VERITAS - Das Genussmagazin / Ausgabe - 15-2015

oberkircher

Das Kundenmagazin der Oberkircher Winzer

2015

Etiketten

Das Genussmagazin

Ausgabe

Jahr15

Titelthema

GERHARD VOLK

Heiße Tipps & kühler Wein

FÜR NEUGIERIGE

Cuvée OK51

TATORT ORTENAU?

Interview mit Brigitte Glaser

WEITER ALS WEG

Weinreise Moldawien

Das KUNDENMAGAZIN DER OBERKIRCHER WINZER

Wein trinkt Wasser

Die Kolumne von

Wasser- und Weinfee

Marissa Echtle

veritas-genuss.de


VORWORT

Liebe Weinfreundin, lieber Weinfreund!

Tolle Leute, feines Essen. Diese Beschreibung kommt

einem bekannt vor, ist aber dieses Mal nicht auf die

Ortenau im Allgemeinen und das Renchtal im Besonderen

gemünzt, sondern auf Moldawien. Was, Sie

kennen Moldawien nicht? Das ist keine Schande, uns ging es

genauso. Der Kleinstaat am Rande Europas ist so gut wie nie

in den Medien. Dank unseres Weinprobensprechers Wolfgang

Knopf können wir Ihnen ein kleines Land mit großer Weintradition

vorstellen (Seite 16).

Dass sich Neugierde auszahlt, zeigt sich auch hierzulande

beim Wein (Seite 12). Obwohl oder gerade weil die Cuvée keine

besonders große Geschichte in Deutschland hat, fanden wir

es an der Zeit umzudenken. Kommen Rivaner, Weißburgunder

und Gewürztraminer miteinander aus? Werden Spätburgunder

und Syrah ein Paar? Und wenn ja, ein harmonisches? Das

hat unseren Kellermeister beflügelt und die Ergebnisse sind

mehr als nur okay (OK51 nämlich), und so wurden die drei

Cuvées auch zu einer Referenz an alte Zeiten. Damals, es war

1951, begruben die ersten Winzer ihre Konkurrenz und machten

im Sinne von „zusammen ist man stärker als alleine“

gemeinsame Sache. Die Winzergenossenschaft wurde zur

Renchtäler Erfolgsgeschichte.

Dass Sie jetzt eine „Cuvée in Papier“ in den Händen halten,

ist auch eine Frucht dieser wegweisenden Entscheidung.

Auch die aktuelle Veritas ist ein bunter Strauß rund um den

Wein. Von der Krimiautorin Brigitte Glaser (Seite 13) wollten

wir wissen, wann endlich ihr Ortenauer Weinkrimi kommt.

Beim Thema Grillen waren wir bei Gerhard Volk an der richtigen

Adresse. Wir dachten uns, Grillen ist so heiß und groß

geworden, da gehen wir doch gleich zum Experten. Der weiß

alles! Gerhard Volk (Seite 8) verdanken wir nicht nur ein paar

Tipps und Tricks, sondern auch die „Veritas-Wurst“ und einen

gegrillten Baumkuchen. Sachen gibt’s, probieren Sie es aus!

Wie immer haben wir für Sie, liebe Leser, exklusiv ein paar

Rezepte – und natürlich ein paar Weinempfehlungen parat.

Für einen perfekten Sommer!

Herzlichst

Ihr VERITAS-Team

So geht grillen! Fotograf Jigal Fichtner (links) und Oberkircher Winzer

Martin Benz schauen Gerhard Volk (rechts) zu, wie er seine Grillkreationen

richtig gut in Szene setzt.

INHALT

In Wahrheit schön Seite ...................6

Titelgeschichte Seite ................8

NEU: OK51 Seite ................12

Interview mit Brigitte Glaser Seite ................13

Leibspeise Seite ................14

Freizeit – Weinreise Seite ................16

Wein-ABC Seite ...............18

Kolumne ... von Wasser- & Weinfee Marissa Echtle Seite ................19

Weinbekenntnisse Seite ...............20

Gewinnspiel Seite ................21

Termine & Kalender Seite ...............22

Titelbild: Jigal Fichtner – herrfichtner.de

IMPRESSUM:

Herausgeber: Oberkircher Winzer eG I Postanschrift Redaktion: YUPANQUI, Hauptstraße 57, 77652 Offenburg

Chefredakteur (V. i. S. d. P.): Rafael Yupanqui I Redaktion: Pascal Cames I Artdirektion: Jule Stiefelhagen

Fotos: Jigal Fichtner I Produktion: YUPANQUI GmbH, Offenburg

Anzeigenleitung: Martin Benz

Druck: B&K Offsetdruck GmbH, Gutenbergstraße 4– 10, 77833 Ottersweier I Auflage: 16.000

Bei dieser Ausgabe haben mitgewirkt: Markus Ell, Martin Benz, Rafael Yupanqui, Jule Stiefelhagen, Isabell Müller,

Pascal Cames, Jigal Fichtner I Veritas im Abo: Heftbestellung: 0 78 02 / 9 25 80

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Genussvoll

innehalten!

Immer grün: Und ewig singen die Wälder. Auf den Schwarzwald lässt sich immer ein Loblied anstimmen,

vor allem, wenn der Rheingraben dampft und alle Welt unter der Sonne ächzt. Nur die nicht, die wissen,

wo ein lauschiges Plätzchen ist. Die Oberkircher Weinprinzessin Eva Harter kennt sich aus und genießt

ein kühles Glas Rosé im Zeichen der Burg.

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In Wahrheit schön

»Quadratisch,

praktisch – Cube«

Designlounge made in Oberkirch

Der Cube – eine Freiraumikone ist geboren. Ob offen oder

zugeklappt: Das Design überzeugt. Bequem und einfach,

das ganze Jahr über. Kein Auf- und Abbauen, einfach öffnen,

reinsetzen und entspannen. Das Produkt wurde für den

German Design Award 2016 nominiert. Es freuen sich

Olivier Forschle (Designer), Thomas Ganter (Geschäftsführer)

und die Firma Hodapp Oberkirch (Montage).

Weitere Infos unter: www.thecube.club

»Kleine Blüten

für Gin«

Black Forest Dry Gin

Die gute Gin-Nachricht: Im Schwarzwald

wächst Wacholder. Die schlechte Gin-

Nachricht: In Sachen Blüten, die braucht

man nämlich für Gin, sieht es mau aus.

Trotzdem gibt es einen Black Forest Dry

Gin. Franz Fies heißt der Pionier mit

Geschmack, der aus der kleinen Menge

an Blüten das Beste macht. Das Ergebnis

ist im Sinne von „klein, aber oho“ein

Erlebnis. Insider, Connaisseure und

Neugierige schwärmen gleichermaßen

von den Wacholder- und Zitrusdüften

und den waldwürzigen Aromen auf der

Zunge.

Fies Black Forest Dry Gin, 0,5 Liter, 29,95 Euro,

Franz Fies, Oberkirch, www.fiesbrennerei.de

»Kohle fürs

Dessert«

Desserts vom Grill

Ein leckeres Dessert ist der perfekte

Abschluss eines gelungenen Essens.

