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Jahresbericht 2007 - Südhang

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Klinik | InterviewKlinik | Neue TherapieformenDer Kanton Bern ist zusammen mit den Krankenkassen Hauptfinanziererder Klinik Südhang. Die Leiterin des Sozialamtes, Regula Unteregger, erklärt im folgendenInterview, wie sie die Zusammenarbeit mit dem Südhang erlebt.Seit 2007 gibt es in der Klinik Südhang zwei ungewöhnliche Therapieangebote: das therapeutischeBoxtraining (TBT) hilft Agressionen abbauen und die soziale Kompetenz festigen,während mit dem Einbezug von Spiritualität die Auseinandersetzung mit Sinnfragen geübt wird.«Wir erleben den Südhangals offenen Partner, der bereit ist,Kooperationen einzugehen.»Warum Boxen undSpiritualität weiterhelfen könnenFrançoise Fierz, Fallführende Therapeutin, Psychologin FSP und Martin Steiner, Therapeut SpiritualitätWelches sind die Hauptaufgaben desSozialamtes gegenüber dem Südhang?Im Zentrum unserer Zusammenarbeit stehenprimär Leistungsvereinbarungen. Nicht seltengeht es aber auch um Überlegungen seitensder Klinikverantwortlichen zu neuen Plänen,wobei die Klinik Südhang für uns eine transparentePartnerin ist, was wir sehr schätzen.Welchen Stellenwert hat der Südhangfür den Kanton?Der Südhang ist eine Suchtfachklinik, die eineeindrückliche Entwicklung durchlaufen hat:von der männerspezifischen Trinkerheilstätte(«Nüchtere») zum modernen Kompetenzzentrumfür Menschen mit Suchtproblemen. EineFragestellung, die uns momentan beschäftigt,ist die Positionierung der Suchtfachkliniken in derpsychiatrischen Landschaft. Auch hier erlebenwir den Südhang als offenen Partner, der bereitist, Kooperationen einzugehen. Dieses Interesseund Engagement wünsche ich mir natürlich auchbei den allenfalls anstehenden Veränderungenim Zusammenhang mit dem derzeit laufendenÜberprüfungsauftrag in der Suchthilfe.Wie beurteilen Sie die Idee, bei der beruflichenIntegration neue, vernetztere Wege zubeschreiten?Als «Integrationsdirektion» sind wir selbstverständlichan neuen Ansätzen interessiert. Dazugehört auch die berufliche Rehabilitation vonSuchttherapiepatientinnen und /-patienten.Die Pläne der Klinik in diesem Bereich sindinteressant und unterstützungswürdig.Gibt es aus Ihrer Sicht eine idealeSuchtpolitik?Im Vordergrund der Suchtpolitik müssendie Patientinnen und Patienten sowie klare,sinnvolle Behandlungsprozesse stehen. Dasbedingt eine gute und wirksame Zusammenarbeitder verschiedenen Akteure im Feld. Vonder Struktur her sehe ich grundsätzlich eineregional aufgebaute, gemeindenahe und kantonalgesteuerte Versorgung. Aus meiner Sichtist zentral, dass wir mit den Angeboten denaktuellen Problemlasten entsprechen und überMechanismen verfügen, die rasche Anpassungenermöglichen. Das ist mit Leistungsvereinbarungengrundsätzlich gewährleistet.Wie erleben Sie die persönliche Zusammenarbeitmit dem Südhang?Das kantonale Sozialamt schätzt die guteund offene Zusammenarbeit mit der KlinikSüdhang, insbesondere auch mit dem LeiterKurt Mächler. Letzterer hat über eine längereZeit interimistisch die kantonale Kommissionfür Gesundheitsförderung und Suchtfragengeleitet. Es ist ihm dabei gelungen, diese Rollevon derjenigen als Institutionsvertreter sauberzu trennen. Kurt Mächler war prägend für dieEntwicklung einer guten AuseinandersetzungsundMeinungsfindungskultur der Kommission.Therapeutisches Boxtraining (TBT)In der Psychotherapie wird dem Thema Aggression oft wenig Bedeutungbeigemessen. Speziell im Bereich Alkoholabhängigkeit zeigtsich jedoch, dass diese Erkrankung gehäuft mit dem Thema Aggressionund Aggressionshemmung auftritt. Viele PatientInnen berichten,dass der Alkoholkonsum die Funktion hat, Aggression und Wutzu dämpfen oder diese überhaupt auszuhalten.Das Therapeutische Boxtraining – zuerst als sechsmonatigesPilotprojekt durchgeführt, wird nun in der Klinik Südhang als reguläresTherapieangebot aufgenommen. Definieren könnte man dieseMethode folgendermassen: Das TBT ist ein psychotherapeutischesFertigkeitstraining mit körpertherapeutischen Elementen. Es kannim Bereich «Umgang mit und Abbau von Aggressionen» und «Aufbauvon sozialer Kompetenz» positive Effekte erzielen.Kein «Drauflosboxen»Oft taucht die Frage auf, ob im TBT einfach «drauflos geboxt»würde. Dies ist nicht der Fall – im TBT werden im kontrolliertenRahmen die boxtechnischen Grundlagen gelernt und dann genutzt,um verschiedene Schwerpunkte zu setzen. Dazu gehörenRituale, Gleichgewichtsübungen, Achtsamkeitsübungen zu bewusstemund kontrolliertem Körpererleben, die Emotionsregulation, dasErarbeiten von Verhaltensaltenativen sowie die Reflexion von Körperwahrnehmung,Gefühl und Verhalten. Fallführende Therapeutinist Françoise Fierz, lic. phil. Psychologin FSP.Gruppen-/Einzeltherapie SpiritualitätStudien zeigen auf, dass es bei den Menschen Bedürfnisse nach religiöserBetätigung und spirituellen Erfahrungen gibt. Deshalb initiiertedie Klinikdirektion das Projekt «Einbezug von Spiritualität inder Klinik Südhang».Auf dem Programm stehen neu verschiedene Angebote, an denenPatient/-innen freiwillig teilnehmen können. Im oberen Stockdes Kutscherhauses, wo auch weiterhin Ausstellungen stattfinden,werden jeweils Dienstag-, Mittwoch- und Donnerstagmorgen kurzeMorgeneinstimmungen sowie der sechsteilige Kurs «Lernen meditieren»durchgeführt. Patient/-innen der Kurzzeittherapiestationkönnen zusätzlich an Gruppen- und Einzeltherapien «Spiritualität»teilnehmen. Das Kutscherhaus dient zudem als Raum der Stille undlädt zum besinnlichen Verweilen ein.Es war weniger das Stichwort «Spiritualität», sondern vielmehrdas konkrete Angebot, das auf reges Interesse stiess. Die Rückmeldungensind positiv und reichen von «Ich weiss nun besser, wie ichzur Ruhe kommen und mich entspannen kann» bis zu «Ich habeneue Zugänge zu mir selbst gefunden».Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007


Klinik | KunsttherapieKlinik | Tabak und AlkoholDiplompraktikum Karin HänniAuf der Suche nach neuen MusternStephan Mathys, KunsttherapeutDas Thema Nikotinabhängigkeit hat inder Behandlung von alkoholabhängigenMenschen besondere Relevanz. DerZusammenhang zwischen diesen beidenAbhängigkeiten ist wissenschaftlich belegt,die vermuteten Ursachen sind vielfältig.Tabakentwöhnungunterstützt AlkoholabstinenzNatalie Wüthrich, Fallführende Therapeutin, Psychologin FSPErkennen, was Freude machtIm Rahmen ihres Diplompraktikums führtedie angehende Lehrerin Karin Häberli imSüdhang ein siebenwöchiges Projekt zumThema Freizeitgestaltung durch. Beteiligtwaren zwei Gruppen aus der Kurz- und Langzeittherapie.Folgende Aussage einer Patientinstufte Karin Häberli als zentral ein:«Die Erfahrung, keine hohenErwartungen an die Tätigkeit inder Freizeit zu haben, wirkt erleichternd.»Die Praktikantin ist nach ihrer intensivenAuseinandersetzung mit dem Thema überzeugt,dass auch scheinbar banale Handlungendie Leere nach Feierabend positivausfüllen können. Warum nicht «etwas neuordnen, Zeitschriftenbilder ausschneiden,spazieren, einen schönen Ort besuchen?» Inder Freizeit müsse nicht nach den Sternen gegriffenwerden, schreibt die Autorin in ihremSchlussbericht. «Aber was einen anleuchtet,sollte erkannt und genutzt werden. Das lässtsich erfahren und üben.»Für viele Patienten und Patientinnen istder Schritt ins Atelier der Kunsttherapie mitÄngsten, Erinnerungen an Demütigungenoder Unlust verbunden. Das Herantastenan das «kreative Ich» ist aber sinnvoll. Eskann Fixierungen lösen und mithelfen, dieMöglichkeiten des Lebens wieder zu spüren.Grundsätzlich wird in der Kunsttherapie versucht, den Prozess derWandlung anzuregen. Die Patientinnen und Patienten werden dazuermuntert, spielerisch, neugierig und explorativ mit sich selbst undihren Themen umzugehen.Erwachsene durchleben beim Gestalten, Malen und Schreiben oftnochmals die frühere Beschämung und die damit verbundenen Abwehrversuche.Der Weg zur kreativen Selbsterforschung, zur gesteigertenUnabhängigkeit führt über die Auflösung der starren Muster.Dieser Prozess braucht Zeit und ist oft mit Ängsten und Rückfällen inalte (Gestaltungs-) Konzepte verbunden. Veränderungen lassen sichan der Entwicklung in den Gestaltungen und Texten sowie am Erlebender Patientinnen und Patienten während der Therapiestundenerkennen.Raum für neue ErfahrungenDie Kunsttherapie schafft also einen Raum, im welchem nach undnach neue Erfahrungen mit sich selbst möglich werden können. Fürviele Betroffene ist dieser ungestaltete Raum zu Beginn eine grosseHerausforderung oder sogar eine Bedrohung. Denn der Richtungswechselist sehr abrupt: Von der Passivität der Abhängigkeit, von derHaltung des Konsums und des schnellen Befriedigens, des Zudeckensvon Schwierigkeiten und von unangenehmen Gefühlen – hin zur eigenständigen,selbstverantwortlichen Aktivität, zum Aushalten vonAngst, Ärger oder Langeweile.Die Auseinandersetzung mit dem Malen, Gestalten und Schreibenhinterlässt Spuren: Das Selbstbild wird hinterfragt, der Standpunktkann gewechselt, die Perspektiven erweitert werden; Perfektionsansprücheund das Leistungsdenken sind nicht mehr alleinigeMassgabe für den Umgang mit der eigenen Identität. Das schamvolleVersteckspiel, das Verschwinden der eigenen Person weicht nachund nach mit den farbigen Spuren und den geschriebenen Worten,welche Zeugnis ablegen vom Wirken der eigenen Kräfte. VerhaltensundDenkmuster können jetzt verlassen oder verändert werden: DiePatientinnen und Patienten erleben sich zunehmend als sich selbstgestaltende Menschen.Fast die Hälfte der Raucher/-innen würde ihren Konsum gerne aufgeben,konkret darauf angesprochen reagiert man jedoch vorsichtig:«Zuerst einmal der Alkohol, auf das Rauchen kann ich jetzt noch nichtverzichten, irgendwann später dann…».Neuere Studien zeigen, dass die Raucherentwöhnung bei Alkoholabhängigendie langfristige Abstinenz von beiden Substanzen positivzu unterstützen vermag. Die Klinik Südhang motiviert Patient/-innenwie Mitarbeitende deshalb, den Tabakkonsum zu stoppen. Sensibilisierungfindet statt durch Informationsveranstaltungen sowie durchfestgelegte Rahmenbedingungen in der Klinik.So darf hier nur zu gewissen Zeiten geraucht werden, zudem nurim Freien oder in den sogenannten Raucherräumen. Letztere sind sokonzipiert,dass sie nicht zum Verweilen einladen: ohne Sitzmöglichkeiten,umgeben von Glaswänden und mit einem einzigen Aschenbecherausgestattet.Patient/-innen, die bereit sind, sich mit ihrem Nikotinkonsumauseinander zu setzen, können vom Angebot des klinikinternen Raucherentwöhnungsprogrammsprofitieren. Ein Gruppentherapie-programmbesteht aus sechs Sitzungen, in denen Wissenswertes überNikotinabhängigkeit, Verhaltensmuster und Strategien zum Ausstiegaus der Sucht näher gebracht werden.Aktuelle Südhang-FreizeitangeboteBegleitete Angebote, einmal pro Woche• Kurs «Lernen zu meditieren»• Hallensport• Klettern in der KletterhalleMonatliches Angebot, offen auchfür Ex-Patienten/-innen• Jass-TurnierTäglich stehen zur Verfügung:• Bibliothek, Tageszeitungen, Zeitschriften,PC mit Internetzugang (kostenpflichtig)• Fitness-Raum (Benutzung steht auchEx-Patienten/-innen offen)• Mal- oder Modellieratelier(je nach Abteilung)• Billardtisch• Töggelikasten• Tischtennis in- und outdoor• Gartenschach• Brettspiele, Puzzles• Laufrundstrecke und Fitness-Parcourim nahen GemeindewaldSüdhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007


Ambulatorium | Zusammenarbeit mit anderen InstitutionenErfolgreicheKooperationenDr. med. Peter Allemann, Chefarzt Entzug und AmbulatoriumDie Ärzte im Ambulatorium 2007Seit Januar 2008 arbeiten vier Oberärzte mit dem Facharzttitel fürPsychiatrie und Psychotherapie an jeweils einem Tag im Ambulatorium,wo sie vorwiegend Abklärungsgespräche durchführen. Beidiesen Triagegesprächen wird mit dem Kunden besprochen, wieschwerwiegend sein Suchtproblem ist und welche Therapiemöglichkeitenfür ihn oder sie in Frage kommen. Zum Erstgespräch gehörenAmbulatorium | Mitarbeiterportraitimmer eine körperliche Untersuchung und eine Blutentnahme zurBestimmung der suchtrelevanten Laborparameter. Eine Abklärungdauert in der Regel zwischen 60 – 90 Minuten und wird in einemzweiten Gespräch etwa eine Woche später ausführlich mit dem Patientenbesprochen. Alle Oberärzte sind in der übrigen Arbeitszeit ineinem interdisziplinären Team der Klinik tätig.Interview zum Thema«Die Zusammenarbeitgibt den Klienten