Abweichungen

austropapier

Abweichungen

thema

Die Qualität des Druckbildes ist ein zunehmend wichtiges Qualitätsmerkmal

in den Anforderungen der Käufer von Druckpapieren.

The quality of the

printed image is

an increasingly important

feature that

purchasers of printing

paper demand.

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Papiereigenschaften­

&­Druckqualität­

In einem vierjährigen Forschungsprojekt

am Institut für Papier-, Zellstoff-

und Fasertechnik an der TU

Graz wird der Einfluss verschiedenster

Papiereigenschaften auf das Druckbild

untersucht. Zu den behandelten Drucktechniken

zählt der Tief-, Offset- und

Flexodruck. Zahlreiche Partner aus der

Papier- und Zulieferindustrie unterstützen

das Projekt und stehen mit Rat und

Tat zur Seite.

DI Elmar Wind

ist wissenschaftlicher

Mitarbeiter

am Institut für

Papier-, Zellstoff- und

Fasertechnik an der

TU Graz.

© TU Graz

von Elmar Wind

Hochauflösende lokale

Messmethoden

Mangelnde Papierqualität führt beim

Druck oft zu unregelmäßiger Farbübertragung

oder zu fehlenden Druckpunkten.

Dieser Fehler entsteht durch

Inhomogenitäten von verschiedensten

Papiereigenschaften, wie zum Beispiel

Oberflächentopografie, Druckfarbenpenetration

oder Formation. Um diese

Inhomogenitäten zu identifizieren,

gibt es verschiedenste ortsaufgelöste

Messverfahren, mit denen es möglich

ist, eine flächige Darstellung der Papiereigenschaften

zu erfassen. Viele

dieser Papiereigenschaften können direkt

gemessen werden, für andere wie

die Druckfarbenpenetration ist ein Zwischenschritt

– der Farbenabwischtest –

vonnöten.

© Fotolia

Lokale Modellierung

Am Beginn einer lokalen Modellierung

steht immer die Aufnahme eines realen

mit Klebeband markierten Druckbildes

mittels eines Scanners. Die umfasste Fläche

der Klebebandmarkierung beträgt

25 x 15 mm. Anschließend wird die Druckfarbe

mittels eines speziellen Wischtestes

entfernt, wodurch es möglich ist, die

Druckfarbenpenetration darzustellen.

Diese wird ebenfalls wieder mit dem

Scanner erfasst. An dieser Probe werden

weiters die Formation (Beta-Radiograph),

die Topografie (Infinite Focus Measurement)

und die optischen Eigenschaften

Brechungsindex und Glanz (Surfoptic

Imaging Reflectometer) gemessen. Anhand

der Klebebandmarkierung ist es nun

möglich, alle Aufnahmen aufeinander

zu registrieren und dadurch einen einheitlichen

eindeutigen Nullpunkt der gemessenen

Fläche zu finden. Von diesem

Nullpunkt aus, wird dann die eigentliche

Größe der zu untersuchenden Fläche festgelegt.

Weiters werden in diesem Schritt

die unterschiedlichen Auflösungen der

Messverfahren auf eine gemeinsame

Pixel-Größe vereinheitlicht. Dieser Schritt

ist von hoher Wichtigkeit in diesem Verfahren,

da bei der weiteren Vorgehensweise

eine genau deckungsgleiche Anzahl

an Messpunkten unumgänglich ist.

Multiple lineare Regression

Im nächsten Schritt kommt das eigentliche

Werkzeug der lokalen Modellierung,

die multiple lineare Regression, zum Einsatz.

Bei dieser statistischen Methode

wird jeder Messpunkt im Druckbild mit

dem Messpunkt an der exakt gleichen

Stelle einer zuvor erhobenen Papiereigenschaften

verglichen und korreliert

(siehe Grafik).

Ziel dieser Modellierung ist zu zeigen,

welche Papiereigenschaften welchen Einfluss

auf ein uneinheitliches Druckbild haben.

Dazu wurde eine Visualisierung der

statistischen Berechnung erarbeitet, anhand

derer es möglich ist, einen schnellen

Überblick auf die Güte der Modelle und

den Einfluss der individuellen Variablen

zu erhalten. So kann auf den ersten Blick

erkannt werden, welche Variablen einen

Anteil des Druckbildes erklären können,

und welche Variablen bei diesem linearen

multiplen Regressionsmodell keinen

Mehrwert für das Gesamtmodell bringen.

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