Download - WillisWelt

williswelt.ch

Download - WillisWelt

Nr. 7 sommer 2003

Informationsblatt über Hanf, Hanfprodukte und Hanfkultur

CHF 5.– Edition d

www.hemptimes.ch

Steter Tropfen höhlt den Stein

(K)Ein Joint mit…

Richard Müller

hemp history:

Henry’s Hanfauto

hanf szene:

Gegen die Willkür


Thurella AG

Bucherstrasse 2

9322 Egnach

Tel. 071 474 78 78

Fax 071 474 79 24

www.thurella.ch


Ordnung muss her!

hemp news

Schweiz: Nationalratsdebatte

erneut verschoben 4

Ausland: Ed Rosenthal wieder

auf freiem Fuss 6

comics

Neulich im Hanfbüro: Das Comic

über und mit der Schweizer

Hanfszene 11

legalize it

Neues aus der CSC/SHK:

Pressekonferenz in Bern 12

(K)Ein Joint mit… Richard Müller,

Direktor SFA/ISPA 14

hemp history

Henry’s Hanfauto: Was nicht

im Geschichtsbuch steht 18

growing

Bekämpfung von Schädlingen:

Nützlinge oder Chemiekeule? 20

hemp game

Titelbild: SHT

Das Kreuzworträtsel: Sorgt stets

legal für rauchende Köpfe 25

der report

Zu Besuch bei Canna-Pops: Auf

der Suche nach der feinen Dosis

Hanfaroma 28

cannaisseurs

Verbote wider die Vernunft:

Über die Essenz des Lebens 30

hanf szene

Gegen die Willkür: Die Hanfaktivisten

machen mobil 33

Aufsteller & Ablöscher; Aus der

Luft gegriffen; Die lustige Hanfmontage

37

spirits of nature

Die vollkommene Welt: Teil 13

der besinnlich-spirituellen

Geschichte 39

hanf inteam

Interviews mit MitarbeiterInnen

aus Betrieben der Schweizer

Hanfbranche 40

dr. hanf

Lotti’s Briefkasten: Erfahrungen

und Ansichten zu Hanf als

Heilmittel; Hilferuf 43

culinarium

Bier: Droge oder Genussmittel?

Die Geschichte und Verwendung

des Bieres; Rezept 45

hemp events

Highlife: Rückschau

Cannabusiness: Vorschau;

Events-Agenda 47/49

die letzte

Swiss Hemp Times: In eigener

Sache; Impressum 50

Auch wenn viele es geahnt hatten, so

war es doch enttäuschend. Die Verschiebung

der Cannabis-Debatte

zieht sich mittlerweile durch fast

sämtliche bisherigen Ausgaben der

«Swiss Hemp Times». Wie doch die

Zeit vergeht! Unterdessen hat sich

einiges getan. X Hanf-Läden und

-Gärtnereien sind heute zerschlagen

oder stehen vor dem Ruin, besonders

arg hat es jüngst die Branche

im Tessin getroffen. Die sinnlose Repression

vergrault zunehmend all die

idealistischen Menschen, die Jahre

und Jahrzehnte in das grüngezackte

Kraut gesteckt haben. Ihren Platz

nehmen skrupellose Elemente aus

der organisierten Kriminalität ein –

Fertig Jesussandalen und Wollpulli!

Seit dem Beginn des Hanf-Boomes

Anfang der 90er Jahre lebt die Hanfbranche

in einer juristischen Grauzone.

Der politische Prozess um die

Hanfregulierung, welche die Tolerierung

eines ordentlichen Hanfmarktes

vorsieht, war noch nie so nahe

wie in den letzten zwei Jahren. Aber

zeitgleich droht die Branche unter

den Parallelschlägen von Justiz und

Mafia, die sich bisweilen ein Wettrennen

um die Einnahmen der Hanfshops

zu liefern scheinen, langsam

aber sicher auszusterben. Es muss

endlich Ordnung her! Es darf doch

nicht sein, dass ein Hanfladen nicht

mehr den Mut hat, wegen eines tätlichen

Raubüberfalles die Polizei zu

rufen, weil diese dann gleich eine

Razzia und ein Verfahren eröffnet!

Vielleicht bringt der jüngste politische

Vorstoss der SP-Nationalrätin

Ursula Wyss eine Verschnaufpause?

Es wäre bitter nötig.

Nun wünsche ich euch viel Spass mit

der Ausgabe Nr. 7 der «SHT» und

weiterhin einen schönen, heissen

Jahrhundertsommer!

Willi Blaser, Chefredaktor

hanfitorial

sommer 2003

swiss hemp times

3


hemp news

April

Berner Petition

eingereicht

News Schweiz & Welt

Mai

«MTW» berichtet

über THC

Hanfarchiv/Redaktion

Die hanfigen Nachrichten der vergangenen drei Monate schweiz- und weltweit.

Im Internet sind die News unter www.hemptimes.ch und www.hanfarchiv.ch zu finden.

Angst davor, dass die von ihnen erhobenen

Daten der Justiz zugänglich

gemacht und zu einer Strafuntersuchung

führen könnten.

swiss hemp times

sommer 2003

Am 25. April wurde in Bern die

«Petition der Vernunft – für einen

friedlichen Umgang mit Hanf» bei

der Bundeskanzlei eingereicht. Die

Petition, welche sich prioritär an die

Berner Behörden richtet, wurde von

über 12'600 Personen aus dem

Grossraum Bern unterzeichnet.

Symbolisch zur herrschenden Repression

waren die VertreterInnen

der schweizer hanf koordination

CSC/SHK und der Interessengemeinschaft

Hanfläden Stadt Bern

IGHSB in klassisch gestreiften Sträflingskleidern

angetreten. Einen

Bericht hierzu in der «hanf szene»

ab Seite 33.

Sträflinge übergeben die «Petition der

Vernunft»

Die Sendung «Menschen Technik

Wissenschaft» des Schweizer Fernsehens

DRS berichtete am 8. Mai

über die neuesten Entwicklungen in

Sachen Hanf. In der Sendung nahm

Professor Rudolf Brenneisen von

der Universität Bern Stellung zu

den positiven und negativen Aspekten

des THC, ebenso stellte er seine

laufende Cannabisstudie im Auftrag

des Bundesamtes für Gesundheit

BAG vor, die er als «chemische Inventarisierung»

des Schweizer Hanfes

bezeichnete. Es wird untersucht,

ob es Zusammenhänge mit der Herkunft

der Pflanze und deren Inhaltsstoffen

gibt. Nicht zuletzt dient dieser

«genetische Fingerabdruck» des

hiesigen Hanfes auch dazu, den Behörden

die Möglichkeit zu geben,

nach der Hanf-Regulierung zwischen

hiesig gewachsenen (tolerierten)

und aus dem Ausland importierten

(verbotenen) Cannabispflanzen

zu unterscheiden. Auch

Hanf-Unternehmerin Lotti Loosli

aus dem Berner Oberland kam zu

Wort. «Dass eine solche Studie

durchgeführt werden kann und sogar

ein Bundesamt dahinter steht,

finde ich gut. Es ist doch sehr fortschrittlich

für die Schweiz.» Die

Hanfaktivistin der ersten Stunde ist

eine von vielen, die «Dr. Hanf» – so

wird Professor Brenneisen bisweilen

bereits bezeichnet – mit Forschungsmaterial

eindeckt. Die momentane

Rechtslage macht dem

Forscher allerdings seine Arbeit

nicht gerade leichter. «Die Produzenten,

sind es nun «Outdoor»-Bauern

oder «Indoor»-Pflanzer, haben

Professor Rudolf Brenneisen von der

Universität Bern

Mai

Hardliner beschliessen

«Nulltoleranz»

Das kompromisslose Vorgehen der

Tessiner Behörden gegen Hanfanbauer

und -ladenbesitzer soll in der

ganzen Schweiz «Schule machen».

Dies beschlossen am 12. Mai in Bellinzona

Staatsanwälte, Richter und

Polizisten aus insgesamt zehn Kantonen.

Den Behörden sind nicht so

sehr die Kiffer, sondern vielmehr

die Hanfproduzenten ein Dorn im

Auge. «Wir sind besorgt über die

Geschwindigkeit, mit der sich der

Hanfanbau in der ganzen Schweiz

verbreitet», sagte der Tessiner

Staatsanwalt Antonio Perugini, Leiter

der berüchtigten und umstrittenen

«Aktion Indoor», an der Medienkonferenz.

Im Tessin sei deswegen

der gesamte Agrarsektor in

Gefahr. Um das Phänomen einzudämmen,

haben die Tessiner Behörden

in den vergangenen Wochen

insgesamt 13 Razzien durchgeführt.

Vertreter der Kantone Aargau, Basel-Stadt,

Bern, Freiburg, Graubün-

4


den, Waadt, Wallis, Schwyz, Tessin

und Zürich einigten sich nun auf

eine gemeinsame «Nulltoleranz»-

Strategie. Die Politiker werden zudem

aufgefordert, das Thema nicht

zu banalisieren. Angesichts der Tatsache,

dass zum Zeitpunkt dieses

Treffens allgemein die Hanf-Debatte

im Nationalrat erwartet wurde,

grenzt die eigenmächtige und kompromisslose

Haltung der in Bellinzona

anwesenden Hardliner an

blanke Ignoranz. Obwohl dieses

Treffen auch als «letztes Aufbäumen»

einer Minderheit von Ewiggestrigen

– immerhin sandten nur

10 von 26 Kantonen einen Verteter

– gewertet werden darf, hat dies

doch in der Praxis gravierende und

negative Konsequenzen:

Werden sämtliche offziellen Hanfanbaubetriebe

zerschlagen sein,

geht die Hanfproduktion definitiv

an die organisierte Kriminalität

oder sonstige Bonzen über, die

durch ihre Verflechtungen zu Behörden

und Parteien geschützt sind

(siehe Meldung «Rundschau»).

Juni

«Rundschau» über die

Tessiner Hexenjagd

In der DRS-Sendung «Rundschau»

vom 11. Juni wurde dokumentiert,

welche Unverhältnismässigkeiten

sich derzeit die Justiz im Umgang

mit der Hanfbranche leistet. So kam

auch die Freundin eines Tessiner

Hanfladenbesitzers zu Wort, welche

hochschwanger rund sieben Wochen

in Untersuchungshaft hatte sitzen

müssen und erst wenige Tage

vor der Geburt freigelassen wurde.

Und dies, obwohl sie und ihr Mann

seit 1998 einen Hanfladen ohne Probleme

mit der nahen Polizei führten

und im Ort allen bekannt waren.

Die beiden sassen anderthalb Monate

im selben Gefängnis; die Zellen

rund 50 Meter Luftlinie entfernt,

durften sich jedoch nicht sehen.

Der Bericht zeigte deutlich die

anhaltende Willkür und deren seltsame

Blüten.Als Beispiel wurde der

Fraktionschef der CVP aus Bellinzona

erwähnt, der im Handelsregister

als Verantwortlicher einer riesi-

hemp news

swiss hemp times

sommer 2003

5


Die deutsche Arzneimittel- und Chemiegruppe

Bayer AG erklärte am 21.

Mai, sie habe mit GW Pharmaceuticals

eine Vereinbarung zur Vermarktung

eines Schmerz- und Multiple-

Sklerose-Medikamentes auf Cannabisbasis

getroffen. Bayer erklärte in

einer Stellungnahme, sie habe die Exklusivrechte

für die Vermarktung des

Präparates in Großbritannien erworben

sowie für eine begrenzte Zeit die

Option, über Rechte in der Europäischen

Union und Kanada zu verhanhemp

news

gen und ebenfalls «gerazzten» Hanfzuchtanlage

verzeichnet ist, aber bisher

nie belangt wurde. Obwohl dieser

im Handelsregister nach wie vor

als «amministratore unico» der Firma

fungiert, also als alleiniger Verwaltungsrat

mit Einzelunterschrift,

will er keine Ahnung gehabt haben.

