Auf allen Wegen ... Hansestadt Gardelegen
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D a s K l e i n o d i m G r ü n e n . . .<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
Rathaus
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong><br />
Das Kleinod im Grünen ...<br />
Guten Tag, lieber Leser!<br />
Das ist unsere Stadt. So liegt sie da seit mehr als 800 Jahren, im<br />
nördlichsten Zipfel der waldreichen Colbitz-Letzlinger Heide,<br />
umgeben von den Wiesen der Mildeniederung, den Wäldern<br />
der Hellberge und dem Niedermoorgebiet des Drömlings. <strong>Gardelegen</strong><br />
liegt direkt am Zusammenfluss von Milde, Lause- und<br />
Weteritzbach.<br />
Die Altstadt befindet sich in einer durchschnittlichen Höhe von<br />
43 Metern über „Normal Null“.<br />
Alles auf einer einzigen <strong>Auf</strong>nahme festzuhalten, ist schon lange<br />
nicht mehr möglich, denn unsere Stadt ist im Laufe der Jahrhunderte<br />
ganz schön in die Breite gegangen. Aber deutlich zu<br />
erkennen ist die ehemalige Wallanlage, die sich wie ein grüner<br />
Ring noch heute um die historische Altstadt zieht.<br />
Seit 2011 ist <strong>Gardelegen</strong> nochmals erheblich gewachsen. Mit<br />
der Gebietsreform ist die Stadt einschließlich seiner nun 48<br />
Ortsteile – flächenmäßig betrachtet – nach Berlin und Hamburg<br />
zur drittgrößten Stadt Deutschlands geworden.<br />
<strong>Auf</strong> einer Fläche von ca. 640 km² leben aber nur ca. 24.000 Einwohner.<br />
Das sind etwa 38 EW/km².<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
Zur Stadtgeschichte<br />
1196 – In diesem Jahr tauchte <strong>Gardelegen</strong> zum ersten Mal in einer<br />
Urkunde als „Burg und fester Platz“ auf.<br />
In der Nähe einer Burg, an der Kreuzung wichtiger Handelswege<br />
von Magdeburg nach Salzwedel und Lüneburg oder von Braunschweig<br />
bis über die Elbe in Richtung Osten entstand die erste<br />
Siedlung.<br />
1200 – Von wirtschaftlichem Erstarken zeugen die Bauten der<br />
drei Siedlungskerne: die Nikolaikirche, die Marienkirche und der<br />
Ursprungsbau des heutigen Rathauses, das 1241 in einer Urkunde<br />
als Kauf- und Schauhaus genannt wird.<br />
Das älteste erhaltene Siegel von 1309 mit dem halben brandenburgischen<br />
Adler und fünf Gerten, die man als Hopfensprosse<br />
deuten kann, verweist auf den Hopfenanbau und die Bierbrauerei.<br />
1314 – erhielt die Stadt das Malzrecht als Grundlage für ein gewerbsmäßiges<br />
Bierbrauen verliehen. Bier wurde, wie auch der<br />
Hopfen, bis weit ins 17. Jahrhundert hinein wichtigste Ausfuhrware<br />
der Stadt. Im Jahr 1567 existierten hier 176 Brauerfamilien.<br />
In der Stadt und in den umliegenden Dörfern wurde der Hopfen<br />
angebaut, der bis Sachsen, Franken, Holstein und Dänemark verkauft<br />
wurde. Die Brauer waren neben den Gewandschneidern die<br />
führende Schicht im städtischen Patriziat.<br />
1353 – wurde <strong>Gardelegen</strong> Mitglied im Altmärkischen Städtebund.<br />
1358 – <strong>Gardelegen</strong> wurde Mitglied der Hanse und blieb es bis zum<br />
Verlust aller Bündnisrechte nach dem Bierzieseaufstand 1488.<br />
