mittendrin Sommer 2015

iskra123

mittendrin ist das neue Magazin der Bremer City. Das hochwertig gestaltete Magazin erzählt spannende Geschichten aus der Bremer Innenstadt, gibt Trend- und Gastro-Tipps und bietet eine Terminübersicht unserer Veranstaltungen und stellt Highlights aus der Bremer Kulturszene vor.

Die Bremer City

Familienfest an der Schlachte

Kinderparadies Ansgarikirchhof

Flaniermeile Sögestrasse


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Vorschau

City-Termine

27. Juni:

Bremen Oldtimer Classics,

150 Oldtimer auf dem

Marktplatz

28. Juni:

Familienfest an der

Schlachte

1. Juli bis 30. August:

City-Sandkästen im

Ansgari Quartier

4. Juli

Live-Früh-Shoppen mit

Musik im Ansgari Quartier

29. August:

Lange Shopping-Nacht

bis 22 Uhr zur Eröffnung

Musikfest Bremen

1. September bis

31. Oktober:

Herbst-Gärten im

Ansgari Quartier

12. bis 20. September:

Maritime Woche an der

Weser

Endlich ist der Sommer da, und gleich geht

es in der Bremer City mit den Veranstaltungen

los. Seit Anfang Mai lockten die

City-Gärten auf dem Ansgarikirchhof die Menschen

in die Innenstadt. Jeder Freiluftplatz war zur

Mittagspause sehr begehrt. Die Anlieger reagierten

auf die große Nachfrage, und im Herbst kehren die

Grünoasen mitten in die City zurück. Zwischendurch

– im Juli und bis Ende August – verwandeln

drei riesige Sandkästen vor der Handwerkskammer

das Ansgari Quartier in ein Kinderparadies, da

freuen sich nicht nur die Kleinen. Die Sandkästen

vereinen übrigens 60 Meter stabile Holzbänke, das

Ausruhen beim Shoppingbummel ist also gratis

gewährleistet.

Mitte Juni verwandelte La Strada die Innenstadt in

einen riesigen Freiluftzirkus, und in dieser Klasse

geht es weiter. Die Oldtimer kommen mit einer

großen Parade am 27. Juni auf den Marktplatz.

2

Der Moderator hat bei 160

Fahrzeugen allerhand zu

tun, um Baujahr, Fahrleistung,

Kuriositäten und die

Fahrzeuglenker vorzustellen.

Vom Rolls-Royce bis zum

legendären Käfer ist alles dabei. Beim großen

Familienfest an der Schlachte am 28. Juni ist die

Schlachte-Nixe die Moderatorin. Und auch die Nixe

hat bei vierzig Kinderattraktionen viel zu erzählen.

Das Gute für die Kinder und sicher auch für die

Eltern: Fast alle Angebote sind kostenfrei.

Da können die Besucher der Bremer City also viel

Geld sparen oder dieses direkt für die „Must-haves“

auf der gegenüberliegenden Seite ausgeben. Entdecker

sind in der Bremer City erwünscht!



Ihr Dr. Jan-Peter Halves,

CityInitiative Bremen

16. Oktober bis

1. November

Freimarkt

1. November:

Verkaufsoffener Sonntag

in der City und im Viertel,

13–18 Uhr

23. November bis

31. Dezember:

Weihnachtsmarkt in der

LLOYD PASSAGE

23. November bis

23. Dezember:

Weihnachtsmarkt &

Schlachte-Zauber

28. November, 5., 12.,

19. Dezember:

Adventsshopping bis

22 Uhr in der Bremer City

Oldtimer in Bremen

Sommertrends

Nixe Lilly, Piraten und strahlende Kinderaugen

Lass uns spielen gehen in der Stadt

Zwei Sieger, viele Gewinner

Events, Kunst und Kultur

Meine Kulturtipps

Forschung kommt an die Schlachte

Bremens eigenwilligster Stadtteil

Die Sögestraße - der Ort, an dem jeder sein möchte

Rückblickend

3

4–5

6

7

8

9

10–11

12

2016

6. Januar:

Bremer Eiswette am

Weserufer

29. bis 30. Januar:

Bremer Karneval

18. März bis 3. April:

Osterwiese

20. März:

Verkaufsoffener Sonntag in

der City und im Viertel,

13–18 Uhr

Impressum

mittendrin

27. Juni 2015

Die Bremer City

Herausgeber:

CityInitiative Bremen

Werbung e.V.

Dr. Jan-Peter Halves (V.i.S.d.P)

(Geschäftsführer)

Hutfilterstraße 16–18

28195 Bremen

www.bremen-city.de

www.facebook.com/CityBremen

Texte: Klaus Schmidt (falls nicht

anders gekennzeichnet)

Fotos: Klaus Schmidt,

CityInitiative, Jens Hagens,

Frank Thomas Koch (falls nicht

anders gekennzeichnet)

Gestaltung: Anke Dambrowski,

Folker Pahl (beide BTAG)

Verlag:

Bremer Tageszeitungen AG

Martinistraße 43

28195 Bremen

Druck:

Druckhaus Humburg

GmbH & Co. KG

Am Hilgeskamp 51-57

28325 Bremen

Auflage:

160 000


3

Ein magischer Moment: Oldtimer in der Menschenmenge auf dem Bremer Marktplatz.

Oldtimer in Bremen

Tanja Sörensen und André Weißmann

von der Oldtimer-Galerie organisieren

die Veranstaltung gemeinsam mit Olaf

Mönch vom Veranstaltungsservice

Tradex Park.

Einmal im Jahr wird der Bremer Marktplatz zum Kaleidoskop der Klassiker-Szene. Filigrane

italienische Technik, solide deutsche Wertarbeit, britisches Understatement: So unterschiedlich

wie die Nationen waren damals auch die Autos. Heute sind bei der 18. Auflage der

Bremen Oldtimer Classics zahlreiche Modelle vor dem historischen Rathaus zu bestaunen.

