GUV-I 8651 - Freiwilligen Feuerwehr Niederroßla

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GUV-I 8651 - Freiwilligen Feuerwehr Niederroßla

GUV-I 8651Arbeitshilfen für Sicherheit und GesundheitsschutzSicherheit im Feuerwehrdienst


GUV-Informationen enthalten Hinweise und Empfehlungen, die die praktische Anwendungvon Vorschriften und Regeln zu einem bestimmten Sachgebiet oder Sachverhalterleichtern sollen.Herausgeber:Bundesverband der UnfallkassenFockensteinstraße 1, 81539 Münchenwww.unfallkassen.deAutor: Dipl.-Ing. Bernd NohdurftTechnischer Aufsichtsbeamter, Hamburgin Zusammenarbeit mit der Fachgruppe„Feuerwehren – Hilfeleistung“Bildnachweis: Die Bilder auf der Titelseite wurdenfreundlicherweise von der Feuerwehr Geiselbullachzur Verfügung gestellt.Ausgabe Januar 2006Bestell-Nr. GUV-I 8651, zu beziehen vom zuständigenUnfallversicherungsträger, siehe vorletzte Umschlagseite.


GUV-I 8651GUV-InformationenSicherheitim Feuerwehrdienst –Arbeitshilfen für Sicherheitund GesundheitsschutzAusgabe Januar 2006


InhaltsverzeichnisSeiteVorbemerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7A 1 Die gesetzliche Unfallversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9A 2 Erste Hilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15A 3 Persönliche Schutzausrüstungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21A 4 Feuerwehr im Straßenverkehr –Inanspruchnahme von Sonderrechten und Sondersignalen . . . . . . . . . . . 31A 5 Tätigkeiten mit Gefahrstoffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37A 6 Atemschutzgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45A 7 Atemschutzgeräteträger –Körperliche und fachliche Eignung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51A 8 Mehr Sicherheit durch Unterweisung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55B 1 Sichere Verkehrswege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63B 2 Künstliche Beleuchtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71B 3 Sichere Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77B 4 Sichere Durchfahrten und Feuerwehrtore . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83B 5 Sichere Werkstätten zur Fahrzeug-Instandhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89B 6 Sichere Arbeitsgruben zur Fahrzeug-Instandhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . 97B 7 Sichere Lagerung brennbarer Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103B 8 Sichere Schlauchpflege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109C 1 Sicherer Betrieb von Feuerwehrfahrzeugen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115C 2 Sichere Fahrer- und Mannschaftsräume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123C 3 Sicheres Laden und Transportieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129C 4 Sicherer Betrieb von Motoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135C 5 Sicheres Rückwärtsfahren und Einweisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143C 6 Sichern von Einsatzstellen im Verkehrsraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147C 7 Sichern der Einsatzstelle durch Licht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1554GUV-I 8651SeiteC 8 Sichere Lastbewegung mit dem Hebel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161C 9 Sichere Lastbewegung mit der Rolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167C 10 Sicheres Anschlagen von Lasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173C 11 Wasserförderung –Sicherer Umgang mit Schläuchen und Armaturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181C 12 Sichere Sprungrettung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187C 13 Sicheres Halten und Selbstretten mit dem Feuerwehr-Haltegurt . . . . . . . 193C 14 Sicherung gegen Absturz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199C 15 Sicherer Umgang mit Lufthebern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209C 16 Sicherer Umgang mit hydraulischen Rettungsgeräten . . . . . . . . . . . . . . . . 215C 17 Sicheres Trennen und Schneiden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223C 18 Motorsägen –Voraussetzungen für den Motorsägeneinsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229C 19 Sicherer Umgang mit der Motorsäge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 235C 20 Sicherer Einsatz mit Atemschutzgeräten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243C 21 Einsturzgefahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251C 22 Sicherer Umgang mit tragbaren Leitern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 257C 23 Sicherer Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln . . . . . . . . . . . . . . . . . . 265C 24 Sicherer Einsatz im Bereich elektrischer Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273C 25 Sicherer Einsatz bei Transportunfällen mit gefährlichen Gütern –Gefährdungsermittlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281C 26 Sicherer Gefahrstoffeinsatz – Schutzmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289C 27 Sicherer Einsatz auf dem Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 297C 28 Sicherer Innenangriff –Schutz vor Rauchdurchzündung und Rauchexplosion . . . . . . . . . . . . . . . . 303C 29 Sicherer Einsatz im Bereich von Baugruben und Gräben . . . . . . . . . . . . . . 311C 30 Hygiene – Schutz gegen Kontamination . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 319Fragebogen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3275


VorbemerkungDie UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C53) enthält grundsätzliche Bestimmungen zumThema Sicherheit und Gesundheitsschutz im Feuerwehrdienst. §15 der GUV-V C53fordert: „Die Feuerwehrangehörigen sind im Rahmen der Aus- und Fortbildung überdie Gefahren im Feuerwehrdienst sowie über die Maßnahmen zur Verhütung vonUnfällen zu unterweisen.“Mit der GUV-Information „Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Feuerwehr“(GUV-I 8651) hat die Fachgruppe „Feuerwehren – Hilfeleistung“ des Bundesverbandsder Unfallkassen den Feuerwehren eine Arbeitshilfe zur Umsetzung der obigenBestimmungen in die Hand gegeben. Die GUV-I 8651 stellt die Nachfolgeschrift für dieweit verbreitete Loseblattsammlung GUV 27.1 dar. Die Neufassung berücksichtigtunter anderem die durch das EU-Recht auch für die Prävention eingetretenenÄnderungen.Die GUV-I ist unterteilt in drei Themenblöcke:A: Themen allgemeiner/grundsätzlicher NaturB: Themen, die überwiegend bauliche Einrichtungen behandelnC: Themen, die Gefahren und Maßnahmen zu Sicherheitund Gesundheitsschutz bei Übung und Einsatz behandelnViele der Themen sind bereits in der Grundausbildung von Bedeutung, andere imRahmen der laufenden Übungen (Fortbildung), andere betreffen nur bestimmte Einrichtungenoder Funktionsträger in den Feuerwehren. Der neue Untertitel „Arbeitshilfenfür Sicherheit und Gesundheitsschutz“ trägt dem Rechnung. Anwender derArbeitshilfen sind die mit der Aufsicht und der Unterweisung in den Feuerwehrenbetrauten Personen.Der Aufbau eines jeden Themas führt von einer bildlichen Darstellung über konkreteUnfallbeispiele mit Aufzeigen der auftretenden Gefahren zu Schutzzielen undschließlich Präventionsmaßnahmen in Form vom Sicherheitshinweisen. Der Verweisan passender Stelle auf die jeweils einschlägige Vorschrift bzw. Norm erleichtert eineVertiefung im Einzelfall oder erlaubt es bei Bedarf, eine Forderung mit dem gebotenenNachdruck vorzutragen.Auf der beigelegten CD-ROM finden sich alle Inhalte der GUV-I 8651 zum Ausdruckenoder zur Verwendung in Präsentationen zu Unterrichtszwecken wieder.Ebenfalls neu ist ein Fragebogen, der sowohl in der Arbeitshilfe als auch auf der CD-ROMzu finden ist. Durch das Ausfüllen und Zurücksenden (einfach per Fax 0 89/62272-111bzw. per Post an den Bundesverband der Unfallkassen, Fachbereich A9, Fockensteinstr. 1,81539 München) des Fragebogens helfen Sie entscheidend dabei mit, künftige Neuauflagender GUV-I 8651 noch praxisgerechter für Ihren Feuerwehralltag zu gestalten.7


GUV-I 8651Gliederung:Die gesetzliche Unfallversicherung istein selbstständiger Zweig der Sozialversicherung.Weitere Zweige sind diegesetzliche Kranken-, Pflege-, RentenundArbeitslosenversicherung.Gesetzliche Grundlage der Unfallversicherungist das siebte BuchSozialgesetzbuch (SGB VII).Der Abschluss privater Unfall- oderHaftpflichtversicherungsverträgebeeinflusst und ersetzt nicht dieVersicherung in der gesetzlichenUnfallversicherung.Unfallversicherungsträger:Die Freiwilligen Feuerwehren geltenversicherungsrechtlich als Unternehmenzur Hilfeleistung bei Unglücksfällen.Zuständig sind die Unfallversicherungsträgerder öffentlichen Hand.Regional unterschiedlich könnendies Gemeindeunfallversicherungsverbände,Unfallkassen der Länderund der Städte oder die speziellenFeuerwehr-Unfallkassen sein.Versicherte Personen:Unfallversichert kraft Gesetzes sindgemäß § 2 Abs. 1 Nr. 12 SGB VII die imFeuerwehrdienst Tätigen und die Teilnehmeran Ausbildungsveranstaltungeneinschließlich der Lehrenden.Arbeitsunfälle, Wegeunfälleund Berufskrankheiten:Arbeitsunfälle sind Unfälle, die einVersicherter in ursächlichem Zusammenhangmit seiner versichertenTätigkeit (Feuerwehrdienst) erleidet.Als Wegeunfälle gelten Unfälle aufeinem mit der Tätigkeit im Unternehmenzusammenhängenden Wegnach und von der Stätte der versichertenTätigkeit.Berufskrankheiten sind Krankheiten,die in der Berufskrankheitenverordnungals solche bezeichnet sind unddie sich der Versicherte durch seineversicherte Tätigkeit zuzieht.Aufgaben und Leistungender Unfallversicherungsträger:Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten,arbeitsbedingten Gesundheitsgefahrenund Sicherstellung derErsten Hilfe, z.B. durch Erlass vonUnfallverhütungsvorschriften, Überwachung,Beratung und SchulungLeistungen zur Rehabilitation derUnfallverletzten, z.B. durch Heilbehandlungund BerufshilfeEntschädigung durch Geldleistungen,z.B. durch Verletztengeld bei Arbeitsunfähigkeit,Übergangsgeld währendder Berufshilfe, Verletztenrente undLeistungen im Todesfall10Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 1


AÄrztliche Behandlung und Pflegenach Arbeits- und Wegeunfällen(Medizinische Rehabilitation)1Bei Arbeitsunfällen, Wegeunfällen undBerufskrankheiten sorgt der zuständigeUnfallversicherungsträger für die besteärztliche Behandlung, um alle Möglichkeitenfür den Heilungsprozess auszuschöpfen.Die Heilbehandlung umfasstvor allem:• Medizinische Versorgung• Bewegungs- oder Beschäftigungstherapie• Körperersatzstücke, orthopädischeund andere Hilfsmittel• Belastungserprobungund Arbeitstherapie• Pflege bei HilfIosigkeitMedizinische Rehabilitation nach Arbeits- undWegeunfällen …… mit allen geeigneten MittelnAllgemeines11


GUV-I 8651Anschriften und Zuständigkeitsbereicheder Unfallversicherungsträgerfür FeuerwehrenBaden-WürttembergUnfallkasse Baden-Württemberg,Hauptsitz Stuttgart:Augsburger Straße 700, 70329 Stuttgart,Postanschrift: 70324 Stuttgart,Tel. (0711) 93 21-0, Fax (0711) 93 21-500,Sitz Karlsruhe:Waldhornplatz 1, 76131 Karlsruhe,Postanschrift: 76128 Karlsruhe,Tel. (07 21) 60 98-1, Fax (07 21) 60 98-52 00BayernBayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband,Ungererstraße 71, 80805 München,Postanschrift: 80791 München,Tel. (0 89) 3 60 93-0, Fax (0 89) 3 60 93-135Bayerische Landesunfallkasse,Ungererstraße 71, 80805 München,Postanschrift: 80791 München,Tel. (0 89) 3 60 93-0, Fax (0 89) 3 60 93-135Unfallkasse München,Müllerstraße 3, 80469 München,Postanschrift: 80313 München,Tel. (0 89) 2 33-2 80 94, Fax (0 89) 2 33-2 64 84BerlinUnfallkasse Berlin,Culemeyerstraße 2, 12277 Berlin-Marienfelde,Postfach 48 05 84, 12254 Berlin,Tel. (0 30) 76 24-0, Fax (0 30) 76 24-11 09BrandenburgFeuerwehr-Unfallkasse Brandenburg,Müllroser Chaussee 75, 15236 Frankfurt,Postanschrift: Postfach 1113, 15201 Frankfurt,Tel. (03 35) 5216-0, Fax (03 35) 54 73 39BremenUnfallkasse Freie Hansestadt Bremen,Walsroder Straße 12–14, 28215 Bremen,Tel. (04 21) 3 50 12-0, Fax (04 21) 3 50 12-14HamburgFeuerwehr-Unfallkasse Hamburg,Berliner Tor 49, 20099 Hamburg,Tel. (0 40) 3 09 04 92 89, Fax (0 40) 3 09 049181HessenUnfallkasse Hessen,Leonardo-da-Vinci-Allee 20, 60486 Frankfurt,Postanschrift: Postf. 10 10 42, 60010 Frankfurt,Tel. (0 69) 2 99 72-233, Fax (0 69) 2 99 72-207Mecklenburg-VorpommernFeuerwehr-Unfallkasse Nord, LandesgeschäftsstelleMecklenburg-Vorpommern,Bertha-von-Suttner-Straße 5, 19061 Schwerin,Tel. (03 85) 30 31-700, Fax (03 85) 30 31-706NiedersachsenFeuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen,Aegidientorplatz 2a, 30159 Hannover,Postanschrift: Postfach 2 80, 30002 Hannover,Tel. (0511) 98 95-431, Fax (0511) 98 95-433Nordrhein-WestfalenFeuerwehr-Unfallkasse Nordrhein-Westfalen,Provinzialplatz 1, 40591 Düsseldorf,Postanschrift: 40195 Düsseldorf,Tel. (0211) 97 79 89-0, Fax (0211) 97 79 89-29Rheinland-PfalzUnfallkasse Rheinland-Pfalz,Orensteinstraße 10, 56626 Andernach,Postanschrift: 56624 Andernach,Tel. (0 26 32) 9 60-0, Fax (0 26 32) 9 60-31112Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 1


A1SaarlandUnfallkasse Saarland,Beethovenstraße 41, 66125 Saarbrücken,Postanschrift: Postfach 20 02 80, 66043 Saarbrücken,Tel. (0 68 97) 97 33-0, Fax (0 68 97) 97 33-37SachsenUnfallkasse Sachsen,Rosa-Luxemburg-Straße 17a, 01662 Meißen,Postanschrift: Postfach 42, 01651 Meißen,Tel. (0 35 21) 7 24-0, Fax (0 35 21) 7 24-111KontaktFachgruppe„Feuerwehren – Hilfeleistung“,Bundesverband der Unfallkassen(Bundesweite Angelegenheiten),Fockensteinstraße 1, 81539 München,Tel. (089) 6 22 72-0, Fax (089) 6 22 72-111Sachsen-AnhaltFeuerwehr-Unfallkasse Sachsen-Anhalt,Carl-Miller-Straße 7, 39112 Magdeburg,Tel. (03 91) 5 44 59-0, 6 22 48 73 u. 6 22 4813,Fax (03 91) 5 44 59-22Schleswig-HolsteinFeuerwehr-Unfallkasse Nord,Landesgeschäftsstelle Schleswig-Holstein,Sophienblatt 33, 24114 Kiel,Postanschrift: 24097 Kiel,Tel. (04 31) 6 03-2113, Fax (04 31) 6 03-13 95ThüringenFeuerwehr-Unfallkasse Thüringen,Magdeburger Allee 4, 99086 Erfurt (Tivoli),Tel. (03 61) 55 18-200, Fax (03 61) 55 18-221Die jeweils aktuellen E-Mail- und Internet-Adressen der hier aufgelisteten Unfallversicherungsträgerfinden Sie auf der Homepage des Bundesverbandes der Unfallkassen:www.unfallkassen.de unter der Rubrik „Ihr Unfallversicherungsträger“.Allgemeines13


A 2Erste HilfeDie Organisation der Ersten Hilfe in der Feuerwehr darf sich nicht alleinauf den Feuerwehreinsatz beschränken. Möglich sind auch Unfälle derFeuerwehrangehörigen im Werkstatt- und Übungsdienst, auf Dienstfahrtenund auf den Wegen zum und vom Feuerwehrdienst.Diese Arbeitshilfe fasst die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäßeOrganisation der Ersten Hilfe zusammen.A2Überprüfung des Erste-Hilfe-Materials auf Vollständigkeit und Ablauf von VerfallsdatenAllgemeines15


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Auf dem Weg zum Feuerwehreinsatzwar der Feuerwehrmann schwergestürzt und hatte sich stark blutendePlatz- und Schürfwunden zugezogen.Als er am Feuerwehrhaus eintraf, wardas Löschfahrzeug bereits ausgerückt.Da im Haus ansonsten kein Erste-Hilfe-Material zur Verfügung stand, mussteauf einen PKW-Verbandkastenzurückgegriffen werden.Bei Reinigungsarbeiten im FeuerwehrhausSpritzer eines Sanitärreinigers indie Augen bekommen.Während des Werkstattdienstesmehrere Finger beim Einschieben derTragkraftspritze in das Löschfahrzeuggequetscht.Schutzziel:Der Unternehmer hat dafür zu sorgen,dass zur Ersten Hilfe und zur Rettung ausGefahr für Leben und Gesundheit die erforderlichenEinrichtungen, insbesondereMelde-Einrichtungen, Sanitätsräume,Erste-Hilfe-Material, Rettungsgeräte undRettungstransportmittel und das erforderlichePersonal, insbesondere Ersthelferund Betriebssanitäter zur Verfügungstehen sowie nach einem Unfall sofortErste Hilfe geleistet und eine erforderlicheärztliche Versorgung veranlasst wird.Gefahren:Gefahren entstehen nach Unfälleninsbesondere, wennErste Hilfe nicht, nicht schnell genugoder nicht fachgerecht geleistetwerden kann,Einrichtungen und Mittel zur Leistungder Ersten Hilfe nicht verfügbar sind,eine erforderliche ärztlicheVersorgung nicht veranlasst wird.Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) Erste-Hilfe-Material(GUV-I 512, bisher GUV 20.6) „Sanitätsräume in Betrieben“(GUV-I 662, bisher GUV 20.12) „Informationen für die Erste Hilfe beiEinwirken gefährlicher chemischerStoffe“ (GUV-I 8504, bisher GUV 20.10) „Anleitung zur Ersten Hilfe beiUnfällen“ (Aushang DIN A 2;GUV-I 510-1, bisher GUV 30.1) „Verbandbuch“(GUV-I 511-1, bisher GUV 40.6)Erste Hilfe muss nach Unfällen schnell, fachgerechtund mit geeigneten Mitteln geleistet werden können.16Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 2


A2Artikel einer Tageszeitungzu einem Unfall mit mehrerenFeuerwehrangehörigenAllgemeines17


GUV-I 8651Organisation der Ersten HilfeDer Umfang organisatorischer Maßnahmenist abhängig von den personellen und betrieblichenVerhältnissen einer Feuerwehr.In Betracht kommen z.B.:• Melde-Einrichtungen,über die Hilfe herbeigerufen werdenkann, z.B. Telefon, Handy, Funk,• Erste-Hilfe-Material,z.B. Verbandkästen,• Ersthelfer, die in Erster Hilfe ausgebildetsind und sich regelmäßig fortbilden,• Sanitätsräume, in denen Erste Hilfegeleistet oder die ärztliche Erstversorgungdurchgeführt wird,• Rettungstransportmittel,z.B. Krankentragen, Rettungsfahrzeugefür Großeinsatzstellen oder Einsatzstellenmit besonderen Gefahren,• Rettungsgeräte, z.B. Löschdecken,Rettungsgeschirre, Rettungsringe.Erste-Hilfe-Material (Verbandkästen):Verbandkästen sind an leichtzugänglicher Stelle vorzuhalten.Ausreichend ist für alle Feuerwehreinrichtungeneine Mindestausstattungmit einem kleinen VerbandkastenDIN 13 157 „Erste-Hilfe-Material;Verbandkasten C“.In Feuerwehreinrichtungen mit mehrals 20 Feuerwehrangehörigen empfiehltsich ein großer VerbandkastenDIN 13 169 „Erste-Hilfe-Material;Verbandkasten E“.Ein großer Verbandkasten kann durchzwei kleine ersetzt werden, z.B. wennräumlich getrennte oder ausgedehnteEinrichtungen auszustatten sind.Verbandkästen bzw. Aufbewahrungsstellender Verbandmittel müssendeutlich erkennbar und dauerhaftdurch ein weißes Kreuz auf grünemFeld gekennzeichnet sein.Verbandmittel müssen rechtzeitigergänzt und erneuert werden; diesgilt insbesondere für die Inhalteälterer Verbandkästen. Über diegeforderten Inhalte informiertdie GUV-Information „Erste-Hilfe-Material“ (GUV-I 512, bisherGUV 20.6).Medikamente sind kein Erste-Hilfe-Material und gehören nicht inVerbandkästen.An Einsatzstellen ist auf das Erste-Hilfe-Material der Fahrzeug-Verbandkästenoder der zur feuerwehrtechnischenBeladung gehörendenVerbandkästen zurückzugreifen.Verbandkasten an leicht zugänglicher Stelle – dasRettungszeichen E03 „Erste Hilfe“ weist darauf hin.18Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 2


AAusbildung in Erster Hilfe2Von Feuerwehrangehörigen wirdqualifiziertes Helfen erwartet.Jeder muss sich seiner Erste-Hilfe-Kenntnisse so sicher sein, dass lebensrettendeSofortmaßnahmen jederzeitdurchgeführt werden können.Erste-Hilfe-Ausbildung:Die Ausbildung zum Ersthelfer erfolgtin einem acht Doppelstundenumfassenden Erste-Hilfe-Lehrgang.Die Ersthelfer-Ausbildung ist auchBestandteil der Feuerwehr-Grundausbildung.Durchgeführt werden Erste-Hilfe-Lehrgängevon den Sanitätsorganisationenund anderen für die Ausbildung in derErsten Hilfe anerkannten Stellen, z.B.:• Arbeiter-Samariter-Bund (ASB),• Deutsches Rotes Kreuz (DRK),• Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH),• Malteser Hilfsdienst (MHD),• Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft(DLRG),• Berufsfeuerwehren.Gegenstand der Ausbildung sindabgestimmte Ausbildungsinhalte.Die Ausbildung enthält die Herz-Lungen-Wiederbelebung in der1-Helfer-Methode.Die Unterweisung in den Sofortmaßnahmenam Unfallort nach § 8aStraßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung(StVZO), d.h. in den lebensrettendenSofortmaßnahmen, reicht als Erste-Hilfe-Ausbildung nicht aus.Erste-Hilfe-Fortbildung:Die Fortbildung von Ersthelfern istsicherzustellen und innerhalb vonzwei Jahren nach einer vorausgegangenenTeilnahme an einemErste-Hilfe-Lehrgang oder -Trainingdurchzuführen und abzuschließen.Die Fortbildung erfolgt durch Teilnahmean einem vier Doppelstundenumfassenden Erste-Hilfe-Training. Esenthält die Herz-Lungen-Wiederbelebungin der 1- und 2-Helfer-Methode.Soweit die Fortbildung in der Formeiner ständigen Schulung erfolgt, musssie mindestens das gleiche Ergebniswie das Erste-Hilfe-Training erreichen.Ersthelfer können in dem genanntenZeitraum auch erneut an einem Erste-Hilfe-Lehrgang teilnehmen.Simulation der HerzdruckmassageundBeatmung in der2-Helfer-MethodeNicht Bestandteil derErsthelfer-Ausbildung –in einem Ausbildungsdienstzur Ersten Hilfewird die Blutdruckmessunggeübt.Allgemeines19


GUV-I 8651Weitere HinweiseAushänge und Verbandbücherzur Ersten Hilfe:In Feuerwehreinrichtungen sind angeeigneter Stelle Anleitungen zurErsten Hilfe auszuhängen. Die darineinzutragenden Angaben sind aufaktuellem Stand zu halten, z.B.Telefonnummern und Anschriften.Jede Verletzung bzw. jeder Gesundheitsschadenaus Anlass feuerwehrdienstlicherTätigkeit ist dem Dienstvorgesetztenzu melden, z.B. demzuständigen Einheitsführer oder demWehrführer.Jede Erste-Hilfe-Leistung muss aufgezeichnetwerden. Dafür geeigneteVerbandbücher (GUV-I 511-1, bisherGUV 40.6) können beim zuständigenUnfallversicherungsträger angefordertwerden. Einträge sind auch in denDienstbüchern der Feuerwehr möglich.Die Aufzeichnungen sind mindestensfünf Jahre lang aufzubewahren.Sanitätsräume:In Atemschutz-Übungsanlagenmüssen Sanitätsräume vorhandensein, die ausschließlich für die ErsteHilfe und ärztliche Erstversorgungbestimmt sind.Hinweise zur Planung gebenDIN 14 093 Teil 1 „Atemschutz-Übungsanlagen; Planungsgrundlagen“und die GUV-Information „Sanitätsräumein Betrieben“ (GUV-I 662,bisher GUV 20.12).Erste Hilfe anbesonderen Einsatzstellen:An Großeinsatzstellen oder bei Einsätzenmit besonderen Gefahren fürdie Einsätzkräfte ist eine frühzeitigeOrganisation und Bereitstellungvon Rettungstransportmitteln undRettungsgeräten sinnvoll.Über die Anforderung entscheidetder Einsatzleiter.Anleitungzur Ersten Hilfe …… allerdings anungeeigneter Stelle!Bereitstellung spezieller Rettungskräfte an derEinsatzstelle20 Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und GesundheitsschutzA2


A 3Persönliche SchutzausrüstungenZum Schutz vor Unfall- und Gesundheitsgefahren sind bei Übungenund Einsätzen persönliche Schutzausrüstungen zu benutzen.Diese Arbeitshilfe gibt insbesondere Hinweise zur Wartung, Pflege,Prüfung und Aussonderung persönlicher Schutzausrüstungen.A3Allgemeines21


GUV-I 8651Unfallbeispiele undErkrankungen:Durch scharfkantige Teile an einemUnfallfahrzeug kam es zu der Schnittverletzung.Der Feuerwehrmann wurde vonTrümmern an Kopf und Schultergetroffen.Beim Innenangriff erlitt der AngriffstruppBrandverletzungen durch eineStichflamme.Nach einem Hochwassereinsatzerkrankten mehrere Feuerwehrangehörigeauf Grund der NässeundKälte-Einwirkung im Einsatz.Schutzziel:Zum Schutz vor den Gefahren desFeuerwehrdienstes müssen persönlicheSchutzausrüstungen benutztwerden.Weitere Informationen:UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13)Gefahren:Gefahren entstehen bei Übungen undEinsätzen, z.B. durchmechanische Gefährdungsfaktoren, z.B.• stolpern, rutschen, stürzen,anstoßen, getroffen werden,sich stechen, sich schneiden,thermische Gefährdungsfaktoren, z.B.• Hitze und Flammen,• heißen Wasserdampf,• tiefkalte Gase,Gefahren durch elektrischen Strom, z.B.• stromführende Teile,• statische Elektrizität,klimatische Gefährdungsfaktoren, z.B.• Nässe, Kälte, Hitze, Zugluft,Gefahrstoffe, z.B.• Gase, Dämpfe, Säuren, Laugen,Kraftstoffe, Lösemittel,Strahlung, Schall.Persönliche Schutzausrüstungen – jedem Feuerwehrangehörigenmuss die Mindestausrüstungfür Übungen und Einsätze zur Verfügung gestelltwerden.22Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 3


