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baerenreiter

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1I2009

Informationen für

Bühne und Orchester

[t]akte

Das Bärenreiter-Magazin

Wundersame Mischungen

Ernst und komisch zugleich: Haydns „La fedeltà premiata”

Das geheime Leben

Miroslav Srnka auf Entdeckungstour

Plädoyer für ein großartiges Repertoire

Marc Minkowski über die französische Oper des 19. Jahrhunderts


[t]akte

„Unheilvolle Aktualität“

Ján Cikkers Opernschaffen

Die Werke des slowakischen

Komponisten J n Cikker (1911–

1989) wurden diesseits und

jenseits des Eisernen Vorhangs

aufgeführt. Der 20. Todestag

bietet den Anlass zu einer neuen

Betrachtung seines umfangreichen

Opernschaffens.

Tschechische und slowakische

Komponisten

„Unheilvolle Aktualität“

Ján Cikkers Opernschaffen 4

Fortwährendes Singen

Zur Neupublikation von

Josef Bohuslav Foersters

Cellokonzert 28

Janáčeks Viola d’amore

Zur Neuausgabe des

Streichquartetts Nr. 2

„Intime Briefe“ 28

2 [t]akte 1I2009

4 8 10 18

Abendzauber

Neue Werke von Thomas

Daniel Schlee

Für Konstanz, Wien und Stuttgart

komponiert Thomas

Daniel Schlee drei gewichtige

neue Werke: ein Klavierkonzert,

das Ensemblestück „Enchantement

vespéral“ und

schließlich „Spes unica“ für

großes Orchester. Ein Interview

mit dem Komponisten.

Neue Musik

Verdunkelungen

Matthias Pintschers neuer

Zyklus 7

Abendzauber

Neue Werke von Thomas

Daniel Schlee 8

Beat Furrer – aktuell 9

Das geheime Leben

Miroslav Srnka begibt sich

auf Entdeckungstour

Richtung Stimme 10

Das geheime Leben

Miroslav Srnka begibt sich auf

Entdeckungstour Richtung

Stimme

Miroslav Srnka ist Förderpreisträger

der Ernst von Siemens

Musikstiftung 2009. Bei der

Preisverleihung im Mai wird

eine Komposition für Blechbläser

und Schlagzeug uraufgeführt.

Darüber hinaus arbeitet

er an einer Kammeroper nach

Isabel Coixets Film „The Secret

Life of Words“.

Neue Musik

Charlotte Seither – aktuell 11

Dieter Ammann – aktuell 11

Sentimento del tempo

Manfred Trojahn schaut

zurück nach vorn 12

Himmlisches Jerusalem,

Brodeln am Bosporus.

Pressestimmen zu herausragenden

Uraufführungen

der letzten Monate 14

Inspirationen

Neues von Komponisten des

französischen Verlags Henry

Lemoine 16

Telemann in Hamburg

Zwei geschichtsträchtige

Opern in Neueditionen

Am Hamburger Gänsemarkt

feierte Telemann mit „Der Sieg

der Schönheit“ seinen erfolgreichen

Einstand, an den er

wenig später mit seiner

Händel-Adaption „Richardus I.“

anknüpfen konnte. Verwickelte

Liebesgeschichten waren

damals beliebt, egal ob sie im

Alten Rom spielten oder zur

Zeit der Kreuzzüge.

Oper / Musiktheater

Neue Wahrnehmungen

Zwei Opern von Salvatore

Sciarrino vor ihren Uraufführungen

in Wuppertal und

Mannheim 13

Telemann in Hamburg

Zwei geschichtsträchtige

Opern in Neueditionen 18

Happy End für Floridante?

Händels wirkungsvolle Oper

steht vor einer Rückkehr auf

die Bühne 20


Romantische Emotionen

Mendelssohns Bearbeitung

von Bachs Matthäus-Passion

Bei Bärenreiter erscheint Mendelssohns

musikgeschichtlich

interessante Version der „Matthäus-Passion“.

Seine Kürzungen

und Bearbeitungen stellen

eine anregende Alternative für

die heutige Konzertpraxis dar.

Oper / Musiktheater

Wundersame Mischungen

In Haydns Oper „La fedeltà

premiata“ verbinden sich

ernste und komische Züge

auf ideale Weise 23

Sieg der Vernunft

Louis Spohrs Oper „Jessonda“

war eine wichtige Station auf

dem Weg zur deutschen

Nationaloper 24

Happy End für Floridante?

Händels wirkungsvolle Oper

steht vor einer Rückkehr auf

die Bühnen

Händels zweite Oper für die

Royal Academy of Music birgt

den Konflikt zwischen staatlicher

Willkür und persönlicher

Ehre. In Halle nähert man sich

auf der Basis des Bandes der

Hallischen Händel-Ausgabe

nun wieder ihrer anfänglichen

Konzeption.

Wundersame Mischungen

In Haydns Oper „La fedeltà

premiata“ verbinden sich

ernste und komische Züge auf

ideale Weise

Der Intrigant kommt buffonesk

daher und der Graf gibt

sich als Spaßmacher, meint es

aber durchaus ernst. Und unter

allem turbulenten Geschehen

liegt eine tief empfundene

Musik. Es gilt, ein Meisterwerk

wiederzuentdecken.

1I2009

19 20 23 26

Plädoyer für ein großartiges

Repertoire

Ein Gespräch mit Marc Minkowski

über die französische

Oper des 19. Jahrhunderts

Der französische Dirigent Marc

Minkowski ist ein Verfechter

des französischen Opernrepertoires

aus dem 19. Jahrhundert.

Im Gespräch erklärt er sich zu

dieser Liebe und entwirft Perspektiven

für eine Renaissance.

[Premiere] (Deutsche Erstaufführung) -> [[Uraufführung]] ]

Oper / Musiktheater

Zurück zur Handschrift

Giuseppe Verdis „Falstaff“

in einer wissenschaftlichkritischen

Neuausgabe

der Urfassung 25

Plädoyer für ein großartiges

Repertoire

Ein Gespräch mit Marc Minkowski

über die französische

Oper des 19. Jahrhunderts 26

Oratorium / Kirchenoper

Musikalische Heiligenscheine

Jonathan Harveys „Passion and

Resurrection“ 17

Romantische Emotionen

Mendelssohns Bearbeitung

von Bachs Matthäus-Passion 19

Glorie und Jammer

der Selbstaufopferung

Händels „Theodora“ ist neu

zu entdecken 21

Publikationen / Termine

Neue Bücher 29

Neue CDs und DVDs 30

Termine (Auswahl) 31

Festspielsaison 2009 32

Impressum 36

Titelbild: Szene aus Haydns „La fedeltà premiata“, Premiere:

2.3.2009 London , Royal Academy Opera, Leitung: Trevor Pinnock,

Inszenierung: Alessandro Talevi (Foto: RAM / Mark Whitehouse)

[t]akte 1I2009 3


[t]akte

4 [t]akte 1I2009

„Unheilvolle Aktualität“

Ján Cikkers Opernschaffen

Opern voll humanistischen Ideals

Vor zwanzig Jahren starb der slowakische Komponist

Ján Cikker. In der Tschechoslowakei wie im westlichen

Ausland hatte er bedeutende Erfolge gefeiert. Seine vierte

Oper Auferstehung (Vzkriesenie, 1959–1961) nach Tolstoi

wurde nach der Uraufführung in Prag 1962 in

insgesamt 21 Neuproduktionen gespielt, davon allein

neun in Westdeutschland einschließlich der Erstaufführung

in Stuttgart 1964, einer hochgelobten Inszenierung

Günter Rennerts. In der Folge fanden seine Opern

Das Spiel von Liebe und Tod (Hra o láske a smrti) nach

Romain Rolland, Coriolanus nach Shakespeare und Das

Urteil / Das Erdbeben in Chili (Rozsudok) nach Kleist im

Ausland ebenso viel Beachtung wie in seiner Heimat –

wenn nicht gar mehr. Cikker war damit vor seinen

Landsleuten und Zeitgenossen Eugen Suchoň und Alexander

Moyzes der international erfolgreichste slowakische

Komponist. Seine Opern vertreten in packenden

Sujets und schlagkräftiger musikalischer Gestaltung ein

humanistisches Ideal, das im Osten wie im Westen Interesse

fand. Und vielleicht auch irritierte, denn die

westdeutsche Kritik rieb sich bisweilen, vor allem Anfang

der 1970er-Jahre, an der ideologischen und ästhetischen

Haltung seiner Opern, der christlich-idealistischen

Aussage, der Beschwörung eines humanistischen

Menschenbildes und einer – im Vergleich zu zeitgenössischen

Werken wie Nonos Intolleranza oder Zimmermanns

Soldaten – gemäßigten Tonsprache. Neuerdings

findet jedoch eine Neubewertung statt, denn im Rückblick

auf die Zeiten von Tauwetter und Prager Frühling

mitsamt seinem gewaltsamen Ende 1968 stellt sich die

Auswahl seiner Themen als ein letztlich unideologisches

Bekenntnis zur Menschlichkeit dar, das in der Zeit seiner

Entstehung keinesfalls selbstverständlich war.

„Mister Scrooge“ / „Abend, Nacht und Morgen“

„Erlaube dir, den Menschen ohne Liebe zu behandeln,

und es wird kein Ende der Greueltaten und Bestialität

geben, wie ich sie in meiner Umgebung erkannt habe“

(Tolstoi) steht als Motto über Auferstehung. Seit der vorausgegangenen

Oper Mister Scrooge (nach Charles Dickens’

A Christmas Carol, der Geschichte vom hartherzigen

Geizhals, der sich in der Weihnachtsnacht zum

mitfühlenden Menschen wandelt) handeln Cikkers

Opern von einem Läuterungsprozess ihrer Protagonisten.

Das Schicksal von Mister Scrooge jedoch brachte einen

tiefen Einschnitt im Leben des Komponisten. Bei

den Proben am Slowakischen Nationaltheater Bratislava

1959 wurde das Stück abgesetzt. Cikker zog auf dem

Kongress des slowakischen Komponistenverbandes im

Dezember des Jahres „ideologische Kritik“ auf sich und

wurde in der Folge gesellschaftlich und künstlerisch iso-

Die Werke des slowakischen Komponisten Ján

Cikker (1911–1989) wurden diesseits und jenseits des

Eisernen Vorhangs aufgeführt. Der 20. Todestag bietet

den Anlass zu einer neuen Betrachtung seines

umfangreichen Opernschaffens.

Unideologisches Bekenntnis zur Menschlichkeit: Ján Cikker

liert. Verbunden mit einer Krankheit waren die folgenden

zwei Jahre der Arbeit an der Oper Auferstehung

eine Zeit der tiefen Krise und Neuorientierung – ein

„Starten gegen den Wind“, wie Detlef Gojowy es nennt,

ein „keinesfalls selbstverständliches und konfliktfreies

Vorhaben“. Mister Scrooge wurde erst 1963 unter dem

Titel Abend, Nacht und Morgen in Kassel uraufgeführt.

„Auferstehung“

Auferstehung erzählt die Geschichte des Dienstmädchens

Katuscha, das mehrfach zum Opfer wird. Der junge

Fürst Nechludow verführt sie kurz vor seinem Aufbruch

in den Krieg auf dem Landgut seiner Tanten. Sie

wird schwanger und des Hauses verwiesen, nachdem

ihr Kind gestorben ist. Einige Jahre später wird sie als

Prostituierte unschuldig des Giftmordes an einem Bordellbesucher

bezichtigt. In ihrem Prozess wird Nechludow

durch Zufall als Geschworener berufen. Er erkennt

seine Schuld an ihrem Schicksal, ist aber zu schwach, ihre

Verurteilung abzuwenden. Als sie zu Zwangsarbeit nach

Sibirien verbannt wird, gibt er sein mondänes Leben auf

und will ihr folgen. Sie weist seine Angebote jedoch verbittert

zurück. Erst als er der sterbenden Katuscha die

Nachricht von ihrer Begnadigung bringt, finden sie

zueinander. Das Motiv der Auferstehung wird auf mehreren

Ebenen thematisiert: von dem Osterkuss am Anfang

bis zur moralischen Läuterung beider Protagonis-


ten, der Wiedererstehung ihrer Liebe und schließlich

dem Tod und der Verklärung der Katuscha. Auf die Frage:

„Ist sie tot?“ antwortet Nechludow am Schluss: „Nein,

sie ist auferstanden.“

Cikker konzentriert die sozialkritische Romanvorlage

auf die psychische Entwicklung und den Konflikt der

Hauptfiguren und konterkariert diesen mit scharfen

Situationsschilderungen wie der absurden Gerichtsverhandlung

oder der grellen Bordellszene mit furiosem

Cancan. Mit dem selbst erarbeiteten Libretto (unter Mitarbeit

von Fritz Oeser und Verseinlagen von Ján Srmek)

realisierte Cikker eine eigene Form der Literaturoper, die

eine mehrschichtige Handlung in einer abgründigen

Simultaneität ermöglicht. Der innere Monolog der Protagonisten

wird in autarken Intermezzi filmartig fokussiert.

Im ersten fantasiert Katuscha in einer Art Fieberwahn

die vergangenen Ereignisse, im zweiten rekapituliert

Nechludow die Gerichtsverhandlung und übernimmt

die Verantwortung für Katuschas Verfall, im dritten

überkreuzen sich beide Bewusstseinsprozesse in

ihrer Bewegung aufeinander zu.

In einer polytonalen Musiksprache ist das tragische

Sujet mit dramaturgisch wirkungsvollen Griffen höchst

suggestiv in Szene gesetzt, etwa wenn Cikker die Gerichtsszene

verschärft, indem er die Personen sprechen

lässt, oder schließlich die Trostlosigkeit des Gefängnislagers

im dritten Akt mit quasi-sakralen Chören zu einer

Botschaft der Erlösung umdeutet. Der Operntod der

Katuscha zählte für Fritz Oeser (wie er an den Komponisten

schrieb) zu den wirkungsvollsten der Musikgeschichte.

Musikalisch verwirklicht Cikker die Verklärung

am Schluss im Rückgriff auf die Musik der unbeschwerten

Unschuld der jungen Katuscha.

Auferstehung war ein einhelliger Erfolg und brachte

Cikker den internationalen Durchbruch, der dazu führte,

dass seine folgenden Opern jeweils in mehreren Städten

gespielt wurden. So hatte Das Spiel von Liebe und

Tod 1969 bei den Münchner Opernfestspielen seine Uraufführung

und wurde im gleichen Jahr in Wuppertal

gespielt, 1970 in Stockholm, 1971 in Bern und (erst) 1973

in Bratislava. Coriolanus wurde 1974 in Prag uraufgeführt

und in Mannheim gespielt, 1977 in Weimar.

„Das Urteil“

„Alles was die Einbildungskraft sich Schreckliches vorstellen

kann, muss man zusammen nehmen, um das

Entsetzen einigermaßen vorzubilden, darin sich die

Menschen befinden müssen, wenn die Erde unter ihren

Füßen sich bewegt“, schrieb Kant 1755. Eine solche Geschichte

müsse, „weil sie eine Wirkung auf das Herz hat,

vielleicht auch eine auf die Besserung desselben haben

können“. Kleists Erdbeben in Chili schildert in der Tat

Entsetzliches, den Lynchmord an einem jungen Paar im

Jahr 1647, das in einem Klostergarten ein Kind gezeugt

hat, verurteilt wird und durch das Erdbeben in Santiago

de Chile zunächst vom Scheiterhaufen bzw. Kerker befreit

wird, schließlich aber doch dem fanatischen Volkeszorn

nicht entgehen kann. Cikker formt in Das Urteil

(1979) aus Kleists Erzählung ein ebenso straffes wie

wechselvolles Genrebild mit explosiven Volksszenen

und lyrischen Einschüben. Der Humanitätsappell des

Einakters steht in konsequenter Folge der vorausgegangenen

Opern, die allesamt Tragödien sind.

„Das Spiel von Liebe und Tod“

Mit Das Spiel von Liebe und Tod nimmt Cikker eine Hinwendung

zu noch deutlicher politisch akzentuierten

Themen vor. Die Oper vergegenwärtigt die Jakobinertyrannei

unter Robespierre in einem konzentrierten

Kammerspiel. Romain Rollands Drama schildert die fatalen

Geschehnisse im Hause des Wissenschaftlers Jérôme

de Courvoisier. Der Gelehrte ist Mitglied des Konvents

und hat als Einziger der Verurteilung Dantons

nicht zugestimmt, wird damit also zum Verfolgten. Seine

Frau Sophie liebt den Girondisten Vallée, der bei ihr

Zuflucht sucht. Unter dem Ansturm der Schergen jedoch

entscheidet sie sich gegen eine Flucht mit dem Geliebten

und für den Opfertod mit ihrem Mann. Ihr Untergang

wird zum Appell exemplarischen menschlichen

Leidens und zur Überhöhung moralischer Werte. In der

Dramaturgie der Oper arbeitet Cikker wiederum mit

mehreren Schichten. Während das Spiel auf der Bühne

„Auferstehung“, Neuinszenierung am Slowakischen Nationaltheater

Bratislava 1996 (Photo: Katarína Marenčinová / Archiv des

Slowakischen Nationaltheaters)

1I2009

]

[t]akte 1I2009 5


[t]akte

6 [t]akte 1I2009

auf eine konzentrierte Dreiecksgeschichte zugespitzt ist,

sind die zeitgeschichtlichen Zustände simultan in Chören,

Bühnenmusiken und Filmprojektionen präsent.

Musikalisch geht Cikker zu einer Zwölftönigkeit und

Polytonalität über und schließt tonale Passagen ganz

aus, die es noch in Auferstehung gab.

„Coriolanus“

„Eine Tragödie ohne Gnade, ohne einen Schimmer Hoffnung“

war für Cikker Shakespeares Coriolanus, den er

als Stoff für seine sechste Oper wählte. Der zwiespältige

Held Coriolan, Despot, Volksfeind, Verräter, „ein durch

Hass bis zum Verrat gejagter Feldherr“, wird von Cikker

in seiner Entwicklung „in einen komplizierten, Gnade

suchenden Menschen unseres Zeitalters“ dargestellt.

Seine Oper spitzt den Konflikt auf das Gegeneinander

von Masse und Einzelnem zu und stellt das „pausenlose

Ringen um die Macht und gegen die Machtergreifer“

(Cikker) als Leitmotiv der Geschichte in seiner „unheilvollen

Aktualität“ in den Vordergrund. Vierzehn Bilder

erzählen diesen Konflikt in teils grellen Farben und

scharfen Kontrasten, in rasanten Chorszenen und

Schlachtenmusiken, denen verinnerlichte Zwischenmusiken

und expressiv lyrische Soloteile gegenübergestellt

sind.

„Aus dem Leben der Insekten“

Cikker beschloss sein Opernschaffen 1986 mit einer absurden

Komödie – der einzigen in seinem Œuvre: Mit

Aus dem Leben der Insekten (Zo života hmyzu) schrieben

die Brüder Čapek 1921 eine Fabel über die Gefahr

totalitärer Herrschaft. Der Gang eines Landstreichers

durch die Insektenwelt endet in einem unerbittlichen

Ameisenstaat. Drei Jahre vor dem Ende der sozialistischen

Systeme mutet Cikkers Oper über den ehemals

prophetischen Stoff wie ein Abgesang an.

Marie Luise Maintz

Ján Cikkers Opern

Juro Jánošík

Text: Štefan Hoza

Oper in 3 Akten/6 Bildern (1950–1953),

1954 Nationaloper Bratislava

Beg Bajazid (Fürst Bajazid)

Text: Ján Smrek,

3 Akte mit Prolog (1955/56);

1957 Nationaloper Bratislava

Mister Scrooge

Text: Ján Cikker nach Charles Dickens,

A Christmas Carol,

Oper in 3 Akten/4 Bildern (1958/59)

1963 Kassel als „Abend, Nacht und Morgen“

Vskriesenie (Auferstehung)

Text: Ján Cikker nach Lev Tolstoj, Vozkresenie

Oper in 3 Akten/6 Bildern und 3 Intermezzi

(1959–1961)

1962 Nationaltheater Prag

Hra o láske a smrti (Das Spiel von Liebe und Tod)

Text: Ján Cikker nach Romain Rolland,

Oper in 1 Akt (1966–1968)

1969 München

Coriolanus

Text: Ján Cikker nach William Shakespeare

Oper in 3 Akten/14 Bildern (1970–1972)

1974 Nationaloper Prag

Rozsudok (Das Urteil)

Text: Ján Cikker nach Heinrich von Kleist, Das

Erdbeben in Chili

Oper in 3 Akten/5 Bildern (1976–1978)

1979 Bratislava

Obliehanie Bystrice (Die Belagerung von Bystrica)

Text: Ján Cikker nach Kálmán Mikszáth

Oper in 3 Akten/9 Bildern (1979–1981)

1983 Bratislava

Zo života hmyzu (Aus dem Leben der Insekten)

Text: Ján Cikker nach Karel und Josef Čapek

Oper in 3 Akten (1983–1986)

1987 Bratislava

Verleih: Alkor-Edition


Verdunkelungen

Matthias Pintschers neuer Zyklus

Mit sonic eclipse komponiert Matthias

Pintscher einen neuen dreiteiligen

Zyklus für Ensemble. Die ersten

beiden Teile, celestial object I und II,

werden vom Scharoun Ensemble in

Berlin und Zermatt bei der Sommerakademie

der Berliner Philharmoniker

uraufgeführt, und der dritte,

occultation, vom Klangforum Wien

anlässlich seines 25-jährigen Bestehens

2010 in Witten. Das Phänomen

der Eklipse, also des Übereinanderschiebens von Himmelskörpern

und der gegenseitigen Verdunkelung im

Moment der vollständigen Abdeckung, ist Sinnbild für

einen kompositorischen Vorgang der Annäherung und

schließlich momentanen Verschmelzung von völlig verschiedenartigen

Elementen. „Die musikalische Idee ist,

dass im ersten Stück die Trompete und im zweiten das

Horn eine Solistenfunktion übernehmen. Die Konturen

der beiden Stücke werden im dritten Teil quasi übereinander

gelegt, wobei das Material der beiden Stücke total

heterogen ist und im Moment des Beieinanderseins

miteinander verschmilzt. Mich hat interessiert, das Repertoire

von zwei sehr unterschiedlichen Instrumenten,

die doch einer Familie angehören, zu untersuchen und

die beiden Instrumente sehr verschieden klingen zu lassen.

Dieses ganz heterogene Klang- und Gestaltungsrepertoire

wird langsam zusammen und übereinander

geführt und schließlich auch das Ensemble hinein gezogen,

so dass alles wirklich zu einer Stimme, einem

Instrument und Klanggestus verschmilzt und anschließend

auch wieder auseinanderfällt. Bildlich entspricht

dies genau der Eklipse.“

Sein Interesse für das Zyklische, also für mehrteilige

Kompositionen mit verwandten Sujets, begründet

Pintscher mit einem Bedürfnis nach einem kontinuierlichen

Weitergehen: „Ich möchte etwas weiterkomponieren,

was ich gerade verlassen habe. Es geht darum,

eine ganz neue Aufgabenstellung zu suchen und doch

organisch von einem Zustand in den nächsten zu gelangen.“

Auch in seinem nachfolgenden zyklischen

Projekt, als dessen erster Teil eine Komposition für das

New York Philharmonic Orchestra unter seinem neuen

Chef Alan Gilbert mit Thomas Hampson als Solist

entsteht, wird Matthias Pintscher diesen Weg weitergehen:

Schon in she-cholat ahava ani, seinem A-cappella-Werk

für das SWR Vokalensemble, das im Februar

in Stuttgart uraufgeführt wurde, komponierte er einen

Text aus „shir ha shirim“, dem Hohelied Salomos.

In seinem neuen Werk für Bariton und Orchester kombiniert

er diesen biblischen Text mit zeitgenössischer

Lyrik, Liebesgedichten von Yehuda Amichai, dem im

Jahr 2000 gestorbenen jüdischen Dichter. Auch dies ist

Teil eines neuen Zyklus, den das Ensemble Intercontemporain

weiterführen wird.

