DEGEMED News 52 Juli 2015

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DEGEMED News 52 Juli 2015

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Nr. 52 Juli 2015

news

Richtig machen!

Warum Qualität anstrengend ist. Und sich lohnt.

Wann kann man die Qualität auch mal

vernachlässigen? Wo stört Qualitätsbewusstsein

vielleicht sogar? Im Leistungssport

bestimmt nicht. Und im Gesundheitswesen

auch nicht, da sind sich alle einig.

Aber was bedeutet gute Qualität? Und was

muss man dafür tun?

Was ist Qualität?

Qualität hat etwas mit Strukturen und Prozessen

zu tun. Da hat die medizinische Reha

als mehrwöchige einrichtungsgebundene

Komplexleistung einiges zu bieten. Und

man muss Qualität auch am Ergebnis messen

können. Im Gesundheitswesen also am

Behandlungsergebnis und in der Rehabilitation

an der hergestellten Teilhabe. Gute

Qualität ist dabei kein Zufall. Man muss ihre

Entwicklung beobachten und sich darum

kümmern. Ständig. Die Reha-Träger nutzen

dazu seit vielen Jahren ihre externe Qualitätssicherung,

erheben zahllose Daten und

veranstalten damit Einrichtungsvergleiche.

Internes QM nach DEGEMED und FVS

Die Reha-Einrichtungen selbst setzen spätestens

seit der Einführung der gesetzlichen

Zertifizierungspflicht im Jahr 2007 QM-Systeme

ein. Sie analysieren und verbessern so

ihre internen Strukturen und Prozesse. Das

geht nicht ohne Aufwand. Die am Markt etablierten

QM-Systeme unterscheiden sich

an dieser Stelle erheblich. DEGEMED und

Fachverband Sucht (FVS) setzen auf regelmäßige

Überwachungsaudits. Sie führen

ebenso wie regelmäßiges Training im Sport

zum Erfolg. Studien, die das Outcome von

Reha-Einrichtungen untersuchen, zeigen

deutliche Zusammenhänge zwischen Qualitätsmanagement

und Ergebnisqualität.

Belegungsvorteil durch Qualität

Die Reha-Träger wollen Anreize für eine aktive

Qualitätspolitik der Einrichtungen bieten.

Die DRV Bund denkt inzwischen darüber

nach, der Qualität höheres Gewicht bei

der Belegung zu geben und Qualitätsindika-

Bereit zum Download

Gemeinsamer Qualitätskongress

von DEGEMED und Fachverband

Sucht am 28./29.09.2015 in Berlin

Programm unter www.degemed.de

toren in die Patientensteuerung aufzunehmen.

Künftig entscheidet also nicht mehr

allein der Preis über die Auslastung der

Einrichtung. Ein Argument mehr, sich um

das Management der Qualität zu kümmern.

Neue DIN ISO – neues QM

Gutes QM muss aktuell sein. Die Basis des

internen QM nach DEGEMED und FVS ist

die international anerkannte DIN ISO 9001.

Ihre Überarbeitung in diesem Jahr führt

auch zu einer neuen Version des Auditleitfadens.

DEGEMED und FVS stellen ihn

erstmals im September der Öffentlichkeit

vor. Beide Verbände bieten auch mit dem

Qualitätskompass und der neuen Managementbewertung

aktuelle Instrumente zur

professionellen Unterstützung der QM-

Beauftragten.


Inhalt

Degemed intern

2 Editorial

Meine Reha – Mein Leben.

3 Mehr Reha vom MDK?

4 Diskussionsforum mit

• Klaus Holetschek MdL

• Mechthild Rawert MdB

5 Antragsverfahren als Hürde

von Susanne Werner

Politik

6 BTHG: Entwurf kommt erst im Herbst

7 BTHG: Die Positionen der Reha-Träger

6 SGB IX-Reform: Kosmetik oder

Kernsanierung?

Qualität

8 Alles neu macht die Norm

von Dr. med. Reinhart Butsch

9 Patientensteuerung: Wohin geht´s?

Interview

10 Richtige Angebote zum

richtigen Zeitpunkt

Gespräch mit Hubert Seiter

Initiativen

11 Kinderreha: Trägt das Netz

die Jüngsten?

11 Reha-Richtlinie:

Weniger Bürokratie wagen

12 Prävention: Tanz auf dem Brunnenrand

von Ulrich Theißen

Projekte

13 Orientierung verloren?

Tagung zur

arbeitsplatzorientierten Reha

14 Bäder- und Rehatour:

Zwei Teams für ein Ziel

Reha-Tag: Verena Bentele sagt „Ja“

Intern

15 Neue Mitglieder vorgestellt:

das salvea rehazentrum idar-oberstein

Service

13 Diskussionsforum www.reha-recht.de

15 Reha-Welt in Zahlen

16 Termine und Veranstaltungen

16 Impressum

Liebe Kolleginnen

und Kollegen,

Editorial

Norbert

Glahn,

Vorstands–

vorsitzender

der DEGE-

MED

die Qualität der medizinischen Rehabilitation

und das damit verbundene Zertifizierungsverfahren,

mit dem wir uns in

diesem Newsletter beschäftigen, gehören

zum Markenkern der DEGEMED. Seit der

Gründung unseres Verbandes 1997 und

der damals weitblickenden Entwicklung

des DEGEMED-Verfahrens haben wir uns

immer wieder intensiv damit beschäftigt.

Manch einer wird aus diesem Anlass fragen:

„Quo vadis? Wohin führt uns das

noch und wie lange werden wir uns noch

so intensiv mit dem Thema Qualität beschäftigen

müssen?“ Ich bin mir sicher,

dass uns das Thema noch sehr lange

begleiten wird. Es gehört heute zu unserem

Leben dazu, bei Produkten oder

Dienstleis tungen auch nach der Qualität

LAG Neuro-Rehabilitation

zieht positive Bilanz

Eine positive Bilanz ihrer Aktivitäten zieht

die Landesarbeitsgemeinschaft NeuroRehabilitation

NRW in ihrem im Mai vorgelegten

Tätigkeitsbericht für das Jahr 2014.

So begleitete die LAG im vergangenen Jahr

aktiv die Umsetzung des Krankenhausplans

NRW 2015 und setzte sich für eine nachvollziehbare

neurologisch-neurochirurgische

Frührehabilitations-Landschaft in NRW ein.

In diesem Zusammenhang wurde auch das

„Gutachten zur neurologisch-neurochirurgischen

Frührehabilitation (NNCHFR) im

Rahmen der Krankenhausplanung“ des

IGES Instituts, Berlin, aktualisiert und der

Landesregierung zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos

Weitere Infos zur LAG gibt es unter

www.neuroreha-nrw.de

zu fragen, sie zu vergleichen und auch kritisch

zu hinterfragen. Im Gesundheitsbereich

war die medizinische Reha übrigens

vor 20 Jahren einer der Vorreiter. Damals

begann die externe Qualitätssicherung.

Und die ersten Kliniken führten das Qualitätsmanagementsystem

der DEGEMED

ein, das erste reha-spezifische QM-System

am Markt. Damit ist die medizinische Rehabilitation

auch der Schrittmacher für Qualitätsentwicklung

in anderen Bereichen der

Gesundheitsversorgung und bei Sozialleistungen.

Die Einführung von Pflegenoten,

die Gründung des IQTiG und zahlreiche andere

Initiativen belegen diese nachholende

Modernisierung. Die Qualitätsorientierung

der medizinischen Reha ist aber auch

Versprechen und Verpflichtung. Rehabilitanden

müssen auf ihre optimale Versorgung

vertrauen dürfen. Und sie verlassen

sich darauf, dass Kompetenz, Professionalität

und Effizienz keine Widersprüche

sind. Dabei helfen Qualitätsbewusstsein

und modernes Qualitätsmanagement. Wir

passen das DEGEMED-Verfahren in diesem

Jahr erneut an die aktuelle Entwicklung an.

Wir bieten Ihnen damit ein zeitgemäßes und

hochwertiges Qualitätsmanagement, das

Ihnen und Ihren Einrichtungen wirklich hilft.

Ihr Professor Bernd Petri

Vorstandsvorsitzender der DEGEMED

Kommunikation wirkt

Die Ärztekammer Nordrhein setzt sich dafür

ein, die kommunikativen Kompetenzen

während der ärztlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung

konsequent zu schulen. Denn

eine gelungene Kommunikation

zwischen Patient

und Arzt – so der Verband

– habe maßgeblichen

Einfluss auf die Zufriedenheit

der Patienten

und den Behandlungserfolg.

Hinweise für die

Praxis gibt der neue

Leitfaden „Kommunikation

im medizinischen

Alltag“, der in

der Schweiz entwickelt wurde.

Bereit zum Download

Das 41 Seiten umfassende Heft

steht unter www.aekno.de im

Bereich Arzt/Dokumentenarchiv/

Ärztekammer Nordrhein kostenlos

zum Download bereit.

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news Nr. 52Juli 2015


Mehr Reha vom MDK?

In weniger als 0,5 Prozent der

jährlich 1,3 Millionen Pflegebegutachtungen

empfahl der Medizinische

Dienst der Krankenkassen

(MDK) 2013 eine medizinische

Rehabilitation. 2015 soll das anders

werden.

Kritik an der Empfehlungspraxis des MDK

hatte es schon im Gutachten des SVR Gesundheit

2014 gegeben. Doch der Bericht

2013 des GKV-Spitzenverbandes nach §

18a Abs. 3 SGB XI (01.09.2014) brachte es

in Zahlen an den Tag: Insgesamt wurden

im Rahmen der Pflegebegutachtung nur ca.

5.300 Empfehlungen für Leistungen zur medizinischen

Rehabilitation ausgesprochen.

Bei knapp 1,3 Mio. Begutachtungen im Jahr

2013 ein Anteil von nur 0,41 Prozent.

Projekt Reha XI sucht Verbesserungen

Als habe man diese Zahlen schon geahnt,

hatten der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes

Bund der Krankenkassen

(MDS) und der GKV-Spitzenverband im

Februar 2013 bereits eine Evaluation des

Routineverfahrens in Auftrag gegeben. Das

Projekt „Reha XI – Erkennung rehabilitativer

Bedarfe in der Pflegebegutachtung“ sollte

das Vorgehen des MDK transparenter machen.

Das Ergebnis zeigte deutliche Schwächen

des Verfahrens, wie zum Beispiel die

So soll es sein: Medizinische Reha sorgt auch im hohen Alter für Mobilität.

