das

Leben eines Künstlers ist, nun ja, ziemlich voll von Ungewissheiten.“

„ER HATTE DIE AUGEN

GESCHLOSSEN

UND WARF DEN

KOPF BEIM

SPIELEN IN DEN

NACKEN.“

In dieser Nacht spielen sie einen Gig

in der CrossRoads Bar & Lounge. Eine

Stunde vor dem Set geht Mansour

nervös auf und ab, ziemlich verärgert,

dass nur eine Handvoll Leute den

Weg in die Bar geschafft haben. Sogar an

seinem Geburtsort wurde der Blues offenbar

vom Hip-Hop verdrängt.

Als Ghossein, Mansour und ihre zwei

Begleitmusiker dann auf der Bühne zu

einer Blues-typischen zwölftaktigen

Harmoniefolge ansetzen, ernten sie sofort

anerkennendes Nicken und Lächeln. Takt

für Takt, Song für Song bauen sie den

Sound auf, bis Mansour eine Reihe von

Gitarrensoli loslässt und ans Mikro geht.

„Wir sind die Wanton Bishops aus

Beirut. Wir hoffen, es gefällt euch. Wenn

nicht … nun, dann haben wir immer noch

Vasti Jackson, der legt richtig los.“

Und dann kommt Jackson tatsächlich.

Im Hintergrund des Clubs auftauchend,

spielt er sich seinen Weg nach vorn auf

die Bühne, durch das Publikum, in voller

Pracht, besticktes Shirt, roter Filzhut. Wie

ein Pfau stolziert er von Tisch zu Tisch und

spielt minutenlange Soli. Besonders davon

angetan scheint eine Gruppe Weißer an

einem kleinen Tisch zu sein, unter denen

sich auch der ehemalige Drummer der

Band Chicago und ein offensichtlich ziemlich

betrunkener Senator des Bundesstaats

Mississippi befinden.

Die Wanton Bishops können mit Vasti

Jackson mithalten. Vor allem Mansours

Harmonika klingt ziemlich inspiriert. Auch

Ghossein, der Soli eigentlich hasst, nimmt

ein paar von Jacksons musikalischen Herausforderungen

an.

Der erhoffte Besucherstrom mag ausgeblieben

sein, doch das ist im Moment

egal. „Mir wäre nicht aufgefallen, dass

irgendetwas gefehlt hat“, attestiert der

örtliche Musikpromoter James Dixon

später. „Der Mundharmonika-Spieler ist

großartig. Er spielt sie genauso gut wie

Vasti die Gitarre. Das hat mich ehrlich

überrascht.“

Als Mansour von den Komplimenten

hört, macht er große Augen: „Wirklich?“

Am nächsten Tag müssen die Wanton

Bishops weiter, durch die alten Baumwollfelder

von Mississippi bis Clarksdale, wo

einst John Lee Hooker und Muddy Waters

ihr Handwerk lernten. Der Van bahnt sich

seinen Weg durch die tiefen Spuren einer

unbefestigten, schlammigen Straße.

Mansour redet davon, wie dieser Trip sie

verändert hat. „Wenn ich jetzt einen Song

darüber schreibe, wie ich von New Orleans

nach Mississippi fahre“, sagt er, „dann

weiß ich, wovon ich rede. Ich bin nicht

mehr irgendein Typ aus dem Libanon,

der mit einem Song Eindruck zu machen

versucht, verstehst du? Ich habe es wirklich

gemacht. Ich habe alles erlebt.“

www.redbull.com/thewantonbishops

THE RED BULLETIN 65


ADRENALIN

BILDER, DIE DIR

DEN ATEM RAUBEN

GENIAL

MENSCHEN, DIE

DIE WELT VERÄNDERN

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GRENZEN SPRENGEN

DEIN

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Diese Hinterradnabe

macht aus einem

Fahrrad ein

E-Bike. Seite 90

Ihr Programm im März

ACTION!

REISEN / CITY GUIDE / WORKOUT / UHREN / PARTY / CLUB / MUSIK / GAMING / EVENTS

Flugstunde

RED BULL AIR RACE-STAR HANNES ARCH UND

SEIN PERFEKTER FLUGKÖRPER: PAUL KALKBRENNER

BRINGT MEHR ALS KRAFTTRAINING. ECHT!

Workout, Seite 68

JOERG MITTER/RED BULL CONTENT POOL

THE RED BULLETIN 67


ACTION!

WORKOUT

Mit 350 km/h und bis zu

zehnfacher Erdanziehung

(10 g) über der Galopprennbahn

von Ascot

Hannes Arch, 47,

ist Sieger von

neun Red Bull Air

Race-Bewerben.

Wie im Flug

RED BULL AIR RACE DER PERFEKTE

FLUGKÖRPER VON HANNES ARCH: KEINE

GROSSEN MUSKELN UND EIN KLARER KOPF.

„Die unmittelbare Vorbereitungszeit für

ein Red Bull Air Race ist äußerst beschränkt“,

sagt der österreichische Pilot

Hannes Arch. „Denn Training mit Pylonen

gibt es nur an den Tagen vor dem Rennen,

und zwar zweimal jeweils fünf Minuten

pro Pilot. Die beste Trainingsalternative:

die Teilnahme an Airshows. Nur beim

Fliegen bekommst du die Präzision, die

du auch für die Rennmanöver brauchst.

Daher absolviere ich drei- bis viermal im

Jahr ein reines Kunstflug-Trainingslager.“

Punkto Krafttraining beschränkt sich

der Weltmeister 2008 und WM-Zweite von

2009, 2010 und 2014 auf Bouldern und

Klettern. „Die g-Belastung kannst du nur

beim Fliegen trainieren. Viel wichtiger für

Piloten ist Ausdauer. Beim Mountainbiken,

Rennradfahren, Paragleiten und Skitourengehen

in der Natur krieg ich herrlich

den Kopf frei für die schnellen Steuermanöver

im Cockpit. Und es hält mich fit.“

Start der Red Bull Air Race World Championship

2015: am 13./14. Februar in Abu Dhabi (VAE);

Tour-Stopp in Spielberg: am 5./6. September

www.hannesarch.com, www.redbullairrace.com

IM FOKUS

HANNES ARCHS FLUGVORBEREITUNG

„Musik und Bilder sind

wichtiger Teil meiner Vorbereitung.

Die Kopfhörer

meines Sponsors AKG

benütze ich vor jedem

Rennen. Der Track ‚Sagte

der Bär‘ von Paul Kalkbrenner

bringt mich in die

perfekte Stimmung, um

mich auf den rund eine

Minute langen Lauf konzentrieren

zu können.“

IN BALANCE

„Unsere Flugzeuge rotieren bis zu 600 Grad in der Sekunde … da verschwimmt der Horizont“,

so Arch. „Diese Übung simuliert die Rotationsbeschleunigung und trainiert das Gleichgewicht.“

„Ich betrachte

ein Bild vor mir,

springe hoch und

rotiere so schnell

wie möglich einmal

um die eigene

Achse. Nach dem

abrupten Stopp

versuche ich sofort

wieder das

Bild zu fixieren.“

SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL, JÖRG MITTER/RED BULL CONTENT POOL HERI IRAWAN

68 THE RED BULLETIN


ACTION!

MY CITY

BRISBANE

JUBILEE TERRACE

KELVIN GROVE RD

MUSGRAVE RD

1

E X T R A

KICK

OUTDOOR-ACTION

IN BRISBANE-NÄHE

BRISBANE, QUEENSLAND

CENTENARY MOTORWAY

WESTERN FREEWAY

MOGGILL RD

3

MORROW ST

BRISBANE RIVER

MILTON RD

CORONATION DR

4

N QUAY

ANN ST

IPSWICH RD

MAIN ST

2

5

LOGAN RD

PACIFIC MOTORWAY

WYNNUM RD

OLD CLEVELAND RD

HELI-TRAINING

Schon mal davon

geträumt, selbst

einen Helikopter zu

fliegen? Nach dem

Blitzkurs steuerst

du den Blechvogel.

redballoon.com.au

Pete Kilroy, 24,

Sänger der Band

Hey Geronimo

aus Brisbane

TOP FIVE

BEST OF BRISBANE

gibt’s den „Deckchair Sunday“:

Das Spielfeld wird Bühne für

talentierte lokale Musiker, denen

Fans entspannt in ihren Liegestühlen

lauschen. Herrlich!

BRYCE JARRETT, FOTOLIA(3)

Wo Australien

Urlaub macht

BRISBANE FREILUFT-BOWLING, SKYLINE-STRÄNDE

UND LIEGESTUHL-SONNTAGE – WILLKOMMEN IN DER

OSTAUSTRALISCHEN SONNEN-METROPOLE.

„Brisbane ist eine Millionen-Metropole, und dennoch

nennen wir sie ‚die größte Provinzstadt Australiens‘“,

sagt Pete Kilroy, Brisbaner und Sänger von Hey Geronimo,

Australiens wohl innovativster Indie-Band. „Und

das ist positiv gemeint. Denn Brisbane ist weniger

dicht besiedelt, naturbelassener und ruhiger als etwa

Sydney oder Melbourne – und lockt genau deshalb

immer mehr Australier an, hier Urlaub zu machen

oder gar für immer zu bleiben … Was den Aussies

konkret an Brisbane gefällt? Das subtropische Klima

mit 300 Sonnentagen im Jahr, der Stadtstrand mit

herrlichem Skyline-Blick, Live-Music-Pubs an jeder

Ecke, unzählige Kunstgalerien und all die Leute, die

nichts aus der Ruhe bringt. Und deren Lebensgefühl

ansteckend ist. In diesem Sinne: ‚No worries, mate!‘“

www.heygeronimo.com

1 BLACK BEAR LODGE

322 Brunswick Street

Brisbane, so sagt man, hat die

beste Musikszene des Landes.

