Jahresbericht 2009 - Ostalb-Klinikum

ostalbklinikum

Jahresbericht 2009 - Ostalb-Klinikum

Das Ostalb-Klinikum Aalen

auf einen Blick

Klinikum der Zentralversorgung

Lehrkrankenhaus der Universität Ulm

Jahresergebnis Jahresumsatz

17.000

16.500

16.000

15.500

15.000

14.500

14.559

14.623

15.140

15.846

16.628

2005 2006 2007 2008 2009

Fallzahl Case-Mix Case-Mix-Index

zertifizert


1

2

4

6

7

8

10

11

16

20

26

32

36

40

42

49

56

60

64

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74

79

82

84

86

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Inhalt

Inhalt

Bericht des Krankenhausausschusses

Bericht des Krankenhausdirektors

Betriebsleitung

Organigramm / Abteilungsstruktur Ostalb-Klinikum

Bilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

Lagebericht

Medizinische Klinik I – Gastroenterologie, Onkologie,

Stoffwechselkrankheiten, Rheumatologie

Medizinische Klinik II – Kardiologie und Angiologie

Chirurgische Klinik I – Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Chirurgische Klinik I – Sektion Phlebologie, Proktologie,

Behandlungszentrum chronische Wunden

Chirurgische Klinik II – Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie

Neurochirurgie

Frauenklinik

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Neurologische Klinik

Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Belegabteilung HNO

Pflege- und Funktionsdienst

Pflegeheim für Menschen im Wachkoma Bopfingen

Physiotherapie

Kooperation - Labormedizin

Kooperation - Augenzentrum Dillingen

Kooperation - Pathologie

Kooperation - Dialyse

Kooperation - Ergotherapie und Logopädie

Kooperation - DRK Pflegehotel

Kooperation - Chirurgische Praxis

Kooperation - Praxis für Neurologie und Psychiatrie

Kooperation - Radiologisch-Nuklearmedizinische Gemeinschaftspraxis Aalen

Kooperation - Praxis für Strahlentherapie

Kooperation - Herzchirurgie Karlsruhe

Kooperation - Geriatrische Rehabilitation

Kooperation - Reha/Waldburg-Zeil

Kooperation - Reha/Bad Windsheim

Kooperation - Reha/Ichenhausen

Seelsorge

Ostalb-Klinikum Service-GmbH

Kooperation Universität Ulm


Bericht des Krankenhausausschusses

Krankenhausausschuss

Der Krankenhausausschuss ist ein beschließender

Ausschuss des Kreistags des

Ostalbkreises und besteht aus 16 Mitgliedern.

Er ist neben dem Kreistag das zuständige

Organ für die drei Klinik-Eigenbetriebe

des Ostalbkreises:

Ostalb-Klinikum Aalen,

• Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd und

• St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen.

Der Krankenhausausschuss setzt sich wie

folgt zusammen:

Vorsitzender

• Landrat Klaus Pavel

Mitglieder des Krankenhausausschusses

(Stand: 31.12.2009):

• Dr. Eberhard Schwerdtner* (CDU)

• Ursula Barth (CDU)

• Karl Bux (CDU)

• Dr. Gunter Bühler (CDU)

• Dr. Michael Heinzelmann (CDU)

• Rainer Knecht (CDU)

• Ursula Röttele (CDU)

• Peter Seyfried (CDU)

• Gerhard Böhm* (SPD)

• Ulla Haußmann (SPD)

• Sigrid Heusel (SPD)

• Karl Hilsenbek*

(Freie Wähler Ostalbkreis)

• Martin Gerlach

(Freie Wähler Ostalbkreis)

• Alfred Grieser (Freie Wähler Ostalbkreis)

• Herbert Witzany

(Freie Wähler Ostalbkreis)

• Volker Grab* (Bündnis 90/Die Grünen)

* Fraktionssprecher

2

Eigenbetrieb Ostalb-Klinikum Aalen

Die drei Klinik-Eigenbetriebe des Ostalbkreises

werden selbständig und eigenverantwortlich

geleitet. Das Ostalb-Klinikum

Aalen ist fester Bestandteil der dezentralen

Krankenhausstruktur im Landkreis. Als Klinikum

der Zentralversorgung deckt es das

komplette Spektrum der Akutversorgung

ab. Das Ostalb-Klinikum Aalen ist Akademisches

Lehrkrankenhaus der Universität

Ulm und bietet neben einer qualitativ

hochwertigen Rundumversorgung der

Bevölkerung in der Raumschaft Aalen auch

viele spezielle medizinische Angebote von

überregionaler Bedeutung auf Top-Niveau.

Zum Ostalb-Klinikum gehört auch das

Bildungszentrum Gesundheit und Pflege

(Aus- und Weiterbildungsstätte für die

Bereiche Kinderkrankenpflege, Krankenpflege,

Operationstechnische Assistenz sowie

Intensivpflege/Anästhesie).

In der ehemaligen Klinik am Ipf in Bopfingen

betreibt das Ostalb-Klinikum eine

Spezialpflegeeinrichtung für Menschen

im Wachkoma. Für patientenferne Dienste

wurde für den Eigenbetrieb Ostalb-Klinikum

eine Service-GmbH gegründet, an der

der Ostalbkreis zu 51% und die Firma KDS,

Kempten, zu 49% beteiligt sind.

Medizinisches Dienstleistungszentrum

(MDZ)

Das MDZ umfasst diejenigen Bereiche auf

dem Campus des Ostalb-Klinikums, die

im Rahmen von langfristigen Miet- und Kooperationsverträgen

an Ärzte und andere

auf dem Gebiet des Gesundheitswesens

tätige Personen und Unternehmen entgeltlich

zur Leistungserbringung zur Verfügung

gestellt werden.

Das MDZ bündelt medizinische Kompetenzen

und Leistungen zu einem integrierten

Angebot an einem Ort. Dazu

gehören Angebote im Bereich der ambulanten

Versorgung, der nachstationären

Behandlung und solche des so genannten

„zweiten Gesundheitsmarktes“.

Die Kooperationspartner im MDZ müssen

folgende Kriterien erfüllen:

• Tätigkeit in medizinischen und medizinnahen

Geschäftsfeldern

• Wissenschaftlich anerkannte Behandlungen

und Verfahren

• Synergien mit dem Ostalb-Klinikum

Aalen

• Langfristige Partnerschaft

Auf über 7.000 m 2 Nutzfläche in zwei

Gebäudeteilen gehören zu den Mietern das

Pflegehotel des Deutschen Roten Kreuzes,

die internistisch nephrologische Gemeinschaftspraxis

Dr. Kern, Dr. Schnizler, Dr. Wahl,

die Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin

Dres. Schmidberger, Heuchemer, Kolb,

Fröhlich, die Praxis für Strahlentherapie

Dr. Röddiger, Dr. Kurek, die chirurgische

Facharztpraxis Dr. Holtz, die Praxis für Neurologie

und Psychiatrie Dr. Hoffmann, die

Praxis für Ergotherapie und Logopädie Jast,

das Sanitätshaus Schad, Beratungsbüros

der Sozialstationen sowie die Ambulante

Kinderkrankenpflege Ziegler.

Das MDZ wird vom Ostalb-Klinikum im

Rahmen der Vermögensverwaltung

(§14 AO) betrieben und ist ein eigener

Bilanzkreis außerhalb der gemeinnützigen

Klinik-Bilanz.


der Krankenhausausschuss des Ostalbkreises

hat im Berichtsjahr 2009 die ihm nach

Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung

obliegenden Aufgaben wahrgenommen.

In sechs ordentlichen Sitzungen, zwei

außerordentlichen und einer gemeinsamen

Sitzung mit dem Stiftungsausschuss

wurden die Mitglieder des Ausschusses

über die Lage des Ostalb-Klinikums, den

allgemeinen Geschäftsverlauf und wichtige

Vorhaben und Entwicklungen informiert.

Alle Entscheidungen, die in die Zuständigkeit

des Krankenhausausschusses fallen,

wurden umfassend beraten, die erforderlichen

Beschlüsse gefasst und die Wirtschaftsplanung

für das Jahr 2010 vorberaten.

Der Vorsitzende des Krankenhausausschusses

stand darüber hinaus mit dem

Krankenhausdirektor in regelmäßigem

Informations- und Gedankenaustausch

über wesentliche Geschäftsentwicklungen

und anstehende Entscheidungen.

Für den Eigenbetrieb Ostalb-Klinikum Aalen

wurden im Geschäftsjahr 2009 vom Krankenhausausschuss

folgende wesentliche

Beschlüsse gefasst:

• Beauftragung des Generalplaners für

den Neubau der Frauenklinik

• Baufreigabe für das Ambulante OP-

Zentrum

• Grundsatzbeschluss zur Einrichtung

einer chefarztgeführten Interdiszipli-

nären Zentralen Notaufnahme

• Nutzungskonzept und Einrichtung des

Gesundheitshaus Margaritenheim

• Eingruppierung der Oberärzte

• Beratung der Quartalsergebnisse 2009

• Feststellung der Jahresergebnisse 2008

des Ostalb-Klinikums und der

Ostalb-Klinikum Service-GmbH

• Vorberatung der Wirtschaftspläne 2010

für das Ostalb-Klinikum und die

Ostalb-Klinikum Service-GmbH

• Änderung der Betriebssatzung der

Kliniken des Ostalbkreises

Das Ostalb-Klinikum konnte auch im Jahr

2009 die erfolgreiche medizinische Entwicklung

der vergangenen Jahre fortsetzen.

Unter vielen erfolgreichen Projekten

wurde Aalens „Mutter-Kind-Zentrum“ am

Ostalb-Klinikum nach den Richtlinien der

Weltgesundheitsorganisation (WHO) und

UNICEF zum „Babyfreundlichen Krankenhaus“

ernannt und zertifiziert. Mit dieser

Auszeichnung wurde das gesamte Team der

Frauenklinik für seine aufwändige Arbeit

bei der Vorbereitung und Umsetzung der

Richtlinien belohnt. Ziel ist, das Stillangebot

bewusster zu machen, mehr Mütter zum

Stillen zu bewegen, um so die Mutter-Kind-

Bindung zu verbessern. Dass die Arbeit der

Frauenklinik auf fruchtbaren Boden fällt,

zeigt die erfreuliche Entwicklung der Geburtenzahlen

der letzten Jahre, die gegen

den bundesweiten Trend leicht steigen.

Mit dem Ausbau der Pankreaschirurgie

setzt die Chirurgische Klinik I ihren erfolgreichen

Weg der letzten Jahre konsequent

fort. Neben den beiden zertifizierten Organzentren

Brust- und DarmCentrum wird

hier ein weiterer interdisziplinärer Schwerpunkt

innerhalb des Hauses platziert.

Auch die Entwicklung des „Gesundheitszentrums“

auf dem Campus des Ostalb-

Klinikums schreitet weiter positiv voran.

Nachdem sich in den letzten Jahren

zahlreiche Praxen im Medizinischen Dienstleistungszentrum

„niedergelassen“ haben,

konnte das Angebot am Ostalb-Klinikum

weiter ausgebaut werden: Im 2. Halbjahr

2010 wird mit der Eröffnung eines Ambulanten

OP-Zentrums und einer modernen

Praxis für Augenheilkunde das medizinische

Dienstleistungsangebot erweitert.

In unserem heutigen Gesundheitswesen

mit seiner enormen Dynamik bedeutet

Stillstand in der Weiterentwicklung einen

Rückschritt. Nur wer sich intensiv mit den

sich ständig verändernden Rahmenbedingungen

auseinandersetzt, darauf entsprechend

reagiert und Strategien entwickelt,

wird sich auch in Zukunft auf dem Gesundheitsmarkt

behaupten können.

Im Namen des Kreistags und Krankenhausausschusses

des Ostalbkreises danke ich

allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des

Ostalb-Klinikums für die sehr gute Arbeit

im Jahr 2009. Der Betriebsleitung möchte

ich für das Erreichen der finanziellen Ziele

meinen Glückwunsch aussprechen. Das

Bilanzergebnis in Höhe von 103.991.- Euro

ist in diesen schwierigen Jahren der Umstrukturierungen

im Gesundheitssektor ein

wichtiges und starkes Signal.

Klaus Pavel

Landrat

3


Bericht des Krankenhausdirektors

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Geschäftsjahr 2009 des Ostalb-Klinikums

ist Geschichte. Der Ihnen vorliegende

Jahresbericht informiert Sie ausführlich über

die medizinischen Leistungen des Klinikums

und über seine wirtschaftliche Lage.

Betriebswirtschaftlicher Erfolg

Trotz schwierigem Umfeld ist die wesentliche

betriebswirtschaftliche Kennzahl,

das Bilanzergebnis, mit 103.991 1 erneut

positiv.

Dank an die Mitarbeiter

Diesen Erfolg konnten wir wiederum nur

mit dem engagierten Einsatz aller Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter erreichen.

Auch im Namen der Betriebsleitung des

Ostalb-Klinikums danke ich an dieser Stelle

allen Beschäftigten für ihr großes Engagement

im vergangenen Jahr.

Stationäre Leistungsentwicklung

Mit 16.804 stationären Patienten haben wir

250 Patienten mehr als im Vorjahr behandelt.

Nach der deutlichen Steigerung schon

im letzten Jahr setzte sich der Trend auch

im Jahr 2009 fort. Der durchschnittliche

Schweregrad (CMI) der Patienten hat sich

auch im Jahr 2009 weiter erhöht. Er liegt

nun bei 0,98 gegenüber 0,95 im Vorjahr.

Die Steigerung ergibt sich zum einen durch

die Behandlung von immer schwereren

stationären Fällen, zum anderen aber auch

durch mehr Möglichkeiten Patienten ambulant

zu behandeln.

„Medizinische Highlights“

Ostalb-Klinikum als Chest-Pain Unit

zertifiziert

Eine Chest Pain Unit dient der Versorgung

von Patienten mit unklarem Brustschmerz.

4

Ziel ist es, einen akuten oder neu aufgetretenen

unklaren Thoraxschmerz rasch und

zielgerichtet abzuklären.

In Deutschland dauert es im Durchschnitt

immer noch zwölf Stunden, bevor klar ist,

ob ein akuter Brustschmerz seine Ursache

in einem akuten Koronarsyndrom hatte

oder nicht. Diese Zeit soll durch die Chest

Pain Unit drastisch verkürzt werden.

Hinter der Chest Pain Unit stehen sowohl

eine optimale Kombination aus Technik,

(z.B. ein hochmodernes Herzkatheterlabor),

von spezialisierten Ärzten und Krankenpflegekräften,

als auch standardisierte

Behandlungsschritte. Wesentliche Voraussetzung

ist, dass das Herzkatheterlabor 24

Stunden an jedem Tag des Jahres einsatzbereit

sein muss. Zu dessen Betrieb müssen

mindestens vier interventionelle erfahrene

Kardiologen zur Verfügung stehen.

Nach den Universitätskliniken Mannheim

und Heidelberg ist das Ostalb-Klinikum nun

das dritte Krankenhaus in Baden-Württemberg

und das 13. in Deutschland mit dieser

Zertifizierung.

Ostalb-Klinikum als Baby-freundliches

Klinikum zertifiziert

Aalens „Mutter-Kind-Zentrum“ am Ostalb-

Klinikum wurde nach den Richtlinien der

Weltgesundheitsorganisation (WHO) und

UNICEF zum „Baby-freundlichen Krankenhaus“

ernannt.

Die Frauenklinik hat sich in einer zweijährigen

intensiven Vorbereitungsphase auf

die Zertifizierung vorbereitet. Ziel war, das

Stillangebot bewusster zu machen, mehr

Mütter zum Stillen zu bewegen, um so die

Mutter-Kind-Bindung zu verbessern. Neben

Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter

wurde ein strukturiertes Schulungsangebot

für die werdenden und entbundenen

Mütter am Ostalb-Klinikum entwickelt.

Dies führte dazu, dass entgegen dem

bundesweiten Trend die Stillquote in Aalen

innerhalb nur eines Jahres auf rund 98 %

anstieg (national lediglich 65 Prozent).

Dr. Michael Meiborg erhält ersten Preis

Dr. Michael Meiborg ist vom Endo-Club

Nord mit einem ersten Preis ausgezeichnet

worden. Er hatte beim Jahreskongress

ein bisher nicht publiziertes Verfahren zur

endoskopischen Wiedereröffnung eines

Darmverschlusses vorgestellt.

Dabei wird mit einem Rendevous-Endoskopieverfahren

mit zwei gleichzeitig eingesetzten,

aufeinander zulaufenden Endoskopen

behandelt. Dadurch wurde der

Heilungsprozess beschleunigt und dem

Patienten eine weitere komplizierte Operation

erspart.

Der Endo-Club Nord wird jährlich von den

drei größten Hamburger Kliniken mit international

bekannten Endoskopie-Experten

veranstaltet. Die Tagung 2009 haben 2.700

Ärzte besucht.

Neues Therapiegerät in der Physiotherapie

Das SRT-Zeptoring („Stochastische Resonanz)

erzeugt spezielle mechanische Reize,

die alle relevanten Zellen durch individuell

abgestimmte Stimulation wirkungsvoll

erreichen und das Zusammenspiel zwischen

Rezeptoren, Nerven und Muskeln verbessern.

SRT-Zeptoring bietet eine Fülle therapeutischer

Anwendungen, zu denen insbesondere

die Verbesserung des Knochenstoffwechsels,

Korrektur von Preflex und Reflex,

die unwillkürliche, reflexartige Aktivierung

der Muskulatur und eine neurophysiologische

Optimierung gehören.

Gleichgewichtsstörungen, Sturzprävention,

Parkinson, Multiple Sklerose, ADHS, Schlaganfall,

Schädel-Hirn-Trauma, Depression

und Osteoporose sind einige Anwendungsgebiete

der Therapie mittels „Stochastischer

Resonanz“.

Aalen Pankreas Centrum –

Pankreas-Schwerpunkt wird konsequent

ausgebaut

Seit dem Dienstantritt von Chefarzt Prof.

Dr. Siech in der Allgemeinchirurgie im Jahr

2003 wurde die Behandlung von Patienten

mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

in enger Kooperation mit der Inneren Medizin

I (Prof. Dr. Kleber) ausgebaut.

In der Pankreaschirurgie setzt das Ostalb-

Klinikum auf die organsparenden Operationsverfahren,

bei denen ein Erhalt von

Magen, Zwölffingerdarm, Gallengang und

Gallenblase möglich ist.

Ein Spezialgebiet ist die laparoskopische

(Schlüssellochchirurgie) Pankreaschirurgie,

die bisher nur in wenigen Kliniken zum

Einsatz kommt.


Ostalb-Klinikum beteiligt sich an

Modellprojekten

„Telemedizin im ländlichen Raum“

Das Land Baden-Württemberg fördert

drei telemedizinische Modellprojekte im

Ostalbkreis. Mit ihnen soll eine weitere

Verbesserung der medizinischen Versorgung

im ländlichen Raum erreicht werden.

Das Ostalb-Klinikum ist an zwei der drei

Modellprojekte beteiligt:

1) Telekonsultation Chronische Wunde

2) Tele-EKG bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen

Kapselendoskopie

Neben modernsten Endoskopen, die zum

alltäglichen Arbeitsgerät in einem Krankenhaus

wie dem Ostalb-Klinikum gehören,

kommt immer mehr auch die Kapselendoskopie

in der Diagnostik zum Einsatz.

Die Endoskopiekapsel besteht aus zwei

Silberoxyd-Batterien, einem UHF-Radiosender

samt Antenne, vier Leuchtdioden als

Lichtquelle und der winzigen Chip-Kamera,

mit einem Weitwinkel-Gesichtsfeld von

150°. Während ihrer etwa neunstündigen

Wanderung durch den Darm funkt das

Gerät jede Sekunde zwei Bilder an eine am

Körper zu tragende Empfangseinheit, die

die Signale über acht am Bauch aufgeklebte

Elektroden aufnimmt. Während der Untersuchungszeit

gelangen so bis zu 60000

Bilder in das Aufzeichnungsgerät.

Bunter Kreis hilft Familien

An der Aalener Kinderklinik ist nach dem

bundesweit beachteten Modell des „Bunten

Kreises“ Augsburg eine Nachsorgeeinheit

für zu früh geborene Kinder aufgebaut

worden.

Eine besondere Herausforderung für

Patient und Familie ist die Zeit nach der

Entlassung. Den Übergang von der High-

Tech-Versorgung der Klinik ins heimische

Kinderzimmer begleitet der Bunte Kreis mit

seinen Nachsorgeschwestern. Sie nehmen

schon in der Klinik Kontakt mit den Eltern

auf, bereiten die häusliche Pflege vor und

begleiten sie schließlich nach Hause. Sie

unterstützen, beraten, trösten und leiten

die Eltern bei der oft komplizierten Pflege

ihrer Kinder an. Gemeinsam mit Ernährungsberaterinnen,

Psychologen, Seelsorgern

und Sozialpädagogen knüpfen sie ein

Hilfe-Netzwerk, damit die Familie möglichst

schnell allein mit der veränderten Situation

zurecht kommt. Kern der Nachsorge ist ein

möglichst fließender Übergang von der

Krankenhausbehandlung in die ambulante

Versorgung mit dem Aufbau eines Betreuungsnetzwerkes

für die ganze Familie.

Der Arbeitgeber Ostalb-Klinikum Aalen

Das Ostalb-Klinikum ist einer der größten

Arbeitgeber in der Region, wir bieten über

1.000 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze.

Und das Ostalb-Klinikum ist ein verlässlicher

Arbeitgeber - im Jahr 2009 haben wir

am Standort Aalen 688 Vollkräfte beschäftigt,

eine weitere Steigerung um 9 Vollkräfte

gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurde in

den patientennahen Berufsgruppen (Ärzte,

Pflege, Funktionsdienst) der Personalstand

leicht erhöht, um die deutlichen Leistungssteigerungen

auch mit dem angestrebten

Qualitätsniveau erbringen zu können. Im

Pflegeheim für Menschen im Wachkoma

Bopfingen sind 13 Vollkräfte beschäftigt.

Neben dem traditionell hohen Frauenanteil

in Kliniken in den pflegerischen Bereichen

ist in den vergangenen Jahren auch ein

steigender Frauenanteil im Ärztlichen

Dienst zu beobachten, im Ostalb-Klinikum

über 60%.

Ausblick auf 2010

Die sich schnell wandelnden Rahmenbedingungen

sind für die Kliniken Jahr für Jahr

eine große Herausforderung.

Der Landesbasisfallwert erhöht sich 2010 von

2.917 1 auf 2.962 1. Gleiches Leistungsvolumen

vorausgesetzt werden sich die

Erlöse des Ostalb-Klinikums dadurch um

ca. 750.000 1 erhöhen. Erlös erhöhend

wird sich auch der letzte Konvergenzschritt

auswirken. Hier ist mit zusätzlichen Erlösen

von ca. 925.000 1 zu rechnen. Durch die

Aufhebung des für 2009 geltenden Mehrleistungsabschlags

sind etwa 750.000 1

zusätzliche Erlöse zu erwarten. Die Realisierung

dieser Erlöserhöhungen ist allerdings

nur möglich, wenn im Jahr 2010 die

Leistungsmenge des Jahres 2009 wieder

erreicht wird.

Allerdings wird sich auf der Kostenseite der

Personalkostenanstieg auch im Jahr 2010

fortsetzen. Im Bereich des TVöD rechnet

das Ostalb-Klinikum mit einer Steigerung

aufgrund des neuen Tarifvertrags von

insgesamt ca. 1,5%. Nach mehrwöchigem

Streik konnte auch für die nach TV-Ärzte

bezahlten Mitarbeiter eine Tarifeinigung für

2010 gefunden werden. Die Gesamtauswirkung

für das Ostalb-Klinikum wird auf ca.

3% geschätzt.

Das Klinikum wird versuchen, die sehr gute

Leistungsmenge des Jahres 2009 auch

im Jahr 2010 zu erreichen. Dies ist der

Schlüssel, um auch 2010 wieder mit einem

positiven Jahresergebnis abzuschließen

und die Mitarbeiterzahl zu halten. Gelingt

dies nicht, muss über Anpassungen bei den

Personalkosten und der gesamten Kostenstruktur

nachgedacht werden.

Die angespannte Finanzlage des Landes

und des Krankenhausträgers macht es auch

von Jahr zu Jahr schwerer, die notwendigen

Investitionen zu finanzieren. Gerade die

Finanzierung von Investitionen in Medizintechnik

und Informationstechnologie

ist mit den aktuell dafür bereitgestellten

pauschalen Fördermitteln des Landes nicht

mehr zu leisten und muss immer stärker

über Eigenmittel finanziert werden, die

zuvor selbst erwirtschaftet werden müssen.

Dank an den Krankenhausträger

Ganz besonders gilt unser Dank dem Krankenhausträger

Ostalbkreis, insbesondere

dem Vorsitzenden des Krankenhausausschusses,

Herrn Landrat Klaus Pavel. Der

Ostalbkreis setzt sich mit großem Engagement

für eine moderne stationäre medizinische

Versorgung der Bevölkerung unseres

Landkreises ein. Ohne diese finanzielle

Unterstützung in die Bauten durch den

Ostalbkreises wäre auch der Neubau der

Aalener Frauenklinik nicht realisierbar.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Axel J.F. Janischowski

Krankenhausdirektor

5


Betriebsleitung

Die Betriebsleitung besteht aus den Mitgliedern

des Krankenhausdirektoriums:

• Krankenhausdirektor

Axel J.F. Janischowski

• Stv. Krankenhausdirektor

Johannes-Martin Frank

• Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. Ulrich Solzbach

• Stv. Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. Joachim Freihorst

• Pflegedirektor

Günter Schneider

• Stv. Pflegedirektorin

Susanne Müller

Die Betriebsleitung ist für die Erreichung

der Unternehmensziele sowie die wirtschaftliche

Führung des Unternehmens

verantwortlich. In 31 ordentlichen Betriebsleitungssitzungen

wurden unter anderem

folgende Punkte besprochen bzw. folgende

Beschlüsse gefasst:

6

• Rezertifizierung BrustCentrum Aalen

• Neonatologie Level 2 Status

• Antrag nach § 116 b SGB V –

Ambulante Onkologische Behandlung

• Fortbildungsnachweispflicht für

Krankenhausärzte

• Kinderbetreuung

am Ostalb-Klinikum Aalen

• Ethikkomitee

• Investitionsplanung 2009

• Bunter Kreis – aktueller Stand

• chefarztgeführte

„Zentrale Notaufnahme“

• Bericht Jahresergebnisse 2008

• Moderne Konzeption einer intensivund

intermediatcare Einheit

• Aalener Gesundheitstage 2009

• Zertifizierung „Chest-Pain-Unit“

• „Teleradiologie“

• „Eingruppierung Oberärzte“

• Grundsätze für die Bewirtschaftung

von Drittmittelkonten

• Bauprojekt Frauenklinik

• Ausschreibung CT/MRT in der Radiologie

• Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte

• Bericht Neubau Frauenklinik

• Zertifizierung

Regionales Traumazentrum


Organigramm Ostalb-Klinikum

(Stand 04/2010)

Abteilungsstruktur und Betten

nach dem Krankenhausplan

(Stand 04/2010)

7


Bilanz zum 31.12.2009

8

Aktiva Vorjahr Geschäftsjahr

A Anlagevermögen

I Immaterielle Vermögensgegenstände 103.561 1 90.672 1

II Sachanlagen

1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten

oder Wohnbauten sowie Grundstücke ohne Bauten 51.317.780 1 49.593.146 1

2. Technische Anlagen 1.915.304 1 1.737.010 1

3. Einrichtungen und Ausstattungen 3.177.679 1 2.893.013 1

4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 23.186.141 1 23.668.272 1

III Finanzanlagen 12.750 1 12.750 1

B Umlaufvermögen

I Vorräte 1.927.961 1 1.874.415 1

II Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.022.661 1 10.420.657 1

2. Forderungen an den Krankenhausträger 152.683 1 0 1

3. Forderungen nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 1 1.495.705 1 2.262.071 1

4. Sonstige Vermögensgegenstände 3.131.041 1 3.352.606 1

III Liquide Mittel 1.694.484 1 513.404 1

C Ausgleichsposten nach dem KHG

I Ausgleichsposten für Eigenmittelförderung 2.965.799 1 2.988.190 1

D Rechnungsabgrenzungsposten 4.726 1 - 6.489 1

Summe Aktiva 100.108.274 3 99.399.717 3

1 Ausgleichsbeträge nach dem Krankenhausentgeltgesetz und der Bundespflegesatzverordnung


Passiva Vorjahr Geschäftsjahr

A Eigenkapital

I Gezeichnetes Kapital 0 1 0 1

II Kapitalrücklagen 31.582.175 1 32.093.179 1

III Gewinnrücklagen 12.750 1 12.750 1

IV Bilanzgewinn / Bilanzverlust 77.466 1 103.991 1

B Sonderposten Finanzierung Anlagevermögen

I Sonderposten Fördermittel KHG 1 49.044.022 1 47.503.132 1

II Sonderposten Zuweisungen öffentliche Hand 2 172.561 1 145.445 1

III Sonderposten Zuweisungen Dritter 3 2.466.8921 1.931.322 1

C Rückstellungen 3.809.822 1 5.194.317 1

D Verbindlichkeiten

I Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 939.727 1 925.109 1

davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 475.010 1 0 1

II Erhaltene Anzahlungen 0 1 0 1

davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0 1 0 1

III Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.123.296 1 2.422.694 1

davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 2.123.296 1 2.422.694 1

IV Verbindlichkeiten gegenüber dem Krankenhausträger 6.651.477 1 6.333.008 1

davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 6.651.477 1 6.333.008 1

V Verbindlichkeiten nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 4 850.080 1 397.680 1

davon nach der Bundespflegesatzverordnung bzw. Krankenhausentgeltgesetz 1.144.402 1 0 1

VI Sonstige Verbindlichkeiten 2.3270.509 1 2.246.421 1

davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 557.130 1 2.246.421 1

E Ausgleichsposten aus Darlehensförderung 107.394 1 90.334 1

F Rechnungsabgrenzungsposten 105 1 335 1

Summe Passiva 100.108.274 5 99.399.717 5

1 Die nach KHG geförderten Investitionen werden in die Sonderposten eingestellt. Die Auflösung erfolgt durch die jährlichen Abschreibungen.

2 Die mit öffentlichen Zuschüssen durch Bund und Land getätigten Investitionen werden in die Sonderposten eingestellt. Die Auflösung erfolgt durch die jährlichen Abschreibungen.

3 Die mit Zuweisungen Dritter (i.d.R. des Krankenhausträgers) getätigten Investitionen wurden bis 2002 in die Sonderposten eingestellt. Die Auflösung erfolgte durch die jährlichen Abschreibungen.

Ab 2003 werden diese Zuweisungen in der Kapitalrücklage ausgewiesen. In Höhe der jährlichen Abschreibungen erfolgt eine Entnahme aus der Kapitalrücklage.

4 Ausgleichsbeträge nach dem Krankenhausentgeltgesetz und der Bundespflegesatzverordnung

9


Gewinn- und Verlustrechnung

vom 1.1. bis 31.12.2009

10

Vorjahr Geschäftsjahr

1 Erlöse aus allgemeinen Krankenhausleistungen 46.164.780 1 50.200.096 1

2 Erlöse aus Wahlleistungen 826.594 1 802.477 1

3 Erlöse aus ambulanten Leistungen des Krankenhauses 1.925.114 1 2.632.432 1

4 Nutzungsentgelte der Ärzte 2.592.377 1 2.561.251 1

5 Bestandsveränderung fertige und unfertige Erzeugnisse 281.361 1 - 222.043 1

6 Andere aktivierte Eigenleistungen 0 1 0 1

7 Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand 50.062 1 60.902 1

8 Sonstige betriebliche Erträge 8.800.547 1 8.688.371 1

9 Personalaufwand

a Löhne und Gehälter - 30.632.193 1 - 32.739.917 1

b Soziale Abgaben und Altersversorgung - 8.044.368 1 - 8.377.072 1

10 Materialaufwand -16.217.289 1 - 16.492.603 1

Zwischenergebnis 5.746.984 3 7.113.894 3

11 Zuwendungen zur Finanzierung von Investitionen 1.221.912 1 1.221.277 1

12 Einstellung Ausgleichsposten Eigenmittelförderung 10.681 1 22.392 1

13 Auflösung Sonderposten / Verbindlichkeiten nach KHG 2.880.962 1 2.831.910 1

14 Auflösung Ausgleichsposten Darlehensförderung 17.063 1 17.060 1

15 Zuführung Sonderposten / Verbindlichkeiten nach KHG - 1.227.983 1 - 1.228.439 1

16 Aufwand Nutzung KHG-gefördertes Anlagevermögen - 610.515 1 - 675.732 1

17 Abschreibungen

a auf Anlagevermögen - 3.726.835 1 - 3.060.885 1

b auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens 0 1 0 1

18 Sonstiger betrieblicher Aufwand - 5.322.181 1 - 6.506.409 1

Zwischenergebnis - 1.009.912 3 - 264.933 3

19 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.919 1 3.466 1

20 Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 194.090 1 - 105.523 1

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 1.200.083 3 - 366.990 3

21 Außerordentliche Erträge 0 1 0 1

22 Außerordentliche Aufwendungen 0 1 - 6.839 1

Außerordentliches Ergebnis 0 3 - 6.839 3

23 Steuern - 254.589 1 - 410.225 1

Jahresüberschuß / Jahresfehlbetrag - 1.454.672 3 - 784.054 3

Entnahme aus der Kapitalrücklage für Abschreibungen auf mit Trägermitteln 1.532.138 1 888.045 1

finanziertes Anlagevermögen und Trägerzuschuss Betriebsmittelzinsen

Bilanzgewinn / Bilanzverlust 77.466 3 103.991 3


Lagebericht 2009

Krankenhausplanung

Die Einzelfestsetzungen des Krankenhausplans

sind im Jahr 2009 nicht verändert

worden. Das Ostalb-Klinikum betreibt 400

stationäre Betten und 18 tagesklinische

Plätze.

Stationäre und teilstationäre

Leistungsentwicklung

Im Ostalb-Klinikum gilt das DRG-Fallpauschalensystem

für alle Abteilungen mit

Ausnahme der Psychosomatik. Für die

Psychosomatik gelten weiterhin die Regelungen

der Bundespflegesatzverordnung

und daraus folgend Abteilungspflegesätze

und Basispflegesatz. Alle anderen vollstationären

Patienten werden über DRG-

Fallpauschalen abgerechnet.

a) Leistungsentwicklung

nach „Mitternachtsstatistik“

((Aufnahmen + Entlassungen) / 2)

Im Jahr 2009 wurden im Ostalb-Klinikum

16.804 Patienten behandelt, davon 16.604

stationär und 200 teilstationär. Gegenüber

dem Vorjahr ist die Summe der Patienten

um 250 (1,5%) gestiegen.

Auslastung der stationären Betten

Auslastung der tagesklinischen Plätze

Die durchschnittliche Verweildauer im

stationären Bereich ist im Jahr 2009 weiter

zurückgegangen, von 6,8 Tagen auf 6,6

Tage. Die Pflegetage sind von 115.876 auf

113.922 gesunken. Die stationären Planbetten

waren 2009 im Durchschnitt zu

75% ausgelastet, die tagesklinischen Plätze

zu knapp 97%.

b) Leistungsentwicklung

nach DRG-Systematik

Für 2009 wurden mit den Kostenträgern

17.021 DRG-Fälle vereinbart. Mit 16.970

Ist-Fällen wurde die Vereinbarung nahezu

erreicht. Die vereinbarte Summe der

Effektivgewichte (Case-Mix) wurde um 83

Punkte unterschritten. Vereinbart wurden

16.710 Effektivgewichte, erbracht wurden

16.627. Bei den Zusatzentgelten wurde die

vereinbarte Summe von 650.413 1 überschritten,

erbracht wurden Zusatzentgelte

im Wert von 698.321 1. Der für 2009 vereinbarte

Case-Mix-Index von 0,982 wurde

mit einem Ergebnis von 0,980 fast erreicht.

Case-Mix-Index

Fallzahl

Verweildauer

Pflegetage

DRG-Fälle Inlieger Effektivgewichte Inlieger

17.000

16.500

16.000

15.500

15.000

14.500

14.000

13.500

13.000

16.710

Erlöse Zusatzentgelte

16.627

vereinbart ist

11


400 Betten

nach dem Krankenhausplan

Kurzer Abriss der Leistungsentwicklung

in den Fachabteilungen

Innere Medizin

Die Fallzahl der beiden Medizinischen

Kliniken ist 2009 mit 5.743 auf dem Niveau

des Vorjahres (5.744) geblieben. Die Verweildauer

hat nochmals einen deutlichen

Sprung nach unten gemacht, von 6,3 Tage

auf nun 6,0 Tage. Die durchschnittliche Fallschwere

(CMI) ist in der Inneren Medizin I

(Gastroenterologie und Onkologie) von

0,845 auf 0,891 angestiegen (+ 6%), in der

Inneren Medizin II (Kardiologie) kletterte

der Index von 1,037 im Jahr 2008 auf 1,053

in 2009.

Chirurgie

Die erfreuliche Fallzahlsteigerung im Jahr

2008 konnte auch im Jahr 2009 fortgesetzt

werden. In den beiden chirurgischen

Abteilungen wurden 2009 3.345 stationäre

Patienten versorgt, das waren 77 mehr als

im Vorjahr. Die durchschnittliche Verweildauer

ist um einen halben Tag von 8,4 Tagen

auf 7,9 Tage zurückgegangen. Daraus

folgt ein Rückgang der Pflegetage um 898

von 28.443 auf 27.545. Der CMI der Chirurgischen

Klinik I (Allgemeinchirurgie) stieg

auf 1,509 gegenüber dem Vorjahresniveau

(1,466), der CMI der Chirurgischen Klinik II

(Unfallchirurgie) hielt im Jahre 2009 das

hohe Vorjahresniveau von 1,428.

Frauenklinik

Die Fallzahl der Frauenklinik hat sich 2009

das zweite Jahr in Folge sehr positiv entwickelt.

Sie ist von 3.363 im Jahr 2008 auf

3.438 im Jahr 2009 angestiegen. Bei der

12

Geburtenzahl konnte das gute Vorjahresniveau

gehalten werden (1.144 Geburten im

Jahr 2009 gegenüber 1.145 Geburten im

Jahr 2008). Die Verweildauer blieb mit 4,9

Tagen annähernd auf dem Vorjahreswert

(5,0 Tage). Der CMI steigerte sich auf 0,645

in 2009 gegenüber dem Vorjahreswert von

0,631.

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Die Fallzahl der Klinik für Kinder- und

Jugendmedizin pendelt seit vier Jahren

um das Niveau von 2.700. Im Jahr 2009

wurden 2.630 Patienten behandelt.

Die Verweildauer blieb auf dem Vorjahresniveau

(4,2 Tage). Die Pflegetage sind von

11.576 im Jahr 2008 auf 11.125 im Jahr

2009 gesunken. Der CMI ist von 0,678 auf

0,730 gestiegen.

Neurologie

Seit Gründung der Neurologischen Klinik im

Jahr 1997 konnte jedes Jahr die Fallzahl gesteigert

werden. Auch im Jahr 2009 wurde

diese Serie fortgesetzt. 2009 wurden 1.487

Patienten stationär behandelt, 2008 waren

es 1.416. Die Verweildauer blieb mit 6,8

Tagen auf dem Vorjahresniveau. Auch der

CMI (0,968) stieg von 2009 gegenüber dem

Vorjahr (0,951).

Psychosomatik und

Psychotherapeutische Medizin

Mit einem Nutzungsgrad von 99,6% hat

die stationäre Psychosomatik im Jahr

2009 eine Vollauslastung erreicht. Darüber

hinaus gibt es eine umfangreiche Warteliste.

Patienten mit einer Einweisung können

erst mit einigen Monaten Verzögerung

aufgenommen werden. Stationär behandelt

wurden 164 Patienten, 5 weniger als im

Vorjahr. Die Pflegetage lagen mit 6.546

über dem Vorjahr (6.446). Die psychosomatische

Tagesklinik war mit einem Nutzungsgrad

von 97% ebenfalls nahezu voll ausgelastet.

Teilstationär wurden 200 Patienten

behandelt, vier mehr als im Vorjahr.

Neurochirurgie

Seit dem 1. Januar 2005 hat das Bundeswehrkrankenhaus

Ulm unter der Leitung

von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Ulrich Kunz die

ärztliche Versorgung der Neurochirurgie

am Ostalb-Klinikum übernommen. Die

Neurochirurgie ist eine wertvolle Bereicherung

des Leistungsspektrums am Ostalb-

Klinikum. Von ihrer Expertise profitieren bei

speziellen Fragestellungen viele Fachabteilungen,

insbesondere die Neurologie,

die Unfallchirurgie und die Frühgeborenenmedizin.

Operative Intensivmedizin

Die stationären Fälle sind in der Operativen

Intensivmedizin von 1.087 im Jahr 2008 auf

977 im Jahr 2009 zurückgegangen.

Die durchschnittliche Verweildauer stieg

von 1,9 Tagen auf 2,1 Tage.

Belegabteilung HNO

Der Belegungsrückgang in der stationären

HNO-Medizin setzte sich auch im Jahr

2009 in abgeschwächter Form fort. 2009

wurden noch 258 Patienten behandelt

gegenüber 268 Patienten im Jahr 2008.

Die Verweildauer ist marginal von 5,2 Tagen

auf 5,3 Tage gestiegen.

Budget- und Entgeltverhandlungen

Im DRG-Bereich hat das Ostalb-Klinikum

im Jahr 2008 643 Fälle und 597 Effektivgewichte

mehr erbracht als mit den Kostenträgern

vereinbart.

Diese Leistungssteigerung setzte sich auch

in den ersten Monaten des Jahres 2009

fort. Das Klinikum hat aufgrund dieser Entwicklung

in den Entgeltverhandlungen eine

deutliche Leistungssteigerung verbunden

mit einer Budgeterhöhung gefordert. Mit

den Kostenträgern konnte eine Leistungssteigerung

um 796 Fälle und 1.273,529

Relativgewichte gegenüber der Vorjahresvereinbarung

vereinbart werden.


Nach § 4 Abs. 2a des Krankenhausentgeltgesetzes

(KHEntgG) war für das Jahr 2009

für vereinbarte Mehrleistungen ein Abschlag

auf den Landesbasisfallwert mit den

Kostenträgern zu vereinbaren. Mit dieser

zum Jahreswechsel 2008/2009 kurzfristig

eingeführten Regelung sollte eine gewisse

Kostendämpfung im Jahr 2009 erreicht

werden. Da die Höhe des Mehr-leistungsabschlags

im Gesetz nicht definiert ist,

entbrannte bundesweit ein heftiger Zwist

zwischen den Vertragsparteien über die

„richtige“ Höhe des Abschlags. Im Laufe des

Jahres 2009 kristallisierte sich durch bereits

erfolgte Vereinbarungen und Schiedsstellenentscheidungen

eine Bandbreite

möglicher Abschläge zwischen 15 % und

30 % heraus. Das Ostalb-Klinikum konnte

in der Verhandlung einen Abschlag in Höhe

von 20 % verhandeln. Bezogen auf die

oben genannten Mehrleistungen errechnet

sich für 2009 ein Abschlag in Höhe von

743.023 1.

2009 sollte ursprünglich die letzte Stufe

der Konvergenzphase umgesetzt werden.

Ebenfalls aus Kostendämpfungsgründen

hat der Gesetzgeber die Konvergenzphase

um ein weiteres Jahr verlängert und den

Konvergenzschritt des Jahres 2009 halbiert.

Gegenüber dem vollen Konvergenzschritt

musste das Ostalb-Klinikum für 2009 einen

Konvergenzabschlag in Höhe von etwa

925.000 1 hinnehmen.

Im Bereich der Psychosomatik, die über die

Bundespflegesatzverordnung abgebildet

wird, ist ab 2009 die Vereinbarung von Veränderungen

der medizinischen Leistungsstruktur

oder der Fallzahlen im Gegensatz

zu den Vorjahren schiedsstellenfähig.

Die Psychosomatik des Ostalb-Klinikums

kann seit Jahren auf steigende Leistungen

zurückblicken. In den Entgeltverhandlungen

2009 konnte die jahrelange Leistungssteigerung

der Psychosomatik einvernehmlich

mit den Kostenträgern in eine Budgetaufstockung

umgesetzt werden.

Eckdaten der Vereinbarung

1. Erlösbudget nach § 4 Abs. 2 KHEntgG:

49.260.582,21 1

2. Erlössumme nach § 6 Abs. 3 KHEntgG:

135.909,25 1

3. Gesamtbetrag zur Verbesserung der

Arbeitszeitbedingungen gem. § 4 Abs.

13 KHEntgG:

580.716,80 1

4. Gesamtbetrag für die besonderen

Aufgaben des Onkologischen Schwerpunkts

gem. § 2 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4

KHEntgG:

154.486,39 1

5. Abschlag für die Verlängerung der

Konvergenzphase gem. § 5 Abs. 6

KHEntgG

55,38 1

6. Abschlagsvolumen für Mehrmengen

gem. § 4 Abs. 2a KHEntgG:

743.023 1

13


7. Gesamtbetrag zur Finanzierung neu

eingestellter Pflegekräfte nach § 4 Abs.

10 KHEntgG:

237.103 1

8. Krankenhausindividuelles Ausbildungs-

budget:

1.385.539,18 1

9. Summe der effektiven Bewertungsrelationen:

16.710

10. Konsolidierter Mittelwert der verein-

barten Bewertungsrelationen (CMI):

0,982

11. Budget nach § 12 Abs. 1 BPflV ohne

Ausgleiche und Zuschläge für den

Geltungsbereich der BPflV (Psychosomatik)

1.716.046 1

12. Tagesgleiche Pflegesätze Psychosomatik

Basispflegesatz vollstationär: 56,50 1

Basispflegesatz teilstationär: 41,07 1

Abteilungspflegesatz vollstationär:

123,77 1

Abteilungspflegesatz teilstationär:

89,96 1

Erlöse

Allgemeine Krankenhausleistungen

Die Erlöse aus Allgemeinen Krankenhausleistungen

betrugen im Jahr 2009

50.867.111 1, eine Steigerung von

4.702.330 1 gegenüber 2008 (+10,19%).

In der Hauptsache sind für die Steigerung

der Konvergenzschritt sowie die vereinbarten

und auch erbrachten Leistungssteigerungen

verantwortlich.

Wahlleistungen

Die Erlöse aus Wahlleistungen (Zimmerzuschläge,

Telefongebühren usw.) sind von

826.594 1 auf 802.477 1 gesunken (- 2,9%).

Ambulante Leistungen des Krankenhauses

Die Erlöse aus Ambulanten Leistungen

des Krankenhauses (Ambulantes Operieren,

Notfallbehandlungen, Physikalische

Therapie, Ambulante Herzkatheteruntersuchungen

für andere Kliniken usw.) liegen

mit 1.783.016 1 um -142.098 1 unter dem

14

Vorjahresniveau (-7,4 %). Der größte Rückgang

war bei den Erlösen für ambulante

Operationen zu verzeichnen.

Nutzungsentgelte

Die Erstattungen (Abgaben, Sachkostenerstattungen)

aus den Nebentätigkeiten

der Chefärzte (Wahlärztliche Leistungen,

Ermächtigungsambulanzen) sind leicht von

2.592.377 1 im Jahr 2008 auf 2.561.278 1

im Jahr 2009 zurückgegangen (-1,2%).

Vermietungen/Dienstleistungen

Die Erlöse aus Vermietungen liegen mit

255.319 1 leicht unter dem Vorjahreswert

(265.281 1), während die Erlöse aus

Dienstleistungen wie Catering, Buchhaltung

und Vergütung für andere Kliniken

von 1.154.735 1 auf 1.219.315 1 (+ 5,6%)

angestiegen sind.

Aufwendungen

Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen (inklusive

Rückstellungen) sind von 38.676.561 1 im

Jahr 2008 auf 41.116.989 1 im Jahr 2009

gestiegen (+6,3%).

Für diesen deutlichen Anstieg sind folgende

Tatbestände maßgeblich verantwortlich:

• Lineare Anpassung der Vergütung im

TVöD-Bereich ab 1.1.2009 in Höhe von 4,3%

• Einmalzahlung im TVöD-Bereich von

225 1 je Vollkraft

• Lineare Anpassung der Vergütung im

TV-Ärzte ab 1.1.2009 in Höhe von 3,8%

• Personalanpassungen im Pflegedienst

über das Pflegeförderungsprogramm

Lebensmittel und Getränke

Die Aufwendungen für Lebensmittel und

Getränke sind 2009 von 690.357 1 auf

666.181 1 gesunken.

Medizinischer Sachbedarf

Die Aufwendungen für den Medizinischen

Sachbedarf sind von 11.552.134 1 im Jahr

2008 auf 11.888.687 1 gestiegen (+ 2,9%).

Hier spiegeln sich die gestiegenen Fallzahlen

sowie der höhere durchschnittliche

Fallschweregrad wider.

Wasser, Energie

Die Aufwendungen für Wasser und Energie

haben sich 2009 im Vergleich zum Vorjahr

fast nicht verändert (1.668.659 1 2008

gegenüber 1.669.404 1 2009).

Wartungen, Instandhaltungen

Die Aufwendungen für Wartungen und

Instandhaltungen sind von 2.001.378 1 im

Jahr 2008 auf 2.085.327 1 im Jahr 2009

gestiegen. Steigerungen sind vor allem

in den Bereichen Medizintechnik und

Informationstechnologie zu beobachten.

Dies sind Felder, die im Klinikum von Jahr

zu Jahr ausgebaut werden. Ein erhöhter

Bestand an Geräten und Software zieht

einen höheren Wartungs- und Instandhaltungsaufwand

nach sich.

Wirtschafts- und Verwaltungsbedarf,

Versicherungen, zentrale Dienstleistungen

Die Aufwendungen in dieser Gruppe sind

von 4.320.843 1 auf 4.948.746 1 (+ 15%)

angestiegen. Wie in den Vorjahren ist eine

Ursache der Ausbau der Ostalb-Klinikum

Service-GmbH. Patientenferne Dienstleistungen

wie Reinigung, Catering, Transport,

Pfortendienste werden bei Fluktuationen

in diesen Bereichen nach und nach von der

Service-GmbH übernommen. Dies bedeutet

auch eine Verlagerung von Personalkosten

hin zu fremd vergebenen Dienstleistungen,

die als Sachaufwendungen gebucht werden.