Überschneidung verschiedener Leistungsbereiche

des SGB, Schulungs-Lücken der

Gutachter, Konflikte mit Haus- und Fachärzten,

Zeitdruck und eine fehlende Qualitätssicherung.

Darüber hinaus entdeckte

man Differenzen bei den Bewertungsstandards

der MDKn und erhebliche individuelle

Spielräume beim „Goodwill“ der Gutachter.

Insgesamt 36 Regelungsvorschläge in neun

Themenbereichen flossen in die Entwicklung

des neuen „Gute-Praxis-Standards“

ein, der anschließend evaluiert wurde. 74

Prozent der Befragten gaben an, damit gut

oder sehr gut arbeiten zu können. Im Ergebnis

gab es dann sogar sechs Prozent

Reha-Indikationsstellungen statt einem.

Zukunft verspricht Verbesserungen

2015 soll jetzt alles besser werden. Das

„Wie“ wurde zwar noch im Oktober beim

MDS-Expertengespräch „Reha vor und bei

Pflege, Ziele – Wege – Ergebnisse“ diskutiert,

man sei sich jedoch der „Verantwortung

bei der Umsetzung des Grundsatzes

Rehabilitation vor Pflege bewusst“, so der

Tagungsbericht.

Keine Neuregelung durch PSG II

Das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II), das

seit Juni als Entwurf vorliegt, enthält dagegen

keine Regelung für eine intensivere

Reha-Begutachtung. Damit ist erneut eine

Chance vertan, den Reha-Zugang von Pflegeantragstellern

deutlich zu verbessern.

Weitere Infos

Aktuelle Informationen und Zahlen zum

Medizinischen Dienst finden Sie auch

im Internet unter www.mds-ev.de

Europäische Union

DEGEMED gegen europaweite Ausschreibung

Seit dem Eckpunktepapier des Bundeswirtschaftsministeriums

zur Vergaberechtsmodernisierung

(Januar 2015) ist das Thema

Vergabe von Reha-Kapazitäten durch

Ausschreibung wieder präsent. Anlass dafür

sind verschiedene EU-Richtlinien aus dem

vergangenen Jahr. Sie sind bis April 2016

in deutsches Recht umzusetzen. Die DE-

GEMED positioniert sich in ihrer aktuellen

Stellungnahme zum Vergaberechtsmodernisierungsgesetz

(VergModG) eindeutig

gegen europaweite Ausschreibungen von

Reha-Leistungen. Der Gesetzentwurf regelt

die Vorschriften zur Vergabe durch öffentliche

Auftraggeber im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen

(GWB) neu.

Zulassungssysteme sind vergabefrei

„Zulassungssysteme im Bereich der Rehabilitation

funktionieren im so genannten

Die EU-Richtlinien sorgen für viel Wind.

sozialrechtlichen Dreieck zwischen Reha-

Träger, Leistungsanbieter und Leistungsberechtigten.

Sie brauchen keine Ausschreibung“,

so DEGEMED-Geschäftsführer

Christof Lawall. Das ergebe sich bereits aus

den EU-Richtlinien selbst. Das müsse das

neue Gesetz in seiner Begründung ebenfalls

klarstellen.

Position der Leistungserbringer stärken

Nach Ansicht der DEGEMED bietet das

aktuelle Gesetzgebungsverfahren zusätzlich

die Gelegenheit, die Position der

Leistungserbringer im SGB IX deutlich zu

stärken. Die DEGEMED schlägt dazu die

Verankerung eines Zulassungsanspruchs

für Leistungserbringer sowie Rahmenverträge

im Verhältnis von Reha-Trägern und

Leistungserbringern vor.

Weitere Infos

Aktuelle Stellungnahme der DEGEMED

unter www.degemed.de

Referentenentwurf zum VergModG unter

www.bmwi.bund.de

news Nr. 52Juli 2015

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Diskussionsforum

„Reha vor Pflege“ –

was läuft aus Ihrer Sicht bei der

MDK-Begutachtung falsch?

Die Gesellschaft wird immer älter, Rehabilitation immer wichtiger und „Reha

vor Pflege“ ist seit Jahren im § 31 SGB XI festgeschrieben. Trotzdem scheint

bei der Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen

die Empfehlung einer Rehabilitation oft Ermessenssache zu sein. Was ist

falsch, was kann die Politik tun?

Statement von Klaus Holetschek MdL

Speziell im Bereich der Geriatrischen Rehabilitation

scheint es der Fall zu sein, dass

der Ansatz „Reha vor Pflege“ derzeit noch

zu wenig zum Tragen kommt. Bei der Pflege-Begutachtung

durch den Medizinischen

Dienst der Krankenversicherung (MDK)

wird nur ein ganz geringer Prozentsatz

an therapeutischen und rehabilitierenden

Maßnahmen empfohlen und umgesetzt.

Im Jahr 2013 wurden durch den MDK in

Deutschland ca. 1,3 Mio. Pflegebegutachtungen

durchgeführt. Lediglich bei 0,41

Prozent der Pflegebegutachtungen wurde

eine Empfehlung zur medizinischen Reha

ausgesprochen. Doch gerade bei älteren

Menschen macht ein präventiver Ansatz

sowohl aus gesundheitsökonomischer als

auch ethischer Sicht absolut Sinn. Das (geriatrische)

Rehabilitationspotenzial sollte

daher möglichst frühzeitig ermittelt werden

und nicht erst bei der Pflegebegutachtung

durch den MDK. Die geriatrische Reha entlastet

auch die Pflegekassen in erheblichem

Umfang, da sie zum einen Pflegebedürftigkeit

vermeiden und hinauszögern kann

und zum anderen das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit

begrenzt. Als stellvertretender

Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheit

und Pflege der CSU-Fraktion im Bayerischen

Landtag habe ich kürzlich einen

Antrag initiiert, der darauf abzielt, dass der

Grundsatz „Reha vor Pflege“ besser bzw.

konsequenter umgesetzt wird. Die Staatsregierung

wird darin aufgefordert, sich u. a.

dafür einzusetzen, dass auf Bundesebene

eine Beteiligung der Sozialen Pflegeversicherung

an den Kosten der geriatrischen

Rehabilitation geprüft wird, um so Fehlanreize

zu beseitigen, die durch die derzeitige

Verteilung von Kosten und Nutzen der

geriatrischen Rehabilitation zwischen den

Sozialversicherungsträgern bestehen.

Zur Person

Klaus Holetschek MdL

Mitglied des Bayerischen Landtags,

Mitglied des Ausschusses für Gesundheit

und Pflege; stv. Vorsitzender Arbeitskreis

Gesundheit und Pflege der CSU-Fraktion

im Bayerischen Landtag, Mitglied im

Ausschuss für Wirtschaft und Medien,

Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie

und Technologie, Vorsitzender des Bayerischen

Heilbäderverbandes, Vorsitzender

Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-

Schwaben

Statement von Mechthild Rawert MdB

Die SPD will das Prinzip „Rehabilitation

vor Pflege“ stärken. Dies ist ein wichtiger

Auftrag an alle Verantwortlichen – für mehr

Selbstständigkeit und soziale Teilhabe der

Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftigen.

Zu wenig Transparenz im Begutachtungsprozess,

unzureichende Schulung

und Sensibilisierung der pflegefachlichen

und ärztlichen Gutachterinnen und Gutachter

zu medizinischer Rehabilitation, unzureichende

Kommunikation zwischen Ärztinnen

und Ärzten sowie Pflegefachkräften

und zu wenig Information der Versicherten

sind einige Schlüssel zur Empfehlung bzw.

Inanspruchnahme einer Reha-Maßnahme.

Dies hat die Studie Reha XI der Medizinischen

Dienste ergeben. Die MDK empfehlen

nur bei bis zu 0,4 % Prozent der

Pflegebegutachtungen eine medizinische

Rehabilitation. Die Einführung des neuen

Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des neuen

Begutachtungsassessments (NBA) im

Pflegestärkungsgesetz 2 bieten die Chance,

der Rehabilitation eine größere Bedeutung

einzuräumen. Die vorbereitende

Praktikabilitätsstudie des Medizinischen

Dienstes des Spitzenverbandes Bund

(MDS) empfiehlt ausdrücklich, die Ergebnisse

des Projekts Reha XI in das NBA

einfließen zu lassen und beispielsweise die

Gutachterinnen und Gutachter besser zu

schulen. Darüber hinaus soll mit dem NBA

die Rehabilitation neu gewichtet und der

Begutachtungsauftrag der Gutachterinnen

und Gutachter erweitert werden. Auch die

ambulante Rehabilitation sollte ein höheres

Gewicht erhalten – für mehr Flexibilität und

Nachhaltigkeit.

Zur Person

Mechthild Rawert MdB

Seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags

und Mitglied des Ausschusses

für Gesundheit, seit 2013 Berichterstatterin

für Pflege der SPD-Bundestagsfraktion,

seit 2009 Sprecherin der Landesgruppe

Berlin der SPD-Bundestagsfraktion,

seit 2014 stv. Mitglied der Parlamentarischen

Versammlung des Europarates

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news Nr. 52Juli 2015


Antragsverfahren als Hürde

von Susanne Werner

Pflegende Angehörige könnten in

einer Rehabilitation wieder zu Kräften

kommen, oftmals aber scheitern sie

bereits im Antragsverfahren. Das belegt

ein Gutachten des BQS-Instituts

für Qualität und Patientensicherheit.

Pflegende Angehörige sollten 2012 vom

Pflege-Neu-Ausrichtungsgesetz (PNG)

besonders profitieren. Ziel war es, ihnen

den Weg in eine stationäre Rehabilitation

zu erleichtern. Das Gesetz sieht beispielsweise

vor, dass ihre „besonderen Belange“

bei der Beurteilung eines Antrags stärker

berücksichtigt werden. Auch sollte ihnen

ermöglicht werden, pflegebedürftige Familienmitglieder

in einen Reha-Aufenthalt

mitzunehmen. Ein Gutachten des BQS-Instituts

aber zeigt nun, dass viele pflegende

Angehörige in einer Reha gar nicht ankommen

und bereits während des Antragsverfahrens

ihr Vorhaben wieder aufgeben. Zeit

und Aufwand, die mit einem Reha-Antrag

verbunden sind, erscheinen offenbar zu

hoch. „Für pflegende Angehörige sind die

Zugangswege zu einer Rehabilitation nicht

ausreichend etabliert und deren Reha-Bedarf

dringt bislang nicht bis zu den Kliniken

durch“, sagt Dr. Dagmar Hertle. Die Ärztin

am BQS-Institut für Qualität und Patientensicherheit

in Düsseldorf hat im Auftrag

des Bundesministeriums für Gesundheit

entsprechende Angebotsstrukturen in der

Rehabilitation untersucht.