Als die Firma gegründet worden sei,

habe es keine Anzeichen auf illegale

Tätigkeiten gegeben, und was die

Firma danach produzierte, habe er

«im Detail nicht wissen können»,

sagte der Parlamentarier in der

«Rundschau». Interview wollte er

aber keines geben, weshalb die

«Rundschau» den zuständigen

Staatsanwalt anfragte, ob es überhaupt

vertretbar sei, dass ein alleiniger

Verwaltungsrat «von Nichts»

wisse. Antonio Perugini: «Auf diese

Frage, die ich sehr gut verstehe und

die legitim ist, kann ich keine Antwort

geben. Die laufende Untersuchung

wird ergeben, ob es eine strafrechtliche

Verantwortlichkeit gibt

oder nicht.» Der fragliche CVP-Politiker

jedenfalls war nie in Haft.

vision hatte Erfolg: Die Verschiebung

der Debatte in die Herbstsession,

damit man die Revision für

Wahlkampfpropaganda missbrauchen

kann, und eine fundierte und

seriöse Auseinandersetzung mit der

Problematik verunmöglicht wird.

Die heutige unbefriedende Rechtslage

wird somit noch länger andauern,

mit all ihren negativen Folgeerscheinungen:

Wiedergeburt des

Schwarzmarktes, politischer Missbrauch

des Strafrechts, Kriminalität,

usw.» Wenige Tage vor der erwarteten

Debatte hatte die SHK ausserdem

eine Pressekonferenz abgehalten,

an der über die repressive «Hexenjagd»

und die damit verbundenen

Konsequenzen aufmerksam

gemacht wurde. Mehr dazu unter

«legalize it» ab Seite 12.

Mai

Grossbritannien:

Cannabis vom

Chemiemulti?

Juni

Nationalrat

kneift erneut

swiss hemp times

sommer 2003

Am 16. Juni wurde bestätigt, dass

der Nationalrat die Debatte um die

«Hanffrage» erneut verschoben hat.

Die schweizer hanf koordination

CSC/SHK als Vertreterin der hiesigen

Hanfbranche protestierte auch

prompt per Pressemitteilung. Man

sei von der erneuten Verschiebung

des Nationalratsentscheides bezüglich

der Revision des Betäubungsmittelgesetzes

sehr enttäuscht. «Die

Taktik der Demagogie und der

Angstmacherei der Gegner der Re-

6


deln. Die Vereinigten Staaten sind

allerdings nicht Teil des Vertrages

und eine Lancierung auf den weltgrößten

pharmazeutischen Markt

wird noch mindestens zwei oder drei

Jahre dauern. Das Unternehmen erklärte,

es habe GW bei Vertragsunterzeichnung

einen Geldbetrag

gezahlt und werde später weitere

Zahlungen in einer Gesamthöhe von

25 Millionen Pfund (35 Millionen

Euro) leisten, wenn eine arzneimittelrechtliche

Zulassung für die Behandlung

der Multiplen Sklerose,

neuropathischen Schmerzen und

Krebsschmerzen in Großbritannien

erfolgt sei.

GW werde das Produkt, das in den

Mund gesprüht wird, unterstützen

und einen Teil der Gewinne erhalten.

Bayer will das Medikament unter

dem Namen Sativex vermarkten. GW

hatte das Präparat im März zur Genehmigung

durch die zuständige Behörde

(Medicines Control Agency)

eingereicht. Eine Zulassung werde

wahrscheinlich am Jahresende erfolgen,

erklärte ein Sprecher von GW.

Anmerkung der Redaktion:

Während also die «kleinen Leute» für

den Besitz der Naturpflanze teilweise

drakonisch gebüsst werden, fahren

die Grosskonzerne mit teuren Medikamenten

«auf Cannabisbasis» neuen

Gewinnen entgegen. Ungeachtet dessen,

dass viele kompetente Mediziner

und Wissenschaftler an der therapeutischen

Wirksamkeit der synthetischen

Hanferzeugnisse zweifeln, werden

sich wohl die Krankenkassen

schon die Finger reiben. Auch wenn’s

nichts bringt und nur viel kostet: Es

heisst ja «Kranken»kasse, und nicht

«Gesunden»kasse...

Quelle: IACM-News; Reuters

Juni

USA:

Ed Rosenthal

wieder frei

Ed Rosenthal sah sich nach seinem

Schuldspruch im Januar mit einer

möglichen Strafe von 100 Jahren Gefängnis

und einer möglichen Geldstrafe

von 4,5 Millionen Dollar konfrontiert

(Crazy USA... !). Die

Bundesbehörden hatten den 58jährigen

Rosenthal im letzten Jahr wegen

des Anbaus von mehr als 100 Cannabispflanzen,

die unter dem Schutz

der medizinischen Marihuana-Verordnung

der Stadt Oakland (Kalifornien)

zu medizinischen Zwecken

verkauft werden sollten, verhaftet.

Rosenthals Unterstützer lobten das

Urteil. Einer von Rosenthals Anwälten,

Robert V. Eye, erklärte, der Umgang

des Richters mit der Verurteilung

sei eine Mahnung, dass «Gerechtigkeit

möglich ist».

Der Richter, Charles R. Breyer vom

Bundesdistriktgericht, hatte es in der

Erstverhandlung am 31.1.03 (siehe

SHT Nr. 6) nicht zugelassen, dass

Rosenthal den medizinischen Zweck

seines Cannabisanbaus als Verteidigung

vorbringen durfte, was einige

Geschworene später zu der Beschwerde

veranlasste, dass sie vom

Gericht in die Irre geführt worden

seien. «Wenn die Geschworenen das

gehört hätten», erklärte ein anderer

Anwalt von Rosenthal, Dennis P.

Riordan, «so hätten sie entscheiden

können, dass Ed nach gutem Glauben

gehandelt hatte und ihn freisprechen

können». Er erklärte, gegen das

Urteil Berufung einlegen zu wollen.

Nach der Verurteilung im Januar

verlangten einige Geschworene eine

neue Verhandlung, und als sie damit

scheiterten, schrieben sie einen Brief

an Richter Breyer, in dem sie auf

Milde drängten. Bei einer Anhörung

am 4. Juni sagte Richter Breyer, es

sei vernünftig anzunehmen, dass

Herr Rosenthal geglaubt hatte, legal

zu handeln.

Deshalb wurde am 4. Juni erneut vor

Gericht verhandelt und der Bundesrichter

verurteilte Rosenthal neu zu

einem Tag Gefängnis und einer

Geldstrafe von 1’000 US-Dollar –

die nachsichtigste Strafe, die gesetzlich

erlaubt ist. Obwohl es eine allgemeine

Übereinstimmung gab, dass

das Urteil nicht auf einen rechtlichen

Durchbruch für die Unterstützer von

medizinischem Marihuana hinauslaufen

wird, so sagten doch einige

voraus, dass es die Bewegung ermutigen

werde, den Bundesdrogengesetzen

den Kampf anzusagen. Und Andrea

Barthwell, stellvertretende Direktorin

des Büros für die Nationale

Drogenkontrollpolitik des Weissen

Hauses erklärte, dass sie «sehr besorgt»

sei, dass das Urteil «das falsche

Signal senden werde».

Quelle: IACM-News (Internationale

Arbeitsgemeinschaft Cannabis als

Medizin e. V.); Foto: Associated Press

Hanf-«Guru» Ed Rosenthal ist wieder frei

hemp news

sommer 2003

swiss hemp times

7


Die «SWISS HEMP TIMES» im Briefkasten?

Abonnement CHF 20.–/Jahr (4 Ausgaben)

Gönnerschaft CHF 50.–/Jahr (4 Ausgaben & mehr)

Infos und News unter: www.hemptimes.ch


Neulich im Hanfbüro…

Ivan Artucovich

Mai 2003…

Seit Ex-Polizeidirektor Kurt

Wasserfallen nur noch über

die Sanität und die Feuerwehr

gebieten darf, hat sich vieles

verändert…

Yep…

comics

Auch die Razzien gegen

Hanfläden gehen jetzt ganz

anders ab…

Hände hoch

oder es spritzt!

sommer 2003

© 2003 Bild – Ivan Artucovich / Story – Willi Blaser

swiss hemp times

11


legalize it

swiss hemp times

sommer 2003

12

Neues aus der CSC/SHK

Mitte Juni lud die schweizer hanf koordination zu einer Pressekonferenz im Berner Kornhaus ein.

Grund für den Medienanlass war einerseits die anstehende Session des Nationalrates, andererseits

die anhaltende Represssion gegen die Hanfbranche. Die CSC/SHK machte vor allem auf die

unverhältnismässige «Hexenjagd» aufmerksam, die momentan von der Justiz praktiziert wird.

Pressekonferenz in Bern

Während die Experten sich einig

sind, dass eine vernünftige Regulierung

der Hanfbranche gemäss den

Vorschlägen der schweizer hanf

koordination CSC/SHK den Jugendschutz

stärken würde, scheint es, dass

die kantonalen Justizbehörden ihre

Repression vor allem gegen die Mitglieder

des Branchenverbands richten.

Die Folge sei fatalerweise eine

erneute Stärkung des Schwarzmarktes,

berichtete die SHK an ihrer Pressekonferenz.

Dennoch sei die Zustimmung des

Parlaments zur Entkriminalisierung

des Hanfkonsums längst nicht mehr

so sicher, wie es noch vor kurzem

schien. Die Wiederwahl im Oktober

scheine für einige Politikerinnen und

Politiker Vorrang vor dem Jugendschutz

und der Schaffung von

Arbeitsplätzen zu haben. Die CSC/

SHK beklagt aber auch eine Zunahme

des Schwarzmarktes und der

Kriminalität in ihrem Umfeld. Seit

Monaten richteten die kantonalen

Behörden ihre Repressionsmassnahmen

primär gegen Mitglieder des

Branchenverbands, obwohl dessen

Mitglieder bereits schon so wirtschafteten,

wie im Gesetzesentwurf vorgeschlagen

wird, und obwohl sie mit

den Behörden eng zusammenarbeiteten.

Dieses kontraproduktive und

willkürliche Vorgehen der Justiz gegen

Hanfbefürworter und Hanfbetriebe

stehe im krassen Widerspruch

zu den Liberalisierungsvorstössen

im Parlament. Besonders hart scheine

es die Exponenten der Hanfbranche

und ihre Betriebe zu treffen:

Vom Geschäftsinhaber bis zum

Lehrling würden sämtliche Personen

unter Anklage gestellt und im

Schnellverfahren verurteilt, wogegen

andere gleichgelagerte Fälle im

selben Bezirk seit Jahren auf Eis lägen.

Wie die Sendung «Rundschau»

berichtete, sei in einem Fall sogar eine

hochschwangere Hanfladenbetreiberin

mehrere Wochen in Untersuchungshaft

gehalten worden. Andere

würden während der gesamten

Inhaftierung keinem Richter vorgeführt;

unter dem Vorwand der Verdunkelungsgefahr

werde Beugehaft

praktiziert.

schweizer hanf koordination

Pressekonferenz im Mediensaal des Kornhaus Bern: v.l.n.r. François Reusser (Präsident SHK), Tünde

Kovacs (Vize-Präsidentin SHK), Renato Maurer (Präventionsfachmann), Daniel Wagner (Jurist), Philippe

Chevalier (FDP), Claudio Gentilesca (JCVP), Sven Schendekehl (Konsumentenvertreter)

Stoppt die «Hexenjagd»

Trotz Liberalisierungstendenzen im

Parlament sei die Zahl der Verzeigungen

von Cannabiskonsumentinen

und -konsumenten gegenüber

den 90er-Jahren um 33% gestiegen

(1994: 21'000 Verzeigungen, 2001:

32'500 Verzeigungen). Die Kriminalität,

mit der sich die Hanfladenbesitzer

konfrontiert sehen, habe seit dem

härteren Vorgehen der Polizei

schlagartig zugenommen: Weil Verzeigungen

von Einbrüchen, Überfällen,

Bedrohungen oder Erpressungen

bei der Polizei zu einer sofortigen

Untersuchung wegen Verstosses

gegen das Betäubungsmittelgesetz

führten, überlegten es sich die Betroffenen

gut, welches das kleinere

Übel sei.

Die Tatsache, dass die Mitglieder der

SHK ihre Einnahmen ordentlich

versteuern, habe vor Gericht die

Einforderung der illegal erwirtschafteten

Einnahmen und eine Anklage

wegen Geldwäscherei zur Folge. Auf

der anderen Seite sähen die staatlichen

sowie privaten Sozialversicherer

keinen Anlass, die Herkunft ihrer


Mr. M: News frisch vom Feld

Eine Geschichte begeben auf

echten Halbwahrheiten

legalize it

Folgender codierter Bericht wurde

unserem Undercoveragenten Mr. M

zugesandt:

Prämien zu hinterfragen und machten

unbeirrt ihre Forderungen geltend.