Nachdem Matthias Pintscher mit dem Quartettsatz

„Study IV for Treatise on the Veil“ seinen Zyklus über

Cy Twomblys Bilder abgeschlossen hat, folgen neue

Projekte für das Scharoun Ensemble und das Klangforum

Wien.

Seine vierteilige „Study“ über Cy

Twomblys Treatise on the Veil, worin

er mit präparierten Streichinstrumenten

von Solo bis Quartett „das

gleiche Sujet immer wieder mit verschiedenen

Perspektiven, anderer

Zeichnung, verschiedenen Techniken

und Materialien darstellt“, bezeichnet

Pintscher als abgeschlossen, jedoch

mit einem Vorbehalt: „Ich habe

noch die Vision, alle Studies übereinander

zu legen und an verschiedenen Positionen im

Raum simultan zusammenzuführen in einer neuen korrespondierenden

Partitur.“ Marie Luise Maintz

Matthias Pintscher – aktuell

1I2009

Bei den „Prager Premieren“ spielen Mitglieder des

Ensemble Modern die tschechischen Erstaufführungen

von nemeton nemeton nemeton nemeton nemeton und Stud Stud Study Stud Study

y y y II

II III

I I I und IIIIIIIII

II

I I I I for for for for for Trea Trea Treatise Trea Treatise

tise tise tise

on on on on on the the the the the VV

Veil VV

eil eil eil eil (19.3.09). +++ Die deutsche Erstaufführung

von pourquoi pourquoi pourquoi pourquoi pourquoi l’azur l’azur l’azur l’azur l’azur mm

muet. mm

uet. uet. uet. uet. mm

musique mm

usique usique usique usique de de de de de „L „L „L’’’’’espace „L „Lespace

espace espace espace

dernier” dernier” dernier” dernier” dernier” pour pour pour pour pour sopr sopr soprano sopr soprano

ano ano,,,,, ano mezz mezz mezzo mezz mezzo

o o o et et et et et orchestre orchestre orchestre orchestre orchestre spielt das

Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Krzysztof

Urbanski, Solistinnen sind Anu Komsi und Claudia

Mahnke (23.4.09). +++ In der Carnegie Hall New York

dirigiert Matthias Pintscher ein Konzert des Ensemble

ACJW, in dem unter anderem Choc Choc Choc Choc Choc (Mon (Mon (Monumen

(Mon (Monumen

umen umento umento

to to to IV) IV) IV) IV) IV)

aufgeführt wird (25.4.09). +++ Beim Melbourne Symphony

Orchestra ist Matthias Pintscher als Dirigent

und Komponist zu Gast mit den australischen Erstaufführungen

von Osiris Osiris Osiris, Osiris Osiris Reflections Reflections Reflections Reflections Reflections on on on on on Narcissus

Narcissus

Narcissus Narcissus

Narcissus mit

Alban Gerhardt als Solist sowie Tr Tr Transir Tr Transir

ansir ansir ansir mit Sebastian

Wittiber als Solist (2./6./9.5.09). +++ In der Spielzeit

2008/09 ist Matthias Pintscher als Artist in residence

Gast im „RSO Spektrum“ des Radios-Sinfonieorchesters

Stuttgart. +++ Für das Scharoun Ensemble

Berlin komponiert er cel cel celestial cel celestial

estial estial estial object object object object object I I I I I and and and and and IIIIII, II

II

zwei

neue Ensemblewerke mit Uraufführungen in Berlin

und Zermatt, die zu dem Zyklus sonic sonic sonic sonic sonic ecli ecli eclipse ecli eclipse

pse pse pse gehören.

+++ Beim Zermatt Festival 2009 leitet Matthias

Pintscher als Composer in residence mehrere Konzerte

des Scharoun Ensembles Berlin. Neben der Uraufführung

von cel cel celestial cel celestial

estial estial estial object object object object object IIIIIIII

II

erklingen u. a.

A A A A A twiligh twiligh twilight’ twiligh twilight’

t’ t’s t’ s s s s song song song song song mit Annette Dasch als Solistin, Ja- Ja- Ja- Ja- Jannnnnusgesich

usgesich usgesich usgesichttttt usgesich und Stud Stud Study Stud Study

y y y II

II III

I I I for for for for for Trea Trea Treatise Trea Treatise

tise tise tise on on on on on the the the the the VV

Veil VV

eil eil eil eil

(11.–13.9.09). +++ Im April 2010 wird occul occul occulta occul occulta

ta tati tati

ti tion tion,

on on on der

dritte Teil des Zyklus sonic sonic sonic sonic sonic ecli ecli eclipse ecli eclipse,

pse pse pse durch das Klangforum

Wien anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums

uraufgeführt. +++ Das New York Philharmonic mit

Thomas Hampson als Solist wird im April 2010 unter

der Leitung von Alan Gilbert Matthias Pintschers Neue Neue Neue Neue Neue

KKKKKom om om omposi omposi

posi positi positi

ti tion tion

on on on für für für für für Bar Bar Bariiiiiton Bar Bar ton ton ton ton und und und und und Orchester

Orchester

Orchester Orchester

Orchester uraufführen.

]

[t]akte 1I2009 7


[t]akte

8 [t]akte 1I2009

Abendzauber

Neue Werke von Thomas Daniel Schlee

[t]akte: Sie haben ein Klavierkonzert für die Südwestdeutsche

Philharmonie komponiert. Bei der Komposition

eines Klavierkonzerts stellt sich ja immer die Frage,

wie es sich zum Topos des Virtuosenkonzerts verhält.

Sie selbst sind ein renommierter Organist. Wie gehen

Sie in Ihrem neuen Konzert mit dieser Frage um?

Schlee: Generell ist es eine komplexe Aufgabe, ein Solokonzert

mit all den technischen Möglichkeiten und Anforderungen

der Gegenwart zu schreiben, wenn man

selbst nicht ein ausgewiesener Virtuose auf dem Instrument

ist. Ich bin Organist und ein leidenschaftlicher Klavierspieler,

aber kein Pianist. Und all meine Klavierwerke

sind poetische Einzelstücke, in denen die Anschlagsvielfalt

oder das poetisch Zerbrechliche im Klavierton

ausgenutzt werden. Bei einem Klavierkonzert finde ich

jedoch die solistische Entfaltung sehr wichtig, und auch,

innerhalb der gewichtigen Literatur in diesem Genre

doch etwas Neuartiges, jedenfalls: Eigen-Artiges zu

schaffen. In diesem Fall ist es die Form, denn sie gruppiert

vier Sätze in Paare, die auf eine eigenwillige Art

zusammengehören. Der erste Satz ist ein buntes Kaleidoskop

thematischer Elemente, die im ganzen Konzert

Verwendung finden. Der zweite Satz bringt attacca die

Ausarbeitung eines dieser Elemente als Scherzo, eine

lyrische Figur über einem charakteristischen Rhythmus,

die im ersten Satz nur einen kurzen Moment aufgetreten

war und dann als eine Art weit auskomponierter

Coda wieder im Scherzo auftritt. In meinen Kompositionen

knüpfe ich immer an den großen Strom der

Geschichte an. Hier etwa kehrt der langsame Satz das

Prinzip von Ravels G-Dur-Konzert um, wo ein einsames

Klavier singt und singt. In meinem Konzert ist es das

Orchester, das lange Zeit allein erklingt, bevor das Soloinstrument

mit einer Replik einsetzt, um zur einzigen

Kadenz des Konzertes zu gelangen. In diesem dritten

Satz ist die Tonalität frei gehandhabt, während das Stück

ansonsten über große Strecken modal gefärbt ist. Der

Schlusssatz präsentiert dann eine vollkommen neue

Landschaft – es treten völlig neue Themen auf. Mit der

Virtuosität gehe ich im Sinne von Scarlatti um. Der virtuose

Rausch, wie etwa bei Liszt, bleibt unberührt. Es

geht immer um die Durchsichtigkeit der Bewegung, sowohl

in den virtuosen wie in den lyrischen Teilen.

Das Ensemble „die reihe“ in Wien spielt als erstes Spezialistenensemble

nach dem 2. Weltkrieg in der Geschichte

der Neuen Musik eine bedeutende Rolle. Sie sind um

ein Stück für das Konzert zum 50-jährigen Jubiläum

gebeten worden. Was komponieren Sie für „die reihe“?

Diese Komposition ist gleichsam ein Gegenstück zum

Klavierkonzert, es bleibt durchwegs im Inneren von

Klang und Gefühl. Es bezieht sich auf ein Gemälde von

Chagall, Enchantement vespéral (Abendzauber), das für

Für Konstanz, Wien und Stuttgart komponiert

Thomas Daniel Schlee drei gewichtige neue Werke:

ein Klavierkonzert, das Ensemblestück „Enchantement

vespéral“ und schließlich „Spes unica“ für großes

Orchester. Ein Interview mit dem Komponisten.

Deutliche Thesen aufstellen: Thomas Daniel Schlee

(Photo: Carinthischer Sommer)

mich die Gestaltwerdung von Glück darstellt: das Glück

an einem linden Sommerabend, wenn alles sich in Harmonie

befindet. Ich habe eine Disposition gefunden, ein

eigenartiges Ensemble, das diese linde Stimmung ausdrücken

soll. Das Stück wird vornehmlich durch die

Klangfarbe geleitet. Altflöte, Englischhorn, Kontrafagott,

Horn, Violine, zwei Bratschen und Violoncello, Harfe und

Celesta – also mehrheitlich tief klingende, sanft-dunkle

Instrumente. Für mich sind solche Anregungen, wie sie

von Bildern, religiösen Sujets oder Worten ausgehen, oft

Auslöser für Musik, ich komponiere immer nach einem

Leitgedanken, und der ist nur selten rein musikalisch.

In diesem Fall enthält das Bild mit einem Geiger und

einem Vogel sogar musikalische Elemente. Das Stück ist

eine Studie über die Langsamkeit, und es geht darum,

mit Klängen die Poesie des von Chagall so wunderbar

dargestellten Augenblickes zu treffen. Den Hörer erwartet

fließende Schönheit …

Gibt es in Ihren Kompositionen für Orchester durchgängige

Fragestellungen, etwa im Hinblick auf den großen

Apparat?


Nicht in einem intellektuellen Sinn, sondern eher im

handwerklichen. Das ist der Versuch, im Laufe der Jahre

zu Klängen zu kommen, die möglichst wenig gebrochen

sind, also eine Abkehr von dem Raffinement durch Zersplitterung

– obwohl ich ein unglaubliches Vergnügen

an raffinierten Klängen habe. Die Sujets meiner letzten

Orchesterstücke haben alle damit zu tun, den Musikern

Linien in ihre Hände und Instrumente zu geben, die sich

beim Musizieren automatisch erschließen.

Das Staatsorchester Stuttgart unter Manfred Honeck

wird „Spes unica“, Ihre neue Komposition für großes

Orchester, in einem Konzert mit Werken von Frank Martin

und Bruckner uraufführen. Spielt dieser Kontext für

Sie eine Rolle?

Es war kein Zufall, dass ich gebeten wurde, einen Beitrag

zu einem Programm mit Werken von Frank Martin

und Bruckner zu verfassen. Martin kannte ich persönlich,

habe ihn als Person tief verehrt und liebe seine

Musik. Der lyrische Ernst seiner mit relativ schlichten

Mitteln so charakteristischen Musik, die behutsame

Konsequenz seines Tonsatzes und nicht zuletzt seine

Verwurzelung im Religiösen habe ich stets als vorbildlich,

als mir nahe empfunden. Ich habe erst spät zu

Bruckner gefunden. Was mich sehr reizt, und was gerade

das Sujet des neuen Stückes werden soll, ist die Frage

nach dem Affirmativen in der Kunst. Das Ungeheure bei

Bruckner ist, wie er eine Kunst hat erdenken können,

die Zeit so stark auffaltet und einen solch großen Zusammenhang

schafft. Mich fasziniert der magische

Moment, in dem der Übergang von der Tonsatzaufgabe

zur höchsten Kunst angesiedelt ist. Der Übergang zwischen

dem Konventionellen und dem Genialen bei

Bruckner ist das eigentliche Geheimnis für mich. Mit

dem Affirmativen meine ich eine Kunst, die sich die Zeit

nimmt, das vollkommen auszusprechen, was sie sagen

will. Bei Bruckner sind diese ungemein langen Entwick-

Beat Furrer – aktuell

Ausblick

Das KKKKKonzer onzer onzer onzert onzert

t t t für für für für für Kla Kla Klavier Kla Klavier

vier vier vier und und und und und Ensembl Ensembl Ensembleeeee Ensembl Ensembl wird vom

Ensemble Contrechamps in Genf und beim Festival

MaerzMusik in Berlin gespielt (24./26.3.09). +++ Das

Klangforum Wien spielt die US-Erstaufführung von

spur spur spur spur spur beim Austrian Cultural Forum in New York

(6.4.09). +++ Für die Donaueschinger Musiktage 2009

komponiert Furrer ein neues WWWWWerk erk erk erk erk für für für für für Orchester, Orchester

Orchester

Orchester

Orchester das

in einem Konzert des SWR Sinfonieorchesters unter

seiner Leitung uraufgeführt wird (18.10.09). +++ Die

Uraufführung seines neuen Musiktheaters WWWWWüstenüstenüstenüstenüstenbbbbbuch uch uch uch uchnach

einem Libretto von Händl Klaus ist im März

lungen nur möglich, wenn er das, was er ausdrücken

will, nicht in Zweifel zieht, sondern seinen Formen, seinen

kontrapunktischen Entwicklungen die Zeit lässt,

durch die sie zur Kunst werden.

In Spes unica – der Titel entstammt dem Hymnus „O

crux ave, spes unica“, „Sei gegrüßt, du heiliges Kreuz,

unsere einzige Hoffnung“ – wird es um eine große Crescendo-Struktur

gehen, deren Umrisse sich im Laufe des

Stückes verschärfen und verdeutlichen werden. Die teleologische

Anlage zielt auf den großen, ungebrochenen

Orchesterklang. Kunst muss die Möglichkeit haben,

deutliche Thesen aufzustellen. Es geht also nicht darum,

melodische Linien zu zerbrechen oder Farbigkeit sofort

wieder zu zerstäuben, sondern innerhalb einer Entwicklung

zu einem schönen Klang zu gelangen. Anders als

in Musik für ein Fest, der Inaugurationsmusik für das

Theater an der Wien 2006, die mit dem großen Klang

beginnt, ist hier der Gedanke, den Aggregatzustand des

Klanges langsam entstehen zu lassen.

Die Fragen stellte Marie Luise Maintz.

Thomas Daniel Schlee – aktuell

1I2009

In Konstanz wird Thomas Daniel Schlees KKKKKonzer onzer onzer onzert onzert

t t t für für für für für

Kla Kla Klavier Kla Klavier

vier vier vier und und und und und Orchester

Orchester

Orchester Orchester

Orchester von der Südwestdeutschen

Philharmonie Konstanz unter Leitung von Thomas

Kalb uraufgeführt. Solist ist Klaus Sticken (1./3.4.09,

4.4.09 in Singen). +++ Die Kirchenoper Ich, Ich, Ich, Ich, Ich, Hi Hi Hiob Hi Hiob

ob ob ob wird

in der Minoritenkirche Linz gespielt (27.3.09). +++ Zum

Jubiläum des Ensembles „die reihe“ wird Thomas Daniel

Schlees Ench Ench Enchan Ench Enchan

an antemen antemen

temen tement tement

t t t vv

vespér vv

espér espér espéral espéral

al al al (Auftragswerk

des Ensembles „die reihe“ zum 50-jährigen Bestehen)

im Radiokulturhaus des ORF in Wien uraufgeführt

(3.6.09). +++ Für das Staatsorchester Stuttgart komponiert

Schlee Spes Spes Spes Spes Spes unica unica unica unica unica für großes Orchester. Manfred

Honeck dirigiert die Uraufführung (12.7.09).

2010 in Basel geplant. +++ Bei Kairos ist das KKKKKonzer onzer onzer onzerttttt onzer

für für für für für Kla Kla Klavier Kla Klavier

vier vier vier und und und und und Orchester

Orchester

Orchester Orchester

Orchester auf CD erschienen, zusammen

mit spur, lotófagos I, invocation VI und retour an

dich sowie auf DVD Begehren

Begehren

Begehren Begehren

Begehren in der szenischen Produktion

von Reinhild Hoffmann (Regie) und Zaha

Hadid und Patrick Schumacher (Bühne).

Rückblick

Im März 2009 war Beat Furrer ein Porträt bei der Biennale

Salzburg gewidmet. Es wurden u. a. das KKKKKonzer onzer onzer onzerttttt onzer

für für für für für Kla Kla Klavier Kla Klavier

vier vier vier und und und und und Ensembl Ensembl Ensemble,

Ensembl Ensemble,

e, e, e, Xenos Xenos Xenos Xenos Xenos und FFFFFAMA AMA AMA AMA AMA VI VI VI VI VI vom

Ensemble Contrechamps unter der Leitung des Komponisten

aufgeführt sowie spur spur spur spur spur vom stadler quartett

(5.–8.3.09).

]

[t]akte 1I2009 9


[t]akte

10 [t]akte 1I2009

Das geheime Leben

Miroslav Srnka begibt sich auf Entdeckungstour

Richtung Stimme

Über das Erzeugen einer Erwartung, das Sammeln von

Aufmerksamkeit und über die Gattung der Fanfare

schreibt Miroslav Srnka ein Stück für Blechbläser und

Schlagzeug. Die Komposition für den Festakt des Ernst

von Siemens Förderpreises in München nimmt der

frischgebackene Preisträger zum Anlass, die Rolle solcher

Signalmusiken zu hinterfragen. „Wie eine Interpunktion

in einem gemeinschaftlichen Ereignis funktionieren

diese Stücke. Die Zeit erfährt eine Zäsur, die

Aufmerksamkeit wird auf einen Punkt konzentriert und

eine Spannung für das erzeugt, was folgt“, erläutert Srnka.

Eine Studie über das Erwartungsprinzip ist demnach

auch kompositorisches Thema des Stückes für vier Hörner,

je zwei Trompeten, Posaunen und Schlagzeuger.

„Mit dem Klang von Blechbläsern verbindet sich automatisch

die Vorstellung von großer Lautstärke. Das

macht ihre leisen Klänge besonders spannend, weil sie

per se eine Erwartung wecken.“ So wird gerade die Lautstärke

zum weiteren kompositorischen Thema. Neben

der Dynamik spielt er mit dem Ursprung der Fanfare –

vor allem dem etymologischen: Es ist kaum bekannt,

dass das Wort Fanfare entweder einen onomatopoetischen

Grund hat, oder auch von dem arabischen „farfar“

(Schwätzer) und mittelbar dem spanischen „fanfarron“

(Großmaul) abgeleitet sein könnte. „Die Idee zu der

Komposition kam beim Nachdenken über die Funktion

von Musik bei einem Zusammentreffen von Menschen,

das nicht primär ein Konzertereignis ist, sondern auch

Gespräch, gesellschaftliches Ereignis, Unterhaltung. Im

Konzert ist die Konzentration und Stille eine Voraussetzung,

in die Musik dann hinein gespielt wird. Eine Fanfare

jedoch erklingt, um eine solche konzentrierte Stille

erst zu erzeugen.“

„The Secret Life of Words“

Eine Recherche über die Kommunikation betreiben Miroslav

Srnka und der australische Regisseur Matt Lutton

für ihre abendfüllende Kammeroper nach Isabel

Coixets Film The Secret Life of Words (Das geheime Leben

der Wörter). Die beiden Künstler haben zusammen

eines der begehrten Fellowships von Aldeburgh Music

erhalten, das ihnen ermöglicht, im Team ein Musiktheater

zu schreiben. Das Konzept des Fellowship sieht vor,

dass eine Projektphase von anderthalb Jahren finanziert

wird, also die Arbeit an einem dramaturgischen Konzept

unterstützt wird und im Rahmen dessen auch weitere

Künstler, Bühnenbildner oder Schriftsteller, beauftragt

werden können. Das Fellowship ermöglicht gemeinsame

Treffen, Studienreisen und zwei einwöchige

Workshops in Aldeburgh, um die Ideen mit Musikern

und Sängern zu überprüfen. Dieses Konzept, verbunden

mit der Tatsache, dass ausdrücklich Autorenteams ausgezeichnet

werden, ist eine reizvolle Alternative zum

herkömmlichen Kompositionsauftrag. Wie Srnka be-

Miroslav Srnka ist Förderpreisträger der Ernst von

Siemens Musikstiftung 2009. Bei der Preisverleihung

im Mai wird eine Komposition für Blechbläser

und Schlagzeug uraufgeführt. Darüber hinaus

arbeitet er an einer Kammeroper nach Isabel

Coixets Film „The Secret Life of Words“.

Richtung Bühne: Miroslav Srnka

schreibt, ermöglicht dieses Förderungsmodell „eine große

Freiheit, denn der Komponist ist nicht der einzige

maßgebliche Autor, der alleine vor dem Papier sitzt. Die

Bühnenumsetzung ist hier ein Teil des Kompositionsvorgangs,

also wird wirklich ein Schritt hin zum ,Gesamtkunstwerk’

vollzogen. Wir arbeiten zusammen an

allen Parametern des Abends, suchen nach einem konsequenten

Ganzen, das sich aus der Zusammenarbeit

entwickelt.“

The Secret Life of Words handelt von zwei Menschen,

die ein Trauma erlebt haben. Als sie aufeinander treffen,

finden sie einen Weg zur Auflösung, indem sie lernen,

zu dem anderen über sich selbst zu sprechen. „Dieser

Weg hin zu einer Kommunikation interessiert uns.

In dem Film wird über das langsame gegenseitige Erfahren

der Verletzungen des anderen eine Barriere aufgelöst

– und dies läuft synchron zum Verstehen des Zuschauers.

Wie diese Verständigung im Verlauf entsteht

und sich entwickelt, ist unser Thema. Und die große

Emotionalität von Isabel Coixets Erzählweise hilft uns

dabei. “ Auf der musikalischen Ebene wird die Entwicklung

mitvollzogen: „Dieser Prozess wird in unserem

Musiktheater symbolisiert durch eine Entwicklung der

Hauptpersonen vom Sprechen hin zum Operngesang.

Die Protagonisten singen nicht im selben Duktus von


Anfang bis zum Schluss, sondern entwickeln sich, und

dies symbolisiert die Frage, wie sie miteinander kommunizieren

können. Was nicht gesagt werden kann,

mag vielleicht gesungen werden. Unser Versuchsfeld ist

dieser Weg zur gestützten, voll aussingenden, kunstvoll

geführten Opernstimme, und die Frage, inwiefern das

auf der Bühne tragend ist.“

Darüber hinaus sind es die Parameter des Dramatischen,

die Srnka beschäftigen. „Was mich am meisten

interessiert, ist die dramatische Ausdeutung des Tempos

und des Registers beim Singen. Für das Wahrnehmen

der Singstimme sind gerade diese Parameter sehr

wichtig, also wie schnell, flüssig oder unterbrochen man

artikuliert und in welcher Lage man singt, zunächst

unabhängig von dem musikalischen Material. Ich betreibe

– wie bereits in dem Ensemblestück mit Sopransolo

My Life Without Me – sozusagen eine Recherche

zum Gesang ohne (thematisches) Material, eine Art De-

Materialisierung.“ Diese Arbeit ist ein Resultat eines

generellen Schwerpunkts von Srnkas Komponieren. „Ich

war immer an der menschlichen Stimme interessiert –

obwohl ich bisher wesentlich mehr Instrumentalmusik

komponiert habe. Zudem wird auch meiner instrumentalen

Musik ein gewisses dramatisches Potenzial bescheinigt,

die Zuhörer scheinen darin Ereignisse zu empfinden.