Programm

Bremen Oldtimer Classics

Sonnabend, 27. Juni

„Ein magischer Moment“, schwärmt

André Weißmann. Der Restaurator, dem

Oldtimerbesitzer aus ganz Deutschland ihre

Schätze zur Aufarbeitung und Pflege überlassen,

meint dabei nicht nur die schicken

Autos: „Es ist das besondere Flair dieses geschichtsträchtigen

Ortes, dazu diese einzigartige

Kulisse aus vielen Tausend Menschen,

wenn die Teilnehmer morgens auf die Fahrt

geschickt werden.“ Die reizvolle City Bremens

sei ein substanzieller Teil der renommierten

Veranstaltung, sagt Weißmann, einer der

drei Organisatoren der Bremen Oldtimer

Classics. 35 Teilnehmer waren es 1998, gut

160 sind es heute. „Mehr geht nicht. Dabei

haben wir deutlich mehr Interessenten“, sagt

der Fachmann. Ein schönes Kompliment für

die Veranstalter. Und für Bremen.

8 UHR

Eintreffen auf dem Bremer Marktplatz

10 UHR

Start zur 200 Kilometer langen Rallye

16.30 UHR

Korso der Teilnehmer durch die

Obernstraße

Sommertrends

Voll im Trend: Mit dieser Wolljacke von

Windsor darf es an Sommerabenden

gern auch mal kühler werden. Cooles

Understatement, mit viel Liebe zum

Detail: ein moderner, klarer und

urbaner Style. Der macht das Label so

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sowie leichte

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Gibt’s

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auch: Mit Sonnenbrillen

zeigt man in dieser Saison

selbstbewusst Größe wie

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Klassisch auch die

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Gern in Brauntönen.

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Silber und mit buntem Glas aus

Mali gefertigt wurde, bei ihren

Aufenthalten in Afrika inspirieren.

Ein toller Sommerschmuck

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Alters.

Ursula Stümper

Galerie Afro-Asiatica

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4

Nixe Lilly, Piraten

und strahlende Kinderaugen

Morgen, am Sonntag, geht es ab 11 Uhr an der Weserpromenade Schlachte und in den Biergärten wieder richtig bunt zu. Viele

kostenlose Spielstände und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Gesang, Tanz und Akrobatik laden beim 5. Maritimen

Familienfest zum Mitmachen, Staunen und Verweilen ein. Außerdem können die kleinen Besucher ihr „Piraten-Patent“ machen und

dabei noch tolle Preise gewinnen. Wer gerne einmal Matrose sein möchte, hat dazu beim Open Ship Gelegenheit.

Am Sonntag ist die Schlachte fest in der Hand der Nixe Lilly und

ihren Freunden. Die Märchengestalt hat die Nacht am Anleger 2

verbracht und darf um 11 Uhr von den ersten Besuchern geweckt

werden. Ist sie erst einmal wach, singt und spielt sie mit den

Kindern, bis das Leben auf der Bühne mit vielen musikalischen,

sportlichen, akrobatischen und kulturellen Darbietungen so richtig

beginnt.

Für Unterhaltung beim Familienfest sorgen die Zirkusschule

Jokes, die Cheerleader Tigers und das Deutsche Auswandererhaus,

das Tanzstudio Bounce and Boogie, die Irish-Dance-School, die

Tanzschulen Renz & Partner, Tanz-Fluss und Sonja Augustin, das

Bremer Kaspertheater mit den Stücken „Kasper und die neugierige

Prinzessin“ und „Kasper und der Schatz des Wassermanns“, die

Brassband Groningen, die Modern Music School und jede Menge

Piraten.

Die Piraten tummeln sich vor allem an den rund 40 maritimen

Spiel- und Geschicklichkeitsstationen in der Seefahrer Arena

(zwischen dem Martinianleger und der Jugendherberge Bremen)

und in der Piraten Arena in den Biergärten. Ob Rettungsringzielweitwerfen,

klettern auf der Piratenleiter, Segway Parcours, Graffiti

sprühen, malen, basteln, Kinderschminken, Edelsteine schürfen,

Schatzkarte lesen, Boote steuern oder Esel streicheln – hier ist für

jeden etwas Spannendes dabei.

Alle Kinder zwischen drei und zwölf Jahren können zudem durch

eifriges Mitmachen Stempel sammeln und so ihr „Piraten-Patent“

erwerben und später sogar an einer der zwei großen Verlosungen

mit vielen tollen Preisen teilnehmen. Zu gewinnen gibt es neben

Reise-, Übernachtungs- und Frühstücksgutscheinen diverse

Eintrittskarten für Erlebnisparks und Museen sowie zahlreiche

Sachpreise.

Auch die Biergärten entlang der Schlachte haben sich auf den

Ansturm vorbereitet. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre

werden wir für den Sonntag das Personal aufstocken“, sagt

Sasan Nasseri, Wirt des Bolero und Sprecher der Gastronomie

an der Schlachte. Er ist vor zehn Jahren mit dem Restaurant von

Schwachhausen an den Fluss gezogen und hat es nicht bereut.

Auch deswegen, weil es hier solche Events wie das Familienfest

gibt – wobei die Gastronomie einen Großteil der Finanzierung

schultert. Daher freut sich der Wirt, dass das Fest so eingeschlagen

hat. „Die Atmosphäre ist wirklich besonders. Es ist einfach toll, die

vielen Familien hier an der Schlachte zu erleben – jetzt schon zum

fünften Mal“, sagt Nasserie und verspricht auch im Namen seiner

Kollegen: „Wir werden alles tun, um unseren Gästen gerecht zu

werden. Jetzt brauchen wir nur noch gutes Wetter.“

„Werden wir haben. Das hatten wir nämlich jedes Mal zum Familienfest“,

ist sich indes Sarah Bull sicher. Die resolute Engländerin

ist die Steuerfrau des Pannekoekschips „Admiral Nelson“ an der

Seite von Guido Meineke. 180 Plätze hat der gelungene Nachbau

der „Picton Sea Eagle" von 1780, der seit 2001 unter dem Namen

des berühmten Admirals an der Schlachte liegt. Ein touristischer

Höhe- und Mittelpunkt etlicher Fernsehsendungen. Die beiden

Chefpiraten und ihr Team sind auf den Ansturm am Familientag

vorbereitet. Für das Team ist es ein Großkampftag: „Schließlich

wird jede der über 40 Pfannkuchen-Kreationen frisch zubereitet“,

sagt Bull und räumt mit dem Vorurteil auf, dass vor allem süße


5

Freuen sich auf

das Familienfest:

Sarah Bull

(Foto rechts

ben, links) und

Silke Dreyer vom

Pannekoekschip versorgen die Gäste mit herzhaften oder süßen Pfannkuchen.