Sicherheit»Daniel Schenk, Sozialarbeiter IBSA bei derFachstelle für Alkohol- und Suchtproblemedes Blauen Kreuzes in Bern, sieht inder direkten Zusammenarbeit mit demAmbulatorium viele Vorteile.Inwiefern unterscheidet sich das Angebotdes Blauen Kreuzes von jenem des Ambulatoriums?Daniel Schenk: In Ergänzung zu unsererSuchtberatung mit psychosozialen Ansätzenbietet uns das Ambulatorium der KlinikSüdhang spezfische suchtmedizinischeund psychiatrische Abklärungen und qualifizierteEntzüge an.Wie erlebten Sie die Zusammenarbeit mitdem Ambulatorium während des erstenJahres?Gute Erfahrungen machten wir bei Zuweisungenans Ambulatorium bei Klienten,welche keinen Hausarzt hatten oder aberin Zusammenarbeit mit einem solchen.Die Zusammenarbeit war von Beginnweg konstruktiv und wird weitergehen.So stehen regelmässige Vernetzungstreffenmit den Ärzten des Ambulatoriumsund unseren Suchtfachleuten auf demProgramm.Wie sieht ein konkreter Fall vonÜberweisung resp. Übernahme zwischen denbeiden Institutionen aus?Im Berichtsjahr konnte ich beispielsweisemehrere MitarbeiterInnen von Firmenzur suchtme-dizinischen Abklärung undBesprechung der weiteren Behandlungzuweisen und in Zusammenarbeit mit demAmbulatorium konkrete Schritte festlegen.Das gab dem Klienten und ArbeitgeberSicherheit im Behandlungsprozess.Hausärzte, Blaues Kreuz, Berner Gesundheit, StrassenverkehrsundSchifffahrtsamt, Regierungsstatthalterämter, RegionaleArbeitsvermittlungszentren, Sozialdienste der Gemeinden, CityNotfall, Psychiatrische Kliniken und Ambulatorien:Diese (nicht vollständige) Liste zeigt deutlich, dass die Zusammenarbeitmit anderen Institutionen für das Ambulatorium vonentscheidender Bedeutung ist.Auch wenn sich etwa zwei Drittel unsererPatienten als sogenannte Selbstzuweiserbezeichnen und «nur» gerade ein Drittelausdrücklich von anderen Institutionen zugewiesenwerden, so ist der Anteil der Patienten,die sich in gleichzeitiger Behandlungbei einer anderen Institution befinden unddenen eine Abklärung bei uns geraten wurde,deutlich höher. Gerade die Hausärzte der RegionBern haben von unserem neuen Angebotregen Gebrauch gemacht. Dabei wird vorallem das unkomplizierte Anmeldungsverfahrensowie die neutrale suchtmedizinischeAbklärung geschätzt.Interaktive Homepage erwünscht«Als Hausarzt steht man oftmals zu nahe amPatienten und seinen Angehörigen, möchtedass ihm noch jemand Unabhängiges klareAuskunft über sein Suchtproblem und möglicheTherapieangebote gibt» sagt MarcusGrossenbacher, Präsident des Vereins BernerHausärztinnen und Hausärzte anlässlicheiner Hausärztefortbildung im Inselspital.Aus der Sicht von Grossenbacher kann dieZusammenarbeit mit den Hausärzten abernoch verbessert werden, weshalb bereitsmehrere Vernetzungsgespräche stattgefundenhaben, in denen eine Möglichkeit zurelektronischen Anmeldung von Patienten,«Kürzestangebote» im ambulanten und stationärenBereich sowie eine verbesserte Kommunikationbei Abschluss der Behandlungbesprochen wurden. In diesem Zusammenhangwünschte man auch die Gestaltungeiner übersichtlichen, persönlichen und interaktivenHomepage, wo sich sowohl interessiertePersonen mit Suchtproblemen wieauch Hausärzte rasch über die aktuellen Angeboteinformieren können.Schnelle Klärung der LageDie Zusammenarbeit mit den beiden BeratungsstellenBerner Gesundheit und BlauesKreuz war von Anfang an positiv. Nach einigenKlärungsgesprächen konnte man sichschnell darauf einigen, welche Patienten nachdem Abklärungsgespräch an eine der beidenPartner zur Fortsetzung der Betreuung weitergeleitenwerden sollten. Im Gegenzug wurdenuns immer wieder Patienten der beiden Stellenzur suchtmedizinischen Abklärung zugewiesen.Die Übernahme von Patienten aus demAmbulatorium in unsere Klinik oder in eineder umliegenden Psychiatrischen Kliniken hatebenfalls sehr gut geklappt, umgekehrt wurdenuns im letzten Jahr etwa 10 % aller Patientenaus einer der Psychiatrischen Klinikenoder Ambulatorien zur Weiterbetreuung überwiesen.Die dabei geknüpften persönlichenKontakte waren in der Regel auch von einemsachlichen oder kollegialen Umgangston geprägt.Zu den bereits erwähnten Zusammenarbeitenwurden im letzten Jahr regelmässige Kontaktezu Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt,Regierungsstatthaltern sowie RAV und Sozialdienstengepflegt und mögliche Schnittstellenin der Zusammenarbeit besprochen.Maria Geiserseit November 07Georges Kesslerseit Januar 07Was gefällt Ihnen besonders an der Aufgabe im Ambulatorium?• Sinnvolle und notwendigeSprechstunde und TherapienDie ambulante therapeutischeArbeit im Einzelgespräch, was• niederschwelliges Angebot fürBetroffene & Zuweisendeeine gute Ergänzung zur stationärpsychiatrisch therapeutischen• selbständiges ArbeitenArbeit ist. Dabei sind auch weitere• zukunftsweisende und attraktiveärztliche Arbeitsorganisation:mehrere verschiedene Fachrichtungenzusammengefasst zueinem Ambulatorium,effiziente Vernetzung zwischenambulantem und stationäremAngebot, Hausärzten und psyundandere Erfahrungen in der Behandlungder Suchterkrankungenund allfälliger psychi-atrischerund/oder somatischer Begleiterkrankungenzu machen. Diesist für mich eine wertvolle underwünschte Ergänzung zur Weiterbildungin Suchtmedizin.chiatrischen Einrichtungen• bessere BehandlungskontinuitätWelches macht den Reiz der Kombination beider Arbeitsorte aus?Abwechslungsreich: mitten in derpulsierenden Stadt und mitten aufdem ruhigen Land. Hier eher eigenständig,dort eher im Team tätig.Interessant ist der kontrastreicheWechsel zwischen stationär interdisziplinärerArbeit «in beschützenderUmgebung» und demambulanten Wirken «an der Front».Das ermöglicht einen erweitertenBlickwinkel auf die Suchtproblematik.Was würde Sie beim Angebot des Ambulatoriums noch verändern?Profil bezüglich der ambulantenWeitertherapien nach der Abklärungkonkretisieren.Räumliche Expansion, um bezüglichder Behandlungszeiten flexibler zusein, da viele Patienten vielseitigbeschäftigt sind.Die Erweiterung im Angebot mitpersonellem und räumlichemElement drängt sich auf. Ebensodie Frage nach teilstationäremAngebot (TK) für Patienten, die ambulantnicht genügend erhalten,die stationär überfordert sind, alsoein nicht stationär therapeutischesAngebot