1539 – Einführung der Reformation durch Batholomeus Rieseberg.<br />
1558 – Das Stadtsiegel zeigt von nun ab drei berankte Hopfenstangen.<br />
1564 – Vor dem Rathaus wurde der steinerne Roland aufgestellt.<br />
Zeugen der wirtschaftlichen Blüte sind die imposanten Bauten<br />
der Spätgotik und Renaissance, die Stadtbefestigung und die<br />
prächtigen Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.<br />
1566 – Bei der größten Pestepidemie ihrer Geschichte verlor die<br />
Stadt zwei Drittel ihrer Einwohner.<br />
1618-1648 – Der Dreißigjährige Krieg brachte wechselnde Besatzungen<br />
der kriegführenden Parteien. Die Stadt wurde ausgeplündert<br />
und verkommt zu einem kleinen Ackerbürgerstädtchen<br />
1658, 1667, 1685 – große Brände äschern ganze Stadtviertel ein.<br />
1715 – wurde <strong>Gardelegen</strong> zum ersten Mal Garnisonsstadt und<br />
blieb es mit einigen Unterbrechungen bis 1991 (Preußische Infanterie,<br />
Ulanen, deutsche Wehrmacht, sowjetische Streitkräfte).<br />
1816 – Mit der Neugliederung der Verwaltung in Peußen wird<br />
<strong>Gardelegen</strong> Mittelpunkt eines neugebildeten großen Landkreises.<br />
Dazu gehört lange Zeit auch die preußische Enklave Wolfsburg.<br />
1841 – In die ruhige Ackerbürgerstadt kam das Industriezeitalter<br />
mit der Ansiedlung von Fabriken zur Fertigung von Knöpfen, die<br />
bis 1971 in <strong>Gardelegen</strong> produziert wurden.<br />
1864 zählte die Stadt 8.023 Einwohner.<br />
1871 – Die Eröffnung der wichtigen Eisenbahnlinie Berlin-Hannover-<br />
Lehrte brachte den Anschluss an die großen Verkehrsverbindungen.<br />
1881 – Bürgermeister Julius Beck sorgte während seiner Amtszeit<br />
bis 1923 für eine zeitgemäße Modernisierung aller städtischen<br />
Einrichtungen, wie Wasserleitung, Kanalisation, Elektrifizierung,<br />
Feuerwehr. Auch die Umgestaltung der Wallanlagen in einen Bürgerpark<br />
setzte er durch. Mit der Bahnhofsvorstadt wuchs die Stadt<br />
über ihren mittelalterlichen Mauerring hinaus.<br />
Ab 1935 entstehen außerhalb der Stadt neue Einrichtungen der<br />
Deutschen Wehrmacht: ein Fliegerhorst, die Remonteschule zur
Kavallerieausbildung und das Fallschirmjägerlager.<br />
Die Einwohnerzahl der Stadt wuchs auf mehr als 9.000 an.<br />
1945 – 15. März: Ein Bombenangriff forderte 52 Todesopfer; die<br />
Nikolaikirche und mehrere Wohngebäude wurden zerstört.<br />
13. April: In der Isenschnibber Feldscheune wurden mehr als<br />
1.000 KZ-Häftlinge ermordet.<br />
14. April: Kampflose Übergabe der Stadt an die Amerikaner.<br />
1. Juli: Ablösung der amerikanische und englische Truppen<br />
durch sowjetische Streitkräfte; <strong>Gardelegen</strong> wurde Teil der Sowjetischen<br />
Besatzungszone.<br />
1949 – 1990 – <strong>Gardelegen</strong> wurde ab 1952 Kreisstadt im ehemaligen<br />
Bezirk Magdeburg.<br />
Die größten Betriebe waren: „Altmärker Kunststofftechnik“ (Nachfolger<br />
der Knopffabrik), Landtechnisches Instandsetzungswerk<br />
sowie ab 1960 das Asbestzementwerk und das Möbelwerk.<br />
1978 wurden 13.280 Einwohner gezählt.<br />
1990 – Die Wiedervereinigung Deutschlands veränderte auch<br />
