Landkreisbuch Regen: Blick ins Arberland

golbet

Im Jahr 2015 ist das Imagebuch Blick ins Arberland erschienen. Es stellt den Landkreis Regen in verschiedenen Kategorien in Wort und Bild vor

Landkreis

REGEN

BLICK INS ARBERLAND


Vorwort

Liebe Leserinnen undLeser,

es freut mich, dass Sie sich für meine Heimat, den Landkreis Regen,

interessieren. Wir wollen Ihnen mit diesem Buch den Landkreis Regen,

der seit langer Zeit touristisch als Arberland bekannt ist, ein Stück weit

näher bringen. Ich hoffe, dass Sie auf den folgenden Seiten – möglichst

unterhaltsam – ein wenig mehr über das Arberland erfahren.

Dabei erheben wir natürlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Ich denke aber, dass Sie ein paar sehr interessante Seiten des Arberlandes

kennen lernen. Selbstverständlich wollen wir Ihnen vor allem die

Honigseiten der Region präsentieren.

Als Landrat des Landkreises Regen bin ich stolz darauf, dass ich hier

aufwachsen durfte. Ich kenne LandundLeute undich schätze es sehr,

dass ich in einer Region leben darf, in der viele andere „nur“ Urlaub machen

dürfen. Viele Feriengäste berichten mir, dass sie wegen der schönen

Natur bei uns zu Gast sind. Hier haben wir auch wirklich viel zu

bieten. Wir haben die weiten Wälder im Nationalpark in dem es mittlerweile

viele gänzlich unberührte Regionen gibt. Das Prinzip Natur sein

lassen und die Natur sich selbst überlassen ist bei den Menschen im

Landkreis Regen sicherlich nicht unumstritten. Klar ist aber längst, dass

der Nationalpark ein Teil des Arberlandes ist und dass die Nationalparkeinrichtungen,

wie zum Beispiel das Tierfreigelände und das Haus

zur Wildnis, ein fester Bestandteil der Sehenswürdigkeiten der Region

sind. Aber auch sonst haben wir viel in der Natur zu bieten.

Der schwarze Regen durchfließt den Landkreis und bietet Bootssportlern

undAnglern viele Freizeitmöglichkeiten. Hunderte von Kilometern

an Wanderwegen ermöglichen es unseren Gästen den Landkreis

auf Schusters Rappen zu erkundigen. Daneben gibt es mittlerweile viele

hundert Kilometer an Radwegen und selbst mit dem Pferd ist man im Arberlandgut

unterwegs.

Dabei können wir viel mehr als eine schöne Welt bieten. Bei uns ist

die Welt auch sonst in Ordnung. Wir haben viele weitere Freizeitmöglichkeiten

undzahlreiche Lokale laden zur Einkehr ein. Wir sindnatürlich

mehr als eine Spaßregion, in der es sich gut leben lässt. Zahlreiche

Unternehmen bieten gute undsichere Arbeitsplätze. Ein exzellenter

Branchenmix zeichnet uns aus, vom Handwerksbetrieb bis zum Hochtechnikunternehmen,

das in die ganze Welt exportiert. Alle haben eine

Heimat im Landkreis Regen gefunden und viele sind immer auf der

Suche nach neuen Arbeitskräften. Im Arberlandlässt es sich deswegen

nicht nur gut Urlaub machen, es ist eine Wohlfühlregion für alle.

Die Mieten und die Grundstückspreise sind im landesweiten Vergleich

relativ günstig, so können sich die Bewohner des Landkreises

Regen in den eigenen vier Wänden verwirklichen. Der Traum vom Eigenheim

bleibt hier oft kein Traum.


Vorwort 7

Die Lage im Herzen Mitteleuropas spricht für den Landkreis Regen.

Lag früher das Arberland am Eisernen Vorhang, so liegen wir nun im

Grenzgebiet zu Tschechien im Zentrum des Kontinents. Vom Landkreis

Regen aus erreicht man zahlreiche europäische Großstädte in kürzester

Zeit. Im 200 Kilometerradius liegen Städte wie München, Nürnberg und

Prag, der Flughafen München ist nur 75 Minuten weit entfernt. Man

kann das Arberland so nicht nur gut erreichen, man kann auch gut in die

Welt verreisen.

In Sachen Kindererziehung sind wir auf einem guten Stand. Es gibt

genügendKinderkrippenplätze undTagesmütter. Wir haben alle Schularten

im Landkreis Regen und auch die Wege zu den Universitäten und

Hochschulen wie Deggendorf, Passau und Regensburg sind kurz. Arbeit

undBeruf lassen sich hier also gut verbinden.

Die Weiterentwicklung des Landkreises liegt uns sehr am Herzen.

Wir haben mit der ArberlandREGio GmbH eine Gesellschaft gegründet,

in der wir Bereiche aus der Verwaltung mit der heimischen Wirtschaft

und den Kommunen verbinden. So haben an dieser

Kreisentwicklungsgesellschaft nicht nur der Landkreis und die Gemeinden

Anteile, auch die Wirtschaft ist mit 25 Prozent der Anteile ein

Teilhaber. Wir wollen gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft bauen,

deswegen unterstützen wir die Vereine und das Ehrenamt. Unsere Bürger

sollen sich wohl fühlen undim Landkreis Regen eine echte Heimat

haben. Dafür setzen wir uns ein und dies können Sie sicherlich auf den

folgenden Seiten entdecken.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihr

Michael Adam

Landrat des Landkreises Regen


Inhalt

VORWORT – LANDRAT MICHAEL ADAM

VORWORT – GEMEINDETAGSVORSITZENDER HERMANN BRANDL

GESCHICHTE UND LANDKREIS – WERDEN UND SEIN

KULTUR UND BRAUCHTUM – LEBEN UND LEBEN LASSEN

NATUR UND UMWELT – FRISCH UND URSPRÜNGLICH

URLAUB UND ERLEBNIS – DEM PARADIES SO NAH

WIRTSCHAFT, BILDUNG, SOZIALES – STANDORT MIT ZUKUNFT

GASTRONOMIE UND GENUSS – WELT DER GAUMENFREUDEN

SPORT UND BEWEGUNG – ES LEBE DER SPORT

NACHWORT DER AUTOREN

6

9

10

36

80

116

154

194

208

225


Vorstände

Josef Wagner (Vorsitzender)

Toni Domani

Ludwigsbrücke 2

94209 Regen

Tel.: 09921/6020

Fax: 09921/602-280

Gut für die Region

23 Filialenim Landkreis

4 SB-Filialen

27 Geldautomaten

Leistungen

Barrierefreies Onlinebanking

Sparen und Anlegen

Versicherungen

Kredite und Finanzierungen

Immobilien

Wertpapiere und Börse

Altersvorsorge u.v.m.

BIC: BYLADEM1REG

Die Geschichte der Sparkasse Regen-Viechtach

reicht bis in das Jahr 1839 zurück. Seit dieser Zeit

sind wir für unsere Kunden und für die heimische

Wirtschaft ein verlässlicher und leistungsstarker

Partner für alle Finanzangelegenheiten.

Neben einem umfangreichen Online Service können

Sie ein dichtes Netz von Filialen und SB-Einrichtungen

nutzen. Freundliche und kompetente

Mitarbeiter sind gern persönlich für Sie da.

Sie als Kunde entscheiden, wann Sie ein persönliches

Gespräch wünschen oder schnell Ihre Bankgeschäfte

per Automat oder Internet erledigen. Vom

Girokonto über die Baufinanzierung bis zur Altersvorsorge

bieten wir Ihnen alles aus einer Hand.

Auch die regionale Wirtschaft profitiert von der

Sparkasse Regen-Viechtach. Denn die Berater aus

dem Firmen- und Geschäftskundenbereich kennen

die Region besonders gut. Dazu werden wichtige

Entscheidungen schnell und direkt vor Ort getroffen.