AGrenzen persönlicherSchutzausrüstungen3Die Schutzwirkung persönlicherSchutzausrüstungen hat natürlicheGrenzen.Ob der Feuerwehrhelm schützt, hängtz.B. von der Masse eines fallendenGegenstandes und von der Fallhöheab.Die Schutzwirkung der Schutzbekleidunggegen den Wärmedurchgang istzeitabhängig. Je höher die Umgebungstemperatur,desto schneller ist die„Kapazität“ gegen den Wärmedurchgangaufgebraucht.Die Verbesserung der Schutzwirkunggegen Hitze und Flammen wirdmöglicherweise kompensiert durch:• eingeschränkte Wahrnehmung derUmgebung,• physiologische Belastung(Heatstress),• die Ausweitung der Einsatzmöglichkeitenund damit verbundeneVeränderung der Risiken, z.B.durch Einsturz, Hitze oder Durchzündungen.Ist mit Gefahren zu rechnen, diedie Schutzwirkung der persönlichenSchutzausrüstung übersteigen,müssen Gefahrenbereiche verlassenwerden.Das Ende eines Innenangriffs – die persönlicheSchutzausrüstung des Angriffstrupps …… und das AtemschutzgerätIn den Schaftstiefel ist seitlich ein spitzer Gegenstandeingedrungen und hat die Fußverletzungverursacht.Allgemeines23


GUV-I 8651Persönliche SchutzausrüstungenKostenträger für die Beschaffung undInstandhaltung persönlicher Schutzausrüstungenist der Träger der Feuerwehr,in der Regel die Gemeinde.Die Mindestausrüstung muss jedemFeuerwehrangehörigen zur Verfügungstehen und bei Übungen und Einsätzenbenutzt werden. Der Einsatzleiterkann Abweichungen anordnen.Mindestausrüstung:• Feuerwehr-Schutzanzug(Schutzkleidung)• Feuerwehrhelm• Feuerwehr-Schutzhandschuhe• Feuerwehr-SicherheitsschuhwerkSpezielle Schutzausrüstungen:Bei besonderen Gefahren müssenspezielle Schutzausrüstungen benutztwerden, z.B.:• Feuerwehr-Haltegurt• Feuerwehrleine• Atemschutzgerät• Schutzanzug gegen Chemikalien,Hitze oder Kontamination• Schnittschutzausrüstung• Gehörschutz• Feuerschutzhauben nachDIN EN 13 911Feuerschutzhauben sind nur wirksam, wenn alleoffenen Hautstellen an Kopf und Hals abgedecktsind. Der Nackenschutz des Feuerwehrhelms istaus Tuch.Hinweise zu Wartung, Pflege,Prüfung und Aussonderung:Instandhaltung schließt die Wartung,Pflege, Prüfung und rechtzeitige Aussonderungvon persönlichen Schutzausrüstungenein.Persönliche Schutzausrüstungen sinddurch den Träger auf Vollständigkeitund Gebrauchstauglichkeit zu prüfen.Schäden durch mechanischeEinwirkung und Wärme-Einwirkungkönnen den Verlust oder dieReduzierung von Schutzfunktionender persönlichen Schutzausrüstungzur Folge haben.Ist bei erkannten Schäden nichtsicher, ob die Schutzwirkung erhaltenbleibt, sind die entsprechenden Teileauszusondern.24Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 3


AUniverselleFeuerwehr-Einsatzkleidung(Feuerwehr-Schutzanzug)3Schutzwirkung:Schutz gegen bei Einsätzen auftretendeGefährdungen (Grundschutz)• mechanische Einwirkungen(Stoß, Schlag, Stich, Schnitt)• thermische Einwirkungenz.B. Flammen, Wärme, heißerWasserdampf, Glut, Funken• klimatische Einwirkungen(Regen, Kälte, Wind)• elektrische Einwirkungen(Berührungsschutz)• chemische Einwirkungen(Spritzer, Tropfen)• nicht gesehen werden(Verkehrsraum, Einsatzstelle)Wahrnehmbarkeit:ist gegeben, wenn die Anforderungennach DIN EN 469:2006Anhang B erfüllt sind.Wahrnehmbarkeit bedeutet Auffälligkeitdurch Hintergrundmaterial(fluoreszierend) und retroreflektierendesMaterial (auchStreifen mit kombiniertem Materialsind möglich). Diese sollen so angeordnetsei, dass die Konturen desKörpers erkennbar sind. Dann kanndas Tragen von Warnwesten imVerkehrsbereich entfallen.Anforderungen:Die Anforderungen werden durchEinsatzkleidung nach DIN EN 469Ausgabe 2006 erfüllt. Zur Auswahlwerden folgende Empfehlungengegeben:• Wärmeübergang Flamme undStrahlung jeweils:Einsatzjacke: Leistungsstufe 2(Xf2, Xr2),Einsatzhose: Leistungsstufe 1(Xf1, Xr1),bei extremer Wärmebelastung(bei Wärmeübung oder der Gefahreines Feuerübersprungs)Leistungsstufe 2 (Xf2, Xr2).• Wasserdichtigkeit:Leistungsstufe 2 (Y2)• Wasserdampfdurchgangswiderstand:Leistungsstufe 2 (Z2)Allgemeines25


GUV-I 8651Wiederkehrende Prüfungauf Gebrauchstauglichkeit:Festgestellter Mangel BehebungVerschmutzungWaschenNaht aufgerissenVom Hersteller nähenlassenReflexstreifen abgerissen Je nach GesamtzustandErsatzbeschaffung odervom Hersteller nähenlassenReißverschluss defekt Je nach GesamtzustandErsatzbeschaffung oderdurch den Herstellerersetzen lassenHinweis:Gebrauchsanleitung des Herstellers beachtenKennzeichnung:Persönliche Schutzausrüstung mussmit dem CE-Zeichen und einemPiktogramm mit den Leistungsstufengekennzeichnet sein.Beispiel: Kennzeichen der Leistungsstufe 2EN 469:2006Xf2 WärmeübergangFlammeXr2 WärmeübergangStrahlungY2 WasserdichtigkeitZ2 WasserdampfdurchgangswiderstandAnmerkungen: Die nach der „alten“ DIN EN 469:1996hergestellte HUPF-Einsatzkleidungund Einsatzkleidung nach landesspezifischenRegelungen kannweiterhin verwendet werden.Bei der Neubeschaffung ist darauf zuachten, dass die Schutzkleidung denAnforderungen der neuen im Jahre2006 erschienenen Norm DIN EN 469entspricht (siehe Kennzeichnung).Die Prüfung auf Gebrauchstauglichkeit nichtbestanden – Reflexstreifen sind abgerissen;Nähte der Schutzkleidung sind aufgerissen.26Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 3


AFeuerwehrhelm3Schutzwirkung:Schutz gegen• mechanische Gefährdungsfaktoren• thermische GefährdungsfaktorenAnforderungen:Feuerwehrhelme müssen denAnforderungen der DIN EN 443„Feuerwehrhelme“ entsprechen.Kennzeichnung:Die Kennzeichnung von Feuerwehrhelmennach DIN EN 443 umfasst• den Namen oder das Firmenzeichendes Herstellers,• den Helmtyp nach Bezeichnung desHerstellers,• die Größe oder den Größenbereichin ZentimeternFeuerwehrhelm DIN EN 443 mit Gesichtsschutzund Nackenschutz aus Leder oder mit HelmtuchGebrauch, Wartung, Ausmusterung:Vor der ersten Benutzung muss dieInnenschale des Helms der Kopfgrößeangepasst und die Helmbebänderungin der Länge eingestellt werden.Bei Bedarf sind Innenausstattungenund Schweißbänder aus hygienischenGründen durch neue zu ersetzen.Für duroplastische Feuerwehrhelmenach DIN EN 443 ist ein Ausmusterungszeitraumnicht ausdrücklichgenannt. Sie werden durchmechanische Beschädigungen oderWärme-Einwirkung unbrauchbar.Gesichtsschutz nach starker Wärme-EinwirkungWegen der Gebrauchsdauer vonFeuerwehrhelmen nach DIN EN 433sind die Angaben des Herstellers zubeachten.Durch extreme Wärme-Einwirkungoder mechanische Beschädigungkann der Helm unbrauchbar werden.Allgemeines27


GUV-I 8651Feuerwehr-SchutzhandschuheSchutzwirkung:Schutz gegen• mechanische Gefährdungsfaktoren,• thermische Gefährdungsfaktoren,• geringfügige Einwirkungen durchGefahrstoffe.Anforderungen:Wiederkehrende Prüfung aufGebrauchstauglichkeit:Festgestellter MangelNaht aufgeplatztdurchgescheuerte StelleInnenfutter löst sichBehebungaussondernaussondernzum Herstellereinschicken oderaussondernFeuerwehr-Schutzhandschuhemüssen den Anforderungen derDIN EN 659 entsprechen.Feuerwehr-Schutzhandschuhe nachDIN EN 659, Ausgabe 2003, erfüllenAnforderungen an das Schrumpfverhaltenbei Wärme-Einwirkung. BeiHandschuhen nach „alter“ NormDIN EN 659, Ausgabe 1996, könnennoch Verletzungen der Finger aufGrund wärmebedingter Schrumpfungder Handschuhe entstehen, wenndiese überwiegend aus Lederbestehen.Kennzeichnung:Die Kennzeichnung erfolgt mit• Name oder Handelsmarke,• Handschuhbezeichnung und Größe,• Nummer der Norm „EN 659“,• Piktogramm mit Leistungsstufennach DIN EN 659.Fingerhandschuhe aus textilem Gewebe oder ausLeder, beide mit Futter1 2 43233Abrieb 3Schnittfestigkeit 2Weiterreißfestigkeit 3Stichfestigkeit 3Brennverhalten 4Konvektive Hitze 2Tastgefühl 1Mindestqualität28Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 3


AFeuerwehr-Sicherheitsschuhwerk3Schutzwirkung:Schutz gegen• mechanische Gefährdungsfaktoren,• thermische Gefährdungsfaktoren,• Gefahren durch elektrischen Strom,• klimatische Gefährdungsfaktoren.Anforderungen: Feuerwehr-Sicherheitsschuhwerkmuss den Anforderungen derDIN EN 345-2 entsprechen.Kennzeichnung:Die Kennzeichnung erfolgt für SchnürstiefelForm C oder SchaftstiefelForm D mit• Zeichen des Herstellers,• Typenbezeichnung des Herstellers,• Herstellungsland,• Nummer der Norm „EN 345-2“,• Piktogramm mit der Bezeichnung„FPA“.Wiederkehrende Prüfungauf Gebrauchstauglichkeit:Festgestellter MangelAbgelaufenes ProfilLeder an ZehenschutzkappeabgelöstNaht offenReißverschluss defektSchnürsenkel defektMechanische Beschädigungoder Beschädigung durchWärme-EinwirkungIm Schuh kein richtiger HaltFPABehebungaussondern oderreparierenaussondernaussondernReißverschlussauswechselnnur durchOriginalschnürsenkelerneuernaussondernSchuhgröße wechselnoder bei Schnürstiefelnauf richtige SchnürungachtenKennzeichen:F Anforderungen derDIN EN 345-2Tabelle 3 erfülltFP wie F und durchtrittsicherFA wie F und antistatischFPA wie F, durchtrittsicherund antistatischSchnürstiefel und Schaftstiefel aus LederAllgemeines29


A 4Feuerwehr im StraßenverkehrInanspruchnahme von Sonderrechten und SondersignalenDer Gesetzgeber räumt der Feuerwehr Sonderrechte im Straßenverkehr ein,damit Einsatzorte ohne verkehrsbedingte Verzögerungen erreicht werdenkönnen. Die Inanspruchnahme dieser Sonderrechte führt immer wieder zuUnfällen im Straßenverkehr.Diese Arbeitshilfe erläutert die Voraussetzungen für die Inanspruchnahmevon Sonderrechten im Straßenverkehr.A4Allgemeines31


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Bei der Alarmfahrt kam es auf derKreuzung zum Zusammenstoß miteinem PKW. Sondersignale des Feuerwehrfahrzeugeswaren eingeschaltet.Durch den seitlichen Aufprall wurdenmehrere Personen verletzt.Nach der Alarmierung verlor derFeuerwehrmann auf der Anfahrt zumFeuerwehrhaus auf Grund überhöhterGeschwindigkeit die Kontrolle überseinen PKW und prallte gegen eineHauswand.Schutzziel:Feuerwehrangehörige und andereVerkehrsteilnehmer dürfen durch dieInanspruchnahme von Sonderrechten imStraßenverkehr nicht gefährdet werden.Weitere Informationen:Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)Gefahren:Sonderrechte gestatten der Feuerwehr,die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnungunter bestimmten Voraussetzungenaußer Acht zu lassen. Gefahren entsteheninsbesondere durch Überschreiten der zulässigenHöchstgeschwindigkeit, Nichtbeachten der Vorfahrt andererVerkehrsteilnehmer, Rechtsüberholen und Überholen aufVerbotsstrecken, Fahren auf der linken Fahrbahnseiteund auf Rad- und Gehwegen, Nichtbeachten von Lichtsignalanlagen, Befahren von Einbahnstraßen infalscher Richtung.Das Ende zweier Einsatzfahrten ...32Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 4


Sonderrechte (§ 35 StVO)Voraussetzungen für dieInanspruchnahme von SonderrechtenDie Feuerwehr muss hoheitliche Aufgabenauf Grund von Störungen deröffentlichen Sicherheit und Ordnungerfüllen.Beispiel: Die Katze auf dem Baumrechtfertigt nicht die Inanspruchnahmevon Sonderrechten. Der hoheitlicheAuftrag ist nicht gegeben.Die Inanspruchnahme von Sonderrechtenmuss dringend geboten sein.Das heißt, der hoheitliche Auftragkönnte unter Beachtung der Verkehrsregelnnicht, nur unzureichend odernicht schnell genug erfüllt werden. Sonderrechte dürfen nach § 35 Abs. 8StVO nur unter gebührender Berücksichtigungder öffentlichen Sicherheitund Ordnung ausgeübt werden.Je größer die Abweichung von denVorschriften ist, umso größer ist diePflicht zur Rücksichtnahme auf dasVerhalten anderer Verkehrsteilnehmer.Beispiel: In unübersichtlicheKreuzungen darf nur mit sichererGeschwindigkeit eingefahren werden.Hinweis: Die Befreiung von Vorschriftender Straßenverkehrs-Ordnung nach§ 35 Abs. 1 StVO erstreckt sich nichtauf andere Verkehrs- und Strafgesetze.Strafgesetzbuch, Straßenverkehrsgesetzund Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung(StVZO) bleibenuneingeschränkt gültig.Die Verantwortlichkeit des Sonderrechtsfahrersim Sinne des allgemeinenStrafrechts bleibt bestehen.„Blaulicht ist kein Freibrief“, heißt esauch in vielen ergangenen Gerichtsurteilen.Löschfahrzeug nach Zusammenstoß …… mit einem PKW auf der KreuzungA4Allgemeines 33


GUV-I 8651Sonderechtsfahrtenmit dem Privatfahrzeug§ 35 StVO schließt nicht aus, dassFeuerwehrangehörige, die mit einemPrivatfahrzeug zum Feuerwehrhausoder Einsatzort unterwegs sind,Sonderrechte in Anspruch nehmenkönnen.Beispiel: Der Einsatz erfordert es,dass Einsatzkräfte und Einsatzmittelmit dem Privatfahrzeug zum Einsatzortgebracht werden müssen, z.B. weildie vorhandenen Feuerwehrfahrzeugebereits in den Einsatz eingebundensind.Achtung: Für andere Verkehrsteilnehmerist ein Privatfahrzeug, dasSonderrechte in Anspruch nimmt,in der Regel nicht erkennbar. Auch einim Fahrzeug angebrachtes Schild oderein Dachaufsetzer mit der Aufschrift„Feuerwehr im Einsatz“ bringt keineverlässliche Erkennbarkeit.Die Inanspruchnahme von Sonderrechtenmit dem Privatfahrzeug solltesich auf begründete Ausnahmefällebeschränken. Aber auch in diesenFällen:• nicht die Vorfahrt des allgemeinenVerkehrs missachten,• signalgeregelte Kreuzungennicht bei rotem Haltezeichenüberqueren,• Einbahnstraßen nicht in falscherRichtung befahren,• nicht auf der Gegenspur fahren,• nicht verbotswidrig rechts überholen,• grundsätzlich nicht auf Autobahnenvon den Verkehrsregeln abweichen.Dieses Schild dient allenfalls zur Kenntlichmachungeines im Einsatz abgestellten Privatfahrzeuges.34Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 4


ABlaues Blinklicht (§ 38 StVO)4Benutzt die Feuerwehr blaues Blinklichtund Einsatzhorn, müssen alleübrigen Verkehrsteilnehmer dem Feuerwehrfahrzeugfreie Bahn schaffen.Für Verkehrsteilnehmer bedeutet dies:• es muss ohne Verzögerung auf dieSondersignale reagiert werden,• die zügige Vorbei- oder Weiterfahrtdes Feuerwehrfahrzeuges mussermöglicht werden,• wenn erforderlich, muss dafür ggf.äußerst rechts herangefahren, kurzangehalten oder langsam weitergefahrenwerden.Bei Einsatzfahrten darf blaues Blinklichtauch ohne Einsatzhorn benutztwerden. Die Verpflichtung der Verkehrsteilnehmer,sofort freie Bahn zuschaffen, ergibt sich jedoch nur, wennblaues Blinklicht und Einsatzhorn zusammenbenutzt werden.Löschfahrzeug mit „Straßenräumern“ im EinsatzVoraussetzungen für dieInanspruchnahme von SondersignalenVoraussetzung ist das Gebot höchsterEile auf Grund einer bekannt gewordenenGefahrenlage, z.B.:• um Menschenleben zu retten,• um schwere gesundheitlicheSchäden abzuwenden,• um Gefahren für die öffentlicheSicherheit und Ordnung abzuwenden,• um bedeutende Sachwerte zuerhalten.Über die Benutzung von Sondersignalenentscheiden z.B. Einsatzleiterund Feuerwehr-Einsatzzentralen.Allgemeines 35


GUV-I 8651Feuerwehr im StraßenverkehrVoraussetzungen für die Inanspruchnahme von SonderrechtenDie Feuerwehr muss hoheitliche Aufgaben auf Grund von Störungen deröffentlichen Sicherheit und Ordnung erfüllen.Die Inanspruchnahme von Sonderrechten muss dringend geboten sein.Das heißt, der hoheitliche Auftrag könnte unter Beachtung der Verkehrsregelnnicht, nur unzureichend oder nicht schnell genug erfüllt werden.Sonderrechte dürfen nach § 35 Abs. 8 StVO nur unter gebührenderBerücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübtwerden.Je größer die Abweichung von den Vorschriften ist, umso größer ist diePflicht zur Rücksichtnahme auf das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer.In unübersichtliche Kreuzungen darf z.B. nur mit sicherer Geschwindigkeiteingefahren werden.Die Verantwortlichkeit des Sonderrechtsfahrers im Sinne des allgemeinenStrafrechts bleibt bestehen. „Blaulicht ist kein Freibrief“, heißt es auch invielen ergangenen Gerichtsurteilen.§ 35 StVO schließt nicht aus, dass Feuerwehrangehörige, die mit einemPrivatfahrzeug zu einem Einsatzort unterwegs sind, Sonderrechte inAnspruch nehmen können. Die Inanspruchnahme muss sich jedoch aufbegründete Ausnahmefälle beschränken.Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von SondersignalenVoraussetzung ist das Gebot höchster Eile auf Grund einer bekanntgewordenen Gefahrenlage, z.B. um Menschenleben zu retten.Über die Benutzung von Sondersignalen entscheiden z.B. Einsatzleiterund Feuerwehr-Einsatzzentralen.Benutzt die Feuerwehr blaues Blinklicht und Einsatzhorn, müssen alleübrigen Verkehrsteilnehmer dem Feuerwehrfahrzeug freie Bahn schaffen.Bei Einsatzfahrten darf blaues Blinklicht auch ohne Einsatzhorn benutztwerden. Die Verpflichtung der Verkehrsteilnehmer, sofort freie Bahn zuschaffen, ergibt sich jedoch nur, wenn blaues Blinklicht und Einsatzhornzusammen benutzt werden.36Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 4


A 5Tätigkeiten mit GefahrstoffenGefahrstoffe werden in Feuerwehrhäusern und feuerwehrtechnischen Einrichtungenfür verschiedenste Zwecke und in unterschiedlichsten Mengenverwendet. Feuerwehrangehörige müssen wissen, wie und woran man Gefahrstoffeerkennt und was bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zu beachten ist.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.A5Kraftstoff- und Gefahrstofflagerung im Werkraum des Feuerwehrhauses – hier fehlt einpassendes LagerkonzeptAllgemeines37


GUV-I 8651Unfallbeispiele: Beim Umfüllen von BatteriesäureSpritzer in die Augen bekommen Die Dämpfe eines lösemittelhaltigenKlebers verursachten starke Übelkeitund Schwindelgefühl. Bei Reinigungsarbeiten mit Benzinkam es zu einer kleinen Verpuffung.Gefahren:Gefahren entstehen bei Tätigkeitenmit Gefahrstoffen insbesondere durchschädigende Wirkung von Stoffen undProdukten, wenn• Gase, Dämpfe oder Schwebstoffeüber Mund und Nase eingeatmetwerden und in den Körper gelangen,• Feststoffe, Stäube oder Flüssigkeitenverschluckt werden und über denMund in den Körper gelangen,• Gase, Dämpfe, Schwebstoffe oderFlüssigkeiten durch Hautresorptionin den Körper gelangen,Brand und Explosion,• z.B. beim Betanken von Kraftstoffbehältern.Schutzziele:Feuerwehrangehörige, die Tätigkeitenmit Gefahrstoffen durchführen,müssen anhand Betriebsanweisungenüber auftretendeGefährdungen sowie über die Schutzmaßnahmenmündlich unterwiesenwerden.Verbrennungsmotoren sind so zu betreiben,dass Feuerwehrangehörigedurch Abgase nicht gefährdet werden.Weitere Informationen:„Gefahrstoffverordnung“ mit denTechnischen Regeln für Gefahrstoffe(TRGS), z.B. TRGS 554 „Dieselmotor-Emissionen“UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1)Kaltreiniger-Merkblatt(GUV-I 1/425, bisher GUV 29.7)Stoff- und produktspezifische Sicherheitsdatenblätterder Hersteller/LieferantenBeispiele für typischeGefahrstoffe im Feuerwehrdienst: Abgase von Verbrennungsmotoren Dämpfe von Vergaserkraftstoffen,Kaltreinigern und Klebern Schwebstoffe, z.B. Schweißrauche,Farbnebel Flüssigkeiten, z.B. Säuren, Laugen,Reinigungsmittel, BetriebsstoffeDieselmotor-Emission im Feuerwehrhaus38Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 5


Gefahrstoffe im FeuerwehrhausGefahrstoff-KennzeichnungenA5Gefahrstoffe sind Stoffe und Produkte,die die Gesundheit gefährden können.Wie in Betrieben und in Haushalten,werden Gefahrstoffe auch im Feuerwehrhausverwendet und gelagert,z.B. Öle, Kraftstoffe, Batterien, Akkumulatoren,lösemittelhaltige FarbundAnstrichstoffe, lösemittelhaltigeVerdünner und Kleber, Sanitärreiniger,Grillanzünder.Für ein sicheres Feuerwehrhaus sindin diesem Zusammenhang folgendeFragen zu klären:• Wie und woran erkennt manGefahrstoffe?• Was ist bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffenzu beachten?• Wie sind Gefahrstoffe zu lagernund zu entsorgen?Hinweis: Soweit in Feuerwehrhäusernoder feuerwehrtechnischen EinrichtungenPersonal beschäftigt wird, mussfür die speziellen Aufgaben zur Umsetzungder Gefahrstoffverordnungdie zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheittätig werden. Dies giltz.B. für das Erstellen von Betriebsanweisungenfür Tätigkeiten mitGefahrstoffen an Arbeitsplätzen undin Arbeitsbereichen.Gefahrstoffe müssen vom Herstelleroder Lieferanten gekennzeichnetwerden. Die Kennzeichnung ist in derRegel auf der Verpackung angebrachtund informiert auf einen Blick. DieKennzeichnung ist auch erforderlich,wenn Gefahrstoffe in andere Behältnisseoder Gebinde umgefüllt werden.Die Verpackung eines Gefahrstoffesoder einer Gefahrstoff-Zubereitungenthält immer folgende Angaben:• Produktbezeichnung• Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen• eventuelle Bestandteile derZubereitung• Gefahrenhinweise (R-Sätze) alsHinweise auf besondere Gefahren• Sicherheitsratschläge (S-Sätze) alsHinweise für den sicheren Umgang• Name, Anschrift und Rufnummerdes Herstellers, Vertriebsunternehmersoder ImporteursVerpackungskennzeichnungAllgemeines39


GUV-I 8651Was verrät die Verpackungskennzeichnung?Tipps für UnterweisungenMindestens zwei Behältnisse mitGefahrstoffen für die Unterweisungzur Anschauung bereitstellen. Verdünnungund Sanitärreiniger finden sichin jedem Feuerwehrhaus. Anhand derVerpackungs-Kennzeichnungen besprechen,welche Informationen sichdaraus gewinnen lassen.Soweit auffindbar, auch Gefahrstoff-Behältnisse zeigen, die ungeeignetoder nicht gekennzeichnet sind. Aufdie damit verbundenen Gefahrenhinweisen.Für wirksame Unterweisungen reichen häufigeinfache Beispiele.40Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 5


AGefahrensymbole mit ausgewählten R-Sätzen und S-SätzenS 1 Unter Verschluss aufbewahrenS 13 Von Nahrungsmitteln, Getränkenund Futtermitteln fern haltenS 36/ Bei der Arbeit geeignete Schutz-37 handschuhe und SchutzkleidungtragenGefahrensymboleGefahrenbezeichnungSehr giftigT+GiftigTR 26/ Sehr giftig beim Einatmen, Verschlu-27/28 cken und bei Berührung mit der HautR 23/R 39R-SätzeGiftig beim Einatmen, Verschluckenund bei Berührung mit der HautErnste Gefahr irreversiblen SchadensS-Sätze5GesundheitsschädlichXnR 20/ Gesundheitsschädlich beim21/22 Einatmen, Verschlucken und beiBerührung mit der HautR 40 Irreversibler Schaden möglichS 7S 13S 37Behälter dicht geschlossenhaltenVon Nahrungsmitteln, Getränkenund Futtermitteln fern haltenGeeignete SchutzhandschuhetragenHochentzündlichF+LeichtentzündlichFR 12R 11HochentzündlichLeichtentzündlichS 9 Behälter an einem gut gelüftetenOrt aufbewahrenS 16 Von Zündquellen fern halten –Nicht rauchenS 33 Maßnahmen gegen elektrostatischeAufladungen treffenÄtzendCR 35R 34Verursacht schwere VerätzungenVerursacht VerätzungenS 1 Unter Verschluss aufbewahrenS 25 Berührung mit den AugenvermeidenS 36/ Bei der Arbeit geeignete Schutz-37/ kleidung, Schutzhandschuhe und39 Schutzbrille/Gesichtsschutz tragenReizendXiR 36/ Reizt die Augen, Atmungsorgane und37/38 die HautR 41 Gefahr ernster AugenschädenS 25S 26Berührung mit den AugenvermeidenBei Berührung mit den Augensofort gründlich mit Wasserabspülen und Arzt konsultierenExplosionsgefährlichER 3R 2Durch Schlag, Reibung, Feueroder andere Zündquellen besondersexplosionsgefährlichDurch Schlag, Reibung, Feuer oderandere Zündquellen explosionsgefährlichS 35Abfälle und Behälter müssenin gesicherter Weise beseitigtwerden.BrandförderndOR 7R 8Kann Brand verursachenFeuergefahr bei Berührung mitbrennbaren StoffenS 49Nur im Originalgebinde aufbewahrenUmweltgefährlichNR 50/ Sehr giftig für Wasserorganismen,53 kann in Gewässern langfristigschädliche Wirkung habenR 55 Giftig für TiereR 59 Gefährlich für die OzonschichtS 59S 60Information zur Wiederverwendung/WiederverwertungbeimHersteller/Lieferanten erfragenDieser Stoff und sein Behältersind als gefährlicher Abfall zuentsorgen.Allgemeines 41