Und dieses kleine Seitengassenlokal

ist ein Geheimtipp. Denn

hier spielen gern Acts, die knapp

vor dem Durchbruch stehen.

2 BRISBANE POWERHOUSE

119 Lamington Street

Ein altes Kraftwerk als Kultur-

Hotspot: mit ständig neuen Fotoshows,

Kunstausstellungen

oderJazz-Sessions. Die meisten

sogar bei freiem Eintritt.

3 WESTERN MAGPIES CLUB

41 Chelmer Street

Traditionsklub des Australian

Football. Nach jedem Match

4 BURGER URGE

Sieben Filialen in Brisbane

Warum ich die Burgerkette empfehle?

Wegen ihres kontroversen,

aber genialen Marketings.

Denn Burger Urge sorgt mit

Kondomen oder Wladimir Putin

auf den Plakaten stets für Wirbel.

Und die Burger sind spitze!

5 MERTHYR BOWLS CLUB

60 Oxlade Drive

Drinks in der Sonne schlürfen

lieben die Brisbaner. Meine

Tipp: der Outdoor Bowling Club

ohne Clubzwang. Ordert ein

kühles XXXX Gold und schiebt

einige Kugeln am top gepflegten

Rasen.

FELSKLETTERN

Auf verwitterten,

20 Meter hohen

Felswänden rund

um Brisbane klettern

– in allen

Schwierigkeitsgraden

und, wer will,

auch bei Nacht.

riverlife.com.au

DRAGSTER-

RACING

Von 0 auf 100

km/h binnen zwei

Sekunden – nach

einer Fahrt in dem

850-PS-Boliden

weißt du, wie sich

Dragster-Piloten

fühlen.

adrenalin.com.au

THE RED BULLETIN 69


ACTION!

PROFI-GEAR

1

2

3

5

4

Rahmenbedingung

MTB DIRTJUMP JUNGER SCHWEDE

MÄCHTIGE SPRÜNGE. MARTIN SÖDER-

STRÖMS TRICKMASCHINE.

TRIPLE

JUMP

MARTIN SÖDERSTRÖMS

KLEINE HELFER, BESCHÜTZER

UND STILSICHERE

REISEBEGLEITER

Martin Söderström,

24, nimmt

am 11./12. April

am Vienna

Air King teil.

„Oft werde ich gefragt, warum ich so ein

kleines Bike verwende“, erzählt Martin

Söderström, Zweiter der Freeride MTB

World Tour 2013. „Doch das wirkt nur so.

Ich bin fast zwei Meter groß, und mein

Dirtjump-Bike hat einen Standardrahmen,

den jeder im Shop kaufen kann. Sieht

vielleicht nicht so aus, aber mir passt er

perfekt. Dazu kommt, dass mein Bike

mit 10,5 Kilo extrem leicht ist. Manche

Experten sind überzeugt, es wäre ein

Nachteil bei großen Sprüngen. Ich liebe

aber einfach, wie leicht sich das Bike

in der Luft manövrieren lässt.“

www.martin-soderstrom.com

TENNISBÄLLE

„Mit den Bällen hat man seinen eigenen

Physiotherapeuten stets dabei.

Ein Beispiel: zwei Bälle unter den

Rücken legen und langsam mit dem

Körper vor- und zurückgleiten …

Eine Wohltat für die Wirbelsäule.“

POC CRANE PURE-HELM

„Stürze passieren unweigerlich. Mein

Signature-Helm hat mir beim Freestyle-Mountainbiken

mehrfach das

Leben gerettet. Das Helm-Design

stammt von mir: Darauf zu sehen ist

mein mittlerweile 17-jähriger Dackel.“

SPECIALIZED P3

ZARTES BIKE FÜR GROSSE SCHWEDEN

1 BELASTET

Die Hohlkammerfelgen

sind aus hoch

belastbarem Aluminium.

Die robusten

Speichen wiegen nur

14 Gramm pro Stück.

2 UNKAPUTTBAR

Der Rahmen aus

Premium Aluminium

ist leicht und höchst

stabil – bislang zerstörte

ich keinen.

3 GEFEDERT

Ich verwende eine

120-mm-Federgabel

(Standard auf dem

Bike: 100 mm). Ungewöhnlich,

aber da

ich 1,95 Meter groß

bin, brauche ich ein

etwas höheres Bike.

4 ÜBERSETZT

Ein einziger Gang ist

alles, was ein Freestyle-Bike

braucht …

solange es der mit

der optimalen Übersetzung

ist.

5 KURZ GEHALTEN

Die Kettenstreben

sind mit 385 Millimetern

extrem kurz

und haben einen niedrigen

Schwerpunkt.

Das erleichtert die

Kontrolle in der Luft.

SKINNY STRETCH-JEANS

„Vielleicht das Beste seit der Erfindung

des Rads. Immer stilsicher

unterwegs, strapazierfähig und vielseitig

einsetzbar – egal ob beim

Freestyle-Mountainbiken, wenn ich

reise oder auf Partys.“

MASON MASHON/RED BULL CONTENT POOL, FOTOLIA(2)

70 THE RED BULLETIN


ITS A BRAND OF

GRÖSSTER SNOWPARK EUROPAS

MIT 80 OBSTACLES

TRAININGS-HOTSPOT

DER INTERNATIONALEN FREESTYLE SNOWBOARD UND FREESKI ELITE

PIC BERND EGGER RIDER ADRIAN KRAINER


ACTION!

TRAVEL

M A Y A S

W E LT

TIPPS FÜR

ADRENALIN-SHOTS

AUF, NEBEN UND

UNTER YUCATÁN

DÜSEN

Das Flyboard

schwebt – angetrieben

von einem

Wasserstrahl – bis

zu neun Meter über

dem Wasser.

flyboard

mexico.com.mx

Höhlenmenschen

HÖHLENTAUCHEN GARANTIERT TIEFE EINDRÜCKE

HINTERLÄSST DER AUSFLUG IN DIE HÖHLENSYSTEME

DER RIVIERA MAYA AUF YUCATÁN IN MEXIKO.

Abtauchen: Unter

der Halbinsel Yucatán

versteckt sich eine

faszinierende Welt.

Kalt, dunkel, gefährlich: Wer unfreundlichere Plätze

als Unterwasserhöhlen finden möchte, hat gut zu tun.

Dennoch (oder deshalb) sind nur wenige Plätze faszinierender

zu erforschen. Ein in seiner Unwirtlichkeit

besonders großartiges Exemplar liegt in – oder besser:

unter – dem küstennahen Dschungel von Mexikos

Halbinsel Yucatán: die unterirdischen Wasserstraßen

der Riviera Maya, mit dem 250 Kilometer umfassenden

Sistema Ox Bel Ha, einem der längsten unterirdischen

Fluss-Systeme der Welt. „Beim Höhlentauchen

weißt du: Du bist an einem Ort, an dem kaum

jemand vor dir gewesen ist“, sagt Natalie Gibb, Ausbildnerin

bei Diablo Divers, einer Tauchschule an der

Riviera Maya. „Das ist die große Faszination, aber auch

ein Teil der Gefahr.“ Risiken bleiben selbst mit einem

erfahrenen Begleiter: Hypothermie (Unterkühlung

des Körpers), die Gefahr, seinen Tauchpartner zu verlieren,

Ausfall des Tauchgeräts oder der Unterwasserlampe.

„Es ist ein Extremsport mit entsprechenden

Risiken“, sagt Gibb. „Aber wer gut trainiert ist und

das Tauch-Protokoll einhält, sollte sie ganz gut im

Griff haben.“ Für den Briten Jeremy Bruns, einen von

Gibbs Tauchschülern, lässt sich Höhlentauchen „mit

gewöhnlichem Tauchen überhaupt nicht vergleichen.

Geführte Höhlentouren

ab 110 US-Dollar. Voraussetzung:

PADI-Open-

Water-Diver-Kurs oder

vergleichbare Ausbildung.

diablodivers.com

Es ist neu, mitreißend,

Glücksgefühl pur. Du erlebst

dich in dieser seltsamen und

unwirklichen Umgebung

neu. Du hast das Gefühl,

wirklich am Leben zu sein.“

INSIDER-TIPP

EINE FRAGE DES WILLENS

„Höhlentauchen ist zu 90 Prozent eine Sache des Kopfes“,

sagt Instruktorin Natalie Gibb. „Gefährlich wird es nur

dann, wenn man die Konzentration verliert. Am wichtigsten

ist ordentliche Vorbereitung, noch mal die Route

im Kopf durchgehen, noch mal das Equipment checken.

Wer sich nicht wohlfühlt, bricht den Tauchgang am

besten ab – oder beginnt ihn erst gar nicht.“

Die Höhlen

reichen bis zu

40 Meter tief

unter die Erde.