Zum Beispiel über die Vergabe von Krediten

oder die Unterstützung von Existenz-Gründern.

Die Sparkasse Regen-Viechtach ist damit ein starker

Partner und wichtiger Wirtschaftsfaktor.

E-Mail@sparkasse-regen-viechtach.de • www.sparkasse-regen-viechtach.de


Städte und Gemeinden

Achslach 27

Die erste

Siedlung

Die Gemeinde Achslach

Höhe:

600 m ü. NHN

Fläche:

30,05 km²

Einwohner: 915

Gliederung:

27 Ortsteile

Rathaus: Am Rathaus 1

94239 Ruhmannsfelden

Telefon: 09929/94010

Internet: www.achslach.de

Sehenswert: ➪ Kirche Sankt Jakobus

➪ Kapelle in Lindenau

➪ Lourdesgrotte auf dem Kirchberg

Jahresfeste: Sport- und Sommerfest

Bürgermeister: Gabi Wittenzellner

Unabhängige Christdemokraten

Das Achslacher Tal liegt im Gebiet des sogenannten

Karolinger Waldes (Nordwald), das ab dem 9. Jahrhundert

vom Kloster Metten aus besiedelt wurde.

Im 11. Jahrhundert übernahmen diese Tätigkeit die

Grafen von Bogen.

Achslach wurde 1115 zum ersten Mal unter dem

Namen „Drasloha“ erwähnt. Damals tritt im Gefolge

des Grafen Adalbert I. von Bogen der Ministeriale

Eppo de Drasloha auf einer

Stifungsurkunde des Kloster Oberalteich auf. In der

Folge entstand hier im Einvernehmen mit dem Kloster

Metten ein von Eppo verwaltetes gräfliches

Kammergut. Am 11. Dezember 1126 wird er unter

dem Namen Eppo de Drahsala wieder auf einer von

Papst Honorius II im Lateran zu Rom ausgefertigten

Stiftungsurkunde für das Kloster Oberalteich als

Zeuge genannt.

Achslach wurde 1464 Sitz einer Hauptmannschaft.

Er war auch Sitz eines Amtmanns der fünf Ämter

des Landgerichts Viechtach (Oberamt Viechtach,

Amt Riedern, Mitteramt Böbrach, Amt Achslach

und Amt Prackenbach). Zum Amt Achslach gehörten

die Hauptmannschaften Achslach, Allersdorf,

Kogl, Haidenberg, Zachenberg, Tafertsried, Grün,

Frath, Randsburg und die Hofmark Lindenau. Der

Amtmann hatte seinen Sitz im kurfürstlichen Amtshaus.

Als einer der wenigen Orte des Bezirks hatte

Achslach noch im 17. Jahrhundert ein Patrimonialgericht

mit einem Amtmann als Richter und einem

Henker. Der Flurname Galgenwiesel am Ortsausgang

nach Gotteszell zeugt noch von dieser Zeit.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand

mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige

Gemeinde – im gleichen Jahr entstand die Pfarrei.

Im Zuge der bayerischen Gebietsreform wurde

Achslach am 1. Mai 1978 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft

Ruhmannsfelden.


Geschichte

Die Anfänge 15

ting vorgesehen. Von dort wäre ein Anschluss nach Straubing möglich gewesen,

was aber nie umgesetzt wurde.

Die Strecke von Gotteszell nach Viechtach wurde von der Regentalbahn

AG am 10. November 1890 in Betrieb genommen, am 3. März 1928 folgte

deren Verlängerung nach Blaibach. Heute endet sie wieder in Viechtach.

Glas und Holz

„Glas und Holz sind der Zwieseler Stolz“, lautet ein alter Spruch, der nicht

nur für die Glasstadt selbst gilt, sondern die wirtschaftlichen Ursprünge des gesamten

Landkreis Regen umschreibt. Denn das Glasmachen ist neben der Holzgewinnung

das älteste Gewerbe in der Region. Es gibt in Bayern keinen

vergleichbaren Landstrich, in dem das Glas seit dem 15. Jahrhundert eine so bedeutende

Rolle gespielt hätte – und nirgendwo waren über die Jahrhunderte so

viele Glashütten in Betrieb wie hier und im angrenzenden Grafenauer Land.

Angefangen hat diese Glasgeschichte wohl im 14. Jahrhundert. Doch erst

aus dem Jahr 1420 ist dokumentiert, wie Hans Ernst, „Glaser an dem Frauenberg“,

ein Grundstück in Frauenau kaufte. Im gleichen Jahr wurde der Kirchenbau

„Unserer Lieben Frauen Au“ fertig gestellt. Man darf annehmen, dass

Hans Ernst das Tafelglas für die Fensterscheiben lieferte. Aus dem Jahr 1421

gibt es eine weitere Urkunde, in der von „Paternoster dem Glaser“ die Rede ist,

dessen Glashütte in Rabenstein existierte. Noch sind die Quellen für die Glasmacherei

etwas dünn, was sich aber ein Jahrhundert später schon drastisch ändert.

Anfang des 16. Jahrhunderts sind demnach eine Spiegelglashütte in Zwieselau

bekannt, ebenso die „Paternosterhütte“ in Rabenstein sowie eine weitere

Spiegelglashütte in Frauenau.

Langsam entwickelte sich das Glas aus dem Bayerischen Wald zu einem

Verkaufsrenner in ganz Bayern. Obwohl das Waldglas zunächst wegen seines

Josef Niedermeier

Vorsitzender der Freunde der Burganlage Weißenstein

und Organisator des Ritterspektakels

auf der Burg

aus Regen

Als Sänger in mehreren Chören, ist mir das Lied

von Ferdinand Neumaier so sehr ans Herz gewachsen,

(„Wenn hoch i drob’n am Arber steh“),

dass mir zwangsläufig der Arber der wichtigste

Berg in unserer Heimat, im Landkreis Regen ist.

Das Gefühl, hier mit meiner Familie, im Herzen

des Bayerischen Waldes, leben und wohnen zu

können, ist mir überaus wichtig und wertvoll. In

Widdersdorf, in einem kleinen Dorf beim ehemaligen

Klosterort Rinchnach geboren und dort auch

aufgewachsen, bezeichne ich mich persönlich als

bodenständig und fühle mich meiner Heimat sehr

verbunden und hier in Regen, im Zentrum des

Bayerischen Waldes, zuhause und verwurzelt.


Städte und Gemeinden

Drachselsried 89

Glasort im

Zellertal

Die Gemeinde Drachselsried

Im 12. Jahrhundert wird Drachselsried zum erstenmal urkundlich

erwähnt als „Draehselesried“. „Draehsel“ leitet sich

von der Berufsbezeichnung „Drechsler“ ab, „ried“ hat mit

„roden“ zu tun, zeigt also, wie die Siedlung entstanden ist.

Gegründet vom Kloster Oberalteich gehörte es im Laufe der

Jahrhunderte vielen Klöstern und Adelsgeschlechtern an –

Kloster Oberalteich, Kloster Gotteszell, Degenberger, Herrengut

Altnußberg und den Poschingern, die die Glasindustrie

nach Drachselsried brachten. In den letzten 200 Jahren

wurde Drachselsried durch Land- und Forstwirtschaft und

die Glasindustrie geprägt. Später kam als neuer Wirtschaftszweig

der Tourismus hinzu, der auch heute noch von größter

Bedeutung für den Ort ist.