Und diese Eigenschaft meiner Musik möchte ich

jetzt auf der Bühne überprüfen. Ich teste also ihr Potenzial.

Nicht zuletzt ist es so, dass Oper eines der stärksten

Erlebnisse ist, die man in der westlichen Kultur erleben

kann, so oft sie auch schon für tot erklärt worden ist.“

Marie Luise Maintz

Charlotte Seither – aktuell

Charlotte Seither ist von Kulturstaatsminister Bernd

Neumann mit dem Stipendium der Deutschen Akademie

Rom Villa Villa Villa Villa Villa Massimo

Massimo

Massimo Massimo

Massimo ausgezeichnet worden

und verbringt dort 2009 einen einjährigen Stipendienaufenthalt.

+++ Ihre One-w One-w One-wom

One-w One-wom

om oman-oper

oman-oper

an-oper an-operaaaaa an-oper ist in mehreren

Inszenierungen zu erleben, so in München mit

Cornelia Melian (27.2.–1.3., 19.5.09) sowie in Augsburg

und Mannheim mit Guillermo Anzorena von

den Neuen Vocalsolisten Stuttgart (12.3./13.11.09). +++

Eckhard Manz spielt Himmelsspalt

Himmelsspalt

Himmelsspalt Himmelsspalt

Himmelsspalt für Orgel in der

Martinskirche Kassel (15.3.09). +++ Im Schloss Weikersheim

leitet Charlotte Seither die Frühjahrswerk-

Frühjahrswerk-

Frühjahrswerk-

Frühjahrswerk-

Frühjahrswerksta

sta statt sta statt

tt tt tt für für für für für Junge Junge Junge Junge Junge KK

Kom KK

om om omponisten

omponisten

ponisten ponisten ponisten (4.–19.4.09). +++ Das

Modern Art Quartet spielt Flow Flow Flow Flow Flow für Flöte, Violine und

Violoncello im Konzerthaus Berlin (7.5.09). +++ Seit

Kurzem hat Charlotte Seither eine eigene Internetseite:

www www.ch www .ch .charl .ch arl arlottesei

arl ottesei otteseither

ottesei ther ther.de ther .de .de. .de

Miroslav Srnka – aktuell

1I2009

Ausblick

Miroslav Srnka erhält den För För Förderpreis För Förderpreis

derpreis derpreis derpreis der der der der der Ernst Ernst Ernst Ernst Ernst vv

von vv

on on on on

Siemens Siemens Siemens Siemens Siemens Musik Musik Musikstiftung Musik Musikstiftung

stiftung stiftung stiftung 2009. 2009 2009 2009 2009 Die Preisverleihung

findet am 15. Mai 2009 bei einem Festakt in den

Münchner Kammerspielen statt. +++ Bei den Prager

Premieren wird das Ensemble Modern die tschechische

Erstaufführung von Miroslav Srnkas Les Les Les Les Les Adieux Adieux Adieux Adieux Adieux

im Dvořák-Saal des Rudolfinums unter der Leitung

von Matthias Pintscher spielen (19.3.09). +++ Im Rahmen

eines Fellowship von Aldeburgh Music erarbeitet

Srnka zusammen mit dem australischen Regisseur

Matt Lutton eine abendfüllende Kammeroper nach

dem Sujet von Isabel Coixets Film The The The The The Sec Sec Secret Sec Secret

ret ret ret Life Life Life Life Life of of of of of

WWWWWor or or ords ords.

ds ds ds

Rückblick

In Paris wurde My My My My My Life Life Life Life Life Wi Wi Withou Wi Withou

thou thout thout

t t t Me Me Me Me Me für Sopran und

Ensemble nach dem Sujet von Isabel Coixet vom Ensemble

Intercontemporain und der Sopranistin Claron

McFadden uraufgeführt (28.11.08). +++ Bei den Kasseler

Musiktagen sang die Mezzosopranistin Dagmar

Pecková die Uraufführung von Miroslav Srnkas Drei- Drei- Drei- Drei- Dreizehn

zehn zehn zehn zehn Lieder Lieder Lieder Lieder Lieder nn

nach nn

ach ach ach ach Postkar Postkar Postkarten Postkar Postkarten

ten ten ten vv

von vv

on on on on Jurek Jurek Jurek Jurek Jurek Beck Beck Becker Beck Becker

er er er an an an an an

seinen seinen seinen seinen seinen So So Sohn So Sohn

hn hn hn Jon Jon Jonaaaaath Jon Jon th th than than

an an an (31.10.08). Das Quatuor Diotima

präsentierte ein Programm mit dem Streichquartett,

dem Klavierquintett Pouhou Pouhou Pouhou Pouhou Pouhou vv

vlnou vv

lnou lnou lnou lnou und Sim Sim Simpl Sim Simpl

pl pleeeee pl

Space Space Space Space Space für Cello solo (1.11.08).

Dieter Ammann – aktuell

In Paris und Zürich spielten das Ensemble aleph und

das Ensemble zero Dieter Ammanns Gehör Gehör Gehörte Gehör Gehörte

te te te Form Form Form Form Form

für Streichtrio, A(tenir)tensi

A(tenir)tensi

A(tenir)tension

A(tenir)tensi

A(tenir)tension

on on on sowie D’ D’ D’Accor D’ D’ Accor Accor Accord(s)

Accord(s),

d(s) d(s) d(s)

letztere beiden als französische Erstaufführung

(5./7.3.09). +++ Beim Festi Festi Festivvvvval Festi Festi al al al al llles

lles

es es es mm

muséiques

mm

uséiques uséiques uséiques uséiques in der

Schweiz ist Ammann als Composer in residence mit

einer Reihe von Kammermusikwerken vertreten (23.,

24., 30.4.09). Als Uraufführung spielt das Amar Quartett

sein neues WWWWWerk erk erk erk erk für für für für für Streichquar

Streichquar

Streichquartett

Streichquar

Streichquartett

tett tett tett (23.4.09). +++

Nach Konzerten in Ettelbrück und Basel spielt das

casalQuartett Ammanns Streichquartett Geborstener

Geborstener

Geborstener

Geborstener

Geborstener

Sa Sa Satz Sa Satz

tz tz tz auf CD ein. (Konzert in Basel: 30.4.09) +++ Als

deutsche Erstaufführung wird beim Festival „Ohren

auf Europa“ in Düsseldorf Reg Reg Regar Reg Regar

ar ard ard

d d d sur sur sur sur sur ll

les ll

es es es es tr tr tradi tr tradi

adi aditi aditi

ti tions tions

ons ons ons

für Klavier zu vier Händen zu hören sein (4.6.09).

]

[t]akte 1I2009 11


[t]akte

12 [t]akte 1I2009

Sentimento del tempo

Manfred Trojahn schaut zurück nach vorn

Die „Begegnung“ einer neuen Komposition Manfred

Trojahns mit Bachs 4. Brandenburgischen Konzert evoziert

als Erstes die Frage nach der Besetzung, denn die

Aufführungspraxis Bachs im letzten Jahrhundert hat

eine wechselvolle Geschichte. Lange war die Wahrnehmung

des Konzerts, das als Soloinstrumente zwei (Block-)

Flöten und eine Violine einem Streichorchester mit Basso

continuo gegenüberstellt, durch moderne Instrumente

geprägt. „Mein allererster Auftritt in einem Konzert war

1967 in Braunschweig als Flötist in ebendiesem

4. Brandenburgischen Konzert, und ich spielte selbstverständlich

eine Querflöte“, erinnert sich Manfred Trojahn.

„Schon in den 1980er-Jahren war es dann so, dass

die Auffassung dessen, was Originalklang ist, außerordentlich

persönlich war, und sich der Objektivierung

widersetzte. Dies ist letztlich ein – dezidiert ‚moderner’ –

Beitrag zur Individualisierung unserer Zeit.“ Die Ansbacher

Aufführung mit dem Freiburger Barockorchester

wird natürlich historische oder alte Instrumente verwenden,

die vor allem bei der Intonation klanglich bestimmte

Implikationen für die neue Komposition mit

sich bringen und für Trojahn als Vorstellung beim Komponieren

präsent sind. „Schon bei meinen Ariosi, die von

der Camerata Salzburg mit Roger Norrington uraufgeführt

wurden, spielte dieser ganz spezielle Klang eine

besondere Rolle und war sehr reizvoll für mich.“

Manfred Trojahns sentimento del tempo. musik für

violine solo, zwei flöten und streicher. ansbachisches

konzert 2009 wird in mehrfacher Hinsicht eine Ergänzung

zum spielerischen und konzertanten Gestus von

Bachs Konzert bilden. Er lässt explizit eine Besetzung

durch Block- oder Querflöten offen. Die Instrumente

werden klangfarblich eingesetzt, nicht als konzertierende

Soloinstrumente wie bei Bach. „Sie bekommen spezifische

Aufgaben, die sie als Bläser in einem Orchester-

Manfred Trojahn, der am 22. Oktober seinen 60. Geburtstag

feiert, komponiert ein Orchesterwerk für

die Bachwoche Ansbach 2009. „sentimento del

tempo“ wird in einem Konzert mit dem Freiburger

Barockorchester dem 4. Brandenburgischen Konzert

von Johann Sebastian Bach gegenübergestellt.

klang übernehmen, wobei ich dieses Stück als eines für

Violine solo, ein individualisiertes Streichorchester und

zwei Flöten verstehe. Diese sind eher Orchester- als Solostimmen,

es gibt also nicht die Aufteilung in Concertino

und Orchester wie bei Bach. Mir ist darüber hinaus

sehr wichtig, in diesem Konzert einen Gegensatz zu dem

sehr vitalen Stück von Bach zu bilden.“ Trojahn komponiert

mit sentimento del tempo ein ruhiges einsätziges

Stück, das eben nicht spielerische, konzertante Virtuosität

ausstellt, sondern die Expressivität in den Vordergrund

stellt. Marie Luise Maintz

Manfred Trojahn – aktuell

Das Orchestre National de Montpellier unter Gregor

Bühl spielt die französische Erstaufführung von

Manfred Trojahns Galah Galah Galahads Galah Galahads

ads ads ads TT

Tanz TT

anz anz anz anz in Montpellier

(27.3.09). +++ Für die Bachwoche Ansbach komponiert

er sen sen sentimen

sen sentimen

timen timento timento

to to to del del del del del tem tem tempo tem tempo

po po..... po mm

musik mm

usik usik usik usik für für für für für vi vi vioooooline vi vi line line line line

so so solllllooooo,,,,, so so zw zw zwei zw zwei

ei ei ei fl fl flöten fl flöten

öten öten öten und und und und und streicher streicher streicher..... streicher streicher ansbachisches

ansbachisches

ansbachisches

ansbachisches

ansbachisches

kkkkkonzer onzer onzer onzert onzert

t t t 2009, 2009 2009 2009 2009 das vom Freiburger Barockorchester

uraufgeführt wird (7.8.09). +++ Im Gewandhaus

wird Trojahns SSSSSym ym ym ymphonischer ymphonischer

phonischer phonischer phonischer Sa Sa Satz Sa Satz

tz tz tz vom Hochschulorchester

Leipzig unter Leitung von Ulrich

Windfuhr uraufgeführt. Anschließend finden Konzerte

in Dresden, Berlin und Hamburg statt (4.–7.11.09).

+++ Das Henschel-Quartett produziert zu Manfred

Trojahns 60. Geburtstag eine CD mit den Streichquartetten

Nr. 1, 3 und 4 und spielt die Uraufführung

seines neuen Streichquar

Streichquar

Streichquartetts

Streichquar

Streichquartetts

tetts tetts tetts in Düren (10.11.2009,

11./12.11.09 in Düsseldorf).

Neue Musik in alten Räumen: die Orangerie in Ansbach, Ort der Uraufführung von Manfred Trojahns „ansbachischem konzert“


Neue Wahrnehmungen

Zwei Opern von Salvatore Sciarrino vor ihren

Uraufführungen in Wuppertal und Mannheim

Die Ausgangspunkte der beiden neuen Opern von Salvatore

Sciarrino unterscheiden sich sehr stark voneinander:

Es sind Der Prozess von Franz Kafka und Die Heilige

Schrift (Das Hohelied). Zwar sind beide Werke in der

Wahl von Sujet und Dramaturgie gegensätzlich, beide

rücken jedoch ein gleichermaßen aktuelles wie antikes

Leiden in den Mittelpunkt ihrer Darstellung.

Vor dem Gesetz (La porta della legge) geht auf eine

zunächst eigenständig entstandene Erzählung von

Franz Kafka zurück. Sie wurde später in seinen Roman

Der Prozess eingefügt und ist hier in zyklischer Form

wiedergegeben. „Fast ein kreisförmiger Monolog“ heißt

es im Untertitel, und diese Kreisform bildet auch ein

wesentliches Element der Oper. Wir erleben das nutzlose

Warten eines Mannes vor der Tür des Gesetzes, ein

Warten, das bis zu seinem Tode andauert. Die Szene wird

dreimal wiederholt: Am Anfang wird der Mann von einem

Bariton verkörpert, in der zweiten Szene von einem

Countertenor, in der dritten Szene singen Bariton und

Countertenor zusammen – bis ihr Leben abgebrochen

wird.

Durch diesen dramaturgischen Mechanismus erhält

die Wiederholung der Geschichte die entsetzliche Perspektive

einer universellen Erfahrung, die sofort für einen

anderen Menschen von Neuem beginnt; und es ist

gerade diese Wiederholung, die der Erzählung ihre Unabwendbarkeit

gibt und ihr metaphysische Momente

verleiht.

Die drei Szenen sind einander zwar ähnlich, aber

keineswegs gleich: Sie unterscheiden sich durch klangliche

Transformationen und kaum wahrnehmbare

Gleitbewegungen, durch winzige Variationen und Umbrüche.

Die zweite Szene scheint sich an einem anderen

Schauplatz als die erste abzuspielen, an einem hellen,

leuchtenden Ort; der Raum beginnt zu schillern wie

in einem Traum aus Licht. Danach, in der dritten Szene,

kehrt das Dunkel zurück: Es handelt sich jedoch hier

nicht um eine echte Reprise. Vielmehr bildet sich nun

eine neue Klangwelt mit ironischen und verzweifelten

Zügen heraus. Der musikalische Verlauf fließt kontinuierlich,

wird nicht durch abgeschlossene Nummern untergliedert

und besitzt eine innere Periodizität, die fast

an eine Passacaglia erinnert.

Ganz anders ist die Oper Super flumina angelegt. Ihre

Bezüge reichen, außer zur Bibel, auch zu Friedrich Novalis

und zu einem Roman von Elizabeth Smart zurück,

aus deren Lektüre das Libretto entstanden ist. Die erste

Textversion stammt aus dem Jahr 1983: Schon damals

beschäftigte sich Sciarrino mit der Figur einer Obdachlosen,

die sich in einem großen Bahnhof verloren hat

und in deren Drama eine sowohl menschliche als auch

universale Katastrophe schonungslos abgebildet wird.

Bahnhöfe sind dem Transport gewidmete Tempel,

sind Denkmäler für die Wanderungen uniformer Men-

Menschliche Grundfragen stehen im Mittelpunkt

von Salvatore Sciarrinos Opern „La porta della

legge“ und „Super flumina“. Die Vergeblichkeit des

Lebens und die soziale Frage werden hier zu Klang .

schenmassen. Mit Macht erheben sie sich über den Einzelnen,

der erdrückt und überwältigt zurückbleibt. Inmitten

des Lärmens und Kreischens

eilen die gesichtslosen, zu einer Flut

gewordenen Menschen unachtsam

an der Tragödie einer Frau vorbei, die

ihrer Einsamkeit, ihrem Wahnsinn

überlassen bleibt. Eine soziale Tatsache,

die jedem schon real begegnet

ist, wird hier zum Kern einer szenischen

und poetischen Darstellung.

Die Oper besteht aus einem Akt in

vier Bildern, mit zwei Intermezzi und

drei Liedern in der Mitte. Darin finden

sich stilisierte Maschinengeräusche,

Lautsprecheransagen, die in den letzten

Jahren auf italienischen Bahnhöfen

aufgezeichnet wurden, und der

Chor, die Menschenflut. All dies spielt

sich in der für Sciarrino typischen

Klangwelt ab, einer Summe von Signalen

aus unserer alltäglichen Umge-

bung. Protagonistin ist die Frau, die Obdachlose, eine

Botin der Wahrheit. In ihrer Klage hat Sciarrino den

bereits in seinen letzten Arbeiten entstandenen Vokalstil

weiterentwickelt.

Es sind – bei identischer Orchesterbesetzung – zwei

ästhetisch sehr gegensätzliche Opern, auch in ihrer Form

und Sprache: Vor dem Gesetz statisch und rigoros, mit

eher strengem Charakter; Super flumina lyrisch und

reich an unterschiedlichen Klangsituationen. Etwas ist

jedoch beiden Opern gemeinsam, und das ist der Glaube

an die Kraft der Tragödie, ihre theatralische Darstellung

der letzten Katastrophe, die alle Menschen auf ihrer

Reise gleich macht. Sciarrino will uns durch neue

Wahrnehmungserfahrungen nicht nur erschüttern. In

jedem von uns soll ein Sinn für Brüderlichkeit entstehen.

Paolo Cairoli

(Übersetzung: Christine Anderson)

Salvatore Sciarrino

Vor dem Gesetz (La porta della legge). Oper in einem

Akt nach dem Text von Franz Kafka (Uraufführung)

25.4.2009 Wuppertal (Städtische Bühnen)

Inszenierung: Johannes Weigand,

Musikal. Leitung: Hilary Griffiths

Super flumina (Uraufführung)

18.7.2009 Mannheim (Nationaltheater)

Musikal. Leitung: Tito Ceccherini,

Inszenierung: Andrea Schwalbach

Verlag: RAI Trade

1I2009

Sinn für Brüderlichkeit: Salvatore

Sciarrino

]

[t]akte 1I2009 13


[t]akte

14 [t]akte 1I2009

Himmlisches Jerusalem,

Brodeln am Bosporus

Pressestimmen zu herausragenden

Uraufführungen der letzten Monate

Matthias Pintscher

she-cholat ahavah ani (shir ha-shirim V) for mixed chorus

a cappella (32 voices). Text aus dem Hohelied Salomos

Uraufführung: 6.2.2009 Stuttgart (Eclat), SWR Vokalensemble,

Leitung: Rupert Huber

Übrigens war Matthias Pintschers Chorwerk wunderschön.

Zwar mag man etwas dagegen haben, dass hier

ein sehr poetischer und tiefer Bibeltext nicht mehr als

Inhaltsträger, sondern schlichtweg als Steinbruch für

Sprachklänge missbraucht wurde, doch Pintscher und

das von Rupert Huber sicher geleitete SWR-Vokalensemble

führten ihre Zuhörer immer wieder auf betörend

schöne, grüne Klang-Auen, und das Hohelied taugt

durchaus auch als Liebeserklärung an den Klang.

Spätestens wenn am Ende des Stücks das himmlische

Jerusalem aufscheint, haben Neu und Alt als ästhetische

Kategorien ausgedient.

Susanne Benda / Stuttgarter Nachrichten 9.2.2009

Matthias Pintscher

Study IV for Treatise on the Veil for String Quartet

Uraufführung: 26.1.2009 Mozartwoche Salzburg,

Minguet Quartett

Die Musik Pintschers fesselt mit filigranen, nuanciert

abschattierten Klängen, mit Partikeln und fragilen Gestalten.

[...] Pintscher setzte eine hoch komplizierte Partitur

in die Welt, die den Interpreten nicht nur spieltechnische

Präzision, sondern auch ein Feeling für das rechte

Timing abverlangt. In dieser Hinsicht brannten die

experimentierfreudigen Musica-Nova-Experten vom

Minguet-Quartett Wunderkerzen ab.

Egon Bezold / SWR Baden-Baden, 30.1.2009

Mit avancierten Spieltechniken, zum Teil werden die

Saiten auch präpariert, verlässt [Treatise on the Veil]

kaum den Piano-Bereich, wirkt wie hingehaucht […] Das

mag man fast schon wieder geschmäcklerisch „schön“

finden. Aber es ist doch von einer schwingenden Feinheit

in Struktur, Farbe und Sprache, die sich unmittelbar

erschließt.

Karl Harb / Salzburger Nachrichten 28.1.2009

Pintschers Experimente mit dem Klang sind sehr raffiniert.

Er geht an die Grenze zur Hörbarkeit – und es ist

schwer, das nicht zu übertreiben. Ich schätze generell

Komponisten, die experimentieren, die etwas wagen,

die an Grenzen gehen. Pierre Boulez in einem Interview

mit Karl Harb / Salzburger Nachrichten 31.1.2009

Matthias Pintscher

pourquoi l’azur muet … musique de ,L’espace dernier‘

pour soprano, mezzo et orchestre

Uraufführung: 10.10.2008 London, BBC. Claudia Barainsky

(Sopran), Claudia Mahnke (Mezzosopran), BBC Symphony

Orchestra, Leitung: Kazushi Ono

The intricate orchestral writing sometimes overwhelms

the voices, so the total effect is dream-like, full of fragmentary

images moving in and out of focus.

Andrew Clements / The Guardian 15.10.08

Andrea Lorenzo Scartazzini

Kassiopeia für Ensemble (2008)

Uraufführung: 22.1.2009 Basel. Collegium Novum,

Leitung: Pablo Heras-Casado

Andrea Lorenzo Scartazzini ließ sich in „Kassiopeia“ von

der Fünfteiligkeit und von der symmetrischen Anlage

des Sternbildes leiten. [...] Und die Schönheit der Kassiopeia?

Sie taucht in dem Werk verschiedentlich als Klangschönheit

auf, insbesondere aber im feingliedrigen Mit-

32 Solostimmen. Das Stuttgarter Vokalensemble bei der Uraufführung von Matthias Pintschers Hohelied-Komposition „she-cholat ahavah ani“

am 6. Februar 2009 in Stuttgart (Photo: Astrid Karger)


telsatz, bei dem das Klavier, begleitet von den Perkussionsinstrumenten,

reizende Figuren in den Raum stellt.

Thomas Schacher / Neue Zürcher Zeitung 26.1.2009

Geheimnisvolle Schläge im Klavier und daran anschließend

ein leises Grollen des Schlagzeugs. Beinahe zeichenhaft

kehrte das Motiv in Andrea Lorenzo Scartazzinis

„Kassiopeia“ (2008) mehrere Male wieder. [...] Fragilste

Klänge entwickelten sich zu beinahe ohrenbetäubendem

metallischen Glitzern; von lose im Raum verteilt

aufblinkenden Motiven bis hin zu Energieballungen

zog der Komponist verschiedenste Register und ließ

Anklänge an Räume und Bilder in die Musik einfließen.

Anna Kardos / Tages-Anzeiger Zürich, 26.1.2009

Mit knappsten Mitteln, reichhaltigen Farben und einer

dramaturgisch dichten Fünfteiligkeit spürt Scartazzini

hier der fünfsilbigen Lautfolge des Wortes „Kass-i-o-pei-a“

nach. Das Collegium Novum mit der Primgeigerin Bettina

Boller lotete die Partitur mit viel Sinn für die schwebende

Klanggestalt aus, steigerte sich aber auch engagiert

in die archaischen, gewaltig sich auftürmenden

Tutti. Das ging unter die Haut.

Sibylle Ehrismann / Zürichsee-Zeitung 26.1.2009

Philipp Maintz

archipel. musik für großes orchester

Uraufführung: 22.10.2008 Aachen, Sinfonieorchester

Aachen, Leitung: Marcus R. Bosch

Das neue Werk des Aachener Komponisten Philipp

Maintz, „archipel. musik für großes orchester“ wurde

mit freundlichem Beifall aus der Taufe gehoben. Ein

klangprächtiges, sehr dicht gestricktes Werk mit scharfen

Kontrasten und raffinierten Effekten [...]. Ein Werk

auf der Höhe seiner Zeit und trotz seiner motivischen

Verflechtung mit Maintz’ in Arbeit befindlicher neuer

Oper von beeindruckender Eigenständigkeit.