Daneben wurden die bisher auf der

Gehaltsliste des Klinikums beschäftigten

EDV-Fachkräfte in die Zentrale IT-Abteilung

der Kliniken des Ostalbkreises im Stauferklinikum

integriert und dem Ostalb-Klinikum

damit als Sachkosten im Bereich Zentrale

Dienstleistungen verrechnet.

Zinsen

Der Zinsaufwand ist von 194.090 1 im

Jahr 2008 auf 105.523 1 im Jahr 2009

zurückgegangen. Davon entfallen 64.468 1

auf Betriebsmittelzinsen, im Vorjahr waren

es 152.410 1. Von den Betriebsmittelzinsen

wurden 32.616,35 1 in Form eines

Zuschusses vom Krankenhausträger als

Ausgleich für die fehlende Eigenkapitalausstattung

des Klinikums übernommen.

Bilanzergebnis

Das Ostalb-Klinikum hat 2009 ein positives

Bilanzergebnis in Höhe von 103.991 1

erzielt. 2008 waren es 77.466 1,

2007 85.163 1 und 2006 55.613 1.


Ausblick auf das Jahr 2010

Erträge

Der Landesbasisfallwert erhöht sich 2010

von 2.917 1 auf 2.962 1. Gleiches Leistungsvolumen

vorausgesetzt werden sich

die Erlöse des Ostalb-Klinikums dadurch

um ca. 750.000 1 erhöhen. Erlös erhöhend

wird sich auch der letzte Konvergenzschritt

auswirken. Hier ist mit zusätzlichen

Erlösen von ca. 925.000 1 zu rechnen.

Durch die Aufhebung des für 2009 geltenden

Mehrleistungsabschlags sind etwa

750.000 1 zusätzliche Erlöse zu erwarten.

Die Realisierung dieser Erlöserhöhungen ist

allerdings nur möglich, wenn im Jahr 2010

die Leistungsmenge des Jahres 2009 wieder

erreicht wird.

Aufwendungen

Der Personalkostenanstieg wird sich auch

im Jahr 2010 fortsetzen. Im Bereich des

TVöD rechnet das Ostalb-Klinikum mit einer

Steigerung aufgrund des neuen Tarifvertrags

von insgesamt ca. 1,5%. Nach mehrwöchigem

Streik konnte auch für die nach

TV-Ärzte bezahlten Mitarbeiter eine Tarifeinigung

für 2010 gefunden werden. Die

Gesamtauswirkung für das Ostalb-Klinikum

wird auf ca. 3 % geschätzt. Die Preissteigerungen

bei den Sachaufwendungen werden

sich 2010 voraussichtlich in einer Größenordnung

von etwa 1% bewegen.

Ergebnis

Das Klinikum wird versuchen, die sehr gute

Leistungsmenge des Jahres 2009 auch

im Jahr 2010 zu erreichen. Dies ist der

Schlüssel, um auch 2010 wieder mit einem

positiven Jahresergebnis abzuschließen.

Gelingt dies nicht, muss über Anpassungen

in der Kostenstruktur nachgedacht werden.

Die angespannte Finanzlage des Landes

und des Krankenhausträgers macht es auch

von Jahr zu Jahr schwerer, die notwendigen

Investitionen zu finanzieren. Gerade die

Finanzierung von Investitionen in Medizintechnik

und Informationstechnologie

ist mit den aktuell dafür bereitgestellten

pauschalen Fördermitteln des Landes nicht

mehr zu leisten.

Ziel muss es daher sein, über das Jahresergebnis

notwendige gerätetechnische Ver-

besserung in der medizinischen Kernkompetenz

zu erwirtschaften. Nur so kann in

allen Leistungsbereichen eine Teilnahme am

medizinischen Fortschritt gesichert werden.

Risiken

Der Verlauf des Geschäftsjahres 2010 kann

durch folgende größere Risikopositionen

stark beeinflusst werden:

• Ergebnis der Budget- und Entgeltverhandlungen.

Die stationären Erlöse aus Allgemeinen

Krankenhausleistungen haben einen Anteil

von etwa 80% an den Umsatzerlösen

des Klinikums. Daher hat das Ergebnis der

Budget- und Entgeltverhandlungen einen

großen Einfluss auf die Erlössituation des

Klinikums. Die Verhandlungen mit den

Kostenträgern finden voraussichtlich im

dritten Quartal 2010 statt.

• Erreichen der Leistungsziele

Der wesentliche Erfolgsfaktor im DRG-

System ist das Erreichen der angestrebten

Leistungsmenge. Nur wenn genügend Patienten

mit dem geplanten Schweregrad im

Klinikum behandelt werden, können die mit

den Krankenkassen vereinbarten Erlöse auch

erzielt werden. Eine Unterschreitung der

Leistungsziele bedeutet hohe Erlösausfälle.

• Personalgewinnung

Die Gewinnung von qualifiziertem Personal

wird für Kliniken in verschiedenen Berei-

Bilanzergebnis Ostalb-Klinikum Aalen

chen zu einer immer größeren Herausforderung.

Insbesondere im Ärztlichen Dienst

ist die adäquate Besetzung von Facharztstellen

in einigen Bereichen sehr schwierig.

Hier gilt es, entschieden zu handeln, neue

Wege in der Personalbeschaffung zu gehen

und als Arbeitgeber immer attraktiver zu

werden. Denn die ehrgeizigen Leistungsziele

können nur mit voller Stellenbesetzung

und qualifizierten Mitarbeitern

erreicht werden.

• Auswirkung der 15. Novelle zum

Arzneimittelgesetz

Aufgrund dieser Gesetzesänderung sind die

Krankenhausapotheken verpflichtet, den

Kostenträgern die mit der Pharmaindustrie

vereinbarten Einstandspreise offen zu

legen. Die Krankenkassen haben daraufhin

die bestehenden Verträge mit den Krankenhausapotheken

zum 30.6.2010 gekündigt.

Wie sich diese Gesetzesänderung auf die

zukünftige Höhe der Abgabepreise für

zubereitete Zytostatika auswirkt, ist noch

nicht abzusehen. Mit einem Erlösrückgang

ist allerdings zu rechnen.

• Steuerliche Behandlung von Krankenhäusern

Auch in der steuerlichen Betrachtung

werden Kliniken klassischen Unternehmen

immer ähnlicher. Umsatz- und Körperschaftssteuerliche

Fragestellungen nehmen

zu und haben auch nach und nach eine

immer größere Erlösauswirkung.

15


Medizinische Klinik I

Gastroenterologie, Onkologie, Stoffwechselerkrankungen

und Rheumatologie

Im Jahr 2009 war die Arbeit in der Med.

Klinik I von einer weiteren Erhöhung der

Leistungszahlen gekennzeichnet. In einigen

Bereichen, wie der Endosonografie, der Koloskopie

und der medikamentösen Tumortherapien

steigerten sich die Fallzahlen seit

dem Jahr 2005 nunmehr insgesamt um

40 bis zu über 100% .

Bei gleichbleibendem Personalstand ging

dies naturgemäß mit einer entsprechend

erhöhten Leistungsdichte für die einzelnen

Mitarbeiter, die dies mit ihrem Engagement

erst möglich gemacht haben, einher.

Das von der Deutschen Krebsgesellschaft

zertifzierte Darm(krebs)-Zentrum wurde

im Berichtszeitraum im nunmehr 3. Jahr

seines Bestehens voll betrieben und erhielt

zum Dezember 2009 erneut das begehrte

Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft.

Im September 2009 fand ein Darmkrebssymposium

mit wissenschaftlichen Vorträgen

eingeladener Experten statt, am

gleichen Tag auch ein Tag der offenen Tür

für die Bevölkerung. Beide Veranstaltungen

waren gut besucht. Im Oktober 2009 wurde

- ebenfalls mit einem wissenschaftlichen

Symposium - der Startschuss zur Zertifizierung

des Pankreaszentrums gesetzt.

Beide Zentren sind in Kooperation mit

Klinik für Chirurgie I und der Radiologie

interdisziplinär ausgerichtet.

16

DRG Top 20 DRG’s Medizinische Klinik I Fallzahl

1 G67D Ösophagitis, Gastroenteritis u. verschiedene Erkrankungen d.

Verdauungsorgane ohne komplexe od. kompliz. Diagn., ohne Dialyse,

Alter > 2 J., ohne äuß. schw. CC od. gastrointestinale Blutung od. Ulkuserkrankung,

ohne äuß. schw. od. schw. CC, Alter < 75 J. 163

2 G71Z Andere mäßig schwere Erkrankungen der Verdauungsorgane 92

3 H62B Erkrankungen des Pankreas außer bösartige Neubildung mit akuter

Pankreatitis, Alter > 15 Jahre oder Leberzirrhose und bestimmte

nichtinfektiöse Hepatitiden ohne äußerst schwere CC 74

4 E77C Andere Infektionen und Entzündungen der Atmungsorgane außer b. Z.n.

Organtransplant., ohne angebor. Fehlbildungssyndr. m. kompl. Diagnose

od. äußerst schw. CC, ohne Komplexbeh. b. multiresist. Erregern,

ohne intensivmed. Komplexb. im Kindesalt. > 72 Std. 71

5 H41C Komplexe therapeutische ERCP ohne äußerst schwere oder schwere CC,

ohne photodynamische Therapie, Alter > 2 Jahre, oder andere ERCP

ohne äußerst schwere CC 57

6 V60C Alkoholintoxikation und Alkoholentzug oder Störungen durch

Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit ohne psychotisches

Syndrom, ohne Entzugssyndrom 56

7 G67B Ösophagitis, Gastroenteritis u. versch. Erkr. d. Verdauungsorg. m. kompl.

Diag. od. Alter 74 J. od. Ulkuserkr. m. schw. CC od. Alt. >74 J., >1 Beleg.tag,

ohne kompliz. Diag., ohne Dialyse 54

8 K62Z Verschiedene Stoffwechselerkrankungen 52

9 E71A Neubildungen der Atmungsorgane, mehr als ein Belegungstag,

mit äußerst schweren CC oder starrer Bronchoskopie oder mit komplexer

Biopsie der Lunge 50

10 G46B Verschiedenartige Gastroskopie bei schweren Krankheiten der

Verdauungsorgane verbunden mit äußerst schweren CC, schweren CC

oder mit komplizierendem Eingriff oder verbunden mit schweren CC

bei Kindern 49

11 G67C Ösophagitis, Gastroenteritis und verschiedene Erkrankungen der

Verdauungsorgane ohne komplexe oder komplizierende Diagnose,

ohne Dialyse, Alter > 0 Jahre und Alter < 3 Jahre oder mit äußerst

schweren CC 45

12 E71B Neubildungen der Atmungsorgane, ein Belegungstag oder ohne äußerst

schwere CC, ohne starre Bronchoskopie oder ohne komplexe Biopsie

der Lunge 41

13 G48C Koloskopie ohne wenig komplexe Koloskopie mit äußerst schweren oder

schweren CC, komplizierendem Eingriff oder Alter < 15 Jahre,

ohne komplizierende Diagnose, ohne schwere Darminfektion, außer bei

Zustand nach Organtransplantation 33

14 G60B Bösartige Neubildung der Verdauungsorgane, ein Belegungstag

oder ohne äußerst schwere CC 33

15 H60Z Leberzirrhose und bestimmte nichtinfektiöse Hepatitiden mit äußerst

schweren CC 33

16 Q61A Erkrankungen der Erythrozyten ohne komplexe Diagnose,

ohne aplastische Anämie, mit äußerst schweren CC 31


DRG Top 20 DRG’s Medizinische Klinik I Fallzahl

17 F62B Herzinsuffizienz und Schock mit äußerst schweren CC, ohne Dialyse,

ohne Reanimation, ohne komplizierende Diagnose 29

18 G67A Ösophagitis, Gastroenteritis u. verschied. Erkrankungen d. Verdauungsorgane

od. gastrointest. Blutung, mit äuß. schw. od. schw. CC

od. Alter >74 J. oder Ulkuserkrankung, mit schw. CC od. Alter >74 J.,

mehr als 1 Beleg.tag, mit kompliz. Diagn. od. Dialyse 29

19 K60F Diabetes mellitus, Alter > 10 Jahre, ohne äußerst schwere oder

schwere CC, ohne multiple Komplikationen, ohne Ketoazidose,

ohne multimodale Komplexbehandlung bei Diabetes mellitus 28

20 E77F Andere Infektionen und Entzündungen der Atmungsorgane, außer bei

Zustand nach Organtransplantation, ohne angeborenes Fehlbildungssyndrom,

ohne komplexe Diagnose, ohne äußerst schwere CC,

Alter > 0 Jahre, außer bei Para- / Tetraplegie 27

Fallzahlentwicklung

Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung Case-Mix-Index

Diagnostische und therapeutische

Endoskopien, Funktionsdiagnostik:

Es wurden insgesamt 3600 endoskopische

Untersuchungen des Gastrointestinaltrakts

vorgenommen. Dabei erfolgten

1508 Endoskopien von Ösophagus, Magen

und Zwölffingerdarm (Gastroskopie), 208

Endoskopien der Gallengänge bzw. des

Pankreasganges (ERCP) und 1884 Untersuchungen

des Analkanals, des Mastdarms,

des Dickdarms bzw. des unteren

Dünndarms (Coloskopie). Therapeutische

Eingriffe erfolgten im Rahmen der Gastroskopie

283 mal, im Rahmen der Koloskopie

782 mal, im Rahmen der ERCP 455 mal.

Hinzu kamen 317 Endosonografien und

erneut 43 Kapselendoskopien des Dünndarms.

Das gastroenterologische Methodenspektrum

umfasste weiterhin die Funktionsdiagnostik

mit H 2 - und 13 C-Atemtesten sowie

die 24-Stunden pH-Metrie.

17


Untersuchungsart 2005 2009 Entwicklung

Unterer Verdauungstrakt

Endoskopien (unterer GIT)

partielle Coloskopien 104 153 47%

Totale Coloskopien 222 412 86%

Ileocoloskopien 638 587 -8%

Sigmoidoskopien 114 180 58%

Flexible Rektoskopien 142 448 215%

Starre Rektoskopien 7 12 71%

Starre Proktoskopien 136 92 -32%

Gesamt: 1363 1884 38%

davon:

Biopsien 379 544 44%

therapeutisch-interventionelle Maßnahmen (unterer GIT)

Polypektomien

(singuläre oder multiple Polypen) 274 305 11%

Mucosaresektion Dickdarm 5

Unterspritzungen

oder Argonplasmakoagulationen 137 240 75%

Clipimplantationen 72 178 147%

Bougierungen/Dilatationen 15 11 -27%

Hämorrhoidenligaturen 25 24 -4%

Endoloop 10 9 -10%

End. Dekompression 8 10 25%

Metallstenteinlage Dickdarm 1

Gesamt 541 783 45%

Galle/Pankreas

ERCP-Untersuchungen 201 208 3%

davon:

Biopsien von

Gallen-, Pankreasgang, Sph. Oddi 26 47 81%

therapeutisch-interventionelle Maßnahmen (ERCP)

endoskopische Papillotomien 121 115 -5%

Gallensteinextraktionen

(Körbchen, Ballon) 66 176 167%

Elektrohydr.Lithotripsie 1 0 -100%

Pankreasgangsteinextrakt. 1 1 0%

mechanische Lithotripsien

von Gallengangsteinen 8 3 -63%

nasobiliäre oder nasopankreatische

Sonden 8 4 -50%

Bougierungen/Dilatationen

Gallen-, Pankreasgang 33 34 3%

Blutstillungen 4 3 -25%

Plastikdrainagen (Stents)

in die Gallenwege 56 55 -2%

Metallstenteinlage Galleng. 8 10 25%

Plastikdrainagen (Stents)

in den Pankreasgang 3 7 133%

Gesamt: 309 408 32%

18

Untersuchungsart 2005 2009 Entwicklung

Oberer Verdauungstrakt

Endoskopien (oberer GIT)

Ösophagoskopien 42 19 -55%

Ösophagogastroduodenoskopien 1339 1476 10%

Duodeno-/Jejuno-/Enteroskopien 9 13 44%

Gesamt: 1390 1508 8%

davon:

Biopsien (ein- oder mehrfach) 616 675 10%

therapeutisch-interventionelle Maßnahmen (oberer GIT)

Clipimplantationen im Ösophagus 3 4 33%

Unterspritzungen im Ösophagus 8 11 38%

Ösophagusvarizensklerosierungen 10 2 -80%

Ösophagusvarizenligaturen 31 58 87%

Magenvarizenbehandlung 2

Ballondilatationen im Ösophagus 9 19 111%

Bougierungen im Ösophagus 24 10 -58%

Metallstenteinlagen im Ösophagus 7 7 0%

Metallstenteinlage Pylorus 1 5 400%

Polypektomien oder Mucosektomien

in Magen/Ösophagus/Dünndarm 24 17 -29%

Pankreaszystogastrostomien 2 1 -50%

Argonbeamertherapie 14 26 86%

Anlagen von Clips im Magen 9 16 78%

Injektionen im Magen 18 20 11%

Ballondilatationen einer Magen-/

Duodenalstenose 23 21 -9%

Anlagen von Clips im Dünndarm 38 0 -100%

PEG-Anlagen 42 51 21%

Fremdkörperentfernungen 12 12 0%

Gesamt: 275 282 3%

Endosonographien des oberen

oder unteren GI-Trakts 157 317 102%

davon:

Endosonografisch

geführte Punktionen 8 18 125%

Perkutane Gallenwegseingriffe

(PTCD) 47 30 -36%

davon:

Primärpunktionen 11 9 -18%

Kapselendoskopien Dünndarm 23 42 83%

TIPS 3

Bronchoskopien 200 212 6%

Gesamt:

GI-Endoskopien diagn. od. therap. 2954 3600 22%

Gesamtzahl aller Endoskopien 3154 3812 21%

Interventionelle Maßnahmen 1195 1548 30%


Endoskopie-Team

Onkologische Therapie (Chemo- und

Immuntherapie):

Im Bereich der onkologischen Versorgung

wurden insgesamt 2365 Tumortherapien

vorgenommen, erneut mehr als in den Vorjahren

mit 2006 Therapien im Jahr 2008 und

mit 1733 im Jahr 2007. Hinzu kamen 419

Bluttransfusionen und 88 Thrombozytentransfusionen

sowie 133 Knochenmarkspunktionen.

Die häufigsten behandelten

Tumorleiden waren wiederum die Krebskrankheiten

der Verdauungsorgane (hier

führen zahlenmäßig der Dickdarmkrebs und

der Bauchspeicheldrüsenkrebs) sowie die

bösartigen Lymphknotenerkrankungen.

Im stationären Bereich wurden 390 Patienten

primär wegen einer bösartigen Tumorkrankheit

im Mittel über 10,3 Tage betreut

(mittlerer Fallindex 1,25), bei weiteren

190 Patienten war die Tumorkrankheit von

wesentlicher Bedeutung für die stationäre

Behandlung (mittlere Betreuungsdauer 8,5

Tage, mittlerer Fallindex 1,0). Insgesamt

wurden 26,3% aller stationären Patienten

der Med. Klinik I wegen einer bösartigen

Tumorkrankheit betreut.

Stationen:

Die zunehmende Leistungsdichte war nur

mit dem Engagement aller Kräfte aus der

Ärzteschaft, der Pflege und dem Sekretariats-

und Dokumentationsbereich zu

erreichen. Dabei erreichten es alle Mitarbeiter

auch in diesem Jahr, ihre Leistungen auf

den Stationen (Station 53 mit 14 Betten,

Station 38 mit 41 Betten) in höchstmöglicher

Qualität zu erbringen.

Interdisziplinäre Konferenzen

• Klinikkonferenz der Medizinischen Klinik I:

Täglich, jeweils 13.00 Uhr.

Vorstellung und Besprechung aller

Schwerkranken und Neuzugänge

ausführlich unter allen Mitarbeitern

• Tumorkonferenz

(gemeinsam von Radiologie, Strahlentherapie,

Viszeralchirurgie, Pathologie

und Medizinischer Klinik I getragen),

jeden Mittwoch 15.30 Uhr.

• Biopsie- und Tumorkonferenz:

1 x monatlich, zertifiziert von der

Landesärztekammer Baden-Württemberg

mit 4 Fortbildungspunkten.

Gemeinsame Durchführung durch

Institut für Pathologie (Dr. Hack), Klinik

für Allgemeinchirurgie, Radiologie und

Medizinische Klinik I.

• Beteiligung an der wöchentlichen

Konferenz des Brustzentrums Aalen.

Veröffentlichungen:

Wagner AD, Buechner-Steudel P, Moehler

M, Schmalenberg H, Behrens R, Fahlke

J, Wein A, Behl S, Kuss O, Kleber G, Fleig

WE. Gemcitabine, oxaliplatin and 5-FU in

advanced bile duct and gallbladder carcinoma:

two parallel, multicentre phase-II trials.

Br J Cancer. 2009; 101:1846-52.

Gattenlöhner S, Etschmann B, Kunzmann V,

Thalheimer A, Hack M, Kleber G, Einsele H,

Germer C, Müller-Hermelink HK. Concordance

of KRAS/BRAF Mutation Status in

Metastatic Colorectal Cancer before and

after Anti-EGFR Therapy. J Oncol. 2009;

2009:831626.

Zipprich A, Winkler M, Kleber G, Fleig WE,

Seufferlein T, Dollinger MM. Die selektive

intraarterielle Infusion des Endothelin-A-

Rezeptorblockers BQ 123 in die Leberarterie

erhöht den hepatisch-arteriellen Blutfluss

und verringert den portal-venösen Druck

bei dekompensierten Patienten mit Zirrhose.

Z. Gastroenterol 2009; 47: P289

Ärztliche Struktur:

Chefarzt

Prof. Dr. Gerhard Kleber

Oberarzt Dr. Burghard Meißner

Oberarzt Dr. Rüdiger Schnaitmann

Oberärztin Dr. Berit Schütze

Das weitere ärztliche Team besteht aus

10 Fach- bzw. Assistenzärzten.

Chefarzt Prof. Dr. Gerhard Kleber

Oberarzt Dr. Burghard Meißner

Oberarzt Dr. Rüdiger Schnaitmann

Oberärztin Dr. Berit Schütze

19


Medizinische Klinik II

Kardiologie und Angiologie

Die Abteilung

Medizinisches Leistungsspektrum

In der Abteilung für Kardiologie und

Angiologie am Ostalb-Klinikum Aalen

werden alle invasiven und nicht invasiven

Diagnose- und Behandlungsverfahren der

Herz- und Kreislauferkrankungen in der

Erwachsenenmedizin durchgeführt. Im Jahr

2009 wurden in der Abteilung nach DRG

Zählweise 3.493 Patienten entlassen. Zählt

man die internen Verlegungen innerhalb

des Hauses hinzu wurden sogar 3.860

Patienten in der Medizinischen Klinik II

stationär betreut. Die Abteilung Kardiologie

und Angiologie verfügt über 65 Betten,

davon 10 Behandlungsplätze auf der

Internistischen Intensivstation. Neben dem

stationären Bereich wurden 2009 in den

ambulanten Sprechstunden der Abteilung

ca. 1.800 Patienten betreut.

• Koronarangiographien

(Linksherzkatheteruntersuchungen)

und Interventionen (Ballonerweiterungen

und Stentimplantationen).

Im Jahre 2009 wurden 1007 diagnostische

Herzkatheteruntersuchungen

und 717 therapeutische Herzkatheter-

eingriffe bei behandlungsbedürftigen

Verengungen und Verschlüssen der

Herzkranzgefäße (PTCA/PCI) durchgeführt.

Bei über 90% der Interventionen

erfolgte die Absicherung der aufge-

weiteten Stelle durch die Implantation

einer Gefäßstütze aus Metall (sowohl

Medikament-freisetzende Stents, DES,

wie auch reine Metall Stents, BMS).

Für diese Herzkatheteruntersuchungen

stehen 2 moderne Zwei-Ebenen-Herzkatheteranlagen

zur Verfügung.

20

Rang DRG Top 20 DRG’s Medizinische Klinik II Fallzahl

1 F57Z Perkutane Koronarangioplastie mit komplexer Intervention

ohne äußerst schwere CC 219

2 F71C Nicht schwere kardiale Arrhythmie und Erregungsleitungsstörungen

ohne äußerst schwere oder schwere CC 219

3 F49E Invasive kardiologische Diagnostik außer bei akutem Myokardinfarkt,

mehr als 2 Belegungstage, ohne äußerst schwere CC, Alter > 14 Jahre,

ohne kardiales Mapping, ohne komplexen Eingriff 151

4 F62B Herzinsuffizienz und Schock mit äußerst schweren CC, ohne Dialyse,

ohne Reanimation, ohne komplizierende Diagnose 149

5 F62C Herzinsuffizienz und Schock ohne äußerst schwere CC 119

6 F73Z Synkope und Kollaps 118

7 F74Z Thoraxschmerz 117

8 F67D Hypertonie ohne äußerst schwere oder schwere CC, Alter > 15 Jahre 109

9 F49F Invasive kardiologische Diagnostik außer bei akutem Myokardinfarkt,

ein Belegungstag, Alter > 14 Jahre 104

10 F52B Perkutane Koronarangioplastie mit komplexer Diagnose, ohne äußerst

schwere CC oder mit intrakoronarer Brachytherapie 101

11 F56B Perkutane Koronarangioplastie mit hochkomplexer Intervention,

ohne äußerst schwere CC, oder Kryoplastie 91

12 F52A Perkutane Koronarangioplastie mit komplexer Diagnose,

mit äußerst schweren CC 75

13 E77C Andere Infektionen und Entzündungen der Atmungsorgane außer b. Z.n.

Organtransplant., ohne angebor. Fehlbildungssyndr. m. kompl. Diagnose

od. äußerst schw. CC, ohne Komplexbeh. b. multiresist. Erregern, ohne

intensivmed. Komplexb. im Kindesalt. > 72 Std. 72

14 F49B Invasive kardiologische Diagnostik außer bei akutem Myokardinfarkt, mehr

als 2 Belegungstage, mit äußerst schweren CC, ohne komplexen Eingriff 57

15 F24B Perkutane Koronarangioplastie mit komplexer Diagnose und hochkomplexer

Intervention oder mit perkutaner Angioplastie,

Alter > 15 Jahre, ohne äußerst schwere CC 56

16 E64A Respiratorische Insuffizienz, mehr als ein Belegungstag, mit äußerst

schweren CC oder Lungenembolie 54

17 X62Z Vergiftungen / Toxische Wirkungen von Drogen, Medikamenten und

anderen Substanzen oder Folgen einer medizinischen Behandlung 51

18 F50C Ablative Maßnahmen bei Tachyarrhythmie ohne komplexe Ablation,

mit komplizierendem Eingriff, ohne äußerst schwere CC oder

Alter < 16 Jahre 50

19 E69B Bronchitis und Asthma bronchiale, mehr als ein Belegungstag u.

Alter > 55 Jahre oder mit äußerst schweren od. schw. CC, Alt. > 0 J.,

außer b. Para- / Tetraplegie od. ein Belegungstag od. ohne äußerst schw.

od. schw. CC, Alt. < 1 J., m. RS-Virus-Infektion 45

20 E77F Andere Infektionen und Entzündungen der Atmungsorgane, außer bei

Zustand nach Organtransplantation, ohne angeborenes Fehlbildungssyndrom,

ohne komplexe Diagnose, ohne äußerst schwere CC,

Alter > 0 Jahre, außer bei Para- / Tetraplegie 45


Herzschrittmacherimplantationen

Leistungsentwicklung Schrittmachersysteme

2005-2009

Herzschrittmacherimplantationen

Leistungsentwicklung stationär-ambulant

2005-2009

• Defibrillator- und Herzschrittmacherimplantationen

197 Defibrillator- und Herzschrittma-

chereingriffe wurden 2009 durchge-

führt.

Alle gängigen Implantationsverfahren

und Systeme (incl. 3-Kammer-Defibrilla

toren, CRT-Systeme) werden eingesetzt.

• Ereignis-Recorder-Implantationen

27 Ereignisrecorder wurden im Jahr 2009

bei Patienten mit unklarer Bewusstlosigkeit

implantiert. Diese kleinen metallen-

en Chips bleiben bis zu 18 Monate unter

der Haut implantiert. Sie detektieren den

Herzrhythmus und können mögliche

Rhythmusstörungen als Ursache für den

Bewusstseinsverlust aufdecken.

Herzkatheterlabor

Leistungsentwicklung stationärer

Untersuchungen 2005-2009

Herzkatheterlabor

Leistungsentwicklung ambulante

Untersuchungen 2005-2009

• EPU (Elektrophysiologische

Untersuchungen)

Im Jahr 2009 wurden 86 elektrophysio-

logische Untersuchungen des Herzens

durchgeführt (Vorhofstimulationen,

Ventrikelstimulationen, Ablationen,

Verödungstherapie), ab Januar 2010

auch Vorhofflimmer-Ablation (PVI).

• Moderne Ausstattung der

Internistischen Intensivstation

Auf der Internistischen Intensivstation

stehen 10 Behandlungsplätze zur

Verfügung. Hier können 4 moderne

Beatmungsgeräte eingesetzt werden.

Ferner besteht die Möglichkeit zur

kontinuierlichen Hämodialyse bzw.

Hämodiafiltration. Nach Reanimationsbehandlung

kann eine systemische

Kühlung des Patienten durchgeführt

werden, um einen möglichen Hirnschaden

als Folge der Herzkreislauf-

Wiederbelebungsmaßnahmen zu

vermeiden (milde Hypothermie, Coolguard

System). Die Internistische Intensivstation

befindet sich in unmittelbarer

Nachbarschaft zum Herzkatheterlabor,

was besonders vorteilhaft für die Ver

sorgung der kritisch kranken Herzpatie-

enten ist.

• Stationäre Versorgung auf den

Bettenstationen

Es besteht die Möglichkeit zum telemetrischen

EKG-Monitoring bei den insge-

samt 55 Betten auf den kardiologischinternistischen

Allgemeinstationen.

Dadurch kann die Überwachung von

Patienten mit Herzrhythmusstörungen

und nach Koronarinterventionen auch

außerhalb der Intensivstation durchge-

führt werden.

• Ambulante Betreuung in den

Spezialambulanzen

Als Sprechstunden werden angeboten:

Herzkathetersprechstunde, Herzschrittmacher

und Defi-Sprechstunde,

Herzrhythmussprechstunde, Angiologie/

Gefäßsprechstunde. Die Spezialsprechstunden

ermöglichen die Beratung,

Mitbetreuung und Behandlung von

Patienten mit speziellen Fragestellungen

zum Herzkreislauf- und Gefäßsystem.

Ferner wird auch während dieser Sprechstunden

die Aufklärung vor den geplanten

invasiven Eingriffen durchgeführt.

Alle Ultraschalluntersuchungen des

Herzens und der Gefäße, alle EKG-

Untersuchungen, Herzschrittmacher

und Defi-Kontrollen können auch im

ambulanten Bereich angeboten werden.

Besondere Versorgungsschwerpunkte

• Akut-Interventionen bei Herzinfarkt mit

24-Stunden-Bereitschaftsdienst über

365 Tage. Es gibt keine Ausfallzeiten

(z.B. Wartungszeiten), da 2 Herzkatheter-Labors

verfügbar sind. Ferner ist

die Mindestmenge an invasiv-tätigen

Kardiologen in der Abteilung vorhanden,

um den Rund-um-die-Uhr Betrieb des

Herzkatheterlabors zu gewährleisten.

Nach Empfehlung der Deutschen Gesell-

schaft für Kardiologie sollten minde stens

4 invasiv erfahrene Kardiologen vorge-

21


Chefarzt Prof. Dr. Ulrich Solzbach

Oberarzt

Dr. Helmut Haas

Oberarzt

Dr. Matthias Beuter

Oberarzt

Hans-Roman Kitterer

22

Oberarzt

Dr. Andreas Michael

Oberarzt

Dr. Bernd Hartig

halten werden, im Ostalb-Klinikum

Aalen stehen 6 solcher Kollegen zur

Verfügung.

• 3-Kammer-Herzschrittmacher und

Defi-Systeme. Nur an größeren kardiologischen

Zentren werden diese technisch

aufwendig zu implantierenden Systeme

eingesetzt. Das Ostalb-Klinikum ist das

einzige Haus im Ostalbkreis, in dem

solche speziellen Schrittmacher und

Defi Systeme eingesetzt werden können.

Die Implantation dieser Geräte (3-Kam

mer-, biventrikuläre- bzw. CRT-Systeme)

ist insbesondere bei Patienten mit Herzschwäche

vorzuziehen.

• Elektrophysiologische Untersuchungen

des Herzens. Diese Untersuchungen sind

ebenfalls technisch aufwendig und

werden nur in speziellen kardiologischen

Zentren angeboten. Das Ostalb-Klinikum

Aalen ist die einzige Stelle in Ostwürtt-

emberg, an der diese speziellen Unter

suchungen durchgeführt werden. Mit

einer solchen Untersuchung können

Rhythmusstörungen nicht nur detektiert,

sondern auch geheilt werden.

Weitere Leistungsangebote

• Invasive Eingriffe wie Schrittmacherimplantationen

und Herzkatheterunter-

suchungen können auch im Rahmen des

ambulanten Operierens am Ostalb-

Klinikum Aalen durchgeführt werden.

Aufklärung und nicht invasive Vorun-

tersuchungen erfolgen in der Spezial-

sprechstunde

(Herzkatheter-, Gefäß-, Schrittmacher-,

Defi- und Rhythmussprechstunde)

durch den entsprechenden Facharzt.

Die Zuweisung ist allen niedergelassenen

Ärzten im Rahmen des ambulanten

Operierens möglich.

Anmeldung zu den Sprechstunden unter

Tel. 07361-55 1201

(Sekretariat der Abt. Kardiologie und

Angiologie, Prof. Dr. U. Solzbach).

• Es bestehen am Ostalb-Klinikum Aalen

optimale Voraussetzungen bei Zuver-

legungen von Notfallpatienten mit dem

Hubschrauber.

Der nach den europäischen Standards

eingerichtete Hubschrauberlandeplatz

ist nachtflugtauglich und erlaubt daher

auch ggf. notwendige notfallmäßige

Weiterverlegungen von Herzpatienten

(z.B. bei Notwendigkeit von herzchirur-

gischen Eingriffen).

Allgemeiner Jahresrückblick

2009 wurden 3.860 Patienten stationär

behandelt. Dies ist die fast identisch hohe

Anzahl wie im Vorjahr, als 3.824 Patienten

versorgt werden konnten. Die neuen und

quantitativ mehr genutzten Spezialleistungen

wie Carotis-Stenting, EPU, Defi-

Implantationen haben zu dieser Verschiebung

zu Fällen mit höherer Fallschwere

beigetragen. Gleichzeitig werden auch

viele Untersuchungen, die bis vor kurzem

noch eher stationär erbracht wurden, in

zunehmendem Maße ambulant im Rahmen

des ambulanten Operierens angeboten und

durchgeführt. Die Tendenz zu mehr Spezialuntersuchungen

und Behandlungen und

damit zu Fällen mit höherer Fallschwere

wird andauern. Ebenso wird die Liegedauer

in den nächsten Jahren noch leicht sinken.

10 Jahre Herzkatheterlabor in Aalen

Das Herzkatheterlabor Ostalb-Klinikum in

Aalen feierte im Jahr 2009 einen runden

Geburtstag. Im Sommer 1999 wurde das

1. Herzkatheterlabor am Ostalb-Klinikum

in Aalen eingeweiht. In der Zwischenzeit

hat sich im Herzkatheterbereich einiges

getan und vieles wurde weiterentwickelt.

So wurde im Jahre 2006 aufgrund der stark

gestiegenen Fallzahlen ein weiterer Herzkathetermessplatz

eingerichtet. Heute werden

in Aalen an zwei modernen 2 Ebenen-Herzkatheter-Anlagen

alle gängigen Verfahren

auf dem Gebiet der invasiven Kardiologie

angewandt. Neben den diagnostischen und

therapeutischen Herzkathetereingriffen

werden in den Herzkatheterlaboren auch

Schrittmacherimplantationen, Defibrillator-

Implantationen sowie elektrophysiologische

Untersuchungen und Behandlungen

durchgeführt.

Das Herzkatheterlabor Ostalb-Klinikum in

Aalen konnte sich den vergangenen

10 Jahren einen hervorragenden Ruf weit

über die Grenzen des Ostalbkreises hinaus

erarbeiten. Dieser runde Geburtstag war


für uns ein freudiger Anlass, an dem wir

mit unserem gesamten Team stolz auf das

Erreichte zurückblicken konnten, aber auf

dem „Geburtstags-Symposium“ auch einen

Ausblick in die Zukunft gewagt haben.

Festredner auf dem Symposium waren:

Prof. Dr. Just, Freiburg, Thema: Herzkatheter

vor 40 Jahren – in 40 Jahren, sowie Dr.

Posival, Karlsruhe, Thema: Klappenersatz im

Herzkatheter-Labor: Vision oder Realität?

Ärztliche Struktur

Chefarzt Prof. Dr. med. Ulrich Solzbach

Oberarzt Dr. med. Helmut Haas,

leitender Oberarzt und Chefarztvertreter

Oberarzt Dr. med. Andreas Michael,

(Angiologie)

Oberarzt Dr. med. Matthias Beuter,

(Herzkatheter)

Oberarzt Hans-Roman Kitterer,

(Bronchoskopie)

Oberarzt Dr. Bernd Hartig,

(Elektrophysiologie)

Sowie 10 Assistenzärzte

Innovationen und Besonderheiten im

Berichtsjahr

Räumliche Integration der Stroke Unit

mit der internistischen Intensivstation

Im Oktober 2009 wurde die Stroke Unit des

Ostalb-Klinikums räumlich mit der internistischen

Intensivstation zusammengelegt.

Bislang war die Stroke Unit in die operative

Intensivstation eingegliedert gewesen.

Die räumliche Zusammenlegung der

konservativen Intensivpatienten schafft die

Voraussetzung, dass die Prozesse bei der

Diagnostik und Behandlung von Schlaganfallpatienten

noch rascher durchgeführt

werden können. Von der räumlichen Nähe

von neurologischer und internistischer

Expertise auf einer Station profitieren aber

nicht nur die neurologischen Schlaganfallpatienten,

auch die Patienten auf der

Internistischen Intensivstation haben durch

die räumliche Nähe des neurologischen

Kollegen viele Vorteile. Die Leitung der

Stroke Unit hat Chefarzt Dr. Peters, die

Leitung der Internistischen Intensivstation

hat Chefarzt Prof. Dr. Solzbach.

Fallzahlentwicklung

Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung Case-Mix-Index

23


Ostalb-Klinikum als Chest-Pain Unit

zertifiziert

Eine Chest -Pain Unit dient der Versorgung

von Patienten mit unklarem Brustschmerz.

Ziel ist es, einen akuten oder neu aufgetretenen

unklaren Thoraxschmerz rasch und

zielgerichtet abzuklären.

In Deutschland dauert es im Durchschnitt

immer noch zwölf Stunden, bevor klar ist,

ob ein akuter Brustschmerz seine Ursache

in einem akuten Koronarsyndrom hatte

oder nicht. Diese Zeit soll durch die Chest

Pain Unit drastisch verkürzt werden.

Hinter der Chest Pain Unit stehen sowohl

eine optimale Kombination aus Technik

(z.B. ein hochmodernes Herzkatheterlabor),

von spezialisierten Ärzten und Krankenpflegekräften

als auch standardisierte Behandlungsschritte.

Wesentliche Voraussetzung

ist, dass das Herzkatheterlabor 24 Stunden

am Tag an jedem Tag des Jahres einsatzbereit

sein muss. Zu dessen Betrieb müssen

mindestens vier interventionelle erfahrene

Kardiologen zur Verfügung stehen.

Nach den Universitätskliniken Mannheim

und Heidelberg ist das Ostalb-Klinikum nun

das dritte Krankenhaus in Baden-Württemberg

und das 13. in Deutschland mit dieser

Zertifizierung.

24

Qualitätsprojekte / Interdisziplinarität

Qualitätsprojekt invasive / interventionelle

Kardiologie

Das Ostalb-Klinikum Aalen hat 1999 mit den

Krankenkassen ein damals bundesweit einmaliges

Qualitätsprojekt vereinbart.

Ziel dieses weithin beachteten und mit dem

Qualitätsförderpreis 2004 ausgezeichneten

Projektes ist es, durch umfassende Voruntersuchungen

vermeidbare Herzkatheteruntersuchungen

zu minimieren, das bedeutet:

strenge Indikationsstellung zur Herzkatheteruntersuchung.

Zusätzliche Risiken und psychische

Belastungen für die Patienten werden

dadurch vermieden. Vor allem aber werden

unnötige Herzkatheteruntersuchungen

unterlassen. Die Einhaltung der vereinbarten

Qualitätsziele wird halbjährlich von Ärzten

des MDK kontrolliert. Alle bisherigen Überprüfungen

bestätigen die hohe Qualität des

Aalener Herzkatheterlabors insbesondere eine

angemessene Indikationsstellung.

Kooperation mit der Klinik für Herzchirurgie

in Karlsruhe

Das Ostalb-Klinikum Aalen hat seit dem

Jahr 2000 im Bereich der Herzchirurgie

eine enge Kooperation mit der Klinik für

Herzchirurgie in Karlsruhe. Wird während

einer Untersuchung im Aalener Herzkatheterlabor

die Notwendigkeit eines herzchirurgischen

Eingriffs festgestellt, steht

mit der Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe

ein leistungsfähiger Kooperationspartner

zur Verfügung. Mit dieser engen Verdingung

ist eine nahtlose Weiterbehandlung

von Patienten gesichert. Seit Beginn der

Kooperation im Jahr 2000 wurden etwa

2000 Patienten aus dem Einzugsgebiet des

Aalener Herzkatheterlabors in Karlsruhe

herzchirurgisch behandelt.

Internistische Intensivstation für alle

konservativen Abteilungen

Die 10 Betten der Internistische Intensivstation

werden interdisziplinär belegt von

Intensiv/Notfall-Patienten der Medizinischen

Klinik I (Gastroenterologie und

Onkologie), der Medizinischen Klinik II

(Kardiologie und Angiologie) sowie von der

Neurologischen Klinik. Die interdisziplinäre

Zusammenarbeit ist sowohl für die Patienten,

als auch im Sinne der gegenseitigen

Schulung vorteilhaft.

Fortbildungen für niedergelassene

Kollegen

Mehrfach im Jahr werden Fortbildungen

für niedergelassene Kollegen über spezielle

Fragestellungen, Neuheiten und Themen

aus dem Bereich des Herzkreislaufsystems

durchgeführt.

Wissenschaftliches Arbeiten /

Akademische Lehre

Publikationen

2009 wurden von der Abteilung 1 Arbeit

eingereicht und publiziert.

Solzbach U, Beuter M, Haas H. Left atrial

intramural hematoma after percutaneous

coronary intervention. Int J Cardiol. 2009

Jan 19.

Studentenausbildung

In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum

Ulm besteht ein reger Austausch

von PJ Studenten. Die Akzeptanz der PJ

Studenten am Ostalb-Klinikum Aalen ist

sehr gut. Es werden regelmäßig Schulungen

und Fortbildungen durchgeführt.

Fortbildungsveranstaltungen und

Schulungen für die Öffentlichkeit

Einmal im Jahr wird im Rahmen der Herzwochen

(Themenmonat November) eine

Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit

durchgeführt.


Chirurgische Klinik I

Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Fallzahlentwicklung

Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung Case-Mix-Index

26

Die Abteilung

Medizinisches Leistungsspektrum

• Onkologische Chirurgie (Bauchspeicheldrüse,

Magen, Speiseröhre, Dickdarm

und Enddarm, Leber und Galle), zentrale

Tumorkonferenz

• Minimal invasive Chirurgie (Schilddrüse,

Nebenschilddrüse, Lunge, Brustfell,

Gallenblase, Blinddarm, Dünndarm,

Dickdarm, Magen, Bauchspeicheldrüse,

Leber)

• Zertifiziertes Darmzentrum

(Dickdarm und Enddarm)

• Pankreaszentrum

• Tumoren der Bauchspeicheldrüse, der

Leber, der ableitenden Gallenwege, der

Speiseröhre, des Magens, der Schilddrüse,

der Weichteilgewebe, Sarkome

• Thoraxchirurgie (Lunge, Luftröhre,

Speiseröhre) u.a. minimal-invasiv

(Schlüsselloch-Operationen)

• Blinddarm, Gallen- und Hernienchirurgie

(Leistenbrüche), in der Regel minimalinvasiv

• Endokrine Chirurgie (Schilddrüse,

der Nebenschildrüse, Nebenniere,

Pankreas)- minimal invasive Schilddrüsenresektion

(MIVAT) mit kontrollierter

Schonung der Stimmbandnerven

(Neuromonotoring)

• Gefäßchirurgie, arterielle Gefäßerkrankungen,

Bypasschirurgie, diabetische

Gefäßerkrankungen, Shuntchirurgie

• Kinderchirurgie (meist ambulant), Leisten-

und Nabelbruch, Phimose, Leistenhoden,

Wasserbruch

• Kinderchirurgie in der Neu- und Frühgeborenenperiode,

insbesondere Fehlbildungen

am Magendarmtrakt

• Ambulantes Operieren (Leistenbruch,

Nabelbruch, Weichteiltumore, Shuntchirurgie)

Besondere Versorgungsschwerpunkte

• Bauchspeicheldrüsenchirurgie – Einsatz

von vorwiegend organsparenden

Resektionsverfahren, z.B. Erhalt von

Magen, Zwölffingerdarm, Gallengang

und Gallenblase

• Bauchspeicheldrüsenchirurgie – komplett

minimal invasiv (laparoskopisch)

• Magenchirurgie – laparoskopisch bei

Reflux

• Magenchirurgie – Einsatz eines physiologischen

Magenersatzes wie dem

Ulmer Ersatzmagen nach kompletter

Magenentfernung bei Tumor

• Adipositaschirurgie Magenband, Magenbypass

Schlauchmagen (Gastric sleeve

resection) minimal invasiv biliopankrea-

tische Teilung mit Duodenalswitch (BPD)

• Leberchirurgie – Organsparendes Operieren

durch Einsatz eines Wasserstrahlskapells,

minimal invasive Resektionen

• Radiofrequenzablation nicht resektabler

Lebertumoren (Zerstörung mittels

Hochfrequenzsonde)

• Enddarmchirurgie von gutartigen und

bösartigen Erkrankungen – Transanale

endoskopische mikrochirurgische

Methode (TEM) – Entfernung von Tumoren

durch den Enddarm mit einem Ope-

rationsmikroskop – ohne äußere Narben

Weitere Leistungsangebote

• Viszeralsprechstunde

• Gefäßsprechstunde

• Kinderchirurgische Sprechstunde

• Zertifizierte Darmsprechstunde

• Pankreassprechstunde

• Adipositassprechstunde

• Privatsprechstunde

Allgemeiner Jahresrückblick 2009

Wir haben 2009 in der Chirurgischen Klinik I

1.829 Patienten stationär behandelt (+ 104).

Bei diesen Patienten sind insgesamt 2.912

Operationen durchgeführt worden (+ 97

Operationen). Die höhere Anzahl hängt mit

der erhöhten Komplexität der Operationen

zusammen, sie wird durch die Kennziffer

„CMI“ ausgedrückt. So werden zum Beispiel

bei der Konstellation eines Darmkrebses mit

einer Tochtergeschwulst in der Leber sowohl

der befallene Darmanteil mit Lymphknoten

und auch die Lebermetastase in

einer Narkose (2 Eingriffe) entfernt. Ebenso

verhält es sich bei beidseitigen Leistenbrüchen,

die in der Regel ebenfalls simultan

versorgt werden.

Die Karzinomoperationen haben insgesamt

zugenommen. Dieses spiegelt sich auch in

der relativen Fallschwere eines Patienten

wieder, die in einem Fallmixwert (= Casemixindex

= CMI) beziffert wird. So hat

beispielsweise ein Patient mit einer Blinddarmoperation

ein CMI-Wert von 1 und


ein Patient mit einer Darmkrebserkrankung

einen CMI-Wert von etwa 4,5. Alle chirurgischen

Kliniken von Baden Württemberg

zusammen hatten einen gemittelten CMI-

Wert von 1,22 pro Patient. An der Chirurgischen

Klinik ist in den letzten Jahren der

CMI-Wert immer weiter angestiegen, mittlerweile

auf 1,51. Betrachtet man nur die

operierten Patienten beträgt der CMI-Wert

sogar 1,68, somit liegt die Fallschwere der

chirurgischen Patienten deutlich über dem

baden-württembergischen Durchschnitt.

Der Bettenausnutzungsgrad ist gegenüber

dem Wert von 2008 wiederum leicht

angestiegen auf 85,4% bei gleichzeitiger

Senkung der Krankenhausverweildauer von

durchschnittlich 8,5 auf 8 Tage. Das bedeutet,

dass weiterhin Patienten auf anderen

Stationen untergebracht werden, wobei

die Qualität der Patientenversorgung dort

identisch ist.

Nachdem Oberarzt Dr. Andreas Schmidt am

01.04.2009 in sein ehemaliges Heimatkrankenhaus

Sigmaringen zurückgegangen ist,

hatte er zunächst eine Lücke hinterlassen.

Dr. Matthias Müller ist als Oberarzt nachgerückt,

was unter anderem Ausdruck unserer

kontinuierlichen Ausbildungsarbeit ist.

Die hohe Leistung mit erhöhtem Durchsatz

bei gleichzeitig verminderter Krankenhausverweildauer

hat die Stationen 48

und 46 und auch die Intensivstation stark

gefordert. Auch in diesem Jahr haben uns

die Innere Intensivstation und die Stroke-

Einheit mit Intensivbetten ausgeholfen.

Für die hervorragende Leistung und die

gute Kooperation aller oben genannten

Stationen soll auf diese Weise wiederum

ganz herzlich gedankt werden.

