Bestes Systemhaus 2011 - PROFI Engineering Systems AG

profiag

Bestes Systemhaus 2011 - PROFI Engineering Systems AG

Ranking:

Die 25 größten Anbieter

in Deutschland

19. September 2011 | www.computerwoche.de

spezial

Die besten

SYSTEMHÄUSER

Exklusive Umfrage:

Anwender bewerten

Stärken und Schwächen


2 Spezial Systemhaus 38/11

Anwendervotum 3

Die besten Systemhäuser

Wie zufrieden sind Anwender mit ihren Systemhäusern?

Knapp 2600 Systemhauskunden haben auf unseren Aufruf

geantwortet und Sieger in drei Umsatzkategorien gekürt.

Projektbewertungen 6

Wem die Anwender vertrauen

Die Anwender schätzen die Projektarbeit ihrer Systemhäuser.

Sie gaben ihren Dienstleistern gute bis sehr gute Noten in

Kategorien wie Mobility, Storage und Security.

Anbieter-Ranking 12

Die großen Systemhäuser blühen auf

Die Branche wächst kräftig und strotzt vor Selbstbewußtsein.

Alle großen Anbieter kalkulieren in den kommenden Monaten

mit überdurchschnittlichen Zuwachsraten.

Trends 2012 15

Was die Systemhäuser erwartet

Die Branche bereitet sich auf das Cloud Computing vor und

baut ihr Portfolio entsprechend aus. Zudem rechnet sie mit

steigenden Bedarf an Managed Services.

Systemhausumfrage 18

Entspannte Stimmung

Die Systemhäuser blicken optimistisch in die Zukunft. Allenfalls

der drohende Fachkräftemangel und übergriffige Hersteller

trüben die Zuversicht der Anbieter ein wenig.

Das finden Sie auf www.computerwoche.de/

Prognose: Die Bedeutung

externer Services

für Anwender wird steigen.

Doch insbesondere

Projektanbieter müssen

sich wandeln, denn die Nachfrage verschiebt

sich hin zu günstigen und standardisierten

IT-Dienstleistungen.

www.computerwoche.de/2369789

Editorial

Joachim Hackmann

Leitender Redakteur CW

Outsourcing: Die Marktforscher von Gartner

haben zehn Faktoren zusammengetragen,

die das Outsourcing der Zukunft beeinflussen.

Dazu zählen Trends wie Hyperdigitalisierung

und Consumerization.

Künftig steuern Sourcing-Manager in den

Unternehmen die Zusammenarbeit mit externen

Partnern.

www.computerwoche.de/2355226

Zufriedenheit schafft Nachfrage

Selten zuvor ist es der Systemhausbranche so gut gegangen

wie jetzt. Unter wirtschaftlichen Aspekten knüpften die Anbieter

im ersten Halbjahr 2011 am sehr guten Verlauf des

Vorjahres an. Einer Erhebung der CW-Schwesterpublikation

„ChannelPartner“ zufolge rechnen alle befragen Systemhäuser

auch künftig mit hohen Wachstumsraten.

Die Anwender stützen den Optimismus. Rund 2600 Systemhauskunden

haben die Arbeit ihrer Partner in einer gemeinsamen

Studie von COMPUTERWOCHE und ChannelPartner

überwiegend gut oder sehr gut bewertet. Trotz hoher Auslastung

wurden die Projekte zumeist erfolgreich abgeschlossen.

Anwender haben die Investitionsbremse

gelöst. Insbesondere die Nachfrage nach

Storage-Projekten steigt.

Die Umfrage dokumentiert auch die anziehende Investitionsbereitschaft

der Anwender. Stark gestiegen ist die Nachfrage

nach Storage-Projekten: Das Speichern, Sichern und

Auswerten der stetig wachsenden Datenberge wird zusehends

erfolgskritisch. Mehrbedarf besteht auch an IT-Infrastrukturprojekten.

Die Firmen haben wieder Mittel, um ihre

Installationen zu überarbeiten. Sichtbares

Zeichen sind viele Vorhaben

zur Einführung von Windows 7. Alles

in allem zeigt sich, dass die Anwender

viele Vorhaben gestartet

haben, um zum einen die Effizienz

in der IT und zum anderen die

Nutzung der IT durch Mitarbeiter

in den Fachbereichen zu verbessern.

Bleibt zu hoffen, dass die Turbulenzen

an den Aktienmärkten

nicht Entwicklung bremsen.

SAP-Beratung: Die ERP-Lösungen von

SAP sind in vielen deutschen Unternehmen

erste Wahl. Entsprechend boomen

Services rund um SAP-Systeme und -Anwendungen.

Wir nennen Ihnen Schwerpunkte

und Branchenausrichtung sowie

Stärken und Schwächen der zehn größten

SAP-Beratungshäuser in Deutschland .

www.computerwoche.de/2490273


38/11

Die besten

2011

Systemhäuser

Von Ronald Wiltscheck*

Wir haben die IT-Anwender nach ihrer

Zufriedenheit mit ihren IT-Dienstleistern befragt.

Cancom, Profi Engineering sowie Schuster und

Walther haben überzeugt. Sie sind die jeweils

besten Anbieter ihrer Umsatzklasse.

Von Ronald Wiltscheck*

Spezial Systemhaus 3

Um das Wettbewerbsumfeld möglichst

gerecht abzubilden, wurden

die Awards wie in den Jahren zuvor

in drei Kategorien vergeben. Als Klassifizierungsmerkmal

gilt der Jahresumsatz

der Systemhäuser in Deutschland.

Dabei wurden kleine Anbieter (maximal

50 Millionen Euro Einnahmen im Jahr

2010), mittelständische Systemhäuser

(Umsatz zwischen 50 Millionen und 250

Millionen Euro) sowie große Dienstleister

(mehr als 250 Millionen Jahresumsatz)

untereinander verglichen.

Zu den Branchenschwergewichten zählen

beispielsweise T-Systems, Computacenter,

Bechtle, Cancom und Comparexin.

In diese Liga ist zuletzt noch Allgeier mit

Einnahmen in Höhe von 265 Millionen

Euro aufgestiegen. Fritz & Macziol hat

Foto: Fotolia/UltraPop


4 Spezial Systemhaus 38/11

einen solchen Sprung mit einem Inlandsumsatz

von 230 Millionen knapp verfehlt.

Für Fritz & Macziol hätte sich der Aufstieg

rentieren können, denn im Zufriedenheits-Ranking

zeigt sich immer wieder:

Je größer der Anbieter, desto

schlechter die Bewertung. Von diesem

Muster können im Vergleich mit Platzhirschen

wie Bechtle und Computacenter

solche Dienstleister profitieren, die mit

ihren Jahreseinnahmen nur knapp über

der Grenze von 250 Millionen Euro liegen.

Begünstigt durch den Aufstieg in die

höhere Umsatzklasse hat sich Allgeier

den dritten Rang unter den Systemhäusern

mit Jahresumsätzen jenseits der

Viertelmilliarde-Euro-Marke erobert. Die

Münchner haben sich im Urteil ihrer

Kunden innerhalb eines Jahres von 2,43

auf 1,92 verbessert. Unter den mittelgroßen

Systemhäusern hätte diese gute

Bewertung jedoch nicht zu einem Podestplatz

gereicht.

Der Notendurchschnitt der großen Systemhäuser

fällt mit 2,23 schlechter aus

als bei den mittleren Dienstleistern

(Durchschnittsnote 1,97). Die Systemhäuser

mit Jahresumsätzen unter 50 Millionen

Euro haben im Schnitt mit der Note

1,64 noch besser abgeschnitten.

Die besten

großen Systemhäuser

An der Spitze der großen Systemhäuser

blieb alles beim Alten. Gemessen an der

Beliebtheit bei den eigenen Kunden, gewann

hier zum dritten Mal hintereinander

Cancom vor Bechtle, obwohl sich die

neue und alte Nummer eins von 1,53

(2009) über 1,68 (2010) auf aktuell 1,79

im Kundenurteil verschlechtert hat.

Bechtle verbesserte sich dagegen im Kundenurteil

von 2,05 auf 1,91. Damit hat

der zweitgrößte Anbieter wieder das Niveau

aus dem Jahr 2009 erreicht.

Die Entwicklung lässt auf einen spannenden

Wettbewerb im Jahr 2012 hoffen,

denn es ist davon auszugehen, dass die

Fritz & Macziol GmbH in diese Umsatzklasse

aufsteigt. Mit der aktuellen Bewertung

von 2,11 wäre das Unternehmen

zwar keine Bedrohung für die frisch gekürten

beliebtesten Anbieter. Schafft Fritz

& Macziol jedoch die Rückkehr zu alter

Stärke, wäre ein vorderer Platz denkbar.

Frühere Bewertungen waren immer zwischen

1,8 und 1,9 gelegen.

Außerdem rückt das Verfolgerfeld näher

an das Führungstrio heran. Comparex

(2,19) und Computacenter (2,4) ha-

ben in den Augen ihrer Kunden ebenfalls

gute Arbeit geleistet. Ersteres Unternehmen

konnte sich sogar deutlich verbessern.

Und auch Computacenter hat das

Potenzial für bessere Noten. Immerhin

wurde Deutschlands größtes Systemhaus

von seinen Kunden 2008 schon einmal

mit 2,0 bewertet. Etwas abgeschlagen in

dieser Umsatzklasse ist hingegen

T-Systems platziert. Die Telekom-Tochter

stagniert traditionell zwischen Werten

von 2,6 und 2,8.

Die besten

mittelgroßen Systemhäuser

Ein komplett neues Führungstrio gibt es

in der Umsatzklasse zwischen 50 und 250

Millionen Euro. Den dritten Rang in der

Kundenbeliebtheit unter diesen mittelgroßen

Systemhäusern errang wie schon

2008 und 2009 Datalog. Gegenüber 2010

(Platz neun) verbesserte sich der Lizenzspezialist

um mehr als eine halbe Notenstufe

von 2,02 auf 1,44. Das ist der beste

Wert, den Datalog je erreicht hat.

Zum ersten Mal in die Wertung überhaupt

hat es Sysback geschafft und auf

Anhieb mit einer Note von 1,38 den zweiten

Platz in der Kundenzufriedenheit

unter den mittelgroßen Systemhäusern

erobert. Der Kampf um den Spitzenplatz

hat sich Profi Engineering mit nur zwei

Hundertstel Prozentpunkten die Krone

im Zufriedenheits-Ranking geschnappt.

Die Hessen wurden seit 2008 schon immer

sehr gut oder gut von ihren Kunden

beurteilt, doch für eine Top-drei-Platzierung

hatte es bisher noch nie gereicht.

Nun hat sich Profi Egineering aber innerhalb

eines Jahres um mehr als sechs

Zehntelnoten gesteigert und wurde so

zum kundenfreundlichsten Systemhaus

in der mittleren Umsatzklasse gewählt.

Die besten

kleinen Systemhäuser

In der Umsatzklasse unterhalb der 50-

Millionen-Euro-Grenze hat es der Sieger

der letzten zwei Jahre auch 2011 wieder

geschafft, die Konkurrenz zu distanzieren.

Mit einer Durchschnittsbewertung

von 1,19 konnte Schuster & Walther

die Verfolger deutlich auf Abstand halten.

Advanced Unibyte, im vergangenen Jahr

noch zweitplatzierter Anbieter der Liste,

büßte einen Platz ein, obwohl das Unternehmen

sich im Kundenurteil von 1,73

auf 1,37 verbesserte. Es musste die erstmals

in die Wertung aufgenommene Krämer

IT (1,28) an sich vorbei ziehen lassen.