In den Startlöchern stehen auch Angelika Wiemer von der „MS Friedrich“

und Sasan Nasseri vom Bolero – sie beide sorgen ebenfalls für das leibliche

Wohl der Besucher. Auch Kontaktpolizist Jürgen Schneider ist am Tag des

Familienfestes vor Ort und informiert die Besucher unter anderem über die

Registrierung von Fahrrädern.

Pfannkuchen gefragt seien. Von wegen:

Männer mögen es vor allem herzhaft

in griechischen, normannischen oder

ungarischen Variationen, Frauen gern auch

mediterran mit Champions, Gorgonzola

und frischen Kräutern“, erläutert sie.

Deutlich jünger als die „Admiral

Nelson“, aber doch das älteste noch in

Fahrt befindliche Schiff auf der Weser, ist

die 1880 vom Stapel gelaufene „MS Friedrich“.

Zum Familienfest, darf das Traditionsschiff

geentert werden. „Gern auch von

kleinen Piraten, die sich an der Schlachte

unentgeltlich schminken lassen können“,

freut sich Angelika Wiemer schon auf den

„Überfall“. „Das macht einfach Spaß, wenn

die Kinder verkleidet an Bord kommen.“

Die Servicekraft sorgt nicht nur an Bord

für gute Stimmung, sondern hinter den

Kulissen im Büro auch dafür, dass alle

Buchungen reibungslos verlaufen.

Am Tag des Familienfestes verkauft Siemer

wie auch sonst auf der „MS Friedrich“

Bratwürste und Getränke. Dazu hören

die Besucher Rockmusik vom Feinsten,

natürlich live. Und es gibt nicht nur Seemannsgarn

an Bord, sondern auch eine

Unterweisung in Sachen Seemannsknoten

– fachmännisch und selbstverständlich

kostenlos, wie alle Spielangebote an diesem

Sonntag.

Auch die Ordnungsmacht ist am Tag des

Familienfestes an der Schlachte zugegen:

Aber braucht man an einem solch friedlichen

Tag überhaupt die Polizei? „Ja“, sagt

Jürgen Schneider, der als Kontaktpolizist

an der Schlachte fast jeden kennt und

immer ein offenes Ohr hat. „Aber wir kommen

mit unserem Stand für Öffentlichkeitsarbeit.

Wir wollen allen Besuchern die

Chance geben, ihre Wünsche und Sorgen

direkt bei uns loszuwerden.“

Kurz vor der Veranstaltung sehen auch die

beiden Organisatorinnen Henrike Neuenfeldt

und Clara Imeyer wieder entspannt

aus. „Wir haben hart gearbeitet und freuen

uns jetzt auf das bisher größte Maritime

Familienfest.“ Einen Wunsch haben sie

aber noch – und der heißt Sonnenschein

am Sonntag!

Das komplette Programm zum Familienfest

gibt es unter www.schlachte.de

und auf Facebook unter

www.facebook.com/schlachte

Schlachte Termine 2015

28. Juni, 10 bis 18 Uhr

5. Maritimes Familienfest

Ein Tag Spiel, Spaß und Spannung an der gesamten

Weserpromenade Schlachte

4. Juli, Vorprogramm ab 14 Uhr,

BadeinselRegatta 2015

Start um 17.30 Uhr. In diesem Jahr paddeln

wieder 100 Teams mit je zwei Personen über die

Distanz von 1,6 Kilometern um die Wette. Los geht

es am Martinianleger, Ziel ist das Café Sand, wo

auch die Abschlussparty mit Flo Mega stattfindet.

12. bis 20. September

Maritime Woche an der Weser

Lampionfahrt, Feuerwerk, Schiffsparade

20. September

Schlachte DrachenbootCup

Anmeldung: www.schlachte-drachenbootcup.de

26. und 27. September

Abschlusswochenende Kajenmarkt

Das letzte Mal in diesem Jahr öffnet der

Kajenmarkt mit Livemusik, Verkaufsständen und

Kulinarischem seine Pforten für die Besucher.

4. Oktober

swb-Marathon


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Lass uns spielen gehen in der Stadt

Die Stadt als Spielplatz: Das Ansgari Quartier macht es vor.

Jede Menge feinster Sand auf 75 Quadratmetern Spielfläche –

ein attraktiver Treffpunkt: „Wer kleine Kinder hat oder betreut,

kommt gern hierher“, sagt Jens Ristedt, Inhaber des gleichnamigen

Modehauses in der Ansgaritorstraße. „Ich freue mich über die

Belebung des Quartiers – als Vater kleiner Kinder, aber auch als

Geschäftsmann.“

„Urbane Spielplätze sind rar. Aber sie verbessern die Aufenthaltsqualität

ganz erheblich,“ sagt Christiane Weiß von der CityInitiative

Bremen. Weil feinster Spielsand auch auf dem Ansgarikirchhof

nicht einfach vom Himmel fällt, hat sie dort in Kooperation

mit der Sparkasse Bremen und anderen Unternehmen bis Ende

August drei riesige Sommersandkästen aufstellen lassen. Montags

bis sonnabends von 11 bis 18 Uhr haben Kinder die Möglichkeit,

sich ausgiebig im Sand zu vergnügen. Das Spielzeug wird gestellt.