<strong>Gardelegen</strong>. Die denkmalgeschüzte Altstadt wurde jetzt weitgehend<br />
saniert. Die Baugebiete der 70er und 80er Jahre wurden<br />
durch Teilabrisse, Rückbau und Sanierung aufgewertet.<br />
Ab 1994 – <strong>Gardelegen</strong> verliert den Status einer Kreisstadt und<br />
gehört seitdem zum Altmarkkreis Salzwedel. Im Norden und<br />
Osten der Stadt wurden umfangreiche Gewerbe- und Industriegebiete<br />
erschlossen. Ein Gelenkwellenwerk, Betriebe der Autozulieferindustrie<br />
und ein modernes Glaswerk entstanden.<br />
2002 wurde genau 275 Jahre nach ihrer Zerstörung wieder eine<br />
Rolandfigur vor dem Rathaus aufgestellt.<br />
2011 – Mit der Gebietsreform gehören zur Stadt 48 Ortsteile, ca.<br />
24.000 Einwohner. <strong>Gardelegen</strong> ist somit die flächenmäßig drittgrößte<br />
Stadt Deutschlands.<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
Marienkirche<br />
Hospital St. Spiritus<br />
Wie war das mit der Hanse?<br />
Eine Urkunde vom 6. Januar 1359 nennt <strong>Gardelegen</strong><br />
erstmalig in Verbindung mit der Hanse.<br />
Das beweist, dass unsere Stadt, an wichtigen<br />
Fernhandelswegen gelegen, dem Städtebund<br />
angehörte.<br />
Gehandelt wurde mit Getreide, Leinwand, Böttcher-<br />
und Töpferwaren, aber auch mit dem hier<br />
angebauten Hopfen. Das Bier kam erst um die<br />
Mitte des 15. Jahrhunderts hinzu und verhalf der<br />
Stadt zu Reichtum.<br />
Als sich 1488 die Altmarkstädte weigerten, eine<br />
horrende Biersteuer an den Kurfürsten zu entrichten,<br />
kam es zu <strong>Auf</strong>ständen, die blutig niedergeschlagen<br />
wurden. Zu den kurfürstlichen Friedensbedingungen<br />
gehörte der Befehl, sich aus<br />
<strong>allen</strong> Städtebündnissen, so auch aus der Hanse,<br />
zurückzuziehen. <strong>Gardelegen</strong> fügte sich.<br />
Seit 1995 gehört die <strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong><br />
wieder zum „Hansebund der Neuzeit“ und seit<br />
1998 zum „Altmärkischen Hansebund“.<br />
Der grüne Ring um die Altstadt<br />
Die Wallanlagen <strong>Gardelegen</strong>s gehören zu<br />
den besterhaltenen Anlagen dieser Art in<br />
Deutschland und mit ihrer Parkanlage seit<br />
2000 zu dem landesweiten kulturtouristischen<br />
Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks<br />
in Sachsen-Anhalt“. Damit zählen sie zu den 43<br />
erhaltenswertesten Parks und Gärten im Land.<br />
Die heute vorhandenen Grünanlagen entstanden<br />
Anfang des 19. Jahrhunderts aus den<br />
Trümmern der ehemaligen Stadtbefestigung.<br />
Zunächst legte man Obstanlagen und Gemüsegärten<br />
an und verlegte die Friedhöfe der Nikolaikirche<br />
und Marienkirche auf den Wall – einige<br />
alte Grabsteine in der Anlage zeugen noch heute<br />
davon.<br />
Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Wallanlagen<br />
im Zuge städtebaulicher Erweiterungen mit<br />
einer doppelreihigen Lindenallee gestaltet.<br />
<strong>Auf</strong> einem ca. 2,3 km langen Rundweg kann man<br />
heute den wunderschönen grünen Ring um den<br />
denkmalgeschützten Altstadtkern erleben.