Das im Vorjahr noch drittplatzierte

BSH Systemhaus hat Ende 2010 Insolvenz

anmelden müssen.

war eng, denn mit einer Note von 1,36 u

Umsatzklasse ab 250 Millionen Euro

Rang (Vorjahr) Name Note

1 (1) Cancom 1,79 (1,68)

2 (2) Bechtle 1,91 (2,05)

3 (–*) Allgeier 1,92 (2,43)

Umsatzklasse 50 bis 250 Millionen Euro

Rang (Vorjahr) Name Note

1 (8) Profi Engineering 1,36 (1,98)

2 (–) Sysback 1,38

3 (9) Datalog 1,44 (2,02)

Umsatzklasse bis 50 Millionen Euro

Rang (Vorjahr) Name Note

1 (1) Schuster & Walther 1,19 (1,18)

2 (–) Krämer IT 1,28

3 (2) Advanced Unibyte 1,37 (1,73)

Quelle: COMPUTERWOCHE; * wurde 2010 in der mittleren Umsatzklasse gewertet.


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Aufsteiger und

Newcomer des Jahres

Zuzüglich zu den jeweils drei Erstplatzierten

in den drei Umsatzkategorien gibt

es auch in diesem Jahr zwei Sonderpreise.

Den Titel „Aufsteiger des Jahres“

hat die Kumatronik GmbH verdient, sie

verbesserte sich gegenüber 2010 um 0,82

Notenpunkte. Das ist die höchste Steigerung

unter allen Systemhäusern. Der

Award für den „Newcomer des Jahres“

wird alljährlich unter den Anbietern verliehen,

die es erstmals in die Wertung

geschafft haben. Zum Gewinner wird das

Systemhaus gekürt, dass unter allen Neu-

Beste Systemhäuser 2011

Weiterempfehlung Gesamt-Ranking

Bewertung in %

1 Krämer IT 98,95

2 Schuster & Walther 97,38

3 MR Datentechnik 95,36

4 Datalog 95,36

5 Advanced Unibyte 95,23

6 Profi Engineering 94,07

7 Dualutions 94,04

8 Sievers Group 92,09

9 Controlware 91,23

10 SHD Systemhaus Dresden 90,36

11 ACP Holding 89,69

12 Hönigsberg & Düvel 89,32

13 Datagroup 88,26

14 IT-Haus 87,61

15 Kumatronik 87,24

16 Bechtle 86,72

17 Cancom 86,24

18 Inforsacom 86,20

19 Raber + Märcker 85,88

20 Axians-NK 84,72

21 Concat 84,61

22 SVA System Vertrieb Alexander 83,57

23 Fritz & Macziol 79,55

24 SteinhilberSchwehr 78,82

25 PC-Ware 78,48

26 Allgeier 77,78

27 ADA Systemhaus 75,83

28 Dimension Data 73,87

29 Pan Dacom 72,81

30 Computacenter 70,87

31 Comline 70,71

32 Fiducia IT 68,18

33 T-Systems 65,46

Quelle: COMPUTERWOCHE

Die Studie

Die Umfrage zur Zufriedenheit der Anwender mit ihren Systemhäusern wird von COM-

PUTERWOCHE und ChannelPartner gemeinsam betrieben. Anwender konnten in der

Zeit von Mitte April bis Ende Juni einen Online-Fragebogen ausfüllen. Insgesamt haben

knapp 2600 Anwender mehr als 6100 Projekte bewertet.

Die Kundenfreundlichkeit der Systemhäuser wurde qualitativ und quantitativ erfasst.

Dazu mussten die Anwender zunächst über die Qualität ihres Partner urteilen: Wie präsentierte

sich der Dienstleister beim Kunden? Wie wurden Kunden im Vorfeld von Projekten

beraten? Damit sich ein Bild vom Projektverlauf ergab, mussten die Teilnehmer

beschreiben, wie das von ihnen beauftragte Systemhaus das Projekt-Management angegangen

war: Wie zufrieden waren sie mit der Kommunikation, den Reaktionszeiten

und der Kompetenz der Mitarbeiter? Wurden versprochene Termine eingehalten? War

das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen? Wie gut war die Betreuung nach Projektende

(Wartung und Schulung)? Die Teilnehmer konnten zu allen Fragen Schulnoten

von eins (sehr gut) bis sechs (sehr schlecht) vergeben.

Darüber hinaus wurden die Anwender danach befragt, nach welchen Kriterien sie ihr

Systemhaus auswählen. 86,6 Prozent nannten hier die Fach- und Branchenkompetenz

des Systemhauses, 71,34 Prozent achten auf ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mehr als die Hälfte finden zudem die gute Zusammenarbeit bei IT-Projekten besonders

wichtig. Kaum eine Rolle spielt die internationale Präsenz der Anbieter. Dieses Kriterium

kreuzten weniger als vier Prozent als bedeutsam an.

Der Wert persönlicher Beziehungen spiegelt sich auch in den Antworten auf die Frage

„Wie sind Sie auf das Systemhaus Ihrer Wahl aufmerksam geworden?“ wider. 77,5 Prozent

arbeiten mit ihrem langjährigen Partner zusammen, die Bereitschaft zum Anbieterwechsel

hält sich offenbar in Grenzen. Zudem vertrauen die Anwender hier gerne auf

das Urteil befreundeter Unternehmen oder Kollegen. 18,8 Prozent haben ihren Dienstleister

aufgrund einer persönlichen Empfehlung gefunden. Ab und zu folgen die Unternehmen

auch den Ratschlägen ihrer Hersteller. 15,3 Prozent waren nach Hinweisen

durch ihre Lieferanten erfolgreich bei der Partnerwahl.

lingen die beste Note erzielt hat. 2011

konnte sich Dualutions mit einer durchschnittlichen

Kundenbewertung von 1,45

gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Die am häufigsten

empfohlenen Systemhäuser

Außer den genannten Projektbewertungen

ermittelte die Studie von ChannelPartner

und COMPUTERWOCHE auch

die Weiterempfehlungsraten der Systemhäuser.

Die Anwender wurden um Auskunft

gebeten, ob sie ihre Systemhäuser

guten Gewissens anderen Kunden vorschlagen

würden. Ein Wert von 100 Prozent

bedeutet hier, dass Anwender ihr

Systemhaus anderen ohne Einschränkungen

weiterempfehlen würden. Null

Prozent ist gleich bedeutend mit der Aussage:

„Dieses Systemhaus kann ich auf

gar keinen Fall empfehlen.“

Dieses Ranking hat ganz klar Krämer

IT vor Schuster & Walther gewonnen. Auf

den dritten Rang hat es MR Datentechnik

geschafft. Dadurch können die Nürnber-

Spezial Systemhaus 5

ger in diesem Jahr einen Achtungserfolg

feiern. In den vergangenen drei Jahren

waren sie Dauersieger in der Umsatzklasse

von 50 bis 250 Millionen Euro, wurden

hier in der aktuellen Umfrage jedoch auf

den vierten Rang verwiesen.

Der Vergleich der Weiterempfehlungs-

Rankings aus den Jahren 2010 und 2011

zeigt eine schwindende Dominanz kleiner

Häuser zugunsten mittlerer. 2010 wurden

Platz eins bis sechs ausnahmslos von Anbietern

mit Jahreseinnahmen unter 50

Millionen Euro belegt. 2011 schoben sich

mit MR Datentechnik, Datalog, Profi Engineering

und Controlware gleich vier

Anbieter aus der 50-bis-250-Millionen-

Euro-Klasse in die Top Ten. Systemhäusern

mit über 250 Millionen Euro Umsatz

blieben die vorderen Plätze verschlossen.

Die beiden besten, Bechtle und Cancom,

liegen auf Rang 16 und 17. (jha)

*Ronald Wiltscheck ist stellvertretender

Chefredakteur der CW-Schwesterpublikation

ChannelPartner.


6 Spezial Systemhaus 38/11

Wem die

ANWENDER

vertrauen

Wie zufrieden sind

die Kunden mit den Projekten

ihrer Systemhäuser? Wir haben nachgefragt und

die Anwender um ihr Urteil in insgesamt acht Kategorien gebeten.

Von Joachim Hackmann*

Ein Blick auf die Umsatzentwicklung

im Systemhausmarkt des vergangenen

Jahres zeigt eine regelrechte

Rallye der Anbieter um die höchsten

Zuwachsraten. Bechtle, die aktuelle

Nummer zwei unter den größten Systemhäusern

Deutschlands glänzte mit einem

Plus von über 25 Prozent gegenüber Vorjahr.

Der Drittplatzierte Cancom legte mit

satten 29 Prozent zu und auch der Marktführer

Computacenter konnte auf ein

Plus von 12 Prozent verweisen. Insgesamt

verbesserte sich das hiesige Geschäft der

25 größten Anbieter im vergangenen Jahr

von 4,7 Milliarden Euro auf 5,5 Milliarden

Euro. Das entspricht einem Zuwachs

von 18 Prozent.

In einem derart schnell wachsenden

Markt bleibt die Kundenorientierung oft

auf der Strecke. Im hektischen Tagesgeschäft

bleibt wenig Zeit für intensive Betreuung.

Wo das Folgeprojekt schon wartet,

schwindet oftmals die Konzentration

dafür, das laufende Vorhaben sauber und

vollständig abzuschließen. Doch offenbar

haben die Systemhäuser eine gute Balance

zwischen wachsenden Auftragsvolumen

und nachhaltigem Kundenservice gefunden.

Die Umfrage zur Zufriedenheit der

Anwender mit ihren Systemhäusern, die

die COMPUTERWOCHE zusammen mit der

Schwesterpublikation ChannelPartner alljährlich

und bereits zum vierten mal in

Folge betrieben hat, lässt keine Hinweise

auf wachsenden Kundengroll zu. Über alle

Anbieter hinweg gaben sämtliche Teilnehmer

der Umfrage ihren Systemhäusern

die Durchschnittsnote 1,94 auf einer Skala

von eins (sehr gut) bis sechs (sehr

schlecht). Damit konnten sich die Dienstleister

sogar leicht verbessern. Im vergangenen

Jahr belief sich die Gesamtnote

aller bewerteten Firmen auf 1,95.

Ingesamt haben sich fast 2600 Anwender

an der Erhebung beteiligt. Deutlich

über 80 Prozent von ihnen waren direkt

in die Projekte mit den Systemhäusern

eingebunden, der Großteil als Projektleiter

oder als Mitglieder des Projektteams.

Ein Blick in die Detailauswertung zeigt,

dass vor allem die kleinen Anbieter zufriedene

Kunden haben. Sie wurden mit

einem Mittelwert von 1,64 besser als die

größeren Häuser bewertet. Das Urteil,

dass Anwender über mittelgroße Systemhäuser

mit einem Jahresumsatz zwischen

50 Millionen und 250 Millionen Euro

fällten, liegt mit einer Gesamtnote von

1,96 zwar knapp unter Marktdurchschnitt,

ist aber alles in allem dennoch

gut. Nur die großen Systemhäuser fallen

leicht ab. Ihnen gaben die Kunden eine

Note von durchschnittlich 2,21.

Besonders interessant ist ein Blick auf

die einzelnen Segmente. Die Anwender

wurden nach ihren Erfahrungen und ihrer

Zufriedenheit mit Projekten in folgenden

IT-Bereichen befragt.

• Anwendungssoftware und Softwareentwicklung;

• Managed Services;

• Mobility;

• Netzwerklösungen und Vernetzung;

• PC- und Server-Infrastruktur;

• Security;

• Storage;

• Software-Infrastruktur.

Sehr gute Beurteilungen gaben die Anwender

ihren Partnern im Mobility- und

Storage-Bereich. Vergleichsweise dürftige

Ergebnisse lieferten Softwareentwicklungs-Projekte,

wenngleich auch diese

Vorhaben unterm Strich mit einer guten

Note bedacht wurden. Die einzelnen Bewertungen

der Anwender zum Verlauf

ihrer IT-Vorhaben und ihre Zufriedenheit

mit den jeweiligen Projektpartner haben

wir ausgewertet. Anhand dieser Analyse

wurden die besten Systemhäuser in jedem

Segment gekürt:

Foto: Fotolia/M&S Fotodesign/senicphoto


38/11

Anwendungs- und Softwareentwicklung

Das Votum der Anwender zu Projekten

in der Anwendungs- und Softwareentwicklung

hat in diesem Jahr einen

neuen Spitzenreiter hervorgebracht. In

den beiden Erhebungen zuvor wählten

die Kunden jeweils das IT-Haus auf den

ersten Platz. Heuer konnte das Systemhaus

aus Föhren bei Trier den Spitzenplatz

nicht verteidigen, es rutschte mit

einer Durchschnittsnote von 1,82 (Vorjahr:

1,19) auf Rang sieben ab. Zum besten

Anbieter in diesem Jahr kürten die

Befragten Datalog mit einer Note von

1,47. Die Münchner haben es offenbar

am besten verstanden, die Kundenprojekte

erfolgreich abzuschließen. Doch

auch die folgenden Systemhäuser müssen

sich mit ihren Ergebnissen nicht verstecken.

Dicht gefolgt hinter dem Spitzenreiter

reihen sich MR Datentechnik (1,48)

sowie Hönigsberg & Düvel (1,53) ein.

Möglicherweise hängen die Verschiebungen

im Ranking mit den veränderten

Anforderungen der Kunden zusammen.

Zunehmend wirkt sich etwa der Einfluss

Managed Services

Die Betriebsdienstleistungen sind im

Mittelstand scheinbar wenig verbreitet.

In diesem Segment schafften nur zwei

Anbieter den Sprung in die Wertung. Zugangsvoraussetzung

ist ein Minimum von

zehn benoteten Projekten je Dienstleister.

Das gelang in diesem Jahr nur Bechtle

(14 Projekte) und MR Datentechnik (elf

Projekte). Letzterer Anbieter konnte mit

einer Durchschnittswertung von 1,23 den

Verfolger klar distanzieren. Die Anwender

gaben Bechtle summa summarum

eine 2,18.

Doch der Eindruck von Managed Ser-

des Cloud Computing auf IT-Entscheidungen

aus. Das schlägt sich vor allem

in der Standardisierung nieder, denn

Anwender sind mehr und mehr bereit,

auf individuelle Anpassungen zugunsten

einer einfachen und günstigen Lösung

zu verzichten. Nicht immer mündet dieser

Wunsch darin, dass tatsächlich

Cloud-Dienste bezogen werden, doch die

Anpassungsprojekte werden kleiner und

seltener.

In einigen Bereichen der Applikationslandschaft

zieht das Interesse spürbar

an. Viele Anwender berichten von BI-

Projekten (Business Intelligence). Stießen

Derartige Angebote bislang vor allem bei

Großunternehmen auf offene Ohren,

streben mittlerweile immer mehr mittelständische

Kunden danach, mit Hilfe von

BI und Analysesoftware ihre Informationen

und Kennzahlen über die Produktion,

Kunden, Produkte oder Märkte

besser auszuwerten.

Auch die Veränderungen im Kerngeschäft

schlagen sich in der Gestaltung

der Softwarelandschaft der Anwender

nieder. In Zeiten boomender Geschäfte

wächst die Nachfrage nach branchenspezifischen

Lösungen, die die Prozesse

im Unternehmen besser unterstützen.

Dabei macht die Implementierung von

Standard-IT-Lösungen wie etwa das

Internet-Protokoll (IP) immer seltener

vor dem Schritt in die Produktionsumgebung

halt. Die Integration von Backend-

und Produktions-IT wird zunehmend

nachgefragt. Darüber hinaus

dringt die IT immer tiefer in die eigent-

vices als Exoten-Disziplin täuscht. Insgesamt

haben die Anwender über knapp 200

Projekte abgestimmt, das sind immerhin

mehr als zehn Prozent aller in der gesamten

Umfrage bewerteten Anwendervorha-

Managed Services

Unternehmen Note Fallzahl

MR Datentechnik 1,23 11

Bechtle 2,18 14

lichen Produkte vor und erweitern die

Geschäftsmodelle der Anwender: Beispielsweise

sind neue Wartungs- und

Betriebs-Services für Anlagen denkbar,

die via IP und Standardsoftware remote

von Techniker eines Maschinenbauers

betreut werden.

Anwendungs- und

Softwareentwicklung

Unternehmen Note Fallzahl

Datalog 1,47 33

MR Datentechnik 1,48 21

Hönigsberg & Düvel 1,53 10

SHD Systemhaus Dresden 1,56 21

Kumatronik 1,69 12

Quelle: COMPUTERWOCHE

Spezial Systemhaus 7

Ein Dauerbrenner bleibt Microsofts

Sharepoint. Die Collaboration-Lösung hat

sich in vielen Unternehmen zur Plattform

der Wahl für die Projektarbeit entwickelt.

Hilfreich für die gute Akzeptanz ist dabei

die konsequente Weiterentwicklung der

Version 2010, die die Software um Funktionen

etwa für die Offline-Verfügbarkeit

Web-basierender Daten und Business

Intelligence erweitert hat. Zudem hat Microsoft

einige Techniken, die durch Akquisitionen

von Firmen wie Fast erworben

wurden, geschickt in das Produkt

integriert. Bedeutend ist aber auch die

Unterstützung durch eine Vielzahl von

Drittherstellern, die eigene Erweiterungen

programmiert haben.

ben. Doch der Markt ist kaum konsolidiert,

es gibt sehr viele kleine Anbieter, die Teile

der IT für ihre Kunden betreiben. Das

spiegelt sich in den ausgefüllten Fragebögen

wieder, denn das Gros der Sys temhäuser

kann nur auf ein bis vier bewertete

Managed-Service-Projekte verweisen. Das

ist der Grund dafür, dass das Ranking wie

schon in den Jahren zuvor recht spärlich

ausfällt. Doch wer auslagert, scheint mit

seiner Entscheidung und Partnerwahl zufrieden.

Über alle Anbieter hinweg ergab

sich eine Durchschnittsnote von 1,70 für

das Segment Managed Services.

Quelle: COMPUTERWOCHE u


8 Spezial Systemhaus 38/11

u

Der Blick auf die Ergebnisse des vergangenen

Jahres zeigt einen deutlichen

Anstieg bei der absoluten und relativen

Zahl der bewerteten Projekte. Damit bestätigt

sich der bereits von diversen

Marktforschern ausgerufene Auslagerungstrend

unter mittelständischen Anwendern.

Jahrelang wurde der hiesige

Markt vor allem von Vorhaben großer

Konzerne dominiert. Mehr und mehr

übergeben heute auch mittelgroße und

kleine Unternehmen zumindest Teile der

IT einem externen Provider.

Einer Studie von PAC zufolge wächst

der Outsourcing-Markt im Mittelstand

überdurchschnittlich. Mit der Auslagerung

wollen die Anwender Kosten sparen,

denn der Wettbewerbsdruck unter Betreibern

ist seit geraumer Zeit enorm,

insbesondere für Standarddienste fallen

die Preise rasch. Auch die wachsende

Compliance-Anforderungen und der Zugang

zu neuen Technik sind starke Motive

Mobility

Die MR Datentechnik konnte sich erneut

den ersten Rang im Bereich

Mobility sichern. Zwar fiel das Urteil der

Anwender nicht mehr ganz so hervorragend

aus wie im vergangenen Jahr, als

die Kunden dem Nürnberger Systemhaus

die Note 1,33 gaben, doch mit der erneut

sehr guten Bewertung von 1,43 verwies

Mobility

Unternehmen Note Fallzahl

MR Datentechnik 1,43 26

Cancom 1,49 13

Bechtle 1,67 29

IT-Haus 1,75 13

T-Systems 2,01 14

Quelle: COMPUTERWOCHE

das Haus alle Konkurrenten auf die Plätze.

Dahinter konnten sich Cancom,

Bechtle, IT-Haus und T-Systems allesamt

mit guten oder sehr guten Noten einreihen.

Auffallend ist hier die insgesamt

sehr gute Bewertung aller Projekte. Sie

erreicht mit einer Durchschnittsnote von

1,69 einen Spitzenwert. Einzig die Segmente

„Storage“ und „Software-Infrastruktur“

wurde alles in allem besser

bewertet.

für das Interesse an externen Dienstleistungen.

Häufig wird die zentrale IT-

Infrastruktur extern betrieben. Beliebt

ist zudem die Auslagerung von Anwendungen.

Sie werden entweder komplett

dem Partner übergeben (Application Management)

oder in seinem Data Center

gehostet (Application Hosting).

Im Zuge der Projekte streben die An-

Die hohe Zufriedenheit der Anwender mit

ihren Dienstleistern und den Projekten

ist auch deshalb verwunderlich, weil insbesondere

die Vorhaben zur Integration

mobiler Endgeräte in die Unternehmens-

IT besondere Herausforderung an alle

Projektbeteiligten stellt. Schon seit längerer

Zeit bestätigen Marktforscher, dass

Anwender viele stationäre Desktops nach

dem Abschreibungszeitraum durch Notebooks

und Netbooks ersetzten. Dadurch

ergeben sich besondere Herausforderungen

an die Sicherheit, den Schutz der

Daten und die Zugangsmöglichkeiten mobiler

Mitarbeiter zu den zentralen Ressourcen.

Kaum haben die Anwender

diese Schwierigkeiten gemeistert, droht

bereits das nächste Ungemach: Die

jüngste Entwicklung im Endgerätemarkt

verschärft die Situation weiter. Mit dem

Trend zu Smartphones und Tablett-PCs

müssen völlig neue Betriebssysteme in

die Unternehmens-IT integriert werden.

Zudem überbieten sich die Hersteller der

Mini-Computer zurzeit in einem Wettlauf

um Funktionen, Leistung und Design. Die

IT-Security lassen sie dabei oft außer

Acht. Hier sind Anwender und Dienstleister

gefordert, die Versäumnisse der Anbieter

in Kundenprojekten zu beheben.

Das stellt alle Partner auch deshalb vor

besondere Herausforderungen, weil Un-

wender immer eine Vereinheitlichung

und Konsolidierung ihrer IT-Landschaft

an. Das bietet Raum für Cloud Computing,

denn die IT aus der Wolke zeichnet

sich dadurch einen hohen Standardisierungsgrad

aus. Tatsächlich berichtet PAC

von steigendem Interesse insbesondere

nach Software as a Services (SaaS). Doch

auch andere Dienste aus der IT-Wolke

dürften in der Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Absehbar ist, dass sich der Markt

für Infrastruktur aus der Wolke (etwa

Infrastructure as a Service, Storage aus

der Cloud etc.) konsolidieren wird. Hier

begünstigen mögliche Skaleneffekte die

großen Data-Center-Betreiber wie T-Systems,

IBM, HP, Amazon und Google. Ausreichend

Raum zur Entfaltung bietet sich

für kleine Provider und Systemhäuser, die

sich auf SaaS-Lösungen für Branchen

und Nischen konzentrieren. Hier ist der

direkte Kontakt und Draht zum Kunden

vorteilhaft.

ternehmen ihren Mitarbeiter die Wahl

des aktuellen Geräts mehr und mehr freistellen.

Unter dem Schlagwort „Bring

your own Device“ nutzen die Kollegen

auch ihre privat angeschafften Geräte für

Zugriffe auf Unternehmens-Daten und

-Applikationen. Die Vorliebe der Nutzer

für bestimmte Geräte wechselt häufig.

Galt vor wenigen Jahren noch ein Blackberry

von RIM als Statussymbol unter

Manager, war dies später Apples iPhone.

Mittlerweile sind es vor allem Smartphones

mit dem Android-Betriebsystem

von Google, die Privatkäufer überzeugen.

Ob das so bleibt, ist ungewiss. Seit der

Kooperation von Microsoft mit Nokia

sollte man auch Windows Phone als mobile

Plattform für moderne Smartphones

auf der Rechnung haben.