Ordentlich reinhauen

„Höhlentauchen verbraucht enorm viel

Energie, weil Körper und Geist gleichermaßen

gefordert sind“, sagt Natalie Gibb.

„Besonders wichtig daher: vor dem Tauchgang

ordentlich frühstücken.“

CRUISEN

… mit Sportwagen

wie Ferrari F430,

Porsche 911 oder

Lamborghini

Gallardo die Küste

entlang nach Playa

del Carmen.

exoticrides

cancun.com

SURFEN

Konstant guter

Wind und kristallklares

Meer: Tulum

an der Riviera Maya

ist der Traum aller

Kitesurfer.

oceanprokite.com

GETTY IMAGES, JEFF LINDSAY, FOTOLIA(2)

72 THE RED BULLETIN


ACTION!

STARKE UHREN

IWC Scha≠hausen

„Portugieser

Jahreskalender“

Das in den drei kleinen

Fenstern am Zifferblatt

zwischen 11 und 13 Uhr

angezeigte Datum ist ab

1. März ein Jahr lang korrekt.

Nur einmal jährlich,

am Ende des Februars,

muss das Datum per

Hand ein gestellt werden.

EWIG

GENAU

DAS BEHERRSCHEN

DES DATUMS IST

HÖCHSTE UHR­

MACHERKUNST.

PATEK

PHILIPPE

REFERENZ 5035

Die U(h)rmutter

aller Jahreskalender:

Die Referenz

5035 wurde von

Patek Philippe

1996 vorgestellt.

Smart-

Mech

DER JAHRESKALENDER SEIN

MECHANISCHES GEDÄCHTNIS

HAT BEINAHE EIN GANZES JAHR

LANG DAS DATUM IM KOPF.

Die Jahreskalendermechanik

einer Uhr

kann Monate mit 30

und 31 Tagen

unterscheiden und zeigt

so stets das richtige

Datum an – mit einer

Ausnahme: Jeweils

am 1. März

muss von Hand korrigiert

werden. In

der Uhrenwelt zählt

der Jahreskalender zu

den so bezeichneten

„kleinen Komplikationen“

oder Gebrauchskomplikationen

(der

ewige Kalender dagegen

ist eine „große

CARTIER

ROTONDE DE CARTIER

ANNUAL CALENDAR

Verteilt über das Zifferblatt,

zeigt der Jahreskalender

Datum, Wochentag, Monat.

Komplikation“). Armbanduhren

mit diesem Feature haben einen

hohen Alltagsnutzen, ohne dass

sie extrem teuer sind.

Der Jahreskalender

per se wurde 1996

von Patek Philippe

erfunden. Seither

griffen zahlreiche

Hersteller diese

clevere Idee auf und

brachten ihre Interpretationen

davon auf

den Markt. Nachdem

der anfängliche Boom

der kleinen Komplikation

zuletzt etwas abgeebbt

war, scheint

2015 nun wieder ihr

Jahr zu werden! Très chic und

ganz neu ist etwa der „Portugieser

Jahreskalender“ von IWC, der vor

wenigen Tagen am Salon International

de la Haute Horlogerie

(SIHH) in Genf seine Weltpremiere

feierte. Motor der Portugieser ist

ein bei IWC in Schaffhausen entwickeltes

und gefertigtes Automatikkaliber

mit sieben Tagen

Gangreserve. Ganz in der Tradition

der Portugieser-Familie, wurde es

in einem 44,2-Millimeter-Gehäuse

präsentiert: Bei derartigen Durchmessern

von Gehäuse und Uhrwerk

fallen die entsprechenden

Fensteranzeigen für Monat, Datum

und Wochentag groß aus; die Ablesbarkeit

ist damit vorzüglich.

UHRENWISSEN

ZUM ANGEBEN

Der ewige Kalender

gilt bei Uhren als

„große Komplikation“.

Er macht

manuelle Korrekturen

überflüssig.

Alle 100 Jahre

(2100, 2200 usw.)

fällt jedoch im Februar

ein an sich

fälliger Schalttag

aus; das muss händisch

an der Armbanduhr

korrigiert

werden.

MONTBLANC

EWIGER

KALENDER

Das Zifferblatt eines

ewigen Kalenders,

inklusive der

Schaltjahresanzeige

bei 12 Uhr.

ALEXANDER LINZ

74 THE RED BULLETIN


CARTIER UND CAROLE

Die Königin

der Komplikation

HINTER DER BRILLANTEN MECHANIK

DES SCHWEIZER LUXUS-LABELS

STECKT DAS GENIE EINER FRAU.

Mit neun reparierte

Thomas Wanka,

heute „UHREN-MA-

GAZIN“-Chefredakteur,

seine erste Uhr

– mit einer Gabel.

Ihre freudige Unruhe ist ansteckend,

sitzt man mit Uhrenspezialistin

Carole Forestier-Kasapi zusammen.

„Königin der Komplikationen“ wird

die Französin anerkennend genannt,

und ihre Augen blitzen erwartungsvoll,

stellt man ihr Fragen. Man

spürt förmlich, dass es sie selbst

beim Erzählen immerzu zurück in

ihr Konstruktionsbüro im Schweizer

Jura zieht. Genauer nach La Chauxde-Fonds,

einem der Uhrenzentren,

zu Cartier.

Alles in Frage stellen, aber nichts

auslassen, das sei ein Geheimnis

ihres Erfolgs, sagt Carole Forestier-

Kasapi. In Frage gestellt hat sie die

mysteriösen Uhren, welche in der

Geschichte von Cartier eine große

Rolle spielen.

Deren Geheimnis

besteht in

schwebenden

Zeigern, die

scheinbar antriebslos

über

gläsernen Zifferblättern

schweben.

Von historischen

Tischuhren

ausgehend,

gelang

Carole Forestier-

Kasapi der Transfer

zur Armbanduhr. In

Frage gestellt hat sie

Komplikationen wie den ewigen

Kalender in der „Rotonde de Cartier

– Astrocalendaire“. Statt mit unzähligen

Hebeln und Federchen zu arbeiten,

konstruierte sie eine amphitheaterartige

Anzeige auf drei

Ebenen rund um eine Art mechanisches

Gehirn, welches ausschließlich

über Zahnräder die Funktion eines

ewigen Kalenders erfüllt. Dieser

kennt nicht nur den kurzen Februar,

sondern weiß auch in einem Schaltjahr

das Datum korrekt zu setzen.

Nichts ausgelassen wird bei

den Details der Konstruktion. Über

dreißig Ingenieure und Uhrmacher

sind in Forestier-Kasapis Team seit

der Gründung der Cartier Fine

Watchmaking Division für rund

dreißig neue Kaliber verantwortlich.

Der Konstruktionszeitraum beträgt

fünf Jahre, bereits jetzt steht also

die Planung bis 2018.

Carole und Cartier, das ist eine

Geschichte, die man aus zwei Perspektiven

betrachten muss, um sie

ganz zu verstehen. Seitdem Carole

Forestier-Kasapi bei Cartier die

Uhrenkonstruktion leitet (seit 2005),

hat sich das Haus aus der Außenseiterposition

eines Schmuckuhrenherstellers

zur hoch angesehenen

und vom Mitbewerber respektierten

Uhrenmanufaktur gewandelt. Zahlreiche

Auszeichnungen dokumentieren

das. Und Carole bringt als

Spross einer Pariser Uhrmacherfamilie

viel vom nötigen Hintergrundwissen

mit.

Uhrenkonstrukteurin Carole Forestier-

Kasapi, Modell „Rotonde de Cartier –

Astrocalendaire“: Wochentag, Datum

und Monat werden dreidimensional und

in konzentrischer Anordnung dargestellt.

AUF DER WUNSCHLISTE

Smart-Tech

OB LUFT-/RAUMFAHRT ODER OUTDOOR,

DIESE DREI SMARTEN KÖNNEN (FAST) ALLES.

Breitling

Chronospace

Military

Das thermokompensierte

SuperQuartz-Kaliber

erreicht eine Genauigkeit

von plus/minus

zwei Sekunden im

Monat. Es zeigt die

Zeit analog und digital

an, ebenso eine

zweite Zonenzeit und

die UTC-Zeit. Weitere

Features: Stoppuhr mit

Zwischenzeit (Genauigkeit:

1/100-Sekunde),

mehrere einstellbare

Weckzeiten, Datumsanzeige

und Countdownfunktion.

www.breitling.com

Tissot

T-Touch Expert Solar

Bereits 1999 fertigte

Tissot mit der ersten

„T‐Touch“ eine Smart-

Watch, die durch die

Berührung des Uhrglases

gesteuert

wird. In der aktuellen

Version sorgt

ein Solarmodul am

Zifferblatt dafür,

dass der „T-Touch“

mit all ihren Features

(inklusive Kompass)

nie der Strom ausgeht.

www.tissot.ch

Omega

Skywalker X-33

In der von der European

Space Agency (ESA)

für Raumflüge zertifizierten

X-33 sitzt

ebenfalls ein Super-

Quartz-Kaliber. Es zeigt

Stunden, Minuten und Sekunden

analog an, während

der Chronograph und der

Countdown, bis zu drei unterschiedliche

Zonenzeiten, drei

Alarme sowie der ewige Kalender

mit Tag, Datum, Monat, Woche

und Jahr digital angezeigt werden.

www.omegawatches.com

THE RED BULLETIN 75


N I G H T L I F E

Corps Diplo-

Matique

Text und Bilder:

Shane McCauley

76 THE RED BULLETIN


Vom Live-Set in Rom bis zur Strandparty auf

Jamaika: Shane McCauley zeigt die zehn

besten Shots seiner Reisen mit DJ-Hero Diplo.

