BEWERBUNGS- RATGEBER

testag30

www.stepstone.de (Hrsg.)

Der StepStone

BEWERBUNGS-

RATGEBER

FÜR FACH- & FÜHRUNGSKRÄFTE


Einleitung

Inhalt

Die Online-Bewerbung hat die klassische postalische Bewerbung

abgelöst. Die Bewerbung per E-Mail ist mittlerweile

längst zum Standard geworden. Die Folge: Der erfolgreiche

Berufseinstieg beginnt bei der richtigen Online-Bewerbung.

1. Die Bewerbung

Online oder auf dem Postweg?

4

4

Bis dato existierten allerdings keine klar definierten Standards

für eine professionelle Online-Bewerbung. Die StepStone

Bewerbungsexperten schaffen Klarheit. Auf Basis zahlreicher

Gespräche mit HR-Experten und Personalleitern ist ein

Regelwerk entstanden, an dem sich Bewerber zukünftig

orientieren können. Denn: Unternehmen setzen gerade bei

Fach- und Führungskräften eine Bewerbung voraus, die sich

an festen Standards orientiert. Bewerber, die diese Standards

beherrschen, sind bei ihrer Jobsuche klar im Vorteil.

Bewerbungsschreiben

Deckblatt

Lebenslauf

Bewerbungsfoto

Zeugnisse und Anhang

5

9

9

13

14

Die Experten von StepStone zeigen Ihnen, wie Sie unter Berücksichtigung

der Standards der Online-Bewerbung eine

professionelle Bewerbung erstellen und sich anschließend

im Bewerbungsgespräch und bei der Gehaltsverhandlung

behaupten. Das Besondere dabei: Alle Informationen und

Beispiele sind speziell auf die Bewerbungssituation von Fachund

Führungskräften abgestimmt.

Wichtig: Ausnahmen bestätigen die Regel. Die StepStone

Bewerbungsstandards decken sich in den allermeisten Fällen

mit den Erwartungen der Unternehmen in Deutschland.

Trotzdem gibt es in einigen Personalabteilungen leicht abweichende

Vorgaben. Die StepStone Bewerbungsstandards

orientieren sich an den Erwartungen der Mehrheit der HR-

Verantwortlichen und fassen diese zusammen.

Zusammenfassung: Top Ten der E-Mail-Bewerbung

Bewerbungsgenerator

Online-Bewerbungsformulare

2. Das Vorstellungsgespräch

Fragen zur Vorbereitung

Kleidung

Einstellungstest

15

18

20

22

24

26

27

Als eine der größten Online-Jobbörsen in Deutschland beschäftigen

wir uns täglich mit den Themen Jobsuche und

Karriere. Die richtige Bewerbung ist ein wichtiger Bestandteil

dessen. Daher lag es uns am Herzen, allgemeingültige Regeln

zu definieren, die die größtmögliche Akzeptanz in der

HR-Branche finden – der StepStone Bewerbungsratgeber ist

das Ergebnis.

3. Die Gehaltsverhandlung

Den eigenen Marktwert ermitteln

Die häufigsten Fehler

29

29

29

Der vorliegende Ratgeber hilft Ihnen dabei, sich professionell

und vor allem richtig darzustellen, um so das zu finden, was

Sie suchen: den zu Ihnen passenden Job.

StepStone wünscht Ihnen viel Erfolg

im Bewerbungsprozess

3


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

1

Die Bewerbung

Online oder auf dem

Postweg?

Die Online-Bewerbung liegt im Trend: Laut

einer aktuellen StepStone-Umfrage, an der

mehr als 11.000 Fach- und Führungskräfte

teilnahmen, setzen zwei Drittel der Befragten

auf die Bewerbung per E-Mail – Tendenz

steigend.

Die traditionelle postalische Bewerbung

wird somit immer unbedeutender – nicht

allein aus Sicht der Kandidaten: 60 Prozent

aller deutschen Unternehmen fordern in

Stellenausschreibungen ausdrücklich die

Bewerbung über den Online-Weg. Gerade

beliebte Arbeitgeber wie Lufthansa,

BMW, IBM oder Siemens berücksichtigen

ausschließlich Online-Bewerbungen. Fazit:

Eine erfolgreiche Bewerbung erfolgt heute

über das Internet.

Die wachsende Bedeutung der Online-Bewerbung

reflektiert in erster Linie die zunehmende

Dominanz der Online-Medien

im gesamten Bewerbungsprozess. Acht

von zehn Unternehmen schalten ihre Stellenanzeigen

auf Online-Jobbörsen. Der

vollzogene Medienwechsel bei der Personalsuche

wirkt sich unmittelbar auf das

Bewerbungsverhalten interessierter Jobsuchender

und die Präferenz des Online-Bewerbungsprozesses

seitens der Unternehmen

aus.

Aus Sicht der Unternehmen liegen die Vorteile

der Online-Bewerbung auf der Hand:

Ohne jede Mappe umständlich abheften

und lagern zu müssen, sind Dokumente

aus der Online-Bewerbung jederzeit abrufbar

im Postfach gespeichert. Gerade bei

einer Vielzahl von interessierten Kandidaten

behalten Personaler so den Überblick

über eingereichte Bewerbungen. Dateien

werden erst bei Bedarf ausgedruckt oder

bequem an Kollegen weitergeleitet. Und

auch wenn es der Bewerber nicht gerne

hört: Das Zurücksenden der Unterlagen

an den Bewerber erübrigt sich – Absagen

erfolgen telefonisch oder per E-Mail. Im

Vergleich zum postalischen Bewerbungsverfahren

sparen Unternehmen bei der Online-Bewerbung

somit Zeit und letztendlich

Geld.

Ihre Vorteile bei der E-Mail-Bewerbung

Dasselbe gilt für Bewerber: Kosten für

Papier, Porto, Verpackung und teure Bewerbungsmappen

können sich zu einer

ordentlichen Summe addieren. Daher profitieren

auch Jobsuchende von der Online-

Bewerbung. Besonders praktisch: Einmal

professionell angefertigte Bewerbungsfotos

werden digital gespeichert und können

beliebig oft für die Online-Bewerbung verwendet

werden.

Standards der Online-Bewerbung

Die Online-Bewerbung per E-Mail hat sich

gegenüber der Post-Bewerbung durchgesetzt

und ist ein fester Bestandteil des

Bewerbungsprozesses. Genau wie bei der

postalischen Bewerbung von damals gelten

für die Online-Bewerbung feste Regeln.

Wer sich erfolgreich bewerben möchte,

muss die Standards der Online-Bewerbung

kennen und umsetzen.

4

www.stepstone.de


Bewerbungsschreiben

Das Verfassen eines ansprechenden Bewerbungsschreibens

stellt den aufwendigsten

Teil einer Bewerbung dar. Die Herausforderung

besteht darin, den Personalentscheider

auf nur einer DIN A4-Seite von

der Eignung für die zu besetzende Position

zu überzeugen. Gleichzeitig ist das Bewerbungsschreiben

die erste Arbeitsprobe

beim potenziellen Arbeitgeber – hier ist

besondere Sorgfalt geboten! So können

Flüchtigkeitsfehler im schlimmsten Fall das

Aus für die Bewerbung um den neuen Job

bedeuten.

Neben den inhaltlichen Kriterien, die Sie als

Bewerber beachten müssen, gelten für das

Bewerbungsschreiben einige formale Standards.

Formulierungshilfen:

Sehr geehrte Frau Meister,

Ihre Stellenanzeige spricht mich an, da Sie in einem Markt expandieren, zu dem ich

mich seit meiner Studienzeit stark hingezogen fühle: Südeuropa.

Sehr geehrter Herr Schmitz,

den ersten Stromkreis, den ich im Physikunterricht gebaut habe, habe ich bis heute

aufbewahrt. Seither bin ich fasziniert von allem, was mit Elektrotechnik zu tun hat.

Im Bewerbungsschreiben kommt es darauf

an, die eigenen Stärken gezielt zu vermitteln,

um auf diese Weise den potenziellen

Mehrwert für das Unternehmen herauszustellen.

Ihr Anschreiben muss die folgenden

Fragen beantworten:

• Wer sind Sie?

• Was können Sie?

Sehr geehrter Herr Claasen,

ich freue mich, dass unser gestriges Telefonat meinen Wunsch, mich in Ihrem Unternehmen

zu bewerben, verstärkt hat. Für mich besonders interessant: Die Herausforderung,

mein Fachwissen mit der vertrieblichen Komponente zu verbinden, und die

Aussicht, in die neue Aufgabe intensiv eingearbeitet zu werden.

• Was sind die Gründe Ihrer Bewerbung?

• Warum sind gerade Sie besonders gut

für die Stelle geeignet?

Bedenken Sie: Sie müssen zunächst das Interesse

des Personalers wecken. Ein außergewöhnlicher

Einstieg ist dabei die halbe

Miete, denn ein solcher lädt zum Weiterlesen

ein.

5


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Bewerbungsschreiben für einen Einstiegsjob

Sehr geehrte Frau Maier,

Kreativität, Dienstleistungsorientierung, unternehmerisches Denken und Handeln – laut Stellenprofil sind

dies die Ansprüche, die Sie an Ihre Mitarbeiter stellen und es sind gleichzeitig die Werte, für welche die

Agentur Sportiv in Düsseldorf bekannt ist. Ich möchte die Chance nutzen, genau diese Fähigkeiten als

Junior Brandmanager in Ihrem renommierten Unternehmen unter Beweis zu stellen.

Persönliche Anrede

und Einleitung

Sie suchen einen engagierten Absolventen mit erster Agenturerfahrung in den Bereichen Mode und Lifestyle.

Neben einem privaten Interesse an diesen Themen bringe ich Kenntnisse über den Arbeitsablauf einer

Full Service-Werbeagentur mit, welche ich mir im Rahmen eines sechsmonatigen Praktikums bei „Werbung

Koelln“ aneignen konnte.

Dort habe ich in erster Linie an der Entwicklung von Kreativkonzepten und der Einführung von Marken

mehrerer großer Kunden in den deutschen Markt mitgewirkt. In den letzten drei Monaten meines Praktikums

habe ich einen eigenen kleinen Kundenstamm betreut und Konzepte zur Markenentwicklung erarbeitet.

Darstellung des

eigenen Profils, inkl.

konkreter Beispiele

Ich möchte nun, nach dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums, hauptberuflich in der Werbebranche

tätig werden und meine Fertigkeiten im Bereich des Brandmanagements weiterentwickeln.