Foto: Fotolia/Sergej Khackimullin/Martin Hahn/frank peters/


38/11

Netzwerklösungen und Vernetzung

Auch die diesjährigen Bewertungen der

Vernetzungprojekte haben einen neuen

Spitzenreiter hervorgebracht. Mit einer

Note von 1,29 konnte sich die Krämer IT

an die Spitze des Feldes setzen. Im Vorjahr

belegte noch das Systemhaus Schuster

und Walter die Top-Position. 2011 rutscht

das in Nürnberg ansässige Haus mit einer

Durchschnittsbewertung von 1,34 auf

Rang zwei (Vorjahr: 1,15). Auf den Rängen

drei bis fünf folgen MR Datentechnik (aktuelle

Note: 1,53), Controlware (1,61) sowie

SHD Systemhaus Dresden (1,66).

Netzwerklösungen und

Vernetzung

Unternehmen Note Fallzahl

Krämer IT 1,29 22

Schuster & Walther 1,34 12

MR Datentechnik 1,53 76

Controlware 1,61 122

SHD Systemhaus Dresden 1,66 82

Quelle: COMPUTERWOCHE

Auffallend ist die hohe Zahl der bewerteten

Projekte. Mehr als die Hälfte alle

Teilnehmer gaben ein Urteil zu einem

Vernetzungsvorhaben ab. Das lässt den

Schluss zu, dass die interne und externe

Vernetzung, wenngleich seit mehr als 20

Jahren in den meisten Unternehmen ein

PC- und Server-Infrastrukturen

Im Segment PC- und Server-Infrastruktur

konnte Schuster & Walter den Spitzenplatz

des vergangenen Jahres verteidigen.

Mit einer Wertung von 1,14 verbesserte

sich das fränkische Systemhaus

sogar noch leicht gegenüber Vorjahr, als

die Frage nach der Kundenzufriedenheit

die Note 1,17 hervorbrachte. Auf den weiteren

Plätzen gab es dagegen erhebliche

Verschiebungen. Von den letztjährigen

Top Five schaffte nur die MR Datentechnik

erneut den Sprung ins vordere Tableau,

wenngleich der Anbieter mit einer

aktuellen Note von 1,48 von Rang zwei

auf nun Platz fünf abrutschte. Hinter

Schuster und Walter reihen sich die Anbieter

Krämer IT (1,20), Advanced Unibyte

(1,35) und Profi Engineering (1,37)

wichtiges Instrument für den reibungslosen

Geschäftsbetrieb, nach wie vor

intensiver Betreuung und Investitionen

bedarf. Das liegt unter anderem am

Mobility-Trend, denn überall dort, wo

WLAN-fähige Smartphones und Tablet-

PCs Einzug in die Unternehmen halten,

ist die zentrale IT-Abteilung gefordert,

die drahtlosen Netze auszubauen. Dabei

sollten die WLAN-Kapazitäten so dimensioniert

werden, dass sie dem zu erwartenden

Anstieg beim Datenverkehr auch

standhalten. In den USA werden bereits

ersten Stimmen nach neuen Wifi-Standards

laut. Im Privatumfeld verstopfen

Musik- und Video-Downloads die WLAN-

Kanäle, im geschäftlichen Umfeld tun

dies unzählige Statusmeldungen etwa

von Druckern, Feuermeldern und Maschinen

sowie der Transfer von Konstruktions-

und Bilddaten.

Nicht minder bedeutsam für die Gestaltung

der Netzinfrastruktur ist die

zunehmende Externalisierung, also der

externe Bezug von IT-Leistungen im

Zuge von Outsourcing-, Hosting und

Cloud-Projekten. Sie benötigen leistungsfähige

Netze, weil sowohl Datenaufkommen

als auch Anforderungen an Zuverlässigkeit,

Schnelligkeit und Sicherheit

steigen. In dem Zusammenhang ist zu

beobachten, dass die Firmen von ihren

früher üblichen Best-of-Breed-Strategien

abweichen. Sie suchen sich nicht mehr

ein. Sie haben sich gegen ein starkes

Konkurrenzfeld durchgesetzt, denn 60

Prozent der Teilnehmer haben insgesamt

knapp 1200 Projekte bewertet und ihren

Anbietern eine insgesamt gute Durchschnittsnote

von 1,70 gegeben.

PC- und Server-Infrastrukturen

Unternehmen Note Fallzahl

Schuster & Walther 1,14 17

Krämer IT 1,20 19

Advanced Unibyte 1,35 11

Profi Engineering 1,37 12

MR Datentechnik 1,48 111

Spezial Systemhaus 9

die besten Lösung für die jeweiligen

Netze, sondern schwenken um auf Plattformen

von Anbietern wie Cisco, Avaya

und Siemens Enterprise Communications

(SEC), weil die Lösungen nicht bis ins Detail

zueinander kompatibel sind, wenn

etwa HD-Videokonferenz-Ströme übertragen

werden sollen.

Häufige Projekte gibt es auch in der

Telefonie, weil alte TK-Anlagen durch

VoIP-Systeme (Voice over IP) abgelöst

werden. Selten entschließen sich die Firmen

für den Technologiewechsel, weil sie

von der Integration der TK- und IT-Welt

profitieren wollen. In der Regel ist eine

IP-gestützte TK-Anlage günstiger. Vor diesem

Hintergrund ist die Zukunft von Unified

Communications (UC) nach wie vor

offen. Zwar werden die integrierten Kommunikationslösungen

intensiv von den

Herstellern beworben. Der Kundenzuspruch

hält sich indes in Grenzen.

Die erfreuliche konjunkturelle Lage

schlägt sich auch hier auf die Investitionsströme

nieder. Nachdem die Unternehmen

ihre dezentrale Infrastruktur in

Krisenzeiten nur gepflegt haben, erneuern

sie nun auch wieder ihre Clients, wobei

hier ein deutlicher Schwenk zu mobilen

Endgeräten zu erkennen ist. Die

Virtualisierung, in anderen Infrastruktur-

Segmenten eine weit verbreitete Technik,

ist auf dem Desktop dagegen noch nicht

angekommen, entsprechende Projekte

sind rar. Die erforderlichen Investitionen

sind hoch und der Nutzen fraglich.

Dennoch wird sich heute kein Anbieter,

der Infrastrukturprojekte betreiben

möchte, ohne Virtualisierungs-Know-how

im Markt behaupten können. Fast

Quelle: COMPUTERWOCHE u


10 Spezial Systemhaus 38/11

u

sämtliche Vorhaben zur Verbesserung

der Infrastruktur im Data Center haben

die Virtualisierung der Server-Landschaft

zum Ziel. Das liegt zum einen daran, dass

die Basistechnologien reif für den Einsatz

sind, und es eine ausreichende Zahl von

Experten gibt, die entsprechende Projekte

betreiben können. Die Server-Virtualisierung

ist kein Exotenthema mehr. Zum

anderen sind die Multicore-Server heute

so leistungsfähig, dass sie sich auf herkömmliche

Art kaum noch auslasten lassen.

Die Virtualisierung der Boliden bietet

einen enormen Effizienzgewinn.

Dem Geschäft mit Server-Hardware hat

das bisher noch nicht geschadet. Die zu-

Security

IT-Sicherheit ist eines der sensibelsten

Themen in der Unternehmens-IT, entsprechend

kritisch beäugen die Anwender

ihre Security-Projekte und die Arbeit ihrer

Systemhäuser. Vorhaben rund um den

Schutz der internen IT wurden im Vergleich

zu den anderen sieben abgefragten

Kategorien am schlechtesten bewertet,

über alle Projekte hinweg haben die Kunden

ihren Dienstleistern die Note 1,89

gegeben. Begutachtet wurden insgesamt

knapp 900 Vorhaben. Im dichten Anbieterfeld

konnte sich das kleine Systemhaus

Krämer IT besonders profilieren, es wurde

von den Kunden mit der Gesamtnote

IMPRESSUM

1,22 bedacht und eroberte damit den ersten

Platz im Zufriedenheits-Ranking.

Auch die anderen Top-Anbieter können

auf überdurchschnittlich wohlwollend gestimmte

Anwender verweisen. Auf den

weiteren Rängen folgen Advanced Unibyte

(1,35), Datalog, (1,56), MR Datentechnik

(1,57) und SHD Systemhaus Dresden

(1,66). Auffallend ist, dass sich von den

Top-Platzierten des Vorjahres nur MR Datentechnik

erneut ins vordere Feld einreihen

konnte. Im vergangenen Jahr belegte

das fränkische Haus den zweiten Platz.

Die Anwender in diesem Segment zufrieden

zu stellen, ist für jeden Anbieter

eine enorme Herausforderung. Zum einen

begleiten die Kunden derartige Projekte

besonders aufmerksam, zum anderen

müssen die Projektmitarbeiter ein

breites und fundiertes Know-how vorweisen

können. Security ist ein Querschnittsthema,

das sämtliche Belange der Unternehmens-IT

berührt. Während der

Schutz herkömmlicher Clients etwa mit

Spam- und Virenfiltern ausgereift ist, sind

die Security-Verfahren bei Smartphones

und Tablet-PCs weitgehend unerprobt.

nehmenden Anforderungen an Datenanalyse,

an Datenzugriffe und an Applikationsnutzung

lassen auch den Bedarf an

Rechnerkapazitäten in die Höhe schnellen.

Zudem hat die Krise der vergangenen

Jahre Spuren in der zentralen

Hardwarelandschaft hinterlassen. Viele

Rechner sind veraltet und müssen nun

nach und nach ersetzt werden. Während

die Marktforscher von Gartner etwa den

PC-Absatz zuletzt erheblich schwächeln

sahen, wächst der Verkauf von Servern

im zweistelligen Prozentbereich. Das bestätigten

zuletzt auch die Analysten von

IDC. Sie berichteten, dass vor allem x86-

Rechner das Wachstum antreiben.

Kopfzerbrechen bereitet die Unternehmen

insbesondere die Consumerization

der IT, also die Durchdringung der Unternehmens-IT

mit Geräten, die eigentlich

für Privatkunden konzipiert sind. Dazu

zählen auch die vielen Cloud- und SaaS-

Angebote, die von den Kollegen in den

Fachbereichen an der zentralen IT vorbei

genutzt werden. Dadurch können kritische

und personenbezogene Informationen

unkontrolliert die Unternehmensgrenzen

verlassen. Die Firmen verletzen

damit Compliance- und Datenschutzbestimmungen

und müssen rechtliche Konsequenzen

fürchten.

Security

Unternehmen Note Fallzahl

Krämer IT 1,22 22

Advanced Unibyte 1,35 16

Datalog 1,56 17

MR Datentechnik 1,57 53

SHD Systemhaus Dresden 1,66 88

Quelle: COMPUTERWOCHE

COMPUTERWOCHE „Spezial Systemhaus“, IDG Business Media GmbH, Lyonel-Feininger-Straße 26, 80807 München, Geschäftsführer: York von Heimburg,

Verlagsleitung: Michael Beilfuß, Gesamtanzeigenleitung: Sebastian Wörle (verantwortlich), +49 89 36086-113, Fax: +49 89 36086-425,

Chefredakteur: Heinrich Vaske, Redaktionelle Konzeption: Joachim Hackmann, Layout: Erika Schönberger, Titelfoto: © Fotolia/iscatel,

Druck: Oberndorfer Druckerei GmbH, Mittergöming 12, A-5110 Oberndorf/Salzburg

Weitere Informationen zum Impressum finden Sie auf Seite 45 im Hauptheft.

In unserer Verlagsgruppe

erscheinen außerdem

folgende Zeitschriften

Foto: Fotolia/.shock/Kobes/sebikuscz/overthehill


38/11

Storage-Lösungen

Auch im Storage-Segment konnte sich

ein kleines Systemhaus gegen die

Konkurrenz durchsetzen. Die Projekte von

Schuster und Walther wurden von den

Kunden mit der Durchschnittsnote 1,13

bedacht, das bedeutet genau wie im vergangenen

Jahr Platz eins. Von den Top-

Five-Platzierten 2010 konnte sich neben

dem Gewinnerhaus einzig die MR Datentechnik

erneut auf einen der vorderen

Ränge halten. Sie belegt mit der Durchschnittswertung

1,35 Rang drei (Vorjahr

Rang zwei) hinter Advanced UniByte

(Note: 1,28). Dahinter folgen die Sievers

Group (1,42) sowie SHD Systemhaus Dres-

Software-Infrastruktur

In Projekten zur Überarbeitung und Erneuerung

der Software-Infrastruktur

konnte die Münchner Datalog besonders

überzeugen. Ihr haben die Kunden eine

Gesamtnote von 1,30 ausgestellt und damit

auf Platz eins in dieser Liste gehievt.