Eine süße Köstlichkeit ist natürlich

auch das i-Tüpfelchen an einem

sommerlichen Grillabend. Was liegt

also näher als ein Dessert vom Grill?

Konditorweltmeister Bernd Siefert

und Gerhard Volk, Schulungsleiter

an der Grillschule Forum Culinaire,

stellen in diesem Buch eine Vielzahl

leckerer und raffinierter Desserts

vor, wie zum Beispiel das schnell zubereitete Erdnussbuttersandwich

oder einen Käsekuchen für Könner. Klingt süß, macht heiß.

Gerhard Volk / Bernd Siefert, Desserts vom Grill, 176 Seiten,

Matthaes Verlag, 24,90 Euro

»Es gibt Gold

für Wein «

Sauvignon Blanc

Regen mag man nicht, aber ein guter Tropfen

ist im Sommer immer willkommen.

Der Sauvignon Blanc berührt die Sinne

mit Stachelbeere und anderen feinen Aromen

sowie einer belebend mineralischen Note.

Das war dem Badischen Weinbauverband

eine Goldmedaille wert. Was steckt dahinter?

Natürlich sind es die Trauben vom mineralreichen

Granit, aber auch Handarbeit von der

Lese bis zur Presse. Was so sommerlich leicht

schmeckt, war harte Arbeit.

Vinum Nobile, Sauvignon Blanc,

Qualitätswein trocken, 2014, ca. 7,90 Euro

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In Wahrheit schön

»Oberkircher Brennersteig«

Wandervergnügen im Renchtal

Von Äpfeln und Beeren bis Zwetschgen und Kirschen ist auf den

Feldern des Renchtals alles zu finden. Dank der Obstvielfalt gibt es

über 1.300 Schnapsbrennereien, welche die Früchte seit Jahrhunderten

zu edlen Wässerchen verarbeiten. Ihnen auf die Spur kommen

Oberkircher

Wanderer auf der Tagestour „Oberkircher Brennersteig“.

Brennersteig

Auf 14 Kilometern verläuft der Weg rund um das Hesselbacher

Tal, vorbei am Geigerskopfturm mit herrlichen Ausblicken auf die

Schwarzwaldhöhen und ins Rheintal bis zu den Vogesen. Zahlreiche Brennereien und Einkehrmöglichkeiten liegen am Weg.

Weitere Informationen unter: www.renchtal-brennersteig.de

»VERITAS-Post – Leserzuschrift«

Aus Kirchzarten erreichte uns eine Leserzuschrift zum Thema

„Weinwege“ der Ausgabe 13/2014, die wir gerne mit Ihnen teilen

möchten. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an

Petra und Horst Meyer. Wir wünschen ihnen viele weitere

schöne Sommer in Finnland!

Seit zwei Jahren verbringen Petra und ich den Sommer im

Herzen der Finnischen Seenplatte, die etwa 400 bis 500 Kilometer

nördlich von Helsinki liegt. Unsere Kinder sind aus dem

Haus und den Platz den sie im Auto gebraucht haben, füllen

wir jetzt mit Wein aus Ihrer Winzer eG aus. Für diesen Urlaub

bevorzugen wir die Weine der Collection O. Im Jahr 2014 hat

der Urlaub 36 Flaschen lang gedauert. Die Hütte, in der wir

dort wohnen, ist von uns ganz bewusst so ausgewählt worden.

Sie hat weder Strom noch Wasser, dafür aber einen gasbetriebenen

Kühlschrank, der ganz wichtig ist, und einen Gasherd.

Hinter dem Haus steht 20 Meter weiter weg ein Brennholzschuppen

mit einem Trockenklo. Der nächste Nachbar wohnt

anderthalb Kilometer von uns entfernt. Hütten dieser Art gibt

es heute kaum noch zu mieten, sie werden unter Nordlandliebhabern

nur noch unter der Hand vergeben.

Von der Hütte zum See sind es zehn Meter. Zu den Maränen,

die mit dem Netz gefangen werden, trinken wir gerne den

Rosé, zum Hecht, der mit der Rollangel gefangen und nur in

stark gesalzener Butter gebraten wird (kaum zu beschreiben,

wie köstlich das schmeckt), trinken wir den Riesling. Dazu gibt

es manchmal Pfifferlinge, manchmal Butterpilze und immer

Pellkartoffeln. Petra sammelt die Pilze und nimmt den Fisch

aus, ich fische und sammle Beeren. Abends und nachts (etwa

Mitte Juni bis Mitte Juli) sitzen wir auf dem Steg und genießen

den Spätburgunder Roten. Petra liest oder malt „in ihrer

kargen Freizeit“, ich bemühe mich um die Aneignung geringer

Kenntnisse der finnischen Umgangssprache.

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder dorthin fahren

und wieder werden wir mit Vergnügen und genussvoller

Erwartung singen: „Hab meinen Wagen vollgeladen, voll mit

Collectionen O, O, O!

Viele Grüße aus Kirchzarten

Petra und Horst Meyer

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Titelgeschichte

Leidenschaft &

Gerhard Volk ist leidenschaftlicher Genussmensch

und Perfektionist. Geht es ums Grillen, dann zaubern

Erinnerungen an zartes Fleisch, würzigen Tofu

oder feinsten Fisch ein Lächeln in sein offenes Gesicht.

Seine Grillkurse haben Sterne-Niveau. Tausende von begeisterten

Menschen haben hier das Grillen gelernt.

Er ist ein echter Badener. „Ich bin Seehase!“, lacht der Hotelierssohn

aus Singen am Bodensee. Seine Meriten hat er sich standesgemäß

in Europas Topgastronomie erworben. Heute gilt er

als erste Adresse für Kollegen, die nach Inspirationen suchen.

Gerhard Volks Forum Culinaire in Offenburg wird vornehmlich

von einer professionellen Klientel besucht. Aber auch Amateure

bekommen hier Gelegenheit, sich Insiderwissen aus erster

Hand anzueignen.

Irgendwann in den 1990er-Jahren hat sich Gerhard Volk mit

dem Grillvirus angesteckt. Die Initialzündung war ein „unvergessliches

Smoke Brisket“, eine geräucherte Rinderbrust aus

dem Smoker. Bei uns unvorstellbar, im Grill-Eldorado USA aber

selbstverständlich. „Das zergeht auf der Zunge wie Butter.“ Noch

heute strahlen seine Augen, wenn er davon spricht. „Ich werde

diesen Geschmack nie vergessen.“ Aus Überzeugung startete

der gelernte Koch 2004 mit der eigenen Grillschule.

„Wenn man in der Küche stark ist, kann man das aufs Feuer

übertragen.“ Die Forum-Culinaire-Grillschule befindet sich

im traumhaft gelegenen Weinort Durbach direkt im Weingut

Freiherr von Neveu mit Blick auf Schloss Staufenberg. „Wenn die

Leute aussteigen, machen sie als Erstes ein Foto von diesem Ensemble.