Grund der

Bewerbung

Ein sicheres Auftreten, gute kommunikative Fähigkeiten sowie Präsentationssicherheit habe ich mir bereits

im Rahmen meines Studiums und später durch verschiedene Praktika bei PR- und Werbeagenturen angeeignet.

Persönliche Stärken

Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch, in dem ich Ihnen mehr von meinen bisherigen Erfahrungen

erzählen darf, freue ich mich. Sie erreichen mich am besten mobil.

Abschluss

Mit freundlichen Grüßen,

Matthias Muster

6

www.stepstone.de


Worauf es ankommt

Eine Bewerbung ist Werbung in eigener

Sache. Der Personaler möchte erfahren,

was genau Sie als potenziellen Mitarbeiter

qualifiziert und wie Sie sich im Unternehmen

einbringen könnten. Sprechen Sie im

Bewerbungsschreiben deshalb ausschließlich

Ihre Stärken an. Die bloße Aufzählung

persönlicher und fachlicher Stärken ohne

entsprechende Beispiele ist indes wenig

aussagekräftig. Untermauern Sie Ihre Angaben

stattdessen mit Fakten – etwa durch

den Nachweis beruflicher Erfolge:

So nicht:

Führungsqualitäten und Kommunikationsstärke

runden mein Profil ab.

Besser:

Als besonderen Erfolg möchte ich den erfolgreichen

Abschluss der 13-monatigen

Wasserkraftwerksplanung und -genehmigung

in Esbjerg/Dänemark vor einem Jahr

anbringen. Bei diesem Projekt übernahm

ich die Leitung eines 30-köpfigen Teams

sowie die zentrale Planung und Steuerung

des gesamten Projekt-Portfolios,

einschließlich des Ermittelns von Investitionskosten,

der Prozessoptimierung, des

Risiko-Controllings, des Reportings und der

Ausarbeitung von Veröffentlichungen und

Präsentationen.

Wenn Sie dem Arbeitgeber Ihrer Wahl nun

noch den Mehrwert aufzeigen, der dem

Unternehmen durch Ihre Einstellung entsteht,

sind Sie auf einem guten Weg zum

überzeugenden Bewerbungsschreiben.

StepStone TOP-TIPP

Gehen Sie das Anforderungsprofil der Stellenanzeige

Punkt für Punkt durch und belegen

Sie anhand passender Beispiele aus

Ihrem Berufsalltag, inwiefern Sie die genannten

Anforderungen erfüllen.

Beispiel: Im Stellenprofil sind sehr gute

Fremdsprachenkenntnisse gefragt. Die

meisten Bewerber betonen, dass Sie diese

Anforderung erfüllen, nennen aber keine

Beispiele, die das belegen. Verweisen Sie

hier auf Auslandsaufenthalte, den Kontakt

zu Kollegen im Ausland oder eine zweisprachige

Erziehung.

Beispiel

Ich spreche verhandlungssicheres Englisch

und erfülle somit die sprachlichen Anforderungen

dieses Stellenprofils. Erste Berufserfahrungen

im englischsprachigen Raum

konnte ich während eines Auslandspraktikums

in Liverpool nach Studienabschluss

sammeln.

Legen Sie anschließend dar, warum Sie

sich gerade bei diesem Unternehmen bewerben.

Enorm wichtig: Sie sollten Ihren

potenziellen Arbeitgeber gut kennen.

Informieren Sie sich zum Beispiel auf der

Firmenhomepage oder in der Tageszeitung

über das Unternehmen. Mit diesem Wissen

können Sie im Bewerbungsschreiben

auftrumpfen. Einfallslose Standardfloskeln

schaden hingegen mehr, als sie nützen:

So nicht:

Mir gefällt das internationale Image

Ihres Unternehmens sehr gut.

Besser:

Der Tagespresse entnehme ich, dass sich Ihr

Unternehmen zukünftig noch stärker auf

den Ausbau erneuerbarer Energien konzentrieren

wird. Hiermit kann ich mich zum

einen aus ökologischer Sicht identifizieren.

Zum anderen bietet Ihr Geschäftsmodell

spannende Entwicklungsmöglichkeiten für

mich als angehenden Fachmann in diesem

Bereich.

Die überzeugende Bewerbung:

Fehler vermeiden

Sie müssen sich mit Ihrem Bewerbungsschreiben

von anderen Bewerbern positiv

abheben. Verschicken Sie keine Blindbewerbungen,

sondern ermitteln Sie immer

den korrekten Ansprechpartner für Ihre Bewerbung.

Absolut tabu sind unpersönliche

Anreden im Stil von „Sehr geehrte Damen

und Herren“!

Formulieren Sie klar und präzise, nehmen

Sie die Daten aus dem Lebenslauf nicht

vorweg und vermeiden Sie schwammige,

interpretierbare Angaben zu Stärken und

Schwächen. Ganz wichtig für Ihr Bewerbungsschreiben:

Formulieren Sie immer

positiv und bleiben Sie konkret – zu viele

Konjunktive vermitteln einen unsicheren

Eindruck.

So nicht:

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zu

einem persönlichen Gespräch einladen.

Besser:

Über die Einladung zu einem persönlichen

Gespräch freue ich mich.

7


Rechnen Sie mit mehr!

Sie interessieren sich für einen Job, der Horizonte öffnet. Sie suchen ein Unternehmen, in dem jeder Einzelne

zählt. Sie wollen dazu beitragen, dass große Aufgaben gelingen und hohe Ziele erreicht werden. Wenn Sie sich

für uns entscheiden, bekommen Sie noch mehr. Mit 14 Millionen Privatkunden zählt die Postbank zu den Top-

Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche in Deutschland. Im Kerngeschäft, dem Retailbanking, ist unser

Name Synonym für Innovation und höchste Standards. Die komplexen Strukturen und vielfältigen Geschäftsfelder

machen das Arbeiten spannend. Sie bieten Raum für Ideen und Vorwärtskommen – für unsere 19.000

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und auch für Sie.

Wir suchen Sie: hochmotiviert, leistungsbereit und offen für positiven Wandel. Wenn Sie künftig Ihre

Qualifikation in unser Unternehmen einbringen wollen, möchten wir Sie gerne kennenlernen. Informieren

Sie sich über die Postbank, und überzeugen Sie uns durch Ihre aussagefähige Onlinebewerbung unter

www.postbank.de/jobs oder www.facebook.com/postbankkarriere.

Wir freuen uns auf Sie.


Checkliste: Das Anschreiben

Überprüfen Sie, ob Ihr Bewerbungsschreiben folgende Fragen

überzeugend und präzise beantwortet:

Welche Qualifikationen und welche Stärken bringen Sie mit?

Ein Personalmanager rekrutiert Mitarbeiter

für die unterschiedlichsten Unternehmensabteilungen.

Sie erleichtern ihm die Arbeit,

indem Sie Ihr Profil möglichst klar beschreiben.

Warum sollte ein Unternehmen gerade Sie einstellen?

Warum möchten Sie in diesem Unternehmen arbeiten?

Formale Kriterien

Fügen Sie das Bewerbungsschreiben direkt

ins E-Mail-Fenster ein. Auf diese Weise sparen

Sie sich die Formulierung eines weiteren

Bewerbungstextes für die Kontaktaufnahme

mit dem Personalentscheider. Bedenken

Sie: Bei der postalischen Bewerbung

gehörte das Anschreiben nicht mit in die

Bewerbungsmappe, sondern wurde lose

in den Umschlag gesteckt. Das Anschreiben

fungierte somit als persönlicher Brief

an den Empfänger. Bei einer Online-Bewerbung

ist es daher logisch, sein Anliegen direkt

im E-Mail-Fenster zu formulieren.

Fügen Sie das Anschreiben zusätzlich dem

Anhang Ihrer Bewerbung hinzu. Hintergrund:

Der Empfänger kann auf diese Weise

Ihre gesamte Bewerbung mit wenigen

Mausklicks speichern und ablegen.

Deckblatt

Zu einer professionellen Online-Bewerbung

gehört selbstverständlich ein ansprechendes

Deckblatt. Platzieren Sie hier den Titel

der Position, um die Sie sich bewerben, sowie

Ihre Kontaktdaten (Beispiel Seite 10).

Lebenslauf

Nachdem Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben

Ihre Stärken hervorgehoben und Ihre

besondere Eignung für die gewünschte

Position hergeleitet haben, geht es nun darum,

Ihr Qualifikationsprofil im Lebenslauf

überzeugend darzustellen.

Viele Bewerber machen den Fehler, jede

einzelne Station ihrer Berufslaufbahn anzugeben

und verpassen so die Chance, dem

Lebenslauf einen roten Faden zu verleihen

– falsch! Der Lebenslauf dient nicht der

bloßen Aufzählung bisheriger Karrierestationen.

Vielmehr bietet er Ihnen eine zusätzliche

Plattform, um Schwerpunkte zu

setzen, und so auf berufliche Kompetenzen

hinzuweisen.

Nichts ärgert den Personaler mehr als unpersönliche

Standardbewerbungen. Daher

ist es wichtig, dass Sie nicht nur das Anschreiben,

sondern auch den Lebenslauf

für jede Bewerbung auf das jeweilige Anforderungsprofil

zuschneiden. Folgende

Tipps helfen Ihnen, die Aufmerksamkeit

des Personalentscheiders auf die wichtigen

Eckpunkte Ihrer Karriere zu lenken:

StepStone TOP-TIPP

Ergänzen Sie jede berufliche Station Ihres

Lebenslaufes mit drei bis fünf Stichpunkten,

die Ihre wichtigsten Zuständigkeiten

und Kompetenzen knapp, aber präzise

erläutern. Je länger eine Stelle zurückliegt,

desto knapper fällt eine solche Beschreibung

aus.

Eine Erläuterung ist erst recht dann unerlässlich,

wenn Sie Praktika im fremdsprachigen

Ausland absolviert haben und sich

die Bedeutung des Jobtitels nicht auf den

ersten Blick erschließen lässt.

Ein roter Faden:

das A&O des Lebenslaufs

Viele Kandidaten engagieren sich über

den Job hinaus, indem sie sich nebenberuflich

weiterbilden. Beachten Sie: Nicht

jede Fortbildungsmaßnahme verdient es,

im Lebenslauf genannt zu werden. Welche

Angaben im Hinblick auf den Job, um den

Sie sich bewerben, Sinn machen, verrät Ihnen

das Anforderungsprofil der Stellenanzeige.

Werden beispielsweise ausdrücklich

exzellente Computer-Anwenderkenntnisse

gefordert, so können Sie mit dem Hinweis

auf das entsprechende Zertifikat eines absolvierten

Weiterbildungskurses beim Personalentscheider

punkten. Ein solcher Kurs

sollte allerdings nicht länger als zwei Jahre

zurückliegen.