Wallanlagen und Salzwedeler Tor<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
„Lindendom“ im alten Zichtauer Gutspark<br />
„Im Wald und auf der Heide …<br />
… da such´ ich meine Freude“, dichtete einst der <strong>Gardelegen</strong>er<br />
Wilhelm Bornemann (1766-1851). Und er wusste,<br />
wovon er sprach.<br />
Im Nordosten erstreckt sich die Heidelandschaft an den<br />
Kellerbergen, deren Geschichte sich bis in die letzte Eiszeit<br />
nachvollziehen lässt. Fast das gesamte zwanzigste<br />
Jahrhundert hindurch wurde das Gebiet militärisch genutzt.<br />
Heute präsentiert sich die Landschaft an den Kellerbergen<br />
als Naherholungsgebiet mit seltener Flora und Fauna.<br />
Zahlreiche Formen von geschützten Pflanzen, mehr<br />
als 150 Insekten- und über 50 Vogelarten machen die<br />
Landschaft zu einem Refugium für Naturfreunde.<br />
Kloster Neuendorf, wenige Kilometer in östlicher Richtung<br />
zwischen Jävenitzer Moor und Kellerbergen gelegen,<br />
beherbergt einen Schatz besonderer Art: Das erstmals<br />
1232 urkundlich erwähnte Zisterzienser-Nonnenkloster<br />
gehörte einst zu den reichsten der Altmark. Die schlichte<br />
gotische Backsteinkirche mit dem niedrigen Kreuzgang,<br />
in dessen Mauern die Zeit stehen geblieben scheint, und<br />
Jagdschloss Letzlingen
einige kleine Klausurgebäude haben die Zeiten seit der<br />
<strong>Auf</strong>hebung des Klosters im Jahre 1579 überdauert.<br />
Schönster und wertvollster Schmuck der Kirche sind die<br />
kunstgeschichtlich bedeutsamen Buntglasfenster aus<br />
dem 14. und 15. Jahrhundert.<br />
Ein anderes seltenes landschaftliches Kleinod ist das südlich<br />
von Kloster Neuendorf inmitten von Kiefernwäldern<br />
gelegene Jävenitzer Moor. Das etwa 15 Hektar große Naturschutzgebiet<br />
wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein wenig<br />
erfolgreich zur Gewinnung von Torf als Heizmaterial<br />
genutzt.<br />
Südlich der Stadt steht man nach kurzem Fußmarsch<br />
– im Wald. Der „Lindenthaler Forst“ ist ein vielseitiges<br />
Naherholungsgebiet, Kneippianer schwören auf die<br />
Wassertretstelle, Naturfreunde auf die Vogelwiese, den<br />
Rhododendron am Hindenburgweiher, gut ausgebaute<br />
Wanderwege. Wer will, kann weiter bis nach Letzlingen<br />
wandern.<br />
Am Waldrand steht der Gedenkstein für Wilhelm Bornemann<br />
und schräg gegenüber kann man einen Blick auf<br />
die „Waldschnibbe“, einige Zeit Domizil des Humoristen<br />
Otto Reutter, werfen. Zu besichtigen ist die Villa nicht.<br />
Ein weiterer Tipp für Naturfreunde ist das Waldgebiet<br />
beim Forsthaus Kenzendorf, westlich der Straße nach<br />
Roxförde.<br />
Den Ortsteil Letzlingen, ca. 10 Kilometer südöstlich des<br />
Stadtkerns, erreicht man am bequemsten auf der B 71<br />
mit Pkw und Bus, oder per Rad auf der „Alten Letzlinger<br />
Landstraße“.<br />
Besondere Sehenswürdigkeit des kleinen Heideortes ist<br />
das malerisch gelegene Jagdschloss, dessen Ursprünge<br />
bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückgehen. Fortan<br />
war das Schloss aufs Engste mit der Geschichte des<br />
Hauses Hohenzollern verbunden. Der preußische König<br />
Friedrich Wilhelm IV. beauftragte den Schinkel-Schüler<br />
Friedrich August Stüler die verf<strong>allen</strong>e „Hirschburg“ im Tudorstil<br />
umzubauen.<br />
Stüler war es auch, der den Komplex um die schöne<br />
