Newsletter 2 / 2006 - Holcim Schweiz

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Newsletter 2 / 2006 - Holcim Schweiz

L E T T E R«Die Politik behandeltnur den Transitverkehr.Es wird Zeit, dass wir uns umdie restlichen 90 Prozentdes Güterverkehrs kümmern:den Schweizer Binnenverkehr.»


Kaspar E.A. WengerVorsitzender der GeschäftsleitungHolcim (Schweiz) AG«Die Politik behandelt nur den Transitverkehr.Es wird Zeit, dass wir uns um die restlichen90 Prozent des Güterverkehrs kümmern:den Schweizer Binnenverkehr.»Liebe Leserin, lieber LeserThema unseres zweiten Newsletters sind die Schweizer Verkehrspolitik und ihre Folgen für denGüterverkehr im Schweizer Binnenmarkt. Auch in dieser Ausgabe stellen wir klare Forderungenan die Politik und setzen uns für eine nachhaltige Entwicklung unseres Unternehmens ein.Die Holcim Schweiz setzt als grösste inländische Baustoffproduzentin wenn immer möglichauf die Schiene: Über 50 Prozent der Zementtransporte erfolgen per Bahn. Zusammen mitRohmaterialien (Kies, Gips) und Betriebsstoffen (Kohle, alternative Brennstoffe) beträgt unserejährliche Transportleistung auf dem Schweizer Schienennetz über 275 Millionen Tonnenkilometer.Dies macht uns zu einem der grössten Güterkunden der Eisenbahnen und ist ein Bekenntnis zueiner nachhaltigen Unternehmenspolitik.Damit umweltgerechte Transportkonzepte von Schweizer Unternehmen auch weiterhin Bestandhaben, braucht die Wirtschaft die nötigen Rahmenbedingungen. Und diese sieht die HolcimSchweiz in Zukunft gefährdet:Über 90 Prozent des Güterverkehrs in unserem Land sind Binnenverkehr. Aber die viel diskutierteVerkehrspolitik mit der Verlagerung von der Strasse auf die Schiene bezieht sich einzig auf denTransitverkehr Nord-Süd. Hier wird mit einem politischen Kraftakt und einem grossen finanziellenAufwand Umweltschutz im Promillebereich betrieben, währenddem sich der umweltrelevanteBinnenverkehr unbemerkt von der Schiene auf die Strasse verschieben muss. Grund dafür ist dieBenachteiligung des Güterverkehrs innerhalb der Schweiz gegenüber dem Personen- und demGütertransitverkehr: Der Zugang zum Schienennetz wird immer schwieriger und immer teurer.Dem Güterbinnenverkehr auf der Schiene fehlt schlicht die Lobby.Die Holcim Schweiz hat zusammen mit anderen umweltbewussten Unternehmen ein vitalesInteresse an einem leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Güterbahnverkehr.Das Augenmerk kann nicht nur auf dem Transitverkehr liegen. Die Politik muss ihren Fokus auchauf den enorm gewichtigeren Binnenverkehr richten.Kaspar E.A. Wenger


