PROTOKOLL ZUR JURYSITZUNG - D&K drost consult

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PROTOKOLL ZUR JURYSITZUNG - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR JURYSITZUNG

am 14. Dezember 2010 um 9.30 Uhr

im Grand Elysée Hamburg, Raum Speicherstadt (1. OG), Rothenbaumchaussee 10, 20148 Hamburg

Beschränktes, einstufiges, städtebauliches Gutachterverfahren

mit 5 eingeladenen Teilnehmern

Entwicklung eines neuen Wohnquartiers

OTHMARSCHEN PARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

ausgelobt durch die

FPC First Properties Company GmbH

Palmaille 67

D-22767 Hamburg

und die

Behrendt Wohnungsbau KG (GmbH & Co.)

Friedensallee 271

D-22763 Hamburg

im Einvernehmen mit der

Freien und Hansestadt Hamburg

letztere vertreten durch

das Bezirksamt Hamburg-Altona – Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt – Amt für Landes- und Landschaftsplanung

209_01 D&K drost consult GmbH


1 EINLEITUNG

OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Das Preisgericht tritt um 09:30 Uhr in den Räumlichkeiten des Grand Elysées in Hamburg zusammen.

Herr Dr. Jan Behrendt, Geschäftsführer der Behrendt Wohnungsbau KG (GmbH & Co.), heißt die

Anwesenden im Namen der Auftraggeberinnen herzlich willkommen und dankt allen Beteiligten für die

engagierte Begleitung des Verfahrens in dem äußerst engen Zeitrahmen. Er hoffe auf attraktive städtebauliche

Entwurfsvorschläge, die einen unverwechselbaren Charakter für den Ort herstellen und

baubar sein sollen. Herr Dr. Behrendt freut sich auf die Entwürfe und ist gespannt auf das Ergebnis.

Herr André Neumann, Geschäftsführer der FPC First Properties Company GmbH, begrüßt die Anwesenden

ebenfalls ganz herzlich schließt sich den Worten seines Vorredners an.

Herr Dr. Reinhold Gütter, Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Hamburg Altona

betont nachfolgend die große Chance, auf einer unstrukturierten Brachfläche, welche ehemals als

Gewerbefläche, genutzt wurde, den Erfolg des Othmarschen Quartiers als Wohnstandort fortzuführen.

Aus dem Kreis der Jurymitglieder wird Herr Prof. Dr. Michael Koch für den Vorsitz vorgeschlagen und

mit einer Enthaltung zum Vorsitzenden gewählt. Er bedankt sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen

und nimmt die Wahl an.

Frau Birthe Ohmsen (D&K drost consult GmbH) stellt im Folgenden die Anwesenheit der stimmberechtigten

Jurymitglieder fest. Es sind erschienen:

2 ANWESENDE DER JURY

Jurymitglieder

Dr. Reinhold Gütter Bezirksamt Hamburg Altona,

Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt

Prof. Jörn Walter Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), Oberbaudirektor

Mark-Oliver Abend Behrendt Wohnungsbau KG (GmbH & Co.), Architekt

Prof. Dr. Michael Koch HCU Hamburg, Architekt und Stadtplaner

Jens Heitmann freischaffender Architekt, nhm architekten, Hamburg

Frank Birwe freischaffender Architekt, KBNK Architekten GmbH, Hamburg

Sven Hielscher Mitglied des Planungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (CDU)

Mark Classen Mitglied des Planungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (SPD)

Lars Andersen Mitglied des Planungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (GAL)

Stellvertretende Jurymitglieder

Frank Conrad Bezirksamt Hamburg Altona,

Leiter Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

Johannes Gerdelmann Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU)

André Neumann First Properties Company GmbH, Geschäftsführer

Dr. Jan Behrendt Behrendt Wohnungsbau KG (GmbH & Co.), Geschäftsführer

Juan Hidalgo freischaffender Architekt, SEHW Architekten, Hamburg

(ständig anwesend)

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OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Olaf Wuttke Mitglied des Planungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (Die Linke)