Kirche und die beiden Kavalierhäuser ergänzte. Seine<br />
eigentliche Bedeutung erlangte das Areal durch die Kaiserjagden,<br />
die zwischen 1843 und 1912 hier abgehalten<br />
wurden und sich besonders unter der Regentschaft<br />
der deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. großer<br />
Beliebtheit erfreuten. In Erinnerung daran findet heute<br />
noch alljährlich eine nachgestellte Kaiserjagd statt.<br />
Nachdem der Gebäudekomplex des Schlosses in den<br />
letzten Jahren Ende des vorigen Jahrhunderts aufwändig<br />
Kloster Neuendorf<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
Dorfkirche Mieste<br />
Gutspark Weteritz<br />
restauriert wurde, informiert hier eine attraktive Dauerausstellung<br />
über die bau- und kulturgeschichtliche Bedeutung<br />
des Schlosses.<br />
Seit 1935 befinden sich große Gebiete der Colbitz-Letzlinger<br />
Heide in militärischer Nutzung, zunächst durch die<br />
faschistische Wehrmacht, danach bis zu ihrem Abzug aus<br />
dem vereinigten Deutschland durch die Sowjet-Armee.<br />
Seit 1994 baute die Bundeswehr auf dem über 230 km²<br />
großen „Truppenübungsplatz Altmark“ ein hoch technisiertes<br />
Gefechtsübungszentrum mit der Zentrale in<br />
Letzlingen auf. Kampfhandlungen werden nun mit Laserstrahlen<br />
simuliert - es fällt heute kein Schuss mehr in<br />
der Heide.<br />
Wiepke, landschaftlich schön in <strong>Gardelegen</strong>s Nordwesten<br />
zwischen Zichtauer Bergen und Mildeniederung<br />
direkt an der Bundesstraße 71 gelegen, beherbergt das<br />
einzige <strong>Gardelegen</strong>er Objekt der Straße der Romanik. Die<br />
romanische Feldsteinkirche von 1180 ist das mit Abstand<br />
älteste Bauwerk des Ortes und wurde in jüngster Zeit aufwändig<br />
restauriert.<br />
Am Ortsrand befindet sich die schon 1472 erwähnte und<br />
durch Bürgerfleiß wieder in Funktion gesetzte Reichwaldsche<br />
Wassermühle – eine Erinnerung an jene Zeit, als die<br />
Region um <strong>Gardelegen</strong> eine wahre Mühlenlandschaft<br />
war. Jährlich findet am 2. Pfingsttag das Mühlenfest statt.<br />
Ein Eldorado für Naturfreunde sind die Zichtauer Berge<br />
im nördlichen Teil der Stadt zwischen Zichtau, Wiepke,<br />
Estedt, Breitenfeld und Schwiesau. Mischwälder, Wiesen<br />
und Heideland wechseln einander ab. Naturdenkmale,<br />
wie die Moorlandschaft „Elf Quellen“ bei Wiepke, die<br />
„Himmel und Hölle“ genannte Endmoränenkuppe nordöstlich<br />
von Zichtau, der „Lindendom“ im alten Zichtauer<br />
Gutspark, die riesige „Ferchel-Eiche“ oder die gewaltigen<br />
Findlinge bei Zichtau, sind hier anzutreffen.<br />
Im kleinen Ort Zichtau entsteht gegenwärtig aus den Ruinen<br />
des ehemaligen Gutshofes und Gutsparks eine „Stiftung<br />
Zukunft Altmark“ mit einem Tagungungszentrum,<br />
der Gartenakademie Sachsen-Anhalt und einem Hotel.<br />
In Richtung Wolfsburg, passiert man nach wenigen Kilometern<br />
den Ortsteil Weteritz. Hier liegt fast verwunschen<br />
der Gutspark Weteritz. Im 19. Jahrhundert wurde der Park<br />
angelegt und lässt die Spuren von keinem Geringeren<br />
als dem genialen Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné<br />
erkennen. Seltene Gehölze, artesische Brunnen, romantische<br />
Sichtachsen zum alten Herrenhaus und lauschige<br />
Winkel laden in jeder Jahreszeit ein, die Seele baumeln<br />
zu lassen.