GUV-I 8651Fragen zur Tätigkeit mit Gefahrstoffen im FeuerwehrhausFrage1 Ist bekannt, welche Gefahrstoffe und inwelcher Menge diese im Feuerwehrhausvorhanden sind (ggf. durch ein Verzeichnis)?2 Könnten vorhandene Gefahrstoffe auch inkleineren Gebinden beschafft werden, weilder Verbrauch entsprechend gering ist?3 Könnten im Einzelfall statt der vorhandenenProdukte auch Produkte mit ungefährlicherenEigenschaften verwendet werden (diese Frageinsbesondere vor Beschaffungen stellen)?4 Werden die vorhandenen Gefahrstoffe ingeeigneten Behältnissen gelagert?5 Sind alle vorhandenen Gefahrstoff-Verpackungenrichtig und vollständig gekennzeichnet?6 Sind die Feuerwehrangehörigen über dieBedeutung von Gefahrenhinweisen (R-Sätze)und Hinweisen für den sicheren Umgang(S-Sätze) unterwiesen?7 Stehen die für Tätigkeiten mit den vorhandenenGefahrstoffen erforderlichen Schutzausrüstungenzur Verfügung, z.B. Schutzbrillen,geeignete Schutzhandschuhe?8 Stehen geeignete Mittel für den Hautschutz,die Hautreinigung und die Hautpflege zurVerfügung?9 Werden brennbare Flüssigkeiten ordnungsgemäßgelagert, z.B. nicht in Durchgängen,Durchfahrten, Treppenräumen, Fluren?10 Werden Sonderabfälle (besonders überwachungsbedürftigeAbfälle), z.B. Öle,Kraftstoffe, Batterien, Leuchtstoffröhren,lösemittelhaltige Farb- und Anstrichstoffe,ordnungsgemäß entsorgt?ja/neinerforderliche Maßnahme42Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 5


GUV-I 8651Grundregelnfür sichere Tätigkeiten mit GefahrstoffenVorsicht bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen! Hinweise auf besondereGefahren für Mensch und Umwelt geben die Gefahrenhinweise (R-Sätze)der Verpackungs-Kennzeichnung.Schutzmaßnahmen dienen der eigenen Sicherheit und Gesundheit.Hinweise für sichere Tätigkeiten mit Gefahrstoffen geben die Sicherheitsratschläge(S-Sätze) der Verpackungs-Kennzeichnung.Gefahrstoffe immer nur auf die für den Fortgang der Arbeiten erforderlicheMenge beschränken.Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nicht essen, trinken oder rauchen.Gefahrstoffe nur in dafür geeignete und gekennzeichnete Behältnisseumfüllen. Gefahrstoffe nicht in verwechselbare, nicht bruchfeste oder nichtbeständige Behältnisse umfüllen. Beim Umfüllen Spritzer vermeiden.Flüssigkeitsheber oder Pumpen benutzen.Gefahrstoffe nicht in Ess-, Trink- oder Kochgefäßen aufbewahren.Verschüttete Gefahrstoffe sofort beseitigen. Benetzte Kleidung sofortsäubern oder wechseln.Behältnisse nach Gebrauch sofort verschließen.Zusammenlagerungsverbote und spezielle Vorkehrungen für die Lagerungvon Gefahrstoffen beachten.Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege beachten.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und GesundheitsschutzA543


A 6AtemschutzgeräteVoraussetzungen für den sicheren Einsatz von Atemschutzgeräten sindKenntnisse über deren Verwendungsmöglichkeiten und Schutzwirkung.Um vorhandene Atemschutzgeräte in ordnungsgemäßem Zustand zuhalten, ist für eine zweckmäßige Überwachung, Lagerung und Instandhaltungzu sorgen.A6Kontrolle eines Pressluftatmers am FahrzeugAllgemeines45


GUV-I 8651AllgemeinesEinteilung der AtemschutzgeräteDer Träger der Feuerwehr ist verpflichtet,spezielle persönliche Schutzausrüstungenzur Abwehr möglicherUnfall- oder Gesundheitsgefahren zurVerfügung zu stellen und diese inordnungsgemäßem Zustand zu halten.Hierzu zählen Atemschutzgeräte.Feuerwehrangehörige sind verpflichtet,die persönlichen Schutzausrüstungenzu benutzen.Nach ihrer Wirkungsweise wirdzwischen Filtergeräten undIsoliergeräten unterschieden.Filtergeräte wirken abhängig von derUmgebungsatmosphäre.Isoliergeräte wirken unabhängig vonder Umgebungsatmosphäre.FiltergerätPressluftatmerAtemschutzgeräteFiltergeräteabhängigIsoliergeräte(Pressluftatmer)unabhängigvon der Umgebungsatmosphäre wirkend46Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 6


Isoliergeräte(Pressluftatmer)Ordnungsgemäßer ZustandA6Pressluftatmer sind von der Umgebungsatmosphäreunabhängig.Eine Begrenzung des Einsatzbereichesbei hoher Schadstoffkonzentrationbesteht nicht.Der begrenzte Atemluftvorrat schränktdie Gebrauchsdauer ein.Pressluftatmer sind frei tragbar undschränken deshalb die Bewegungsfreiheitnicht ein.Atemschutzgeräte müssen überwacht,zweckmäßig gelagert undin Stand gehalten werden.Einwandfreies Funktionieren undgute hygienische Bedingungen sindnotwendige Voraussetzungen.Unter Berücksichtigung der Art undAnzahl vorhandener Atemschutzgerätesind Arbeiten der Instandhaltungund Prüfung verantwortlichzu übertragen, z.B. an Atemschutzgerätewarte.Verantwortungsbereicheregelt die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7„Atemschutz“.Über Einsatz, Lagerung und Instandhaltungvon Atemschutzgeräten sindNachweise zu führen.Vom Hersteller festgelegte Lagerfristensind einzuhalten. Geräte oder Teilesind nach Ablauf befristeter Lagerzeitder Verwendung zu entziehen, auchwenn sie noch ungebraucht sind. Diesgilt z.B. für Filter oder Gummiteile.Die ordnungsgemäßeInstandhaltung vonAtemschutzgeräten …… erfolgt in speziellausgestatteten Atemschutzwerkstätten.Allgemeines 47


GUV-I 8651Instandhaltungs- und PrüffristenInstandhaltungsarbeiten und Prüfungen von Atemschutzgeräten sind nach den Gebrauchsanleitungender Hersteller durchzuführen. Empfehlungen für die Instandhaltung undPrüfung von Vollmasken und Pressluftatmern sind den Tabellen 1 und 2 zu entnehmen.Tabelle 1: Fristen für Vollmasken (Quelle: vfdb-Richtlinie 0804)Art der durchzuführendenArbeiten(Kurzbemerkungen)Reinigung und Desinfektion *)Sicht-, Funktions- undDichtprüfung **)Wechsel derAusatemventilscheibeWechsel derSprechmembranKontrolle durch den GerätträgerVorGebrauchNachGebrauchMaximalfristenHalbjährlichZweiJahreVierJahreSechsJahre*) Bei der zweijährigen Frist fürAtemanschlüsse wird davonausgegangen, dass einmalgereinigte und desinfizierteMasken luftdicht verpacktgelagert werden. Andernfallsgilt eine halbjährliche Frist.Nach jeder Reinigung/Desinfektionsind die Atemanschlüssegrundsätzlich zu prüfen.**) Bei luftdicht verpackten Geräten,die keinen erhöhten klimatischenund mechanischenBelastungen, z.B. Mitführenauf Fahrzeugen, ausgesetztsind, kann die Frist auf zweiJahre verlängert werden.Tabelle 2: Fristen für Pressluftatmer (Quelle: vfdb-Richtlinie 0804)GerätPressluftatmerArt derdurchzuführenden Arbeiten(Kurzbemerkungen)VorGebrauchNachGebrauchMaximalfristenHalbjährlichZweiJahreVierJahreSechsJahrePressluftatmer, komplettReinigungSicht-, Dicht- undFunktionsprüfungKontrolle durch den GeräteträgerLungenautomat (LA)Reinigung und DesinfektionWechsel der Membran *)Sicht-, Dicht- undFunktionsprüfungLungenautomateinschließlich SchlauchGrundüberholungPressluftatmer mit Tragevorrichtung,ohne LA u. FlascheGrundüberholungDruckluft, Druckluftflaschenund -ventile*) Erfolgt die Sichtprüfung der Membran nach jedem Gebrauch, gilt die vierjährige Wechselfrist. Erfolgt die Sichtprüfunghalbjährlich, gilt die zweijährige Wechselfrist.


FiltergeräteGas-, Partikel- oder Kombinationsfilterwerden in Verbindung mit derVollmaske als Filtergeräte eingesetzt:Die Vollmaske dient als Atemanschluss.• in Umgebungen, in denen die Schadstoffkonzentrationunbekannt ist,• gegen Schadstoffe, für die keineEignung besteht,• bei zu hohen Schadstoffkonzentrationen(siehe Tabelle 4).A6Für Feuerwehren eignen sich Filtergerätenur bedingt. Es dürfen keineFiltergeräte eingesetzt werden:• bei Sauerstoffmangel, d.h. wenigerals 17 Vol.-%, bei CO-Filtern 19 Vol.-%Sauerstoffgehalt in der Umluft,Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 7 „Atemschutz“ GUV-Regel „Benutzung vonAtemschutzgeräten“(GUV-R 190, bisher GUV 20.14) „Haltegurte und Verbindungsmittelfür Haltegurte“ (GUV-I 870) vfdb-Richtlinie 0802 „Auswahl vonAtemschutzgeräten für Einsatzaufgabenbei den Feuerwehren“ vfdb-Richtlinie 0804 „Wartung vonAtemschutzgeräten für die Feuerwehren“Tabelle 3: Vollmaske mit PartikelfilterVollmaske Vielfaches des Bemerkungen,mit Grenzwertes Einschränkungen(VdGW)P1-Filter 4 Als Atemschutz nicht sinnvoll, da der hohe Filterdurchlass diegeringe Maskenleckage aufhebtNicht gegen krebserzeugende und radioaktive Stoffe sowieluftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppen 2 und 3nach Biostoffverordnung und EnzymeP2-Filter 15 Nicht gegen radioaktive Stoffe und luftgetragene biologischeArbeitsstoffe mit der Einstufung in Risikogruppe 3 nach Biostoffverordnungund EnzymeP3-Filter 400Der Grenzwert ist die höchst zulässige Konzentration eines Schadstoffes in der Umgebungsatmosphäre.Allgemeines 49


GUV-I 8651Tabelle 4: Gas- und Spezialfilter und ihre HauptanwendungsbereicheTyp Kenn- Hauptanwendungs- Klasse Prüfgaskonzentrationfarbe bereichA braun Organische Gase 1 1000 ml/m 3 (0,1 Vol.-%)und Dämpfe mit 2 5000 ml/m 3 (0,5 Vol.-%)Siedepunkt > 65 °C 3 10000 ml/m 3 (1,0 Vol.-%)B grau Anorganische Gase 1 1000 ml/m 3 (0,1 Vol.-%)und Dämpfe, z.B. 2 5000 ml/m 3 (0,5 Vol.-%)Chlor, Hydrogensulfid 3 10000 ml/m 3 (1,0 Vol.-%)(Schwefelwasserstoff),Hydrogencyanid(Blausäure)– nicht gegenKohlenmonoxidE gelb Schwefeldioxid, 1 1000 ml/m 3 (0,1 Vol.-%)Hydrogenchlorid 2 5000 ml/m 3 (0,5 Vol.-%)(Chlorwasserstoff) und 3 10000 ml/m 3 (1,0 Vol.-%)andere saure GaseK grün Ammoniak und 1 1000 ml/m 3 (0,1 Vol.-%)organische 2 5000 ml/m 3 (0,5 Vol.-%)Ammoniak-Derivate 3 10000 ml/m 3 (1,0 Vol.-%)AX braun Niedrig siedende orga- – Gr. 1 100 ml/m 3 für max. 40 minnische Verbindungen Gr. 1 500 ml/m 3 für max. 20 min(Siedepunkt ≤ 65 °CGr. 2 1000 ml/m 3 für max. 60 minder Niedrigsieder-Gr. 2 5000 ml/m 3 für max. 20 mingruppen 1 und 2(siehe GUV-R 190)SX violett Wie vom Hersteller – 5000 ml/m 3 (0,5 Vol.-%)festgelegtNO-P3 blau- Nitrose Gase, z.B. Herstellerangaben beachtenweiß NO, NO2, NOxHg-P3 rot- Quecksilber – Herstellerangaben beachtenweißCO schwarz Kohlenmonoxid – Herstellerangaben beachtenReaktor orange Radioaktives Iod – Herstellerangaben beachtenmeist:einschließlichReaktor P3 orange- radioaktivemweiß Iodmethan Eine Vollmaske mit Gasfilter darf bis zum 400-fachen des Grenzwertes verwendet werden,sofern damit nicht bereits die in dieser Tabelle genannten höchst zulässigen Konzentrationenüberschritten werden. Der Grenzwert ist die höchst zulässige Konzentration eines Schadstoffes in der Umgebungsatmosphäre.50Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und GesundheitsschutzA6


A 7AtemschutzgeräteträgerKörperliche und fachliche EignungEinsätze unter Atemschutzgeräten gehören zu den gefährlichsten Tätigkeitenim Feuerwehrdienst. Unter Atemschutz dürfen deshalb nur Feuerwehrangehörigeeingesetzt werden, die körperlich und fachlich dafür geeignet sind unddie die mit dem Einsatz verbundenen Gefahren kennen.Diese Arbeitshilfe fasst die Voraussetzungen für den Einsatz von Atemschutzgeräteträgernzusammen.A7Atemschutzeinsätze belasten!Allgemeines51


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Atemschutzeinsatz hat sich derGeräteträger überlastet und mussteden Einsatz abbrechen. Er war durcheine starke Erkältung beeinträchtigt.Während einer Übung in der verdunkeltenAtemschutzübungsanlagegeriet der Feuerwehrmann in Panik.Als er fluchtartig die Anlage verlassenwollte, verletzte er sich am Knie.Schutzziel:Unter Atemschutz dürfen nur Feuerwehrangehörigeeingesetzt werden, die denbesonderen Anforderungen an die körperlicheund fachliche Eignung für den Atemschutzeinsatzgenügen.Körperliche Eignung –Allgemeines: Atemschutzgeräteträger müssen das18. Lebensjahr vollendet haben. Es muss ein gültiger Nachweis derbestandenen arbeitsmedizinischenVorsorgeuntersuchung nach demGrundsatz G 26 Gruppe 3 vorliegen(Gerätegruppe 3: Gerätegewicht über5 kg, erhöhte Ein- und Ausatemwiderstände). Zum Zeitpunkt des Einsatzes müssenAtemschutzgeräteträger gesund undkörperlich fit sein. Es darf keine Beeinträchtigung durchAlkohol bzw. Restalkohol, Drogenoder Medikamente vorliegen.ArbeitsmedizinischeVorsorgeuntersuchungen:Vorsorgeuntersuchungen dürfen nurvon dafür ermächtigten Ärzten durchgeführtwerden.Die Erstuntersuchung muss vorAufnahme einer Tätigkeit unterAtemschutzgeräten erfolgen.Regelmäßige Nachuntersuchungensind während der Tätigkeit alsAtemschutzgeräteträger erforderlich.• für 18- bis 50-Jährigevor Ablauf von drei Jahren,• für über 50-Jährigebei Gerätegewicht über 5 kgvor Ablauf von zwölf Monaten.Jeder Atemschutzgeräteträgermuss neben der organisatorischenVerantwortung des Leiters derFeuerwehr eigenverantwortlich dafürSorge tragen, dass die regelmäßigeNachuntersuchung innerhalb der vomArzt festgelegten Frist durchgeführtwird.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) UVV „Arbeitsmedizinische Vorsorge“(GUV-V A 4, bisher GUV 0.6) Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 7 „Atemschutz“ GUV-Regel „Benutzung vonAtemschutzgeräten“(GUV-R 190, bisher GUV 20.14) „Haltegurte und Verbindungsmittelfür Haltegurte“ (GUV-I 870)52Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 7


Feuerwehrangehörigerauf einem Fahrradergometerbei der jährlichenÜbung in der Atemschutz-ÜbungsanlageFür Atemschutzmaskennur geeignete Maskenbrillenverwenden!SehschärfeSofern eine ausreichende Sehschärfenur mit einer Brille erreicht wird, mussauch beim Einsatz unter Atemschutzeine zugelassene Maskenbrille mitden erforderlichen Korrekturwertengetragen werden.Brillen, deren Teile durch den Dichtlinienbereichder Atemschutzmaskegehen, sind nicht zulässig. Den Dichtsitzbeeinträchtigen z.B. Bänder vonSportbrillen.Maskenbrillen sind als Teil derpersönlichen Schutzausrüstungvom Kostenträger der Feuerwehrzur Verfügung zu stellen.Dichtsitz der AtemschutzmaskeA7Eingesetzte MaskenbrilleDer Dichtsitz der Atemschutzmaskeist Voraussetzung für die Schutzwirkungdes Atemschutzgerätes. Beiunzureichendem Dichtsitz könnenSchadstoffe eindringen.Feuerwehrangehörige, die im Bereichder Dichtlinien der Atemschutzmaskeeinen Bart oder Koteletten tragen,sind als Atemschutzgeräteträgerungeeignet.Auch die Kopfform, Narben oder Hautkrankheitenkönnen den Dichtsitz derAtemschutzmaske beeinträchtigen.Als Atemschutzgeräteträger ungeeignet – der Bartbeeinträchtigt den Dichtsitz der Vollmaske!Dichtlinienbereich der AtemschutzmaskeAllgemeines 53


GUV-I 8651Fachliche EignungAusbildung:Voraussetzung für den Einsatz unterAtemschutz ist die Feuerwehr-Grundausbildungund die erfolgreich abgeschlosseneAtemschutzgeräteträger-Ausbildung.Eine Muster-Ausbildungsordnungfür Atemschutzgeräteträger ist inder Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 7 „Atemschutz“ enthalten.Die Ausbildung erfolgt in den nachLandesrecht anerkannten Ausbildungsstätten.Ausbildungsziele sind:• Handhabung von Atemschutzgeräten• Gewöhnung, Orientierung undVerständigung• körperliche und psychischeBelastung• Einsatztätigkeiten• Eigensicherung und NotfalltrainingTräger von Chemikalienschutzanzügenmüssen ergänzend ausgebildet werden.Feuerwehrangehörige, die die erforderlichenÜbungen nicht innerhalbvon zwölf Monaten abgeleistet haben,dürfen bis zum Absolvieren der vorgeschriebenenÜbungen nicht mehrals Atemschutzgeräteträger eingesetztwerden.Soweit in Feuerwehren Chemikalienschutzanzügevorhanden sind, sindEinsatzübungen mindestens einmaljährlich auch unter diesen Anzügendurchzuführen.Die Aus- und Fortbildung sowiedie Einsätze unter Atemschutz sindin einem Atemschutznachweis zudokumentieren.Jährliche Übung in der Atemschutz-ÜbungsanlageFortbildung:Fortbildungen für Atemschutzgeräteträgerdienen der Erhaltung des Ausbildungsstandesund sind mindestensjährlich mit folgenden Bestandteilendurchzuführen:• Unterweisung• Belastungsübung in einer Atemschutz-Übungsanlage• Einsatzübung unter Atemschutz(kann bei entsprechenden Einsätzenentfallen)Belastungsübung in Einsatzübung untereiner BrandgewöhnungsanlageAtemschutz54 Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und GesundheitsschutzA7


A 8Mehr Sicherheit durch UnterweisungUnterweisungen dürfen keine langweiligen Vorträge über Unfallverhütungsvorschriftensein. Auch der erhobene Zeigefinger führt nicht zu höhererSicherheit. Das Geheimnis guter Unterweisungen ist der Sicherheitsdialog.Im Gespräch lässt sich erkennen, ob Probleme verstanden und Maßnahmenakzeptiert werden. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzeugen, müssen Unterweisungenregelmäßig durchgeführt werden.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für die Vorbereitung und Durchführungvon Unterweisungen.A8Wirksam: Unterweisung in KleingruppenAllgemeines55


GUV-I 8651Verantwortung undOrganisation der UnterweisungWarum überhaupt unterweisen?Sicheres Verhalten im Feuerwehrdienstsetzt die Kenntnis möglicher Gefahrenund Schutzmaßnahmen voraus. DieseKenntnisse werden durch Unterweisungenvermittelt. Die Erfordernis fürUnterweisungen ergibt sich ausverschiedenen Arbeitsschutzregeln,insbesondere aus:• § 15 der Unfallverhütungsvorschrift„Feuerwehren“:„Die Feuerwehrangehörigen sind imRahmen der Aus- und Fortbildungüber die Gefahren im Feuerwehrdienstsowie über die Maßnahmenzur Verhütung von Unfällen zu unterweisen.“• § 12 Abs. 1 des Arbeitsschutzgesetzes:„Der Arbeitgeber hat die Beschäftigtenüber Sicherheit und Gesundheitsschutzbei der Arbeit während ihrerArbeitszeit ausreichend und angemessenzu unterweisen. Die Unterweisungumfasst Anweisungen undErläuterungen, die eigens auf denArbeitsplatz oder den Aufgabenbereichder Beschäftigten ausgerichtetsind. Die Unterweisung muss bei derEinstellung, bei Veränderungen imAufgabenbereich, der Einführungneuer Arbeitsmittel oder einer neuenTechnologie vor Aufnahme der Tätigkeitder Beschäftigten erfolgen. DieUnterweisung muss an die Gefährdungsentwicklungangepasst seinund erforderlichenfalls regelmäßigwiederholt werden.“Unterweisungen dürfen nicht alslästige oder aufgezwungene Pflichtverstanden werden.Unterweisungen sollen:• über Gefahren aufklären, die sichaus Unfällen und Gefährdungsermittlungenergeben,• befähigen, Gefahren selber zuerkennen und Fertigkeiten zurGefahrenbeseitigung zu entwickeln,• die Eigen- und Mitverantwortungder Feuerwehrangehörigen fördern,• geordnete Übungs- und Einsatzabläufesicherstellen.Wer unterweist?Für die Durchführung von Unterweisungenist der jeweilige Leitereiner Feuerwehr gegenüber demTräger der Feuerwehr, z.B. derGemeinde, verantwortlich.Der Leiter der Feuerwehr kann diepraktische Durchführung vonUnterweisungen auf Führungskräftedelegieren, z.B. auf Zugführer,Gruppenführer oder Ausbilder.Sie sind am besten in der Lage,praktische Kenntnisse zu vermitteln.Die Kontrollpflicht bleibt bei ihm.Sicherheitsbeauftragte sollen dieUnterweisungen unterstützen.56Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 8


In welchem Umfang unterweisen?Die Thematik von Unterweisungenund wie detailliert Unterweisungendurchgeführt werden müssen, ist z.B.abhängig:• von der Anzahl und dem Ausbildungsstandder Wehrangehörigen,• von der Art und dem Umfang derEinrichtungen, Fahrzeuge und Ausrüstungen,• von dem Umfang und der Artdurchzuführender Einsätze mit dendadurch möglichen bzw. zu beherrschendenGefahren,• vom Unfallgeschehen.Methoden der UnterweisungEin perfekter Unterweisungsvortragführt nicht zwangsläufig zu sicheremVerhalten, denn:• Gesagt bedeutet noch nicht gehört.• Gehört bedeutet noch nichtverstanden.• Verstanden bedeutet noch nichteinverstanden.• Einverstanden bedeutet noch nichtangewendet.• Angewendet bedeutet noch nichtbeibehalten.A8Unterweisung zu Schnitt- und Arbeitstechniken mit der MotorsägeAllgemeines 57


GUV-I 8651Je höher der Grad der Beteiligung derTeilnehmer, umso größer ist dieWirksamkeit einer Unterweisung.Nachfolgende Methoden eignen sichfür Unterweisungen:Kleingruppenorientierte Unterweisung:Am wirksamsten sind Unterweisungenin Kleingruppen von sechs bis neunTeilnehmern. Spezielle übungs- odereinsatzbedingte Situationen könnenzu Grunde gelegt und besprochenoder geübt werden.Fragestellungen werden im Gesprächbearbeitet. Der Unterweiser lenkt dasGespräch und beschränkt seineeigene Rolle als Informierender soweit wie möglich.„Was kann hier passiert sein?“– Möglichkeit einer bildunterstützten Frageals Einstieg in eine UnterweisungMedienorientierte Unterweisung:Durch filmunterstützte Unterweisungenkönnen sowohl ideale Arbeitsweisen,mögliche Fehler und möglicheFolgen im Bild dargestellt werden.Filme werden sinnvoll zu Lehrkonzeptenergänzt, wenn sie Zusammenfassungen,Verständnis- und Umsetzungsfragenoder Übungen enthalten.Bildunterstützte Unterweisungenermöglichen den Einstieg in einSicherheitsgespräch. Sie erleichternFragestellungen zur Ermittlung undBeurteilung von Gefährdungen beiÜbungen und Einsätzen.Unterrichtsbezogene Unterweisung:Für unterrichtsbezogene Unterweisungenstehen mittlerweile viele gutausgearbeitete Lehrmaterialien zurVerfügung. Methodisch sinnvoll istdabei das Vorgehen durch Fragestellungenin drei Schritten:1. durch Fragen interessieren,z.B.: Was kann dir passieren?2. durch Fragen aktivieren,z.B.: Was kann getan werden?3. durch Fragen verpflichten,z.B.: Was wirst du tun?Aber: keine Abschreckungsmethode:Abschreckung wirkt kurzfristig sehrstark, wird aber langfristig verdrängt.Der Mensch entwickelt für sich sehrschnell Gegenargumente. Motto: Dasist alles nicht so schlimm. Ich passeschon auf. Das trifft nur andere.58Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 8