benötigen.Rainer Hausladenseit Januar 08Der direkte therapeutische Kontaktmit Menschen, die noch mittenim eigenen Leben stehen und soauch die Ressourcen ihres eigenenmenschlichen Umfeldes mit indie Therapie einbringen können,ist eine grosse Bereicherung desärztlichen Alltags.Die zusätzliche ambulante Betreuungschärft dem stationär tätigenTherapeuten den Blick für dieNotwendigkeit, bei klinischen Therapieansätzenimmer auch die Zeitnach dem Austritt – für die jedeTherapie eigentlich gedacht ist– nicht aus den Augen zu verlieren.Patienten, die ganz offensichtlichdie vom vorbetreuenden Arztdiagnostizierten Alkohol assoziiertenStörungen aufweisen, solltenunbedingt auch Kombinationsangeboteaus Kurzabklärung und Kurzinterventionangeboten werden.Dragana Mihajilovicseit September 07• Selbständiges Arbeiten• Vielfältigkeit der Klientel• Arbeiten im Zentrum derStadt Bern• Gute Zusammenarbeit mitden Kollegen im City Notfall• bringt Abwechslung• schafft Möglichkeit füreinen besseren Überblick• bringt immer neueHerausforderungen mit sichEigentlich nichts14 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007 15


Forschung und Entwicklung | Bilanz und AusblickForschung und Entwicklung | Bilanz und AusblickDer Aufbau des neuen Südhang-Geschäftsbereichs ’Forschung’ wurde im Rahmendes Forschungskonsortiums Alkoholismustherapieforschung Schweiz (aft) im Jahre 2005in Angriff genommen. Im Vordergrund standen hier die Bündelung beziehungsweiseStärkung der Forschungskapazitäten der Forel und Südhang Kliniken im Dienste praxisnaher,klinischer Forschung. Daneben stellt sich die Frage «Welche Funktionen können Forschende ineiner Alkoholfachklinik ausüben?» Im Folgenden ein Rollenrepertoire…Forschung ist auch imSüdhang-Alltag nützlichDr. Dr. h.c. Harald Klingemann, Leiter ForschungDie Rolle der Forschenden als Wissens- und Legitimationslieferantenist wohl den meisten Kolleginnen und Kollegen im Therapie-und Verwaltungsbereich am vertrautesten. In der Tat, mitdem Anspruch, der Südhang möge sich als ‚Kompetenzzentrum fürMensch und Sucht’ profilieren, kommt der Forschung eine zentraleStellung zu: Es gilt im Sinne der Qualitätssicherung, die eigenenAngebote und Methoden zu evaluieren, neue TherapieangeboteEvidenz basiert einzuführen, auf dem neuesten Stand der Fachdiskussionzu sein und mit eigener klinischer Forschung das professionelleImage der Einrichtung zu stärken. Damit verknüpft sindRollen als Trendspotter, die das Marktumfeld der Klinik ständig aufneue Trends hin beobachten, Pfadfinder, welche Strategieüberlegungenaus der Perspektive des Versorgungssystems und aktuellerSuchtpolitiken machen sowie Brückenbauer, die über Konferenzenund Fachpublikationen zum Nutzen der Klinik Kontakte mit derwissenschaftlichen Gemeinschaft arrangieren.Hausinterne WeiterbildungDie Vertrautheit mit diesen Rollen der Forschenden ermutigt dennauch die therapeutisch Tätigen der Klinik, sich an die Forschendenals Helfer zu wenden, wenn es darum geht, bestehende Angebote zuevaluieren oder Pilotprogramme zu testen. Konkrete diesbezüglicheBeispiele sind die aktuell laufende Evaluation des Programms ‚Spiritualität’und die Analyse des therapeutischen Boxtrainings. Hier wirdunmittelbar deutlich: Die Forschung ist uns auch im Alltag nützlich!Hausintern können die Forschenden unabhängig von Einzelprojektenjedoch auch als Übersetzer und Vermittler tätig sein undzwar im Sinne eines erfolgenden Wissenstransfers. Im Stress desTagesgeschäftes wird es für die TherapeutInnen nämlich immerschwieriger, mit der Fachdiskussion Schritt zu halten und zumindestdie wichtigsten Fachpublikationen zu rezipieren. HausinterneWeiterbildung zählt zu einer der anspruchvollsten Aufgaben desGeschäftsbereiches Forschung. Gleichzeitig machen solche Angeboteden Südhang als potentiellen Arbeitgeber gerade für hochqualifizierteArbeitskräfte attraktiver.Forschung soll in Frage stellenBemühungen, die recht aufwändige nationale Patientenstatistik (actinfo)verständlicher und für die Klinik nutzbringender zu machen,sind ein weiteres konkretes Beispiel für Übersetzerarbeit im Diensteder Gesamtorganisation.Am wichtigsten sind aber schliesslich wohl die Rollen des Störenfriedesund des Verunsicherers. Auf eine Weise eifert hier dieForschung der provokativen Kunst nach, die auf dem Klinikgeländeimmer wieder bei PatientInnen und Mitarbeitenden ‚zu reden gibt’.Forschung bemüht sich, einen Beitrag zu einem kritischen Organisationsklimazu leisten und Alltagsroutinen sowie vertraute Strukturenständig in Frage zu stellen. Das löst oft Enttäuschung aus, erwartetman doch von Wissenschaft, dass sie Sicherheit statt Zweifelvermittelt.Die hier beschriebenen Möglichkeiten des Rollenrepertoires derForschung können sicher erst im Zuge einer geduldigen Aufbauarbeitund bei Berücksichtigung in anderen GeschäftsbereichenRealität werden. Die interdisziplinäre Verknüpfung und zur Verfügungstellungder notwendigen Ressourcen sind zusätzliche Voraussetzungen,damit buchstälich die nötige ‚kritische Masse’ zustandekommt. Sonst bleibt Forschung auf eine wenig nachhaltige Feigenblattfunktionbeschränkt.16 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007 17


Forschung und Entwicklung | GenderstudieGenderstudie in Zusammenarbeitmit der Forel KlinikUnser Gast 2007 | Linda Carter SobellAm 7. Mai 2007 konnten wir Professorin Linda Carter Sobell als Südhang-Gast aus den USAbegrüssen. Sie zählt zu den grossen Namen der Suchttherapie und Alkoholforschung und giltals Pionierin auf den Gebieten der Selbstheilungsforschung und des kontrollierten Trinkens.M.Sc. Veronica Gomez, Wissenschaftliche MitarbeiterinDas vergangene Jahr stand für das Forschungskonsortium atf Schweiz zwischender Forel Klinik und der Klinik Südhang hauptsächlich im Zeichen der sogenanntenGenderstudie. Nach dem Startschuss durch die SSA (Schweizerische Stiftung fürAlkoholforschung) im Herbst 2006 und den darauffolgenden Vorarbeiten konnteim Februar 2007 mit der Erhebungsphase in den beiden Kliniken begonnen werden.