Anträge müssen oft mehrfach

gestellt werden

Gemeinsam mit ihrem Team sollte Dr. Dagmar

Hertle herausfinden, ob und in wieweit

sich die Reha-Kliniken bereits auf pflegende

Infos im Netz

24. Rehabilitationswissenschaftliches

Kolloquium – Deutscher Kongress für

Rehabilitationsforschung, März 2015

in Augsburg: www.reha-kolloquium.de

Die BQS-Studie sowie weitere Infos

unter: http://bqs-institut.de

„Pflegebedürftige und pflegende

Angehörige“ sind auch Thema des

degemed-Praxisdialogs am

17. 09.2015 in Kassel. Weitere

Infos dazu unter www.degemed.de

Angehörige als Zielgruppe eingerichtet haben.

„Unsere Studie zeigt, dass das Antragsverfahren

sehr bürokratisch, wenig

transparent und oftmals uneinheitlich ist.

Das ist zu aufwändig für viele Betroffene,

die ihren Patienten kaum oder nur kurze

Zeit allein lassen können“, sagt Dr. Hertle.

Antragsteller müssten sich oftmals an unterschiedlichen

Stellen Informationen einholen.

Häufig bleibe dennoch unklar, wer

in diesem konkreten Fall der richtige Kostenträger

ist. Nicht selten müssten Anträge

mehrfach gestellt werden. Zudem fehle in

vielen Antragsformularen der Status „Pflegender

Angehöriger“. Für die Studie waren

rund 1200 Rehabilitationseinrichtungen per

E-Mail sowie 28 Expertinnen und Experten

aus Wissenschaft, Beratungspraxis, Vertreter

der Kostenträger und der Betroffenen

persönlich befragt worden. Demnach halten

31 der Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen

spezifische Angebote für

pflegende Angehörige und deren Pflegebedürftige

bereits vor. Manche davon haben

Pflegebetten im eigenen Haus eingerichtet,

andere kooperieren zur Kurzzeitpflege mit

Pflegeheimen in ihrer Nähe. Viele andere

Reha-Kliniken haben sich zwar darauf

nicht spezialisiert, gaben aber an, bei einer

konkreten Anfrage entsprechende Möglichkeiten

zu schaffen.

Was ist eigentlich …?

Das BQS

Das BQS-Institut ist eine unabhängige

Einrichtung, die sich insbesondere auf

die Darlegung von Versorgungsqualität

im Auftrag verschiedenster Partner

im Gesundheitswesen spezialisiert

hat. Es kombiniert dabei die wissenschaftlich

fundierte Entwicklung von

Qualitätsindikatoren mit einer praxisnahen

Umsetzung in verschiedenen

Projekten.

www.bqs-institut.de

Zur Person

Susanne Werner

Soziologin, ausgebildete Journalistin

und Gesundheitswissenschaftlerin, hat

2005 das Büro Kommunikation I Gesundheit

I Netzwerk in Berlin gegründet.

Die Fachjournalistin, Kommunikationsberaterin

und Moderatorin konzentriert

sich in ihren Dienstleistungen auf die

Themen Gesundheitspolitik, Rehabilitation

und Prävention sowie auf Gesundheitsförderung

in Kommune und

Landkreis.

Beratung auf kommunaler Ebene

zusammenführen

„Menschen, die andere Familienmitglieder

pflegen, können keine Reha antreten, wenn

unklar ist, wo und wie der Pflegebedürftige

versorgt wird. Den nahe stehenden Menschen

in die Reha mitnehmen zu können,

ist eine große Chance, auch selbst etwas

durchatmen zu können“, sagt Dr. Hertle. Experten

schätzten den Reha-Bedarf der Zielgruppe

als hoch ein. Zudem sei belegt, dass

die Pflegenden von einer Reha profitieren

und sich auch noch neun Monate danach

psychisch stabiler fühlten. Um den pflegenden

Angehörigen den Weg in die Reha

zu erleichtern, empfiehlt die Studienleiterin,

die Beratungsleistungen für eine Rehabilitation

zu standardisieren und auf kommunaler

Ebene zusammenzuführen. Auch sollten

die Akteure, die regelmäßig Kontakt zu den

Pflegenden haben, stärker sensibilisiert und

fortgebildet werden. Eine wichtige Präventionsarbeit

könne von Haus ärzten, Pflegediensten,

Beratungsstellen, Kirchengemeinden,

aber auch vom Medizinischen Dienst

der Krankenkassen geleistet werden, da sie

frühzeitig erkennen könnten, wann eine Belastungssituation

zu entgleisen drohe. Nicht

zuletzt brauche es neue Antragsformulare,

sodass die Zielgruppe sichtbar wird und bedarfsgerechte

Rehaprogramme entwickelt

werden können.

news Nr. 52Juli 2015

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BTHG

Entwurf kommt erst im Herbst

Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und

SPD aus dem Jahr 2013 sieht sie vor: die

Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe

zu einem modernen Teilhaberecht und die

Verabschiedung eines Bundesteilhabegesetzes.

Dadurch will die Bundesregierung

berechtigten behindertenpolitischen Forderungen

nachkommen. Gleichzeitig will sie

die Kommunen um bis zu fünf Milliarden

Euro entlasten. Denn sie sind es bislang vor

allem, die die finanzielle Last der Eingliederungshilfe

in den vergangenen Jahren getragen

haben. Die stieg von 1994 bis 2012

um knapp neun Mrd. auf 15,1 Mrd. Euro an.

Vorbereitende Arbeitsgruppe im BMAS

Eine Arbeitsgruppe im Bundesministerium

für Arbeit und Soziales (BMAS) hat sich seit

vergangenem Herbst mit den unterschiedlichen

Aspekten dieses ambitionierten Vorhabens

befasst. Die Teilnehmer kamen aus

verschiedenen Institutionen, Verbänden,

der Sozialversicherung und den Ländern.

Der Abschlussbericht zeigt, wie weit die Positionen

und Vorschläge auseinander liegen.

Am 14. April hat im Beisein von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles die Arbeitsgruppe

Bundesteilhabegesetz zum neunten und letzten Mal getagt.

onsträger DRV und Krankenkassen gehen.

Entsprechend groß ist deren Ablehnung

dieser Pläne. Der Referentenentwurf des

BMAS soll bis zum Herbst 2015 vorliegen.

Die Beratung und die Beschlussfassung im

Parlament sind für 2016 vorgesehen. Spätestens

zum Ende des Jahres 2016 und damit

pünktlich zum Wahljahr soll das Gesetz

dann in Kraft treten.

Ausgaben Eingliederungshilfe (in Mrd. Euro)

Auswirkungen auf Reha

Insbesondere die Länder haben bisher eine

Gesamtsteuerungsverantwortung der

Träger der Eingliederungshilfe gefordert.

Dies könnte zu Lasten vorrangiger Leistungssysteme

wie z. B. der Rehabilitati-

Bericht im Netz

Der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe

wird voraussichtlich ab Mitte

Juli unter www.gemeinsam-einfachmachen.de

abrufbar sein.

Lagen die Ausgaben 1994 noch bei

6,3 Mrd. Euro, waren es 2012 bereits

15,1 Mrd. Euro.

SGB IX-Reform

Kosmetik oder Kernsanierung?

Die Reform der Eingliederungshilfe und

die Schaffung eines Bundesteilhabegesetzes

haben auch Auswirkungen auf

Struktur und Inhalt des Rehabilitations- und

Teilhaberechts im SGB IX. Wie weitgehend

die Änderungen ausfallen, ist noch offen.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales,

Andrea Nahles, hat bereits eine Kernsanierung

des SGB IX gefordert.

Eingliederungshilfe ins SGB IX

Klar ist schon jetzt, dass das SGB IX erweitert

wird. Bisher regelt sein allgemeiner

Teil die allgemeinen Vorschriften für alle Teilhabeleistungen.

Der besondere Teil enthält

Infos im Netz

Informationen über die anstehende

SGB IX-Reform finden Sie unter

www.gemeinsam-einfach-machen.de

das Schwerbehindertenrecht. Nun sollen

das Recht der Eingliederungshilfe (bislang

SGB XII) und die Leistungen der sozialen

Teilhabe in einem eigenständigen Teil hinzukommen.

Stärkung der Rechte Betroffener

Wenn die Politik die Forderung nach einer

Kernsanierung ernst meint, wird sie 15

Jahre nach dem Inkrafttreten des SGB IX

nicht darum herumkommen, die Rechte

der Menschen mit Behinderungen, aber

auch der Leistungserbringer im Verhältnis

zu den gesetzlichen Reha-Trägern deutlich

zu stärken. Auf der Agenda stehen dann

eine stärkere Personenzentrierung von

Teilhabeleistungen, Teilhabepläne bei der

Bedarfsfeststellung, ein echtes und für alle

Reha-Träger geltendes Wunsch- und Wahlrecht,

aber auch bessere Möglichkeiten zur

Rechtsdurchsetzung für Betroffene und

Bundesministerin für Arbeit und Soziales

Andrea Nahles fordert eine Kernsanierung.

Leistungserbringer. Gerade die Rechte

von Leistungserbringern sind bisher nur

rudimentär ausgebildet.

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news Nr. 52Juli 2015


Bundesteilhabegesetz:

Die Positionen der Reha-Träger

Die Entwicklung der Eingliederungshilfe

hin zu einem modernen

Teilhaberecht zielt vor allem auf

Verbesserungen für Menschen mit

wesentlichen Behinderungen und

eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten.

Sie sollen aus dem bisherigen

„Fürsorgesystem“ herausgeführt

werden. Die Bedarfsorientierung der

Leistungen und die personenbezogene

Bedarfsermittlung nach einem

bundesweit einheitlichen Verfahren

sind dabei zentrale Bausteine. Die

Koalitionspartner fordern eine Abkehr

von der Institutionenzentrierung hin

zur Personenzentrierung. Es geht

aber auch um die finanzielle Entlastung

der Kommunen, also um Geld.

Was sagen die betroffenen Reha-

Träger dazu?

Das Bundesteilhabegesetz stand im Mittelpunkt der Diskussion beim Hauptstadtdialog

Reha der DEGEMED am 14.04. im Science Center Otto Bock. Teilnehmer v. l. n. r.