Pedro Obiera / Aachener Nachrichten 23.10.2008

Beat Furrer

Xenos für ensemble

Uraufführung: 11.10.2008 Frankfurt, Ensemble Modern,

Leitung: Alejo Pérez

Der Schweizer Beat Furrer hat das Brodeln am Bosporus

in wunderbare Abstraktionen überführt. Die Bläserfarben

von „Xenos“ lassen an Messiaen, die Atemzüge an

Sciarrino denken, doch Furrer hat eine unverwechselbare

Art, Körper in den Raum zu stellen.

Volker Hagedorn / Der Tagesspiegel 16.10.2008

Unerhörter Mendelssohn. Matthias Kirschnereit und die Staatskapelle

Weimar spielen das Klavierkonzert in e-Moll in Bad Kissingen

(Photo: Gerhild Ahnert)

Felix Mendelssohn Bartholdy

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 e-Moll

Rekonstruiert und vervollständigt von R. Larry Todd

Uraufführung: 10.1.2009 Kissinger Winterzauber,

Matthias Kirschnereit (Klavier), Staatskapelle Weimar,

Leitung: George Pehlivanian

Gern bescheinigt man […] R. Larry Todd, dass er mit Felix

Mendelssohn Bartholdys Konzert für Klavier und

Orchester Nr. 3 in e-Moll der Musikwelt und fingerfertigen

Pianisten ein schönes Stück für Ohren und Hände

beschert hat. […] Dass R. Larry Todds Bemühungen dem

Klavierrepertoire ein interessantes, für die künstlerische

Entwicklung Mendelssohn Bartholdys aufschlussreiches

Werk gewonnen haben, davon konnte man sich bei

der Uraufführung in Bad Kissingen überzeugen. […]

Begleitet von der Staatskapelle Weimar unter der Leitung

von George Pehlivanian, präsentierte sich der Pianist

Matthias Kirschnereit als genuiner Mendelssohn-

Interpret. Melodische Eleganz und federnde Virtuosität

verbanden sich mit zarter Andante-Expressivität im

Mittelsatz. Feinster Mendelssohn überall, auch im Orchester.

Gerhard Rohde / F.A.Z., 12.1.2009

Larry Todds Instrumentierung verdient das Attribut

kongenial. Gerhard Fischer / Main-Post, 11.1.2009

1I2009

]

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Inspirationen

Neues von Komponisten des französischen Verlags

Editions Henry Lemoine

Seit einigen Jahren schon holt sich Hugues Hugues Hugues Dufour Dufourt Dufour Dufour

Anregungen für einen Teil seiner Kompositionen aus der

Malerei. So beziehen sich die vier Orchesterstücke in

seinem Zyklus Les Hivers (1992–2001) auf Titel von vier

Gemälden: „Le Déluge d’après Poussin“, „Le Philosophe

d’après Rembrandt“, „Les Chasseurs dans la neige

d’après Bruegel“ und „La Gondole sur la lagune d’après

Guardi“ (auf CD im Schuber unter dem Titel Les Hivers

bei Aeon, AECD0209).

2005 kam bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik

das Stück L’Afrique d’après Tiepolo für Klavier und

Instrumentalensemble zur Uraufführung, und 2009

wird das Wittener Publikum die Uraufführung von

L’Asie d’après Tiepolo erleben können. Die Anregung für

dieses Diptychon gab ein Fresko, das der große venezianische

Maler zwischen 1750 und 1753 für die neue Residenz

des Fürstbischofs in Würzburg schuf.

Ebenfalls in Witten wird die deutsche Erstaufführung

von Dufourts erstem Streichquartett Dawn Flight stattfinden,

das 2008 beim Musica-Festival in Straßburg uraufgeführt

wurde und einem ganz anderen Klangbereich

angehört. Es handelt sich um eine musikalische

„Ekphrasis“ (die Beschreibung eines künstlerischen

Werks mit den Mitteln einer anderen Kunstform), denn

es ist Dufourt hier gelungen, tief in die bewegte, äußerst

expressive Bilderwelt von Stanley Hayter einzudringen.

Der Komponist ließ sich dabei von einer Druckgraphik

anregen, deren Vorlage heute nicht mehr existiert, und

schuf eine musikalische Form, in der die Kontraste zwi-

Erfolgreiche französische Komponisten. Von l. n. r. im Uhrzeigersinn:

Michael Jarrell, Jean-Marc Singier, Michaël Lévinas, Hugues Dufourt

und Bruno Mantovani (Photos: Jarrell, Singier, Lévinas, Mantovani:

C. Daguet/Editions Henry Lemoine; Dufourt: Astrid Karger).

schen ruhiger Statik und heftiger Bewegung bis zum

Äußersten gehen können.

Eine andere Art „Klangmalerei“ durchzieht die verschiedenen,

Anfang dieses Jahres bei den Editions Henry

Lemoine herausgekommenen Werke für Orchester.

Mich Michaël Mich aël Lé Lévin Lé vin vinas vin as zum Beispiel geht weiterhin seinem

Interesse für die „Klangfarben-Polyphonie“ nach, bei der

sich verschiedene Tempi überlagern, was zu komplexen

harmonischen Abläufen und Vermischungen führt (und

zu der möglichen Wahrnehmung des Bildes eines verschwimmenden

Objekts): So in Evanoui, zu hören am

6. März 2009 in der Maison de Radio France, Paris, mit

dem Orchestre Philharmonique de Radio France unter

der Leitung von Pascal Rophé. Und Jean-Marc Jean-Marc Singier Singier

Singier

setzt in seiner Komposition Flux auf vergleichbare Weise

„Orchesterströme“ übereinander. Das Werk kam am

14. Februar im Arsenal de Metz im Rahmen des Festival

Présences zur Aufführung.

Wieder einen anderen Weg beschreitet Bruno Bruno Man- ManMan- to tovani to ani ani, ani indem er dem berühmten Küchenchef Ferran

Adrìa und seiner Küche im Restaurant „El Bulli“ ein

musikalisches Porträt widmet, wobei ihm als Vorlage die

Speisekarte diente. Das Orchestre de Paris bringt Le Livre

des illusions am 11. Juni 2009 in der Salle Pleyel in Paris

zur Uraufführung. Bereits am 6. März fand die Uraufführung

von Mantovanis Concerto pour deux altos statt.

Mich Michael Mich ael Jarrell Jarrell hat eine Vielzahl neuer Werke vorzuweisen,

von denen vor allem Le ciel, tout à l’heure si

limpide, soudain se couvre horriblement genannt sei.

Der Titel dieses Werks, das am 20. April 2009 in Genf

vom Orchestre de la Suisse Romande unter der Leitung

von Marek Janowski erstmals zum Klingen gebracht

wird, ist der lateinischen Poesie entlehnt, analog zu anderen

von der Literatur inspirierten Stücken Jarrells wie

Chaque jour n’est qu’une trêve entre deux nuits … chaque

nuit n’est qu’une trêve entre deux jours (Assonance V

für Violoncello und vier Instrumentalensembles),

Droben schmettert ein greller Stein (für Kontrabass,

Ensemble und Elektronik), …d’ombres lointaines… (für

Mezzosopran und großes Orchester) oder Un long

fracas somptueux de rapide céleste (für Schlagwerk und

Orchester). Jeder dieser Titel ist Ausdruck einer Eingebung,

durch die ein Musikstück die Bedeutung einer

existenziellen Lektüre erlangt („das Leben ist in der Literatur

ist in der Musik“). Jedes dieser Stücke ist eine

Nachlese, um auf den Titel eines geplanten Kammermusikzyklus

für Violine und Violoncello anzuspielen …

Im April wird bei Kairos Jarrels Cassandre (nach

Christa Wolff) erscheinen, ein Werk, das inzwischen in

sechs Sprachen vorliegt und in der ganzen Welt gespielt

wird (im April z. B. in Rom und Zagreb). Unablässig legt

die antike Heldin dar, wie unmöglich angesichts der

Geschichte Hellsichtigkeit sei: „Du wirst die Wahrheit

sagen, aber keiner wird dir glauben.“ Benoît Walther

(Übersetzung: Irene Weber-Froboese)


Musikalische

Heiligenscheine

Jonathan Harveys „Passion and Resurrection“

Passion und Auferstehung

Im Mai 2009 feiert der britische Komponist Jonathan

Harvey seinen siebzigsten Geburtstag. Eines der Hauptereignisse

steht in diesem Jahr beim Carinthischen Sommer

im österreichischen Ossiach auf dem Programm: Im

Juli und August 2009 wird dort Harveys

mittelalterlich-benediktinische

Kirchenoper Passion and Resurrection

aus dem Jahr 1981 gleich sieben Mal

aufgeführt. Jonathan Harvey selbst

beschreibt sein Werk so:

Ich habe zwei mittelalterliche benediktinische

Kirchspiele in lateinischer

Sprache verwendet, die aus der Liturgie

(in diesem Fall der Eucharistiefeier)

hervorgegangen sind. Damit möchte

ich die ursprüngliche Praxis des westlichen Theaters

wiederbeleben. „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Das

Publikum oder die Gemeinde können die Kirchenlieder

„Sing My Soul“ und „The Royal Banners“, auf denen das

musikalische Gerüst aufbaut, mitsingen. Dadurch können

die liturgischen Züge des Werks gegenüber den

opernhaften besonders hervorgehoben werden.

Die ersten elf Szenen sind durchweg in ernstem, gesanglichen

Stil gehalten. Jeder Charakter wird von einem

musikalischen Heiligenschein begleitet, der durch

seine Strahlkraft die Heiligkeit des Trägers anzeigt. In-

Jonathan Harvey

Stätte für Kirchenopern: Die Stiftskirche von Ossiach (Photo: Ferdinand Neumüller / Carinthischer Sommer)

Pünktlich zum siebzigsten Geburtstag von Jonathan

Harvey wird eines seiner großen Werke aufgeführt:

Die Kirchenoper „Passion and Resurrection“ ist wie

seine mittelalterlichen Vorgänger eine musikalische

Form der Gottesverehrung – und schließt auch die

Gemeinde mit ein.

strumentale Zwischenspiele trennen die Szenen voneinander

ab. Vor der zwölften Szene, die von der Auferstehung

handelt, bekommt ein Zwischenspiel symphonische

Ausmaße, wenn die Kreuzigung dargestellt wird.

Die Szene der Auferstehung am Ende stellt ein musikalisches

Erblühen des Stils in der vorangegangenen

Szene dar, in der die unvermeidliche und schreckliche

Abfolge der Ereignisse bis zur Kreuzigung geschildert

wurde. Herbe, dunkle, vom Bösen beherrschte Musik

hier, blumige, helle, weiblich dominierte Musik dort.

Auch die Instrumentation spiegelt diese Teilung wider,

(unter anderem) mit Tuba, zwei Posaunen und zwei Kontrabässen

auf der einen Seite, und Trompete, sieben Solo-

Violinen und Bratsche auf der anderen.

(Übersetzung: Felix Werthschulte)

Jonathan Harvey

Passion und Auferstehung

10., 11., 23., 24. 7./6., 7. und 27.8.2009 Stiftskirche Ossiach

(Carinthischer Sommer)

Libretto von Michael Wadsworth nach Texten mittelalterlicher

Kirchendramen der Benediktiner

(Übersetzung von Petra Haiderer und Thomas Daniel

Schlee)

Günter Haumer (Jesus), Alexander Kaimbacher

(Pilatus), Elena Copons (Maria Magdalena), Arnold

Schönberg Chor, Camerata Salzburg, Musikalische

Leitung: Erwin Ortner, Regie: Paul Flieder

1I2009

]

[t]akte 1I2009 17


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18 [t]akte 1I2009

Telemann in Hamburg

Zwei geschichtsträchtige Opern in Neueditionen

„Sieg der Schönheit“

Telemanns erste in Hamburg komponierte Oper erlebte

im Juli 1722 ihre Uraufführung. Das Libretto Christian

Heinrich Postels aus dem Jahr 1693 hatte er dafür behutsam

an die Erfordernisse

seiner modernen Musik

angepasst. Die Oper hatte

großen Erfolg – bis 1735

wurde sie in Hamburg

immer wieder aufgeführt,

in Braunschweig kam das

Werk von 1725 bis 1732

mehrmals auf die Bühne.

Ort der Handlung ist Rom

im Jahr 455. Die Sieger im

Krieg wollen nun auch in

persönlichen Beziehungen

triumphieren; die

Staatsaktion wird individuell

gewendet. Aus unterschiedlichenLebensvorstellungen

und Begriffen

entwickeln sich die

Konflikte. Gensericus will

sich bald mit der schein-

bar besiegten Eudoxia

verbinden, seine Liebe

und Ehe ablehnender

Sohn Honoricus soll sich mit ihrer Tochter Pulcheria,

die sich ihm in Männerkleidern nähert, verheiraten.

Ihre Schwester Placidia ist ihrem Verlobten Olybrius

standhaft treu, doch hält dieser dem Druck des Siegers

Helmiges, der sich in sie verliebt hat, anfänglich nicht

stand. Jede Figur hat für sie bedrohliche Situationen zu

überstehen – jede verändert sich dabei und kommt in

Die Vandalen plündern Rom. Gemälde von

Heinrich Leutemann (1824–1904)

Georg Philipp Telemann

Sieg der Schönheit.

Singspiel in drei Akten TVWV 21:10. Braunschweiger

Bearbeitung – Ariensammlung. Musikalische Werke,

Band 42. Hrsg. von Wolfgang Hirschmann

Personen: Eudoxia (Sopran), Placidia (Sopran), Pulcheria

(Sopran), Melite (Sopran), Olybrius (Bariton), Gensericus

(Bass), Honoricus (Mezzosopran), Helmiges (Tenor), Trasimundus

(Bass), Turpino (Bariton), Coro (SATB)

Orchester: Tromba in D I, II, III, Timpani in D/A, Corno

da caccia in Es, F, G I, II, Flauto piccolo I, II, Flauto dolce I,

II, Flauto traverso I, II, Chalumeau I, II, Oboe I, II, Oboe

d’amore I, II, Fagotti, Violino I, II, Viola, Basso continuo

(Violoncelli, Fagotti, Cembalo, Contrabbassi)

Am Hamburger Gänsemarkt feierte Telemann mit

„Der Sieg der Schönheit“ seinen erfolgreichen Einstand,

an den er wenig später mit seiner Händel-Adaption

„Richardus I.“ anknüpfen konnte. Verwickelte

Liebesgeschichten waren damals beliebt, egal ob sie

im Alten Rom spielten oder zur Zeit der Kreuzzüge.

der Annäherung an den Partner auch sich selbst näher.

Turpino, der lustige Diener des Honoricus, kontrastiert

kommentierend das Geschehen und das Theoretisieren

der Helden. Telemann beschreibt in den formenreichen,

angemessen und feinsinnig instrumentierten

Arien und Duetten das ganze Spektrum seelischer Zustände.

„Der misslungene Brautwechsel oder Richardus I.“

Die 1729 aufgeführte Oper Der misslungene Brautwechsel

oder Richardus I. ist die Hamburger Adaption von

Georg Friedrich Händels Melodramma Riccardo I.

HWV 23. Auf der Grundlage der Londoner Bearbeitung

eines italienischen Librettos schuf Christoph Gottlieb

Wend ein den Hamburger Ansprüchen genügendes

deutschsprachiges Libretto. Er verbesserte den dramaturgischen

Verlauf, akzentuierte einzelne Figuren

anders, veränderte die Sicht auf die Handlung und die

Handelnden. Und er integrierte eine diskursorientierte

komische Nebenhandlung zwischen dem Philosophen

Gelasius und der Amme Murmilla. Aufgegriffen wird

eine Begebenheit aus der Zeit der Kreuzzüge. Der englische

König Richard I. will sich auf Zypern verheiraten.

Doch verliebt sich der tyrannische zyprische Herrscher

Isacius in sie und stellt Richardus stattdessen seine Tochter

Formosa als die versprochene Braut Berengera vor.

Formosa jedoch will ihrem Verlobten Orontes treu bleiben

– wie auch Berengera Richardus. Nach einigen Verwicklungen

wird Isacius überführt und die beiden Paare

können zusammenbleiben.

Neben Händels großartigen Arien stehen Telemanns

deutschsprachige Rezitative, einige neu komponierte

Arien sowie die neue Nebenhandlung. Diese Konfrontation

erzeugt einen ungemeinen ästhetischen Reiz,

dem man sich nicht entziehen kann. Ute Poetzsch

Der misslungene Brautwechsel oder Richardus I., König

von England

Singspiel in drei Akten TVWV 22:8. Musikalische Werke,

Band 46. Hrsg. von Steffen Voss

Erstaufführung nach der Neuausgabe: 17. Juni 2009,

Bachfest Leipzig, Kultur-Gut Ermlitz, Merseburger Hofmusik,

Musikal. Leitung: Michael Schönheit, Inszenierung:

Andreas Baumann

Personen: Richardus (Bariton), Berengera (Sopran), Philippus

(Mezzosopran), Isacius (Bass), Formosa (Mezzosopran),

Orontes (Mezzosopran), Gelasius (Alt), Murmilla

(Mezzosopran)

Orchester: Corno da caccia I, II, Flauto piccolo I, II, Flauto

dolce I, II, Flauto traverso I, II, Oboe I, II, Fagotto, Violino

I, II, Viola, Basso continuo

Verlag: Bärenreiter, Aufführungsmaterial leihweise


Mozarts große Opern

Packard Humanities Institute Los Altos, Kalifornien,

und die Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg

präsentieren die Handschriften der

sieben großen Mozart-Opern

Così fan tutte KV 588

BÄRENREITER

Präzise Wiedergabe dank modernster Technik


Ein Projekt des Packard Humanities Institute

(PHI, Los Altos, Cal.) in Zusammenarbeit mit der

Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg.

Herausgeber-Gremium: Ulrich Konrad,

David Packard, Wolfgang Rehm, Christoph Wolff

Gesamtherausgeber: Dietrich Berke

Beteiligte Bibliotheken: Staatsbibliothek zu Berlin –

Preußischer Kulturbesitz, Bibliothèque nationale de

France Paris, The British Library London,

Biblioteka Jagiellońska Kraków, Stadt- und Universitätsbibliothek

Frankfurt am Main, Stanford University

Library, The Juilliard School Library und andere

Vertrieb: Bärenreiter-Verlag

Mozarts sieben »große« Opern, der geniale Beitrag

zum Musiktheater und kulturelles Welterbe, sind ohnegleichen

an menschlicher Tiefe und musikalischem

Ausdruck.

Durch glückliche Umstände sind alle sieben Opern-Partituren

fast vollständig in Mozarts Handschrift erhalten.

Das Packard Humanities Institute (PHI, Los Altos, Cal.)

hat nun mit der Herstellung einer Faksimile-Edition

der sieben Autographe begonnen. Mozart-Forscher,

Bibliotheken und natürlich alle Liebhaber von Mozarts

Bühnenwerken erhalten so die Möglichkeit, den Schatz

der Handschriften in einer mustergültigen Nachbildung

zu erwerben. Der Musikwelt wird damit über alle

Risiken hinweg zugleich das Erbe Mozarts erhalten.

Das gemeinnützige Packard Humanities Institute (PHI),

das für seine mit großem Ethos durchgeführten

Programme in den Künsten und Geisteswissenschaften

bekannt ist, hat für das Mozart-Projekt eine ideale

Kooperation geschmiedet. Unter der wissenschaftlichen

Leitung eines Herausgebergremiums

(Ulrich Konrad, David Packard, Wolfgang Rehm,

Christoph Wolff; Gesamtherausgeber Dietrich Berke)

arbeiten die Internationale Stiftung Mozarteum

Salzburg und die Bibliotheken, in denen Mozarts

Handschriften verwahrt werden, mit dem

Packard Humanities Institute zusammen.

Die Ausstattung der Bände ist exquisit,

denn die Digitalisierung der Handschriften

geschieht auf modernstem technischem

Niveau, das eine überwältigende Echtheit

und Detailgenauigkeit zulässt. Der Druck

entspricht dem kompromisslos verfolgten

höchsten Qualitätsanspruch der Edition.

Die sieben großen Opern

im Faksimile nach

Mozarts Autographen

Idomeneo KV 366 mit Ballett KV 367 Die Entführung aus dem Serail KV 384 Le nozze di Figaro KV 492


• Idomeneo KV 366 mit Ballett KV 367

• Die Entführung aus dem Serail KV 384

• Le nozze di Figaro KV 492

• Così fan tutte KV 588

• Don Giovanni KV 527

• Die Zauberflöte KV 620

• La clemenza di Tito KV 621

Alle sieben Ausgaben enthalten literatur- und geistesgeschichtliche

Essays von Hendrik Birus, Hans Joachim

Kreutzer und Norbert Miller sowie musikwissenschaftliche

Einführungen aus der Feder von ausgewiesenen

Mozart-Forschern in englischer und deutscher Sprache.

Der Vertrieb der Faksimiles erfolgt in Zusammenarbeit

mit dem Bärenreiter-Verlag.

• Zusammenführung der an unterschiedlichen

Orten aufbewahrten Handschriften Mozarts

• Höchster Grad an präziser Wiedergabe und

Farbechtheit durch Einsatz modernster Technik

• Einmaliges Angebot dank Projektförderung

durch das Packard Humanities Institute

(Los Altos, Cal.)

Bei der Vorbereitung der Druckvorlagen wurden Geräte

zum Einsatz gebracht, die dem gegenwärtigen technischen

Höchststand entsprechen. Mozarts Originalhandschriften

der sieben Opern befinden sich im

Besitz mehrerer Bibliotheken, fünf der sieben Opern

werden, infolge von Sicherungsmaßnahmen während

des Zweiten Weltkrieges, heute sogar aktweise an

unterschiedlichen Orten aufbewahrt. So befindet sich

das Autograph zum I. Akt der Oper Così fan tutte in der

Jagiellonen-Bibliothek in Krakau und das des II. Aktes

in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer

Kulturbesitz.

Zur Erlangung eines gleichen hohen Grades an präziser

Wiedergabe und Farbechtheit, sowohl innerhalb eines

Werkes als auch für alle sieben Ausgaben, war der Einsatz

derselben Technik an den unterschiedlichen Orten

Voraussetzung. Hierfür stand der hochspezialisierte

Fotograf der Salzburger Firma Kirchberger Photography zur

Verfügung, der vom Packard Humanities Institute mit

modernstem Equipment ausgestattet und in den USA

von dortigen Fachleuten zusätzlich eigens in die moderne

Technik eingeführt wurde. Andrucke einer jeden

Ausgabe wurden zudem an Ort und Stelle mit dem

jeweiligen Original verglichen und so lange verbessert,

bis eine nicht mehr überbietbare Übereinstimmung

mit dem jeweiligen Original in allen seinen Schattierungen

erreicht war. Mozarts Noten- und Textschrift

wird gestochen scharf wiedergeben, und auch solche

Stellen, an denen Mozart korrigiert oder schon

geschriebene Zeichen wieder ausgewischt hatte,

erscheinen in diesen Ausgaben in einer bisher

unerreichten Transparenz.