«Das Modell der ’abgestuftenBehandlung hat Zukunft»Ziel der Untersuchung ist es, die Bedeutung und therapeutischeRelevanz männerspezifischer Therapiebedürfnisse an 200 männlichenPatienten zu analysieren. Dazu fanden in den beiden KlinikenBefragungen mit allen männlichen Patienten in der 5./6. Therapiewochestatt. Die Forel Klinik konnte die Erhebung bereits im September2007 abschliessen, in der Klinik Südhang kam es aufgrund vonniedrigerem Patientenaufkommen zu einer verlängerten Feldphase,die im ersten Quartal 2008 abgeschlossen werden konnte. Als nächsteswird eine Vergleichserhebung bei 200 nicht-alkoholabhängigenMännern in der Gesamtbevölkerung durchgeführt, gefolgt von derAuswertung und Publikation der Ergebnisse. Die Resultate dienendazu, männerspezifische Schwerpunktthemen vermehrt in die Behandlungskonzeptioneinzubeziehen.Studien mit AngehörigenEin weiteres atf-Forschungsprojekt, die Angehörigenstudie, wurde imOktober durch die SAKRAM (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft derKliniken und Rehabilitationszentren für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit)in Auftrag gegeben und soll Alkoholabhängigkeitsowie deren stationäre Behandlung aus der Perspektive der Angehörigenbeleuchten. Partner/-innen von alkoholabhängigen Menschensind oft massiven und chronischen Belastungen ausgesetzt, die dieeigene Lebenssituation stark beeinträchtigen und auch den Umgangmit dem abhängigen Partner beeinflussen. Dennoch gibt es bisherkaum differenzierte empirische Befunde über Art und Ausmass derBelastungen sowie über Behandlungsansprüche von Angehörigen,welche Handlungsgrundlagen für spezifi-sche Interventionsansätzeliefern könnten. Erste Vorerhebungen anhand einer Befragung dertherapeutischen Leitungen der SAKRAM-Institutionen haben bereitsstattgefunden und sollen Hinweise auf den Stellenwert der aktuellenAngehörigenarbeit in Schweizer Suchtfachkliniken liefern. Als nächstessteht die Vorbereitung der Haupterhebung (Befragung von 120Partner/-innen) an, die 2008 durchgeführt wird.Neue BehandlungsansätzeSchliesslich wurde im Herbst 2007 die zweite atf-Fachtagung inder Klinik Südhang mit dem Titel «Chancen und Risiken eines integriertenSuchtversorgungssystems» durchgeführt. Auf dem Hintergrundvon Expertenreferaten wurden Möglichkeiten und Grenze vonsuchtmittelübergreifenden Behandlungsansätzen ausgelotet.In der Vorbereitungsphase dieser Tagung mandatierte das Bundesamtfür Gesundheit (BAG) atf Schweiz mit der Untersuchung derklinikbasierten Valorisierung von act-info Daten, um so ein Instrumentzu erarbeiten, welches zentrale act-info Parameter in kurzerund prägnanter Weise verfügbar macht. Hier liegt ein Potential fürein individuelles Dienstleistungsangebot für interessierte SAKRAM-Institutionen. Eine Übersicht über abgeschlossene und aktuelle Forschungsaktivitätensowie Publikationen finden sich auf der Homepagewww.atf-schweiz.ch.Nach langjähriger Tätigkeit an der kanadischen Addiction ResearchFoundation in Toronto (ARF) wirkt Linda Carter Sobell heute in Floridaan der Nova Southeastern University als klinische Psychologin, Leiterindes Zentrums für psychologische Studien und als Verantwortlichefür das «Healthy Lifestyles Guided Self-Change Program».Unsere Klinik nutzte ihren Aufenthalt in Europa und lud sie ein,im Rahmen der Expertenvernehmlassung für das Projekt «Strategie2020» zu referieren und externen Interessierten sowie Südhang-Mitarbeitendeneinen exklusiven Workshop zur Technik des motivationsförderndenInterviews zu bieten. Beides fand grossen Anklang.Insbesondere Frau Carter Sobells Bericht über die Situation der Suchtversorgungin den Vereinigten Staaten bot viel Stoff zur Diskussionund machte folgende Punkte deutlich:• Zukunft hat das Modell der «abgestuften Behandlung», das einelangsame und diagnose-orientierte Steigerung der Behandlungsintensitätvorsieht. Der stationäre Bereich, zumindest in der Formwie er gegenwärtig noch in der Schweiz besteht, wird mittelfristigverschwinden.• Niederschwellige, ambulante, kurze und kostensparende, aberdennoch wirksame Interventionen sind gefragt.• Der kombinierte Ansatz hat Zukunft: Abhängige im illegalen undlegalen Bereich dürften nicht mehr getrennt behandelt werden.• Innovative Nachsorge ist sehr wichtig (Call-Center um inKontakt zu bleiben, sog. «backcall»).• Auf Marketingebene: Gesundheit und Lifestyle, nichtKrankheit und Sucht dürften künftig Akzente in der Suchtbehandlungsetzen.Auch wenn manche Aussagen vor dem spezifisch nordamerikanischenHintergrund zu betrachten sind, flossen einige zentralePunkte in die Südhang-Strategiedebatte ein.Der Workshop war ausgezeichnet besucht und die TeilnehmerInnenkonnten (teilweise) bereits bekannte Motivationsprinzipienin idealer Weise in einen Gesamtrahmen einordnen. Besonders deutlichwurde, dass die Technik der motivationsfördernden Gesprächsführunggerade auch bei zwangsweise zugewiesenen PatientInnenals wirksamer Türöffner dienen kann. Der lebhafte, charismatischeVortragsstil der Professorin tat ein Übriges, um die Workshop-Besucherzu begeistern.Weitere Informationen zu den hier angesprochenen Themen findenSie auf der Webseite der Self-Change Klinik www.nova.edu vonFrau Professor Carter Sobell, die auch gern bereit ist, auf Fragen persönlicheinzugehen: e-mail: sobell@nova.edu.18 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007 19


Direktion | Kultur und GesellschaftDirektion | Kultur und GesellschaftVon Hasen, Musik undquadratischen WeltenStephan Mathys, KunsttherapeutRegelmässige Kultur-Events gehören seit Langem zumSüdhang und erfreuten auch vergangenes Jahr eininteressiertes Publikum.Das Berner Medizinerorchester war 2007erstmals zu Gast im Südhang. Nicht nurdem Publikum bereitete das Konzert besonderenGenuss, sondern auch dem DirigentenMatthias Kuhn.