Begleitpersonen finden bequeme Sitzmöglichkeiten, die auch von

anderen Besuchern gern genutzt werden.

Wer möchte, hat nicht nur die Möglichkeit, sich dort auszuruhen,

sondern kann über einen kostenfreien Zugang auch das Internet

via Smartphone und Tablet nutzen. Fotos posten, E-Mails

empfangen, Tweets teilen – alles ist möglich, seitdem auf dem

Ansgarikirchhof mit Unterstützung der Anliegergemeinschaft BID

Ansgari das WLAN-Netz in der Bremer City eingerichtet wurde.

Sobald man das Netzwerk „Free-Key Ansgarikirchhof“ aus der

WLAN-Liste seines Mobilgeräts ausgewählt und die AGB bestätigt

hat, kann gesurft werden.

Zwei Sieger, viele Gewinner

Als die Jury tagte, kam der Regen. Beim Fazit über die Resonanz

auf die fünf City-Gärten auf dem Ansgarkirchhof aber

herrschte eitel Sonnenschein. Es gab zwei Sieger, „aber viele Gewinner“,

urteilte Peter Schöler, der vom Schuhhaus Wachendorf

direkten Blickkontakt auf das Grün in der Stadt hatte.

Es sei unglaublich gewesen, wie die Gärten von den Menschen

in der Stadt frequentiert wurden: „Bei gutem Wetter waren die

Sitzplätze fast alle besetzt. Das hat den Ansgarikirchhof spürbar

belebt, ein Gewinn für alle.“ Diese Meinung teilt auch die Organisatorin:

„Das ist die schönste Sommeraktion im Jahr“, freut sich

Corinna Kolb von der CityInitiative. Bevor die grünen Oasen im

Ansgari Quartier den City-Sandkästen weichen müssen, kamen

die Juroren zu Wort. Bei der Beurteilung der Gärten, die von

Mitgliedern des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Niedersachsen-Bremen auf dem Ansgarikirchhof zum Thema

„Urban Garden“ gestaltet wurden, kürte die Jury zwei Sieger.

Gewonnen haben die Firma Uphoff Garten- und Landschaftsbau

aus Worpswede und die Firma Leucht – Gärtner von Eden aus

Stuhr, die übrigens auch von den Besuchern der City per Abstimmung

vor Ort zum Gewinner erklärt wurde.

Die Anlage der Firma Uphoff überzeugte durch ihre Vielseitigkeit,

ihren Erholungs- und Nutzwert sowie durch ihre Ästhetik. Sie

lässt sich als Dachterrasse ebenso realisieren wie ebenerdig. Durch

die Kombinationsmöglichkeiten der Elemente kann sie sich allen

Voraussetzungen anpassen. Die Anlage besticht durch Dufterlebnisse,

Freude für das Auge und ist auch für den Anbau von

Kräutern und Gemüse geeignet.

Die Firma Leucht – Gärtner von Eden entwickelte einen ressourcensparenden

und nachhaltigen Stadtgarten, der die horizontale

und vertikale Vielschichtigkeit der Stadt darstellt und die Potenziale

als Oase aufzeigt. Mit diesem Garten wird eine Stadt mit ihren

Häuserfronten, Straßenschluchten und Innenhöfen nachgebildet.

Fünf City-Gärten sorgen auf dem Ansgarikirchhof bis Ende Juni für Entspannung. Eine Jury hat mit den Besuchern der City dieses Mal

zwei Sieger gekürt: Gewonnen haben die Gärten von Philipp Uphoff sowie von Andreas Leucht und Torsten Koplin (Fotos rechts).


Events, Kunst & Kultur

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Foto: Jörg Landsberg

Oper „Carmen“

3., 8., 15. + 18. Juli 2015,

jeweils um 19.30 Uhr, Theater Bremen

Opéra Comique in vier Akten von Georges

Bizet, Text von Henri Meilhac und Ludovic

Halévy, Musikalische Leitung: Markus

Poschner, Regie: Anna-Sophie Mahler.

Anna-Sophie Mahler gilt als eine der interessantesten

jungen Opernregisseurinnen.

Ihr psychologischer und realistischer

Inszenierungsansatz ist frei von

Spanienklischees und Zigeunerromantik,

hat dafür aber umso mehr mit der

Erfindung der femme fatale zu tun.

www.theaterbremen.de

Foto: Kunsthalle Bremen, Thomas Ruff

Enlight my Space. Kunst nach 1990

4. Juli bis 11. Oktober, Kunsthalle Bremen

Kunst zwischen den revolutionären

1970er und technisierten 2000er Jahren.

Die Ausstellung zeigt Werke aus den

Sammlungen der Kunsthalle Bremen und

der Bremer Landesbank. Daraus ergibt

sich eine eindrucksvolle Präsentation,

die die turbulente und für die aktuelle

Kunstproduktion prägende Zeit vereint.

www.kunsthalle-bremen.de

In Tune – Die Deutsche Kammerphilharmonie

Bremen, Fotografien von

Julia Baier

Sonderausstellung 5. Juli bis

13. September, Focke Museum

Die Deutsche Kammerphilharmonie reist

auf ihren Konzerttourneen rund um den

Foto: Julia Baier

Globus. Seit 15 Jahren wird sie dabei begleitet

von der Fotografin Julia Baier, die

die umjubelten Auftritte fotografisch ebenso

festhält wie die Momente hinter der Bühne.

www.focke-museum.de/de/

sonderausstellungen/vorschau/in_tune

Lange Nacht der Musik

11. Juli, ab 19 Uhr, Kulturmeile, Am Wall,

Eintritt frei

Das klangpol-Netzwerk Neue Musik

Nordwest veranstaltet erstmals das erfolgreiche

Festival für zeitgenössische Musik

(seit 2013 in Oldenburg) auch in Bremen

und lädt entlang der Kulturmeile Am Wall

und darüber hinaus zum Hören, Verweilen,

Flanieren und Entdecken ein. Vom frühen

Abend bis nach Mitternacht gibt es

mehr als 40 Kurzkonzerte, Performances,

Improvisationen und Installationen.

