Wahlen zum Europäischen Parlament 4. - 7. Juni 2009 - CCME

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Wahlen zum Europäischen Parlament 4. - 7. Juni 2009 - CCME

Wahlen zumEuropäischen Parlament4. - 7. Juni 2009Handreichung für Kirchenund christliche Organisationenin der Europäischen Unionunsere christliche Sicht • unsere Fragen und Bedenken


Wahlen zumEuropäischen Parlament4. - 7. Juni 2009Handreichung für Kirchenund christliche Organisationenin der Europäischen Unionunsere christliche Sicht • unsere Fragen und Bedenken“Aufgrund unseres christlichen Glaubens setzen wir uns für ein humanesund soziales Europa ein, in dem die Menschenrechte und Grundwertedes Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Toleranz,der Partizipation und der Solidarität zur Geltung kommen.”Charta Oecumenica


Worum es gehtBei den Wahlen zum Europäischen Parlamentvom 4. bis 7. Juni 2009 könnendie Bürger und Bürgerinnen der 27Mitgliedstaaten der Europäischen Union(EU) ihren politischen Willen zum Ausdruckbringen. Das Parlament ist die einzigeInstitution der EU, deren Mitgliederdirekt vom Volk gewählt werden.In den folgenden fünf Jahren, von 2009bis 2014, werden die 736 [*]Mitglieder des EuropäischenParlaments (MdEP) einen bedeutsamenund nachhaltigenEinfluss auf die Beschlüsse der EU haben,die nicht nur die fast 500 Millionen Menschenin der EU betreffen, sondern auchoft die ganze Welt.Seit den letzten Wahlen 2004 hat das EuropäischeParlament erheblich an politischemGewicht gewonnen. Der EU-Ministerratund das Europäische Parlamentverabschieden Gesetze, die das Gemeinschaftsrechtder EU betreffen. In vielen Bereichengeschieht dies gleichberechtigt imMitentscheidungsverfahren von Rat undParlament. Zudem können der Präsidentund die Mitglieder der EU Kommission,die das Initiativrecht für neue Gesetzehaben, nur mit der Zustimmung des Parlamentsamtieren.Die Bedeutung dieser Wahlen könntekaum größer sein. Angesichts des beschleunigtenKlimawandels und der sichvertiefenden Finanz- und Wirtschaftskrise[*] Wenn der neue EU-Vertrag von Lissabonangenommen wird, sollenes 751 Abgeordnetewerden.gilt es, Europa den Bürgern und Bürgerinnennäher zu bringen. Deshalb rufen diein Brüssel vertretenen europäischen ökumenischenOrganisationen (APRODEV,CCME, KKG und Eurodiaconia) gemeinsamdazu auf, die Wahrnehmung und dieBedeutung dieser Wahlen im Juni 2009 inGemeinden und unter ihren Mitgliedernaktiv zu fördern.Denn während der Einfluss des EuropäischenParlaments erheblich zugenommenhat, zeigte sich in der Vergangenheitein stetiger Rückgang bei der Wahlbeteiligung.Angesichts der bevorstehendenHerausforderungen setzen wir uns zumZiel, diesen Trend umzukehren. Wir müssendafür sorgen, dass das neu gewählteParlament tatkräftig zu einem sozial verantwortlichenEuropa beitragen kann, daswir uns alle erhoffen.Wahlen zum europäischen parlament • 4. - 7. Juni 2009