Erklärtes Ziel war es 2009, die dringend

benötigte Intensivkapazität um 4 Betten

zu erweitern. Trotz intensiver Arbeit einer

Sonderkommission und betriebswirtschaftlicher

Prüfung konnte dieses Ziel 2009

nicht erreicht werden und wird auf 2010

verschoben.

Rezertifizierung des

Aalen DarmCentrum

Im Jahre 2006 wurde unser Darmzentrum

als zweites im Baden Württemberg von der

Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.

Nach zweimaligem erfolgreichen Reaudit

stand 2009 die erste Rezertifizierung

an. Seit 2006 konnten wir eine steigende

Anzahl behandelter Patienten mit kolorektalem

Karzinom mit einem sprunghaften

Anstieg der laparoskopisch Operierten

verzeichnen: wurden bis 2006 noch 35

Kolonkarzinome operativ behandelt, sind es

bis 2009 schon 47 gewesen, die Anzahl der

operierten Rektumkarzinome hat sich bei

25 pro Jahr etabliert (jeweils Erstdiagnose,

Rezidive oder Operationen ohne Tumorresektion

sind dabei nicht berücksichtigt).

Laparoskopisch wurden anfangs nur 2

Patienten operiert, 2009 konnte die mittlerweile

auch standardisierte Technik bei 46

der 72 Patienten angewandt werden.

Seit Beginn wurden im Darmzentrum insgesamt

205 Patienten mit der Erstdiagnose

eines kolorektalen Karzinoms behandelt,

davon sind 61% rezidivfrei und 16 % am

Tumorleiden verstorben (Nachsorgequote

über 90%).

Die Kommunikation nach außen erfolgte

neben Veranstaltungen für die Bevölkerung

und den regelmäßigen viszeralmedizinischen

interdisziplinären Falldemonstrationen

unter anderem durch das Angebot

von 4 Qualitätszirkeln mit interessanten

Themen zur Tumorerkrankung am Darm.

Da vieles von diesem Zertifikat abhängt,

haben wir uns sorgfältig vorbereitet und

besonders haben sich Oberärztin, Frau Dr.

Schulz aus der Chirurgie I und Dr. Meiborg

aus der Medizinischen Klinik I engagiert.

Wir haben uns sehr gefreut, dass sich die

Gutachter sehr lobend über die Arbeit im

Darmzentrum und die erreichten Fortschritte

geäußert haben. Besonders hervorgehoben

wurde die interdisziplinäre Arbeit

der Tumorkonferenz, in der mittlerweile pro

Jahr über 300 Patienten mit bösartigen Tumoren

– nicht nur mit Kolon- und Rektumkarzinomen-

besprochen werden und die

Therapie nach den geltenden Leitlinien mit

allen Kooperationspartnern (Medizinische

Klinik I, Onkologie, Pathologie, Strahlentherapie,

Radiologie) diskutiert und individuell

für jeden Patienten beschlossen wird.

Anlässlich des dreijährigen Bestehens

Darmcentrum führten wir ein wissenschaftliches

Symposium zum Darmkrebs

am 10.10.2009 im Bildungszentrum des

Ostalb-Klinikums durch. Wir konnten

hierzu hervorragende Referenten aus ganz

Deutschland gewinnen, die über die innovativsten

Behandlungsmethoden berichtet

haben.

Zu erwähnen ist der viel beachtete Vortrag

von Oberärztin, Frau Dr. Huschitt. Dieser

befasste sich mit unseren Ergebnissen der

transanalen endoskopischen Mikrochirurgie

(TEM). Bei dieser Methode werden Darmtumoren

durch das Darmlumen hindurch

operiert mit der Folge, dass keine äußerlichen

Narben zu erkennen sind.

Am gleichen Nachmittag fand unter reger

Beteiligung der Bevölkerung ein „Tag der

offenen Tür“ statt. Hier waren alle Einrichtungen

des Darmzentrums für die

Öffentlichkeit zugänglich. Im OP konnten

an einem Phantom Schlüssellocheingriffe

neben Demonstrationen von Instrumenten

und Geräten ausgeführt werden, in der

medizinischen Klinik I durften Magen und

Dickdarm gespiegelt werden, natürlich am

Phantom, in der onkologischen Tagesklinik

fanden Kurz-Vorträge und in der Strahlentherapie

Führungen durch die Räumlichkeiten

mit Demonstration der Großgeräte

statt.

Ambulante Operationen

Durch Einführung der DRG-Pauschalen

und der damit verbundenen Verweildauerreduzierung

werden in den letzten Jahren

immer mehr Operationen ambulant durchgeführt.

Ob ein Eingriff ambulant durchgeführt

werden kann oder ein stationärer

Aufenthalt notwendig ist, wird für jeden

Einzelfall auf Eignung und Zumutbarkeit

individuell geprüft. Obgleich auch die

stationären Eingriffe zugenommen haben,

haben sich auch die ambulanten Operationen

zahlenmäßig stark vermehrt. So ist

die Zahl von 200 Patienten 2004 auf jetzt

535 Patienten im Jahr 2009 angestiegen.

Schilddrüse

Bei den Schilddrüsenoperationen hat sich

die Schlüssellochoperation weiter durchgesetzt.

Von insgesamt 143 Schilddrüsenoperationen

sind 25 als Schlüssellochoperation

und nochmals 4 weitere Operationen an

der Nebenschilddrüse minimalinvasiv

27


durchgeführt worden. Die Machbarkeit

dieses Eingriffes - die sogenannte MI-

VAT- hängt von der Schilddrüsengröße ab.

Insgesamt haben diese Eingriffe 2007 um

19 %, 2008 um weitere 33 % und 2009 um

weitere 44 % zugenommen und hat somit

die stärkste Zuwachsrate. Der Stimmbandnerv

wird auch bei der minimal invasiven

Technik (Schlüssellochchirurgie) durch

intensives Monitoring des Stimmbandnerven

geschont.

Gallenblase und Leistenbruch

Dieses sind die zwei häufigsten Operationen

in unserer Klinik. Wir haben 2009

insgesamt 207 Bauchwand- und Leistenbrüche

auf konventionellem Wege

versorgt und zusätzlich 245 - vorwiegend

Leistenbrüche, aber auch große Narbenbrüche(12)

- als Schlüssellochoperationen

durchgeführt. Die Narbenbrüche sind häufig

schwierig als minimalinvasiver Eingriff

durchzuführen, da in der Regel größere

Voroperationen mit entsprechenden Verwachsungen

vorliegen. Somit befinden wir

uns in diesem Bereich auf dem Weg einer

Spezialisierung.

Auch die Gallenblasenoperationen haben

im Jahre 2009 zugenommen. Es wurden

insgesamt 259 Gallenblasen entfernt. In

aller Regel erfolgen diese Gallenblasenoperationen

laparoskopisch.

Adipositas

Wir verzeichneten in diesem Jahr eine sehr

hohe Anfragefrequenz für adipositas-chirurgische

Eingriffe. Dieses geht einher mit

einer zunehmenden Ausbreitung dieser Erkrankung

weltweit, so auch in Deutschland.

Bereits 7 % aller Krankenhausaufnahmen

hatten einen BMI von 35. Bei uns werden

als Eingriffe das Magenband, die Schlauchmagenbildung,

der Magenbypass und die

biliopankreatische Teilung (BPD) mit Duodenalswitch

angeboten. Jeder einzelne Fall

wird vorher vom Medizinischen Dienst der

Krankenkasse geprüft. Von den Betroffenen

ist der Behandlungswunsch derzeit so

groß, dass das Ostalb-Klinikum um Mithilfe

gebeten wurde, 2010 eine Selbsthilfegruppe

zu bilden, die sich regelmäßig einmal

im Monat in den zur Verfügung gestellten

Räumlichkeiten des Ostalb-Klinikums trifft.

28

Bauchspeicheldrüse und Leber

Eine Spezialisierung der chirurgischen Klinik

besteht in der Versorgung von Patienten

mit Bauchspeicheldrüsen- und Lebererkrankungen.

Hier konnte die hohe Zahl der

letzten Jahre aufrechterhalten werden.

Immer häufiger werden Lebermetastasen

operativ entfernt. In der Bauchspeicheldrüsenchirurgie

sind wir in der Schlüssellochchirurgie

in Deutschland führend. Bei uns

in Aalen sind bereits 16 Patienten laparoskopisch

operiert worden.

Prof. Dr. Siech ist im Arbeitskreis der

Pankreatektomierten Ansprechpartner

für Anfragen von Patienten mit seltenen

Pankreastumoren, die sich für ein solches

Vorgehen bevorzugt eignen. Deswegen

kommen auch Patienten aus ganz Deutschland

zu uns ins Ostalb-Klinikum.

Ferner ist Prof. Dr. Siech aufgrund seines

Engagements zum Schriftführer der Chirurgischen

Arbeitsgemeinschaft Leber, Galle,

Pankreas der Deutschen Gesellschaft für

Allgemein- und Viszeralchirurgie berufen

worden.

Gefäßchirurgie

Die Gefäßchirurgie ist eine weitere Säule

unserer Klinik. Wir führen sehr häufig Rekonstruktionen

an den Schlagadern durch.

Gelegentlich kann eine minimalinvasive

Gefäßaufdehnung sinnvoll sein.

Hier arbeiten wir im OP mit entsprechenden

Bildwandlersystemen bzw. wir arbeiten sehr

häufig mit der Klinik für Radiologie (CA

Dr. Nissen) zusammen. In der Regel wird

vorher gemeinsam entschieden, welches

Verfahren das erfolgversprechendste ist.

Die meisten Dialysepatienten sind auf

einen Dialyseshunt als sog. „Lebensader“

angewiesen, über den dann die Blutwäsche

erfolgt. Stärkster Partner ist für uns die

Dialysepraxis Drs. Schnitzler/Wahl/Kern

am Ostalb- Klinikum. Die Neuanlagen

und Erhaltungsoperationen haben in den

letzten Jahren immer weiter zugenommen.

Mittlerweile hat sich die gute operative

Qualität bis Nördlingen herumgesprochen,

sodass vermehrt Patienten auch von dort

kommen. Wir freuen uns über das Vertrauen,

das die Bevölkerung des Ostalbkreises

uns entgegenbringt.

Innovationen im Berichtsjahr

Minimalinvasive Thoraxchirurgie

Die minimalinvasive Thoraxchirurgie wurde

bereits 2007 erstmals als ein komplett neues

Verfahren für Patienten im Ostalbkreis

angeboten. Dieses Angebot wurde von den

Patienten dankend angenommen. Die Patienten

kamen aus dem ganzen Ostalbkreis

und auch aus dem Landkreis Heidenheim.

Insgesamt haben wir seit 2007 105 Patienten

übers „Schlüsselloch“ am Brustkorb

operiert. Das besondere an dem Verfahren

ist, dass die Patienten keinen großen Brustkorbschnitt

benötigen. Nach der Operation

werden die Patienten in der Regel nur eine

Nacht auf der Intensivstation beobachtet.

Anschließend können sie dann wieder auf

die Normalstation verlegt werden.

Pankreaszentrum

Diesen seit 2003 bestehenden Behandlungsschwerpunkt

haben wir weiter vertieft.

Bereits 2006 haben wir die erste minimal

invasive Resektion über die Schlüssellochchirurgie

an der Bauchspeicheldrüse

durchgeführt. Wir haben jetzt eine von

der Ethikkommission der Universität Ulm

befürwortete bundesweite Studie für laparoskopische

Pankreaschirurgie ins Leben

gerufen. Es gibt derzeit nur 6 publizierte

Fälle in Deutschland, die mit Schlüssellochchirurgie

an der Bauchspeicheldrüse

operiert worden sind. Am Ostalb-Klinikum

in Aalen haben wir bereits 16 Patientinnen

und Patienten operiert. Obwohl dies die

derzeit größte Anzahl in Deutschland ist,

lassen diese Zahlen noch keine Schlussfolgerung

zur Beurteilung dieses Verfahrens

zu. Deswegen haben wir das oben genannte

Pankreasregister „Laparoskopische

Pankreasresektion“ ins Leben gerufen, so

dass andere Krankenhäuser in Deutschland

auch hier ihre Patienten einbringen können.

Somit ist es hoffentlich in 1 bis 2 Jahren

eher möglich, das Verfahren auf Effektivität

und Vorteile für die Patienten zu beurteilen.

Diese neue Operationsmethode findet in

Deutschland große Beachtung. So wurde

von Prof. Dr. Siech über diese Methode anlässlich

einer Einladung bei der Deutschen

Gesellschaft für Chirurgie in München und

auf dem Kongress der Viszeralmedizin in

Hamburg berichtet.


Magenoperationen

Bei einer Krebserkrankung muss häufig der

gesamte Magen entfernt werden. Hier ist

es wichtig, für den Patienten einen neuen

Magen zu konstruieren. Bei uns am Ostalb-

Klinikum wird dieser Magen an die Stelle

des ehemaligen Magens gesetzt. Dadurch

ist die Nahrungspassage identisch wie

vorher, nur der neue Magen hat geringfügig

andere Eigenschaften als der alte. Die

Lebensqualität dieser Patienten ist deutlich

besser als nach anderen Rekonstruktionen.

Es hat sich auch gezeigt, dass Frühstadien

von Tumoren auch über Schlüssellochtechnik

entfernt werden können.

Zusätzlich haben wir immer mehr Patienten

mit laparoskopischer Fundoplicatio

als Antirefluxchirurgie bei chronischem

Sodbrennen. Alle Eingriffe wurden über

die Schlüssellochchirurgie durchgeführt.

Die Magenoperationen werden auch über

Schlüssellochtechnik häufig bei morbider

Adipositas durchgeführt. Die verschiedenen

Methoden werden dort erläutert.

Interdisziplinarität

Regelmäßige interdisziplinäre

Konferenzen mit Hausärzten

Jeweils am letzten Mittwoch im Monat

führen wir eine Interdisziplinäre Besprechung

interessanter Fälle mit den Hausärzten

sowie mit der Medizinischen Klinik I,

der Radiologie und der Pathologie durch.

Hausärzte können hier komplexe Fälle

vorstellen bzw. durch die Präsentation von

gut vorbereiteten Fällen mit Aufarbeitung

des dazugehörigen Krankheitsbildes ihr

Wissensspektrum erweitern. Diese Fortbildungen

sind von der Ärztekammer mit

je 4 Fortbildungspunkten CME zertifiziert.

Für eine kollegiale Stimmung sorgt im

Anschluss ein informelles Gespräch im

Rahmen eines kleinen Imbisses.

Qualitätsmanagementprojekte

Die Chirurgische Klinik I nimmt an einer

internationalen Studie zur Qualitätssicherung

des AN-Institutes der Universität

Magdeburg zum Rektum- und Colonkarzinom

sowie zu Tumoren des Magens teil.

Zusätzlich erfolgt eine Qualitätssicherung

aller durchgeführten Cholecystektomien

über die Geschäftsstelle Qualitätssicherung

im Krankenhaus (GeQuik).

Ein wesentlicher Pfeiler des zertifizierten

AalenDarmCentrum adc ist die ständige

Verbesserung in der Versorgung von Patienten

mit kolorektalen Karzinomen. Dies

beinhaltet unter anderem das Fehler- und

Risiko-Management und wird im Rahmen

des jährlichen Audits mitüberprüft .

Ärztliche Struktur

Chefarzt:

Prof. Dr. med. Marco Siech

Leitende Oberärztin:

Dr.med. Karin Schulz

Oberärzte:

Dr. med. Stephanie Huschitt

Michael Joas

Dr. Matthias Müller

Assistenzärzte:

Dr. Artjom Plaksin

Alexander Habrom

Gunter Ostertag

Antje Straaten

Stefan Schölzel

Marco Principi

Peter Strauß

Barbara Weber

Akademische Lehre

Professor Dr. Siech ist für unser akademisches

Lehrkrankenhaus Ansprechpartner

für die Mutteruniversität Ulm und gleichzeitig

Ansprechpartner für die Medizinstudenten

im Praktischen Jahr. Er koordiniert

die studentische Lehre des Akademischen

Lehrkrankenhauses Ostalb Klinikum Aalen.

Ein Doktorand wurden durch Prof. Dr. Siech

an der Universität Ulm zur Erlangung des

Doktorgrades geprüft. 16 Prüflinge wurden

von Prof. Dr. Siech an der Universität

geprüft zur Gleichwertigkeit von Studiengängen

im Ausland. Insgesamt haben

wir 10 Studenten im Praktischen Jahr.

Unsere Abteilung hat den Vorlesungsblock

Allgemein- und Viszeralchirurgie gehalten.

Es wurden mehrere praktische Kurse

etabliert, insbesondere der Naht- und der

Ultraschallkurs. Es erfolgte die praxisnahe

Ausbildung der Studenten auf der Station,

in der Notfallambulanz und im OP. Von den

Leistungen unserer Studenten waren wir

so überzeugt, dass wir 5 Studenten nach

der Prüfung als Assistenzärzte in unserem

Hause übernommen haben.

Oberärztin Dr. Schulz koordiniert die Lehre

in der Viszeralchirurgie für die Schwesternschule

und sorgt für die Ausbildung der

Operationstechnischen Assistenten (OTA)

auf ihrem Fachgebiet.

29


Chefarzt Prof. Dr. Marco Siech

Oberärztin Dr. Karin Schulz

Oberärztin Dr. Stephanie Huschitt

Oberarzt Michael Joas

30

Rang DRG Top 20 DRG’s Chirurgische Klinik I Fallzahl

1 H08B Laparoskopische Cholezystektomie ohne sehr komplexe Diagnose,

ohne komplizierende Diagnose 172

2 G18B Eingriffe an Dünn- u. Dickdarm m. kompl. Eingr. od. and. Eingr. an Magen,

Ösophagus u. Duodenum ohne kompliz. Konst., außer b. bösart. Neubild.,

Alt. 1 J., ohne

Lebermetastasenchir., ohne kompliz. Diagn. 138

3 G24Z Eingriffe bei Bauchwandhernien, Nabelhernien und anderen Hernien,

Alter > 0 Jahre oder beidseitige Eingriffe bei Leisten- und Schenkelhernien,

Alter > 0 Jahre und < 56 Jahre oder Eingriffe bei Leisten- und

Schenkelhernien, Alter > 55 Jahre 127

4 K12Z Eingriffe an Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Ductus thyreoglossus,

außer bei bösartiger Neubildung, ohne zusätzliche Parathyreoidektomie,

ohne äußerst schwere oder schwere CC 108

5 G21B Adhäsiolyse am Peritoneum, Alter > 3 Jahre und ohne äußerst schwere

oder schwere CC oder andere Eingriffe an Darm oder Enterostoma ohne

äußerst schwere CC, Alter > 15 Jahre 69

6 G23C Appendektomie außer bei Peritonitis, ohne äußerst schwere oder

schwere CC, Alter > 13 Jahre 69

7 G67B Ösophagitis, Gastroenteritis u. versch. Erkr. d. Verdauungsorg. m. kompl.

Diag. od. Alter 74 J. od. Ulkuserkr. m. schw. CC od. Alt. >74 J., >1 Beleg.tag,

ohne kompliz. Diag., ohne Dialyse 68

8 G25Z Eingriffe bei Leisten und Schenkelhernien, Alter > 0 Jahre oder Eingriffe

bei Hernien, Alter < 1 Jahr 55

9 G67D Ösophagitis, Gastroenteritis u. verschiedene Erkrankungen d.

Verdauungsorgane ohne komplexe od. kompliz. Diagn., ohne Dialyse,

Alter > 2 J., ohne äuß. schw. CC od. gastrointestinale Blutung od.

Ulkuserkrankung, ohne äuß. schw. od. schw. CC, Alter < 75 J. 52

10 G26Z Andere Eingriffe am Anus 38

11 F59B Mäßig komplexe Gefäßeingriffe ohne mehrfache Gefäßeingriffe,

ohne äußerst schwere CC, ohne Rotationsthrombektomie,

ohne komplizierende Diagnose 36

12 G02Z Eingriffe an Dünn- und Dickdarm mit kompl. Eingriff od. kompliz. Diagn.

oder Eingr. an Dünn- u. Dickdarm od. andere Eingr. an Magen, Ösophagus

und Duodenum ohne kompliz. Konst., außer b. bösart. Neubild., mit Eingr.

bei angebor. Fehlbildung, Alter < 2 J. 36

13 J64B Infektion / Entzündung der Haut und Unterhaut ohne äußerst

schwere CC 32

14 F65B Periphere Gefäßkrankheiten ohne komplexe Diagnose oder

ohne äußerst schwere CC 31

15 G22C Appendektomie bei Peritonitis oder mit äußerst schweren oder

schweren CC, Alter > 15 Jahre 28

16 G07C Appendektomie bei Peritonitis mit äußerst schweren oder schweren CC

oder kleine Eingriffe an Dünn und Dickdarm ohne äußerst schwere CC,

Alter > 9 Jahre 26


Rang DRG Top 20 DRG’s Chirurgische Klinik I Fallzahl

17 G09Z Beidseitige Eingriffe bei Leisten und Schenkelhernien, Alter > 55 Jahre

oder komplexe Herniotomien 25

18 G04B Adhäsiolyse am Peritoneum, Alter < 4 Jahre oder mit äußerst schweren

oder schweren CC oder kleine Eingriffe an Dünn und Dickdarm mit äußerst

schweren CC, Alter > 5 Jahre 24

19 F59A Komplexe Gefäßeingriffe ohne komplizierende Konstellation, ohne Revision,

ohne komplizierende Diagnose, Alter > 2 Jahre, mit äußerst schweren CC

oder mäßig komplexe Gefäßeingriffe mit äußerst schweren CC oder

Rotationsthrombektomie 23

20 G17Z Andere Rektumresektion 22

Publikationen

Siech M, Zhou Z, Zhou S, Bair B, Alt A,

Hamm S, Gross H, Mayer J, Beger HG, Tian

X, Kornmann M, Bachem MG,

Stimulation of stellate cells by injured

acinar cells: a model of acute pancreatitis

induced by alcohol and fat (VLDL).

Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol.

297: G 1163-71 2009

Li L, Bachem MG, Zhou S, Sun Z, Chen J,

Siech M, Bimmler D, Graf R

Pancreatitis-associated protein inhibits

human pancreatic stellate cell MMP-1

an 2, TIMP- 1 and -2 secretion and RECK

expression

Pancreatology; 9: 99-110 2009

Vorträge, Sitzungsleitungen

1. Siech M., Laparoskopische/konventionelle

Pankreaslinksresektion, 126. Kongress

der Deutschen Gesellschaft für Allgemein-

und Visczeralchirurgie, 11. Jahreskongress

der Deutschen Gesellschaft für Allgemein-

und Viszeralchirurgie Gesellschaft für Chirurgie,

ICM München 28.04. – 01.05.2009

2. Siech M., Kleine und große Darmoperationen

durch das Schlüsselloch, Reizdarm

– Entzündung – Darmkrebs – moderne Erkennungs-

und Behandlungsmöglichkeiten,

adc Aalen Darmzentrum Veranstaltung für

Patienten, Forum Gutenberg Kasino,

Aalen 16.07.2009

3. Siech M., V-TEM. Videoassistierte

transanale endoskopische Mikrochirurgie

des Rektums - Erfahrungen mit 70 Patienten,

Symposium: Neue Wege in der

Chirurgie, Asklepios Klinik Lindau,

Lindau 12.09.2009

4. Siech M., Neue Trends in der Krebsmedizin,

Gesundheitsprobleme in einer modernen

Gesellschaft, Gesundheitstag Ostalb-

Klinikum Aalener Gesundheitswoche 2009,

Aalen 24.09.09

5. Siech M., Medizin im Wandel der Zeit,

25 Jahre Ostalbkreis, Landratsamt Aalen,

Aalen 24.09.09

6. Siech M., Laparoskopische Eingriffe am

Pankreas, 64. Jahrestagung der Deutschen

Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten

mit Sektion für gastroenterologische

Endoskopie,

Hamburg 01.10.09

7. Siech M. und G. Kleber (Leitung)

1. Aalener Darmkrebs-Symposium,

Bildungszentrum Ostalb-Klinikum, 10.10.09

8. Huschitt S., Transanale endoskopische

Mikrochirurgie: Stellenwert beim Rektumkarzinom

1. Aalener Darmkrebs-Symposium am

10.10.2009

9. Siech M., Schlüsselloch-Chirurgie bei

Schilddrüse, Brustkorb, Galle, Darm und

Blinddarm. Fortbildung AOK,

Forum Gutenberg-Kasino, Aalen 13.10.2009

10. Siech M., Bauchspeicheldrüsenkrebs –

Erkennen, begreifen, behandeln – Zystische

Pankreastumoren, Onkologisches Forum,

Patientenkongress Nürnberg, Initiative des

Patientenbeirats der Deutschen Krebshilfe

e.V., Nürnberg 17.10.2009

11. Schulz, K. : Schwerpunkt-Thema:

Stoma: Indikationen und operative Technik,

Qualitätszirkel des AalenDarmCentrum adc,

Aalen 21.10.2009

12. Siech M., Schwerpunkt-Thema: Stoma

„Probleme, die mit einem Stoma auftreten

können“, Qualitätszirkel des AalenDarm-

Centrum adc, Aalen 21.10.2009

13. Schulz K,: Solide Tumoren am Runden

Tisch - Kolorektales Karzinom: Integration

innovativer Behandlungssätze in bestehende

Therapiesequenzen

21.10.2009 Schwäbisch Gmünd

14. Siech M. und G. Kleber (Leitung)

„Laparoskopische Pankreaschirurgie“,

1. Aalener Symposium AalenPankreasCentrum,

Bildungszentrum Ostalb-Klinikum,

Aalen 28.10.09

15. Siech M., „Chirurgische Interventionen

bei schwerer komplexer Adipositas“

19. Psychosomatischer Tag am 14.11.09,

Bezirksärztekammer Nordwürttemberg,

Stuttgart 14.11.2009

16. Siech M., Akute Pankreatitis, 30. Jahrestagung

des Deutschen Pankreasclubs,

Heidelberg 19.11.-21.11.09

17. Huschitt St., Vortrag:Laparoskopische

Pankreasresektion, Vorstellung einer

Registratur 30. Jahrestagung des Deutschen

Pankreasclubs, Heidelberg,

vom 19.11. -21.11.2009

18. Siech M., Potential der TEM bei Frühkarzinomen.

33. Treffen der FOGT-Studiengruppe,

6. BIC Kongress,

Wiesbaden 26.11.09

31


Chirurgische Klinik I

Sektion Phlebologie, Proktologie,

Behandlungszentrum chronische Wunden (PPW)

Die Abteilung

Das medizinische Leistungsspektrum

der Sektion PPW umfasst im Bereich der

Phlebologie die Diagnostik und Therapie

aller Venenerkrankungen konservativ und

operativ sowie ambulant und stationär.

Weiterhin erfolgt die Diagnostik und Therapie

von Erkrankungen des Lymphsystems

wie auch beim speziellen Krankheitsbild

eines Lipödems (einer Fettverteilungsstörung).

Im Fachgebiet der Proktologie werden die

Diagnostik und Therapie aller Enddarmerkrankungen

mit Ausnahme bösartiger Neubildungen

ambulant und stationär und zwar

konservativ und operativ durchgeführt.

Für den Bereich chronischer Wunden wie

insbesonders bei Ulcus cruris (offenem

Bein), Diabetischem Fuß (Fußveränderungen

bei Diabetes mellitus), Dekubitus

(Druck- bzw. Liegegeschwür) erfolgt ein

standardisiertes Wundmanagement einschl.

neuester Wundbehandlungen wie Madentherapie

(„Biochirurgie“), der Einsatz der

Vakuumversieglung und damit verbunden

der frühzeitigen plastischen Defektdeckung.

Chirurgische Maßnahmen zur Behandlung

chronischer Wunden werden ebenso durchgeführt

wie gliedmaßenerhaltende Operationen

beim Diabetischen Fußsyndrom.

Besondere Versorgungsschwerpunkte

der Sektion PPW sind die Diagnostik und

Behandlung von Thrombosen der unteren

und oberen Extremität ebenso wie spezielle

Operationsverfahren bei Krampfadern

z. B. die ESPD (= endoskopische selektive

Perforansdissektion).

Ein wichtiger Schwerpunkt sind die

Ursachendiagnostik und Behandlung von

chronischen Wunden im Rahmen des

Wundzentrums Ostalb (WZO).

Weitere besondere Leistungsangebote

sind eine umfassende überregionale

Wundsprechstunde im Rahmen des Wundzentrums

Ostalb sowie eine umfassende

proktologische Sprechstunde und eine

Venensprechstunde mit ebenfalls überregionalem

Einzugsgebiet. Im Rahmen des

Wundzentrums wird eine spezielle Sprechstunde

für das Diabetische Fußsyndrom

durchgeführt.

32

Zur Diagnostik der arteriellen Verschlusskrankheit

und zum Festlegen des weiteren

Vorgehens bei Gefäßerkrankungen der

Arterien wird die Farbdoppler-Duplex-

Ultraschallmethode angewandt.

Die Gesamtanzahl ambulant behandelter

Patienten stieg im Jahr 2009 nochmals um

5% an, besonders hoch war die Zunahme

von Patienten mit Venenerkrankungen und

phlebologischen Erkrankungen gegenüber

dem Vorjahr.

Chefarzt Dr. Peter Wirsing

Innovationen im Berichtsjahr

Wundzentrum Ostalb (WZO)

Die bestehende „Wundsprechstunde“ ist im

Rahmen des Wundzentrums Ostalb (WZO)

mit einem internen, lokalen und externen

Netzwerks verflochten. Die Pflegeüberleitung

(Überleitungsmanagement) von

Patienten mit chronischen Wunden aus der

stationären in die ambulante Behandlung

ist standardisiert. Das Schulungszentrum

zur Behandlung chronischer Wunden

wurde sehr stark in Anspruch genommen,

insbesonders von Praktikanten aus dem

ärztlichen wie aus dem Pflegebereich, die

ihre praktische Ausbildung zum „Wundmanager“

im Wundzentrum Ostalb ableisten

konnten.

Als neue Methode zur Behandlung chronischer

Wunden wurde das Wound EL-Therapie-System

eingeführt. Es besteht aus

zwei Elektroden und einem Therapiegerät,

welches Gleichstromimpulse in die Wunde

appliziert.

Die wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteile

der Wound EL-Therapie sind:

Erhöhung der transkutanen Sauerstoff-

spannung im Gewebe, Erhöhung der

Kapillardichte im Gewebe, Reduzierung der

Ödeme, bakterizide Wirkung, Förderung der

Makrophagen-, Leukozyten- und Fibroblastenmigration,

Erhöhung der Kollagenasenbildung,

Verbesserung der Epithelisierung,

Senkung des Wundschmerzes, Alkalisierung

oder Azidierung des Gewebes je nach eingestellter

Polarität.

Dadurch kann in vielen Fällen eine bis zu

2,73-fach schnellere Wundheilung gegenüber

herkömmlichen Behandlungsverfahren

erzielt werden.

Im Jahr 2009 wurde auch die Behandlung

von Patienten mit Hämorrhoiden durch die

vermehrte Anwendung der Stapler Hämorrhoidopexie

verbessert worüber Herr Dr.

Wirsing auch Ende des Jahres ein Zertifikat

erhielt. Diese innovative Operations-Technik

beseitigt in einem einzigen Arbeitsgang

den Vorfall, verringert die Blutzufuhr zu

den Hämorrhoiden und fixiert das Hämorrhoidalpolster

dort, wo es hingehört. Dabei

wird teilweise auch Hämorrhoidengewebe

entfernt.

Diese Methode weist gegenüber konventionellen

Operationsverfahren entscheidende

Vorteile auf und zwar: weniger Schmerzen,

vermindertes Komplikationsrisiko, keine

offene Wunde, rasche Heilung, sehr kurzer

Klinikaufenthalt, schnellere Arbeitsfähigkeit.

Auf den Internetseiten des Ostalb-

Klinikums und des Gesundheitsnetzes

Ostalbkreis stellt sich das Wundzentrum

Ostalb am Ostalb-Klinikum Aalen dar und

beschreibt die „Moderne Behandlung chronischer

Wunden“.


Telemedizin in der Behandlung

chronischer Wunden

Im Internetauftritt des Gesundheitsnetzes

Ostalbkreis wird auch das Projekt „Telekonsultation

chronische Wunde“ vorgestellt.

Verschiedenste Entwicklungen, nicht

zuletzt die demografische Entwicklung und

der spätestens ab 2012 anstehende Bevölkerungsrückgang

in Baden-Württemberg

stellen den ländlichen Großraum künftig

vor neue Herausforderungen.

Aus diesem Grunde wurden in einem hochrangig

besetzten Symposium zum Thema

Telemedizin und ärztliche Versorgung

im ländlichen Raum in Anwesenheit von

Sozialministerin Dr. Monika Stolz, (MdL)

und dem Minister für Ernährung und ländlichen

Raum Peter Hauk (MdL) sowie Herrn

Landrat Klaus Pavel am 6. April 2009 unter

anderem dieses Telemedizinprojekt der Öffentlichkeit

vorgestellt und der Startschuss

für eine 3-jährige Projekt-Laufzeit gegeben.

Inhaltlich und medizinisch wird das Projekt

von Chefarzt Dr. Wirsing betreut, der

Ostalbkreis und das Ministerium ländlicher

Raum bewerten die Ergebnisse mit dem

Projektbeteiligten in enger Kooperation und

steuern diese im Sinne eines Controlling.

Ein entsprechender Lenkungsausschuss

wurde eingerichtet. Das Projekt wird am

Behandlungszentrum für chronische Wunden

des Ostalbklinikums Aalen durchgeführt.

Von ambulanten Pflegediensten wird

im Rahmen der Wundversorgung mit einer

hochwertigen integrierten Kamera eines

Mobiltelefons eine Aufnahme der Wunde

nach vorgegebener Spezifikation gemacht.

Zusätzlich werden einige kurze medizinische

Informationen über den Wundbefund

dokumentiert. Die Bildaufnahme

wird zusammen mit den dokumentierten

standardisierten Befundungsangaben über

Mobilfunk an einen Server vermittelt.

Dieser Server löst eine Aufforderung zur

Befunderstellung an den Wundspezialisten

Dr. Wirsing im Wundzentrum aus.

Er befundet das Wundbild und erstellt

einen Behandlungsvorschlag, welcher

automatisch parallel an den Hausarzt und

an den ambulanten Pflegedienst als Ergebnismeldung

versandt wird. Somit sind eine

schnelle Behandlung und eine optimale

Wundheilung möglich.

Im intensiven Kontakt mit dem Datenschutzbeauftragen

des Landes Baden-

Württemberg wurden sämtliche Datenschutzprobleme

diskutiert und geklärt.

Das Auftakt-Symposium mit Teilnehmern

aus ganz Baden-Württemberg machte

deutlich, dass nicht nur im Ostalbkreis,

sondern auch in vielen anderen Landkreisen

Baden-Württembergs große Probleme mit

der ärztlichen Versorgung der Bevölkerung

bestehen.

Das Modell-Projekt „Telemedizin Chronische

Wunde“ wurde am 22.9.2009 auch

im SWR 4 Schwaben Radio vorgestellt

unter der Fragstellung: Wie können Menschen

in ländlichen Gegenden auch künftig

zuverlässig ärztlich versorgt werden – in

einer Zeit, in der die Gesundheit immer

mehr kostet, in der es aber immer weniger

Ärzte gibt?

33


34

Qualitätsmanagement – Projekte

Insbesonders die Kommunikation mit vielen

Sozialstationen, ambulanten Diensten,

niedergelassenen Kollegen (Hausärzte)

und niedergelassenen Fachärzten sowie

Kollegen verschiedener Fachrichtungen

(Diabetologen, Hautärzte, Internisten,

Gefäßchirurgen, Plastische Chirurgen

usw.) in und außerhalb der Region wurde

gepflegt, um die Behandlung von Patienten

mit chronischen Wunden zu verbessern.

Durch weitere Vernetzung und intensive

Rückkopplung (Rückfragen durch niedergelassene

Ärzte, Übermittlung von digitalen

Bildern per e-mail von Pflegeheimen

oder ambulanten Diensten) konnte die

Qualität und auch die Wirtschaftlichkeit

der Behandlung dieser Patienten deutlich

gesteigert werden.

Die Mitarbeiter der Sektion PPW wurden

durch die Teilnahme an vielen Fortbildungsveranstaltungen

weiter geschult und fortgebildet.

Jeder zuweisende Arzt bekommt über

durchgeführte Maßnahmen wie ambulante

Operationen sofort einen Arztbrief, bei Vorstellung

des Patienten in der Sprechstunde

innerhalb 24 Stunden.

Interdisziplinarität

Die Zusammenarbeit der Sektion PPW mit

den internen Partnern im Ostalb-Klinikum

Aalen, wie auch mit den lokalen Partnern

wie niedergelassenen Fachärzten und

Vertragsärzten sowie ambulanten Diensten

wurde intensiviert. Die Zusammenarbeit

mit den externen Partnern im Wundverbund

Südwest e.V. wurde auch durch die

Tätigkeit von Herrn Dr. Wirsing als Vizepräsidenten

der Vereinigung im Rahmen

vieler gemeinsamer Veranstaltungen weiter

verbessert. Es fand ein intensiver regionaler

Erfahrungsaustausch und eine entsprechende

Fortbildung bei insgesamt sechs

zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen

in Karlsruhe, in Tettnang, in Mannheim,

in Offenbach und in Dillingen statt. Die

Hauptveranstaltung erfolgte in Karlsruhe,

hier wurden Themen wie Telemedizin, ökonomische

Aspekte der Wundbehandlung

und die Verbesserung der Überleitung von

Patienten mit chronischen Wunden vorgetragen.

Alle Veranstaltungen wurden von

diversen Workshops zum Thema Vakuumversiegelung,

zu modernen Wundauflagen

und Verbandstechniken begleitet.


Wissenschaftliche Arbeiten / Vorträge

Dr. Wirsing hat wiederum an vielen Fortbildungsveranstaltungen

in Deutschland in

den verschiedenen Fachgebieten in denen

er tätig ist teilgenommen.

Dr. Wirsing hielt Vorträge bzw. Referate zu

den folgenden Themen:

07.03.09: „NPWT – zur erfolgreichen Behandlung

von Ulcera cruris“

Vortrag im Rahmen des internationalen

wissenschaftlichen Forums Wahlmöglichkeiten

bei der Unterdruck-Wundtherapie

(NPWT) in Berlin

18.3.09: „Telemedizin in der chronischen

Wundbehandlung „

Vortrag und Vorsitz im Rahmen des 18.

Roundtable des Wundverbunds Südwest

e.V. „Moderne Wundbehandlung und Überleitung“

in Karlsruhe

06.04.09: „Das Modellprojekt: Telekonsultation

Chronische Wunde“

Vortrag im Rahmen der Tagung Gesundheitsversorgung

im ländlichen Raum am

Ostalb-Klinikum Aalen in Aalen

22.04.09: „Spezielle Aspekte der Wundbehandlung

beim Diabetischen Fußsyndrom“

Vortrag und Vorsitz im Rahmen des 19.

Roundtable des Wundverbundes Südwest

e.V. „Das diabetische Fußsyndrom“ in

Tettnang

23.06.09: „Venenkrankheiten – früh erkennen

und erfolgreich behandeln!“

Vortrag für interessierte Laien in der Sozialstation

Heubach-Rosenstein in Heubach

01.07.09: „Behandlung chronischer Wunden

– Tipps und Tricks für die Praxis“

Vortrag im Rahmen des Workshops „Modernes

Wundmanagement“ in Wemding

23.07.09: „Offenes Bein – was nun? „

Vortrag im Rahmen der 86. Jahrestagung

der Vereinigung der Bayerischen Chirurgen

in Augsburg

04.11.09: „Spezielle zeitgemäße Wundbehandlung

beim Diabetischen Fußsyndrom“

Vortrag und Vorsitz im Rahmen des 22.

Roundtable des Wundverbundes Südwest

e.V. „ Update Diabetischer Fuß 2009“ im

Studienkolleg Dillingen

Über die Arbeit von Dr. Wirsing wurde in

verschiedenen Zeitschriften berichtet:

„Innovativer Ansatz für medizinische

Betreuung“

Startschuss für Telemedizin-Projekte im

Ostalbkreis

Projekt: „Telekonsulation Chronischer Wunde“

in BWGZ 9/2009 („Die Gemeinde“)

Bericht über den 19. Roundtable des Wundverbundes

Südwest e.V. vom 22.4.2009 in

Tettnang

Zeitschrift „Wundmanagement“ 3. Jahrgang

Juli 2009 Heft 4.

„Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches

Problem“

Ipf- und Jagstzeitung / Aalener Nachrichten

10.8.2009 Nr. 189

„Das Handy hilft bei der Heilung von chronischen

Wunden

-Telemedizin Projekte im Ostalbkreis“

„Ipf- und Jagstzeitung / Aalener Nachrichten“

26.8.2009 Nr. 196

„Patienten nutzen Datenautobahn“

Zwei der drei Modellprojekte des Landes

sind im Ostalbkreis inzwischen angelaufen.

„Schwäbische Post“ 28.8.2009

Erstellung der Anleitung zur „ Anwendung

moderner Wundverbände“ im Ostalb-Klinikum

Aalen für Ärzte und Pflege Oktober

2009.

Ins Intranet des Ostalb-Klinikums Aalen

gestellt am 26.10.2009.

„Den Diabetischen Fuß besser versorgen“

Der Wundverbund Südwest informiert

mehr als 120 Teilnehmer beim Roundtable

in der Dillinger Kreisklinik über neue

Behandlungsmöglichkeiten.

„Dillinger Zeitung“ 12.11.2009.

35


Chirurgische Klinik II

Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie

Die Abteilung

Medizinisches Leistungsspektrum

• Diagnostik und Therapie aller Verletzungen

und Erkrankungen am Bewegungsapparat

(an Knochen, Gelenken, Muskeln und

Sehnen sowie Engesyndrome peripherer

Nerven)

• Operative und konservative Knochenbruchheilung

aller Körperregionen einschließlich

Wirbelsäule und Becken

• Frakturen und Verletzungen im Wachstumsalter

• Therapie von Gelenkverletzungen,

Gelenkentzündungen und Gelenkerkran-

kungen

• Hand-, Fuß- und Rheumachirurgie

• Arthroskopische Operationen an

Schulter-, Ellbogen- und Handgelenk

sowie Hüft-, Knie- und oberem Sprunggelenk

• Endoprothetik (Einsetzen von künstlichen

Gelenken) an Hüfte, Knie, Schulter,

Ellbogen und Handgelenk bei Arthrosen

(Gelenkverschleiß), nach Frakturen und

bei Rheuma

• Versorgung von Schwerverletzten und

polytraumatisierten Patienten in Zusam-

menarbeit mit der Klinik für Anästhesie

und Intensivmedizin einschließlich

36

Überwachung von Schädel-Hirnverletzten.

• Diagnostik und Therapie von Folgezuständen

nach Unfallverletzungen,

Heilungsstörungen (Non union oder

Infektionen) oder Fehlverheilungen

• Bei Verletzungen von Organen und

Körperhöhlen wird die Diagnostik von

der Unfallchirurgie verantwortlich

vorangetrieben. Zur Therapie werden

ggf. Spezialisten der Fachkliniken im

Hause (Abdominal-, Thorax- und Gefäßchirurgie,

Neurologie, Neurochirurgie,

HNO, Gynäkologie, Urologie, MKG, Kardiologie)

notfallmäßig hinzugezogen

Besondere Versorgungsschwerpunkte

• Wechseloperationen von Kunstgelenken

bei Auslockerung, Verschleiß und Infektionen

(erweiterte Endoprothetik)

• Korrekturoperationen von angeborenen

und erworbenen Fehlstellungen am

ganzen Arm und Bein

• Therapeutische Gelenkversteifung zum

schmerzfreien Funktionserhalt an Hand,

Ellbogen, Knie, Sprunggelenk und Fuß

• Operative plastische Sanierung von

Druckgeschwüren (Dekubitalulcera)

• Weitere gestielte Haut-, Muskel-/Haut,

Fascien/Hautplastiken zur Defektdeckung

nach offenen Frakturen mit Weichteilschaden

Weitere Leistungsangebote

Sportberatung, Rheumatischer Gelenksstatus

und mittelfristiger Behandlungsplan

Allgemeiner Jahresrückblick

Das Klinikjahr 2009 war stark geprägt

durch den geplanten Chefarztwechsel

aufgrund des altersbedingten Dienstendes

von Prof. Dr. Friedrich Hahn.

Die Wahl des potenziellen Nachfolgers fand

bereits im Februar 2009 statt. Sein Dienstbeginn

war vorgesehen am 01. September.

In der Zwischenzeit konnten trotz aktueller

Notwendigkeit keine Zukunftsentscheidungen

(Investitionen, Personalstruktur)

getroffen werden, weil die Stimme eines

ausscheidenden Chefarztes schon minderes

Gewicht hatte, der künftige Chefarzt aber

noch kein Stimmrecht besaß.

Als dann kurz vor dem geplanten Termin

der Chefarztwechsel in das nächste Jahr

verschoben wurde, zeigte ein gewisses

Aufatmen bei allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern der Chirurgischen Klinik und

bei vielen Patienten die abgelaufene Stressbewältigung

an. Dass dennoch störungsfrei

das ganze Jahr ablaufen konnte mit

Erreichen aller Leistungsziele im Jahre 2009

ist nur der hohen Motivation und beispielhaften

Kollegialität der Chirurgie II-

Klinikmannschaft zu verdanken.

So konnte die Etablierung der Schulterchirurgie

und Schulterarthroskopie weiter

fortentwickelt und ausgebaut werden

unter der Federführung von Oberarzt Dr.

Peters, insbesondere die minimalinvasiven

Techniken. Auf der Basis langjähriger

Kompetenz für offene Stabilisierungsoperationen

nach Schulterluxationen, gerade

bei Spitzensportlern können jetzt diese Eingriffe

technisch und manuell anspruchsvoll

auch arthroskopisch durchgeführt werden.

Dabei ist die schmerzarme (fast schmerzfreie)

postoperative Behandlung in der

Zusammenarbeit mit der Anästhesiologie

von Prof. Dr. Thiel von den Patienten sehr

geschätzt und mit rascherer Beweglichkeit

nach der Operation gesegnet.


RM-Arthroskopie

Dieser postoperative Komfort der Schmerzkatheter-Technik

kommt auch den Knie-

TEP-Patienten zugute. Zunehmendes Interesse

besteht für das Oxfort-Kunstgelenk

in der Knie-Sprechstunde des leitenden

Oberarztes Dr. Balk. Dabei wird nur die

mediale, verschlissene Hälfte des Kniegelenks

ersetzt .

Der minimalinvasive Trend zu immer kleineren

Operationswunden/Narben gilt auch in

der Unfallchirurgie.

Bei der Verplattung und Verschraubung

komplexer Schienbeinkopffrakturen wird

durch eine arthroskopische Assistenz ein

Präzisionsgewinn am Kniegelenk erzielt.

In der Hüftchirurgie ist der Einbau von

Kunstgelenken sowohl zementiert als auch

zementfrei ein häufiger Eingriff. Aufgrund

hüftnaher Frakturen als auch wegen fortgeschrittenem

Gelenkverschleiß.

Wünschenswert und logisch gewinnt die

Frühanalyse und die Behebung beginnender

Verschleißerscheinungen am Hüftgelenk in

der Hüft-Sprechstunde von Oberarzt

Dr. Marzi rasch zunehmendes Interesse.

Es ist dank der Fortschritte der Arthroskopie

auch am Hüftgelenk möglich, schmerzhaftes

und störendes Gelenkgewebe

(Labrum, Limbus) arthroskopisch zu glätten

oder zu entfernen, bevor ein Knorpelverschleiß

eintritt.

Reoperationen an Hüftgelenks-Implantaten

nehmen zu durch Materialverschleiß, Auslockerung,

periprothetische Frakturen und

Spätinfekten (bei nachlassenden Abwehrkräften

im höheren Alter).

Mit Langschaftimplantaten für diesen

Zweck hat sich die eigene Klinik seit vielen

Jahren erfolgreich engagiert. Jüngst wurde

ein zur Ausheilung eines Hüftpfanneninfektes

von Assistenzarzt Schulte Ebbelich

ein Operationsinstrument entworfen und

aus Edelstahl gefertigt. Damit kann in

situ ein präziser temporärer Spacer aus

Antibiotika- Zement geformt werden mit

korrektem Längen- und Funktionserhalt.

Trotz aller dienstlichen Auslastung der Ärztinnen

und Ärzte der Chirurgischen Klinik II

darf die aufstrebende Qualifizierung nicht

zu kurz kommen. So sind Frau Dr. Kunschke

und Herr Dr. Freytag nach Erfüllung aller

Voraussetzungen und bestandener Prüfung

zu Notärzten ernannt worden und leisten

seither regelmäßig Notarzt-Einsätze im

Raum Aalen und Ostalbkreis.

Dr. Boris Ivanovas, der seit seiner Facharztprüfung

2008 in Leistungsträger-Funktion

der Klinik weiter aufsteigt, wurde von

der Fußball-Abteilung des VFR Aalen zum

Mannschaftsarzt berufen. Seither geht es

Richtung Bundesliga. Nicht zuletzt konnte

Dr. Ivanovas trainingsbedingte Ermüdungsfrakturen

am Fuß elegant und rasch mit

einer einzigen Schraube beheben. Anfragen

von Liga-Gegnern aus ganz Deutschland

bezüglich dieser „Wunderheilung“ sind bei

Dr. Ivanovas schon eingetroffen.