www.klangpol.de

Foto: Marianne Menke

Gabriele Hasler, Foto: Frollein Bu

Shakespeare im Park

15. bis 19. Juli, Theater am Leibnitzplatz

und Melcherswiese im Bürgerpark

Die Bremer Shakespeare Company

bringt seit 1983 das bundesweit größte

Shakespeare-Repertoire auf die Bühnen

und im Sommer in den Park. Für den

Fall, dass es regnet, zieht sie ins Theater

am Leibnitzplatz mit maximal 300

Sitzgelegenheiten um.

www.shakespeare-company.com/shakespeare_im_park.php

Breminale

15. bis 19. Juli, Osterdeich

Zwischen Innenstadt und Weserstadion

vereint die Breminale die Kulturszene der

Stadt. Wer hingeht, kann sicher sein: Die

Foto: Breminale

anderen sind schon da. Zum Programm

gehören Liveacts, Musik, Tanz, Lesungen

und jede Menge Kleinkunst. Für das leibliche

Wohl ist ebenfalls gesorgt. Selbst bei

Regen und Sturm waren im vergangenen

Jahr 200 000 Menschen dabei.

breminale.sternkultur.de

Gruppenausstellung „Im Inneren

der Stadt. Öffentlicher Raum und

Frei-Raum“

19. Juli bis 11. Oktober 2015, GAK Gesellschaft

für aktuelle Aktuelle Kunst

Die Ausstellung präsentiert Positionen einer

jüngeren Künstlergeneration, die sich auf

unterschiedliche Weise mit Eigenschaften

des öffentlichen Raums zwischen Freiheit

und Restriktion beschäftigen.

www.gak-bremen.de

Jake Baddeley (GB) – „Zodiac“

25. Juli bis 4. Oktober, Werke des Phantastischen

Realismus, Galerie Callas-

Bremen, Ansgaritorstraße 3

Der 1964 in Nottingham geborene Künstler

lebt heute in Den Haag, wo er Anfang

der 1990er Jahre als Illustrator tätig war.

Beeinflusst von den Holländischen Meistern,

begann er, in Öl zu arbeiten. Heute hängen

viele Werke von ihm in öffentlichen sowie

privaten Sammlungen im In- und Ausland.

www.callas-bremen.de

Musikfest Bremen

29. August bis 19. September, verschiedene

Spielstätten in Bremen und dem Umland

Viele Programm- und Künsterkonstellationen

gibt es deutschlandweit nur bei diesem einzigartigen

Musikfest zu hören. Hier steht alte

Musik neben Zeitgenössischem, Orchestrales

neben Kammermusik, Oper neben Jazz und

Weltmusik. Reservierungen werden empfohlen.

www.musikfest-bremen.de/start

Foto: Nikolai Wolff, Fotoetage


8

Meine Kulturtipps

Das Bremer Kulturleben kennt auch in der heißen Jahreszeit keine Schattenseiten: Was sich lohnt,

was man nicht versäumen sollte, hat Dr. Hartmut Roder zusammengefasst. Als Abteilungsleiter für

den Bereich Handelskunde des Bremer Übersee-Museums ist er Teil der heimischen Kulturszene.

Im Sommer reduzieren sich urlaubsbedingt die Kulturangebote

in Bremen. Nichts desto trotz gibt es zwischen Juni und September

einige Highlights, die ich empfehlen kann. Als Fan der Deutschen

Kammerphilharmonie sagt mir in diesem Jahr der Sommer

in Lesmona am 17. Juli unter dem Motto „Viva Espana“ besonders

zu, weil ich spanischer Afficionado bin. Außer den bekannteren

Komponisten wie Casals oder Ferrer erwarte ich von der deutscher

Orchesteravantgarde eine temperamentvolle Begegnung

mit für mich unbekannten Kompositionen der Vergangenheit und

Gegenwart. Die spanische Klassik wie auch die Moderne bieten

unbekanntes Klangterrain und somit eine ganz andere Seite europäischer

Musik. Dass auch die Tapas auf Lesmona nicht zu kurz

kommen sollen, lässt vieles hoffen. Auch gutes Wetter?!

Vom Garten in St. Magnus zum Theaterschiff an der Schlachte

führt mich mein zweiter Tipp. Am 25. Juli spielt zum allerletzten

Mal nach mindestens 18 Monaten mit Unterbrechungen die

Erfolgskomödie „Heiße Zeiten“. Nicht nur pointierter Wortwitz

zwischen den vier Frauentypen kennzeichnet das Stück, sondern

eine Menge neuer Gesangseinlagen zu bekannten Melodien während

einer durchaus ernstzunehmenden Lebensphase von Frau

und Mann machen einfach Spaß.

Ein kleiner, aber erlesener Hinweis zum Dritten: Am 27. Juni

gibt es einen ganz speziellen Blick in das Fotoarchiv des Übersee-

Museums. Die japanische Fotografie – vor allem in der Zeit der

Wende zum 20. Jahrhundert – ist von den Motiven, Farben und

der fernöstlichen Gesamtästhetik einzigartig.

Forschung kommt an die Schlachte

finanziell unterstützt wird. Am Weserbahnhof

liegt an beiden Tagen das Forschungsschiff

„Senckenberg“ vor Anker – neugierige

Besucher sind ausdrücklich zum Entern

eingeladen.

Es ist die Feier, die Bremens Geschichte und die Zukunft der

Stadt auf einen Nenner bringt: Die Maritime Woche, 12. bis

20. September. Sie ist deshalb so etwas wie das Tafelsilber der

Schlachte-Events mit überregionaler Ausstrahlung, ein Abbild der

facettenreichen, maritimen Verbundenheit der Stadt von beindruckendem

Niveau.