StepStone TOP-TIPP

Zusätzlich bietet sich der Platz auf dem

Deckblatt dazu an, alle Zeugnisse aufzulisten,

die Sie der Bewerbung beigefügt haben.

Mehr dazu unter „Zeugnisse“.

Aussagekraft

Es bringt nichts, einzelne Karrierestationen

simpel aufzuzählen. Der Personalentscheider

möchte erfahren, was hinter den Job-

Bezeichnungen im Einzelnen steckt, denn

in der Regel hat er keine Zeit für aufwendige

Recherchen im Internet. Bedenken Sie:

Zusatzqualifikationen, Nebentätigkeiten

oder besuchte VHS-Kurse, die mit der Position,

um die Sie sich bewerben, nichts zu

tun haben, geben Sie nur dann an, wenn

Sie eine Lücke im Lebenslauf schließen

müssen.

9


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Beispiel eines Bewerbungsdeckblatts

:: Bewerbung

als Personalleiter

Muster GmbH

:: Max Mustermann

Musterstraße 1

12345 Musterstadt

Telefon: 0123 - 98 76 54

Mobil: 0123 - 9 98 76 54

E-Mail: max.mustermann@email.de

:: Anlagen

Lebenslauf

Diplomzeugnis

Arbeitszeugnis V&X Versicherungen

10

www.stepstone.de


Beispiel eines optimalen Lebenslaufs

LEBENSLAUF

Max Mustermann

Adresse

Hauptstr.1

40215 Düsseldorf

Kontaktdaten

Tel.: 0211 - 12345678

max.mustermann@gmx.de

Geboren

Familienstand

am 01.04.1960 in Düren

verheiratet, zwei Kinder

Berufserfahrung

Seit August 2001

Personalentwickler bei der V&X Versicherung AG, Aachen

Tätigkeitsschwerpunkte:

• Erarbeitung von Schulungsinhalten und Erstellung entsprechender Unterlagen

• Durchführung und Konzeption von Trainings und Workshops mit Führungskräften

und Mitarbeitern

• Beratung von Führungskräften und Mitarbeitern in Fragen der Personalentwicklung

• Didaktische Unterstützung der Fachbereiche bei der Ausarbeitung von Seminaren

und E-Learning-Software

• Zusammenarbeit mit HR-Managern auf europäischer Ebene

• Gestaltung und Einführung von neuen PE/OE-Instrumenten

Januar 1987 - Juli 2001

Personalentwickler bei der DN AG, Düren

Tätigkeitsschwerpunkte:

• Konzeption von Personal- und Führungsinstrumenten

• Durchführung von Assessment-Centern

• Potenzialanalysen

Akademische und schulische Ausbildung

Juli 1979

Abitur am Grafschafter Gymnasium in Düren

April 1981 - Oktober 1986

Studium der Betriebswirtschaftslehre an der RWTH Aachen, Schwerpunkt: Personal

Abschlussnote: Gut (1,7)

Weitere Qualifikationen

• Sehr gute Englischkenntnisse

• Sehr gute Kenntnisse in SAP

• Seminar: „Zielbewusste Gesprächsführung in Englisch“, 2009

• Seminar: „Internationales Präsentationstraining in Englisch“, 2008

Musterstadt, 20.10.2010

Max Mustermann

11


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Sorgen Sie für eine sinnvolle Struktur

Versuchen Sie, sich in die Lage eines Personalers

hineinzuversetzen, der regelmäßig

stapelweise Bewerbungen prüft. Wenn Sie

es schaffen, Ihre Schlüsselkompetenzen

so knapp und übersichtlich wie möglich

zu präsentieren, erleichtern Sie ihm seine

Arbeit und fallen positiv auf. Aus diesem

Grund darf Ihr Lebenslauf eine Länge von

zwei Seiten nicht überschreiten. Bei Schriftart

und -größe gibt es keine eindeutige

Vorgabe. Wesentlich ist, dass der Lebenslauf

angenehm zu lesen ist.

StepStone TOP-TIPP

Nutzen Sie den kostenlosen Bewerbungsgenerator

auf www.bewerbung.de, der bei

der inhaltlichen und grafischen Gestaltung

Ihrer Unterlagen mit idealen Voreinstellungen

arbeitet.

Bleiben Sie bei der Wahrheit

Um seinen Traumjob zu bekommen, trägt

mancher Kandidat in seiner Bewerbung zu

dick auf. Besonders beliebt sind Übertreibungen

in Bezug auf Soft Skills oder die

Aufgabengebiete in bisherigen Jobs. Wer

kann dies schon überprüfen? Die Wahrscheinlichkeit,

hier bei Flunkereien erwischt

zu werden, ist eher gering. Frei nach dem

Motto „Das macht jeder, das gehört dazu“,

wird gerade im Lebenslauf ohne schlechtes

Gewissen getrickst. Weit gefehlt: Personaler

sind darin geübt, solche geschönten Angaben

zu erkennen.

Problematisch wird es erst recht, wenn im

Lebenslauf bei Angaben zu Fremdsprachenkenntnissen,

Auslandsaufenthalten

oder Anwenderkenntnissen stark übertrieben

wird. Das Risiko, dass Lügen auffliegen,

ist hier besonders hoch. Sprachkenntnisse

sind bereits im Vorstellungsgespräch

überprüfbar. Personaler haben ein geschultes

Auge für Flunkereien. Wer sich im Interview

an gegebener Stelle durch nervöse

Mimik und unsichere Gestik verrät, verbaut

sich die Chancen auf den Job. Fehlende

Praxis oder mangelhaftes Know-how treten

spätestens im Berufsalltag zu Tage. In

diesem Fall droht sogar die Kündigung –

auch Jahre nach der Einstellung. Besonders

prekär wird die Situation, wenn Hochschuloder

Arbeitszeugnisse gefälscht werden.

Der Wahrheitsgehalt solcher Bescheinigungen

lässt sich meist mit einem Griff zum

Telefonhörer überprüfen. Sie riskieren neben

einer Kündigung eine Anzeige wegen

Urkundenfälschung. Bedenken Sie also: Für

Arbeitgeber sind Lügen im Lebenslauf kein

Kavaliersdelikt!

Was Sie weglassen dürfen

Zwei Seiten – mehr Platz darf und braucht

die Darstellung Ihres Werdegangs nicht in

Anspruch zu nehmen, denn: Längst nicht

jede Information verdient es, im Lebenslauf

genannt zu werden. Gerade Fach- und

Führungskräfte, die bereits über mehrere

Jahre Berufserfahrung verfügen, können

mit den folgenden Tipps eine Menge Platz

für die wirklich relevanten Informationen

sparen. Welche Rubriken beim Lebenslauf

einer Online-Bewerbung im Einzelnen kurz

gehalten werden:

Schulische & akademische Ausbildung

Nennen Sie lediglich Ihren höchsten Bildungsabschluss.

Der Personaler interessiert

sich weder für Ihren Grundschulaufenthalt,

noch für den Schulwechsel nach der 10.

Klasse, es sei denn, Sie bewerben sich um

einen Ausbildungsplatz. Auch die Abiturnote

spielt bei erfahrenen Fach- und Führungskräften

keine Rolle. Bei Angaben zur

akademischen Laufbahn reicht es, sich auf

den Namen der Universität, das studierte

Fach, den Grad Ihres Abschlusses sowie die

Abschlussnote zu beschränken.

Persönliche Daten

Spätestens seitdem das AGG (Allgemeines

Gleichbehandlungsgesetz) Arbeitgebern

verbietet, anhand von Kriterien wie

Staatsangehörigkeit, Beruf der Eltern oder

Anzahl der Geschwister zu selektieren, sind

solche Angaben im Lebenslauf vollkommen

überholt.

Informationen über Parteizugehörigkeiten

oder zu Ihrer Konfession sind nur dann

sinnvoll, wenn Sie sich in entsprechenden

Bereichen bewerben.

Praktika

Als erfahrene Fach- und Führungskraft

haben Sie in der Regel ausreichend Praxiserfahrung

im Job gesammelt, sodass ein

viele Jahre zurückliegendes Praktikum kein

Einstellungsargument mehr liefert. Praktika

machen nur dann Sinn, wenn sie dazu dienen,

eine Lücke im Lebenslauf zu überbrücken.

In diesem Fall müssen Praktika unbedingt

genannt werden, allerdings brauchen

Sie sie, anders als bei Festanstellungen,

nicht durch Bullet Points zu erläutern.

Pflichtdienst

Ähnliches gilt für Wehr- bzw. Zivildienst.

In der Regel wird dieser nach dem Schulabschluss

geleistet. Eine Lücke im Lebenslauf

unmittelbar nach Ende der Schulzeit

ist bei männlichen Bewerbern daher selbsterklärend.

In Ausnahmefällen erfolgt der

Pflichtdienst jedoch erst nach der beruflichen

Ausbildung. Dies muss im Lebenslauf

entsprechend vermerkt werden, um eine

Lücke zu vermeiden.

Hobbies

Verzichten Sie auf Angaben zu Hobbys, insofern

diese nicht in Bezug zu den im Job

zu erwartenden Anforderungen stehen.

Denn: Welchen Sinn macht es, den Personalentscheider

über triviale Freizeitbeschäftigungen

wie „Lesen“ oder „Reisen“

in Kenntnis zu setzen? Beim Thema Hobby

sammeln Sie in der Bewerbungsphase nur

dann Pluspunkte, wenn es sich positiv auf

Ihre Leistungen im Job auswirken könnte.

Beispiel: Sie bewerben sich im Bereich Online-Marketing

und schreiben ein privates

Blog, mit dem Sie Erfahrungen sammeln,

die Sie im Job nutzen können.

12

www.stepstone.de


StepStone TOP-TIPP

Ersetzen Sie die Rubrik „Hobbys“ durch die

Überschrift „Berufsbezogene Interessen“.

Auf diese Weise setzen Sie einen Schwerpunkt

und profilieren sich als interessierter

Kandidat, der beruflich über den Tellerrand

hinausblickt.

Formale Kriterien

Der Lebenslauf wird zusammen mit allen

anderen Dokumenten als PDF der E-Mail

angehängt. Mehr dazu unter „Zeugnisse“.

Bewerbungsfoto

Auch wenn Sie als Bewerber nicht dazu

verpflichtet sind, ein Foto mitzuschicken:

Das Bewerbungsbild hat sich als fester Bestandteil

der E-Mail-Bewerbung etabliert.