Don Giovanni KV 527 Die Zauberflöte KV 620 La clemenza di Tito KV 621


Der Editionsplan

Bereits erschienen sind:

Mozarts große Opern

Packard Humanities Institute (PHI) Los Altos, Cal. und die

Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg präsentieren die

Handschriften der sieben großen Mozart-Opern

Idomeneo KV 366 mit Ballett KV 367

Einführungstexte: Hans Joachim Kreutzer

und Bruce Alan Brown

2 Notenbände + Textband

ISBN 978-3-7618-1880-0

Die Entführung aus dem Serail KV 384

Einführungstexte: Hendrik Birus

und Ulrich Konrad

1 Notenband + Textband

ISBN 978-3-7618-1881-7

Le nozze di Figaro KV 492

Einführungstexte: Norbert Miller

und Dexter Edge

2 Notenbände + Textband

ISBN 978-3-7618-1882-4

Così fan tutte KV 588

Einführungstexte: Norbert Miller und

John A. Rice

2 Notenbände + Textband

ISBN 978-3-7618-1884-8

In Vorbereitung:

Don Giovanni KV 527

Einführungstexte: Hans Joachim Kreutzer

und Wolfgang Rehm

2 Notenbände + Textband

ISBN 978-3-7618-1883-1

Erscheint 2009

Die Zauberflöte KV 620

Einführungstexte: Hans Joachim Kreutzer

und Christoph Wolff

2 Notenbände + Textband

ISBN 978-3-7618-1885-5

Erscheint 2009

La clemenza di Tito KV 621

Einführungstexte: Hans Joachim Kreutzer

und Sergio Durante

1 Notenband + Textband

ISBN 978-3-7618-1886-2

Erscheint 2009

Format: 34 x 26 cm;

Halbleder mit Goldprägung;

E 248,– / CHF 446.00 pro Opern-Set

»Mozarts Partituren in seiner Handschrift zu lesen und zu

studieren, wie ich es im Falle meiner Beschäftigung mit Idomeneo

getan habe, erlebe ich als ein wahres Privileg. Einzigartig sind

die souveräne Klarheit und der Duktus in Mozarts Handschrift.

Ein harmonisches Ordnungsdenken erscheint da verschränkt

mit einer inneren Lebendigkeit und Dynamik, die unwillkürlich

seine Musik ins Bewusstsein ruft. In der visuellen Imagination

die Musik zu erspüren und sich im wahrsten Sinne des Wortes

begreifbar zu machen, das empfinde ich als ein wunderbares

bleiben

Kent Nagano

Erlebnis. Ermöglicht wird das durch eine so erstaunlich gute

Faksimile-Edition wie die des Idomeneo. Darin steckt aber nicht

nur ein hoher Erlebniswert, sondern insbesondere auch ein

großer Erkenntnisgewinn. Darüber kann man nur dankbar und

glücklich sein.«

Lieferungsmöglichkeiten und Irrtum

Bärenreiter-Verlag · 34111 Kassel · www.baerenreiter.com · info@baerenreiter.com Preisänderung,

vorbehalten. Printed in Germany · 1/0811/16 · SPA 179


Romantische Emotionen

Mendelssohns Bearbeitung von Bachs Matthäus-

Passion

Felix Mendelssohn Bartholdy hat die Matthäus-Passion

von Johann Sebastian Bach 1829 und 1841 aufgeführt:

Am 11. März 1829 erklang die Passion nach 100 Jahren

zum ersten Mal wieder. Mit dieser Aufführung wurde

Bach als Komponist wiederentdeckt und eine Renaissance

seiner Werke eingeläutet. Im Rahmen der „Historischen

Konzerte“ fand am 4. April 1841, dem Palmsonntag,

die Wiederaufführung der Passion in der Leipziger

Thomaskirche, dem Uraufführungsort, statt.

Die Umstände der Berliner Wiederaufführung sind

außerordentlich gut dokumentiert. Felix Mendelssohn

soll eine Abschrift der Partitur der Matthäus-Passion zu

Weihnachten 1823 oder zu seinem Geburtstag am 3. Februar

1824 von seiner Großmutter geschenkt bekommen

haben.

Die Proben begannen am 2. Februar 1829 in der Singakademie.

Vom 6. März an wurde mit Orchester geprobt.

Der Chor bestand aus 158 Sängerinnen und Sängern.

Mendelssohn dirigierte die Aufführung mit einem Taktstock

vom Flügel aus. Der Aufführung wohnten der König

mit seinem Hofstaat, die führenden Geistesgrößen

der Zeit wie Schleiermacher, Heine, Hegel, Spontini, Zelter

sowie die Berliner Gesellschaft bei. Am 21. März 1829,

dem Geburtstag Bachs, fand eine zweite Aufführung

statt. Das Werk erklang am Karfreitag, dem 17. April 1829,

unter Zelters Leitung ein drittes Mal.

Das Notenmaterial, das zu beiden Aufführungen herangezogen

wurde, ist ebenso gut dokumentiert, es wird

in der Bodleian Library in Oxford aufbewahrt. Neben der

bereits erwähnten Partiturkopie sind sämtliche Instrumentalstimmen

für die Aufführungen von 1829 und 1841

sowie ein Satz Chorstimmen beider Chöre erhalten.

Für die erste Aufführung machte Mendelssohn mit

Bleistift Eintragungen in die Partitur, mit rotem Farbstift

und Bleistift sowie durch unterschiedliche Schriftcharakteristika

heben sich die wenigen Änderungen für

die zweite Aufführung ab.

Felix Mendelssohn kürzte die Matthäus-Passion für

die Berliner Aufführung um zehn Arien, vier Accompagnato-Rezitative

und sechs Choräle. Für die Aufführung

von 1841 hat Mendelssohn dann fünf Sätze wieder aufgenommen.

Seine Grundidee bei der Bearbeitung war es,

einerseits eine inhaltlich-dramatische Konzentration

auf den biblischen Text herzustellen und anderseits

Emotionen im Sinne des romantischen Zeitalters zu betonen

und dafür die Teile zu streichen, die der barocken

Affektenlehre geschuldet sind und nach 100 Jahren

kaum noch nachvollzogen werden konnten.

Die Secco-Rezitative, die Mendelssohn 1829 selbst am

Flügel begleitet hatte, ließ er 1841 von zwei Violoncelli

in Doppelgriffen und einem Kontrabass ausführen. Gerade

die Rezitative, die die Handlung inhaltlich vorantreiben,

hat Mendelssohn in besonderem Maße bearbeitet.

Da die ihm vorliegende Partiturkopie der Passion

Bei Bärenreiter erscheint Mendelssohns musikgeschichtlich

interessante Version der „Matthäus-

Passion“. Seine Kürzungen und Bearbeitungen stellen

eine anregende Alternative für die heutige

Konzertpraxis dar.

keine Bezifferung enthielt, trug er

mit eigener Hand die von ihm gewünschte

Harmonisierung der Rezitative

ein, die an vielen Stellen

von der Bachs grundlegend abweicht.

Dieser inhaltlichen Konzentration

dienen auch die gelegentlichen

Fermaten über einzelnen

Tönen, Tempoangaben, Vorschriften

zu Dynamik und Artikulation

und Akzente, mit denen vor

allem die Christusworte versehen

sind. Mendelssohns Bearbeitung

ist also daraufhin ausgelegt,

„Schlüsselstellen“ herauszuarbeiten,

die menschliche Emotionen in

gesteigerter Form zum Ausdruck

bringen.

In diesem Kontext sind auch die

Tempoangaben Mendelssohns bei

den Turba-Chören zu verstehen.

Ziel war es, die dramatische Hand-

lung pointiert mit Menschen aus „Fleisch und Blut“ darzustellen.

Der Eingangschor und der Schlusschor des ersten

Teils, „O Mensch, bewein dein Sünde groß“, sind sehr

sorgfältig in romantischer Weise ausgezeichnet.

Bachs Orchesterbesetzung wird in einigen Sätzen

geändert. Auffällig ist die Verwendung von Klarinetten,

durch die die tiefen Oboen (Oboe d’amore und Oboe da

caccia) ersetzt wurden. Der Orgel weist Mendelssohn

keine tragende Funktion mehr zu, da die Secco-Rezitative

entweder von ihm selbst am Flügel oder von Celli und

Kontrabass begleitet wurden. Die Orgel tritt bei den

Chorälen und in ausgewählten Stellen einiger Arien und

Chöre als zusätzliche Klangfarbe hinzu.

Die nun bei Bärenreiter vorliegende Ausgabe enthält

1I2009

– die Partitur, in der die Versionen 1829 und 1841 wiedergegeben

sind; Kritischer Bericht, Lesartenverzeichnis

und Konkordanz ermöglichen die Aufführung

beider Versionen

– den Klavierauszug für Solisten und Choristen

– das komplette Stimmenmaterial

Mit Mendelssohns Bearbeitung steht nun auch eine

Alternative für eine Aufführung von etwas mehr als

zwei Stunden zur Verfügung, die für die heutige Zeit sehr

interessant sein könnte. Klaus Winkler

Johann Sebastian Bach

Matthäus-Passion in der Bearbeitung von Felix

Mendelssohn Bartholdy

Bärenreiter-Verlag, Partitur, Klavierauszug und

Stimmen leihweise

Durch Mendelssohn zu Bach: das

Westportal der Leipziger Thomaskirche,

das seit diesem Jahr „Mendelssohn-

Portal“ genannt wird

]

[t]akte 1I2009 19


[t]akte

20 [t]akte 1I2009

Happy End für Floridante?

Händels wirkungsvolle Oper steht vor einer

Rückkehr auf die Bühnen

Opern der Aufklärung enden glücklich: In ihren Schlusstableaus

mit vereinigten Liebespaaren und einem bekehrten

Bösewicht (auf dessen Bassstimme man im

Schlusschor auch ungern verzichtet hätte) spiegelt sich

die „bestmögliche aller Welten“. Händels Oper Floridante

aber beginnt bereits mit einem Happy End: Persien

hat Thyros besiegt. Der Kommandeur der persischen

Flotte, der thrakische Fürst Floridante, darf nun die versprochene

Siegesprämie, Elmira, die Tochter des Königs

Oronte, in seine Arme schließen. Sogar Timante, der besiegte

und gefangene Kronprinz von Thyros, ist glücklich:

Vor Ausbruch des Krieges war er Rossane, der

Schwester Elmiras verlobt worden. Nun kann er ihr

wenigstens inkognito nahe sein. Da trifft ein Schreiben

des Königs alle Beteiligten und den Zuschauer wie ein

Schlag: Er entzieht Floridante den Oberbefehl und verweist

ihn des Landes. Keiner versteht Orontes Motive,

bis er selbst der Tochter seinen Plan enthüllt: Er will sie

heiraten. Für wenige Rezitativtakte glauben wir an Inzest.

Aber Orontes Pläne sind politischer Natur: Vor Jahren

hatte er die Herrschaft über Persien an sich gerissen.

Von der Königsfamilie war nur ein Kleinkind am

Leben geblieben: Unter dem Namen Elmira hatte er das

Mädchen als seine Tochter ausgegeben. Nun möchte er

durch die Heirat seine Herrschaft nachträglich legitimieren

und die Anhänger der alten Dynastie für sich gewinnen.

Doch statt des erwarteten Danks für ihre Rettung

stößt er bei Elmira nur auf Hass und Abscheu. Machiavellischer

Staatsopportunismus trifft auf einen Wertekodex,

in dem Liebe, Treue und Ehre absolute Geltung

besitzen. Damit ist der Konflikt umrissen, in dessen Verlauf

Fluchtpläne, Zweikämpfe, ein Giftbecher, eine Gefängnisszene

und eine Revolution draußen vor der Türe

ihre aus der Barockoper wohlbekannte Rolle spielen.

Auch für Händel hatte 1720 die dreijährige opernlose

Zeit in London ein Happy End: Unterstützt von König

Georg I., der schon als hannoverscher Kurfürst sein

Arbeitgeber gewesen war, stand er an der Spitze der neu

gegründeten Royal Academy of Music, für die er in Italien

und Deutschland ein erstklassiges, nahezu rein italienisches

Ensemble zusammengestellt hatte.

Doch schon bald gab es Spannungen: Im Direktorium

der Oper gewannen konservative Adelskreise die

Oberhand, die dem „deutschen“ König reserviert

gegenüberstanden und mit dem im Exil lebenden katholischen

Thronprätendenten sympathisierten. Als

Hauskomponist bekam Händel in Giovanni Bononcini

einen Konkurrenten, der es verstand, das Publikum mit

leichteren, liedhaften und tänzerischen Arien zu gewinnen,

und in Paolo Rolli, dem italienischen Sekretär der

Oper, einen eitlen, intriganten und wenig bühnenerfahrenen

Librettisten: eine Situation mit Konfliktpotenzial.

Von Konflikten ist nichts nach außen gedrungen. Sie

begannen aber spätestens, als während der Komposition

des Floridante Händels Favoritin für die Rolle der

Händels zweite Oper für die Royal Academy of Music

birgt den Konflikt zwischen staatlicher Willkür und

persönlicher Ehre. In Halle nähert man sich auf der

Basis des Bandes der Hallischen Händel-Ausgabe

nun wieder ihrer anfänglichen Konzeption.

Elmira, Margherita Durastanti, nach dem Sommerurlaub

wegen Krankheit nicht nach London zurückkehrte

und die Direktoren durchsetzten, dass die Geliebte des

Earl of Peterborough und Schülerin Bononcinis, Anastasia

Robinson, zur Prima Donna avancierte. Wenn Rollen

neu besetzt wurden, war es normal, dass neue Arien

komponiert wurden, die auf die Fähigkeiten und Vorlieben

der Sänger zugeschnitten waren. Händel aber ließ

sich auf so etwas nur dann ein, wenn es seinem Rollenkonzept

nicht zuwiderlief. Im Fall der Elmira, der wichtigsten

Rolle der Oper, war er nicht zu Kompromissen

bereit. Aber die Robinson hatte eine tiefere Stimme und

einen geringeren Stimmumfang. Er musste die bereits

komponierten Arien nicht nur transponieren, sondern

auch in ihrem Ambitus beschneiden, eine Prozedur, die

nicht ohne Einbuße an Qualität möglich war.

Händel gewann in der nächsten Spielzeit wieder an

Gunst und Einfluss, wobei ihm die politische Entwicklung

half: Aus unterschiedlichen Gründen, nicht zuletzt

wegen ihrer Nähe zu den Anstiftern eines jakobitischen

Komplotts, fielen Bononcini und Rolli in Ungnade. Zusammen

mit seinem bewährten Textbearbeiter Nicola

Haym konnte Händel jetzt seine großen Meisteropern

Giulio Cesare, Tamerlano und Rodelinda schaffen.

Auch Floridante zeigt Züge dieser Meisterschaft, litt

aber zu Händels Lebzeiten und leidet bis heute unter den

Auswirkungen ihrer ungünstigen Entstehungsbedingungen.

Wer diese Oper aufführen will, kommt nicht

umhin, sich mit Händels ursprünglicher Konzeption zu

beschäftigen. Seit dem Erscheinen der Oper in der Hallischen

Händel-Ausgabe sind dafür die Voraussetzungen

gegeben. Der Erfolg von Alan Curtis’ Einspielung,

einem Versuch, Händels Ideal nahezukommen, hat gezeigt,

dass sich Floridante unter Händels Opern behaupten

kann. Während der Hallischen Händel-Festspiele im

Juni 2009 wird die Oper zum ersten Mal nach der neuen

Ausgabe auf die Bühne gebracht werden.

Hans Dieter Clausen

Georg Friedrich Händel

Floridante. Opera in tre atti HWV 14

Hrsg. von Hans Dieter Clausen. Hallische Händel-

Ausgabe Band II/11

Premiere: 5.6.2009 Halle (Händel-Festspiele), Festspielorchester

Halle, Musikal. Leitung: Christopher

Moulds, Inszenierung: Vincent Boussard

Personen: Floridante (Mezzosopran), Timante (Sopran),

Oronte (Bass), Coralbo (Bass), Elmira (Alt),

Rossane (Sopran)

Orchester: 2 Oboen, 2 Fagotte – 2 Hörner, 2 Trompeten

– Streicher – Basso continuo (im Anhang: 2 Flauti

dolci)

Verlag: Bärenreiter, Aufführungsmaterial leihweise


Glorie und Jammer

der Selbstaufopferung

Händels „Theodora“ ist neu zu entdecken

Im Rahmen der Hallischen Händel-Ausgabe erschien

das Oratorium Theodora, HWV 58, herausgegeben von

Colin Timms. Thomas Morell (1703–1784) verfasste das

Libretto, das auf Robert Boyles’ kurzem Roman Love and

Religion demonstrated in the Martyrdom of Theodora

and Didymus von 1687 beruht. Die Geschichte handelt

von einer jungen Christin im Antiochien des frühen vierten

Jahrhunderts, das damals unter römischer Herrschaft

stand. Theodora lehnt es ab, sich an den heiligen

Riten zur Verehrung von Jupiter zu beteiligen. Zur Strafe

wird sie zur Vergewaltigung freigegeben. Sie ist bereit,

für ihren Glauben zu sterben. Zum Erstaunen der

Römer geht sie zusammen mit Didymus, einem römischen

Offizier, den sie bekehrt hat, in den Märtyrertod.

Der Komponist ließ den Schluss offen, um eher die Glorie

und den Jammer der Selbstaufopferung hervorzuheben

als die Möglichkeit der Erlösung.

Blick auf Covent Garden

Händel komponierte sein vorletztes Oratorium im

Sommer 1749 und führte es am 16. März 1750 im Covent

Garden Theatre zum ersten Mal auf. Nur drei weitere

Vorstellungen gab es zu Händels Lebzeiten.

Obwohl sich die Tickets schlecht verkauft hatten,

schätzte Händel Theodora ganz besonders, und offenbar

sah er den Chor „He saw the lovely youth“ als ein

Meisterstück an. Der Misserfolg wurde verschiedenen

Faktoren zugeschrieben, u. a. dem Erdbeben in London

im Frühjahr 1750 und dem Umstand, dass es sich bei dem

Libretto nicht um eine biblische Geschichte handelt.

Morell überliefert in einem Brief, den er zwischen 1776

und 1781 an den Drucker und Antiquar John Nichols geschrieben

hatte, Händels Reaktion auf die schwach besuchte

zweite Vorstellung. Der Librettist hatte gerade

mitgeteilt: „… ich habe gerade Sir T. Hankey gesehen,

und er wünschte, dass ich Euch versichere, er würde alle

Logen mieten, wenn Ihr es noch einmal spielt.“ Händel

soll geantwortet haben: „Er ist ein Narr; die Juden werden

nicht kommen (wie sie auch nicht zu Judas kommen

würden), denn es ist eine christliche Geschichte;

und die Damen werden nicht kommen, weil es eine tu-

Ein Erfolg war Händels vorletztes Oratorium nicht.

Ganze fünf Vorstellungen wurden anberaumt. Zu

ungewohnt war offensichtlich der Inhalt für die

Londoner. Nun erscheint „Theodora“ in der Gesamtausgabe

mit Klavierauszug und Aufführungsmaterial.

gendhafte ist.“ Der schwache Anklang beim Publikum

schmerzte Händel durchaus. Die Vorstellungen waren

so schlecht besucht, dass er sich freute, wenn einige

Musiker, die nicht spielten, Freikarten annahmen. Morell

zufolge hatten zwei dieser Herren das Angebot abgelehnt,

sich aber um ein Ticket für Messiah beworben.

Händel soll sie daraufhin angeschrieen haben: „Oh, zu

Diensten meine Herren! Ihr seid verdammt wählerisch!

Ihr wolltet nicht zu Theodora kommen – es war genug

Platz da, um zu tanzen, als es aufgeführt wurde.“

Seit dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurden

eine Partitur und vier Klavierauszüge herausgegeben.

Die Ausgabe von Friedrich Chrysander für die Deutsche

Händelgesellschaft ist nicht vollständig, der Klavierauszug

von 1971 von Günther Weissenborn im Auftrag der

Göttinger Händelgesellschaft eine Revision der Fassung

von Chrysander. Im Klavierauszug von Watkins Shaw

für die Novello Handel Edition (1984) wurden die Stücke

vollständig abgedruckt. Mit dem Band der HHA erscheint

erstmals eine komplette kritische Partiturausgabe.

Anhand der Quellen ließen sich drei aufführbare

Fassungen rekonstruieren: Der Hauptteil enthält die

Fassung der Uraufführung, und in zwei Anhängen werden

sowohl die Änderungen für die Aufführungen von

1750–55 und zusätzliche Änderungen für die Fassung

von 1759 wiedergegeben. Hinzu kommen ein umfassendes

Vorwort, eine neue deutsche Übersetzung des gesungenen

Textes, zahlreiche Faksimiles und ein detaillierter

Kritischer Bericht. Annette Landgraf

Georg Friedrich Händel

Theodora. Oratorium in drei Teilen

Hrsg. von Colin Timms. Hallische Händel-Ausgabe

I/29

Aufführung: 25.7.2009 Salzburg (Festspiele, Premiere),

Salzburger Bachchor, Freiburger Barockorchester,

Musikal. Leitung: Ivor Bolton, Inszenierung:

Christof Loy

Besetzung: Valens, Statthalter von Antiochia (Bass),

Didymus, römischer Offizier (Alt), Septimius, römischer

Offizier, sein Freund (Tenor), Theodora, Christin

von edler Abstammung (Sopran), Irene, Christin

(Mezzosopran), Bote (Tenor), Chor der Christen, Chor

der Heiden

Orchester: Flauto traverso I, II; Oboe I, II; Fagotto I, II;

Corno I, II; Tromba I, II; Timpani; Violino I, II; Viola;

Bassi (Violoncello, Contrabbasso, Fagotto, Cembalo,

Organo)

Verlag: Bärenreiter, Aufführungsmaterial leihweise,

Klavierauszug käuflich

1I2009

]

[t]akte 1I2009 21


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Wundersame Mischungen

In Haydns Oper „La fedeltà premiata“ verbinden

sich ernste und komische Züge auf ideale Weise

Zu Joseph Haydns herausragenden Charaktereigenschaften

gehörte seine außerordentliche Bescheidenheit.

Wenn er über La fedeltà premiata schreibt, „dass

dergleichen Arbeit in Paris noch nicht gehört worden ist

und vielleicht ebensowenig in Wien“, so zeigt dies, dass

er sich sehr wohl bewusst war, mit dieser Oper ein Meisterwerk

geschaffen zu haben.

La fedeltà premiata wurde am 25. Februar 1781 zur

Einweihung des neu erbauten Theaters in Esterháza uraufgeführt

und sollte dort zu einer der meistgespielten

Opern werden. Aber bald fiel sie in einen Dornröschenschlaf.

Nun wird zum ersten Mal das gesamte Aufführungsmaterial

nach der Partitur der kritischen Gesamtausgabe

vorgelegt. Damit ist die Voraussetzung geschaffen,

dass dieses Meisterwerk in der Originalgestalt wiederbelebt

werden kann.

Schon die mitreißende Ouvertüre strahlt Kraft und

Schönheit aus. Haydn hat sie unter dem Namen „La

chasse“ als 4. Satz in seine Sinfonie Nr. 73 übernommen,

und die Jagd ist auch der mythologische Rahmen, der

die Oper umklammert. Die Handlung spielt im Tempelbereich

der Jagdgöttin Diana, die am Ende die treue Liebe

belohnt und die bösen Machenschaften bestraft. In

gewissem Sinne sind alle Figuren Jäger und Gejagte, jagen

in einem bunten Verwirrspiel nach Liebe und Glück.

In dieser Oper mischen sich auf wunderbarste Weise

ernste und komische Elemente. Nur das Liebespaar, Celia

und Fileno, kann eindeutig der Opera seria zugeordnet

werden, wobei Haydn aber auch bei diesen Figuren

die Formen dieser Gattung sprengt. Der einfältige Lindoro

entspricht am ehesten dem Buffo-Typ. Aber schon

Nerina, die mit ihrer Lebhaftigkeit und ihrer spitzen

Zunge die munterste Erscheinung ist, wurde von Haydn

mit lyrischer Sensibilität bedacht. Für die leidenschaftliche,

launische Amaranta, die durchaus auch komische

Züge trägt, schrieb er tief empfundene Musik voll

Schmerz und Enttäuschung. Der intrigante Priester des

Dianatempels, Melibeo, könnte mit seiner drastischen

Ausdrucksweise buffonesk erscheinen, wäre nicht auch

seine Verschlagenheit und Gefährlichkeit Klang geworden.