Höhe: 530-1287 m ü. NHN

Fläche:

41,71 km²

Einwohner: 2382

Ortsteile: 10

Rathaus: Zellertal Straße 12

94256 Drachselsried

Telefon: 09945/94160

Internet: www.drachselsried.de

Sehenswert: ➪ Zwei Brauereien

➪ Denkmalgeschützte, historische

Berghütte Schareben (mit Einkehr)

➪ Naturbad Zellertal mit

Kinderbecken

Kinderspielplatz

Beachvolleyballplatz

und Kiosk

➪ Erlebnis- und Themenwanderwege

➪ Vital Parcours für Nordic Walking

➪ Europas bedeutendste

Glaskunstgalerie Herrmann mit

Werken von 150 Künstlern aus

30 Ländern

➪ Glasstudio Fuchs zeigt unter

anderem, wie Glastiere aus bunten

Glasstäben modelliert werden

➪ Skilift Riedelberg

➪ Langlaufloipen, Auerhahnloipe

➪ Naturrodelbahn

Jahresfeste: Drachselsrieder Kirwa

immer Ende August

Bürgermeister: Hans Hutter

SPD


Kultur

Musikspektakel 49

ganisationsleiter der Veranstaltung (Foto rechts), freut sich von Mal zu Mal

über mehr Besucher, mehr Musiker, mehr drumherum. Jedesmal werden neue

Rekorde gebrochen, so waren beim Volksmusikspektakel 2014 rund 400 Gruppen

gemeldet – so viele wie noch nie zuvor. Das bedeutete: 575 offizielle Auftritte

im Programmheft – und dazu kamen noch unzählige Musiker, die „einfach

so“ auf den Straßen, Plätzen, in Kneipen, Geschäften und anderswo Instrumente

und Stimme auspackten, um drauflos zu musizieren.

Dabei soll das drumherum kein schrilles „Mega-Event” sein, sondern ein

charmantes Familienfest, bei dem sich alle, die sich mit der Volksmusik auf irgendeine

Art verbunden fühlen, treffen, begegnen und austauschen können.

Auch deshalb ist es nicht Ziel der Veranstalter, jedesmal noch größer, noch toller

zu werden. Vielmehr sollen sich Gleichgesinnte treffen, die Spaß an der

Volksmusik haben und den Musikgenuss in den Vordergrund stellen. Egal ob ein

Fünfjähriger, der gerne Kinderlieder singt und zur Musik seinen eigenen Tanz

erfindet, ob Jugendlicher, dem Musizieren große Freude bereitet, oder ob Opa

und Oma, die den in ihrer Jugend allgegenwärtigen Zwiefachenklängen lauschen:

Sie alle sind herzlich willkommen!

Das Spektakel setzt sich aus hunderten Einzelveranstaltungen zusammen. Es

gibt Konzerte, Gottesdienste werden volksmusikalisch gestaltet und zahlreiche

Sänger- und Musikantentreffen finden auf verschiedenen Freilichtbühnen, im

Kurpark und in musikantenfreundlichen Wirtshäusern statt. In den Hinterhöfen

wird musiziert und gesungen und auf dem Bretterboden am Stadtplatz wird

getanzt, dass sich die Balken biegen.

Damit alleine ist es aber nicht getan: Gleichzeitig zum drumherum läuft die

Internationale Volksmusikmesse in der Dreifach-Turnhalle der Realschule in

Regen. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, sich über das ideale Instrument

zu informieren – und es sich gleich einpacken zu lassen. Auch die Messe ist

ein Erfolgsmodell: Mit 23 Ausstellern wurde sie 1998 erstmals veranstaltet, bei

der neunten Auflage im Jahr 2014 kamen schon 49. Auch sie lockten tausende

von Besuchern an. Und anders als das drumherum selbst will die Messe noch

wachsen – wahrscheinlich wird die Turnhalle bald nicht mehr genügend Raum

bieten.

So, und was wird noch draufgepackt, am musikalischsten Wochenende Regens?

Ein Kunsthandwerkermarkt zum Beispiel, oder die ausgiebige Beschäftigung

mit dem Dialekt in der Stadtbücherei, oder die Instrumentenauktion. Es

scheint, als sei das Wort Superlative nicht ausreichend, um alles das zu beschreiben,

was sich alle zwei Jahre am Pfingstwochenende in Regen abspielt.

Deshalb macht es letztlich kein Sinn, in der Theorie zu schwelgen, wo doch

die Praxis so beeinruckend ist – und selbst Nicht-Volksmusik-Fans auf ihre Kosten

kommen. Einen Eindruck kann man sich leicht verschaffen – etwa beim

zehnten drumherum vom 12. bis 16. Mai 2016. Oder 2018, 2020, oder... ♫


156

Wirtschaft

Interview

Dr. Robert Hartel ist einer der beiden Inhaber

der Zwiesel Kristallglas AG. Darüber hinaus

engagiert er sich in der heimischen Wirtschaft

für Zusammenarbeit und Austausch. Er hält viel

von der Region – vor allem von den Menschen,

die in der Produktion hohe Qualität garantieren.

„Der Bayerische Wald hat Potenzial“

Gerne wird von der „Aufsteigerregion Niederbayern“ gesprochen. Wie

partizipiert der Bayerische Wald daran?

Dr. RobertHartel: In den letzten zehn, fünfzehn Jahren spüren wir eine

Veränderung, der Bayerische Wald erzielt mittlerweile eine höhere Wertigkeit.

Die Zahl der Firmen, die sich wettbewerbsfähig halten und weiter entwickeln

wird größer. Der Bayerische Wald ist ein Imagefaktor für Tradition und Wertigkeit.

Gerade für den Mittelstand bietet er einen guten Nährboden, weil man

mit den Mitarbeitern produktiv arbeiten kann. Die Stärken der Menschen hier

sind die Bodenständigkeit, die geringe Fluktuation in den Betrieben und die

große Heimatverbundenheit. Vor allem ist der Wille ungebrochen, hohe Qualität

und Präzision zu liefern. Beim richtigen Mix von Unternehmen und Produkt

sehe ich ein gutes Zukunftspotenzial für den Landkreis Regen.

Wie hat sich Ihrer Beobachtung zufolge der Landkreis Regen entwikkeltund

verändert?

Die gute Entwicklung des Landkreises hat bereits unter Landrat Heinz Wölfl

begonnen, der die Partnerschaft von kommunaler Entwicklung und wirtschaftlichen

Interessen angeschoben hat. So konnte zaghaft eine Planbarkeit für die

Unternehmen entstehen – unterstützt durch Förderprogramme, die der Landkreis

initiieren und unterstützen kann. Wichtig ist, dass man vermeiden konnte,


Natur

Nationalpark

87

Steckbrief

Nationalpark in Zahlen

Natur Natur sein lassen

Ältester Nationalpark Deutschlands, 1970

eröffnet

Eigentümer: Freistaat Bayern

Fläche: 24 222 Hektar (13 229 Hektar bei

Gründung, Erweiterung 1997)

Lage: rund 15 Kilometer nordöstlich von

Regen und 50 Kilometer nordöstlich von

Passau

Höchste Gipfel: Großer Falkenstein (1315

Meter), Lusen (1373 Meter) und Großer Rachel

(1453 Meter)

Naturausstattung: 99 Prozent der Fläche

sind Wälder, ein Prozent offene Hochmoore

(Filze) und historische Waldweiden

(Schachten)

Aufgaben: Naturschutz durch Prozessschutz,

Forschung, Bildung und Erholung

Besucherzahl: über eine Million pro Jahr

F

ür den Naturschutz im Freistaat Bayern ist der Nationalpark Bayerischer

Wald ein bedeutendes „Leuchtturm-Projekt“: Als Deutschlands

ältester Nationalpark ist er bundesweit nicht nur der bekannteste; mit seiner

schon vor über 40 Jahren geprägten Philosophie „Natur Natur sein lassen“ ist

er auch Vorreiter und Vorbild für viele andere Naturschutzprojekte dieser Größenordnung.