Leifpeter Reichwald Mitglied des Planungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (FDP)

Sachverständige

Jan Bernd Leffers Behrendt Wohnungsbau KG (GmbH & Co.), stellv. Planungsleiter

Ulrike Klein FPC First Properties Company GmbH,

Projektleitung Othmarschen Park

Stephan Landgraf Bezirksamt Hamburg Altona,

Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, Leiter Landschaftsplanung

Andrea Maaß BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung

Sarah Möller BSU, Amt für Natur- und Ressourcenschutz

Michaela Stamm BSU, Amt für Wohnen, Stadterneuerung und Bodenordnung

Gabriela Ohl Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Amt Internationales, Energie,

Wirtschaftsförderung, Abt. Wirtschaftsförderung

Bernd Kögel Lärmkontor GmbH, Hamburg

Malte Höft KFP Ingenieure, Buxtehude

Thorsten Buch ARGUS, Stadt- und Verkehrsplanung

entschuldigt fehlen:

Torsten Koschützke Bezirksamt Hamburg Altona,

Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, Bauleitplanung

Thaddäus Kurpierz Bezirksamt Hamburg Altona,

Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, Bauleitplanung

Gast

Stefan Glocker FPC First Properties Company GmbH

Verfahrenskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult GmbH, Hamburg

Birthe Ohmsen D&K drost consult GmbH, Hamburg

Cornelia Eggers D&K drost consult GmbH, Hamburg

Imke Ißberner D&K drost consult GmbH, Hamburg

Der Vorsitzende bestätigt die Vollzähligkeit der Jury.

Alle zur Sitzung der Jury zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen Behandlung

der Beratungen. Sie erklären weiterhin, dass sie keinen Meinungsaustausch mit den Verfahrensteilnehmerinnen

und -teilnehmern über die Aufgabe hatten.

Die Protokollführung übernehmen Frau Birthe Ohmsen und Frau Imke Ißberner, D&K drost consult

GmbH.

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3 ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Vorprüfung und Übersicht über die eingereichten Arbeiten

Herr Uwe Drost, Geschäftsführer der D&K drost consult GmbH, erläutert nachfolgend die Ergebnisse

der Vorprüfung: Die eingegangenen Arbeiten wurden anhand der in der Auslobung festgelegten Beurteilungskriterien

vorgeprüft.

Die Ergebnisse der Vorprüfung sind in einem Vorprüfbericht zusammengefasst, der Aufschluss über

die formalen Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick über alle Arbeiten gewährleistet. Für

jede Arbeit werden auf jeweils vier DIN A4 Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse der

Sachverständigen, die Übersicht der Kenndaten sowie Ausschnitte der Planzeichnungen dargestellt.

Ergänzend zum Vorprüfbericht steht der Jury eine Projektübersicht zur Verfügung, die für jede Arbeit

neben dem Lageplan und einer der beiden geforderten Visualisierungen wichtige Kenngrößen wie die

BGF, die Anzahl der Wohneinheiten etc. zusammenfasst.

Alle fünf eingeladenen Architekturbüros haben ihre Arbeiten und Modelle fristgerecht zum 01.12.2010

(14.00 Uhr) bzw. zum 06.12.2010 (Poststempel) eingereicht. Zur Wahrung der Anonymität in der Vorprüfung

wurden die Kennziffern der Arbeiten mit willkürlich gewählten Tarnzahlen von 1021 bis 1025

überklebt. Eine Sammelliste mit Kennziffern, Tarnzahlen und Eingangsdaten wird zusammen mit den

Verfassererklärungen aufbewahrt.

Die geforderte Verfahrensleistung wurde bei allen Arbeiten im Wesentlichen erbracht. Die Verfasser

der Arbeit 1022 haben abweichend zu den Vorgaben 4 Präsentationspläne abgegeben. Die Jury lässt

einstimmig alle Arbeiten zur Bewertung zu.