Umwerfend komisch sind die Situationen, in die

Graf Perruchetto gerät, und sicher ist er es, der für die

größte Heiterkeit sorgt. Aber er ist durchaus kein Spaßmacher.

Alles, was er äußert, ist ernst gemeint und lebhaft

empfunden, und mit seiner phantasievollen und

manchmal poetischen Ausdrucksweise und dank der

immer szenisch gedachten Musik, mit der Haydn ihn

beschenkt, wird er zu einer Figur, die in der Opernliteratur

ihresgleichen sucht.

Haydn findet für jede der 19 Arien eine andere, sowohl

aus den Charakteren als auch aus den Situationen

entwickelte Form, die so frei ist wie seine Phantasie. Hier

ist eine wesentliche Aufwertung des Orchesters erreicht:

es erhält über die Gesangsbegleitung hinaus eine kommentierende

Funktion und wird mit einer ausgefeilten

1I2009

Der Intrigant kommt buffonesk daher und der Graf

gibt sich als Spaßmacher, meint es aber durchaus

ernst. Und unter allem turbulenten Geschehen liegt

eine tief empfundene Musik. Es gilt, ein Meisterwerk

wiederzuentdecken.

„La fedeltà premiata“ in Zürich: Eva Mei als Amaranta und Carlos

Chausson als Melibeo (Foto: Suzanne Schwierz)

Instrumentationskunst zum selbstständigen Partner

der Gesangsstimmen.

Manche Teile von La fedeltà premiata existieren in

verschiedenen Fassungen, die von Haydn selbst stammen.

Es ist ein großes Verdienst dieser Edition, dass auch

die Neufassungen und Varianten in das Material aufgenommen

wurden. Ein weiterer Vorzug besteht darin,

dass der Klavierauszug eine deutsche Übersetzung aufweist,

die sich genau am Original orientiert und Sinn

und Bedeutung unter Beibehaltung des Reimes in einer

adäquaten Sprachqualität wiedergibt, was die Voraussetzung

dafür ist, dass der wunderbare, originelle Text

von Giambattista Lorenzi vor einem deutschsprachigen

Publikum seine volle, unmittelbare Wirkung entfaltet.

Peter Brenner

Joseph Haydn

La fedeltà premiata. Dramma pastorale giocoso (1780).

Nach einem Libretto von Giambattista Lorenzi

Hrsg. von Günter Thomas.Joseph Haydn Werke, Band

XXV/10 (G. Henle Verlag)

Premiere: 1.3.2009: Opernhaus Zürich, Musikal. Leitung:

Adam Fischer, Inszenierung: Jens-Daniel Herzog

Premiere: 2.3.2009: London, Royal Academy Opera, Royal

Academy of Music Sinfonia, Leitung: Trevor Pinnock,

Inszenierung: Alessandro Talevi

Personen: Fillide (Sopran), Fileno (Tenor), Amaranta

(Sopran), Conte Perrucchetto (Basso), Nerina (Sopran),

Lindoro (Tenor), Melibeo (Bass), Diana (Sopran), Coro

di ninfe e pastori, cacciatori e cacciatrici, seguaci di

Diana. Ballo di pastori e pastorelle

Orchester: Flauto I, Oboe I, II, Fagotto, Corno I, II, Tromba

I, II, Timpani, Violino I, II, Viola, Bassi (Vc. e B.), Basso

continuo

Verlag: Bärenreiter, Aufführungsmaterial leihweise,

Klavierauszug käuflich

]

[t]akte 1I2009 23


[t]akte

24 [t]akte 1I2009

Sieg der Vernunft

Louis Spohrs Oper „Jessonda“ war eine wichtige

Station auf dem Weg zur deutschen Nationaloper

In einem Artikel der Allgemeinen Musikalischen Zeitung

konnte man 1825 lesen: „Nächst Weber ist es Ludwig

Spohr […] gelungen, Aufmerksamkeit und Beyfall

im hohen Grade zu erlangen; ja durch seine Oper Jessonda

hat er sogar im nördlichen Deutschland mit dem

Componisten des Freyschützen glücklich um die Palme

gerungen.“ Im Gegensatz zu Webers Oper wird Jessonda

heute nur noch selten aufgeführt. Doch zu Beginn des

19. Jahrhunderts war das ganz anders. Louis Spohr hatte

schon mit seinem 1813 in Wien komponierten Faust einen

wichtigen Beitrag zur deutschen romantischen

Oper geleistet. Mit seiner 1822 vollendeten Jessonda

plante er dann erklärtermaßen, die Entwicklung voranzutreiben.

Auf formaler Ebene erzielte er große Fortschritte,

indem er den gesprochenen Dialog in Rezitative

verwandelte und bemüht war, die einzelnen Nummern

der Oper musikalisch miteinander zu verbinden

und zu größeren Szenenkomplexen zu gruppieren.

Nach der napoleonischen Besatzung Deutschlands

und dem erwachenden Nationalgefühl suchte man

nach „deutschen Meisterwerken“ auch auf der Opernbühne.

Man fand sie vor allem in den Werken Spohrs,

Webers und Marschners. Allerdings eigneten sich

Spohrs Opern kaum als Folie für einen tumben Nationalismus

und so gerieten sie nach 1871 immer stärker in

Vergessenheit. Die Nazis bereiteten mit ihrer Unterdrückung

der Jessonda der Rezeptionsgeschichte spohrscher

Opern ein vorläufiges Ende. Gerade wegen ihrer

dramaturgischen Intelligenz und ideologiekritischen

Grundhaltung hätten sie aber eine Wiederentdeckung

mehr als verdient.

Jessonda präsentiert vordergründig zunächst eine

klassische Liebesgeschichte, die sich vor der Kulisse Goas

im sechzehnten Jahrhundert abspielt. Gemäß einer indischen

Tradition soll Jessonda als Witwe eines verstorbenen

Rajahs mit der Leiche ihres Gemahls verbrannt

werden. Zunächst fügt sie sich in das Geschick, dass ihr

von dem jungen Brahminen Nadori verkündet wird.

Unterdessen ist jedoch der portugiesische General Tristan

d’Acunha mit einem Heer an der Küste gelandet und

Kostümentwürfe zu „Jessonda“. Aquarelle aus dem Jahr 1856

Von Zeitgenossen bejubelt, von der Nachwelt kaum

beachtet – vergleichbare Schicksale teilen die Oper

„Jessonda“ und ihr Schöpfer Louis Spohr. Dabei lohnt

es sich, beide neu zu entdecken: Immerhin bietet die

Oper eine auch musikalisch beispielhaft schöne Geschichte

um Toleranz und Völkerverständigung.

nähert sich der Stadt. In dem Glauben, es handele sich

um eine harmlose religiöse Zeremonie, schließt er mit

dem indischen Oberpriester Dandau einen Waffenstillstand

für die Dauer des Opfers. Zu spät versteht er den

wahren Charakter der Zeremonie und muss auch noch

erkennen, dass das Opfer seine verloren geglaubte Jugendliebe

Jessonda ist. Rettung aus dem Dilemma

bringt Nadori, der von einem geplanten Bruch des Waffenstillstandes

durch Dandau berichtet und so Tristan

von seinem gegebenen Ehrenwort befreit.

Nadori verkörpert dabei gewissermaßen Kants Definition

der Aufklärung, denn er vollzieht den „Ausgang

des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“

im Laufe der Oper exemplarisch nach. Schon in

seinem Duett mit Dandau am Beginn des ersten Aktes

deutet sich das auch musikalisch an. Überhaupt ist die

Musik dieser Oper nicht nur ausgesprochen schön, sondern

auch höchst intelligent. So werden z. B. Inder und

Portugiesen zwar in ihren jeweiligen Szenen musikalisch

geschickt charakterisiert, als sie sich aber mit gezogenen

Schwertern gegenüber stehen, verfallen sie in

einen Kanon. Im Geklirr der Waffen verstummen die

kulturellen Unterschiede. Der Sieg des Guten in dieser

Oper verdankt sich so einer konsequent aufgeklärten

Haltung auf beiden Seiten. Eine Dramaturgie also, von

der wir auch heute noch viel lernen können.

Wolfram Boder

Louis Spohr

Jessonda

Staatstheater Kassel, 25.10., 1. und 7.11.2009 (konz.),

Staatsorchester Kassel, Leitung: Patrik Ringborg

Besetzung: Jessonda (Sopran), Amazili (Sopran), Dandau

(Bass), Nadori (Tenor), Tristan (Bariton) und Lopes

(Tenor), Indischer Offizier (Tenor), 2 Bajaderen (S),

Chor (SATB)

Orchester: 2 (Picc),2,2,2 – 4,4,3,0 – Pk – Str

Verlag: Bärenreiter, Aufführungsmatertial leihweise


Zurück zur Handschrift

Giuseppe Verdis „Falstaff“ in einer wissenschaftlich-kritischen

Neuausgabe der Urfassung

Verdis Falstaff nimmt in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung

in der Geschichte der Oper ein. Als letztes Werk

eines der bedeutendsten Opernkomponisten vereinigt

es in sich das Können und die Erfahrung von mehr als

25 Opern, markiert aber gleichzeitig auch das Ende einer

Entwicklung, die 100 Jahre zuvor mit dem Belcanto

begonnen hatte und nunmehr vom Verismo abgelöst

wurde. Daneben ist Falstaff eine von ganz wenigen komischen

Opern der Weltliteratur, deren Humor nicht nur

der Handlung oder einzelnen Textpointen entstammt,

sondern deren abgeklärter Witz der Musik selbst entspringt

und im selben Moment in ihr reflektiert wird.

Schließlich besticht Falstaff auch durch die Reduktion

der Mittel, den sparsamsten Einsatz von Effekten, die

gerade dadurch zu besonderer Aussagekraft gelangen.

Angesichts der Bedeutung, die Verdis Alterswerk in

der Musikgeschichte zukommt, verwundert es, dass sich

bislang niemand der editorischen Mühe unterzogen hat,

das Autograph zur Grundlage einer wissenschaftlichkritischen

Ausgabe zu machen.

Die autographe Partitur ist vollständig erhalten, im

Wesentlichen problemlos zu lesen und enthält nur wenige

Korrekturen. Die editorischen Fragen, die sich bei

der wissenschaftlichen Revision ergeben, beziehen sich

auf Details der Dynamik, Artikulation und Phrasierung.

Oft sind Instrumente dynamisch nicht bezeichnet, eindeutig

zusammengehörende oder parallele Phrasierungen

unterschiedlich und Artikulationen eindeutig fehlerhaft.

Die dadurch notwendigen Korrekturen, Angleichungen

und Ergänzungen werden auf folgender Basis

vorgenommen:

- Beschränkung auf das absolut notwendige Minimum

an Eingriffen

- alle Korrekturen, Ergänzungen und Angleichungen

erfolgen ausschließlich auf Basis des autographen

Notentextes und nur so weit, als sie sich daraus ableiten

lassen.

Alle bisherigen Publikationen unterscheiden sich erheblich

von Verdis Handschrift, wobei sie keineswegs

nur die notwendigen Korrekturen vornehmen. Der

bereits vor der Uraufführung hergestellte Erstdruck des

Klavierauszuges enthält einige Abweichungen in den

Singstimmen in Bezug auf Tonhöhen, Dynamik, Artikulation,

Phrasierung und auch Text. Im Übrigen gibt dieser

Klavierauszug aber eindeutig die Version der autographen

Partitur wieder. Durch das Publikationsdatum

können die Änderungen in den Singstimmen vor der

Uraufführung datiert werden, sie sind also mit ziemlicher

Sicherheit von Verdi autorisiert und wurden deshalb

als Alternative in die kritische Neuausgabe mit einbezogen.

1I2009

Von „Falstaff“, dem genialen Spätwerk Verdis, gibt

es bisher keine Urtext-Edition. Michael Rot füllt diese

Lücke, indem er auf die vom Komponisten konzipierte

Erstfassung zurückgeht, die sich aus dem originalen

Klavierauszug und Abweichungen in den

Singstimmen aus Verdis Hand ergibt.

Die erste Partitur von Falstaff erschien im Verlag Ricordi

erst einige Jahre nach Verdis Tod. Die darin enthaltenen

unzähligen Änderungen in Dynamik, Artikulation

und Phrasierung im gesamten Orchester können

daher nicht mit Verdi direkt in Verbindung

gebracht werden. Das Aufführungsmaterial

der Uraufführung,

das diesbezüglich sicher die

meisten Fragen klären könnte,

steht als Quelle nicht zur Verfügung.

Als Herausgeber habe ich mich

daher entschlossen, eine Partitur

vorzulegen, die erstmals die noch

nie publizierte Erstfassung von Falstaff

enthält. Im Ablauf unterscheidet

sie sich von den bekannten

Ausgaben nur durch wenige Takte,

die hinzukommen. Wesentlich sind

die erheblich unterschiedliche Dynamik

und Phrasierung im Verlauf

des gesamten Werkes sowie die Abweichungen

in den Singstimmen.

Neben der Urfassung der autographen

Partitur enthält die Ausgabe

auch die Änderungen in den Singstimmen,

die Verdi noch vor der Das Heiterste zum Schluss: Giuseppe Verdi

Uraufführung vorgenommen hat.

Zentraler Bestandteil der Neuausgabe ist der umfangreiche

kritische Bericht in der von der Verlagsgruppe

Hermann in den letzten Jahren neu entwickelten Methode

non-verbaler grafischer Darstellung in tabellarischer

Form. Die ausführlichen Lesarten sind fast ausschließlich

mit Notenbeispielen dargestellt und können

daher sprachunabhängig und sogar unabhängig von der

Partitur benutzt werden.

Die wissenschaftlich-kritische Neuausgabe von Verdis

Falstaff wird Anfang 2010 als Partitur mit ausführlichem

kritischen Bericht, dazugehörigen Orchesterstimmen

ergänzt durch einen neu herausgegebenen Klavierauszug

erscheinen und bei Alkor Edition Kassel als Leihmaterial

lieferbar sein. Michael Rot

Giuseppe Verdi

Falstaff

Hrsg. von Michael Rot

Verlagsgruppe Hermann,

Aufführungsmaterial leihweise über die

Alkor-Edition

]

[t]akte 1I2009 25


[t]akte

26 [t]akte 1I2009

Plädoyer für ein

großartiges Repertoire

Ein Gespräch mit Marc Minkowski über die

französische Oper des 19. Jahrhunderts

[t]akte: Über das barocke und das klassische Repertoire

hinaus haben Sie immer ein besonderes Interesse für die

französische Musik des 19. Jahrhunderts gezeigt, vor allem

aber für die Oper. Warum wurde sie Ihrer Meinung

nach – mit Ausnahme von Stücken wie Carmen, Werther

oder Faust – so lange vernachlässigt?

Minkowski: Dieses Problem wirft viele Fragen auf, für

die es nicht eine erschöpfende Antwort geben kann. Einige

Erklärungen ermöglichen es uns lediglich, den tiefgreifenden

Geschmackswandel beim Opernpublikum

um die Wende zum 20. Jahrhundert zu verstehen, der

im Kontext einer Internationalisierung der Musik zu sehen

ist. Ich bin der Meinung, dass dafür während der

zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Erfolg von Verdis

und Wagners Opern in Europa eine wesentliche Rolle

gespielt hat. In einer Kunstform, in der sich Librettisten

und Musiker bis dahin an gesellschaftliche Konventionen

und wirtschaftliche Überlegungen der Theater

anpassen mussten, haben diese beiden Komponisten

ihre eigene Dramaturgie durchgesetzt, indem sie ihren

Werken eine menschliche Komponente verliehen haben.

An den Geist Glucks anknüpfend, haben sich diese

beiden Künstler des Dramas bemächtigt und ihm Tonsprache

und Opernpraxis unterworfen. Als ihre Hauptwerke

in Paris aufgeführt wurden, haben sie die Idee des

Musiktheaters für junge Komponisten völlig verändert

und damit ein wachsendes Publikum berührt.

Zurückblickend erschienen gegen Ende des 19. Jahrhunderts

die Werke Meyerbeers, die weiterhin auf den

Programmen der Opernbühnen standen, mehr und

mehr künstlich und unnatürlich. Da sich die Frage nach

der Kunst auf dem Theater vor allem durch das Aufkommen

der Regie am Beginn des 20. Jahrhunderts immer

dringlicher stellte, wusste man nicht mehr, wie man

diese Opern auf die Bühne bringen konnte. In dieser

Übergangszeit begann sich mit dem Wandel der Darstellungsformen

auch der Geschmack zu ändern. Die Oper

hörte auf, einem sozialen Bedürfnis Rechnung zu tragen

und entsprang nun dem Wollen des Künstlers. Dies alles

bedeutete einen Bruch zwischen dem französischen

Repertoire der Romantik (ausgenommen Faust 1859)

und dem modernen Operntheater nach Verdi und Wagner,

dem der Generation von Bizet und Massenet, die

etwa dreißig Jahre später geboren wurden und von ihren

Vorbildern gelernt hatten.

Was sind die Gründe für die jüngste Neuentdeckung

dieses Repertoires?

Unsere Zeit ist durch eine tiefe Neugier gleichermaßen

gegenüber der Vergangenheit wie der Zukunft gekennzeichnet.

Das 20. Jahrhundert hat eine Leidenschaft für

die barocke Kunst entwickelt. Das Interesse an alter

Musik wurde aber nicht erst in den letzten Jahrzehnten

Der französische Dirigent Marc Minkowski ist ein

Verfechter des französischen Opernrepertoires aus

dem 19. Jahrhundert. Im Gespräch erklärt er sich zu

dieser Liebe und entwirft Perspektiven für eine Renaissance.

Reif für Wiederentdeckung: Marc Minkowski setzt sich für die

französische Oper ein (Photo: Philippe Gontier / Naïve)

geweckt: Wir sollten nicht vergessen, dass Persönlichkeiten

wie Saint-Saëns, d’Indy, Romain Rolland und andere

entschieden für die Musik früherer Zeiten eingetreten

sind. Monographien, Denkmälerausgaben und

szenische Wiederentdeckungen waren in Frankreich am

Anfang des 20. Jahrhunderts hoch im Kurs. All dies galt

als modernes Bewusstsein, als Wunsch, Teil einer generationsübergreifenden

Entwicklung zu sein, als Suche

nach Glaubwürdigkeit. Unser Interesse für die folgende

Epoche, die der Romantik, ist jünger und galt zuerst der

Bildenden Kunst: Der Umbau des Gare d’Orsay 1986 in

ein Museum ist dafür bezeichnend. In unserer Zeit der

Retrospektive ist das Publikum reif für die Wiederentdeckungen

des musikalischen Repertoires aus der Zeit

von Ingres, Courbet und den Impressionisten, eines Repertoires,

das den großen Erfolg der Pariser Opernbühnen

begründet hat, und von dem wir heute noch profitieren,

verlieh es doch der Stadt, die zur Musikhauptstadt

Europas in der Romantik wurde, eine große Strahlkraft.

Welche französischen Opern haben Sie dirigiert und was

sind Ihre Favoriten?

Ich kann keine Lieblingswerke nennen angesichts der

großen Anzahl von Opern, die ich schon dirigiert habe,

darunter so wunderbare und verschiedenartige Stücke

wie La Dame blanche von Boïeldieu, Le Domino noir von

Auber, Robert le diable von Meyerbeer, La Favorite von

Donizetti, Le Belle Hélène, La Grand-Duchesse de Gerolstein,

Orphée aux Enfers und Les Contes d’Hoffmann von

Offenbach – nicht zu vergessen seine Rheinnixen, eine

richtige französische romantische Oper, obwohl in Dresden

uraufgeführt – Carmen von Bizet und schließlich

Cendrillon und Manon von Massenet. Ich habe außerdem

für die Deutsche Grammophon ein Recital mit Magdalena

Kožená aufgenommen, das unter anderem herrliche

Opernarien von Gounod und Ambroise Thomas

enthält.


Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Orchestermaterial

dieser Werke gemacht?

Man stößt oft auf große Schwierigkeiten, auch wenn

man Kritische Ausgaben verwenden kann. Die Orchesterstimmen

enthalten zu wenige Korrekturen und sind

oft eher vorläufiger Natur. Wenn man mit Originalstimmen

aus Bibliotheken arbeiten muss, besteht die große

Gefahr, in den Wochen und Monaten vor der Aufführung

viel Zeit zu verlieren.

Wie schätzen Sie angesichts dieser Erfahrungen, die sicher

mit denen vieler Kollegen übereinstimmen, den

Wert unseres neuen verlegerischen Projekts L’Opéra

français ein?

Dieses Projekt war ein Desiderat! Wir verfügen jetzt über

wunderbare Ausgaben von Rossini, Wagner, Verdi oder

Offenbach. Es ist an der Zeit, dass Ähnliches für die französische

Oper der Romantik geschieht, wenn man sie

aufführbar machen und dem Publikum wieder vorstellen

will. Ich möchte darüber hinaus hervorheben, dass

sich flankierend zu Ihrer verlegerischen Initiative eine

Bewegung seitens der Institutionen zugunsten dieses

Repertoires abzeichnet. 2005 wurden die Aufgaben der

Opéra Comique durch die französische Regierung neu

definiert, und seit 2007 werden solche vergessenen Werke

in den Saisonprogrammen bevorzugt. In Venedig beherbergt

der Palazzetto Bru-Zane ein Zentrum für französische

romantische Musik, das von einer Schweizer

Stiftung finanziert wird und seine Arbeit 2009 aufnimmt.

Das französische Opernrepertoire des 19. Jahrhunderts,

das seinerzeit in die ganze Welt exportiert wurde, stößt

heute auf Akzeptanzprobleme. Die Grand Opéra wird

von vielen als hyperspektakulär und gleichzeitig als

ziemlich oberflächlich eingeschätzt; die Opéra comique

mit ihren gesprochenen Dialogen lässt sich mit den internationalen

Sängerensembles von heute kaum noch

adäquat besetzen und ist zudem schwer verständlich für

ein Publikum, das der französischen Sprache meist nicht

genügend mächtig ist, um die Feinheiten des Librettos

zu verstehen und zu genießen. Wie schätzen Sie die Zukunft

der französischen Oper des 19. Jahrhunderts ein

und die Chance, einige Stücke dieser Gattung mit Hilfe

unseres verlegerischen Projekts für die Bühne zurückzugewinnen?

Wir werden das Opernpublikum von Wert und Charme

dieser vernachlässigten Werken nur überzeugen können,

wenn Ihre Bemühungen als Verleger und die Neugier

der Programmverantwortlichen und Dirigenten mit

gut ausgebildeten Interpreten zusammentreffen, deren

Stimmen sowohl für den Belcanto als auch für den lyrischen

Gesang ausgebildet sind. Dieses Repertoire ist

nicht unsingbar, wenn die Interpreten Verständnis für

diesen Stil entwickeln. Sind die Partituren erst einmal

erhältlich, können die Sänger diese Werke leichter studieren

und sich aneignen. Was die komische Oper betrifft

– und Carmen, das weltweit am häufigsten aufgeführte

französische Werk, gehört wohlgemerkt zu dieser

Gattung – müssen die Sänger wieder lernen, auf der

Bühne nicht nur zu singen, sondern auch zu sprechen.

Dieser Registerwechsel ist sehr heikel, aber im 19. Jahrhundert

war die Fähigkeit dazu unabdingbar. Es ist sehr

bedauerlich, dass das Conservatoire national supérieur

de Paris 1991 die Opéra-comique-Klassen geschlossen

hat.

Dürfen wir erfahren, welche französischen Opern wir

in Zukunft von Ihnen hören werden?

In der nächsten Zeit werde ich mit großem Enthusiasmus

Mireille von Gounod, Don Quichotte von Massenet

und Les Huguenots von Meyerbeer dirigieren.

Die Fragen stellte Ulrich Etscheit

Übersetzung: Geneviève Geffray / JM

L’Opéra français

Editionsleiter: Paul Prévost

Bärenreiter-Verlag Kassel 2008ff.