Zusammen mit dem Nachbarnationalpark Šumava in Tschechien ist er das

größte Waldschutzgebiet Europas, in dem sich Natur nach ihren ureigenen Gesetzen

entwickeln darf. Dazu gehört beispielsweise, dass die natürlichen Prozesse

des Werdens und Vergehens im Waldökosystem zugelassen werden und

daher auch tote oder durch Windwurf gestürzte Bäume in ihrem natürlichen

Umfeld verbleiben. So entsteht hier aus Wirtschaftswald von gestern ein Urwald

von morgen mit ganz besonderen Waldbildern und einer einmaligen Artenvielfalt.

Hier finden so seltene Tiere wie Luchs, Fischotter, Schwarzstorch, Auerhuhn

oder Habichtskauz Rückzugsräume, wie es sie sonst kaum noch in

Deutschland gibt.

Diesen besonderen Wald hautnah zu erleben, Natur verstehen zu lernen, die

Wildnis zu spüren – das sollten sich Naturbegeisterte auf gar keinen Fall entgehen

lassen! Über 300 Kilometer markierter Wanderwege, rund 200 Kilometer

Radwege sowie 80 Kilometer Loipen laden dazu ein, in die wilde Waldnatur

des Nationalparks einzutauchen.

Ein Besuch ist zu jeder Jahreszeit reizvoll: Der Sommer ist natürlich die

Hochsaison im Nationalpark – nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch

für Besucher. Aber gerade auch der Herbst mit oft spektakulären Laubfärbungen

und klaren Tagen, die Fernblicke bis zu den Alpen erlauben, und der Winter

mit seiner dick verschneiten Zauberwelt, die zum Langlaufen und

Schneeschuhwandern einlädt, halten ungezählte besondere Erlebnisse bereit.

Ein ganzjähriges Veranstaltungsprogramm mit vielen geführten Wanderungen

und Radtouren erschließt Besuchern die Besonderheiten von Natur und Land-


88

Natur

Nationalpark

Für Besucher

Wichtige und interessante Einrichtungen

Nationalparkzentrum Falkenstein

HAUS ZUR WILDNIS mit Dauer- und Wechselausstellungen

TIER-FREIGELÄNDE mit 3,5 Kilometer Wanderwegen;

präsentiert werden vier Arten

STEINZEITHÖHLE als Zeitreise in die Urgeschichte

der Region

Kontakt:

Telefon: 0 99 22/50 02 0

E-Mail: hzw@npv-bw.bayern.de

Navi: Eisensteiner Straße, 94227 Lindberg

Nationalparkzentrum Lusen

HANS-EISENMANN-HAUS mit Dauer- und

Wechselausstellungen

TIER-FREIGELÄNDE mit sieben Kilometer Wanderwegen;

präsentiert werden rund 40 Arten

PFLANZEN-FREIGELÄNDE mit 700 einheimischen

Arten

GESTEINS-FREIGELÄNDE zur Geologie der

Region

BAUMWIPFELPFAD der Erlebnisakademie,

Länge: 1 300 Meter, höchster Punkt: 44 Meter

Kontakt:

Telefon: 0 85 58/96 15 0

E-Mail: heh@npv-bw.bayern.de

Navi: Böhmstraße 39, 94556 Neuschönau

schaft, und auch für Kinder gibt es ein reichhaltiges Angebot an Sonderveranstaltungen.

Ein guter Start in das Nationalparkerlebnis ist ein Besuch in den beiden Nationalparkzentren

oder dem Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald. Besonders

empfehlenswert im nördlichen Teil des Nationalparks im Landkreis Regen

ist das Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal. Im dortigen „Haus

zur Wildnis“ erhalten Besucher viele Tipps und Empfehlungen, um die Natur

rings um den Zwieseler Hausberg Falkenstein oder die besondere Landschaft

der Schachten, ehemalige Bergweiden in den Bayerwaldbergen, zu erkunden.

Spannende Dauer- und Wechselausstellungen geben außerdem erste Einblicke

in die Nationalparkidee und die Wildnis, die hier unmittelbar „vor der Haustür“

entsteht. Eine Gastronomie mit hochwertiger regionaler Bio-Küche und ein Nationalparkladen

mit typischen Produkten der Region runden den Besuch im

Haus zur Wildnis ab.

Im direkten Umfeld des Besucherzentrums laden ein Tierfreigelände, in dem

Wölfe, Luchse, Urrinder und Przewalski-Wildpferde in wunderbar weitläufig

und naturnah gestalteten Gehegen gezeigt werden, sowie eine nachgebildete

Steinzeithöhle zu einer Zeitreise durch die Urgeschichte der Region ein. Der

Nationalpark will so eine Brücke von der vorgeschichtlichen Vergangenheit in

die Gegenwart schlagen und die Besucher dafür sensibilisieren, wie wandelbar

Landschaft und Wildnis über Raum und Zeit sein können.

Zusätzlich zu den Nationalparkzentren gibt es noch verschiedene Jugendbildungseinrichtungen

im Nationalpark, in denen für Schüler aus ganz Deutschland

nach vorheriger Anmeldung erlebnisreiche Programme angeboten werden.

Besonders bunt und phantasievoll geht es beispielsweise im „Wildniscamp am

Falkenstein“ zu, das mit seiner abgeschiedenen Lage mitten im Wald nahe

Zwieseler Waldhaus seinem Namen alle Ehre macht und durch seine individuellen

Themen- und Länderhütten besticht, in denen die jungen Gäste während

ihres meist einwöchigen Aufenthalts untergebracht sind.


Waldgeschichtliches Museum St. Oswald

Natur- und Kulturgeschichte der Nationalparkregion

sowie verschiedene Wechselausstellungen

Kontakt:

Telefon: 0 85 52/97 48 89 0

E-Mail: wgm@npv-bw.bayern.de

Navi: Klosterallee 4, 94568 St. Oswald


Ökohof: „Hier geht

es mir saugut!”

amit hatte ich nicht gerechnet, als ich mit Ökolandwirt Ludwig Scherm

D den Schweinestall betrete: „Sitz”, sagt er zu einer Muttersau, die er

zuvor mit ihrem Namen zu sich gerufen hat. Folgsam setzt sich die betagte

Dame hin und schnappt sich das Stück Brot, das ihr am ausgestreckten Arm

hingehalten wird.

Die gelehrige Zuchtsau lebt mit ihren neun Kolleginnen auf dem Biohof

„Beim Schuster” in einem kleinen Dorf, das zu Kirchberg im Wald gehört. 50

bis 100 eine Woche alte Ferkel und ältere Jungtiere toben dazwischen herum.

Man wird unweigerlich an einen Wurf junger Hunde erinnert. Ludwig Scherm

lächelt verschmitzt: „Ja, die verstehen sich prima mit Hunden, sind genauso

verspielt.” Die größeren Tiere fläzen im offen gehaltenen Stall im Stroh oder

pflügen draußen im eingezäunten Gelände den Boden um. Es ist eine der Besonderheiten

des Hofes, dass die Schweine alle gemeinsam in einer natürlichen

Rotte leben und nicht getrennt voneinander gehalten und aufgezogen werden.

Und die Tiere danken es, denn es ist nicht zu übersehen: Hier geht es allen im

wahrsten Sinne des Wortes saugut. Die Ausnahme machen da nur ein paar Ferkel,

die etwas schlapp wirken und sich unter einer Wärmelampe aneinander kuscheln.

„Auch uns geht es nicht immer gut”, sagt Scherm und ergänzt: „Das

gehört dazu, die dürfen auf jeden Fall bleiben. Es bringt doch nichts, dem Besucher

auf einem Bauernhof immer nur die strahlende Seite zu zeigen. Auch

das gehört zum Leben.” Um so bedeutungsvoller sind seine Worte, da der Hof

ein Öko-Demonstrationsbetrieb ist (siehe Kasten).

Was ist denn BÖLN?

Das „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und

anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft”, kurz

BÖLN, ist ein Netzwerk von Demonstrationsbetrieben,

die eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft

unterstützen.