Folgende Vorbemerkungen wurden im Rahmen der Vorprüfung formuliert und gelten für alle Entwürfe

gleichermaßen:

3.1 Behörde für Wirtschaft und Arbeit - Amt Internationales, Energie, Wirtschaftsförderung

Vorab wird nochmals auf die Forderung der BWA hingewiesen, dass durch Planung und Realisierung

des Wohnquartiers Othmarschen Park die Nutzbarkeit der weitgehend uneingeschränkten, aktuell im

Emissionspotenzial aber nicht ausgenutzten Gewerbeflächen im Osten/Südosten des Vorhabengebiets

(und zwar uneingeschränkt bis an den trennenden Grünzug heran) in keinster Weise beschnitten

werden darf. Dementsprechend wird eine misch-/kerngebietsverträgliche Bebauung im östlichen

Randbereich für sinnvoll und erforderlich gehalten, auch vor dem Hintergrund möglicher Verunsicherungen

sowie ggf. Entschädigungsforderungen der angrenzenden Grundeigentümer.

Alle vorliegenden Arbeiten haben sich mit dem Thema Lärm umfangreich beschäftigt und brauchbare

nachhaltige Ergebnisse hierzu geliefert. Gleichwohl muss darauf hingewiesen werden, dass weitere

mögliche Immissionen aus dem Gewerbegebiet (z.B. Gerüche, Feinstäube) insgesamt nicht thematisiert

wurden. Maßgeblich für die Bewertung der Arbeiten darf daher nicht alleine die Anzahl von möglichen

Wohneinheiten/BGF im Gebiet sein, sondern auch die harmonische Eingliederung in vorhandene

Strukturen, ohne diese dabei zu stören.

Auch wenn die Immissionslage aus den angrenzenden Gewerbeflächen aktuell nicht problematisch

erscheint, so sollte dennoch die Möglichkeit der Errichtung der in diesem Bereich vorgesehenen abschirmenden

Bebauung in ersten Bauabschnitten gewahrt werden, um ggf. auf Ansiedlungen von

zulässigen emittierenden Betrieben reagieren und von vornherein eine qualitative Wohnnutzung im

Othmarschen Park gewährleisten zu können.

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OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Für den nordwestlichen Bereich werden keine Anmerkungen vorgebracht. Hier ist aufgrund der beabsichtigten

Nutzung/Festsetzung im Bebauungsplan als eingeschränktes Gewerbegebiet davon auszugehen,

dass eine Verträglichkeit mit angrenzendem Wohnen mit entsprechenden planungsrechtlichen

Instrumentarien und immissionsschützenden Maßnahmen im Wohngebiet gewährleistet werden kann.

3.2 Bezirksamt Hamburg Altona, Fachamt Bauprüfung

Es wird davon ausgegangen, dass der gültige Bebauungsplan Othmarschen 19/ Ottensen 51 geändert

wird und eine Wohnbebauung zulässt. Die Abstandsflächen 0,4 H müssen zwischen den einzelnen

Gebäuden eingehalten werden. Sie dürfen sich nicht überlappen.

Die Zufahrten und Aufstellflächen für Rettungs- und Löschfahrzeuge der Feuerwehr vor den Rettungsfenstern

der einzelnen Gebäude müssen nach der „Richtlinie über die Flächen für die Feuerwehr auf

Grundstücken“ gewehrleistet werden. Die erforderlichen Folgeeinrichtungen sind herzustellen: notwendige

Stellplätze in den Tiefgaragen, Kinderspiel - und Freizeitflächen in den Außenanlagen.

Um 10.00 Uhr beginnt der Informationsrundgang, in dem die Vorprüfung die städtebaulichen, architektonischen,

freiraumplanerischen und funktionalen Grundzüge der Arbeiten ausführlich und wertfrei

vorstellt. Insbesondere wird auf die von den jeweiligen Verfassern hervorgehobenen Aspekte der Arbeiten

eingegangen. Während dieser Vorstellung werden von der Jury Rückfragen zum Verständnis

der Entwurfsidee und Fragen in Bezug auf die Darstellung erörtert.