Weiter in Richtung Westen beginnt bei dem <strong>Gardelegen</strong>er<br />
Ortsteil Mieste der Naturpark Drömling, ein über<br />
270 km² großes Niedermoorgebiet – ein bedeutender<br />
Lebensraum für Weißstorch, Bieber und Fischotter, sowie<br />
jährlicher Rastplatz für tausende Kraniche und nordische<br />
Gänse.<br />
Gehen Sie nur mit offenen Augen durch die vielen <strong>Gardelegen</strong>er<br />
Ortsteile oder fahren Sie mit dem Rad durch die<br />
herrliche Landschaft!<br />
Drei Radfahrwege führen Sie quer durch die Altmark,<br />
durch schöne Naturlandschaften und idyllische Dörfer<br />
und entlang vieler Sehenswürdigkeiten:<br />
1. Eine kleinere Tagestour rings um die Stadt <strong>Gardelegen</strong><br />
kann man zu Fuß oder per Rad auf dem Heiderundweg<br />
machen - 16 km.<br />
2. <strong>Auf</strong> der Milde-Biese-Tour fährt man von Letzlingen,<br />
über <strong>Gardelegen</strong> bis zum Luftkurort Arendsee – ca. 75 km.<br />
3. Der Altmarkrundkurs - ein Radfernweg, der auf 460 km<br />
Länge durch die Altmark und Teile des Landkreises Jerichower<br />
Land führt.<br />
Kloster Neuendorf<br />
Romanische Feldsteinkirche Wiepke<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
„Und die Feste feste feiern …“<br />
Alljährlich findet im August das Hansefest<br />
statt. Im alten Stadtkern dominiert<br />
ein Wochenende lang das<br />
Mittelalter mit allem, was dazu gehört,<br />
und erinnert an die hansischen<br />
Traditionen unserer Stadt. Längst hat<br />
es den Rang des <strong>Gardelegen</strong>er Stadtfestes<br />
eingenommen.<br />
Etwas kleiner, aber nicht weniger beliebt,<br />
ist das Reutterfest, bei dem der<br />
berühmteste Sohn der Stadt gefeiert<br />
wird. Kaum ein Reutter-Interpret<br />
von Rang, der zu diesem Anlass nicht<br />
mindestens einmal in der Geburtsstadt<br />
seines großen Vorbildes aufgetreten<br />
ist.<br />
Erwähnenswert ist auch das Heideblütenfest<br />
an den nordöstlich der<br />
Innenstadt gelegenen Kellerbergen,<br />
bei dem der Besucher neben kulinarischen<br />
Genüssen die Natur genießen<br />
und ländliches Brauchtum erleben<br />
kann.<br />
Zahlreich sind die Feste, mit denen<br />
sich die ortsansässigen Vereine in der<br />
Öffentlichkeit präsentieren – Schützenfeste<br />
und Reiterbälle gehören<br />
ebenso dazu wie der Fasching des<br />
Männerchors „Eintracht“.<br />
Schließlich hat sich in jüngster Zeit das<br />
am Pfingstwochenende von einem<br />
<strong>Gardelegen</strong>er Forellenzuchtbetrieb<br />
veranstaltete Fischerfest sowie das<br />
historische Handwerk und Brauchtum<br />
präsentierende Mühlenfest in<br />
Wiepke zum echten Geheimtipp<br />
weit über die Grenzen unserer Stadt<br />
hinaus entwickelt.<br />
Seit sich die Stadtgrenzen erweitert<br />
haben, ist die Palette der Feste und<br />
Feiern bunter geworden. Jahrhundertealtes<br />
in den Ortsteilen gepflegtes<br />
Brauchtum, wie das Kränzchenreiten,<br />
das Osterfeuer, das Fasslom, das<br />
Hunnebrösseln oder die Bärenleite,<br />
ist eine Bereicherung und ein Gewinn<br />
für <strong>Gardelegen</strong>.<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
Reutter-Grabmal<br />
auf dem städtischen Friedhof<br />
Reutter-Statue<br />
in der Fußgängerzone<br />
Otto Reutter um 1900<br />
Die großen Söhne unserer Stadt<br />
Natürlich kamen auch in <strong>Gardelegen</strong> immer nur kleine<br />
Kinder auf die Welt, aber aus einigen von ihnen wurden<br />
die so genannten großen Söhne. Die Namen werden<br />
Ihnen kaum etwas sagen, aber in ihrer Zeit wurden sie,<br />
jeder auf seine Weise, zu Botschaftern unserer Stadt …<br />
Bartholomaeus Rieseberg (1492-1566)<br />
Der Schüler Luthers führte 1539 in der Altmark die Reformation<br />
ein. Leider gehörte er im Jahre 1566 zu den mehr als<br />