Ziel des BÖLN, das vom Bundesministerium für

Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

ins Leben gerufen wurde ist es, die Rahmenbedingungen

für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft

und andere Formen nachhaltiger

Landbewirtschaftung in Deutschland zu verbessern

und die Voraussetzungen für ein Wachstumsgleichgewicht

von Angebot und Nachfrage zu erzielen.

Rund 200 Biohöfe in Deutschland haben sich als

Demonstrationsbetriebe zur Verfügung gestellt.

Hier kann die Öffentlichkeit, aber auch die Presse,

vor Ort beobachten und erklärt bekommen, wie

Ökolandbau in der Praxis funktioniert.

Der Biohof „Beim Schuster” ist der einzige Demonstrationsbetrieb

im Landkreis Regen. Infos zu

Führungen bei:

Max und Ludwig Scherm

Höllmannsried 41

94259 Kirchberg im Wald

Tel.: 0 99 27/2 40

Internet: www.landschweine.de


NUSSER MINERALÖLE

Nusser Mineralöle

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94227 Zwiesel

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Die Firma Nusser Mineralöle zählt heute zu den

wichtigsten Mineralöl- und Schmierstofflieferanten

in Bayern. Mit den hohen Lagerkapazitäten in

Straubing, Zwiesel und Mamming kann nahezu jede

Bestellung schnell und unkompliziert erfüllt werden.

Freundlichkeit und der Kontakt zum Kunden wird

bei Nusser Mineralöle groß geschrieben.

Unser erfahrenes, kompetentes und flexibles Verkaufsteam

schafft maßgeschneiderte Lösungen für

höchste Kundenansprüche. Das persönliche Verhältnis

zum Kunden ist uns ein wichtiges Anliegen,

deshalb stehen Ihnen unsere Außendienstmitarbeiter

mit Rat & Tat zur Seite.

Unser moderner Fuhrpark gewährleistet sowohl

eine rasche Versorgung mit Heizöl, Diesel oder Pellets,

als auch eine Versorgung des hauseigenen

Tankstellennetzes in Niederbayern und der Oberpfalz

mit Kraft- und Schmierstoffen. Unsere qualifizierten

Fahrer versorgen Großkunden, Gewerbe,

Behörden, Landwirtschaft und private Endkunden.

Neben den gesetzlichen Regelungen lassen wir unsere

Fahrzeuge auch durch das RAL-Gütezeichen

zertifizieren um für unsere Kunden noch mehr Sicherheit

zu gewährleisten.

c


Kultur

Weltoffen

Interview

Roland Pongratz

Brauchtum

Wilde Gesellen

Städte und Gemeinden

Bayerisch Eisenstein

Musik

drumherum

Kultur

Gläserne Scheune

Kultur

Glasgalerie

Städte und Gemeinden

Bischofsmais

Kultur

Glasmuseum Frauenau

Brauchtum

Die Volksfeste

Kultur

Schriftstellerei

Kultur

Auf der Bühne

Bildende Kunst

Annemarie Pletl

Volkskultur

Baumsteftenlenz

Städte und Gemeinden

Böbrach

Kultur

BildWerk

Städte und Gemeinden

Bodenmais

Brauchtum

Osterritt

LEBEN UND LEBEN LASSEN


Natur im Objektiv


Winter im Objektiv


Kultur

Gläserne Scheune

51

Ausgezeichnet

Rudolf Schmid hat sich in der Kunstszene nicht

nur wegen seiner „Gläsernen Scheune“ einen großen

Namen gemacht. So tragen unter anderem

viele Wandgemälde weltweit seinen Namen und

auch der „Gläserne Wald“ in Regen stammt von

ihm.

Folgende Auszeichnungen hat der „König von

Rauhbühl“ im Laufe der Jahre erhalten.

1986: Kulturförderpreis Ostbayern

1987: Goldmedaille der Stadt Viechtach

2006: Glasstraßenpreis

2006: Baumsteftenlenz Heimatpreis

2011: Goldmedaille der Stadt Viechtach

Leben für die Kunst

ie Gläserne Scheune“ in Rauhbühl bei Viechtach. Eine ungewöhnliche

D Kombination mag man im ersten Moment denken. Und doch wieder

nicht. Schließlich ist beides in einer ländlichen Region, die darüber hinaus eine

Jahrhunderte alte Glastradition hat, nicht ungewöhnlich. Im Bayerischen Wald

gibt es wohl kaum einen bemerkenswerteren Ort der Kunst. Aber wie nähert

man sich dem Erschaffer Rudolf Schmid und seinem künstlerischen Gesamtwerk

an, das jeden, der diese Scheune betritt, in atemloses Staunen versetzt?

„Die Sagenwelt des Bayerischen Waldes“

Vielleicht gelingt die Annäherung über die Worte des Malers Henri Matisse,

der – frei interpretiert – einmal gesagt hat: Die Malerei dient Rudolf Schmid

dazu, seine inneren Visionen in ganz hervorragender Weise auszudrücken. Dass

dies mehr als gelungen ist, kann am Beispiel des Schriftstellers und Heimatforschers

Paul Friedl festgemacht werden. Der beschrieb das Leben und die Sagenwelt

der Menschen im Bayerischen Wald in seinen Romanen, wie kein

Zweiter. Einer davon, das im Jahr 1958 entstandene Werk vom Waldpropheten

Mühlhiasl, hat Rudolf Schmid nachhaltig beeindruckt: „Ich bekomme noch

heute Gänsehaut, wenn ich darin lese“, sagt er und ergänzt: „Ich glaube nicht,

dass der Seher des Bayerischen Waldes wirklich gelebt hat, aber wenn doch,

dann so, wie ihn Paul Friedl beschrieben hat.“

Und so machte sich Schmid im Jahr 1980 daran, die Holzkonstruktion für

eine Glaswand zu zimmern, die bis heute jedes Jahr viele tausend Besucher fasziniert.

Drei Jahre hat er mit Bleistift und Silikatfarbe an der zehn Meter breiten

und sieben Meter hohen gläsernen Scheunenwand gearbeitet, das Leben

und die Weissagungen des Waldpropheten verewigt. Ein in allen Farben schillerndes

Meisterwerk, das auch den Heimatdichter zu Tränen rührte, als er das

vollendete Werk zu Gesicht bekam. „Bei seinem Besuch war er bereits nahezu

blind“, erinnert sich Schmids Frau Margarete. „Doch die Sonne warf an diesem

Tag ein so helles Licht auf die Glaswand, dass er die Bilder erkennen konnte

und tief beeindruckt war.“ Nachvollziehbar für jeden, der sich die Zeit nimmt,

die vielen kleinen Details und schließlich das Ganze auf sich wirken zu lassen.

Bei aller Wertschätzung würde man der „Gläsernen Scheune“ aber mehr als

unrecht tun, sie auf diese eine Wand zu reduzieren, denn: Der Rundgang durch

Rudolf und Margarete Schmid.


52

Kultur

Gläserne Scheune

Kunstwerke

„Mühlhiasl“ Glasgemälde

Leben und Prophezeiungen

„Mühlhiasl“ Glasgemälde

Symbolische Darstellung (großes Foto unten)

„Räuber Heigl“ Glasgemälde

Kleines Foto, vorherige Seite

„Hl. Franziskus“ Glasgemälde

Legende vom Wolf von Gubbio

„Austen – das Leben eines Glasveredlers aus

demSudetenland“

sechs mit Bleistift bezeichnete Scheiben

„Rauhnacht“

reich beschnitztes Scheunentor (kleines Foto)

„Rauhnacht“, Glasgemälde

„Der Glashüttengeist Durandl“

Wandgemälde, Holzschnitzerei

Glasstraßen-Jubiläums-Skulptur

Skulpturen imFreigelände

Pavillon mit Stelen und Bildern

über den spanischen Nationalhelden El Cid

Ab Ende 2015

das Gesamtkunstwerk beginnt bereits, wenn man auf den Besucherparkplatz

einbiegt.