4 BEWERTUNG DER ARBEITEN

Um 11.00 Uhr beginnt der erste Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten. Da

kein Beitrag grobe Mängel aufweist, gelangt jeder Entwurf einstimmig in den zweiten Wertungsrundgang.

Generell wird festgestellt, dass sämtliche Arbeiten zur Klärung der gewünschten Entwicklung des Gebietes

in besonderem Maße beitragen. Die sehr unterschiedlichen räumlichen und funktionalen Konzepte

der teilnehmenden Teams helfen, die Potenziale aber auch Restriktionen kenntlich zu machen

und eine angemessene Entwicklungsstrategie ins Auge zu fassen.

Der zweite Wertungsrundgang beginnt um 11:30 Uhr. Hier wird zunächst jeder der Beiträge von

einem Jurymitglied vorgestellt und anschließend im Kreise der Jury unter Feststellung von Vorzügen,

gelungenen Planungsansätzen und Mängeln diskutiert.

Folgende Entwürfe werden auf Grund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene ausgeschlossen:

Tarnzahl für den Ausschluss gegen den Ausschluss

1022 9 0

1023 5 4

1025 9 0

Im Verfahren verbleiben somit folgende Arbeiten: 1021 und 1024

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Beurteilung der ausgeschiedenen Arbeiten

OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Arbeit 1022

Der Verfasser schlägt eine städtebauliche Figur aus Blöcken im südlichen Bereich sowie U-förmigen

Gebäuden zum Park vor. Die Erschließung von der Johann-Mohr-Straße wird U-förmig über eine

Stichstraße und zwei aus Quartiersplätzen ablesbaren öffentlichen Räumen geführt. Dabei wird die

ansonsten fußläufige Nord-Süd-ausgerichtete Grünachse durchschnitten. Insgesamt wird eine robuste

Gesamtstruktur vorgeschlagen; eine klare eigene Identität des neuen Quartiers wird jedoch nicht in

überzeugender Weise erreicht.

Dabei werden vor allem die Proportionen der Wohnhöfe, wie auch die sich nach Norden zum Park hin

öffnenden U-förmigen Gebäude kontrovers diskutiert. Insbesondere die vom Verfasser in Kauf genommene

Verschattung der Höfe kann nicht überzeugen. Die östliche Situierung der KITA ist ein interessanter

Versuch zur Aufweitung des Parks an dieser Stelle.

Arbeit 1023

Der Entwurf gliedert sich städtebaulich in eine Reihe von Wohnblocks als Hoftypen im Kern der Anlage

sowie offenen, U- bzw. L-förmigen Blöcken zu den Rändern im Norden und Westen. Zu der zentralen

Quartiersachse gibt es zwei weitere Verbindungsachsen zum Park, die das Gebiet erschließen.

Positiv bewertet werden die Wohnqualität der Grünhöfe im Blockinneren sowie der insgesamt hohe

Anteil begrünter Flächen im Quartier. Auch die differenzierte Höhenentwicklung der einzelnen Gebäudezeilen,

die sich jeweils zu einem Wohnhof gruppieren, wird begrüßt. Die Teileinheiten unterstützen

eine kleinteilige aber gleichwohl qualitätvolle bauliche Entwicklung des Gebietes.

Als problematisch werden die Aufenthaltsqualitäten der Blockzwischenräume der Ost-West-

Verbindung durchs Quartier angesehen, die relativ enge und undifferenzierte Räume ergeben. Auch

die L-förmigen Gebäudeteile am Nordrand der Anlage zum Park hin werden als stadträumlicher Abschluss

der Anlage kritisch beurteilt, da eine klare städtebauliche Geste zum öffentlichen Park vermisst

wird.

Kontrovers diskutiert wird die Anordnung der öffentlichen Parkplätze als gebündelte Stellplatzanlagen

entlang der Johann-Mohr-Straße. Die Aufweitung des Straßenraumes stellt eine interessante Lösung

dar, allerdings müsste die Belegung durch Besucher der benachbarten Freizeiteinrichtungen verhindert

werden.