Hier oben, das ist Natur pur, zudem ist es herrschaftlich.“

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Grillen 2015:

Gerhard Volk

vom Forum Culinaire

weiss, was und

wie es gut geht

Feuer

Gerhard Volk gilt heute unter den Insidern als Grill-Papst.

„Es gibt wenige Köche, die auch gut grillen können“,

schmunzelt er. Seine Inspiration findet er bei Studienreisen,

zum Beispiel in den USA. „Ich habe nirgendwo so viel

gelernt wie dort.“ In seiner Grillschule erkunden jährlich

rund 7.000 begeisterte Teilnehmer das richtige Grillen. 30

Prozent davon sind Frauen. Was er tut, kommt aus dem

Herzen. Was er lehrt, entstammt seiner Überzeugung. Was

er vermittelt, ist Freude.

8 hei e Tipps

Fleisch

Alles Fleisch eignet sich zum Grillen: Geflügel, Kalb, Schwein sowie

Wild, das es nur in Bioqualität gibt. Grundsätzlich soll es eine schöne

Fettmarmorierung haben. Auch ein Fettrand oder beim Geflügel

die Haut helfen dabei, dass das Fleisch nicht austrocknet. Beim

Einkauf darauf achten, dass es aus artgerechter Haltung und respektvoller

Verarbeitung stammt. Letztendlich ist Fleischeinkauf

Vertrauenssache.

Temperatur

Sehr stark marmoriertes Fleisch kann direkt aus dem Kühlschrank

auf den Grill. Mageres Fleisch sollte man auf Zimmertemperatur

bringen.

Marinade

Trocken- oder auch Nassmarinaden, aber keine ölhaltigen Marinaden

verwenden. Damit Marinaden beim Grillen nicht verbrennen,

sollte das Fleisch indirekt und am besten mit geschlossenem Deckel

gegrillt werden. Gutes Fleisch schmeckt auch ohne Marinade.

Röstaromen

Für kräftige Röstaromen (Branding) das Fleisch zuerst über direkter

Hitze mit geschlossenem Deckel grillen. Dann bei indirekter

Hitze und geschlossenem Deckel auf den gewünschten Garpunkt

grillen.

Fisch

Lachs oder Saibling lassen sich hervorragend auf einem Brett

grillen. Das Brett mit Alufolie einwickeln, dann Backpapier auflegen

und den Fisch mit offenem Bauch daraufstellen – so wie er

schwimmt, Bauch nach unten zeigend. Eine Grillplancha (Platte)

eignet sich sehr gut für diese Technik.

Gans & Co.

Gans oder Ente vom Gas- oder Holzkohlegrill ist immer ein Highlight.

Auch hier ist das indirekte Feuer im Grill sehr wichtig. Bei

gemäßigten 120 bis 140 Grad wird es besonders saftig. Für die

knusprige Kruste erst am Schluss die Temperatur hochfahren.

Vegetarisch

Tofu ist sensationell, wenn er handwerklich gut gemacht ist.

Wichtig: gut würzen, marinieren, z. B. mit einer Teriyaki-Soße, und

nach dem Grillen mit geröstetem Sesamöl abschmecken. Gemüse

vom Grill schmeckt lecker. Auch das Räuchern mit Holzchips steht

dem Gemüse gut. Frischer Spargel, grün oder weiß, heiß gegrillt

und erst vor dem Servieren mit der gewünschten Marinade, Pesto

usw. vollendet. Ein wahrer Genuss!

Kohle – Gas – Elektro

Grillen geht mit Gas, Elektro, Holzkohle oder Smoker. Holz- oder

Steinkohle verleihen dem Grillgut keinen Geschmack. Durch die

Herstellung (Verkoken) sind keine Aromastoffe mehr vorhanden.

Holz hat aber Aroma. Deshalb werden zum Räuchern Holzchips-

Chunks oder im Smoker auch nur Holz verwendet. Buche, Kirsche

und Apfel eignen sich besonders gut.

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Rezepte

Veritas-Bratwurst mit Eichenholz geräuchert

Wichtig! 24 Stunden vorher vorbereiten!

ZUTATEN:

4 × Bauernbratwurst roh, 15 g Holzchips „Whisky“ Marinade: 40 g

Butter, 200 g Zwiebeln in Streifen, 25 g Senfkörner, 5 g frischer Estragon,

4 g Chili, 20 g brauner Zucker, 20 ml Aceto balsamico di Modena,

600 ml Rotwein Cabernet Sauvignon sowie zum Würzen Salz, Pfeffer,

Cayenne; 4 Portionen Kartoffelpüree

ZUBEREITUNG:

Vorbereitungen Bauernbratwurst: Die Bauernbratwürste rundherum

mit einem spitzen Gegenstand großzügig einstechen. Die Chili

halbieren, Kerngehäuse entfernen und in sehr feine Streifen schneiden.

Whisky-Holzchips in Wasser einweichen. Für die Marinade die Butter

in einem Topf erhitzen und Zwiebeln glasig schwitzen. Senfkörner,

Estragon, Chili und Zucker beifügen und so lange weiterschwitzen, bis

sich Karamell bildet. Mit Balsamico ablöschen und ganz einkochen

lassen, dann mit dem Rotwein auffüllen. Aufkochen, 5 min köcheln

lassen, vom Herd nehmen, erkalten lassen. Die Bratwürste in den

kalten Zwiebel-Rotwein-Sud geben, abdecken und für 24 Stunden in

den Kühlschrank stellen.

Den Grill für INDIREKTES GRILLEN 160 – 180 °C vorbereiten.

Grillen und fertigstellen der Veritas-Bratwurst: Kartoffelpüree

nach eigenem Lieblingsrezept herstellen. Würste aus dem Zwiebel-

Rotwein Sud nehmen, auf die INDIREKTE ZONE des Grills legen,

Deckel vom Grill schließen. Die Würste ca. 12– 15 min grillen.

Die Holzchips abschütten, den Deckel des Grills öffnen und die

Holzchips auf der Glut verteilen. Deckel des Grills schließen, die Lüfterklappe

3/4 schließen und die Würste 5 – 6 min räuchern. Zum Schluss

auf der DIREKTEN ZONE bei geöffnetem Deckel die Haut kross grillen.

Zwiebel- Rotwein-Sud auf dem Herd oder Seitenkocher des Gasgrills

so lange einkochen, bis die Flüssigkeit fast ganz eingekocht ist.

Vom Herd nehmen, mit Salz, Pfeffer und Cayenne würzen, warm

halten. Servieren: Püree auf Teller oder Platte anrichten. Die Wurst

schräg in Scheiben aufschneiden und auf dem Püree anrichten.

Den eingekochten Zwiebel-Rotwein-Sud drumherum anlegen.

Grillmethode: Indirekt bei 160 – 180 °C

DIREKT zum Krossgrillen bei 160 – 180 °C

Garzeit: 20 – 25 min

Gerhards Grillmeister-Tipp: Wenn man die Würste

mit der Marinade vakuumverpackt, erzielt man das beste

Ergebnis.