1I2009

Adolphe Adam: Le Toréador ou L’Accord parfait

Hrsg. von Paul Prévost (2009)

Aufführungsmaterial bereits leihweise erhältlich

Édouard Lalo: Fiesque

Hrsg. von Hugh Macdonald (2009)

Aufführungsmaterial bereits leihweise erhältlich

Daniel François Esprit Auber: Le Domino noir

Hrsg. von Emmanuel Trombowsky (2010)

Ambroise Thomas: Hamlet

Hrsg. von Sarah Plummer u. Hugh Macdonald (2011)

Jules Massenet: Werther

Hrsg. von Lesley Wright (2011)

Emmanuel Chabrier: L’Étoile

Hrsg. von Hugh Macdonald (2012)

Aufführungsmaterial ab Herbst 2009 leihweise

erhältlich

Die Reihe wird ca. 35 Bände umfassen und zur

Subskription angeboten.

]

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[t]akte

28 [t]akte 1I2009

Fortwährendes Singen

Zur Neupublikation von Josef Bohuslav Foersters

Cellokonzert

In der Musikgeschichte ist Josef Bohuslav Foerster

(1859–1951) vor allem durch seine Freundschaft mit

Gustav Mahler in ihrer gemeinsamen Hamburger Zeit

bekannt. Es entstand ein intensiver künstlerischer Austausch

zwischen Mahler und Foerster. Foerster und seine

Frau Berta Lautererová wechselten 1903 mit Mahler

nach Wien und kehrten erst 1918 nach Prag zurück. In

Prag gehörte er als Direktor des Konservatoriums und

Universitätslehrer, später als Präsident der Prager Akademie

der Künste und mit der Auszeichnung

als Nationalkünstler 1945

zu den angesehensten Persönlichkeiten

seines Landes.

Ein immenses musikalisches

Werk des mehrfach begabten Künstlers

harrt der Wiederentdeckung.

Nachdem Editio Bärenreiter Praha

2007 die Sinfonien Nr. 1 und 2 neu

publiziert hat und diese von den Osnabrücker

Sinfonikern aufgeführt

und auf CD (MDG, dort auch die Einspielung

der 3. und 4. Sinfonie) produziert

worden sind, erscheint nun

das späte Konzert für Violoncello

und Orchester aus dem Jahr 1930, das

im Januar bei Supraphon von Jiří Bárta

und der Prager Kammer Philharmonie unter der Leitung

von Jakub Hrůša eingespielt worden ist.

Foerster gehört mit Janáček, Suk und Novák zu der

Generation tschechischer Nationalkünstler, die den

Schritt ins 20. Jahrhundert vollzogen. Sein Stil blieb der

spätromantischen Musiksprache verpflichtet: groß,

melodisch und glänzend in seiner ersten Reife der Jahre

zwischen 1890 und 1910, später immer mehr verinnerlicht

und lyrisch.

Das Cellokonzert stammt aus dem Jahr 1931. Um einen

Mittelsatz des fortwährenden Singens des Solocellos

gruppieren sich ein gemäßigter Kopfsatz, der im

dunklen Tonfall der Hörner und Posaunen anhebt, und

ein tänzerischer Schlusssatz, der zum Ende zur schwelgerischen

Kantilene des Beginns zurückkehrt. Während

der erste Satz seine Thematik im konzertierenden

Miteinander entwickelt, steht im zweiten das Solocello

als Gesangsträger ungebrochen im Vordergrund und

bildet den intensiv lyrischen Schwerpunkt des Werkes.

Marie Luise Maintz

Josef Bohuslav Foerster

Konzert für Violoncello und Orchester op. 143

Besetzung: 2,2,Eh,2,BKlar,2 – 4,2,3,1 – Hfe – Pk, Triangel

– Str

Aufführungsdauer: ca. 20 Minuten

Verlag: Editio Bärenreiter Praha, Aufführungsmaterial

leihweise

Janáceks Viola d’amore

^

Zur Neuausgabe des Streichquartetts

Nr. 2 „Intime Briefe“

Leoš Janáčeks 2. Streichquartett „Intime Briefe“ gehört

zu jenen Werken, deren Aufführungsgeschichte durch

die (teilweise notwendigen) Bearbeitungen seiner Interpreten

geprägt ist. Janáček hatte vor seinem überraschenden

Tod im August 1928 drei Proben durch das

Mährische Quartett erlebt, bei denen er und die Musiker

Änderungen in einer Abschrift anbrachten. Die Erstausgabe

erfolgte erst 1938 und ist letztlich eine interpretierende

Revision des ersten Geigers des Mährischen

Quartetts, František Kudláček. Weitere, noch stärker revidierende

Editionen folgten.

Erstmals werden nun in der Neuedition im Rahmen

der Kritischen Gesamtausgabe der Werke von Leoš

Janáček (Reihe E, Band 4, Editio Bärenreiter Praha,

BA 6857, Partitur mit Stimmen) die Schichten der Komposition

freigelegt: Sie enthält die ursprüngliche, autographe

Partitur als Faksimile und als Transkription sowie

jene zweite Version, die während der Proben im Mai

1928 entstand und als „letzte“ Fassung gelten muss. Jedoch

fehlt der wichtige Schritt der Redaktion der Erstausgabe

durch den Komponisten, so dass man zögert,

von der „letzten“ Fassung zu sprechen, zumal Janáček

das Quartett ursprünglich mit einem Instrument besetzt

hatte, das er als kaum verhüllte Chiffre für die Liebe verwendete.

Sein Dokument der Leidenschaft kündigte er

in einem Brief an Kamila Stösslová an: „Das Ganze wird

von einem besonderen Instrument zusammengehalten.

Es heißt Viola d’amour – Liebesviola. […] In dieser Arbeit

werde ich mit Dir allein sein. Kein Dritter neben uns …“

(1.2.1928). Edel, silbrig, etwas verhangen und fragil klingt

die Viola d’amore im Vergleich zu der robusteren Bratsche,

die sich als die lautere, „moderne“ Altstimme im

Streichersatz durchgesetzt hat. Das siebensaitige Barockinstrument,

bei dem weitere sieben Resonanzsaiten

frei mitschwingen, verwandte Janáček in mehreren

späten Werken (u. a. Kát’a Kabanová) in prominenter

Funktion – eine deutliche Botschaft hat es in den Intimen

Briefen. Jedoch wurde es schon während der ersten

Probe gegen eine Bratsche ausgetauscht, wobei die

Stimme geändert wurde. Somit existieren zwei Fassungen

des Quartetts, die in der Neuausgabe nebeneinander

gestellt werden.

Den verschiedenen Versionen hat sich das französische

Quatuor Diotima gewidmet. Zusammen mit Garth

Knox spielte es sowohl die Erstfassung mit Viola d’amore

als auch die revidierte mit Bratsche ein (Alpha 133), was

den direkten Vergleich ermöglicht. Wie die Interpreten

schreiben, offenbart die Edition „eine radikale Entwicklung

im Charakter des Werkes“. Die vergleichende CD-

Einspielung macht deutlich, wie die Altstimme – gespielt

von Bratsche oder Viola d’amore – den Klang des

gesamten Quartetts verändert, hin zu einem zarteren,

weicheren Duktus. Und sie legt nicht zuletzt die Arbeit

an der Interpretation als einen kreativen Prozess mit all

seinen Fragestellungen offen. MLM


Neue Bücher

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sämtliche Briefe. Auf der

Basis der von Rudolf Elvers angelegten Sammlung hrsg.

von Helmut Loos und Wilhelm Seidel. 12 Bände. Jeweils

ca. 750 Seiten. Subskriptionspreis

€ 149,– / CHF 268.00 pro Band. Abgabe

nur geschlossen. / Band 1: November

1816 bis Juni 1830. Hrsg. von Juliette

Appold und Regina Back. Bärenreiter-

Verlag 2008. 764 Seiten.

Der Bärenreiter-Verlag hat den ersten

Band einer Gesamtausgabe der Briefe

Felix Mendelssohn Bartholdys (1809–

1847) veröffentlicht. In den ca. 5.000

zwischen 1816 und 1847 verfassten

Briefen des Komponisten, die innerhalb

von sechs Jahren in zwölf Bänden

erscheinen werden, enthüllt sich ein

kultur- und geistesgeschichtliches Panorama

von großer Faszination.

Georg Friedrich Händel: Messiah HWV 56. Autograph.

The British Library. Kommentar von Donald Burrows.

Bärenreiter Facsimile. Documenta Musicologica, Zweite

Reihe, Band XL. Bärenreiter-Verlag 2008. Halbleinen,

gebunden. 282 Seiten Faksimile + 56 Seiten Kommentar

(engl./dt./jap.). € 398,– / CHF 699.–.

Zum Händel-Gedenkjahr haben sich die British Library

und der Bärenreiter-Verlag zusammengeschlossen, um

das Autograph des Messiah in einem sorgfältig reproduzierten,

aufwendig ausgestatteten Faksimile der Öffentlichkeit

zugänglich zu machen. Der renommierte

Händel-Forscher Donald Burrows führt in die Charakteristika

der Handschrift ein, stellt die Entstehungsgeschichte

dar und erläutert die Unterschiede zu späteren

Fassungen des Messiah, wie sie sich in den Direktionspartituren

niedergeschlagen haben.

Doppelseite aus dem „Messiah“-Faksimile

Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag. ca.

360 Seiten. ca. € 39,95 / CHF 71.90. Erscheint im Sommer

2009.

Silke Leopold geht der Frage nach, wie Händels Opern

damals wahrgenommen wurden und warum diese

Werke das heutige Publikum so begeistern. Das Buch ist

zweigeteilt: In zehn Kapiteln behandelt Silke Leopold

Händels Musik und seine Fähigkeit, den handelnden

Personen in ihren Arien und Ensembles

einen unverwechselbaren

Charakter zu verleihen, sie als Menschen,

nicht als typisierte Figuren erscheinen

zu lassen. Er entlockt ihnen

ihre Geheimnisse, ohne sie zu denunzieren.

Den zweiten Teil bildet ein umfassendes

Lexikon aller Händel-Opern

mit ausführlichen Angaben zu Besetzung,

Stoffgeschichte und Inhalt.

Johann Nikolaus Forkel: Ueber Johann

Sebastian Bachs Leben, Kunst und

Kunstwerke (Leipzig 1802). Edition · Quellen · Materialien.

Vorgelegt und erläutert von Christoph Wolff unter

Mitarbeit von Michael Maul. Bach-Dokumente VIII.

Bärenreiter-Verlag 2008. 228 Seiten. € 99,– / CHF 162.00.

Für die heutige Bach-Forschung ist Forkels Buch aus dem

Jahr 1802 nach wie vor eine Quelle von unschätzbarem

Wert. Als Band VII der „Bach-Dokumente”, dem Supplement

zur „Neuen Bach-Ausgabe”, ist nun die Biographie

mit Kommentaren, Quellennachweisen und Materialien

erschienen. Erstmals wurden dafür auch alle schriftlichen

Äußerungen Karl Friedrich Zelters zusammengestellt,

der als Erster die Biographie rezensierte.

Marion Recknagel: Truggeweihtes Glück. Die Liebe in

Opern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Bärenreiter-

Verlag 2009. 245 Seiten. € 29,95 / CHF 53.90.

Komponisten haben für Liebesszenen in ihren Opern

Musik von besonderer Schönheit und

Wirkung geschaffen. Doch verändern

sich im Laufe des 19. Jahrhunderts die

Vorstellungen von der Liebe – und mit

ihr ihre musikalische Darstellung. Die

Liebe verliert die Kraft zu harmonisieren

und zu verbinden. Mit der Beschreibung

von acht Werken, von Mozarts

Così fan tutte über Wagners Tristan

und Isolde bis hin zu Leoš Janáčeks

Kát’a Kabanová und Alban Bergs Lulu,

schlägt Marion Recknagel einen Bogen

über das 19. Jahrhundert hinweg bis ins

20. Jahrhundert hinein, um die Veränderungen in der

Liebeskonzeption der Oper darzustellen.

Simone Galliat: Musiktheater im Umbruch. Studien zu

den opere semiserie Ferdinando Paërs. Gustav Bosse

Verlag 2009. Kölner Beiträge zur Musikwissenschaft,

Band 11. 361 Seiten. € 39,95 / CHF 71,90.

Christiane Strucken-Paland: Zyklische Prinzipien in den

Instrumentalwerken César Francks. Gustav Bosse Verlag

2009. Kölner Beiträge zur Musikwissenschaft, Band 7.

540 Seiten. € 49,95 / CHF 89,90.

1I2009

]

[t]akte 1I2009 29


[t]akte

Neue CDs und DVDs

CDs

Georg Friedrich Händel:

Acis & Galatea

Dunedin Consort & Players,

Leitung: John Butt. Linn

Jan Křitel Jiří Neruda: Konzert

für Trompete und Streicher

Alison Balsom, Deutsche

Kammerphilharmonie Bremen,

Leitung: Thomas Klug. EMI

Joseph Haydn: Italian Arias

Thomas Quasthoff, Freiburger

Barockorchester, Leitung:

Gottfried von der Golz. Deutsche

Grammophon

Wolfgang Amadeus Mozart:

„Donna“ (Opera & Concert Arias)

Diana Damrau, Le Cercle de

l’Harmonie, Leitung: Jérémie

Rhorer. Virgin Classics

„Mozart“

Annette Dasch, Akademie für

Alte Musik, Leitung: Marc Piollet.

SonyBMG

„Gods, Kings & Demons“

Arien von u. a. Berlioz, Dvořák,

Mozart

Rene Pape, Staatskapelle

Dresden, Leitung: Daniel Harding.

Deutsche Grammophon

Hector Berlioz:

Grande Messe des Morts

EuropaChorAkademie, SWR

Sinfonieorchester Baden-Baden

und Freiburg, Leitung: Sylvain

Cambreling. Glor

Hector Berlioz:

Vocal Works with Orchestra

SWR Vokalensemble Stuttgart,

Leitung: Sylvain Cambreling.

Hänssler

Felix Mendelssohn Bartholdy

Konzert Nr,. 3 e-Moll für Klavier

und Orchester. Rekonstruiert und

vervollständigt von R. Larry Todd

auf: Mendelssohn: The Piano

Concertos, Matthias Kirschnereit

(Klavier), Robert-Schumann-

Philharmonie Chemnitz, Leitung:

Frank Beermann.

Arte Nova

30 [t]akte 1I2009

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 3

(Fassung 1889)

Mozarteum Orchester Salzburg,

Leitung: Ivor Bolton. Oehms

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4

(Fassung 1874)

Radio-Sinfoniorchester Stuttgart,

Leitung: Roger Norrington.

Hänssler

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 6

Radio-Sinfoniorchester Stuttgart,

Leitung: Roger Norrington.

Hänssler

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 7

HR Sinfonieorchester, Leitung:

Paavo Järvi. SonyBMG

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 7

Symphonieorchester des

Bayerischen Rundfunks, Leitung:

Karl Böhm. audite

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 8

(Fassung 1890)

Symphonieorchester des

Bayerischen Rundfunks, Leitung:

Karl Böhm. audite

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 9

Mozarteum Orchester Salzburg,

Leitung: Ivor Bolton. Oehms

Antonín Dvořák:

Stabat mater (Originalfassung

1876 mit Klavier)

accentus, Leitung: Laurence

Equilbey. naïve

Josef Bohuslav Foerster:

Sinfonie Nr. 3

Osnabrücker Symphonieorchester,

Leitung: Hermann

Bäumer. MDG

Ernst Krenek:

What price confidence

Ilana Davidson, Susan Narucki,

Richard Clement, Christopheren

Nomura. Phoenix

Andreas N. Tarkmann:

Der Mistkäfer

Thomas Fritsch, WDR Rundfunkorchester,

Leitung: Stefan

Blunier. cpo

Matthias Pintscher: Shining forth

Anders Nyqvist (Trompete).

Kulturforum Witten / WDR

Beat Furrer: Konzert für Klavier

und Orchester, spur, lotófagos I,

invocation VI, FAMA VI, retour an

dich

Nicolas Hodges (Klavier), WDR

Sinfonieorchester Köln, Leitung:

Peter Rundel u. a. Kairos

world premiere recording

ERNST KRENEK

What Price Confidence

Chamber Opera in nine scenes op.111

Libretto by Ernst Krenek

DVDs

ILANA DAVIDSON · SUSAN NARUCKI

RICHARD CLEMENT · CHRISTOPHEREN NOMURA

LINDA HALL

Georg Friedrich Händel: Orlando

Opernhaus Zürich, Leitung:

William Christie, Inszenierung:

Jens-Daniel Herzog. Arthaus

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Glyndebourne Production,

Orchestra of the Age of

Enlightenment,

Leitung: Iván Fischer, Inszenierung:

Nicholas Hytner. opus arte

Wolfgang Amadeus Mozart:

Ascanio in Alba

Teatro Communale di Bologna,

Leitung: Ottavio Dantone,

Inszenierung: Luigi Scoglio.

Bongiovanni

1


–>

–>

–>

Termine (Auswahl)

März 2009 März 2009 April 2009 April 2009

15.3.2009 Antwerpen (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Musikal. Leitung: Attilio

Cremonesi, Inszenierung: Guy

Joosten

15.3.2009 Tourcoing (Premiere)

Joseph Haydn:

L’anima del filosofo

La Grande Ecurie et la Chambre

du Roy, Musikal. Leitung: Jean-

Claude Malgoire, Inszenierung:

Alita Baldi

18.3.2009 New York

Felix Mendelssohn Bartholdy:

Konzert Nr. 3 e-Moll für Klavier

und Orchester

(USA-Erstaufführung)

Tatiana Goncharova (Klavier),

Lyric Chamber Ensemble,

Leitung: Daniel Boico

19.3.2009 London

Antonín Dvořák: Stabat Mater

(Originalfassung für Chor und

Klavier, UK-Erstaufführung)

BBC Singers, Stephen Betteridge

(Klavier), Leitung: David Hill

19.3.2009 Prag (Rudolfinum)

Matthias Pintscher: nemeton for

solo percussion; Study I for

Treatise on the Veil; Study III for

Treatise on the Veil;

Miroslav Srnka: Les Adieux

(Tschech. Erstaufführungen)

Rainer Römer (Schlagzeug), Rafal

Zambrzycki-Payne (Violine), Eva

Böcker (Violoncello), Ensemble

Modern, Leitung: Matthias

Pintscher

20.3.2009 Berlin (Philharmonie,

Premiere)

Joseph Haydn:

Orlando Paladino (konz.)

Berliner Philharmoniker, Leitung:

Nikolaus Harnoncourt

20.3.2009 Lübeck (Premiere)

Othmar Schoeck: Penthesilea

Musikal. Leitung: Philippe Bach,

Inszenierung: Alexander Schulin

–>

21.3.2009 Amsterdam (Premiere)

Joseph Haydn: Orlando Paladino

Radio Kamer Philharmonie,

Musikal. Leitung: Alessandro de

Marchi

22.3.2009 Berlin (MaerzMusik)

Vadim Karassikov:

in the flame of the dream

Moscow Contemporary Music

Ensemble

26.3.2009 Göttingen

Joseph Haydn:

L’isola disabitata (konz.)

Göttinger Symphonie Orchester,

Solisten, Leitung: Martin

Haselböck

27./29.3.2009 Montpellier

Manfred Trojahn: Galahads Tanz

(Franz. Erstaufführung)

Orchestre National de Montpellier,

Leitung: Gregor Bühl

27.3.2009 Linz

Thomas Daniel Schlee: Ich, Hiob

Inszenierung: Mascha Pörzgen

28.3.2009 Karlsruhe (Premiere)

Benjamin Britten:

Death in Venice

Musikal. Leitung: Jochen

Hochstenbach, Inszenierung:

Georg Köhl

28.3.2009 Saarbrücken (Premiere)

Peter Tschaikowski: Schwanensee

Musikal. Leitung: Christophe

Hellmann, Choreographie:

Marguerite Donlon

29.3.2009 Avignon (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

La clemenza di Tito

Musikal. Leitung: Jonathan

Schiffmann, Inszenierung: Alain

Garichot

29.3.2009 Aachen (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Lucio Silla

Musikal. Leitung: Marcus Bosch,

Inszenierung: Ludger Engels

1./3.4.2009 Konstanz /

4.4.2009 Singen

–>

Thomas Daniel Schlee:

Konzert für Klavier und

Orchester (Uraufführung)

Klaus Sticken (Klavier), Südwestdeutsche

Philharmonie Konstanz,

Leitung: Thomas Kalb

–>

4.4.2009 Lüneburg (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Musikal. Leitung: Urs-Michael

Theus, Inszenierung: Philipp

Kochheim

4.4.2009 Istanbul

Christoph Willibald Gluck/

Hector Berlioz: Orphée

Musikal. Leitung: Murat Kodalli,

Inszenierung: Recep Ayyilmaz

5.4.2009 Berlin (Komische Oper,

Premiere)

Christoph Willibald Gluck: Armide

Musikal. Leitung: Konrad

Junghänel, Inszenierung: Calixto

Bieito

6.4.2009 New York (Austrian

Cultural Forum)

Matthias Pintscher: Shining

forth; Beat Furrer, Spur

(USA-Erstaufführungen)

Anders Nyqvist (Trompete),

Klangforum Wien, Leitung: Jean

Deroyer

15.4.2009 Heidelberg

Manfred Trojahn: Rhapsodie

für Klarinette und Orchester

Sabine Meyer (Klarinette),

Philharmonisches Orchester der

Stadt Heidelberg

Leitung: Cornelius Meister

17.4.2009 Darmstadt (Frühjahrstagung

des INMM)

Beat Furrer: Lotófagos; presto

Ensemble Aventure

17.4.2009 Bayreuth (Markgräfliches

Opernhaus, Premiere)

Georg Friedrich Händel: Alcina

Internationale Junge Orchesterakademie,

Musikal. Leitung:

Christoph Ulrich Meier, Inszenierung:

Stephan Jöris

–>

1I2009

18.4.2009 Berlin (Temporäre

Kunsthalle)

Beat Furrer: Xenos

Ensemble modern, Leitung:

Franck Ollu

18.4.2009 Oslo (Premiere)

Georges Bizet: Carmen

Musikal. Leitung: Marc Soustrot,

Inszenierung: Francesca

Zambello

18.4.2009 Dortmund (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Don Giovanni

Musikal. Leitung: Ekhart Wycik,

Inszenierung: Beverly Blankenship

19.4.2009 Salzburg (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Entführung aus dem Serail

Musikal. Leitung: Johannes

Wildner, Inszenierung: Peter

Dolder

19.4.2009 Augsburg (Premiere)

Jean-Philippe Rameau: Platée

Musikal. Leitung: Friedemann

Seitzer, Inszenierung: Peer

Boysen

19.4.2009 Hamburg (Premiere)

Benjamin Britten: Death in Venice

Musikal. Leitung: Simone Young,

Inszenierung: Ramin Gray

22.4.2009 Köln (Philharmonie)

Michael Jarrell: Le ciel, tout à

l’heure encore si limpide,

soudain se trouble horriblement

(Deutsche Erstaufführung)

Orchestre de la Suisse Romande,

Leitung: Marek Janowski

23.4.2009 Basel (les muséiques)

Dieter Ammann: Neues Werk für

Streichquartett (Uraufführung);

Piece for cello; Violation

Amar Quartett, David Riniker

(Violoncello); Festivalensemble,

Leitung: Simon Gaudenz

(Fortsetzung S. 34)

[t]akte 1I2009 31


[t]akte

Festspielsaison 2009

Festival d’Aix-en-Provence

Wolfgang Amadeus Mozart:

Idomeneo

Les Musiciens du Louvre,

Musikal. Leitung: Marc Minkowski,

Inszenierung: Olivier Py

ab 4. Juli 2009

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Zauberflöte

Akademie für Alte Musik,

Musikal. Leitung: René Jacobs,

Inszenierung: William Kentridge

ab 25. Juli 2009

Bachwoche Ansbach

Manfred Trojahn: Sentimento

del tempo (Ansbachisches

Konzert) (Uraufführung)

Freiburger Barockorchester,

Leitung: Gottfried von der Goltz

7. August 2009

32 [t]akte 1I2009

Bad Lauchstädt, Theater-Sommer

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Entführung aus dem Serail

Musikal. Leitung: Pavel Baleff,

Inszenierung: Fred Berndt

Koproduktion mit der Oper Halle

ab 16. Mai 2009

Georg Friedrich Händel: Serse

Lautten Compagney Berlin,

Musikal. Leitung: Wolfgang

Katschner, Inszenierung: André

Bücker

ab 6. Juni 2009

Georg Friedrich Händel: Ariodante

Kammerakademie Potsdam,

Musikal. Leitung: Andrea Marcon,

Inszenierung: Ingo Kerhof

ab 10. Juni 2009

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Hochzeit des Figaro

Musikal. Leitung: Harald Knauff,

Inszenierung: Michael McCaffery

Koproduktion mit der Oper Halle

ab 29. August 2009

Bayreuther Osterfestival

Georg Friedrich Händel: Alcina

Internationale Junge Orchesterakademie,

Musikal. Leitung:

Christoph Ulrich Meier, Inszenierung:

Stephan Jöris

ab 17. April 2009

Garsington Opera

Bohuslav Martinů: Mirandolina

Tschechischer Philharmonischer

Chor Brünn, Tonkünstler-

Orchester Niederösterreich,

Musikal. Leitung: Martin André,

„Le nozze di Figaro“ in der Inszenierung von Claus Guth, Wiederaufnahme bei den Salzburger Festspielen 2009 (Photo: Monika Rittershaus)

Inszenierung: Martin Duncan

ab 18. Juni 2009

Grange Park Opera

Leoš Janáček:

Das schlaue Füchslein

Musikal. Leitung: Andre de

Ridder, Inszenierung: David

Alden

ab 17. Juni 2009

Händel-Festspiele Halle

Georg Friedrich Händel:

Ariodante

Händelfestspielorchester Halle,

Musikal. Leitung: Federico Maria

Sardelli, Inszenierung: Stephen

Lawless

ab 11. April 2009


Georg Friedrich Händel:

Il Floridante

Musikal. Leitung: Christopher

Moulds, Inszenierung: Vincent

Boussard

ab 5. Juni 2009

Georg Friedrich Händel:

Israel in Egypt

Landesjugendchor Sachsen-

Anhalt, Landesjugendchor

Niedersachsen, Musica Alta Ripa,

Leitung: Wolfgang Kupke

7. Juni 2009

Innsbrucker Festwochen

Joseph Haydn: Orlando Paladino

Freiburger Barockorchester,

Musikal. Leitung: René Jacobs,

Inszenierung: Nigel Lowery, Amir

Hosseinpur

ab 25. August 2009

Bach-Fest Leipzig

Georg Friedrich Händel/

Georg Philipp Telemann:

Der misslungene Braut-Wechsel

oder Richardus I.

