Neue AK-Studie bestätigt arbeitsbedingte Zunahme psychischer ...

psychotherapie

Neue AK-Studie bestätigt arbeitsbedingte Zunahme psychischer ...

Neue AK-Studie bestätigt arbeitsbedingte Zunahme psychisch... http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120416_OTS004...

Stichworte: Arbeitsmarkt, Gesundheit, Medizin, Patienten, Psychologie, Studie Channel: Chronik

OTS0044 16. Apr. 2012, 09:35

Neue AK-Studie bestätigt arbeitsbedingte Zunahme

psychischer Krankheiten

Maßnahmenpaket ohne kassenfinanzierte Psychotherapie

bleibt wirkungslos!

Wien (OTS) - Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) begrüßt die

Forderungen des AK-Präsidenten Tumpel nach Präventionsstrategien und Ausbau des

ArbeitnehmerInnen-Schutzes gegen psychische Belastungen am Arbeitsplatz.

Psychische Störungen haben immer vielfältige Ursachen

Psychische Probleme und Störungen sind in den meisten Fällen

multifaktoriell zu erklären. Krankheitssymptome treten besonders

häufig dann auf, wenn zu den arbeitsbedingten Problemen auch noch

andere Belastungsfaktoren, wie z. B. private und soziale Probleme

oder generell erhöhte Verletzbarkeit aufgrund der persönlichen

Lebensgeschichte hinzukommen. Beispielsweise haben auch MigrantInnen

und Arbeitslose ein besonders hohes Risiko, von psychischen Störungen

und langfristiger Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit betroffen zu

sein.

Bei psychischen Krankheitssymptomen soll immer PsychotherapeutIn aufgesucht werden

Gründsätzlich sind Präventionsmaßnahmen immer als ungenügend

anzusehen, wenn bereits Kranheitssymptome wie Depression,

Angststörungen, Schlafstörungen, Müdigkeit und Erschöpfungszustände

aufgetreten sind. Selbst psychische Leiden, die rein im Berufsleben

durch dauerhaften Stress, erhöhten Leistungsdruck, Angst um den

Verlust des Arbeitsplatzes, Überbelastung oder Mobbing entstanden

sind, erfordern zur Wiederherstellung der Gesundheit meist eine

Auszeit vom Beruf und psychotherapeutische Behandlung während des

Krankenstandes.

Nicht zuletzt fürchten die Betroffenen oft, die Probleme am

Arbeitsplatz im Unternehmen anzusprechen. Sie brauchen dafür neutrale

Ansprechpersonen, die Hilfe, konkrete Unterstützung und Empowerment

außerhalb des Unternehmens anbieten.

Ein wirkungsvolles Maßnahmenpaket muss also auf die individuellen

Bedürfnisse der Betroffenen mit psychischen Problemen zugeschnitten

sein. Neben der Verbesserung der Arbeitsplatzqualität muss es

prioritär auch die Möglichkeit zur kassenfinanzierten

psychotherapeutischen Behandlung von psychischen Störungen geben.

1 von 2 16.04.12 12:32


Neue AK-Studie bestätigt arbeitsbedingte Zunahme psychisch... http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120416_OTS004...

Ohne leistbare Behandlungsangebote bleiben Präventionsmaßnahmen

ansonsten bruchstückhaft.

ArbeitsmedizinerInnen und -psychologInnen sollen zur Psychotherapie schicken können

Jeder Arbeitsmediziner wird jemanden mit arbeitsbedingtem

Bluthochdruck selbstverständlich zum Facharzt zu schicken. Im Bereich

der psychischen Erkrankungen ist die Zuweisung zum/r

PsychotherapeutIn jedoch noch immer mit großen Hindernissen

verbunden. Die kassenfinanzierte Psychotherapie ist seit 20 Jahren

eine gesetzlich verankerte Pflichtleistung der Krankenkassen - die

von den Kassen aber noch immer nicht erfüllt wird. In Österreich sind

psychisch Kranke aus diesem Grund nicht mit somatisch Kranken

gleichgestellt. Wie Untersuchungen zeigen, kann sich die Mehrheit der

Betroffenen eine Psychotherapie aus eigener Tasche mit dem geringen

und seit 20 Jahren (!) nicht wertangepassten Zuschuss der Kassen von

Euro 21,80 pro Behandlungsstunde nicht leisten.

Die Folgen von Nicht-Behandlung und lückenhaften Maßnahmenpaketen:

Laut AK-Studie gesamtwirtschaftliche Kosten in der Höhe von 3,3

Milliarden Euro jährlich!

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES

AUSSENDERS.

OTS0044 2012-04-16 09:35 160935 APR 12 OBP0001 0392

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie

Mag.a Barbara Zsivkovits

Presse & PR ÖBVP

Tel.: 01/512 70 90.23

oebvp.zsivkovits@psychotherapie.at

www.psychotherapie.at

2 von 2 16.04.12 12:32

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine