Nr. 2/2002

kalasantiner.at

Nr. 2/2002

2. GENERALKAPITEL 1927Angst vor dem Kapitel unbegründet:Die Versöhnung1925 wäre das zweite Generalkapitel fällig gewesen. Doch im März diesesJahres wandte sich P. General Anton Maria Schwartz mit einem Schreibenan seine Mitbrüder und teilte ihnen mit: „Es schien angezeigt, dieAbhaltung hinauszuschieben, bis die Approbation in Rom durchgeführt sei. Mit der GnadeGottes dürfte dies bis zum Februar 1926 erfolgt sein.“ Die Verschiebung kam ihm nichtungelegen. Oft hatte er nach dem Schock im Jahre 1919 davon gesprochen, keinem Kapitel mehrbeiwohnen zu wollen. Eigenmächtigkeiten der Mitbrüder schmerzten ihn, er dachte an seinenRückzug, um sich nur noch auf eine gute Sterbestunde vorzubereiten. Eine Abwahl aus dem Amtwollte er unbedingt vermeiden, also würde er freiwillig zurücktreten. Wehmütig plante er, nachder Wahl seines Nachfolgers in das Pompiliusheim in Breitensee zu wechseln.Tatsächlich wurde die Kongregationim Februar 1926 approbiert.Doch die Drucklegung der Konstitutionendauerte noch einige Zeit. ImJuli 1927 war P. Anton Maria Schwartzschließlich gezwungen, mit den letztenVorbereitungen für das Kapitel im Oktoberzu beginnen.Der vom Gründer sehr besorgt erwartete25. Oktober 1927 wurde zumgroßen Tag der Versöhnung. EineWunde heilte, die P. Schwartz selbst alsunheilbar angesehen hatte. Mit acht derzehn Stimmen, also nahezu einstim-Stiller Beter: P. Anton Maria SchwartzÖkonom:Sekretär:Generalkonsil 1927-1929Generalsup.: P. SchwartzAssistenten: P. žiman, P. Effenberger,P. Fiala, P. BurkP. StiletzP. Trummer(Durchschnittsalter: 49 Jahre/0)mig, wurde ihm nun wieder das Vertrauenausgesprochen.Aufgrund seiner schwachen körperlichenKonstitution nahm er an denbeiden folgenden Tagen nicht mehr amKapitel teil - P. žiman leitete die Verhandlungen.Beschlossen wurden vorallem Maßnahmen, die die Kommunikationin der Gemeinschaft fördern(Priesterbesprechungen und Priesterkonferenzen,Generalkonsilien, Beratungenüber die Tätigkeiten als Kalasantiner,Hausversammlungen) sowiefür gute Ausbildung und Fortbildungund notwendige Erholung aller Mitbrüdersorgen sollten.Nach seiner Wiederwahlzum Kongregationsleiterändertesich der Lebensstil desfrüher rastlos tätigen P.Schwartz. Immer wiedersahen ihn die Mitbrüderlange Zeit imHof sitzen - Rosenkranzbetend und dankbar fürdie Wärme der Sonne.Und als wüßte er, daßihm nicht mehr viel Zeitbleibe, ließ er sich ziemlichoft im Auto ausfahren- in die außer-Kleiner Überblick:1927 1929Mitglieder: 71 69Durchschnittsalter: 41 45Priester: 19 17Brüder: 44 40Kleriker/Novizen: 8 12Priesterweihen: -Ein: 8 Aus: 8 †: 2Gegründet: 1928: Deutsch Goritzwird zur ersten Pfarre.1928: Ferienheim Klamm.Aufgelassen: -halb von Wien gelegenen Kollegienund zu Stätten, die in seinem Lebeneine Rolle gespielt hatten.In seiner Seelsorge hatte er viel Wertauf die Formung der Laien zu Apostelnund selbständigen Mitarbeitern imReich Gottes gelegt. Gerade diese Menschenließen ihn in den letzten Jahrenseines Lebens viel leiden: Rivalitäten,Parteiungen, „Gschaftlhuberei“ ... Immerhindurfte er noch das neue Ferienheimin Klamm sehen (1928) und zögerndauch sein „Ja“ zur ersten Kalasantinerpfarre- ebenfalls 1928 in DeutschGoritz entstanden - sprechen.Nach zweitägigem Leiden starb derschon sehr schwach gewordene Generalsuperiorin den Morgenstunden des15. September 1929. Das Begräbnis gestaltetesich zum einem „Triumphzug“ -trotz strömenden Regens begleitetenihn tausende Menschen auf seinem letztenWeg zum Hietzinger Friedhof.Kalasantiner-Ferienheim Klamm am Semmering20

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