Diese widersprüchliche Situation

führe so weit, dass die regionalen

Arbeitsämter Arbeitslose aus behördlich

geschlossen Hanfbetrieben

erneut in diesen Wirtschaftszweig zu

vermitteln versuchten. Skurriler

könne die Situation kaum sein.

Die schweizer hanf koordination

SHK fordert deshalb die kantonalen

Justizbehörden auf, angesichts

der politischen Entwicklung die unverhältnismässige

Kriminalisierung

ausgerechnet der verantwortungsbewussten

Hanfladenbetreiber und

Hanfproduzenten bis zur gesetzlichen

Neuregelung zu stoppen! ■

Das Stadion in Bern ist bis auf den

letzten Platz ausgefüllt, die Mannschaften

sind dabei, ihre Positionen

zu beziehen. Da geht’s los, der

Schiedsrichter eröffnet die Partie

pünktlich. Sofort erfolgt ein ungestümer

Angriff von «Rechts». Doch bereits

in der «Mitte» wird der Vorstoss

abgeblockt. Im Gegenzug wird versucht,

über die «Linke» zu kontern.

Doch auch diese Aktion endet in einer

Sackgasse. Der Schiedsrichter

greift energisch durch und pfeift die

Partie ab. Das Wiederholungsspiel

findet vermutlich im Dezember statt.

Besucht Mr. M Fussballspiele während

der Dienstzeit? Es herrscht

doch Sommerpause in den Stadien.

Oder interessiert er sich neuerdings

für Rugby? Nein, Mr. M war aufmerksamer

Beobachter der Nationalratsdebatte

zum Thema BtmG-

Revision. Leider war die Angst vor

den Wahlen zu gross, um einen Entscheid

zu fällen. Der klare Verlierer

ist die Vernunft. Im Klartext heisst

das:

Weiterhin keine Kontrolle, kein Jugendschutz,

keine Steuern, keine Medizin,

dafür ein weiter blühender

Schwarzmarkt! Die Enttäuschung ist

gross; es bleibt zu hoffen, dass die

frische Mannschaft im Dezember

mehr Sportgeist beweist.

Wir bleiben dran für Sie. ■

sommer 2003

Ernste Gesichter zu einem ernsten Thema: Jurist Daniel Wagner referiert über die andauernde und unverhältnismässige

«Hexenjagd» auf die Hanfbranche

Mr. M,

Geheimagent im Auftrage Ihrer

Majestät Queen Cannabis

swiss hemp times

13


legalize it

swiss hemp times

sommer 2003

14

(K)Ein Joint mit…

Willi Blaser

Im Bereich Jugend- und Drogenpolitik gibt es neben dem Bundesamt für Gesundheit BAG auch

eine ausserbehördliche Institution, die grosses Ansehen und Einfluss geniesst: «Die

Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme», kurz SFA. Wie sich

diese zur Hanffrage positioniert, beantwortet Direktor Richard Müller.

Herr Müller, die Cannabis-Debatte

wurde wiederholt vom Nationalrat

verschoben. Haben Sie das erwartet?

Dass der Nationalrat ein so heisses

Eisen wie die Cannabisfrage vor den

Wahlen nicht behandeln wollte, hat

mich nicht sehr überrascht.

Die GegnerInnen der Hanfregulierung

haben es geschafft, die leider

intensiv kiffende Jugend als zentralen

Punkt in die Medien zu bringen

und versuchen, damit einen Meinungsumschwung

gegen die Vorlage

zu erreichen. Haben Sie das auch

beobachtet?

Immer mehr Jugendliche kiffen hierzulande;

davor kann man die Augen

nicht verschliessen.Auch die von der

SFA unter der Schirmherrschaft der

WHO 2002 durchgeführte Schülerbefragung

hat den signifikanten

Konsumanstieg bei Spirituosen und

Cannabis ganz eindeutig belegt.

Doch nicht nur in der Schweiz, sondern

auch anderswo wächst die Neigung

vieler Heranwachsender zu

«kleinen Fluchten» in den Rausch

mit dem Joint. Gewiss – die Einstellungen

gegenüber Cannabis haben

sich geändert, für viele ist «Gras»

Gras geworden. Viele Eltern aus der

68er-Generation haben selbst Cannabiserfahrung

und stehen deshalb

dem Gebrauch von Drogenhanf

ihrer Sprösslinge verständnisvoll

gegenüber. Zunehmend geraten Jugendliche

auch unter einen sozialen

Konsumdruck – «Kiffen gehört einfach

dazu». Angesichts steigender

Konsumzahlen und von den Medien

gross aufgemachter neuer Befunde,

die zum Teil so neu gar nicht sind,

werden die Kassandra-Rufe immer

lauter: «Haltet die Dekriminalisierung

auf. Lasst uns die Schrauben anziehen!»

Wäre «die Schrauben anziehen» Ihrer

Meinung nach eine Lösung für

das Massengerauche?

Die Gegner der Straflosigkeit des

Cannabiskonsums übersehen dabei,

dass die Tendenz zum Rausch vor

dem Hintergrund wachsender Zukunftsängste

Jugendlicher und einer

steigenden Bereitschaft Heranwachsender

zu sehen ist, einem beengenden

Alltag zu entfliehen. Übersehen

wird auch, dass die Dekriminalisierung

kein Blankoschein für den Konsum

ist, sondern vielmehr der Einsicht

entspringt, dass strafrechtlich

begründete Konsumverbote nach-

weislich nicht wirksam sind. Eine Pädagogik,

die sich hinter einer Strafrechtsnorm

verstecken muss, ist ohnehin

fragwürdig. Es ist klar: Eltern

und Lehrpersonen müssen Stellung

zum Cannabiskonsum beziehen, sie

müssen Verantwortung wahrnehmen

– Freiheiten gewähren und Grenzen

setzen. Sie müssen auch bereit sein,

Verbote zu formulieren und sie

durchzusetzen. Cannabis, aber auch

Raucherwaren und Alkohol haben

in der Schule nichts zu suchen und

gehören nicht in die Hände von Kindern.

Dazu gehört auch ein Stück

Ehrlichkeit; wir können doch nicht


… Richard Müller, Direktor SFA/ISPA

zulassen, dass Produkte wie Alkohol

und Tabak, die alljährlich 10’000

Bewohner dieses Landes töten, mit

allen Regeln der Kunst auf den

Markt gepuscht werden und der

Konsum eines anderen Produktes,

das wohl insgesamt weniger gefährlich

ist, strafrechtlich verfolgt wird.

Was sagen Sie zum Argument der

Regulierungsgegner, dass die einfachere

Erhältlichkeit den Konsum

fördere?

Eine Zulassung des Cannabiskonsums

enthält noch keine Konsumempfehlung

– im Gegenteil – sie

ermöglicht erst eine umfassende kritische

und vor allem glaubwürdige

Konsumenteninformation. Dabei ist

klar: Regelmässiger oder gar täglicher

Cannabiskonsum birgt gesundheitliche

Risiken, doch – auch

dies muss gesagt sein – hin und wieder

einmal kiffen ist relativ harmlos.

Zugegeben – es gibt noch viele offene

Fragen hinsichtlich der Wirkung

des Cannabiskonsums auf die Gesundheit,

besonders auf jene vulnerabler

Gruppen. Wer alle Risiken

meiden will, lässt die Hände weg

vom Kiffen. Studien zeigen immer

wieder: Heranwachsende, die häufig

Cannabis konsumieren, haben Probleme

aller Art, doch sie haben diese

Probleme nicht so sehr, weil sie

kiffen, sondern sie kiffen, weil sie

Probleme haben. Hier liegt die Herausforderung

für die Prävention:

Heranwachsende mit Problemen zu

erfassen – behutsam, ohne sie zu

stigmatisieren – und ihnen Hilfe zu

leisten, muss unser erstes Anliegen

sein. Gewiss, erste Ansätze dazu sind

vorhanden, doch es gilt diese ersten

zarten Pflanzen nicht nur zu pflegen,

sondern auch neue Varianten zu erproben.

Zur Finanzierung solcher

Anstrengungen eine Abgabe auf

den Verkauf von Cannabisprodukten

zu erheben, scheint nicht mehr

als billig.

Wie ist Ihre persönliche Meinung zu

Cannabis?

Cannabis ist ein Rauschmittel, und

das Bedürfnis nach Rausch und

Ekstase ist so alt wie die Menschheit.

Alle Rauschmittel sollen – wenn

überhaupt – mit grosser Vorsicht und

kontrolliert konsumiert werden.

Haben Sie schon einmal etwas in

einem Hanfladen eingekauft?

Nein.

Haben Sie schon einmal Hanf konsumiert?

Ja, als Alt-Achtundsechziger. Das

Dumme war nur, ich habe keine

Wirkung verspürt.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

SFA/ISPA

Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere

Drogenprobleme

Die SFA sieht ihre Aufgabe in einer möglichst umfassenden Informierung der

Gesellschaft über Alkohol- und Drogenprobleme, der Entwicklung und

Durchführung von Programmen zur Alkohol- und Drogenprävention in allen

gesellschaftlichen Bereichen sowie der Erforschung von Entstehung, Bewältigung

und Verhütung von Alkohol- und Drogenproblemen. Die SFA setzt sich

ein für eine fachlich fundierte Alkohol- und Drogenpolitik, die ein möglichst

optimales Gleichgewicht zwischen Einschränkungen und Freiheiten im Umgang

der Menschen mit Alkohol und anderen Drogen (psychoaktive Stoffe)

anstrebt.

Die Anfänge der SFA reichen bis ins Jahr 1902 zurück. Damals am 1. Mai

wurde das «Secrétariat antialcoolique suisse» in Lausanne etabliert. 1913

wurden die Statuten geändert und das Sekretariat umbenannt in «Schweizerische

Zentralstelle zur Bekämpfung des Alkoholismus SAS». Im Ersten

Weltkrieg führte die Zentralstelle eine grosse Kampagne gegen die Nahrungsmittelvergeudung

durch Bier-, Likör- und Weinherstellung durch. 1976

folgte die Namensänderung in SFA «Schweizerische Fachstelle für Alkoholprobleme»

und ISPA «Institut suisse de prophylaxie de l'alcoolisme» und

zwei Jahre später führte diese die erste gesamtschweizerische Repräsentativerhebung

zum Alkohol- und Tabakkonsum der 12- bis 15jährigen Schüler,

die später in Zusammenarbeit mit der WHO regelmässig wiederholt wird.

1992 gelangte die SFA gar ins «Guiness Buch der Rekorde», als sie in Wohlen/AG

die grösste Decke der Welt herstellte: 150'000 Wollquadrate, eines

für jeden Alkoholkranken. Im Jahre 2002 konnte die SFA ihr hundertjähriges

Bestehen feiern. Vom Abstinenz-Sekretariat bis zur Schweizerischen Fachstelle

für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) war es ein langer Weg

und eine lange Geschichte. Die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen

die SFA. Sie hat auf neue Entwicklungen und Bedürfnisse reagiert und ist mit

100 Jahren moderner und aktiver denn je.


legalize it

sommer 2003

swiss hemp times

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Wir drucken die Swiss Hemp Times

Jost Druck AG

Ihr Partner für Printmedien


hemp history

swiss hemp times

sommer 2003

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Alle in einem Ford

Henry Ford hatte es weit gebracht.

Der 1863 geborene Sohn irischer

Einwanderer war der erste Dollar-

Milliardär dieser Erde, sein berühmter

Ford Modell T – von Kennern liebevoll

«Thin Lizzy» genannt – war

mit insgesamt 16 Millionen Exemplaren

das meistgebaute und meistgefahrene

Automobil seiner Zeit. Es

war Ford, der die Massenproduktion

revolutionierte, indem er das Fliessband

erfand und 1913 in seiner Fabrik

einführte. Und es war Ford, der

in gesunder unternehmerischer Verantwortung

die finanziellen Gewinne

dieser Prozessvereinfachung an

seine Belegschaft weitergab. Ein

heutiger Manager hätte sich wohl die

Idee vergolden lassen und anschliessend

eiskalt die nicht mehr benötigten

Leutchen auf die Strasse gestellt.

Ford hingegen führte als Erster den

Henry’s Hanfauto

Mitten im Zweiten Weltkrieg stellte der Amerikaner Henry Ford sein legendäres «Hanf-

Automobil» fertig. Wäre es damals in Serienproduktion gegangen, würde heute vielleicht die

ganze Welt mit hanfbetriebenen Autos fahren. Aber mit der «Marijuana Tax Act»-Steuer

wussten die Giganten der konventionellen Industrie dies bereits damals zu verhindern.