Nutzen Sie die Chance, mit einem gelungenen

Bewerbungsbild positiv aufzufallen.

Ein ansprechendes Bewerbungsfoto allein

ist selbstverständlich kein Einstellungsgrund.

Anderseits: Mit einem schlechten

Bild können Sie sich die Chance, zum Vorstellungsgespräch

eingeladen zu werden,

durchaus verbauen. Das Bewerbungsbild

soll Sie aus der Masse der Kandidaten hervorheben,

indem es die Aufmerksamkeit

des Personalers weckt. Ihr Porträtfoto zeigt

somit das, was Lebenslauf und Anschreiben

nur mühselig vermitteln können: eine

positive Grundhaltung und eine überzeugende

Ausstrahlung.

Das Foto vom Profi ist ein Muss

Mittlerweile ist bekannt, dass Urlaubsschnappschüsse,

am Computer zusammengeschnittene

Bilder sowie Aufnahmen

aus Fotoautomaten unverzeihliche

Bewerbungs-Fauxpas darstellen. Zum einen

wirken solche Bilder unprofessionell,

zum anderen vermitteln sie den Eindruck,

dass Sie es mit Ihrer Bewerbung nicht besonders

ernst nehmen. Setzen Sie deshalb

unbedingt auf professionell angefertigte

Aufnahmen vom Top-Fotografen!

Finden Sie einen guten Fotografen

Bewerbungsfotos vom Profi sind eine kluge

Investition in Ihre berufliche Zukunft. Dabei

steht der Preis nicht unbedingt in Bezug

zur Qualität der Fotos. Bei der Suche nach

einem guten Fotostudio sollten Sie ähnlich

vorgehen wie bei der Wahl Ihres Friseurs:

Lassen Sie sich einen Fachmann empfehlen

oder schauen Sie sich Musteraufnahmen in

Schaufenstern oder im Internet an. Wählen

Sie einen Fotografen aus, der mehrere

Fotos von Ihnen anfertigt, zwischen denen

Sie sich anschließend entscheiden können.

Oft hilft es auch, sich die Bilder zwischen

den einzelnen Aufnahmen auf dem Computerbildschirm

anzuschauen. Ein guter

Fotograf zeichnet sich nicht allein durch die

Beherrschung seines Handwerkes, sondern

auch durch seine exzellente Beratung aus.

Die Kleiderfrage

Einige Fotostudios vereinbaren für die Aufnahme

von Bewerbungsfotos Termine.

Kalkulieren Sie daher die Wartezeit

auf einen Termin in den Bewerbungsprozess

mit ein. Das Anfertigen

guter Bewerbungsbilder

dauert circa 30 bis 45 Minuten.

Der Fotograf wird Sie in der

Kleiderfrage beraten und Sie

gerne in verschiedenen Outfits

fotografieren. Entscheiden

Sie sich für Kleidung, die Sie

beim Vorstellungsgespräch tragen würden.

Egal in welcher Branche: Für Männer

sind Hemd, Krawatte und Sakko ein Muss,

Frauen setzen auf Bluse und Blazer.

Positive Körpersprache

Ob Ihr Bild beim Personalentscheider punktet,

hängt nicht von Ihrer Attraktivität, sondern

von Ihrer Körpersprache ab. Diese

sendet Signale aus, anhand derer sich der

Personalmanager ein erstes Bild Ihrer Persönlichkeit

macht. Verkaufen Sie sich auf

dem Bewerbungsfoto deshalb so, wie Sie

im Berufsalltag auftreten: freundlich und

aufgeschlossen, motiviert und professionell.

Vermeiden Sie müde Augen, hängende

Schultern und eine verkrampfte Miene.

Richtige Platzierung

Einer der Vorteile der Online-Bewerbung:

Die digitale Version Ihrer Bewerbungsfotos

ermöglicht es Ihnen, die Bilder beliebig

oft zu verwenden. So sparen Sie sich die

Zeit und Mühe, Ihre Bilder einzuscannen,

und verhindern gleichzeitig einen möglichen

Qualitätsverlust. Angebracht wird das

Bewerbungsfoto in der oberenv Ecke des

Lebenslaufs. Über die Funktion „Einfügen“

Ihres Textverarbeitungsprogramms können

Sie das digitale Bild ganz einfach auf Ihrem

Lebenslauf platzieren.

StepStone TOP-TIPP

Noch einfacher geht das Einfügen von

Fotos in den Lebenslauf mit dem kostenlosen

Bewerbungsgenerator auf

www.bewerbung.de.

13


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Zeugnisse und Anhang

Zeugnisse und Diplome sind ein wichtiger

Bestandteil der Bewerbung. Daran hat

sich auch in Zeiten der Online-Bewerbung

nichts geändert. Allerdings ergeben sich

durch den Medienwechsel im Bewerbungsprozess

von Print zu Online einige Besonderheiten,

die die Auswahl und die Übermittlung

der Zeugnisse betreffen. Beachten

Sie auch hier einige Standards!

Zeugnisse dienen dem Personaler zur

Überprüfung der im Lebenslauf und im

Anschreiben gemachten Angaben. Bei

der Print-Bewerbung mussten deshalb alle

Angaben zur beruflichen Laufbahn durch

entsprechende Zeugnisse und Zertifikate

belegt werden. In Zeiten der Online-Bewerbung

ist dieser Anspruch jedoch nicht

mehr erfüllbar. Bedenken Sie: Der Anhang

Ihrer E-Mail-Bewerbung darf 3 MB nicht

überschreiten. Somit ist eine geschickte

Auswahl an Zeugnissen und Zertifikaten

erforderlich.

Reichen Sie lediglich Ihr aktuelles Arbeitszeugnis

ein. Dies ist in den meisten Fällen

ein Zwischenzeugnis des derzeitigen

Arbeitgebers. Bewerben Sie sich aus der

Arbeitslosigkeit heraus, so ist das Arbeitszeugnis

Ihres letzten Arbeitgebers das aktuellste

Zeugnis.

StepStone TOP-TIPP

Fordern Sie bei jedem Wechsel innerhalb

des Unternehmens ein Zeugnis an. Auf

diese Weise können Sie sich jederzeit bei

einem anderen Unternehmen bewerben,

ohne Ihren Vorgesetzten mit der Bitte um

ein Zwischenzeugnis misstrauisch zu stimmen.

Zusätzlich können Sie das Zeugnis des vorherigen

Arbeitgebers Ihrer Bewerbung hinzufügen.

Dies bietet sich aber nur dann an,

wenn es Sie und Ihre Kompetenzen besser

darstellt als das aktuelle Zeugnis.

Darüber hinaus ist einzig das Universitätsabschlusszeugnis

von Bedeutung – für Akademiker

in jedem Fall ein fester Bestandteil

der Bewerbung!

Weitere Arbeitszeugnisse oder Zertifikate

können Sie bei Bedarf nachreichen. Sie

spielen bei der Bewerbung kaum eine Rolle

und sorgen in erster Linie dafür, den Speicherplatz

des E-Mail-Postfaches des Empfängers

zu strapazieren.

Achtung: Bei der Online-Bewerbung werden

die Zeugnisse nicht einzeln angehängt,

sondern zu einem gesamten Dokument zusammengefasst

und inklusive aller anderen

Bestandteile der E-Mail hinzugefügt. Das

bedeutet: Ihre E-Mail hat nur einen einzigen

Anhang, in dem alle Dokumente zu

einem PDF-Dokument zusammengefasst

sind.

StepStone TOP-TIPP

Sie erleichtern dem Personaler die Arbeit,

indem Sie angeben, welche Zeugnisse in

der Bewerbung enthalten sind. Eine solche

Aufzählung kann zum Beispiel auf dem

Deckblatt Ihrer Bewerbung erfolgen.

Weitere Tipps und hilfreiche Vorlagen

finden Sie auf www.stepstone.de

14

www.stepstone.de


Zusammenfassung: Die Top Ten der E-Mail-Bewerbung

Sorgfalt ist das A&O!

Achten Sie auf höchste Sorgfalt! Rechtschreibfehler bedeuten immer das Aus - früher in

einer postalischen Bewerbung genauso wie heute in einer Online-Bewerbung.

Passenden Absender wählen

Nutzen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse als Absender! Adressen wie Mausi1983@gmx.de

sind in jedem Fall kontraproduktiv. Besser ist: vorname.nachname@gmx.de.

Präziser Betreff

Nennen Sie einen eindeutigen Betreff! In die Betreffzeile Ihrer E-Mail gehören:

die ausgeschriebene Position, der Standort und wenn möglich die Kennziffer aus der

Stellenanzeige. So kann der Personaler Ihre Bewerbung leichter zuordnen.

Größe des Anhangs

Achten Sie auf die Größe des Anhangs! Der E-Mail-Anhang einer Online-Bewerbung

sollte nicht größer als drei MB sein. Verzichten Sie im Zweifel lieber auf ein Arbeitszeugnis

und reichen Sie dieses stattdessen bei Bedarf nach.

Menge der Anhänge

Verschicken Sie nur eine Datei als Anhang! Speichern Sie alle Bewerbungsbestandteile

im PDF-Format in einer Datei. Mehrere Dateien erschweren dem Personaler die Arbeit.

Anschreiben nicht anhängen

Fügen Sie das Anschreiben direkt in das E-Mail-Fenster ein! Hängen Sie es nicht als

eigene Datei an Ihre E-Mail. Hintergrund: Personaler bevorzugen - wie erwähnt - nur

eine einzige Datei.

Mühe zahlt sich aus

Auf ein individuelles Anschreiben achten! Keine standardisierten Anschreiben nach

Copy-Paste-Manier verschicken. Erfahrene Personaler erkennen das sofort.

Bewerbungsfoto

Verwenden Sie ein professionelles Bewerbungsfoto. Das Online-Medium verführt dazu,

digitale Schnappschüsse zu nutzen. Falsch! Ihr Bewerbungsfoto sollte immer bei einem

professionellen Fotografen gemacht werden.

E-Mail-Kontakt recherchieren

Recherchieren Sie immer die persönliche E-Mail-Adresse des zuständigen Personalers.

Geht diese nicht aus der Stellenanzeige hervor, rufen Sie im Unternehmen an. E-Mails

an Sammeladressen wie info@ oder bewerbung@ kommen oft nicht beim richtigen

Ansprechpartner an.

Gehen Sie auf Nummer sicher!

Verschicken Sie Ihre Online-Bewerbung als Generalprobe zunächst an Ihre eigene

E-Mail-Adresse oder die eines Bekannten.