Jeder Stein am Haus scheint mit Bedacht gesetzt, jedes Detail hat eine Bedeutung.

Im Inneren des Hauses sind über die Jahrzehnte sechs große Glaswände

entstanden, die sich thematisch mit dem Bayerischen Wald, seinen

Menschen, den Legenden und Sagengestalten beschäftigen, darüber hinaus Bilder,

Skulpturen und Schnitzereien. Besonders bemerkenswert ist auch das reich

beschnitzte Scheunentor (3,80 x 3,50 Meter), das „Die Wilde Jagd“ betitelt und

dem düsteren Volksglauben der „Rauhnächte“ entliehen ist. Es strahlt so viel

Dynamik und Wildheit aus, fast meint man das geifernde Schreien der Hexen

und den stürmischen Galopp der Pferde hören zu können.

„Die höchste Formdes Glücks

ist ein gewisser Grad der Verrücktheit“

Fragt man Rudolf Schmid, der 1938 in Deggendorf in ärmlichen Verhältnissen

geboren und aufgewachsen ist, nach seiner Lebensphilosophie, zitiert er

mit einem verschmitzten Lächeln Erasmus von Rotterdam: „Die höchste Form

des Glücks ist ein gewisser Grad der Verrücktheit.“ Schon früh hat er sich für

die Kunst entschieden, ist im Alter von 14 Jahren gegen viele Widerstände und

finanzielle Widrigkeiten zu Fuß von Deggendorf nach Zwiesel marschiert um

sich an der dortigen Glasfachschule für eine Ausbildung zum Glasmaler zu bewerben.

Arbeiter auf Wanderschaft, selbstständiger Werbegrafiker, Fassadenmaler

und Glasmaler: Viele Jahre waren anschließend vergangen, ehe er 1977

zusammen mit seiner Familie das Anwesen in Rauhbühl bezog. War bis dahin

Geldnot ein ständiger Begleiter der Familie Schmid, so änderte auch der Umzug

daran nichts. „Ich hatte viele Ideen, konkrete Vorstellungen, wie die Gläserne

Scheune einmal aussehen sollte, doch ich konnte mir den Luxus daran zu arbeiten

nicht leisten“, sagt der 76-Jährige heute. Erst als einer seiner Söhne auf

die Bank ging, Geld lieh und es mit den Worten: „Und jetzt fange an“ auf den

Küchentisch legte, war der Startschuss gefallen und es konnte entstehen, was

bis heute Menschen aus aller Welt in den kleinen Ort bei Viechtach zieht. Auch


Kultur

Gläserne Scheune

53

Zeitungen und das Fernsehen gehören seither zu den Stammgästen. 1991 hat ein

Dokumentarfilm über die „Gläserne Scheune“ sogar eine Oscar-Nominierung

erhalten. Der renommierte Regisseur Lorenz Knauer hatte den Film damals

beim Kulturfilmfestival „Chrisaward“ im amerikanischen Columbo (Ohio) eingereicht

und gewonnen. Damit war der Streifen automatisch nominiert.

Ein kreativer Geist ruht nie –

ist immer getrieben von Ideen und Phantasie

Phantasie, Ideenreichtum und künstlerisches Talent sind die eine Seite im

Leben von Rudolf Schmid. Doch für den „König von Rauhbühl“ – ein Titel den

er sich nicht selbst gegeben hat, sondern den er von seiner Tochter bekam –

steht außer Frage, dass die Familie sein größtes Lebensglück ist. Seine Frau

„Gretl“, die ihm als Fels in der Brandung immer zur Seite gestanden ist ebenso,

wie seine Kinder, die allesamt seine künstlerische Ader geerbt haben, bei ihm

in die Lehre gegangen und heute selbst erfolgreiche Künstler geworden sind.

Steckbrief

Die Gläserne Scheune

Rauhbühl 3

94234 Viechtach

Telefon: 0 99 42 / 81 47

E-Mail: info@glaeserne-scheune.de

Internet: www.glaeserne-scheune.de

Öffnungszeiten

April und Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr

1. Mai bis 30. September täglich von 10 bis 17

Uhr

Einlass bis 30 Minuten vor Geschäftsschluss

Eintrittspreise über die Internetseite ersichtlich

Auch wenn Rudolf Schmid und seine „Gretl“ die Leitung des Museums inzwischen

an die Tochter und deren Mann abgegeben haben, sein kreativer Geist

treibt ihn weiter voran.

Das neueste Projekt, das er auf zahlreichen Glasstelen und Bildern in einem

Zyklus verewigt hat, ist das Epos „El Cantar de mio Cid“ über den spanischen

Nationalhelden El Cid. Ende des Jahres 2015 soll alles in einem Pavillon, der

eigens dafür errichtet wird, zu sehen sein.

Wird es nach der Vollendung dieser Arbeit weitergehen? Die Antwort mag

der geneigte Besucher am Südturm der „Gläsernen Scheune“ finden. Er wird

von einer Skulptur, dem „Rauhbühler Riesen“, gekrönt, der wissend, ja beinahe

weise über das Land blickt und dem dennoch eine Sehnsucht inne zu wohnen

scheint. Wer das Glück hat, Rudolf Schmid persönlich kennen zu lernen, wird

feststellen, dass es die Sehnsucht sein muss wie bisher auch, immer weiter Visionen

in Bildern und mittels Skulpturen zum Leben zu erwecken. ♦


38

Kultur

Weltoffen

Erinnerung

Isodor Wühr (1929-2011)

Er war eine Institution. Kult. Eine außergewöhnliche

Figur im kommunalpolitischen und

gesellschaftlichen Leben im Landkreis Regen:

Isodor Wühr, 39 Jahre lang 1. Bürgermeister der

Gemeinde Drachselsried, sechs Jahre lang 3.

Landrat und zudem ein Dauergast auf allen

Bühnen, auf denen es etwas zu feiern gab.

Kaum eine Anekdote aus Bürgermeisterkreisen,

in denen Wühr nicht wenigstens eine Nebenrolle

inne hatte. Denn er verkörperte Lebensfreude,

wie kaum ein zweiter, war „als

unverwüstlicher Gesellschafter bekannt“, wie

die PNP nach seinem Tod schrieb. Nachdem er

sich 1996 freiwillig vom Amt des Bürgermeisters

zurück gezogen hatte, genoss er in seiner

Heimatgemeinde einen Ausnahmestatus: Nach

wie vor blieb ihm ein kleines Büro im Keller

des Rathauses, in dem er eine Zeitungsagentur

unterhielt. Täglich von 10 bis 12 Uhr oder nach

Vereinbarung war er parat, wenn es darum ging,

Berichte für den Viechtacher Bayerwald-Boten

zu schreiben. Über 50 Jahre war er freiberuflicher

Mitarbeiter dieser Tageszeitung. Seinen

letzten Beitrag schickte er vier Tage vor seinem

Tod an die Redaktion: Es war eine Ankündigung

der Kreisschau der Geflügelzüchter.

Das Bild zeigt ihn bei der 800-Jahr-Feier in Arnbruck

am 5. Juli 2009. Isidor Wühr – liebevoll

von allen nur „Dori“ genannt – war wohl einer

der letzten „Haudegen“ der Kommunalpolitik.

Landlerisch und

doch weltoffen

as kulturelle Leben im Landkreis Regen ist geprägt von traditionellem

Brauchtum. Die Menschen hier sind stolz auf ihre Identität und

D

pflegen deshalb das Erbe ihrer Vorfahren. Für ein buntes Mosaik an Kunst und

Kultur wäre das natürlich zu wenig. So klar und geradlinig man sich hier einerseits

mit seiner Heimat verbunden fühlt, so sehr öffnet man sich Neuem.