Wesley Pentz alias DIPLO wurde 2008 mit „Paper

Planes“ zum Weltstar. Der Song, produziert für

die britische Sängerin M.I.A., gewann Vierfach-

Platin in den USA und lief im Oscar-prämierten

Drama „Slumdog Millionaire“. Seither veredelt der

ehemalige Nachhilfelehrer aus Philadelphia die

Songs von Snoop Lion, Beyoncé, Chris Brown und

Madonna. Jahresgage 2014: zehn Millionen Dollar.

SHANE McCAULEY traf Diplo zum ersten Mal 2003

auf einer Block-Party in Philadelphia. Seither

begleitet der Fotograf und Filmemacher den

Sound-Tüftler zu Shows auf allen Kontinenten.

30.11. 2011 / Buenos Aires, Argentinien

Diplo um 3 Uhr früh beim Spontan-Set im Szeneviertel Monserrat.

Sein Gig hat gerade begonnen, was für Buenos Aires völlig normal

ist. Die Leute feiern dort auch werktags ganze Nächte durch.

THE RED BULLETIN 77


NIGHTLIFE

21. 01. 2014 / Melbourne, Australien

Major Lazer ist Diplos elektronisches Dancehall-Projekt. Beim Gig im Palace Theatre

zücken 1500 Zuseher auf sein Kommando ihre Smartphones. Das gemeinsame Lichtermeer

ist fixer Bestandteil der Show – und für mich der beste Moment zum Abdrücken.

19. 02. 2 0 1 2 /

Kingston, Jamaika

Ein Paar tanzt zum

Diplo-Set am Sugarman

Beach. Diplo liebt die

Dancehall-Musik der

Insel. Der Tanz dazu

heißt „Daggering“ und

sieht aus, als hätte man

bekleidet Sex.

05. 08. 2012 / Brooklyn, New York City, USA

Spontane Fete: Eigentlich sollten Major Lazer an diesem Abend

open air spielen. Dann zwang uns ein Gewitter in die Music Hall

of Williamsburg. MC Walshy Fire ließ sich trotzdem feiern.

78 THE RED BULLETIN


01. 05. 2012 / Manhattan, New York City, USA

Die „Vogue Knight“-Dienstage von DJ MikeQ sind legendäre Dance-Partys im Escuelita

Club in Hell’s Kitchen. Diplo ist dort Stammgast. Das Bild entstand am frühen Morgen

während des 30-minütigen „Dance O≠“, bei dem Juroren die besten Moves prämieren.

„ STRANDPARTY

AUF JAMAIKA: DER

TANZSTIL SIEHT

AUS, ALS HÄTTE MAN

BEKLEIDET SEX.“

24. 02. 2011 / Port

of Spain, Trinidad

Diplo mit Major-Lazer-

MC Jillionaire auf dem

Weg zur Aftershow. Als

Einheimischer kennt

Jillionaire die besten

Partys der Insel. Wir

nennen ihn „Präsident

von Trinidad“.

79


NIGHTLIFE

20. 01. 2 0 1 3 /

Philadelphia, USA

Bei seinem „Trap Hawk

Down“-Konzert spielte

Diplo in einer Nacht

vier Sets in vier Städten.

Nach Baltimore und

Philadelphia ging’s per

Helikopter nach Atlantic

City und New York.

20. 04. 2011 / Madrid, Spanien

Die Zombie Kids (li.) sind Spaniens Nightlife-Könige. Ihr „Zombie

Club“ stieg jeden Mittwoch in der Sala Heineken. Warum Diplo

auf dem DJ-Deck hockt? Ganz einfach: Er ist ein Showman.

80 THE RED BULLETIN


03. 06. 2009 / Rom, Italien

Diplo während seiner Italien-Tour mit dem DJ-Duo Crookers. Das Bild stammt vom Set

im Club Atlantico im Süden der Stadt. Rom war eine der wenigen Städte, die sich Diplo

auch bei Tag ansah. Normalerweise sitzt er vor seinem Laptop und bastelt neue Tracks.

04. 08. 2012 / Philadelphia, USA

Diplos wilde Block-Party-Sets sind berühmt: 8000

Leute, Open Air, Volksfeststimmung. Hier holt ein

Ordner gerade zwei Fans von der Fahnenstange.

„So feiern, als wärst

du morgen tot.“

the red bulletin: Herr McCauley, wie

wird man Fotograf eines DJ-Weltstars?

shane mccauley: Ich traf Wesley zum

ersten Mal vor elf Jahren. Ein New Yorker

Musik-Magazin hatte mich beauftragt,

seine Block-Party in Philadelphia zu fotografieren.

Wes trug damals noch Baggy-

Pants und hatte einen Pferdeschwanz

(lacht). Wir verstanden uns auf Anhieb,

weil er wie ich verrückt nach Musik ist.

Wie äußert sich diese Verrücktheit?

Wes interessiert sich für jede Art lokaler

Musikkultur. Gibt er Konzerte in Indien,

sucht er stundenlang am Flohmarkt nach

Bollywood-Platten. Es könnte ja ein interessanter

Beat dabei sein.

Mittlerweile reisen Sie seit elf Jahren

mit Diplo um die Welt. Welche Nightlife-

Szene hat Sie besonders überrascht?

In Tel Aviv geht richtig die Post ab. Die

politische Lage dort ist angespannt. Die

jungen Leute leben mit der Haltung, dass

sie morgen tot sein könnten. Darum wird

umso wilder gefeiert. Auch Kenia war

irre: Diplo spielte in einer Halle mit Palmengras-Dach

und einem Dancefloor aus

Holz. Die Kids tanzten so wild, dass der

Boden einbrach. Security-Leute mussten

einen Schutzring

um das

Loch bilden,

damit niemand

hineinfiel.

In welchen

Städten ist

Nightlife-

Fotografie

gefährlich?

Kingston kann

rau sein, da

solltest du

ohne Local

Guide nachts nicht rausgehen. Auf den

Philippinen wunderten wir uns über die

Sprengstoffhunde im Hotel. Später erfuhren

wir, dass dort eine Woche zuvor

ein Anschlag verhindert worden war.

Das Geheimnis spannender Fotos?

Man kann Musik nicht auf Bilder bannen.

Deshalb versuche ich, die Energie der

Konzertbesucher zu dokumentieren.

Shane McCauley, 38, lebt in Los Angeles

und New York City. Seine Bilder:

www.shanemccauley.com

81


ACTION!

FEIERABEND

An die 250 Personen

fasst das

Konzert-Areal der

Hinterhof Bar.

K A T Z E N

JAMMER

DREI RECHT SELT­

SAME ANTI-KATER-

REZEPTE UNSERER

VORFAHREN:

Hinterhofkultur

BASEL DIE HINTERHOF BAR IST CLUB,

BAR, TANZFLÄCHE, BÜHNE ... UND

EIN SPOT FÜR KUNSTINTERESSIERTE.

HASENTEE

Ein gängiger Katerkiller

im Wilden

Westen war aus

Hasenkot gebrauter

Tee. Aus medizinischer

Sicht unerklärlich:

Kalium

mag helfen, doch

die enthaltene

Dosis ist kleiner als

die einer Banane.

„Wie ich den typischen Hinterhof-Gast

beschreiben würde? Neugierig, weltoffen

und immer bereit, Neues zu entdecken“,

sagt Philippe Hersberger, Mitgründer der

Hinterhof Bar, die innert vier Jahren zu

Basels angesagtester Ausgeh-Location

wurde – dank vielfältigem Angebot: „Wir

wollten Konzerte und Partys mit Kunst

und Kultur vereinen“, so Hersberger. 2009

verwandelte man eine alte Fabrikshalle

im Basler Dreispitzareal in eine mannigfaltige

Location: mit Bar, Tanzfläche,

Bühne, Foyer, Miniclub, Dachterrasse und

dem Offspace, einem Raum für junge

Künstler. „Auf der Dachterrasse schlürft

man entspannt Cocktails, im kuscheligen

Mini club steigen DJ-Sets, und in der

Hinterhof Bar spielen nationale und internationale

Acts.“ Musikalisch setzt man

auf Vielfalt: „Wir spielen House, Electro,

Techno, Funk, Rap – oder es gibt eine

Roller-Disco mit Boogie-Sounds.“ Und

on stage? „Junge Schweizer Musiker und

große Namen.“ Eines der Konzert-Highlights

demnächst: die Londoner Rock-

Formation To Kill a King.

HINTERHOF BAR

Münchensteinerstrasse 81, 4052 Basel

Montag bis Sonntag: ab 23 Uhr

hinterhof.ch

INSIDER INFO

CLUBCHEF PHILIPPE

HERSBERGER HAT DREI

PERSÖNLICHE TIPPS

FÜR NACHTAKTIVE.

DER BESTE ORT, UM IN

DIE NACHT ZU STARTEN …

… ist unsere Dachterrasse.

Entspannte Atmosphäre,

exquisite Cocktails, argentinischer

Grill und dazu Musik

von lokalen Top-DJs.