8-Stunden-Tag sowie die 5-Tage-Woche

ein und zahlte feudale 5 Dollar

pro Tag. Ausserdem liess er die Arbeiter

am Jahresgewinn der «Ford

Motor Company» teilhaben. Umso

unverständlicher war es für Ford,

dass ausgerechnet er in den 30er-Jahren

von den Gewerkschaften kritisiert

wurde. Er herrschte zwar als

Firmenführer patriarchisch über seine

Ford Motor Company, hatte sich

aber stets gerecht und sozial gezeigt.

Apropos Sozialismus: Erst mit seiner

Rationalisierungstechnik, dem sogenannten

«Fordismus», vermochte

man Produktions- und damit auch

Verkaufspreise – nicht nur für Automobile

– derart zu senken, dass sie

auch für die weniger wohlhabende

Allgemeinheit erschwinglich wurden.

Das US-Magazin «Fortune»

kürte Ford deshalb zum «Unternehmer

des 20. Jahrhunderts».

Stolz präsentiert Henry Ford (mit weissem Flachhut) das Hanfauto – sieht doch schmuck aus?

Willi Blaser

Die 15-millionste «Thin Lizzy» verlässt mit Henry

Ford als Beifahrer die Fabrik

Das Hanfauto

Ford war stets ein Tüftler, und auch

nachdem er sich nach absolvierter

Uhrmacher- und Juwelierausbildung

dem Autobau zuwandte, experimentierte

er ununterbrochen mit alternativen

Konstruktionen und Antrieben.

Zuerst versuchte er es mit Äthanol-Motoren,

aber die grosse Alkohol-Prohibition

in den USA 1920 –

1933 machte ihm einen Strich durch

die Rechnung. Auch seinem genialsten

Coup standen Politik und Wirtschaft

feindlich gegenüber: Dem

Hanfauto. Mitten im Zweiten Weltkrieg

1941 präsentierte Henry Ford

sein «Auto, das vom Acker fährt» der

Öffentlichkeit. Karosserie, Armaturen

und Textilausstattung waren aus

Hanf/Sisal-Fasern, der Treibstoff aus

Hanföl gewonnen. Trotz – oder gerade

wegen – des natürlichen Ursprungs

war das hanfige Chassis sogar

10mal (!) widerstandsfähiger als

die blechernen Pendants, was der

stolze Bastler Henry Ford auch mit

wuchtigen Schlägen eines Vorschlaghammers

zu beweisen wusste. Moderne

Untersuchungen aus den technischen

Versuchsanstalten der Autohersteller

kommen sogar zum

Schluss, dass die Naturfasern die

künstlichen Glasfasern nicht nur

punkto Haltbarkeit, sondern auch


Henry Ford in späteren Jahren mit George W.

Carver, einem grossen Kämpfer für die Menschenrechte

punkto Sicherheit übertreffen. Da

Naturfasern nicht splittern, liessen

sich mit diesen viele Verletzungen

verhindern, die bei Unfällen oftmals

durch den beschädigten Innenraum

des Fahrzeuges entstehen. Mit dem

hanfigen Treibstoff wäre zugleich die

CO2-Problematik entschärft, da der

zu verbrennende Kraftstoff vorher

als wachsende Pflanze zur Fotosynthese

beiträgt.

Ford – Ein Nazi?

1937 hatte die US-Regierung im Eilverfahren

ein Gesetz durch den Kongress

geboxt, welches den Hanf massiv

besteuerte.Trotz Protest der ASA

(American Medical Assocation) und

Entsetzen in der Hanfindustrie (Textilien,

Öle, Farben) wurde der «Marihuana

Tax Act» eingeführt; just zu einem

Zeitpunkt, als die renommierte

Farmerzeitschrift «Popular Mechanics»

von einer neuartigen Hanferntemaschine

berichtete und eine

Milliarden-Ernte ankündigte, den

«Billion Dollar Crop». Henry Ford

musste bitter erkennen, dass nicht

einmal sein auf Hochtouren florierendes

Autoimperium sich ein Auto

leisten konnte, dessen Hauptrohstoff

stetig teurer und verpönter wurde.

Wohl hatte Ford schon vorher durchschaut,

welche Interessen und Gruppierungen

sich hinter dem herrschenden

System versteckten. In den

Zwanziger Jahren schrieb er eine

Hetzschrift gegen das «Finanzjudentum»

und war seit 1938 Träger des

«Grosskreuz des deutschen Adlers»,

dem höchsten NS-Orden für Ausländer.

So war es einfach, ihn zum Faschisten

zu stempeln und auch seine

Präsidententräume zu zerschlagen.

War Henry Ford wirklich ein Antisemit,

oder hat er monetäre Zusammenhänge

erkannt und war in

seiner Wortwahl einfach zu undifferenziert

und zu pauschal? Henry

Ford starb am 7. April 1947 in Dearborn/Michigan.

Möge die Geschichte

über diesen Mann richten, der unserem

Planeten das Wissen um die

Möglichkeit eines 100% ökologischen

Fortbewegungsmittels hinterlassen

hat. ■

Legenden unter sich: Henry Ford und Fliegerkonstrukteur

Orville Wright 1938

Ein vernünftiges Auto

soll seinen Besitzer

überallhin transportieren

– ausser auf den Jahrmarkt

der Eitelkeiten.

Enten legen ihre

Eier in aller Stille.

Hühner gackern

dabei wie verrückt.

Was ist die Folge?

Alle Welt isst

Hühnereier.

Den ganzen Tag schuften

trübt den Verstand.

Den ganzen Tag spielen

trübt den Verstand.

Wir müssen das richtige

Gleichgewicht finden.

Hier liegt für die Welt

die neue Aufgabe.

Henry Ford

hemp history

sommer 2003

swiss hemp times

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growing

swiss hemp times

sommer 2003

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Bekämpfung von Schädlingen

Mr. K.C. & El Creador

Mancher Schädlingsbefall ist schon von blossem Auge sichtbar, aber teilweise kann man den

Befall auch nur mit der Lupe erkennen. Um Schädlinge effizient zu bekämpfen, ist die

Früherkennung einer der wichtigsten Punkte. Denn sind sie erst einmal da, dann ist es nicht so

leicht, die kleinen Schmarotzer wieder los zu werden.

Schädlinge können durch verschmutzte

Pflanzgefässe, über den

Garten des Nachbarn oder durch

das Einpflanzen von bereits befallenen

Stecklingen in deine Zucht gelangen.

Natürlich können Schädlinge

auch von anderen Pflanzen auf

den Hanf übergehen. Deshalb solltest

du vor dem Bepflanzen deines

Gartens die Umgebung nach befallenen

Pflanzen absuchen und einen

allfälligen Schädlingsbefall bekämpfen,

bevor du die frischen Stecklinge

oder Samen in den Garten bringst.

Wenn du Stecklinge kaufst, empfehle

ich, diese genau unter die Lupe zu

nehmen. Sind Schädlinge sichtbar,

diese zuerst mit entsprechenden

Gegenmitteln behandeln. Die Pflanzen

erst in den Garten stellen, wenn

sie völlig sauber sind.

Einem Schädlingsbefall kannst du

vorbeugen, indem die Wachstumsbedingungen

für die Pflanzen optimal

gehalten werden. Das heisst, du

solltest einen biologisch aktiven Boden

haben, der eine durchlässige

und wasserspeichernde Struktur hat.

Dies, kombiniert mit einem ausgeglichenen

Nährstoffangebot und

etwas Glück mit dem Wetter, sollte

dich vor einem schädigenden Befall

schützen.

Es gibt verschiedene Methoden, gegen

Schädlinge vorzugehen. Wenn

du irgendwelche Schnecken, Raupen

oder ähnliches siehst, solltest

du diese am besten gleich manuell

aus dem Garten entfernen. Mit Hilfe

von Gelbtafeln oder Pflanzen,

welche die Schädlinge noch mehr

anziehen (z. B. Schnecken bevorzugen

Kartoffeln). Generell kann man

sagen, dass jeder Schädling auch einen

natürlichen Feind hat. Durch

Förderung des Ökosystems und

Einsatz von nützlingsschonenden

Mitteln verhinderst du, dass du die

Nützlinge gleich mit ausrottest. In

den meisten besseren Hanfshops

oder Gartenfachgeschäften kannst

du auch mit speziellen Formularen

Nützlinge bestellen, welche dir

nachher per Post zugestellt werden.

Die Anwendung dieser Nützlinge ist

genau beschrieben. Diese Angaben

solltest du strikt beachten, damit die

von dir eingesetzten Nützlinge auch

optimal wirken können.

Hier stelle ich euch jetzt noch ein

paar Schädlinge vor, die ihr vielleicht

im Garten antreffen werdet:

Schnecken

sind wohl in jedem Jahr und jedem

Garten anzutreffen. Nacktschnecken

können ohne weiteres in einer

Nacht junge Pflanzen komplett auffressen.

Grössere Pflanzen ab ungefähr

40 –50 cm werden kaum mehr

befallen. Mit Sägemehl und Eierschalen

kannst du die Schnecken

etwas in Zaum halten. Nach einer

verregneten Nacht oder allgemein

während Regenperioden solltest du

möglichst häufig den Garten nach

Schnecken absuchen.

Blattläuse

Mit einer Grösse von 1–3 mm sind

Blattläuse gut von blossem Auge zu

erkennen. Man findet sie hauptsächlich

grün oder schwarz gefärbt,

mit oder ohne Flügel, auf der Unterseite

der Blätter. Die frischen Spitzen

werden aber zuerst befallen.

Durch Blattläuse treten Wachstumshemmungen

sowie gekräuselte und

klebrige Blätter auf. Blattläuse

scheiden klebrigen Honigtau aus,

der auf der Blattoberseite auftritt.

Auf diesem Honigtau können sich

Raupenbefall


dann Russtaupilze ansiedeln, welche

die Pflanze noch zusätzlich schädigen.

Zur Vorbeugung kannst du

Gelbtafeln aufstellen und die Pflanze

abduschen. Die Pflanze sollte

ausgewogen ernährt werden. Nicht

überdüngen! Die Florfliege ist ein

Nützling, den du im Fachhandel beziehen

kannst. Vielleicht findest du

auch ein paar Marienkäfer, welche

du auf der Pflanze aussetzen kannst.

Wenn du zu Spritzmitteln greifen

willst, nimm ausschliesslich biologische

Mittel, welche die Nützlinge

schonen.

Minierfliegen

Die Pflanzen werden durch die Larven

der 3 – 4 mm grossen schwarzen

Fliegen geschädigt. Sie fressen Gänge

unter der Blattoberfläche und

entziehen so der Pflanze das Chlorophyll.

Die erwachsenen Fliegen

können mit Gelbtafeln gefangen

werden. Die befallenen Blätter sollten

entfernt werden. Meistens hält

sich der Befall aber in Grenzen.

Spinnmilben

Die Spinnmilbe ist vor allem in geschlossenen

Anbauräumen einer

der häufigsten Schädlinge. Die ca.

0.5 mm grossen braun bis rötlich

farbenen Spinnentiere sitzen meist

auf der Blattunterseite. Dort saugen

sie die einzelnen Zellen aus.

Wenn der Befall zunimmt, gehen sie

dazu über, feine Netze über die

Blätter und Blüten zu spannen. Befallene

Blätter vergilben, vertrocknen

und sterben ab. Einen Befall erkennt

man gut an den kleinen weissen

Flecken, die auf den Blättern

entstehen. Gegen Spinnmilben gibt

es als natürlichen Feind die Raubmilben,

die du auch mit einem Formular,

das du im Hanfladen erhältst,

bestellen kannst. Manchmal reicht

es auch schon, die Pflanzen regelmässig

von unten abzuduschen.

Weisse Fliegen

Die kleinen, fast weissen Insekten

befinden sich meist im oberen Teil

der Pflanze und fliegen bei Berührung

wie eine Staubwolke auf. Die

Larven und die Fliegen saugen das

Blatt aus.Auch sie können mit Gelbtafeln

gefangen werden. Wenn man

den Befall frühzeitig erkennt, kann

man Schlupfwespen als natürlichen

Feind einsetzen.