Der richtige Rahmen also für das Bürgerfest „10 Jahre Stadt der

Wissenschaft“ am 19. und 20. September. Das Fest ist Teil des

krönenden Abschlusses der neuntägigen Veranstaltung, die mit

allen Spielarten des Wassersports, Höhenfeuerwerk, großem

Bootskorso und Livemusik die Schlachte und die City zur Tribühne

am Weserbahnhof für viele Tausend Besucher macht.

Wissenschaft, bürgernah und mit Erlebnischarakter: So wird sich

die Forschungsmeile präsentierten. Die Spitzenforschung des

Landes Bremen zeigt Flagge. Weser Tower, Chilli Club, Steigenberger

und das GOP bilden die imposante Kulisse für den großen

Auftritt, der von der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB)

Die Bremer Uni, das Institut für Raumfahrtsysteme,

die Hochschule Bremerhaven und viele

andere Hochkaräter sind dabei. Sie laden ein zum Blick hinter

die Kulissen, wecken Neugier und präsentieren ihre Forschungsschwerpunkte.

Mal wissenschaftlich in kurzen Vorträgen, mal

leicht verdaulich oder als Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche,

wie die Angebote des Schülerlabors Chemie der Bremer

Uni: Mein erstes Chemiepraktikum für das dritte bis sechste

Schuljahr und das Projekt “Arzneimittel” für die gymnasiale Oberstufe.

„Das wird spannend”, verrät Dr. Martina Osmers, die sich

„auf die Experimente mit Blick auf die Weser” freut. „Auch wenn

Versuche außerhalb des Labors schon eine Herausforderung sind.”

Wie leicht sich auch von der Raumfahrttechnologie ein Bogen

zur Maritimen Woche schlagen lässt, zeigt Professor Claus

Lämmerzahl am Beispiel der Satellitengeodäsie: Mit ihrer Hilfe

können ungewöhnliche Ereignisse auf dem Meer ebenso abgebildet

werden wie das Abschmelzen der Pole. Beides seien wichtige

Grundlagen für die Meeresforschung, erläutert der Direktor des

Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation

(ZARM) an der Universität Bremen, die sich mit ihrem

kompletten Spektrum vorstellen wird. Der Wissenschaftler freut

sich auf Begegnung mit den Besuchern an der Schlachte und über

viele neugierige Fragen.

Die Maritime Woche wird

gefördert vom Senator für

Wirtschaft, Arbeit und Häfen.

www.maritimewoche.de


9

Bremens eigenwilligster Stadtteil

Andere Städte haben Viertel, Bremen hat DAS Viertel. Für manche Bremer der Beweis, dass ein Viertel mehr sein kann als ein

Ganzes. Auch wenn diese These mathematisch an ihre Grenzen stößt: Die Vielfalt, die bunte Mischung und das Nebeneinander von

Angeboten, die normalerweise Welten trennen, gibt vielen Menschen ein Lebensgefühl, das auf wundersame Weise Lebendigkeit

und Gelassenheit verbindet. „Easy Going“ in der City.

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Was

soviel besagt, dass jeder seine eigene Sicht auf die Dinge hat.

Am Beispiel des Viertels heißt der gemeinsame Nenner Bremens

kultigstes Quartier. Aber in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren

Musik, Kneipen, der Spaßfaktor. Die Menschen, die dort

leben, lieben ihr Viertel aber wegen seiner Urbanität. Der Handel

wiederum freut sich, dass Ostertorsteinweg und Vor dem Steintor

zusammen eine der längsten Einkaufsstraßen Deutschlands bilden.

Dynamik im Viertel.

300 kleine und mittelständische Läden, inhabergeführte Fachgeschäfte,

kleine Labels, Cafés, internationale Gastronomie,

Theater, Kino, Kunst, Kultur und Handwerksateliers, Bars und

Clubs bestehen hier einträchtig nebeneinander. Das Viertel ist

ein Abbild des Lebens in all seinen Facetten – auch unterhalb der

Gürtellinie. Was in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmen ist.

„Alles, was der Mensch braucht, gibt es hier“, sagt Norbert Caesar

deshalb im Brustton der Überzeugung.

Der Einzelhändler, dessen Geschäft seit 1909 besteht, hat sein

Sortiment an den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet: Haushaltswaren

vom Korkenzieher bis zum trendigen Küchengerät findet

man hier – aber auch alles, wenn man mal eben die Wohnung

renovieren möchte. Fachgeschäft und Mini-Baumarkt in einem

– eine Mischung, so unkonventionell wie das Viertel.

Der Handel profitiert von der Attraktivität des Viertel, sagt

Christian Siemer, Geschäftsführer des inhabergeführten Textilisten

von der Aa. „Viele Kunden kommen von außerhalb.“ Und sie

freuen sich über das Sortiment, das nicht dem üblichen Schema

F entspricht. „Mir geht es heute sehr um werthaltige Artikel und

umweltbewusste Materialien. Darauf achte ich beim Einkauf.“

Wie Caesar hat auch Siemer sein Geschäft in der belebten Einkaufsstraße.

Aber der Reiz des Viertel liegt auch in den kleinen

Wohnstraßen mit ihrer fast ländlich anmutenden Idylle, den

Altbremer Patrizierhäusern und an der völligen Ruhe nur wenige

Meter von der Hauptverkehrsader. Auch dort lassen sich viele

Perlen finden: Ateliers, kleine Kneipen und Gastronomie von

erstaunlichem Niveau, wie das Kunst & Lecker in der Sachsenstraße.

„Das wäre mein Tipp im Viertel, sagt Jutta Gaeth, die das

Teestübchen im Schnoor führt: „Engagierte Küche, engagierter

Service. Das macht Spaß.“ Typisch Viertel.

Einen Überblick über das umfassende Angebot gibt es unter

www.dasviertel.de: Kleid, Jeans, Anzug, Krawatte, Lederoutfit,

Designermode, Piercing, Tattoo, lange Haare, kurze Haare, keine

Haare, Weinlokal, Dönerbude, Restaurant, Ökomarkt, Secondhand,

Graffiti, Kunst, Kultur und Kinderspielplatz – das Viertel

hat alles, ist bunt, tolerant und vielfältig. Ganz nach seinem

Motto: anders leben, anders einkaufen.