AEinsatzmöglichkeitenvon Medien8Folien für Tageslichtprojektoren:Speziell für Unterweisungen gibt esmittlerweile umfangreiche Foliensätze.Folien sollten nur unterstützend eingesetztwerden. Die Kunst liegt in derBeschränkung.Bei der Gestaltung von Folien ist aufÜbersichtlichkeit und Lesbarkeit zuachten.Dias, Fotos, Videoaufnahmen:Filme:Um das Interesse der Teilnehmer zuwecken, sollten mit Bildern immerFragestellungen verbunden sein.Werden mehrere Bilder gezeigt,müssen Fragen an der Stelle gestelltund bearbeitet werden, wo sie auftauchen.Mit zunehmender Laufzeit nimmt dasInteresse der Teilnehmer ab. Im Einzelfallist es sinnvoll, nur die für dieThematik erforderlichen Filmpassagenzu zeigen.Filme erfordern in der Regel eine VorundNachbesprechung. Die dafürerforderlichen Zeiten sind unbedingteinzuplanen.Unfallverhütungsvorschriftenund Broschüren:Die Herausgabe von Schriften imRahmen von Unterweisungen istimmer kritisch zu prüfen. SchriftenDie Wandzeitung vermittelt wichtige Aussagen zurSicherheit.allein „zum Nachlesen“ nach Unterweisungenherauszugeben, ist wenigsinnvoll.Oft ist es ausreichend, nur Textauszügeoder Überschriften zurVerfügung zu stellen.Plakate und Wandzeitungen:Gezielter Plakateinsatz lässt einewichtige Aussage schnell erfassen.Längerfristiger Einsatz dient derErinnerung. Aussagen prägen sich ein.Plakate sollen so wenig Text wie möglichenthalten.Wandzeitungen informieren umfassender.Wichtig ist, dass Verhalten auf Plakatenund Wandzeitungen richtig oderpositiv dargestellt wird.Allgemeines 59


GUV-I 8651Interaktive Software:Lernprogramme können mit Bildern,Grafiken, Animationen und Filmsequenzenwirkungsvoll Sachverhalteerläutern und Informationen vermitteln.Für Unterweisungen imFeuerwehrdienst sind spezielle undwirksam einsetzbare Lernprogrammenoch nicht verfügbar.Experimente und Versuche:Experimente und Versuche bieteneine hohe Anschaulichkeit, bedürfenaber ausreichender Vorbereitung undErfahrung. Insbesondere für dieThematik der Gefahren an der Einsatzstellegibt es eine Vielzahl möglicherExperimente. Neue Einsatzmittellassen sich am besten im praktischenVersuch erklären.Weitere Informationen:Vorhandene Medien zur Sicherheitim Feuerwehrdienst können beimzuständigen Unfallversicherungsträgererfragt werden. Anschriftenund Zuständigkeitsbereiche sieheArbeitshilfe A 1.„Experimente für den Feuerwehrunterricht“,Verlag W. Kohlhammer, StuttgartModellseminar „Feuerwehr-Sicherheit“,Teil 1 (GUV-I 8655, bisher GUV 27.2.1)und Teil 2(GUV-I 8656, bisher GUV 27.2.2)Eine neue Hochdruck-Schneidtechnik mittels eines 250 bar starken Wasserstrahles wird im praktischenVersuch dargestellt.60Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 8


AFragen zur Vorbereitung einer Unterweisung8Unterweisung am:Die Unterweisung führt durch:FragenAntworten1 Welche Thematik und welchen Anlasshat die Unterweisung?2 Wie groß ist der erforderlicheZeitbedarf?Sind Pausen erforderlich?3 Wo soll die Unterweisungstattfinden (Ort, Raum)?4 Wie viele Feuerwehrangehörigenehmen an der Unterweisung teil?5 Wie setzt sich die Gruppe zusammen?6 Wie unterschiedlich sinddie Vorkenntnisse?7 Was ist vorzubereiten?Wer ist an der Vorbereitung zubeteiligen? Sind Helfer erforderlich?8 Welche Hilfsmittel sind für dieUnterweisung erforderlich(Medien, Modelle, Geräte, Fahrzeuge)?9 Sollen Teilnehmerunterlagenverteilt werden? Wenn ja, welche?10 Wie lässt sich derUnterweisungserfolg feststellen?Allgemeines 61


GUV-I 8651DOKUMENTATIONUnterweisungDatum und Uhrzeit (von/bis):Thema:Anlass Erstunterweisung Wiederholungsunterweisung Einsätze besondere Vorkommnisse (Unfall) NeuerungenDie Unterweisung führte durch:Zusätzlich angesprochen/geübt wurde:Teilnehmer an der UnterweisungNr.12345678910Name, VornameFalls erforderlich, können zusätzliche Angaben durch Eintrag in die rechte Tabellenspalte eingetragen werden,z.B. Unterschrift, FunktionVerantwortlich für die Durchführung:62Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz A 8


B 1Sichere VerkehrswegeSichere Verkehrswege sind Voraussetzung für die sichere An- und Abfahrtder Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge sowie reibungslose BetriebsundEinsatzabläufe im Freien und in Feuerwehreinrichtungen. Neben baulichenund organisatorischen Maßnahmen tragen Ordnung und Sauberkeitzur sicheren Begehbarkeit von Verkehrswegen bei.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige bauliche und organisatorischeRegelungen zur Sicherheit bei der An- und Abfahrt sowie zur Sicherheitvon Verkehrswegen.B1Gefährlicher Begegnungsverkehr zwischen Einsatzkräften und FeuerwehrfahrzeugenBauliche Anlagen und Einrichtungen63


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Als ich nach der Alarmierung amFeuerwehrhaus eine Anpflanzungüberspringen wollte, bin ich umgeknickt.Beim Hineinlaufen in die Fahrzeughallebin ich ausgerutscht undgestürzt.Im Feuerwehrhaus von einer Treppenstufeabgerutscht.Gefahren:Gefahren entstehen auf Verkehrswegenzur An- und Abfahrt und im Freien insbesonderedurchgefährlichen Begegnungsverkehrzwischen den Fahrzeugen an- undausrückender Einsatzkräfte,unübersichtliche oder nicht einsehbareStraßenführung im Ausfahrtbereichvon Feuerwehreinrichtungen,fehlende oder nicht ausreichendbreite PKW-Stellplätze für Feuerwehrangehörige,fehlende, nicht sicher begehbare odernicht direkt geführte Verkehrswege vonden PKW-Stellplätzen in die Gebäude,glatte und ungeräumte Verkehrswegebei Schnee und Eis,unzureichende Beleuchtung vonVerkehrswegen im Freien.Gefahren entstehen an und auf Verkehrswegenin Feuerwehreinrichtungen insbesonderedurch nicht ausreichend breite oder unzulässigeingeengte Verkehrswege, Fahrzeugverkehr im Bereich vonVerkehrswegen, Bodenunebenheiten undStolperstellen, z.B. durch Schwellen,Absätze,Rutschgefahr, z.B. wenn Bodenbelägenicht rutschhemmend ausgeführt sindund nass, glatt oder verschmutztsind,unzureichende Beleuchtung.Schutzziel:Verkehrswege müssen freigehaltenwerden, damit sie jederzeit benutztwerden können.Fußböden in Räumen dürfen keineStolperstellen haben; sie müsseneben und rutschhemmend ausgeführtund leicht zu reinigen sein.Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) GUV-Regel „Fahrzeug-Instandhaltung“(GUV-R 157, bisher GUV 17.1) DIN 14 092 Teil 1 „Feuerwehrhäuser;Planungsgrundlagen“ „Sicherheit im Feuerwehrhaus“(GUV-I 8554, bisher GUV 50.0.5) GUV-Regel „Fußböden in Arbeitsräumenund Arbeitsbereichen mitRutschgefahr“(GUV-R 181, bisher GUV 26.18) „Bodenbeläge für nassbelasteteBarfußbereiche“(GUV-I 8527, bisher GUV 26.17)Feuerwehrhäuser müssen in der Prioritätenlistedes Winterdienstes Vorrang haben.64Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 1


BSichere An- und Abfahrtam Feuerwehrhaus1Gefährlicher Begegnungsverkehrzwischen den Fahrzeugen am Feuerwehrhauseintreffender Einsatzkräfteund ausrückenden Feuerwehrfahrzeugenist zu vermeiden.Bestehende Situationen lassen sichmit einfachen Überlegungen undorganisatorischen Maßnahmen immerverbessern. Eine organisatorischeMaßnahme kann z.B. die Festlegungeines internen „Einbahnstraßensystems“für die Anfahrt der Einsatzkräfteund die Abfahrt der Feuerwehrfahrzeugesein.Organisatorische Maßnahmen könnenz.B. in einer Dienstanweisung festgelegtwerden.Verkehrsrechtliche Maßnahmen mitBeschilderung oder Lichtzeichensollten z.B. dann veranlasst werden,• wenn die Straßenverkehrsführungim Bereich von Feuerwehrhäusernunübersichtlich ist oder Ausfahrtbereichenicht einsehbar sind,• wenn Stauraum vor den Toren fehltund der öffentliche VerkehrsraumTeil des Ausfahrtbereiches ist.Beim Neubau von Feuerwehreinrichtungenmuss die sichere Verkehrsanbindungbereits bei der PlanungBerücksichtigung finden.Der Ausfahrtbereich ist durch die verdeckte Lagedes Feuerwehrhauses für Verkehrsteilnehmer erstspät erkennbar – durch die Lichtzeichenanlagelässt sich der Verkehr im Einsatzfall anhalten.Der Stauraum vor den Toren fehlt fast völlig.Bauliche Anlagen und Einrichtungen65


GUV-I 8651ABEinfache Überlegungen …AB… vermindern mögliche Verkehrsgefahren.Die Anzahl möglicher gefährlicher Verkehrssituationen kann z.B. durch einesinnvolle Anordnung der Zufahrt zu den PKW-Stellplätzen reduziert werden.66Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 1


PKW-Stellplätze und sichereVerkehrswege im FreienAn Feuerwehrhäusern müssen zumsicheren Abstellen von FahrzeugenPKW-Stellplätze vorhanden sein.• Von dem Planungs-Richtwert„ein Stellplatz je Sitzplatz der ineinem Feuerwehrhaus eingestelltenFeuerwehrfahrzeuge“ kann imEinzelfall abgewichen werden.Für Feuerwehren mit einer größerenAnzahl von Fahrzeugen würde dieEinhaltung des Richtwertes überdimensionierteParkplätze in zumeistzentraler städtischer Lagebedeuten. Für eine Feuerwehr miteinem Tragkraftspritzenfahrzeugwären sechs Stellplätze möglicherweisezu wenig.• Einzubeziehen in Entscheidungenüber die Anzahl erforderlicherPKW-Stellplätze sind auch immerParkmöglichkeiten im Umfeld desFeuerwehrhauses, Vorgaben desBaurechts, ggf. auch die Anzahl derdas Feuerwehrhaus zu Fuß oder mitdem Fahrrad erreichenden Feuerwehrangehörigen.PKW-Stellplätze sollten 5,5 m langund 2,5 m breit sein, bei Schrägaufstellungentsprechend variiert.Verkehrswege im Freien sollten direkteVerbindungen zu den Zugängen desFeuerwehrhauses haben und ohneStolperstellen, Absätze, Bordsteineoder Treppen ausgeführt sein.Zugänge zum Feuerwehrhaus solltenmöglichst nicht durch Tore für Feuerwehrfahrzeugeund in die dahinterliegenden Stellplatzbereiche führen.Verkehrswege müssen von Schneeund Eis freigehalten werden.Verkehrswege müssen ausreichendbeleuchtet sein.Gefahr! Hier führt dieZufahrt zum PKW-Stellplatz direkt durchden Stauraum desFeuerwehrfahrzeugesvor dem Tor.Treppen als Zugang zuFeuerwehrhäusern sindimmer Gefahrstellen –auch wenn sie den baurechtlichenAnforderungengerade genügen.Möglichkeiten für Zugänge von den Stellplätzen indas FeuerwehrhausB1Bauliche Anlagen und Einrichtungen67


GUV-I 8651Verkehrswege in GebäudenZwischen Fahrzeugen, Geräten undGebäudeteilen muss bei geöffnetenFahrzeugtüren oder -klappen einVerkehrsweg von mindestens 0,5 mverbleiben.Verkehrswege müssen freigehaltenwerden.Verkehrswege dürfen nachträglichnicht unter Mindestbreite eingeengtwerden, z.B. durch Nachrüstung vonAbgasabsaugungen oder Materiallagerung.Treppen, Absätze und Absenkungenim Bereich von Fahrzeug-Stellplätzenbeeinträchtigen die Trittsicherheit.Durchgänge müssen mindestens einelichte Höhe von 2 m haben.In Verkehrswegen vorhandeneStolperstellen oder Durchgänge mitnicht ausreichender lichter Höhe sindmit gelb-schwarzer Gefahrenkennzeichnungzu versehen.Zum Schutz gegen Glasbruch müssenlichtdurchlässige Flächen von Türenoder Wänden im Bereich von Verkehrswegenbruchsicher verglast oder durchGeländer oder Brüstungen wirksamabgeschirmt sein.Durchsichtige Flächen von Türen oderWänden müssen so deutlich gekennzeichnetwerden, dass sie nicht übersehenwerden können.Für den möglichen Ausfall der Stromversorgungsollte eine selbsttätigeinsetzende Notbeleuchtung derwesentlichen Verkehrswege imFeuerwehrhaus vorhanden sein.Diese Form der nachträglich eingebautenAbgasabsaugung wurde so ausgewählt, dass derVerkehrsweg nicht unzulässig eingeengt wird.Gefahr!Der Abgasschlauch der Absaugung schützt zwarvor Abgasen, bildet jedoch eine Stolpergefahr.68Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 1


BFußböden in Gebäuden1Einen speziell für Feuerwehrhäuserentwickelten Bodenbelag gibt es nicht.Bodenbeläge in Arbeitsräumen undArbeitsbereichen mit erhöhter Rutschgefahrmüssen rutschhemmend undleicht zu reinigen sein.Bodenbeläge sind nach den Anforderungender GUV-Regel „Fußböden inArbeitsräumen und Arbeitsbereichenmit Rutschgefahr“ (GUV-R 181, bisherGUV 26.18) auszuwählen.Für Bodenbeläge in Waschräumenund Duschen sind die Anforderungender GUV-Information „Bodenbelägefür nassbelastete Barfußbereiche“(GUV-I 8527, bisher GUV 26.17) zuberücksichtigen.Bodenbeläge werden je nach Größeder Rutschgefahr fünf verschiedenenBewertungsgruppen zugeordnet(Gruppe R9 bis Gruppe R13). InFeuerwehrhäusern sind Bodenbelägefolgender Bewertungsgruppenerforderlich, z.B. für• Eingangsbereiche . . . . . . . . . . . R9• Fahrzeugstellplätze . . . . . . . . . R12• Waschhallen . . . . . . . . . . . . R11/V4• Arbeitsgruben . . . . . . . . . R12/V4*• InstandsetzungsundWartungsräume . . . . . . . . . R11• Lagerräume fürÖle und Fette . . . . . . . . . . . R12/V6• Sanitärräume . . . . . . . . . . . . . . R10• Schulungsräume . . . . . . . . . . . . R9• Räume für Schlauchpflege-Einrichtungen. . . . . . . . R12In benachbarten Räumen soll dieBewertungsgruppe der Rutschhemmungnicht mehr als um denWert „1“ voneinander abweichen.Bodenbeläge in Arbeitsräumen undArbeitsbereichen mit Rutschgefahr,die den Anforderungen an die Rutschhemmungnicht genügen, könnennachträglich in ihrer Rutschhemmungverbessert werden. Geeignet hierfürsind Verfahren der Oberflächenbehandlungwie Oberflächenfinish,mechanische oder chemische Nachbehandlung.Die Rutschhemmung von Bodenbelägenkann durch Reinigungs- oderPflegemittel gemindert werden. Beider Auswahl von Reinigungsmittelnist dies zu berücksichtigen.Soweit sich auf Bodenbelägen Wassersammeln und nicht in Ablaufrinnenablaufen kann, müssen Pfützen beseitigtwerden.Hinweis:R = Rutschhemmung,V = Verdrängungsraum,* = Hier eignen sich auch MetallrosteTrittsicherheit durchrutschhemmendeBodenbelägePfützen auf BodenbelägenbeseitigenBauliche Anlagen und Einrichtungen69


B 2Künstliche BeleuchtungVerkehrswege und Arbeitsplätze in Feuerwehreinrichtungen müssen beinicht ausreichendem Tageslicht künstlich beleuchtet werden. WichtigstesKriterium der künstlichen Beleuchtung ist die Beleuchtungsstärke. WeitereGütekriterien der Beleuchtung sind z.B. die Begrenzung der Blendung,Lichtfarbe und Farbwiedergabe sowie Lichtrichtung, Schattigkeit undGleichmäßigkeit.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für Planung, Installation, Betriebund Instandhaltung künstlicher Beleuchtungen in Feuerwehreinrichtungen.B2Schön anzusehen: Beleuchtung einer Feuerwache als KunstobjektBauliche Anlagen und Einrichtungen71


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Nach der Alarmierung auf demdunklen Weg vom Parkplatz in dasFeuerwehrhaus über einen Kantsteingestolpert.Auf dem Weg zum Lichtschalter in dernoch unbeleuchteten Fahrzeughalleeine Treppenstufe übersehen undgestürzt.Beim Auswechseln einer Leuchtstoffröhrevon der Leiter gestürzt.Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 7/3„Künstliche Beleuchtung“ BG-Regel „Arbeitsplätze mitkünstlicher Beleuchtung undSicherheitsleitsysteme“ (BGR 131) DIN 5035 „Beleuchtung mitkünstlichem Licht“Gefahren:Gefahren entstehen bei nicht ausreichendemTageslicht insbesondere, wennim Bereich von Verkehrswegen undArbeitsplätzen betrieblicheZusammenhänge und Abläufe nichtausreichend erkennbar werden,Gefahrenquellen in der Umgebungnicht ausreichend erkennbar sind,z.B. Stufen, Hindernisse.Schutzziel:Beleuchtungsanlagen sind so auszuwählenund anzuordnen, dass sichdadurch keine Unfall- und Gesundheitsgefahrenergeben können.Vorbildlich: Die künstliche Beleuchtung über denVerkehrswegen neben dem Fahrzeug ergänzt dieBeleuchtung durch das Tageslicht. Lichtöffnungenfür das Tageslicht sind im Tor und in der rückwärtigenWand vorhanden.72Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 2


BKünstliche Beleuchtungvon Außenbereichen2Verkehrswege im Außenbereich vonFeuerwehreinrichtungen müssen zubeleuchten sein, wenn das Tageslichtnicht ausreicht. Die Beleuchtung musssich nach der Art der Sehaufgaberichten.Zusätzliche Beleuchtungseinrichtungensind z.B. erforderlich, wenndie öffentliche Straßen- oder PlatzbeleuchtungAußenbereiche vonFeuerwehreinrichtungen nicht miteinbezieht. Dies betrifft in der RegelPKW-Stellplätze, Verkehrswege fürPersonen und Stauräume vor denToren.Durch ausreichende Beleuchtungder Stauräume vor den Toren sollenBlendungen beim Übergang vomDunklen zum Hellen und umgekehrtvermieden werden.Beleuchtungseinrichtungen sind soanzubringen, dass neben Fahrzeugen,die vor den Toren abgestellt werden,keine Schlagschatten entstehen.Zu empfehlen ist die Schaltung vonBeleuchtungseinrichtungen imAußenbereich über Dämmerungsschalteroder Bewegungswächter.Tabelle 2: VergleichswerteVollmondnachtnächtliche Straßenbeleuchtungsonniger Tag+0,25 Lux1 – 30 Lux20.000 – 100.000 LuxVorteil:Durch mittige Anbringung der Beleuchtungzwischen den Toren werden Schlagschattenzwischen den Fahrzeugen vermieden.Tabelle 1: Richtwerte für die Beleuchtungvon AußenbereichenArt des AußenbereichsPKW-Stellplätze (Parkplätze)Verkehrswege für PersonenStauräume vor den TorenNennbeleuchtungsstärke3 Lux5 Lux50 LuxSpezielle Richtwerte können der DIN 5035 Teil 2entnommen werden.–Nachteil:Werden die Fahrzeuge vor den Toren abgestellt,ergeben sich durch die mittige Anbringungder Beleuchtung über den Torenzwangsläufig Schlagschatten zwischen denFahrzeugen.Bauliche Anlagen und Einrichtungen73


GUV-I 8651Künstliche Beleuchtungin GebäudenLichtschalter:Für nicht ständig besetzte Feuerwehrhäuserist eine Schaltmöglichkeit derInnenraumbeleuchtung bereits imZugangsbereich vorzusehen. DasBetreten nicht beleuchteter Räumewird dadurch vermieden.Lichtschalter in der Nähe von Zu- oderAusgängen müssen leicht zugänglichund selbstleuchtend installiert sein.Bei vorhandener Orientierungsbeleuchtungsind selbstleuchtendeLichtschalter nicht erforderlich.Gefährliche Schlagschatten entstehenz.B., wenn Leuchten direkt über hohenFahrzeugaufbauten angebracht sind.Schattenbereiche werden vermieden,wenn Leuchten direkt über denVerkehrswegen zwischen oder nebenden Fahrzeugen angebracht sind.Unzureichende Beleuchtung ist nichtzwangsläufig auf Planungsmängelzurückzuführen. Leuchten müssenregelmäßig gereinigt und Lampen beinachlassender Lichtleistung ausgewechseltwerden.Zur Beleuchtung von Fahrzeug-Stellplätzen mit Tageslicht müssenLichtöffnungen vorhanden sein, z.B.Lichtöffnungen in Toren oder Wänden.Orientierungsbeleuchtung über dem Zu- undAusgang des Stellplatzbereiches – selbstleuchtendeLichtschalter sind hier nicht erforderlich.Beleuchtung von Fahrzeug-Stellplätzen:Leuchten müssen so angebracht sein,dass die Beleuchtungsstärke aucherhalten bleibt, wenn Fahrzeuge aufden Stellplätzen stehen. Es dürfenkeine tiefen Schatten oder Blendungenentstehen.Schattenbereiche werden vermieden, wennLeuchten direkt über den Verkehrswegenangebracht sind.74Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 2


BSicherheitsbeleuchtung:Sind durch Ausfall der AllgemeinbeleuchtungUnfallgefahren in Feuerwehrhäusernzu befürchten, ist eineSicherheitsbeleuchtung vorzusehen.• Zum Ausfall der Allgemeinbeleuchtungkann es z.B. bei Störungender öffentlichen Stromversorgungkommen.• Unfallgefahren sind z.B. zu befürchten,wenn Einsatzkräfte nichtbeleuchtete Innenräume undFahrzeug-Stellplätze von Feuerwehrhäusernbetreten müssen.Als einfache Form der Sicherheitsbeleuchtungist z.B. die Installationeiner Sicherheitsleuchte mit eigenerEnergiequelle zu empfehlen.Festlegungen zur Sicherheitsbeleuchtungkönnen DIN 5035-5 „Innenraumbeleuchtungmit künstlichem Licht;Notbeleuchtung“ entnommen werden.2Richtwertefür die Innenraumbeleuchtung in FeuerwehreinrichtungenTabelle 3Art des Raumes bzw. der TätigkeitStellplätze für FeuerwehrfahrzeugeWaschhallenWerkstättenGeräteräume, LagerräumeUmkleideräume, Trocknungsräume,Bereitschaftsräume, AufenthaltsräumeWasch-, Dusch-, WC-RäumeUnterrichtsräumeTeeküchenBüroräumeEinsatzzentralen; allgemeinArbeitsplätze in EinsatzzentralenArbeitsplätze in Schlauchpflege-WerkstättenArbeitsplätze und Verkehrswege in SchlauchtrockentürmenArbeitsräume in Atemschutz-WerkstättenKompressorräume in Atemschutz-WerkstättenNennbeleuchtungsstärke100 Lux100 Lux250 Lux100 Lux120 Lux120 Lux250 Lux250 Lux500 Lux250 Lux500 Lux500 Lux100 Lux500 Lux250 LuxDie Werte sind den entsprechenden Normen für das Feuerwehrwesen entnommen.Spezielle Richtwerte können auch DIN 5035-2 „Beleuchtung mit künstlichem Licht;Richtwerte für Arbeitsstätten in Innenräumen und im Freien“ entnommen werden.Bauliche Anlagen und Einrichtungen75


GUV-I 8651Instandhaltung vonBeleuchtungseinrichtungenBereits bei der Planung und Errichtungvon Beleuchtungsanlagen sind dieErfordernisse für eine sicherheitsgerechteInstandhaltung zu berücksichtigen.Instandhaltungsarbeiten anBeleuchtungseinrichtungen dürfen inder Regel nur von Elektrofachkräftenausgeführt werden, dies gilt z.B. fürdie Reparatur von Leuchten.Zu den Arbeiten, die auch anderePersonen ausführen dürfen, gehörenz.B.:• Auswechseln von Glühlampen undLeuchtstoffröhren,• Reinigen von geschlossenenLeuchten,• Auswechseln von Überglocken anLeuchten,• Auswechseln von Schraubsicherungen,• Sichtkontrollen auf äußere Schäden.Auftretende Mängel an Beleuchtungseinrichtungen,die die Sicherheit beeinträchtigen,sind sofort zu beheben,z.B.:• bei Ausfall von Lampen,• wenn sich Teile von Leuchten lösen,• bei Beschädigung von Leuchtenabdeckungen,wenn die Schutzartdadurch beeinträchtigt wird.Arbeiten an hoch gelegenenBeleuchtungseinrichtungen nur vonsicheren Arbeitsplätzen ausführen,z.B. das Auswechseln von Leuchtstoffröhren.Beim Ersatz von Leuchten ist daraufzu achten, dass gegenüber vorhandenenLeuchten die gleicheLichtfarbe, Farbwiedergabestufe undLampenleistung eingehalten werden.Typische Instandhaltungsarbeit: Auswechselneiner Leuchtstoffröhre mit Hilfe einer Stehleiter76Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 2


B 3Sichere Stellplätzefür FeuerwehrfahrzeugeAusreichend große Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge sind Voraussetzungfür reibungslose Betriebs- und Einsatzabläufe in Feuerwehrhäusern. FürStellplätze gelten deshalb Mindestanforderungen, die auch bei Fahrzeug-Neubeschaffungen nicht unterschritten werden dürfen. Für den Neubauoder die bauliche Änderung von Feuerwehrhäusern sind für Stellplätze diePlanungsgrundlagen der DIN 14 092 Teil 1 anzuwenden.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige bauliche und organisatorischeRegelungen für Fahrzeug-Stellplätze in Feuerwehreinrichtungen.B3AnsichtStellplätze nach DIN 14 092 Teil 1Größe 3 mit b1 = 4,5 , L = 12,5 mFreie Durchgangsbreite beiEndeinstellplätzen = 0,5 mGrundrissPlanungsbeispiel eines Feuerwehrhauses mit Stellplätzen nach DIN 14 092 Teil 1Bauliche Anlagen und Einrichtungen77


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Auf Grund der beengten Verhältnisseim Feuerwehrhaus geriet der als Einweisereingesetzte Feuerwehrmannzwischen die Anhängeleiter und dasrückwärts fahrende Feuerwehrfahrzeug.Im Feuerwehrhaus über die Deichseleines zwischen zwei Fahrzeugenstehenden Anhängers gestolpert.Gefahren:Gefahren entstehen durch in Feuerwehrhäusereingestellte Fahrzeugeinsbesondere, wennPersonen durch Fahrbewegungenerfasst oder eingeklemmt werdenkönnen,die Anzahl oder die Größe dervorhandenen Fahrzeug-Stellplätzeunzureichend ist,Stützen oder bauliche Einrichtungenvorhandene Stellplatzbereichezusätzlich einengen,Verkehrswege in Stellplatzbereichenfehlen oder nicht ausreichend breitsind,geöffnete Türen, Klappen oder Schübevon Fahrzeugen in Verkehrswegehineinragen.Schutzziel:Bauliche Anlagen müssen so eingerichtetund beschaffen sein, dassGefährdungen von Feuerwehrangehörigenvermieden und Feuerwehreinrichtungensicher untergebrachtsowie bewegt und entnommenwerden können.Verkehrswege und Durchfahrtenvon Feuerwehrhäusern müssen soangelegt sein, dass auch unterEinsatzbedingungen Gefährdungender Feuerwehrangehörigen durch dasBewegen der Fahrzeuge vermiedenwerden.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) DIN 14 092 Teil 1 „Feuerwehrhäuser;Planungsgrundlagen“Der zusätzlich eingestellte Bootstrailer engtdie vorhandenen Verkehrswege unzulässig ein.78Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 3