Woll- und Schmierläuse

Die weissen flaumigen Tiere leben

auf der Blattunterseite, besonders

auch in den Blattachseln und machen

sie klebrig. Sie umhüllen sich

mit einer weissen Wachsausscheidung

und sind daher nicht leicht zu

entfernen. Durch ihr Aussaugen verursachen

sie bei der Pflanze Wachstumsstörungen

und lassen sie vergilben.

Am besten isolierst du die befallenen

Pflanzen so schnell wie

möglich. Einzelne Läuse kannst du

einsammeln oder es mit einem biologischen

Spritzmittel versuchen.

growing

Spinnmilben

Schmierläuse

Trauermücken

Die Trauermücke ist eine kleine

schwarze Mücke, bei der nur die

Larven der Pflanze direkten Schaden

zufügen indem sie deren Wurzeln

aussaugen. Die Mücken selber

bleiben dummerweise immer in den

Blüten kleben, fügen der Pflanze

aber sonst keinen Schaden zu. Die

Larven kann man mit Nematoden

bekämpfen, welche im Fachhandel

erhältlich sind. ■

sommer 2003

swiss hemp times

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T H E S H O P


Das Kreuzworträtsel

An dieser Stelle beglücken wir unsere LeserInnen wiederum mit einem etwas anspruchvolleren

Schwedenrätsel inklusive Hanfwortschatz. Viel Spass!

hemp game

sommer 2003

Lösung auf Seite 46

swiss hemp times

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der report

swiss hemp times

sommer 2003

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Tausende von Fläschchen haben sie

schon von Hand abgefüllt und etikettiert,

erzählt Matthias Gfeller. Der

gelernte Koch und Besitzer eines

Hanfladens ist Mitinhaber der Canna-Pops.

Die junge GmbH wurde im

Dezember letzten Jahres von sechs

Personen gegründet. Neben dem

Koch ist mit Christian Lehmann auch

ein ausgebildeter Käser an Bord.

Dass sich die Firma deshalb auf

die Entwicklung und Produktion

hanfiger Lebensmittel ausrichtet, erstaunt

nicht.

Zu Besuch bei Canna-Pops

Den Geschmack der Leute zu treffen ist nicht einfach. Besonders knifflig ist die Herstellung von

Lebensmitteln mit Cannabis, denn entweder gibt das hanfige Aroma fast penetrant den Gout

an oder dann schmeckt man es überhaupt nicht. Dieser Herausforderung hat sich die Firma

«Canna-Pops» gestellt und wir haben sie für euch besucht.

Seit über einem Jahr tüfteln die Canna-Poper

an kulinarischen Raffinessen

und physikalischen Herausforderungen.

Man arbeite zwar mit einem

professionellen Labor zusammen,

aber dieses stehe den biochemischen

Tücken des Hanfes regelmässig

ratlos gegenüber. So zum Beispiel

bei der Entwicklung des jüngsten

Produktes der Firma, einem Hanfwasser.

SHT: «Canna-Pops» erinnert unweigerlich

an «Alcopops»; ist das für eine

Hanffirma nicht ein bisschen provokativ

und «politisch unkorrekt»?

Matthias Gfeller: Etwas provozieren

darf der Name ruhig – aber es ist

nicht in erster Linie ein Gag, sondern

Marc Zingg

eine durchaus logische Namensgebung.

Denn «Pops» meint «Sprudel,

Knaller, platzen» und anstatt Alkohol

ist das bei unseren Produkten

eben der Hanf, lateinisch Cannabis.

Hinter der Bezeichnung kann man

allerdings auch das Fernziel der Fima

erkennen: Wir hoffen doch, dass es

dereinst die Gesetzgebung erlauben

wird, auch psychoaktive Hanfgetränke

herstellen und verkaufen zu können.

Restriktiv und nur an Volljährige,

versteht sich. Aus dem gesundheitlichen

Aspekt heraus wäre dies

jedenfalls sehr interessant, denn beim

Trinken entstehen bekanntlich weder

Russ- noch Teerstoffe. Ausserdem

wäre es die Wiederaufnahme einer

alten Tradition: Auch Kelten und

Germanen brauten Tränke aus

höchst wirkstoffreichen Naturalien.

Welche Produkte habt ihr bisher entwickelt?

Zum Trinken führen wir bisher Eistee

und – alkoholhaltig à la Alcopops

– ein «Tropic» mit Hanf, Rum und

Ananas. Daneben haben wir auch eine

eigene Dipsaucen-Kreation, eine

Hanf-Knoblauchsauce namens «Mojo».

Momentan läuft auch die Entwicklung

unseres Hanf-Wassers, womit

wir als Segment besonders die gesundheitsbewussten

Menschen ansprechen

möchten. Schwierigkeiten

macht uns aber labortechnisch der

Umstand, dass die Hanfessenz sich

im Wasser nicht optimal auflöst und

aufschwimmt. Das ist zwar nur mit

dem Mikroskop sichtbar und «Fachleute»

rieten uns, dieses Problem mit

Trübungsmittel zu beheben («...de

gseht mes de nümme...»), aber wir

streben eine bessere Lösung an.

Das tönt ziemlich teuer?

Anfangs sagte uns ein Fachmann aus

der Branche, dass für die seriöse und


marktgerechte Entwicklung eines

Getränkes rund 1 Million Franken

nötig sei. Das mag bei den Grossen so

sein, aber wir sind «step by step» vorgegangen.

Wir wollten kein Fremd-

(Bank-)Kapital und haben deshalb

alle privat in die Firma investiert, daneben

haben uns auch viele Leute

gratis geholfen oder haben für günstigere

Honorare gearbeitet. Es braucht

schon eine Vision und viel Passion,

wenn man so viel Geld und Zeit in

ein solches Projekt «verlochet».

Wenn ich daran denke, dass wir unsere

bisherigen Prototypen alle von

Hand gefertigt haben, wären die Produkte

sowieso unbezahlbar – Was

müsste man für einen Liter Eistee

«100% Swiss Hand Made verlangen»...?

Was ist euer berufliches Ziel mit

Canna-Pops?

Wir wollen kreative und unkonventionelle

Produkte in die von grossen

Konzernen beherrschte Lebensmittelbranche

bringen. Coca-Cola

hält rund 47% des Schweizer Tafelwasser-Marktes,

da täte eine grössere

Auswahl doch gut. Es gibt genügend

Beispiele, dass sich kleine Firmen mit

Innovation und Nischenprodukten

behaupten können. Daneben hat die

Firma auch einen sozialen Hintergrund,

denn unter «CannaFondation»

haben wir einen Fonds gegründet,

der mit jedem Verkauf eines unserer

Produkte gespiesen wird. Mit

dem Erlös unterstützen wir soziale

Projekte; Bedürftige in Nah und Fern

sollen von unserem Erfolg profitieren.

Die Errichtung und Förderung

einer Bio-Teeplantage in Indien wäre

auch ein Beispiel, denn dereinst

möchten wir alle unsere Rohstoffe in

einem sozialen und fairen System beziehen

können. Ähnlich wie «Max

Havelaar» nur etwas direkter. Es ist

uns auch wichtig, bei Logistik und

Verpackung neue Wege zu gehen.

Hierbei sei die Entwicklung von

kompostierbaren Verpackungen,

Hanf-Öko-Flaschen oder einem hanfigen

Tetra-Pack genannt. Das löst

vielleicht bei den ergrauten Wirtschaftsbonzen

nur Gelächter aus,

aber es ist die Zukunft.

Also, hilf mit und frag ruhig in deinem

Hanfladen nach unseren Produkten.


Herzlichen Dank für das Gespräch

und weiterhin viel Erfolg.

der report

sommer 2003

swiss hemp times

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cannaisseurs

Werden Probleme gelöst, indem man

sie einfach vor sich her schiebt? Nein.

Bekommen die neuen Generationen

nicht mehr Spielraum, wird alles im

TOTALEN KONSUMRAUSCH

enden!

Der Globalisierungsprozess ist in

vollem Gang. Gefördert wird das

Einheitsdenken. Das Denken wird

überhaupt globalisiert sowie monopolisiert,

ratifiziert, filtriert, vereinheitlicht.

Dies ohne Berücksichtigung

der verschiedenen Nationalitäten,

Kulturen oder Ethik- und Glaubenseinstellungen.

Verbote über

Verbote, Kontrolle und Repression

über alles!

Verbote wider die Vernunft!

über was er redet, denn er hat ja die

richtigen Bücher gelesen – sehen

würde, dass effektiv die Aussenseiter

der Gesellschaft diese weiterbringen.

Dies nennt man auch Evolution. Inzwischen

ein ausgelutschtes Wort, das

keine Bedeutung mehr hat. Bedeutung

haben heute Entwurzelung, Diskriminierung,

Nonsense, Einheitsdenken,

Wirtschaftsmacht, egoistische

Selbstbereicherung. An erster

Stelle jedoch steht das Gesetz und die

penetrante Kontrolle und Vertretung

desselben durch unsere Mitbürger.

Dies geschieht jedoch nicht aus legitimen

Gründen, sondern um die vorherrschende

Diskriminierung zu verarbeiten

und diese selbst auszuüben.

Hannes Lüthi

Politisch haben wir durch die Fehlkalkulationen unserer Entscheidungsträger wieder mal

andere Prioritäten zu setzen wie z. B. unser «Krankheits-»system. Die Hanfdebatte wurde erneut

verschoben. Dies freut natürlich Organisationen verschiedener Länder und unsere Jugend wird

sich wieder vermehrt mit Holland beschäftigen als mit den einheimischen Qualitätsprodukten…

Dazu kommen die noch machtvolleren

Beamten, die für den Erfolg belohnt

werden, wobei mit Erfolg eine

möglichst grosse Zerstörung der Andersdenkenden

gemeint ist. Dies erscheint

jedoch höchst absurd, wenn

wir bedenken, dass ein Beamter zu

Zeiten der Kelten wörtlich der Diener

des Volkes war!!!

Modernere, tolerantere, der Gesellschaft

und der Realität angepasste

Lösungen zu suchen obliegt heute

den Minderheiten. Für dieses Interesse

zur Evolution der Allgemeinheit

wird man heute bestraft. Wir sind

nicht weiter als vor 2000 Jahren mit

Jesus und seiner Kreuzigung durch

Unwissende!

Die Monopolisierung und Schaffung

etlicher neuer Gesetze, Richtlinien,

Verordnungen, Beschlüssen führt zur

Diskriminierung Andersdenkender.

Wenn doch nur ein so gescheiter Politiker

– der ja angeblich immer weiss,

Big brother is watching you!!

Diese Big brother-Vertreter mit heute

fast uneingeschränkter Macht, lenken

und halten die Gesellschaft in

konservativen, egoistischen Vorstellungen.

Auch die letzten Andersdenker sind

heute schon ziemlich im Besitz des

MDMA-Geistes. Smile, be happy and

have some illusions.

Diese Steuerung durch amerikanisches

paradoxes Denken fördert nur

swiss hemp times

sommer 2003

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Konsumjunkies wie Sand am Meer,

die nicht damit fertig werden können,

dass die Individuen keine Autonomie

mehr anstreben, sondern eine

allgemeine Verblödung und Treue

dem Mächtigen und Reichen gegenüber

vorherrscht.

generiert den Geist. In meinen Augen

geht die «Essenz» langsam unter.

Essenzen wären z. B. ein Ökologiebewusstsein.

Man kann keine Pflanze

verbieten! Sonst müssten wir uns

richten.

Essenz ist, die Wahrheit der ganzen

Bevölkerung zugänglich zu machen.

Beispiel Tabak: Die effektiv schädlichen

Angelegenheiten im Tabakrauchen

liegen in den angereicherten

Stoffen. Diese fördern eine Abhängigkeit

und Schädlichkeit. Hingewiesen

wird auch seitens des BAG

auf die Schädlichkeit des Tabakrauchens,

nicht auf die Schädlichkeit der

bewusst angereicherten, chemischen

Zusatzstoffe. So wird effektiv vom

Thema abgelenkt. Die wahren Schuldigen,

die sich auf Kosten der Gesundheit

anderer bereichern, werden

geschont. Die Tabakpreise mit allen

Mitteln stetig zu erhöhen, um der Lage

Herr zu werden, funktioniert

nicht.

Ein ehrlicherer Weg wäre, die Giftstoffe

aus dem Tabak zu verbannen,

statt den Tabak und andere Genussmittel

zu verdammen.