Insgesamt wird eine Hierarchisierung der öffentlichen Freianlagen vermisst, da durch die Anordnung

von drei Nord-Süd-Achsen und einer Ost-West-Spange relativ enge und gleichwertige öffentliche

Räume entstehen.

Arbeit 1025

Die Arbeit zeigt einen konsequenten städtebaulichen Entwurf, der die technischen Vorgaben gut abbildet.

Sowohl der Schallschutz, die verkehrliche Erschließung und auch das gute A/V-Verhältnis

überzeugen. Jedoch wird der städtebauliche Entwurf stark von den funktionalen Überlegungen dominiert,

sodass andere, wesentliche Faktoren nur zum Teil erfüllt werden.

Die dem Schallschutz geschuldete, massive Blockrandbebauung schottet das Wohngebiet südlich ab

und behindert eine Anbindung einer möglichen Entwicklung im Bereich der Behringstraße. Zudem

wird der wesentliche Teil der entstehenden Baumasse dem Lärm ausgesetzt, um einen geringeren

Baumassenanteil zu schützen. Auch die Aufenthaltsqualität in den Blockinnenbereichen wird durch die

dominanten, dem privatem Besucherverkehr gewidmeten Verkehrsflächen beeinträchtigt. Durch die

Aufgliederung und Verteilung der Erholungsfläche wird eine Quartiersbildung behindert und somit die

Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnort erschwert. Situierung und Zuschnitt der

Gebäudekubaturen „im Hof“ erweckten den Eindruck einer gewissen Beliebigkeit, der Übergang zum

Park ist zu unbestimmt.

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OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Nach der Mittagspause werden um 13:00 Uhr die Entwürfe der engeren Wahl eingehend diskutiert

und gegeneinander abgewogen.

Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl

Arbeit 1021

Die Arbeit gliedert die Baumassen in eine relativ geschlossene Bebauung als Lärmschutzpuffer entlang

der Süd-Ost-Grenze des Quartiers sowie in eine relativ offene Zeilenbebauung mit differenzierter

Geschossigkeit im Inneren des Quartiers und zur Parkfläche im Norden.

Zu der alleeförmig ausgebildeten Mittelachse – der Nord-Süd Verbindung – gibt es zwei Quartiersplätze

im Inneren, die von Süden durch zwei Stichstraßen erschlossen werden. Positiv bewertet wird die

aufgelockerte und homogene südliche Randbebauung sowie die differenzierte Höhenentwicklung und

Gliederung der der einzelnen Gebäudezeilen. Die beiden Quartiersplätze lassen jedoch eine eindeutige

räumliche Fassung vermissen. Kritisch werden die 8-geschossigen „Wohntürme“ zum Park hin

bewertet, da sie die öffentlichen Flächen stark verschatten und keinen klaren Abschluss nach Norden

zum Park ausformulieren. Die Ausweitung der öffentlichen Parkfläche in die Bereiche zwischen den

Nordsüdgebäudezeilen wird als ungünstig angesehen.

Arbeit 1024

Die Leitidee des Entwurfes ein neues Quartier zu entwickeln, das sich um den zentral angeordneten

Quartiersplatz gruppiert, stellt einen Beitrag mit eigener Qualität dar. Entlang der Quartiersgrenzen

werden durch die Bebauung klare Kanten definiert, die im Detail feinsinnig ausdifferenziert werden.

Durch eine geschickte leichte aber sehr präzise Drehung der Nord-südlichen Wegeachse wird ein

überzeugender Übergang zum nördlich gelegenen Grünzug und der bestehenden Wohnbebauung

geschaffen.

Durch angemessene Gliederung der Gebäudekubatur werden einerseits städtebauliche Akzente

überzeugend gesetzt, gleichzeitig in den Innenhofbereichen ein menschlicher Maßstab erzeugt. Die

vorgeschlagene Lösung alle Tiefgaragen von der Johann-Mohr-Straße zu erschließen wird positiv

gesehen. Gleichwohl sollte die Konsequenz in Form von großen Tiefgaragen überprüft werden.