15


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Der StepStone Bewerbungsgenerator

Wir hoffen, dass Ihnen unsere Tipps dabei

helfen, eine professionelle Online-Bewerbung

zu erstellen. Sollten Sie dennoch unsicher

sein, was die Standards der E-Mail-

Bewerbung betrifft, empfehlen wir Ihnen

den kostenlosen StepStone Bewerbungsgenerator.

Dieses Tool erstellt Ihnen eine

professionelle Online-Bewerbung, die alle

Standards einhält, die auf den letzten Seiten

dargestellt wurden. Sie erhalten Hilfe

bei der Formulierung Ihrer Bewerbungstexte

und bei der grafischen Gestaltung Ihrer

gesamten Bewerbung.

Anhand Ihrer Eingaben, die in einem Online-Formular

abgefragt werden, erstellt

der Bewerbungsgenerator ein ansprechend

formuliertes Bewerbungsschreiben.

Mit der Editierfunktion können Sie den vorgeschlagenen

Text nach Ihren Wünschen

anpassen und individualisieren.

Auch die Informationen, die auf dem Bewerbungsdeckblatt

und dem Lebenslauf

dargestellt sind, werden in einem Formular

detailliert abgefragt und im nächsten

Schritt verarbeitet.

Sie können anschließend zwischen fünf

verschiedenen Layouts für die Bewerbung

in unterschiedlichen Bereichen wählen.

Am Ende des Eingabeprozesses erhalten

Sie eine professionelle Online-Bewerbung.

Alle Dokumente werden zu einem fertigen

PDF zusammengefasst. Sie können sich das

Dokument in einem Online-Account speichern,

um es jederzeit bearbeiten und wiederverwenden

zu können oder es direkt als

Online-Bewerbung verschicken.

18

www.stepstone.de


Sie finden den kostenlosen StepStone Bewerbungsgenerator

auf www.bewerbung.de, dem StepStone

Service für die Online-Bewerbung.

19


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Online-Bewerbungsformulare

Neben der Bewerbung per E-Mail bieten

viele Unternehmen die Möglichkeit an, sich

über Online-Formulare zu bewerben. Die

komplexen Softwaresysteme werden von

Unternehmen eingesetzt, um den Rekrutierungsaufwand

zu minimieren und den

Bewerbungsprozess zu beschleunigen. Bei

diesem automatisierten Verfahren geben

Kandidaten Ihre Bewerberdaten direkt in

ein Online-Bewerbungsformular ein, das

die Unternehmen meist auf Ihren Firmenhomepages

zur Verfügung stellen.

Auch wenn die Bewerbung über Online-

Bewerbungsformulare für Kandidaten Vorteile

bietet, ist dieses Verfahren bei vielen

Stellensuchenden nicht besonders beliebt.

Bewerber fürchten, ihre Qualifikationen

nicht optimal darstellen zu können. Eine

überzeugende Darstellung des eigenen

Kompetenzprofils gelingt in der Tat nur

dem, der die Besonderheiten des Online-

Bewerbungsformulars kennt.

Was Sie unbedingt beachten müssen

In den meisten Formularen sind die Angaben

zu Ausbildung und Berufserfahrung

weitestgehend standardisiert. So wird sichergestellt,

dass der Personalentscheider

über verschiedene Suchfunktionen eine Liste

der passenden Bewerber erhält. Deshalb

ist es wichtig, dass Sie möglichst alle Felder

ausfüllen. Sollte Ihr Ausbildungsgang oder

Ihre Branche nicht aufgeführt sein, wählen

Sie die beste Alternative, denn: Jedes Feld,

das Sie nicht ausfüllen, kann Sie aus dem

Suchprozess werfen.

StepStone TOP-TIPP

Oft arbeitet die Software zusätzlich mit

einer Ranking-Funktion, d.h. die Ergebnisliste

wird bewertet. Deshalb sollten Sie

die Auswahlmöglichkeit „Sonstiges“ möglichst

vermeiden, da sie in der Regel dafür

sorgt, dass Sie in der Auswahlliste ganz unten

erscheinen.

Schlüsselbegriffe

Auch die Freitextfelder in den Bewerbungsformularen

sind häufig mit Suchfunktionalitäten

für den Personaler hinterlegt. Achten

Sie also darauf, dass für Ihre Position

wichtige Schlüsselwörter im Freitextfeld

auftauchen. Nur so landet Ihre Bewerbung

in der Ergebnisliste, falls der Personaler

über eine Freitextsuche nach bestimmten

Qualifikationen sucht.

Sorgfalt

Viele Personaler bemängeln die fehlende

Sorgfalt, mit der Online-Bewerbungen

ausgefüllt werden. Bedenken Sie, dass das

Freitextfeld im Online-Bewerbungsformular

das Anschreiben bei einer klassischen Bewerbung

ersetzt. Also gilt auch hier: Korrigieren

Sie Rechtschreibfehler und nutzen

Sie die Groß- und Kleinschreibung. Allgemeine

Höflichkeitsformeln sind auch hier

gefragt, verzichten Sie also auf Telegrammstil,

Umgangssprache und Abkürzungen

und setzen Sie eine Anrede- und eine

Schlussformel ein.

Auf die Stärken konzentrieren

Die Zahl der Zeichen in Freitextfeldern ist

oft begrenzt. Konzentrieren Sie sich deshalb

auf Ihre Stärken und fassen Sie sich

kurz. Wer hier Stationen aus seinem Lebenslauf

aufzählt, vergeudet die Möglichkeit,

sein Profil überzeugend darzustellen.

Wie im Anschreiben üblich sollten Sie im

Freitextfeld darauf eingehen, welchen Gewinn

das Unternehmen durch Ihre Person

hätte. Bewerben Sie sich aufgrund einer

Anzeige, dann gehen Sie an dieser Stelle

auf das geforderte Profil ein und erläutern

Sie, wie Sie dieses ausfüllen.

Häufig werden Freitextfelder auf die

Schnelle nur mit einem Satz ausgefüllt,

zum Beispiel: „Wenn mein Profil für Sie interessant

ist, dann freue ich mich über eine

Kontaktaufnahme“. Das ist weder höflich

noch aussagekräftig und bugsiert Sie leicht

auf den Absagen-Stapel.

Anhänge und technische Fallstricke

Besteht die Möglichkeit, eigene Dokumente

hochzuladen, fassen Sie diese in einer

gemeinsamen PDF-Datei zusammen. Vermeiden

Sie unbedingt Formate wie Word

oder Excel. Ihr Anhang sollte außerdem

aussagekräftig benannt sein.

Setzen Sie keine unnötigen Schriftzeichen

wie Aufzählungszeichen, Sternchen, Rauten

oder ähnliches in das Freitextfeld. Diese

können mit manchen Software-Programmen

nicht dargestellt werden und vermiesen

so die Optik Ihres integrierten Anschreibens.

Manche Firmenseiten haben ein Session-

Time-out. Damit Sie in Ruhe und in der angemessenen

Zeit die Bewerbung ausfüllen

können, sollten Sie dies offline tun und den

Bewerbungsbogen erst nach nochmaliger

Durchsicht online auf der Unternehmens-

Homepage speichern.

Nutzen Sie die automatischen Hilfen, die

viele Firmen anbieten, die von FAQs bis zu

interaktiver Unterstützung reichen. So gehen

Sie sicher, dass Sie die Bewerbung mit

den Informationen gespeist haben, die das

angewendete System zur objektiven Auswertung

benötigt.

Umgang mit Lebenslauf-Datenbanken

Unsere Tipps gelten nicht nur für Online-

Bewerbungsformulare auf Unternehmens-

Websites, sondern auch für den Eintrag Ihres

Lebenslaufs in einer CV-Datenbank, beispielsweise

bei StepStone.

20

www.stepstone.de


Checkliste: Online-Bewerbungsformular

Gewünschte Position deutlich angegeben, evtl. auch Kennziffer und Standort?

Richtigen Standort und Bereich für die angestrebte Position eingetragen?

Alle vorgegebenen Felder ausgefüllt?

Freitextfeld auf Sprache und Rechtschreibung überprüft?

Alle für das Stellenprofil wichtigen Merkmale im Freitextfeld untergebracht?

Keine Stationen des Lebenslaufs unnötig im Freitextfeld wiederholt?

Anhänge übersichtlich im PDF-Format hochgeladen?

Keine „exotischen“ Schriftzeichen benutzt?

Nutzungsbedingungen gelesen?

Falls ein Account für Bewerber eingerichtet wurde: LogIn und Passwort notiert?

21


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

2

Das Vorstellungsgespräch

Wer es ins Vorstellungsgespräch schafft,

hat die größte Hürde des Bewerbungsprozesses

bereits gemeistert. Umso ärgerlicher,

wenn das Jobinterview durch mangelnde

Vorbereitung zur Pleite wird. Neben vielen

qualifizierten Bewerbern, die sich zielgerichtet

auf das Jobinterview vorbereiten,

klagen Personaler immer wieder über Kandidaten,

die sich unvorbereitet dem Bewerbungsprozess

stellen. Besonders ärgerlich

ist das im Vorstellungsgespräch, denn wer

durch seine Unterlagen überzeugt hat, sollte

nicht durch vermeidbare Fehler im Gespräch

scheitern.

Einige Fauxpas, die Ihnen beim Vorstellungsgespräch

nicht passieren dürfen:

Den Ansprechpartner vergessen

Wie peinlich: Man weiß den Namen des

Gesprächspartners nicht mehr und die

Dame vom Empfang telefoniert sich quer

durch die Personalabteilung, um den Richtigen

zu finden. Das lässt sich ganz einfach

vermeiden, wenn man das Einladungsschreiben

dabei hat und vor der Tür noch

mal kurz darauf schaut.

Schlecht informiert sein

Mangelndes Wissen über das Unternehmen,

seine Produkte und Services sowie

die anvisierte Stelle sind besonders tückisch,

da im Interview gerne offene Fragen

gestellt werden, z.B. „Was wissen Sie

bereits über unser Unternehmen?“ Es gibt

Bewerber, die während eines Jobinterviews

beim Marktführer im Bereich Beratungssoftware

sagen: „Sie machen irgendetwas

mit Computern oder Software“ oder „Sie

machen das gleiche wie Unternehmen XY,

aber die sind der Marktführer“. Auch über

den angestrebten Job sollten Sie sich vorher

Gedanken gemacht haben – wie sonst

wollen Sie die Frage nach Ihrer besonderen

Eignung für den Job beantworten?

Unüberlegte Kritik

„Also ich würde die Verkaufsunterlagen

ganz anders aufbauen und Ihr Firmenlogo

ist nicht besonders einprägsam. Auch habe

ich mir Ihren Internetauftritt angeschaut

und finde, da kann man eine ganze Menge

verbessern.“ Es ist schön, dass Sie Ihre Erfahrung

und neue Ideen einbringen möchten,

mit harscher Kritik sollten Sie sich allerdings

zurückhalten. Der Personaler wird

sich fragen, warum Sie sich bei einem Unternehmen

bewerben, an dem Sie so viel

zu bemängeln haben, und der Vertreter der

Fachabteilung wird sich angegriffen fühlen.

Die eigenen Unterlagen nicht kennen

Bewerber können sich auf Grund mangelnder

Kenntnisse der eigenen Unterlagen im

Vorstellungsgespräch ziemlich blamieren

und unglaubwürdig erscheinen. Daher sollten

Sie sich vorher noch einmal detailliert

mit all Ihren Angaben auseinandersetzen.

Betriebsgeheimnisse ausplaudern

Auf die Frage „Warum haben Sie sich bei

uns beworben/Was reizt Sie an der ausgeschriebenen

Stelle?“, brechen bei vielen

Bewerbern alle Dämme. Da fallen Aussagen

wie „Mein Chef erkennt meine Leistung

nicht an/Ich werde nicht ausreichend

gefördert/Im derzeitigen Unternehmen

bin ich in einer Sackgasse gelandet.“ Das

wirft ebenso ein schlechtes Licht auf den

Kandidaten wie negative Aussagen zum

Gesamtunternehmen: „Von Kollegen habe

ich erfahren, dass die Firma bald verkauft

werden soll. Da wollte ich mich umorientieren,

bevor es zu spät ist“.

Die Grenzen dessen zu finden, was man

sagen darf und was nicht, ist nicht immer

leicht. Schließlich würde man sich nicht

bewerben, wenn im derzeitigen Job alles

bestens liefe. Beschränken Sie sich aber

auf die nötigsten Aussagen zur derzeitigen

Situation und reden Sie lieber über Ihre

künftigen beruflichen Ziele und warum die

ausgeschriebene Stelle und das anvisierte

Unternehmen für Sie so attraktiv sind.

Schlechte Selbstpräsentation

Wer auf Fragen zu beruflichen Erfolgen,

persönlichen Stärken und Schwächen oder

zur Motivation keine Antworten findet,

der gilt nicht nur als schlecht vorbereitet,

sondern auch als unqualifiziert. Bewerber,

die auf Nachfrage zu Lücken oder Besonderheiten

im Lebenslauf nervös werden,

bugsieren sich an dieser Stelle aus dem

Bewerbungsprozess. Sie müssen in der

Lage sein, sich und Ihren Werdegang flüssig

und strukturiert zu präsentieren – und

das bedeutet nicht, dass Sie nur die Fakten

aus Ihrem Leben aufzählen. Deshalb gilt:

Erscheinen Sie niemals unvorbereitet zum

Job-Interview! Kritische Situationen kann

man souverän meistern, wenn man sich

im Vorfeld darauf einstellt und mögliche

Antworten parat hat. Eine Kurzpräsentation

zu Ihrer Person inklusive der passenden

Beispiele für berufliche Erfolge sollten Sie

unbedingt im Kreise Ihrer Freunde vorher

üben.

Keine eigenen Fragen stellen

Bewerber zeigen Interesse, indem Sie Fragen

an das Unternehmen stellen. In der Regel

werden Sie gegen Ende des Gespräches

dazu aufgefordert. Leider ist es oft so, dass

einem zu diesem Zeitpunkt nichts mehr einfällt.

Bereiten Sie deshalb mögliche Fragen

vor, versteifen Sie sich aber nicht darauf. Es

zeichnet Sie als guten Zuhörer aus, wenn

Sie Dinge vertiefen wollen, die im Interview

angesprochen wurden. Wiederholen Sie

aber keinesfalls bereits Gesagtes. Auch sollten

Ihre Fragen möglichst inhaltlicher Natur

sein. Wer nur wissen möchte, ob es eine

Kantine gibt, oder ob häufig Überstunden

geleistet werden, hinterlässt garantiert einen

negativen Eindruck. Absolute Tabus

sind Fragen wie „Steht in naher Zukunft

ein Personalabbau an?“ oder „Wie würden

Sie das Betriebsklima beschreiben?“.

Bestenfalls bringen Sie Ihr Gegenüber mit

solchen Fragen in Verlegenheit, schlimmstenfalls

führen sie zu echter Verärgerung.

22

www.stepstone.de


Folgende Themenkomplexe bieten sich für mögliche Fragen an:

Arbeitsstelle: Aufgabenbereich, organisatorische Einordnung,

Hierarchie, warum wurde die Stelle frei?

Abteilung: Teamstärke, Schnittpunkte zu Kollegen, organisatorische

Einordnung ins Gesamtunternehmen etc.

Wie verläuft die Einarbeitung?

Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildungen etc.

Firmenkultur und -einrichtungen

Weitere peinliche Ausrutscher im Vorstellungsgespräch:

Unpünktliches Erscheinen

Die Visitenkarte des derzeitigen Arbeitgebers austeilen

Notizblock und Stift mit Logo des derzeitigen Arbeitgebers benutzen

Mit Wissen über den Gesprächspartner prahlen: „Im Internet habe ich gelesen, dass

Sie auch erst seit Kurzem auf Ihrer Position sind. Haben Sie Ihre Einarbeitung als ausrei-

chend empfunden?“

Die Gesprächsführung übernehmen: „Wie würden Sie sich als Vorgesetzten

beschreiben?“

Übertriebene Schüchternheit und Zurückhaltung, kein Augenkontakt und leise

Stimme, verschlossene Körperhaltung wie Arme vor dem Körper verschränken,

auf die Hände setzen u.a.

Übertriebenes Selbstbewusstsein, Gesprächspartnern ins Wort fallen, ausladende

Gesten und sehr lässige Körperhaltung wie Hände hinter dem Kopf verschränken u.a.

Unangemessene Kleidung, ausgetretene/schmutzige Schuhe, auffälliger Schmuck,

ungepflegte Haare

Fragen zum Gehalt und zu Sonderkonditionen nicht von sich aus stellen! In den meisten

Fällen wird das Thema vom Unternehmen aufgegriffen. Mehr dazu im Kapitel „Gehalts-

verhandlung“.

Weitere Tipps zum Thema Vorstellungsgespräch finden Sie auf

www.stepstone.de und www.bewerbung.de

23


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Fragen zur Vorbereitung

Vorstellungsgespräche laufen meist nach

dem gleichen Muster ab. Es tauchen häufig

die gleichen, klassischen Fragen an die

Bewerber auf. Nutzen Sie dieses Wissen als

Chance, sich optimal auf das Jobinterview

vorzubereiten.

Qualifikation

In der Regel startet das Gespräch nach den

üblichen Begrüßungsformalitäten mit Fragen

zu Ihrer beruflichen/schulischen Qualifikation.

Man wird Sie auffordern, wichtige

Stationen Ihres Werdegangs und Ihre derzeitige

Tätigkeit zu beschreiben.

Konzentrieren Sie sich von Anfang an auf

wesentliche Dinge. Ihr Gegenüber kennt Ihren

Lebenslauf bereits und ist deshalb nicht

daran interessiert, nochmals alle Punkte

lieblos aufgezählt zu bekommen. Setzen

Sie deshalb Schwerpunkte und nutzen Sie

diesen Einstieg ins Gespräch, um direkt auf

Ihre beruflichen Stärken einzugehen.

„Was zeichnet Sie besonders für die

anvisierte Stelle aus?“

„Warum möchten Sie gerade in diesem

Tätigkeitsbereich arbeiten?“

Soziale Kompetenz

Sind die Dinge zu Ihrer Qualifikation geklärt,

folgt ein Fragenkomplex zu Ihrer

Person. Ziel ist es, zu erfahren, ob Sie die

nötigen sozialen Kompetenzen für die Stelle

mitbringen. Das sind nicht immer die

gleichen. Mal ist Teamfähigkeit gefragt,

mal zählen Durchsetzungsvermögen oder

Stressresistenz. Hier einige Beispiele, die

wichtige Soft Skills hinterfragen:

„Was war die größte Herausforderung, die

Sie in den letzten zwei Jahren zu bewältigen

hatten?“

Mögliche Fragen zur Qualifikation:

„Beschreiben Sie kurz Ihren Werdegang.“

„Beschreiben Sie kurz Ihr Studium und erklären

Sie, warum Sie diesen Studiengang

gewählt haben.“

Verzichten Sie an dieser Stelle unbedingt

auf langweilige chronologische Angaben!

So nicht:

Nach dem Abitur habe ich zunächst Jura

studiert, bin dann jedoch auf BWL umgestiegen.

Im Hauptstudium habe ich die

Schwerpunkte [...] belegt und nach dem

Studium meinen ersten Job als [...] angetreten


Besser:

Bei meiner ersten Festanstellung gehörte

die Öffentlichkeitsarbeit vorübergehend zu

meinen Aufgabengebieten. Ich hatte während

der Studienzeit bereits erste Erfahrungen

in diesem Bereich gesammelt, sodass

ich mich in der neuen Aufgabe sehr schnell

zurechtfand. Nach einem Aufbaustudium

im Bereich Public Relations habe ich mich

gezielt für Stellen in diesem Bereich beworben

und bin seit mittlerweile sieben Jahren

Pressesprecher in Unternehmen XY.

So nicht:

Ich fand die Stellenausschreibung sehr

interessant und finde, ich würde ganz gut

darauf passen.

Idealerweise erübrigt sich die Frage für den

Personaler bereits aufgrund Ihrer Aussagen

zum Werdegang, denn dass Sie der Richtige

für diese Stelle sind, sollte eine logische

Konsequenz Ihrer bisherigen beruflichen

oder akademischen Karriere sein. Seltsamerweise

finden die wenigsten Bewerber

aber auf diese Standard-Frage eine gute

Antwort. Machen Sie sich also im Vorfeld

bereits Gedanken über die Beantwortung

und legen Sie schlüssig dar, warum diese

Stelle der nächste konsequente Schritt Ihrer

Karriere ist. Wenn Sie besonders geschickt

sind, können Sie an dieser Stelle auch mit

Gegenfragen gezielt noch mehr herausfinden:

Besser:

Ich denke, die Stelle gibt mir die Möglichkeit,

mein theoretisches Know-how im Bereich

Controlling erfolgreich einzubringen

und außerdem erste Führungserfahrung zu

sammeln. Es ist doch so, dass die Stelle die

Führung eines kleinen Teams aus Auszubildenden

und Praktikanten beinhaltet, oder?