Unser Wein-Tipp:

2012er Vinum Nobile Cabernet Sauvignon

Qualitätswein trocken – Barrique


Baumkuchen-Äpfel

ZUTATEN:

1 Vanillestängel, 160 g Butter, 1 Prise Salz, Zimt gemahlen

nach Geschmack, Abrieb von einer Zitrone, 160 ml Eigelb,

50 ml Rum, 300 ml Eiweiß, 180 g Zucker, 80 g Weizenmehl

Typ 550, 80 g Stärkemehl, 3 Braeburn-Äpfel

ZUBEREITUNG:

Baumkuchenmasse: Vanillestängel halbieren und das

Mark herausschaben. Die Stängel anderweitig verwenden.

Vanillemark, Butter, Salz, Zimt und Zitronenabrieb schaumig

rühren und Eigelb nach und nach unterrühren und

Rum einarbeiten. Eiweiß mit Zucker zu einem stabilen

Schnee schlagen. Mehl und Stärke sieben und im Wechsel

mit Eischnee unter die Buttermasse mischen. Die Buttermasse

evtl. leicht erwärmen, damit sie flüssiger wird.

Den Grill für DIREKTES GRILLEN mit Drehspieß und

240 °C vorbereiten.

Grillen: Geschälte Äpfel auf den Drehspieß stecken. Spieß einhängen

und Äpfel so lange grillen, bis diese heiß und trocken

sind. Einige Löffel Baumkuchenmasse über die drehenden

Äpfel geben und die abtropfende Masse mit einer Schale

auffangen. Sobald die Masse auf den Punkt gebacken ist, den

Vorgang wiederholen, bis die komplette Masse aufgebraucht

ist.

Grillmethode: Direkt bei 240 °C, Garzeit: 30 min

Unser Wein-Tipp:

2012er Collection Oberkirch

Scheurebe Auslese

Gerhards Grillmeister-Tipp: Lauwarm oder kalt mit

Eis oder Schlagsahne servieren, das Gericht gelingt in jedem

Grill mit angemessener Leistung, auch ohne Zusatzbrenner.

Rindersteak und Tintenfisch mit ApFelholzrauch

Unser Wein-Tipp:

2012er Collection Royal

Weißer Burgunder

Qualitätswein trocken – Barrique

Gerhards Grillmeister-Tipp: Steak mit starker

Marmorierung/Fetteinlage vor dem Grillen nicht

aus der Kühlung nehmen. Steaks mit schwacher

Marmorierung/Fetteinlage vor dem Grillen aus der Kühlung

nehmen. Die Hitze im Holzkohlegrill reduziert man

am schnellsten durch die Entnahme von Brennstoff.

ZUTATEN:

Tintenfisch: 1 kg Tintenfisch, Kalmar, 200 ml Wasser, 40 g Holzchips „Apfel“, 40 ml Olivenöl

Wassermelonensalat: 1 kg Melone, 10 g frisches Basilikum, Chiliflocken nach Geschmack,

100 ml Olivenöl Lakudia Rindersteak: 1,2 kg Rinder-Nierstück, 15 g Original STEAK HOUSE

Gerhard Volk, 40 g Butter

Zubereitung:

Tintenfisch: Den Tintenfisch in einen

Topf mit Wasser geben, Deckel auflegen,

aufkochen. Hitze reduzieren und Tintenfisch

am Siedepunkt ca. 45 – 50 min gar kochen.

Zeitgleich Melone in gleich große Würfel

schneiden oder mit Kugelausstecher Kugeln

herstellen. Basilikum in Streifen schneiden

und zu den Melonen-Kugeln /-würfeln

geben. Mit Chiliflocken oder frischem Chili

nach Geschmack würzen und mit Olivenöl

vermischen. Den Tintenfisch aus dem Topf

nehmen und in Olivenöl wenden. Apfelholz

mindestens 30 min in Wasser einweichen.

Holzkohle- Grill für INDIREKTES GRILLEN

mit 120 – 140 °C vorbereiten.

Räuchern / Grillen des Tintenfischs: Den

Tintenfisch auf die INDIREKTE ZONE des

Grills legen. Die abgetropften Räucherchips

direkt auf der Glut verteilen. Deckel auflegen

und die Lüfterklappen 3/4 schließen. Die

unteren Zuluftklappen ganz öffnen. Den

Tintenfisch ca. 15 – 20 min räuchern, aus dem

Grill nehmen und abgedeckt warm halten.

Jetzt den Grill für DIREKTES GRILLEN mit

260 – 290°C oder SEARING für die Steaks

herrichten.

Rindersteaks: Das Rinder-Nierstück zu Steaks

von je 600 g schneiden. Den Grillrost säubern

und mit dem Rückenfett eines Steaks einfetten.

Die Steaks auf die DIREKTE ZONE oder

SEARING-FLÄCHE des Grills legen und sofort

den Deckel des Grills schließen. Die Steaks

ca. 1 min rösten, dann um 45 Grad drehen

und den Vorgang wiederholen. Das Steak

wenden und die obigen Schritte wiederholen.

Die Steaks jetzt auf die INDIREKTE ZONE des

Grills legen und die Hitze auf 140°C reduzieren.

Die Steaks so lange weiter grillen, bis eine

Kerntemperatur von 58 °C erreicht ist, vom Grill

nehmen und abgedeckt 5 – 6 min ruhen lassen.

Servieren: Den Tintenfisch auf einem Brett

anrichten und den Melonensalat für das Auge

gefällig drumherum anrichten oder extra

servieren. Das Steak in Scheiben schneiden,

mit Gerhards Original Steak House Gewürz

bestreuen. Die Butter zur Nussbutter erhitzen

und über das Fleisch geben.

Grillmethode: Indirekt 140 – 160 °C

Direkt 260 – 290 °C

Garzeit: Kochen des Tintenfischs

45 – 55 min, Räuchern des Tintenfischs

15 – 20 min, Rindersteaks 55 – 60 min

Copyright: Gerhard Volk, Forum Culinaire

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Aktuell

Bunte Weinwelt

Schwarzwald

Mit neuen Cuvées Geschichtsbewusstsein zeigen

und Farbe bekennen

Wo bitte geht’s zum Schwarzwald? Durch die Flasche,

über den Wein, so könnte eine Antwort

sein. Der Schwarzwald wird mit Kuckucksuhren

und Hirschgeweihen in Verbindung

gebracht, manchmal auch mit Wein. Der wird, wenn man es

ganz genau nehmen will, nicht im Schwarzwald angepflanzt,

da wächst die Tanne, sondern an den Ausläufern, die immer

ganz schön und oft ganz schön steil sind. An dieser exponierten

Lage nimmt die Rebe ihr Sonnenbad. Apropos Licht. Ganz

schön helle war anno 1951 im Renchtal die Entscheidung, sich

für eine Winzergenossenschaft zusammenzutun. Zuerst waren

es einige, dann viele und später fast alle Winzer, die mitmachten.