Diese Abhängigkeit vom System

oder vom «Recht und Unrecht» decannaisseurs

Die heutige, einseitige Zentrierung

auf die «Schädlichkeit» lenkt vom

Hauptthema und den Tätern ab. So

werden auch durch die höheren THC-

Werte des heutigen Hanfes alarmierende

Nachrichten provoziert. Wer

interessiert sich denn heute noch für

die alarmierenden Natrium-Werte im

Salat??? Wer interessiert sich noch

für eine bewusstere, natürlichere Lebensführung?

Informationen sind heute Gold wert.

Sie werden nicht mehr herausgegeben,

denn sonst müssten sich viele

unserer Entscheidungsträger selbst

richten. Darum gibt es heute unzählige

Geschichten und Halbwahrheiten.

Doch wer interessiert sich noch für

die Wahrheit, Liebe,Autonomie, Kreativität

und Selbstverantwortung?

Die Cannaisseurs eben…

In Ganja veritas. ■

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swiss hemp times

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Gegen die Willkür

Willi Blaser

Und täglich pfeift das Murmeltier: Während der Nationalrat die Hanfdebatte traditionell um

mindestens eine Session nach hinten verschoben hat, dauert die «Hexenjagd» der Justiz auf die

Hanfszene an. Gegen dieses scheinheilige und kontraproduktive Tun haben Mitglieder der

Hanfbranche stetig mit verschiedenen Aktionen friedlich protestiert.

Unter den staunenden Augen einer auf Schweizer Reise weilenden mexikanischen Schulklasse,

posieren die „Sträflinge“ mit ihrer Petition für die Presse. Die spinnen, die Helvetier…

hanf szene

Kaum besammelt, erhielten die Hänflinge Besuch: Schön, wenn man eine Bewilligung hat

April: Sträflinge in Bern

Die schweizer hanf koordination

CSC/SHK Sektion Bern und die

Interessengemeinschaft Hanfläden

Stadt Bern IGHSB haben am

25. April 2003 in einer gemeinsamen

Aktion die «Petition der Vernunft –

für einen friedlichen Umgang mit

Hanf» den Bundesbehörden übergeben.

Die prioritär an die Behörden

von Stadt und Kanton Bern gerichtete

Petition wurde von über 12'600

Personen aus dem Grossraum Bern

unterzeichnet! In den letzten Monaten

wurden in Bern die meisten

Hanfläden geschlossen, den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern drohen

massive Strafen, Arbeitsplätze

gingen verloren, Hanf-Konsument-

Innen wurden vermehrt polizeilich

angehalten und kriminalisiert. Symbolisch

dazu trugen denn die AktivistInnen

klassisch gestreifte Sträflingskleider.

Die Initiantinnen und

Initianten fordern die politischen

Behörden und insbesondere Justiz

und Polizei dazu auf,

- von unnötigen Schliessungen von

Hanfläden abzusehen;

- das Gespräch mit BranchenvertreterInnen

und KonsumentInnen zu

suchen und aufzunehmen um zukunftsträchtige

Lösungen zu finden;

- die Kriminalisierung von Cannabis-KonsumentInnen

endlich zu

beenden und schliesslich

- die einzig richtige Sofortmassnahme

zu treffen, die verhindert, dass

sich der Kreis der Hanfkonsument-

Innen wieder mit dem der harten

Drogenszene überschneidet: Den

Hanfläden im Kanton Bern und

anderswo rechtsstaatlichen Schutz

zu gewähren und die polizeiliche

Verfolgung einzustellen!

sommer 2003

swiss hemp times

33


hanf szene

12'600 Unterschriften

Den Hanfläden der Stadt Bern war es

in kurzer Zeit gelungen, eine Beruhigung

der Situation zu schaffen, wie

sie von der vorhergehenden jahrelangen

Repression nie erreicht wurde.

Die neuerlich inszenierte Repressionspolitik

hat im Gegenteil einzig

zu einem neuen Aufblühen des

Schwarzmarktes geführt, der sich im

Gegensatz zu den redlich geführten

Hanfläden keinen Deut um Jugendschutz

oder Steuer- und Sozialabgaben

schert. Ist es nicht auch für Eltern

beruhigender, wenn sich ihre Kinder,

wenn sie «ins Alter» kommen, Hanf

im Hanfladen besorgen, wo sie informiert

und zu einem vernünftigen

Umgang angewiesen werden – und

nicht auf dem Schwarzmarkt, wo unmittelbar

in der Nähe weit härtere

Stoffe gehandelt werden? Kriminalisierung

und Repression widersprechen

den offiziell angestrebten Informations-,

Präventions-, und Jugendschutzprogrammen

und machen eine

konstruktive Zusammenarbeit zwischen

Behörden und Hanfläden unmöglich.

Fast 13'000 BernerInnen teilen

diese Meinung.

Übergabe der «Petition der Vernunft» an Frau Lenzen von der Bundeskanzlei

swiss hemp times

sommer 2003

Mai: Million Marihuana March

In weltweit rund 200 Städten fand

am ersten Mai-Wochenende wieder

der «Million Marihuana March»

statt. Vom kanadischen Abbotsford

bis zum helvetischen Zürich fanden

rund um den Globus kleinere und

grössere Happenings für das grüne

Kraut statt. In Bern hatte die SHK

Sektion Bern beim gut frequentierten

Kornhausplatz einen ansehnlichen

Informationsstand aufgestellt.

Neben Broschüren und Zeitschriften

– natürlich war auch die «Swiss

Hemp Times» präsent – wurden viele

feine Hanfprodukte verschenkt.

Den Leuten jedenfalls schmeckten

Schokolade, Nusstorte, Biscuits,

Brot, Käse und Eistee aus Hanf

durchs Band; an dieser Stelle herzlichen

Dank an die zahlreichen

Sponsoren, die den Stand wundervoll

bestückten und ausschmückten.

In Luzern und Zürich waren die dortigen

Sektionen der SHK ebenfalls

tätig. Die Zürcher organisierten dieses

Jahr ein kleines «Sit In», in Luzern

war ebenfalls fleissig ein Informationsstand

aufgebaut worden.

Der schmucke Stand der Berner SHK auf

dem Kornhausplatz

Juni: Aktion «Schwarzmarkt»

Alle Optimisten wurden wiedereinmal

enttäuscht als bekannt wurde,

dass der Nationalrat die Debatte um

die Revision des Betäubungsmittelgesetzes

um mindestens eine Session

nach hinten verschiebe. Grund mehr

für die Hanfbranche, vor Ort auf

dem Bundesplatz ein Zeichen zu setzen.

So wurde das von der schweizer

hanf koordination ursprünglich als

Begleitaktion zur Debatte geplante

Rollenspiel «Schwarzmarkt» nicht

abgeblasen, sondern als Reaktion

zur Verschiebung trotzdem durchgeführt.

Helvetia – verkörpert durch eine

holde Maid in weissem Kleid –

war mit einer Schere bewaffnet und

durchschnitt geduldig eine 1000er-

Note Steuergeld nach der anderen,

die sie in ein «Fass ohne Boden» fallen

liess. Neben der weissen Un-

34


schuld stand ein fingierter Richter in

martialischem Gewand und sorgte

gewissenhaft für monetären Nachschub.

Flankiert wurde das schnippselnde

Duo von weiteren Akteuren

der repressiven Drogenpolitik: Dem

wachsamen Polizisten, dem freakigen

Dealer und dem geschleckten

Mafioso. Diese hielten Banner in die

Luft mit leicht provokativen, aber

leider durchaus wahren Parolen und

Aussagen. Polizist: «Einsätze gegen

Hanfbetriebe sind ungefährlich. Solange

Hanf verboten bleibt, muss ich

mich nicht ums Heroin kümmern!»;

Mafioso: «Dank dem Schwarzmarkt

gibt es meine Mafia. Wir übernehmen

den Hanfmarkt gerne wieder.»;

Richter: «Ein bisschen U-Haft hat

noch keinem geschadet. Gesetz ist

Gesetz! Was interessieren mich 10%

der Schweizer Bevölkerung?». Neben

den Jung-Schauspielern verteilten

weitere Hanfaktivisten Flugblätter

und kleine hanfige Blumensträusse.

Mit dieser Aktion konnten aller

Verschiebung zum Trotz einige ParlamentarierInnen

nochmals auf die

katastrophale Situation der Hanfbranche

sensibilisiert werden.

Frage an den Bundesrat

Im Gegensatz zur SVP-Fraktion, die

das lustige Hanfgrüppchen keines

Blickes würdigte und schnurstracks

zum Zmittag marschierte, erkannte

die SP-Nationalrätin Ursula Wyss

den Handlungsbedarf. Sie bestätigte,

dass die Verschiebung wahltaktische

Gründe habe und – traurig aber

wahr – am Besten erst in der Dezember-Session

behandelt werde.

Erst dann, nach den Oktober-Wahlen,

würde die Thematik nicht mehr

für den Wahlkampf genutzt werden

und die sachlichen Argumente der

Befürworter könnten wieder an Boden

gewinnen. Sie versicherte aber

auch, dass sie sich persönlich dafür

einsetzen werde, dass in der

Zwischenzeit politisch etwas für die

angeschlagene Hanfbranche getan

werde. Mittlerweile ist klar, dass die

Nationalrätin dem Bundesrat eine

sogenannte «dringliche einfache Frage»

einreichen wird. Die anfängliche

Absicht, gar einen dringlichen

Bundesbeschluss zur Sistierung der

Hanfrepression zu erwirken, wurde

nach einigen Abklärungen seitens

der Partei fallengelassen, da dies juristisch

zu heikel schien. Mit der

dringlichen Frage wird der Bundesrat

aufgefordert, auf die kontraproduktiven

Auswirkungen der Hanfjagd zu

antworten und den Kantonen zu

empfehlen, die juristische Hetze auf

ordentlich geschäftende Hanfläden

bis zur revidierten Gesetzgebung einzustellen.

Gerade die Repression gegen

die Mitgliederbetriebe der

schweizer hanf koordination SHK,

die sich per verbindlichem Verbandsreglement

verpflichten, keinen Verkauf

an unter 18jährige, keinen Import/Export

und keine Werbung von

psychoaktiven Substanzen des Hanfes

zu betreiben, sollen endlich eine

Rechtsicherheit erhalten. Zeit wär’s;

wir bleiben dran! ■

Provokative, aber durchaus zutreffende Parolen...

Rollenspiel auf dem Bundesplatz: Helvetia

verschnippselt Steuergeld; der Richter ist

der Schenker

hanf szene

sommer 2003

swiss hemp times

35


Aus der Luft gegriffen

Margot Steiner

Die Saat der Zwiespalt

fällt meist auf

fruchtbaren Boden

Innerliche Freiheit lässt

die Fetzen fliegen

Wer mit Blindheit

geschlagen ist,

sollte sich nicht

im Dunkeln fürchten

Aufsteller

Wenigstens die «linken Netten»

lassen die Hanfbranche nicht

ganz hängen: SP-Nationalrätin

Ursula Wyss fordert den Bundesrat

in einer «dringlichen Frage»

auf, die Kantone zur Sistierung

der Hanfrepression anzuhalten.

Ablöscher

Im Tessin wurde anlässlich der

grossen Hanfrazzien auch die

hochschwangere Freundin eines

Hanfhändlers inhaftiert und erst

wenige Tage vor der Geburt

des Kindes freigelassen. Wo

bleibt die Verhältnismässigkeit?

hanf szene

Die lustige Hanfmontage

sommer 2003

■ Nach der Hanf-Legalisierung liess sich die marode «Swiss»erneut von Tyler Brûlé umstylen.

© 2002 Willi Blaser

swiss hemp times

37


Die vollkommene Welt

Patrick Michael Hunziker

Eine Geschichte zur Besinnung in der Zeit des Erwachens

Teil 13

«Auch ich war einst zu Reisen aufgebrochen

und rettete mich schlussendlich

hier in die Berge, wo ich

meine Ruhe habe und ungestört

mein einfaches Eremitenleben führen

kann.Von allen Orten, die ich besucht

habe, ist es mir hier am wohlsten

und Kasha, die Stadt zu der du

unterwegs bist, gehört nicht zu den

friedlichsten Plätzen. Halte dich von

ihr fern, Joshua, hörst du? Dreh um

und kehre zurück in dein Dorf, wo du

hergekommen bist. Du wirst auch

dort deine Antworten finden, sie sind

nicht draussen in der weiten Welt,

sondern im tiefen Innern deines Herzens!»