Varusgonarthrose Rö. postoperativ Hemischlittenprothese im Modell

37


Chefarzt Prof. Dr. Friedrich Hahn

Oberarzt Dr. Eike Marzi

38

Oberarzt Dr. Rolf Balk

Oberarzt Dr. Malte Peters

Rang DRG Top 20 DRG’s Chirurgische Klinik II Fallzahl

1 B80Z Andere Kopfverletzungen 170

2 I47B Revision oder Ersatz des Hüftgelenkes ohne komplizierende Diagnose,

ohne Arthrodese, ohne äußerst schwere CC, Alter > 15 Jahre,

ohne komplizierenden Eingriff 112

3 I44B Implantation einer bikondylären Endoprothese oder andere

Endoprothesenimplantation / -revision am Kniegelenk,

ohne äußerst schwere CC 93

4 I13B Komplexe Eingriffe an Humerus, Tibia, Fibula und Sprunggelenk, ohne

Mehrfacheingriff, ohne beidseitigen Eingriff, ohne komplexe Prozedur,

ohne komplexe Diagnose 59

5 I05Z Anderer großer Gelenkersatz oder Revision oder Ersatz des Hüftgelenkes

ohne komplizierende Diagnose, ohne Arthrodese, ohne komplexen Eingriff,

mit äußerst schweren CC 52

6 I66D Andere Erkrankungen des Bindegewebes, mehr als ein Belegungstag,

ohne hochkomplexe Diagnose, ohne mehrere komplexe Diagnosen,

ohne komplexe Diagnose oder ohne Dialyse, ohne äußerst schwere CC

oder Frakturen an Becken und Schenkelhals 49

7 I21Z Lokale Exzision und Entfernung von Osteosynthesematerial an Hüftgelenk

und Femur oder komplexe Eingriffe an Ellenbogengelenk und Unterarm 46

8 I08F Andere Eingriffe an Hüftgelenk und Femur, ohne Mehrfacheingriff,

ohne komplexe Prozedur, ohne komplexe Diagnose, ohne äußerst schwere

CC, ohne Osteotomie, ohne Muskel- / Gelenkplastik 45

9 I08E Andere Eingriffe an Hüftgelenk und Femur mit Mehrfacheingriff,

komplexer Prozedur oder Diagnose oder äußerst schweren CC oder mit

Osteotomie oder Muskel- / Gelenkplastik 42

10 I29Z Komplexe Eingriffe am Schultergelenk 38

11 X60Z Verletzungen und allergische Reaktionen 37

12 I13A Komplexe Eingriffe an Humerus, Tibia, Fibula und Sprunggelenk,

mit Mehrfacheingriff, beidseitigem Eingriff, komplexer Prozedur

oder komplexer Diagnose 34

13 E66Z Schweres Thoraxtrauma 30

14 I30Z Komplexe Eingriffe am Kniegelenk 30

15 J65B Verletzung der Haut, Unterhaut und Mamma, Alter < 71 Jahre,

ohne schwere CC 25

16 I16Z Andere Eingriffe am Schultergelenk 24

17 I44C Verschiedene Endoprotheseneingriffe am Kniegelenk 23

18 I68B Nicht operativ behandelte Erkrankungen und Verletzungen im

Wirbelsäulenbereich, mehr als ein Belegungstag, Alter > 55 Jahre oder

äußerst schwere oder schwere CC, mit komplexer Diagnose, ohne Diszitis,

ohne infektiöse Spondylopathie 23

19 I69B Knochenkrankheiten und spezifische Arthropathien ohne

komplexe Diagnose 23

20 I57C Mäßig komplexe Eingriffe an Humerus, Tibia, Fibula und Sprunggelenk

ohne Mehrfacheingriff, ohne komplizierenden Eingriff 22


Das Sozialengagement der II Chirurgischen

Klinik ist auch an der Kinderzahl (18!) aller

ärztlichen Mitarbeiter zu erkennen. Zum

zweiten Mal wurde die Elternzeit von Frau

Ministerin van der Leyen in Anspruch genommen.

Zweifellos eine wichtige familienfreundliche

Errungenschaft.

Im Hinblick auf den erwarteten Abschied

von Professor Dr. Hahn feierten die Chirurgischen

Kliniken I und II am 23. Juli 2009

ein besonders schönes chirurgisches

Sommerfest im Cafe Samocca mit vielen

schönen und witzigen Beiträgen (Musik

und Entertainment).

Im Nachgang fand eine tolle Fahrradtour

am 18. September 2009 statt (32 km, viele

Steigungen rund um Aalen) mit TeilnehmerInnen

aus der Station 18, der Zentralen

Notaufnahme, der Physiotherapie und dem

Chirurgie II-Sekretariat statt mit deutlichem

Wiederholungs-Wunsch.

Das Highlight des Jahres 2009 für die

Chirurgische Klinik II des Ostalb-Klinikums

war die Gastgeberehre für die Jahrestagung

der Deutschen Sektion der Internationalen

Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen

am 08./09. Mai (Homepage:

ao-deutschland.de: aofoundation.org).

Diese wissenschaftliche Vereinigung

befasst sich weltweit, federführend mit

der Fortentwicklung von Behandlungsmethoden

von Knochenbrüchen, Entwicklung

von Instrumenten und Implantaten sowie

AO-Kursen für Ärzte und OP-Personal.

AO-Deutschland gehören über dreihundert

renommierte Unfallchirurgen und Orthopäden

in leitender Stellung an.

Herr Landrat Pavel und Krankenhausdirektor

Axel Janischowski konnten bei der Jahrestagung

120 Gäste aus ganz Deutschland

in Aalen begrüßen. Die wissenschaftlichen

Sitzungen waren in unserem Bildungszentrum

exzellent platziert. Herr Dr. Kaschke

(Vorstand Zeiss AG) konnte mit seinem

hochkarätigen Festvortrag unserer Veranstaltung

besonderen Glanz verleihen. Das

Rahmenprogramm und der Festabend auf

der Kapfenburg fand ein begeistertes Echo

und reichlich anerkennende Dankespost.

Ärztliche Struktur

Chefarzt Prof. Dr. F. Hahn,

Privatsprechstunde, Hand-, Schulter-,

Rheumasprechstunde

Leitender Oberarzt Dr. R. Balk,

Sprechstunde Knie, Sporttraumatologie

Oberarzt Dr. E. Marzi,

Sprechstunde Hüfte, Becken, low back pain

Oberarzt Dr. M. Peters,

Sprechstunde Kindertraumatologie, Fuß,

Skelett- und periphere Weichteiltumore,

Skelettmetastasen

Sowie 6 Assistenzärzte

Fallzahlentwicklung

Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung Case-Mix-Index

Qualitätsmanagementprojekte

• TMO (Trauma-Management-Ostalb

Klinikum) – Klinikinterne Leitlinien als

verbindlichen Standard der Klinik

• Externe Qualitätskontrolle BQS

• Interne Komplikationserfassung und

Auswertung (n. KLEINFELD VLU)

• GeQik Qualitätssicherung bei der Baden-

Württembergischen Krankenhausgesell-

schaft

• Traumanetzwerk der Deutschen Gesellschaft

für Unfallchirurgie

39


Neurochirurgie

Die Abteilung

Medizinisches Leistungsspektrum

• Neurochirurgische Versorgung in

Kooperation mit der Abteilung für

Neurochirurgie des Bundeswehrkran-

kenhauses Ulm. Ärztliche Leitung durch

den Abteilungsleiter des Bundeswehr-

krankenhauses Ulm.

Die neurochirurgische Diagnostik und

Therapie wird durch ein Mitglied des

Oberarztteams aus Ulm durchgeführt.

• Es werden neurochirurgische Operationen

ambulant und stationär durchgeführt,

sowie Notfälle wie z.B. polytraumatisierte

Patienten oder Gehirnblutungen

mitversorgt.

• In Verbindung mit der neonatologischen

Intensivstation werden Frühgeborene

versorgt und Eingriffe bei Meningo-

Myelocelen, bei Hydrozephalus sowie an

der kindlichen Kalotte durchgeführt.

Besondere Versorgungsschwerpunkte

• Bandscheibenchirurgie

• Chirurgie der peripheren Nerven

• Pädiatrische Neurochirurgie

Weitere Leistungsangebote

• In Kooperation mit der Klinik für Radiologie

werden periradikuläre Injektionen

durchgeführt.

40

Oberstarzt Priv. Doz. Dr. Ulrich Kunz

Ärztliche Struktur

Es wird jeweils am Montag den ganzen

Tag eine feste Ambulanz durchgeführt, am

Mittwoch ist jeweils Operationstag. Bei

dringlichen Operationen oder dringlichen

Vorstellungen werden an den anderen

Tagen ebenfalls eine Notfallambulanz und

dringliche Operationen durchgeführt.

Innovationen im Berichtsjahr

Es wurden zunehmend Kinder mit Meningomyelocelen

und Hydrozephalus sowie

Veränderungen der kindlichen Kalotte

operativ versorgt.

Interdisziplinarität

Die Zusammenarbeit findet insbesondere

mit folgenden Abteilungen statt:

- Neurologie und Schlaganfallspezialeinheit

- Innere Medizin und internistische

Intensivstation

- Anästhesiologie mit Operativer Intensiv-

medizin

- Unfallchirurgie

- Pädiatrie mit neonatologischer Intensivstation


Frauenklinik

Die Abteilung

Die Frauenklinik verfügt über 54 Planbetten,

24 Betten in der Geburtshilfe, 30

Betten in der Gynäkologie und Senologie.

Darüber hinaus beinhaltet die räumliche

Ausstattung 3 Kreißsäale mit 3 Entbindungs-

Räumen und weitere Überwachungs-Räume.

Die Elternschule konnte in renovierten

Räumlichkeiten ein breites Kursangebot

anbieten.

In der frisch renovierten gynäkologischen

Ambulanz befinden sich 2 Untersuchungs-

Räume, ein Eingriffsraum für stereotaktische

Brustbiopsien und die Sekretariate I

und II.

Ein eigenes Studien- und Qualitätssicherungs-Sekretariat

befindet sich im ersten

Stock der Frauenklinik.

Eine interdisziplinäre Onkologische Tagesklinik

wird durch die gynäkologische Onkologie

gemeinsam mit der internistischen

Onkologie betrieben.

Der Beginn des Neubaus der Frauenklinik ist

für 2010 geplant.

Medizinisches Leistungsspektrum

In der Frauenklinik wird das gesamte

Spektrum des Fachgebietes behandelt und

ausgebildet, Versorgungs-Schwerpunkte

hierbei sind:

• Perinatalzentrum Level II:

Individuelle Geburtshilfe und Perinatalmedizin

in enger interdisziplinärer

Kooperation mit der Kinderklinik (Mut-

ter-Kind-Zentrum)und der Elternschule

• zertifiziertes interdisziplinäres Brustzentrum

mit Diagnostik und Therapie

von gut- bzw. bösartigen Brusterkrankungen

• Schwerpunkt für gynäkologische Onkologie

mit Diagnostik und Therapie von

bösartigen Erkrankungen des weiblichen

Genitales

• Diagnostik und Therapie von Senkungsund

Inkontinenzproblematik

• Einsatz von „Minimal Invasiven Behandlungs-

bzw. Operations-Techniken“

• Allgemeine Gynäkologie

42

999. und 1000. Baby:

Die Zwillinge werden feierlich begrüßt

Besondere Versorgungsschwerpunkte

I. Leistungs- Angebot in der Geburts-

hilfe und Perinatalmedizin

(Perinatalzentrum Level II)

Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit

der Frauen- und Kinderklinik im „Mutter-

Kind-Zentrum“ ermöglicht folgendes

Leistungs-Spektrum:

• Enge Kooperation mit den niedergelassenen

FachärztenInnen

• Individuelle Geburtshilfe

• Enge Kooperation mit der Kinderklinik

(u.a. U1 + 2 durch Pädiater, Hörscreening)

• Differenziertes und qualitätsgesichertes

Versorgungs-Konzept bei Frühgeburt-

lichkeit in Kooperation mit der Kinderkli-

nik Aalen (Perinatalzentrum Level II)

• Erfolgreiche Kooperation mit dem

Perinatalzentrum der Universität Ulm

bei frühen Frühgeborenen (< 29. SSW.)

• Pränataldiagnostik auf DEGUM II-Niveau

inkl. 3-D-Ultraschall, Amniocentesen,

Chorionzottenbiopsie und Nabelschnur-

Punktionen

• Betreuung von Hochrisiko-Schwangerschaften

inkl. Doppler-Ultraschall

• Diagnostik und Therapie von Schwangerschaftsdiabetes

und weiteren Stoff-

wechselerkrankungen

• Äußere Wendung bei Beckenendlagen

• Spontangeburt bei Beckenendlage

• Wassergeburt

• Geburtseinleitung bei Risiko-Schwangerschaft

• Akupunktur und Homöopathie

• Stillförderung und Schulung durch eine

Lactationsberaterin (Teilnahme an der

WHO-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“)

• Initiative zur Risiko-Verringerung des

„Plötzlichen Kindstodes“ (Aufklärung

und Schenkung eines sicheren Babyschlafsackes,

sichere Babybetten am

Krankenbett der Mutter)

• Elternschule mit reichhaltigem Schulungs-

und Beratungs-Angebot

Elternschule

Das Kursangebot der

Elternschule Frauenklinik

Aalen e.V. umfasst Kurse

rund um die Geburt:

Vor der Geburt:

• Geburtsvorbereitung

• Geburtsvorbereitung für Paare

• Schwangerschaftsgymnastik

(Auffrischung für Mehrgebärende)

• Bewusst Eltern werden

(Säuglingspflegekurs)

• Aquafitness für Schwangere

• Schwangerenyoga


Kurse nach der Geburt:

• Rückbildungsgymnastik

• Rückbildungsgymnastik mit Baby

• Rückbildungsyoga

• Babymassage

• Babymassage Wochenendkurs

• PEKiP Prager Eltern-Kind-Programm

• Aquafitness nach der Geburt

• Folgefitness

• Aquavital für Frauen

• Wasserspaß für Säuglinge und Kleinkinder

• Wasserspaß für Säuglinge und Kleinkinder

– Väterkurs

• Plitsch-Platsch-Wasserspaßkurs

II. Zertifiziertes interdisziplinäres

Brustzentrum

Im interdisziplinären Brustzentrum wird das

gesamte Spektrum einer leitliniengerechten

senologischen Diagnostik und Therapie

angeboten. Dieses Organzentrum ist 2009

erneut durch die Deutsche Krebsgesellschaft

bzw. Deutschen Gesellschaft für

Senologie und nach ISO 9001 rezertifiziert

worden. Die Klinik ist Partner des Mammographie-Screenings

und Referenzzentrum

für Interventionelle Mamma-Diagnostik.

Eine Versorgung auf höchstem Niveau wird

garantiert durch:

• Enge Kooperation mit den niedergelassenen

KollegenInnen und Selbsthilfe-

gruppen

• Strukturierte Kooperation mit den klinikinternen

Partnern (Radiologie,

Nuklearmedizin, Pathologie, internistische

Onkologie, Psychoonkologie,

Physiotherapie, Sozialdienst, Seelsorge)

und den externen Partnern (Radiologische

Praxis, Strahlentherapie Ostalb,

Risikoberatung UFK – Ulm)

• Angebot von senologischen Spezialsprechstunden

(Diagnostik, Therapie

und Op-Planung)

• Moderne Mamma-Diagnostik mit

Mammographie, Hochauflösender- und

3D-Mamma-Ultraschall, Mamma-MRT

• Aufbau eines Kompetenzzentrums für

„Interventionelle Mamma-Diagnostik“

mit konsequenter präoperativer, minimal

invasiver Abklärung (Stanz- und

Vakuum-Biopsie als stereotaktische oder

sonograpisch gesteuerte Punktionsverfahren)

• Entfernung von gutartigen Mamma-

Tumoren durch Punktion ohne Operation

(Vakuum-Biopsie)

• Angebot des gesamten Spektrums der

operativen senologischen Chirurgie inkl.

autologer und heterologer Rekonstruktionsverfahren

nach Brustentfernung,

Brustwarzenrekonstruktion inkl. Mamil-

lentätowierung, kosmetische Operationsverfahren

inkl. Brustvergrößerung,

-Verkleinerung, -Formveränderung,

Sentinel-Lymphknoten-Technik

• Angebot aller modernen Systemtherapien

mit Antihormon-, Chemo- und Immuntherapien

mit konsequentem Zugang zu

wissenschaftlichen Therapie-Studien.

Chemotherapie in einer eigenen interdisziplinären

Onkologischen Tagesklinik.

• Prä- und Postoperative interdisziplinäre

Tumorkonferenz für alle Mamma-

Patientinnen

• Psychoonkologische Versorgung von

Brustkrebspatientinnen stationär und

auch im ambulanten bzw. nachstatio-

nären Bereich durch ein von der Komen-

stiftung e. V. gefördertes Projekt

• Qualitätssicherung im eigenen Qualitätssicherungs-

und Studiensekretariat

III. Gynäkologische Onkologie

Angeboten wird das komplette Spektrum

der gynäkologischen Onkologie einschließlich

der differenzierten Diagnostik, stadiengerechter

Tumorchirurgie inkl. radikaler

Debulking-Operationen und leitliniengerechten

Systemtherapien bei Vulva- und

Vaginalkarzinom, Zervixkazinom, Uteruskarzinom,

Tuben-Ovar und Peritonealkarzinom

und selteneren Tumorentitäten wie

Trophoblasttumore etc. Weitere Therapie-

Angebote sind Haut-Muskel-Schwenklappen

bei z.B. Vulva-Karzinomen (z. B. M.

Gluteus Maximus- oder M. Grazilis-Lappen

uvm.)

Die Frauenklinik kann hier 3 Fachärzte mit

der Zusatzbezeichnung „Gynäkologische

Onkologie“ anbieten, arbeitet konsequent

interdisziplinär und ist Teil des Onkologischen

Schwerpunktes Ostwürttemberg.

Die Klinik ist Referenzzentrum der Fa. Aeskulap

für Operations-Technikentwicklung

und Teilnehmer verschiedener onkologischer

Therapie-Studien.

Für eine State of the Art-Behandlung

stehen zur Verfügung:

• Gynäko-Onkologische Spezialsprechstunden

• Differenzierte interdisziplinäre Diagnostik

• Ausgewiesenes operatives Know-How

insbesondere in der radikalen Tumorchirurgie

• Moderne technische Ausstattung und

adäquate Intensiv-Kapazität

• Moderne Systemtherapie inkl. Chemo-,

Endokrin- und Immuntherapie sowie

Zugang zu aktuellen Therapie-Studien

• Moderne Strahlentherapie in Kooperation

mit der Strahlentherapie-Praxis am

Ostalb-Klinikum.

• Interdisziplinäre Tumorboards

IV. Senkungs- und Inkontinenztherapie

im Beckenbodenzentrum

Einen sich weiter entwickelnden Schwerpunkt

stellt die differenzierte Diagnostik

von Inkontinenzbeschwerden dar und die

Behandlung von Senkungsproblemen.

Konzept des Zentrums ist der konsequente

Einsatz von konservativen Methoden, bevor

eine Operation indiziert wird.

• Enge Kooperation mit niedergelassenen

FachärztenInnen

• Urogynäkologische Spezialsprechstunden

• Spezialsprechstunde für Biofeedback

und Elektrostimmulation bei Harninkon-

tinenz

• Differenzierte Inkontinenz- und

Beckenboden-Chirurgie inkl. heterologen

Unterstützungs-Techniken

(z.B. TVT-O, Prolift )

V. Minimal invasive Behandlungs-

Methoden

Immer da, wo es für die Patientinnen von

Vorteil war, wurden „Minimal Invasive

Operations-Techniken“ eingesetzt:

• schonende Diagnostik durch Hysteroskopie,

Laparoskopie, Sentinel- Lymphknoten-Technik,

Minimal Invasive Mamma-

Interventionen

• organerhaltende Uterusoperationen

(z.B. Myomresektion)

• organerhaltende Adnexoperationen

(Ovarialcysten / benigne Tumoren)

43


• schonende Gebärmutterentfernung

(z.B. laparoskopisch total oder suprazervikal)

• differenzierte interdisziplinäre Endometriosechirurgie

• Minimal invasive Inkontinenz-Verfahren

(z.B. TVT-O u.a.)

• Laparoskopische Senkungs-Operationen

Weitere Leistungsangebote

Im Jahr 2009 wurde die Ausbildung der

ärztlichen Mitarbeiter weiter strukturiert.

Ergebnis ist u.a. eine strukturierte Einarbeitungs-Mappe,

welche die wesentlichen

Informationen für neu eingestellte ÄrzteInnen

beinhaltet.

Zwei Fachsymposien wurden durch die

Frauenklinik mit Kooperationspartnern

veranstaltet. Zum einen das 1. Aalener

Gynäko-Onkologische Symposium und das

2. Perinatologische Symposium in Kooperation

mit der Kinderklinik.

Allgemeiner Jahresrückblick

Nach einer intensiven Umstrukturierungs-

Phase wurden im Jahr 2009 das aktuelle

Leistungs-Angebot gefestigt und weitere

Angebote intensiviert. In der Geburtshilfe

wurde die konsequente Stillförderung von

der WHO und Unicef mit der Zertifizierung

als „Babyfreundliches Krankenhaus“

belohnt. Ausgebaut wurden die Aktivitäten

im Bereich der Senkungs- und Inkontinenz-

Behandlung. Neben Intensivierung der ambulanten

Diagnostik und Beratung wurde

das therapeutische Spektrum mit innovativen

Operationsmethoden erweitert.

In der Senologie hat sich die aktive Kooperation

mit dem Mammographie-Screening

etabliert, hier war und ist das Team der

Frauenklinik zuständig für die minimal

invasive interventionelle Diagnostik durch

stereotaktische Biopsien bzw. die weitere

Behandlung auffälliger Befunde.

Nach konzentrierter Vorarbeit aller Beteiligten

wurde die Planung des Frauenklinik-

Neubaus konkretisiert. Der Standort des

Gebäudes und die Raumplanung konnten

festgelegt werden, nachdem seitens des

Trägers und des Landes der Neubaubeschluss

bestätigt wurde.

In 2009 wurden durch die Frauenklinik zwei

44

Fachsymposien veranstaltet: „1. Aalener

Gynäkologisch- Onkologischen Symposiums“

und in Kooperation mit der Kinderklinik

bereits das „2. Aalener Perinatologische

Symposium“.

Ärztliche Struktur

Die Frauenklinik steht unter der Leitung

von Chefarzt Dr. Karsten Gnauert und dem

Pflegedienstleiter Erik Schäffler.

Die personelle Ausstattung der Frauenklinik

beinhaltet einen ärztlichen Stellenschlüssel

von 1 Chefarzt, 3 Oberärzten, 7,5 AssistenzärztInnen.

Im pflegerischen Bereich

arbeiten 74 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

in der Administration bzw. Qualitätssicherung

5 Fachkräfte.

Frau Dr. Birgit Schröppel und Frau Schulte-

Ebbelich wechselten als Fachärztinnen

in die Niederlassung. Das ärztliche Team

wurde durch Frau Sabine Heim, Herrn

Peter Seropian und Herrn Balint Balogh

als Ausbildungs-Assistenten und Fr. Dr.

Shetwan als Nachfolgerin von Fr. Pollos als

Gastärztin ergänzt.

Ärztliche Mitarbeiter:

Chefarzt

Dr. med. Karsten Gnauert

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Zusatzbezeichnung Gynäkologischer

Onkologe

Fakultative Weiterbildung Operative Gynäkologie

DEGUM II- Pränataldiagnostik

Fachkunde Mammographie

Fachkunde Brachy- Strahlentherapie

Mitglied der Organkommission der AGO

Vulva- und Vagina

Klinische Schwerpunkte:

Geburtshilfe mit Pränataldiagnostik- und

Medizin

Gynäkologische Onkologie und Tumorchirurgie

Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms

inkl. rekonstruktiver und ästhetischer

Brustchirurgie

Minimal invasive Chirurgie inkl. Inkontinenztherapie

Oberärzte

ltd. OÄ Dr. med. Carina Paschold

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Fakultative Weiterbildung Geburtshilfe und

Perinatalmedizin

Zusatzbezeichnung Gynäkologische Onkologie

Klinische Schwerpunkte:

Diagnostik und Therapie von Mammaerkrankungen

inkl. plastischer und ästhetischer

Brustchirurgie

Koordination Brustzentrum

Kinder- und Jugendgynäkologie

Geburtshilfe und Pränataldiagnostik

OA Dr. med. Hans Stimmer

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Fakultative Weiterbildung Geburtshilfe und

Perinatalmedizin

Zusatzbezeichnung Gynäkologische Onkologie

Klinische Schwerpunkte:

Gynäkologische Karzinomchirurgie

Minimal invasive Chirurgie

Diagnostik und Therapie von Harn- Inkontinenzproblemen

Deszensus und Beckenbodenchirurgie

OÄ Elena Denisjuk

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Klinische Schwerpunkte:

Geburtshilfe und Perinatalmanagement

inkl. Diagnose und Therapie bei Risikoschwangeren

Diagnostik und Therapie von Mammaerkrankungen,

Brustwarzenrekonstruktion

Weiterbildungs- Assistentinnen:

Fr. Schulte- Ebbelich

Fr. Janine Friebe

Fr. Katja Liebetrau

Fr. Dr. Katja Nichterlein

Fr. Vera Petrociv

Fr. Katrin Ebert

Fr. Raife Balci

Fr. Nathalie Hinderberger

Hr. Balint Balogh

Hr. Peter Seropian

Fr. Sabine Heim

Fr. Shetwan


Chefarzt Dr. med. Karsten Gnauert

Leitende Oberärztin Dr. med. Carina Paschold

Dr. Katja Nichterlein

Oberarzt Dr. med. Hans Stimmer

Oberärztin Elena Denisjuk

Rang DRG Top 20 DRG’s Frauenklinik Fallzahl

1 P67D Neugeborener Einling, Aufnahmegewicht > 2499 g ohne OR-Prozedur,

ohne Beatmung > 95 Stunden, ohne schweres Problem,

ohne anderes Problem oder ein Belegungstag 818

2 O60D Vaginale Entbindung ohne komplizierende Diagnose 536

3 O65B Andere vorgeburtliche stationäre Aufnahme ohne äußerst schwere

oder schwere CC 255

4 O60C Vaginale Entbindung mit schwerer oder mäßig schwerer

komplizierender Diagnose 162

5 O01F Sectio caesarea ohne komplizierende Diagnose, Schwangerschaftsdauer

mehr als 33 vollendete Wochen (SSW), ohne komplexe Diagnose 156

6 J23Z Große Eingriffe an der Mamma bei bösartiger Neubildung 124

7 N21Z Hysterektomie außer bei bösartiger Neubildung, ohne äußerst schwere

oder schwere CC, ohne komplexen Eingriff, ohne Beckenbodenplastik

oder komplexe Myomenukleation 73

8 O01D Sectio caesarea m. mehrer. kompliz. Diagnosen, Schwangerschaftsdauer

> 33 vollendete Wochen (SSW), ohne intrauterine Ther.,

ohne kompliz. Konst. od. m. kompliz. Diag., 26 - 33 SSW od. m. kompl.

Diag. od. bis 33 SSW od. m. kompl. Diag., ohne äuß. schw. CC 72

9 O60B Vaginale Entbindung mit mehreren komplizierenden Diagnosen,

mindestens eine schwer, Schwangerschaftsdauer mehr als 33 vollendete

Wochen, ohne komplizierende Konstellation oder Thromboembolie

während der Gestationsperiode ohne OR-Prozedur 66

10 O01E Sectio caesarea mit komplizierender Diagnose, Schwangerschaftsdauer

mehr als 33 vollendete Wochen (SSW), ohne komplexe Diagnose 65

11 O64A Frustrane Wehen, mehr als ein Belegungstag 52

12 N04Z Hysterektomie außer bei bösartiger Neubildung, mit äußerst schweren

oder schweren CC oder komplexem Eingriff 46

13 O61Z Stationäre Aufnahme nach Entbindung oder Abort ohne OR-Prozedur 45

14 N25Z Andere Eingriffe an Uterus und Adnexen außer bei bösartiger Neubildung,

ohne komplexe Diagnose oder diagnostische Laparoskopie 44

15 P66D Neugeborenes, Aufnahmegewicht 2000 - 2499 g ohne signifikante

OR-Prozedur, ohne Beatmung > 95 Stunden, ohne Problem oder

neugeborener Mehrling, Aufnahmegewicht > 2499 g ohne OR-Prozedur,

ohne Beatmung > 95 Stunden, ohne Problem oder ein Belegungstag 44

16 O65A Andere vorgeburtliche stationäre Aufnahme mit äußerst schweren

oder schweren CC 42

17 N05B Ovariektomien und komplexe Eingriffe an den Tubae uterinae außer

bei bösartiger Neubildung, ohne äußerst schwere oder schwere CC 40

18 O64B Frustrane Wehen, ein Belegungstag 39

19 O62Z Drohender Abort 38

20 O02B Vaginale Entbindung mit komplizierender ORProzedur,

Schwangerschaftsdauer mehr als 33 vollendete Wochen,

ohne intrauterine Therapie, ohne komplizierende Konstellation 33

45


Fallzahlentwicklung

Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung Case-Mix-Index

Geburten im Ostalb-Klinikum

46

Innovationen im Berichtsjahr

I. Perinatalzentrum:

Die Frauenklinik wurde von der WHO und

Unicef als „Babyfreundliches Krankenhaus“

zertifiziert.

Ziel war es, die Mutter-Kind-Bindung und

das Stillen in der Klinik zu intensivieren.

Möglich wurde dies durch die engagierte

Vorarbeit des geburtshilflichen Teams

bzw. der Elternschule. Alle Mitarbeiter des

Mutter-Kind-Zentrums wurden in mehrtägigen

Informationsveranstaltungen über

die aktuellen Aspekte des Stillens geschult

und hierfür motiviert. Daraus entstand ein

strukturiertes Informationskonzept für die

entbundenen Mütter mit aufwändigem

Informationsmaterial.

II. Brustzentrum:

Das hohe Leistungs-Niveau des Brustzentrums

wurde in der Rezertifizierung durch

die Deutsche Krebsgesellschaft und der

Deutschen Gesellschaft für Senologie (einschließlich

ISO 9001) im Dezember 2009

bestätigt. Besonders positiv hervorgehoben

wurden die interdisziplinäre Aktivität und

die Qualität der Tumortherapie.

Ausgebaut wurde das Spektrum der

interventionellen Diagnostikverfahren

mit Vakuum- Biopsie (sonographisch und

stereotaktisch).

Im Rahmen des Mammographie-Screenings

war die Frauenklinik aktiver Partner in der

Interventionelle Abklärung bzw. operativen

und medikamentösen Therapie bei Brustkrebserkrankungen.

Ein gemeinsamer Antrag der Frauenklinik

und Klinik für Psychosomatik bei der

Komenstiftung e.V. zur Erweiterung des

psychoonkologischen Betreuungs-Angebotes

von ambulanten Patientinnen konnte

weitergeführt werden und ermöglicht den

Betroffenen ein ambulantes Therapie-

Angebot wie Musik-, Kunst-, Körper- und

Ausdruckstherapie.


III. Gynäkologische Onkologie:

Onkologische Erkrankungen des weiblichen

Genitales stellen einen erklärten Schwerpunkt

der Frauenklinik dar. Die Verstärkung

des Know-Hows durch einen weiteren

„Gynäkologischen Onkologen“ (Chefarzt der

Abteilung) und die Erweiterung der technischen

Ausstattung werden einer weiteren

Intensivierung in diesem Segment gerecht.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der

Klinik für Allgemeinchirurgie konnten auch

weit fortgeschrittene Erkrankungen mit der

Notwendigkeit von Multiorganresektionen

kompetent versorgt werden. Metastatische

Problematiken des Skelettes wurden interdisziplinär

mit der Klinik für Unfallchirurgie

erfolgreich behandelt. In den interdisziplinären

Tumorboards wurden die Karzinomerkrankungen

fachübergreifend diskutiert

dadurch alle Aspekte einer State of the Art-

Behandlung garantiert.

IV. Beckenbodenzentrum

Im Beckenbodenzentrum konnte eine neue

urodynamische Meßeinheit in Betrieb

genommen werden. Dies ermöglichte eine

differenziertere Diagnostik bei Inkontinenzbeschwerden.

Neu integriert in das Behandlungs-Angebot

wurde eine Spezialsprechstunde für Biofeedback

und Elektrostimmulation zur

Behandlung von Urinverlust und Beckenbodensenkung.

Neue schonende Operationstechniken

wie netzunterstützte Senkungs-

Operationen und die Senkungs-Operation

durch Bauchspiegelung konnten erfolgreich

eingeführt werden.

Qualitätsmanagementprojekte /

Interdisziplinarität

Das Leistungsvolumen der Frauenklinik konnte

auch in diesem Jahr gesteigert werden.

Die gesteigerte Außenwahrnehmung dieser

Klinik zeigte sich auch in einer Steigerung

der Hospitanten um 19% gegenüber dem

Vorjahr.

Auch die Intensivierung der ambulanten

Eingriffe wurde fortgesetzt. Gegenüber

dem Vorjahr konnte die Anzahl der ambulanten

Operationen auf 249 gesteigert

werden (2008: 232) Gegenüber 2007 gab

es einen Zuwachs von 48%.

Eine weitere Steigerung zeigte sich in

einem Anstieg der onkologischen Therapien

wie Chemotherapie-Zyklen, die im Jahr

2009 mit 844 Zyklen das Vorjahr 2008 mit

635 Zyklen um 33 % übertreffen.

Besonders deutlich wurde die gesteigerte

Akzeptanz der Frauenklinik im geburtshilflichen

Sektor. Aalen war in Ostwürttemberg

die Klinik mit der größten Geburtensteigerungs-Rate.

Im Gegensatz zu den meisten anderen

Geburtskliniken in der Region und auch

deutschlandweit ist es in Aalen gelungen

eine Trendwende mit zunehmenden Geburtszahlen

zu schaffen.

In der Senologie bei den Mammakarzinomen

zeigte die Klinik ihren größten

Zuwachs. Die Steigerungsrate von 36%

bestätigte den eingeschlagenen Weg der

qualitätsorientierten, modernen Therapieangebote.

Wissenschaftliches Arbeiten /

Akademische Lehre

Die Frauenklinik ist Teil des akademischen

Lehrkörpers der Universität Ulm. Studenten

werden im Praktischen Jahr in Theorie und

Praxis ausgebildet.

Auch die Aktivitäten in Weiterbildung

und Lehre konnten auch in 2009 um 31%

gesteigert werden.

Vorträge der Frauenklinik 2009:

28.01.2009

Vortrag VHS „Brustgesundheit – Was kann

ich selbst tun?“ (Dr. Gnauert)

28.01.2009

Mammographie-Screening Landfrauen Vorderes

Härtsfeld, Elchingen (Dr. Paschold)

03.02.2009

Brustaufbau mit Eigengewebe – TRAM flap

(Dr. Paschold)

09.02.2009

Brustgesundheit Landfrauen Bopfingen

und Umgebung, Bopfingen (Dr. Paschold)

10.02.2009

Lymphdrainage bei Brustkrebspatientinnen

– Selbsthilfegruppe „Starke Frauen nach

Brustkrebs“

16.02.2009

Alternative Behandlungsmethoden beim

Mammakarzinom (Denisjuk)

17.02.2009

1. Qualitätszirkel 2009 – Fetale Makrosomie,

Mammographie-Screening, TRAM-Flap

(Dr. Vielhauer, Dr. Gnauert, Dr. Paschold)

18.02.2009

Treffen Teilnehmer Soziales Netz

(Dr. Gnauert)

02.03.2009

Psychosen in Schwangerschaft und

Wochenbett (Fr. Hinderberger)

03.03.2009

Vortrag Selbsthilfegruppe Brustkrebs Oberkochen

(Dr. Gnauert)

11.03.2009

Fortbildung „Prä- und intrapartales CTG

in Abhängigkeit vom Gestationsalter und

äußerer Einflüsse“ (Dr. Abele)

14.03.2009

4. Forum Frauengesundheit Gynäko-Onkologisches

Symposium (Dr. Gnauert)

16.03.2009

Postpartale Blutungen (Ebert)

18.03.2009

Treffen niedergel. Hebammen/Kursleiterinnen

Elternschule (Dr. Gnauert)

20.03.2009

Mammographie-Screening, Oberkochen

(Dr. Gnauert)

23.03.2009

„Nicht zum Leben durchgerungen“ – Verlust

eines Kindes (Hinderberger/Haake)

01.04.2009

Mammographie-Screening, Essingen

(Dr. Gnauert)

04.04.2009

Fest zur Zertifikatsübergabe“ Babyfreundliches

Krankenhaus“

06.04.2009

Intrauteriner Fruchttod (Dr. Vielhauer)

07.04.2009

Blutungen in der Geburtshilfe – Klinisches

Bild und Therapie (Dr. Vielhauer + Dr. Hofer)

20.04.2009

BEL-Geburten (Dr. Gnauert)

22.04.2009

Leistungen der Krankenkassen/Rentenversicherung

– Selbsthilfegruppe „Starke Frauen

nach Brustkrebs“

04.05.2009

Polycystisches Ovarsyndrom (Fr. Liebetrau)

12.05.2009

2. Qualitätszirkel Mammakarzinom 2009

(Dr. Gnauert)

15.06.2009

Das HELLP-Syndrom (Friebe)

47


17.06.2009

Ernährung für Krebspatientinnen – Selbsthilfegruppe

„Starke Frauen nach Brustkrebs“

17.06.2009

Brustkrebs – was kann ich dagegen tun?

Informationen über Mammographie-

Screening und Brustkrebs-Früherkennung

(Dr. Gnauert)

20.07.2009

Kinder- und Jugendgynäkologie: Was ist

State of the Art? (Schröppel)

21.09.2009

Studienvorstellung: Übersicht der aktuellen

Gynäkologisch-Onkologischen und Senologischen

Studien (Denisjuk, Schröppel, Ebert,

Hinderberger)

24.09.2009

Moderne Geburtshilfe und Neugeborenen-

Versorgung - 2. Aalener Gesundheitstage

(Dr. Gnauert)

24.09.2009

Frauenheilkunde – früher und heute anlässlich

25 Jahre Ostalbkreis (Dr. Gnauert)

25.09.2009

Brustkrebs – was kann ich dagegen tun?

Informationen über Mammographie-

Screening und Brustkrebs-Früherkennung

(Dr. Gnauert)

48

29.09.2009

3. Qualitätszirkel 2009 – Psychoonkologie

(Dr. Gnauert/Dr. Hendrischke)

30.09.2009

8. Treffen für Frauen und Männer nach onkologischer

Therapie – Körperliche Aktivität

und Sport bei Brustkrebs – H. Jast/

Dr. Gnauert

07.10.2009

Vortrag über Impfungen vor türkischen

Frauen – Kooperation DRK und Städt. Frauenbeauftragte

(Dr. Gnauert)

19.10.2009

Mammakarzinom Post-Asco – aktuelle

Daten (Dr. Paschold)

02.11.2009

Antihormonelle Therapie beim MammaCa

(Ebert)

07.11.2009

2. Aalener Perinatologisches Symposium

(Dr. Gnauert, Dr. Paschold, Fr. Denisjuk)

16.11.2009

Urogynäkologie: Was ist das aktuelle Konzept?

(Dr. Stimmer)

01.12.2009

4. Qualitätszirkel 2009 – Endokrine Therapie

und Fallbesprechung Mammakarzinom

(Dr. Gnauert, H. Seropian)

02.12.2009

Weihnachtsfeier für Krebspatientinnen

– Selbsthilfegruppe „Starke Frauen nach

Brustkrebs“

21.12.2009

Diagnostischer Aspekt bei Cervix- und

Corpus-Ca, laparoskopische Lymphonodektomie

(Liebetrau)


Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Die Abteilung

Medizinisches Leistungsspektrum

• Diagnostik und Behandlung sämtlicher

Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters

(ausgenommen Therapie onkologischer

Erkrankungen, invasive kinder-kardiologische

Diagnostik, Kinderkardiochirurgie)

• Behandlung chirurgischer Erkrankungen

(Dünn- und Dickdarm, Magen, Leber,

Bauchspeicheldrüse, Milz, Nebenniere,

Schilddrüse) in Zusammenarbeit mit der

Allgemeinchirurgie

• Kindertraumatologie in Zusammenarbeit

mit der Unfallchirurgie

• Kinderneurochirurgie in Zusammenarbeit

mit dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm

• Kinderurologie in Zusammenarbeit mit

der Urologischen Abteilung der Univer-

sitätsklinik Ulm und der Virngrundklinik

Ellwangen

• Versorgung HNO-ärztlicher Erkrankungen

durch niedergelassene Belegärzte

• Diagnostische Methoden: Sonographie

einschließlich Doppler-Sonographie und

Echokardiographie, EKG, Langzeit-EKG,

Langzeit-Blutdruckmessung (in Zusam-

menarbeit mit der Medizinischen KlinikII),

EEG, Polysomnographie, pH-Metrie,

Atemteste, Schweißtest, Lungenfunktion

incl. Bodyplethysmographie, Messung

des ausgeatmeten Stickstoffmonoxids

(FeNO), Bronchoskopie (flexibel und

starr), kontinuierliche Glukosemessung,

Intestinalendoskopie (in Zusammenar-

beit mit der Medizinischen Klinik I)

• Radiologische Diagnostik incl. CT, MRT,

Miktionscysturographie, Isotopennephrographie

in Zusammenarbeit mit

der Abteilung Radiologie und der

Radiologie-Praxis am Ostalb-Klinikum

Besondere Versorgungsschwerpunkte

• Neonatologie incl. Intensivneonatologie

(Perinatalzentrum Level 2)

• Pädiatrische Pneumologie und Allergologie

(incl. Mukoviszidose)

• Diabetologie und Endokrinologie

Weitere Leistungsangebote

• Mutter-Kind-Zentrum

(zusammen mit der Frauenklinik)

• Bunter Kreis Aalen

(Nachsorge für Risiko-Frühgeborene

und -Neugeborene)

• Schulungen für Kinder und Eltern

(Asthma, Diabetes)

• Sozialpädiatrie

• Schule für kranke Kinder

• Kinderphysiotherapie

• Äußere Anwendungen

(Wickel, Auflagen, Bäder, Einreibungen,

Massagen, Aromatherapie)

• Unterbringungsmöglichkeit von

Begleitpersonen

Fallzahlentwicklung

Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung-Case-Mix-Index

49


Allgemeiner Jahresrückblick

Die Patientenzahlen konnten gegenüber

den Vorjahren auf relativ hohem Niveau

gehalten werden. Im stationären Bereich

wurden insgesamt 2.630 Kinder (2008:

2.715) versorgt, die mittlere Verweildauer

verblieb mit 4,2 Tagen (incl. Neonatologie)

im niedrigen Bereich. Trotz der leicht

rückläufigen Patientenzahlen konnte beim

Fallgewicht (Case mix) mit über 1.920

Punkten eine Zunahme verzeichnet werden.

Im ambulanten Bereich (Ermächtigung

und Privatsprechstunde Prof. Freihorst,

Monitor- und Risikosprechstunde Oberarzt

Dr. Saur, Diabetes/Endokrinologie-Sprechstunde

Oberarzt Dr. Krüger) wurden knapp

2000 Kinder gesehen, darüber hinaus über

3.000 Kinder über die Zentrale Notaufnahme.

Chefarzt Prof. Dr. Joachim Freihorst Oberarzt Dr.

Oberarzt Dr.

Markus Krüger Guido Saur

50

Rang DRG Top 20 DRG’s Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Fallzahl

1 B80Z Andere Kopfverletzungen 287

2 G67D Ösophagitis, Gastroenteritis u. verschiedene Erkrankungen d. Verdauungsorgane

ohne komplexe od. kompliz. Diagn., ohne Dialyse, Alter > 2 J.,

ohne äuß. schw. CC od. gastrointestinale Blutung od. Ulkuserkrankung,

ohne äuß. schw. od. schw. CC, Alter < 75 J. 193

3 G67B Ösophagitis, Gastroenteritis u. versch. Erkr. d. Verdauungsorg. m. kompl.

Diag. od. Alter 74 J. od. Ulkuserkr. m. schw. CC od. Alt. >74 J., >1 Beleg.tag,

ohne kompliz. Diag., ohne Dialyse 186

4 D63Z Otitis media oder Infektionen der oberen Atemwege, Alter < 3 Jahre 96

5 G72B Andere leichte bis moderate Erkrankungen der Verdauungsorgane oder

Abdominalschmerz oder mesenteriale Lymphadenitis, Alter < 56 Jahre

oder ohne CC, Alter > 2 Jahre 96

6 G67C Ösophagitis, Gastroenteritis und verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane

ohne komplexe oder komplizierende Diagnose, ohne Dialyse,

Alter > 0 Jahre und Alter < 3 Jahre oder mit äußerst schweren CC 78

7 D62Z Epistaxis oder Otitis media oder Infektionen der oberen Atemwege,

Alter > 2 Jahre 70

8 E77F Andere Infektionen und Entzündungen der Atmungsorgane, außer bei

Zustand nach Organtransplantation, ohne angeborenes Fehlbildungssyndrom,

ohne komplexe Diagnose, ohne äußerst schwere CC,

Alter > 0 Jahre, außer bei Para- / Tetraplegie 68

9 F73Z Synkope und Kollaps 57

10 E69B Bronchitis und Asthma bronchiale, mehr als ein Belegungstag u.

Alter > 55 Jahre oder mit äußerst schweren od. schw. CC, Alt. > 0 J.,

außer b. Para- / Tetraplegie od. ein Belegungstag od. ohne äußerst

schw. od. schw. CC, Alt. < 1 J., m. RS-Virus-Infektion 55

Oberärztin Dr. Bärbel Töpke

Ärztliche Struktur

Die Patientenversorgung wurde im Jahr

2009 sichergestellt durch den Chefarzt

Prof. Dr. med. Joachim Freihorst, die

Oberärzte Frau Dr. med. habil. Bärbel Töpke,

Herrn Dr. med. Guido Saur und Herrn Dr.

med. Markus Krüger sowie 9 Assistenzärzte

(8,5 Stellen), darunter zwei Fachärzte.

Einen Einschnitt bedeutete zur Jahresmitte

der Übertritt der langjährigen Leitenden

Oberärztin Frau Dr. med. habil. Bärbel Töpke

in den wohl verdienten Ruhestand. Mit Frau

Dr. Töpke geht eine Ära in der Kinderklinik

zu Ende. Der Abschied wurde mit einem

wunderschönen Fest begangen, zu dem neben

den Mitarbeitern der Kinderklinik auch

zahlreiche Gäste aus anderen Abteilungen

des Klinikums und viele Freunde erschienen

waren.


Rang DRG Top 20 DRG’s Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Fallzahl

11 X62Z Vergiftungen / Toxische Wirkungen von Drogen, Medikamenten

und anderen Substanzen oder Folgen einer medizinischen Behandlung 49

12 B75B Fieberkrämpfe, Alter > 0 Jahre 47

13 V60C Alkoholintoxikation und Alkoholentzug oder Störungen durch

Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit ohne psychotisches Syndrom,

ohne Entzugssyndrom 43

14 E69D Bronchitis und Asthma bronchiale, Alter > 0 Jahre und Alter < 6 Jahre

und ein Belegungstag oder ohne äußerst schwere oder schwere CC

oder Störungen der Atmung mit Ursache in der Neonatalperiode 42

15 T64C Andere infektiöse und parasitäre Krankheiten ohne komplexe Diagnose 41

16 P67C Neugeborenes, Aufnahmegewicht > 2499 g ohne signifikante OR-Prozedur,

ohne Beatmung > 95 Stunden, mit anderem Problem, mehr als ein

Belegungstag oder mit nicht signifikanter OR-Prozedur,

ohne komplizierende Diagnose 40

17 E69E Bronchitis und Asthma bronchiale, Alter > 5 Jahre und < 16 Jahre,

ein Belegungstag oder ohne äußerst schwere oder schwere CC oder

Beschwerden und Symptome der Atmung ohne komplexe Diagnose,

Alter < 16 Jahre 38

18 P66C Neugeborenes, Aufnahmegewicht 2000 - 2499 g ohne signifikante

OR-Prozedur, ohne Beatmung > 95 Stunden, mit anderem Problem 34

19 P67B Neugeborenes, Aufnahmegewicht > 2499 g ohne signifikante OR-Prozedur,

ohne Beatmung > 95 Stunden, mit schwerem Problem oder mit anderem

Problem, mehr als ein Belegungstag oder mit nicht signifikanter

OR-Prozedur, mit komplizierender Diagnose 27

20 P67D Neugeborener Einling, Aufnahmegewicht > 2499 g ohne OR-Prozedur,

ohne Beatmung > 95 Stunden, ohne schweres Problem,

ohne anderes Problem oder ein Belegungstag 27

Verabschiedung Oberärztin Dr. Töpke

Sprechstunden

Ermächtigungssprechstunde Prof. Freihorst

(auf Zuweisung niedergelassener Vertragsärzte)

Mo.- Do. 10.00 – 12.00 Uhr

und 14.00 – 16.00 Uhr,

Do. bis 18.00 Uhr,

zusätzlich besteht eine Privatsprechstunde.

Monitor- und Risikosprechstunde

OA Dr. Saur

(auf Zuweisung niedergelassener Vertragsärzte,

n. Vereinb.)

Diabetologie / Endokrinologie

OA Dr. Krüger

(auf Zuweisung niedergelassener Vertragsärzte)

Di. und Do. 14.00 – 16.00 Uhr.

51


Innovationen im Berichtsjahr

Schwerpunkt pädiatrische Pneumologie

Der Schwerpunkt Pädiatrische Pneumologie

erfreut sich weiterhin großen Zuspruchs

in der Region und auch überregional.

Das Ostalb-Klinikum beteiligt sich unter

Federführung von Prof. Freihorst an einer

nationalen Studie zur Diagnostik und

Behandlung von Kindern mit interstitiellen

Lungenerkrankungen (Lungengerüsterkrankungen).

Unter Federführung von Frau Dr.

Bäuerle wurden mehrere Asthma-Schulungen

für Kinder durchgeführt.

Prof. Freihorst ist Vorstandmitglied der

Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie

(GPP) und der Atemwegsliga. In dieser

Funktion hat er an mehreren Leitlinien im

Bereich der Kinderpneumologie mitgewirkt.

Neonatologie

In der Neonatologie konnte die erfolgreiche

Zusammenarbeit mit der Universitätskinderklinik

Ulm (ARGE-Neonatologie Ulm)

fortgesetzt werden. Zusammen mit der

Frauenklinik hat sich das Ostalb-Klinikum

als Perinatalzentrum der zweithöchsten

Versorgungsstufe (Level II) positioniert. In

der Diskussion um die Zuordnung der Perinatalzentren

nach den aktuellen Beschlüssen

des gemeinsamen Bundesausschusses

(GBA) wurde vom Medizinischen Dienst der

Krankenkassen (MDK) dieser Status trotz

der nach wie vor hervorragenden Behandlungsergebnisse

in Frage gestellt. Um die

aus unserer Sicht z.T. praxisfernen Vorgaben

zu erfüllen, wurden zwischenzeitlich

52

Kooperationsverträge mit den umliegenden

Kliniken geschlossen, gegen die – aus

unserer Sicht unsinnige - Mindestmengenregelung

wurden entsprechende Eingaben

an die zuständigen Behörden gemacht.