Kunst, Musik, Literatur, Brauchtum und Veranstaltungen sind im Landkreis

Regen keine Grenzen gesetzt. Kreativität erfreut sich unbegrenzter Freiheit.

Sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner im kulturellen Leben sind die

Volksfeste, die ausgiebig gefeiert werden. Oberflächlich betrachtet sind dies

Bierfeste, in denen der Gerstensaft im Mittelpunkt steht – und mit ihm vielleicht

auch der zu tiefe Blick in den bayerischen Maßkrug. So einfach ist es

nicht, denn das würde keinen Grund liefern, sich schon ein ganzes Jahr auf den

Startschuss von Pichelsteinerfest in Regen, Bennofest in Bodenmais, Grenzlandfest

in Zwiesel oder Volksfest in Viechtach zu freuen. Es steckt also mehr

dahinter: Geselligkeit. Die Menschen im Landkreis Regen sind gesellige Wesen.

Kultur heißt aber auch Musik. Die Bandbreite ist immens, wobei die Basis

auf dem heimatlichen Klang ruht. Volksmusik ist gelebte Geselligkeit – angefangen

von der Hausmusik in der Familie bis hin zum größten Volksmusikspektakel

in Bayern, dem drumherum in Regen. Klar, Lederhose und Zither ist

das Bild, das nun vor dem Auge erscheint. Doch: Wer würde vermuten, dass

Deutschlands beste Coverband des Jahres 2013 aus dem Landkreis Regen

kommt? Oder dass hier schon Lenny Kravitz gerockt hat, ebenso wie P!NK?

Bleiben die Bildende Kunst, die Literatur und das Schauspiel. Phantastische

Erlebnisse sind hier möglich – wenn zum Beispiel in Viechtach moderne

Künstler aus aller Welt Station machen. Oder sich ganze Dörfer zu riesigen

Schauspieltruppen zusammen finden, um dem Seher des Bayerischen Waldes

zu huldigen.

Kultur im Landkreis Regen: Eine Erlebnisreise!


Kultur

Interview 39

Zur Person

Kultur ist Vielfalt

Roland Pongratz (43) ist seit 2002 Kulturbeauftragter

des Landkreis Regen. Als studierter

Volkskundler und Musikpädagoge kümmert er

sich vor allem um die Pflege der musikalischen

Vielfalt im Landkreis Regen. Ein großer Wurf

gelang ihm mit der Idee zum „drumherum“,

dem Volksmusikspektakel, das alle zwei Jahre

in Regen stattfindet. Volksmusiker aus beinahe

aller Herren Länder kommen in die Kreisstadt,

um hier auf Straßen, Plätzen und in Lokalen zu

musizieren – am liebsten gemeinsam. Daneben

ist Pongratz selbst mit verschiedenen Ensembles

musikalisch unterwegs. Für hintersinnigen

Spaß sorgt Pongratz regelmäßig mit der „OriginalWaldlerBuamShowBänd“,

die sich vor allem

um die Eigenheiten „Hinterbayerns“ kümmert.

Der gebürtige Regener wohnt mit seiner Familie

in Patersdorf.

Wenn man es in zwei, drei Sätzen zusammenfassen möchte: Was macht

die Kulturlandschaft Landkreis Regen aus?

Roland Pongratz: Sie ist vielschichtiger als man zunächst vermutet. Vor

allem durch ehrenamtliche Eigeninitiativen, die mit unglaublichem Aufwand

die unterschiedlichsten Projekte stemmen.

Gibt es eine Sparte, die im Landkreis besonders stark ist?

Gut, die Glasszene ragt natürlich im künstlerischen Bereich hervor. Davon

kann man sagen, sie hat die größte Strahlkraft auch weit über die Region hinaus.

Leute wie Erwin Eisch, Manfred Homolka, Christian Schmidt, Kristian

Klepsch, Rudolf und Reinhard Schmid und viele andere, die man alle gar nicht

aufzählen kann, haben eine enorme Außenwirkung auch in ganz Deutschland,

teilweise in der Welt. Das wirft ein eigenes Licht, zumindest auf Bayern.

Eine besondere Stärke des Landkreises ist die traditionelle Volksmusik.

Woher kommt diese tiefe Verwurzelung?

Diese Tradition kommt daher, dass die vielen, die in der Volksmusikpflege

tätig waren, nicht von vornherein irgendwelche Entwicklungen verdammt

haben. Sie haben natürlich eine bestimmte Richtung vorgegeben, aber dabei

immer die Vielfalt unterstützt und damit zur Weiterentwicklung der Musik beigetragen.

Was man beispielsweise gar nicht so wahrnimmt: Bei uns gibt es wesentlich

mehr Blaskapellen, die nicht als Verein organisiert sind, als in anderen

Regionen. Diese traditionellen Kapellen spielen nicht nur ein Repertoire, für

das man die Noten kaufen kann. Vielmehr spielen sie die Stücke, die sie von den

Älteren gehört und gelernt haben. Die vereinsorganisierten Kapellen kümmern

sich natürlich stark um die Nachwuchsarbeit. Und das macht es so interessant,

weil verschiedene Richtungen nebeneinander existieren können.

Dadurch entsteht immer wieder die Möglichkeit für jeden, mitmachen zu

können. Jeder lässt sich gerne unterhalten und hört Musikern zu. Dabei vergisst

man aber oft, dass man auch selber singen könnte. Es ist von daher wichtig,

dass es Musiker gibt, die andere mitmachen lassen. Jeder hat die Möglichkeit,

zu einer Kapelle zu kommen und mitzuspielen, genau so wie in einem Chor.

Altes Brauchtum

Pfingstl-Gehen

Ein Brauch, der weitgehend ausgestorben ist

und heute nur noch in Bischofsmais am Leben

erhalten wird. So zog früher am Pfingstmontag

ein langverhüllter „Pfingstl“ mit seinen Begleitern,

dem „Weiser“, dem „Geier“ und mit Glokken

und Schellen ausgerüsteten Buben, durch

die Ortschaften im Landkreis Regen. Bei jedem

Haus sagten sie einen Spruch auf und sammelten

Eier und Schmalz ein. Mit diesen Gaben zog

man schließlich ins Wirtshaus, um sich daraus

ein deftiges Essen zubereiten zu lassen. Hintergrund

des Brauches dürfte wohl gewesen sein,

dass damit das Ende des Winters und die Freude

auf den bevorstehenden, fruchtbringenden Sommer

gefeiert wurde.

Zu erleben: Immer am Pfingstmontag, ab 9 Uhr

in Bischofsmais.


Tourismus

Bayerischer Waldverein 137

Steckbrief

Bayerischer Wald-Verein e.V.

Stadtplatz 11

94227 Zwiesel

Telefon: 0 99 22/92 65

www.bayerischer-wald-verein.de

Der Alles-Verein

Präsident:

Vorsitzende:

Helmut Brunner

Georg Pletl

Alfred Resch

Georg Jungwirth

er einen Urlaub plant, der hat dabei immer auch den Bayerischen

W Wald im Visier. Wie keine andere Region in Deutschland verspricht

er naturnahe Erholung, verbunden mit hoher Servicequalität. Die Anfänge des

Tourismus reichen weit über 100 Jahre zurück, in eine Zeit, da die Region als

Armenhaus galt, als Notstandsgebiet. Steinreiche Böden, raues Klima, lange

Winter – das sind Attribute, die heute vielfach den Reiz eines Urlaubs im Landkreis

Regen ausmachen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts dagegen schreckte

das eher ab – zumal der Bayerische Wald alles andere als gut erschlossen war.