Wozu diese Handreichung dienen sollAls ökumenische Organisationen, die inBrüssel vertreten sind, verfolgen wirdie politischen Entwicklungen derEU aus nächster Nähe. Wir arbeiten aufein humaneres undsozialeres Europa hin,das die europäischenKirchen in der ChartaOecumenica[*] aufgezeigthaben.Mit dieser Handreichungbeabsichtigenwir:5die Kirchen zu ermutigen,eine tat-http://www.cec-unter:kek.org/Deutsch/Chartafkräftige Rolle bei inG-print.htmden Wahlen im Juni 2009 zum EuropäischenParlament zu übernehmen;unsere Hoffnungen und Bedenken bezüglichder zukünftigen Arbeit des EuropäischenParlaments zum Ausdruckzu bringen;555[*] Die “ChartaOecumenica - Richtlinienfür eine wachsendeZusammenarbeit derKirchen in Europa”, ist imApril 2001 von denPräsidenten der KonferenzEuropäischer Kirchen(CEC-KEK) und des Ratesder EuropäischenBischofskonferenzen(CCEE) unterzeichnetworden.Der Text ist u.a. zu findenanhand besonderer Beispiele aufzuzeigen,wie das Parlament die wachsendenHerausforderungen angehen kann;Ihnen Anregungen zu Fragen und zuDiskussionen mit den politischen Parteienund Kandidatinnen und Kandidatenzu bieten.Mit dieser Handreichung wollen wir Initiativenrund um die Wahlen unterstützen,beispielsweise:5die Darstellung der Wahlen in denkirchlichen Medien, das Aufgreifen einzelnerGesichtspunkte in Interviewsoder in Fragen an Parteien und Kandidatinnenund Kandidaten;55Kandidatinnen und Kandidaten kirchlicheAnliegen und Bedenken in ihrenWahlkreisen und Wahlbüros durch vonden Kirchen veranstaltete Debatten zuvermitteln;öffentliche Stellungnahmen und Positionenvon kirchlichen Synoden und Rätenzu Fragen rund um die Wahlen.Hilfreich wäre zudem, wenn Sie dieseSchrift in Ihre eigenen Sprache übersetzenund z.B. auf Ihre eigene Webseite stellenkönnten.handreichung für Kirchen und christliche organisationen in der europäischen union


Die Schöpfung bewahren:Klimawandel und UmweltDas nächste Europäische Parlament wirdentscheidend an Beschlüssen beteiligtsein, die direkt und indirekt denKlimawandel und die Umweltbedingungenbetreffen.Wir begrüßen die fortschrittliche Haltungder Europäischen Union zu den Herausforderungendes Klimawandels. Siehat die Verhandlungen um das Kyoto-Protokollund um seine Annahme geführt unddamit erreicht, dass ein weltweites Emissionshandelsabkommengeschaffen wurde.Trotz einiger Schwächen verspricht diesesAbkommen eine erhebliche Verminderungvon Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre.Inzwischen haben sich die EU-Regierungen auf eine nachhaltigeEnergiepolitik verpflichtet. Diese strebteine energiebewußte Wirtschaft an, welcheversucht ihren CO2 Ausstoß zu verringern.Dennoch bleibt der “Fußabdruck” derEU in Hinblick auf ihren Energieverbrauchviel zu groß, und die EU-Staatentun sich schwer mit ihren Zielen hinsichtlichdieser Verpflichtungen. Es muss eindeutigmehr getan werden.5 Wir glauben, dass Wirtschaftsstrukturen,die einen stetig zunehmenden Verbrauchfördern, der Erde schaden undzum Klimawandel beitragen. Wir müssenunsere Lebensweise ändern. TechnologischeVerbesserungen allein reichennicht aus, um diese Entwicklungumzukehren.3 Wären Sie bereit, notwendige politischeMaßnahmen zu unterstützen,die gewährleisten, dass die Mitgliedstaatender EU ihre Zusage einhalten,bis 2012 den Ausstoß von klimaschädlichenGasen um 8 Prozent zuvermindern?3 Würden Sie auch noch anspruchsvollereZiele unterstützenals die vereinbarte Verminderungder Klimagaseum 20%* bis 2020? haben die3 Würden Sie die Bereitstellungweiterer Ressourcenzur Erfoschung* Neben der einseitigenZielvorgabe einer 20-prozentigen VerringerungMitgliedstaaten auch eineVerringerung um30% unter Voraussetzungeiner internationalenVereinbarung zu diesemThema befürwortet.erneuerbarer Energiequellenunterstützen?3 Neben dem unilateralen EU-Zieleiner 20%igen Reduzierung haben dieEU- Länder auch ein Ziel von 30% angenommen,falls darüber eine internationaleEinigung zustande kommt.3 Welche politischen Maßnahmen würdenSie unterstützen, um Energieeinsparungenund ein wirksames Energiemanagementzu erreichen?Wahlen zum europäischen parlament • 4. - 7. Juni 2009


“Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbardas Geschenk der Schöpfung... Wir wollen uns gemeinsam für nachhaltigeLebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen.”Charta Oecumenica5 Wir sind er Auffassung, dass die EU denRegionen in der Welt, die die härtestenFolgen des Klimawandels zu tragenhaben, Solidarität und Hilfe anbietensollte. Viele verletzliche Gesellschaftenwerden von Konflikten, verschärfterArmut und Umweltschäden bedroht.Die Politik der EU muss sich von denPrinzipien der Gerechtigkeit und Gleichheitleiten lassen.3 Finden Sie, dass die EU eine Verantwortungdafür hat, zusätzliche undangemessene finanzielle und technischeHilfe für Entwicklungsländer bereitzustellen,damit diese Staaten dieArmut vermindern können, ohne zugleichdas Klimaproblem noch zu verschärfen?3 Sollte die Politik der EU, die - wieLandwirtschafts-, Handels- und Entwicklungspolitik- Auswirkungen aufdie Umwelt hat, eindeutigen, eindeutigenKriterien für Menschenrechteund soziale Gerechtigkeit verpflichtetsein?5 Wir glauben, dass es einer gründlichenDiskussion zu den ethischen Gesichtspunktender Agrarpolitk bedarf, besondersim Hinblick auf den zunehmendenAnbau von Biokraftstoffen und den Einsatzgentechnisch veränderter Organismen(GMO). Beides hat Auswirkungenauf die Landwirtschaft in Entwicklungsländern,auf die Landwirtschaft in derEU sowie auf die Verbraucherinnen undVerbraucher.3 Welchen Anteil von Biokraftstoffen ander Gesamtheit erneuerbarer Energienwürden sie für sinnvoll erachten?3 Was halten Sie von der Kennzeichnungund getrennten Vermarktungvon Nahrungsmitteln, die GMO enthalten?3 Wie bewerten Sie so widersprüchlicheArgumente, dass gentechnische Lebensmitteleinerseits helfen könnten,den Hunger zu vermindern, andererseitsaber auch die Abhängigkeit vonden reichen Ländern verstärken unddie Biodiversität gefährden könnten?handreichung für Kirchen und christliche organisationen in der europäischen union


Den Fremden willkommen heißen:Migration und FlüchtlingsschutzDas neue Europäische Parlament wirdentscheidenden Einfluss auf dieAsyl- und Migrations- Politik in dergesamten EU haben. Gerade zu Beginn seinerWahlperiode wird es, oft im Mitentscheidungsverfahrenmit dem Ministerrat,zu umfangreichen Programmen Stellungnehmen und bindende Rahmen-Richtlinienverabschieden müssen, die alle EU-Mitgliedsländer in ihrer eigenen Gesetzgebungumzusetzen haben. Dies betrifft dieweitere Harmonisierung der Asylverfahren,die Handhabung der legalen Migrationebenso wie die Begrenzung der irregulärenMigration und die Bekämpfungdes Menschenhandels.Einwandernde sollten nicht nur in derEU willkommen sein, sondern auch in dieeuropäischen Gesellschaften integriertwerden. Das “Europäische Jahr des interkulturellenDialogs” 2008 hat die Wahrnehmungder zunehmenden Verschiedenheitder Kulturen in der EU gefördert unddie Notwendigkeit des interkulturellenDialogs aufgezeigt, um ethische und religiöse,sprachliche und kulturelle Trennungenzu überwinden. Diese Bemühungengilt es fortzusetzen.5 Wir glauben an ein Europa, das Migrantinnenund Migranten willkommenheißt und zuvorderst für die Menschenrechteeinsteht; wir glauben, dass die EUden interkulturellen Dialog fördern undihre Bürgerinnen und Bürger aktiv dazuermutigen sollte, sich des eigenen kulturellenErbes und dessen anderer bewusstzu sein und respektvoll mit ihmumzugehen, einschließlich dessen religiöserDimension.3 Was schlagen Sie vor, um den interkulturellenDialog auch nach dem“Europäischen Jahr zum InterkulturellenDialog 2008“ weiterzuführen?3 Wie würden Sie darauf hinarbeiten,das Recht zu verwirklichen, nicht aufgrundvon Religion oder Glauben,„Rasse“ oder ethnischer Zugehörigkeitbenachteiligt zu werden?3 In welcher Weise könnte die Harmonisierungder Asylgesetzgebung inder EU zu besseren Schutzstandardsfür Flüchtende führen und vollen Zugangzu fairen Asylverfahren bieten?3 Welche Schwerpunkte würden Sie fürdie Verteilung des EU-Haushaltes setzen,wenn es um Maßnahmen gegenirreguläre Migration und zur Aufnahmeund Integration von Einwanderndenund Flüchtlingen geht?Wahlen zum europäischen parlament • 4. - 7. Juni 2009


“Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, dass Migrantenund Migrantinnen, Flüchtlinge und Asylsuchende in Europamenschenwürdig aufgenommen werden.”Charta Oecumenica5 Wir glauben, dass Europa anderen RegionenBeistand gewähren sollte, die einenstarken Zustrom von Flüchtlingen erfahren.3 Wie könnte die EU besser die Verantwortungfür Flüchtlingsschutz mit anderenWeltregionen teilen, beispielsweisedurch die Neuansiedlung(„resettlement“) von Flüchtlingen?3 Angesichts neuer Migrationsursachen,wie zum Beispiel Umweltkatastrophen:Wie kann auch diesen gefährdetenGruppen Schutz gewährtwerden?5 Wir glauben, dass eine aktive Einwanderungspolitikdie Würde aller Menschenwahren muss, einschließlich des Rechtsvon Migrantinnen und Migranten aufein Familienleben.3 Unterstützen Sie die Annahme verbindlicherRechtsnormen für dieRechte von Migrantinnen und Migrantenseitens der EU, insbesondereder UN Konvention zum Schutzhttp://www.humanrder Rechte aller Wanderarbeitnehmerund ihrer Familienange-erarbeiterkonventioights.ch/home/upload/pdf/061213_wandhörigen von 1990?n_d.pdf5 Wir glauben, dass jegliche Art von Menschenhandel– sei es zur Zwangsarbeit,zur sexuellen Ausbeutung oder anderenZwecken - als ein erschreckendes Verbrechenund eine Verletzung der Menschenrechtegeahndet werden muss.3 Wie kann die EU eine umfassende Politikentwickeln zum Schutze derRechte von Personen, die vom Menschenhandelbetroffen sind, die überdie Bekämpfung der Grenzübertrittebei Menschenhandel hinausgeht?3 Sollte die EU der Konventiondes Europarats gegenMenschenhandel beitreten?http://conventions.coe.int/Treaty/Commun/QueVoulezVous.asp?NT=197&CM=1&CL=GERhandreichung für Kirchen und christliche organisationen in der europäischen union


Leben in Würde: Armut und sozialeAusgrenzungViele Beschlüsse des Europäischen Parlaments- von den Binnenmarktregelnbis zur Agrarmarktpolitik - haben oftdirekte Auswirkungen auf die Lebensqualitätund den Zusammenhalt in der europäischenGesellschaft. Durch die Haushaltsentscheidungenbeeinflusst dasParlament die Mittelzuteilung für Programmeund Vorhaben zur Armutsbekämpfungund zur sozialen Integration.5 Wir glauben, dass die europäischen Gesellschaftensich auf den Prinzipien derSolidarität, der gemeinsamen Verantwortungund der Integration aller inEuropa lebenden Menschen gründenmüssen.3 Würden Sie Ihren Einfluss einsetzen,um beispielsweise in Berichten oderin Ausschüssen dafür zu sorgen, dassdie Auswirkungen auf die sozialeWohlfahrt in den EU-Ländern aufallen Ebenen der EU-GesetzgebungBeachtung finden?3 Was sollten die EU-Institutionen unddie Mitgliedstaaten tun, um ihrenVerpflichtungen zur Bekämpfung derArmut und der sozialen Ausgrenzungnachzukommen?5 Wir glauben, dass eine zugängliche, qualitativgute und soziale Gesundheitsversorgungeine nötige Voraussetzung fürsoziale Integration ist.3 Wie würden Sie gesetzliche Bedingungenunterstützen, die sowohl staatlichenwie nichtstaatlichen Trägern(einschliesslich der Kirchen und derdiakonischen Organisationen) gewährleisten,qualitative und sozialeGesundheitsdienste auf finanziell tragfähigerGrundlage anzubieten?3 Würden Sie sich um ein grösseres Gewichtfür den Einbezug der sozialenDimension in den zukünftigen Haushaltendes Europäischen Sozialfonds(ESF) bemühen?5 Wir glauben, dass Menschen mit Behinderungendie nötige Unterstützung erhaltenmüssen, um im vollen Umfang amLeben der Gesellschaft teilnehmen zukönnen.3 Welche politischen Massnahmenwürden Sie fördern, um Menschenmit Behinderungen eine bessere Integrationin die Gesellschaft und ein aktivesEinbringen ihrer Fähigkeiten zuermöglichen?3 Würden Sie medizinische Vorhaben,die den “perfekten” Menschen zumZiel haben, gesetzlich regeln?Wahlen zum europäischen parlament • 4. - 7. Juni 2009