Aber auch MR Datentechnik (1,48), IT-

Haus (1,49), Datagroup (1,62) sowie SHD

Systemhaus Dresden (1,63) haben aus

Sicht der Anwender einen sehr guten Job

erledigt. Sie konnte sich allesamt vor einer

starken Konkurrenz platzieren, die

ebenfalls summa summarum sehr gut

Software-Infrastruktur

Unternehmen Note Fallzahl

Datalog 1,30 19

MR Datentechnik 1,48 25

IT-Haus 1,49 17

Datagroup 1,62 15

SHD Systemhaus Dresden 1,63 23

Quelle: COMPUTERWOCHE

den (1,53). Die Sachsen können in diesem

Segment auf mehr als 100 bewertete Kundenprojekte

verweisen, das ist der Spitzenwert

in dieser Kategorie. Die fünf führenden

Dienstleister unterbieten den ohnehin

sehr guten Durchschnittswert aller

bewerteten Projekte. Er liegt bei 1,68.

Speicherprojekte sind weit verbreitet.

Fast jeder zweite Teilnehmer der Umfrage

hat ein entsprechendes Vorhaben betrieben

und bewertet. Dieser enorme

Zuspruch ist auf den ständig wachsenden

Datenberg zurückzuführen. Dementsprechend

war Anschaffung und Installation

neuer Hardware ein wichtiges Thema für

die Anwender. Angesichts der hohen Bedeutung

digitaler Informationen achten

die IT-Verantwortlichen zudem mehr und

mehr auf Backup- und Sicherungskonzepte.

Oftmals streben sie eine neue oder

überarbeitete Storage-Strategie- und Architektur

an. Immer wieder starten die

Firmen Projekte zur Vernetzung der Speicherlösungen

in einem Storage Area Network

(SAN).

Auffallend ist zudem die steigende Bedeutung

der Storage-Virtualisierung.

von ihren Kunden bewertet wurde. Das

Urteil der Befragten fällt mit einer Gesamtnote

von 1,63 so gut wie in keinem

anderen Bereich aus.

Häufig haben die Anwender Rollout-

Projekte für Windows 7 betrieben. Microsofts

Betriebssystem ist in der professionellen

IT angekommen. Nach dem Produkt-Launch

im Herbst 2009 haben sich

die Unternehmen zunächst noch zurückgehalten,

doch seit im vergangenen Jahr

das erste Service Pack erschienen ist,

schwindet die Vorbehalte. Gartner erwartet

bis Jahresende einen Marktanteil von

42 Prozent für Windows 7, damit wäre es

das am häufigsten installierte Betriebssystem.

Zwei Faktoren dürften die schnelle

Akzeptanz gefördert haben. Das ist zum

einen das drohende Support-Ende von

Windows XP. Zum anderen sind dank guter

Konjunktur die IT-Budgets zuletzt wieder

gestiegen, so dass die Firmen wieder in

eine moderne Infrastruktur investieren.

Ausgaben fließen aber auch, um die

Verwaltung der IT zu verbessern. Nach

Storage-Lösungen

Unternehmen Note Fallzahl

Schuster & Walther 1,13 17

Advanced Unibyte 1,28 41

MR Datentechnik 1,35 58

Sievers Group 1,42 10

SHD Systemhaus Dresden 1,53 104

Quelle: COMPUTERWOCHE

Spezial Systemhaus 11

Trotz eines schnellen Preisverfalls für

Speicherhardware streben die Firmen

eine effizientere Nutzung der vorhandenen

Kapazitäten an. Sie wollen ihre

Installationen vor allem besser auslasten

und damit Geld sparen. Die Virtualisierung

schafft die Basis für das Speichern

von Daten in der Cloud. Hier halten sich

die Anwender allerdings weitgehend zurück.

Allenfalls unkritische Daten etwa

für den Web-Auftritt werden in fremden

Rechenzentren gehostet. Auch wenn es

darum geht, Lastspitzen beim Speicherbedarf

abzufangen, greifen erste Anwender

auf externe Cloud-Provider zu.

wie vor geben die Unternehmen Geld

etwa für das System-, Lizenz- und Vertrags-Management

sowie für Verzeichnisdienste

(meistens Active Directory)

aus. Damit wollen mittelständische Anwender

viele Aufgaben automatisieren

und die unterm Strich teure Handarbeit

ablösen. Unterm Strich möchten sie Ihre

IT so aufstellen, dass sie schneller, besser

und günstiger wird. o

*Joachim Hackmann

jhackmann@computerwoche.de


12 Spezial Systemhaus 38/11

Die großen

Systemhäuser

leben auf

Der Wirtschaftsaufschwung lässt die hie-

sige Systemhaus-Landschaft aufblühen.

Im vergangenen Jahr gab es unter den

Top-25-Systemhäusern keine Insolvenz

oder Übernahme – im Gegensatz zu den

turbulenten Jahren 2008 und 2009.

Von Ronald Wiltscheck*

Die Bechtle AG hat 2010 zum ersten

Mal die Umsatzmilliarde auch in

Deutschland übertroffen – und

das gleich deutlich: Mit Erlösen in Höhe

von 1,158 Milliarden Euro lägen die

Schwaben damit klar vor der bisherigen

Nummer eins, der Computacenter AG, die

bereits 2009 knapp die Umsatzmilliarde

in Deutschland übersprungen hatte. Doch

auch die Kerpener konnten sich 2010

kräftig verbessern und überholten mit

Erlösen von 1,173 Milliarden Euro doch

noch den ärgsten Wettbewerber. Bechtle

ist 2010 erneut die Nummer zwei im

deutschen Systemhaus-Markt.

Wettstreit um Platz eins

Der Kampf um Platz eins in der deutschen

Systemhaus-Szene bleibt auf jeden

Fall spannend, denn beide Kontrahenten

starteten gut ins Jahr 2011. Computacenter

ließ etwa mit einigen spektakulären

Akquisitionen aufhorchen. So übernahmen

die Rheinländer im April 2011 die

HSD Consult GmbH, ein Apple-Systemhaus

der Gravis-Gruppe mit Standorten

in Berlin, Hamburg, München und Köln,

das im Vorjahr mit Apple-Produkten und

-Dienstleistungen einen Umsatz in Höhe

von etwa 24 Millionen Euro erwirtschaftet

hat. Mit diesem Neuerwerb möchte

Computacenter an dem starken Wachstum

mit Projekten im Mac-Umfeld teilhaben.

Gute Geschäfte versprechen Vorhaben

zur Einbindung von iPads und iPhones

in Unternehmensnetze.

Bechtle baut seit Jahresbeginn im

Deutschland-Geschäft ausschließlich auf

organisches Wachstum, das aber bemerkenswert

erfolgreich. Der Umsatz des

Systemhauses hat im ersten Quartal 2011

im Vergleich zum Vorjahresviertel um fast

Thomas Olemotz,

Vorstandsvorsitzender

der Bechtle AG: „Wir

sind mit dem besten

ersten Quartal der Unternehmensgeschichte

in das Geschäftsjahr

2011 gestartet.“

ein Drittel (28,6 Prozent) zugelegt. Setzen

die Schwaben diese enorme Wachstumsrate

fort, könnten sie dieses Jahr tatsächlich

Deutschlands größtes Systemhaus

werden. Nachdem Bechtle 2010 noch einige

Versorgungslücken in Norddeutschland

mit der Übernahme von iits geschlossen

hat, konzentriert sich das Management

allerdings mehr und mehr auf

den Ausbau des internationalen Geschäft.

Deutliche Anzeichen dafür waren diverse

Akquisitionen in Österreich und in der

Schweiz.

So findet sich auch Bechtle auf internationaler

Ebene immer besser zurecht.

2010 hat das Haus europaweit über 1,7

Milliarden Euro umgesetzt, das sind genau

25 Prozent mehr als 2009. Bechtle

ist damit im Ausland genauso schnell gewachsen

wie im Inland. Zum Vergleich:

Die gesamte Computacenter-Gruppe hat

2010 fast 2,7 Milliarden britische Pfund

(rund 3,07 Milliarden Euro) erlöst. Das

sind sieben Prozent mehr als 2009. In

Deutschland gab es 2010 ein Plus von

zwölf Prozent gegenüber Vorjahr.

Fotos: Fotolia/nal; Irina Fischer


38/11

Cancom auf Platz drei abonniert

Während sich der Zweikampf an der

Spitze verschärft, scheint der dritte

Platz unter Deutschlands größten Systemhäusern

vorest fest vergeben. Im

Ranking von 2010, dem die 2009 erzielten

Einnahmen zugrunde liegen,

war es Cancom erstmals gelungen,

an dem Konkurrenten PC-Ware

vorbeizuziehen und den begehrten

Podestplatz zu ergattern. Mit

einem deutschlandweiten Umsatz

von über einer halben Milliarde

Euro im Jahr 2010 zementiert

Cancom den Anspruch auf Platz

drei in der aktuellen Liste von

2011. Einen erneu-

ten Wechsel wird es auf absehbarer Zeit

wohl nicht geben, denn der Abstand zu

PC-Ware, das mittlerweile unter dem Namen

Comparex firmiert, hat sich vergrößert.

Zwar konnte auch Comparex den

Umsatz 2010 um beachtliche 18 Prozent

gegenüber Vorjahr steigern. Dennoch vergrößerte

sich der Rückstand auf Platz

drei auf über 130 Millionen Euro. Cancom

scheint auf absehbarer Zeit weit

enteilt.

Und der Trend setzt sich fort: Im ersten

Quartal 2011 meldete Cancom weiterhin

sprudelnde Erlöse – gegenüber dem Vorjahreszeitraum

stiegen sie um fast ein

Viertel (23,4 Prozent). Das lässt erahnen,

dass das Unternehmen das Jahr 2011

wieder mit einem Rekordumsatz abschließen

wird. Selbst die Anfang Juli

2011 vollzogene Veräußerung der eTail-

Tochter Home of Hardware (HoH) wird

daran nichts ändern.

Dafür ist Comparex auf dem internationalen

Parkett eine feste Größe. Das in 28

Walter Denk, General

Manager Comparex

Deutschland: „Wir führen

unser gesamtes

Produkt- und Leistungsportfolio

nun unter

einem Namen.“

Ländern tätige Systemhaus nahm im abgelaufenen

Geschäftsjahr summa summarum

975 Millionen Euro ein. Hier ist

Cancom, die deutsche Nummer drei, noch

nicht so weit: Die gesamte Gruppe, inklusive

der Tochtergesellschaften in Österreich,

der Schweiz und in Großbritannien,

hat im Vorjahr mit 549,3 Millionen Euro

deutlich weniger umgesetzt.

Allgeier kauft ein

Die Nummer fünf im Systemhaus-Ranking

2011 ist die Allgeier

Holding AG. Sie hatte 2010 erstmals

überhaupt den Sprung in die Systemhaus-Liste

geschafft, nachdem

sie 2009 wesentliche

Bestandteile der

insolventen TDMi-

Gruppe übernommen

hatte. Im letzten

Jahr setzten die

Münchner diese Akquisitionspolitik

fort und verleibten

sich einige Unternehmen in Deutschland,

Österreich, der Schweiz und den

Benelux-Staaten ein, darunter auch die

insolvente norddeutsche BSH-Gruppe. All

dies führte 2010 zu einem Umsatzsprung

über die Viertelmilliarde-Euro-Marke. Die

Strategie des Wachstums durch Übernahmen

scheint das Management auch in

diesem Jahr fortzusetzen. Im Juli 2011

gönnte sich die Allgeier Holding die

Sonderfall T-Systems

Spezial Systemhaus 13

Übernahme eines US-amerikanischen

Softwarehauses.