BStellplätzefür Feuerwehrfahrzeuge –Mindestanforderungen3Zwischen Fahrzeugen, Geräten undGebäudeteilen muss bei geöffnetenFahrzeugtüren oder -klappen einVerkehrsweg von mindestens 0,5 mverbleiben.Hinweis: Bei nebeneinander stehendenFahrzeugen sind jeweils nur diegeöffneten Türen oder Klappen einesFahrzeuges zu berücksichtigen.Es wird empfohlen, ständige Hindernisseund Gefahrstellen deutlicherkennbar und dauerhaft durch gelbschwarzeStreifen zu kennzeichnen.Dies sind z.B. Stellen, an denen dieGefahr des Anstoßens, Einklemmens,Quetschens, Stürzens, Ab- oderAusrutschens oder Stolperns vonPersonen besteht.Soweit Mindestanforderungen unterschrittensind, müssen baulicheÄnderungen angestrebt werden.Übergangsweise sind organisatorischeRegelungen zu treffen. HerausgefahreneFahrzeuge können z.B. erstvor dem Tor von der Mannschaftbesetzt werden.Bei Fahrzeug-Neubeschaffungen istzu prüfen, ob bei größeren Fahrzeugabmessungendie Mindestanforderungenfür Verkehrswege erhaltenbleiben. Ein Unterschreiten derMindestanforderungen darf mit einerNeubeschaffung nicht verbundensein.aaaaa ≥ 0,5 mBauliche Anlagen und Einrichtungen79


GUV-I 8651Gefahr!Hier reicht der Platz nicht einmal zum sicherenEin- und Aussteigen des Fahrers.Mindestanforderungen gerade erfüllt –bei geöffneter Fahrzeugtür verbleibt zwischen denFahrzeugen ein ausreichend breiter Verkehrsweg.Stellplätzefür Feuerwehrfahrzeuge –Planungsgrundlagenfür den Neubau oderbauliche ÄnderungenFür den Neubau oder die baulicheÄnderung von Feuerwehrhäusernist die DIN 14 092 Teil 1 „Feuerwehrhäuser;Planungsgrundlagen“ zubeachten.Stellplätze sind ausreichend großbemessen, wenn die Mindestabmessungender DIN 14 092 Teil 1eingehalten werden.Die Stellplatzabmessungen ergebensich aus der Länge der einzustellendenFeuerwehrfahrzeuge (siehe Tabelle).Stellplätze der Größe 1 sollten beivorausschauender Planung möglichstvermieden werden.Stellplätze der Größen 3 und 4 unterscheidensich nicht in der Länge,sondern allein in der lichten Durchfahrtshöheder Tore.Stellplatzabmessungen dürfen durchStützen oder andere Bauteile nichteingeengt werden.Bei Endeinstellplätzen und vorhandenenStützen sind zusätzliche freieDurchgangsbreiten von mindestens0,5 m einzuplanen.Stellplätze müssen so angeordnetsein, dass die Fahrzeuglängsachsejeweils in Tormitte liegt.80Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 3


BTabelle: Maße für Stellplatzabmessungen nach DIN 14 092 Teil 1Stellplatz- Breite b1 Länge L Zuordnunggröße mind. mind. von Feuerwehrfahrzeugen1 4,5 m 8,0 m2 4,5 m 10,0 m3 4,5 m 12,5 m4 4,5 m 12,5 mfür alle Feuerwehrfahrzeuge mit einerGesamtlänge von ≤ 6,0 mfür alle Feuerwehrfahrzeuge mit einerGesamtlänge von > 6,0 m und ≤ 8,0 mfür alle Feuerwehrfahrzeuge mit einerGesamtlänge von > 8,0 m und ≤ 10,0 mfür alle Feuerwehrfahrzeuge mit einerBauhöhe von > 3,5 m und einerGesamtlänge von ≤ 10,0 m3FreieDurchgangsbreitena = freie Durchgangsbreitevonmindestens 0,5 mb1 =Stellplatzbreitenach DIN 14 092Teil 1mindestens 4,5 mLABFreie Durchgangsbreitensind beiStützen undEndeinstellplätzenvorzusehen(Ausnahme im Bild Abei Stützen ≤ 0,6 m).Stützemax.0,6 mb1b1a a aFreie Durchgangsbreiten – Planungsgrundlagen für den Neubau oder bauliche ÄnderungenBauliche Anlagen und Einrichtungen81


B 4Sichere Durchfahrten und FeuerwehrtoreGefahren im Torbereich von Feuerwehrhäusern werden durch sicher zubetätigende Tore und Durchfahrten mit ausreichendem Sicherheitsabstandzwischen Fahrzeugen und Gebäudeteilen vermieden. Bei nicht ausreichendemSicherheitsabstand müssen einengende Gebäudeteile mit einer gelbschwarzenGefahrenkennzeichnung versehen sein.Für den Neubau von Feuerwehrhäusern oder die bauliche Änderung vonTordurchfahrten sind die Planungsgrundlagen der DIN 14 092 Teil 1 anzuwendenund Tore nach DIN 14 092 Teil 2 vorzusehen.B4Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige bauliche und organisatorischeRegelungen für Durchfahrten und Tore in Feuerwehrhäusern.Bauliche Anlagen und Einrichtungen83


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Herausfahren des Feuerwehrfahrzeugeswurde der gerade in dieFahrzeughalle hineinlaufende Feuerwehrmannzwischen Fahrzeug undTeilen des Tores eingeklemmt.Beim Schließen des Tores die Fingeran der Schließkante geklemmt.Der Feuerwehrmann wurde von demunkontrolliert ablaufenden Tor amKopf getroffen.Gefahren:Gefahren entstehen in Durchfahrten undan Toren insbesondere, wennzwischen Fahrzeugen undGebäudeteilen unzureichendeSicherheitsabstände vorhanden sind,auf unzureichende Sicherheitsabständenicht durch gelb-schwarzeGefahrenkennzeichnung hingewiesenwird,Durchfahrtshöhen unzureichend sindundTore konstruktive oder betrieblicheMängel aufweisen.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) GUV-Regel „Fahrzeug-Instandhaltung“(GUV-R 157, bisher GUV 17.1) „Richtlinien für kraftbetätigte Fenster,Türen und Tore“ (GUV-R 1/494, bisherGUV 16.10) DIN 14 092 Teil 1 „Feuerwehrhäuser;Planungsgrundlagen“ DIN 14 092 Teil 2 „Feuerwehrhäuser;Feuerwehrtore“ DIN EN 12 453 „Nutzungssicherheitkraftbetätigter Toranlagen“Schutzziel:Verkehrswege und Durchfahrten vonFeuerwehrhäusern müssen so angelegtsein, dass auch unter EinsatzbedingungenGefährdungen derFeuerwehrangehörigen durch dasBewegen der Fahrzeuge vermiedenwerden.Gefahr!Auch wenn der Sicherheitsabstand rechnerischden Mindestanforderungen genügt, bei Fahrbewegungenist dies kein sicherer Durchgang.84Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 4


BDurchfahrten inFeuerwehrhäusern –Mindestanforderungen4In Durchfahrten von Feuerwehrhäusernmuss zwischen Fahrzeugenund Gebäudeteilen zu beiden Seitenein Abstand von mindestens 0,5 mbestehen (A).Durchfahrten müssen mindestens0,2 m höher sein als die maximaleHöhe des jeweils durchfahrendenFahrzeuges (B).(A)(B)mind. 0,2 m(A)Bei der Bestimmung von Sicherheitsabständensind einengende Teile derTorkonstruktion zu berücksichtigen.Sind bei bestehenden Feuerwehrhäuserndie seitlichen Sicherheitsabständedurch Umbau nicht zuerreichen, sind die einengendenGebäudeteile mit einer gelbschwarzenGefahrenkennzeichnungzu versehen.• Die Streifen sind gegensinniggeneigt zueinander anzubringen.• Die Gefahrenkennzeichnung mussnach allen Seiten, von denen sichPersonen einer Gefahrstelle nähernkönnen, gut sichtbar sein.mind. 0,5 mmind. 0,5 mErforderliche Sicherheitsabstände zwischenFahrzeugen und Gebäudeteilen in TordurchfahrtenGefahr!Diese Tordurchfahrt war allenfalls für bespannteKraftspritzen ausreichend breit …Gelb-schwarze Gefahrenkennzeichnung derTordurchfahrt nach außenBauliche Anlagen und Einrichtungen85


GUV-I 8651Durchfahrtenin Feuerwehrhäusern –Planungsgrundlagenfür den Neubau oderbauliche ÄnderungenFür den Neubau von Feuerwehrhäusernoder die bauliche Änderung vonTordurchfahrten sind die Planungsgrundlagender DIN 14 092 Teil 1„Feuerwehrhäuser; Planungsgrundlagen“anzuwenden und Tore nachDIN 14 092 Teil 2 „Feuerwehrhäuser;Feuerwehrtore“ vorzusehen.Für alle Stellplatzgrößen derDIN 14 092 Teil 1 ist eine Mindestdurchfahrtsbreitevon 3,5 m erforderlich.Einengende Teile der Torkonstruktionsind bei der Planung zu berücksichtigen.Damit wird auch für Fahrzeuge,die nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) diehöchst zulässige Breite aufweisen,der erforderliche Sicherheitsabstandzu beiden Seiten gewährleistet.Tore können als Deckenglieder- oderSchiebefalttore, ggf. auch als Hubtoreeingebaut werden.Torantriebe können hand- oderkraftbetätigt ausgeführt sein.Tabelle: FeuerwehrtoreSchlupftüren sollten in Toren vermiedenwerden. Konstruktionsbedingtergeben sich Stolperstellenim Verkehrsweg.Tore für Feuerwehrhäusernach DIN 14 092 Teil 2Schiebefalttorezweiseitig öffnendDeckengliedertoreHubtoreeinseitig öffnendSeitenansichtSeitenansichtTore sollen als Schiebefalttore,Deckengliedertore oder Hubtoreausgeführt sein.StellplatzgrößeDurchfahrtsmaßenach DIN 14 092 Teil 1 nach DIN 14 092 Teil 1Breite Höhe1 3,5 m 3,5 m2 3,5 m 3,5 m3 3,5 m 4,0 m4 3,5 m 4,5 mSchlupftür im Deckengliedertor – die Stolperkanteist mit gelb-schwarzer Gefahrenkennzeichnungversehen.86Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 4


BHinweise für sichere Tore4Handbetätigte Tore:Nach außen öffnende Torflügel müssengegen unbeabsichtigtes Zuschlagengesichert werden können, z.B. durchWandhaken.Sicherungen gegen unbeabsichtigtesZuschlagen dürfen keine Stolperstellenbilden, dies gilt z.B. für Feststeller imBodenbereich.Quetsch- und Scherstellen an Kantendrehbarer Torteile von Schiebefalttorenmüssen gesichert sein, z.B.durch• Handgriffe, die eine sichereHandhabung beim Schließen derTore ermöglichen,• genügend breite elastischeDichtstreifen, die eine Quetschungunmöglich machen,• verdeckte Kanten, so dass nichthineingefasst werden kann.Schiebefalttore müssen gegen unbeabsichtigtesVerlassen der Führungenund Hinauslaufen über ihre Endstellunggesichert sein.Torflügel, die betriebsmäßig überdie Durchfahrt angehoben werden,müssen gegen Herabfallen gesichertsein. Sicherungen gegen unkontrolliertesAblaufen sind z.B. Fangvorrichtungen.Kraftbetätigte Tore:Kraftbetätigte Tore müssen mindestenseinmal jährlich durch eine dafürbefähigte Person auf sichere Funktiongeprüft werden. Über die Prüfungensind Prüfnachweise zu führen.Signalanlagen:Bei Deckengliedertoren haben sichSignalanlagen bewährt, die die Freigabeder lichten Durchfahrtshöheeindeutig anzeigen.Nach außen öffnendeTorflügel müssen gegenZuschlagen gesichertwerden können.Der elastischeDichtstreifen verhindertHandverletzungen.Die Signalanlage zeigt die Freigabe der lichtenDurchfahrtshöhe zu beiden Seiten eindeutig an.Bauliche Anlagen und Einrichtungen87


B 5Sichere Werkstätten zurFahrzeug-InstandhaltungDie Voraussetzungen für sichere Instandhaltungsarbeiten lassen sichauf eine einfache Formel bringen: Sauberkeit und Ordnung = Sicherheit.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige bauliche und organisatorischeRegelungen für sichere Werkstätten.B5Instandhaltungsarbeiten am FeuerwehrfahrzeugBauliche Anlagen und Einrichtungen89


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Als das Fahrzeug mit dem Wagenheberangehoben wurde, rollte es weg.Dabei wurde der Fuß eingeklemmt.Bei Reinigungsarbeiten wurde Benzinverwendet. Dabei kam es zu einerVerpuffung.Bei Schleifarbeiten einen Schleiffunkenin das Auge bekommen.Gefahren:Gefahren entstehen in Werkstätten zurFahrzeug-Instandhaltung insbesonderedurchAbrollen, Absinken, Abgleiten oderUmkippen von Fahrzeugen oder Fahrzeugteilen,Abgase von Verbrennungsmotoren,z.B. wenn Abgasabsaugungen fehlen,Einatmen, Verschlucken oder Kontaktmit Gefahrstoffen,z.B. Reinigungsmitteln, Kraftstoffen,Löse- und Verdünnungsmitteln,Anstrichstoffen, Säuren, Laugen,Brand- und Explosionsgefahr, z.B. beiArbeiten am Kraftstoffsystem, beiSchweiß- und Lackierarbeiten,wegfliegende Teile,z.B. Schleiffunken, Metallspäne,Heben und Transportieren vonschweren Teilen,Personen, die in Werkstätten arbeitenund nicht unterwiesen wurden.Arbeitsplätze müssen so beschaffensein und erhalten werden, dass sieein sicheres Arbeiten ermöglichen.Dies gilt insbesondere hinsichtlichder Geräumigkeit, der Trittsicherheit,der Beleuchtung und Belüftung.Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) GUV-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“(GUV-R 500, Kapitel 2.26) GUV-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“(GUV-R 500, Kapitel 2.29) GUV-Regel „Fahrzeug-Instandhaltung“(GUV-R 157, bisher GUV 17.1)Sauberkeit und Ordnung = SicherheitSchutzziel:Bauliche Anlagen müssen so eingerichtetsein, dass Gefährdungen vonFeuerwehrangehörigen vermiedenwerden.… und das Gegenteil davon90Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 5


Fahrzeug-InstandhaltungUnter Instandhaltung versteht manalle Maßnahmen zur Bewahrung undWiederherstellung des Soll-Zustandessowie zur Feststellung und Beurteilungdes Ist-Zustandes.Sichere Werkstatträumeund WerkstatteinrichtungenIn Werkstätten gilt vor allem derGrundsatz:Sauberkeit und Ordnung = Sicherheit.Personen müssen in der Benutzungvon Werkstätten und deren Einrichtungenunterwiesen sein. Dies giltinsbesondere für den Umgang mitMaschinen und das Benutzenerforderlicher persönlicher Schutzausrüstungen.Verkehrswege und Notausgänge inWerkstätten sind freizuhalten. Siedürfen nicht durch Fahrzeuge oderMateriallagerung eingeengt oderverstellt werden.Bodenbeläge in Arbeitsräumen undArbeitsbereichen mit erhöhter Rutschgefahrmüssen rutschhemmend undleicht zu reinigen sein. Fußbödenmüssen eben sein.Schmierstoffe auf Fußböden undTreppen verursachen häufig Stürze.Sie lassen sich mit Aufsaugmittelnleicht und wirksam entfernen.Beim Ausbau schwerer Fahrzeugteilesind Aufnahmeböcke oder Hebezeugeeinzusetzen.Zum Erreichen hoch gelegenerArbeitsplätze eignen sich standsicherePodeste oder fahrbareTreppen. Anlegeleitern oder Stehleiterngelten bei der Fahrzeug-Instandhaltung nicht als sichereAufstiege.Hebezeugeinsatz undTransportwagen zumsicheren und körpergerechtenTransportder SchiebeleiterFahrbare Podestleitermit umwehrter Plattformfür hoch gelegeneArbeitsplätzeB5Instandhaltung (nach DIN 31 051)Wartung Inspektion InstandsetzungBewahren des Festlegen und WiederherstellenSoll-Zustandes Beurteilen des desIst-ZustandesSoll-ZustandesReinigen Messen AustauschenSchmieren Prüfen AusbessernNachstellenDiagnostizierenBauliche Anlagen und Einrichtungen91


GUV-I 8651Sichern von Fahrzeugenund Fahrzeugteilen gegenBewegungenFahrzeuge sind vor Beginn derArbeiten gegen unbeabsichtigteBewegungen zu sichern, z.B. durchBetätigen der Feststellbremse oderdurch Unterlegkeile.Unterlegkeile müssen verwendetwerden,• wenn gebremste Räder angehobenwerden,• wenn Arbeiten am Bremssystemoder bei unwirksamer Feststellbremsedurchgeführt werdenmüssen.An und unter angehobenen Fahrzeugendarf erst gearbeitet werden,wenn sie gegen Abrollen, Abgleiten,Umkippen oder Absinken gesichertsind.• Mit Wagenhebern angehobene Fahrzeugesind ausreichend gesichert,wenn zum Abstützen z.B. Unterstellböckeverwendet werden.• Beim Radwechsel kann auf einebesondere Abstützung verzichtetwerden.Gekippte Führerhäuser müssen inangehobener Stellung gegen unbeabsichtigtesAbsinken gesichert sein.Hebebühnen oder andere Hebeeinrichtungenmüssen so betriebenwerden, dass angehobene Fahrzeugenicht von ihnen abgleiten können.Gekipptes Führerhaus … … mit Sicherunggegen unbeabsichtigtesAbsinkenHebebühne92Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 5


BBrand- und Explosionsgefahren5Mögliche Zündquellen in Werkstättensind z.B.:Zigarettenglut, Schweiß- oderSchleiffunken, offene Flammen,elektrostatische Aufladungen,Funkenbildung durch elektrischeAnlagen.Rauchverbot herrscht in Arbeitsbereichen,• in denen mit brennbaren Flüssigkeitenmit einem Flammpunkt ≤ 55°gearbeitet wird oder• in denen mit dem Auftretenbrennbarer Gase oder Dämpfe zurechnen ist.• Die Arbeitsbereiche müssen mitdem Verbotszeichen „Feuer, offenesLicht und Rauchen verboten“ deutlicherkennbar und dauerhaftgekennzeichnet sein.Ausgelaufene oder verschüttetebrennbare Flüssigkeiten sind unverzüglichaufzunehmen und aus denArbeitsräumen zu entfernen.Brand- und Explosionsgefahrenüberprüft werden, z.B.• auf Stoffe oder Gegenstände, diesich durch die Arbeiten in Brandsetzen lassen,• auf Vorhandensein von brennbarenFlüssigkeiten, Gasen oder Stäuben.• Schutzmaßnahmen sieheGUV-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“(GUV-R 500, Kapitel 2.26).Für die Durchführung von Lackierarbeitensind zum Schutz vor BrandundExplosionsgefahren die Anforderungender GUV-Regel „Betreiben vonArbeitsmitteln“ (GUV-R 500, Kapitel2.29) zu beachten.Je nach Brandgefahr und Größe derArbeitsstätte müssen an gut sichtbarenund leicht zugänglichen StellenFeuerlöscher vorhanden sein.Zum Ablöschen brennender Kleidungmüssen z.B. Löschdecken vorhandensein.Für brennbare Abfälle müssenverschließbare, nicht brennbareBehälter vorhanden sein.Für gebrauchte Putztücher, die wiederverwendet werden sollen, müssenverschließbare, schwer entflammbareBehälter vorhanden sein.Vor Schweißarbeiten oder Arbeiten,bei denen Funken entstehen können,muss der Arbeitsbereich auf möglicheBrandgefahr:Feuerlöscher imDieser Mülleimer gehört Werkstattbereichnicht in die Werkstatt.Bauliche Anlagen und Einrichtungen93


GUV-I 8651Laderäume undUmgang mit AkkumulatorenWerden Akkumulatoren nurgelegentlich und einzeln geladen,reicht die natürliche Lüftung desFahrzeug-Stellplatzbereiches aus.Sind Akkumulatoren häufig oder ingrößerer Anzahl zu laden, empfiehltsich ein separater Laderaum.In Laderäumen von Akkumulatorenmüssen Einrichtungen vorhandensein, die zur Vermeidung vonExplosionsgefahren für eine ausreichendeLüftung sorgen.Eine ausreichende Lüftung istz.B. gegeben, wenn• bei natürlicher Lüftung die zugeführteFrischluft in Bodennähe inden Laderaum eintritt und die Abluftmöglichst hoch über der Ladestellean einer gegenüber liegenden Stelledes Raumes durch Querlüftung insFreie entweichen kann,• durch technische Lüftung dieuntere Explosionsgrenze sicherunterschritten ist.Säuren und Laugen für Akkumulatorendürfen nur in bruchsicherenoder vor Bruch geschützten Gefäßenaufbewahrt werden. Die Art desInhalts muss durch Aufschrift soangegeben sein, dass Gefäße nichtverwechselt werden können.Gegen Verspritzen oder Verschüttenvon Säuren und Laugen sind z.B.Säureheber oder Ballonkipper zubenutzen.Fahrzeug-Akkumulatoren dürfenzur Vermeidung von Knallgas nichtüberladen oder mit zu hohen Ladeströmenoder Ladespannungengeladen werden.Beim Anklemmen von Batterielade-Einrichtungen, Starthilfegeräten undelektrischen Messgeräten zumMessen des Ladezustandes ist zurVermeidung von Lichtbögen dieMinusleitung als letzter Kontaktmöglichst weit entfernt von denAkkumulatoren und unterhalb derGasaustrittsöffnungen an einem gutleitenden Massepunkt am Fahrzeuganzulegen. Beim Abklemmen istzuerst die Minusleitung zu lösen.Ladegeräte sollten z.B. Schalterbesitzen, die ein stromlosesAn- und Abklemmen ermöglichen.Platz sparende Alternative – Schrank zurBatterieladung mit Absaugung94Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 5


BBeispiele für praktische undergonomische Lösungen im Werkstattbereich5Transportwagen für Tragkraftspritzen mitmechanischer HöhenverstellungHöhenverstellbarer Arbeitsplatz und Transportmöglichkeitfür Instandhaltungsarbeiten anhydraulischen RettungsgerätenHebezeuge und Transportwagen fürverschiedenste ZweckeHebezeugeinsatz und Transportwagen zumsicheren und körpergerechten Transport derSchiebleiterFahrbares Hebezeug zur sicheren Aufnahme vonLastenBauliche Anlagen und EinrichtungenFahrbare Podestleiter mit umwehrter Plattform fürhoch gelegene Arbeitsplätze95


B 6Sichere Arbeitsgrubenzur Fahrzeug-InstandhaltungDie Instandhaltung von Feuerwehrfahrzeugen erfordert Inspektions- undWartungsarbeiten an der Fahrzeugunterseite. Zum Werkstattbereich vielerFeuerwehreinrichtungen gehören deshalb Arbeitsgruben. Arbeitsgrubenmüssen so beschaffen sein, dass sie jederzeit leicht und gefahrlos betretenund bei Gefahr schnell verlassen werden können. Gegen das Hineinstürzenvon Personen sind Arbeitsgruben zu sichern.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige bauliche und organisatorischeRegelungen für sichere Arbeitsgruben.B6Bauliche Anlagen und Einrichtungen97


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Der Gerätewart achtete nicht auf dieÖffnung der Arbeitsgrube und stürztehinein.Beim Überspringen der Arbeitsgrubemit dem Fuß umgeknickt.Bei Arbeiten an der Fahrzeugunterseitemit dem Kopf gegen einKarosserieteil gestoßen.Gefahren:Gefahren entstehen insbesonderedurch bauliche Mängel vonArbeitsgruben, z.B.• wenn Bodenbeläge nicht rutschhemmendausgeführt sind,insbesondere auf Treppen,• wenn Ausstiege fehlen,• durch unzureichende Lüftung,• durch unzureichende elektrischeAusrüstung,beim Auffahren auf Arbeitsgruben,wenn Ausstiege von Arbeitsgrubenverstellt werden,wenn Öffnungen von Arbeitsgrubennicht abgedeckt oder nicht umwehrtsind,wenn Arbeitsgruben übersprungenwerden.Schutzziel:Bauliche Anlagen müssen sobeschaffen sein, dass Gefährdungenvon Feuerwehrangehörigen vermiedenwerden.Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) UVV „Leitern und Tritte“(GUV-V D 36, bisher GUV 6.4) GUV-Regel „Fahrzeug-Instandhaltung“(GUV-R 157, bisher GUV 17.1)Arbeitsgruben müssen bei Gefahr schnellverlassen werden können.98Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 6


Auffahren auf ArbeitsgrubenTreppen in ArbeitsgrubenB6Durch Fahrfehler können Fahrzeugebeim Auffahren auf Arbeitsgruben indie Öffnung hineinfahren.Hat der Fahrzeugführer beim Rückwärtsfahrenauf die Arbeitsgrubeeingeschränkte Sicht und könnenPersonen gefährdet werden, musser sich einweisen lassen.Der Sichtbereich des Fahrzeugführersmuss erweitert sein, z.B. durch seitlichangebrachte Spiegel.Eine bessere Orientierung ermöglichenauf den Bodenbelag aufgebrachteLeitlinien.Leitlinien ermöglichen eine bessere Orientierungbeim Auffahren auf die Arbeitsgrube.Arbeitsgruben müssen an den Endenmit Treppen ausgestattet sein.Mindestens eine Treppe muss alsZugangstreppe ausgeführt sein. DerNeigungswinkel darf nicht steiler als45° sein. Die Stufenhöhen sollenmaximal 20 cm betragen.Sofern die zweite Treppe nur alsNotausstieg benutzt wird, ist diesemit einem Neigungswinkel bis 60°zulässig. Die Stufenhöhen sollen nichtmehr als 25 cm, Auftrittsbreiten nichtweniger als 14 cm betragen.Treppenstufen aus Gitterrosten sindtrittsicherer als andere Treppenbelägeund weniger schmutzanfällig.Bei Arbeitsgruben bis 5 m Länge istanstelle der zweiten Treppe z.B. aucheine fest angebrachte Stufenanlegeleitermit Haltemöglichkeit an derAusstiegsstelle ausreichend.Senkrechte Steigleitern sind alsNotausstieg ungeeignet. Steigeisensind als Notausstieg unzulässig.Durch aufgefahrene Fahrzeuge dürfennicht beide Ausstiege gleichzeitigverstellt werden.Der in der Halle angebrachte Spiegel erweitertden Sichtbereich des Fahrers bei der Auffahrt aufdie Arbeitsgrube.Bauliche Anlagen und EinrichtungenZugangsteppe mit Treppenstufen aus Gitterrosten99