Die Oberkircher Winzer! Dieses „We are family“ in Wein

bekommt jetzt mit der OK51, drei gelungenen Kompositionen

in Weiß, Rot und Rosé, eine Würdigung auf der Flasche. Mit

der von der Pop-Art inspirierten Bildsprache (Tannen! Hirsche!

Kuckucksuhren!) wird nach außen ein Zeichen gessetzt. Hier

ist die Leichtigkeit des Weins. Aber auch: Hier ist Heimat. Aber,

wie gestandene Badener so sind, statt sich Blumen ins Haar zu

stecken, lassen sie die Weine durch die Blume sprechen, die mit

ihren Aromen aus Wald, Wiesen und Garten mehr als nur

einen Hinweis geben, wo in Deutschland das Paradies ist.

Und wem das zu viel des Guten und des Zeitgeistes ist, dem

sei eines verraten: Auf der Offenburger Weinmesse wurde der

„OK51“ Rosé von den Besuchern auf den ersten Platz gewählt.

Die Heimat irrt nicht.

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Interview

Nachgefragt: Krimiautorin Brigitte Glaser

über ihre Heimat Ortenau

Sommer und Krimi? Diese Gleichung geht auf, vor allem wenn

das Buch noch Lust aufs gute Leben macht. Die aus Offenburg

stammende Brigitte Glaser ist durch ihre Katharina-Schweitzer-

Romane bekannt geworden – und hier in der Region durch den

Krimi „Kirschtote“, der in der Ortenau spielt. Die in Köln lebende Autorin

begeistert sich für Winzersekt und Spargel, Radieschen, frische Kräuter …

Aktuell schreibt sie an einem Buch mit Schauplatz Bühler Höhe.

Frau Glaser, ist Kirschtorte Ihre Lieblingsspeise oder nur

besonders gut für einen Krimi geeignet?

Lieblingsspeise, nein. Ich esse gerne ein Stück Schwarzwälder,

aber die Torte macht sich deshalb so gut in einem Krimi, weil

man nur ein kleines „r“ weglassen muss, um einen Toten zu

bekommen.

Was motivierte Sie zu Ihrem ersten Ortenaukrimi?

„Kirschtote“ ist der zweite Band meiner inzwischen siebenbändigen

Katharina-Schweitzer-Reihe und der erste, der in

der Ortenau spielt. Zu Anfang wollte ich nur eine Geschichte

übers Schwarzbrennen schreiben, dabei hat man mir dann

überall von der geplanten Indoor-Skihalle erzählt. Den Streit

darüber habe ich dann in den Roman eingearbeitet.

Ihre Bücher glänzen mit Ortskenntnissen und Fachwissen.

Haben Sie das in petto oder recherchieren Sie vor Ort?

In petto habe ich bestenfalls Kindheitserinnerungen. Ja, klar

fahre ich für jeden Krimi, der in der Ortenau spielt, hierher.

Sei es, um einen Imker zu treffen oder einen Polizisten des

„Gemeinsamen Zentrums für deutsch-französische Polizeiarbeit“,

sei es, um mich immer wieder aufs Neue von der

Schönheit der Landschaft umhauen zu lassen.

Worin liegt die Kunst, damit ein Heimatkrimi auch in

Hamburg gelesen wird?

Die Kunst liegt darin, dass man ein Buch schreiben muss, das

auch jenseits genauer Ortsbeschreibungen funktioniert. Ortskenntnis

oder schöne Landschaftsbeschreibungen tragen keinen

Roman. Dazu braucht es vor allem interessante Figuren

und einen spannenden „Fall“.

Könnte dann ein Winzer diese „interessante Figur“ sein?

Aber natürlich! Es muss nicht immer der Gärtner sein …

In „Bibbeleskäs“, meinem aktuellsten Katharina-Schweitzer-

Roman, spielt übrigens der elsässische Winzer Luc Murnier

eine Hauptrolle.

Angenommen, Sie schreiben einen Weinkrimi. Reizt Sie

die Ortenau?

Eine Landschaft, die so vielfältig ist wie die Ortenau – einsame

Schwarzwaldtäler, Weinberge, Rheinauen und vieles

mehr –, bietet interessante „Settings“ für einen Kriminalroman.

Bei einem Tatort hat man da die Qual der Wahl. Liegt die

Leiche auf einem sonnigen Rebstück oder in einem im Berg

versteckten Eiskeller?

Warum haben Sie diesen Krimi noch nicht geschrieben?

Ich trinke zwar gerne einen guten Ortenauer Tropfen, kenne

mich aber mit Wein lange nicht so gut aus wie mit dem

Kochen.

www.brigitteglaser.de

Interview: Pascal Cames Foto: Brigitte Glaser

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LEIBSPEISE

Text: Pascal Cames Foto: Jigal Fichtner

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Köstliche Experimente

in Prinzbach

Alte Heimat trifft neue Ideen: Peter Neumaier liebt die Abwechslung

Prinzbach im Sommer: Vorne grasen die Kühe, hinten springen

die Rehe. Vor den mächtigen Tannen leuchten die Wiesen

sattgrün und der Wind verweht den Duft von frisch gemähtem

Gras. Auf der Karte des Landgasthofs Zum Kreuz stehen

Seeteufel- und Garnelen-Carpaccio. Das ist ein bisschen arg

untypisch für den Schwarzwald! Wenn man aber Chefkoch

Peter Neumaier kennt, weiß man, das passt!

Der Landgasthof Zum Kreuz ist das Elternhaus von Peter

Neumaier, der schon als Bub seinen Platz am Herd sah. Koch

wollte er werden! Aber es kam anders. Als er 15 Jahre jung war,

verstarb sein Vater und die Familie musste Wirtschaft und

Landwirtschaft stemmen. Eigentlich hätte eines von beidem

schon gereicht, aber die Familie machte beides. So ging Peter

Neumaier zweimal pro Woche in die Landwirtschaftsschule

und packte danach daheim an.

Aber der Traum vom Koch blieb, er machte ein Praktikum

im Durbacher Rebstock und lernte Koch bei der Mutter,

die war Ausbilderin. Von ihr hat er „Omas Küche“ und die

Grundkenntnisse, die man braucht, wenn man neugierig ist.

Peter Neumaier langweilt nichts mehr, als immer das Gleiche

auf der Karte zu haben.

Der Anfang war natürlich spannend. Gehen die Gäste mit,

wenn man Lachs anbietet und nicht nur die auch sehr leckere

Forelle? Also positionierten er und seine Frau Michaela kleine

„Versucherle“ – in Spanien würde man wohl Tapas dazu sagen –

und siehe da, man kommt, isst, genießt, kommt wieder. Da

freut er sich. Er experimentiert und kombiniert Spargelsalat

mit Erdbeervinaigrette und Schokoladenmusnockerl mit Röstzwiebeln

und Speck. Köstlich!

Gleichzeitig ging sein Drang noch in eine andere Richtung.