Thomas Keck (DRV Westfalen), Ulrike Steinecke (Moderation), Prof. Bernd Petri (DE-

GEMED), Dr. Rolf Schmachtenberg (BMAS), Mechthild Rawert MdB (SPD), Prof. Edwin

Toepler (Hochschule Bonn Rhein Sieg)

Bundesarbeitsgemeinschaft für

Rehabilitation (BAR)

Die Sozialversicherungsträger haben bereits

im Jahr 2013 auf Ebene der BAR unter

trägerübergreifender Perspektive eine

abgestimmte Positionierung zur geplanten

Reform der Eingliederungshilfe erarbeitet.

Sie machen deutlich, dass eine Reduzierung

der Reformüberlegungen alleine auf

die Eingliederungshilfe und das SGB XII

nicht den Anforderungen an ein modernes

Teilhaberecht entsprechen könne.

Maßgebend für das Gelingen der Reform

seien die gemeinsame, trägerübergreifende

Abstimmung und die Verankerung verfahrensrechtlicher

Regelungen im SGB IX als

der für alle Sozialleistungsträger geltenden

gemeinsamen Klammer.

Infos im Netz

Weitere Infos unter:

www.bar-frankfurt.de bzw. www.drv.de

und www.gkv-spitzenverband.de

Gesetzliche Krankenversicherung

(GKV)

Der GKV-Spitzenverband sieht die Krankenkassen

vor allem in den Bereichen

der medizinischen Rehabilitation, bei der

Krankenbehandlung sowie bei Leistungen

der Pflegeversicherung als betroffen an.

Er sprach sich in seinem Positionspapier

vom Juli 2014 gegen eine Reform der Eingliederungshilfe

aus, bei der vor allem die

finanziellen Interessen der Länder im Vordergrund

stehen. Er fordert eine konkrete

und bundeseinheitliche Definition der Fachleistungen

der Eingliederungshilfe und die

Nutzung der vorhandenen Beratungsstrukturen

bei trägerübergreifenden Fallkonstellationen.

Eine von den Ländern geforderte

Gesamtsteuerungsverantwortung der Träger

der Eingliederungshilfe lehnen die Krankenkassen

ab. Sie verlangen außerdem die

Beachtung der bisherigen Leistungs-, Budget-

und Vertragshoheit der Leistungsträger

und die Erhaltung der etablierten Angebotsstruktur.

Deutsche Rentenversicherung

(DRV)

Eine offizielle Stellungnahme existiert noch

nicht. Nach den aktuellen Beratungen der

DRV ergeben sich Berührungspunkte vor

allem im Bereich der Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben (LTA). Ebenso wie

die GKV fordert die DRV eine einheitliche

Definition der Fachleistungen der Eingliederungshilfe.

Nach Ansicht der DRV bildet

das SGB IX den Rahmen für eine personenzentrierte

Teilhabeplanung und die Basis für

eine Leistungserbringung „wie aus einer

Hand“. Sie hält starre gesetzliche Normierungen

bei der Koordinierung von Leistungen

für kontraproduktiv und empfiehlt die

Bedarfsermittlung durch den Träger mit der

„sachlichen Hauptverantwortung“. Sie lehnt

allerdings Entscheidungen des für die Koordinierung

zuständigen Trägers zu Lasten

anderer Träger ab, selbst wenn diese nicht

fristgerecht mitwirken.

news Nr. 52Juli 2015

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Alles neu macht die Norm

Die DEGEMED hat ihren Auditleitfaden an die DIN EN ISO 9001:2015 angepasst.

von Dr. med. Reinhart Butsch

Das DEGEMED-Zertifizierungsverfahren

ist in der Rehabilitation Marktführer unter

den von der Bundesarbeitsgemeinschaft

für Rehabilitation (BAR) gem. der „Vereinbarung

zum internen Qualitätsmanagement

nach § 20 Abs. 2a SGB IX“ vom 1. September

2009 anerkannten Zertifizierungsverfahren.

Grundlage des DEGEMED-Zertifizierungsverfahrens

ist der DEGEMED-Auditleitfaden.

Dieser enthält in seiner derzeitigen

Version 5.0 nicht nur die Anforderungen

des BAR-Manuals für ein einrichtungsinternes

Qualitätsmanagement für stationäre

Rehabilitationseinrichtungen nach §

20 SGB IX, sondern auch die der DIN EN

ISO 9001:2008. Historisch gesehen wurde

der Auditleitfaden 1998 aus der DIN EN ISO

9001 abgeleitet als seinerzeit erstes rehabilitationsspezifisches

Zertifizierungsverfahren.

Dies führt dazu, dass Zertifizierungen

nach dem DEGEMED-Verfahren immer

auch eine Zertifizierung nach der DIN EN

ISO 9001 umfassen, was auch durch ein

entsprechendes separates Zertifikat bescheinigt

wird.

Die dem Auditleitfaden der DEGEMED zugrunde

liegende DIN EN ISO 9001 gilt als

weltweit anerkannte, weitest verbreitete

und nach wie vor am meisten bekannte

Zertifizierungsnorm mit qualitativ höchsten

Anforderungen. So ist es nur konsequent,

Zum Autor

Dr. med. Reinhart Butsch,

Vorsitzender des DEGEMED-Vorstandsausschusses

Qualität; Arzt

für Psychosomatische Medizin und

Psychotherapie, MBA, Leiter Qualitätsmanagement

der Wicker-Gruppe,

Bad Wildungen

Umstellung mit einem Fingertipp? Ganz so einfach geht es leider nicht.

dass die DEGEMED im Zuge der derzeit

stattfindenden Revision der DIN EN ISO

9001 zur Version 2015 auch ihren Auditleitfaden

so überarbeitet, dass sichergestellt

ist, dass dieser auch weiterhin die Anforderungen

der DIN EN ISO 9001 erfüllt.

Neue DIN EN ISO 9001 kommt

Die Änderungen der Norm führen im Wesentlichen

dazu, dass die Eigenverantwortung

der Einrichtung im Hinblick auf die

für das QM-System relevanten Anforderungen

gestärkt wird. Die Verantwortung

der Leitung in Bezug auf das QM-System

wird weiter hervorgehoben. Risikobasiertes

Denken wird gestärkt und es erfolgt eine

zusätzliche Fokussierung auf das Umfeld

der Einrichtung.

Dies bedeutet im Konkreten u. a.:

• Änderung der Kapitelreihenfolge

• Einfügen eines Kapitels zur Bestimmung

des Kontexts der Einrichtung

• Hervorhebung des „risikobasierten Ansatzes“

• Stärkung der Verantwortung der Leitung

bei Planung und Umsetzung des QM-

Systems

• Änderungen bei der Anforderung in Bezug

auf den Qualitätsmanagementbeauftragten

und das Qualitätsmanagementhandbuch

• Einführung einer neuen Begrifflichkeit anstelle

der bisher bekannten „dokumentierten

Verfahren“ und „Aufzeichnungen“

• Stärkung des prozessorientierten Ansatzes

• Einfügen von Festlegungen zur Planung

und Durchführung von Änderungen am

Qualitätsmanagementsystem

• Forderung nach der Festlegung zu Tätigkeiten

im Anschluss an die Erbringung

der Dienstleistung

• Aufnahme des „Wissens der Organisation“

als Ressource

Kein formelles Risikomanagement

Bereits die Version 9001:2008 enthielt mit

dem Thema „Vorbeugende Maßnahmen“

wesentliche Elemente des Umgangs mit

Risiken. Nunmehr wird dieses bisherige

Konzept durch einen risikobasierten Ansatz

ersetzt, der sowohl bei der Planung

als auch bei der Formulierung von Anforderungen

des QM-Systems zum Tragen

kommt. Dementsprechend müssen Maßnahmen

zum Umgang mit Risiken und

Chancen unter Einbeziehung der Leitung

der Einrichtung

• geplant,

• in die relevanten QM-Prozesse integriert,

• dort umgesetzt und

• hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet

werden.

Präsentation und Übergangsfristen

Der überarbeitete DEGEMED Auditleitfaden

6.0 wird auf dem Gemeinsamen

Qualitätskongress von DEGEMED und

FVS am 28./29.09.2015 in Berlin erstmals

der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei

den Fristen zur Umstellung von bestehenden

Zertifikaten orientiert sich die

DEGEMED an den IAF-Regeln zur Umstellung

der DIN ISO 9001:2015.

8

news Nr. 52Juli 2015


zum Qualitätskongress von DEGEMED e.V.

und Fachverband Sucht e.V. (FVS)

am 28. / 29. September 2015 in Berlin

Veranstaltungsort

Charité Campus Virchow-Klinikum

Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, Tel.: 030 450-50

Anmeldung

Veranstaltungsort: Forum 3, Lehrgebäude Erdgeschoss

Obwohl Risiken und Chancen bestimmt

und behandelt werden müssen, gibt es in

der überarbeiteten Norm keine Anforderung

für ein formelles Risikomanagement oder

einen dokumentierten Risikomanagementprozess!

Neuer Auditleitfaden (Version 6.0)

Die Anpassung des DEGEMED-Auditleitfadens

erfolgt in den nächsten Wochen. Die

neue DIN EN ISO 9001:2015 ermöglicht es,

das Zertifizierungsverfahren der DEGEMED

noch rehabilitationsspezifischer und praxisrelevanter

auszugestalten. Der Auditleitfaden

wird außerdem auf Redundanzen, Unstimmigkeiten

und unklare Anforderungen

überprüft und entsprechend angepasst. Die

zum 30.04.2015 überarbeiteten BAR-Anforderungen

sollen teilweise klarer formuliert

werden. Der Auditleitfaden wird künftig auch

verdeutlichen, dass vor allem die Vorgaben

des jeweiligen Federführers unter den Leistungsträgern

maßgeblich sind. Aus dem allgemeinen

Qualitätsverständnis der DEGE-

MED resultierende Anforderungen bleiben

jedoch erhalten. Der Auditleitfaden der DE-

GEMED ist damit kein völlig neues Produkt,

sondern eine praxis orientierte, konsequente

und zeitgemäße Weiterentwicklung.