«Mein Herz ist es, das mich hierher

geführt hat und mein Herz ist es, das

zu mir spricht und mich nach Kasha

führen will, damit ich die Erfahrungen

mache, welche für mich von Nöten

sind, Antonius! Warum sollte ich

also umkehren und mich nicht von

meinem Herzen leiten lassen und

den Herausforderungen stellen, welche

dort auf mich warten?», entgegnete

ihm Joshua fragend.

Antonius blickte ihn mit einem erfahrenen

und verständnisvollen

Blick in die Augen, blieb jedoch ruhig

und antwortete nicht sogleich.

Joshua wurde etwas unruhig, kniete

am Lagerfeuer nieder und begann

mit einem Ast in den glühenden Hölzern

herum zu stochern. Auch Antonius

machte es sich am Feuer bequem

und sprach:

«Du magst recht haben, Joshua, und

ich will und kann dich nicht aufhalten

deine Suche fort zu setzen, auch

wenn dich dein Weg nach Kasha führen

sollte. Dein Verhalten erinnert

mich an meine jungen Tage, wo ich

ebenso in die Welt hinaus zog und

unzählige Erfahrungen machte, welche

mein Leben prägten. So ist es

wichtig, das jeder einzelne, auch du,

seinen Weg beschreitet und die

jeweiligen Erfahrungen für sein

Leben macht. Niemand kann dir

diese abnehmen oder mit Worten

und Erzählungen durch den Geist

vermitteln.»

Antonius schaute Joshua während er

sprach ruhig in die Augen und Joshua

spürte die Aufrichtigkeit und das

Verständnis, welches ihm Antonius

entgegen brachte. Er schien ein erfahrener

Mann zu sein, der schon einiges

gesehen und erlebt hatte.

Noch bevor Joshua ihn fragen konnte,

wovor er ihn denn beschützen

oder welche Erfahrung er ihm denn

ersparen würde, fuhr dieser fort zu

erzählen:

«Bedenke, dass es immer beide Seiten

im Leben gibt: Die sonnige, harmonische

und angenehm unbekümmerte

Seite und diejenige, welche

dunkel und von Schmerz und Trauer

begleitet ist. Doch wie du bereits

selbst festgestellt hast, gehören beide

Seiten zusammen und sind da um

uns zu formen und uns ein Verständnis

über den jeweiligen Zustand zu

vermitteln. So ist es wichtig, den

Schmerz und die Trauer zu erfahren,

damit wir in sorglosen Zeiten das

Glück intensiver geniessen können!»

Antonius hielt einen Moment inne

und horchte auf. Hinter den Büschen

neben der Höhle knackten einige

Zweige. Beide blieben sie ruhig und

beobachteten die Stelle, von wo aus

die Geräusche kamen. Plötzlich teilte

sich das Gebüsch und ein junges

Reh hinkte langsam auf sie zu. Ganz

offensichtlich war es an den Hinterbeinen

schwer verletzt, vielleicht von

einem Sturz in eine Felsspalte.

So gut es noch ging, schleifte es sich

zu Antonius hin, welcher sich ruhig

erhob und ebenfalls auf das Rehkitz

zuging. Er beugte sich über das verletzte

Tier und runzelte die Stirn. Genau

in dem Moment, als er es sanft

am Kopf berührte, legte sich das Reh

hin und schlief mit einem letzten

Atemzug ein. Die Muskeln erschlafften,

und die Seele löste sich vom

Körper. Joshua glaubte für eine kurze

Zeit ein helles Licht über dem toten

Körper aufsteigen zu sehen, welches

sich dann mit dem Himmel zu

verbinden schien.

Antonius legte die Handflächen aufeinander

und begann für das Tier zu

beten und zu danken. Joshua beobachtete

ihn und tat es ihm gleich.

Als er die Augen schloss und begann

über das eben Erlebte zu meditieren,

wurde ihm bewusst, dass sich dem,

der in Ruhe und in Harmonie lebt,

die Welt öffnen kann und er immer

das erhält, was er benötigt.

«Musst du niemals jagen, wenn du

Fleisch essen willst,Antonius?», fragte

ihn Joshua erstaunt.

«Ich esse selten Fleisch, Joshua, und

töte nicht aus einer Lust heraus. Die

Natur bietet noch viele andere Leckerbissen,

welche sie uns zur Verfügung

stellt. So gibt es auch süsse

Wurzeln und weiche Rinden, welche

vorzüglich schmecken und den Hunger

stillen. Das hier ist ein grosses

Geschenk an uns beide und es

scheint, als solltest du nicht gleich

aufbrechen und weiter ziehen. Lass

uns erst unser Festmahl zusammen

geniessen.»

(wird fortgesetzt)

spirit of nature

sommer 2003

swiss hemp times

39


Rolf Reber

hanf inteam

Alter: 33 Jahre

Angestellt bei: The Hemp Choice GmbH, Laufen

als Geschäftsführer seit Sommer 2001

Was hast du vorher gemacht?

Ich habe Wirtschaftsinformatik in einer Grossbank

erlernt und danach ein paar Jahre in diesem Bereich

gearbeitet.

Zwischen Wirtschaftsinformatiker und Hanfladenführer

scheinen Welten zu liegen. Wie bist du zum Hemp Choice

gekommen?

Mich hat der medizinische Aspekt des Hanfes immer

schon sehr interessiert und als für den Laden ein neuer

Geschäftsführer gesucht wurde, bin ich angefragt

worden.

Was sind für dich die wichtigsten Grundsätze im

Zusammenhang mit Hanf?

Der Jugendschutz hat für mich eine ebenso wichtige

Rolle wie der medizinische Aspekt des Hanfes. Ich verzichte

konsequent darauf, Hanf an Jugendliche unter 18

zu verkaufen und gehe noch einen Schritt weiter, indem

ich sage, dass die Hanfbranche aktiv darauf hinarbeiten

sollte, dass nur noch erwachsene Menschen Hanf konsumieren

dürfen.

Hast du medizinische Erfahrungen mit Hanf?

Wir haben sehr viele Kunden, die den Hanf zu medizinischen

Zwecken einsetzen, z.B. gegen Nierenschmerzen

oder Schlafstörungen.

Wie geht deiner Meinung nach die Gesellschaft in 10

Jahren mit Hanf um?

Es wäre schön, wenn die Jugendlichen vom Hanf befreit

wären und kranke Leute ohne Schikane und Registration

Hanf erhalten.

Jérôme Ramser

Alter: 28 Jahre

Angestellt bei: Proweeda GmbH, Grenchen

als Geschäftsführer seit Herbst 2002

swiss hemp times

sommer 2003

Was hast du vorher gemacht?

Ursprünglich habe ich kaufmännischer Angestellter gelernt,

habe danach in einem Hanfladen gearbeitet und

als eine Kollege Proweeda aufbaute, bin ich auch eingestiegen.

Wie sieht das Sortiment von Proweeda GmbH aus?

Ich verkaufe unsere «Gitty&Göff»-Filter, Schuhe und

Kleider aus Hanf an Hanfläden in der ganzen Schweiz.

Du verkaufst keine Blüten?

Nein, ich habe eine Familie und halte mich vom Blütenverkauf

fern. Bis jetzt sind wir über die Runden gekommen,

aber wenn die Polizei weiterhin so viele Hanfläden

dichtmacht, habe ich auch bald keine Kunden mehr...

Benutzt du selber Hanfprodukte?

Ja klar, Seife, Mehl und Tee. Ich hoffe, es wird noch

viele Hanfprodukte geben, an denen wir grosse Freude

haben werden.

Was für ein Verhältnis hast du in 10 Jahren zum Hanf?

Momentan stecke ich ein bisschen in einer negativen

Phase, weil so viele Läden dichtgemacht werden und somit

auch die Existenz der Proweeda GmbH gefährdet

ist. Aber falls der Trend wieder kippt, werde ich sicherlich

weitermachen.

40


Roman Bettschen

Was hast du vorher gemacht?

Ich habe Tiefbauzeichner gelernt und danach etwa eineinhalb

Jahre auf dem Beruf gearbeitet.

Wie bist du zu Kings´s Castle gekommen?

Während ich beim Thuner Hanf-Center arbeitete, haben

ein Kollege und ich angefangen, King´s Castle aufzubauen.

Hast du mal eine komische Szene mit der Polizei erlebt?

Ja klar. Ich habe in einer Garage einen Joint geraucht.

Das Garagentor war offen und es herrschte ein ziemlicher

Nebel in der Garage, als zwei Polizisten kamen

und mich filzen wollten. Es war zu spät um den Joint zu

Alter: 25 Jahre

Angestellt bei: King's Castle GmbH, Thun

als Geschäftsführer Stv. (Knappe) seit Februar 2003

verstecken, also habe ich ihn seelenruhig weitergeraucht.

Und hatte der Vorfall Konsequenzen?

Nein, sie haben nicht gemerkt, dass ich nicht eine normale

Zigarette rauchte und sind, nachdem sie sich entschuldigt

hatten, abgezogen.

Welchen Platz hat der Hanf in 10 Jahren in deinem

Leben?

Ich denke, der Hanf hat ein enormes wirtschaftliches

und industrielles Potential. Ich möchte die Verwendung

von Hanf als Baustoff fördern und nutzen.

hanf inteam

Petra Vesela-Homolka

Alter: 35 Jahre

Angestellt bei: Hemp Valley Beer, Malters

als Product Manager seit 2000

Was hast du vorher gemacht?

Ich war im Musikmanagment tätig, das heisst, ich habe

für Schweizerbands Konzerte organisiert.

Wie bist du zu Hemp Valley Beer gekommen?

Ich kannte den Chef schon längere Zeit, und da ich aus

der Tschechei - dem Land des Bieres - komme, haben

wir uns gut ergänzt.

Warst du von Anfang an dabei, als die Idee mit dem

Hanfbier entstand?

Ja, mein Chef und ich sind zusammen in die Tschechei

gefahren um verschiedene Biere zu testen, damit hat alles

angefangen.

Wann bist du zum ersten Mal mit Hanf in Kontakt

gekommen?

Als Teenager habe ich in Hippie-Büchern über Hanf gelesen

und wollte ihn unbedingt ausprobieren.Also habe

ich einfach langhaarige Menschen auf der Strasse angesprochen

und so hat's dann geklappt. Geraucht haben

wir allerdings «nur» die Blätter.

Welchen Status wird Hanf in 10 Jahren in der Gesellschaft

haben?

Einen legalen. Ich hoffe, die Gesellschaft

wird den Hanf endlich wie eine Pflanze

behandeln.

von Florence Bieri

sommer 2003

swiss hemp times

41


High Maex

sÕHanflŠdeli

Alles rund um den Hanf !

Kleidung

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Und vieles mehr... !

Auf Euren Besuch, freuen wir uns !

Das High MaexÐTeam

e-mail: madmaex@bluewin.ch

Rorschacherstr. 173a

CH-9000 St. Gallen


Hilfeschrei des

Hanfes Lotti Loosli

dr. hanf

Wo ist euer Mut, so wie ihn vor

700 Jahren die alten Eidgenossen

hatten?

Wo ist euer Kampfgeist für etwas

einzustehen, von dem ihr überzeugt

seid, dass es richtig ist?

Wo ist euer Sinn für Recht und

Gerechtigkeit?

Seid ihr so zufrieden, solange ihr

bekommt, was ihr wollt?

Denkt ihr nicht auch weiter an

eure und meine Zukunft?

Zusammen könnten wir soviel erreichen,

mehr Arbeitsplätze schaffen,

mich wieder attraktiv als Rohstoff

einzusetzen, Kranken helfen

und den leidenden Landwirten ein

besseres subventionsfreies Einkommen

sichern. Die Möglichkeiten

sind so vielseitig, es würde Seiten

füllen, sie alle aufzuzählen.

Ich verlange nicht viel von euch,

nur dass ihr zu eurer Kultur,

eurem Genussmittel

und eurer Medizin

steht. Also wehrt

euch dafür, unterstützt

den Kampf um

Hanf! Wer hat das

Recht, eine Pflanze zu

verbieten?

Mein Herz und meine

Stimme hat der Hanf –

wo bleibt eure?

Für den Hanf:

Lotti

sommer 2003

swiss hemp times

43


Bier: Droge oder Genussmittel?

Rinaldo Eckmann

Von wem das Bier wirklich erfunden wurde, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Wie der

Hanf, wird auch Bier seit Jahrtausenden in verschiedenen Kulturkreisen genutzt und begleitet

die Menschen, seit es so etwas wie Kultur überhaupt gibt. Ist Bier eine Droge oder ein

Genussmittel? Ist es ein Lebensmittel oder gar alles miteinander?