Es ist zu hoffen, dass hier möglichst rasch

vernünftige Lösungen geschaffen werden,

um weiterhin das vorbildliche Regionalisierungskonzept

der ARGE mit einer Kombination

aus qualitativ hochwertiger Versorgung

und Wohnortnähe verwirklichen zu können.

Zur Intensivierung der Zusammenarbeit in

der Region wurde Ende des Jahres zusammen

mit dem Perinatalzentrum der Stauferklinik

das Kooperative Perinatalzentrum

Ostalbkreis gegründet.

Ein Höhepunkt des Jahres war wieder das

„Frühchenfest“ am 16.5.2009, zu dem alle

Frühgeborenen der letzten 12 Jahre mit

ihren Familien eingeladen waren. Über 100

Teilnehmer konnten sich an leckeren Speisen

und Getränken erfreuen, für die Kinder

standen wieder zahlreiche Attraktionen

bereit. Der Erlös des Frühchenfestes wurde

zur Verschönerung der Station und zur Verbesserung

der Ausstattung von Elternzimmern

und Stillzimmer verwendet.

Am 13. und 14. November fand in Zusammenarbeit

mit der Frauenklinik das

2. Aalener Perinatologische Symposium

statt, ein Schwerpunkt waren diesmal

medizinische und ethische Fragen der Pränataldiagnostik,

insbesondere bei Trisomie

21. Der am Freitagnachmittag von den

MitarbeiterInnen der Kinderklinik durchgeführte

Workshop zur Neugeborenen-Erstversorgung

erfreute sich wieder besonderer

Beliebtheit.

Nach langer und intensiver Vorarbeit konnte

im vergangenen Jahr der „Bunte Kreis

Aalen“ nach dem Augsburger Bunter-Kreis-

Modell seine Arbeit aufnehmen. Unter Federführung

der Case-Managerin Frau Silke

Seefeld konnte bereits etlichen Familien mit

frühgeborenen und anderen risikogeborenen

Kindern wertvolle Unterstützung und

Hilfe gegeben werden.


Diabetologie

Das Diabetesteam unter der Leitung von

Oberarzt Dr. med. Markus Krüger konnte im

vergangenen Jahr seine Leistung und seine

Kompetenz weiter ausbauen. Insgesamt

befinden sich inzwischen 63 Kinder mit

Diabetes in Dauerbetreuung, davon sind

inzwischen über die Hälfte (56 %) auf eine

Insulinpumpen-Therapie eingestellt. Frau

Andrea Egetemeir erwarb die Qualifikation

zur Diabetes-Beraterin-DDG, darüber hinaus

gehören 4 Kinderkrankenschwestern,

3 weitere Ärztinnen, Diätassistentinnen,

Sozialpädagoginnen, Krankengymnastinnen

sowie eine Lehrerin und eine Kinder- und

Jugendpsychotherapeutin zum Team. Die

erlebnispädagogischen Schulungswochen,

die schon im vergangenen Jahr großen

Anklang gefunden hatten, wurden auch

in 2009 für verschiedene Altersgruppen

wieder angeboten, darüber hinaus Eltern-

Schulungen, mehrere Aktionstage und ein

Team-Arbeitswochenende.

Zusätzlich gab es interne und externe Fortund

Weiterbildungen, auch Schul- und

Kindergartenbesuche mit Aufklärung über

Diabetes gehörten zum Programm.

Äußere Anwendungen

Die Arbeitsgruppe „Äußere Anwendungen“

unter Federführung von Oberarzt Dr. Markus

Krüger hat inzwischen Pflegestandards

für diesen Bereich (Wickel, Auflagen, Bäder,

Einreibungen und Massagen) entwickelt.

Die verschiedenen Anwendungen finden

großen Anklang bei den Kindern und Eltern

und sind eine hervorragende Ergänzung

des „konventionellen“ Therapieprogamms.

Qualitätsmanagementprojekte

Auch im Jahr 2009 nahm die Klinik

für Kinder- und Jugendmedizin an den

Qualitätskontrollen der Neonatalerhebung

Baden Württemberg teil, außerdem wird

für den neonatologischen Intensivbereich

eine Infektionssurveillance („Neo-Kiss“) unter

Federführung der Charité durchgeführt.

Weitere Projekte betreffen die Diabetes-

Versorgung (DPV-Benchmarking) und die

Mukoviszidose (CFAS).

Interdisziplinarität

Eine besonders enge Zusammenarbeit

besteht im Rahmen des Aalener Mutter-

Kind-Zentrums mit der Frauenklinik

(Chefarzt Dr. K. Gnauert), u.a. mit gemeinsamen

Fallkonferenzen, Fortbildungen und

Eltern-Informationsabenden. Die Aufklärungskampagne

gegen den plötzlichen

Kindstod, verbunden mit der Überreichung

eines kindgerechten Schlafsacks an die

Familien, wird weiter mit Hilfe von Sponsoren

aus der Region fortgeführt und sehr

gut angenommen. Ein besonderer Erfolg

ist die Verleihung des WHO-Zertifikats

„Babyfreundliches Krankenhaus“ an das

Mutter-Kind-Zentrum, die im Rahmen

einer feierlichen Zeremonie vorgenommen

wurde.

Da die chirurgisch versorgten Kinder bei

chirurgischen Abteilungen stationär in

der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

aufgenommen werden, ergibt sich auch

hier eine besonders enge Zusammenarbeit.

Dies schließt auch Früh- und Neugeborene

mit chirurgischen Problemen ein. Die neurochirurgischen

Kooperationspartner vom

Bundeswehr-Krankenhaus in Ulm verfügen

über eine hervorragende Expertise in der

Kinder-Neurochirurgie.

Kinder mit speziellen Erkrankungen des

Magen-Darmtraktes und der Leber werden

in Zusammenarbeit mit der Medizinischen

Klinik I versorgt, die ggf. auch die endoskopischen

Untersuchungen des Magen-Darmtraktes

bei diesen Patienten durchführt.

Die Kooperation mit den Abteilungen Anästhesiologie

und Operative Intensivmedizin

und der Pathologie betrifft vor allem die

Bronchoskopien, bei denen die Narkosen

von einem Anästhesieteam durchgeführt

werden und das durch bronchoalveoläre

Lavage gewonnene Material in der Pathologie

analysiert wird.

Bei einer Reihe von Kindern wurden die

Kollegen der Medizinischen Klinik II, Neurologie

und Psychosomatik konsiliarisch

hinzugezogen. Eine wertvolle Bereicherung,

auch unter Weiterbildungsgesichtspunkten,

stellten die regelmäßigen Röntgendemonstrationen

der Radiologischen Abteilung

dar. In der Radiologie wird weiterhin auf

hohem Niveau die nephrologische Diagnostik

(Miktionszysturographie, Isotopennephrographie)

für pädiatrische Patienten

durchgeführt.

53


Intensiviert wurde der Austausch mit der

Stauferklinik in Mutlangen auf dem Gebiet

der Neonatologie, Pädiatrischen Pneumologie

und Kinderkardiologie. Darüber hinaus

bestehen externe Kooperationen mit der

Universitätsklinik in Ulm (insbesondere

Neonatologie, Neuropädiatrie, Hämatologie/Onkologie,

Immunologie, Urologie), mit

dem Olgahospital Stuttgart (insbesondere

Kardiologie, Kardiochirurgie, Onkologie),

mit der Universitätsklinik Tübingen (spezielle

Kinderchirurgie) sowie der Universität

Heidelberg (Stoffwechselerkrankungen).

Wissenschaftliches Arbeiten / Vorträge

Das von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

ausgerichtete, von der Leitenden

Oberärztin Frau Dr. med. habil. Bärbel Töpke

hervorragend organisierte Kinderärztliche

Kolloquium, zu dem regelmäßig hochkarätige

auswärtige Referenten zu Gast sind,

erfreut sich weiter regen Zuspruchs. Nach

dem Ausscheiden von Frau Dr. Töpke wurde

die organisatorische Arbeit von Frau Dr.

Bäuerle fortgeführt.

Das 2. Aalener Perinatologische Symposium

am 13. und 14.11.2009 konnte gegenüber

der Auftaktveranstaltung vom Vorjahr eine

deutlich steigende Teilnehmerzahl verzeichnen

und soll in Folge jährlich fortgeführt

werden.

Prof. Freihorst hat als eingeladener Referent

auf zahlreichen regionalen und überregionalen

Tagungen Vorträge zu speziellen

Themen der pädiatrischen Pneumologie,

Infektiologie und Allergologie/Immunologie

gehalten. Er ist Vorstandsmitglied der

Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie

(GPP) und der Atemwegsliga und Mitglied

weiterer nationaler und internationaler

Fachgesellschaften. Oberarzt Dr. Saur hat

mehrere interne und externe Fortbildungen

und Workshops zur Reanimation und Erstversorgung

von Früh- und Neugeborenen

geleitet. Oberarzt Dr. Krüger hat mehrere

Vorträge und Seminare zu diabetologischen

Themen gehalten und ist als Gastdozent

für Medizin- und Kunsttherapeuten tätig.

54

Veröffentlichungen:

Freihorst J. Zum Termin ist nicht gleich zum

Termin. Monatsschr Kinderheilkd. 2009;

157 (6): 540–541.

Pohlandt F, Artlich A, Freihorst J, Radlow U,

Schädel G, Schneider A, Wölfel D. Regionalisierung

bei Frühgeburtsbestrebungen im

ländlichen Raum? Yes we can! Z Geburtshilfe

Neonatol. 2009; 213 (4):135–137.

Ehehalt S, Popovic P, Muntoni S, Muntoni S,

Willasch A, Hub R, Ranke MB, Neu A; DIARY

Group Baden-Württemberg. Incidence of

diabetes mellitus among children of Italian

migrants substantiates the role of genetic

factors in the pathogenesis of type 1

diabetes.

Eur J Pediatr. 2009; 168(5):613-7.

Neu A, Feldhahn L, Ehehalt S, Hub R, Ranke

MB; DIARY Group Baden-Württemberg.

Type 2 diabetes mellitus in children and

adolescents is still a rare disease in Germany:

a population-based assessment of the

prevalence of type 2 diabetes and MODY in

patients aged 0-20 years.

Pediatr Diabetes. 2009; 10(7):468-73.

Griese M, Haug M, Brasch F, Freihorst J,

Lohse P, von Kries R, Zimmermann T, Hartl D.

Incidence and classification of pediatric

diffuse parenchymal lung diseases in

Germany.

Orphanet J Rare Dis. 2009; 4:26.

Akademische Lehre

Die Ärzte der Klinik für Kinder- und

Jugendmedizin waren auch 2009 aktiv

an der Ausbildung von PJ-Studenten

und Famulanten der Universitätsklinik

Ulm sowie an der Pflege-Ausbildung

am Klinikum beteiligt. Prof. Freihorst ist

regelmäßig, zusammen mit den anderen

Chefärzten des Ostalb-Klinikums, als Prüfer

im medizinischen Staatsexamen eingesetzt.

und darüber hinaus als Fachprüfer für die

Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie.

Weiterbildung

Neben der Ermächtigung zur vollen Weiterbildung

in der Kinder- und Jugendmedizin

(5 Jahre) hat Prof. Freihorst die Weiterbildungsbefugnis

für die Zusatzweiterbildung

Kinder-Pneumologie (volle 3 Jahre) und den

Schwerpunkt Neonatologie (2 Jahre) nach

der neuen Weiterbildungsordnung.

Angestrebt wird die Weiterbildungsbefugnis

für das Gebiet Diabetologie / Endokrinologie.


Neurologische Klinik

Die Abteilung

Medizinisches Leistungsspektrum

• Diagnostik und Therapie aller organisch

bedingten Erkrankungen des zentralen

und des peripheren Nervensystems

sowie der Muskulatur.

• Neurochirurgische Versorgung in

Kooperation mit der Neurochirurgischen

Abteilung des Bundeswehrkrankenhauses

Ulm.

• Apparative diagnostische Methoden:

Elektroencephalographie, Elektromyographie,

Elektroneurographie, Reflexuntersuchungen,

evozierte Potentiale, extra-

und transkranielle Ultraschalldiagnostik

der hirnversorgenden Arterien.

• Liquordiagnostik

• Computertomographische Diagnostik

mit einem Sechszeilen-CT einschließlich

Perfusionsprogramm.

• Kernspintomographische Diagnostik.

56

In der Neurologischen Klinik werden alle

akuten und chronischen Erkrankungen des

zentralen und peripheren Nervensystems

behandelt, wie Schlaganfall, Multiple

Sklerose, Morbus Parkinson, Epilepsie,

Hirntumoren, Hirn- und Hirnhautentzündungen,

Entzündungen der peripheren

Nerven und der Nervenwurzeln, degenerative

Erkrankungen des Nervensystems und

Muskelkrankheiten, um nur die häufigsten

Erkrankungen zu nennen. Diagnostik und

Therapie erfolgen nach dem neuesten

Stand der medizinischen Wissenschaft.

Dafür stehen ein modernes elektrophysiologisches

Labor mit Untersuchungseinheiten

für die Elektroenzephalographie,

die Elektromyographie und -neurographie

sowie die evozierten Potentiale und ein

modernes Gefäßultraschalllabor für die

extra-und transkranielle Untersuchung der

hirnversorgenden Arterien zur Verfügung.

Die bildgebende Diagnostik erfolgt in

Zusammenarbeit mit dem Radiologischen

Institut des Ostalb-Klinikums und mit der

am Ostalb-Klinikum angesiedelten Röntgenpraxis,

wo bisher die kernspintomographischen

Untersuchungen durchgeführt

werden. Die Inbetriebnahme eines eigenen

Kernspintomographen im Ostalb-Klinikum

steht unmittelbar bevor.

Die Labordiagnostik einschließlich der

Liquordiagnostik erfolgt im eigenen Labor

und in Kooperation mit dem Labor Dr. Gärtner.

Darüber hinaus gibt es in der Neurologie

ebenso wie in anderen Fächern immer

wieder auch sehr spezielle Anforderungen

im Hinblick auf selten zu bestimmende

Laborparameter, die wir in Zusammenarbeit

mit verschiedenen Universitätslabors lösen.

Die histopathologische Diagnostik führen

wir zusammen mit der am Ostalb-Klinikum

niedergelassenen Pathologiepraxis Dr. Hack

und der Neuropathologie am Institut für

Hirnforschung der Universität Tübingen

durch.

Wir sind in der Lage, auch schwierigste diagnostische

Probleme zu lösen und unseren

Patienten in kürzester Zeit die notwendige

Therapie zur Verfügung zu stellen. Die Therapie

kann dabei zum größten Teil im Ostalb-Klinikum

selbst erfolgen, so zum

Beispiel die medikamentöse Therapie einschließlich

der Infiltrationsbehandlungen,

die Strahlentherapie sowie die krankengymnastischen,

ergotherapeutischen und

logopädischen Behandlungen.

Auch einfachere neurochirurgische Operationen

wie beispielsweise die Bandscheibenoperationen

erfolgen im Ostalb-

Klinikum. Schwierigere neurochirurgische

Operationen - dazu zählen die Operationen

der Hirntumoren - werden dagegen in der

neurochirurgischen Abteilung des Bundeswehrkrankenhauses

Ulm oder in anderen

neurochirurgischen Kliniken durchgeführt.

Dabei haben wir außer zum Bundeswehrkrankenhaus

besonders gute Verbindungen

zu den neurochirurgischen Kliniken der

Universität Ulm/Bezirkskrankenhaus Günzburg,

des Katharinenhospitals Stuttgart,

des Klinikums Ludwigsburg und der Universitäten

Freiburg und Tübingen.

Die zum Teil außerordentlich schwierigen

endovaskulären Interventionen an den

hirnversorgenden Arterien, die nur von

wenigen Spezialisten durchgeführt werden

können, erfolgen durch Herrn Professor

Henkes im Institut für diagnostische und

interventionelle Neuroradiologie des Katharinenhospitals

Stuttgart, mit dem uns eine

sehr enge Zusammenarbeit verbindet.


Besondere Versorgungsschwerpunkte

• Schlaganfallversorgung

Ein besonderer Versorgungsschwerpunkt

ist die Schlaganfallversorgung. Im

Rahmen des baden-württembergischen

Versorgungskonzepts hat das Ostalb-

Klinikum zusammen mit dem Klinikum

Heidenheim den Versorgungsauftrag

als regionaler Schwerpunkt zur Schlaganfallbehandlung.

Für die Akutbehandlung

der Schlaganfallpatienten steht

eine nach modernen Gesichtspunkten

ausgestattete Überwachungseinheit -

Stroke Unit - mit derzeit 4 Betten zur

Verfügung. Auf dieser Spezialstation

wurden im Jahre 2009 352 Schlaganfallpatienten

behandelt. Dies waren etwa

70 Prozent aller im Ostalb-Klinikum

während des Berichtszeitraums aufgenommenen

Schlaganfallpatienten.

Von den restlichen Patienten mussten

3 Prozent primär auf der Intensivstation

versorgt werden und 27 Prozent kamen

von Anfang an auf eine neurologische

oder internistische Normalstation. Die

Thrombolyse – das ist die medikamentöse

Auflösung eines den Schlaganfall

verursachenden Blutgerinnsels, die

nur in den ersten 3 bis 4 Stunden nach

Auftreten des Schlaganfalls möglich

ist – erfolgte bei 7 Prozent der Patienten.

Dies ist ein recht gutes Ergebnis

im Vergleich zu 4.7 Prozent im badenwürttembergischen

Landesdurchschnitt.

Da das Ergebnis der Thrombolyse umso

besser ausfällt, je rascher sie erfolgt,

muß das Ziel jeder Schlaganfallversorgung

nach wie vor die rasche Krankenhauseinlieferung

ohne jede Verzögerung

und der reibungslose Versorgungsablauf

im Krankenhaus selbst sein. Der Beginn

der Lysetherapie erfolgte bei 20 Prozent

der behandelten Patienten innerhalb

der ersten 30 Minuten nach Krankenhausaufnahme

(Landesdurchschnitt

19.8 Prozent. Durch die Optimierung der

Arbeitsabläufe und des Ineinanderspiels

der beteiligten Krankenhausbereiche –

Notaufnahme, CT-Diagnostik, Labor und

Stroke Unit – muß eine Erhöhung dieses

Anteils erreicht werden.

In Anerkennung unserer Arbeit wurde

am 10.05.2009 durch die Arbeitsgemeinschaft

baden-württembergischer

Schlaganfallstationen das Zertifikat

„Regionaler Schlaganfallschwerpunkt

Ostwürttemberg“ ausgestellt, mit dem

bescheinigt wird, dass unsere Schlaganfalleinheit

allen Anforderungen der

Schlaganfallkonzeption des Landes

Baden-Württemberg entspricht.

• Multiple Sklerose und andere

neuroimmunologische Erkrankungen

Ein weiterer Versorgungsschwerpunkt ist

nach wie vor die Behandlung der Multiplen

Sklerose und anderer neuroimmunologischer

Erkrankungen einschließlich

der immunologisch bedingten Erkrankungen

des peripheren Nervensystems

wie beispielsweise der akuten Polyradikulitis

(Guillain-Barré-Syndrom) und der

chronisch-inflammatorischen demyelinisierenden

Polyneuropathie (CIDP).

Die therapeutischen Möglichkeiten

verbessern sich bei diesen Erkrankungen

laufend. So ist in der immunmodulatorischen

Langzeitbehandlung der

Multiplen Sklerose in absehbarer Zeit

die Zulassung neuer Medikamente zu erwarten,

die in Tablettenform verabreicht

werden können, während man bisher auf

Injektionsbehandlungen angewiesen ist.

Die Medikamentenkosten liegen z.T. außerordentlich

hoch – beispielsweise bei

der i.v. Immunglobulinbehandlung – so

dass der Einsatz dieser Medikamente nur

in den indizierten Fällen nach sorgfältiger

Diagnostik erfolgen darf.

Fallzahl

Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung Case-Mix-Index

57


• Morbus Parkinson und andere

extrapyramidale Erkrankungen

Auch die Parkinsonkrankheit und die

anderen extrapyramidalen Erkrankungen

– in erster Linie Dystonien

und Dyskinesien – zählen zu den

Versorgungsschwerpunkten der Klinik.

Die Parkinsonkrankheit als eine der

häufigsten neurologischen Alterskrankheiten

erfordert ein differenziertes

Behandlungssprektrum, das nur durch

ein spezialisiertes Team aus Neurologen,

Physiotherapeuten, Ergotherapeuten,

Logopäden und kinestetisch geschulten

Krankenschwestern und –pflegern gewährleistet

werden kann. Behandlungsbasis

ist eine optimale und immer auf

den Einzelfall abgestimmte medikamentöse

Therapie, die im Einzelfall recht

komplex und in der Verabreichung

einer Vielzahl über den Tag verteilter

Medikamente bestehen kann. Die beste

medikamentöse Therapie bleibt aber

unzureichend, wenn sie nicht von ebenfalls

auf den Einzelfall abgestimmten

bewegungs- und sprechtherapeutischen

Behandlungen begleitet wird.

• Hirntumoren

Die Behandlung der Hirntumoren

steckt als Versorgungsschwerpunkt

noch in den Anfängen, wird aber in

den nächsten Jahren weiter ausgebaut

werden. Die Möglichkeit dazu ist durch

die Etablierung der Strahlentherapie

am Ostalb-Klinikum und die Gründung

des medizinischen Versorgungsschwerpunkts

Onkologie eröffnet.

Weitere Leistungsangebote

Zur Behandlung extrapyramidaler Bewegungsstörungen

- in erster Linie Dystonien

im Halsbereich wie der Torticollis und im

Gesicht wie der Blepharospasmus -, des

Spasmus facialis und der Extremitätenspastik

bieten wir die Botulinumtoxinbehandlung

an. Der Chefarzt besitzt das Zertifikat

des Arbeitskreises Botulinumtoxin der

Deutschen Gesellschaft für Neurologie für

die Therapie mit Botulinumtoxin.

58

Rang DRG Top 20 DRG’s Neurologische Klinik Fallzahl

1 B70B Apoplexie mit neurologischer Komplexbehandlung des akuten

Schlaganfalls, mehr als 72 Stunden, ohne intrakranielle Blutung oder

ohne neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls,

mehr als 72 Stunden, mit komplizierter intrakranieller Blutung 100

2 B76G Anfälle, ein Belegungstag oder ohne komplexe Diagnostik und Therapie,

ohne äußerst schwere oder schwere CC, ohne komplizierende Diagnose,

ohne EEG, Alter > 5 Jahre, ohne komplexe Diagnose 93

3 B70D Apoplexie mit neurologischer Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls,

bis 72 Stunden, ohne intrakranielle Blutung, ohne systemische Thrombolyse,

mehr als ein Belegungstag 91

4 B69C Transitorische ischämische Attacke (TIA) und extrakranielle Gefäßverschlüsse

mit neurologischer Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls,

bis 72 Stunden, ohne äußerst schwere CC oder mit anderer neurologischer

Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls 88

5 B70F Apoplexie ohne neurologische Komplexbehandlung des akuten

Schlaganfalls, ohne andere neurologische Komplexbehandlung des akuten

Schlaganfalls, ohne intrakranielle Blutung, ohne systemische Thrombolyse,

mehr als ein Belegungstag 88

6 B69E Transitorische ischämische Attacke (TIA) und extrakranielle Gefäßverschlüsse

ohne neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls,

ohne andere neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls,

ohne äußerst schwere CC 85

7 I68C Nicht operativ behandelte Erkrankungen und Verletzungen im Wirbelsäulenbereich,

mehr als ein Belegungstag, Alter > 55 Jahre oder äußerst

schwere oder schwere CC, ohne komplexe Diagnose oder andere Frakturen

am Femur 79

8 B68D Multiple Sklerose und zerebellare Ataxie, ein Belegungstag oder ohne

äußerst schwere CC, Alter > 15 Jahre, ohne komplexe Diagnose 66

9 B77Z Kopfschmerzen 62

10 D61C Gleichgewichtsstörungen (Schwindel) außer komplexe Gleichgewichtsstörung,

ohne Hörverlust oder Tinnitus 60

11 B71D Erkrankungen an Hirnnerven und peripheren Nerven ohne komplexe

Diagnose, ohne Komplexbehandlung der Hand, ohne äußerst schwere

oder schwere CC, außer bei Para- / Tetraplegie 54

12 B81B Andere Erkrankungen des Nervensystems ohne komplexe Diagnose 54

13 I68D Nicht operativ behandelte Erkrankungen und Verletzungen im Wirbel-

säulenbereich, mehr als ein Belegungstag, Alter < 56 Jahre,

ohne äußerst schwere oder schwere CC 48

14 B76E Anfälle, mehr als ein Belegungstag, ohne komplexe Diagnostik und

Therapie, mit schweren CC, Alter > 2 J., ohne komplexe Diagnose oder

ohne äußerst schwere oder schw. CC, ohne kompliz. Diagnose, mit EEG,

ohne komplexe Diagnose, ohne angeborene Fehlbildung 38

15 B66D Neubildungen des Nervensystems, ein Belegungstag oder ohne äußerst

schwere CC oder Stupor und Koma, nicht traumatisch bedingt,

Alter > 0 Jahre 27

16 B85D Degenerative Krankheiten des Nervensystems ohne hochkomplexe

Diagnose, ohne äußerst schwere oder schwere CC,

ohne komplexe Diagnose 27


Rang DRG Top 20 DRG’s Neurologische Klinik Fallzahl

17 B71C Erkrankungen an Hirnnerven u. periph. Nerven ohne Komplexb. d. Hand

od. m. kompl. Diagnose, ohne schw. CC od. außer b. Para- / Tetraplegie

od. ohne kompl. Diagn., m. äuß. schw. od. schw. CC, auß. b. Para- / Tetrapl.

od. ohne schw. CC, b. Para- / Tetrapl. 24

18 C61Z Neuro-ophthalmologische und vaskuläre Erkrankungen des Auges 24

19 B63Z Demenz und andere chronische Störungen der Hirnfunktion 22

20 B67B Morbus Parkinson ohne äußerst schwere CC, ohne schwerste

Beeinträchtigung 22

Allgemeiner Jahresrückblick 2009

Im Jahre 2009 war die Neurologische Klinik

zu 96,2 Prozent ausgelastet. Behandelt

wurden 1487 Patienten mit einer durchschnittlichen

Verweildauer von 6,8 Tagen.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies

eine nochmalige Steigerung der DRG-Fälle

um 4,8 Prozent. Im Ultraschall-Labor erfolgten

3928 Untersuchungen der hirnzuführenden

Halsgefäße und der Hirnarterien

und im neurophysiologischen Labor 5104

elektromyographische und –neurographische

Untersuchungen, 2517 Untersuchungen

der evozierten Potentiale und 938

EEG-Ableitungen.

Ärztliche Struktur

Chefarzt

Dr. med. Jan Peters

Oberärzte

Dr. med. Max Heyden

(leitender Oberarzt und Leiter des Ultraschall-Labors)

Dr. med. James Beattie

Leiter des Schwerpunkts Schlaganfallversorgung

und des elektrophysiologischen

Labors)

Fachärzte/-innen

Dr. med. Liviu Coltoiu

Dr. med. Stephanie Glaß

Dr. med. Gabriel Zarnescu

Assistenzärzte/-innen in der Facharzt-

Weiterbildung

Dr. med. Eik Baumgarten

Dr. med. Johanna Frei

Bettina Koloseike (z.Z. in Elternzeit)

Manuela Link

Dr. med. Maria Vorniotaki

Thorid Wevelsiep

Qualitätsmanagementprojekt

In der Schlaganfallversorgung erfolgt eine

externe Qualitätssicherung durch die Geschäftsstelle

Qualitätssicherung im Krankenhaus

bei der Baden-Württembergischen

Krankenhausgesellschaft.

Interdisziplinarität

Die Neurologie spielt für fast alle klinischen

Disziplinen eine wichtige konsiliarische

Rolle, sei es weil primär nicht-neurologische

Erkrankungen das Nervensystem

von Anfang mit tangieren, sei es weil im

Verlauf dieser Erkrankungen neurologische

Komplikationen auftreten, sei es weil vorbestehende

neurologische Erkrankungen

besondere Berücksichtigung erfordern.

Ein Beispiel dafür ist die Epilepsiebehandlung

in der Schwangerschaft.

Hervorzuheben ist die enge klinische Kooperation

mit der Neurochirurgie und der

interventionellen Neuroradiologie sowie der

Kardiologie und der Unfallchirurgie.

Akademische Lehre und Fortbildungsveranstaltungen

Neben der klinikumsinternen Fortbildung

der Studenten, die im Ostalb-Klinikum ihr

Praktisches Jahr absolvieren, ist der Chefarzt

an einem neurologischen Curriculum

für die PJ-Studenten der Universität Ulm in

der Neurologischen Klinik der Universität

Ulm beteiligt.

An fachspezifischen Fortbildungen wurden

im Jahre 2009 ein ganztägiges Elektromyographisches

und –neurographisches

Seminar am 11.07.2009, das sich speziell an

Neurologen in Praxis und Klinik wendet und

sehr gut besucht war, sowie das alljährliche

abwechselnd in Aalen und in Heidenheim

stattfindende Aalen-Heidenheimer Neurologie-Symposium

am 28.11.2009 (diesmal

in Heidenheim) veranstaltet.

Am 09.05.2009 fand anlässlich des „Tages

des Schlaganfalls“ im Foyer des Ostalb-

Klinikums eine sehr gut besuchte Aufklärungsveranstaltung

für die Bevölkerung

statt, die auch überregionale Beachtung

fand. Diese Veranstaltung erfolgte in

Zusammenarbeit mit der Schlaganfall-

Selbsthilfegruppe „Knospe“.

Chefarzt Dr. Jan Peters

Oberarzt Dr.

Max Heyden

Oberarzt Dr.

James Beattie

57


Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Die Abteilung

15 Ärztinnen und Ärzte sowie 15 spezialisierte

Pflegekräfte gewährleisten die anästhesiologische

Versorgung der Patientinnen

und Patienten unseres Klinikums. In enger

Abstimmung mit unseren operativen Partnern

werden moderne schonende Anästhesieverfahren

eingesetzt, wozu auch

die zielgerichtete Schmerztherapie z.B.

mit speziellen Katheterverfahren gehört.

Auf der operativen Intensivstation sind 26

Pflegekräfte eingesetzt, die ihren wichtigen

Beitrag zur Umsetzung aktueller Behandlungskonzepte

in der operativen Intensivmedizin

leisten. Zusätzliche Schwerpunkte

der Abteilung sind die Organisation des

Notarztwagens (NAW) sowie die Notfallbehandlung

innerhalb des Krankenhauses

(„Herz-Alarm“, Polytrauma-Versorgung,

Notfall-Kaiserschnitt).

Medizinisches Leistungsspektrum

Anästhesiologische Versorgung sämtlicher

operativer Disziplinen (Chirurgische Klinik I

mit Sektion PPW, Chirurgische Klinik II mit

Sektion Neurochirurgie, Frauenklinik, HNO-

Belegabteilungen), im Rahmen endoskopischer

Eingriffe der Medizinischen Klinik I

und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

sowie bei speziellen Behandlungen

(Brachytherapien) der Strahlentherapie-

Praxis am Ostalb-Klinikum

• OP-Management und -Controlling

• Tägliche anästhesiologische Sprechstunden

mit Prämedikations-Ambulanz

• Organisation und Durchführung von

Eigenblutspenden (bis Sommer 2009)

• Tägliche 24-Stunden-Bereitstellung

eines Reanimationsteams

• Konsiliardienst für alle medizinischen

Disziplinen des Ostalb-Klinikums

• Dozenten-Tätigkeit in der Fachweiterbildung

Anästhesie- und OP-Pflege

• Abteilungsinterne Fortbildungen

1-2mal monatlich

• Ärztliche Leitung der Operativen Intensivstation

(7 Betten, davon 6 Beatmungsplätze)

• Bereitstellung der Transplantationsbeauftragten

für das Ostalb-Klinikum

• Organisation des Notarztwagens für die

Städte Aalen und Bopfingen

• Bereitstellung des Notarztes der Stadt

Aalen werktäglich von 7.00-17.00 Uhr

60

• Bereitstellung des Leitenden Notarztes

• Organisation und Durchführung der

perioperativen Schmerztherapie

• Aufbau und Etablierung eines klinikinternen

Schmerzmanagements mit defi-

nierten Protokollen und Standards

Anästhesie-Pflegekräfte:

• Regelmäßige Schulung aller Pflegekräfte

des Ostalb-Klinikums in der Durchfüh-

rung der cardiopulmonalen Reanimation

(18 Termine in 2009)

• Regelmäßige Kontrolle und Ergänzung

der standardisierten Notfallkoffer

Besondere Versorgungsschwerpunkte

Allgemeinanästhesien (Vollnarkose) und

regionale Anästhesieverfahren zur gezielten

Schmerztherapie (z.B. thorakale und

lumbale Periduralanästhesie, Blockadetechniken

für die obere und untere Extremität)

• in der großen Bauchchirurgie (Speiseröhre,

Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse,

Dick- und Dünndarm),

• bei komplexen Eingriffen im Kindesalter

(Bauchchirurgie, Neurochirurgie),

• im Rahmen von Gelenkersatz- und

Wirbelsäulenoperationen sowie

neurochirurgischen Eingriffen,

• bei gynäkologischen Operationen

einschließlich erhaltenden und rekon-

struktiven Eingriffen an der weiblichen

Brust,

• Narkosen für endoskopische Eingriffe

(Magen, Darm, Lunge) bei Erwachsenen

und Kindern,

• Anästhesien bei speziellen Eingriffen in

der Strahlentherapie

Intensivmedizinische Versorgung von Erwachsenen

und Kindern über 6 Jahre nach

ausgedehnten Operationen oder schweren

Unfällen mit differenzierten Behandlungskonzepten.

Regionales Schmerzzentrum Ost-Württemberg

(im Verbund mit den Nachbar-Krankenhäusern),

Vertretung des Regionalen

Schmerzzentrums Ost-Württemberg in den

Gremien des Sozialministeriums Baden-

Württemberg.

Weitere Leistungsangebote

• Mitarbeit in der Hygiene-Kommission

des Ostalb-Klinikums

• Mitarbeit in der Transfusions-Kommission

des Ostalb-Klinikums

• Mitarbeit in der Arzneimittel-Kommisson

der Kliniken des Ostalbkreises

Allgemeiner Jahresrückblick

Anästhesiologie

Im Jahr 2009 wurden wie im Vorjahr mehr

als 6400 Anästhesieleistungen erbracht,

wobei über 1300 auf ambulante Eingriffe

entfielen. Die Einrichtung eines eigenständigen

Ambulanten OP-Zentrums, das im

Sommer 2010 seinen Betrieb aufnehmen

wird, berücksichtigt diese Entwicklung und

wird zukünftig ambulante Operationen

unter verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen

ermöglichen.

Damit werden im Zentral-OP Kapazitäten

frei, die für die weitere Entwicklung unserer

operativen Disziplinen dringend benötigt

werden. Sowohl im Brustzentrum als auch

im Darmzentrum konnten die Eingriffszahlen

gegenüber dem Vorjahr gesteigert

werden. Auch die Knie-Endoprothetik

verzeichnete Zuwächse. Die fortschreitende

Spezialisierung der operativen Hauptabteilungen

erforderte eine entsprechende anästhesiologische

Betreuung mit erhöhtem

apparativen und logistischen Aufwand

(Kombination aus Vollnarkose und Regionalanästhesie-Techniken,

invasives Monitoring,

postoperative „Schmerzvisite“ bei

Patienten mit Katheter-Regionalanästhesie),

um den operativen Erfolg zu sichern

und unseren Patienten Schmerzfreiheit und

relatives Wohlbefinden zu gewährleisten.

Für endoskopische Eingriffe (Bronchoskopien,

Gastroskopien, Coloskopien) wurden

56 Kinder, Jugendliche und Erwachsene

anästhesiologisch versorgt (2008: 58).

Stabstelle OP-Management und

–Controlling

Die komplexen Abläufe im Zentral-OP sowie

die Koordinierung der dezentralen Eingriffe

(Ambulanz, CT, Endoskopie, Strahlenklinik)

wurden wie in den zurückliegenden

Jahren von Oberarzt K. Muras und dem Ltd.

OP-Pfleger H. Taglieber bestens organisiert.


Dank der hohen Motivation aller Mitarbeiter

der unterschiedlichen Berufsgruppen

konnte die vorhandene OP-Kapazität nahezu

optimal genutzt werden.

Operative Intensivmedizin

Wie bereits 2007 und 2008, so stieß die

Kapazität der Operativen Intensivstation 43

auch im Jahr 2009 zeitweise an ihre Grenzen.

Insgesamt zeigte sich jedoch ein

leichter Rückgang des Belegungsdrucks:

977 Patienten (Vorjahr: 1087) wurden aufgenommen

und im Durchschnitt 2,1 Tage

behandelt (2007 Belegungstage). Intensivbetten

anderer Kliniken (Neurologie, Innere

Medizin) mussten nur noch in seltenen

Fällen in Anspruch genommen werden.

Die „stroke unit“ der Neurologischen Klinik

wechselte 2009 ihren Standort innerhalb

des Klinikums und befindet sich nun in

unmittelbarer Nachbarschaft der internis-

tischen Intensivstation auf der Ebene 2.

Die dadurch frei gewordenen 2 Doppelzimmer

mit insgesamt 4 Intensiv-Überwachungsplätzen

sollen zukünftig unseren

operativen Patienten zugute kommen.

Künstliche Beatmungen erfolgten an

10.456 Stunden (Vorjahr: 9816 Stunden).

In 2009 wurden 5 Dilatations-Tracheotomien

(Luftröhrenschnitte) bei langzeitbeatmeten

Patienten durchgeführt, hinzu

kamen 22 Bronchoskopien.

Um die Leistungsfähigkeit unserer Operativen

Intensivstation noch genauer

abbilden zu können, erscheint die Einführung

einer zeitgemäßen EDV-gestützten

Dokumentation unerlässlich.

Transplantationsmedizin

In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen

Stiftung für Organtransplantation

(DSO) wurden 2009 bei 2 Patienten mit

festgestelltem Hirntod Organe entnommen,

die erfolgreich transplantiert wurden und

ihren Empfängern heute ein weitgehend

normales Leben ermöglichen.

61


Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie

des Bundeswehrkrankenhauses

Ulm

Im Sommer 2007 erfolgte erstmals eine

6-monatige intensivmedizinische Weiterbildung

von Assistenzärzten der Neurochirurgie

des BWK Ulm am Ostalb-Klinikum

Aalen. Diese Zusammenarbeit konnte auch

2008 und im Berichtsjahr 2009 fortgesetzt

und vertieft werden. Insbesondere unsere

hirnverletzten Patienten profitierten von

dieser zusätzlichen Kompetenz.

Notarztwagen (NAW)

Gegenüber dem Vorjahr (2115 Einsätze)

blieb die Zahl der NAW-Anforderungen in

2009 praktisch gleich (2108). Mehr als die

Hälfte der Einsätze (53,6%) wurde durch

Ärztinnen und Ärzte der Anästhesiologie

absolviert. Die gesetzliche Vorgabe,

mindestens 95% der Patienten innerhalb

von 15 Minuten notärztlich zu betreuen,

konnte für den Versorgungsbereich Aalen

eingehalten werden. 74 Patienten mussten

reanimiert werden (Herz-Kreislauf-Wiederbelebung),

dies war bei 20 (27%) primär

erfolgreich. Die Hinzuziehung eines zweiten

Notarztes war in 110 Fällen notwendig,

davon entfielen 43 Einsätze auf Verlegungstransporte.

Eigenblutspende

Dem Trend der Vorjahre folgend, wurde

2009 die Eigenblutspende (EBS) im Ostalb-

Klinikum nur noch vereinzelt in Anspruch

genommen (2 Patienten mit 4 Terminen).

Folgerichtig wurde die EBS im Sommer

2009 eingestellt. Dies entspricht der bundesweit

zu beobachtenden Entwicklung.

Patienten des Ostalb-Klinikums, die eine

EBS vor einer Operation wünschen, können

dies in der Blutspendezentrale des Roten

Kreuzes in Ulm durchführen lassen.

62

Chefarzt Prof. Dr. Achim Thiel

Notfallversorgung im Krankenhaus

Die Versorgung von Notfällen im Ostalb-

Klinikum („Herz-Alarm“, Notfall-Kaiserschnitt)

geschieht unverzüglich durch

ein spezielles Team aus Ärzten und

Pflegekräften. Die technischen Voraussetzungen

(Alarmierung mit Angabe des

Notfallortes, Rückmeldung und Quittierung

der Notfallmeldung) funktionieren

seit Jahren einwandfrei. In 2009 wurde

80mal „Herz-Alarm“ ausgelöst (2008: 84),

zusätzlich nach 28 Alarmierungen ein

Notfall-Kaiserschnitt durchgeführt (2008:

38). In 81 Fällen wurde das Notfall-Team

zur Versorgung akut eingelieferter schwer

verletzter Patienten angefordert, 35 dieser

Patienten wurden als Polytrauma (ISS >

16) klassifiziert. Im Jahresverlauf wurde das

Notfall-Team also mehr als 2mal pro Woche

angefordert.

Konsile

In 2009 wurden 89 anästhesiologische

Konsile durchgeführt. Hiervon entfiel

etwa die Hälfte auf akute oder chronische

Schmerzzustände bei Patienten aller Fachabteilungen

des Ostalb-Klinikums.

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

möchte ich an dieser Stelle für die viele

geleistete Arbeit danken.

Oberarzt Dr. Raimund Stehle

Oberarzt Dr. Nazif Ekmecki

Oberärztin Dr. Petra Zahn

Oberarzt Kay Muras


Ärztliche Struktur

Chefarzt

Prof. Dr. med. A. Thiel

Leitender Oberarzt

Dr. med. R. Stehle

Oberarzt

Dr. med. N. Ekmekci

Oberarzt

K. Muras

OP-Management und -Controlling

Oberärztin

Dr. med. P. Zahn

Leitung Operative Intensivstation

Transplantationsbeauftragte OAK

Hygienebeauftragte Anästhesie

Facharzt C. Thome

Leitender Notarzt

Organisation NAW

Facharzt C. Wolfschläger

Perioperative Schmerztherapie

Assistenzarzt Dr. med. J. Vater

Assistenzärztin Dr. med. N. Kopp

Assistenzärztin H. Cilek

Assistenzärztin H. Muras

Assistenzarzt G. Wotschel

Assistenzärztin Dr. med. J. Mantz

Assistenzarzt Dr. med. L. Eberhardt

Assistenzarzt A. Riedel

Über die Zusatzqualifikation „Spezielle anästhesiologische

Intensivmedizin“ verfügen

der Chefarzt sowie Oberärztin Dr. Zahn.

„Leitender Notarzt“ ist C. Thome.

Innovationen im Berichtsjahr

Ausweitung von speziellen Kathetertechniken

zur regionalen Analgesie der unteren

Extremität (Psoas-Kompartment- und

proximale Ischiadicus-Blockade). Diese

Techniken werden speziell für komplexe

Eingriffe am Kniegelenk genutzt.

Ausweitung regionaler Anästhesietechniken

für komplexe Eingriffe an der Schulter (interskalenäre

Blockade des Plexus brachialis

mit Katheter).

Erarbeitung von weiteren SOP (standardisierte

Arbeitsanweisungen) für die Operative

Intensivstation.

Vorbereitung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen

„Klinische Ethikberatung“

in Zusammenarbeit mit

Prof. Dr. J. Freihorst, Dr. C. Gnauert und

Dr. A. Hendrischke. Externer Berater und

Dozent war Dr. phil. Fahr, Universität

Erlangen.

Qualitätsmanagementprojekte /

Interdisziplinarität

• Schmerzmanagement in der Frauenklinik

und den Chirurgischen Kliniken I und II

• Mitwirkung an der Re-Zertifizierung

Aalen BrustCentrum (abc)

• Mitwirkung an der Re-Zertifizierung

Aalen DarmCentrum (adc)

• Selbstbewertung Transfusionsmedizin

nach Transfusionsgesetz.

• Regelmäßige Überprüfung und Zertifizierung

der Eigenblutspende durch die

Blutspendezentrale Ulm des DRK Baden-

Württemberg / Hessen.

• Teilnahme an externer Qualitätssicherung

(QS) Notarztwesen Baden-

Württ emberg.

• Teilnahme an externer QS Notfall-Laborgerät

der Operativen Intensivstation.

• PaSOS (Patienten-Sicherheits- Optimierungs-System)

Wissenschaftliches Arbeiten /

Akademische Lehre

• Ausbildung von Studierenden im letzten

klinischen Abschnitt (Praktisches Jahr)

• Studenten-Unterricht

• Staatsexamens-Prüfungen

Veröffentlichungen:

Dr. P. Zahn

„Anwendung von Qigong Yangsheng in der

Schmerztherapie bei Innenmeniskusschaden“.

Zeitschrift für Qigong Yangsheng

(2009); ML-Verlag

Vorträge:

Prof. Dr. A. Thiel

„Medikamentöse Schmerztherapie“, Fortbildungsveranstaltung

der Frauenklinik Aalen,

2.2.09

Dr. P. Zahn

Kursleitung „Grundlagen der Sportpädagogik

unter freizeitsportlichen Aspekten

am Beispiel Mountainbike“ zur Erlangung

der Zusatzbezeichnung Sportmedizin, 19.

Internationales-interdisziplinäres Symposium

„Schmerz und Bewegung, Fuerteventura,

30.10.2009

63 63


Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin

Die Abteilung

Die Station (18 Betten) und die Tagesklinik

(18 Behandlungsplätze) der Klinik für

Psychosomatik und Psychotherapeutische

Medizin arbeiten eng aufeinander abgestimmt

nach einem integrativen Ansatz

(Aalener Modell). Das Behandlungskonzept

verknüpft verschiedene verbale und nonverbale

Behandlungsangebote und orientiert

sich an den evidenzbasierten Leitlinien

der Arbeitsgemeinschaft der medizinischwissenschaftlichen

Fachgesellschaften in

Deutschland (AWMF).

Während der 6-8 wöchigen Behandlung

sollen unsere PatientInnen nicht nur eine

spürbare Symptomentlastung erfahren,

sondern vor allem ein Verständnis für das

Zusammenwirken ihrer emotionalen und

körperlichen Reaktionen entwickeln. Ziel

ist es, die eigenen Ressourcen und Kompetenzen

so zu aktivieren, dass neue Erfahrungen

und Verhaltensweisen ermöglicht

werden. Zu Behandlungsbeginn entwickeln

wir daher mit allen Patienten ein individuelles

Konzept, um sie zu unterstützen,

inneren Blockaden und Ängsten mit Offenheit,

Mut und Neugier entgegenzutreten.

Die qualifizierten TherapeutInnen unseres

Teams bieten vielfältige Gesprächsmöglichkeiten

und eine Vielzahl erlebnisorientierter

Behandlungen an (Kunst-, Körper- oder

Musikpsychotherapie, QiGong, Jacobsen-

Entspannung etc.), bei denen psychodynamische,

kognitiv-verhaltenstherapeutische

und familiensystemische Angebote aufeinander

aufbauen.

Medizinisches Leistungsspektrum

Das Therapiespektrum im Überblick

Verbale Psychotherapieangebote

• Psychotherapeutische Einzelgespräche

- psychodynamische Therapie

- kognitive Verhaltenstherapie CBT

- systemische Therapie

• Expositionstraining

• Skill - Training

• Focusgespräche

• Triadengespräche

• Trauerbehandlung

• Psychosomatische Pflegegespräche

• Gruppenpsychotherapie

64

- psychodynamische Gruppe

- interaktionelle Gruppe

(soz. Kompetenztraining, Rollenspiel)

- störungsspezifische psychoedukative

Gruppe

- Essstörungsgruppe

- Genussgruppe

- ressourcenorientierte Feedback-Gruppe

- Belastungstraining in der Gruppe

• Systemische Paar- und Familientherapie

Komplementäre Therapieangebote

• Kunst,- Musik- und Tanzpsychotherapie

• Konzentrative Bewegungstherapie KBT

• Osteopathie und Craniosacraltherapie

• Ergotherapie

• Biofeedback Therapie

• Spezielle psychosomatische Schmerztherapie

• Traumaassoziierte Psychotherapie

(Stabilisierung, PITT, EMDR)

• Entspannungsverfahren (QiGong, PME)

• Nordic-Walking Gruppe

• Physikalische Therapie

• Medizinische Trainingstherapie und

Fitness-Training

• Ernährungsberatung

• Sozialberatung

• Berufsbezogenes Coaching

Überblick:

Störungsbilder in der Psychosomatik

In der Klinik für Psychosomatik und

Psychotherapeutische Medizin werden alle

Krankheiten und Störungen des Fachgebietes

behandelt. Dazu zählen im Einzelnen:

Körperliche Störungen ohne Organbefund

(somatoforme Störungen)

• Undifferenzierte Somatisierungsstörungen

• Funktionelle und/oder somatoforme

Schmerzstörungen

• Somatoforme Störungen des Atmungsoder

Herz-Kreislaufsystems,

der Verdauungsorgane oder des Urogenitalsystems

(inkl. Sexualstörungen)

• Störungen des Bewegungsapparates

und der Sinnesorgane

• Störungen des Schlaf-Wachrythmus

Körperliche Erkrankungen mit

psychosozialen Wechselwirkungen

• Tinnitus

• Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

• Bluthochdruck

• Neurodermitis

• Asthma bronchiale

• Allergien


Essstörungen

• Anorexie

• Bulimie

• Binge Eating Störung

• Adipositas

Psychotherapeutisch behandelbare

psychische Störungen

• Depressive Störungen

• Angst- und Panikstörungen

• Zwangserkrankungen

• Mobbing-Stress

• Psycho-physische Erschöpfung

(Burn-Out Syndrom)

• Persönlichkeitsstörungen

Probleme der Krankheitsverarbeitung

bei körperlichen Störungen

• Diabetes mellitus

• Störungen der Bewegungsfähigkeit

• chronische Schmerzerkrankungen

• bösartige Erkrankungen

• andere gravierende Erkrankungen

Akute Belastungsreaktionen

• Akute Gesundheits- oder Lebenskrisen

• Psychische Folgen von Verlustsituationen

Posttraumatische Belastungsstörungen

• Nach Gewalttaten oder sexueller Traumatisierung

• Nach Unfalltrauma oder Katastrophen

• Als Zeuge von traumatisierenden Ereignissen

Nicht behandelt werden

• Psychosen

• bipolare Störungen

• schwere Persönlichkeitsstörungen

• starke Selbstmordgefährdung

• Suchterkrankungen (außer Essstörungen)

Besondere Versorgungsschwerpunkte

Es bestehen Versorgungsschwerpunkte für

folgende Erkrankungen und Störungen:

Gruppe A/B

(18 stationäre bzw. tagesklinische

Behandlungsplätze)

• depressive Störungen

• Angst- und Panikstörungen

• psychogene Essstörungen

• Persönlichkeitsstörungen

Fachliche Leitung:

Frau OÄ Monika Enderle, Fachärztin für

Psychiatrie und Psychotherapie.