Christian

Siemer:

„Der Einzelhandel

profitiert

von der

Attraktivität

des Viertel.“

Norbert

Caesar:

„Im Viertel

gibt es alles,

was der

Mensch

braucht.“


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Foto: Hans Tschira

Die Sögestraße –

der Ort, wo jeder

sein möchte

Die schönste Verbindung vom Wall zum historischen Bremer

Marktplatz führt vorbei an einer Schweinegruppe mit Hund

und Hirte. Man kann sie selten ohne Menschen bewundern: Die

Sauen (plattdeutsch Söge) sind die erklärten Lieblinge vieler

Kinder sowie zahlreicher Touristen – und auch Treffpunkt der

Einheimischen und Ausgangspunkt zum Bummel durch

Bremens feine Meile.

Mit diesen Skulpturen, die an die historischen Wurzeln erinnern,

setzte sich die Sögestraße ein Denkmal, dessen Popularität

es fast mit der des Bremer Roland aufnehmen kann. Die

Sauengruppe steht für die Geschichte der Straße und ist auch ein

Symbol für Bürgersinn. Bestellt und bezahlt wurde sie von den

Anliegern der Sögestraße.

Foto: fr

Das multifunktionale Kunstwerk ist Fotoobjekt, Sitzmöbel und

Abenteuerspielplatz – das erste Highlight gleich am Anfang

von Bremens traditioneller Shoppingmeile. Es folgen die ersten

Bremer Einzelhandelsadressen. „Es ist der Ort, wo jeder sein

möchte“, findet Jochem Hauser, Geschäftsführer von Roland

Fashion. Der gute Zusammenhalt der Gemeinschaft bringe hier

viel auf den Weg. „Das macht sich bemerkbar und bestimmt das

besondere Flair dieser Einkaufsstraße.“

Bedeutung der

Schweinegruppe in der Sögestraße

1261 wurde die Sögestraße erstmals als „patea porcorum“ und 1306 als „Soghestrate“

erwähnt. Die 1229 als „muros civitatis“ erwähnte Stadtmauer führte vom

Herdentor – dem „portam gregum“ – in Richtung Süden entlang der Sögestraße.

Im Mittelalter lebten in der Sögestraße die Bäcker und Bierbrauer, in der benachbarten

Knochehauerstraße waren die Schlachter ansässig. Durch die Sögestraße,

plattdeutsch für „Sauenstraße“, und das Herdentor am Nordende der Straße wurden

die Schweineherden der Schlachter zur Bürgerweide vor der Stadt getrieben. Daran

erinnert die Figurengruppe „Schweinehirt mit Hund und Sauen“ aus Messing, die

1974 vom Bildhauer Peter Lehmann (1921–1995) angefertigt wurde. Wohl jedes

Kind, das hier vorbeigekommen ist, hat wenigstens einmal auf einem der Figuren

gesessen und dazu beigetragen, die Rücken der Schweine stets blank poliert zu

halten. Doch nicht nur Kinder „reiten“ mit Vorliebe auf den Skulpturen, sondern

auch Jugendliche und Erwachsene betrachten sie als willkommene „Sitzgruppe“,

von der aus man das lebhafte Straßengeschehen beobachten kann.

Der Schweinehirt mit seinen Schützlingen ist nicht nur Kunst zum Anfassen und

Draufsetzen, sondern dient vielen Bremern und Gästen aus dem Umland außerdem

als markanter Treffpunkt für Verabredungen zum Einkaufsbummel oder zum

traditionellen Domtreppenfegen. Die Gewohnheit, sich „bei den Schweinen“ zu

verabreden, ist nicht mehr aus dem Bremer Sprachgebrauch wegzudenken.


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Es ist auch der Mix, der die Sögestraße zum Juwel macht: Ein

großes Kaufhaus, internationale Handelsketten und alteingesessene

Bremer Firmen bestimmen das attraktive Erscheinungsbild.

Bekannte Labels nutzten die 1A-Lage dieser stark frequentierten

Einkaufsstraße mit der unmittelbaren Anbindung an Bremens

touristische Attraktionen: Die attraktiven Geschäfte in der

Fußgängerzone ziehen das Publikum an und auch das Umfeld

profitiert von der Strahlkraft dieser feinsten Straße Bremens.

Kein Wunder, dass Karstadt sports sich die Sögestraße ins Haus

holt – im übertragenen Sinn. Denn wo im Erdgeschoss bisher

Stellwände zur Warenpräsentation die Fensterfronten versperrten,

ist nun – im Zuge eines Umbaus seit Mitte des Monats – der

Blick nach draußen frei – und umgekehrt. „Wir geben der Straße

etwas von dem zurück, was wir ihr verdanken“, sagt Bremens Filialleiter

Michael Fortino. Für ihn ist die Sögestraße die beste Lage

in der Bremer City und ein Ort mit interessantem Publikum. „Die

Kunden hier sind gut informiert. Und sie honorieren kompetente

Beratung.“ Das habe die Entscheidung zu einer Neuausrichtung in

Bremen leicht gemacht.

Diese Sicht wird auch von Wolfgang Schulz geteilt, bundesweit als

Flächenplaner des Unternehmens im Einsatz: „Bremen spielt im

Ranking unserer Karstadt-sports-Häuser klar in der Champions

League“, bewertet er den Standort sportlich. Das neue Karstadtsports-Konzept

sei einmalig in Deutschland: jung, hochwertig

und exponiert. „Und die Sögestraße ist dafür wie geschaffen.“

Der Standort, an dem sich Karstadt sports gerade hübsch gemacht

hat für die feine Einkaufsmeile, ist für den Mutterkonzern

historischer Boden: Hier wurde 1902 das erste Bremer Haus von

Karstadt eröffnet, lange vor dem Neubau in den 1930er Jahren

100 Meter weiter Richtung Obernstraße.

Im 18. Jahrhundert ist die Sögestraße in die erste Liga der Einkaufsstraßen

aufgestiegen und weckte damit Begehrlichkeit auch

außerhalb der Hansestadt. Schon früher war sie von Bedeutung

als Verbindung zur Ortsmitte. Doch erst mit der Planung des

Bahnhofs 1847 brach ihre Blütezeit an. Senat und Bürgerschaft

entschlossen sich zu einer Verbreiterung, Handwerker und Gewerbetreibende

verkauften ihre Häuser. Deren Giebel und Erker

standen einem Durchgangsverkehr mit Pferdekutschen im Weg.