Anfahrt

Mit dem ÖPNV: www.bvg.de

Weitere Infos zur Anfahrt und zur Lage der

Charité erhalten Sie unter: www.charite.de

Unterkunft

Motel One Hauptbahnhof

Sonderkontingent bis 21.08.2015 unter Angabe

des Stichworts „DEGEMED“ geblockt

Konditionen: 69 Euro EZ zzgl. F / 84 Euro DZ zzgl. F

Adresse: Invalidenstr. 54 • 10557 Berlin

Tel.: 030 3641005-0

E-Mail: berlin-hauptbahnhof@motel-one.com

Kontakt und Anmeldung

DEGEMED e.V. Tel.: 030 284496-6

Fasanenstraße 5 Fax: 030 284496-70

10623 Berlin degemed@degemed.de

www.degemed.de

Tagungsgebühren (inkl. Verpflegung und

gemeinsames Abendessen am 28.09.)

Mustervorlage Managementbewertung

Die Klinikleitung muss im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens

der DEGEMED jährlich

eine Managementbewertung durchführen.

Die Managementbewertung ist ein zentraler

Punkt des Qualitätsmanagements. Ziel ist

es, durch die Bewertung verschiedenster

relevanter Informationen und Kennzahlen

einen ständigen Verbesserungsprozess in

der Einrichtung zu realisieren und die strategische

Ausrichtung der Einrichtung für die

nächsten zwölf Monate festzulegen.

Mitglieder der DEGEMED / FVS: 195 Euro

Nichtmitglieder: 295 Euro

Die Tagungsgebühr ist gemäß § 4 Nr. 22a UStG von der

Umsatzsteuer befreit.

Bitte per Fax an: 030 284496-70

Absender

Titel:

Name, Vorname:

Institution:

Funktion:

Anschrift:

Tel.:

Fax:

E-Mail: _________

(Teilnehmerunterlagen werden per E-Mail versendet.)

Mitglied DEGEMED: Ja Nein

Mitglied FVS: Ja Nein

Vorstellung beim Qualitätskongress im

September

Während der Auditleitfaden der DEGEMED

dezidiert festlegt, welche Eingaben bewertet

werden müssen, sind die Einrichtungen

frei in der Wahl der Form, wie diese Bewertung

dokumentiert wird. Ob in Lang- oder

Kurzform, als Tabelle oder Prosatext – es

gibt viele Möglichkeiten. Auf Anregung

von Qualitätsbeauftragten der Mitgliedskliniken

haben DEGEMED und FVS nun

eine Mus tervorlage in Tabellenform zur

Managementbewertung erarbeitet und

stellen diese im Rahmen des Gemeinsamen

Qualitätskongresses am 28./29.09.2015 in

Berlin vor.

Teilnahme an der Abendveranstaltung: Ja Nein

Datum, Unterschrift

Die Bestätigung der Anmeldung erfolgt durch Zugang der Rechnung. Mit Zugang

der Rechnung wird die Anmeldegebühr fällig. Bei einer Absage bis sieben

Werktage vor Veranstaltungstermin erstatten wir die vollen Kosten. Bei einer

Absage nach diesem Zeitraum ist die volle Veranstaltungs gebühr fällig.

Gemeinsamer

Qualitätskongress

DEGEMED e.V. und

Fachverband Sucht e.V.

28. / 29. September 2015

Charité Campus Virchow-Klinikum, Berlin

Termin vormerken!

Der gemeinsame Qualitätskongress

von DEGEMED und Fachverband Sucht

tagt am 28. und 29.09.2015 in Berlin.

Weitere Infos unter www.degemed.de

und www.sucht.de oder bei der DEGE-

MED-Geschäftsstelle.

Qualität und Patientensteuerung

Wohin geht´s?

Die Indikation, die Entfernung zum Wohnort,

die Leistungsform (ambulant/stationär)

und die Höhe des Vergütungssatzes: Das

sind heute die wesentlichen Kriterien bei

der Patientensteuerung der DRV. Vor allem

der Preis entscheidet über Zuweisung und

Auslastung der Reha-Einrichtung. Die Folge:

Das Qualitätsprofil einer Einrichtung

spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Die DEGEMED hat das in der Vergangenheit

stets kritisiert.

Expertenkreis Qualitätsmaßstab

Die Deutsche Rentenversicherung Bund

(DRV Bund) will künftig auch die Qualität

der Einrichtung berücksichtigen. Sie berät

dazu seit April im neuen Expertenkreis Qualitätsmaßstab

Vorschläge zur Ergänzung

ihrer Reha-Zugangssteuerung. Am Expertenkreis

sind auch Leistungserbringerverbände

wie die DEGEMED beteiligt.

Info

Die DRV Bund stellt den Expertenkreis

Qualitätsmaßstab auf dem Gemeinsamen

Qualitätskongress von DEGEMED und

FVS am 28./29.09. in Berlin vor.

Bei der Zugangssteuerung sollten die Qualitätsindikationen immer TOP sein.

Qualitätsindikatoren

Auf welche Qualitätsindikatoren sollte sich

die Zugangssteuerung künftig stützen? Bisher

wird vorgeschlagen, im Wesentlichen

auf Routinedaten der externen Qualitätssicherung

der DRV zurückzugreifen. Dazu

müssen zunächst die geeigneten Indikatoren

bestimmt und dann in ihrem Verhältnis

zueinander gewichtet werden. Daneben

existieren weitere qualitätsrelevante Indikatoren

außerhalb der externen QS. Auch sie

sollten eine Rolle spielen.

Vorschläge zum Jahresende

Klar ist schon jetzt: Es sollten Indikatoren

sein, die von den Einrichtungen auch tatsächlich

selbst beeinflusst werden können.

Gleichzeitig sollten sie für alle Einrichtungen

gleichermaßen gelten. Und die Zugangssteuerung

soll nicht zu komplex sein, weil

dann Übersichtlichkeit und Transparenz

verloren gehen. Keine einfache Aufgabe!

Der Expertenkreis soll bis zum Jahresende

Vorschläge für geeignete Qualitätsindikatoren

entwickeln.

news Nr. 52Juli 2015

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Richtige Angebote zum richtigen Zeitpunkt

Interview mit Hubert Seiter, Erster

Direktor der Deutschen Rentenversicherung

Baden-Württemberg

Aktive Rehabilitationspolitik betreiben

derzeit vor allem die Träger der DRV. Sie

spüren die Auswirkungen der Demografie

als erste und wissen, dass sich einiges

ändern muss. Ein einfaches „Weiter so!“

überzeugt niemanden mehr. Die DEGEMED

fragte nach bei Hubert Seiter.

DEGEMED news: Herr Seiter, die Anhebung

des Reha-Budgets der DRV ist nur

vorübergehend. Ab 2017 stagniert es, danach

geht es sogar zurück. Wie gehen Sie

in Baden-Württemberg damit um?

Hubert Seiter: Wir bewilligen Reha nicht

nach Kassenlage! Wer also eine Reha aus

gesundheitlichen Gründen benötigt, der erhält

diese auch. Diese unmissverständliche,

mit der Selbstverwaltung abgestimmte Position

verpflichtet uns selbstverständlich in

besonderem Maße, mit guten Argumenten

gegen eine unsinnige Budgetierung der

Reha-Kosten ins Feld zu ziehen. Schlagworte

wie: „Nicht an, sondern mit Prävention

und Reha sparen“ oder „Wer jetzt in

Gesundheit und Bildung investiert, sichert

Fachkräfte und stützt unser umlagefinanziertes

Rentensystem“ wurden nicht zufällig

in der DRV Baden-Württemberg geboren.

Meine nervende Frage an die Politik: „Haben

Sie bessere und nicht zuletzt auch

günstigere 1) Vorschläge, um Menschen gesund,

motiviert, auf altersgerechten Arbeitsplätzen

länger in Lohn und Brot zu halten?“,

ist immer noch unbeantwortet.

Was ist eigentlich …?

Die DRV Baden-Württemberg

Die Deutsche Rentenversicherung

Baden-Württemberg ist Ansprechpartner

für rund 6,6 Mio. Versicherte.

Sie betreut etwa 1,5 Mio. Rentner und

zahlt monatlich ca. 970 Mio. Euro an

Renten aus. Rund 3600 Beschäftigte

arbeiten verteilt im ganzen Land,

neben Karlsruhe und Stuttgart in 18

Regionalzentren und Außenstellen.

Die DRV Baden-Württemberg sieht

sich als Begleiter ihrer Kunden in den

Bereichen Altersvorsorge, Rente, Prävention

und Reha.

DEGEMED news: Sie haben sehr früh damit

begonnen, neben der Reha auch Präventionsleistungen

anzubieten. Wie sind

Ihre Erfahrungen damit?

Hubert Seiter: Die demografische Herausforderung

fordert schon lange andere,

neue Angebote, um Menschen länger im

Erwerbsleben zu halten. Mit Modellen wie

z. B. „2 plus eins“ oder „1 plus 12“ haben

wir in Baden-Württemberg gesundheitlich

angeschlagene Menschen schon deutlich

vor einer Chronifizierung erreicht. Unser

Ziel: früher, kürzer stationär, wohnort-/betriebsnäher

ambulant, gruppenorientiert

und nicht zuletzt die Eigenverantwortung

des Arbeitnehmers für die eigene Gesundheit

sowie das Interesse des Arbeitgebers

für leistungsfähige Mitarbeiter zu wecken.

Dass es nahezu 20 Jahre gedauert hat, bis

daraus BETSI – eine regelhafte Präventionsleistung

der DRV wurde, ist schade.

Umso mehr gilt es jetzt, mit diesem niederschwelligen

Angebot richtig loszulegen! Ich

bin überzeugt, wenn Menschen bis 67 oder

länger arbeiten sollen bzw. dürfen, sind

qualifizierte und vielfältige medizinische

und berufliche Reha-Maßnahmen unverzichtbar.

Mehr noch, wir müssen „abholend

bzw. aufsuchend“ agieren und unsere

präventiven und rehabilitativen Angebote

frühzeitig bereitstellen. Dazu müssen wir

offensiv eine „Holstrategie“ entwickeln.

Unser neu entwickelter „Firmenservice“ für

Arbeitgeber bietet diesbezüglich hervorragende

Möglichkeiten, trägerübergreifend,

d. h. ohne lästige Abgrenzungsorgien!

DEGEMED news: In Nordrhein-Westfalen

kümmert sich inzwischen die Landesarbeitsgemeinschaft

(LAG NRW) um den

Dialog mit Reha-Trägern über gemeinsame

Themen. Wie beurteilen Sie diesen

Prozess? Und braucht es so etwas auch in

Baden-Württemberg?