Mit jährlich 275 MillionenTonnenkilometer ist die HolcimSchweiz einer der grösstenGüterkunden der SchweizerEisenbahnen.Der Güterverkehr per Bahnist gefährdetDie Schweizer Verkehrssituation gilt dank einem dichten Bahnnetzals vorbildlich. Doch die Verkehrspolitik treibt den Güterverkehrvermehrt auf die Strasse. Schlechter Netzzugang und mangelndeUnterstützung sind die Gründe.Die Schweizer Eisenbahnen sind weltweit einzigartig. Kein Landverfügt über ein derart dichtes Schienennetz, und nirgendwoerreichen so viele Güter ihr Ziel per Bahn – ein aussergewöhnlichesBeispiel für ein umweltgerechtes Verkehrskonzept. DieSchweiz setzt international Massstäbe. Als Prunkstück dieserStrategie steht die Neue Alpentransversale für den Nord-Süd-Verkehr. Der Volkswille: die Verlagerung von der Strasse aufdie Schiene. Aber wird es künftig mit der NEAT und demstetigen Ausbau des Personenverkehrs auf der Schiene wenigerStrassenverkehr geben?Die Praxis zeigt ein klares Bild: Fakt ist, dass rund 90 Prozentaller Güter innerhalb unseres Landes verschoben werden. Undausgerechnet beim gewichtigen Güterbinnenverkehr ist eineVerlagerung von der Schiene auf die Strasse zu beobachten.«Für den Schienengüterverkehrgibt es schlichtkeinen Platz mehr.»In den letzten 50 Jahren ist der Anteil Schiene von 18 auf 8Prozent gesunken. Im Zürcher S-Bahn-Netz wird beispielsweisefast kein Güterverkehr mehr per Bahn abgewickelt. Der Grund:Die S-Bahn benötigt für den Personenverkehr praktisch diekomplette Schienenkapazität. Eine Entwicklung, die vor allemin den Agglomerationen mit immer dichteren Taktfahrplänenzunimmt. Die Bahninfrastruktur stösst an ihre Grenzen. Fürden Schienengüterverkehr gibt es schlicht keinen Platz mehr.Der umweltrelevante Binnenverkehr ist benachteiligtNeben dem sinkenden Netzzugang für den Güterverkehrsprechen zusätzlich die Betriebskosten immer mehr fürdie Strasse. Die Verlagerungspolitik bezieht sich einzigauf den Alpenschutzartikel. Hier werden Milliarden anInfrastruktur und Betriebskosten bezahlt, während effektiveVergünstigungen für den Binnenverkehr (Trassenpreise) von20 Millionen Schweizer Franken per Januar 2008 gestrichen«Der Zugang zum Schienennetzwird immer schlechterund immer teurer.»werden. So heisst es in der aktuellen Güterverkehrsvorlage:«Für den Güterverkehr in der Fläche gibt es keinen explizitenVerlagerungsauftrag (...).» Und deshalb «(...) der Verzicht auffinanzielle Förderung des Betriebes des Schienengüterverkehrsin der Fläche».So bezahlt der Güterverkehr, weil nach Tonnenkilometernabgerechnet, wesentlich mehr für den Zugang zumSchienennetz als der Personenverkehr. Dabei sind es vor allemauch die hohen Ansprüche des modernen Personenverkehrs,die das Schienennetz verteuern.Solange die Bahnbetreiber auch die Bahninfrastrukturkontrollieren, verrechnen sie die Kosten eher nach politischenOpportunitäten. Kostenvorteil und Zugangspriorität desPersonenverkehrs verhindern somit Transparenz undWettbewerb. Aus diesem Grund muss die Bahninfrastrukturunabhängig betrieben werden.


Ihre Meinung interessiert unsEin offener Dialog ist uns wichtig. SchreibenSie uns, wenn Sie Anregungen haben odermehr über die Holcim Schweiz wissen wollen.DistributionshinweisDer Holcim Newsletter wird an ausgewähltePersonen aus Politik, Behörden,Non-Governmental Organisations,Wissenschaft und Wirtschaft abgegeben.Holcim (Schweiz) AGDie Holcim Schweiz ist eine Tochtergesellschaftdes weltweit tätigen SchweizerBaustoffunternehmens Holcim Ltd. DieKernbereiche sind Zement, Kies und Beton.Grossen Wert legt der Baustoffhersteller aufeine fachgerechte technische und logistischeUnterstützung der Kunden. Holcim setzt sichseit Jahren für eine nachhaltige Entwicklungein. Der grösste Baustoffhersteller derSchweiz unternimmt zahlreiche Bestrebungenim Umweltschutz und übernimmt sozialeVerantwortung als wichtiger Arbeitgeber.Holcim (Schweiz) AGHagenholzstrasse 83CH-8050 ZürichTelefon 058 850 68 48newsletter-ch@holcim.comwww.holcim.chGedruckt auf chlorfreihergestelltem FSC-PapierKlimaneutral gedruckt in derDruckerei Feldegg

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