Der Anbau von Gerste und Emmer,

aber auch verschiedener anderer

Getreide als potentielle Rohstoffe

des Bieres, sind in verschiedenen

Gegenden schon für die Zeit um

7000 v. Chr. belegt.

Fest steht, dass bereits die Sumerer

in Mesopotamien etwa 4500 – 3000

v. Chr. ein bierähnlich gebrautes Getränk

kannten. Eine Darstellung auf

kleinen Tontäfelchen (um 4000

v.Chr.), die heute im Louvre zu sehen

ist, kann denn als Darstellung

des Bierbrauens gedeutet werden.

Um 3400 v. Chr. taucht dann die älteste

bis heute bekannte Darstellung

von Biertrinkern auf einer bemalten

Tonvase auf (Fundort: Khafaje

im Irak). Um 1800 v. Chr. sind

im berühmten steinernen Kodex des

Babylonierkönigs Hammurabi die

ersten gesetzlichen Regelungen zu

finden. Auf dem «Codex Hammurabi»

befinden sich Regeln zur Herstellung

und zum Verkauf von Bier,

sowie zu den maximal zulässigen

Preisen. Ausserdem finden sich Bestimmungen

über die einzuhaltende

«Stammwürze» und insbesondere

die Deputatmengen (Deputate:

Diensteinkünfte in Naturalien) für

die einzelnen Bevölkerungsgruppen.

Und um 2003 n.Chr. streiten unfähige

Leute ohne Kultur immer noch

um Lösungen zur Regelung von

Substanzen!

nabinaceae, und der Hanf viel früher

zur Bierwürze verwendet wurde,

gilt er von da an als geächtet!

Das «Deutsche Reinheitsgebot» war

das erste Drogengesetz, mit dem der

Gebrauch von bewusstseinserweiternden

und -verändernden Pflanzen

ausdrücklich verboten wurde.

Unsere modernen Drogengesetze

sind allesamt christliche Attacken

gegen die heidnischen Heilkräuter

unserer Vorfahren. Hanf, Opium,

Zauberpilze, etc. fallen unter das

Betäubungsmittelgesetz; Stechapfel

und Alraune unterliegen der Giftverordnung.

Die einzigen Drogen,

die uns die christliche Drogenpolitik

und -gesetzgebung gestattet, sind

die schädlichsten unter den bekannten,

nämlich Alkohol und Tabak. ■

Der Mensch macht durch sein Verhalten

den Unterschied, und nicht

die Substanz.

Rinaldo Eckmann

Von der Tradition dieser Willkür

zeugt bereits das «Deutsche Reinheitsgebot»

von 1516: Von da an

durften nur noch Hopfen, Gerste

und Wasser verwendet werden; den

verschiedenen Kräuterzusätzen wie

Hanf, Bilsenkraut oder Meerträubel

wurde der Garaus gemacht. Die alten

Kräuter wurden als Bierzusätze

verboten, weil sie allesamt «unchristliche»

Wirkungen hatten. Sie

waren aphrodisisch, erregend oder

mystisch wirksam. Obschon Hopfen

und Hanf zur gleichen Pflanzenfamilie

gehören, nämlich zu den Canculinarium

Hanfbier – ca. 22 Liter

Zutaten:

1 Liter (ca. 1,2 Kilo) Braumalz (Gerstenmalz)

ca. 1 kg Honig

50–100 g weibliche Hanfblüten

obergärige Hefe

20 Liter Wasser

Zuerst vermischt man den Honig mit 2 Litern Wasser

und gibt die Hanfblüten in die Lösung. Alles wird erhitzt

und für ein paar Minuten gekocht. Die Lösung mitsamt den

Hanfblüten gibt man in das Braugefäss (Kunstoffeimer müssen mit

kochendem Wasser sterilisiert werden) und setzt das verflüssigte

Malz hinzu. Umrühren und mit Wasser auf ca. 22 Liter auffüllen. Hefe

aufstreuen. Das angesetzte Gebräu muss wegen der obergärigen

Hefe an einem warmen Ort (20–25° C) verbleiben. Nach 4–5 Tagen

ist die Hauptgärung abgeschlossen und geht in die Nachgärung über.

Die Hefe setzt sich langsam ab und bildet einem Bodensatz. Jetzt

kann man das Gebräu auf Flaschen ziehen, wobei in jede Flasche

(0,7 L) zwecks weiterer Nachgärung ein gehäufter Teelöffel brauner

Zucker zugesetzt wird. Das Hanfbier schmeckt am besten, wenn es

für zwei bis drei Monate kühl (im Keller) gelagert wird.

© 2003 naturART

sommer 2003

swiss hemp times

45


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Rückschau

Highlife

AGENDA

Ausgewählte Leckerbissen:

hemp events

Bereits zum 6. Mal fand vom 25.–27.

April in Utrecht/Holland die «Highlife»-Hanfmesse

statt. Für dieses

Jahr konnte der Organisator Boy

Ramsahai eine grosse, moderne Halle

in der renommierten «Jaarbeurs»

mieten. Über 100 Aussteller aus

mehreren Nationen (mehrere aus

der Schweiz) haben in den drei

Tagen über 9000 Besuchern ihre

Produkte und Ideen vorgestellt. Die

Entwicklung weg von der rein holländischen

«Grow»-Messe hin zur

breitgefächerten internationalen

Hanfmesse (zum ersten Mal kam

eine nennenswerte Anzahl Aussteller

aus dem Bereich Bio-Rohstoff)

wurde von Ausstellern und Besuchern

sehr positiv aufgenommen.

Beim Rundgang durch die Messehalle

beeindruckte auch, mit welcher

Professionalität und Kreativität

die Hanfbranche sich und ihre

Produkte präsentierte. Wären da

nicht die angenehm süssen Düfte,

die durch die Halle schwebten,

man(n) wähnte sich an einer ganz

«normalen» Warenmesse. Doch auch

die Party-Time kam nicht zu kurz,

konnte Boy doch einige bekannte

holländische Musikgruppen engagieren,

welche in einer separaten

Halle den Besuchern einheizten.

Mit der Verleihung des Highlife-

Cup wurden auch heuer wieder

holländische Cannabisproduzenten,

Samenbanken und Coffee Shops geehrt,

nachdem deren Erzeugnisse

von einer ausgewählten Jury getestet

wurden. Mehr über die Highlife

2003 auf www.highlife.nl ■

Schweiz

Neben den grossen bekannten, finden auch

viele kleine feine Open-Airs statt. Hier eine

Auswahl aus «www.freak-festivals.ch»:

13.–14.6.2003

«Openeye»

Oberlunkhofen AG

21.6.2003

«Krach am Bach»

Tägerwilen TG

25.–27.7.2003

«Natural Sound»

Kiental BE

2.–3.8.2003

«Rebstock» (zum letzten Mal!)

Wil AG

7.–9.8.2003

«Outdoor Elch»

Balmberg bei Oberbalm BE

8.–9.8.2003

«Openair Bielersee»

Vinelz BE

12.4.–2.11.2003

«Flachs und Hanf»

In Langnau zeigt das Regionalmuseum

Chüechlihus am Bärenplatz

eine Sonderausstellung zum

Thema Flachs und Hanf. Der

Schwerpunkt liegt auf der textilen

Nutzung der beiden Pflanzen.

Öffnungszeiten:

Di–So, 13.30–18.00 Uhr.

sommer 2003

swiss hemp times

47


Vorschau

CannaBusiness

Die Vorbereitungen für die 8. internationale

«CannaBusiness» vom 12.–

14. September 2003 in Castrop-Rauxel/D

laufen auf Hochtouren. «Business»

ist auf der CannaBusiness nicht

nur ein Schlagwort: Seit ihrem Bestehen

ist die «Mutter aller Hanfmessen»,

die weltweit mit Abstand handelsintensivste

und fachbesucherstärkste

Veranstaltung auf diesem

Gebiet – wenn auch unter stetem

Druck der internationalen Konkurrenz.

Letztes Jahr erlebte die Messe

eine Rekordzahl von fast 1’100 Fachbesuchern,

die aus 32 Nationen in die

Europahalle strömten und regen

Austausch und Handel mit 126 Ausstellern

aus 16 Nationen betrieben.

An diesen Erfolg soll dieses Jahr angeknüpft

werden. Bereits jetzt sind

schon mehr als zwei Drittel der Hallenfläche

vermietet – alles deutet auf

eine abermals boomende CannaBusiness

2003 hin. Dazu wird ein buntes

Rahmenprogramm die Messe bereichern.

Bereits jetzt steht fest, dass

es eine attraktive Hanf-Modeschau

geben wird. Wie im Vorjahr, werden

auch dieses Mal wieder die Didgeridoo-Bläser

von «Traumkraft» für

eine ganz spezielle Atmosphäre sorgen.

Ebenfalls wieder am Start sein,

werden die Glasbläser der Republic

of Bongland, ausserdem wird es verschiedene

Live Music Acts geben.

Wenn das Wetter mitspielt, kann man

es sich im Biergarten gemütlich machen,

wo sich ebenfalls eine Reihe

von Messeständen befinden wird.

Mehr über die CannaBusiness 2003

unter www.cannabusiness.com ■

AGENDA

Ausgewählte Leckerbissen:

Weltweit

23.8.2003

«Hanfparade 2003»

Die grosse Manifestation in

Berlin; Demo ab 12.00 in der

Wilhelmstrasse, ab 16.00

Abschlussveranstaltung mit

Bühnenprogramm u.v.m.!

Infos unter www.hanfparade.de

21./22.8.2003

«EntheoVision»

Kongress in Berlin, Botanischer

Garten. Fachtagung mit hochkarätigen

Referenten. Tickets à € 60.–,

Voranmeldung unter

www.entheovision.de

12 –14.9.2003

«CannaBusiness»

Messe in Castrop-Rauxel/D.

Zum achten Mal findet die Hanffachmesse

bereits statt; weitere

Infos siehe «Vorschau» (l.)

hemp events

sommer 2003

swiss hemp times

49


die letzte

Nimm mich!

Die «SWISS HEMP TIMES»

im Briefkasten?

Abonnement CHF 20.–/Jahr

(4 Ausgaben)

Gönnerschaft CHF 50.–/Jahr

(4 Ausgaben & mehr)

Infos und News unter:

www.hemptimes.ch

Herzlichen Dank für deine

Unterstützung –

hasta la victoria siempre!

Lösung «hemp game»

IMPRESSUM

Matthias «Willi» Blaser

Chefredaktor

Die SWISS HEMP TIMES

erscheint alle drei Monate

Olivier Maier

legalize Eine er it, hemp Zeit history des Erwacr Besinnung Auflage: in 12000 der Ex. Zeit des Erwachens,

Informationen über Inserate, Termine Teil 7

Marc Zingg

Redaktor

der report

Nadir Lenazzi

Redaktor «Mr. K.C.»

growing

Roman Bettschen

Redaktor «El Creador»

growing

Patrick Michael Hunziker

Redaktor

spirits of nature

Lotti Loosli

Redaktorin

dr. hanf

Hannes Lüthi

Redaktor

cannaisseurs

Florence Bieri

Redaktorin

hanf inteam

Rinaldo Eckmann

Redaktor

culinarium

Peter «Monkey» Zysset

Kolumnist «Mr. M»

News frisch vom Feld

und Tarife unter www.hemptimes.ch/inserate

Herausgeber

Verein Schweizer Hanfblatt, Thun

Redaktion und Vertrieb

Swiss Hemp Times,

Monbijoustrasse 17, 3011 Bern

Tel. 031 398 14 47

Fax 031 398 14 57

redaktion@hemptimes.ch

Mitarbeit an dieser Ausgabe

Margot Steiner, Tünde Kovacs, Marco Kuhn

Beratung

Symbiont Consulting, Bern

Grafische Gestaltung

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grafik@hemptimes.ch

Internet

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www.fatweb.ch

Druck

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Versand

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Redaktionelle Partnerschaft

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Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung

für unverlangt eingesandtes Material.

Reproduktion für kommerzielle Zwecke nur mit

schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

Alle Rechte vorbehalten.

Die nächste

«Swiss Hemp Times»

erscheint am

21. September 2003

JUGENDSCHUTZ

Die guten Taten des Hanfgeistes

sommer 2003

swiss hemp times

© 2003 Willi Blaser

50

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