2000 Pestopfern, die <strong>Gardelegen</strong> zu beklagen hatte. In der<br />
St. Marienkirche, die auch das einzige existierende Bildnis<br />
von ihm beherbergt, wurde Rieseberg beerdigt.<br />
Christoph August Tiedge (1752-1841)<br />
Dem heute vergessenen Lyriker gelang 1801 mit seinem<br />
Lehrgedicht „Urania“ ein ganz großer Wurf, der ihn mit<br />
einem Schlage in die erste Reihe der großen Dichter seiner<br />
Zeit katapultierte.<br />
Sein Geburtshaus, die alte Lateinschule und damalige Knaben-Volksschule<br />
am Holzmarkt, in der sein Vater Rektor war,<br />
trägt über dem schönen Sandsteinportal noch eine uralte<br />
Gedenktafel, die an Tiedge erinnert.<br />
Wilhelm Bornemann (1766-1851)<br />
Bei Kennern gilt Bornemann als einer der bedeutendsten<br />
plattdeutschen Dichter. Fast jeder kennt seinen Liedtext „Im<br />
Wald und auf der Heide“.<br />
In <strong>Gardelegen</strong> erinnern an ihn sowohl eine Gedenktafel an<br />
seinem Geburtshaus in der Sandstraße als auch der Bornemannstein<br />
am Rande des Lindenthaler Forstes.<br />
Ludolf Parisius (1827-1900)<br />
Er war Kreisrichter in <strong>Gardelegen</strong> von 1858 bis 1864. Sein<br />
ganzes Leben hindurch setzte er sich für die Sache der Demokratie,<br />
für Fortschritt und Freisinn ein – als Abgeordneter<br />
des Preußischen Landtages, als Mitglied des Preußischen<br />
Abgeordnetenhauses und als Reichstagsabgeordneter. Sein<br />
Herz aber gehörte immer der altmärkischen Heimat. Noch<br />
zu Lebzeiten erschien das legendäre Werk „Bilder aus der<br />
Altmark“.<br />
Richard und Helmut Sonnenfeldt<br />
Die beiden Söhne der angesehenen jüdischen <strong>Gardelegen</strong>er<br />
Arztfamilie, emigrierten bereits als Kinder in die USA,<br />
wo beide auf dem weiten Feld der Politik kurzzeitig Karriere<br />
machten – Richard Sonnenfeldt, geboren 1923, war während<br />
der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse 1946 nicht
nur der jüngste, sondern auch der wichtigste aller Dolmetscher.<br />
Helmut Sonnenfeldt, geboren 1926, avancierte in den siebziger<br />
Jahren zum einflussreichen Berater mehrerer US-amerikanischer<br />
Präsidenten.<br />
Und was ist mit „großen Töchtern“?<br />
In den frühen fünfziger Jahren fegte Christa Stubnick-Seliger,<br />
(geb. 1933) vom Gardeleger Holzmarkt auf den schnellsten<br />
Beinen Europas über die Aschenbahnen. Ihre größten Erfolge<br />
feierte sie bei den XVI. Olympischen Spielen 1956 in Melbourne<br />
mit dem Gewinn der Silbermedaillen übe 100 und 200 m.<br />
Einen haben wir noch …<br />
Otto Reutter (24. April 1870 - 3. März 1931)<br />
Er ist der mit weitem Abstand berühmteste <strong>Gardelegen</strong>er.<br />
In der Sandstraße 10 als Otto Pfützenreuter geboren, genoss<br />
er zwischen 1896 und 1930 den Ruf des besten – und bestbezahlten<br />
– deutschen Salonhumoristen. <strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> deutsch-<br />
sprachigen Varietébühnen, <strong>allen</strong> voran natürlich dem Berliner<br />
„Wintergarten“, war der kleine Dicke mit dem schlecht sitzenden<br />
Frack und den blitzenden Augen zu Hause. Aus seiner<br />
Feder stammen mehr als 1500 Couplets, von denen viele<br />
bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Seine<br />
Platten waren Verkaufsschlager, die Noten seiner Lieder erreichten<br />
Millionenauflagen. Auch der Rundfunk und der noch<br />
in den Kinderschuhen steckende Tonfilm bemächtigten sich<br />
seiner. Mitten in der künstlerischen Arbeit verstarb der große<br />
Sorgenbrecher, Genießer und Lebemann während einer Tournee<br />
in Düsseldorf. Seinem Wunsch entsprechend, wurde er in<br />
<strong>Gardelegen</strong> beigesetzt.<br />
Die Erinnerungen an Otto Reutter in <strong>Gardelegen</strong> sind vielfältig:<br />