Bei schönem Wetter drehten die Gäste wieder ab, beobachtete

er. Terrasse? Fehlanzeige. Auch wollte so mancher Gast

über Nacht bleiben, aber die Zimmer genügten modernen

Standards nicht mehr. Andere Gäste hatten den Wunsch,

hier ihre Feste zu feiern. Es fehlte an Platz ... So wurde in den

vergangenen zehn Jahren eins ums andere umgebaut und

erneuert. Heute kann man draußen sitzen, im Gartenhaus

tafeln und feiern und im Gästehaus „Speicher“ nächtigen.

Alles ist im Stil der Zeit mit gutem Holz gebaut. Überall bieten

Fotos schöne Blickfänge. Man sieht Peter Neumaiers Mutter als

kleines Kind mit ihren Großeltern, seine Frau, wie sie barfuß zur

Schule geht, und zwei Jungs auf der Wiese. Es sind seine Söhne,

und der ältere, 14 Jahre jung, will auch Koch werden. Diese Erfolgsgeschichte

ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Landgasthaus zum Kreuz

Untertal 7, 77781 Biberach-Prinzbach

Telefon: 0 78 35 / 42 64 20

www.kreuz-prinzbach.de

Damhirschrücken

mit Rotweinsauce

vom Syrah aus Oberkirch

ZUTATEN (4 PERSONEN):

4 x 160 g Damhirschrücken, 500 ml Wildjus,

100 ml Oberkircher Vinum Nobile, Syrah, Qualitätswein

trocken, 1 Löffel Butter, Gewürze: Salz, Pfeffer

Kartoffeln als Püree und Würfel

ZUBEREITUNG:

Damhirschrücken vakuumieren, im Dampfgarer 25 Minuten bei

58 °C (Kerntemperatur – Nadel) garen. Nach dem Garen aus dem

Beutel nehmen und in der Pfanne von allen Seiten kurz anbraten,

warm stellen (Ofen 60 °C). Bratenansatz mit Rotwein ablöschen,

einkochen und mit der Wildjus auffüllen – auf gewünschte

Konsistenz reduzieren.

Den Damhirschrücken mit gekochten Kartoffelwürfeln

und -püree und Gemüse dekorativ auf Tellern anrichten und

mit der Wildjus drapieren, restliche Sauce separat servieren.

TIPP: Zu diesem Gericht kann man auf Wunsch Zwetschgenkompott

reichen und die Rotweinsauce mit Nougat verfeinern.

Weinempfehlung: Vinum Nobile, Syrah,

Qualitätswein trocken

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Freizeit

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben.

Wolfgang Knopf reist am liebsten on the road, die in

Moldawien nicht vorm Weinkeller endete, sondern tief

in diesen hineinführte.

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Weinkeller

Kilometer

Oberkircher Weinprobensprecher

Wolfgang Knopf auf grosser Weinreise

in Moldawien

Wolfgang Knopf, 64, gehört zum Team der Oberkircher

Weinprobensprecher und lebt Wein, wie man

so schön sagt. Er fachsimpelt gerne, besucht Winzer

und Weinmessen, spricht, liest, probiert – und reist. Italien

und Frankreich kennt er gut, sogar in England weiß er, wo die

Rebe blüht. Moldawien?

„Niemand weiß, wo das liegt“, sagt er und das war schon mal

ein guter Grund, den Rucksack zu packen und über Bukarest

mit dem Kleinbus vorbei an Bahnhöfen, die „wie Bruchbuden

im Niemandsland“aussahen, nach Moldawien zu rumpeln.

Dass hinterm Schlagbaum eine uralte Weinkultur wartet und

mehr Reben als in Deutschland wachsen, weiß kaum einer.

Moldawien ist etwa so groß wie Baden-Württemberg.

Der Kleinstaat (3 Mio. Einwohner) ist nur bedingt eine Schönheit,

aber die Menschen sind unglaublich herzlich. Da ist Natalia

aus der Hauptstadt Chişinău, die Besichtigungen für ihn

organisiert, obwohl eigentlich nur Reisegruppen erwünscht

sind. Und da ist sein Chauffeur Alexander, ein freundlicher

Insider. Knopf ist begeistert von der Energie der jungen Leute.

Die ersten beiden Weingüter sind die größten des Landes, eines

sogar der Welt, wie das Guinness Buch der Rekorde weiß.

Beide sind staatlich und nutzen ehemalige Kalkbergwerke für

Lagerung und Weinproben. In Cricova fährt er mit einer elektrischen

Bahn über nach Weinsorten benannte Straßen, insgesamt

120 Kilometer. Eine ist der wichtigsten Traube Moldawiens,

der Fetească (Mädchentraube) gewidmet, die es in Rot

und Weiß gibt. Der Rotwein (Neagră) ist kräftig und begeistert

mit schönen Johannisbeeraromen, als Weißwein (Alba) ist die

Traube fruchtig und hat Aromen von Pfirsich, Aprikosen und

gelben Früchten.

Auch das zweite staatliche Weingut, Milestij Mici, klotzte und

kleckerte nicht. Hier wird es feudal: Gedeckte Tische, feines Essen,

volle Gläser und Livemusik gehören zum Standard. Nicht

weniger fein, aber kleiner waren die zwei Weingüter nahe des

Schwarzen Meers. Und das war’s natürlich nicht: Tolle Leute,

gute Küche, atemberaubende Landschaften, bunte Märkte

und eine Weinkultur mit Potenzial schüren weiter die Reiselust.

„Da will ich wieder hin.“

Text: Pascal Cames Fotos: Wolfgang Knopf

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WEIN-ABC

Durch Europas Weinanbaugebiete

geht ein tiefer Graben.

In den deutschsprachigen

Ländern werden sortenreine

Weine ausgebaut, in vielen

Regionen Frankreichs, Italiens und Spaniens

aber rote bzw. weiße Rebsorten miteinander

„vermählt“. Das Ergebnis wird als

„Cuvée“ bezeichnet.

Sinn und Zweck einer Cuvée ist es, verschiedene

Charaktereigenschaften (Aromatik,

Fülle, Tanningehalt etc.) zu ergänzen. Angestrebt

werden längere Lagerfähigkeit,

ein über die Jahre ähnliches Geschmacksergebnis

und natürlich die Harmonie der

Aromen. Wenn einer Rebsorte eine bestimmte

Qualität fehlt, kann dies durch

eine andere Sorte ausgeglichen werden.

Dass in einer gelungenen Assemblage (so

heißt die Cuvée in Frankreich) minderwertige

Weine nichts zu suchen haben, versteht

sich von selbst. Ein Paradebeispiel für

eine Cuvée ist der Châteauneuf-du-Pape,

der neben der Hauptsorte Grenache aus bis

Cuvée Cuvée

Cuvée

Cuvée

zu zwölf weiteren Rebsorten bestehen kann.