“Weil wir die Person und Würde jedes Menschen als Ebenbild Gotteswerten, treten wir für die absolute Gleichwertigkeit aller Menschen ein.”Charta Oecumenica5 Wir glauben, dass jede Zeitspanne imLeben ihren eigenen Wert in sich trägt.Die Generationen sind miteinander verbundenund aufeinander angewiesen.3 Wie kann die europäische Politik gewährleisten,dass Europäer und Europäerinnenin Würde altern können?3 Wie würden sie die Eingliederung derJugendlichen in den Arbeitsmarkt fördern?5 Wir glauben, dass die Bewahrung derUmwelt auch eine Fürsorge für zerbrechlicheländliche Ökosysteme umfassenmuss.3 Wie sollten, Ihrer Meinung nach, dieMittel der “Gemeinsamen Agrarpolitik”(GAP) der EU zwischen ländlicherEntwicklung und Agrarpreisunterstützungverteilt werden?5 Wir glauben, dass Geschlechtergerechtigkeitein wesentliches Element sozialerGerechtigkeit ist.3 Unterstützen Sie die “50:50 Kampagnefür Demokratie”,die Frauen wie Männerhttp://www.5050democracy.eu/gleichermassen in der Willensbildungder EU Entscheidungsgremien vertretensehen will?3 Was würden Sie vorschlagen, um dieGleichbehandlung der Geschlechterin allen Lebensbereichen wirkungsvollumzusetzen?handreichung für Kirchen und christliche organisationen in der europäischen union


Hinwendung zum Nachbarn:Frieden und EntwicklungDas Europäische Parlament kann dieAussen- und Entwicklungs-Politikder EU vor allem über die Haushaltsentscheidungenbeeinflussen. Aber auchin den Plenarsitzungen und in seinen Ausschüssenwerden diese Bereiche behandelt.5 Wir glauben, dass friedliche Ansätze zurKonfliktlösung Vorrang haben solltenvor militärischen Einsätzen.3 Würden Sie eine angemessene Finanzierungder EU zur Förderung vonKonfliktprävention befürworten?3 Sollte das Parlament eine offene,transparente und umfassende Zusammenarbeitzwischen Diplomatie,Hilfswerken und Betroffenen zurKonfliktlösung und friedlichen Entwicklungaktiv weiter voranbringen?Und auf welche Weise?5 Wir glauben, dass die Europäische Unionihren Grundsätzen der Demokratie, derGleichheit, der Wahrung der Rechtsstaatlichkeitund der Menschenrechte inder Aussen- wie in der Innenpolitik gerechtwerden muss.3 Sollte die EU der Europäischen Menschenrechts-Konventionund derKonvention zum Schutz der Rechtedes Kindes beitreten?3 Würden Sie darauf drängen, dass dieEU und ihre Mitgliedstaaten das Zusatzprotokollder UN-Konventiongegen Folter sowie das römische Statutdes Internationalen Strafgerichtshofesunterzeichnen und umsetzen?3 Denken Sie, das Europäische Parlamentsollte anstelle des momentanenUnterausschusses ein eigenes Menschenrechtskommitteeeinsetzen?Wahlen zum europäischen parlament • 4. - 7. Juni 2009


“Angesichts zahlreicher Konflikte ist es Aufgabe der Kirchen,miteinander den Dienst der Versöhnung auch für Völkerund Kulturen wahrzunehmen.”Charta Oecumenica5 Als Christinnen und Christen wollen wir mitden Armen in der ganzen Welt praktischeSolidarität leben.3 Welche Massnahmen betrachten Sieals notwendig, damit die EU ihre Verpflichtungeinhält, die Millennium-Entwicklungsziele zu erreichen?5 Wir glauben, dass es in der Entwicklungshilfesowohl auf Quantität als auch aufQualität ankommt. Das politische Handelnsollte sich an einem rechtlich begründetenAnsatz orientieren und dieBetroffenen in die Beschlussverfahrenmit einbeziehen, denn ihr (Über-)Lebenist direkt davon betroffen.3 Was kann das Parlament tun, damitEntwicklungshilfe wirksamer, verlässlicherund transparenter erfolgt undbesser koordiniert wird?3 Würden Sie dafür eintreten, dass diezuständigen Gremien der EU die politischenStrukturen der Partnerländermassgebend in ihre Entscheidungsprozesseeinbeziehen?5 Wir glauben, dass alle Bereiche der EU-Politik die Entwicklungsziele zur Verminderungvon Armut in der Welt verfolgenmüssen - von Handel undLandwirtschaft bis zu Steuer- und Finanzregelungen.3 Wie könnte die Handelspolitik der EUausgerichtet werden, um tatsächlichdie Armut zu verringern und die Umweltzu schützen?3 Sollte sich das Europäische Parlamentum Transparenz der Finanzmärkteund Steuergerechtigkeit bemühen,um Kapital- und Steuerflucht zu unterbinden?handreichung für Kirchen und christliche organisationen in der europäischen union