Hubert Seiter: Landesarbeitsgemeinschaften

wie in NRW oder unsere, seit

Zur Person

Hubert Seiter ist Vorsitzender der

Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung

Baden-Württemberg.

Sein Credo als engagierter Kämpfer

für Prävention und Rehabilitation: den

Grundsatz „Prävention vor Reha vor

Rente“ zu stärken, um so Fachkräfte

zu erhalten und Altersarmut vorzubeugen.

Ehrenamtlich engagiert er sich als

Geschäftsführer des Krebsverbands

Baden-Württemberg. Seiter begründete

die „Reha-Radtour“ als Werbung für

die Rehabilitation.

vielen Jahren regelmäßig stattfindenden

Beleghäusertagungen wirken vertrauensbildend.

So gelingt es im Dialog mit innovativen

Leistungsanbietern überzeugend

die Vielfalt unseres Leistungsangebotes

bei Arbeitgebern so zu präsentieren, dass

Stammtischparolen wie „morgens Fango,

abends Tango“ endlich der Vergangenheit

angehören.

DEGEMED news: Ist die Reha generell zu

leise, brav und angepasst?

Hubert Seiter: Eindeutig ja! Ohne die tollen

Errungenschaften der Akutmedizin

schmälern zu wollen: Eine auch deshalb

immer älter werdende Gesellschaft braucht

dazu passende Präventions- und Reha-

Angebote. Dazu mit der „etwas anderen

Reha-Medizin“ einen wesentlichen Beitrag

miteinander entwickelt zu haben, darf stolz

machen. Im Klartext: Wir haben die richtigen

Angebote zum richtigen Zeitpunkt!

Die 8. Bäder- und Reha-Tour tut übrigens

in diesem Jahr, was zu tun ist: zeigen und

darüber reden, was mit Hilfe guter Reha

mit bzw. nach einer schweren Erkrankung

möglich ist.

1) Der durchschnittliche Komplettvergütungssatz pro

Tag beträgt derzeit alles in allem (Personal-, Sach- und

Kapitalkosten, Abschreibungen usw.) ca. 130 Euro.

10

news Nr. 52Juli 2015


Kinderreha

Trägt das Netz die Jüngsten?

Trägt das Hilfenetz chronisch kranke Kinder

und Jugendliche? So lautete die Leitfrage

der Fachtagung, die das Bündnis für

Kinder- und Jugendreha am 13.05. in Berlin

veranstaltete. Den weit über 100 Teilnehmern

aus ganz Deutschland wurde schnell

deutlich, dass es der Bundesregierung, den

Reha-Trägern und der Politik ernst ist mit

der Kinderreha. Die Vertreter aus Bundesministerium

für Arbeit und Soziales (BMAS)

und der DRV Bund gaben klare Bekenntnisse

zur Erhaltung und Weiterentwicklung

der medizinischen Reha für Kinder und Jugendliche

ab.

Zuständigkeit weiter in der Diskussion

Unklar ist weiter eine Veränderung der bislang

formell gleichrangigen Zuständigkeit

zwischen DRV und Krankenkassen. Das

Bündnis für Kinder- und Jugendreha fordert

eine Verlagerung zur DRV. Die DRV

lehnt das aber bislang ab. Das BMAS ist

für Gespräche darüber mit dem Gesundheitsministerium

offen.

Ambulante Reha und Nachsorge

Beweglichkeit auch bei ambulanter Reha

und Nachsorgeleistungen für Kinder- und

Jugendliche. Beides ist bisher nicht möglich,

weil der Gesetzeswortlaut oder die

Kinderheilbehandlungsrichtlinien im Weg

stehen. Das soll sich künftig ändern. Die

Leistungen können dadurch flexibler gestaltet

werden.

Das Bündnis für Kinder- und Jugendreha, v. l. n. r.: Heidrun Koop, Dr. Johannes Oepen,

Dr. Wolfgang Deppe, Dr. Tomas Steffens, Antonia Walch, Dr. Edith Waldeck, Alwin

Baumann, Dr. Bernhard Hoch, Eckart Behr, Christof Lawall

„Kinderbeauftragter“

Der Vorsitzende der Kinderkommission

des Deutschen Bundestages, Eckhard

Pols, MdB, schlug vor, das Amt eines Kinderbeauftragten

der Bundesregierung zu

schaffen. Dieser könne ebenso wie der Patienten-

oder Behindertenbeauftragte selbst

politische Initiativen anstoßen und den Belangen

von Kindern und Jugendlichen mehr

Gewicht verleihen.

Informationen im Netz

Nähere Informationen zum Bündnis

für Kinder- und Jugendreha gibt

es unter

www.kinder-und-jugendreha-imnetz.de.

Reha-Richtlinie

Weniger Bürokratie wagen!

Das zweistufige Antragsverfahren für

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

bei den gesetzlichen Krankenkassen

sorgt faktisch für eine Abschaffung der

Reha-Leistungen außerhalb der Anschlussheilbehandlung

bzw. der Anschlussrehabilitation

(AHB/AR). Bereits im Oktober 2013

machte die DEGEMED in ihrer damaligen

Stellungnahme zur Änderung der Rehabilitations-Richtlinie

(Re-RL) deutlich, dass

das zweistufige Verfahren nicht sachgemäß

ist. Der in den vergangenen Jahren

anhaltende Rückgang von Leistungen zur

medizinischen Rehabilitation nach einem

Antragsverfahren und das mengenmäßige

Verhältnis zu Leistungen im Wege einer

AHB oder AR belegen dies (siehe Grafik).

DEGEMED begrüßt Vereinfachung

Im Dezember 2014 traf sich der Vorstand

der DEGEMED mit dem Vorsitzenden des

G-BA, Josef Hecken, um erneut für die

Abschaffung des zweistufigen Antragsverfahrens

einzutreten. Deshalb begrüßt die

DEGEMED den aktuellen Ansatz des G-

BA, das Verordnungsverfahren zu vereinfachen

und diese Forderung umzusetzen.

Unnötige Wartezeiten und bürokratische

Hürden für Antragssteller entfielen, da in

einem Schritt sowohl die Zuständigkeit der

Krankenkasse, als auch die Notwendigkeit

der Reha-Maßnahmen geprüft würden. Außerdem

begrüßt die DEGEMED den Wegfall

der verpflichtenden Zusatzqualifikation für

Vertragsärzte, die bisher Voraussetzung ist,

um überhaupt Rehabilitationsmaßnahmen

verordnen zu dürfen. Denn warum sollte

es einem Vertragsarzt, der die Lebensumstände

seiner Patienten gut kennt, verwehrt

bleiben, für diesen auch eine medizinisch

notwendige Reha-Maßnahme zu beantragen?

Die Zusatzqualifikation soll nun fa-

Leistungen zur Rehabilitation der

Gesetzlichen Krankenversicherungen

(ohne Mutter-Vater-Kind-Leistungen)

2013

2012

2011

2010

2009

2008

713,470

576.391

137.079

761.877

612.553

149.324

737.888

612.962

124.926

774.787

609.554

165.233

775.782

620.419

155.363

758.631

605.172

153.459

Reha-Leistungen gesamt

davon AHB (abs.)

davon Antragsreha (abs.)

Quelle: KGS

kultativ von den Kassenärztlichen Bundesvereinigungen

als Fortbildungsmaßnahme

angeboten werden.

news Nr. 52Juli 2015

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Tanz auf dem Brunnenrand

von Ulrich Theißen

Rentenversicherung bringt ihre

Versicherten in Bewegung

Durch das neue Präventionsgesetz werden

u. a. Sozialleistungsträger, private

Krankenversicherungsträger, Kommunen

und Betriebe zur Zusammenarbeit aufgerufen.

Ein Schwerpunkt des Gesetzes betrifft

die Prävention in der Lebenswelt „Betrieb“.

Aber muss man bis Anfang 2016 oder gar

auf die Entwicklung einer „Nationalen Präventionsstrategie“

warten, um mit Betrieben

auf diesem Gebiet zusammenarbeiten zu

können? Sicher nicht!

Infos für Brunnenrandtänzer fehlen

Schon heute existieren für die o. g. Beteiligten

diverse gesetzliche Regelungen,

die Leistungen ermöglichen und eine Zusammenarbeit

fordern. Im Bereich der

Rentenversicherung betrifft dies die Präventionsleistungen

für Versicherte mit ersten

gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Diese Leistungen sind für den Personenkreis

der gesundheitlich Gefährdeten („die

Brunnenrandtänzer“) gedacht. Diejenigen,

bei denen schon massive gesundheitliche

Störungen/Chronifizierungen („die vom

Brunnenrand Gefallenen“) vorliegen, gehören

nach wie vor in die medizinische Rehabilitation.Von

den Präventionsleistungen

könnte eine große Zahl der Beschäftigten

Ist die Gesundheit schon in den Brunnen gefallen? Wenn nicht, dann zählt Prävention.

profitieren – allein es fehlen die Anträge. Die

Informationslage in den Betrieben und bei

den Beschäftigten zu verbessern ist eine

Aufgabe, der sich Sozialleistungsträger und

Einrichtungen für die medizinische Rehabilitation

gemeinsam widmen sollten. Die

Reha-Einrichtungen mit ihren multiprofessionell

besetzten Teams, mit ihren auf die

Arbeitswelt ausgerichteten Therapiezielen,

mit ihrer professionellen Ausstattung und

ihrer häufig guten regionalen Vernetzung

sind ideale Partner für die Erbringung von

Präventionsleistungen, die auf die Module

„Bewegung, Ernährung und Resilienzbildung“

ausgerichtet sind.

Anträge aktiv generieren

Ist die Einrichtung auf der Grundlage eines

Präventionskonzeptes durch die Rentenversicherung

zugelassen (im Rheinland sind

dies mittlerweile 13 Reha-Einrichtungen),

existieren diverse Möglichkeiten, um das

Entstehen von Anträgen auf Präventionsleistungen

durch die Einrichtung pro-aktiv zu

unterstützen: Durchführung von Info-Veranstaltungen

in der Einrichtung, Beteiligung

an betrieblichen Info-Veranstaltungen, aktive

Unterstützung von Präventionswilligen

bei der Antragstellung, z. B. durch Erstellung

eines Befundberichtes durch den Arzt

der Reha-Einrichtung, oder Unterstützung

der Betriebe beim Thema Verhältnisprävention.

Hierbei sollen insbesondere klein- und

mittelständische Unternehmen im Fokus

der Akquisebemühungen stehen, da sich

aus ihren Reihen die weitaus überwiegende

Zahl der Beschäftigten rekrutiert.