Merseburger Hofmusik, Musikal.

Leitung: Michael Schönheit

Inszenierung: Andreas Baumann

17./18.6.2009

Ludwigsburger Festspiele

Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Entführung aus dem Serail

Orchester der Ludwigsburger

Schlossfestspiele, Musikal.

Leitung: Michael Hofstetter,

Inszenierung: Peer Boysen

ab 27. Juni 2009

Münchner Opernfestspiele

Wolfgang Amadeus Mozart:

Idomeneo

Musikal. Leitung: Kent Nagano,

Inszenierung: Dieter Dorn

ab 23. Juli 2009

Ossiach, Carinthischer Sommer

Jonathan Harvey:

Passion und Auferstehung

Arnold Schönberg Chor,

Camerata Salzburg, Musikalische

Leitung: Erwin Ortner

Inszenierung: Paul Flieder

ab 10. Juli 2009

Paris, Festival „Agora“

Philipp Maintz:

ferner, und immer ferner

Francesco Filidei (Orgel)

16. Juni 2009

Salzburger Festspiele

Georg Friedrich Händel:

Theodora

Salzburger Bachchor, Freiburger

Barockorchester, Leitung: Ivor

Bolton, Inszenierung: Christof Loy

ab 25. Juli 2009

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Wiener Philharmoniker, Musikal.

Leitung: Adam Fischer

Inszenierung: Claus Guth

ab 30. Juli 2009

Wolfgang Amadeus Mozart:

Le nozze di Figaro

Wiener Philharmoniker, Musikal.

Leitung: Daniel Harding,

Inszenierung: Claus Guth

ab 12. August 2009

Joseph Haydn: Armida

Mozarteum Orchester, Musikal.

Leitung: Ivor Bolton, Inszenierung:

Christoph Loy

ab 20. August 2009

Schwetzinger Festspiele

Georg Friedrich Händel: Ezio

Kammerorchester Basel

Musikal. Leitung: Attilio

Cremonesi, Inszenierung: Günter

Krämer

ab 21. Mai 2009 / auch: 28. Juli

2009 Montpellier, Festival de

Radio France

Vedbaek, Teater Hedeland

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Zauberflöte

Musikal. Leitung: Henrik

Schaefer, Inszenierung: Lars

Rudolfsson

ab 1. August 2009

Kunstfest Weimar

Matthias Pintscher:

Study IV for Treatise on the Veil

Minguet Quartett

4. September 2009

Annette Dasch als Armida in Joseph Haydns Oper. Wiederaufnahme bei den

Salzburger Festspielen 2009 (Photo: Monika Rittershaus)

Zermatt Festival

Matthias Pintscher (Composer in

residence):

A twilight’s song

11. September 2009

celestial object. Part II from

„sonic eclipse”for horn solo and

ensemble (Uraufführung)

12. September 2009

Janusgesicht

13. September 2009

Study II for Treatise on the Veil

19. September 2009

Annette Dasch (Sopran), N. N.

(Horn), Scharoun Ensemble

Berlin

Leitung: Matthias Pintscher

1I2009

Zürcher Festspiele

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Musikal. Leitung: Franz Welser-

Möst, Inszenierung: Sven-Eric

Bechtolf

ab 28. Juni 2009

Georges Bizet: Carmen

Musikal. Leitung: Zsolt Hamar,

Inszenierung: Matthias Hartmann

ab 10. Juli 2009

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Zauberflöte

Musikal. Leitung: Jochen Rieder,

Inszenierung: Martin Kusej

ab 21. Juni 2009

[t]akte 1I2009 33


[t]akte

–>

Termine (Auswahl)

April 2009 April 2009 Mai 2009

Mai 2009

23.4.2009 Stuttgart

Matthias Pintscher:

Pourquoi l’azur muet ... musique

de „L’espace dernier“ (Deutsche

Erstaufführung)

Anu Komsi (Sopran), Claudia

Mahnke (Mezzosopran), Radio

Sinfonieorchester Stuttgart,

Leitung: Krzystof Urbanski

24.4.2009 Wien (Theater an der

Wien, Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Mitridate

Wiener Symphoniker, Musikal.

Leitung: Harry Bicket, Inszenierung:

Robert Carsen

24.4.2009 Basel (les muséiques)

Dieter Ammann: Gehörte Form

für Violine, Viola und Violoncello

Mondrian Ensemble

24.4.2009 Nizza (Premiere)

Christoph Willibald Gluck/

Hector Berlioz: Orphée

Musikal. Leitung: Benjamin

Pionnier, Inszenierung: Ralf

Rossa

25.4.2009 Wuppertal (Premiere)

Salvatore Sciarrino:

Vor dem Gesetz (La porta della

legge) (Uraufführung)

Musikal. Leitung: Hilary Griffiths,

Inszenierung: Johannes Weigand

25.4.2009 Bad Elster (Premiere)

Georg Friedrich Händel:

Acis und Galatea

Chursächsische Philharmonie

Bad Elster, Musikal. Leitung:

Florian Merz

26.4.2009 Stuttgart

Matthias Pintscher:

A twilight’s song

Newears Ensemble, Leitung:

Matthias Pintscher

26.4.2009 Offenburg (Premiere)

Antonín Dvořák: Rusalka

Musikal. Leitung: Rolf Schilli,

Inszenierung: Ursula Bengel

34 [t]akte 1I2009

–>

26.4.2009 Las Palmas (Premiere)

Jacques Offenbach:

Les contes d’Hoffmann

Orquesta Filarmónica de Gran

Canaria, Coro del Festival de

Opera, Musikal. Leitung: Eric

Hull, Inszenierung: Mario

Pontiggia

30.4.2009 Pforzheim (Premiere)

Francesco Cavalli: La Calisto

Musikal. Leitung: Steffen Leißner,

Inszenierung: Wolf Widder

27.4.2009 Salzburg (Universität

Mozarteum, Premiere)

Christoph Willibald Gluck:

Orfeo ed Euridice

Mozarteum Sinfonietta, Musikal.

Leitung: Reinhard Seifried

28.4.2009 Wien (Universität für

Musik, Premiere)

Joseph Haydn: L’isola disabitata

Inszenierung: Anna Bernreiter,

Musikal. Leitung: Raphael Eröd

29.4.2009 Clermont-Ferrand

(Premiere)

Christoph Willibald Gluck/

Hector Berlioz: Orphée

Orchestre du Conservatoire

Emmanuel Chabrier, Musikal.

Leitung: Gérard Cogne, Inszenierung:

Annie-France Gauthier

30.4.2009 Köln (Philharmonie)

Bruno Mantovani: Concerto für

zwei Bratschen und Orchester

(Deutsche Erstaufführung)

Antoine Tamestit, Tabea Zimmermann

(Bratschen), WDR

Sinfoniorchester Köln, Leitung:

Emilio Pomarico

30.4.2009 Basel (les muséiques)

Dieter Ammann: Geborstener

Satz für Streichquartett

Casal Quartett

30.4.2009 Budapest (Premiere)

Georg Friedrich Händel: Serse

Musikal. Leitung: Adam Fischer,

Inszenierung: Balazs Kovalik

–>

–>

2.5.2009 Melbourne

Matthias Pintscher: Osiris

(Austral. Erstaufführung)

Melbourne Symphony Orchestra,

Leitung: Matthias Pintscher

6.5.2009 Melbourne

Matthias Pintscher:

Reflections on Narcissus; Transir

(Austral. Erstaufführungen)

Alban Gerhardt (Violoncello),

Sebastian Wittiber (Flöte),

Melbourne Symphony Orchestra,

Leitung: Matthias Pintscher

7.5.2009 Berlin (Konzerthaus)

Charlotte Seither: flow

Klaus Schöpp (Flöte), Theodore

Flindell (Violine), Matias de

Oliveira Pinto (Violoncello)

7.5.2009 Dübendorf (CH) /

13.6.2009 Rheineck (CH)

Dieter Ammann:

Neues Werk für Streichquartett

Amar Quartett

7.5.2009 Madrid (Premiere)

Hector Berlioz:

La damnation de Faust

Orquesta Sinfónica de Madrid,

Musikal. Leitung: Nicola Luisotti

8.5.2009 Halfing (Premiere)

Franz Haydn: Il mondo della luna

Leitung: Georg Hermansdorfer

8.5.2009 Bad Hall

Christoph Willibald Gluck:

Orpheus und Eurydike

Orchester und Chor der Opernfestwochen

Bad Hall

Musikal. Leitung: Josef Sabaini,

Regie: Thomas Kerbl

8.5.2009 Berlin (Staatsoper,

Premiere)

Joseph Haydn: Orlando Paladino

Freiburger Barockorchester,

Musikal. Leitung: René Jacobs,

Inszenierung: Nigel Lowery, Amir

Hosseinpour

10.5.2009 Leipzig (Premiere)

Georges Bizet: Carmen

Musikal. Leitung: Antonello

Allemandi, Inszenierung: Tatjana

Gürbaca

10.5.2009 Hongkong

Hector Berlioz: Messe solennelle

Hong Kong Bach Chor, Leitung:

Jerome Hoberman

10.5.2009 Bielefeld (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

La clemenza di Tito

Musikal. Leitung: Peter Kuhn,

Inszenierung: Wolf-Dietrich

Sprenger

10.5.2009 Darmstadt (Premiere)

Bedřich Smetana:

Die verkaufte Braut

Musikal. Leitung: Lukas Beikircher,

Inszenierung: Vernon Mound

12.5.2009 Rouen (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Don Giovanni

Musikal. Leitung: Guido

Johannes Rumstadt, Inszenierung:

Carlos Wagner

14.5.2009 Ulm (Premiere)

Christoph Willibald Gluck:

Orfeo ed Euridice

Musikal. Leitung: Gordian

Teupke, Inszenierung: Amanda

Miller

15.5.2009 Regensburg (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Le nozze di Figaro

Musikal. Leitung: Raoul Grüneis,

Inszenierung: Wolfgang Quetes

16.5.2009 Wien (Volksoper,

Premiere)

Daniel François Esprit Auber:

Fra Diavolo

Musikal. Leitung: Roberto

Paternostro, Inszenierung: Josef

Ernst Köpplinger

16.5.2009 Koblenz (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Musikal. Leitung: Werner

Lemberg, Inszenierung: Ozren

Prohic


Mai 2009 Mai 2009 Juni 2009 Juni 2009

21.5.2009 Weimar (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Don Giovanni

Musikal. Leitung: N.N., Inszenierung:

Julia van Sell, Karsten

Wiegand

21./23.5.2009 A Coruña

Wolfgang Amadeus Mozart:

Mitridate

Musikal. Leitung: Gabriele Ferro,

Inszenierung: Graham Vick

22.5.2009 Granada /

23.5.2009 Sevilla

Beat Furrer: spur

Klangforum Wien

23.5.2009 Wien (Kammeroper,

Premiere)

Benjamin Britten: Owen Wingrave

Musikal. Leitung: Daniel Hoyem-

Cavazza, Inszenierung: Nicola

Raab

24.5.2009 Hamburg (Premiere)

Christoph Willibald Gluck:

Iphigénie en Tauride

Musikal. Leitung: Alessandro De

Marchi, Inszenierung: Philippe

Calvario

24.5.2009 Wien (Konzerthaus)

Joseph Haydn: Il ritorno di Tobia

Österreichisch-Ungarische

Haydnphilharmonie, Leitung:

Adam Fischer

24.5.2009 Aachen (Premiere)

Charles Gounod: Faust

Musikal. Leitung: Daniel Jakobi,

Inszenierung: Michael Talke

25.5.2009 Tel Aviv (Premiere)

Georges Bizet: Carmen

Musikal. Leitung: Emmanuel

Joel-Hornak, Inszenierung: Maria

Benitez

29.5.2009 Luzern (Premiere)

Christoph Willibald Gluck:

Orfeo ed Euridice

Orchester la Gioconda, Musikal.

Leitung: Rick Stengards, Inszenierung:

Dominique Mentha

29.5.2009 Augsburg (Premiere)

Ludwig van Beethoven: Fidelio

Musikal. Leitung: Rudolf

Piehlmayer, Inszenierung: Karl

Kneidl

29.5.2009 Lübeck (Premiere)

Bedřich Smetana:

Die verkaufte Braut

Musikal. Leitung: Roman Brogli-

Sacher, Inszenierung: Daniel

Karasek

30.5.2009 Lissabon (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Don Giovanni

Musikal. Leitung: Johannes Stert,

Inszenierung: Marie Emilia

Correia

30.5.2009 Graz (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Musikal. Leitung: Johannes

Fritzsch, Inszenierung: Peter

Konwitschny

30.5.2009 Dresden (Hochschule

für Musik, Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Zauberflöte

Musikal. Leitung: Ekkehard

Klemm, Inszenierung: Andreas

Baumann

–>

1.6.2009 Berlin (Konzerthaus) /

5.6.2009 München (Gasteig)

Charlotte Seither:

Einlass und Wiederkehr. Elf

Bruchstücke frei nach Franz Kafka

Frauke Thalacker (Sopran),

Tammin Lee (Klavier)

3.6.2009 Wien

–>

Thomas Daniel Schlee:

Enchantement vespéral

(Uraufführung)

Ensemble die reihe

4.6.2009 Düsseldorf (Festival

„Ohren auf Europa“)

Dieter Ammann: Regard sur les

traditions für Klavier zu 4 Händen

N. N.

6.6.2009 Bremerhaven (Premiere)

Jacques Offenbach:

Die Großherzogin von Gerolstein

Musikal. Leitung: Hartmut

Brüsch, Inszenierung: Wolfgang

Hofmann

6.6.2009 Leipzig (Premiere)

Gioachino Rossini:

Il barbiere di Siviglia

Musikal. Leitung: Andreas

Schüller, Inszenierung: Claus

Guth

7.6.2009 Berlin (Staatsoper,

Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Entführung aus dem Serail

Musikal. Leitung: Philippe

Jordan, Inszenierung: Michael

Thalheimer

9.6.2009 Brüssel (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Le nozze di Figaro

Musikal. Leitung: Jérémie Rhorer,

Inszenierung: Dagmar Pischel

12.6.2009 Mainz (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Le nozze di Figaro

Musikal. Leitung: Thomas

Dorsch, Inszenierung: Arila

Siegert

1I2009

12.6.2009 Aachen (Premiere)

Joseph Haydn: Il mondo della luna

Musikal. Leitung: Sebastian

Jacobs, Inszenierung: Herbert

Goertz

Koproduktion mit der Musikhochschule

Köln

13.6.2009 Hannover (Premiere)

Ludwig van Beethoven: Fidelio

Musikal. Leitung: Wolfgang

Bozic, Inszenierung: Georg

Schmiedleitner

13.6.2009 Wien (Konzerthaus)

Beat Furrer: Xenos

(Österr. Erstaufführung)

Ensemble Modern, Leitung: Alejo

Pérez

13.6.2009 Aarau

Walther Geiser: Hymnus

Kammerchor Aarau, Kammerchor

Baden, Radio-Sinfonieorchester

Minsk,

Leitung: Rainer Held

15.6.2009 Amsterdam (Premiere)

Georges Bizet: Carmen

Musikal. Leitung: Marc Albrecht,

Inszenierung: Robert Carsen

18.6.2009 Wien (Konzerthaus)

Thomas Daniel Schlee:

Der Kreuzweg unseres Herrn

und Heilands

Stefan Palm (Orgel), Radio-

Symphonieorchester Wien,

Leitung: Bertrand de Billy

19.6.2009 Nancy (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Idomeneo

Musikal. Leitung: Kirill Karabits,

Inszenierung: Yannis Kokkos

19./20./21.6.2009 Berlin (Konzerthaus)

Beat Furrer: Phaos; Canti notturni

Isolde Daum, Susanne Leitz-

Lorey (Sopran), Konzerthausorchester,

Leitung: Lothar

Zagrosek

[t]akte 1I2009 35


[t]akte

–>

Termine (Auswahl)

Juni 2009 Juni / Juli 2009 Juli / August 2009

September 2009

20.6.2009 Würzburg (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Zauberflöte

Musikal. Leitung: Jonathan Seers,

Inszenierung: Roland Velte

20./21.6.2009 Chur

Joseph Haydn: Lo speziale

Orchesterverein Chur, Musikal.

Leitung: Luzi Müller

20.6.2009 München, Staatstheater

am Gärtnerplatz (Premiere)

Benjamin Britten:

Der Tod in Venedig

Musikal. Leitung: David Stahl,

Inszenierung: Immo Karaman

21.6.2009 Frankfurt (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

La finta giardiniera

Musikal. Leitung: Hartmut Keil,

Inszenierung: Tilman Knabe

25.6.2009 Kaiserslautern

(Premiere)

Eberhard Streul:

Spuk im Händelhaus

Musikal. Leitung: Peter Breunig,

Inszenierung: Mareike Zimmermann

25.6.2009 Kobe (Premiere)

Georges Bizet: Carmen

Hyogo Performing Arts Center

Orchestra. Musikal. Leitung:

Jean-Louis Marti Naughty,

Inszenierung: Sado Hiroshi

Impressum

[t]akte

Das Bärenreiter-Magazin

Redaktion:

Johannes Mundry

Bärenreiter-Verlag

Heinrich-Schütz-Allee 35

D - 34131 Kassel

Tel.: 0561 / 3105-154

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Erscheinen: 2 x jährlich

kostenlos

36 [t]akte 1I2009

–>

27.6.2009 Stuttgart (Premiere)

Christoph Willibald Gluck:

Orphée et Euridice

Musikal. Leitung: Nicholas Kok,

Inszenierung: Christian Spuck

28.6.2009 Zürich (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Musikal. Leitung: Franz Welser-

Möst, Inszenierung: Sven-Eric

Bechtolf

11.7.2009 Madrid (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Le nozze di Figaro

Orquesta sinfónica de Madrid,

musikal. Leitung: Jesús López

Cóbos, Inszenierung: Emilio Sagi

11.7.2009 Karlsruhe (Premiere)

Gioachino Rossini:

Il barbiere di Siviglia

Musikal. Leitung: Justin Brown,

Inszenierung: Dominique

Mentha

12.7.2009 Stuttgart

Thomas Daniel Schlee:

spes unica (Uraufführung)

Staatsorchester Stuttgart,

Leitung: Manfred Honeck

15.7.2009 Cheltenham Festival

–>

Matthias Pintscher:

Study IV for Treatise on the Veil

(UK-Erstaufführung)

Quatuor Diotima

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D - 34131 Kassel

–>

18.7.2009 Mannheim (Premiere)

Salvatore Sciarrino:

Super flumina (Uraufführung)

Musikal. Leitung: Tito Ceccherini,

Inszenierung: Andrea

Schwalbach

23.7.2009 Hallwyl (CH, Premiere)

Bedřich Smetana:

Die verkaufte Braut

Musikal. Leitung: Douglas

Bostock, Inszenierung: Peter

Schweiger

1.8.2009 Wien (Theater an der

Wien, Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Don Giovanni

Radiosymphonieorchester Wien,

Arnold Schönberg Chor, Musikal.

Leitung: Rinaldo Alessandrini,

Inszenierung: Keith Warner

21.8.2009 Kloster Altenberg

(Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Così fan tutte

Wetzlarer Kammerorchester,

Musikal. Leitung: Martin Knell,

Inszenierung: N. N.

Tel.: 0561 / 3105-288/289

Fax: 0561 / 3 77 55

E-Mail:

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Editio Bärenreiter Praha

Jana Urbanová,

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Miroslav Srnka

srnka@ebp.cz

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4.9.2009 Amsterdam (Premiere)

Fromental Halévy: La Juive

Musikal. Leitung: Carlo Rizzi,

Inszenierung: Pierre Audi

4.9.2009 St. Gallen (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Der Schauspieldirektor

Musikal. Leitung: N. N., Inszenierung:

N. N.

11.9.2009 Biel (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Die Zauberflöte

Musikal. Leitung: N. N., Inszenierung:

N. N.

16.9.2009 Zürich, Tonhalle

Beat Furrer: still

Collegium Novum Zürich,

Leitung: Pablo Heras-Casado

18.9.2009 Wolfsburg (Premiere)

Georges Bizet: Carmen

Staatsorchester Braunschweig,

Musikal. Leitung: Alexander Joel,

Inszenierung: Joel Lauers

20.9.2009 Salzburg (Premiere)

Wolfgang Amadeus Mozart:

Le nozze di Figaro

Musikal. Leitung: Leo Hussain,

Inszenierung: N. N.

27.9.2009 Innsbruck (Premiere)

Hector Berlioz: Les Troyens

Musikal. Leitung: Nicolas

Chalvin, Inszenierung: Brigitte

Fassbaender

Promotion:

Dr. Ulrich Etscheit

Leitung Promotion Bühne

und Orchester

Tel.: 0561 / 3105-290

Fax: 0561 / 318 06 82

E-Mail: etscheit.alkor@

baerenreiter.com

Dr. Marie Luise Maintz

Projektleitung Neue Musik

Tel.: 0561 / 3105-139

Fax: 0561 / 3105-310

E-Mail: maintz@

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(SPA 51/06)

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