In Deutschland hat dagegen der sortenreine

Weinbau Tradition. Steht „Riesling“ auf

dem Etikett, ist auch Riesling drin. Sortenrein

in der Ortenau fing es anno 1782 an,

als auf der Lage Klingelberg bei Schloss

Staufenberg erstmals nur eine Rebsorte,

Riesling, angepflanzt wurde. Davor fand

der hiesige Weinbau im sogenannten gemischten

Satz statt, das heißt, es wurden

verschiedene Rebsorten in einem Weinberg

gepflanzt und im Herbst auch zusammen

gekeltert. Die Klarheit und Ausdrucksstärke

der sortenreinen Gewächse setzte sich

bald durch, seitdem spielt die Cuvée keine

große Rolle mehr. Unrühmliche Ausnahmen

waren der Edelzwicker aus dem Elsass

und der südbadische Katzenstriegel,

oftmals Gemische von Restbeständen und

flachen Gewächsen.

Berühmt berüchtigt wurde der Rheinland-

Pfälzer Verschnitt Liebfrauenmilch, der den

einstmals guten Ruf deutscher Weißweine

im Ausland ruinierte.

Auch in Frankreich und Italien gibt es hoch

geschätzte sortenreine Weine als Ausnahmen

von der Regel. So zum Beispiel werden

die Weißweine aus dem Burgund ausschließlich

aus Chardonnay erzeugt, die

Rotweine aus Spätburgunder (Pinot noir).

Der Barolo aus dem Piemont ist aus der

Sorte Nebbiolo. Hierzulande bekommt neuerdings

die Cuvée eine neue Chance, wie

die neue Reihe OK51 der Oberkircher

Winzer zeigt.

Für den OK51 Weißwein wurden Rivaner,

Gewürztraminer und Weißburgunder ausgewählt.

Der Wein zeigt die beschwingte

Frische des Rivaners und wirkt durch den

Weißburgunder dennoch füllig, was ihn damit

zum Essensbegleiter aufwertet. Der Gewürztraminer

ergänzt das Geschmackserlebnis

mit einer dezent feinen Note. Beim

OK51 Rosé bekommt der Spätburgunder

einen frechen Kick durch die Vermählung

mit Syrah, und beim OK51 Rotwein erhält

der klassisch-elegante Spätburgunder durch

Merlot eine moderne Auffrischung.

Was geht und was nicht, regelt das Weingesetz.

(Rot- und Weißweine mischen ist beispielsweise

nicht erlaubt.) Welche Weinsorten

und in welchem Anteil die Grundweine

auf die Flasche kommen, wird vorab im kleinen

Maßstab mehrfach getestet. Wenn die

Cuvée ein Hit werden soll, müssen Weine und

Komposition mehr als nur gut sein. Das große

Ziel ist wie immer: die Harmonie.

WEIN-ABC von:

Frank Männle – Qualitätsmanager Weinbau

Oberkircher Winzer

MESSAGE IN A BOTTLE


Wein

Die Kolumne

der Wasser- und

Weinfee von

Schwarzwald-Sprudel

Marissa Echtle

trinkt

Wasser

Etiketten

Liebe Leserinnen und Leser,

kommen Freunde zu Besuch, biete ich ihnen gerne einen besonderen Tropfen an. Alles so schön bunt hier, denke ich

beim Blick ins Weinregal. Natürlich kenne ich die passenden Weine für Sauerbraten, Pasta oder Lachs, aber von einem

Etikett lasse ich mich auch gerne mal inspirieren. Springt einem Purpur und Rot ins Auge, denke ich gleich Rotwein!

Und bei einem grünen Etikett mit gelben Blumen kann es sich nur um einen leichten und fruchtigen Frühlingswein

handeln, der mir auch im Sommer schmeckt.

Was so schön fürs Auge ist, gefällt garantiert Etikettentrinkern, aber mir nicht unbedingt. Natürlich, das Auge

trinkt mit, aber wenn ich genau wissen will, ob der Wein mit dem grünen Etikett auch wirklich so frisch schmeckt,

wie er ausschaut, dann muss ich das Etikett lesen. Schwarz auf weiß steht da, woher der Wein stammt, wer ihn

gemacht hat, der Name der Rebe und ob es sich um einen trockenen, feinherben oder lieblichen Tropfen

handelt. Ach ja, das Alter steht auch drauf. Sehr wichtig! Bei einem Rivaner freu’ ich mich dann, wenn er

von 2014, also noch frisch und knackig ist. Würde 2004 draufstehen, hätte ich so meine Bedenken, und

einen Jahrgang 1704 würde ich glatt dem Guinness Buch der Rekorde melden.

Aber, auf einem Wasseretikett steht nicht der Jahrgang, auch wenn es bekanntlich steinalt ist,

sondern die Quelle, wie viel oder ob überhaupt Kohlensäure drin ist, und ein Datum. Viele

Menschen denken sich: „Aha, da wurde es zum letzten Mal geprüft!“ oder noch schlimmer:

„Da wurde das Wasser abgefüllt!“ Dem ist natürlich nicht so. Das Datum steht für den

Tag, an dem die Analysewerte bestimmt wurden. Wenn diese seitdem konstant geblieben

sind , bleibt es unverändert auf dem Etikett, auch wenn das schon vor x Jahren war.

Aber die Farben! Ja stimmt, auch beim Mineralwasser geht es bunt zu. Damit der Kunde

gleich weiß, wie viel Sprudel im Sprudel ist, gibt es ein bisschen Farbsymbolik. Ein rotes Etikett steht

bei Schwarzwaldsprudel für Classic, also viel Kohlensäure. Das mittlerweile sehr beliebte Medium erkennt man am

dezenten Blau auf dem Etikett und das „Still“ genannte stille Wasser ist grün. Für Etikettentrinker gibt es sogenannte

Retro-Editionen, die sich an längst vergangenen Zeiten orientieren. Zum einen sagen wir damit, dass sich an der

Qualität nichts geändert hat, zum anderen möchten wir auch diejenigen glücklich machen, die zu Twix immer

noch Raider sagen. Alte Liebe vergeht halt nicht. Uns gefällt das ja auch. Was wäre das Leben ohne Farbe?

Liebe Grüße

Eure

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WEINBEKENNTNISSE

»... zur Heimat gehört ...«

Nichts als Wahrheiten. VERITAS-Leser erzählen, was ihnen zum Wein schmeckt, und andere Bekenntnisse.

Name: Jochen Bohnert – Alter: 42 – Leibspeise:

Kalbsrückensteak mit badischem Spargel und

Pfannküchle – Wohnort: Oberkirch – Beruf:

Metzgermeister – Wenn ich ein Glas zu viel

getrunken habe: War ich in guter Gesellschaft.

Ich trinke Wein, weil ... der für mich

zur Heimat gehört.

Name: Volker Durst – Alter: 30 – Leibspeise:

SchniPoSa – Wohnort: Münstertal – Beruf:

Selbstständiger Fleischermeister – Wenn ich ein

Glas zu viel getrunken habe: Fange ich an, das

Badnerlied zu singen.

Ich trinke Wein, weil ... ich es mit

einem Gläschen Wein und guten

Freunden gleich gemütlicher finde.

