Riesen und Zwerge

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Riesen und Zwerge

Unterwasser-Kolonie

Riesen und Zwerge

Tiere können nicht nur von völlig unterschiedlicher Gestalt,

sondern auch ganz verschieden groß sein: vom Blauwal, dem

größten lebenden Tier der Welt, bis hin zu den Gastrotricha,

auch Bauchhärlinge genannt: mikroskopisch kleinen

Tierchen, die nur 0,1–1 mm groß

werden.

Korallenriffe gibt es nur in tropischen Meeren Mil liar den

winziger Einzeltiere, die Polypen, bilden zusammen

eine Kolonie, die Koralle. Wenn Korallen absterben,

bleibt ein Kalkgerüst oder Skelett zurück: das Riff.

Das größte Korallenriff der Welt, das Große Barriere riff

(Great Barrier Reef) vor Australien, ist so riesig, dass

man es vom Weltraum aus sehen kann!

schwerstes Säugetier Blauwal: 150–190 t

höchstes Säugetier Giraffe: rund 5,5 m

größter Vogel Strauß:

bis zu 150 kg

längstes Reptil Salzwasserkrokodil:

bis 8 m

schwerste Schlange Anakonda:

über 200 kg

größter Lurch Chinesischer

Riesensalamander:

1,5–1,8 m

größter Fisch Walhai: rund 14 m,

Extreme bis 18 m

längstes Insekt eine Gespenstschrecken-Art:

57 cm

schwerstes Insekt Goliathkäfer:

bis zu 100 g

Das Great Barrier Reef erstreckt sich

über mehrere Tausend km vor der Nordostküste

Australiens.

Faszinierende Dickhäuter

Der Afrikanische Elefant

ist das größte Landsäugetier

der Welt. Bei einer

Schulterhöhe von bis zu

4 m bringt ein Elefantenbulle

5–6 t oder mehr auf

die Waage. Um diesen

gewaltigen Körper mit

Energie zu versorgen, vertilgt

er pro Tag rund 160 kg

Nahrung! Übrigens sind

Elefanten auch die Tiere mit

dem größten Gehirn – ein

Grund für das legendäre

»Elefantengedächtnis«?


Mikroskopisch klein

Die kleinsten Lebewesen, die wir kennen, sind

Bakterien – nur mithilfe eines starken Mikroskops

können wir sie sehen. Sie sind keine Tiere, sondern

bilden eigene Gruppen von Lebewesen.

Aber manche ihrer Eigenschaften

ähneln denen von Tieren, so

können sie sich z. B. selbstständig

bewegen.

Größte Flügelspannweite

Der Wanderalbatros erreicht mit bis zu

3,5 m die größte Flügelspannweite. Dieser

Meeresvogel macht seinem Namen alle Ehre,

denn die meiste Zeit verbringt er in der Luft.

Monatelang gleitet er elegant über das Meer

und stößt nur ab und zu herab, um Fische

oder Tintenfische zu erbeuten.

Große und kleine Amphibien

Auch von Amphibien (oder Lurchen) kennen wir

ganz unterschiedlich große Arten. Der größte

Lurch der Welt ist der Chinesische Riesensalamander:

Vom Maul bis zur Schwanzspitze kann er

bis zu 1,8 m messen! Seine Heimat sind kühle Flüsse

und Bäche oder klare Bergseen in China. Er ernährt

sich von Insekten, Fröschen und Fischen. Den

Mini­Rekord dagegen hält eine Sattelkröte (rechts),

die im Südosten Brasiliens vorkommt: Sie wird

höchstens 1 cm lang!

Der größte Mensch, den die

Welt bislang gesehen hat, war

der Amerikaner Robert Pershing

Wadlow (1918–1940), der an

einer Störung der Hirnan hangsdrüse

(Hypophyse) litt. Der

bislang kleinste Mann der Welt

war ein Inder namens Gul

Mohammed (1957–1997).

Die kleinsten Tiere

kleinstes Säugetier Hummelfledermaus:

2–3 cm

kleinstes Reptil Kugelfingergecko:

1–2 cm

kleinster Lurch eine Sattelkröten-Art:

ca. 1 cm

kleinster Vogel Bienenelfe oder

Hummelkolibri: 5–6 cm

kleinster Fisch Zwerggrundel: 8–10 mm

Die Bienenelfe »steht«

in der Luft und schlürft

Blütennektar. Ihre Flügel

schlagen rund 80-mal pro

Sekunde.

Und die Menschen?

• Robert Wadlow:

größter Mensch mit

2,72 m

• Gul Mohammed:

kleinster Mann mit 57 cm

• Durchschnittlich werden

Menschen 1,75 m groß.

Ungewöhnlich große oder kleine

Menschen leiden oft unter hormonellen

oder genetischen Störungen.

Man spricht dann von »Großwüchsigkeit«

bzw. »Kleinwüchsigkeit«.

Gul

Mohammed

Robert

Wadlow

Durchschnitt

2

1


Rennmaschine

Wer schnell sein will, braucht ganz

bestimmte Körpermerkmale: So sind

Sprinter wie etwa Geparden oder

Hasen (oben) »sportlich« und stromlinienförmig

gebaut und haben besonders

kräftige Beinmuskeln.

Schildkröte und Hase

Auch wenn die Schildkröte das Rennen in der

berühmten Fabel von Äsop gewonnen hat –

tatsächlich gehört sie zu den langsamsten Wesen

der Erde. In kühleren Regionen bewegen sich

Schildkröten im Winter sogar

überhaupt nicht,

um Energie

zu sparen.