Insgesamt schafft der Entwurf das Potenzial für ein sehr differenziertes Wohnquartier, das trotz der

Größe von insgesamt ca. 600 Wohneinheiten Identifikation im Kleinen ermöglicht, vor allem aber die

Chance bietet, ein Ensemble zu kreieren, dass eine Verbindung der Qualitäten von Altonaer Quartieren

der 20er Jahre mit den Wohnansprüchen von Heute und in der Zukunft schafft.

4 JURYENTSCHEIDUNG

Nach erneuter Analyse und Diskussion der Arbeiten fass die Jury folgenden Beschluss:

1. Rang Arbeit 1024 mit 9 : 0 Stimmen

2. Rang Arbeit 1021 mit 7 : 2 Stimmen

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5 EMPFEHLUNGEN DER JURY

OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Die Jury empfiehlt, die Verfasser der mit dem 1. Rang ausgezeichneten Arbeit 2024 mit der Bearbeitung

des Funktionsplans zu beauftragen.

Folgende Empfehlungen für eine Weiterentwicklung des Entwurfs wurden durch die Jury ausgesprochen:

▪ Durch das leichte Verschwenken der Nord-südlichen Quartiersachse gegenüber der B-Plan Darstellung

ist im Detail nachzuweisen, dass die vorhandenen Leitungsrechte gewahrt werden.

▪ Es soll geprüft werden, ob die Dimension der südlichen Blockrandbebauung im Wohnquartier 2

durch z.B. Zäsuren gegliedert werden. Das Thema der Lärmimmission ist dabei in die Überlegungen

mit einzubeziehen.

▪ Die Dimension der Tiefgaragen ist u.a. unter den Gesichtspunkten der Sicherheits/-Wohlfühlbedürfnisse

zu prüfen. Ggfs. ist die Erschließung der Tiefgaragen der nördlichen Baukörper im

Westen und Südosten in das Quartier zu verlegen.

▪ Der Entwurf liegt derzeit aufgrund der doppelten Staffelgeschosse leicht über dem Maß der baulichen

Nutzung, die als Richtwert in der Auslobung genannt wurde. Die Verfasser sollen prüfen, ob

in Teilbereichen eine Umverteilung der Baumassen sinnvoll ist, sofern die Qualität des städtebaulichen

Konzepts nicht darunter leidet.

▪ Die Ausgestaltung der Erdgeschosszonen sollten hinsichtlich Einsehbarkeit und Privatsphäre

überdacht werden.

▪ Die Besucherparkplätze im Südosten sind aus Sicht der Sachverständigenvorprüfung nicht notwendig

und sollen entfallen.

▪ Die südliche Sichtachse in Ost-West-Richtung im Quartier endet derzeit unvermittelt an der Parkhausfassade.

Es sollen Überlegungen zur Gestaltung dieser angestellt werden.

▪ Die Jury regt an, für die weitere Bearbeitung gestalterische Richtlinien zu formulieren (z.B. Fassadenmaterial,

etc.), um die Qualität des Städtebaus und der zu realisierenden Wohnquartiere zu

garantieren auch wenn mehrere Architekturbüros bei der Umsetzung des Hochbaus beteiligt

werden sollten.

6 VERFASSER

Nach Öffnung der Umschläge mit den Verfassererklärungen durch die Vorprüfung werden um 13.30

Uhr die Namen der ausgezeichneten Architekturbüros festgestellt.

1. Rang Arbeit 2024 – LRW Architekten und Stadtplaner GbR, Hamburg

2. Rang Arbeit 2021 – APB. Architekten BDA und Stadtplaner, Hamburg

Folgende Architekturbüros werden nicht ausgezeichnet:

Arbeit 2022 – ppp petersen pörksen partner architekten und stadtplaner, Lübeck

Arbeit 2023 – Prof. Dipl. Arch. Carsten Lorenzen APS, Kopenhagen

Arbeit 2025 – Raumwerk, Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH,

Frankfurt a. Main

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OTHMARSCHENPARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Der Vorsitzende zeigt sich erfreut über das gute Ergebnis und bedankt sich bei den Beteiligten für die

konstruktive Mitarbeit und Diskussion. Herr Dr. Jan Behrendt schließt sich den Worten an und unterstreicht

nochmals die besondere Qualität des mit dem 1. Rang ausgezeichneten städtebaulichen Konzepts

Die Sitzung wird um 14:00 Uhr geschlossen. Das Protokoll ist mit dem Vorsitzenden der Jury abgestimmt.