DER PERFEKTE

PARTY-COCKTAIL ...

… ist der Mint Julep. Serviert

im Silberbecher, mit reichlich

gestoßenem Eis, frischer

Minze und Bourbon.

EIN LOKALER ACT,

DEN MAN UNBEDINGT

HÖREN SOLLTE …

… Wellis Mac. Wunderschöner

melancholischer,

verträumter Sound –

hoffentlich bald auch bei

uns auf der Bühne.

VOGELBRATEN

Plinius der Ältere

empfahl katergeplagten

Zeitgenossen

im antiken

Rom, einen gebratenen

Kanarienvogel

zu verspeisen

und sich Fuchsgenitalien

auf die

Stirn zu binden.

SCHAFLUNGE

Im antiken Hellas

schwor man nach

langen Nächten auf

Schaflunge mit

Euleneiern. Der

Arzt Galenus von

Pergamon empfahl

zudem, sich den

Kopf mit Kohlblättern

einzuwickeln.

MICHAEL.HOCHREUTENER(4), FOTOLIA(3)

82 THE RED BULLETIN


WARNER MUSIC, UNIVERSAL MUSIC, FABIEN, SONY MUSIC

ACTION!

LADEN & LAUSCHEN

Charlotte Aitchison

alias Charli XCX, 22,

Popstar und Hitschreiberin

aus

England

„Popmusik

vom Mars“

PLAYLIST ROCKENDE ROBOTER, PLAY-

BOY-POP UND ANONYME BEAT-BASTLER:

DIE FÜNF LIEBLINGSSONGS DER NEUEN

POP-PRINZESSIN CHARLI XCX.

Britney Spears

Weezer

1 2

3

„... Baby One More Time“

„Beverly Hills“

Ich war sieben,

als ich dieses

Musikvideo

zum ersten Mal

sah. Und es

war eine Offenbarung.

Britneys

Gesang,

ihr Outfit, der

Song selbst – ich wusste sofort, ich will

sein wie sie. Es war der Moment, an dem

ich beschloss, Musikerin zu werden. Als

ich wenig später dann noch die Spice

Girls entdeckte, war die Sache für mich

endgültig beschlossen.

Sophie

4 „Hard“

5

Sophie ist der

spannendste

Produzent der

Gegenwart.

Seine Tracks,

allen voran

dieser, klingen

visionär, wie

Popmusik vom

Mars. Der Witz dabei: Kaum jemand

weiß, wer sich hinter dem Pseudonym

Sophie versteckt. Er lässt sich nicht

fotografieren, er gibt keine Interviews.

Ein spannendes Konzept! Ich würde

liebend gern mit ihm arbeiten.

Bei dem Stück

stimmt einfach

alles:

die krachigen

Gitarren, das

Kopfnicker-

Tempo, der

feuchtfröhliche

Text im

Rap-Stil und das Video, gedreht in der

Playboy-Mansion. Weil ich etwas von

dieser Lässigkeit für mein Album wollte,

holte ich mir Weezer-Sänger Rivers

Cuomo ins Studio. Auf unseren Song

„Hanging Around“ bin ich sehr stolz.

Dizzee Rascal

„I Luv U“

Der britische

Rap-Klassiker

erschien vor

zwölf Jahren

– und klingt

heute noch

so frisch wie

am ersten Tag.

Ich war 2003

ein großer Fan von Dizzee Rascals erstem

Album „Boy in da Corner“, vergaß

es dann aber ganz. Bis es kürzlich im

Tourbus jemand auflegte und ich wieder

total darauf reinkippte. Dizzees Rap-Stil

ist genial: räudig, schnell, schlau.

Die Karriere von Charli XCX begann vor zwei Jahren:

Die damals Zwanzigjährige schrieb dem schwedischen

Duo Icona Pop den Mega-Hit „I Love It“ auf

den Leib und veröffentlichte ihr Debütalbum „True

Romance“. Im Sommer 2014 stürmte sie selbst die

Charts: mit ihrem Ohrwurm „Boom Clap“, der allein

in den USA eine Million Stück verkaufte. Charlis

Hitformel: elektronische Songs

zwischen Punk und Pop, Texte,

die vor jugendlichem Übermut

strotzen. Ein Mix, der selbst Disco-

Pionier Giorgio Moroder begeistert:

Der Südtiroler engagierte

Charli als Sängerin für seine

Comeback-Platte. Dieser Tage

erscheint außerdem ihr eigenes

neues Album. Welche Songs sie

dazu inspirierten, verrät sie hier.

www.charlixcxmusic.com

The Flying Lizards

„Money“

Der Song ist

seit Jahren Teil

meines Live-

Repertoires.

Im Original ist

„Money“ ein

alter Blues-

Song. 1979

wurde er von

der Kunst-Band The Flying Lizards auf

elektronisch getrimmt – und klingt, als

würden Roboter versuchen, Rock ’n’

Roll zu spielen. Das Stück klingt alt und

futuristisch zugleich. Genau diesen

Sound wollte ich auch für meine Platte.

FILM AB!

GADGET DES MONATS

GOPRO HERO4 BLACK/MUSIC

Nach der Sportwelt will GoPro nun auch

den Musikmarkt erobern: Ausgestattet

mit neuen Digitalwandlern für besten

Klang, Instrumenthalterungen und

Nachtsicht-Modi,

ist die Hero4

Music Edition

das perfekte Tool

für Musiker und

Konzertfilmer.

www.gopro.com

M U SI K-

BLICK

VOM GRUNGE-GOTT

ZUR GRANDE DAME

DES JAZZ: HIER

DIE DREI BESTEN

MUSIK-DOKUS

DES FRÜHJAHRS.

MONTAGE

OF HECK

Die erste von Kurt

Cobains Familie

autorisierte Doku

über den 1994 verstorbenen

Nirvana-

Sänger. Mit Privataufnahmen

und

bisher verschollenem

Live-Material.

FRESH DRESSED

Der Film von Rap-

Star Nas befasst

sich humorvoll mit

Hip-Hop-Modetrends

der letzten

30 Jahre: von Adidas-Sneakern

über

Goldketten bis zu

Kanye Wests Leder-

Jogginghosen.

WHAT HAPPENED,

MISS SIMONE?

Die Oscar-nominierte

Regisseurin

Liz Garbus auf den

Spuren von Nina

Simone. Deren

Tochter öffnet für

Garbus erstmals

das Privatarchiv

der Jazz-Sängerin.

THE RED BULLETIN 83


ACTION!

GAMES

BLOCK-

BUSTER

2015 WARTEN

WIR BESONDERS

GESPANNT AUF …

Im Bild: eine gesellschaftlich

noch nicht

vollständig etablierte

Art, Museumsbesuche

kurzweilig zu gestalten.

Die Stadt ächzt

THE ORDER: 1886 LONDON STECKT VOLLER REBELLEN UND

ERBARMUNGSLOSER MONSTER. DOCH ZUM GLÜCK NAHEN DER

RETTER, SEIN THERMIT-WERFER UND SEIN ELEKTRO-GEWEHR.

Erhältlich exklusiv auf

PlayStation 4

Wenn wir „The Order: 1886“ ungefähr einordnen wollen:

ein „Assassin’s Creed“-artiges Action-Adventure im fiktiven

London des 19. Jahrhunderts, dargebracht im Setting der

(übrigens wirklich tollen) TV-Serie „Penny Dreadful“. Held

ist Galahad, Mitglied eines uralten Ritterordens, und sein

Leben wird ihm gleich an zwei Fronten schwergemacht: von

Londoner Rebellen, die unter dem unerbittlichen Durchgreifen

der Ordnungsbehörden von The Order ächzen,

und von Half Breeds, das sind auffallend hässliche Mensch-

Kreatur-Hybride mit einer unerfreulichen Vorliebe für den

Genuss von Menschenfleisch.

Zur Sache geht’s in einem düsteren London voll Nebel und

Retro-Futurismus: ächzende, dampfende, stampfende Kolben,

Bolzen und Zahnräder treffen da auf Laser und digitale Sehverstärker.

Die Technik ist ihrer Zeit weit voraus, der Dreck

der industriellen Revolution ist aber

geblieben und verleiht dem Game seinen

tatsächlich betörenden Steampunk-

Charme. Viele der Entwickler von „The

Order: 1886“ kennen wir bereits aus

der „God of War“-Serie. Sie haben sich

offenbar von ausführlichem Geschichtsunterricht

inspirieren lassen, so entstanden

tolle Ideen wie eine viktorianische

Version des Awtomat Kalaschnikowa,

obrazca 47, kurz AK-47.

theordergame.com

IM WANDEL DER ZEITEN

GESCHICHTSUNTERRICHT IN DREI SPIELEN

„Homefront: The Revolution“

US-Widerstand gegen die Besatzung der „Vereinten

Koreanischen Armee“. Ego-Shooter für Mac, Windows,

Linux und Konsolen. Erscheint dieses Jahr.

„Bladestorm“

„Homefront: The Revolution“

„Bladestorm: The Hundred Years’ War“

Ab März geht es auf PS4 und Xbox One in den

hundertjährigen Echtzeit-Strategie-Krieg zwischen

den Königreichen England und Frankreich.

The Last Express“

Point-and-Click-Adventure: An Bord des Orient

Express von Paris nach Istanbul gibt es einen Mord

zu klären, allerdings in Echtzeit. Für iOS und Android.