Rang ICD-10 Top 10-Diagnosen Fallzahl Fallzahl Fallzahl

2007 2008 2009

1 F32/F33 depressive Störungen 129 118 132

2 F45 funktionelle Störungen ohne Organbefund 105 114 109

3 F41/F40 Angststörungen und Phobien 56 45 39

4 F43 Belastungs- und Traumafolgestörungen 27 38 44

5 F50 Essstörungen 21 29 20

6 F62/F60 Persönlichkeitsveränderungen/ -störungen 7 3 2

7 F42 Zwangserkrankungen 1 2

8 F44 Dissoziative Störungen 1 2

F54/F48

etc. übrige Diagnosen 12 8 2

gesamt 370 365 364

Gruppe C/D

(18 stationäre bzw. tagesklinische

Behandlungsplätze)

• körperliche Störungen ohne Organbefund

(somatoforme Störungen)

• chronische Schmerzstörungen

• Bewältigungsstörungen bei schwerer

körperlicher Erkrankung

• Folgestörungen nach seelischer oder

körperlicher Traumatisierung

Fachliche Leitung:

Ltd. OA Dr.med. Martin von Wachter,

Facharzt für Psychosomatische Medizin

und Psychotherapie.

Weitere Leistungsangebote

• Psychosomatischer Konsil- und Liaisondienst

• Psychoonkologischer Dienst

• BG – Trauma - Ambulanz für Unfall-

PatientInnen mit psychischen Gesundheitsstörungen

• integrierte Versorgung von PatientInnen

im Netzwerk Essstörungen

Leistungsentwicklung

Im Jahr 2009 wurden auf der psychosomatischen

Station 164 und in der Tagesklinik

200, insgesamt also 364 PatientInnen

(2008: 375 Pat.) behandelt. Die durchschnittliche

Verweildauer betrug 40,0 (2008:

38,3) Tage im stationären und 21,2 (2008:

21,3) Tage im tagesklinischen Bereich. 95

PatientInnen nutzten die Möglichkeit einer

kombinierten Behandlung und wechselten

nahtlos von der Station in die Tagesklinik und

umgekehrt.

Mit 10780 (2008: 10 621) Belegungstagen

konnten wir unsere gute Vorjahresbelegung

wiederum deutlich verbessern.

Konsiliarbereich und Ambulanz

Aus den medizinischen Fachdisziplinen des

Ostalb-Klinikums wurden 352 PatientInnen

(vgl. 2007: 246 Pat.; 2008: 330 Pat.) zu

ein- oder mehrmaligen psychosomatischen

bzw. psychoonkologischen Konsil- bzw.

Liaisongesprächen überwiesen. Diese Konsultationen

betrafen PatientInnen, deren

psychosoziale Belastungen zu körperlichen

Funktionsstörungen oder zu emotionalen

Problemen geführt hatten. Wie auch im

Vorjahr war der Anteil der dabei versorgten

Tumor-PatientInnen, die unter besonderen

psychischen Krankheitsbelastungen litten,

mit ca. 30% (2007: 28%, 2008: 32%)

nahezu konstant. Häufig war auch eine

Krisenintervention bei Suizid-PatientInnen

im Bereich der Notaufnahme oder auf der

internistischen Intensivstation nötig.

658 PatientInnen suchten unsere Erstgesprächs-Ambulanz

auf, um die Möglichkeit

einer stationären oder tagesklinischen Behandlung

in der Psychosomatik zu klären.

364 PatientInnen wurden bei uns stationär

oder tagesklinisch behandelt, die übrigen

erhielten eine Empfehlung zur ambulanten

Psychotherapie, zur Behandlung in einer

ortsfernen psychosomatischen Fachklinik

oder einer psychiatrischen Klinik. Die überweisenden

Haus- oder Fachärzte wurden

darüber jeweils ausführlich telephonisch

oder schriftlich informiert.

65 65


Traumaschwerpunkt weiterentwickelt

In unserer BG-Traumaambulanz wurden

im Jahr 2009 insgesamt 38 PatientInnen

(2008: 35 Pat.) in ein oder mehreren

Gesprächen behandelt, die uns von den

Berufsgenossenschaften Süddeutschlands

oder Unfallärzten der regionalen

Umgebung wegen psychischer Gesundheitsstörungen

nach arbeitsplatzbedingter

Traumatisierung (Unfälle, Überfälle etc.)

überwiesen wurden.

Frau Oberärztin Enderle, Oberarzt Dr. von

Wachter und Chefarzt Dr. Hendrischke

wurde nach mehrjähriger theoretischer

und praktischer Ausbildung das europäische

Zertifikat als EMDR-Therapeuten

erteilt. EMDR ist ein vom Wissenschaftsrat

anerkanntes Psychotherapieverfahren zur

Behandlung von Traumafolgestörungen.

Wir freuen uns, mit dieser hocheffektiven

Methode den Traumaschwerpunkt der

Aalener Psychosomatik weiter ausbauen

zu können. Für das Jahr 2010 erwarten wir

eine weitere EMDR-Zertifizierung einer

Ärztin unserer Klinik.

Psychoonkologische Nachsorge

von Brustkrebs-Patientinnen

(KOMEN Projekt)

Gemeinsam mit der Klinik für Gynäkologie

haben wir ab März 2008 ein Projekt zur

psychosozialen Nachsorge von Brustkrebspatientinnen

gestartet, das durch

eine Förderzuwendung der amerikanischen

KOMEN-Stiftung ermöglicht wurde. Auch in

2009 nahmen 75 PatientInnen nahmen ein

oder mehrere unterstützende Gespräche

in Anspruch, 10 PatientInnen nutzen das

Angebot einer mehrmonatigen kontinuierlichen

Teilnahme an erlebnisorientierten

Verfahren der Kunst-, Tanz- bzw. Musiktherapie.

Die Fortsetzung der Förderung für

dieses erfolgreiche Projekt wurde von der

KOMEN-Stiftung auch für 2010 zugesagt.

66

Chefarzt Dr. Askan Hendrischke

Oberarzt Dr. Martin v. Wachter

Oberärztin Dr. Monika Enderle

Personalien

Wir freuen uns sehr, dass wir in Nachfolge

von Frau Anke Winter zum 1. April 2009

Frau Monika Enderle für eine oberärztliche

Mitarbeit in unserer Klinik gewinnen konnten

und heißen sie herzlich willkommen.

Frau Enderle stammt aus Ellwangen und

war im Rahmen ihrer ärztlichen Tätigkeit

von 2002-2009 am Zentrum für Psychiatrie

und Psychotherapie in Zwiefalten in

leitender Position für den Bereich Psychotraumatologie

verantwortlich.

Chefarzt Dr. Askan Hendrischke hatte als

Vize-Präsident der DCAP im September

Gelegenheit, auf Einladung der Breuninger

Stiftung auf der Insel Wasan in Ontario/

Canada an einem einwöchigen Kolloquium

chinesischer und deutscher Experten

teilzunehmen, das sich mit dem Thema

beschäftigte: 20 Jahre Deutsch-Chinesische

Akademie für Psychotherapie DCAP

– Stand der Psychotherapie in China heute?

Frau Zhang Jie, angehende Psychiaterin

am Hospital for Psychotherapy, Huazhong

Univ. of Science & Technology, Wuhan/

China hospitierte in der Zeit von April –

Oktober in unserer Klinik. Auf Grund ihrer

guten Deutschkenntnisse konnte sie ihr

psychotherapeutisches Wissen rasch weiterentwickeln

und sich mit verschiedenen

Aspekten störungsspezifischer Therapieprozesse

vertraut machen.

Chefarzt Dr. Askan Hendrischke nahm als

Vorsitzender des beratenden Fachausschuss

Psychosomatik der BzÄK Nordwürttemberg

an regelmäßigen Sitzungen teil und

beteiligte sich auch in 2009 wieder aktiv

als Mitglied des Programmausschuß an der

Organisation und Moderation der Psychosomatik-Veranstaltungen

beim jährlich

stattfindenden MEDIZIN-Fortbildungskongress

auf der Stuttgarter Messe.

Frau Oberärztin Enderle, Oberarzt Dr. von

Wachter und Chefarzt Dr. Hendrischke

erhielten das Fortbildungszertifikat der

Landesärztekammer Baden-Württemberg

und wiesen damit die fünfjährige Teilnahme

an 250 Std. fachgebundener Fortbildung

nach.

Arte Film über Burn Out

Im Rahmen der Themenwoche Burn out –

Schuften bis zum Umfallen, zeigte ARTE am

17. November die Reportage Ausgebrannt

– wenn nichts mehr geht. Gro?e Teile des

Beitrags waren im April während einer

Drehwoche im Ostalb-Klinikum aufgenommen

worden, im Film kamen neben anderen

Akteuren auch eine Aalener Psychosomatik-Patientin

und Chefarzt Dr. Hendrischke

ausführlich zu Wort.

Der Film (45min) kann auf der homepage

der Psychosomatik unter

www.psychosomatik-aalen.de

aufgerufen werden.

Filmprojekt des Fördervereins

Auch im Jahr 2009 wurde die Arbeit des

2007 gegründeten Vereins „Freunde und


Förderer der Aalener Psychosomatik e.V.“

weitergeführt. So wurde das Ende 2008

begonnene Kinoprojekt „Serenade“ mit

großem Erfolg fortgeführt, das ca. 8mal im

Jahr aktuellen und ehemaligen Patienten

die Möglichkeit gibt, sich in der Zeit nach

dem Klinikaufenthalt weiter zu treffen und

einander zu unterstützen. Diesem Zweck

diente auch die Gründung von zunächst

drei Gesprächsgruppen, aus der schließlich

eine tragfähige Selbsthilfegruppe

hervorgegangen ist, in der sich ehemalige

Patienten, wieder im Alltagsleben angekommen,

gegenseitig Hilfestellung geben.

Alle Arbeit erfolgt ehrenamtlich, weitere

Projekte sind in Planung.

Fortbildungsangebote

Auch in 2009 nahmen wieder 26 ärztliche

KollegInnen an zwei von Dr.Hendrischke

angebotenen Balintgruppen für niederge-

lassene und an der Klinik tätige Ärztinnen

und Ärzte teil. Seit Gründung unserer Klinik

nutzten mehr als 115 KollegInnen diese

Fort- und Weiterbildungsangebote, um ihre

professionelle Reflektions- und Kommunikationsfähigkeit

zu verbessern.

Mit Jahresbeginn 2010 wird auch wieder

ein neuer Halbjahreskurs in Psychosomatischer

Grundversorgung angeboten.

4. Aalener Schmerztag

Die Last mit dem Kreuz -

Was tun bei chronischen Rückenschmerzen?

Der 4. Aalener Schmerztag am 7. November

2009 stieß bei den zahlreichen Teilnehmern

auf ein sehr gutes Echo. Ausgewiesene

Referenten referierten und diskutierten

neurobiologische und klinische Befunde,

die bei einer Vielzahl von Patienten mit und

ohne Gewebsschädigung im Rahmen einer

chronischen Rückenschmerzerkrankung anzutreffen

sind. Nach einer Einführung von

Prof. Dr. med. M. Schiltenwolf, Leiter des

Fachbereiches Schmerztherapie, Stiftung

Orthopädische Universitätsklinik, Heidelberg,

gab Prof. Dr. med. P. Henningsen,

Ärztl. Direktor der Psychosomatik an der

TU München, einen informativen Überblick

über die gestufte Behandlung von chronischen

Rückenschmerzen.

Im weiteren Tagungsverlauf traten praktische

schmerztherapeutische Interventionen,

aktivierende Trainingselemente

und psychotherapeutische Interventionen

in den Vordergrund, die von J. Langer,

Schmerzmediziner aus Ellwangen, U. Rost,

Dipl. Sportlehrer aus Aalen und Dr. med.

M. von Wachter, Ostalb-Klinikum Aalen

dargestellt wurden. Kurzvorträge über

operative Möglichkeiten der Wirbelsäulenchirurgie

(Prof. Dr. med. F. Hahn, Aalen) und

interventionelle Verfahren der Radiologie

(Dr. med. H. Nissen, Aalen) rundeten die

Veranstaltung ab.

Interessierte können die Vorträge des

Schmerztages unter

www.psychosomatik-aalen.de abrufen.

1. Aalener Suchttag –

Essen, Zocken, Surfen

In Kooperation mit dem Suchtbeauftragten

des Ostalbkreis (B. Weiss), dem Netzwerk

Essstörungen Ostalbkreis NEO und der

AOK Ostwürttemberg (J. Hempel, J. Bühler)

führte die Klinik für Psychosomatik

(Dr. med A. Hendrischke und Dr. med von

Wachter) am 13.Juni 2009 den 1. Aalener

Suchttag im Ostalb-Kreishaus Aalen durch,

der von Fachleuten und interessierten

Zuhörern gleichermaßen gut besucht wurde.

Nach Begrüßung durch Landrat Pavel

gaben Referenten der Uniklinik Tübingen

(Dr. med G. Barth, Computerspiel- und

Internetambulanz der Klinik für Kinder- und

Jugendpsychiatrie), des Zentralinstitutes

für seelische Gesundheit Mannheim (Dr. sc.

hum. T. Leménager, Glücksspielambulanz

der Uniklinik für Suchtmedizin) und des

Netzwerkes Essstörungen Ostalbkreis NEO

(Dr. med U. Brickwedde, Dipl. Psych C. Eichholz,

Dipl. Soz. Päd. H. Wunderlich) einen

differenzierten Überblick zu verschiedenen

nicht-stoffgebundenen Formen süchtigen

Verhaltens.

Interessierte können die Vorträge des

Suchttages unter www.neo-iv.de einsehen.

67


Vorträge

Die Seele schweigt - der Körper spricht

Dr. med Veronika Coltoiu

Begegnungstag der Frauen aus Stadt und

Land, Aalen, 14.1.09

Multimodale Diagnostik und Therapie

psychotraumatisierter Schmerzpatienten

Dr. med. Martin von Wachter

Messe Medizinkongress 2009, Stuttgart,

01.02.09

Psychosomatische Erkrankungen und ihre

Behandlung

Dr. med. Katharina Hauger

Greut Rettungszentrum, VdK Aalen,

03.03.09

Die Krankheit auf ihren Platz verweisen -

Umgang mit chronischer Krankheit

Dr. med. Martin von Wachter

SHG Knospe, Ellwangen, 24.04.09

Burn Out in der Pflege

Dr. med Martin v. Wachter

Forum Stationsleitung DBfK

Bildungszentrum, Ostalb-Klinikum Aalen,

06.05.09

Die Integration stationärer, tagesklinischer

und ambulanter Versorgungsangebote in

der Psychosomatik

Dr. med Askan Hendrischke

Klinik für Psychosomatik der Medizinischen

Hochschule Hannover, 13.05.2009

Wirbelsäulenschmerzen verursachen

seelische Störungen - Wege aus der Krise

Dr. med. Monika Ehrmann

VdK Ortsverband Hüttlingen/Abtsgmünd in

Kooperation mit dem „Kneipp-Verein Aalen

und Umgebung e.V.“, 23.09.2009

Stress und Stressvermeidung – der Kampf

um´s innere Gleichgewicht

Dr. med Askan Hendrischke

2. Aalener Gesundheitswoche

Gmünder Torhaus Aalen, 24.09.2009

68

Gesprächsführung in der Psychoonkologie

Krebs und Psyche

Dr. med Askan Hendrischke

Psychoonkologisches Kolloquium

Klinik für Gynäkologie, Ostalb-Klinikum

Aalen, 29.09.2009

Multimodale Behandlung in der psychosomatischen

Schmerztherapie

Dr.med Martin v. Wachter

4. Aalener Schmerztag

Die Last mit dem Kreuz - Was tun bei chronischen

Rückenschmerzen?

Bildungszentrum, Ostalb-Klinikum Aalen,

07.11.09

Wenn Lebensrettung zum Alltag wird -

Sekundärprävention PTBS

Monika Enderle

DRK in Schwäbisch Gmünd-Mutlangen,

02.12.2009

Einige Vorträge und Veröffentlichungen

stehen unter www.psychosomatik-aalen.de

zur Verfügung.

Veröffentlichungen

Martin von Wachter, Askan Hendrischke

Die Seele schweigt der Körper spricht

DVD Auditorium-Netzwerk 2009 und

Jokersverlag

Joseph Bühler, Martin von Wachter

Netzwerk Essstörungen im Ostalbkreis

In: John N. Weatherly (Hrsg.), Ralph Lägel

(Hrsg.) Neue Versorgungsansätze in der

Psychiatrie, Neurologie und Psychosomatik.

Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

2009: 199-204


Institut für Diagnostische und Interventionelle

Radiologie

Die Abteilung

Das Institut für Diagnostische und Interventionelle

Radiologie versorgt alle stationären

und ambulanten Patienten des

Ostalb-Klinikums Aalen mit dem vollständigen

Spektrum radiologischer Leistungen

und Spezialverfahren einschließlich

bildgesteuerter Behandlungsmaßnahmen

(interventionelle Therapie). Als radiologisches

Zentralinstitut verfügt es über eine

gerätetechnisch komplette Ausstattung,

die neben der Projektionsradiographie, die

digitale Subtraktionsangiographie (DSA),

die konventionelle digitale Durchleuchtung,

die Mehrschicht- Spiral-Computertomographie,

die Sonographie aller Organsysteme

sowie 2009 initiert und 2010 installiert die

Kernspintomographie und die digitale Bild-

und Datenverarbeitung (PACS) einschließt.

Medizinisches Leistungsspektrum

Ambulante und stationäre Versorgung mit:

• Thoraxradiologie

• Skelettradiologie

• Neuroradiologie

• Gastrointestinale Radiologie

• Uroradiologie

• Mammographie

• Phlebographie (Venendarstellung)

• Diagnostische Angiographie

(Arteriendarstellung) arteriell und venös

CT-geführt

• Multislice-Computertomographie

(6-Zeiler CT) von Kopf und Körper einschließlich

Extremitäten mit Kontrastmittel

• Dünnschicht- und farbcodierte Rekonstruktionen

als 3-dimensionales Bild

• Myelographie

• Sialographie

• Ultraschall

• Angiographie, Schnittbild- und durch

leuchtungsgestütze Intervention

Besondere Versorgungsschwerpunkte

• Interventionelle Radiologie an Venen

und Arterien (Ballonkatheterdilatation,

Stentimplantation, Lysebehandlung,

Gefäßverschlüsse bei Tumoren oder

Blutungen)

• Transarterielle Chemoembolisation

- TACE (Behandlungsmethode für Lebertumoren)

70

• CT gestützte Radiofrequenzablation

bösartiger Tumoren

Kernspintomographie (MRT)

• MRT–Bildgebung

Wirbelsäule – Gelenke - Kopf

• MR-Gefäßuntersuchungen in Verschiebetechnik

• zeitaufgelöste MR-Angiographie ohne

Kontrastmittelgabe

• MRT gestützte Intervention/ Schmerztherapie

• Ganzkörper-MRT – auch Vorsorge

• MRCP (Gallenwege/Pankreas)

• MR-des Bauches in Atem-Anhalte-Technik

• Dynamisches Leber MRT

• Stroke MRT mit Schlaganfall-Früherkennung

• Diffusions-MRT und Perfusions-MRT des

Kopfes und des Rückenmarks

• Mamma-MRT und Mamma MRT-Gewebsentnahme

• Herz MRT

( Vitalität/ Funktion Herzinfarkt)

• MR-Defäkographie und Dünndarm-MRT

Weitere Leistungsangebote

• CT-gesteuerte Intervention

In unserer Abteilung führen wir des

Weiteren folgende Interventionen durch:

- CT-gesteuerte Schmerztherapie,

Wurzelblockaden der gesamten Wirbelsäule

einschließlich des C2-Segmentes

und der sacralen Nervenwurzeln. Facettenblockade,

sympathische Blockaden

(Stellatumblockade, Coeliacusblockade,

Top 10-OPS Radiologie

Rang OPS-Code Leistung Fallzahl

1 3-200 CT-Kopf 3.164

2 3-207 CT-Abdomen 1.699

3 3-201, 3-202 CT-Hals + Thorax 926

4 3-203 CT-Wirbelsäule 865

5 8-914 - 8-917 CT Interventionen 865

6 3-600 - 3-607 Angiographie/vask. Intervent. 540

7 3-100 Mammographie/Mammo Interv. 455

8 3-205, 3-206 CT Extremitäten 326

9 3-13C Cholangiographien 174

10 3-613 Phlebographie, Extremitäten 157

thoracale und lumbale Sympatikolyse,

Blockaden des Plexus hypogastricus,

Blockade des Plexus brachialis und des

praesacralen und praecoccygealen

sympathischen Plexus).

- Blockade von ISG und Rippen-Gelenken

- Schmerztherapie bei Tumorinfiltration.

- Hochgeschwindigkeitsbiopsie von

verdächtigem Gewebe aller Körperregionen

im Koaxialverfahren

- Drainagen und Ableitungen von

Seromen, Abszessen, Pankreatitiden

- Vertebroplastie von Wirbelsäulenfrakturen

• CT Kolonoskopie und CT Perfusionsimaging

• Vacuumstanzbiopsie der weiblichen Brust

in Kooperation mit dem Brustzentrum

• Teilradiologisches Konsiliarangebot

Die Befunde und MRT, CT und Röntgen-

Bilder von Patienten können uns jederzeit

für eine Erst- oder Zweitmeinung vorgestellt

werden.

Computertomographische Koloskopie

Bei der Untersuchung mittels virtueller

Koloskopie sieht der Arzt in einer errechneten

Rekonstruktion farbige dreidimensionale

Bilder aus dem Innern des Darmes.

Da CT und MRT feinste Schnittbilder aus

dem Körperinneren liefern und Schicht für

Schicht die Gewebestrukturen der Organe

darstellen, erhebt diese Vorgehensweise

auch Befunde von außerhalb des Darmes,

wie regionaler Lymphknotenbefall oder

zusätzliche Leberherde.


Allgemeiner Jahresrückblick

Im Jahre 2008 erfolgte die Namensänderung

der „Radiologie und Nuklearmedizin“

in das Institut für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie. Hierdurch

wird der therapeutische Aspekt unserer

Tätigkeit noch stärker betont. Die Anzahl

der untersuchten Patienten ist gegenüber

dem Vorjahr erneut signifikant angestiegen.

auch bezüglich der Untersuchungsvorgänge

ergibt sich 2009 gegenüber 2008

auf nun 31159 eine deutliche Steigerung.

Dies drückt sich auch in einer wesentlichen

Zunahme der Einzelleistungen gemessen in

GOÄ-Punkten ( 36.922.000 + 4,6 % )

Die stationären Untersuchungen waren

hierbei 2009 annähernd gleich gegenüber

dem Vorjahr. Hier sind 2009 vor allem die

Interventionsleistungen erheblich erweitert

worden. Dies ist umso bemerkenswerter, da

es sich in diesen Fällen um zeit- und personalaufwendige

Prozeduren handelt.

Anzahl Radiologische Leistungen

2006-2009

Die Zahl der invasiven Gefäßdarstellungen

und angiographischen Therapien wurde

von 540 Fälle auf 548 Fälle in 2009

gering gesteigert. Die Angiointerventionen

nahmen jedoch erheblich auf insgesamt 98

Fälle zu. Hier ergibt sich eine Steigerung um

14 %. Die Chemoembolisationen wurden

um 30%, die Anzahl der intraarteriellen

Thrombuslysen um 25% gesteigert. Diese

minimal invasiven Behandlungen gehen mit

einem kurzen stationären Aufenthalt einher

und sind damit hoch DRG relevant.

Die CT gestützten Schmerztherapien ( PRT)

wurden gegenüber 2008 erneut fast verdreifacht.

Es wurden 2009 im kompletten

Spektrum 738 Patienten im Computertomographen

durch uns behandelt (Vorjahr

272 Patienten). Dies ist insbesondere

aufgrund der hohen Personalintensität der

interventionellen Therapie eine richtungsweisende

Entwicklung gegenüber 2007 und

2008.

Entwicklung der Computertomographie

2006-2009

Bei der Zahlenanalyse muss unverändert

berücksichtigt werden, dass sich hinter

den Leistungen ein ganz unterschiedlicher

Untersuchungsaufwand verbirgt

(z. B. Computertomographie des Körperstammes

beim polytraumatisierten

beatmungspflichtigen Intensivpatienten,

Rö.-Untersuchung des Säuglings). Die

Auswertung nach GOÄ oder DKG-NT-

Punkten spiegelt den wahren Aufwand

nicht wieder, da z.B. die Lungenuntersuchung

auf der Intensivstation oder bei

einem Säugling einen wesentlich höheren

Arbeits- und Zeitaufwand erfordert als

eine Rö.-Untersuchung bei gehfähigen Patienten.

Die Punktzahl einer Rö.-Aufnahme

in 1 Ebene beim Intensivpatienten ist

geringer als die bei der Rö.-Untersuchung

des gehfähigen Patienten in 2 Ebenen.

Die Leistungssteigerung in der Computertomographie

ist auf eine Verdichtung

der täglichen Arbeitstätigkeit, wie auch

insbesondere auf Untersuchungen im

Nacht- und Bereitschaftsdienst zurückzuführen.

Das Team Computertomographie

ist 7 Tage / 24Stunden für unsere Patienten

dienstbereit.

In Zukunft wird ein Rückgang der

Leistungszahlen in der Angiographie

erwartet. Diese Untersuchungen werden

in Zukunft verstärkt durch die MR-Tomographie

oder durch die CT-Angiographie

ersetzt werden müssen. Insofern wird in

der Angiographie der Anteil der als schwierig

einzustufender Interventionen deutlich

zunehmen und diese gehen wieder mit

einem höheren Zeitaufwand einher ( z.B.

technisch aufwendige Gefäßdilatationen

mehrerer Gefäße in einem Arbeitsgang).

Ziele für die Zukunft:

Kontinuierliche Intensivierung des patientenorientierten

Verhaltens aller Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Insbesondere:

rasche Untersuchungstermine, freundliche

Aufnahme, kurze Wartezeiten, hochqualifizierte

Untersuchungs- und Behandlungsdurchführung,

zeitgerechte Befundmitteilung.

• Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung

des ärztlichen und medizinischtechnischen

Standards und Integration

neuer Untersuchungs- und Behand-

lungsmethoden.

• Förderung und Weiterentwicklung

eines technisch hohen Standards in der

Radiologie.

Besonders:

1. Implementierung und Ausbau der

MR-tomographischen Diagnostik.

2. Vollständige Integration der Digitalen

Bildspeicherung und Bildverteilung

in unseren klinischen Alltag.

3. Vollständige Integration des 16 Zeilen CT

in die Bildverteilung durch eine

optimierte Bildnachbearbeitung.

4. Jederzeit und an jedem Ort Zugriff auf

Befunde und Bilddokumentation

71


Ärztliche Strukturen

Chefarzt Dr. med. Holger Nissen,

Facharzt für Radiologische Diagnostik,

Kernspintomographie, FK Nuklearmedizin,

MRT Mammographie.

Oberarzt Dr. Christian Schulz,

Facharzt für diagnostische Radiologie.

Oberarzt Dr. Klaus Seidel,

Facharzt für diagnostische Radiologie.

Chefarzt Dr. Holger Nissen

Oberarzt Dr. Christian Schulz

Oberarzt Dr. Klaus Seidel

Qualitätsmanagement

Die Qualitätssicherung der erstellten Röntgenaufnahmen

an allen Arbeitsplätzen

erfolgt gemäß § 16 der Röngenverordnung

regelmäßig durch die Ärztliche Stelle. Auch

die Überwachung der Qualität aller Röntgengeräte

wird in den gesetzlich vorgegebenen

Zeitabständen durch Sachverständige vorgenommen.

Eine tägliche Qualitätskontrolle erfolgt

durch die Mitarbeiterinnen des Instituts

für Radiologie und Nuklearmedizin.

72

Projektentwicklung des TMO

(Traumamanagement - Ostalb-Klinikum)

– klinikinterne Leitlinien als verbindlicher

Standard der Klinik.

Zertifiziertes Brustzentrum nach DKG, DGS

und ISO 9001

Interdisziplinarität

Tägliche Konferenzen mit der medizinischen

Klinik I (Gastroenterologie und Onkologie)

und der medizinischen Klinik II (Kardiologie).

Weitere tägliche Konferenzen mit der

Klinik für Allgemein, Visceral- und Gefäßchirurgie

und mit der unfallchirurgischen

Klinik. Ebenfalls Konferenzen erfolgen

arbeitstäglich mit der neurologischen

Klinik und 2x pro Woche mit der Klinik für

Kinder- und Jugendheilkunde.

Röntgen Demonstrationen im Rahmen

der Interdisziplinären Tumorkonferenzen

für das Brust- und Darmzentrum Ostalb-

Klinikum erfolgen wöchentlich jeweils für

mehrere Stunden.

Akademische Lehre/ Weiterbildung

Regelmäßiger Unterricht der PJ-Studenten

am Ostalb-Klinikum durch den Chefarzt

Institut für Diagnostische und Interventionelle

Radiologie und die Oberärzte des Instituts.

Kurs-Angebot Thorax-Röntgen und

Kurs-Angebot konventionelle Radiologie.

Das Zertifikat M2 Prüferkurs wurde durch

den Chefarzt absolviert.

Der Nachweis der gesetzlich vorgeschriebenen

Dokumentation der Fortbildung des Chefarztes

wurde 2008 erfolgreich durch die Ärztekammer

Baden-Württemberg zertifiziert.

Institutsintern findet eine tägliche Dienstbesprechung

mit Befunddemonstration der

Dienstärzte statt.

Regelmäßiges Fachärztliches Curriculum

(ärztliche Mitarbeiter der Klinik)

Mittwoch 7.45 bis 8.15 Uhr:

Zuletzt bearbeitete Themen: Fibrosierende

Lungengerüsterkrankungen; Grobnoduläre

Lungenveränderungen; Bericht des Ärztlichen

Hygiene Beauftragten; Journal Club;

Bericht 1. Heidelberger Angiologie Tag

CT Angiographie mit vollständigem Verschluß

der Aorta abdominalis. Ausscheidungsurographie

normal weites Nierenbecken, zarte

Endkelche. 3 D Dünnschicht Rekonstruktion

mit räumlicher Darstellung i.R. einer multiplanaren

Schichtführung.

CT Angiographie der Nierenarterien. Frage Hypertonus,

Nierenarterienstenose?

3 D Aufbereitung mit VRT Abbildung. Computergestützte

Analyse und Monitorbefundung.

Kein Nachweis einer Nierenarterienstenose.

Katheterangiographische Coil Embolisation bei

koloskopisch nicht stillbarer Blutung im Querkolon.

Hb Abfall auf 55mg%. Über den Führungkatheter

superselektive Darstellung der

Art. Colica sinistra. Coilplazierung. Hierüber

vollständiger Verschluß der blutenden Arterie

und klinische Stabilisierung der Patientin.


Belegabteilung HNO

Die Abteilung

Medizinisches Leistungsspektrum

• HNO-Chirurgie

(Mandeln, Nasen, Nebenhöhlen, Ohren,

Drüsen, Kehlkopf, Hals)

Ärztliche Struktur

Belegärzte

Dr. Gaerisch

Dr. Pätzmann

Dr. Roepert

Dr. Gaerisch

Dr. Pätzmann

Dr. Roepert

Rang DRG Top 12 DRG’s HNO Fallzahl

1 D30B Tonsillektomie außer bei bösartiger Neubildung oder verschiedene

Eingriffe an Ohr, Nase, Mund und Hals ohne äußerst schwere CC,

ohne aufwändigen Eingriff 202

2 D38Z Mäßig komplexe Eingriffe an der Nase 40

3 D12B Andere Eingriffe an Ohr, Nase, Mund und Hals 3

4 D06C Eingriffe an Nasennebenhöhlen, Mastoid, komplexe Eingriffe am

Mittelohr und andere Eingriffe an den Speicheldrüsen, Alter > 15 Jahre,

ohne komplexe Tympanoplastik, ohne komplexe Diagnose 2

5 E07Z Eingriffe bei Schlafapnoesyndrom 2

6 D66Z Andere Krankheiten an Ohr, Nase, Mund und Hals 2

7 D13Z Kleine Eingriffe an Nase, Ohr und Mund 2

8 D62Z Epistaxis oder Otitis media oder Infektionen der oberen Atemwege,

Alter > 2 Jahre 1

9 X06C Andere Eingriffe bei anderen Verletzungen ohne äußerst schwere oder

schwere CC, Alter < 66 Jahre, ohne komplexen Eingriff 1

10 D22B Eingriffe an Mundhöhle und Mund außer bei bösartiger Neubildung

ohne Mundboden- oder Vestibulumplastik 1

Fallzahlentwicklung Case-Mix-Entwicklung

Entwicklung Case-Mix-Index

73


Pflege- und Funktionsdienst

Fast jeder Mensch gerät eines Tages in eine

Lebenssituation, in der man auf die Hilfe,

Unterstützung und Pflege von anderen

angewiesen ist. Deshalb geht Pflege alle an.

Das Jahr 2009 war geprägt von tiefgreifenden

Veränderungen in den Gesundheits-

und Sozialsystemen. Die Gesundheitsreformen

und der demographische Wandel

mit einem zunehmend hohen Bevölkerungsanteil

älterer Menschen, erhöhter

Kostendruck, steigende Anforderungen an

Qualität und Flexibilität der Pflege sind

nur einige der entscheidenden Fragen, die

das Jahr 2009 im Geschäftsfeld der Pflege

am Ostalb-Klinikum Aalen geprägt haben.

Professionelle Pflege unterliegt einem

permanenten Wandel. Zu den traditionellen

Aufgaben der personenbezogenen

Hilfeleistungen und Unterstützung der

Kranken kommen neue Aufgaben und

Handlungsfelder. Unsere Mitarbeiter in

den stationären Pflegeeinheiten und den

Arbeitsbereichen der Funktionsdiagnostik

und Therapie müssen in der Lage sein, über

geeignete pflegerische Maßnahmen und

Konzepte zu entscheiden, Pflegebedürftige

und deren Bezugspersonen zu beraten,

präventive Konzepte anzuwenden, Strukturen

im Gesundheitswesen zu vernetzen,

Erkenntnisse aus der Pflegeforschung einzubeziehen

und damit die Pflegequalität zu

steigern. Damit diese neuen Entwicklungen

und Erkenntnisse effektiv in die tägliche

74

Praxis umgesetzt werden konnten, waren

die ständige Auseinandersetzung damit und

das Angebot an Fortbildung und Qualifizierung

an der Tagesordnung.

Pflegeforum Aalen und Kooperationen

Das Pflegeforum Aalen hat kontinuierlich

aktuelle Themen für Pflegende aller Handlungsfelder

sowie angrenzender Bereiche

des Gesundheitswesens einbezogen. 2009

war geprägt von der Wirtschaftskrise, die

etwas verzögert die Gesundheitsbranche

und damit auch uns erreicht hat. In dieser

Zeit war es erforderlich über medizinischpflegerische

Qualität, Wirtschaftlichkeit,

Finanzierungsoptionen, Organisationskompetenz

und strategische Kooperationen zu

reden. Gerade in diesen schwierigen Zeiten

hat es sich bewährt, mit anderen Partnern

und Gesundheitseinrichtungen im stationären

und ambulanten Bereich sowie im

begleitenden Ehrenamt enger zusammen zu

rücken und innovative Strategien zu entwickeln

als so genannten „kreative Brücken“.

Deshalb steht dieser Jahresbericht auch

im Zeichen des Dankes an unsere Partnereinrichtungen

mit denen wir in enger

Zusammenarbeit in der Nachsorge nach der

Entlassung aus dem Krankenhaus stehen.

Dies sind unsere Kooperationspartner in

der ambulanten und stationären Pflege und

Rehabilitation genauso wie unsere Partner

im Bildungswesen und beim Pflegeforum

Aalen. Es hat sich bewährt kontinuierlich

und eng zusammen zu arbeiten. Vor dem

Hintergrund neuer Rahmenbedingungen

findet ein Paradigmenwechsel statt. Der

Geschäftsbereich Pflege fördert und unterstützt

die Entwicklung des Ostalb-Klinikums

zu einem dienstleistungsorientierten

Gesundheitscenter. Damit einher ging 2009

die Entwicklung neuer Kompetenzen in

der Pflege mit einem geschärften Profil.

Deshalb stand das Jahr 2009 unter dem

weiteren Blickwinkel des Ausbaus und der

Etablierung unserer Pflegeexperten.

Pflegeexperten

Als herausragende Projekte sind für das

Jahr 2009 der Ausbau im Wundmanagement,

der Sturzprophylaxe, der Still- und

Laktationsberatung, der Stoma- und

Kontinenzpflege, dem Schmerzmanagement,

die Palliative Care-Konzepte, die

Kinaesthetics für Pflegende Angehörige,

der Diabetes mellitus im Kindesalter sowie

die Brusterkrankung der Frau am Beispiel

der Breast-Care-Nurse sowie die Vertiefung

in der Aromapflege zu nennen. Für diese

Aufgaben stellt die pflegerische Erstausbildung

die Grundlage dar. Kontinuierliche

Fortbildung sowie in herausgehobenen

Handlungsfelder der Pflege war eine

Spezialisierung erforderlich. Mein Dank gilt

allen Beschäftigten und Pflegeteams in

der Gesundheits- und Krankenpflege sowie

Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die

sich im Jahr 2009 diesen Anforderungen

mit hervorragenden Abschlussergebnissen

in den Qualifizierungen gestellt haben.

Aromapflege und Palliative Care

In der Aromapflege haben wir uns auf ein

neues Terrain begeben. Ätherische Öle werden

in verschiedenster Anwendung in der

Krankenpflege, Mutter- und Säuglingspflege

und in der Pflegebegleitung Schwerstkranker

erfolgreich eingesetzt.

Die Naturheilkunde liefert uns Hilfsmittel,

die wir in schwierigen gesundheitlichen Situationen

zusätzlich zur bewährten Pflege

und Medizin in den Therapien einsetzen

können. Einen großen Bereich stellte dabei

die Entwicklung in Palliative Care und Palliativmedizin

dar. Deshalb stand die Aroma-


pflege und Palliative Care im besonderen

Fokus beim Pflegeforum Aalen. In zwei hervorragend

besuchten Fachtagungen haben

sich die Pflegeexperten mit diesen Themen

intensiv auseinander gesetzt. Die Würde

des Menschen steht ganz oben. Hier leistet

die professionelle Pflege mit Palliative Care

und Aromapflege Grundlagenarbeit.

So konnten in Zusammenarbeit mit unserem

Kooperationspartner DBfK Südwest

13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das

Zertifikat „Palliative Care“ im Schwerpunkt

der Betreuung und Pflege Schwerstkranker

und Sterbender am Bildungszentrum Gesundheit

und Pflege entgegen nehmen.

Kinaesthetics-Kurs

für Pflegende Angehörige

Unter dem Motto „Mit leichter Hand“

fanden 2009 mehrere Kurse für Pflegende

Angehörige statt. In Kooperation mit der

BARMER Ersatzkasse wurden im Grundkurs

Kinaesthetics individuelle Bewegungsunterstützung

pflegender Angehöriger in den

Mittelpunkt gerückt. Dieser Kurs richtete

sich gezielt an Menschen, die zuhause

ihre Angehörigen pflegen. Ein bemerkenswertes

Projekt des Pflegeforum Aalen in

Zusammenarbeit mit der Pflegekasse der

BARMER konnte sich damit der besonderen

Problematik pflegerischer Situationen

zuhause stellen. Mit der Verknüpfung der

stationären Hochleistungspflege mit den

Nachsorgestrukturen wurde damit in besonderer

Weise Rechnung getragen.

Babyfreundliches Krankenhaus

Aalen ist „babyfreundlich“. Die Geburtshilfe

am Ostalb-Klinikum Aalen wurde

mit dem Zertifikat der WHO und UNICEF

ausgezeichnet. Ein langer Weg, der zu

dieser erfolgreichen Zertifizierung geführt

hat. In enger Zusammenarbeit der

Geburtshilfe von der Wochenstation über

den Kreißsaal bis hin zur neonatologischen

Station sowie der Elternschule haben alle

an einem Strang gezogen und verdientermaßen

dieses Zertifikat im Rahmen einer

feierlichen Übergabe und einem Projekttag

erhalten. In der neonatologischen Intensivpflege

ging es neben der Positionierung

in der Versorgungsstruktur Level II um

pflegerisch fachkompetente Arbeit. Diese

wurde gekrönt mit dem Abschluss einer

erfolgreichen Weiterbildungsmaßnahme

„neonatologische Intensivpflege“.

In Partnerschaft mit dem BFG, Bildungsinstitut

Fachbereich Gesundheitswesen

fand erneut eine Qualifizierungsmaßnahme

statt.

Ein besonderes Ereignis war das Familienfest

unter dem Motto „Hand in Hand

beginnen wir´s“.

Das Team der Frühgeborenen- und Kinderintensivstation

hat erneut eingeladen und

in einem sehr gut besuchten Fest mit vielen

Attraktionen kam die Verbundenheit der

betroffenen Eltern zum Ausdruck.

Der Luftballonwettbewerb mit Preisübergabe

für den weitesten Flug mit 900 km in die

Slowakei war ein spannendes Ereignis.

75


Stricken für Frühchen

Stricken für einen guten Zweck war am

Weltstricktag angesagt. Im Eingangsforum

des Klinikums glühten am 13. Juni 2009 die

Nadeln. Die Stricknadel liefen im wahrsten

Sinne des Wortes heiß. Frauen aus der

ganzen Regionen trafen sich, um Wollenes

für die Kleinsten unter den Neugeborenen

zu stricken, für die Frühchen. Sehr

klein sind die Empfänger all der niedlichen

Schuhe, Strümpfe, Pulloverchen und Mützchen,

die in dieser bemerkenswerten ehrenamtlichen

Aktion produziert wurden und

der Station fortan zur Verfügung stehen.

Bunter Kreis

Weitere Aktivitäten waren die Etablierung

des Bunten Kreises in der Nachsorge bei zu

früh geborenen und chronisch kranken Kindern.

Kern der Nachsorge ist der Übergang

von der Krankenhausbehandlung in die ambulante

Betreuung und Unterstützung, die

möglichst früh und fließend den Weg von

der stationären zur ambulanten Versorgung

ermöglicht und ein Betreuungsnetzwerk

für die Familien aufbaut. Der Einsatz des

Nachsorgeteams erfolgt koordiniert über

die Spezialisten der Gesundheits- und

Kinderkrankenpflege am Ostalb-Klinikum

Aalen. Damit wird eine Versorgungslücke

geschlossen.

76

Zertifizierung der Chest-Paint-Unit

Unter dem Stichwort „schnelle Eingreiftruppe

bei Brustschmerzen“ haben sich

in der Medizinischen Klinik II die Akteure

auf die Zertifizierung der „Chest-Paint-

Unit“ vorbereitet. Die Fachpflegekräfte der

Station 25 waren mit ihrem Expertenwissen

Garant für eine erfolgreiche Zertifizierung

und haben im multiprofessionellen Team

mit allen am Geschehen Beteiligten zum

hervorragenden Ergebnis beigetragen. Alle

sind stolz auf dieses Zertifikat. Die Arbeit

der Chest-Paint-Unit dient dem Wohle der

Patienten.

Breast-Care-Nurse

Die erste Pflegeexpertin für Brusterkrankungen

hat am BrustCentrum des Ostalb-

Klinikums ihre Tätigkeit aufgenommen.

Neben der bekannt hohen medizinischen

Qualität können die Patientinnen nun

auch auf spezialisierte Pflegekräfte für

Brusterkrankungen bauen. Als Mitglied des

Kernteams im BrustCentrum ist die Breast-

Care-Nurse unter anderem für die psychosoziale

Begleitung von Brustkrebserkrankten

und deren Angehörigen verantwortlich.

Sie begleitet die betroffenen Frauen bereits

ab dem ersten Gespräch in dem die Diagnose

Brustkrebs mitgeteilt wird. Neben

der ärztlichen Betreuung haben die Patientinnen

nun einen weiteren wichtigen und

kompetenten Ansprechpartner, so dass sie

mit ihren Sorgen und Ängsten wesentlich

besser aufgefangen werden können. Die

Breast-Care-Nurse hat immer ein offenes

Ohr für die Sorgen und Ängste der Patientinnen

und hilft ihnen sich auf das Leben

nach der Therapie vorzubereiten.

Die Pflege spielt bei der Betreuung der

Patientinnen eine bedeutende Rolle.

Deshalb bieten wir eine hohe Qualität, die

durch Spezialisierung unterstrichen wird.

Die Arbeit der Breast-Care-Nurse wird

ergänzt durch zusätzlich speziell ausgebildete

Fachpflegekräfte für die Bereiche

der Onkologie, der Palliative Care, der

Schmerztherapie und der Wundversorgung.

Hohen Stellenwert hat dabei die verzahnte

Zusammenarbeit.

Bildungszentrum Gesundheit und

Pflege

Pflege ist Wissenschaft und Kunst gleicher

Maßen. Sie ist ein äußerst vielfältiger Beruf

und ein Beruf mit großen Zukunftschancen.

Pflege ist ein einzigartiger Beruf in seinem

Alltag und Leben. Nur wenige Berufe wirken

so nahe am Menschen. Pflege ist die älteste

Ausdrucksform einer sozialen Gemeinschaft,

des menschlichen Miteinanders.

Deshalb hat das Bildungszentrum Gesundheit

und Pflege am Ostalb-Klinikum Aalen

eine herausragende Position in der Aus-,

Fort- und Weiterqualifizierung unserer

Mitarbeiter. In einer Feierstunde konnten

25 junge Menschen im Beisein ihrer Eltern

die Berufsurkunden in Empfang nehmen.

Bemerkenswert waren wieder die vergebenen

Preise und Belobigungen für herausragende

Leistungen bei den Prüfungen. Die

Auszubildenden der unterschiedlichsten

Jahrgänge beteiligen sich aktiv an den Aktionstagen

des Klinikums. Zu nennen ist dabei

die Ausbildungsplatzmesse, ebenso wie

die Ausbildungs- und Berufsbörsen sowie

die einschlägigen Aktionstage bis hin zu


den Informationstreffen der Rheuma-Liga.

Bemerkenswert auch die Aktionen bei den

Aalener Gesundheitstagen, beim Tag der

offenen Tür im Landratsamt sowie der Präsentation

des DarmCentrums sowie beim

Diabetestag im Landratsamt. In enger Abstimmung

haben die Verantwortlichen der

Pflegedirektion und dem Bildungszentrum

diese Aktionen vorbereitet, begleitet und

damit in hervorragender Weise die Öffentlichkeitsarbeit

des Klinikums unterstützt.

Neu im Programm des Bildungszentrums

war der Elternabend für die neuen Auszubildenden

vom Oktober 2009. Die jungen

Auszubildenden brauchen eine nachhaltige

Unterstützung aus dem Elternhaus für

die anspruchsvolle Ausbildung. Die Eltern

wurden über den Ausbildungsverlauf und

die verschiedenen Projekte und Herausforderungen

informiert.

Der Schülerprojektnachmittag 2009 stand

unter dem Thema „Diabetes mellitus“ und

wurde vom 2. Ausbildungsjahr vorbereitet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fach-

Günter Schneider

Pflegedirektor

Susanne Müller

Stellvertr. Pflegedirektorin

weiterbildung Intensivpflege Schwerpunkt

Anästhesie sowie in der OP-Fachpflege

bereiten sich im zweiten Jahr der Weiterbildung

intensiv auf die anstehenden

Prüfungen vor.

Forum Stationsleitungen 2009

Die Kooperationspartner beim Pflegeforum

Aalen, der Deutsche Berufsverband für

Pflegeberufe – DBfK sowie die Pflegezeitschrift

vom Kohlhammer-Verlag haben

erstmals ihre bundesweite Tagung Forum

Stationsleitung 2009 im Ostalb-Klinikum

Aalen organisiert. Eine bis auf den letzten

Platz besetzte Tagung befasste sich

ganztägig mit den Herausforderungen

der Führungsverantwortung in der Pflege.

Bundesweit anerkannte Referenten haben

aktuelle Themen in den Mittelpunkt

gestellt. Das Pflegeforum Aalen und das

Ostalb-Klinikum Aalen bedanken sich bei

dem Veranstalter für das Vertrauen zur

Ausrichtung dieser Tagung am Bildungszentrum

Gesundheit und Pflege.

Bettina Seidel

Leitung Bildungszentrum

Aalener Gesundheitstage 2009

Im Rahmen der Aalener Gesundheitstage

hat das Ostalb-Klinikum Aalen aktiv einen

Aktionstag im Eingangsforum gestartet.

Auszubildende der verschiedensten

Gesundheits- und Pflegeberufe sowie

Pflegeexperten boten einen Einblick in die

breite Palette ihrer Arbeit. Die Klinikclowns

DODI und LaPique haben diesen Aktionstag

unterstützt und die Gäste des Aktionstages

auf die Arbeit der Klinikclowns aufmerksam

gemacht. Der Aktionstag gab eine gute

Chance hinter die Kulissen des Krankenhausbetriebes

zu schauen. Allen Akteuren,

die aktiv beteiligt waren, gilt der besondere

Dank für Engagement und Motivation.

