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DIE WIRTSCHAFT

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Branchen &Betriebe: In Coesfeld lockt das Bio-Eis Seite 12/13 Geld &Geschäft: Risiko ist ihr Geschäft: Hansekuranz Seite 24 Leben &Wissen: Pummelige Betonfiguren erobern Telgte Seite 30 DIE WIRTSCHAFT Ausgabe 3/15 Münster |Münsterland www.die-wirtschaft-muensterland.de www.agravis.de Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG Soester Straße 13, 48155 Münster ZKZ 88690 PVST Preis: 2,00 Euro Gründer fördern hilft beim Wachsen Auch im Münsterland machen sich immer weniger Menschen selbstständig. Das schadet der Wirtschaft und der Region. 29 Jahre jung, immer noch Student, und zugleich sein eigener Chef. Patrick Bröckers ist ein Gründer, wie man ihn sich vorstellt: Pfiffig, idealistisch und kreativ. Vor zwei Jahren brachte der Gronauer das Software-Unternehmen „opwoco“ an den Markt. Mit Erfolg. Das Start-up entwickelt Apps für mobile Anwendungen. „Opwoco“ ist auf Wachstum gepolt. 18 Mitarbeiter hat das Unternehmen derzeit, 30 sollen es in absehbarer Zeit sein. „Und beim Umsatz wollen wir demnächst die Million-Grenze knacken“, sagt Bröckers. „Opwoco“ ist Ringeltaube und Mut-Macher zugleich. Denn: In Deutschland ist es um die Gründungskultur schon seit Jahren nicht mehr zum Allerbesten bestellt. Seit 2005 sinkt die Zahl der gewerblichen Gründungen landauf, landab. Allein im Jahr 2014 ging sie im Vergleich zum Vorjahr um 28 000 auf rund 309 000 zurück. Das ist ein Minus von immerhin 8,3 Prozent. Im internationalen „Doing-Business“-Ranking, das die Weltbank jährlich veröffentlicht, ist Deutschland um elf Positionen zurückgefallen und belegt aktuell Platz 114 – das ist die Liga, in der auch die Dominikanische Republik und Ruanda spielen … Fortsetzung auf Seite 2/3 OFFEN GESAGT Chef werden Von einem „Gründerland“, wie es politische und wirtschaftliche Kräfte wünschen, sind wir weit entfernt. Meilenweit sogar, schaut man auf ein Ranking, das die Weltbank in Washington regelmäßig erstellt. Gegenüber angloamerikanischen Ländern nimmt sich die Zahl der Neugründungen und Start-Ups zwischen Kiel und Konstanz geradezu bescheiden aus. Chef werden, das ist hierzulande für die Allermeisten kein Traum. Die gut dotierte abhängige Beschäftigung wird dem vermeintlichen Abenteuer Selbstständigkeit gerne vorgezogen. Bedauerlich, denn Existenzgründer und Unternehmensnachfolger sind gleichermaßen gefragt. Zum Glück zeigen junge und frische Beispiele in Münster und im Münsterland, dass sich Risikobereitschaft und Engagement auszahlen können. Kreative neue Unternehmen sind entstanden, die in ihren Märkten mehr als nur den Fuß in der Tür haben. Wie wird man Gründer? Am besten nicht aus der Not heraus, sondern getrieben von eigenem Engagement und dem Willen, Neues zu schaffen. Die Basis für diesen Wunsch muss früh geschaffen werden –in der Schule und in der Familie. Wer schon dort darin bestärkt wird, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, wird die Stärke und den Mut mitbringen. Und schon gar nicht, darf das Unternehmerbild so verzerrt werden, wie heute noch in manchen Schulbüchern. wk Ein Betrieb –ein Vertrag Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen begrüßen Gesetz zur Tarifeinheit Der Grundsatz „Ein Betrieb – ein Tarifvertrag“ ist für die Praxis der Betriebe und der Tarifautonomie von enormer Bedeutung. So bewertet Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen (Bochum) das verabschiedete Tarifeinheitsgesetz. „Zustände wie in den vergangenen Wochen und Monaten mit Lokführerund Pilotenstreiks bleiben uns zukünftig erspart“, so Erlhöfer. Das sei ein gutes Zeichen für die deutsche 4 198869 002009 2 0 0 2 6 Wirtschaft. „Die Tarifeinheit hat fast 60 Jahre sichergestellt, dass Klarheit in den Betrieben herrscht, welcher Tarifvertrag auf welche Arbeitnehmer anzuwenden ist. Für identische Arbeitnehmergruppen können nicht gleichzeitig mehrere Tarifverträge gelten“, erklärt Erlhöfer. Das Bundesarbeitsgericht hatte im Jahre 2010 die Tarifeinheit gekippt und damit Spartengewerkschaften den Weg bereitet, um als vergleichsweise kleine Berufseinheiten große Teile des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft durch Streiks lahmzulegen. Es gehe nun nicht darum, Monopole für bestimmte Gewerkschaften zu begründen oder einzelne Gewerkschaften aus der Tarifautonomie zu drängen. Die Tarifeinheit stärkevielmehr die Solidargemeinschaft im Betrieb und verhindere die Zergliederung der Belegschaften. Arbeitgeber, Betriebsräte und Arbeitnehmer müssten auf einer verlässlichen Grundlage zusammenarbeiten können. Auch wenn Erlhöfer einräumt, dass mit dem neuen Tarifeinheitsgesetz nicht alle Probleme des Tarifrechts gelöst werden, ist er erleichtert: „Mit dem Gesetz wird sichergestellt, dass neue Spartengewerkschaften, die kleine Minderheiten in Betrieben vertreten, die Tarifordnung nicht zerlegen können.“ Die Tarifautonomie habe sich als ein großer Standortvorteil für Wirtschaft und Arbeit in Deutschland erwiesen. Ohne Tarifeinheit könnte diese Tarifautonomie auf Dauer atomisiert werden. Unsere Handschrift. Ihr Erfolg. Weil Erfolgserlebnisse mit dem richtigen Zubehör beginnen, begeistern wir Profis genauso wie Hobbygärtner und Heimwerker. Mit hochwertigen Produkten und umfassenden Lösungen, mit fachkundiger Beratung sowie mit einem erstklassigen Service. 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