„BATMAN:

ARKHAM

KNIGHT“

Im vierten Teil

der Arkham-Serie

bekommt es die

Fledermaus aus

Gotham mit Scarecrow

und einer

Riege Bösewichter

zu tun. Ab Juni.

„LEGEND

OF ZELDA“

Protagonist Link

bekommt sein

erstes hochauflösendes

Open-

World-Adventure.

Das sehnlich

erwartete Zugpferd

für die Wii U

erscheint im Lauf

des Jahres.

„RISE OF THE

TOMB RAIDER“

Der Nachfolger

des 2013er-Neustarts

der „Tomb

Raider“-Serie.

Ende 2015 geht es

für eine verjüngte

Lara Croft auf

Action-Schatzsuche.

84 THE RED BULLETIN


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wie sein Erfinder Xavier de Le Rue.


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ein wenig unberechenbar ist

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Massig Style, der vom Klassik-

Modell Old Skool höchstselbst

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In der Praxis aber eher

in den Szene-Club oder schlicht

auf die Straße.

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allen gängigen Funktionen,

der auch noch

beim Schwimmen Daten

aufzeichnen kann.

88


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Distanz und Puls informiert werden wollen.

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Display des intuitiv bedienbaren Eon zeigt nur

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WARUM DAS LÄSSIG IST Weil Bike und Board endlich nicht

mehr vogelwild in der Designerwohnung herumkugeln.

WO ES HINGEHÖRT Idealerweise in die Nähe der Garderobe:

Das modulare Harper hat eine Vielzahl von Aufsätzen und dient

auch als Werkstatt, Sport-Garderobe oder Zubehörlager.

WER ES BRAUCHT Sportler und Design-Liebhaber.

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E‐Bikes verwandelt.

„Rekuperiert“ bergab

Energie, keine zusätzlichen

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tasmanischer Wolle. Auf

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Durchnummeriert.

HEADIÇÃO – BALLS FOR BRASIL

ISPO BRANDNEW WINNER* SOCIAL AWARENESS

WARUM DAS LÄSSIG IST Das Sozialprojekt bringt benachteiligte

brasilianische Kinder und ein neues Spiel zueinander.

WO ES HINGEHÖRT In brasilianische Waisenhäuser.

WIE ES GEHT Headis spielt sich wie Tischtennis, allerdings

mit dem Kopf und einem 100 Gramm schweren und

knapp 18 cm großen Gummiball. Das Headição-Projekt

hat 2014 im Land der Fußball-WM Kindern Zugang

zu Sport und Kreativität ermöglicht, indem man im

ganzen Land Headis-Platten aus Holz und Wassertonnen

aufgestellt hat. Auch ohne massiven

finanziellen Einsatz kann man viel Gutes bewirken.

Respekt!

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Einer für alles: 30 Liter

Tragekomfort für alle

Aufgaben zwischen Skitour,

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und Nacht-Exkursion.

TENTSILE TREE TENT

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WARUM DAS LÄSSIG IST Weil es ein Baumhaus zum Mitnehmen

für Outdoor-Sportler ist.

WO ES HINGEHÖRT Entweder ganz normal auf den Boden oder

wie eine Hängematte aufgehängt zwischen zwei Bäume.

WER ES BRAUCHT Abenteurer, die auch auf unebenem Grund,

bei Hochwasser oder wuselndem Geziefer gut schlafen wollen.

90


THE RED BULLETIN ACTIVE STUFF

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WARUM DAS LÄSSIG IST

Vereint legendäre Gore-Tex-Qualität

mit Killer-Features, optimaler Passform

und Bewegungsfreiheit.

WO ES HINGEHÖRT

Auf die Skipisten. Und zum Après-Ski.

WER ES BRAUCHT

Wintersportler, die zu viele Jacken

haben. Diese ersetzt sie alle.

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Fleece-Shirt

zum Drunterziehen

beim Wintersport.

Mit Daumenschlaufen,

damit kein Schnee in

den Ärmel rutscht.

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Eisschraube, die neue

Standards setzt. Ergonomisch

designt und

180 Gramm leicht, beißt

sie sich in jedes Eis –

einhändig bedienbar.

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Wearable Life Science kombiniert

Funktionswäsche und elektrische

Muskelstimulation EMS.

WO ES HINGEHÖRT

Nach draußen. Erstmals ist

Muskelaktivierung durch Elektroden

auch draußen möglich.

WER ES BRAUCHT

Läufer und Biker, die auf

schnelle Fortschritte durch

multiple Stimulation setzen.

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Russland: vibrationsdämpfender

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Carbon, Kopfteil aus

Stahl, Aluminium und

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188 Gramm leicht.

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Insulated Comfort das

Ende kalter, nasser

oder sonst wie beeinträchtigter

Füße aus.

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WARUM DAS LÄSSIG IST

Technisch, leicht, robust, clean:

minimalistische Funktionskleidung

mit klugen Details wie laminierter

Krempe und Sturmkapuze.

WO ES HINGEHÖRT

Ins alpine Gelände.

WER ES BRAUCHT

Sportler, die aufs Packgewicht achten.

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modern interpretiertem

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japanischen Kult-

Produzenten.


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26. 2. – 8. 3., Garmisch-Partenkirchen

FIS Ski-

Weltcup

Nach den Absagen im Vorjahr hoffen die Organisatoren

der klassischen Kandahar-Rennen in diesem

Jahr auf mehr Wetterglück. Auf dem Programm

stehen: Abfahrt (28. 2.) und Riesenslalom (1. 3.)

der Herren sowie eine Woche später Abfahrt (7. 3.)

und Super-G (8. 3.) der Damen. Im Riesentorlauf

zählen die deutschen Herren zum Favoritenkreis,

Felix Neureuther, Fritz Dopfer und Stefan Luitz sind

für Podestplätze gut. Bei den Damen will Viktoria

Rebensburg bei ihren Heimrennen Favoritin Lindsey

Vonn fordern. Die 25-Jährige vom Tegernsee zeigt

sich in dieser Saison in den Speed-Disziplinen

stark verbessert, holte im Dezember mit Platz 2

in Val d’Isère ihren ersten Abfahrts-Podestplatz.

www.skiweltcup-garmisch.com

Lindsey Vonn gewann in Garmisch

bereits eine Abfahrt, zwei Super-G und

(allerdings schon 2009) einen Slalom.

12. – 15. 3., Messe, Leipzig

Leipziger

Buchmesse

Über 2000 Aussteller und die gesamte

Vielfalt der Literatur – von

Sach-, Hör- und Kunstbüchern über

Zeitschriften bis Comics: In Leipzig

findet nach Frankfurt die zweite

bedeutende deutsche Buchmesse

statt. Angesagt hat sich in diesem

Jahr hoher Besuch aus den USA: T. C.

Boyle (Bild) präsentiert am 15. März

seinen neuesten Roman „Hart auf

hart“. Neben der Messe lädt die

Hochschulstadt zu Europas größtem

Leseliteraturfest „Leipzig liest“ –

mit über 3000 Veranstaltungen und

Autoren an über 400 Leseorten.

www.leipziger-buchmesse.de

92 THE RED BULLETIN


6. 3., Theater am Tanzbrunnen, Köln

D’Angelo

Das Debütalbum „Brown Sugar“ brachte D’Angelo

1995 drei Grammy-Nominierungen und machte ihn

zum Neo-Soul-Star. Ende 2014 gelang ihm mit „Black

Messiah“ nach zehnjähriger Schaffenspause ein fulminantes

Comeback. Sein Stil:

inspiriert von Soul-Legende

Marvin Gaye – der ihm

immer wieder in Träumen

erschien – und seinem Idol

Prince. Mitte Februar startet

D’Angelo „The Second

Coming Tour“

durch Europa,

die ihn für vier

Konzerte auch

nach Deutschland

führt.

myspace.com/

dangelo

D’Angelo

kommt mit

Liveband nach

Deutschland.

6./7. 3., O ² World, Berlin

Night of the Jumps

Die älteste Freestyle-Motocross-Serie feiert in diesem

Jahr ihr bereits 15-jähriges Bestehen. Zwölf der weltbesten

Motorrad-Artisten wie der Spanier Maikel

Melero, der Franzose David Rinaldo, der Tscheche Petr

Pilat oder der Lokalmatador Luc Ackermann sollten

in Berlin besonders motiviert sein: Der Contest ist

Saisonauftakt der FIM Freestyle MX World Championship.

Weitere Programmhighlights für die tausenden

Fans: Maxxis Highest Air Contest und eine Pyro-Show.

www.nightofthejumps.com

S A V E

T H E

DATE

WEITERE

PFLICHTTERMINE

IN DEN NÄCHSTEN

WOCHEN

14

FEBRUAR

RED BULL

PLAYSTREETS

Der bayerische

Freeskier Bene

Mayr kämpft beim

einzigartigen City-

Slopestyle-Bewerb

im Gasteiner

Ortszentrum um

den Sieg.

14. 2., Bad Gastein,

Österreich

25

FEBRUAR

ERICH SPIESS/ASP/RED BULL, JAMIESON FRY, GREGORY HARRIS, NOTJ, GEPA PICTURES

15. 2., Olympia-Eisstadion, München

Red Bulls –

Adler Mannheim

Zum DEL-Topspiel des 47. Spieltages kommen

die Adler Mannheim ins Münchner Olympia-

Eisstadion. Die besondere Stärke des Teams von

Headcoach Geoff Ward ist seine Ausgeglichenheit

– und damit seine Unberechenbarkeit.