Sie wurden abgerissen und modernisiert.

Für Michael Fortino (Foto oben) ist das 1976 von Karstadt sports

bezogene Gebäude mit Erinnerungen besetzt: Hier absolvierte er

seine Ausbildung bevor er nach vielen Jahren als Filialleiter nach

Bremen zurückkehrte. Das untere Bild zeigt ihn (obere Reihe,

zweiter von links) und andere Mitarbeiter als Schwimmer im

Badedress – zur Illustration der Chronik 100 Jahre Karstadt

in Bremen.

Dort, wo Karstadt 1902 sein erstes Haus eröffnet hatte, bezog

Karstadt sports 1976 die erste Bremer Filiale (Foto unten).

Es folgten die Namen, von denen einige noch heute das Bild der

Sögestraße bestimmen: Der Einzelhändler Hermann Stiesing

etablierte sich ab 1895 als „Specialgeschäft für Herrenwäsche,

Handschuhe und Cravatten“, das Geschäft Brinkmann und Lange

versorgt seine Kunden seither mit Schmuck und Juwelen und das

Café Knigge lädt seit 1889 mit Kafee und Kuchen in die

Sögestraße ein.

Schweine in neuem Licht

Die konsequente Umsetzung der Maßnahmen geht weiter: Das BID Sögestraße

widmet sich der bronzenen Schweinegruppe und damit dem Markenzeichen der

Shoppingmeile. Die Schweine sowie Hund und Hirte werden in diesem Sommer

mit neuem Licht deutlicher in Szene gesetzt. Dazu wird eine neue Informationstafel

Auskunft über Hintergrund und Geschichte von Skulptur und Straße geben.


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Rückblickend

Tief beeindruckt von einer Einladung

in die Obere Rathaushalle zeigten sich

die 250 Teilnehmer der Tagung der

Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing

Deutschland im April. Als

lokale Partner des Vereins organisierten

die Wirtschaftsförderung und die

CityInitiative die Tagung unter dem Titel

„Zukunft Stadt“.

Golden City: Platte Nasen der Besucher

an den Fensterscheiben des Lloydhofs

waren keine Seltenheit im Mai und Juni.

Der Lloydhof wurde zum Probenraum für

Golden City. Durch eine Kooperation mit

der CityInitiative bereiteten die Schauspieler

der temporären Hafenbar mitten

in der City ihre Auftritte vor.

Die City-Gärten wurden am 30. April

auf dem Ansgarikirchhof eröffnet

und von den teilnehmenden Betrieben

vom Verband Garten-, Landschafts- und

Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen

zusammen mit Senator Dr. Joachim Lohse

und den Anliegern vom BID Ansgari

vorgestellt.

Riesentorte und Riesenandrang beim

Tortenanschnitt in der LLOYD PAS-

SAGE zum 25. Geburtstag. Bremens

ehemaliger Bürgermeister Jens Böhrnsen

ließ es sich nicht nehmen, die Torte an

die Geburtstagsgäste zu verteilen.

Ein vielstimmiges Gospelkonzert

intonierten Chöre zahlreicher Gemeinden

der Bremischen Evangelischen Kirche im

April im Lloydhof. Die Veranstaltung in

Kooperation mit der CityInitiative sorgte

durch inspirierende Musik und bequeme

Liegestühle für begeisterte Innenstadtbesucher

und die Belebung der Location.

Es geht weiter am Wall. Nach dem

Brand bei Harms am Wall am 6. Mai

haben vom Feuer ebenfalls betroffene

Anlieger wie das Traditionsgeschäft D. F.

Rabe & Co. schnell reagiert und Quartiere

auf Zeit in der Nachbarschaft bezogen.

Geschäftsführer Stefan Storch (Bild):

„Wir sind wie auch die anderen Geschäfte

trotz der Sperrung des Walls für unsere

Kunden zu Fuß jederzeit erreichbar.“

Sonntags Shoppen in Bremen ist

immer ein Erlebnis. Dabei konnten zahlreiche

Menschen nicht nur den Einkaufsbummel,

sondern auch Straßenkunst

vom Feinsten genießen. Zum 21. Mal

begeisterte LA STRADA vier Tage lang

Besucher in der City, den Wallanlagen,

der bremer shakespeare Company und

der Schaulust beim Güterbahnhof.

WLAN für alle gibt es seit Mitte Juni auf

dem Ansgarikirchhof. Vor der Handwerkskammer

stellte die CityInitiative

das kostenlose Angebot vor. Auf dem

Foto: Staatsrat Heiner Heseler (Senator

für Wirtschaft, Arbeit und Häfen), mit

Erika Becker (Geschäftsführerin BRE-

PARK) und dem Geschäftsführer der

CityInitiative, Dr. Jan-Peter Halves.

Früh Shoppen im Ansgari

Quartier. Bei herrlichem Sonnenschein

und mitreißender Musik wurde am

2. Mai die Früh-Shoppen-Saison auf dem

Ansgarkirchhof eingeläutet.

PROTOTYPE.Schumacher aus dem

Viertel feierte mit der aktuellen

Sommerkollektion „PHALAENOPSIS“

einen großen Erfolg auf der MQ Vienna

Fashion Week. Die Kollektion wird im

Bremer Atelier aus kostbaren Materialien

nachhaltig gefertigt.

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