«Die Südhang-Scheuneist eine wahre Entdeckungals Konzertsaal.»Herr Kuhn, was macht den Reiz aus, einmedizinisches Laienorchester zu dirigieren?Matthias Kuhn: Es ist die kontinuierliche Zusammenarbeitmit engagierten Musikerinnenund Musikern, mit denen man nach einemKonzert in lockerem Rahmen auch mal überein medizinisches Thema sprechen kann.Sie verstehen also von Medizin so viel wiedie Ensemble-Mitglieder von Musik?Oh nein, auf keinen Fall. Aber ich lerne gerneauch auf diesem Gebiet etwas dazu. Es mussjedoch betont werden, dass in unserem Orchesterlängst nicht alle medizinisch tätig sind.Etwa die Hälfte arbeitet in anderen Berufen.Sehr gut besucht waren das Konzert des Medizinerorchesters sowie das «Film Openair», daserstmals nicht mehr unter freiem Himmel, sondern in der Scheune stattfand. Zu sehen warendie Kino-Hits «As it is in Heaven» und «Saint Jacques «La Mecque». Die grosse Jahresausstellung«Südhang 07» zeigte Werke von Vera Goulart, Werner Neuhaus, Kathrin Racz, Nick Röllin,Anna Schmid und Nikola Zaric.Der Schriftsteller Jakob Paul Gillmann war drei Monate lang Gast im Kutscherhaus undschrieb an der bebilderten Kurztext-Reihe «Die Welt ist ein Quadrat.» An der Finissage derAusstellung «Südhang 06», die auch bei den Patienten und Patientinnen auf reges Interessestiess, wurde das Hörstück von Südhang-Mitarbeiter Stephan Mathys (Text) und Pascal Steiner(Musik) aufgeführt.Mussten Sie sich schon mal aus den Reihendes Orchesters verarzten lassen?Glücklicherweise nicht. Auch habe ich noch niejemanden mit dem Dirigentenstab verletzt....Was gefiel Ihnen am Auftritt im Südhang?Zuerst einmal das vielfältige, interessiertePublikum und die anregende Ambiance desFilm- und Konzertabends. Und dann natürlichdie Scheune. Wir hatten im Südhang zunächstlänger nach einem geeignetem Raumgesucht und entschieden uns schliesslich fürden grossen und stimmungsvollen Dachboden.Eine wahre Entdeckung als Konzertsaal.Ich freue mich schon auf das nächste KonzertEnde Mai 2008. Wir werden ein Werk vonAlexander Borodin – notabene einem Komponistenund Arzt spielen!20 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007 21


Direktion | Elektronische PflegedokumentationDirektion | Auslastung2007 vollzog die Klinik Südhang im Bereich Behandlungs-Dokumentation einenQuantensprung. Dabei wurde deutlich, dass die elektronische Datenverarbeitung Katalysatorfür die Vernetzung aller im Behandlungsprozess beteiligter Personen sein kann.2007 war die Auslastung der Klinik Südhang wie gewohnthoch mit einer durchschnittlichen Bettenbelegung von deutlich über 90 %auf allen Abteilungen.Meilensteinein der EDV-DokumentationMarcel Schmid, Leiter AdministrationGute Auslastungmit wechselhaftem VerlaufMarcel Schmid, Leiter Administration2005 hatte die Klinik Südhang begonnen, auf Basis eines Klinikinformationssystemsdie Dokumentation der Behandlung neu zu gestalten.Zu Beginn sollten primär die Datensicherheit gewährleistet unddie Abläufe so gestaltet werden, dass keine Doppelspurigkeiten undLeerläufe vorkamen. Die Betrachtungsweise richtete sich dabei nochstark nach den Bedürfnissen der einzelnen Disziplinen.Die im letzten Jahr vorangetriebene Entwicklung hat sich nun inRichtung Dokumentation eines ganzheitlichen Prozesses entwickelt.Mit Beat Ottiger weiss die Klinik Südhang einen technischen Projektleiterin ihren Reihen, welcher die Entwicklung massgeblich in dieseRichtung forciert.Ein zentraler Punkt war die elektronische Einbindung der Abklärungsstation.Die äusserst wichtigen Aufzeichnungen des Pflegeteamsstehen nun in elektronischer Form jederzeit der ganzen Klinikzur Verfügung.Elektronische PflegedokumentationMit der elektronischen Pflegedokumentation konnten weitere wichtigeElemente einer vollständig elektronischen Krankengeschichteumgesetzt werden. Die Medikamentenverordnungen erfolgen heutedurch den Arzt am PC. Er kann online direkt auf den Medikamentenstammzurückgreifen; allfällige Nebenwirkungen und Unverträglichkeitenwerden aufgezeigt. Dem Datenschutz und der Sicherheitwurde ein besonderes Augenmerk geliefert. So können nur bestimmtePersonen Änderungen in den Verordnungen vornehmen, und alleBewegungen in den Dokumenten werden elektronisch registriert.Neue RapporteDas Rapportwesen hat ebenfalls massgebliche Veränderungen erfahren.Konnte man früher am Rapporttisch das Papierdossier herumreichen,so müssen heute die Daten anders aufbereitet werden. Heutelassen sich die Krankengeschichten im Rapport per Beamer an dieWand projizieren und Anpassungen im Behandlungsplan direkt erfassen.Eine Nachbereitung des Rapports ist nicht mehr notwendig.Eingedämmte PapierflutDie Interdisziplinäre Behandlung der Patientinnen und Patientensetzt auch den Einbezug der vorbehandelnden Partnerinnen undPartner voraus. Es ist daher von grosser Wichtigkeit, Austrittsberichteund Überweisungsschreiben sowie weitere Informationen, welcheden Stand der Behandlung aufzeigen, in unsere Arbeit mit einzubeziehen.Heute verfügen wir über einen leistungsfähigen Scanner.Mittels Barcode-Erkennung werden die gescannten Dokumente erfasstund der richtigen Krankengeschichte zugeordnet.Allen am Behandlungsprozess beteiligten Personen stehen sounverzüglich alle nötigen Informationen zur Verfügung. Als nicht zuunterschätzenden Nebeneffekt konnten wir die Flut der Kopien reduzieren.Noch grosses Potenzial vorhandenDie Entwicklung des KIS ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Darstellungdes Patientenprozesses, das Controlling in den Behandlungsprozessen,die effiziente Erfassung von Rückmeldungen aus Gruppenveranstaltungen,die individuelle Behandlungsplanung mit derEinführung von Agenden und Wochenplänen für alle Patientinnenund Patienten und noch viele grössere und kleinere Anliegen gebenuns Gewähr, dass noch viel Potential auszuschöpfen ist.Das Jahr war geprägt von starken Schwankungen. Zu Beginn desJahres war die Auslastung so hoch wie noch nie, per Mitte Jahr hattenwir eine kumulierte Belegung von 96.2 %. In der zweiten Jahreshälfteging die Nachfrage etwas zurück, so dass wir per EndeJahr eine sehr gute Bettenbelegung von 93.4 % ausweisen konnten,was 21‘471 Behandlungstagen entspricht. Der Anteil der ausserkantonalenPatientinnen und Patienten lag wie in den letzten Jahrenbei ca. 30 %.Pflegetage 2007monatlich, kumuliertpro MonatPer Januar 2007 haben wir den Betrieb im Ambulatorium Südhangim Herzen von Bern aufgenommen. In unserem Büro im City Notfallkönnen wir insgesamt über 1‘000 Konsultationen vorweisen,wobei davon 211 Erstabklärungen den zeitlich grössten Anteil ausmachen.Mit der sehr guten Nachfrage nach dieser Dienstleistunghat sich der Bedarf für dieses Angebot erwiesen. Das überzeugendeKonzept und die organisatorische Anbindung in die beiden InstitutionenKlinik Südhang und City Notfall erlaubte es uns, flexibel aufdie steigende Nachfrage zu reagieren. So haben wir kontinuierlichdie Öffnungszeiten von anfänglich 5 Halbtagen auf schliesslich 10Halbtage plus Abend-Sprechstunden ausweiten können.Konsultationen 2007 (1 080 Konsultationen total)211869102GutachtenErstabklärungenübrige Konsultationen22 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007 23