Beim Tag der offenen Tür des Landratsamtes

war selbstverständlich das Ostalb-

Klinikum Aalen vertreten. Die Pflege hat

die Präsentation organisiert. Der Stand des

Ostalb-Klinikums war sehr gefragt, bot er

doch neben den Gesundheitschecks und

Informationen einen Einblick in die Historie

des Klinikums mit der erstmals öffentlichen

Präsentation aus der Grundsteinlegungskassette

des Aalener Klinikums in den 50-er

Jahren. Für viele Aalener war dieser Tag der

offenen Tür eine besondere Gelegenheit mit

Einblicken in die Jahre des wirtschaftlichen

Aufbaus und einer modernen Gesundheitsversorgung

in Aalen.

Aalener Diabetes-Tag

Die Pflegeexperten und das Bildungszentrum

haben das Diabetes-Netz Aalen/

Ellwangen beim 4. Aalener Diabetestag

im Landratsamt des Ostalbkreises aktiv

unterstützt. Bei den Vorträgen und der

Bernhard Wiedenhöfer

Pflegedienstleiter

Erich Schäffler

Pflegedienstleiter

77


Fachmesse im Aalener Landratsamt haben

sich die Diabetesexperten und Wundspezialisten

der Pflege am Ostalb-Klinikum Aalen

unter dem Motto „Zeigt her Eure Füße“

aktiv beteiligt. Bei intensiven persönlichen

Beratungen konnten sich Betroffene und

Familienangehörige mit den Experten über

das Krankheitsbild vertraut machen. Selbstverständlich

ergänzten Gesundheitschecks

das Angebot. Auch hier gilt ein besonderer

Dank allen, die aktiv die Präsentation des

Ostalb-Klinikums unterstützt haben.

Hospizbegleitung

Mit dem ökumenischen Hospizdienst Aalen

verbindet das Ostalb-Klinikum eine sehr

intensive Zusammenarbeit. Ganzjährig

finden Arbeitsgespräche und Arbeitstreffen

statt, die maßgeblich die Palliativstrukturen

am Ostalb-Klinikum Aalen kontinuierlich

verbessern. In vielfältiger Weise erfahren

schwerstkranke und sterbende Patienten

und ihre Familien die vorbildliche Zusammenarbeit

der Fachpflegekräfte und der

Ehrenamtlichen in der Begleitung bis zum

Tod.

Abschluss des Jahres bildete ein EU-Projekt

mit einem Blick über die Grenzen. Sterbenden

Menschen und ihren Angehörigen

auf ihrem schweren Weg zur Seite stehen

– das ist der Grundgedanke der Hospizbewegung.

Im Rahmen einer europäischen

Begegnungswoche trafen sich Engagierte

aus Polen, Tschechien, der Slowakei und

von der Ostalb unter anderem im Aalener

78

Klinikum. Dieses über die Grenzen reichende

Projekt zeigt die herausgehobene

Arbeit des Ostalb-Klinikums mit dem

Aalener Hospizdienst. In einer Abschlussveranstaltung

mit der Europaabgeordneten

Dr. Inge Gräßle sowie dem Vorsitzenden der

Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Baden-

Württemberg wurde die über die Grenzen

reichende Zusammenarbeit gewürdigt.

Wir freuen uns, dass wir mit der Kompetenz

der Palliativpflege am Ostalb-Klinikum

Aalen mit dazu beitragen konnten das

europäische Netz in der Hospizarbeit enger

zu knüpfen.

Kunst und Kultur im OAK – EINBLICKE

Kunst als Brücke der Begegnungen hat sich

fest in den Jahreslauf des Klinikums etabliert.

Mit Bildern in prächtigen Formaten

startete im Frühjahr die Kunstreihe.

„Ein Bild, eine Erzählung oder eine Romanze“

so der Titel der ersten Ausstellung im

Jahr 2009 mit Werken von Angela Vanini.

In ihren großen prächtigen Formaten waren

ausdrucksstarke Gesichter und Haltungen

in mutigen Farben zu sehen. EINBLICKE

hat sich zu einer Plattform für regionale

Künstler entwickelt. Damit bietet das Eingangsforum

vielen Menschen Zugang zur

Kunst. Ein italienisches Büfett vom Küchenmeister

des Ostalb-Klinikums vorbereitet,

bereicherte die Vernissage.

Im Herbst schmückten Bilder von Gabi

Franz das Eingangsforum des Klinikums.

„Moderne Kunst“ zeigte

Acryl auf Leinwand.

Viele Gäste lauschten

der Einführung bei der

Vernissage im Beisein

des regional anerkannten

und hochge-

schätzten Künstlers

der Region,

Helmut Schuster.

Ehemaligen-Treff

Die bereits zur Tradition gewordene Adventsveranstaltung

für „Ehemalige“ und

Senioren des Klinikums hat wieder ein ereignisreiches

Jahr abgerundet. Mit großem

Interesse verfolgten alle den erstmals nach

Jahrzehnten wieder gezeigten Film zum

Aufbau und zur Inbetriebnahme des neuen

Aalener Krankenhauses 1955, als damals

modernstes Krankenhaus in Süddeutschland.


Wachkoma AktivPflege Bopfingen

Die Wachkoma AktivPflege Bopfingen

hat seit ihrer Inbetriebnahme im Oktober

2004 die Versorgungssituation

für Menschen im Wachkoma deutlich

verbessert.

Die Einrichtung wurde fester Bestandteil

in der Versorgungslandschaft der

Phase F-Einrichtungen. Das Spezialpflegeheim

arbeitet in einem hochsensiblen

Versorgungsbereich der Pflege.

Seit der Inbetriebnahme wurde bei

über 48 Patienten mit schwersten

neurologischen Schädigungen therapeutisch

aktivierende Pflege geleistet.

Es ist nicht zuletzt das lobenswerte

Engagement der Mitarbeiter in der

Pflege, wenn Wachkoma-Patienten

noch Jahre nach dem schädigenden

Ereignis Besserung erfahren bis hin

zu Menschen aus ihrem Zustand im

Wachkoma herauszuhelfen.

Pflegeexperten für Menschen im

Wachkoma

Die Pflege von Menschen im Wachkoma

und mit erworbenen schweren Hirnschädigungen

birgt vielfältige Herausforderungen

für die Pflegeexperten. Denn von Mensch

zu Mensch ist der jeweilige Zustand und

die Bedürfnislage äußerst individuell. Für

alle Patienten und Bewohner gibt es einen

gemeinsamen Nenner: Ziel ist in jedem

Fall, dass die Bewältigung der Aktivitäten

des täglichen Lebens gefördert wird.

Die speziellen Therapien, Pflegeansätze

und rehabilitative Aspekte sind u. a. das

Bobath- und Affolter-Konzept. Dies sind

erprobte Methoden. In Bopfingen gehen

wir noch einen Schritt weiter und haben

mit den Pflegeexperten für Menschen

im Wachkoma sichergestellt, dass diese

Arbeitsschwerpunkte nicht ausschließlich

in den isolierten Therapien stattfinden,

sondern konsequent und kontinuierlich

in die Grundpflege integriert werden. Das

bedeutet für das Team aus Pflegenden und

Therapeuten, dass die in der Einrichtung

tätigen Therapeuten auch pflegerisch

handeln und die Pflegeexperten Therapieansätze

rund um die Uhr in der Arbeit mit

und an den Patienten einsetzen.

Exkurs: Bei jedem Handgriff der Grundpflege

und der Nahrungsaufnahme wird

geprüft, ob ihn die Bewohnerin bzw. der

Bewohner unter Intensivanleitung und Begleitung

des Mitarbeiters, nicht zumindest

in kleinen Teilen, selbst machen kann.

Diese Situationen gestalten sich von Fall

zu Fall extrem unterschiedlich und hängen

davon ab, was in den zuvor durchlaufenen

Akut- und Rehabilitationsphasen bereits

erreicht werden konnte. Bereits winzige

Fortschritte können einen riesigen Erfolg

darstellen. Ziel ist dabei, jeden Bewohner

soweit wie möglich zur Selbsthilfe anzuleiten.

Mit unserem Konzept, dass diese Maßnahmen

in den normalen Tagesrhythmus

einfließen, wird eine stringente Kontinuität

bewahrt, was die Arbeit wesentlich effizienter

und effektiver macht.

Kontinuierliche Aufbauarbeit

In der Fachpflegeeinheit für neurologische

Erkrankungen stehen insgesamt 18 Plätze

für Menschen, die in Folge schwerer Unfälle

oder fortgeschrittener Erkrankungen mit

Hirnschädigungen und des zentralen Nervensystems

schwer und schwerst pflegebedürftig

sind, zur Verfügung. Die kontinuierliche

Aufbauarbeit hat sich gelohnt.

Zum Jahresende 2009 wurden 15 Bewohnerinnen

und Bewohner gepflegt und betreut.

So vielfältig wie die Einschränkungen

nach einer Hirnverletzung oder einem

Schlaganfall sein können, so unterschiedlich

sind die in der Wachkoma AktivPflege

Bopfingen zur Anwendung kommenden

Therapie und Pflegekonzepte, die auch zur

Behandlung der Folgeerkrankungen angewandt

werden.

Behandlungs- und Pflegekonzepte

Besonders hervorheben möchte ich dabei

das Affolter-Modell als „geführte Interaktionstherapie“

mit dem Ziel der Restrukturierung

des zentralen Nervensystems sowie

der Besserung der Berührungen und der

Selbständigkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aromapflege

als kontrollierte Anwendung ätherischer

Öle zur begleitenden Behandlung

von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen.

79


Mit der basalen Stimulation werden Wahrnehmungsbereiche

aktiviert und primäre

Körper- und Bewegungserfahrungen

angeregt sowie Angebote gegeben zur

Herausbildung einer individuellen Nonverbalen-Mitteilungsform.

Die Angebote

der basalen Stimulation betreffen alle fünf

Sinne. Mit dem Bobath-Konzept zielen die

Pflegeexperten auf die Wiedererlangung

der Bewegungsfähigkeit und der Körperwahrnehmung.

Das Konzept ergibt sich aus

individuellen alltagstypischen Aktivitäten.

Das Konzept wird konsequent eingesetzt,

damit die Ausbildung von Spastiken und

das Erlernen unphysiologischer Bewegungsabläufe

verhindert werden kann.

Der Raum der Sinne konnte hinsichtlich seiner

Ausstattung einer weiteren Verbesserung

zugeführt werden und optimiert die

Arbeit beim Snoezelen. Diese hochspezialisierte

Pflegearbeit war auch in 2009 mit

einer konsequenten und kontinuierlichen

Mitarbeiterqualifizierung verbunden, die

über das Pflegeforum Aalen sichergestellt ist.

Einblick – Kunst und Kultur

In der Kunstszene Bopfingen hat sich das

Kunstforum – Einblicke als feste Größe

etabliert. So startete das Kunstjahr 2009 in

Bopfingen mit der Vernissage zur Ausstellung

„Wandlungen“ mit Arbeiten von

Ingrid Krauß. Ihre Arbeiten luden ein in

eine faszinierende Traumwelt einzutauchen.

Franz Riedl aus Meckenbeuren nahm die

Gäste der Vernissage im wahrsten Sinne

des Wortes an die Hand und begleitete sie

durch die vielfältigen Arbeiten, auch mit

passenden poetischen Worten.

Mit dem Erlernen stets neuer Techniken

wartete Ingrid Krauß mit einer vielfältigen

Palette ihrer Werke auf. Ein Großteil

ihrer Arbeiten, der oft still introvertierten,

meditierenden Plastiken – sind Menschen

gewidmet.

80

Gerade dies war ein

besonderer Ausdruck

für den Ausstellungsort

in der Wachkoma

AktivPflege Bopfingen.

Waldschönheiten und Sommerfest

Beim vielseitigen Sommerfest der Wachkoma-Station

wurde Kirsten Joas´s Fotoausstellung

„Waldschönheiten“ eröffnet.

Zahlreiche Angehörige und Gäste trafen

sich zur Eröffnung der Ausstellung. „Eine

tolle Ausstellung – sie berührt“, so würdigte

Landrat Klaus Pavel die Arbeiten von

Kirsten Joas, deren Vater selbst lange Zeit

in der Wachkoma AktivPflege in Bopfingen

verbrachte. Über die gesamte Zeit der Ausstellungsdauer

strahlen 40 Naturfotografien

Kraft und Wärme, Helligkeit und Stille

aus. Sie lassen neue Perspektiven erkennen

und bringen ein Stück Lebensfreude, Würde

und Schönheit zum Ausdruck.

Nahtlos ging es in das von dem Pflegeteam

gestaltete Sommerfest über. Am Nachmittag

konnten sich die Besucher einen

Überblick machen, wie mit Patienten im

Wachkoma aktiv in Ergo- und Physiotherapie

gearbeitet wird. Bei meditativer Musik

und Naturgeräuschen, unterm Sternenhimmel

und bei Wasserspiel, mit Farben und

Lichtspielen und mit gutem Lavendelduft

in der Nase spürte man die angenehme

Entspannung im Raum der Sinne. Die

Klinikclowns DODI und LaPique traten

auf, die Stadtkapelle Bopfingen spielte zur

Unterhaltung.

Ein besonderer Dank gebührt den Seelsorgern,

die in Regelmäßigkeit entsprechend

dem Kirchenjahr und den jahreszeitlichen

Festen Wortgottesdienste halten und

damit insbesondere den Familien in ihrer

schweren Situation Orientierung aus dem

Glauben geben.


Märchenzeit als Therapieansatz

Neue Wege geht die Wachkoma AktivPflege

in Bopfingen. Mit der Märchenerzählerin

Friede Wallentin wird mehr Leben auf diese

Station gebracht. Mit den Märchen erhalten

die Patienten neue Reize, die sie über

ihr Langzeitgedächtnis erreichen können.

So ein Märchen kann zum Türöffner werden.

Die Ergebnisse der ersten Märchenzeiten

sind verblüffend. Einzelne reagieren

mit Lachen oder Weinen. Offensichtlich

dringen wir damit zum Unterbewusstsein

vor. Es ist wichtig, die Patienten aus ihrem

Alltag zu holen, weil wir bei den schweren

Krankheitsbildern oft nicht wissen, was

diese Menschen im Wachkoma mitbekommen

und was nicht. Die Märchenzeit soll

auch eine „Auszeit“ für die Angehörigen

sein, weshalb auch immer Gäste zu den

Märchenzeiten willkommen sind. Über die

erste Märchenzeit hat auch der Rundfunk

im Schwabenradio von SWR 4 ausführlich

und live berichtet.

MDK und Pflegenoten

Landauf, landab war in den Pflegeeinrichtungen

die Evaluation des Medizinischen

Dienstes mit den Pflegenoten in aller

Munde. Das Team der Wachkoma AktivPflege

um Knut Frank als leitende Pflegefachkraft

sowie Bettina Weiß als Stationsleiterin

hat sich im zweiten Halbjahr sehr ausführlich

mit den Transparenzkriterien auseinander

gesetzt und sich intensiv auf die in

2010 zu erwartende MDK-Prüfung vorbereitet.

Dazu gehörten eine systematische

Informationssammlung und eine Betrachtung

der Arbeitsprozesse, damit sich dies

nachhaltig im Prüfergebnis des MDK niederschlägt.

In den Herausforderungen der

hochspezialisierten Pflege bei Menschen im

Wachkoma müssen Pflegekräfte in ihrem

beruflichen Alltag ständig Entscheidungen

treffen. Nicht immer geht es dabei ausschließlich

um Fragen von pflegefachlich

richtigen oder falschen Handlungsalternativen.

Alle Entscheidungssituationen haben

dabei eine ethische Dimension, die in der

Praxis allerdings gerne übersehen wird. In

der Arbeit als Pflegeexperte für Menschen

im Wachkoma erleben wir immer wieder

Situationen in denen Unsicherheit besteht,

welche Handlungsalternative die gute und

richtige ist. Entscheidungsprobleme bei

denen es um eine Abwägung von ethischen

Werten geht, werden vom Pflegeethiker

Van der Ahrend als moralische Probleme

bezeichnet. Moralische Probleme sind

Wertekonflikte. In unserer auf Wachkoma

spezialisierten Pflegearbeit sind relevante

moralische Werte Prinzipien der Fürsorge,

der Autonomie, der Gerechtigkeit, der

Realität und der Aufrichtigkeit. Situationen

mit denen unser Team in besonderer

Weise konfrontiert ist. Deshalb gilt bei

diesem Bericht mein besonderer Dank dem

Pflegeteam, den Therapeuten, den niedergelassenen

Haus- und Fachärzten und

den Apothekern, die uns in unserer Arbeit

unterstützen. Ohne den gemeinsamen

Teamgedanken wäre diese wichtige Arbeit

nicht leistbar. Dank gebührt auch allen

Partnern aus Politik und Gesellschaft, die in

den zurückliegenden Jahren die Wachkoma

AktivPflege Bopfingen in besonderer Weise

unterstützt und mitgetragen haben.

Pflegestruktur

Günter Schneider

Pflegedirektor

Knut Frank

Ltd. Pflegefachkraft

Bettina Weiß

Stationsleiterin

Axel Janischowski

Heimleiter

Bernhard Rapp

Heimfürsprecher

und das Pflegeteam

81


Physiotherapie

In der Abteilung Physiotherapie arbeiteten

im Jahr 2009 18 PhysiotherapeutenInnen

und 2 Masseure und med. Bademeister.

Insgesamt waren wir mit durchschnittlich

13,00 Stellen besetzt, aufgeteilt in vollzeitund

teilzeitbeschäftigte MitarbeiterInnen.

Außerdem sind bei uns immer 4 bis 5 Auszubildende

der DAA Physiotherapieschule

Schwäbisch Gmünd mit ihren Lehrern in

ihrer praktischen Ausbildung am Patienten

tätig. Die Ausbildung erfolgt in der Unfall –

und Allgemeinchirurgie, in der Inneren Medizin

und der Neurologie jeweils 6 Wochen

als Blockpraktikum vormittags.

Alle MitarbeiterInnen behandeln auf ärztliche

Anforderung stationäre und ambulante

PatientenInnen aller medizinischen

Fachgebiete des Hauses. Die stationären

und ambulanten Aufgaben werden den KollegenInnen

nach Qualifikation und Eignung

zugeteilt, die Arbeitsplanung und Durchführung

erfolgt weitgehend selbstständig

und eigenverantwortlich.

82

Die Befunderhebung, die Zielsetzung der

einzelnen Therapieschritte und die Durchführung

und Verlaufsdokumentation

kennzeichnen im Wesentlichen die organisatorischen

Schritte der Arbeitsplanung.

Die praktische Anwendung an den PatientenInnnen

erfordert ein solides Basiswissen

an Behandlungstechniken aber auch

eine vielseitige Kreativität und einen geschulten

Umgang mit Menschen, um eine

effiziente Therapie mit unterschiedlichen

Zielsetzungen zu erbringen.

Die erklärte Ziel dieser Therapien ist immer

der bestmögliche Erhalt der Selbständigkeit

und der geschulte Umgang mit gesundheitlichen

Einschränkungen und Veränderungen.

Eduard Gartlgruber, Leiter Physiotherapie

Ergebnisse 2009

Die stationären Arbeitsschwerpunkte der

Abteilung sind die chirurgischen Stationen

(39,4%), gefolgt von der neurologischen

Station (14,6%), den Stationen der Inneren

Medizin

(11,00%), der Gynäkologie (14,00%),

den pädiatrischen Stationen(10,5%), der

Psychosomatik(3,4%)und den Intensivstationen(7,9%)

Im Jahr 2009 wurden gesamt 39241

Behandlungen an den Patienten geleistet.

Diese Behandlungen gliedern sich grob in

aktive (80%) und passive (20%) Therapie.

( siehe Diagramm )

Von diesen 39241 Behandlungen wurden

27238 stationär (69%) und 12003 ambulant

(31%) durchgeführt

Im Jahr 2009 sind zwei langjährige Mitarbeiterinnen

unserer Abteilung Anfang des

Jahres in den Ruhestand verabschiedet

worden.

(Frau Simon und Frau Kratzer–Schaupp)

Diese Stellen wurden nicht vollständig

nachbesetzt , so dass wir im Jahr 2009 mit

weniger Personal unsere Arbeitsanforderungen

bewältigen mussten.

Durch die Zertifizierungen des Brustzentrums

und des Darmzentrums sind für

unsere Abteilungen neue Verpflichtungen

und Aufgaben entstanden. Die Gewichtungen

der Behandlungsdringlichkeit haben

sich dahingehend verändert, dass durch

diese Zertifizierungen Behandlungs – und

Dokumentationsverpflichtungen entstanden

sind, denen wir nachkommen müssen.

Deshalb haben wir auch in Zusammenarbeit

mit der EDV einen Dokumentationsbogen

für den Siemens medico Arbeitsplatz

entwickelt, der es uns ermöglicht, Dokumentationsdaten

in kurzer Form und mit

weniger Zeitaufwand in der elektronischen

Patientenakte zu erstellen.


Wir hatten im Jahr 2009 12000 ambulante

Therapien zu verbuchen, was in dieser

Menge noch nie erbracht wurde.

Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass

unsere Physiotherapie nicht nur für den

stationären Sektor wichtig und bedeutsam

ist, sondern auch für die ambulanten

Patienten immer attraktiver und bekannter

wird.

Ziele 2010

Es ist dringend notwendig, dass wir unser

Stellenbudget zur Gänze ausschöpfen und

die fehlende halbe Stelle besetzen, um den

veränderten stationären und ambulanten

Anforderungen qualitativ und quantitativ

weiter entsprechen zu können.

Es ist immer wieder zu überlegen, ob wir

mit Veränderungen unserer Arbeitszeitmodelle

auch andere Zielgruppen ( z. B.

Berufstätige ) in der ambulanten Physiotherapie

besser erreichen können.

Es ist schade, dass die Abteilung in den

späten Nachmittags – bzw. frühen Abendstunden

nicht genutzt werden kann und

somit für Patienten in dieser Zeit nicht zur

Verfügung steht.

Ein großes Qualifikationsspektrum der MitarbeiterInnen

und die vielseitige technische

und räumliche Ausstattung der Abteilung

ermöglicht ein breites Angebot aller gängigen

Therapieleistungen. Diese Grundausstattung

immer weiter zu entwickeln

und zu optimieren ist ein Ziel, welches wir

konsequent weiter verfolgen müssen.

Im Hintergrund unserer Zielsetzung steht

wie immer der Gedanke, therapeutische

Dienstleistung vom stationären Aufenthalt

bis zur ambulanten Weiterbehandlung aus

einer Hand anzubieten. Das erfordert allerdings

auch mehr Flexibilität in der Arbeits

– und Zeitplanung der MitarbeiterInnen,

bedeutet aber auch eine Sicherstellung der

Arbeitsplätze.

Wir müssen uns immer mehr an den Bedürfnissen

und Möglichkeiten der Patienten

orientieren, um als ein Therapiedienstleister

unter vielen unsere gute Positionierung

zu behalten.

Leistungen Aktive Therapie

2008-2009

Leistungen Passive Therapie

2008-2009

Stationäre und ambulante Leistungen

2008-2009

30.000

25.000

20.000

15.000

10.000

5.000

0

28.175

11.448

27.238

2008 2009

12.003

stationär ambulant

83


Kooperation

Labormedizin

Private Public Partnership

Ostalb-Klinikum Aalen –

Labor Dr. Gärtner Ravensburg

Mit diesem Projekt ist es gelungen, die Labormedizin

im Klinikum in Kooperation mit

einem niedergelassenen Großlabor sowohl

medizinisch als auch wirtschaftlich nach

vorne zu bringen. Durch die Installation einer

Laborgemeinschaft in den Räumen des

Zentrallabors im Klinikum können Personal

und Gerätschaften sowohl für stationäre

Patienten als auch für niedergelassene

Praxen genutzt werden – ein gutes Beispiel

für mögliche Synergieeffekte, die sich

durch die Vernetzung von stationärer und

ambulanter Tätigkeit erzielen lassen.

Ein wesentliches Kennzeichen der Zentrallabors

am Ostalb-Klinikum ist die Garantie

der schnellen und zuverlässigen Verfügbarkeit

der Laborwerte rund um die Uhr, denn

wir bieten über die täglichen Routinezeiten

hinaus einen 24 Stunden-Notfallbetrieb an

365 Tagen im Jahr an. Die meisten Untersuchungen

im Ostalb-Klinikum erfolgen mit

großen, EDV-gestützten Automaten. Die

Ergebnisse werden alle in einer modernen

Labor-EDV erfasst und sind jederzeit

abrufbar. Alle Laborparameter werden

kontinuierlich einer externen und internen

Qualitätskontrolle unterzogen.

84

Der Kooperationspartner

Labor Dr. Gärtner

Das Labor Dr. Gärtner ist eine bereits 1947

in Südwürttemberg gegründete Gemeinschaftspraxis

für Labormedizin und Mikrobiologie

(“Speziallabor“). Die Gesellschafter

bilden derzeit 7 niedergelassene Fachärzte,

welche zusammen mit 240 Mitarbeitern das

gesamte Spektrum der labormedizinischen

Analytik abdecken: Dr. med. Wolfgang

Gärtner, Dr. med. Diethard Müller, Dr. med.

habil. Dietmar Plonné, Dr. med. Ursula

Weber, Priv.-Doz. Dr. med. Guido Funke,

Dr. med. Torsten Schmidt-Wieland, Dr.

med. Klaus-Udo Upowsky, Prof. Dr. med. B.

Neumeister.

Das Labor ist externer Dienstleister im

Bereich der Speziallaboranalytik sowohl für

über 200 Kliniken aller Versorgungsstufen

als auch über 2.000 niedergelassene Ärzte

in Baden-Württemberg und Bayern. Weiterhin

managt die Betreibergesellschaft des

Labors Dr. Gärtner mehrere Laborgemeinschaften,

welche ein Zusammenschluss von

ambulant tätigen Ärzten zum effizienten

Abarbeiten von labormedizinischen Grundversorgungsparametern

sind. Schließlich

betreibt das Labor Dr. Gärtner auch eigene

Krankenhauslabors und besitzt somit ein

umfassendes Know-how in der Betreuung

von stationären und ambulanten Patienten.

Das Labor Dr. Gärtner hat ein umfassendes

Qualitätsmanagementsystem implementiert

und ist bereits seit dem Jahr 2000

nicht nur zertifiziert, sondern auch nach

der jeweils höchsten, europaweit gültigen

Norm (derzeit DIN EN 15189) akkreditiert.

Hintergründe und Ziele

der Kooperation

Die Dienstleistungen des Krankenhauslabors

sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für

den optimalen Arbeitsablauf. Sie können

den weiteren Pfad der Patientenbehandlung

unmittelbar beeinflussen. Daher muss

langfristig sichergestellt werden, dass die

Labormedizin qualitativ hochwertige Diagnostik

bei einem rationellen Einsatz von

Ressourcen im Sinne der Patienten und der

Gesamtorganisation erbringt.

Moderne Labors sind heute weitestgehend

automatisiert. Die maschinelle Ausstattung

wird immer komplexer und damit auch

teurer. Große Investitionen rechnen sich

nur dann, wenn auch die nötigen Mengen

anfallen. Der Gesichtspunkt der Investitionen

ist für ein kommunales Krankenhaus,

das im investiven Bereich von der Landesförderung

abhängig ist, sehr wichtig.

Wir können es uns nicht leisten, in teure

Laborautomaten zu investieren und dann

nur kleine Mengen abzuarbeiten.

Es steht außer Frage, dass eine Aufgabe

des Laborstandortes im Klinikum nicht Ziel

sein darf. Ein Zentrallabor in einem Krankenhaus

der Zentralversorgung mit drei

Intensivbereichen ist aus medizinischen

Gründen unverzichtbar. Andererseits wird

es aufgrund der umfassenden Vorschriften

zur Qualitätssicherung für nicht fachärztlich

geleitete Labore immer schwerer, eine

optimale Dienstleistung zu erbringen.

Aus diesen Gründen ist die Partnerschaft

mit der Gemeinschaftspraxis Labor Dr.

Gärtner unter Fortbestand des Zentrallabors

vor Ort ein zukunftsweisender Schritt.

Die Partnerschaft hat dazu beigetragen,

das Krankenhauslabor noch wirtschaftlicher

und auch kompetenter zu machen,

indem zusätzliche Untersuchungen aus

dem niedergelassenen Bereich im Zentrallabor

des Klinikums abgearbeitet werden

(Insourcing von Leistungen).


Inhalte der Kooperation

Bedingt durch ein großes Volumen im

Einkauf von Reagenzien und Gerätschaften

werden günstige Konditionen erzielt,

welche vom Speziallabor an den Kooperationspartner

im Klinikbereich weitergegeben

werden.

Im Sinne einer optimalen präanalytischen

Qualität von labormedizinischen Grundversorgungsparametern

ist eine praxisnahe

Analytik unabdingbar. Die lokale Erstellung

der Grundversorgungsparameter ermöglicht

auch eine, im Sinne der Patienten,

schnellere Befunderstellung und eine

Minimierung von Logistikkosten.

Ein Krankenhaus der Zentralversorgung

verfügt über ein jederzeit einsatzbereites

Labor. Dieses Labor ist häufig in einem größeren

Umkreis, entsprechend dem Einzugsgebiet

einer Klinik, das einzige medizinische

Labor. Ein Kliniklabor ist nicht gleichmäßig

ausgelastet: am Vormittag fallen Routineproben

an, über den gesamten Tag werden

Notfälle abgearbeitet, am Nachmittag

verfügen die meisten Labors über freie Kapazitäten.

Dieses ist aber genau die Zeit, in

der die Proben der niedergelassenen Ärzte

analysiert werden, nachdem Blutentnahmen

u.a. am Morgen stattgefunden haben.

Es kann also durch die Einbeziehung von

ambulanten Proben eine optimale Auslastung

der Mitarbeiter und Gerätschaften im

Kliniklabor erreicht werden. Damit entsteht

eine Win-Win-Situation für Krankenhaus

und Speziallabor.

Das Speziallabor bringt in diese Kooperationsform

seine gesamte Expertise im

Bereich des Qualitätsmanagements ein,

welche bei den nicht-akademischen Labormitarbeiterinnen

eines Krankenhauses aus

Zeitgründen nicht vorhanden sein kann.

Weiterhin ist die Betreibergesellschaft für

den Transport der Proben ins Krankenhauslabor

zuständig und bindet diese in

die bestehende weitläufige Logistik ein. Die

Betreibergesellschaft stellt auch die EDVgestützte

Übermittlung der Befunde an die

ambulant tätigen Ärzte sicher. Das Speziallabor

verpflichtet sich zu einer einem

Akademischen Lehrkrankenhaus angemessenen

Beratung der Ärzte in speziellen

labormedizinischen oder infektiologischen

Fragestellungen.

Ergebnisse der Kooperation

Das Modell wurde bereits im Jahre 2002

umgesetzt und erfreut sich eines großen

regionalen Zuspruchs. Mehr als 100 niedergelassene

Ärzte lassen mittlerweile ihre labormedizinische

Basisanalytik im Labor des

Ostalb-Klinikums Aalen erbringen, wobei

die Menge der für den ambulanten Bereich

erbrachten Leistungen derjenigen für den

stationären Bereich entspricht, ohne ein

Mehr an Personal zu benötigen. Es wurde

eine nicht zu unterschätzende Bindung

der potentiellen Zuweiser an das Krankenhaus

erreicht. Beispielhaft wurde die

immer wieder von Politikern aller Couleur

gewünschte Verzahnung von stationärer

und ambulanter Medizin zu Nutzen beider

Vertragspartner realisiert.

Um die Laboranforderungen und die Laborstandards

noch besser steuern zu können,

wurde am 16.12.2009 eine Laborkommission

gegründet.Diese Kommission trifft sich

zukünftig zweimal jährlich.

Anwesend bei der Gründungsversammlung

waren Herr Janischowski, Krankenhausdirektor,

Herr Chefarzt Professor Dr. Kleber,

Herr Chefarzt Professor Dr. Freihorst, Herr

Chefarzt Dr. Gnauert, Herr Chefarzt Dr. Peters,

Herr Oberarzt Dr. Balk, Herr Dr. Nissen,

Frau Oberarzt Dr. Zahn, Frau Stützel, ltd.

MTA, Herr Dr. Müller, Labor Dr. Gärtner und

Herr Dr. Schlegel, Labor Dr. Gärtner.

85


Kooperation

86

Praxisklinik für Augenheilkunde

Im Rahmen unserer überregionalen

Berufsausübungsgemeinschaft bieten

wir das gesamte Spektrum der modernen

Augendiagnostik und Therapie an.

Besondere Schwerpunkte sind Operationen

des Grauen und Grünen Stars, Diagnostik

und Behandlung der Makuladegenaration

sowie Eingriffe an der Netzhaut.

Die Behandlung sämtlicher Formen der

Fehlsichtigkeit durch Laserchirurgie oder

Linsenimplantate gehören selbstverständlich

genauso zum operativen Spektrum.

Neben modernster Technik und ansprechenden

Räumlichkeiten erwarten Sie fachlich

und menschlich kompetente Mitarbeiter,

die Sie in vertrauensvoller Atmosphäre

betreuen.

Leistungsspektrum:

• Gesamt Augendiagnostik

• Operationen des Grauen Stars (Katarakt)

• Behandlung des Grünen Stars

• Behandlung von Netzhauterkrankungen

• Behandlung von Makuladegeneration

• Laseroperationen


Kooperation

Pathologisches Institut Aalen

1. Technisches Leistungsspektrum

- konventionelle Histologie und Zytologie

- Histochemie und Zytochemie

- Immunhistochemie und Immunzytochemie

- Polarisationsoptische Untersuchungsverfahren

2. Medizinisches Leistungsspektrum

- morphologische Diagnostik von opera-

tiv, bioptisch oder autoptisch gewonnenen

Untersuchungsmaterialen aus

allen Organsystemen

3. Besondere Versorgungsschwer-

punkte

- Tumoröse und entzündliche Erkrankungen

der weiblichen Brustdrüse

- Tumoröse und entzündliche Erkrankungen

des Magen-Darm-Traktes

- Erkrankungen von Mundhöhle, Zähnen

und Kiefer (Oralpathologie)

- Tumoröse und entzündliche Erkrankungen

der Haut

-

4. weitere Leistungsangebote

- Obduktionswesen

- Gutachterliche Tätigkeit/

„Zweitbegutachtungen“

(sog. second opinion) bei kritischen

Diagnosen

5. Qualitätsmanagementprojekte

- erfolgreiche Teilnahme und Zertifi-

zierung im Rahmen des bundesweiten

Ringversuches „Immunhistologie“ der

deutschen Gesellschaft für Pathologie

- erfolgreiche Teilnahme an der Rezertifizierung

des abc als kooperativer

Kernleistungserbringer

- erfolgreiche Teilnahme am 3. Über-

wachungsaudit des adc als kooperativer

Kernleitungserbringer

6. Interdiziplinarität

- wöchentliches Tumorboard mit dem abc

- Qualtitätszirkel Mammacarcinom mit

niedergelassenen Frauenärzten der

Region

- Wöchentliches Tumorboard mit dem adc

- monatliche klinisch-pathologische

Konferenz mit Innerer Medizin und

Chirurgie

Dr. Mathias Hack

87


Kooperation

Dialyse

Kooperation internistisch-nephrologischen

Gemeinschaftspraxis

Dres. med. Kern – Schnitzler – Wahl

Auf seinem Weg „Vom Krankenhaus zum

Gesundheitszentrum“ begleiten wir das

Ostalb-Klinikum als Kooperationspartner

im Medizinischen Dienstleistungszentrum

seit 2004 mit unserer internistischnephrologischen

Gemeinschaftspraxis mit

integriertem Dialyse-Zentrum.

Unsere nephrologische Schwerpunktpraxis

mit Dialyse versorgt fachkompetent die

Bevölkerung des Ostalbkreises in sämtlichen

diagnostischen und therapeutischen

Aspekten zu Nieren- und Hochdruckkrankheiten.

Ambulant werden mehr als

120 Dialysepatienten in der Region Ostalb

in unserem Zentrum in Aalen oder auch

wohnortnah in unserer LC-Dialyse in Bopfingen

in der ehemaligen Klinik am Ipf betreut.

Daneben führen wir die stationären

Dialysen im Ostalb-Klinikum Aalen und im

Klinikum Schwäbisch-Gmünd durch.

88

Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum unserer Gemeinschaftspraxis

umfasst:

- Diagnostik + Therapie bei Nieren- und

Hochdruckkrankheiten inklusive

feingeweblicher Nierenbiopsie

- Vorbereitung und Nachsorge bei Nieren-

transplantationen, dies in enger

Kooperation zu regionalen Transplanta-

tionszentren Stuttgart, Ulm und

München

- Ultraschall- und Farbdopplerdiagnostik

der Nieren, insbesondere zur

Fragestellung renovasculäre Hypertonie

(Nierenarterien-Stenose)

Im Bereich der Nierenersatztherapie erfolgt

die Dialysebehandlung an modernen Geräten.

Wir bieten unseren Patienten sämtliche

Hämodialyseverfahren inklusive Hämodiafiltration

an und darüber hinaus sowohl die

Heim-Hämodialyse, als auch die komplette

Logistik der Bauchfell-Dialyse (Peritonialdialyse

inklusive APD) an.

v.l.n.r.

Dr. Jörg Schnizler,

Dr. Hans-Ulrich Wahl,

Dr. Klaus Kern

Mit der „DALI-Apharese“ steht uns eine

Lipit-Apharese zur Verfügung, um medikamentös

nicht beherrschbare Fettstoffwechsel–Störungen

(z. B. familiäre hohozygote

Hypercholesterinämie) suffizient zu

behandeln.

Für unsere Patienten und Kooperationspartner

steht eine fachärztliche, pflegerische

und technische 24-Stunden Rufbereitschaft

zur Verfügung.

Qualitätsmanagement

Im Bereich Qualitätsmanagement ist die

erfolgreiche Teilnahme entsprechend den

Qualitätssicherungs-Richtlinien selbstverständlich.

Kooperation mit dem Ostalb-Klinikum

Im Wandel des Gesundheitswesens ermöglichen

integrierte Leistungsprozesse

mehr Effizienz und bessere Nutzung von

Ressourcen. So profitieren stationäre

Patienten des Ostalb-Klinikums von unserer

nierenfachärztlichen Kompetenz, indem wir

beratend den Kollegen aus der Klinik zur

Verfügung stehen. Andererseits ermöglicht

das Leistungsspektrum des Ostalb-Klinikums

unseren Patienten ein bestmögliches

Behandlungskonzept.


Kooperation

Ergotherapie und Logopädie

Entwicklung im Jahr 2009:

Im sechsten Jahr als Dienstleister am

Ostalb-Klinikum bot sich neben den schon

etablierten Angeboten die Möglichkeit mit

dem BrustCentrum das Angebot “Sport

bei Krebs“ mit dem Team um Herrn Dr.

med. Gnauert und unter Einbeziehung von

Selbsthilfegruppen zu konzipieren, das seit

Ende 2009 auch praktisch ausgeführt wird.

Basis hierfür ist die wissenschaftliche

Erkenntnis das Sport und körperliche Aktivität

die Gesundheit fördern. Speziell auch

im Bereich der Krebserkrankungen konnte

dargestellt werden das durch Bewegung

ein positiver Verlauf auch auf bösartige

Erkrankungen genommen werden kann,

sowie das Risiko einer Krebsentstehung

verringert wird. Im Rahmen dieser Sportgruppe

stehen die individuelle Förderung,

Motivation, neueste Erkenntnisse und

Standards, sowie die Kooperation zwischen

Klinik, Therapeutin und niedergelassenen

Ärzten. Bewirkt werden eine Stärkung des

Herz-Kreislauf-Systems, die Beweglichkeit,

sowie die Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems.

Spaß und Geselligkeit stellen

sich von alleine ein.

Michael

Jast

Leistungsspektrum:

1. Schmerzlinderung:

Schienen / Verbände

- Translatorische Mobilisationstechniken

- Vegetative Behandlungstechniken

(Akumat, Heiße-Rolle, Kyrotherapie)

2. Mobilisationstechniken:

- Weichteilmassage (Querfiktion, Funktionsmassage,

Triggerpoints, Myofasziale

Release)

- Gelenkmobilisation (Traktion, Kompression,

Gleiten – Eigenübung)

3. Verhaltensänderung

und vorbeugende Übungen im ADL,

sowie Eigentraining des Patienten (ggf.

mit Hausaufgabenprogramm individuell

auf den Patienten abgestimmt).

4. Spezielle Behandlungstechniken:

- Narbenbehandlung (funktionell und

kosmetisch)

- Tapen im Bereich Obere Extremitäten

(OEX)

- Hilfsmittelversorgung

- Ödem reduzierende Maßnahme

Schwerpunkt der Ergotherapie ist die

Behandlung der Oberen Extremitäten

OEX bei folgenden Krankheitsbildern:

- Frakturen (distale Radiusfraktur, Finger-

Mittelhand-Frakturen, Handwurzel-

Frakturen)

- Sehnenverletzungen der Flexoren und

Extensoren im Bereich Fingergelenke,

Handgelenk und Unterarm

- Nervenverletzungen

- Amputation und Replantation

- Verbrennungen

- Quetschungen

- Dupuytren Kontraktur

- Karpaltunnel Syndrom

- CRPS (Morbus Sudeck)

- Arthrose / Arthritis

- Rheumatische Erkrankung

- Epikondylis humeri radialis /ulnaris

Wir, das Team der Praxis für Ergotherapie

und Logopädie freuen uns auf weiterhin

gute Zusammenarbeit im Jahr 2010 und

möchten uns auf diesem Wege bei allen

Beteiligten für das vergangene Jahr bedanken.

Gerne bedanken wir uns bei allen die uns

hierbei und im Klinikalltag unterstützen

und freuen uns auf positive und konstruktive

Impulse im Jahr 2010.

Ihr Team der

Praxis für Ergotherapie & Logopädie

Michael Jast

89


Kooperation

Pflegehotel

Das Pflegehotel des Deutschen Roten

Kreuzes am Ostalb-Klinikum Aalen

ist eine Einrichtung, die es sich zur

Aufgabe macht, sowohl pflegebedürftigen

Menschen, als auch ihren

Angehörigen eine optimale Versorgung

und einen angenehmen Aufenthalt zu

bieten.

Unsere Ziele:

• Erhaltung oder Wiedergewinnung

einer gesundheitlichen Verfassung, die

eine Versorgung zu Hause ermöglicht

• Verhinderung von langandauernder

Pflegebedürftigkeit durch Erarbeitung

und unverzügliche Umsetzung eines

situationsgerechten Hilfeplanes

• Vermeidung einer übereilten Aufnahme

in eine Dauerpflegeeinrichtung

• Ermöglichung von gemeinsamer

Erholung des Pflegebedürftigen mit

seinem Angehörigen

90

Die Leistungen

Nutzen Sie die Möglichkeiten

des Hauses nach Ihrem Bedarf.

Wir bieten Ihnen:

• Kurzfristige, rasche Aufnahme für

wenige Tage oder einige Wochen

• Umfassende Versorgung und Pflege

durch Kranken- und Altenpflegefach-

kräfte rund um die Uhr

• Qualifizierte Beratung von Angehörigen

in allen Fragen der Pflege und Kostenübernahme

durch die Pflegekasse

• Freie Wahl des behandelnden Arztes

• Durchführung sämtlicher ärztlicher

Verordnungen wie z.B. Spritzen und

Verbände

• Vollverpflegung (Wahlmenü)

und alle Diäten möglich

• Begegnungs- und Therapieangebote

in den Gemeinschaftsräumen

• Freizeitangebote für die Angehörigen

der Pflegebedürftigen

• Gemeinsame Ausflüge der Pflegebedürftigen

und ihrer Angehörigen

• Vermittlung von Hilfen nach dem

Aufenthalt im Pflegehotel am Ostalb-

Klinikum

Pflege und Urlaub

Gemeinsamer Urlaub des Pflegebedürftigen

mit seinem Angehörigen:

Für viele die schönste Lösung.

• Wohnen in Einzel- oder Doppelzimmern

ist möglich

• Der Pflegebedürftige wird von unseren

Pflegefachkräften gepflegt, betreut und

versorgt

• Als Angehöriger können Sie ausspannen

und die Freizeitangebote des

Raumes Aalen wie Limes-Thermen,

Besucherbergwerk Tiefer Stollen,

Schloss Fachsenfeld, Kloster Neresheim,

verschiedene Museen und

Kulturveranstaltungen nutzen

• Die Freizeitangebote kann der Pflegebedürftige

gemeinsam mit seinem

Angehörigen wahrnehmen

• Fahrzeuge zum Transport von

Rollstuhlfahrern stehen zur Verfügung,

Fahrdienst mit Begleitung ist möglich


Kooperation

Chirurgische Praxis

Das Jahr 2009 war ein schwieriges Jahr wegen

der sich ständig ändernden Vorgaben

und Rahmenbedingungen aus Politik und

Bürokratie. Insbesondere Unsicherheiten

über die Vergütung unserer Leistungen

belasteten und verlangten immer neue

Anstrengungen bezüglich Einsatz und

Motivation.

Es ist uns aber dank eines hervorragenden

Betriebsklimas und starken Teamgeistes

doch gelungen diese Fährnisse zu bewältigen

und unseren Patienten und Partnern

eine menschlich adäquate und qualitativ

hochstehende Betreuung und Kooperation

zu gewährleisten.

Im Einzelnen belegen dies die Zunahme der

Fallzahlen im GKV Bereich: + 4%,

im Selbstzahler und Privatbereich: + 16%,

sowie bei der OP Frequenz: + 21%.

Ferner gelang es auch für einige Patienten

einen erneuten IV Vertrag „Chronische

Wunde“ abzuschließen.

Ein neuer Schwerpunkt war die Implementierung

eines QM Systems nach DIN EN ISO

9001:2008. Diese umfangreiche Aufgabe

übernahm Frau Regina Greschner als QM

Verantwortliche. Wir gehen von der Zertifizierung

unserer Praxis im Laufe des Jahres

2010 aus.

Im vergangenen Jahr wurden auch zwei

neue Mitarbeiterinnen in unser Team integriert:

Frau Monika Schad als Nachfolgerin

für Ina Förster und Frau Christine Jäger für

den Bereich Chronische Wunde und Diabetisches

Fußsyndrom.

Für das vergangene Jahr bedanken wir uns

wieder bei den Patienten und bei allen

überweisenden Kolleginnen und Kollegen

für ihr Vertrauen. Desgleichen bedanken

wir uns herzlich bei allen Kooperationen

vom Labor über die Ambulanz, Röntgen, OP,

den Abteilungen und der Verwaltung des

OAK sowie der Gefäßchirurgie Heidenheim

für die kompetente und unkomplizierte

Zusammenarbeit zum Nutzen unserer

Patienten.

Team Praxis am OAK Dr. Klaus Holtz v.l.n.r.:

Monika Schad, Carina Jablonski, Hildegard

Müller, Angelika Holtz, Dr. Klaus Holtz, Regina

Greschner, Jenni Renner, Christine Jäger

91


Kooperation

Praxis für Neurologie und Psychiatrie

Die neurologisch-psychiatrische Praxis

bestand von Mai 1984 bis Dezember 2008

in der Aalener Stadtmitte.

Zum Januar 2009 wurde die Praxis in neue

Räumen ins Ostalb-Klinikum Aalen verlegt.

Von vielen Außenstehenden wurde vermutet,

dass die nervenärztliche Praxis hierdurch

einen Rückschritt erleiden müsste.

Das ist nicht eingetreten.

Vielmehr konnte hier ein deutliches

Wachstum festgestellt werden.

Der Umzug in das Ostalb-Klinikum Aalen

führte zu einer deutlich intensiveren

Zusammenarbeit zwischen der neurologischen

Klinik, unter Chefarzt Dr. med.

J. Peters und der neurologisch-psychiatrischen

Praxis.

Es geht hier nicht nur um verschiedene

Untersuchungsmethoden, sondern auch

um das immer mögliche Gespräch und

den Austausch über verschiedenste

Problemstellungen bei der Patientenbehandlung.

92

Sehr erfreulich ist die intensive Zusammenarbeit

mit dem DRK Pflegehotel, welche

sich ebenfalls aus der räumlichen Nähe

beider Einrichtungen ergibt.

So kann bei einem unruhigen Patienten

schnell und unbürokratisch reagiert und

geholfen werden.

Sehr interessant ist auch die kurzfristige

Diskussionsmöglichkeit mit der Radiologischen

Praxis (Dres. Schmidberger,

Heuchemer, Kolb und Fröhlich).

Das Gleiche gilt für die Dialysepraxis

(Dres. Kern, Schnizler und Wahl), die ebenfalls

in der direkten Nachbarschaft angesiedelt

ist.

Für das Jahr 2010 und die Folgejahre

zeichnet sich eine weitere Intensivierung

der Zusammenarbeit mit den einzelnen

Facharztpraxen ab. Allen voran aber natürlich

mit der neurologischen Klinik des

Ostalb-Klinikums Aalen.

Frau Dr. med.

Wiltraud Hoffmann

und Melanie Nauck


Kooperation

Radiologisch-Nuklearmedizinische

Gemeinschaftspraxis Aalen

Dr. med. P. Schmidberger

Dr. med. Th. Heuchemer

Dr. med. M. Kolb

Dr. med. A. Fröhlich

Historie

Die Kooperation der Radiologischen Praxis

Aalen mit dem Ostalb-Klinikum reicht

zurück bis in das Jahr 1991. In diesem Jahr

wurde die Kernspintomographie in Aalen

etabliert und der erste Kernspintomograph

von der Radiologischen Gemeinschaftspraxis

Aalen am Ostalb-Klinikum aufgestellt,

an dem die Praxis auch die Untersuchungen

der stationären Patienten des Ostalbklinikums

durchführt.

Nach dem Umzug der gesamten Radiologischen

Gemeinschaftspraxis in unsere

neuen Räumlichkeiten am Ostalb-Klinikum

im November 2008 konnten wir im

abgelaufenen Jahr durch unsere dadurch

erhöhte ärztliche Präsenz vor Ort die Zusammenarbeit

mit den Fachabteilungen auf

eine breitere Basis stellen.