Im Inland hinkt Fritz &Macziol dem

Konkurrenten hinterher und muss sich

daher mit Rang sechs begnügen. Aber

gemessen an den internationalen Einnahmen

2010 muss sich das Ulmer Systemhaus

nicht verstecken, es nahm im vergangenen

Jahr weltweit 260 Millionen

Euro ein. Auch 2011 will man vor allem

im Ausland wachsen: Die Standorte Philippinen

und Singapur sollen ausgebaut

werden. In Europa steht besonders die

Schweiz im Fokus. Dort hat Fritz &Macziol

2010 mit der Penta Group ein Unternehmen

übernommen, dessen Portfolio

das eigene Managed-Services-Angebot

ergänzt.

Hinter diesen sechs führenden Systemhäusern

tut sich bereits eine kleine Lücke

auf: Es folgen Ada, Dimension Data und

Profi Engineering mit Jahresumsätzen

knapp über 150 Millionen Euro. Was Ada

betrifft, liegen dem Ranking Schätzungen

der Redaktion zugrunde. Als verbürgt gelten

auf jeden Fall die Erlöse in Höhe von

156,6 Millionen Euro im Jahr 2009. Ebenso

ungewiss ist der geschätzte Jahresumsatz

von knapp 100 Millionen Euro von

Insight Technology Solutions. Dort gilt nur

der Jahreserlös von 97,8 Millionen Euro

aus dem Jahr 2008 als gesichert.

Allerdings könnten die Umsätze von

Insight Deutschland im laufenden Jahr

sogar noch gegenüber den Vorjahren fallen,

denn Ende Juli 2011 hat sich die

Münchner Niederlassung von 50 Mitarbeitern

getrennt und die Betreuung der

Kunden in Westeuropa komplett nach

Großbritannien verlagert. Dafür will das

Systemhaus künftig nicht nur Software,

sondern auch Hardware verkaufen, ferner

wolle man „mehr Services“ anbieten,

teilte das Unternehmen mit.

In den vergangenen Jahren war unter den Top-25-Systemhäusern regelmäßig die

T-Systems zu finden. Im aktuellen Ranking wurden weder die Deutsche Telekom (DTAG)

noch ihre IT-Tochter berücksichtigt. Grund dafür ist die schlechte Vergleichbarkeit eines

derartigen Konzerns mit immer noch relativ mittelständisch geprägten Systemhäusern

wie Bechtle. Erschwerend kommt ein Strategiewechsel bei der Betreuung der Geschäftskunden

hinzu. So bedient die T-Systems International GmbH in Deutschland heute

nur noch die 400 umsatzstärksten Anwenderunternehmen. Alle anderen aktuellen und

potenziellen Kunden fallen in den Zuständigkeitsbereich des Geschäftskundenvertriebs

bei der Deutschen Telekom GmbH, wobei die Trennlinie nicht immer eindeutig zu ziehen

ist. Die Deutsche Telekom betreut ihre Anwender ausschließlich direkt. Lediglich

sehr kleine Firmen mit wenigen PC-Arbeitsplätzen werden teilweise von Vertriebspartnern

der DTAG versorgt.

u


14 Spezial Systemhaus 38/11

u

Schmales Mittelfeld

Insgesamt umfasst das Mittelfeld der

deutschen Systemhaus-Bundesliga sieben

Unternehmen mit Jahresumsätzen um

die 100 Millionen Euro. Bis auf Controlware

sind all diese Systemhäuser im Vorjahr

zweistellig gewachsen. Einen großen

Sprung nach vorne hat die MR

Datentechnik GmbH getan.

Die Nürnberger haben um

sagenhafte 43,6 Prozent

zugelegt, was ihnen zu

einem Aufstieg vom

Rang 16 auf

Platz elf gereicht

hat.

In die Top

Ten haben es

die Franken

aber nicht geschafft, denn dort hat sich

die SVA GmbH festgesetzt. Die Hessen

konnten im Vorjahr über 20 Millionen

Euro mehr erlösen als 2009. Ähnlich

stark wie MR Datentechnik ist Sysback

gewachsen. Das Hamburger Systemhaus

konnte im Vorjahr seine Umsätze sogar

um 43,8 Prozent steigern, was zum Aufstieg

in die Top-25-Liga gereicht hat. Insgesamt

hat Sysback sechs Plätze gut gemacht.

Das gleiche Kunststück gelang

ansonsten nur noch der Concat AG aus

Bensheim. Die Hessen rückten auf Platz

23 vor, weil sie die Jahreserlöse um beachtliche

35,2 Prozent verbessern konnten.

Bei zwei Aufsteigern muss es naturgemäß

auch zwei Absteiger geben. Der eine

ist die Pan Dacom AG aus Dreieich, die

Die 25 größten Systemhäuser in Deutschland

Rang Unternehmen Inlandsumsatz

in Millionen Euro

2010 2009 2010 2009

1 1 Computacenter 1173,0 1045,0

2 2 Bechtle 1158,0 922,0

3 3 Cancom 501,6 386,1

4 4 Comparex Deutschland 369,2 313,1

5 5 Allgeier Holding 265,5 210,8

6 6 Fritz & Macziol 230,0 200,0

7 7 ADA – Das Systemhaus* 164,4 156,6

8 9 Dimension Data Germany 159,6 142,4

9 8 Profi Engineering Systems 150,0 149,0

10 10 SVA System Vertrieb Alexander 122,4 102,0

11 16 MR Datentechnik 112,0 78,0

12 15 Datagroup 105,0 80,5

13 12 Inforsacom 100,0 90,0

14 11 Insight Technology Solutions* 99,7 90,6

15 14 Ratiodata 96,6 87,5

16 13 Controlware 91,4 88,8

17 17 Comline 78,0 70,0

18 18 NK Networks & Services 72,0 67,0

19 22 Datalog Software 70,5 56,9

20 20 IT-Haus 70,0 58,0

21 27 Sysback 69,0 48,0

22 19 ACP Holding Deutschland 65,0 64,0

23 29 Concat 61,5 45,5

24 23 Hönigsberg & Düvel 60,4 56,4

25 21 Kumatronik 59,2 57,0

Quelle: Unternehmensangaben, elektronischer Bundesanzeiger. Geschäftsjahr weicht zum Teil vom Kalenderjahr ab.

*Schätzungen der ChannelPartner-Redaktion.

mit 54 Millionen Euro Jahresumsatz (plus

3,8 Prozen) auf den 27. Rang abgefallen

ist. Der andere Absteiger ist die Cenit AG

aus Stuttgart, deren Tätigkeitsfeld (Softwarehaus,

Beratung) doch zu sehr von

dem Profil eines klassischen IT-Systemhauses

abweicht, das meist als Vollsortimenter

(Hard- und Software plus Integration)

auftritt.

Erfreulich ist, dass von den Top-25-

Systemhäusern des Vorjahrs keines Insolvenz

anmelden musste oder übernommen

wurde. Dennoch gab es 2010 eine

bedeutsame Pleite. Die BSH Systemhaus

GmbH, immerhin auf Platz 42 der letztjährigen

Gesamtliste geführt, wurde aufgrund

von Miss-Management kurz vor

Weihnachten 2010 zahlungsunfähig und

gut einen Monat später von dem Konkurrenten

Allgeier gekauft.

Immerhin gelang im vergangenen Jahr

einem gestrauchelten Anbieter der Neustart.

Nach der Insolvenz im August 2009

musste die Probusiness Holding die Niederlassungen

in Hannover, Berlin, Düsseldorf,

Frankfurt am Main und München

schließen. Nun taucht das Unternehmen

wieder in der erweiterten Liste auf, wenn

auch mit einem bescheidenen Jahresumsatz

von 4,5 Millionen Euro. Zunächst

eröffnete der Anbieter eine Niederlassung

in Hamburg. Diese hat sich mittlerweile

in der Hansestadt etabliert, so dass das

Systemhaus später einen erneuten Versuch

in Hannover wagte.

Markt wächst um fast ein Fünftel

Zusammen haben die 25 größten Systemhäuser

in Deutschland 2010 etwas über

5,5 Milliarden Euro umgesetzt, das sind

18 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als

die Hälfte der Einnahmen entfallen auf

die großen Drei Computacenter, Bechtle

und Cancom. Dies ist ein deutlicher Indikator

für die beherrschende Marktstellung

dieser drei Systemhäuser. Während

Computacenter im Vorjahr um zwölf Prozent

im Vergleich noch relativ moderat

zugelegt hat, sind die Zuwachsraten von

Bechtle (plus 25,6 Prozent) und Cancom

(plus 30 Prozent) überdurchschnittlich.

Die viertplatzierte Comparex AG legte mit

18 Prozent genau im Marktdurchschnitt

zu. Das bedeutet, dass sich der Abstand

der großen Drei zum Verfolgerfeld binnen

Jahresfrist vergrößert hat. (jha)

*Ronald Wiltscheck ist stellvertretender

Chefredakteur der CW-Schwesterpublikation

ChannelPartner.


38/11

Trends 2012:

Was die

Systemhäuser

erwartet

Cloud Computing, Managed Services & Co. –

wir haben bei den 75 größten Systemhäusern

nachgehakt, mit welchen Kundenanfor derungen

sie im kommenden Jahr rechnen.

Von Ronald Wiltscheck*

Nun hat das Trendthema Cloud

Computing die Systemhaus-Szene

vollends im Griff. Sowohl kleine

als auch große Systemhäuser befassen

sich ernsthaft mit diesem Thema: Entweder

sie bieten ihren Kunden selbst Cloud-

Dienste aller Art an, oder sie vermitteln

diese Services und lassen sie von großen

Providern bereitstellen. Für fast 90 Prozent

der von uns befragten 75 größten

Systemhäuser in Deutschland ist Cloud

Computing ein ganz wichtiges Geschäftsfeld.

Vor einem Jahr war es nur für etwas

mehr als die Hälfte (59,3 Prozent) der

großen Dienstleister ein wichtiges Thema,

und 2009 stand Cloud Computing noch

gar nicht auf der Agenda der Top-Systemhäuser

in Deutschland.

Virtualisierung über dem Zenit

Immerhin konnten sie sich fachlich auf

das Thema schon seit Längerem vorbereiten,

die Virtualisierungstechniken, Basis

jeder Cloud-Implementierung, beschäftigen

Anwender und Anbieter schon

seit geraumer Zeit. 2009 war die Virtualisierung

noch das alles beherrschende

Thema. 95,7 Prozent der befragten großen

IT-Dienstleister in Deutschland gaben

Mitte 2009 zu Protokoll, dass sie vornehmlich

Virtualisierungsprojekte für

ihre Kunden realisierten. Dies war für

uns ein Grund, genauer nachzufragen.

Im Jahr darauf wollten wir nun von den

Systemhäusern wissen, welche Art von

Virtualisierungsprojekten sie betreiben.

2010 teilten knapp 70 Prozent der IT-

Dienstleister mit, dass sie hauptsächlich

die Server- und Storage-Installationen

ihrer Kunden virtualisieren. Nur unwesentlich

geringer (67,8 Prozent) war damals

der Anteil derjenigen, die im Ge-

Die Umfrage

Bereits zum 13. Mal in Folge hat die CW-

Schwesterpublikation ChannelPartner

die 75 größten Systemhäuser Deutschlands

befragt. Ziel ist unter anderem, die

25 umsatzstärksten Anbieter zu identifizieren.

Zudem soll die Erhebung zeigen,

wie die wirtschaftliche Stimmungslage

unter den IT-Dienstleistern ist, welche

Sorgen und Nöte sie plagen, wie sich die

Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten

entwickeln und welche Trends die

Anbieter erwarten. 76 Prozent der angefragten

Systemhäuser haben geantwortet,

zumeist waren es Geschäftsführer,

Vorstände und Inhaber der Systemhäuser,

die den Fragebogen ausgefüllt haben.