Zwar findet sich unter den Top-5 der DEL-

Scorerliste kein Mannheimer, dafür bringen es

gut ein Dutzend Spieler (u. a. Glen Metropolit,

Jon Rheault, Danny Richmond, Matthias

Plachta, Kai Hospelt und Marcus Kink) auf

über 20 Scorerpunkte in der laufenden Saison.

Live bei ServusTV: ab 17.30 Uhr; redbullmuenchen.de

14. 2., Hauser Kaibling,

Schladming, Österreich

Cro … live!

in the Snow

In Bayern beginnen die Frühjahrsferien.

Zeit für ein paar

Skitage … und ein Konzert

von Cro. Der Rapper bringt,

neben seiner Pandamaske,

auch alle seine Nummer-1-

Hits aus den Alben „Raop“

und „Melodie“ mit in die Talstation

des Ski-Weltcup-Orts.

www.hauser-kaibling.at

23. 2. – 8. 3., Winterberg

FIBT Bob &

Skeleton WM

Bob- und Skeletonfahrer aus

über 30 Nationen ermitteln im

1330 Meter langen Eiskanal

ihre Weltmeister. Die härtesten

Gegner für die amtierenden

deutschen Weltmeister

Francesco Friedrich (Zweierbob)

und Max Arndt (Viererbob)

kommen aus Lettland,

Russland und der Schweiz.

www.winterberg2015.de

ab 12. 3. in deutschen Kinos

Kinostart:

„Leviathan“

Das Drama des russischen

Regisseurs Andrei Swjaginzew

erzählt die Geschichte eines

Automechanikers, der um

seine Liebe und gegen korrupte

Machenschaften kämpft.

Im Januar wurde „Leviathan“

mit dem Golden Globe für den

besten fremdsprachigen Film

ausgezeichnet.

www.filmstarts.de

4. 3., Capitol, Mannheim

Jazzkantine

Die zehnköpfige Band beweist,

dass sich Jazz und Rap bestens

vertragen. Anfang März

gehen die Braunschweiger auf

eine kurze, intensive Deutschland-Tour:

fünf Abende, fünf

Konzerte. Den Auftakt macht

Mannheim. Weitere Termine:

5. 3. Münster, 6. 3. Neunkirchen

(Saarland), 7. 3. Ravensburg

und 8. 3. München.

www.jazzkantine.de

FAHRRAD

ESSEN

Nordrhein-Westfalens

größte Fahrrad-Messe:

250

Aussteller und die

neuesten Trends

zu Road-, Mountain-

oder E‐Bikes,

die man auf mehreren

Parcours

gleich testen kann.

25. 2. – 1. 3.,

Messe Essen

26

FEBRUAR

KINOSTART:

„THE GUNMAN“

Actionreicher

Thriller über einen

Special-Forces-

Agenten im Ruhestand,

den seine

Vergangenheit

einholt. Mit Sean

Penn und Javier

Bardem.

ab 26. 2. in den

deutschen Kinos

THE RED BULLETIN 93


READ BULL

The

Night the

Wrestling

Was Real

Von Joey Goebel

Aus dem Amerikanischen von Hans M. Herzog

Adam Joseph „Joey“ Goebel III.

Geboren 1980 in Kentucky/USA, wo er bis heute lebt.

Bekanntheit erlangte Goebel durch seine Romane „The

Anomalies“ (2003), „Torture the Artist“ (2004), „Commonwealth“

(2008) und den nur auf Deutsch erschienenen „Ich

gegen Osborne“ (2013), in denen er auf satirisch-zynische

Weise die Mittelmäßigkeiten seiner Kleinstadtumgebung

seziert. Bevor Goebel als Schriftsteller bekannt wurde, tourte

er als Frontmann, Gitarrist und Liederschreiber der Punkband

The Mullets durch den Mittleren

Westen der USA – weshalb

Goebel auch noch immer lieber

in Punkrockclubs liest statt in

Gemeindesälen. Auch aktuell

verbindet Goebel, der in den

USA bereits Kultstatus erreicht

hat, Musik und Schreiben: Als

Dr. Lawyer spielte er das Album

„Come Fail with Me“ ein, bei dem

auch seine Ex-Frau Micah als

Backgroundsängerin dabei ist.

Wenn die Wrestler in unsere Stadt kamen,

begab ich mich jedes Mal in der Hoffnung,

dem einen oder anderen zu begegnen, in das

Hotel, wo die meisten von ihnen abstiegen.

Schon als Kind hatte mich Profi-Wrestling

begeistert, mich faszinierte die Vorstellung, dass zwei Männer

scheinbar versuchten, einander umzubringen, nur um sich

anschließend im Umkleideraum darüber zu amüsieren. Manchmal

beobachtete ich im Ambassador Inn sogar, wie zwei Erzfeinde

zusammen ein Bier tranken – ein wunderbares Bild, wie

ich fand. Doch meine interessanteste Begegnung in diesem Hotel

war die mit einem Ringrichter. Er trank allein in der Hotelbar

ein Bier, und auch wenn er statt des üblichen schwarz-weiß

gestreiften Shirts ein Flanellhemd trug, erkannte ich sein hartes,

vom Touren müdes Gesicht.

„Verzeihung, aber sind Sie nicht Lyle Krebner, der Ringrichter?“

– „Und ob.“ – „Ich bin ein großer Wrestlingfan. Darf ich Ihnen

den nächsten Drink ausgeben?“ – Er nickte Richtung Barhocker,

auf dem sitzend ich an diesem Abend viele Miller Lite vom Fass

mit ihm trinken sollte. Meine Fragen störten ihn kein bisschen.

Er war in den besten Jahren, doch wegen seiner Müdigkeit

wirkte er älter, und anscheinend bewirkte diese Müdigkeit, dass

er so offen über den ungewöhnlichen Beruf sprach, für den er

sich entschieden hatte. Er war wohl so müde, dass es ihm nichts

ausmachte, welche Geheimnisse er verriet. Und so bekam ich

wegen seiner Müdigkeit, meiner Neugier (und der Biere) die

beste Wrestling-Geschichte erzählt, die ich je gehört hatte.

„Vor vielleicht 15 Jahren hatten wir einen Wrestler – du

erinnerst sich bestimmt an ihn –, der Ornery Olsen hieß.“

„Na klar! Er war aber nicht lange dabei. Ich hab mich immer

gefragt, was aus dem wohl geworden ist.“

„Nun, das werd ich dir verraten. Eines Abends verlor Ornery

alles. An einem einzigen beschissenen Abend. Und das Traurige

ist, in den Wochen vor diesem Abend hatten die Fans allmählich

angefangen, ihn zu mögen, was überhaupt nicht vorgesehen

war. Sein Gimmick war der, dass er der gemeinste, fieseste,

abstoßendste Widerling auf Erden sein sollte. Für diesen Kerl

gab es keine Tabus. Du erinnerst dich doch. Man platzierte einen

Fan in der ersten Reihe, und den spuckte er an. Im Ring konzentrierte

er sich darauf, den Pimmel und die Eier seiner Gegner zu

attackieren. Wenn er einen Kampf gewonnen hatte, tat er jedes

Mal so, als wolle er auf den Verlierer scheißen, was die Ringrichter

stets im letzten Moment verhinderten. Ornery selbst

hasste diesen Gimmick. Im wirklichen Leben war er der liebste,

sanfteste Mensch, den man sich nur denken konnte. Er war ein

Familienmensch. Total ruhig und höflich. Doch er verkaufte

seine Nummer gut, und natürlich mochten ihn die Fans umso

lieber, je fieser er wurde. Er war der Bösewicht. Eigentlich sollten

sie ihn hassen, aber, nun ja, so sind die Leute nun mal.

Und so beschloss der für den Ablauf der Shows zuständige

Booker, den Leuten das zu geben, was sie haben wollten. Ornery

sollte von einem ‚Heel‘, einem Bösen, zu einem ‚Babyface‘, einem

Guten, werden, und von da an stand ihm die Wrestlingwelt offen

– alles war möglich. Doch dazu kam es nie, wegen dieses einen

Abends. Der nicht mal im Fernsehen übertragen wurde. Es war

eine kleine Veranstaltung in Evansville, Indiana. Ein Kampf

gegen Andy Armstrong.“

„Den Typ hab ich nie gemocht.“

„Keiner kann ihn leiden. Der Typ hat sich vom ersten Tag an

aufgeführt, als gehörte ihm der Laden. Zu seiner Verteidigung

muss man anmerken, dass die Booker und das Management sein

Ego aufbauten, weil sie ihn von Anfang an gepusht haben.“ –

„Du meinst seine Siegesserie.“ – „Genau. Ich fand diese Sieges-

REGINE MOSIMANN/DIOGENES VERLAG

94 THE RED BULLETIN


READ BULL

serie von vornherein schwach. Seine Figur baute nur auf dieser

Serie auf. Weil er so ein riesiger, muskulöser junger Bursche ist,

der am Mikrofon nichts bringt, sagten die Schreiber, machen wir

ihn halt einfach unschlagbar. Vor diesem Abend in Evansville

führte man ihn mit 150 Siegen und null Niederlagen – die Zahl

war natürlich erfunden –, und man verbreitete die Behauptung,

er sei absolut unschlagbar. Aber weißt du, was? An diesem Abend

beschloss Ornery Olsen, dass Armstrong durchaus schlagbar

war. Und ich möchte die Aufmerksamkeit der Arschlöcher, die

alles, was wir machen, ‚abgesprochen‘ nennen, auf diesen einen

Abend richten. Olsen gegen Armstrong.