Info

Weitere Informationen, z. B. zur Ausgestaltung

der Leistungen oder Hilfen zur

Erstellung entsprechender Konzepte,

finden Sie unter: www.deutsche-rentenversicherung.de

(Suche: „Rahmenkonzept

zur Umsetzung der medizinischen

Leistungen zur Prävention“).

Zur Person

Ulrich Theißen

Fachbereichsleiter Reha-Management der

Deutschen Rentenversicherung Rheinland,

Aufgabenschwerpunkte: Grundsatzfragen

der Durchführung medizinischer

Reha-Leistungen/Präventionsleistungen,

Beziehungen zu den Vertragspartnern

im Bereich ambulante und stationäre

Rehabilitation, modellhafte Leistungsentwicklung

zur Schnittstellenüberwindung,

Qualitätssicherung

Modell „Rheinschiene“

Kooperation zwischen Betrieben, Präventionseinrichtungen,

Kranken- und Rentenversicherungsträgern

Akquise

(Schulung der Führungskräfte, allgemeine Informationen für die Beschäftigten)

Ärztliche Untersuchungen

(Werks-/Betriebsarzt, Niedergelassene Ärzte, Ärzte der Reha-Einrichtungen)

Initialphase – drei Tage ganztägig ambulant

(Kennenlernen, Förderung der Gruppendynamik, Erproben, Erstellung eines

individuellen Trainingsplans)

Trainingsphase – 16 Wochen

(Intensivtraining an zwei Terminen pro Woche in der Gruppe, Vorträge und Schulungen)

„Refresher“ und Eigenaktivitätsphase

(Verstetigung der Verhaltensänderungen mit dem Ziel, die Eigenverantwortung zu stärken,

intensive – bis zu zweijährige – Betreuung durch Präventionsmanager)

Verhältnisprävention im Betrieb

12

news Nr. 52Juli 2015


Reha und Arbeitsplatz

Orientierung

verloren?

Schon seit Jahren beklagen Kliniken die

schwierige Umsetzung der Arbeitsplatzorientierten

Rehabilitation in der Praxis. Der

Grund: Die Träger der gesetzlichen Rentenund

Unfallversicherung haben unterschiedliche

Modelle entwickelt und eigene Kriterien

für die Durchführung und Anforderungen

an die Reha-Einrichtungen festgesetzt.

Sogar die regionalen DRV-Träger verfolgen

unterschiedliche Konzepte (vgl. DEGEMED

news 44, S. 13). Besonders schwer haben

es Kliniken, die mit mehreren Trägern zusammenarbeiten.

Denn unterschiedliche

Zugangsverfahren, Verweildauern und Vergütungsmodelle

machen ein vernünftiges

Arbeiten unmöglich.

DEGEMED-Tagung diskutiert Lösungen

Was kann getan werden, um die Verfahren

zu harmonisieren? Welche Standards und

therapeutischen Gemeinsamkeiten gibt es?

Mehrere Verfahren – keine Orientierung. Die

Konzeptvielfalt der Träger erinnert an den

Turmbau zu Babel.

Diese und viele weitere Fragen sind Thema

einer DEGEMED-Fachtagung im November

2015, die in Kooperation mit dem Deutschen

Verband für Gesundheitssport und

Sporttherapie e.V. (DVGS) veranstaltet wird.

Das Programm zu dieser Veranstaltung wird

in Kürze auf der Internetseite der DEGEMED

zur Verfügung stehen.

Die drei Verfahren

Unterschieden werden Verfahren der

Renten- und der Unfallversicherung

sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft

der medizinisch-beruflichen

Reha-Einrichtungen (Phase-II-Einrichtungen).

• MBOR der Deutschen Rentenversicherung

• ABMR der Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung

• MBR Phase II der Bundesarbeitsgemeinschaft

der medizinisch-beruflichen

Reha-Einrichtungen

Rehabilitations- und Teilhaberecht

Forum in neuem Outfit

Seit Ende Mai präsentiert sich das Diskussionsforum

Rehabilitations- und Teilhaberecht

unter www.reha-recht.de in einem

neuen Design, mit neuer Struktur und verbesserten

Such- und Filterfunktionen. Der

Relaunch erhöht die Nutzerfreundlichkeit

des Diskussionsforums und verbessert die

Möglichkeit zum interaktiven Austausch.

Dafür wurde das Portal unter Beachtung

von Gestaltungsprinzipien für die Barrierefreiheit

an aktuelle technische Standards

angepasst und seine Struktur grundlegend

überarbeitet. Die Website ist in drei Hauptbereiche

untergliedert:

Fachbeiträge

In diesem Portalbereich finden Sie alle aktuellen

und bisher veröffentlichten Diskussionsbeiträge

des Diskussionsforums. Expertinnen

und Experten aus Wissenschaft und

Praxis veröffentlichen hier fachlich fundierte

Aufsätze, die kommentiert werden können.

Diskussionen

Diskussionen zu ausgewählten Themen

finden im moderierten Online-Forum

„Fragen-Meinungen-Antworten“ statt. Alle

Interessierten können sich dazu mit ihren

Die drei Hauptbereiche der Website lassen sich auf einen Blick gut erkennen.

Fragen und Erfahrungen einbringen. Neu

hinzugekommen ist ein Bereich für den

themenoffenen Austausch (Reha-Recht-

Lounge).

Infothek

In der Infothek stellen wir Hintergrundinformationen

und Materialien wie Stellungnahmen

und Positionspapiere, Regelungen und

Gesetzesentwürfe sowie relevante Links

aus Recht und Praxis der Rehabilitation

und Teilhabe für Sie bereit.

Glossar klärt Fachfragen

Neues Element ist ein interaktives Glossar

zur Klärung bzw. Diskussion reha-rechtlicher

Fachbegriffe, das unter Beteiligung

fachlich interessierter Nutzerinnen und

Nutzer sukzessive ausgebaut werden kann.

Mit dem optimierten Design lässt sich die

Website per Tablet oder Smartphone ebenso

gut nutzen wie mit dem Computer. So

kann auch von unterwegs die Kommentarfunktion

genutzt und online mitdiskutiert

werden.

news Nr. 52Juli 2015

13


Bäder- und Rehatour

Zwei Teams für ein Ziel

Ansprechpartnerin für

weitere Informationen:

Susanne Treus

Deutsche Rentenversicherung Westfalen

Gartenstraße 194

Bäder- und

Rehatour 2015

Nachdem die Bäder- und Rehatour im

vergangenen Jahr um eine zweite Gruppe

gewachsen ist, wird es auch dieses Jahr

zwei Strecken geben. Wie immer heißt es

am letzten Freitag im August: „Zeigen, was

möglich ist.“ Die von Thomas Keck (Erster

Direktor der DRV Westfalen) und Ludger

Peschkes (Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes

Dortmund) organisierte

Tour startet in Münster und geht von dort

Richtung Ostwestfalen über das Sauerland

und das Ruhrgebiet bis ins Rheinland. Nach

neun Etappen wird die Tour dann am 5. September

2015 in Dortmund enden.

48147 Münster

Telefon: 0251 238-2011

E-Mail: susanne.treus@drv-westfalen.de

Spenden Sie einen Betrag Ihrer Wahl pro gefahrenen

Kilometer oder pauschal für Herzkranke

Kinder e. V. (Stichwort: Herzkranke Kinder).

Spendenkonto:

Sparkasse Münsterland Ost

BLZ: 400 501 50

Kontonummer: 302 819 461

IBAN: DE35400501500302819461

> 28. August bis 5. September 2015

> 9 Etappen, rund 800 Kilometer

durch NRW

> Menschen mit und ohne Handicap

werben für die Rehabilitation und

fahren für herzkranke Kinder

Süd-Tour dreht Runde im „Ländle“

Die Tour von Hubert Seiter (Erster Direktor

der DRV Baden-Württemberg) ist dieses

Jahr eine Rundtour mit Start und Ziel in

Bad Rappenau/Bad Wimpfen. Zwischenetappen

sind u. a. Bad Orb, Saalfeld, Bad

Kissingen und Kloster Bronnbach. Auch

diesmal werden Spenden für „Herzkranke

Kinder e.V.“ in Münster und den Krebsverband

Baden-Württemberg gesammelt.

Info

Informationen zu den Touren gibt es

bei den DRVen und unter

www.krebsverband-baden-wuerttemberg.de

2014 führte die Bäder- und Rehatour über

zwei Strecken nach Berlin.

Reha-Tag

Verena Bentele sagt „Ja“

Für den 12. Deutschen Reha-Tag am 26.

September konnte der Initiatorenkreis eine

prominente Schirmherrin gewinnen. Verena

Bentele, Behindertenbeauftragte der

Bundesregierung, sagte zu und setzt sich

für den Deutschen Reha-Tag ein. Sie ruft

zusammen mit den 19 Initiatoren und ideell

unterstützenden Organisationen alle Kliniken

und Einrichtungen der Rehabilitation

auf, sich am Aktionstag in der Öffentlichkeit

zu präsentieren. In ihrem Grußwort unterstrich

die Behindertenbeauftragte die Be-

deutung der Rehabilitation für die Teilhabe

von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft:

„Mir geht es als Beauftragte der

Bundesregierung für die Belange behinderter

Menschen darum, auf politischer Ebene

dahin zu wirken, dass ein hohes Niveau an

Rehabilitation und eine optimale Unterstützung

von Menschen mit Behinderung

möglich ist. Dabei verfolge ich ein ebenso

breites Spektrum wie Sie. ( … ) Menschen

mit Behinderung die vollumfassende Teilhabe

an der Gesellschaft ermöglichen, das ist

unsere gemeinsame Aufgabe!“ Das ganze

Grußwort von Verena Bentele finden Sie

auch im Internet unter www.rehatag.de

Service für Kliniken

Auf der Internetseite www.rehatag.de können

teilnehmende Kliniken und Einrichtungen

ab sofort ihre Veranstaltung anmelden,

nachsehen, ob es weitere in ihrer Nähe

gibt, Aktionsmaterialien herunterladen oder

sich einfach nur über den Reha-Tag informieren.

Neu sind dort in diesem Jahr eine

Galerie mit Bildern des Reha-Tags 2014

sowie ein Veranstaltungsarchiv mit Anregungen

für Planung und Gestaltung.

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung,

Verena Bentele, hat die

Schirmherrschaft über den Reha-Tag

übernommen.