Direktion | ErfolgsrechnungDirektion | Kommentar Stiftungsrat2007 wurde erstmals in der Geschichte der Klinik Südhang die 10-Millionengrenzeüberschritten. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 10 317 000 Franken.Die 10 Mio-Grenze ist erreichtMarcel Schmid, Leiter AdministrationZwar haben wir gegenüber dem Vorjahr eine etwas gesunkene Bettenbelegungauszuweisen (siehe dazu S.23), doch konnten wir mit derEröffnung des Ambulatoriums und dem damit erreichten Umsatz dieseAusfälle kompensieren.Im WerkBüro bieten wir mit dem Kauf, der Montage und dem Verkaufvon USM-Occasionsmöbel ein realitätsnahes Trainingsangebotfür unsere Patientinnen und Patienten an. Nebst der äusserst interessantenArbeit bringt uns dieser Betriebszweig einen Umsatz vonrund CHF 265 000 in die Kassen.Auf der Aufwandseite schlägt sich das Wachstum der Klinik ebenfallsnieder. Die Ressourcen des Ambulatoriums mussten bereitgestelltwerden; der Einkauf der Occasions-Möbel hat Mittel gebunden.Zudem musste die Klinik erste grössere Unterhaltsarbeiten an denvor 10 Jahren bezogenen Gebäuden vornehmen. So wurde die Fassadedes Hauptgebäudes saniert und alle Patientenzimmer erhielteneinen neuen Anstrich.Das Betriebsergebnis der Klinik beläuft sich im Jahr 2007 auf einenGewinn von CHF 339 000. Das Ambulatorium weist bereits imersten Betriebsjahr einen ausgeglichenen Rechnungsabschluss aus.Dergrösste Gewinn jedoch zeigt auch die schönste Jahresrechnungnicht auf: der Beitrag an all jene, welche im vergangenen Jahr durchdie Behandlung in der Klinik oder im Ambulatorium Südhang zuselbstbestimmtem Leben und zu mehr Lebensqualität gefunden haben.Erfolgsrechnung Südhang2007 2006Kanton Bern 4 093 970 4 023 914andere Kantone 1 663 338 1 803 048Total Kantone 5 757 308 5 826 962Krankenkassen 3 946 982 3 612 279Total Ertrag aus Therapie 9 704 290 9 439 241Übrige Erträge 661 270 535 692Total Ertrag 10 365 560 9 974 933Personalaufwand 6 562 083 6 039 208Sachaufwand 2 402 236 2 151 009Mieten und Abschreibungen 1 061 818 988 342Zinsaufwand 0 130 000Anlageaufwand 1 061 818 1 118 342Total Aufwand 10 026 137 9 308 559Erfolg 339 422 666 374Spenden 2007Auch 2007 durften wir wiederumunzählige kleine und grosse Spendenentgegennehmen.Es würde den Rahmen sprengen, möchtenwir alle namentlich aufführen. Alle Spendenkommen zu 100 % dem Hilfsfonds der Klinikzu Gute. Dieser wurde vor über 100 Jahrenins Leben gerufen und hilft überall dort, wokeine Versicherungen aufkommt. So könnenmit kleinen und grösseren Einzelbeiträgenganz gezielt Notsituationen gelindert undtherapeutisch sinnvolle Hilfe geleistet werden.Allen Spenderinnen und Spendern seian dieser Stelle im Namen der Patientinnenund Patienten aufrichtiger Dank ausgesprochen.Spenden ab CHF 300Restaurant Grock3011 Bern 300.–Kirchgemeinde Utzensdorf3427 Utzenstorf 300.–Kirchgemeinde Siselen-Finsterhennen2577 Siselen BE 300.–Evang. Ref. KirchgemeindeMünchenbuchsee-Moosseedorf3053 Münchenbuchsee 300.–Zunftgesellschaft zu Schmieden3000 Bern 500.–Reformierte Kirchgemeinde3818 Grindelwald 500.–Kirchgemeinde Kirchlindach3038 Kirchlindach 500.–Gesellschaft zu Ober-GerwernÖffentlich-rechtliche Körperschaft fürFürsorge- und Vormundschaftspflege,3011 Bern 500.–Evang. ref. Kirchgemeinde Zollikofen3052 Zollikofen 1000.–Kirchgemeinde Jegenstorf-Urtenen3303 Jegenstorf 1000.–Die vom Stiftungsrat eingesetzteArbeitsgruppe hat 2007 die im Vorjahrbegonnene Strategieentwicklung 2020 vertieft,mit dem Ziel, sie 2008 seitens des Stiftungsratsund der Direktion abzuschliessen.Der Südhang will auchin Zukunft eine führendeRolle spielenAn den ordentlichen Sitzungen wurde klar, dass wir uns mit demProjekt Strategie 2020 in einer komfortablen Lage befinden, sind wirdoch bereits heute als Kompetenzzentrum für Mensch und Sucht positioniert– mit ausgewiesener Fachlichkeit auf diversen Ebenen. Dieindividualisierten und diagnosegeleiteten Programme und Bausteineermöglichen eine hervorragende Kombinationsbehandlung (Sucht-Psychiatrie-Medizin-Sozial).Gleichzeitig waren wir uns bewusst, dass die Klinik sich als Organisationeinem wandelnden Umfeld anpassen muss. Nur so können künftigErfolge in der Marktentwicklung verbucht werden.Der Südhang will unter den Suchtkliniken auch in den kommendenJahren eine führende Rolle spielen. Unser Stiftungsrat als strategischesFührungsorgan ist also gefordert, nach erfolgter Analyse klare Grundsätzezu definieren, nach denen die Klinik «von morgen» gestaltet sein soll.Nebst der Annahme, dass mit vermehrter Komorbidität, zunehmendemMehrfachkonsum und der Kombination neuer Süchte zu rechnen ist, giltes insbesondere auch den Kostendruck im Auge zu behalten.Die Berichterstattungen dieses Jahres-Rückblicks zeigen auf, dass bereitsmit verschiedenen neuen Programm-Angeboten gestartet wurde.Der Stiftungsrat ist überzeugt, dass das versierte Mitarbeiter-Team derKlinik zusammen mit anderweitigen Partnern die hoch gesetzten Zieleund Erkenntnisse aus der Strategieentwicklung 2020 umzusetzen kann.Vreni Jenni-Schmid | Stiftungsratspräsidentin24 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007 25