Name: Heinrich Wemlinger – Alter: 55 –

Leibspeise: Rindersteak aus der Hochrippe –

Wohnort: Oberkirch – Beruf: Metzgermeister –

Wenn ich ein Glas zu viel getrunken habe:

Stehe ich am nächsten Morgen trotzdem in der

Wurstküche.

Ich trinke Wein, weil ... gutes Essen

verdient einen guten Begleiter.

Name: Sascha Paul Rasmus – Alter: 38 – Leibspeise:

Es gibt so viel Verschiedenes auf der Welt

zu essen, da wäre es schade, sich auf eine Köstlichkeit

festzulegen – Wohnort: Waldkirch – Beruf:

Metzger – Wenn ich ein Glas zu viel getrunken

habe: Werde ich melancholisch und singe.

Name: Rolf Schmidt – Alter: 72 – Leibspeise:

Rindfleisch in allen Variationen – Wohnort:

Elgersweier – Beruf: Metzger – Wenn ich ein

Glas zu viel getrunken habe: ... direkt Treppe

hoch!

Name: Michael Maier – Alter: 51 – Leibspeise:

Zwiebelrostbraten – Wohnort: Oberkirch-Zusenhofen

– Beruf: Metzgermeister – Wenn ich ein

Glas zu viel getrunken habe: Weiß ich, der Wein

war gut.

Ich trinke Wein, weil ... ich es jedes Mal

sehr spannend finde, eine neue Flasche zu

öffnen und mich auf die Reise einzulassen.

Ich trinke Wein, weil ... es all das

beinhaltet, was das Leben schöner

macht.

Ich trinke Wein, weil ... es für mich

Lebensqualität bedeutet.

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»TRINKEN & GEWINNEN«

Überraschungsmenü für 2 Personen

inklusive Wein und Getränken

Gewinnen Sie ein Überraschungsmenü für 2 Personen inklusive

Wein und Getränken im Gasthof Pfauen in Oberkirch.

FRAGE:

„Goldmedaille?“

Welcher Wein wurde vom Badischen Weinbauverband

mit einer Goldmedaille ausgezeichnet?

Zu gewinnen gibt es ein Überraschungsmenü für 2 Personen

inklusive Wein und Getränken im Gasthof Pfauen in Oberkirch.

Und so geht’s: Einfach die Antwort auf unserer Facebook-Pinnwand

(www.facebook.com/oberkircherwinzereG) posten oder eine

E-Mail an info@oberkircher-winzer.de senden. Viel Glück!

MITMACHEN BIS

30.9.2015

Alternativ können Sie uns die Lösung auch auf einer Postkarte an folgende Adresse senden: Oberkircher Winzer eG,

Renchener Straße 42, 77704 Oberkirch. Nur ausreichend frankierte Einsendungen mit vollständiger Absenderadresse

nehmen an der Verlosung teil.

Einsendeschluss ist der 30. 9. 2015. Teilnehmen kann jeder mit Ausnahme der Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen und deren

Angehöriger. Eine Barauszahlung des Gewinnes und der Rechtsweg sind ausgeschlossen. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt.

Gewinner des letzten Gewinnspiels: Stephan Sorge aus Stuttgart

SCHÖN

„Weingenuss ist neben

allem anderen auch ein

Abenteuer mit ungewissem

Ausgang.“

Wolfram Siebeck, „Über Wein“

Im 19. Jh. hatte Champagner dreimal

mehr Zucker (15 Gramm Zucker pro Liter

) als heute, wurde bei der Analyse eines

170 Jahre alten Champagners festgestellt,

der die Zeit in einem Schiffsrumpf

in der Ostsee überdauert hat.

gesagt

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TERMINE & KALENDER

Termine

Thema Datum Ort

Mittsommer auf

dem Renchtalsteig

27. Juni 2015 Festwiese Kalikutt

© Christian Wolf

Oberkirch feiert! Willkommen im Paradies.

Wenn Oberkirch zum 56. Mal sein Weinfest feiert,

dann sind alle da. Wer will sich die vielen guten

Tropfen entgehen lassen, das kulinarische Angebot,

die Fahrgeschäfte, Musik von den Grand-

Prix-Siegern der Volksmusik 2007, den Zillertaler

Haderlumpen, und die frisch gekürte Weinprinzessin?

Wie jedes Jahr fährt sie in der Kutsch’ durchs

Städtchen. Hallo Oberkirch, da geht was!

Oberkircher Weinfest 4. – 7. September 2015 Oberkirch

Kulinarische Weinwanderung

„Von der

Höll ins Paradies“

Baden-Württemberg

Classics Weinmesse

27. September 2015 Oberkirch

7./8. November 2015

Hangar 2 im Tempelhof

Airport, Berlin

Kalender

2015

Musik & Kunst Datum Ort

Mockemalör

Donnerstag,

16. Juli 2015

ZMF, Freiburg

© Mockemalör

Robert Plant

Pigeons on the Gate

Mittwoch,

12. August 2015

Samstag,

29. August 2015

Weinmesse Colmar

Seebühne Kehl

Mockemalör

Flying Steps tanzen zu Bachs

„Wohltemperiertem Klavier“

Samstag,

19. September 2015

Festspielhaus

Baden-Baden

Elektronische Musik und alemannischer

Gesang? Das klingt gut, wie

das Berliner Trio Mockemalör zeigt,

das mit „Schwarzer Wald“ ein wunderbares

Debüt gezaubert hat. Beim nächsten

Album wird Magdalena Ganter

aus Hinterzarten allerdings wieder auf

Hochdeutsch singen. Schade.

Dr. Eckart von Hirschhausen

„Wunderheiler“

Sophie Hunger

Mittwoch,

30. September 2015

Freitag,

2. Oktober 2015

BadnerHalle, Rastatt

La Laiterie, Straßburg

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Oberkircher

Brennersteig

Über Berg und Tal, Obst- und Rebgärten führen traumhafte

Wander- und Radwege. Auch kulinarisch werden Sie im Renchtal

verwöhnt. Neben der guten Badischen Küche können Sie auch die

bundesweit ausgezeichneten Weine und Edelbrände genießen!

Tipp: Auf 14 km verläuft der Brennersteig rund um das Hesselbacher Tal bei

Oberkirch, vorbei am Geigerskopfturm mit herrlichen Ausblicken auf die

Schwarzwaldhöhen und ins Rheintal bis zu den Vogesen. Zahlreiche Brennereien

und Einkehrmöglichkeiten liegen am Weg!

Veranstaltungshöhepunkte 2015

Mittsommer auf dem Renchtalsteig 27. Juni I Oppenauer Stadtfest 29. – 31. August |

Oberkircher Weinfest 4. – 7. September | Weinfest Lautenbach 18. – 21. September |

Kulinarische Weinwanderung 27. September

RENCHTAL TOURISMUS GMBH

Bahnhofstraße 16

77704 Oberkirch

T: 07802 82600 www.renchtal-tourismus.de

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