Da ist die Gedenktafel am Nachfolgebau des längst abgerissenen<br />
Geburtshauses.<br />
Da ist das schöne Grabmal auf dem Städtischen Friedhof.<br />
Da ist sein leider nicht zugängliches Domizil „Waldschnibbe“<br />
am Rande der Alten Letzlinger Landstraße.<br />
Da gibt es auf dem Holzmarkt einen kleinen Otto-Reutter-<br />
Brunnen. Und da spaziert er rund um die Uhr „in bronzener<br />
Gestalt“ als Denkmal von Heinrich Apel – mitten unter „seinen<br />
<strong>Gardelegen</strong>ern“, denen er sich mal mehr, mal weniger, aber<br />
immer irgendwie verbunden fühlte.<br />
Einige der bekanntesten Couplets: „In 50 Jahren ist alles vorbei“,<br />
„Der Blusenkauf“, „Der Überzieher“.<br />
Reutter-Imitator Manfred Brandt<br />
<strong>Auf</strong> <strong>allen</strong> <strong>Wegen</strong> ...<br />
<strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>
Herzlich willkommen<br />
in der <strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>!<br />
Unser touristisches Angebot für Sie:<br />
• Stadtführungen (auch für Kinder); barrierefrei<br />
ca. 1,5 Std. oder nach Ihren Wünschen<br />
• Wallführungen, ca. 1,5 Std. oder kombiniert mit der Stadtführung<br />
• Kirchenführungen<br />
• Besteigung des Rathausturmes (max. 10 Personen gleichzeitig)<br />
• Führungen auf der Mahn- und Gedenkstätte<br />
• (Rad-) Wanderungen und Kremserfahrten,<br />
mit oder ohne fachliche Begleitung<br />
• Buchungen von Übernachtungen in Hotels, Pensionen und<br />
Ferienwohnungen in <strong>Gardelegen</strong> und Umgebung<br />
• Gestaltung von Tagesprogrammen, Organisation von Klassenfahrten<br />
• Kartenvorverkauf für Kulturveranstaltungen deutschlandweit<br />
• Souvenirshop<br />
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />
Tourist-Information <strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong><br />
Rathausplatz 1, 39638 <strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong><br />
Telefon: +49 (0) 3907 42266, Telefax: +49 (0) 3907 7564<br />
gardelegeninfo@freenet.de, www.gardelegen.info<br />
Türme, Tore, stolze Bürger – Der Altmärkische Hansebund<br />
Prächtige Rathäuser, reich ausgestattete Kirchen, imposante Backsteintore,<br />
malerische Fachwerkhäuser, aber auch Hospitäler legen heute noch<br />
Zeugnis ab von der großen Blütezeit der altmärkischen Hansestädte.<br />
Sie künden von einer Zeit, die Wohlstand und Ansehen gebracht hat,<br />
einer Zeit, in der die Bürger selbstbewusst die Macht übernommen und<br />
die städtische Gemeinschaft gestärkt haben. Kommen Sie mit auf eine<br />
Entdeckungsreise in Geschichte und Gegenwart der „olden Mark“.<br />
Entdecken Sie eine Region mit Tradition!<br />
19 x 27 cm, 136 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-00-024392-9, 13,90 EUR<br />
Im Buchhandel und in den Touristinformationen der Altmark erhältlich!<br />
Der Kalender „Die Altmark – einfach schön"<br />
15 Kalenderblätter, deutsch | englisch, Format: 28,0 x 29,7 cm, Preis: 7,90 €<br />
Im Buchhandel und Tourist-Infos der Altmark erhältlich!<br />
AWA Stendal, Tel. 03931 213106, www.awa-stendal.de<br />
www.awa-stendal.de<br />
www.gute-altmark.de<br />
IMPRESSUM<br />
Herausgeber: 39638 <strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong>, Rudolf-Breitscheid-Str. 3,<br />
Tel.: +49 (0) 3907 7 16-0, eMail: info@gardelegen.info, www.gardelegen.info<br />
Gestaltung: AWA Stendal - Marketing|Werbung|Verlag, Weberstr. 47, 39576 <strong>Hansestadt</strong> Stendal<br />
Tel.: +49 (0) 3931 213106, info@awa-stendal.de, www.awa-stendal.de<br />
Karte: Tourismusverband Altmark e.V., www.altmarktourismus.de<br />
Text: Rupert Kaiser und Touristinformation <strong>Hansestadt</strong> <strong>Gardelegen</strong><br />
Fotos: Frank Mühlenberg, Bernd Wolterstorff, Volksstimme/Donald Lyko, Helmut Friedrich,<br />
Milan-Foto