GUV-I 8651Sicherung von Arbeitsgrubengegen HineinstürzenWerden Arbeitsgruben nicht benutzt,müssen sie gegen Hineinstürzen vonPersonen gesichert werden.Die wirksamste Sicherung ist dieAbdeckung, z.B. durch einzulegendeGitterroste, Holzbohlen oder spezielleAbdeckungssysteme für Arbeitsgruben.Abdeckungen sind insbesondere dannerforderlich, wenn bauliche Anlagenmit Arbeitsgruben ständig als Stellplatzbereichefür Feuerwehrfahrzeugegenutzt werden.Arbeitsgruben, die häufig benutztwerden, können anstelle vonAbdeckungen auch umwehrt werden,z.B. mit Hilfe von Rohrständern undKetten oder Seilen.Umwehrungen müssen einen Abstandvon mindestens 50 cm von denAbsturzkanten der Arbeitsöffnungenhaben.Öffnungen von Arbeitsgruben müssendeutlich erkennbar sein, z.B. durchgelb-schwarze Gefahrenkennzeichnungder Ränder.Besondere Radabweiser in Längsrichtungvon Arbeitsgruben sind nichterforderlich. Sie bilden eine ständigeStolpergefahr und verhindern dasHineinfahren von Fahrzeugen nicht.Zugänge, hinter denen sich eineArbeitsöffnung befindet, sind durchein Warnzeichen „Warnung vor einerGefahrstelle“ mit dem Zusatz„Vorsicht Grube“ zu kennzeichnen.Zusätzlich sind hinter dem Zugangbauliche Maßnahmen vorzusehen,z.B. herausnehmbare Geländer.Über und dicht neben ungesichertenArbeitsöffnungen dürfen keineArbeiten vorgenommen werden, dieauch an einem anderen Arbeitsplatzausgeführt werden können.Offene Arbeitsöffnungen dürfen nichtübersprungen werden. Ggf. sind Übergangsstegevorzusehen.Das Abdecken nicht benutzter Teile vonArbeitsgruben ist immer die sicherste Lösung.Umwehrung desnicht benutzten Teilsder Arbeitsgrube – stattdes Flatterbandes sindKetten oder Seile zuverwenden.Warnung am Zugangvor der dahinterliegenden Arbeitsöffnungder Grube –das Warnzeichen fehlt.100Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 6


Elektrische Ausrüstungvon ArbeitsgrubenLüftung für ArbeitsgrubenB6Arbeitsgruben gelten in der Regel als„feuchte und nasse Räume“ imSinne der VDE-Bestimmungen. Dieelektrische Installation muss nachDIN VDE 0100 Teil 737 „Feuchte undnasse Bereiche und Räume; Anlagenim Freien“ ausgeführt sein.Eingebaute Leuchten müssenmindestens der Schutzart IP 54entsprechen und gegen mechanischeBeschädigung geschützt sein, z.B.durch schlagfeste Kunststoffabdeckungen.Handleuchten, die in Arbeitsgrubenverwendet werden, müssen z.B. mitSchutzglas und Schutzkorb versehensein.Ist in Arbeitsgruben mit dem Auftretenbrennbarer Gase oder Dämpfein gefährlicher Menge zu rechnen undeine ausreichende natürliche Lüftungdurch die Bauart nicht sichergestellt,müssen Einrichtungen für einetechnische Lüftung vorhanden sein.Bei der ausschließlichen Instandhaltungvon dieselmotor-betriebenenFahrzeugen ist mit dem Auftretenbrennbarer Gase oder Dämpfe ingefährlicher Menge nicht zu rechnen.Als natürlich belüftet gelten z.B.nicht abgedeckte Arbeitsgruben inbaulichen Anlagen, wenn dasVerhältnis der Länge ihrer Arbeitsöffnungenzu ihrer Tiefe mindestens3 : 1 und ihre Tiefe bis ca. 1,6 mbeträgt. Bei der Bemessung der Tiefebleiben Bodenroste unberücksichtigt.Die aus Arbeitsgruben abgesaugteLuft muss getrennt von den Abgasenvon Verbrennungsmotoren undFeuerungsanlagen oder der Luftanderer Lüftungsanlagen ins Freiegeführt werden können.Lüftungseinrichtungen sind vor demBetreten von Arbeitsgruben einzuschalten.Beleuchtung in der Arbeitsgrube – die eingebautenLeuchten entsprechen der Schutzart IP 54.Bauliche Anlagen und Einrichtungen101


B 7Sichere Lagerungbrennbarer FlüssigkeitenDurch unsachgemäße Lagerung brennbarer Flüssigkeiten können BrandundExplosionsgefahren entstehen. Dies gilt z.B. für die unsachgemäßeLagerung von Kraftstoffen zum Betrieb von Motoren und unterschiedlichstebrennbare Flüssigkeiten für Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zur sicheren Lagerung brennbarerFlüssigkeiten.B7Wartungsstation mit zum Teil brennbaren Flüssigkeiten im WerkstattbereichBauliche Anlagen und Einrichtungen103


GUV-I 8651Unfallbeispiel:Bei Werkstattarbeiten entzündetensich Dämpfe einer ausgelaufenenFlüssigkeit. Bei dem Löschversuchzog sich der Gerätewart Verbrennungenan den Fingern zu.Gefahren:Gefahren entstehen durch die Lagerungbrennbarer Flüssigkeiten insbesondere,wenndurch unsachgemäße LagerungBrand- und Explosionsgefahrenentstehen,die Lagerung nicht in dichtverschlossenen und bruchsicherenBehältnissen erfolgt,Behältnisse nicht eindeutig unddauerhaft gekennzeichnet sind,bauliche Anforderungen an Lagerräumenicht eingehalten sind,auf mögliche Gefahren nicht durch dieerforderlichen Sicherheitszeichenhingewiesen wird.Hinweis:Mit Erlass der Betriebssicherheitsverordnungim Jahr 2002 wurde unteranderem die Verordnung über brennbareFlüssigkeiten (VbF) zurückgezogen.Dadurch sind zwangsläufig auch Regelungenfür die anzeige- und erlaubnisfreieLagerung brennbarer Flüssigkeitenentfallen. Soweit konkretisierende Regelnzur Betriebssicherheitsverordnung nochfehlen, gelten die entsprechenden TechnischenRegeln (TRbF) weiter. BestehtBeratungsbedarf, sollte die jeweils zuständigestaatliche Stelle für den Arbeitsschutzangesprochen werden.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) Garagenverordnungen der Länder Gefahrgutverordnung Straße undEisenbahn (GGVSE)Schutzziel:Bauliche Anlagen und Einrichtungenmüssen so eingerichtet und beschaffensein, dass Gefährdungen von Feuerwehrangehörigenvermieden undFeuerwehreinrichtungen sicheruntergebracht sowie bewegt oderentnommen werden können.Gefahr: Für brennbare Flüssigkeiten fehlt häufigein Lagerkonzept – in diesem Durcheinanderbefinden sich unter anderem auch Lacke, Lösemittel,Reiniger, Fette und Kraftstoffe.104Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 7


BBrennbare Flüssigkeiten7Flammpunkt:Der Flammpunkt ist vereinfacht dieniedrigste Flüssigkeitstemperatur,bei der eine Flüssigkeit brennbarenDampf in solcher Menge abgibt, dassbei Kontakt mit einer wirksamen Zündquellesofort eine Flamme auftritt.Einteilung:Mit der Einführung der Betriebssicherheitsverordnung(BetrSichV)im Jahr 2002 wurde die Verordnungüber brennbare Flüssigkeiten (VbF)zurückgezogen.Die Einteilung brennbarer Flüssigkeitenin die Gefahrklassen A I, B,A II und A III ist durch den Wegfallder VbF entfallen.Chemikalienrecht(Einstufung)Transportrecht(Klassifizierung)alte VbF(Gefahrenklasse)-Gefahr100 °Ckeine≤ 100 °CA IIIFlammpunkt≤ 55 °CR 10 Entzündlich(kein Gefahrensymbol)≤ 61 °C≤ 55 °CA III0 °C< 21 °CR 11Leichtentzündlich< 0 °C*< 21 °CA I, BR 12Hochentzündlichhoch* sowie Siedepunkt/Siedebeginn ≤ 35 °CEinstufung und Klassifizierung brennbarer Flüssigkeiten im Überblick – nach Wegfall der VbFBauliche Anlagen und Einrichtungen105


GUV-I 8651Kennzeichnung von BehältnissenBehältnisse mit brennbaren Flüssigkeitenmüssen eindeutig und dauerhaftgekennzeichnet sein, dies giltz.B. für Fässer, Kanister, Dosen,Flaschen:• mit den Gefahrensymbolen nachder Gefahrstoffverordnung oder• mit Gefahrzetteln nach den verkehrsrechtlichenVorschriften der GefahrgutverordnungStraße und Eisenbahn.Lagerungbrennbarer Flüssigkeitenin FeuerwehreinrichtungenUnzulässig ist die Lagerung brennbarerFlüssigkeiten z.B. in• Durchgängen und Durchfahrten,• Treppenräumen,• allgemein zugänglichen Fluren,• Dachräumen,• Arbeitsräumen, ausgenommendie Menge, die am gleichen Tagverarbeitet wird,• in Garagen, soweit gegen dieVorschriften der Garagenverordnungenverstoßen wird.Kennzeichnung eines Kanisters mit Gefahrensymbolennach der Gefahrstoffverordnung unddem Gefahrzettel nach der GefahrgutverordnungStraße und EisenbahnUnzulässig ist die Kraftstofflagerung z.B. imBereich von Durchgängen.106Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 7


Lagerung brennbarerFlüssigkeiten in GaragenLagerräume fürbrennbare FlüssigkeitenB7Die Garagenverordnungen der Länderenthalten Vorschriften für die Lagerungvon Kraftstoffen in Garagen undNebenräumen.• Stellplatzbereiche in Feuerwehrhäuserngelten als Garagen.• Nebenräume sind betriebsmäßigzu Garagen gehörende Räume, z.B.Werkstätten, Waschhallen, Lagerräume.Für die Lagerung brennbarer Flüssigkeitenist die Nutzfläche von Garagenmaßgeblich. Die Nutzfläche ergibtsich aus der Gesamtfläche der Einstellplätze.Die Lagerung muss in dicht verschlossenen,bruchsicheren Behältnissenaus nicht brennbaren Stoffenerfolgen.Am Zugang von Lagern ist auf dasZutrittsverbot für Unbefugte und aufdas Verbot zum Umgang mit Feuer,offenem Licht und Rauchen durchdie Verbotszeichen P02 und P06hinzuweisen.Anhaltspunkte für bauliche Anforderungenan Lagerräume können z.B.der Technischen Regel für brennbareFlüssigkeiten (TRbF) 20 „Lager“ entnommenwerden. Dies gilt, solangekonkretisierende Regelungen zurBetriebssicherheitsverordnung nochfehlen. Im Zweifelsfall informiert diefür den Arbeitsschutz zuständigestaatliche Stelle.Die Tankinhalte eingestellter Feuerwehrfahrzeugeund Reservekanisterauf Fahrzeugen bleiben unberücksichtigt.Tabelle 1Einteilung/ Kleingaragen Mittel- undLagerung (≤ 100 m) Großgaragen(> 100 m)Ottokraftstoff 20 Liter unzulässigDieselkraftstoff 200 Liter* unzulässigSonstige brennbare nur zur VerarbeitungFlüssigkeiten bei laufenden Arbeiten* in Bayern 500 Liter DieselkraftstoffLagerraum für brennbare Flüssigkeiten mitSicherheitszeichen an der TürBauliche Anlagen und Einrichtungen107


B 8Sichere SchlauchpflegeZur sicheren Schlauchpflege gehört insbesondere die ergonomischeGestaltung der Arbeitsplätze und Einrichtungen in Schlauchpflege-Werkstätten.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige bauliche und organisatorischeRegelungen zur sicheren Schlauchpflege.B8Feuerwehrtürme – Symbol für Schlauchpflege-Einrichtungen. Auf Grund moderner Systemtechnikfür die Trocknung von Schläuchen sind Türme heute nicht mehr zwangsläufigerforderlich.Bauliche Anlagen und Einrichtungen109


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Auf dem durch Nässe glattenBodenbelag der Schlauchwerkstattausgerutscht und gestürzt.Von einem herabfallenden Schlaucham Kopf getroffen worden.Beim Einbinden einer Schlauchkupplungkam es durch den Drahtzu einer Stichwunde.Gefahren:Gefahren entstehen bei der Schlauchpflegeinsbesondere durchMängel an baulichen Anlagen undEinrichtungen, z.B.• durch ungeeignete Aufstiege inTürmen,• durch nicht rutschhemmendausgeführte Bodenbeläge,aufgehängte Schläuche, dieherunterfallen können,pendelnde Kupplungen aufgehängterSchläuche,platzende Schläuche,Nässe und Zug,Lärm.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) DIN 14 092 Teil 3 „Feuerwehrhäuser;Feuerwehrturm, Übungswand“ DIN 14 092 Teil 6 „Feuerwehrhäuser;Schlauchpflege-Werkstätten,Planungsgrundlagen“ GUV-Regel „Fußböden in Arbeitsräumenund Arbeitsbereichen mitRutschgefahr“(GUV-R 181, bisher GUV 26.18)Schutzziel:Schlauchpflege-Anlagen müssen sogestaltet und eingerichtet sein,dass Gefährdungen beim Umgangmit Schläuchen durch herabfallendeGegenstände und durch Nässe vermiedenwerden.Körperliche Belastungen wie das Heben undTragen schwerer Lasten und Arbeiten in Zwangshaltungenkönnen zu gesundheitsschädlichenBelastungen der Wirbelsäule, der Gelenke und derMuskulatur führen.110Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 8


SchlauchpflegeSchutz gegen NässeB8Arbeitsplatz an einer modernen Schlauchpflege-Straße – die Gebotszeichen weisen auf dieBenutzung von Gehörschutz und Augenschutz hin.In Räumen zur Schlauchpflegebesteht erhöhte Rutschgefahrdurch Nässe. Bodenbeläge müssender Bewertungsgruppe R 12 nachder GUV-Regel „Fußböden in Arbeitsräumenund Arbeitsbereichen mitRutschgefahr“ (GUV-R 181, bisherGUV 26.18) entsprechen.Die Bildung von Wasserlachen mussvermieden sein. Auf den Bodengelangendes Wasser muss abfließenkönnen.Ablauföffnungen, Ablaufrinnen undähnliche Vertiefungen müssen trittsicherund bodengleich abgedecktsein.Gegen Nässe bei der Schlauchpflegeund den Wasserstrahl platzenderSchläuche schützen Abschirmungen.Abschirmung gegen Nässe und den Wasserstrahlplatzender SchläucheWer mit lärmintensiven Arbeiten beschäftigt ist,sollte die Gefährdung nicht auf die leichteSchulter nehmen. Bei Lärmpegeln von 85 dB(A)und mehr kann nur das Tragen von Gehörschutzeiner Lärmschwerhörigkeit vorbeugen.Bauliche Anlagen und Einrichtungen111


GUV-I 8651SchlauchtrocknungWerden Schläuche in Türmen zurTrocknung aufgehängt, müssenArbeitsplätze und Verkehrswegegegen herabfallende Schläuche undpendelnde Schlauchkupplungengesichert sein, z.B. durch• Trennung der Arbeitsplätze undVerkehrswege vom Gefahrenbereichdurch Abschrankung,• Schutzdächer, die herabfallendeSchläuche auffangen.Bedienelemente von Schlauchaufhänge-Einrichtungenmüssen soangeordnet sein, dass Bedienendenicht gefährdet werden.Ist das Besteigen von Türmen zumEin- und Aushängen von Schläuchenerforderlich, müssen Verkehrswegeals Treppen ausgeführt sein.Steigleitern in Türmen sind nur zulässig,wenn der Einbau einer Treppebetrieblich nicht möglich ist.Schläuche nicht in Verkehrswegen zurTrocknung auslegen. Stolper- undSturzgefahren bilden insbesondere imStellplatzbereich von Feuerwehrfahrzeugenausgelegte Schläuche.Schlauchtrocknung im TurmMittels Tor (im Bild im geöffneten Zustand) kannder Turm von der Schlauchpflege-Straße räumlichgetrennt werden – Zugluft wird dadurchvermieden.Schutzdach im Turm mit Betriebsdurchlass fürdie Schläuche (von unten in den Turm hineinfotografiert)112Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 8


Sichere Anlieferung, Lagerungund Abholung von SchläuchenInstandhaltungsarbeitenan SchläuchenB8Zwischen Fahrzeugen, Transportmittelnfür Schläuche und Gebäudeteilenmuss bei geöffneten Fahrzeugtürenoder -klappen ein Verkehrsweg vonmindestens 0,5 m verbleiben.Die Schlauchreinigung von nichtwasserlöslichen Flecken nur mitnicht brennbaren Reinigungsmittelndurchführen, z.B. mit wasserlöslichemKaltreiniger.Schlauchlager müssen über einewirksame natürliche Raumlüftungverfügen.Regale zur Schlauchlagerung müssenstandsicher und ausreichend tragfähigsein. Rollregale und Gitterboxenerleichtern Transportaufgaben.Arbeitsplätze, an denen Schlauchreparaturendurch Vulkanisieren ausgeführtwerden, müssen über einewirksame Raumlüftung verfügen.Bei Neubaumaßnahmen sind Teilevon Schlauchpflegewerkstättenstufenlos miteinander zu verbinden.Stufenlose Raumverbindungenerleichtern gefahrlose Transportvorgänge.Arbeitsplatz zum Einbinden von Schlauchkupplungen…Schlauchlager mit viel Platz für Transportvorgänge– Gitterboxen …… und Rollregale erleichtern Transportaufgaben.… mit wirksamer Schutzeinrichtung gegen sichlösende TeileBauliche Anlagen und Einrichtungen113


GUV-I 8651Beispielefür ergonomische LösungenBei der Neubeschaffung von Einrichtungen zur Schlauchpflege sind insbesondereergonomische Gesichtspunkte zu berücksichtigen.Elektro-Schlauchwickler haben handbetätigteSchlauchwickler in modernen Einrichtungenverdrängt.Hilfseinrichtung zum körpergerechten Bestückeneiner Schlauchhaspel nach der Schlauchpflege.Der aufgesetzte Elektromotor bewirkt die Drehbewegungder Haspel.114Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz B 8


C 1Sicherer Betrieb vonFeuerwehrfahrzeugenDer betriebssichere Zustand von Feuerwehrfahrzeugen ist Voraussetzungfür sichere Fahrten zu Einsätzen und Übungen. Fahrer von Feuerwehrfahrzeugenmüssen ihrer besonderen Verantwortung zusätzlich durch sichereFahrweise nachkommen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Betrieb vonFeuerwehrfahrzeugen.C1Einsatz und Übung115


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Ankuppeln des Anhängers andas Löschfahrzeug schlug dieZuggabel zur Seite und traf denKameraden am Bein.Bei scharfer Kurvenfahrt geriet dasFeuerwehrfahrzeug außer Kontrolleund stürzte um. Mehrere Feuerwehrangehörigewurden verletzt.Gefahren:Gefahren entstehen insbesondere, wenn Feuerwehrfahrzeuge nicht betriebssichersind, Mängel, die die Betriebssicherheitbeeinträchtigen, nicht gemeldet undbeseitigt werden, Fahrer für das Führen von Feuerwehrfahrzeugennicht geeignet sind, die Fahrweise den Verkehrsbedingungennicht angepasst ist.Schutzziel:Schadhafte Fahrzeuge sindunverzüglich der Benutzung zuentziehen.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) UVV „Fahrzeuge“(GUV-V D 29, bisher GUV 5.1) BG-Grundsätze „Prüfung vonFahrzeugen durch Fahrpersonal“(BGG 915, bisher ZH 1/282.1) BG-Grundsätze „Prüfung vonFahrzeugen durch Sachkundige“(BGG 916, bisher ZH 1/282.2)Einschränkung des arbeitssicheren Zustandes – bedingt durch parkende Fahrzeuge lässt sich diehintere Abstützung der Drehleiter nicht ausreichend weit ausfahren.116Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 1


CBetriebssicherheit vonFeuerwehrfahrzeugen1Der betriebssichere Zustand von Fahrzeugenumfasst sowohl den verkehrssicherenals auch den arbeitssicherenZustand.Fahrzeug-Zustandskontrollen: Fahrzeug-Zustandskontrollenbeinhalten:• die Prüfung der Wirksamkeit vonBetätigungs- und Sicherheitseinrichtungendurch den Fahrervor Fahrtantritt,• die Beobachtung des Fahrzeugzustandesauf augenfällige Mängelwährend des Betriebes.Da Prüfungen auf Wirksamkeit derBetätigungs- und Sicherheitseinrichtungenvor Einsatzfahrten zeitbedingtnicht möglich sind, sollten sie bereitsbei der Herstellung oder Kontrolle derEinsatzbereitschaft von Fahrzeugendurchgeführt werden. Erfolgt dieÜbernahme von Feuerwehrfahrzeugenz.B. im Schichtdienst, ist die Wirksamkeitbei Schichtbeginn zu prüfen.Festgestellte Mängel sind entsprechendden organisatorischen Regelungenzu melden, z.B. dem Gerätewart,dem Einheitsführer, bei Fahrerwechselauch dem Ablöser.Bei Mängeln, die die Betriebssicherheitgefährden, dürfen Fahrzeugenicht mehr betrieben werden.Hinweise zur Feststellung desbetriebssicheren Zustandes von Fahrzeugengeben z.B. die BG-Grundsätze„Prüfung von Fahrzeugen durchFahrpersonal“ (BGG 915).Prüfung der Betriebssicherheit:Feuerwehrfahrzeuge müssen beiBedarf, mindestens jedoch einmaljährlich, durch eine dafür befähigtePerson auf ihren betriebssicherenZustand geprüft werden.Die Prüfung des betriebssicherenZustandes umfasst sowohl denverkehrssicheren als auch den arbeitssicherenZustand des Fahrzeuges.Die Prüfung des verkehrssicherenZustandes ist auch erbracht, wenn einmängelfreies Ergebnis einer Sachverständigenprüfungnach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung(StVZO)vorliegt. Die weitere Prüfung kannsich dann allein auf denarbeitssicheren Zustand beschränken.Die Ergebnisse der Prüfungen sindschriftlich niederzulegen undmindestens bis zur nächsten Prüfungaufzubewahren.Für Personenkraftwagen gelten diePrüfungen auch als durchgeführt,wenn die vom Hersteller vorgeschriebenenInspektionsintervalleeingehalten und die Inspektionen ineiner autorisierten Fachwerkstattdurchgeführt werden.Hinweise für die Prüfung derBetriebssicherheit von Fahrzeugengeben z.B. die BG-Grundsätze„Prüfung von Fahrzeugen durchSachkundige“ (BGG 916).Einsatz und Übung117


GUV-I 8651Zusätzlich zur fahrzeugtechnischenPrüfung kann die Prüfung von Aufbautenund Einrichtungen erforderlichsein, dies gilt z.B. für:• Seilwinden,• Schaltschränke für fest eingebauteStromerzeuger,• Druckbehälter von Pulverlöschanlagen.Fahrzeuguntersuchungen nach StVZO:Die Anlage VIII StVZO regelt dieerforderlichen Sachverständigenprüfungenfür Fahrzeuge und diePrüfintervalle.Fahrzeug-Zustandskontrollen bereits bei derHerstellung der Einsatzbereitschaft von FahrzeugendurchführenBei Mängeln, die die Betriebssicherheitgefährden, dürfen Fahrzeuge nicht mehr betriebenwerden.Betriebssicherheit von FeuerwehrfahrzeugenVerkehrssicherheitArbeitssicherheitZustandskontrollen(§ 36 UVV „Fahrzeuge“) durch den Fahrzeugführer in der Regel vor FahrtantrittRegelmäßige Prüfungen (§ 57 UVV „Fahrzeuge“) durch dafür Sachkundige mindestens einmal jährlichHauptuntersuchungen undSicherheitsprüfungen(Anlage VII StVZO) durch Sachverständige118Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 1


CReifen vonFeuerwehrfahrzeugen1Reifenalter: Reifen altern auf Grund physikalischerund chemischer Prozesse.Die durch Alterung mögliche Beeinträchtigungder Funktionstüchtigkeitgilt auch für nicht oder weniggebrauchte Reifen.Empfehlung: Reifen, die älter als zehnJahre sind, nur noch verwenden, wennsie vorher ständig unter normalenBedingungen im Einsatz waren. BeiFeuerwehrfahrzeugen mit geringenFahrleistungen sollten die Reifenspätestens bei einem Reifenalter vonzehn Jahren ersetzt werden.Reserveräder sollten nach sechsJahren Lagerung nur noch nachPannen Verwendung finden unddanach wieder getauscht werden.Im Zweifelsfall Reifen von Fachwerkstättenbeurteilen lassen.Soweit zum Reifenalter regionalbesondere Verwaltungsvorschriftenerlassen wurden, sind diese anzuwenden.Reifenschäden:Schäden des inneren Reifengefügessind von außen nicht feststellbar undkönnen erst nach Jahren zur völligenZerstörung des Reifens führen.Reifenschäden können durch vorausschauendesFahren und zurückhaltendeFahrweise vermieden werden.Deshalb:• unnötige Vollbremsungenvermeiden,• extreme Kurvenfahrten undKurvenschleudern unterlassen,• möglichst nicht im spitzen Winkelüber Bordsteine oder schnell überKanten fahren.Schadhafte Fahrzeugreifen müssenersetzt werden.Die Sicherheit von Reifen wird z.B.beeinträchtigt durch:• übermäßigen Profilabrieb(Bremsplatten),• größere Profilausbrüche,• Schädigung des innerenReifengefüges.Reifenschäden vermeiden: Möglichst nicht imspitzen Winkel über Bordsteine fahren!Einsatz und Übung119


GUV-I 8651Fahrer vonFeuerwehrfahrzeugenAls Fahrer von Feuerwehrfahrzeugendürfen nur Personen eingesetztwerden, die• mindestens 18 Jahre alt sind,• körperlich und geistig geeignet sind,• im Besitz einer entsprechendenamtlichen Fahrerlaubnis sind,• im Führen von Feuerwehrfahrzeugenunterwiesen sind,• ihre Befähigung zum Führen vonFeuerwehrfahrzeugen nachgewiesenhaben und damit beauftragtwurden.Mit geistiger Eignung ist gemeint,dass Personen durch ihre Vorbildung,Kenntnisse, Berufserfahrung undpersönlichen Eigenschaften, z.B.durch Alter und Zuverlässigkeit, zumFühren von Fahrzeugen befähigt sind.Unterweisungen sollten Fahrern z.B.auch die besondere Verantwortungbeim Fahren mit Sonderrechten undSondersignalen vermitteln.Das sichere Führen von Feuerwehrfahrzeugenund die Kenntnis derFahreigenschaften erfordert regelmäßigesFahren, z.B. im Rahmen vonÜbungsfahrten.Es ist zweckmäßig, dass der Leiterder Feuerwehr die Beauftragung zumFühren von Feuerwehrfahrzeugenschriftlich erteilt.Unterweisungen sollen auch die besondereVerantwortung beim Fahren mit Sonderrechtenund Sondersignalen vermitteln.Fahrzeuge auf stark unebenem Gelände oder beiGefälle zusätzlich durch Unterlegkeile gegenunbeabsichtigtes Bewegen sichern120Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 1