Bei dieser Frage punkten Sie mit der konkreten

Nennung beruflicher Erfolge, wie

zum Beispiel dem Aufbau eines neuen Produktzweiges,

der Übernahme neuer Aufgaben

oder der Wiedergewinnung eines

verlorenen Kunden. Auch der Abschluss

einer berufsbegleitenden Weiterbildung

kann hier genannt werden. Der Personaler

möchte erfahren, wie Sie Herausforderungen

meistern, worauf Sie stolz sind und

was Sie anspornt. Gehen Sie vor dem Gespräch

Ihre bisherigen beruflichen Leistungen

gedanklich durch, sodass Sie auf die

Frage ein konkretes Beispiel parat haben.

StepStone TOP-TIPP

Schildern Sie nicht jedes Detail der betreffenden

Situation, sondern vielmehr mit

welchen Hindernissen Sie zu kämpfen hatten

und wie sie diese bewältigen konnten.

„Standen Sie schon einmal vor einer Aufgabe,

die Sie nicht lösen konnten? Wie sind

Sie damit umgegangen?“

Leider fällt sehr vielen Bewerbern auf eine

solche Frage nichts ein. Dabei steht jeder

manchmal vor schier unlösbaren Aufgaben,

doch es ist spannend zu erfahren, wie

er damit umgegangen ist. Bedenken Sie

dies bei Ihrer Antwort und schildern Sie Ihre

24

www.stepstone.de


persönliche Herangehensweise. Wie haben

Sie das Problem erkannt und analysiert?

Haben Sie sich Hilfe von außen geholt?

Haben Sie Analogien in anderen Aufgabenbereichen

gesucht, um eine Lösung zu

finden, die nicht direkt auf der Hand lag?

„Haben Sie schon mal erlebt, dass die Arbeit

in einer Gruppe nicht funktioniert hat

und deshalb wenig effektiv war? Wie haben

Sie sich verhalten?“

Jeder kennt die Situation, dass Teamwork

ineffektiv oder nervig ist und das Team

nicht mehr an einem Strang zieht. Schlecht

sieht es aus, wenn Sie auf solche Weise

antworten:

So nicht:

Nicht alle im Team hatten die gleiche Einstellung

zur Arbeit, manche waren zielstrebiger

als andere und so blieb letztlich die

ganze Arbeit an mir und meiner Kollegin

hängen. Wir haben das dann auf unsere

Weise durchgezogen, damit das Projekt

noch beendet werden konnte.

So outen Sie sich als schlechter Teamplayer

ohne Problembewusstsein. Besser ist es dagegen,

wenn Sie vermitteln können, dass

Sie das Problem im Team offen angegangen

sind:

Besser:

Wir haben die Probleme in einer Teamrunde

offen angesprochen. Dabei haben wir

einen objektiven Kollegen aus der Abteilung

XY als Moderator hinzugezogen, um

persönliche Angriffe zu vermeiden. Im Gespräch

stellte sich heraus, dass sich einige

Kollegen mit der Aufgabe überfordert fühlten,

da der Zeitplan unrealistisch war. Wir

haben die Aufgaben daraufhin neu verteilt

und auch einen neuen Zeitplan bei unserem

Vorgesetzten eingefordert.

„Nennen Sie uns Ihre persönlichen Stärken

und Schwächen.“

Auch hier punktet, wer sich auf diese immer

wiederkehrende Frage gut vorbereitet

hat. Das A und O ist es, authentisch zu

bleiben. Gleichen Sie im Vorfeld das Anforderungsprofil

der Stelle mit Ihrem Werdegang

ab und belegen Sie Stärken, die für

die Stelle besonders wichtig sind, mit konkreten

Beispielen.

Der schwierigere Teil ist die Stellungnahme

zu den eigenen Schwächen. Leider

wird immer wieder versucht, vermeintliche

Schwächen zu finden und diese dann

in Stärken zu wandeln. Sie können davon

ausgehen, dass kaum ein Personalverantwortlicher

noch folgende Standardantwort

hören möchte:

So nicht:

Mein Ehrgeiz treibt mich immer wieder an.

Wenn es dann nicht wie geplant läuft oder

andere nicht mitziehen, werde ich leicht

ungeduldig.

Diesen Satz aus den gängigen Ratgebern

glaubt niemand mehr. Ebenso unglaubwürdig

ist es, wenn Ihnen keine Schwächen

einfallen, denn das zeugt nur von

Ihrer mangelnden Vorbereitung und Selbsteinschätzung.

Jeder Mensch hat Schwächen.

Wichtig für Sie ist, dass diese Sie

nicht daran hindern, die Stelle optimal auszufüllen.

Indem Sie zugeben, dass Sie Ihre

Schwächen kennen und bereit sind, daran

zu arbeiten, sammeln Sie garantiert Punkte

im Vorstellungsgespräch. Allerdings: Schonungslose

Ehrlichkeit kann Ihnen durchaus

die Chancen auf den neuen Job verbauen.

Auf die Frage nach Ihren Schwächen antworten

Sie am geschicktesten, indem Sie

auf eine Schwäche hinweisen, die Sie in

Ihrer täglichen Arbeit nicht beeinflusst.

Besser:

Sie bewerben sich um einen kreativen Posten

und geben zu, dass Sie nicht gerne mit

Zahlen arbeiten. Oder: Sie bewerben sich

um eine Stelle, bei der Fremdsprachenkenntnisse

nicht erforderlich sind. Hier

können Sie ruhig auf Ihre mangelnden

Englischkenntnisse hinweisen.

„Wo wollen Sie beruflich in 5 Jahren sein?“

Es gibt keine „platteren“ Antworten auf

diese Frage als die Benennung von Positionen

oder Gehältern. Wenn Sie mit Ihrer

Antwort punkten wollen, dann sollten Sie

zeigen, dass Sie sich Gedanken gemacht

haben über Ihre berufliche Zukunft und

konkrete Ziele auch benennen können. Allerdings

muss das nicht heißen:

So nicht:

„In 5 Jahren will ich Leiter der IT-Abteilung

in Ihrem Hause sein.“

Es ist für Bewerber schlecht, wenn sie keine

Ziele haben und sagen, sie könnten sich

dieses oder jenes oder auch etwas ganz

anderes vorstellen, nach dem Motto: „Mal

sehen, was die Zukunft bringt“. Erläutern

Sie vielmehr Ihre klaren Vorstellungen mit

Aussagen wie:

Besser:

Ich sehe mich in verantwortlicher Stellung

im Bereich XY, da ich gerne mit Menschen

arbeite und Verantwortung trage. Außerdem

ist mir wichtig, den internationalen

Aspekt meiner derzeitigen Tätigkeit zu

vertiefen, sodass ich hoffe, in 5 Jahren in

grenzübergreifenden Projekten aktiv mitzuwirken.

25


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Motivation und Loyalität:

„Warum sollten wir gerade Ihnen eine

Stelle anbieten?“

„Warum wollen Sie gerade in unserem

Unternehmen arbeiten?“

Nutzen Sie diese Fragen, die oft gegen

Ende des Gesprächs gestellt werden, um

nochmals abschließend alles vorher Gesagte

in die Waagschale zu werfen. Fassen Sie

kurz und knackig Ihre persönlichen Stärken

zusammen und erläutern Sie, wie das Unternehmen

von Ihrem Beitrag profitieren

kann. Stellen Sie Ihre Stärken deutlich in

Relation zu den für die Stelle notwendigen

Talenten.

Oft betrachten Bewerber diese Frage als

Gelegenheit darzustellen, wie sie selbst

vom neuen Job profitieren können:

So nicht:

Ich wollte schon immer international arbeiten

und der Einstieg in Ihr Unternehmen

würde mir die Chance geben. Außerdem

könnte ich bei Ihnen noch viel lernen und

meine bisherigen Erfahrungen erweitern.

Bedenken Sie, dass Ihr Gesprächspartner

mit der Frage genau das Gegenteil bezweckt.

Es geht nicht darum, welche Vorteile

SIE ziehen können, sondern welche

Vorteile das Unternehmen von Ihrer Einstellung

hat. Versuchen Sie also, sich mit Ihrer

Antwort in die Lage des Personalverantwortlichen

zu versetzen und geben Sie ihm

möglichst viele Argumente für Ihre Person,

die er intern weitertragen kann.

Kleidung

Sie bewerben sich als angehende Fachbzw.

Führungskraft. Als solche sind gewisse

Erwartungen seitens des Personalentscheiders

an Sie gerichtet. Auf die Kleiderfrage

für das Vorstellungsgespräch gibt es daher

nur eine Antwort: Tragen Sie als Mann Anzug

und Krawatte, als Frau Hosenanzug

oder Kostüm und dazu passend ein unifarbenes

Hemd beziehungsweise eine einfarbige

Bluse. Hintergrund: Mit der Wahl

eines formellen Outfits würdigen Sie den

Anlass des Gesprächs.

StepStone TOP-TIPP

Mit einem klassischen dunklen Anzug beziehungsweise

einem schlichten Kostüm

können Sie nichts falsch machen. Für das

Vorstellungsgespräch lautet die Devise:

„Overdressed“ ist grundsätzlich besser als

„underdressed“!

Achten Sie darüber hinaus auf einige

grundsätzliche Dinge:

Schuhe und Gürtel

Die Schuhe bestimmen den Gesamteindruck

Ihres Outfits. Tragen Sie Schuhe,

die farblich zu Anzug und Gürtel passen.

Dieser sollte im Übrigen eine unauffällige

Schnalle haben und ist im Optimal-Fall aus

dem gleichen Material hergestellt wie Ihre

Schuhe.

Rocklänge

Frauen sollten auf die Länge Ihres Rockes

achten. Mit Knie umspielenden Modellen

machen Sie nichts falsch. Ansonsten gilt:

Der Saum darf maximal eine Handbreit

über dem Knie enden, alles andere ist eindeutig

zu kurz. In die gleiche Kategorie fallen

zu enge oder durchsichtige Blusen, tiefe

Ausschnitte, bauch- oder schulterfreie Kleidung

sowie Absätze, die höher als sechs

Zentimeter sind.

Accessoires

Zurückhaltung ist auch bei Accessoires wie

Broschen, Ringen, Ketten, Tüchern, Gürteln

und Brillen gefragt. Keines der genannten

Stücke ist grundsätzlich verboten, solange

es nicht die gesamte Erscheinung dominiert.