Hamburg, 14. Dezember 2010

D&K drost consult GmbH

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Anlage zum

PROTOKOLL ZUR JURYSITZUNG

am 14. Dezember 2010 um 09.30 Uhr

im Grand Elysée Hamburg, Raum Speicherstadt (1. OG), Rothenbaumchaussee 10, 20148 Hamburg

Beschränktes, einstufiges, städtebauliches Gutachterverfahren mit 5 eingeladenen Teilnehmern

Entwicklung eines neuen Wohnquartiers

OTHMARSCHEN PARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

ausgelobt durch die

FPC First Properties Company GmbH

Palmaille 67

D-22767 Hamburg

und die

Behrendt Wohnungsbau KG (GmbH & Co.)

Friedensallee 271

D-22763 Hamburg

im Einvernehmen mit der

Freien und Hansestadt Hamburg

letztere vertreten durch

das Bezirksamt Hamburg Altona – Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt – Amt für Landes- und Landschaftsplanung


Anlage zum Protokoll der Jurysitzung

235_01

2. Rang Tarnzahl: 1021

Kennzahl: 010652

APB. Architekten BDA und Stadtplaner, Hamburg

Günter Wilkens, Moritz Schneider

Mitwirkende:

Aleksandra Mlynczak, Mark Lüders

2. Rundgang Tarnzahl: 1022

Kennzahl: 987649

ppp petersen pörksen partner architekten und stadtplaner,

Lübeck

Andreas Christian Hühn

Mitwirkende:

Doris Grondke, Olaf Leiter, Anke Warnke, Marie-Claire Daumiller,

Anja Schwarz, Timm Kullowatz

Fachberatung:

arbos Freiraumplanung GmbH & Co. KG: Peter Köster,

Anne Layer, Hamburg

M+O Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH, Oststeinbek

2. Rundgang Tarnzahl: 1023

Kennzahl: 378153

Carsten Lorenzen APS, Kopenhagen

Prof. Carsten Lorenzen

Mitwirkende:

Susanne Gassert, Max Weissberger, Marko Eckert

Fachberatung:

Landschaftsarchitekt Peter Becht

OTHMARSCHEN PARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

Fachberatung:

Landschaftsarchitekten Rehwaldt: Angela Aurin, Dresden

Perspektiven: Bloomimages, Hamburg

Modellbau: Hopf + Voigt, Schwerin

02

D&K drost consult GmbH


Anlage zum Protokoll der Jurysitzung OTHMARSCHEN PARK/JOHANN-MOHR-STRASSE

in Hamburg-Othmarschen

235_01

1. Rang Tarnzahl: 1024

Kennzahl: 566032

LRW Architekten und Stadtplaner GbR, Hamburg

Karin Loosen, Rudolf Rüschoff, Thomas Winkler

Mitwirkende:

Dipl.-Ing. David Sommer, Dipl.-Ing. Katrin Broll,

cand. Architektur Caroline Cramer

Fachberatung:

Landschaftsarchitektin Christiane Diehl, Hannover

TSB Ingenieurgesellschaft mbH:

Energieberater Dipl.-Ing. Bastian Ziegler, Darmstadt

2. Rundgang Tarnzahl: 1025

Kennzahl: 427135

Raumwerk

Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH,

Frankfurt a. Main

Sonja Moers

Mitwirkende:

Vera Kontos

Fachberatung:

Freie Landschaftsarchitektin: Angela Bezzenberger

Mitarbeit: Elke Mennerich

Energieberatung: Lenz Weber Ingenieure

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