CSichere Fahrweise1Von den Fahrzeugherstellern mitgelieferteBetriebsanleitungen sind zubeachten.Die Fahrweise ist so einzurichten, dassdas Fahrzeug sicher beherrscht wird.Zu berücksichtigen sind insbesonderedie• Fahrbahn-, Verkehrs-, Sicht- undWitterungsverhältnisse,• Fahreigenschaften des Fahrzeuges,• Einflüsse der feuerwehrtechnischenBeladung und des Löschmittelvorrates.Fahrzeuge dürfen nur auf Fahrwegenoder in Bereichen betrieben werden,die ein sicheres Fahren ermöglichenund die ausreichend tragfähig sind.Für Fahrzeuge im Einsatz gilt dieseingeschränkt.Fahrzeuge dürfen auf geneigtemGelände nur betrieben werden, wennausreichende Sicherheit gegen Umstürzenund gefährdendes Rutschengegeben ist.Beim Befahren längerer Gefällstreckenso weit wie möglich dieDauerbremse (Motorbremse) zurSchonung der Betriebsbremseneinsetzen.Fahrzeuge beim Abstellen gegenunbeabsichtigtes Bewegen sichern,z.B.:• auf ebenem Gelände durchBetätigen der Feststellbremse oderEinlegen des kleinsten Ganges,• auf stark unebenem Gelände oderbei Gefälle durch Betätigen derFeststellbremse und Benutzen derUnterlegkeile oder durch Betätigender Feststellbremse und Einlegendes kleinsten gegenläufigenGanges.• Statt des Einlegens eines Gangesmuss bei Fahrzeugen mit automatischemGetriebe die Parksperre eingelegtwerden.Beim Bergen festgefahrener Fahrzeugedürfen Antriebsräder nurunterlegt werden, wenn diese stillstehen.Werden Anhängefahrzeuge von Handbewegt, besteht die Gefahr, dass dieZuggabel herumschlägt. Die Gefahrkann vermieden werden, wenn inFahrtrichtung vorhandene Hindernissebeseitigt werden und aufBodenunebenheiten geachtet wird.Der Aufenthalt seitlich neben derZuggabel ist möglichst zu vermeiden.Das Rückwärtsfahren und dasZurücksetzen, z.B. beim Wenden,stellen so gefährliche Verkehrsvorgängedar, dass diese nachMöglichkeit vermieden werdensollten.Fahrzeug-Zustandskontrollen bereitsbei der Herstellung oder Kontrolle derEinsatzbereitschaft von Feuerwehrfahrzeugendurchführen. FestgestellteMängel melden. Bei Gefährdung derBetriebssicherheit dürfen Fahrzeugenicht mehr betrieben werden.Einsatz und Übung121


GUV-I 8651Sichere Fahrweise –Grundregeln für den sicheren Betrieb von FeuerwehrfahrzeugenVon den Fahrzeugherstellern mitgelieferte Betriebsanleitungen sind zubeachten.Die Fahrweise ist so einzurichten, dass das Fahrzeug sicher beherrschtwird.Fahrzeuge dürfen nur auf Fahrwegen oder in Bereichen betrieben werden,die ein sicheres Fahren ermöglichen und die ausreichend tragfähig sind.Für Fahrzeuge im Einsatz gilt dies eingeschränkt.Fahrzeuge dürfen auf geneigtem Gelände nur betrieben werden, wennausreichende Sicherheit gegen Umstürzen und gefährdendes Rutschengegeben ist.Beim Befahren längerer Gefällstrecken so weit wie möglich die Dauerbremse(Motorbremse) zur Schonung der Betriebsbremsen einsetzen.Das Rückwärtsfahren und das Zurücksetzen, z.B. beim Wenden, stellen sogefährliche Verkehrsvorgänge dar, dass diese nach Möglichkeit vermiedenwerden sollten.Fahrzeuge beim Abstellen gegen unbeabsichtigtes Bewegen sichern,z.B. durch Betätigen der Feststellbremse, Einlegen des kleinsten odergegenläufigen Ganges oder Einlegen der Parkstellung bei automatischenGetrieben.Beim Bergen festgefahrener Fahrzeuge dürfen Antriebsräder nur unterlegtwerden, wenn diese stillstehen.Werden Anhängefahrzeuge von Hand bewegt, besteht die Gefahr, dassdie Zuggabel herumschlägt. Der Aufenthalt seitlich neben der Zuggabelist möglichst zu vermeiden.Fahrzeug-Zustandskontrollen bereits bei der Herstellung oder Kontrolleder Einsatzbereitschaft von Feuerwehrfahrzeugen durchführen. FestgestellteMängel melden.122Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 1


C 2Sichere Fahrer- und MannschaftsräumeFahrer- und Mannschaftsräume von Feuerwehrfahrzeugen müssen sobeschaffen sein, dass ein sicheres Einsteigen, Aussteigen und Mitfahrenmöglich ist. Feuerwehrangehörige müssen in der sicheren Benutzungunterwiesen sein.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für die Sicherheit in FahrerundMannschaftsräumen und zum sicheren Ein- und Aussteigen.C2Sicherheit vor Schnelligkeit – Sicherheitsgurte schützen nicht nur im Privatfahrzeug.Einsatz und Übung123


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Einsteigen in das Fahrzeug istder Feuerwehrmann vom Aufstieg abgerutschtund hat den Halt verloren.Der Beifahrer prallte bei einer Vollbremsunggegen die Frontscheibe.Er hatte den Sicherheitsgurt nichtangelegt.Mit dem Knie gegen eine hervorstehendeKante des Funkgerätesgeprallt.Beim Aussteigen aus dem Löschfahrzeugmit angelegtem Atemschutzgerätauf eine Kante gestoßen. Dadurch kames zur Rückenverletzung.Schutzziel:Fahrzeuge dürfen nur bestimmungsgemäßbenutzt werden. Sie müssen sichin betriebssicherem Zustand befindenund für den vorgesehenen Verwendungszweckgeeignet sein.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) UVV „Fahrzeuge“(GUV-V D 29, bisher GUV 5.1) Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung(StVZO)Gefahren:Gefahren entstehen in und bei derBenutzung von Fahrer- und Mannschaftsräumeninsbesondere, wenn vorhandene Sicherheitsgurte nichtangelegt werden, Ausrüstungen, z.B. bei Bremsvorgängen,durch den Fahrzeug-Innenraum geschleudert werdenkönnen, beim Ein- oder Aussteigen z.B.• aus Fahrzeugen herausgesprungenwird,• Haltegriffe oder Aufstiege nichtbenutzt werden, in den Bereich gefährlicher Schließkantenan Fahrzeugtüren und Fahrzeugfensternhineingegriffen wird, gefährliche Kanten oder Vorsprüngevon Fahrzeug- oder Zubehörteilenvorhanden sind, z.B.• unsachgemäß eingebaute Funkgeräteund deren Halterungen,• hervorstehende Teile von Atemschutzgeräten.Auch moderneFeuerwehrfahrzeuge …… sind nichtzwangsläufig ein- undausstiegssicher.Besser gelöst124Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 2


CSitzplätze:Für jede im Fahrzeug mitfahrendePerson muss ein Sitzplatz vorhandensein.2Sicherheitsgurte:Nehmen Feuerwehrfahrzeuge amöffentlichen Straßenverkehr teil,müssen vorhandene Sicherheitsgurtebenutzt werden.Sicherheitsgurte sollten nachgerüstetwerden, wenn Verankerungspunktevorhanden sind.Sicherheitsgurte müssen mitAufrollautomatik versehen sein.Kopfstützen:Sind Sicherheitsgurte eingebaut,müssen auch ausreichend höhenverstellbareKopfstützen vorhandensein. Dies gilt nicht für Mannschaftsräume.Nachgerüsteter Sicherheitsgurt mitAufrollautomatik im MannschaftsraumGeräte und Ausrüstungenin Fahrer- und Mannschaftsräumen:Geräte und Ausrüstungen müssen inFahrer- und Mannschaftsräumentransportsicher gelagert und untergebrachtsein.Durch das Nachrüsten von Fahrzeug-Zubehör oder Ausrüstungsteilendürfen keine gefährlichen Kantenoder Vorsprünge entstehen.Gefahr!Feuerwehrhelm undHandfunksprechgerätliegen ungesichert aufeiner zudem ungeeignetenAblage im Fahrerraum.Durch dieLadevorrichtunggesicherteHandfunksprechgeräteEinsatz und Übung125


GUV-I 8651Atemschutzgeräteim MannschaftsraumAnforderungen für den Einbau vonAtemschutzgeräten in Mannschaftsräumensind in den NormenDIN 14 502 Teil 2 und EN 1846 Teil 2festgelegt.Atemschutzgeräte müssen währendund nach dem Anlegen in ihrenHalterungen gesichert bleiben. DasEntriegeln darf erst nach Stillstanddes Fahrzeuges erfolgen.Es wird empfohlen, Atemschutzgeräteund deren Halterungen entgegengesetztzur Fahrtrichtung anzuordnen.Es dürfen keine Geräteteile überRückenlehnen oder Rückenpolsterhervorstehen.Mit angelegtem Atemschutzgerät nurrückwärts und unter Benutzung dervorhandenen Haltegriffe und Ausstiegeaus dem Fahrzeug aussteigen.Jedes Atemschutzgerät muss einzelnentriegelt werden können und gegenunbeabsichtigtes Entriegeln gesichertsein.Das Atemschutzgerät muss in der Halterunggesichert bleiben.Mit angelegtem Atemschutzgerät nur rückwärtsaussteigen126Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 2


CSicheres Ein- und Aussteigen2Zum sicheren Ein- und Aussteigenmüssen die vorhandenen Auftritteund Haltegriffe benutzt werden.Sicheres Ein- und Aussteigen ist dannmöglich, wenn sich eine Person mitHänden und Füßen an drei Punktengleichzeitig festhalten und abstützenkann.Über Reifen, Felgen oder Radnabendarf nicht ein- oder ausgestiegenwerden.Gefährliches Aufspringen aufFahrzeuge und Abspringen vonFahrzeugen vermeiden.An den Schließkanten von Schiebetürenbesteht Quetschgefahr. BeimEin- und Aussteigen deshalb vorhandeneHaltegriffe benutzen undTürholme mit Schließkanten nichtumfassen.Nicht über Reifen, Felgen oder Radnaben einoderaussteigenSichere Geräte-Entnahme. Durch den Auszug lässtsich die Lücke schließen und ein sicherer Auftrittauch über die ganze Aufbaulänge herstellen.Sicherheit durch gleichzeitiges Festhalten undAbstützen an drei PunktenGefahr durch Schiebetüren – Türholme mitSchließkanten nicht umfassen!Einsatz und Übung127


GUV-I 8651Grundregelnfür sichere Fahrer- und MannschaftsräumeFür jede mitfahrende Person muss ein Sitzplatz vorhanden sein.In Feuerwehrfahrzeugen vorhandene Sicherheitsgurte müssen im öffentlichenStraßenverkehr benutzt werden.Geräte und Ausrüstungen müssen in Fahrer- und Mannschaftsräumentransportsicher gelagert und untergebracht sein.Zum sicheren Ein- und Aussteigen müssen die vorhandenen Aufstiege undHaltegriffe benutzt werden.Sicheres Ein- und Aussteigen ist dann möglich, wenn sich eine Person mitHänden und Füßen an drei Punkten gleichzeitig festhalten und abstützenkann.Über Reifen, Felgen oder Radnaben darf nicht ein- oder ausgestiegenwerden.Mit angelegtem Atemschutzgerät nur rückwärts und unter Benutzung dervorhandenen Haltegriffe und Auftritte aus dem Fahrzeug aussteigen.Gefährliches Aufspringen auf Fahrzeuge und Abspringen von Fahrzeugenvermeiden.An den Schließkanten von Schiebetüren besteht Quetschgefahr. Beim EinundAussteigen deshalb vorhandene Haltegriffe benutzen und Türholmemit Schließkanten nicht umfassen.Atemschutzgeräte müssen während des Anlegens und nach dem Anlegenin ihren Halterungen gesichert bleiben. Das Entriegeln darf erst nach Stillstanddes Fahrzeuges erfolgen.128Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 2


C 3Sicheres Laden und TransportierenDas Be- und Entladen von Feuerwehrfahrzeugen und -anhängern mussleicht und gefahrlos möglich sein. Voraussetzung dafür sind sicher undergonomisch gestaltete Geräteräume in Fahrzeugen. Feuerwehrangehörigemüssen bei Ladevorgängen und beim Transportieren die dafürnötige Übersicht bewahren. Durch Kenntnis von Beladeplänen wirdunnötiges und oft hektisches Suchen benötigter Geräte vermieden.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zum sicheren Laden undTransportieren.C3Einsatz und Übung129


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Entnehmen eines Gerätes habeich mir an einer scharfen Kante desAufbaus eine Schnittverletzungzugezogen.Beim Hineinschieben der Pressluftatmerhalterungmehrere Fingergeklemmt.Die Tragkraftspritze rutschte bei derEntnahme aus dem Fahrzeug vomSchlitten und fiel zu Boden. Dadurchkam es zu der Beinverletzung.Bei der Schlauchentnahme von einerSchlauchkupplung am Kopf getroffenworden.Gefahren:Gefahren entstehen beim Be- undEntladen von Feuerwehrfahrzeugeninsbesondere durch Quetsch- und Scherstellen, vorstehende Kanten desFahrzeugaufbaus und der Beladung, nicht ausreichende Zugriffsmöglichkeiten, schwere Geräte, z.B. Tragkraftspritzenoder tragbare Stromerzeuger, herausrutschende, nachrutschende,herunterfallende oder kippendeBeladung bei unzureichenderLadungssicherung, ungeeignete Transportgeräte undTransporthilfen, nachgebende oder unebeneAbsetzflächen.Schutzziele:Feuerwehrfahrzeuge und -anhängermüssen so gestaltet sein, dass beimVerladen, Transport oder Entladen derGeräte Gefährdungen vermiedenwerden.Tragbare Feuerwehrgeräte müssenvon so vielen Feuerwehrangehörigengetragen werden, dass diese nichtgefährdet werden.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) UVV „Fahrzeuge“(GUV-V D 29, bisher GUV 5.1)Gefahr! Bei der Schlauchentnahme kann dieSchlauchkupplung herunterfallen.130Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 3


CSichere Geräteräumein Feuerwehrfahrzeugen3Feuerwehrtechnische Beladungmuss transportsicher gelagert sein.Geräte müssen so arretiert oderbefestigt sein, dass sie sich insbesonderewährend der Fahrt nichtunbeabsichtigt lösen oder bewegenkönnen.Das Be- und Entladen von Feuerwehrfahrzeugenund -anhängern mussleicht und gefahrlos möglich sein.Abstände zwischen Geräten und AufundEinbauten müssen ausreichendeZugriffsmöglichkeiten bieten.An Aufbauten dürfen keine scharfenKanten, Grate oder gefährlichvorstehende Teile vorhanden sein.Mögliche Quetsch- und Scherstellenmüssen z.B. gegen Hineingreifenausreichend gesichert sein.Schübe der Fahrzeug-Geräteräumemüssen sich selbsttätig verriegeln,leichtgängig und gegen unbeabsichtigtesvollständiges Ausziehengesichert sein.Arretierungen der Geräte, Schübe undKlappen müssen auch mit Schutzhandschuhenleicht zugänglich undsicher zu handhaben sein.Die Entnahme von Tragkraftspritzen,Stromerzeugern und anderenschweren Geräten muss körpergerechtmöglich sein, z.B. durch:• Gerätelagerung an so tiefer Stelledes Fahrzeugaufbaus, dass sichzwischen Tragegriffen und Bodenergonomisch günstige Griffhöhenergeben,• Schräglagerung des Geräteschlittens,z.B. für Tragkraftspritzen,• mechanische Absenkmöglichkeitdes Geräteschlittens mit vorteilhafterhorizontaler Lagerung.Feuerwehrfahrzeuge dürfen nicht überdie zulässigen Werte hinaus beladenwerden. Dies ist insbesondere beiNachrüstung oder Umbau zu beachten.Ungünstige Lagerung Beispielhaft – durchdes Stromerzeugers – tiefe Lagerung deseine körpergerechte Stromerzeugers ergebenEntnahme des schweren sich ergonomischGerätes ist nicht möglich. günstige Griffhöhen.Schräglagerung des GeräteschlittensEinsatz und Übung131


GUV-I 8651SicheresLaden und TransportierenFeuerwehrfahrzeuge an Einsatzstellenso aufstellen, dass lange Transportwegevermieden werden.Bei der Fahrzeugaufstellung daraufachten, dass vor Fahrzeugtüren undGeräteräumen möglichst keine Stolpergefahrenbestehen.Fahrzeuge und Anhänger vor demBe- und Entladen gegen unbeabsichtigteBewegung sichern, z.B.durch Betätigen der Feststellbremse,Einlegen des kleinsten gegenläufigenGanges, Unterlegkeile.Durch Kenntnis von Beladeplänenwird unnötiges und oft hektischesSuchen benötigter Geräte vermieden.Schübe und Klappen möglichst nurmit den dafür vorgesehenen Handgriffenbedienen. Für die Händewerden dadurch Klemm- oderQuetschgefahren vermieden.Feuerwehrschläuche bei der Entnahmeaus Schlauchfächern mitbeiden Händen so umfassen, dassSchlauchkupplungen nicht herunterfallenkönnen.Zur Entnahme hoch gelagerter Ausrüstungenund Geräte die an denFahrzeugen vorhandenen Aufstiegshilfenund Standflächen benutzen.Tragkraftspritzen, Stromerzeugerund andere schwere Geräte müssenvon mindestens so vielen Personengetragen werden, wie Handgriffevorhanden sind.Transportabläufe und Kommandosvorher absprechen. Anweisungen gibtimmer nur eine Person.Beim Heben und Tragen die dafürrichtige Körperhaltung einnehmen.Die Wirbelsäule möglichst nur senkrechtdurch gerade Haltung belasten.Lasten so transportieren, dassHindernisse und Bodenunebenheitenvon den Tragenden erkannt werdenkönnen. Den Transport von sichtbehinderndenLasten über Leitern,Böschungen oder Treppen möglichstvermeiden.Lasten auf ebene und tragfähigeFlächen oder Unterlagen absetzen.Im Werkstattdienst möglichstTransportgeräte oder Transporthilfenverwenden.Klemm- und Quetschgefahrfür Hand undFinger …… weil beim Einschiebendes Stromerzeugers dervorhandene Handgriffnicht benutzt wird.Feuerwehrschläuche bei der Entnahme ausSchlauchfächern mit beiden Händen so umfassen132Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 3


CLadungssicherungauf Sonderfahrzeugen3Die Trägheit der Masse machtLadungssicherung unverzichtbar.Bewegte Ladung will ihre Richtungbeibehalten. Bei Kurvenfahrten kanndas zu seitlichen Ausbrüchen führen.Eine verrutschte Ladung beeinträchtigtdas Lenkverhalten und die Stabilitätdes Fahrzeugs erheblich.Ladungen so verstauen und sichern,dass sie unter üblichen Verkehrsbedingungennicht verrutschen, verrollen,umfallen, herabfallen oder einUmkippen des Fahrzeuges verursachenkönnen.Nur das für die jeweilige Ladung geeigneteTransportfahrzeug benutzen.Den Ladungsschwerpunkt auf dieLängsmittelachse des Fahrzeugslegen.Den Schwerpunkt des Ladegutesniedrig halten.Zulässiges Gesamtgewicht bzw. zulässigeAchslasten nicht überschreiten.Zulässige Lademaße einhalten, ggf.überstehende Ladung besonderskenntlich machen, Sonder- undAusnahmegenehmigungen beachten.Ladung so sichern, dass sie nicht inBewegung geraten kann.Verantwortlich für die Sicherung derLadung sind der Fahrzeughalter,der Verlader und der Fahrzeugführer.Austauschbare Kipp- und Absetzbehältermüssen auf dem Trägerfahrzeugsicher gehalten werdenkönnen. Sie dürfen sich währenddes Fahrbetriebs nicht Gefahrbringend verschieben können.Ladungssicherung, weil die Masse träge ist …... zum Beispiel, wenn die Tragkraftspritze undder Ersatzstromerzeuger ungesichert auf derLadefläche des Fahrzeuges verlastet werdenEinsatz und Übung133


GUV-I 8651Grundregelnfür sicheres Laden und TransportierenFeuerwehrfahrzeuge an Einsatzstellen so aufstellen, dass langeTransportwege vermieden werden. Bei der Fahrzeugaufstellung daraufachten, dass vor Fahrzeugtüren und Geräteräumen möglichst keineStolpergefahren bestehen.Durch Kenntnis von Beladeplänen wird unnötiges und oft hektischesSuchen benötigter Geräte vermieden.Schübe und Klappen möglichst nur mit den dafür vorgesehenen Handgriffenbedienen. Für die Hände wird eine Klemm- oder Quetschgefahrdadurch vermieden.Feuerwehrschläuche bei der Entnahme aus Schlauchfächern mit beidenHänden so umfassen, dass Schlauchkupplungen nicht herunterfallenkönnen.Zur Entnahme hoch gelagerter Ausrüstungen und Geräte die an denFahrzeugen vorhandenen Aufstiegshilfen und Standflächen benutzen.Tragkraftspritzen, Stromerzeuger und andere schwere Geräte müssenvon mindestens so vielen Personen getragen werden, wie Handgriffevorhanden sind. Transportabläufe und Kommandos vorher absprechen.Anweisungen gibt immer nur eine Person.Beim Heben und Tragen die dafür richtige Körperhaltung einnehmen.Die Wirbelsäule möglichst nur senkrecht durch gerade Haltung belasten.Lasten so transportieren, dass Hindernisse und Bodenunebenheitenvon den Tragenden erkannt werden können. Den Transport von sichtbehinderndenLasten über Leitern, Böschungen oder Treppen möglichstvermeiden.Lasten auf ebene und tragfähige Flächen oder Unterlagen absetzen.Im Werkstattdienst möglichst Transportgeräte oder Transporthilfenverwenden.134Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 3


C 4Sicherer Betrieb von MotorenAuch modernste Motoren ändern nichts daran: Motoren produzierenAbgase, müssen gestartet werden, verbrauchen Kraftstoffe, haben heißeTeile und verursachen Lärm.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Betrieb vonMotoren.C4„Dicke Luft“ im FeuerwehrhausEinsatz und Übung135


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Anwerfen der Tragkraftspritzevon der zurückschlagenden Andrehkurbelgetroffen worden.Durch Einatmen von Motorabgasenkam es zu Atembeschwerden.Beim Anfassen des heißen Abgasschlaucheshat sich der FeuerwehrmannVerbrennungen an der Handzugezogen.Gefahren:Gefahren entstehen beim Betrieb mitVerbrennungsmotoren insbesonderedurch Abgase von Motoren,• wenn in geschlossenen Räumenkeine Lüftungsmaßnahmen durchgeführtwerden oder Abgase nichtabgesaugt werden,• wenn im Standbetrieb von Motorenkeine Abgasschläuche verwendetwerden, Einatmen von Kraftstoffdämpfen, z.B.beim Betanken, Brand- und Explosionsgefahr, wennKraftstoff verschüttet wird, Kurbelrückschläge beim Anwerfenvon Motoren, heiße Oberflächen von Motoren undAbgasschläuchen, den Betriebslärm von Motoren imStandbetrieb.Schutzziele:Verbrennungsmotoren sind so zubetreiben, dass Feuerwehrangehörigedurch Abgase nicht gefährdet werden.Werden Verbrennungsmotoren vonHand angeworfen, ist durch geeigneteMaßnahmen sicherzustellen, dassFeuerwehrangehörige durch Kurbelrückschlagnicht gefährdet werden.Weitere Informationen:UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1, bisher GUV 0.1)UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13)UVV „Fahrzeuge“(GUV-V D 29, bisher GUV 5.1)Technische Regel für Gefahrstoffe(TRGS) 554 „Dieselmotor-Emissionen“Arbeitsstätten-Richtlinie(ASR) 5 „Lüftung“GefahrstoffverordnungGefahr!So wird ein Kraftstoffbehälter nicht betankt.136Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 4


CDieselmotor-Emissionen4Dieselmotor-Emissionen sindkrebserzeugende Gefahrstoffe.Maßnahmen zur Minderung derDieselmotor-Emissionen sind z.B.:• der Einsatz schadstoffarmerDieselmotoren und weitgehendschwefelfreier Kraftstoffe,• die regelmäßige Wartung,• der Einsatz von Partikelfiltern,soweit dies nach dem Stand derTechnik möglich ist.Schutzmaßnahmen für Bereiche,in denen Dieselmotor-Emissionenauftreten können, beschreibt dieTRGS 554 „Dieselmotor-Emissionen“,z.B. für:• Stellplatzbereiche (Abstellbereiche)für Fahrzeuge mit Dieselmotor,• Instandsetzungs- und Wartungsbereichefür Fahrzeuge mit Dieselmotor.Minderungder Dieselmotor-EmmissionenLüftungstechnische Maßnahmen:Emmissions-Minderungen sind durchlüftungstechnische Maßnahmenmöglich.Haben ganz oder teilweise geschlosseneStellplatzbereiche eineNutzfläche von mehr als 100 m 2 , sindsie mit einer lüftungstechnischenAnlage auszurüsten.Einer technischen Raumlüftung sindauf Grund des Gefahrenminimierungsgebotesimmer Abgasabsaugungenvorzuziehen.Einsatz und ÜbungFür kleinere Stellplatzbereichebesteht keine Forderung. Es solltenjedoch zumindest geeignete Abgasschläuchezur Ableitung von Abgasenins Freie verwendet werden. Abgasschläuchedürfen keine Stolperstellenbilden.Eine technische Raumlüftung ist nichterforderlich, wenn alle im Abstellbereichauch nur kurzzeitig abgestelltenFahrzeuge an eine zentrale Druckluftversorgungfür die Bremsanlage angeschlossenwerden.Dieselmotoren von abgestellten Fahrzeugendürfen erst unmittelbar vorAusfahrt aus dem Stellplatzbereichangelassen werden.Vollgas beim Starten und starkes Beschleunigenbeim Anfahren vermeiden.Abgasabsaugungen:Am zweckmäßigsten ist die Erfassungder Dieselmotor-Emissionen durchAbsaugung an der Austrittsstelle ausdem Auspuff und Ableitung ins Freie.Abgasabsaugungen• müssen mit Unterdruck arbeiten,• müssen die Abgase an der Austrittsstellemöglichst vollständig erfassenund so abführen, dass sie nicht inArbeitsbereiche gelangen,• sollen sich bei der Ausfahrt aus demStellplatzbereich automatisch vomFahrzeug trennen.Arbeitsstände in Werkstätten müssenmit Abgasabsaugungen ausgerüstetsein, wenn Arbeiten bei laufendemDieselmotor durchgeführt werden.137


GUV-I 8651Abgase von Motoren im FreienBeim Standbetrieb von Verbrennungsmotorenim Freien Abgasschläuchezur Ableitung der entstehenden Abgaseverwenden.Abgasschläuche so verlegen, dassdie austretenden Abgase nicht aufPersonen gerichtet sind. Windrichtungbeachten.Abgasschläuche müssen zum gefahrlosenHandhaben mit Handgriffenausgerüstet sein.Betriebsanweisung„Dieselmotor-Emissionen“ für WerkstättenAbgasabsaugungim WerkstattbereichNur ein Notbehelf – dieAbleitung von Abgasenmittels Abgasschlauchins Freie.Der Abgasschlauchtrennt sich automatischunmittelbar vor derAusfahrt ins FreieBeim Standbetrieb vonMotoren Abgasschläucheverwenden138Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 4