Auffällige Schmuckstücke wie lange

Ohrringe oder außergewöhnlich teure Uhren

sollten Sie zu Hause lassen. Achten Sie

zudem darauf, nicht zu viele Accessoires

miteinander zu kombinieren.

Frisur, Make-up und Aftershave

Einige gut gemeinte Tipps zum Schluss:

Achten Sie auf eine gepflegte Frisur. Brüchiges,

tot-blondiertes Haar oder ungefärbte

Ansätze wirken ungepflegt und fallen entsprechend

negativ auf. Bei Aftershave und

Parfum ist Zurückhaltung angebracht, das

gleiche gilt für Make-up. Vermeiden Sie

außerdem auffällig manikürte Fingernägel.

26

www.stepstone.de


Einstellungstest

Neben dem klassischen Vorstellungsgespräch

nehmen viele Unternehmen bei

der Kandidatensuche weitere Auswahlverfahren

vor und prüfen die Fähigkeiten

aussichtsreicher Bewerber in sogenannten

Assessment-Centern auf Herz und Nieren.

Das Assessment-Center ist ein Teil des

Jobauswahlverfahrens, bei dem der Bewerber

verschiedene Aufgaben meistern

muss. Soft Skills und fachliche Kompetenz

werden gezielt geprüft und bewertet. Auf

diese Weise filtern Unternehmen passende

Kandidaten heraus, um freie Stellen optimal

besetzen zu können.

Ein solches Verfahren kostet das Unternehmen

oft viel Geld. In der Regel erfolgt

der Einstellungstest daher erst nach dem

klassischen Bewerbungsgespräch, anhand

dessen bereits eine Auswahl geeigneter

Kandidaten getroffen wurde. Wer eine Einladung

zum Einstellungstest erhält, kann

also davon ausgehen, dass er sich bereits

gegen einige Kandidaten durchgesetzt hat.

Welche Aufgaben erwarten Sie

bei einem Einstellungstest?

Oft zielt das Assessment-Center darauf

ab, die Soft Skills eines Bewerbers zu testen.

Zu den gängigsten Aufgaben gehören

Präsentationen, Gruppendiskussionen und

Rollenspiele. Bei einer Präsentation bewertet

der Personaler in erster Linie rhetorische

Fertigkeiten und die Spontaneität des Bewerbers.

In der Gruppendiskussion sind vor

allem Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit

und Kompromissbereitschaft gefragt.

Beim Rollenspiel wiederum geht es darum,

das Gespür zu beweisen, sich in andere hineinversetzen

und sich auf neue Situationen

einstellen zu können.

Bereiten Sie sich auf den Einstellungstest

mindestens genauso gut vor wie auf das

klassische Bewerbungsgespräch. Die Gründe

Ihrer Bewerbung, Ihre Ziele sowie Ihre

Stärken und Schwächen müssen Sie genau

formulieren können. Prägen Sie sich zudem

die wichtigsten Eckdaten des Unternehmens

ein und bereiten Sie einige Fragen

vor, die Sie dem Personaler stellen.

Welcher Dresscode gilt

für den Einstellungstest?

Orientieren Sie sich bei der Kleiderwahl an

den Anforderungen eines Bewerbungsgesprächs:

Eine gepflegte, klassische Garderobe,

beispielsweise ein dunkler Anzug

bzw. ein dunkles Kostüm, sind hier ein

Muss. Tragen Sie außerdem unbedingt eine

Armbanduhr – auf diese Weise haben Sie

während der einzelnen Aufgaben immer

die Zeit im Blick.

Weitere Tipps zum Thema

Assessment-Center finden Sie auf

www.stepstone.de sowie auf

www.bewerbung.de

CHECKLISTE: Worauf die Auswahlkommission achtet

Fähigkeit, auf andere aktiv zuzugehen

Zusammenarbeit mit Kollegen und die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung

Argumentation, Überzeugungs- und Durchsetzungskraft

Analytisches Denkvermögen

Potenzial, Konflikte zu umgehen

Motivation und Kommunikationsstärke

Rhetorische Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten

Zielorientierung und konzeptionelle Vorgehensweise bei Problemlösungen

27


3

Die Gehaltsverhandlung

Den eigenen Marktwert ermitteln

Die Gehaltsfrage stellt einen der zentralen

Aspekte des Jobwechsels dar. Ergreifen Sie

hier jedoch nicht zu schnell die Initiative,

sondern gedulden Sie sich, bis Ihr potenzieller

Arbeitgeber das Thema Gehalt von

sich aus anspricht. In manchen Fällen werden

Sie bereits in der Stellenanzeige dazu

aufgefordert, in Ihrer Bewerbung einen Gehaltswunsch

zu nennen. In der Regel wird

der Personalentscheider Sie jedoch spätestens

nach dem zweiten Gespräch zu der

Äußerung eines konkreten Gehaltswunsches

auffordern. Bereiten Sie sich deshalb

gezielt auf die Gehaltsfrage vor.

Wie viel Gehalt Sie erwarten können,

hängt von mehreren Faktoren ab:

Branche

Dieselben Positionen werden in Unternehmen

verschiedener Branchen unterschiedlich

vergütet. So sind beispielsweise in der

Finanz- oder der Pharmabranche höhere

Gehälter üblich als in den Bereichen Kultur

oder Bildung.

Region

Auch der Faktor Unternehmensstandort

spielt bei der Gehaltsfrage eine Rolle. Im

regionalen Vergleich positioniert sich der

Süden in der Regel besser als der Norden,

der Westen besser als der Osten. Top Gehälter

werden in Frankfurt a.M., München

und Düsseldorf gezahlt. Der Lohnspiegel

liegt hier bis zu 25,7 Prozent über dem

bundesdeutschen Durchschnitt. In den

neuen Bundesländern fallen die Gehälter

im Schnitt deutlich geringer aus.

Unternehmensgröße

Die Faustregel lautet: Je größer das Unternehmen,

desto höher die Gehälter. Bedenken

Sie aber, dass andere Faktoren, wie

Qualifikation oder Branche, einen weitaus

größeren Einfluss haben können.

Qualifikation

Akademische Leistungen sind bei der Verhandlung

des Einstiegsgehaltes von großer

Bedeutung. Mit wachsender Berufserfahrung

jedoch zählt die berufliche Leistung

mehr. Berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Argumentation.

Die häufigsten Fehler

Sobald Sie sich innerhalb eines bestimmten

Gehaltsgefüges eingeordnet haben,

gilt es, das Beste für sich herauszuholen.

Viele Kandidaten machen bei der Gehaltsverhandlung

jedoch typische Fehler und

verbauen sich so die Chance, das volle Potenzial

auszuschöpfen.

Bedenken Sie: Der Personalentscheider ist

ein geübter Verhandlungspartner, der es Ihnen

nicht leicht machen wird, Ihre Gehaltsvorstellung

durchzusetzen.

Bereiten Sie sich deshalb entsprechend

vor und vermeiden Sie die folgenden

Fehler:

Falsche Argumente anbringen

Die Miete wurde erhöht, der Partner hat

seinen Job verloren und sowieso ist alles

teurer geworden. Das ist bedauerlich, spielt

für Ihren Verhandlungspartner aber keine

Rolle. Bedenken Sie: Ihr potenzieller Arbeitgeber

betreibt keine karitative Einrichtung.

Versetzen Sie sich in die Lage des Arbeitgebers:

Für ihn zählt einzig und allein, welchen

Beitrag Sie zum Erfolg des Unternehmens

leisten können. An dieser Stelle muss

Ihre Argumentation ansetzen.

Schlecht vorbereitet sein

Als Bewerber dient der Verdienst der aktuellen

Position plus Betrag X als Orientierung.

Erkundigen Sie sich, welchen Verdienst Sie

in der entsprechenden Branche und Region

erwarten können. Weiter vorne finden Sie

dazu eine Fülle von Tipps.

29


StepStone Bewerbungsratgeber: Fach- & Führungskräfte

Kein konkretes Ziel nennen

Überlegen Sie sich noch vor dem Vorstellungsgespräch,

wie hoch Ihr Gehaltswunsch

ausfallen soll, denn Ihr Verhandlungspartner

wird Sie dazu auffordern,

eine konkrete Zahl zu nennen. Falls er sich

auf eine Verhandlung einlässt, wird er mit

einem eigenen Vorschlag dagegenhalten.

Erwarten Sie hingegen nicht, dass er Ihnen

die Arbeit abnimmt und das erste Angebot

äußert.

Zu hoch pokern

Natürlich wird Ihr Verhandlungspartner

versuchen, „den Preis zu drücken“. Kalkulieren

Sie dies ein und nennen Sie als

Gehaltswunsch einen höheren Betrag, als

Sie eigentlich erzielen möchten. Vorsicht:

Pokern Sie nicht zu hoch! Grund: Zum einen

können Sie sich durch die Äußerung

eines unrealistischen Gehaltswunsches

eine vielversprechende Chance auf den

neuen Job verderben. Zum anderen dient

die Gehaltsverhandlung dem Personaler

dazu herauszufinden, ob der Bewerber

seinen Wert realistisch einschätzt und sich

selbst entsprechend vermarkten kann. Bei

der Gehaltsverhandlung geht es schließlich

nicht zu wie auf einem Basar.

Sich unter Wert verkaufen

Aus Unsicherheit verkaufen sich manche

Bewerber hingegen unter Wert.

Bedenken Sie auch hier: Im Bewerbungsprozess

dient die Gehaltsverhandlung nicht

nur einem unmittelbaren, praktischen

Zweck. Der Personalentscheider möchte

auch herausfinden, ob Sie Ihre Leistungen

realistisch einschätzen können. Er wird sich

für den am besten geeigneten Kandidaten

entscheiden statt für denjenigen, der den

niedrigsten Gehaltswunsch äußert. Bedenken

Sie zudem, dass das verhandelte Gehalt

die Ausgangsposition für zukünftige

Gehaltsverhandlungen darstellt. Wenn Sie

also auf Dauer ein bestimmtes Gehalt erreichen

möchten, aber am Anfang niedrig

einsteigen, wird es Sie viele weitere Verhandlungen

kosten, einen bestimmten Level

zu erreichen.

StepStone TOP-TIPP

So lange Ihre Forderungen in einem angemessenen

Rahmen liegen, verschaffen Sie

sich mit einem niedrigen Gehaltswunsch

keinen Vorteil.

Weitere Tipps zum Thema Gehalt

finden Sie auf www.stepstone.de

30


StepStone 2014, 5. Auflage

Ähnliche Magazine