Der Kampf fing an wie jeder andere auch. Sie gingen in den

Clinch, doch Ornery drückte seine Stirn ein wenig länger als

nötig gegen die von Armstrong. Der Grund war, dass Ornery mit

ihm sprach – so leise, dass das Publikum es nicht hörte.

Er sagte: ‚Ich hab gehört, du hast über meine Frau geredet.‘

Armstrong verneinte, das habe er nicht getan. Ornery sagte:

‚Ich glaub dir kein Wort‘, und schlug ihn direkt aufs Auge. Es war

ein richtiger Schlag, einer, den man gern öfter gesehen hätte.

Wrestler sollen übrigens die Fäuste locker ballen und zur Untermalung

auf den Boden stampfen. Bestimmt stampfte Ornery aus

Gewohnheit auf, hatte aber die Faust felsenfest geballt, Knochen

prallte auf Fleisch, und Armstrong lag da.

Das kam für Armstrong unerwartet, doch er schüttelte den

Schock ab und sagte: ‚Na schön, zugegeben. Ich hab deine Frau

gevögelt. Was willst du deswegen unternehmen?‘

Und dann ging’s los. Alles, was sie darüber gelernt hatten,

wie man sich im Ring schützt, war plötzlich vergessen.

Die vielen Moves, die schmerzhaft aussehen sollen, aber

harmlos sind – diese Moves wurden auf einmal schmerzhaft.

Normalerweise lassen Wrestler die Arme und Beine locker, doch

jetzt waren sie starr und steif. Bei etwas so Harmlosem wie einer

Clothesline rissen sie sich beinahe gegenseitig die Köpfe ab.

Sogar bei den Bodyslams – es war, als würden sie versuchen,

einander glatt durch die Matte zu werfen. Und bei den schwierigeren

Sachen wie German Suplexes und komplizierten Leglocks

– endlich erkannte ich, wie brutal die Angelegenheit werden

konnte, wenn man dem sports entertainment den Unterhaltungsaspekt

nahm. Und dann – oh, da kommt ja das Arschloch.“

Andy Armstrong, der aktuelle Champion, betrat mit zwei

großmäuligen Schlampen die Hotelbar. Mittlerweile war es ein

Uhr morgens vorbei, daher stürmten keine Fans auf ihn ein. Da

mir Lyle mittlerweile auch wie ein alter Freund vorkam, schaute

ich den Champ kaum an, als er sich in einer Ecknische niederließ.

Und Lyle würdigte ihn keines Blickes.

„Irgendwann merkte Ornery, dass all diese Wrestlinggriffe

dem Publikum zwar eine gute Show boten, aber eigentlich ein

guter, altmodischer Niederschlag angesagt war. Daher setzte er

sich schließlich auf Armstrongs Bauch und fing einfach an, auf

den Schädel des Mistkerls einzuschlagen, bis Armstrong endlich

zugab, dass die angebliche Affäre mit Ornerys Frau erstunken

und erlogen war. Wie sich herausstellte, war er auf Ornerys

Popularität neidisch. Er wollte einfach nur für Unruhe sorgen.

Egal, als Ornery mit ihm fertig war, war Armstrong bewusstlos.

Während Armstrong also platt auf dem Rücken dalag, blieb

nur noch eins übrig. Ihn auszuzählen. Was den Ringrichter

natürlich in eine missliche Lage brachte, weil es gegen das Drehbuch

war, gegen die Storyline, die man mit dieser schon ein Jahr

dauernden Siegesserie aufgebaut hatte. Der Ringrichter flüsterte:

‚Du sollst ihn doch nicht besiegen!‘ Ornery erwiderte: ‚Dafür ist

es zu spät. Zähl bis drei, Blödmann.‘

Und weil dem Ringrichter nichts anderes einfiel, schlug er mit

Ornery setzte sich auf

Armstrongs Bauch und

schlug auf den Schädel

des Mistkerls ein.

der Hand dreimal auf die Matte, und einfach so war Armstrongs

Serie beendet. Als Ornery klar wurde, dass er große Schwierigkeiten

mit dem Management bekommen würde, dachte er, nun

könne er genauso gut noch weiter vom Skript abweichen. Er

nahm seine Maske ab. Dann versuchte er, auf Armstrong zu

kacken, doch dieser Teil der Show verzögerte sich. Einige andere

Ringrichter schritten ein, und die Ordnung wurde wieder hergestellt.

Eine Woche später war Ornerys Karriere beendet.“

„Soll das etwa heißen, dass Armstrongs angeblich drei Jahre

dauernde Siegesserie in Wirklichkeit – wie viel? – zwei Jahre

früher endete, als man uns weismachen wollte?“

„Genau. Das wurde sozusagen aus den Akten gestrichen. Das

Traurigste daran ist, dass Ornery, sobald er nicht mehr Wrestler

sein durfte, wirklich fast genauso gemein und fies wurde wie seine

Kunstfigur. Am Schluss trennten sich er und seine Frau. Natürlich

weißt du, wie’s mit Armstrong weiterging. Tja, Scheiße, da

sitzt er ja.“ Lyle drehte sich um und zeigte auf ihn. „Weltmeister.“

Als Armstrong sah, dass Lyle von ihm sprach, erhob er

sich. Er stolzierte in seinem seidenen Hemd zu unseren

Barhockern und sagte: „Erzählst du wieder Lügen über

mich, Krebner?“ – „Nein. Ich sag nur die Wahrheit.“

Normalerweise würde ich einen fast 140 Kilo schweren Hünen

nicht provozieren, doch der viele Alkohol riss mich zu dem Satz

hin: „He, Andy, alle Achtung, dass du deine Siegesserie so lange

am Laufen gehalten hast, wo sie doch eigentlich schon in Indiana

gerissen ist.“ Der wütende Champ wandte sich an Lyle: „Ich hab

dich von der Wrestlerliste streichen lassen. Jetzt werd ich dafür

sorgen, dass du nicht mal mehr ein beschissener Ringrichter bist.

Du bist ein geborener Verlierer, Ornery.“

„Was?!“, rief ich. – „Armstrong, du blöder Mistkerl“, sagte

Lyle. „Ich hab ihm nie verraten, dass ich derjenige war.“

Von da an steigerten sich die Beleidigungen zu einem Brüllduell,

das ich mir stumm und betroffen ansah. Als er Lyles Frau

erwähnte, wurde Armstrong plötzlich bespuckt, dann mit einer

Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Das restliche Bier goss Lyle

auf Andy, der inzwischen bewusstlos dalag. „Jetzt fehlt nur noch

eins“, sagte ich. Lyle las meine Gedanken.

Er zog sich die Hose runter, und diesmal würden keine lästigen

Ringrichter zugunsten des Champions eingreifen.

READ BULL

Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet ein

namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte.

Diesmal ist es der US-amerikanische Schriftsteller und

Sänger Joey Goebel: Das Thema Wrestling spielte bereits

in seinem Roman „Commonwealth“ (dt. „Heartland“)

eine Hauptrolle. Goebels vorerst letztes Buch „Ich gegen

Osborne“ (Diogenes Verlag) erschien im März 2013.

THE RED BULLETIN 95


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96 THE RED BULLETIN


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3

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MAGIC MOMENT

Badami (Karnataka), Indien,

1. Februar 2014

Im Wettkampf-Bouldern war Kilian Fischhuber,

31, der Beste der Welt. Seit seinem

Karriere-Ende im Dezember erobert er

Felsrouten. Erstes Projekt: die Rückkehr

zur Sandstein-Südwand von Badami, an

der er 2014 wegen einer

Virusinfektion noch

scheiterte. „Eine vor

Hitze glühende Wand,

schlechte Griffe. Das

macht Felsklettern

spannend.“

kilian-fischhuber.at

„Wettkampf ist klar

reglementiert. Doch im

Fels gibt es nur dich

und die Natur.“

Boulder-Champion Kilian Fischhuber sucht eine Route durch indischen Sandstein.

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 10. MÄRZ 2015.

JOHANNES MAIR/RED BULL CONTENT POOL

98 THE RED BULLETIN


Jeep mit

®

BE AS YOU ARE.

DER NEUE JEEP ®

RENEGADE. It’s in my soul.

Frei, authentisch und unkonventionell: Das ist der neue Jeep ®

Renegade. Als einziger SUV seiner

Klasse ist er auch mit 9-Stufen-Automatikgetriebe, Jeep ®

Active Drive Allradsystem und dem

innovativen MySky TM Schiebedach erhältlich. Damit ist er der perfekte Begleiter für alle, die ihren

eigenen Weg gehen.

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Partner.

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Kraftstoffverbrauch (l/100 km) nach Richtlinie 80/1268/EWG:

kombiniert 6,9–4,6. CO 2 -Emission (g/km): kombiniert 160–120.

Jeep ®

ist eine eingetragene Marke der FCA US LLC.

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