Gerade in dieser Zeit scharte der Bodenmaiser Bergmeister Bartholomäus

Stölzl im Jahr 1883 eine ansehnliche Zahl von Mitstreitern um sich, die den

Bayerischen Wald-Verein aus der Taufe hoben. Damit folgte man dem Vorbild

des Alpenvereins in Oberbayern und sprang auf eine Entwicklung auf, die im

gesamten deutschsprachigen Raum zu Gründungen von Gebirgs- und Mittelgebirgsvereinen

führte. Die Zielsetzung: Menschen für Ferien im Bayerischen

Wald zu begeistern.

Schutzhütten:

Arber-Schutzhaus

Landshuter Haus, Geißkopf

Schutzhaus am Falkenstein (kleines Bild)

Gründung: 25. November 1883

Mitglieder: 19.839

Landkreis Regen: 5700 Mitglieder/16 Sektionen

Vereinszweck:

Naturschutz

Wegemarkierung und -pflege

Wandern

Jugend und Familie

Schutzhütten und -häuser

Kulturarbeit

Bayerischer Wald-Verein: Begründer des Tourismus

Am 25. November 1883 war es soweit: In Deggendorf fand die Gründungsversammlung

statt. Vom Start weg kam mehr als die Hälfte der rund 130

Gründungsmitglieder aus dem Landkreis Regen. Sofort begann die Arbeit, die

in erster Linie darauf ausgerichtet war, touristische Strukturen aufzubauen. Wie

engagiert der Bayerische Wald-Verein loslegte, zeigen zwei kleine statistische

Werte: Bereits 1884 wurde auf dem Arber eine erste Schutzhütte errichtet. Und

schon im Jahr 1916 war förmlich aus dem Nichts ein Wanderwegenetz von 866

Kilometern geschaffen.

Bis heute hat dieser Verein nichts an Aktivität und Engagement eingebüßt

– wobei er sich mit rund 20000 Mitgliedern weit von allen anderen Vereinen

in der Region abhebt. Seinen Hauptsitz hat er in Zwiesel, Mitgliedsvereine, so

genannte „Sektionen“ gibt es von Neu-Ulm bis Regensburg. Weitere Superlative

gefällig? Mit Helmut Brunner ist ein bayerischer Minister Präsident des

Vereins und, würde man alle Wanderwege aneinanderreihen, die der Bayeri-


Nachwort 225

Nachwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

um es gleich an den Anfang zu stellen: Selten haben wir bei der Arbeit so

viel Freude gehabt, wie mit diesem Buch, das Ihnen jetzt vorliegt. Ein Jahr lang

haben wir uns intensiv mit der Landschaft, mit den Menschen, mit Kultur und

Brauchtum, mit der Wirtschaft und allem anderen beschäftigt, was das Arberland

ausmacht. Einiges haben wir schon gekannt, doch wir haben viel Neues gesehen

und erfahren. Eine wichtige Erkenntnis dabei: Häufig sind es auch die

Dinge, die scheinbar etwas im Verborgenen liegen, die besonders reizvoll sind.

Angetan waren wir von der Hilfsbereitschaft, die uns entgegen gebracht

wurde. Ein „Nein” hat es so gut wie nie gegeben. Im Gegenteil, man hat das Gefühl,

die Menschen lieben ihre Heimat und teilen ihr Wissen gern. Jedes Foto,

jeder Tipp, jedes Gespräch war wichtig. Dafür möchten wir uns bei allen, die

uns unterstützt haben ganz besonders bedanken! Wir haben diese Begeisterung

aufgenommen, verinnerlicht, geteilt und versucht auf über 200 Seiten auch

Ihnen zu vermitteln.

Ein großer Dank gilt selbstverständlich allen Unternehmen im Landkreis

Regen, die dieses Buch mit ihrer finanziellen Unterstützung erst möglich gemacht

haben.

Gleichzeitig hat uns gerade besagte Begeisterung auch immer wieder an unsere

Grenzen gebracht. Es gäbe so viel mehr zu erzählen, zu zeigen, Menschen

vorzustellen. Beinahe jeden Tag sind wir über neue Geschichten „gestolpert”,

die wir gerne erzählt hätten. Interessante und spannende Themen, die leicht ein

zweites Buch füllen würden. Doch wir hoffen es ist uns gelungen, Ihnen den

Blick ins Arberland” so zu ermöglichen, wie wir die Region sehen: Voller Bewunderung

für die Landschaft und Achtung für die Leistung der Menschen, die

sie prägen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Blättern und Entdecken!

Lothar Wandtner

Alexander Frimberger


228

Quellenverzeichnis

Tief im Nordwald Landkreisbuch Regen, 1982

Die Nußberger

Altnussberg, Eine Burgruine im Bayerischen Wald

Die Degenberger

Altnussberg, Eine Burgruine...

Wo alles blüht

Klaus Eder, Landratsamt Regen

1000-jähriges Dorf

Josef Dengler, Rinchnach

Cella Dei

www.gotteszell.de

Bayern&Böhmen sind sich ganz nah

Verein Über d’Grenz

Blick zurück ins Mittelalter

Altnussberg, Eine Burgruine...

Wilde Gesellen und andere Sitten

Facharbeit Johann Pauli

Ein Leben für die Volkskunst, Paul Friedl

Karl-Heinz Reimeier, Kreisheimatpfleger aus Grafenau

Hermann Beiler, Historiker aus Spiegelau

Naturdenkmäler im Arberland

Landkreis Regen

Bayerns schönstes Geotop Nummer 1

www.pfahl.de

Region der 1000 Möglichkeiten

Arberland Regio GmbH

Komm mit ins Kinder-Abenteuerland

Arberland Regio GmbH

Bild-Werk Frauenau

Bild-Werk Frauenau

Sparen und genießen

Landkreis Regen

Heimat von Hightech

Technologie Campus Teisnach

Bildungsregion

Landkreis Regen

Autoren

Seiten 28 und 29 Kult- und Schalensteine Jakob Wünsch, Mythenforscher aus Deggendorf

Seiten 55 und 56 Glas-Palast Sven Bauer, Glasmuseum Frauenau

Seiten 87 und 88 Natur Natur sein lassen Dr. Kristin Beck, Nationalpark Bayerischer Wald

Seiten 91, 92, 93, 95 Der Natur auf der Spur Hartwig Löffelmann, Naturpark Bayerischer Wald

Seite 149 Ferienort Nummer 1 Katharina Hartl, Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH

Seite 189 Die Lebensadern Heiko Langer, Landratsamt Regen

Alle anderen Beiträge sind durch eigene Recherchearbeiten und persönliche Gespräche der beiden Autoren Alexander Frimberger und Lothar Wandtner

entstanden.

GOLBET GMBH

Geschäftsführer

Alexander Frimberger

Lothar Wandtner

Kirchplatz 8

94513 Schönberg

Tel.: 0 85 54 / 94 44 61

www.golbet.de

info@hepelo-verlag.de

Wir verstehen uns als Full-Service-Agentur und Verlag für alle redaktionellen Bereiche.

Konzeptionelle Beratung stellen wir an den Anfang und in den Mittelpunkt unserer

Geschäftsbeziehungen. Unsere Schwerpunkte setzen wir in den Themenbereichen

Reise, Regionen, Politik, Wirtschaft und Ratgeber.

Wir fertigen Pressemitteilungen an und bringen diese an die Redaktionen. Darüber

hinaus erstellen oder optimieren wir Internetseiten und schreiben Ihre Rede. Selbstverständlich

stehen wir unseren Kunden auch bei Buchprojekten mit Rat und Tat zur

Seite – bis hin zur kompletten Produktion.

Seit über zehn Jahren produziert unser Verlag Reiseführer, Sachbücher und Belletristik.

Sprechen Sie uns an, es gibt auch eine Lösung für Ihre Idee oder Ihr Manuskript.

Selbstverständlich können Sie unsere Angebote beliebig kombinieren. Gemeinsam finden

wir eine Lösung.

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