Da mit Frau Dr. A. Fröhlich bereits am

1.1.2006 eine erfahrene Fachärztin für

Nuklearmedizin in die Radiologische

Gemeinschaftspraxis aufgenommen wurde,

konnten wir auch unsere nuklearmedizinsche

Kompetenz und Kapazität erheblich

steigern und seit dem 1.12.2008 in

erweiterten Räumlichkeiten auch sämtliche

Nuklearmedizinische Untersuchungen für

die stationären Patienten des Ostalb-Klinikums

erbringen.

Neue Geräte –

erweitertes Leistungsspektrum

Mit dem Umzug der Praxis wurden auch

nahezu sämtliche Diagnose-Geräte

erneuert:

Für die Nuklearmedizin steht eine moderne

schnelle Doppelkopf-SPECT-Gammakamera

(E-Cam, Fa. SIEMENS) zur Verfügung,

wodurch die Kapazitäten für die szintigraphischen

Knochen- und Schilddrüsen-

Untersuchungen deutlich gesteigert

werden konnten und auch vermehrt

Nieren-Sequenz-Szintigraphien angeboten

werden können, die von Urologen und der

Kinderklinik nachgefragt werden.

Neu ins Leistungsspektrum unserer Praxis

aufgenommen wurde die Myocard-Szintigraphie,

eine wichtige Untersuchung zur

Erkennung der koronaren Herzkrankheit,

die in der Regel einer invasiven Herzkatheter-Untersuchung

vorausgeht und daher

insbesondere von Kardiologen nachgefragt

wird.

Unsere Mammographie verfügt nun über

eine hochmoderne, volldigitale Mammographieanlage

(Mammomat Inspiration,

Fa. SIEMENS), mit der deutliche Qualitätsverbesserungen

gegenüber konventionellen

Mammographie-Röntgenaufnahmen erzielt

werden und Aufnahmen in exzellenter

Qualität in kürzester Zeit erstellt werden

können.

Diese können dann bei Bedarf in digitaler

Form an andere Mammographiezentren

überspielt werden, was insbesondere im

Rahmen unserer Teilnahme am bundesweiten

Mammographiescreening erforderlich

ist.

Im Zuge des Ausbaus der Mamma-Diagnostik

wurde auch ein zweites, modernes

Ultraschallgerät mit Doppler-Funktion

(Fa. GE) angeschafft, um hochaufgelöste

Ultraschallaufnahmen der weiblichen Brust

anzufertigen.

Für die konventionelle Röntgendiagnostik

steht ebenfalls ein neues Schwenkbügel-

Röntgengerät mit volldigitalem Detektorsystem

(Fa. CANON) zur Verfügung, mit

dem sämtliche Röntgenaufnahmen vom

menschlichen Körper in kürzester Zeit filmlos

und mit deutlich verminderter Strahlenbelastung

angefertigt werden können.

Dreidimensionale

Auswertung einer

Myocard-Szintigraphie

Volldigitales

Mammographiegerät

Siemens Mammomat

Der Computertomograph der Röntgenpraxis

(Fa. SIEMENS) ist als einzigstes Gerät

von unserem bisherigen Standort in der

Friedhofstraße in unsere neue Praxis umgezogen

und stellt nach wie vor ein wichtiges

Standbein in der modernen Routinediagnostik

insbesondere von Erkrankungen des

Abdomen, des Thorax, des Schädels und der

Lendenwirbelsäule dar.

93


In der Kernspintomographie steht ein 1,5

Tesla MRT-Gerät der Firma Philips zur

Verfügung, das durch aufwändige Hardund

Software- Aufrüstungen kontinuierlich

weiterentwickelt wird und die Durchführung

nahezu sämtlicher kernspintomographischer

Untersuchungen für stationäre

und ambulante Patienten ermöglicht.

Dadurch erschließt sich ein weites Spektrum

an Möglichkeiten der MRT-Bildgebung.

In der Gefäßdiagnostik, insbesondere im

Bereich der Hals-, Thorax- und Abdominalgefäße,

hat die MR-Angiographie (MRA)

die invasive diagnostische Katheterangiographie

mit Röntgenkontrastmittel zur

Darstellung insbesondere von Gefäßstenosen

zur Planung der weiteren Therapie

weitestgehend abgelöst.

Darstellung der thoracalen Aorta im MRT

Ähnliche nichtinvasive Verfahren werden

auch zur Darstellung des Nervenwassers

(Liquor cerebrospinalis) im Rückenmarkskanal

(Myelographie) durchgeführt.

Für die Neurologische Diagnostik steht die

Diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI) zur

Verfügung, ein wichtiges Instrument zur

Frühdiagnostik des Schlaganfalls, ebenso

verbesserte Untersuchungstechniken zur

schnellen, aber dennoch präzisen Untersuchung

von Neugeborenen und Kleinkindern

der Kinderklinik.

94

Schlaganfall-Diagnostik im MRT: ältere und

frischere Hirnveränderungen (helle Flecken)

sind zunächst nicht voneinander zu unterscheiden

Schlaganfall-Diagnostik im MRT: Im DWI stellt

sich nur die frische Durchblutungsstörung dar.

Der herausragende Stellenwert der Kernspintomographie

in der diagnostischen

Bildgebung wird durch die Zahl von 10600

durchgeführten Kernspintomographien im

Jahr 2009 eindrucksvoll demonstriert.

Mammographie-Screening

Mammographie-Screening ist ein Programm

zur Früherkennung von Brustkrebs

mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung.

Das Wort “Screening“ kommt aus dem

Englischen und steht für „Reihenuntersuchung“.

Angeboten wird dieses Programm

allen Frauen von 50 bis 69 Jahren. Gerade

diese Altersgruppe ist besonders stark von

Brustkrebs betroffen. Frauen in dieser Altersgruppe

werden alle zwei Jahre persönlich

zu einer Mammographie als Früherkennungsuntersuchung

eingeladen. Diese

Einladung erfolgt in Baden-Württemberg

über die „Zentrale Stelle Mammograhie-

Screening“ mit Sitz in Baden-Baden, die

Teilnahme ist kostenfrei.

Seit dem 1.12. 2008 ist auch die Radiologische

Gemeinschaftspraxis Aalen als Ersteller

und Befunder der Mammographieaufnahmen

an diesem Programm beteiligt und

ermöglicht so den Frauen aus der Region die

kostenlose Früherkennung von Brustkrebs.

Die Teilnahmerate von über 50 % der eingeladenen

Frauen im ersten Jahr spricht

für einen guten Start des Screening-

Programms in unserer Region, wozu auch

unsere freundlichen und einfühlsamen

Mitarbeiterinnen nicht unerheblich beigetragen

haben.

Unsere Mammographiescreening-

Damen:

Rebecca Blum,

Maike Lebermann,

Antje Jennewein

(v.l.n.r.)


Enge Kooperation mit den Abteilungen

des Klinikums

Über die Teilnahme unserer Praxis am

Mammographie-Screening wurde die

Kooperation mit der Frauenklinik unter

Chefarzt Dr. K. Gnauert im Rahmen des

„Aalener Brust-Centrums abc“, zu dessen

Zertifizierung die Radiologische Gemeinschaftspraxis

Aalen durch die Durchführung

der erforderlichen qualitätsgeprüften

Mammographieaufnahmen erheblich beigetragen

hat, weiter vertieft.

In Kooperation mit dem Chefarzt der

Radiologischen Abteilung, Dr. H. Nissen,

konnte dabei auch die MR-Mammographie

als fortschrittliche Untersuchungsmethode

eingeführt werden.

Durch gemeinsame Klinische Konferenzen,

wie z.B. das „Viszeralchirurgisch-onkologische

Kolloquium“, besteht auch enger

Kontakt zur Visceralchirugischen Abteilung

unter Prof. Dr. Siech und zur Gastroenterologisch-Onkologischen

Abteilung unter

Prof. Dr. Kleber, deren „Aalener Darm Centrum

adc“ ebenfalls von unseren modernen

Untersuchungstechniken profitiert:

Die MRCP (Magnet-Resonanz-Cholangio-

Pancreaticographie), d. h. die nichtinvasive

Darstellung der Gallen- und Pankreasgänge

durch deren eigene Sekrete, kann ohne Belastung

des Patienten insbesondere Steine

im Gallengang erkennen und erspart in

vielen Fällen die Endoskopie mit Katheterisierung

dieser Gänge mit Kontrastmitteleinspritzung,

die nicht ganz ohne Risiko ist

und nach stattgehabten Operationen z.T.

unmöglich ist.

MRCP: Darstellung von Steinen im Gallengang

mittels MRT

In die Routinediagnostik aufgenommen

wurde auch die Darstellung des Dünndarmes

im MRT („MRT-Sellink“), eines

Organes, das bisher nur schlecht der

Diagnostik zugänglich war. Hier gelingt es

uns, stark entzündlich veränderte Dünndarmabschnitte

abzugrenzen und eventuell

bedeutsame Verengungen darzustellen,

um so die Entscheidung zwischen medikamentöser

und evtl. notwendiger operativer

Therapie auf sichere Grundlagen zu stellen.

Ebenso wurde die intensive und vertrauensvolle

Zusammenarbeit mit der Neurologischen

Abteilung unter Chefarzt Dr. Peters,

sowie mit der Neurochirurgie, vertreten

durch Kollegen des BWK Ulm, weiter fortgeführt.

Digitale Archivierung und Kommunikation

(PACS)

Bereits zu Beginn des Jahres 2004 wurde

durch die Radiologische Gemeinschaftspraxis

Aalen am MRT ein PACS (Pictures Archiving

and Communication System) installiert.

Durch die kontinuierliche Archivierung

aller Bilddaten auf Festplatte und DVD wird

dadurch auch der nachträgliche, jederzeitige

Zugriff auf ältere Voruntersuchungen

ermöglicht, was für die Beurteilung von

Krankheitsverläufen sehr hilfreich ist.

Mit der Neuanschaffung des digitalen

Mammograhiegerätes und Einführung der

digitalen Röntgentechnik kann nun unser

gesamtes diagnostisches Bildmaterial einschließlich

Nuklearmedizinischer Untersuchungen

und Ultraschallaufnahmen digital

im PACS gespeichert werden.

Dadurch ist die direkte Übernahme der Untersuchungsdaten

auf jede herkömmliche

CD-ROM möglich, ebenso der Ausdruck auf

Laserfilm oder Papier, so dass eine bedarfsgerechte

Bilddokumentation zum Nutzen

des Patienten erfolgen kann.

Das System ermöglicht auch die direkte

Bildübermittlung über Datenfernleitung an

die Abteilungen des Ostalb-Klinikums und

weitere kooperierende Kliniken, sobald dort

die notwendigen Installationen erfolgt sind,

sodaß bald sämtliche Bilder in kürzester

Zeit in verlustfreier, digitaler Qualität in

den Ambulanzen, auf den Stationen und in

den Klinischen Konferenzen zur Verfügung

stehen werden.

Ausblick

Für 2010 und die Folgejahre stehen die

Bewältigung eines sich abzeichnenden zunehmenden

Termindruckes und die weitere

Intensivierung der Zusammenarbeit sowohl

mit den Fachabteilungen des Ostalbklinikum

als auch mit den niedergelassenen

Kollegen im Vordergrund, um so unsere

Aufgabe an der Schnittstelle zwischen

ambulanter und stationärer medizinischer

Versorgung kompetent wahrzunehmen.

Die Ärzte der Radiologisch-Nuklearmedizinischen

Gemeinschaftspraxis

Aalen

Dr. Kolb

Dr. Heuchemer

Dr. Schmidberger

Dr. Fröhlich

95


Kooperation

Praxis für Strahlentherapie

Seit nunmehr 2 Jahren besteht mit der Gemeinschaftspraxis

für Strahlentherapie am

Ostalb-Klinikum Aalen eine der modernsten

Strahlentherapie-Einrichtungen Deutschlands,

die das gesamte Leistungsspektrum

der Strahlentherapie inklusive Interventioneller

Strahlentherapie anbietet.

Noch immer sind unsere Patientenzahlen

steigend, im Jahre 2009 wurden insgesamt

700 Patienten behandelt. Unsere Praxis ist

von 7 Uhr morgens durchgängig geöffnet,

pro Tag werden im Schnitt 80 Patienten

bestrahlt, 4-6 neue Patienten gesehen und

5 Planungs-CTs durchgeführt.

Aktuell arbeiten in der Strahlentherapie Ostalb

4 Sekretärinnen/Arzthelferinnen, 4 MTRAs

(Medizinisch-Technische Radiologie-Assistenten),

3 Medizinphysiker und 3 Fachärzte

für Strahlentherapie.

Ziele und Behandlungsspektrum:

Unser Ziel ist es, im Tumor eine möglichst

hohe Dosis zu erreichen und gleichzeitig

das gesunde Gewebe optimal zu schonen,

wodurch sich die Nebenwirkungen verringern

und die Therapie verträglicher wird.Dies erreichen

wir zum einen durch die sogenannte intensitätsmodulierte

Strahlentherapie (IMRT),

zum anderen durch die Brachytherapie.

Eine Besonderheit der Strahlentherapie

Ostalb ist der Schwerpunkt in der endoluminalen

und interstitiellen Brachytherapie

(= Interventionelle Strahlentherapie), d.h.

die Bestrahlung eines Tumors „von innen“.

Eingesetzt wird diese z.B. beim Prostatakarzinom

oder bei bestimmten Tumoren

des Kopf-Hals-Bereiches, aber auch in der

palliativen Therapie von multimodal vorbehandelten

Tumorrezidiven. So kann vielen

Patienten, die in einer konventionellen

Strahlentherapie als „ausbestrahlt“ gelten,

gut geholfen werden.

Das Behandlungsspektrum umfasst die

Strahlentherapie aller bösartiger Tumore,

96

wie z.B. Hirntumore (z.B. Glioblastom,

Astrozytom), Kopf-Hals-Tumore (z.B.

Mundbodenkarzinom, Larynxkarzinom) ,

Lungentumore, Gastrointestinale Tumore

(z.B. Magenkarzinom, Speiseröhrenkarzinom,

Rektumkarzinom), gynäkologische

Tumore (z.B. Brustkrebs, Gebärmutter- und

Gebärmutterhalskrebs), Knochen- und

Weichteilsarkome, Lymphome (bösartige

Erkrankung des Lymphsystems) und Tumore

des Urogenitaltraktes (an erster Stelle ist

hier der Prostatakrebs zu nennen).

Die Strahlentherapie kommt sowohl in kurativer

Intention als auch in der Palliation zum

Einsatz. Kurativ kann die Strahlentherapie

sowohl neoadjuvant appliziert werden (z.B.

beim fortgeschrittenen Rektumkarzinom in

Kombination mit einer Chemotherapie) als

auch als adjuvante Maßnahme (z.B. nach

brusterhaltender Therapie beim Mammakarzinom).

Auch als Primärtherapie wird

die Strahlentherapie eingesetzt, z.B. beim

Prostatakarzinom oder bei Tumoren des

Kopf-Hals-Bereiches.

Auch in der Palliation werden gute Erfolge

erzielt, beispielsweise als schmerzlindernde

und langfristig re-stabilisierende Therapie

bei Knochenmetastasen oder zur raschen,

massiven Tumorreduktion im Falle einer

lebensbedrohlichen oberen Einflußstauung.

Die Strahlentherapie Ostalb behandelt

selbstverständlich auch Patienten mit gutartigen

Erkrankungen wie z.B. schmerzhaften

Arthrosen, rheumatoider Arthritis, Tennisellenbogen

und Fersensporn. Hier kann mit

kleiner Dosis eine enorme Schmerzlinderung

und damit Verbesserung der Lebensqualität

erzielt werden. Nebenwirkungen treten bei

dieser Bestrahlungsform nicht auf.

Geräteausstattung:

- 1 Linearbeschleuniger der amerikanischen

Fa. Varian mit On-board-Imager und Conebeam

CT- Funktion. Dadurch können falls

Dr. Ralf Kurek und Dr. Sandra Röddiger

nötig vor jeder einzelnen Bestrahlungssitzung

Bilder des Patienten angefertigt werden. Diese

werden mit den Bildern der CT-basierten

Bestrahlungsplanung abgeglichen. Sollten sich

Abweichungen ergeben, werden diese automatisch

„online“ - d.h. während der Patient

auf dem Behandlungstisch liegt – korrigiert

und der Patient exakt bestrahlt.

- Computertomograph, 6 Zeiler,

der Fa. Siemens zur 3D-Bestrahlungsplanung

- Afterloading-Gerät der Fa. Nucletron.

Hiermit wird die Brachytherapie durchgeführt.

Durch vierteljährlichen Austausch der

radioaktiven Iridium(192)-Quelle werden die

Therapiezeiten für die Patienten kurz gehalten.

Ausblick:

Im Oktober 2010 wird als ortsübergreifende

Erweiterung die Strahlentherapiepraxis für

den Rems-Murr-Kreis am Standort Winnenden

eröffnet. Wir konnten für die Leitung

dieser Praxis einen strahlentherapeutischen

Kollegen der Universitätsklinik Würzburg,

Herrn Dr. Stefan Bleier, gewinnen.

In Kooperation mit dem Ostalbkreis und

dem Stauferklinikum in Mutlangen entsteht

am Margaritenheim in Schwäbisch Gmünd

eine weitere Praxis für Strahlentherapie. Die

Eröffnung ist für das erste Quartal 2011 geplant.

Dieses zusätzliche Angebot trägt den

steigenden Patientenzahlen aus dem Raum

Schwäbisch Gmünd und dem damit verbundenen

Wunsch nach einer wohnortnahen

Strahlentherapie Rechnung.


Kooperation

Herzchirurgie Karlsruhe

Hybrid - nun auch in der Klinik für

Herzchirurgie Karlsruhe

Die Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe ist

auf die Versorgung von herzchirurgischen

Patienten im Erwachsenalter spezialisiert.

Jährlich führen wir rund 2.500 Operationen

durch. Auch das Jahr 2009 stand mit der

Eröffnung unseres neuen Hybrid-OPs ganz

unter unserem Leitspruch: Hochleistungsmedizin

– dem Herzen zu Liebe.

Nach rund 6-monatiger Bautätigkeit

im laufenden Betrieb, eröffneten wir im

Februar 2009 einen hochmodernen Hybrid-

OP-Saal. Hybrid steht in diesem Fall für das

Zusammenbringen zweier selbständiger

medizinischer Fachrichtungen – Kardiologie

und Herzchirurgie – zur gemeinsamen

kathetergestützten Implantation von Aortenklappen

bei Hochrisikopatienten.

Der neue OP bietet auf 66m² Grundfläche

viel High-Tech, wie eine deckengestützte

und auf Führungsschienen fahrbare Hochleistungsröntgenanlage.

Die Integration

des OPs in den bestehenden OP-Trakt

erforderte diffizile Planungsarbeiten und

schließlich eine Verlegung der OP-Umkleiden,

die sich nun einen Stock höher

befinden und über eine neu geschaffene

Treppe angeschlossen sind.

Die schnelle Umsetzung von den ersten

Überlegungen im April 2008 bis zur Einweihung

im Februar 2009 unterstreicht

eine Stärke unserer Klinik, nämlich große

Investitionen durch eine gesunde Finanzstruktur

stemmen und damit, wie in diesem

Fall, optimale Voraussetzungen für den

kathetergestützten Aortenklappenersatz

bieten zu können.

Nachdem im Jahr 2008 knapp einhundert

Patienten auf diese Weise in unserer Klinik

operiert wurden, wurde die Zahl im Jahr

2009 auf über 230 gesteigert. Damit hat

sich die Klinik unter den führenden Kran-

kenhäusern für diese innovative Technik

in Deutschland etabliert. Gleichzeitig ist

unsere Klinik Anlaufstelle für Fachleute aus

Europa, den USA, Australien und Israel, die

an diesem Verfahren und der baulichen

Umsetzung interessiert sind, geworden.

Bei all den neuen Kontakten bleibt die

gemeinsame Kooperation zwischen dem

Ostalb-Klinikum Aalen und der Klinik für

Herzchirurgie für uns eine besondere Beziehung,

da sie für uns eine über rund

10 Jahre hinweg gewachsene und bewährte

darstellt. Die nachfolgende Tabelle zeigt die

bei Patienten des Ostalb-Klinikums in der

Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe durchgeführten

Operationen des Jahres 2009:

Eingangshalle / Patientenaufnahme

Operative Eingriffe an Patienten

aus Aalen 2009

OP-Gruppen

Koronarchirurgie 105

davon am schlagenden Herzen 38

Klappenchirurgie 69

davon kathetergestützt 14

Kombinationseingriff

(Koronar- u. Klappenchirurgie) 22

Aortenchirurgie 1

Schrittmacher/Defibrillatoren 10

Sonstige 18

97


Kooperation Reha

Geriatrische Reha

Seit 1998 arbeitet die Geriatrische Rehabilitationsklinik

Aalen mit dem Ostalb-Klinikum

Aalen eng zusammen.

Das Geriatriekonzept des Landes Baden-

Württemberg gibt die Leitlinien der Versorgung

älterer Patienten vor. Grundzüge des

Konzeptes sind die wohnortnahe Behandlung

und die Betonung der Rehabilitation,

d.h. die Wiederherstellung und Erhaltung

der Selbstständigkeit älterer Menschen

mit dem Ziel, sie wieder möglichst in ihre

bisherige Lebensumgebung zu integrieren.

Dazu gehört, Pflegebedürftigkeit nach

Möglichkeit zu vermeiden oder zu vermindern

und die Alltagskompetenz weitgehend

wieder zu erlangen.

Im Jahre 2009 wurden in der mit 60 stationären

Plätzen ausgewiesenen Geriatrischen

Rehabilitationsklinik Aalen 763 Patienten

stationär behandelt - die meisten Patienten

(über 80 %) kamen aus dem Ostalbkreis.

Konzepte der Altersmedizin

Akute Erkrankungen und Unfälle (z.B. Stürze)

führen im Alter häufiger zu Behinderungen

als in jüngeren Jahren, da Funktionseinschränkungen

schlechter kompensiert werden

können und oft schon mehrere chronische

Krankheitszustände zuvor bestehen

(Multimorbidität). Auch fällt es älteren

Menschen schwerer, nach Operationen ihre

vorherige Mobilität wiederzugewinnen oder

chronische Erkrankungen gefährden auf

Dauer die ihre Selbstständigkeit.

Zunehmend sind ältere Menschen auf sich

selbst angewiesen, so dass die bisherige

Lebensweise in vertrauter Umgebung plötzlich

in Frage gestellt sein kann. Hier setzt

die geriatrische Rehabilitation ein, denn

es hat sich gezeigt, dass selbst im hohen

und höchsten Alter ein alltagsorientiertes

Training verloren gegangene Fähigkeiten

häufig wiederherstellen kann.

98

Diese Patientinnen und Patienten benötigen

zur Erhaltung oder zur Wiederherstellung

ihrer Alltagskompetenz fachkundige

ärztliche Behandlung, pflegerische Hilfe und

Unterstützung und eine multiprofessionelle

Therapie und umfassende soziale Beratung.

Die Voraussetzungen für den Erfolg einer

Rehabiliation sind dabei relativ niedrigschwellig:

Die Patientinnen und Patienten

sollten in die Rehabilitation eingewilligt

haben, zur Mitarbeit motiviert und in der

Lage sein, an Therapieeinheiten selbst aktiv

mitzuarbeiten. Es sollten keine schweren

psychischen oder Orientierungsstörungen

mit Flüchtigkeit, Fremd- oder Selbstgefährdung

vorliegen und der Vitalzustand

sollte stabil genug sein und eine gewisse

Belastbarkeit ermöglichen.

Behandlungsschwerpunkte:

• Krankheiten des cerebrovasculären

Systems (insbesondere Schlaganfall).

• Zustand nach Knochenbrüchen und

Gelenkersatz (z.B. Oberschenkelhalsbruch

und künstliches Hüft- oder Kniegelenk)

• Zustand nach Amputationen;

Folgen von Stoffwechsel- und Ernäh

rungsstörungen (z.B. Diabetes-Spätfolgen,

Osteoporose)

• Mobilitätsstörungen verschiedener

Ursachen (z.B. rheumatische Erkran-

kungen, Spinalkanalerkrankungen,

Parkinson´sche Erkrankung)

• Verlängerte Rekonvaleszenz nach

schwerer Erkrankung oder Operationen

(z. B. Myocardinfarkt, größere operative

Eingriffe im Alter)

Die Einleitung von stationärer Rehabilitation

erfolgt in Kooperation mit dem sozialen

Beratungsdienst am Ostalb-Klinikum.

Neben der stationären Rehabiltation können

alle Leistungen der Ergotherapie, Physiotherapie

und Logopädie auch ambulant

auf Rezept in Anspruch genommen werden.

Aktuelle Entwicklungen

Im Jahre 2009 wechselte die ärztliche

Leitung der Geriatrischen Rehabilitationsklinik

Aalen: Dr. Helmut Hapke übernahm

von Chefarzt Michael Maas, der sich in

ambulanter Praxis niederließ, die Führung

der Klinik, nachdem er zuvor seit 1998 die

30 Betten umfassende Geriatrische Rehabilitationsklinik

im Nachbarkreis Heidenheim

geleitet hatte. Das bewährte Konzept der

geriatrischen Rehabilitation in Aalen wird

er weiterführen, Schwerpunkte seiner

bisherigen Tätigkeit, vor allem Arzneimittelsicherheit,

Schmerztherapie und die geriatrische

Rehabilitation bei neurologischen

Krankheitsbildern will er auch in Aalen

weiterentwickeln. Ein guter gemeinsamer

Auftakt dazu war die Beteiligung am Tag

des Schlaganfalls 2009 im Ostalb-Klinikum

Aalen mit einem Vortrag von Dr. Hapke zu

Rehabilitationskonzepten bei Schlaganfall.

Ganz herzlich bedankt sich

die Geriatrische Rehabilitationsklinik

Aalen

für die gute und partnerschaftlicheZusammenarbeit

– insbesondere auch

für die ausgezeichnete

konsiliarische ärztliche

Unterstützung durch alle

Abteilungen im Ostalb-

Klinikum Aalen!

Dr. Helmut Hapke


Kooperation Reha

Waldburg-Zeil Kliniken

Die Waldburg-Zeil Kliniken

Die Waldburg-Zeil Kliniken sind eine privatwirtschaftlich

geführte Klinikgruppe mit:

• Kliniken

1 Krankenhaus, 2 Fachkliniken mit Akutund

Rehabilitationsmedizin, 9 Rehabilitationskliniken

in Baden-Württemberg,

Bayern und Sachsen-Anhalt

• 2 Medizinische Versorgungszentren

(MVZ)

- MVZ in Neutrauchburg mit den Schwer-

punkten Psychosomatische Medizin und

Psychotherapie, Innere Medizin und

homöopathische Versorgung

- MVZ in Tettnang mit den Schwerpunk-

ten Orthopädie, Rehabilitative Medizin,

Pysikalische Medizin, Unfallchirurgie

• Gesundheitsmanagement

1 Therapeutisches Bewegungszentrum

(Umfassendes Angebot in der kurativen

Medizin und im präventiven

Bereich mit Vorsorge-, Nachsorge- und

Refresher-Programmen)

• Seniorenresidenzen

2 Seniorenresidenzen in Wiesbaden und

Taunusstein

Die Waldburg-Zeil Kliniken haben eine Gesamtbettenkapazität

von 2.602 Betten in

der Rehabilitation, 460 Betten in der Akutmedizin

und 308 Betten in der Altenhilfe.

Insgesamt beschäftigen die Waldburg-Zeil

Kliniken 3.350 Mitarbeiter.

Kooperation mit dem Ostalb-Klinikum

Aalen

Die seit mehr als 15 Jahren bestehende Zusammenarbeit

zwischen den Waldburg-Zeil

Kliniken und dem Ostalb-Klinikum wurde

vertraglich im Jahre 2003 mit Wirkung

zum 01.01.2004 dokumentiert. Kooperationspartner

des Ostalb-Klinikums sind die

Argentalklinik und die Klinik Schwabenland.

Argentalklinik

Fachklinik für Konservative Orthopädie und

Rheumatologie

Orthopädische Schmerzklinik

Osteologisches Schwerpunktzentrum DVO

Indikationen für AHB/HV:

• Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

(Indikationsgruppe 3)

• Degenerativ-rheumatische Erkrankungen

(Indikationsgruppe 4)

• Bösartige Geschwulsterkrankungen und

maligne Systemerkrankungen

(Indikationsgruppe 10)

• Unfall- und Verletzungsfolgen

(Indikationsgruppe 18)

Schwerpunkte:

• Erkrankungen der Wirbelsäule

(Skoliose, Morbus Bechterew)

• Behandlung nach Implantation von

Hüft- und Kniegelenksendoprothesen

• Orthopädische Schmerztherapie

• Therapie nach operativen Eingriffen an

der Wirbelsäule

• Diagnostik und Therapie der Osteoporose

Klinik Schwabenland

Fachklinik für Innere Medizin

Indikationen für AHB/HV:

• Krankheiten des Herzens und des

Kreislaufs (Indikationsgruppe 1)

• Krankheiten der Gefäße (arterielle

Gefäßerkrankungen)

(Indikationsgruppe 2)

• Stoffwechselerkrankungen

(Indikationsgruppe 6)

• Bösartige Geschwulstkrankheiten und

maligne Systemerkrankungen

(Indikationsgruppe 10)

Schwerpunkte:

• Behandlung nach Myokardinfarkt/

kardiologischer Intervention (z.B. PTCA)

• Zustand nach Herz- und Zustand

Herzlungen-Transplantationen

• Therapie nach operativen Eingriffen am

Herzen (z.B. Herzklappenersatz) und

Bronchial

• Therapie bei Mamma-, Bronchial- und

Schilddrüsenkarzinom, hämatologischen

Erkrankungen und anderen onkologischen

Erkrankungen

• Therapie bei Diabetes mellitus und

Fettstoffwechselstörungen

• Frührehabilitation nach Knochenmarkoder

Blutstammzellentransplantation

Besonderheiten:

• Therapeutisches Bewegungszentrum,

Fachklinik für Psychotherapeutische Medizin

und Psychosomatik, Fachklinik für

Konservative Orthopädie und Rheumatologie,

Orthopädische Schmerzklinik und

Rehabilitationsklinik für Innere Medizin

sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum

gleicher Trägerschaft am Ort

Seit Abschluss des Kooperationsvertrages

wurden fast 1000 Patienten des Ostalb-

Klinikums in den beiden Einrichtungen

behandelt. Die erfolgreiche Kooperation

zeichnet sich durch sehr zufriedene Patienten

und gute Rückmeldungen durch die

Ärzte aus. Um optimale Prozessabläufe

zum Wohle der Patienten zu gewährleisten,

finden regelmäßige, gegenseitige Besuche

zwischen den Kooperationspartnern statt.

99


Kooperation Reha

Die Dr. Becker Kiliani-Klinik im mittelfränkischen

Bad Windsheim steht seit über 10

Jahren für eine qualitativ hochwertige und

moderne medizinische Rehabilitation.

Behandlungsspektrum

- Neurologische Frührehabilitation

(Phase B)

- Weiterführende Rehabilitation (Phase C)

- Anschlussheilbehandlungen

(AHB/Phase D) für alle neurologischen

und orthopädischen Erkrankungen

- Stationäre Rehabilitation in der

Neurologie

Ziel ist es, jeden Patienten in der Gesamtheit

seiner persönlichen, körperlichen

und sozialen Lebenssituation zu fördern.

Dabei ist die Verpflichtung auf Qualitätsgrundsätze

fest in den diagnostischen und

therapeutischen Bereichen, aber auch in

der Verwaltung und den Serviceabteilungen

verankert.

Qualitätssicherung

• Die Dr. Becker Kiliani-Klinik ist nach

DIN ISO 9001:2008 und den Richtlinien

der Deutschen Gesellschaft für Me-

dizinische Rehabilitation (DEGEMED)

zertifiziert und durch die Deutsche

Multiple Sklerose Gesellschaft als an-

erkanntes MS-Zentrum ausgezeichnet.

• Strukturierte Behandlungsprogramme,

sowohl in der Neurologie als auch in

der Orthopädie, ermöglichen eine optimale

Versorgung der Patienten nach den

modernsten Erkenntnissen der Medizin

und der Rehabilitationswissenschaft.

Gemeinsam stark für eine optimierte

medizinische Versorgung –

Die Kooperation mit dem Ostalb-

Klinikum Aalen

Als Kooperationspartner des Ostalb-

Klinikums Aalen stellen wir uns im Sinne

unserer Grundsätze rechtzeitig auf eine reibungslose

Behandlung und Rehabilitation

der Patienten in der Dr. Becker Kiliani-Klinik

ein. Für das gemeinsame Ziel einer optimierten

medizinischen Versorgung stellt die

enge Zusammenarbeit mit dem Ostalb-

Klinikum einen wesentlichen Erfolgsfaktor

für den Aufenthalt in der Klinik dar.

100

Kooperationsvereinbarung zur

Behandlungsoptimierung

Um eine enge Verzahnung der beiden

Kliniken zu gewährleisten wurde 2004

eine Kooperationsvereinbarung in den

Fachbereichen Neurologie und Orthopädie

geschlossen. Diese Vereinbarung baut auf

einer langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit

zwischen dem Ostalb-Klinikum

Aalen und der Dr. Becker Kiliani-Klinik auf.

Ziel dieser klinikübergreifenden Vernetzung

ist es, den Übergang zwischen den Behandlungen

zu optimieren und so Akutversorgung

und Rehabilitation enger miteinander

zu verbinden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Ein regelmäßiger Austausch und die gegenseitige

vertrauensvolle Arbeit zwischen

Ärzten, Therapeuten, Pflegepersonal,

Sozialdienst und Verwaltung der beiden

Einrichtungen garantieren einen lückenlosen

Informationsfluss für eine bestmögliche

integrierte Patientenbehandlung.

Hierzu zählen

• ein vereinfachtes und schnelles Verfahren

zur bevorzugten Aufnahme in

der Dr. Becker Kiliani-Klinik,

• die frühzeitige Übermittlung

medizinischer Befunde sowie

• die Abstimmung über die Versorgung

nach dem Aufenthalt im Ostalb-Klinikum

durch zertifizierte Behandlungspro-

gramme in der Rehabilitation.

Für unsere gemeinsamen Patienten werden

durch diese intensive Zusammenarbeit

die besten Voraussetzungen für eine von

Anfang an abgestimmte Behandlung geschaffen,

um einen größtmöglichen Erfolg

bei der Wiederherstellung der Gesundheit

zu erreichen.


Kooperation Reha

m&i-Fachklinik Ichenhausen

Die m&i-Fachklinik Ichenhausen bietet

interdisziplinäre Kernkompetenz in einem

vernetzten Rehabilitationsspektrum nebst

spezialisierter Akutmedizin.

Leistungsspektrum:

• Stationäre akutmedizinische Behandlung

• Neurologie (Frührehabilitation Phase B),

Morbus Parkinson, Multiple Sklerose

• Innere Medizin

(Krankenhaus der Grundversorgung)

• Rheumatologie

• Konservative Kardiologie

• Stationäre Rehabilitation als Anschlussheilbehandlung

und Heilverfahren in

den Fachbereichen

• Neurologie Phase C und D

• Orthopädie/Unfallchirurgie

• Innere Medizin, Rheumatologie

• Geriatrische Rehabilitation

• Ambulante/Teilstationäre Rehabilitation

für neurologische, orthopädische und

kardiologische Erkrankungen

• Praxisbetriebe für Physiotherapie,

Ergotherapie, Sprachtherapie und

Neuropsychologie

• Zertifizierungen und spezielle

Kompetenzen

• Zertifizierte Parkinson-Fachklinik

• MS-Schwerpunktklinik

• Fahreignung

• Interdisziplinäres Schlaflabor

• Behandlungszentrum für Beinamputierte

• Interdisziplinäres Schmerzzentrum

Ausnahmestellung in der Behandlung

von Parkinson-Patienten

Ihre Ausnahmestellung in der Behandlung

von Morbus-Parkinson-Patienten hat die

m&i-Fachklinik Ichenhausen eindrucksvoll

unter Beweis gestellt:

Behandlungsspektrum, Leistungsangebot

und Qualitätsmerkmale wurden von der

Deutschen Parkinson-Vereinigung für

weitere drei Jahre zertifiziert.

Mit dieser Zertifizierung vom anerkannten

Zertifizierungs-Unternehmen Intercert

unter Leitung des Privatdozenten Dr. René

Handschu von Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg ist die m&i-Fachklinik

Ichenhausen eine von sieben Kliniken

in Deutschland, die höchste Qualitätsansprüche

erfüllen.

Das erneut ausgestellte Qualitätssiegel

untermauert die jahrelange Aufbauarbeit

in der Parkinson-Behandlung der Neurologischen

Fachabteilung um Chefarzt Dr.

Joachim Durner und Oberärztin Dr. Karin

Junginger. Die Klinik behandelt inzwischen

600 Parkinson-Patienten stationär und 700

ambulant – und dies sowohl akutmedizinisch

als auch auf dem Sektor der Rehabilitation.

„Mit modernsten Methoden wie der medikamentösen

Einstellung durch sogenannte

Apomorphin- und Duodopa-Pumpen sowie

die Justierung von Hirnschrittmachern

sorgen wir für Linderung und langsameren

Verlauf der unheilbaren Krankheit“, erläutert

Dr. Joachim Durner das moderne

Behandlungsspektrum.

Unterstützt wird die Therapie in Ichenhausen

durch physiotherapeutische, neuropsychologische

und ernährungswissenschaftliche

Konzepte. Dabei kann die Klinik auf

eigene medizintechnische Einrichtungen

wie Computertomografie, Schlaflabor und

einen Fahrsimulator zwecks Fahreignungsprüfung

von Parkinson-Patienten zurückgreifen.

Großen Wert legt die m&i-Fachklinik auch

eine individuelle Angehörigenanleitung zur

Selbsthilfe und die Zusammenarbeit mit

Parkinson-Selbsthilfegruppen.

Morbus Parkinson ist eine der häufigsten

neurologischen Erkrankungen im fortgeschrittenen

Lebensalter.

Eine Degeneration im Mittelhirn führt zu

Bewegungsstörungen und Verlangsamung

von Mimik und Sprache.

101


Seelsorge

„Die Klinikseelsorge ist im Krankenhaus im

guten Sinne des Wortes „Randerscheinung“.

Im Zentrum aller Bemühungen stehen naturgemäß

die medizinischen Maßnahmen:

Anamnese, Untersuchungen, die Erhebung

der Befunde und die abschließende Diagnose.

Dem Seelsorger erzählen die Patienten

„nur“ vom nervtötenden Warten und der

Verunsicherung, die sich womöglich breit

macht. Dann beginnt die Behandlung mit

ihren vielen Zweifeln und der bangen Frage,

ob der Erfolg des Ganzen wirklich sicher ist.

Die Seelsorge bietet sich jetzt als Gegenüber

an, die Gedanken und Sorgen zu verstehen,

die Stimmungswechsel auszuhalten,

Pessimismus und Optimismus konstruktiv

im Gleichgewicht zu halten. Die Seele, der

leibhaftige Mensch mit Herz und Gemüt

sollen nicht zu kurz kommen.

Seelsorge heißt deshalb, ganz Ohr zu sein,

den Anderen kommen und sprechen zu

lassen, sich in das Geschehen mit hinein zu

begeben. Unsere Gefühle sind eine ganz eigene

Art von Reichtum und sollen zugelassen

werden.Das lässt sich schlecht messen.

Die misslichen Täler müssen durchschritten,

die Höhen wollen erklommen werden.

Wohl dem, der nicht allein unterwegs sein

muss: das klärende Gespräch mit dem

Arzt, die fürsorgliche Pflege, selbst das

freundliche Wort der Reinigungskraft sind

wertvolle Wegbegleitung.

Die Zuversicht soll gestärkt werden, lähmendes

Schweigen von der Person nicht

Besitz ergreifen. Der kurzschlüssigen Panik

soll ein ruhender Pol entgegen gesetzt

werden.

102

Kranksein heißt, aus der Normalität des

überwiegend gesunden Alltags heraus zu

treten. Es ist eine ganz eigene Berufung.

Damit fertig zu werden und daran zu

reifen, ist das Wesentliche dieser Erfahrung.

Die Kräfte des Geistes und der Seele, die

Weltanschauung und der Glaube der einzelnen

Menschen sind angefragt und werden

um Sinn stiftende Antwort gebeten. Der

Seufzer und das Stoßgebet, gute Musik

und ein besinnliches Buch, Kurzweil und

Anregung gestalten diesen Prozess. Es gilt,

sich Zeit zu lassen und alles zu deuten. Wer

gesund entlassen wird, soll auch geheilt

sein. Wer einen anderen Weg gehen muss,

soll dabei Trost und Halt erfahren.

Deshalb soll das Gebet, wo immer es passt,

nicht zu kurz kommen. Dazu dient auch der

sonntägliche Gottesdienst. Für alle Christen

gemeinsam ist er auf 9.15 Uhr in der Kapelle

angesetzt. Es wird dazu am Bett und

auch in den Prospekten ökumenisch eingeladen

und gefeiert. Der Kirchenraum, ein

Ort mit gelungener Atmosphäre, wird gerne

für Meditation oder Gebet, schöpferische

Verschnaufpausen oder zum geistlichen

Auftanken genutzt.

Auf Wunsch der Patienten gibt es den Bereitschaftsdienst

der katholischen Priester

zur Spendung der Sakramente, vor allem

der Krankensalbung, die ihren Charakter

als „letzte Ölung“ längst verloren hat, aber

dennoch gerade in dieser Funktion vielfach

nachgefragt wird. Auf der protestantischen

Seite ist eine gleich geartete Einrichtung

vorhanden, die über das Pflegepersonal

abgerufen werden kann.

Sonntags gibt es für die ans Bett gebundenen

Katholiken traditionsgemäß

die Kommunion auch auf den Zimmern.

Gerne sind wir beiden Mitwirkenden in der

Seelsorge, Frau Pfarrerin Ursula Schütz und

Pastoralreferent Heinrich Erath bereit, in

der Gestaltung des Umfelds und der Weiterbildung

mitzuwirken. Im Rahmen einer

Arbeitsgruppe hat Frau Schütz an der Konzeption

und Einrichtung des Aufbahrungsraumes

neben der Pathologie mitgewirkt,

der Ende 2008 eingeweiht wurde.

Im Bereich der Weiterbildung wurde von

mir zur philosophischen und theologischen

Sicht der Patientenverfügung Unterricht

gehalten. Sie ist nach unserer Meinung

ein weiterer wertvoller Baustein einer

zeitgemäßen Pflege. Die Initiative, eine

Ethik-Kommission im Hause einzurichten,

begrüßen wir und haben die Anfänge mit

Interesse verfolgt. Frau Schütz hält sich

bereit, daran in sinnvoller Weise weiterhin

mit zu wirken.

Beide haben wir seitens unserer Kirchen

jeweils (nur) eine Anstellung von 50% im

Hause, so dass nicht allen Erfordernissen

nachgekommen werden kann. Viel Rücksichtnahme

und Ermutigung erfahren wir

bei unserer Arbeit von vielen Beteiligten,

der Ärzteschaft, dem Pflegepersonal und

auch den sonstigen Diensten.

Dafür sei hier ausdrücklich Dank gesagt.

Heinrich Erath

Pfarrerin Ursula Schütz

Pastoralreferent Heinrich Erath


OaKService GmbH

Die Ostalb-Klinikum Service-GmbH (OAKS)

wurde am 1. Juli 2004 von den Ostalb-

Kliniken Aalen (Beteiligung 51%) und der

KDS Klinikdiensten Süd GmbH (Beteiligung

49%) gegründet. Kerngebiet der Servicegesellschaft

ist die Bereitstellung von Dienstleistungen

in den Bereichen Baumanagement,

Reinigung, Küche, Innerbetriebliche

Transporte, Bettenzentrale und Pforte.

Bereits zu Beginn konnte die OAKS nach

DIN EN ISO 9001:2000 und RAL zertifiziert

werden. Auch das kurz nach Gründung

eingeführte interne Qualitätssicherungssystem

GEKO Soft hat sich bislang sehr gut

etabliert. Nur durch diese Maßnahme und

die regelmäßige externe Überprüfung kann

ein kontinuierlicher und hoher Qualitätsstandard

gewährleistet werden.

Die Servicegesellschaft hat sich in den

letzten Jahren, sowohl was den Umsatz, als

auch die Mitarbeiter angehen, kontinuierlich

weiterentwickelt und kann auf eine steigende

Zahl von externen Kunden bauen.

Um diesen beständigen Weg weiterzugehen,

werden laufend neue Optimierungsansätze

diskutiert. So konnte im Jahr 2009

das Baumanagement weiter ausgebaut

werden – ein eigener Facility Manager und

eine Architektin sorgen vor Ort für eine

Erweiterung der Fachkompetenz.

Gerade im Baubereich ging die OAKS im

Jahr 2009 neue Wege. Diverse Bauprojekte

am Klinikum, u. a. die Frauenklinik, die

Endoskopie, das ambulante OP-Zentrum,

das Labor und der Bauteil 6 und 7, konnten

in Zusammenarbeit mit der Servicegesellschaft

realisiert werden. Auch im Bereich

CAFM-System erlebte man im vergangenen

Jahr keinen Stillstand – das bereits eingeführte

System wurde aktualisiert, die

Benutzeroberfläche erneuert.

Für die Wartungs- und Haustechnik konnte

ein Optimierungskonzept erarbeitet und

verabschiedet werden.

Der stille Wohlfühlfaktor

Die Dienstleistungen der OAKS spielen

sich meist im Hintergrund ab – mit großer

Wirkung. Ob Qualität und Frische der

Verpflegung oder das „Wohlfühlen“ der

Patienten durch eine saubere Umgebung

– alle Dienstleistungen haben eine direkte

Auswirkung auf den Gesamteindruck des

Ostalb-Klinikums Aalen.

Ostalb-Klinikum Aalen

Service GmbH

Gründung: 2004

Gesellschaftsform: GmbH

Modell: umsatzsteuerliche Organschaft

Gesellschafter: Ostalbklinikum Aalen (51%)

und Klinikdienste Süd GmbH (49%)

Geschäftsführer: Axel J.F. Janischowski

Dienstleistungen:

- Reinigung

- Catering

- Pfortendienste

- Facility Management

& Projektentwicklung

- Bettenaufbereitung

- Transport- und Logistikdienste

Meilensteine der Entwicklung:

- Einführung Elektronische Qualitätssicherung

in allen Servicebereichen

- Elektronische Bettenerfassung

- Zertifizierung nach

DIN EN ISO 9001:2000 und RAL

- Einführung eines Computer Aided

Facility Management-Systems

- Einführung Internet-basiertes

Kundenportal

- Durchführung diverser Bauprojekte

am Klinikum

Klinikdienste Süd GmbH

Gründung: 1969

Hauptsitz: Dietmannsried im Allgäu

Mitarbeiter: 10.000

- TOP-20-Facility Management Unternehmen

in Deutschland

(© Lünendonk-Liste)

- Seit Gründung zu 100% in Familienbesitz

- Spezialist für Dienstleistungen im

Gesundheitswesen

- Marktführer beim Management von

Servicegesellschaften

in Süddeutschland

- Erfahrung aus über 300 Projekten im

Bereich Reha- und Akutkliniken

- Dreifachzertifizierung

(Qualitäts- und Umweltmanagement,

Arbeitssicherheit)

103


Kooperation

Universitätsklinikum Ulm

104

Verlegungen

Forschung

Medizinische Klinik I:

Fester Kooperationspartner des Cancer

Comprehensive Center Ulm CCCU

Medizinische Klinik II

Austausch Forum PCI

Ulmer Herz-Kreislauf Forum

Das Universitätsklinikum Ulm ist ist für die

Menschen der Regionen Ostwürttemberg,

Donau/Iller und Bodensee-Oberschwaben

das Krankenhaus der Maximalversorgung,

zusätzlich hat es die Funktion eines Städtischen

Krankenhauses.

Als Universitätsklinikum verbindet es die

Krankenversorgung mit der Forschung

und der Lehre - neue wissenschaftliche

Erkenntnisse erhalten so schneller Eingang

in die Diagnostik und Therapie.

Im Universitätsklinikum Ulm werden

jährlich rund 43.000 Patientinnen und Patienten

stationär behandelt. Dazu kommen

etwa 270.000 ambulante Fälle im Quartal.

Das Klinikum bietet den Patienten eine umfassende

Versorgung in allen medizinischen

Fachrichtungen und eine umfasssende

fächerübergreifende Zusammenarbeit.

Krankenversorgung, Forschung und Lehre

gehen am Universitätsklinikum Hand in

Hand, so dass neue wissenschaftliche

Erkenntnisse zeitnah in der Therapie umgesetzt

werden können.

Prof. Dr. Reinhard Marre

Leitender Ärztlicher Direktor

Austausch

Chirurgie I

Entwicklung einer eigenen

Pankreaskarzinom-Zelllinie

Gemeinsame Operationen

und Fallbesprechungen

Diskussion Zusammenarbeit

Chirurgie II

Aufbau Traumanetzwerk


Neurologie

Gemeinsame Studien

Zuweisung

Frauenklinik

Gemeinsame Qualitätssicherung

der Brustzentren

(BRENDA-Studie)

Ostalb-Klinikum Aalen

Das Ostalb-Klinikum Aalen ist Akademisches

Lehrkrankenhaus der Universität

Ulm und bietet neben einer qualitativ

hochwertigen Rundumversorgung der

Bevölkerung in der Region Aalen auch viele

spezielle medizinische Angebote von überregionaler

Bedeutung auf Top-Niveau.

Rund tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

behandeln jährlich rund 16.500

stationäre und über 30.000 ambulante

Patienten.

Im akademischen Bereich widmet sich das

Klinikum in Zusammenarbeit mit der Universität

Ulm der Ausbildung von Medizinstudenten.

Die vielen Kooperationsprojekten zwischen

den Fachkliniken beider Häuser geben einen

Einblick in die über die Jahre gewachsene

gute kollegiale Zusammenarbeit.

Axel J.F. Janischowski

Krankenhausdirektor

Weiterbildung

Kontakte

Aufnahmen

Kinder-und Jugendmedizin

Neonatologie Arbeitsgemeinschaft Ulm

(ARGE Ulm)

Weiterbehandlung

Netzwerk

Ausbildung

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