Info

Infos zum Aktionstag gibt es unter

www.rehatag.de

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news Nr. 52Juli 2015


Neue Mitglieder vorgestellt

Die DEGEMED freut sich über ein neues Mitglied: Seit dem 1. Juli ist das salvea rehazentrum idar-oberstein dabei.

Das salvea rehazentrum idar-obersteinwurde

2010 eröffnet als erstes ambulantes

Reha-Zentrum für orthopädische Erkrankungen

und bietet Patienten aus der Region

Birkenfeld, Morbach, Kusel und Kirn eine

ganztägig ambulante, wohnortnahe Rehabilitation

bei orthopädischen Erkrankungen

sowie nach Verletzungen oder Operationen.

Auch klassische Leistungen im Bereich der

Physio- und Ergotherapie gehören zum

Angebot sowie Präventionskurse im angeschlossenen

Gesundheits- und Präventionszentrum.

Das neunköpfige Team des ambulanten

salvea rehazentrum idar-oberstein macht

„Lust auf Gesundheit“. In der Mitte:

Geschäftsführerin Eva Uebelacker.

Im Unternehmensverbund

der Krefelder inoges AG

Seit 2014 gehört das rehazentrum idaroberstein

zum Unternehmensverbund

salvea der bundesweit agierenden inoges

AG. Salvea steht im Gesundheitswesen

für hochmoderne Reha-Zentren, Garant

für Qualität, Innovation, ausgezeichneten

Service sowie ein hohes Maß an Patientenund

Kundenzufriedenheit. 1979 zunächst

als Praxis für physikalische Therapie von

Wolfgang K. Hoever in Krefeld gegründet,

ist der Verbund nach über 35 Jahren

soliden Wachstums heute an mittlerweile

28 Standorten von Münster bis München

vertreten und beschäftigt insgesamt rund

1050 kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

www.salvea.de

Zahlen helfen uns, die Wirklichkeit zu erkennen. Wenn wir etwas wiegen, messen oder

zählen können, entsteht dabei ein Bild im Kopf und wir trauen uns ein Urteil zu. Nicht

immer liegen wir dabei richtig. Das liegt nur zum Teil an den Zahlen selbst.

„ Durch die Mitgliedschaft bei der

DEGEMED werden wir Partner des

Vorreiters und Marktführers bei

der Zertifizierung von Rehabilitationseinrichtungen,

um gemeinsam

zukunftsweisende Entscheidungsprozesse

aktiv zu gestalten. Denn

am Anfang steht immer eine

Vision. “

Eva Uebelacker, Geschäftsführerin

des salvea rehazentrums

idar-oberstein

Unsere Rubrik „Die (Reha-)Welt in Zahlen“ stellt Zahlen ohne Kommentar zusammen,

die uns in den letzten Wochen begegnet sind. Manche Zahlen verblüffen oder ärgern,

andere erregen Widerspruch. Allen ist aber gemeinsam: Sie haben etwas mit Reha zu

tun und wurden bereits veröffentlicht.

Die (Reha-)Welt in Zahlen

Anzahl der Leistungsempfänger der Sozialen Pflegeversicherung 2014 (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit) 2.598.936

Ausgaben für Eingliederungshilfe 2012 (Quelle: BMAS; zum Vergleich: 1994 6,3 Mrd. Euro)

15,1 Mrd. Euro

Anteil der AU-Tage, verursacht durch Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems im Jahr 2014 (Quelle: BKK e.V.) 26,8 %

Anteil der AU-Tage, verursacht durch psychische Erkrankungen (Quelle: BKK e.V.) 14,8 %

Anteil der Menschen in Deutschland 2015, die zu einer Organspende bereit sind (Quelle: BzgA; Anteil 2013: 68 %) 71 %

Anteil der Krankenkassen an den abgerechneten Reha-Leistungen der Arge Krebs NRW 2014 (Quelle: Geschäftsbericht 2014) 5,4 %

Anteil der Rentenversicherung an den abgerechneten Reha-Leistungen der Arge Krebs NRW 2014 (Quelle: Geschäftsbericht 2014) 94,6 %

news Nr. 52Juli 2015

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Termine und Veranstaltungen

Know-how aus der Praxis für die Praxis

Praxisdialog Reha-Pflege: Pflegende

Angehörige und Rehabilitation am

17.09.2015 in Kassel

Mit wachsender Anzahl pflegebedürftiger

Menschen steigt auch die Zahl pflegender

Angehöriger. Dieser Anstieg ist auch in der

Rehabilitation spürbar und wirft Fragen auf,

die neue Lösungen und Herangehensweisen

erfordern: Wie können pflegende Angehörige

bereits während der Rehabilitation

des Pflegebedürftigen in die Versorgung

einbezogen werden? Wie kann der Übergang

von der Rehabilitation in die häusliche

Pflege optimiert werden? Und welche

Bedürfnisse haben pflegende Angehörige,

die aufgrund ihrer Pflegetätigkeit selbst eine

Reha in Anspruch nehmen möchten? In der

Fachtagung des Deutschen Berufsverbands

für Pflegeberufe (DBfK) und der DEGEMED

geht es um praxisnahe Beispiele, wie diese

Herausforderungen von der Pflege aktiv

mitgestaltet werden können.

Gemeinsamer Qualitätskongress mit

dem Fachverband Sucht am 28. und

29.09.2015 in Berlin

DEGEMED und FVS passen in diesem Jahr

ihr Qualitätsmanagement an die neue DIN

ISO 9001 an. Struktur und Inhalt der Auditleitfäden

werden aktualisiert und künftig

leichter nutzbar sein. Der Qualitätskongress

stellt die Änderungen erstmals vor und bietet

damit einen Einstieg in die neue Version

der Auditleitfäden. Außerdem gibt der Kongress

einen Einblick über die Auswirkungen

auf die externen QS-Verfahren von DRV und

GKV und Gelegenheit für fachlichen Austausch

unter Kollegen sowie den Besuch

des Ausstellerforums.

9. Deutscher REHA-Rechtstag in Kooperation

mit der DAA und der DVfR

am 02.10.2015 in Berlin

Mit dem Deutschen REHA-Rechtstag bieten

die Deutsche Gesellschaft für Medizinische

Rehabilitation e.V., die Deutsche

AnwaltAkademie und die Deutsche Vereinigung

für Rehabilitation e.V. seit Mai 2007

jährlich ein Forum für die Vernetzung aller in

der Praxis mit der Rehabilitation befassten

Berufsgruppen. In diesem Jahr stehen u. a.

die Themen „Das neue Bundesteilhabegesetz“,

„Übernahme von Fahrtkosten durch

Rehakliniken“ und die „Rechtsprechung

des BSG zum Recht der Rehabilitation“

auf der Agenda.

Seminar „Konstruktives Verhandeln“

am 15. und 16.10.2015 in Stuttgart

Schwierige Verhandlungspartner und -situationen

begegnen uns im beruflichen wie im

privaten Leben. Mit den Werkzeugen aus

dem Seminar können Sie in kürzester Zeit

unfaire Kommunikation und Manipulation

identifizieren und gekonnt abwehren. Sie

lernen, wie Sie auch unter schwierigen Bedingungen,

z. B. bei Zeitdruck, dominanten

Verhandlungspartnern oder stark gegenläufigen

Interessen Widerstände auflösen

und Verhandlungsbereitschaft aktivieren

können.

Seminar Krisenkommunikation am

22.10.2015 in Berlin

Das Fachseminar bietet die Möglichkeit,

realitätsnah ein mögliches Krisenszenario

einer Reha-Klinik/eines Unternehmens in

einem Planspiel zu erleben. Die Teilnehmer

lernen in Kleingruppen verschiedene Rollen

kennen, die sie befähigen, in echten Krisen

flexibel zu reagieren und zu kommunizieren.

Nach dem Planspiel erfolgt eine direkte

Auswertung und Analyse der Krisenbewältigung,

sodass die neu gewonnenen Fähigkeiten

unmittelbar in die tägliche Arbeit

und das eigene Handeln integriert werden

können.

Vorankündigungen (Änderungen vorbehalten):

DEGEMED-Dialog am 10.11.2015 in

Berlin

DEGEMED-Mitgliederversammlung am

11.11.2015 in Berlin

Arbeitsplatzorientierte Reha am

19.11.2015 in Berlin

Sozialrecht Reha-Management am

27./28.11.2015 in Köln

Reha-Management und Privatversicherungen

im Dezember 2015

Reha-Wirtschaftstag am 15.12.2015 in

Berlin

Weitere Informationen zu den

Veranstaltungen und zur Anmeldung

erhalten Sie bei der Geschäftsstelle

der DEGEMED

Tel.: 030 284496-6

E-Mail: degemed@degemed.de

oder im Internet unter

www.degemed.de

Impressum

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für

Medizinische Rehabilitation e.V.

Vorstand:

Prof. Bernd Petri (Vorsitzender)

Dr. Constanze Schaal

(1. stellv. Vorsitzende)

Thomas Bold

Horst Gollée

Thomas Heiming

Ricarda Lorenz

Dr. André M. Schmidt

Petra Schraml-Dussle

Geschäftsführer:

Christof Lawall (V.i.S.d.P.)

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6, Fax: 030 284496-70

E-Mail: degemed@degemed.de

Internet: www.degemed.de

Realisation:

müller:kommunikation,

Eichhoffstr. 36, 44229 Dortmund

Tel.: 0231 477988-30

www.muellerkom.de

Redaktionsschluss: 19.06.2015

Fotos: S.1: © corepics - Fotolia.com; S. 3:

© fotoluminate – 123rf.com; © moonrun -

Fotolia.com; S. 4: Klaus Holetschek: Rolf

Poss, Mechthild Rawert: www.mechthildrawert.de;

S. 5: © BillionPhotos.com - Fotolia.com;

S. 6 Gruppenfoto: © S. Kögler/

BMAS; Andrea Nahles: Dominik Butzmann;

S. 7: Gruppenfoto DEGEMED; S. 8: ©

Coloures-pic - Fotolia.com; S. 9: © Yabresse

- Fotolia.com; S.10: Hubert Seiter: Gerd

Markowetz, Pressestelle DRV Ba.-Wü.;

S.12: © Giannis Katsaros – 123rf.com; S.

13: Google Art Project; S. 14: Verena Bentele:

Pressefoto Susie Knoll; S. 16: © Brian

Jackson - Fotolia.com

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben

die Meinung der Autoren wieder.

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news Nr. 52Juli 2015

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