Direktion | Firmenportrait ebi-pharm AGGastkommentar | Kurt JaggiVom Gelände der Klinik Südhang aus erblickt man nicht nur das ganze Alpenpanorama,sondern auch eine moderne Wohn- und Geschäftsüberbauung. Einquartiert in einem dieserGebäude ist der Heilmitteldistributeur ebi-pharm ag, neben dem Südhang zweitgrössterArbeitgeber in Kirchlindach. Jürg Binz, Gründer und Direktor des Familienbetriebs, lebt undarbeitet mit seiner Frau und Geschäftspartnerin Erika Binz seit vielen Jahren im Dorf.Und: Er schätzt die direkte Nachbarschaft zum Südhang.«Unser Herzschlägt in Kirchlindach»Südhang-Strategie 2020:ein zukunftsweisendes VorhabenHerr Binz, was macht den Reizvon Kirchlindach aus?Jürg Binz: Zunächst natürlich die einmaligeLage. Wir sind in acht Minuten beim BahnhofBern, werden von keinem Verkehrslärmgeplagt, schätzen die unternehmerfreundlicheGemeinde – und wir geniessen hier dieschönste Aussicht auf die Alpen. Diese Vorteilegeniesse ich sowohl als Privatmensch, derseit 1977 in Kirchlindach lebt wie auch alsGeschäftsmann, der hier in einem wohnlichenBürogebäude mit Weitblick arbeiten darf.Womit handelt ebi-pharm genauund wie ist Ihr Unternehmen entstanden?Ich war zunächst kaufmännischer Direktor einerTierarzneimittelfirma und habe schliesslichdas Interesse an komplementärmedizinischerTherapie entwickelt. Daraus ist ein eigentlicheLebensinhalt geworden, weshalb ich zusammenmit meiner Frau Erika die Heilmitteldistributionsfirmaebi-pharm AG gründete. Wir starteten 1988in einer Dreizimmerwohnung in Bern und führendas Unternehmen seit 1991 in Kirchlindach, womeine Frau auch herkommt. Tochter, Sohn,Schwiegersohn und Schwiegertochter arbeitenmassgeblich mit im Handelsbetrieb. Wir beliefernDrogerien, Apotheken und Naturarztpraxenin der ganzen Schweiz mit komplementärmedizinischenProdukten.Sie beschäftigen in Kirchlindach mittlerweileüber 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter undhaben ein riesiges Warenlager. Gibt es hiernoch genug Platz zum Wachsen?Tatsächlich ging es uns von Anfang an gut undsind wir stetig grösser geworden. Die beiden1991 von uns gebauten Häuser reichten alsGeschäftsräume nicht mehr aus, so dass wir2006 auf der gegenüberliegenden Strassenseitezusätzlich einen Neubau beziehen konnten. Bereitsist eine weitere Ausbauetappe geplant, aufeinem Stück Wiese unterhalb der Klinik, welcheswir der Stiftung Südhang abkaufen konnten.Man sieht: Unser Herz schlägt in Kirchlindach.Welche Beziehung pflegen Sie zumKompetenzzentrum Südhang?Zwar keine geschäftliche, aber eine äusserstangenehme. Meine Frau und ich besuchenregelmässig Kulturevents und Vorträge desSüdhangs. Umgekehrt war Herr Mächler 2007im Unterstützungskomitee für meine Kandidaturals Nationalrat. Und bekanntlich gehtSympathie ja auch durch den Magen: Einigeunserer Angestellten wissen am Mittag diegute Küche des Südhangs zu schätzen.Das im letzten Jahresbericht angekündigte Projekt «Strategie 2020»,das sich mit möglichen Entwicklungen und Szenarien für den Südhangbis ins Jahr 2020 auseinandersetzen sollte, wurde von einer Arbeitsgruppeintensiv vorangetrieben. Getreu der Erkenntnis, dass Stillstandnichts anderes bedeutet als Rückschritt, hat die Arbeitsgruppezahlreiche Entwicklungsoptionen geprüft, ohne dabei Bewährtes geringzu schätzen oder zu vernachlässigen. Es war allen Mitwirkendenklar, dass sich der aktuelle Erfolg der Klinik nicht von selbst hält odererneuert. Längerfristig sind diejenige Unternehmungen erfolgreich,die sich abzeichnende Trends frühzeitig erkennen und die sich aufneue Entwicklungen einzustellen vermögen.Vor diesem Hintergrund sah sich die Arbeitsgruppe dem Ziel verpflichtet,überzeugende Projektergebnisse zu erarbeiten, die es demStiftungsrat erlauben sollen, auf einer fundierten Basis wegleitendeEntscheide über die künftige Strategie und damit den langfristigenErfolg des Südhangs zu treffen. Daher setzte sich das aus Mitgliederndes Stiftungsrats und der Direktion zusammengesetzte Gremiummit nationalen und internationalen Entwicklungen im Suchtbereichauseinander, prüfte sie, verwarf sie oder adaptierte sie auf unsereVerhältnisse. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe führten Hearings mitFachleuten aus den USA, aus Holland, aus Deutschland und aus derSchweiz durch. Ergänzend wurden die zahlreichen nationalen undinternationalen Kontakte an Fachtagungen oder bei anderen Begegnungengenutzt, um offene Fragen in einem unkomplizierten Rahmenunter Experten zu diskutieren. Und nicht zuletzt wurden die reicheneigenen Erfahrungen aus Praxis und Wissenschaft massgeblichzu Rate gezogen.In einem Punkt waren sich die beigezogenen Expertinnen und Experteneinig: Die Suchtarbeit wird sich in den nächsten Jahren starkverändern. Der illegale Suchtbereich ist von diesen Entwicklungen, dienamentlich gesundheitliche, gesellschaftliche, soziale und finanzielleEntwicklungen umfassen, schon längst betroffen. Konsequenterweisewaren keine der Expertinnen und Experten der Meinung, dass derSüdhang in der heutigen Form auch in rund fünfzehn Jahren nochohne Weiteres überlebensfähig wäre. Kontrovers wurde aber die Frageangegangen, wohin denn nun die Reise tatsächlich gehe. Da zeigtees sich, dass amerikanische, holländische, deutsche und schweizerischeVorstellungen und Erwartungen zum Teil weit auseinanderklaffen und dass es keinen absolut sicheren Weg in die Zukunft gibt.Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben nicht die Erwartunggehegt, dass von Seiten der Expertinnen und Experten einfache Lösungenempfohlen oder gar ein einziges Vorbild resultieren würden.Viel-mehr hat sich erneut bestätigt, dass es gerade die Herausforderungeines solchen Projekts darstellt, sich auf der Basis von möglichstumfassenden Informationen und Erfahrungen ein eigenes Bild zugestalten. Es galt, die erhaltenen Impulse auf die spezifischen Verhältnissedes Südhangs zu adaptieren. Dies bedingte für die Mitgliederder Arbeitsgruppe das Einlassen auf Unsicherheit, auf unbekannteSzenarien und auf viele kreative Debatten.Ein solcher Prozess, der sich konsequent am Bedarf der Suchtabhängigenoder -gefährdeten orientiert, der die Entwicklungen beiden Zielgruppen und in ihrem Umfeld vorauszusehen versucht undder auch erfolgreiche bestehende Leistungen kritisch hinterfragt, istanspruchsvoll und spannend. Das war an allen Sitzungen der Arbeitsgruppespürbar und das hat intensive Auseinandersetzungen möglichgemacht, die stets auf die Optimierung der Wirkung ausgerichtetwaren.Kurt Jaggi | Fürsprecher, the move consulting gmbh26 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und SuchtJahresbericht 2007 27


Klinik | MännerSüdhang3038 KirchlindachKompetenzzentrum für Telefon 031 828 14 14Mensch und SuchtFax 031 828 14 24klinik@suedhang.chwww.suedhang.ch28 Südhang – Kompetenzzentrum für Mensch und Sucht

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