Quellen für weitere InformationenDiese kleine Schrift ist nur ein Auftakt. Wirmöchten Sie auf diesem Wege ermutigen,sich mit bestimmten Themen weiter auseinanderzusetzenund sich auch mit denAnsichten der einzelnen EU-Mitgliedsstaatenvertieft zu beschäftigen. Dazu stehenIhnen viele Wege offen:5 APRODEV, CCME, KKG und Eurodiaconia helfenIhnen gerne mit Hinweisen, wie Siesich zu den Europäischen Parlamentswahleneinbringen können. Auch unseregemeinsame Webseite www.ecume nicalvoices2009.eu informiert zuden verschiedenen Aspekten, die hieraufgegriffen sind. Die Webseite bietetauch Hinweise auf Kampagnen unsererPartnerorganisationen und entsprechendeLinks im Zusammenhang mitden Wahlen.5 Die Informationsbüros des EuropäischenParlaments in den Mitgliedsländern bietenunvoreingenommenes Informationsmaterialzu umfangreichen Themengebietenan - auch in Ihrer Landessprache!Sie können mancherorts auch kundigeExperten und Expertinnen für Veranstaltungenvermitteln. Ein in Ihrer Näheliegendes Büro finden Sie hier: www.europarl.europa.eu/parliament/public/nearYou.do?language=DE5 Die politischen Parteien sind sicher gernebereit, Ihnen Informationen zukommenzu lassen. Freilich enthalten diese danndie jeweiligen parteipolitischen Sichtweisen.5 Kollegen und Kolleginnen in Ihren eigenenkirchlichen Verwaltungen verfügenauch über Expertise zu bestimmtenSachgebieten.Wahlen zum europäischen parlament • 4. - 7. Juni 2009


Über unsAPRODEV ist ein Dachverband von 17 EuropäischenEntwicklungs- und Nothilfe-Organisationen,die mit dem ÖkumenischenRat der Kirchen assoziiert sind.www.aprodev.netDie Kommission Kirche und Gesellschaft (KKG)ist eine der Kommissionen der KonferenzEuropäischer Kirchen (KEK). Die KKG vertrittdie gemeinsame Stimme ihrer 125 Mitgliedskirchenaus ganz Europa und ihrerassoziierten Organisationen gegenüberden Institutionen der EuropäischenUnion, dem Europarat, der OSZE sowie(in europäischen Fragen) gegenüber derNATO und der UNO. Sie bringt ihre Mitgliedskirchenund assoziierten Organisationenzu Studien und Projekten aus demBereich Kirche und Gesellschaft zusammenund stärkt so das gemeinsame Zeugnisder europäischen Kirchen gegenüberden europäischen Institutionen und in deneuropäischen Gesellschaften.www.cec-kek.orgDie Kommission der Kirchen für Migranten inEuropa (CCME) ist die ökumenische Organisationfür Migration und Integration, Asylund Flucht und gegen Rassismus und Diskriminierungin Europa.Mitglieder sindanglikanische, orthodoxe und protestantischeKirchen und Kirchenräte sowie kirchlicheEinrichtungen in derzeit 17 europäischenLändern. CCME arbeitet mit demÖkumenischen Rat der Kirchen zusammenund ist auf dem Weg, eine Kommissionder Konferenz Europäischer Kirchenzu werden.www.ccme.beEurodiaconia ist ein Verbund von Kirchen,freien Wohlfahrtsträgern und Nichtregierungs-Organisationenaus 21 europäischenLändern. Die sie verbindenden Ziele sinddarauf gerichtet, die Lebensqualität für alleMenschen in einem sozialen Europa zu sichern,die Institutionen der Diakonie, sozialeInitiativen und Kirchen in Europa zuverknüpfen und dafür ein kompetentesNetzwerk zu bieten und auszubauen.www.eurodiaconia.orgEurodiaconia wird von der GeneraldirektionBeschäftigung, Soziales undChancengleichheit derEuropäischen Kommissionunterstützt. Die Inhalte indieser Druckschrift sind inkeiner Weise für die Meinungen der EuropäischenKommission verbindlich.handreichung für Kirchen und christliche organisationen in der europäischen union


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