Die Umfrage begann am 20. Juni

und wurde am 15. Juli 2011 beendet.

Spezial Systemhaus 15

schäft mit Desktop- und Client-Virtualisierung

ihre Zukunft sahen.

Doch mittlerweile scheint der Höhepunkt

der Virtualisierungswelle schon

überschritten zu sein. In diesem Jahr

glaubt nur noch etwas mehr als die Hälfte

der von uns befragten Systemhäuser,

dass Unternehmen ihre IT-Infrastruktur

noch weiter virtualisieren werden. Sogar

im Desktop-Bereich (56,1 Prozent) sieht

es so aus, als ob die Bereitschaft, die verbliebenen

Fat Clients aufzugeben, abnehmen

würde. Nicht viel anders steht es um

das Server- und Storage-Segment: Dort

rechnen nur noch 54,4 Prozent der von

uns befragten Systemhäuser mit weiterem

Virtualisierungsbedarf.

Hier stimmen also die Dienstleister

weitgehend mit den großen Virtualisierungsanbietern

wie VMware oder Citrix

überein. Für sie galt das virtualisierte

Rechenzentrum nur als Wegbereiter für

das Cloud Computing.

Managed Services kommen an

Insgesamt scheint die Bereitschaft der

Anwender zu steigen, bislang intern betriebene

IT-Dienste an Partner auszulagern.

Zum einen belegt das Interesse der

Anwender am Cloud Computing diesen

Trend, zum anderen wächst offenbar die

Nachfrage nach klassischen Auslage-

Foto: Fotolia/pressmaster


16 Spezial Systemhaus 38/11

rungsprojekten. Darauf deutet das von

33,2 auf 45,6 Prozent gestiegene Interesse

am Outsourcing hin. In Zeiten guter

konjunktureller Bedingungen wollen viele

Unternehmen Projekte beginnen, um ihre

eigene IT-Abteilung effizienter aufzustellen

oder ganz aufzugeben.

Dazu passt auch, dass die so genannten

Managed Services nach wie vor en vogue

sind. Diese Art von externen Betriebsdiensten

umfasst in der Regel etwa Verwaltungs-

und Wartungsleistungen für

Client- und Server-Installationen inklusive

Aufgaben wie Backup der Daten, Absichern

der IT-Infrastruktur vor internen

und externen Gefahren sowie Patch-Management.

Derartige Betreibermodelle werden

zunehmend auch als On-Demand-Dienste

angeboten, bei denen Anwender

Leistungen nur nach Verbrauch zahlen.

Damit sind die Grenzen zu Cloud-Diensten

fließend. Daher haben wir uns bei

den großen Systemhäusern hierzulande

auch danach erkundigt, welche Dienste

sie aus der Wolke anbieten wollen. Dabei

hat sich gezeigt, dass bereits 75,4 Prozent

der IT-Dienstleister entsprechende Dienste

im Portfolio führen. Dazu zählen sowohl

die private, also für spezielle Kundengruppen

eingerichtete Cloud als auch

öffentliche Dienste, die für jedermann

zugänglich sind.

89,5 Prozent der Systemhäuser beschäftigen

sich ganz konkret damit,

Cloud-Dienste in ihr Portfolio zu integrieren.

Der Großteil von ihnen kann entsprechende

Services den Kunden bereits zur

Verfügung stellen, sieben Prozent verfolgen

konkrete Pläne, die in absehbarer

Zeit in den Betrieb überführt werden sollen.

Von diesen Systemhäusern offerieren

die meisten (79,5 Prozent) Infrastruktur

als Service (IaaS = Infrastructure as a

Service). Damit ist das klassische Rechenzentrum

gemeint, das mittels Cloud-Technologien

mandantenfähig gemacht wurde.

Endkunden können dadurch auf viele

Bestandteile der eigenen IT-Infrastruktur

verzichten, etwa auf Server-Hardware.

Kleinere Unternehmen sind durchaus in

der Lage, ihre gesamten Rechenzentrumskapazitäten

aus der Wolke zu beziehen.

Vermittlung von IaaS-Angeboten

Doch nur die wenigsten der befragten

Systemhäuser treten selbst als IaaS-Betreiber

an, diese Aufgaben übernehmen

meist darauf spezialisierte Provider wie

Welche Cloud-Services betreiben die Systemhäuser?

Das Gros der Anbieter stellt Infrastrukturdienste als Mietlösung bereit. Viele Systemhäuser

betreiben die IaaS-Lösungen aber nicht selbst, sondern vermitteln sie nur.

IaaS

SaaS

Security

Storage

PaaS

Desktop

Print

TK

andere

11,36

9,09

31,82

Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich; Quelle: ChannelPartner

52,27

52,27

61,36

59,09

65,91

79,55

Colt, Amazon sowie Hersteller wie IBM, Prozent) bieten ihren Kunden an, ihre

Fujitsu und Hewlett-Packard. Systemhäu- Daten in einem Datenzentrum außerhalb

ser vermitteln diese IaaS-Angebote an ihres Geschäftssitzes zu sichern. Im Vor-

ihre Kunden, reichern diese Rechenzenjahr lag der Anteil der Cloud-affinen

trumsleistungen gegebenenfalls mit ei- Dienstleister, die Backup in der Wolke

genen Services an und passen sie den offerierten, auch schon bei beachtlichen

Kundenwünschen entsprechend an. Al- 57,8 Prozent.

ternativ dazu statten diese Dienstleister

die kundeneigenen Rechenzentren mit Steigender Bedarf an IT-Security

Cloud-Technologien aus und betreiben Insgesamt räumen Unternehmen der Da-

diese Data Center auf Wunsch auch für tensicherung ohnehin einen immer hö-

ihre Kunden. Aus diesen Gründen ist der heren Stellenwert ein: War Storage im

Anteil der IaaS offerierenden Systemhäu- Vorjahr nur für 35,6 Prozent der Systemser

verglichen mit anderen XaaS-Dienhäuser ein wichtiges Geschäftsfeld, so

sten so hoch, schon im Vorjahr war IaaS stieg der Anteil derjenigen, bei denen

mit 68,9 Prozent der häufigste Cloud- Backup- und Recovery-Projekte im Kom-

Dienst.

men sind, auf 42,1 Prozent. Ähnlich stark

Software als Service (SaaS) ist dieses (von 28,8 auf 35,1 Prozent) nahm die

Jahr die Nummer zwei im Ranking der Nachfrage nach Security-Lösungen zu.

beliebtesten Cloud-Dienste aus der Wolke. Ein weiterer vom Markt gut angenom-

Das war im Vorjahr noch nicht der Fall: mener Dienst ist Platform as a Service

Gerade mal vier von zehn Systemhäusern (PaaS). Darunter verstehen Marktfor-

hatten 2010 SaaS im Portfolio, derzeit scher die im externen Rechenzentrum

sind es fast Drittel (65,5 Prozent). Offen- bereitgestellten Softwareentwicklungsbar

steigt die Nachfrage nach Software umgebungen, Datenbanken oder gar

aus der Wolke enorm an, denn noch vor komplette Betriebssysteme. Als Parade-

einem Jahr war SaaS nur die Nummer beispiel für eine Plattform in der Wolke

sechs der am häufigsten gewünschten gilt Microsofts Cloud-Windows-Edition

Cloud-Services.

„Azure“. Etwa jedes zweite Systemhaus

2010 boten schon 64,4 Prozent der mit Cloud-Erfahrung (52,3 Prozent) bietet

Cloud-affinen Systemhäuser hierzulande derartige Plattformdienste an, hier gab

Security als Managed Service an, die es gegenüber dem Vorjahr (48,9 Prozent)

Nachfrage nach derartigen Dienstleis- keine großen Veränderungen zu verzeichtungen

blieb auch 2011 relativ stabil auf nen.

einem hohen Niveau (61,4 Prozent). Ähnlich

verhält es sich auch bei dem Thema Anbieter setzen auf PC-Dienste

Cloud-Storage. Fast sechs von zehn Systemhäusern

mit Cloud-Erfahrung (59,1

Umso mehr Bewegung gab es im Geschäft

mit Managed Desktop Services. u


38/11

u

Diesen in der aktuellen Erhebung erstmals

gezielt abgefragten Dienst hat bereits

mehr als jedes zweite Cloud-affine

Systemhaus in sein Portfolio aufgenommen.

Im Fragebogen vom Vorjahr gaben

nur vereinzelte Dienstleister in Freitextfeldern

an, die Desktops ihrer Kunden

aus der Ferne zu managen. Offenbar verlangen

mittlerweile immer mehr Unternehmen

auch für ihre dezentrale Infrastruktur

nach externen Betreibermodellen.

Zudem gibt es mehr und mehr Anfragen

nach Desktop-Virtualisierung. Sie

könnte den externen Betrieb der Arbeitsplatzrechner

auf ein neues Niveau hieven,

wenn etwa die Betriebssysteme der

dezentralen Installationen in einem zentralen

Rechenzentrum laufen.

Möglicherweise ist das steigende Interesse

an Desktop-Virtualisierung dem

Trend zum privaten Endgerät im Berufsalltag

geschuldet. Immer mehr Arbeitgeber

stellen es ihren Angestellten frei, ihr

eigenes mobiles Endgerät, ob Tablet-PC

oder Smartphone, mit ins Unternehmen

zu bringen und dort geschäftlich zu nutzen.

Dieser von Marktforschern auch als

„Consumerization“ oder „Bring Your own

Device“ (ByoD) bezeichnete Trend zeigt

zudem enorme Auswirkungen auf das

herkömmliche Mobility-Geschäft.

IT wird mobiler

Und hier stieg das Interesse der Systemhäuser

am stärksten: Befasste sich im

Vorjahr nicht einmal jeder dritte Befragte

(27,1 Prozent) mit Mobility, so nahm 2011

der Anteil derjenigen, die dies als wichtiges

Geschäftsfeld einstufen, auf 40,4

Prozent zu. Auf die Vielzahl der Projektanfragen

von Kunden reagierte Computacenter

auf besondere Art: Deutschlands

größtes Systemhaus hat den Apple-Integrator

HSD Consult von der Gravis-Gruppe

übernommen. Auch andere Systemhäuser

berichten von vielen Kunden, die

iPads und iPhones sicher in ihre Netze

einbinden möchten. Denn mit der Beschaffung

der passenden Endgeräte ist

es nicht getan. Auch die für das tägliche

Business notwendige Software muss auf

diesen Devices zuverlässig arbeiten

Für viele mobile Mitarbeiter geht es

allerdings nicht allein um das passende

Smartphone oder den Tablet-PC, sie wollen

und müssen für ihre Kunden und

Partner stets erreichbar sein. Dazu zählt,

dass sie unterwegs ihre E-Mails abrufen

können, dass Anrufe am Festnetzanschluss

automatisch auf ihr Mobiltelefon

Die Trends im Systemhaus-Geschäft 2012

Systemhäuser haben die Cloud im Angebot. Auch die Nachfrage nach Managed Services

und Outsourcing dokumentiert den Trend zu externen Betriebsdiensten.

Cloud Computing

Managed Services

Desktop-Virtualisierung

Server-Virtualisierung

Outsourcing

Storage

Mobility

Security

Unified Communications

Business Intelligence

Web 2.0

Green IT

Sonstiges

Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich; Quelle: ChannelPartner

weitergeleitet werden und dass ihr CRM-

System auch auf dem Smartphone die

volle Funktionsvielfalt bietet. Nur unter

diesen Voraussetzungen bringen die neuen

Mobilgeräte die versprochenen Effizienzverbesserungen.

Nur wenige UCC-Anbieter

All diese Komponenten lassen sich unter

dem Oberbegriff „Unified Communications“

(UC) zusammenfassen. Oft wird

dieses Leistungsbündel noch um Gruppenarbeit

erweitert und unter der Sammelbezeichnung

„Unified Communications

and Collaboration“ (UCC) vermarktet.

Doch die Zahl der darauf spezialisierten

IT-Dienstleister ist begrenzt,

gerade einmal jedes vierte Systemhaus

(26,3 Prozent) befasst sich schwerpunktmäßig

mit dieser Thematik. Ebenfalls

relativ gering ist die Menge der Cloud-

Spezialisten in diesem Umfeld, lediglich

fünf IT-Systemhäuser vermitteln TK-

Dienste aus der Cloud.

Druckdienste bleiben gefragt

12,3

8,8

Größeres Entfaltungspotenzial bietet das

Geschäft mit Managed Print Services.

Darunter versteht man alle über den

reinen Verkauf von Druckern hinausgehenden

Services wie etwa die Abrech-

19,3

17,5

26,3

35,1

45,6

42,1

40,4

Spezial Systemhaus 17

56,1

54,4

63,2

nung anhand der ausgedruckten Seiten,

automatische Benachrichtigung des Technikers

im Störungsfall oder bedarfsorientierte

Bestellung von Verbrauchsmaterialien,

aber auch komplexe Softwareprojekte

etwa für das Drucken aus der

Cloud oder die Weitergabe der Druckdaten

an ausgewählte Endgeräte.

Web 2.0 im Kommen

89,5

Befragt nach neuen Themen auf ihrer

Agenda zeigten die Systemhäuser, dass

sie Social Media im Auge behalten, aber

bisher nicht als vordringlich ansehen.

Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook

erachten nur 17,5 Prozent der

IT-Dienstleister hierzulande als wichtigen

Trend. Dafür geht es mit dem Thema

Business Intelligence stetig bergauf. Fast

jedes fünfte Systemhaus (19,3 Prozent,

im Vorjahr: 13,6 Prozent) beschäftigt sich

mit BI-Projekten. Immer mehr Anwenderunternehmen

wollen Informationen

etwa über Kunden und Absatzzahlen

analysieren, um neue Märkte zu erschließen

oder bestehende Geschäftsbeziehungen

zu erweitern. (jha)

*Ronald Wiltscheck ist stellvertretender

Chefredakteur der CW-Schwesterpublikation

ChannelPartner.


18 Spezial Systemhaus 38/11

Gute Geschäfte,

entspannte Stimmung

Wie geht es den Systemhäusern? Welche Sorgen plagen sie? Was planen sie?

Eine Umfrage unter den Anbietern zeigt Optimismus allerorten.

Von Ronald Wiltscheck*

Die Geschäftlage unter den deutschen

Systemhäusern ist blendend:

18 der Top-25-Systemhäuser

sind im Vorjahr zweistellig gewachsen.

Sie haben damit eine sich bereits

Ende 2009 abzeichnende Entwicklung

bestätigt. Schon damals zog die IT-Konjunktur

spürbar an, im Lauf des Jahres

2010 nahm sie richtig Fahrt auf, und in

den ersten Monaten des laufenden Jahres

setzte sich dieser Trend fort. Von einer

sich abschwächenden Nachfrage nach

IT-Equipment und Dienstleistungen ist

nichts zu sehen.

Optimismus ist ungebrochen

So rechnet auch keines der von Channel-

Partner und COMPUTERWOCHE befragten

Systemhäuser im laufenden Jahr

mit schwindenden Erlösen. Über ein Viertel

(25,45 Prozent) glaubt gar, in diesem

Jahr viel stärker zulegen zu können als

der Markt. Knapp über Durchschnitt wollen

laut eigenem Bekunden fast zwei

Drittel (65,45 Prozent) der befragten IT-

Dienstleister zulegen. Etwa jedes zehnte

Systemhaus (9,1 Prozent) erwartet ein

durchschnittliches Wachstum. Damit zeigen

sich deutsche IT-Dienstleister in diesem

Jahr insgesamt etwas optimistischer

als in der Umfrage 2010, auch wenn die

ganz große Euphorie verflogen scheint.

Im Vorjahr kalkulierten noch 39 Prozent

der deutschen Systemhäuser damit, weit

stärker als der Markt zu wachsen. Weitere

45,5 Prozent nahmen 2010 an, sich

zumindest leicht überdurchschnittlich

verbessern zu können. Anders als in der

aktuellen Erhebung meldete sich im Vorjahr

aber auch eine deutlich hörbare

Fraktion der Skeptiker zu Wort: 13,8 Prozent

der damals befragten IT-Dienstleister

erwarteten stagnierende oder gar

fallende Umsätze. Dies zumindest hat

sich nicht bewahrheitet, alle Top-25-Systemhäuser

konnten 2010 ihre Erlöse erhöhen.

Auch der Blick in die ferne Zukunft zeugt

von Zuversicht. Für das Jahr 2012 rechnen

72 Prozent der Anbieter sogar mit

einer weiteren Verbesserung ihrer Lage,

der Rest glaubt, dass es zumindest nicht

schlechter wird. Fast exakt die gleiche

Aussage gaben die Systemhäuser 2010

zu Protokoll, als sich 70 Prozent, befragt

nach ihren Aussichten für 2011, positiv

äußerten. 30 Prozent schauten 2010 sorgenvoll

ins kommende Jahr.

Die Bandagen werden härter

So hat sich die aktuelle Stimmungslage

auf hohem Niveau stabilisiert. Ausnahmslos

alle befragten Häuser rechnen mit

Wachstum, und sie wollen das zuallererst

aus eigener Kraft schaffen. Fast ein Drittel

(32,14 Prozent) von ihnen plant darüber

hinaus noch im laufenden Jahr mit

Zukäufen. Der Vergleich mit 2010 zeigt,

dass damals nur ein Fünftel (20,34 Prozent)

vorhatte, Wettbewerber zu übernehmen.

Die große Mehrheit (96,6 Prozent)

wollte organisch wachsen.

Foto: Fotolia/Robert Kneschke


38/11

Was das Geschäft gefährdet

Starkes Wachstum braucht mehr Mitarbeiter. Der Fachkräftemangel

bedroht den Geschäftserfolg der Systemhäuser.

Fachkräftemangel

Direktgeschäft der Hersteller

Marge/Ertragslage/Kosten

Wettbewerbsdruck

Liquidität/Finanzierung

Auftragslage

Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich ; Quelle: ChannelPartner

Die derzeit gut laufenden Geschäfte forcieren

den Verdrängungswettbewerb in

den nächsten zwölf Monaten, das zumindest

legt die Auswertung der Daten nahe.

Über zwei Drittel (68,4 Prozent) der hiesigen

Systemhäuser rechnen mit einer

Konsolidierung durch weitere Übernahmen

und Fusionen. Auch hier lässt sich

der grundlegende Optimismus der Branche

belegen: Nur wenige erwarten eine

Marktbereinigung durch Pleiten.

Fachkräftemangel bremst

8,77

1,75

Für die ehrgeizigen Wachstumsziele benötigen

die Firmen Mitarbeiter. Fast alle

Teilnehmer wollen 2011 neues Personal

einstellen. Lediglich ein Systemhaus plant

mit einem stabilen Personalstamm, ein

weiteres will Personal abbauen. Zum

ernsthaften Problem wird auch in der

Systemhausbranche der Fachkräftemangel,

immer mehr Systemhäuser haben

Schwierigkeiten, ausreichend Nachwuchs

zu rekrutieren und offene Stellen adäquat

zu besetzen. Das schlägt sich in den Antworten

der Systemhäuser auf die Frage

nach ihren größten Sorgen nieder. So finden

fast 90 Prozent der befragten IT-

Dienstleister nicht die dringend benötigten

Fachkräfte. Das ist ein historischer

Höchstwert. Vor einem Jahr bekümmerten

die Nachwuchssorgen lediglich

57,6 Prozent der Systemhäuser. Zum Vergleich:

Im Vorkrisenjahr 2008 konnten

beachtliche 77,8 Prozent der IT-Dienstleister

nicht genügend viele Fachkräfte

finden, 2009 sank dieser Anteil – krisenbedingt

– auf knappe 32 Prozent.

26,32

26,32

40,35

89,47

Dass die Branche die Krise endgültig hinter

sich gelassen hat, spiegelt sich auch

in dem geringen Anteil derjenigen Häuser

wider, die mit zu geringen Margen kämpfen.

Dies trifft nur auf etwas mehr als ein

Viertel (26,3 Prozent) der Studienteilnehmer

zu. Auch die Auftragslage ist für das

Gros hervorragend. Nur ein einziger

Dienstleister klagte über einen zu geringen

Auftragseingang. Das war im Krisenjahr

2009 noch ganz anders. Damals

räumten 57,4 Prozent der Systemhäuser

Probleme bei der Auftragslage ein. Zudem

zeigte sich damals über die Hälfte

(51,1 Prozent) unzufrieden mit der Marge.

2010 hellte sich die Stimmung schon

merklich auf, als sich nur noch 17 Prozent

über fehlende Aufträge und 45,8

Prozent über unzureichende Margen beklagten.

Bechtle führend im Neid-Ranking

Interessant zu erfahren ist immer, wie

Systemhäuser ihren Markt selbst bewerten.

Gradmesser dafür ist die Frage nach

dem wichtigsten Wettbewerber. Dabei

zeigt sich, dass sich der Großteil nicht am

umsatzstärksten Konkurrenten reibt, sondern

am Systemhaus mit den meisten

Niederlassungen: Seit Jahren bezeichnen

die IT-Dienstleister Bechtle als den bedeutendsten

Spieler auf diesem Feld. In

der aktuellen Umfrage erachten 63,2 Prozent

der Befragten das schwäbische Systemhaus

als ihren wichtigsten Konkurrenten.

Diese Marktstellung hat Bechtle

im Lauf der letzten Jahre ausgebaut.

Schon 2009 führte Bechtle dieses „Neid“-

Wer die wichtigsten Wettbewerber sind

Die starke Präsenz in der Fläche zahlt sich aus: Die meisten

Befragten erachten Bechtle als hartnäckigsten Konkurrenten.

Bechtle

lokale Systemhäuser

weitere überregionale

Systemhäuser

Computacenter

Cancom

Hersteller

(etwa IBM, HP, Dell)

T-Systems/Telekom

sonstige Dienstleister

Comparex

Spezial Systemhaus 19

63,16

56,14

45,61

43,86

35,09

28,07

24,56

17,54

14,04

Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich; Quelle: ChannelPartner

Ranking an, allerdings sah damals nicht

einmal jeder zweite deutsche Dienstleister

(46,5 Prozent) in den Neckarsulmern

den bedeutsamsten Gegenspieler.

Gegenläufig ist die Wahrnehmung von

Computacenter als Wettbewerber. Derzeit

entfallen nur 43,9 Prozent der Stimmen

auf Deutschlands größtes Systemhaus.

Damit belegt Computacenter Platz vier in

der Rangliste der wichtigsten Anbieter

(siehe Grafik „Wer die wichtigsten...“).

Das war in den Vorjahren anders. Lange

Zeit konnten sich die Rheinländer verlässlich

an zweiter Stelle im Ranking

platzieren, im vergangenen Jahr sogar

mit beachtlichen 54,2 Prozent der Stimmen.

Der Verlust von über zehn Prozentpunkten

ist wohl dem stärkeren Fokus

auf Großkunden geschuldet. Um diese

Klientel konkurriert Computacenter eher

mit Konzernen wie T-Systems und den

Serviceabteilungen großer IT-Infrastruktur-Anbieter

wie IBM oder HP.

Erhebliche Gegenwehr im Kampf um

die Kundengunst leisten die vielen kleinen

und nicht näher benannten regionalen

IT-Dienstleister. Jeder zweite große

befragte IT-Provider (56,1 Prozent) bezeichnete

die lokalen Anbieter als hartnäckige

Wettbewerber. Das weist darauf

hin, dass es in Deutschland eine breite

Basis an gut aufgestellten Systemhäusern

gibt, die den Großen der Branchen in vieler

Hinsicht Paroli bieten können. (jha)

*Ronald Wiltscheck ist stellvertretender

Chefredakteur der CW-Schwesterpublikation

ChannelPartner.

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