Tempo, Tempo!

Was fast alle Tiere von anderen Lebewesen unterscheidet, ist die

Tatsache, dass sie sich selbstständig bewegen können. Besonders

schnell sind meist Tiere, die von anderen gejagt werden – und

natürlich die Jäger selbst. Andere Arten wiederum sind so langsam,

dass wir fast nicht merken, wenn sie sich bewegen.

Fauler Sack

Das pflanzenfressende Faultier in den Wäldern

Mittel- und Südamerikas macht seinem

Namen alle Ehre. Die meiste Zeit seines

Lebens hängt es bewegungslos an einem

Ast. Nur wenn es zur »Toilette«

muss, verlässt es seine luftige

Behausung. Selbst auf der

Flucht vor seinem Feind,

dem Jaguar, schafft es nur

schlappe 2–4 m pro Minute!

Spitzensprinter

Geparden sind die schnellsten Vierfüßer

der Welt! Diese Raubkatzen leben in

der afrikanischen Savanne. Sie jagen

Impalas und andere Gazellen; vor

allem pirschen sie sich an schwache,

junge und verletzte Tiere heran. Wenn

ein Gepard sein Opfer ins Visier

genommen hat, prescht er mit bis

zu 120 km/h los! Allerdings kann

die Katze dieses Tempo nur für

rund 10 Sekunden durchhalten,

bevor ihre Muskeln

ermüden und sie von der

Beute ablassen muss.

Im Vergleich zu

anderen gleich schweren Tieren

hat das Faultier nur ein Viertel

der Muskelmasse.


Langstreckenflieger

Unter den Tieren, die regelmäßige

Wanderungen zurücklegen, hält die

Küstenseeschwalbe den Streckenrekord.

Jahr für Jahr verlässt sie ihr

Brutgebiet am Nordpol, um die reichen

Futtergründe des Südpolarmeeres

aufzusuchen, und kehrt wieder zurück.

Dabei legt sie insgesamt 30 000–40 000

km zurück! Unterwegs ernährt sie sich

von Fischen, die an der Wasseroberfläche

schwimmen. Möglicherweise schläft die

Küstenseeschwalbe sogar im Flug.

Gefährlicher Räuber

Der Gepard ist bestens ausgestattet

für ein Leben als Jäger:

Zum muskulösen Körperbau

und den hervorragenden

Augen und Ohren

kommen die scharfen

Krallen. Damit

reißt er die Beute

zu Boden und

hält sie bis zum

tödlichen Biss in

den Hals fest.

Bitte nicht berühren!

Goldmedaille: Dreisprung

Nur wenige Tiere werden

in dieser Disziplin

dem Känguru ernsthaft

zur Konkurrenz.

Wenn es sich mit

federnden Sprüngen

fortbewegt, kann es

kurzzeitig sogar Geschwindigkeiten

von

70–80 km/h erreichen.

Bei Ebbe kann man am Strand oft große Ansammlungen

sessiler (d. h. festgewachsener), bewegungsloser

Tiere sehen, z. B. Muscheln. Sobald sie bei Flut wieder

von Wasser überspült werden, erwachen die scheinbar

reglosen Tiere wieder zum Leben. Sie öffnen ihre

Schalen und filtern kleinste Nahrungsteilchen aus dem

Meerwasser.

Der Rotlachs wandert

zum Laichen vom freien

Meer zurück in den Fluss,

in dem er geschlüpft ist.

Im Süßwasser verfärbt

sich seine Haut von Blau

nach Rot.

Goldmedaille: Marathon

Wer die Pfuhlschnepfe

schlagen will, muss sehr

früh aufstehen: Bei einem

Vogel dieser Art

hat man mit einem

Sender den längsten

Nonstop­Flug von rund

11 000 km zwischen

Alaska und Neuseeland

nachgewiesen, zurückgelegt

in 9 Tagen!

In weniger als 2 Sekunden beschleunigt

der Gepard von 0 auf

70 km/h!

Wanderrekorde

Jahr für Jahr brechen Zugvögel und andere Tierarten zu

bemerkenswerten Wanderungen auf. Hier ein paar

Beispiele:

Dunkler Sturmtaucher: legt jedes Jahr rund 65 000 km

von Neuseeland zum nördlichen Pazifik zurück.

Küstenseeschwalbe: fliegt im Lauf ihres Lebens

400 000–800 000 km.

Buckelwal: schwimmt im Jahr bis zu 20 000 km, wenn

er vom Nordpolarmeer in tropische Gewässer wandert,

um sich dort fortzupflanzen.

Monarchfalter: hält mit 3500–4500 km

pro Jahr den Streckenrekord unter den

Schmetterlingen.


© 2010 The Brown Reference Group Ltd.

Konzept und Design von The Brown Reference Group Ltd., London

Titel der Originalausgabe: Animal Records

Brown Reference Group Ltd: Lektorat: Tim Cooke, Lindsey Lowe / Layout und

Design: Jeni Child, Joanne Little, David Poole / Bildredaktion: Sophie Mortimer,

Clare Newman / Herstellung: Alastair Gourlay / Herausgeber: Anne O’Daly

© 2010 für die deutsche Ausgabe: arsEdition, München

Alle Rechte vorbehalten

Aus dem Englischen von Andreas Jäger

Textlektorat der deutschen Ausgabe: Eva Wagner

Printed in China

ISBN 978-3-7607-6280-7

www.arsedition.de

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