CSicheres Starten von Motoren4Starten mitHandkurbel-Starteinrichtung:Gefährliche Kurbelrückschläge werdendurch Einbau bzw. Nachrüstung rückschlagarmerHandkurbel-Starteinrichtungenvermieden.Bei einem Rückschlag, d.h. bei Linksdrehungdes Motors, wird die Verbindungzwischen Andrehkurbel undAntrieb unterbrochen. Die Andrehkurbelkann danach nicht mehr zurückschlagen.Beim Starten des Motors die Andrehkurbelnicht mit dem Daumen umfassen,sondern den Daumen nebenden Zeigefinger legen.Rückschläge des Motors werdenauch durch richtige Einstellung derZündanlage vermieden. Die Zündeinstellungmuss regelmäßig überprüftwerden. Die Wartungsintervallerichten sich nach den Angaben derBetriebsanleitung.Starten mit Reversier-Starteinrichtung:Das Startseil am Handgriff herausziehen,bis Kompression spürbar ist.Dann das Seil kräftig herausziehenund langsam zurückführen.Beim Starten sicheren Stand einnehmen.Das Einmaleins des Startens:Die Andrehkurbel nicht mit dem Daumen umfassen,sondern den Daumen neben den ZeigefingerlegenReversier-Starteinrichtung an einer TragkraftspritzeEinsatz und Übung139


GUV-I 8651LärmUmgang mit VergaserkraftstoffenLärm entsteht z.B. beim Standbetriebvon Fahrzeugmotoren, Tragkraftspritzenund tragbaren Stromerzeugern.Lärm kann• zu Gesundheitsschäden führen,• zur Erhöhung des Unfallrisikosbeitragen, wenn durch Lärm dieWahrnehmung akustischer Signale,Warnrufe oder Gefahr ankündigenderGeräusche beeinträchtigtwird.Lärmgefährdung besteht für Maschinisteninsbesondere an Pumpenbedienständenund Tragkraftspritzen.In Abhängigkeit der Lärmintensitätund Aufenthaltsdauer im Lärmbereichmüssen Gehörschützer zur Verfügungstehen und benutzt werden, z.B.Kapselgehörschützer oder Gehörschutzstöpsel.Die an Einsatzstellen erforderlicheVerständigung durch Zuruf oderHandfunksprechgeräte wird durchdas Tragen von Gehörschützern nurgering beeinträchtigt.Vergaserkraftstoffe enthalten z.B. denGefahrstoff Benzol und können beiunsachgemäßer VerwendungGesundheitsschäden bewirken.Das Einatmen von Kraftstoffdämpfenmöglichst vermeiden.Mit Vergaserkraftstoff keine Händewaschen, keine Teile entfetten oderreinigen und keine Kleidungsstückesäubern.Mit Kraftstoff getränkte Bekleidungsofort ablegen.Durch Kraftstoff benetzte oder bespritzteHautstellen mit viel Wasserabspülen.Beim Betanken mit oder Umfüllen vonKraftstoffen dürfen keine Zündquellenvorhanden sein.Kraftstoffbehälter nur bei abgestelltemMotor betanken.Verschüttete Kraftstoffmengen sofortaufnehmen und entfernen.C4_10Der Maschinist trägt Kapselgehörschützer.Kraftstoffbehälter nur bei abgestelltem Motorund mit Trichter oder Einfüllstutzen betanken140Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 4


GUV-I 8651Grundregelnfür den sicheren Betrieb von MotorenDieselmotoren von abgestellten Fahrzeugen erst unmittelbar vor Ausfahrtaus dem Stellplatzbereich anlassen.Vollgas beim Starten und starkes Beschleunigen beim Anfahren vermeiden.Beim Standbetrieb von Verbrennungsmotoren im Freien Abgasschläuchezur Ableitung der entstehenden Abgase verwenden.Abgasschläuche so verlegen, dass die austretenden Abgase nicht aufPersonen gerichtet sind. Windrichtung beachten.Beim Kurbelstart von Motoren die Andrehkurbel nicht mit dem Daumenumfassen, sondern den Daumen neben den Zeigefinger legen.Das Startseil von Reversier-Starteinrichtungen am Handgriff herausziehenbis Kompression spürbar ist. Dann das Seil kräftig herausziehen undlangsam zurückführen. Beim Starten sicheren Stand einnehmen.Lärmgefährdung besteht für Maschinisten insbesondere an Pumpenbedienständenund Tragkraftspritzen.• In Abhängigkeit der Lärmintensität und Aufenthaltsdauer im Lärmbereichmüssen Gehörschützer benutzt werden, z.B. Kapselgehörschützer oderGehörschutzstöpsel.• Die an Einsatzstellen erforderliche Verständigung durch Zuruf oder Handfunksprechgerätewird durch das Tragen von Gehörschützern nur geringbeeinträchtigt.Vergaserkraftstoffe enthalten z.B. den Gefahrstoff Benzol und können beiunsachgemäßer Verwendung Gesundheitsschäden bewirken.• Das Einatmen von Kraftstoffdämpfen deshalb möglichst vermeiden.• Mit Vergaserkraftstoff keine Hände waschen, keine Teile entfetten oderreinigen und keine Kleidungsstücke säubern.• Mit Kraftstoff getränkte Bekleidung sofort ablegen.• Durch Kraftstoff benetzte oder bespritzte Hautstellen mit viel Wasserabspülen.Beim Betanken mit oder Umfüllen von Kraftstoffen dürfen keine Zündquellenvorhanden sein. Kraftstoffbehälter deshalb nur bei abgestelltemMotor betanken.Verschüttete Kraftstoffmengen sofort aufnehmen und entfernen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 4141


C 5Sicheres Rückwärtsfahren und EinweisenFahrer von Feuerwehrfahrzeugen müssen sich ihrer Verantwortung für mitfahrendePersonen, Verkehrsteilnehmer und das Fahrzeug bewusst sein.Sicheres Fahren setzt Fahrpraxis auf den vorhandenen Fahrzeugtypen undVertrautheit mit deren Fahrverhalten voraus. Fahrer müssen gefährlicheVerkehrsvorgänge vermeiden und ihnen begegnen können. Zu dengefährlichen Verkehrsvorgängen gehören das Rückwärtsfahren und dasZurücksetzen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für das sichere Rückwärtsfahrenund Einweisen.C5Der Einweiser gibt eindeutige Handsignale.Einsatz und Übung143


GUV-I 8651Unfallbeispiele:An der Einsatzstelle von einem zurücksetzendenFeuerwehrfahrzeug erfasstworden.Beim Durchfahren der engen Tordurchfahrtdes Feuerwehrhauses wurde derFeuerwehrmann zwischen Fahrzeugund Pfeiler eingeklemmt. Der Fahrerhatte während des Rückwärtsfahrensnur in den linken Außenspiegelgesehen.Um wenden zu können, musste derFahrer zurücksetzen. Dabei fuhr ergegen die Gebäude-Ecke.Gefahren:Gefahren entstehen durch das Rückwärtsfahrenund Zurücksetzen von Feuerwehrfahrzeugeninsbesondere durch Aufenthalt im Gefahrenbereichrückwärts fahrender Fahrzeuge, eingeschränkte Sicht des Fahrers annicht ausreichend beleuchteten oderan unübersichtlichen Einsatzstellen, Einweiser, die keine eindeutigenHandsignale geben, Tordurchfahrten und bei der Einfahrtauf den Stellplatz des Feuerwehrhauses.Einweiser dürfen sich nur im Sichtbereichdes Fahrzeugführers undnicht zwischen dem sich bewegendenFahrzeug und in dessen Bewegungsrichtungbefindlichen Hindernissenaufhalten. Sie dürfen während desEinweisens keine anderen Tätigkeitenausführen.Aus der Straßenverkehrs-Ordnung(StVO):Beim Abbiegen in ein Grundstück,beim Wenden und beim Rückwärtsfahrenmuss sich der Fahrzeugführerso verhalten, dass eine Gefährdunganderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossenist; erforderlichenfallshat er sich einweisen zu lassen(§ 9 Abs. 5 StVO).Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) UVV „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnungam Arbeitsplatz“(GUV-V A 8, bisher GUV 0.7) UVV „Fahrzeuge“(GUV-V D 29, bisher GUV 5.1)Schutzziele:Der Fahrzeugführer darf nur rückwärtsfahren oder zurücksetzen, wennsichergestellt ist, dass Personen nichtgefährdet werden. Kann dies nichtsichergestellt werden, hat er sichdurch einen Einweiser einweisen zulassen.Gefahr! Person im Gefahrenbereichdes zurücksetzenden Fahrzeuges144Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 5


CSicherheitshinweise5Gefährliche Verkehrsvorgänge wiedas Rückwärtsfahren und das Zurücksetzen,z.B. beim Wenden, solltennach Möglichkeit vermieden werden.Ausreichende Fahrpraxis und vorausschauendesFahren reduzieren gefährlicheVerkehrsvorgänge.Hat der Fahrzeugführer beim Rückwärtsfahrenoder beim Zurücksetzeneingeschränkte Sicht und könnenPersonen gefährdet werden, muss ersich einweisen lassen.Einweiser ist, wer einem Fahrzeugführerbei Sichteinschränkung Zeichenfür Fahrbewegungen gibt.Einweiser müssen ausreichend Kenntnissehaben, um die Verkehrsvorgängebeurteilen zu können.Einweiser müssen sich gut erkennbarim Blickfeld des Fahrzeugführers aufhalten,Blickkontakt halten und den„toten“ Winkel hinter dem Fahrzeugeinsehen können.Beim Einweisen müssen eindeutigeHandsignale gegeben werden. AndereTätigkeiten dürfen dabei nicht ausgeführtwerden.Einweiser dürfen sich nicht zwischenFahrzeug und Hindernissen aufhalten.Hindernisse sind z.B. Gebäudeteile,andere Fahrzeuge, Gruben, Materialstapel.Lichtzeichen für die freie Tordurchfahrtersetzen nicht den Einweiser fürdie Rückwärtsfahrt auf den Stellplatzbereichdes Fahrzeuges im Feuerwehrhaus.Rückfahrscheinwerfer verbesserndas Signalbild des Fahrzeuges undtragen dadurch zu mehr Sicherheitbeim Rückwärtsfahren bei.Das „Grün“ der Lichtzeichenanlagesignalisiertlediglich die freieTordurchfahrt. Ein Einweiserkann bei möglicherSichteinschränkungoder bei möglicherGefährdung vonPersonen trotzdemerforderlich sein.Der Einweiser imBlickfeld desFahrzeugführersÜbungen zum Rückwärtsfahren und Einweisensind mit Hilfe einfacher Übungsanordnungendurchführbar. Übungsstrecken lassen sich schnellund einfach mit Verkehrsleitkegeln aufbauen.Einsatz und Übung145


GUV-I 8651Handsignale für das Einweisen von Fahrzeugen1. Handzeichen für allgemeine HinweiseAchtungArm gestreckt mit nachvorn gekehrter Handflächehochhalten2. Handzeichen für FahrbewegungenHaltBeide Arme seitwärtswaagerecht ausstreckenHalt – GefahrBeide Arme seitwärtswaagerecht ausstreckenund abwechselndanwinkeln undstreckenAbfahrenArm hochgestreckt mitnach vorn gekehrterHandfläche seitlich hinund her bewegenHerkommenMit beiden Armen mitzum Körper gerichtetenHandflächen heranwinkenEntfernenMit beiden Armen mitvom Körper weggerichtetenHandflächenwegwinkenLinks fahren Rechts fahren Anzeige einerDen der Bewegungsrichtung zugeordneten Arm anwinkelnund seitlich hin und her bewegenAbstandsverringerungBeide Handflächenparallel dem Abstandentsprechend halten146Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 5


C 6Sichern von Einsatzstellenim VerkehrsraumIm Verkehrsraum befindliche Einsatzstellen sind zwangsläufig mit Gefährdungendurch Fahrzeugverkehr verbunden. Die Sicherheit zu rettenderPersonen und der Einsatzkräfte erfordert Warn- und Absperrmaßnahmen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für die Sicherung von Einsatzstellenim Verkehrsraum.C6Technischer Hilfeleistungseinsatz mit Vollsperrung der BundesautobahnEinsatz und Übung147


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Die Feuerwehr wurde zu einem technischenHilfeleistungseinsatz auf dieAutobahn gerufen. An der Einsatzstellelief der Fahrzeugverkehr zunächstnoch über den Überholstreifen derFahrbahn weiter. Trotz Sicherungsmaßnahmenfuhr ein PKW auf dashinterste Feuerwehrfahrzeug auf. DreiFeuerwehrangehörige wurden tödlichverletzt.Der als Sicherungsposten eingesetzteFeuerwehrmann wurde bei Dunkelheitvon einem PKW erfasst und verletzt.Gefahren:Gefahren entstehen an Einsatzstellen imVerkehrsraum insbesondere durch fließenden Fahrzeugverkehr, an ungesicherten, nicht ausreichendgesicherten und unübersichtlichenEinsatzstellen, bei nicht ausreichendem Tageslichtund unzureichender Einsatzstellenbeleuchtung, wenn Warnkleidung nicht benutztwird.Aus der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO):Bleibt ein mehrspuriges Fahrzeug aneiner Stelle liegen, an der es nichtrechtzeitig als stehendes Hinderniserkannt werden kann, so ist sofortWarnblinklicht einzuschalten. Danachist mindestens ein auffällig warnendesZeichen gut sichtbar in ausreichenderEntfernung aufzustellen und zwar beischnellem Verkehr etwa in 100 m Entfernung;vorgeschriebene Sicherungsmittelwie Warndreiecke sind zuverwenden. Darüber hinaus geltendie Vorschriften über die Beleuchtunghaltender Fahrzeuge (§ 15 StVO„Liegenbleiben von Fahrzeugen“).Weitere Informationen: Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift„Grundtätigkeiten – Löscheinsatz undRettung“ (FwDV) 1/1 GUV-Regel „Benutzung von Schutzkleidung“(GUV-R 189, bisher GUV 20.19)Schutzziel:Feuerwehrangehörige, die amEinsatzort durch den Straßenverkehrgefährdet sind, müssen hiergegendurch Warn- oder Absperrmaßnahmengeschützt werden.Verkehrsunfall auf einer innerstädtischenKreuzung – Warn- und Absperrmaßnahmenmüssen mit der Polizei koordiniert werden.148Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 6


CWarn- und Absperrmaßnahmen6Einsatzstellen im Verkehrsraum sindsofort durch Warn- und Absperrmaßnahmenzu sichern.Maßnahmen der Verkehrslenkungsind Aufgabe der Polizei.Wenn in der Entwicklungsphaseeines Einsatzes Einsatzkräfte durchRettungsaufgaben gebunden sind,sind vorrangig Absperrmaßnahmendurchzuführen.Der Abstand bzw. Beginn von Sicherungsmaßnahmenmuss die möglicheHöchstgeschwindigkeit herannahenderFahrzeuge berücksichtigen.Auf Straßen mit Gegenverkehr mussimmer nach beiden Seiten gesichertwerden.An Einsatzstellen im Verkehrsraumist Warnkleidung zu benutzen.Einsatzstellen sind bei nicht ausreichendemTageslicht zu beleuchten.Selbst ausreichend gesicherte Einsatzstellensind bei fließendem Verkehrnicht zwangsläufig unfallsicher. Einsatzfahrzeugedeshalb möglichst soaufstellen, dass die Einsatzstelle vorfließendem Verkehr und Folgeunfällenweitestgehend abgeschirmt wird.Sicherungsmittel deshalb so weit wiemöglich vor Kurven, Kuppen und Sichthindernissenaufstellen, damit Verkehrsteilnehmerfrühzeitig auf für sienoch nicht erkennbare Gefahrstellenaufmerksam werden.KurveSicherungsmaßnahmen vor Kurven undmindestens 200 m vor Einsatzstellen durchführenKuppeUnübersichtliche StraßenführungBesondere Gefahrstellen im Verlaufvon Straßenführungen bilden Kurven,Kuppen und durch Jahreszeit bzw.Tageszeit bedingte Sichtbehinderungen,z.B. Bäume und Abschattungen.Sicherungsmaßnahmen vor Kuppen undmindestens 200 m vor Einsatzstellen durchführenEinsatz und Übung149


GUV-I 8651Sichern von Einsatzstellenauf BundesstraßenBundesstraßeWarndreieck oderWarnleuchteca. 200 mWarnleuchte oderStarklichtfackelca. 100 mEinsatzfahrzeuggesichert durchRundum-Kennleuchtenund WarnblinkanlageUnfallstelleWarnleuchteoder Starklichtfackelca. 100 mWarndreieckund Warnleuchteca. 200 mSichern von Einsatzstellen auf Bundesstraßen150Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 6


Sichern von Einsatzstellenauf AutobahnenSicherungsmittelC6AutobahnUnfallstelleWarndreiecke und Warnleuchten sindzur Sicherung von Einsatzstellen imVerkehrsraum nicht ausreichend.Zur Durchführung geeigneter WarnoderAbsperrmaßnahmen müssenzusätzliche Sicherungsmittel Teil derfeuerwehrtechnischen Beladung vonFeuerwehrfahrzeugen sein, z.B.:• Verkehrsleitkegel,• Blitzleuchten,• Warnflaggen,• Starklichtfackeln,• Verkehrszeichen.Zum Sperren von Fahrspuren sindVerkehrsleitkegel in Verbindung mitBlitzleuchten zu verwenden.ca. 200 mca. 600 mca. 800 mSichern von Einsatzstellen auf AutobahnenSperrung einer Fahrspur mit Verkehrsleitkegelnund BlitzleuchtenEinsatz und Übung151


GUV-I 8651WarnkleidungEinsatzkräfte müssen im Verkehrsraumfür andere Verkehrsteilnehmerfrühzeitig und unverwechselbarerkennbar sein.Als Warnmaßnahme muss im VerkehrsraumWarnkleidung benutzt werden.Warnkleidung bedeutet Auffälligkeitbei Tag durch fluoreszierendes, zurUmgebung kontrastreiches Hintergrundmaterialund Auffälligkeit beiNacht durch retroreflektierendesMaterial. Geeignet sind:• Feuerwehr-Schutzanzüge, die alsuniverselle Feuerwehr-Einsatzkleidungzugleich die Anforderungender DIN EN 471 Klasse 2erfüllen,• Warnwesten nachDIN EN 471 Klasse 2,• seitlich offene Warnwesten oder-überwürfe sind nicht mehr zulässig.Warnkleidung ist auszumustern, wenndie Warnfarbe verblasst.Warnwesten weisen gegenüber alsWarnkleidung verwendbarer Feuerwehr-Schutzanzugjacken den Nachteil auf,dass sie erst übergezogen werdenmüssen und unbequem zu tragen sind.Warnwirkung von Warnweste und Feuerwehr-SchutzanzugTrotz Vollsperrung der Fahrbahn und trotz Hitze istbei den Aufräumarbeiten im Verkehrsraum Warnkleidungzu benutzen.Die Warnwirkung der universellen Feuerwehr-Einsatzkleidung zeigt sich deutlich. Die innerhalbder Gruppe stehende Person ist fast nichterkennbar.152Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 6


GUV-I 8651Sichern von Einsatzstellen im Verkehrsraum –Grundregeln für Warn- und AbsperrmaßnahmenEinsatzstellen im Verkehrsraum sind sofort durch Warn- und Absperrmaßnahmenzu sichern.Maßnahmen der Verkehrslenkung sind Aufgabe der Polizei.Wenn in der Entwicklungsphase eines Einsatzes Einsatzkräfte durchRettungsaufgaben gebunden sind, sind vorrangig Absperrmaßnahmendurchzuführen.Der Abstand bzw. Beginn von Sicherungsmaßnahmen muss die möglicheHöchstgeschwindigkeit herannahender Fahrzeuge berücksichtigen.Auf Straßen mit Gegenverkehr muss immer nach beiden Seiten gesichertwerden.Besondere Gefahrstellen im Verlauf von Straßenführungen bilden Kurven,Kuppen und durch Jahreszeit bzw. Tageszeit bedingte Sichtbehinderungen,z.B. Bäume und Abschattungen. Sicherungsmittel deshalb so weit wiemöglich vor Kurven, Kuppen und Sichthindernissen aufstellen, damit Verkehrsteilnehmerfrühzeitig auf für sie noch nicht erkennbare Gefahrstellenaufmerksam werden.An Einsatzstellen im Verkehrsraum ist als Warnmaßnahme Warnkleidungzu tragen.Warnkleidung bedeutet Auffälligkeit bei Tag durch fluoreszierendes, zurUmgebung kontrastreiches Hintergrundmaterial und Auffälligkeit beiNacht durch retroreflektierendes Material.Einsatzstellen sind bei nicht ausreichendem Tageslicht zu beleuchten.Selbst ausreichend gesicherte Einsatzstellen sind bei fließendem Verkehrnicht zwangsläufig unfallsicher. Einsatzfahrzeuge deshalb möglichst soaufstellen, dass die Einsatzstelle vor fließendem Verkehr und Folgeunfällenweitestgehend abgeschirmt wird.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 6153


C 7Sichern der Einsatzstelle durch LichtEinsatzkräfte sind bei unzureichenden Lichtverhältnissen an Einsatzstellenbesonders gefährdet. Zusätzlich verzögert und behindert schlechte Sichtdie Einsatztätigkeiten. Voraussetzung für sichere Einsatzstellen ist deshalbdie Herstellung ausreichender Sichtverhältnisse durch Beleuchtung.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für die Beleuchtung von Einsatzstellen.C7Schlechte Sichtverhältnisse verzögern und behindern Einsatztätigkeiten.Einsatz und Übung155


GUV-I 8651Unfallbeispiele:An der Einsatzstelle über einen Bordsteingestürzt. Durch den Schlagschattender Einsatzstellenbeleuchtungbefand sich der Bordstein imDunkeln.In dem unbeleuchteten Treppenhausstolperte der Feuerwehrmann überdie Schlauchleitung und fiel einigeStufen der Treppe herunter.Durch das Zusammenrutschen desBeleuchtungsstativs wurden mehrereFinger geklemmt. Zusätzlich traf dieTraverse mit den aufgesetzten Scheinwerfernden Kopf.Gefahren:Gefahren entstehen an Einsatzstellen beinicht ausreichendem Tageslicht oderDunkelheit insbesondere, wenn Stolper-, Rutsch- und Sturzgefahrennicht erkannt werden, wenn Verkehrswege und Arbeitsplätzeunzureichend beleuchtet werden, durch Blendung oder Schattenbildung, durch die eingesetzten Geräte derEinsatzstellenbeleuchtung, z.B. durchumfallende oder zusammenrutschendeTeleskopstative, heiße Gehäuse undSchutzscheiben von Scheinwerfern.Schutzziel:Einsatzstellen müssen beleuchtetwerden, wenn das Tageslicht nichtausreicht. Die Beleuchtung muss sichnach der Art der Sehaufgabe richten.Weitere Informationen: UVV „Grundsätze der Prävention“(GUV-V A 1) Feuerwehr-Dienstvorschrift„Grundtätigkeiten – TechnischeHilfeleistung und Rettung“ (FwDV) 1/2 DIN VDE 0100 Teil 704„Errichten von Starkstromanlagen bis1000 V/Baustellen“Arbeiten bei unzureichendenLichtverhältnissen führenallgemein:zur Erschwerung der Arbeit,zur schnelleren Ermüdung desgesamten Organismus,zu Fehleinschätzungen,zum Übersehen von Unfallgefahren.Handscheinwerfer als einfaches Beleuchtungsgerät– mobil und für einfache Sehaufgabeneinsetzbar156Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 7


Blendungen und Schatten–C7Blendungen und Schatten beeinträchtigendas Sehvermögen.Blendungen entstehen, wenn eineoder mehrere starke Lichtquelleninnerhalb des eigenen Sehfeldesliegen.Schatten entstehen hinter beleuchteten,undurchsichtigen Körpern, z.B.Fahrzeugen. Die Schattenbildung istdabei von der Art, Stärke und Anzahlder Lichtquellen abhängig.Blendwirkungen und Schattenbildungenlassen sich am zweckmäßigstendurch hoch liegende Lichtquellenverringern. Eine ausreichende Höhelässt sich durch Teleskopstative oderausfahrbare Lichtmasten erreichen.Hoch angeordnete Lichtquellen verringerndie Schattenbildung.+–+Blendung durch die starke Lichtquelledes Lichtmastes innerhalb des SehfeldesMehrere und im Winkel zueinander angeordneteLichtquellen verringern die Schattenbildung.Einsatz und Übung157


GUV-I 8651Stromversorgung und Aufbauder EinsatzstellenbeleuchtungMit Wechselstrom zu versorgendeBeleuchtungsmittel an Einsatzstellennur netzunabhängig über tragbareoder in Fahrzeuge eingebaute Stromerzeugerbetreiben.Müssen Beleuchtungsmittel im Einzelfallan ortsfeste, fremde Netze zurStromversorgung angeschlossen werden,sind besondere Schutzschaltgerätezwischen Steckdose undVerbraucher zu schalten.Geeignet sind Personenschutzsteckernach DIN VDE 0661, die der SchutzartIP 54 entsprechen, stoßgeschützt undfür raue Beanspruchung geeignetsind.Leitungstrommeln und Geräteanschlussleitungenzum Schutz vorErwärmung möglichst ganz abwickeln.Nicht abgewickelte Geräteanschlussleitungenkönnen z.B. durch heißeScheinwerfergehäuse beschädigtwerden.Die Gesamtleitungslänge der an einenStromerzeuger angeschlossenenVerlängerungsleitungen darf 100 mnicht überschreiten. Dies entsprichtder Gesamtlänge von zwei Leitungstrommelnnach DIN 14 680.Dreibein-Teleskopstative zur Aufnahmevon Beleuchtungsmittelnstandsicher aufstellen und ggf. mitAbspannseilen gegen Umfallen sichern.• Die Teleskoprohre zum Schutz vorZusammenrutschen durch festesAndrehen der Flügelschraubensichern.• Aufgesetzte Flutlichtstrahler gegenHerabfallen sichern.Einsatzstellenbeleuchtungdurch Halogen-Flutlichtstrahler aufTeleskop-DreibeinstativHalogen-Flutlichtstrahlerauf Teleskop-Dreibeinstativ imGebäudeinnerenFahrzeug-Umfeldbeleuchtung und Lichtmast amLöschfahrzeug zur EinsatzstellenbeleuchtungLichtmast am Löschfahrzeug und abgespanntesTeleskop-Dreibeinstativ158Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 7


GUV-I 8651Sichern der Einsatzstelle durch LichtHandscheinwerfer alseinfaches BeleuchtungsgerätGroßflächige AusleuchtungHoch angeordnete Lichtquellenverringern die Schattenbildung.Mehrere und im Winkelzueinander angeordneteLichtquellen verringern dieSchattenbildung.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 7159


GUV-I 8651Sichern der Einsatzstelle durch Licht –Grundregeln für den Aufbau der EinsatzstellenbeleuchtungAusgedehnte Einsatzstellen erfordern eine großflächige Ausleuchtung.Zur Flächenausleuchtung eignen sich insbesondere Halogen-Flutlichtstrahler.Lichtquellen zur Vermeidung von Blendwirkungen und Schattenbildungmöglichst hoch anordnen, z.B. mittels Teleskopstativ oder ausfahrbaremLichtmast am Fahrzeug.Voneinander unabhängige Lichtquellen möglichst im Winkel zueinanderanordnen.Mit Wechselstrom zu versorgende Beleuchtungsmittel an Einsatzstellennur netzunabhängig über tragbare oder in Fahrzeuge eingebaute Stromerzeugerbetreiben.Müssen Beleuchtungsmittel im Einzelfall an ortsfeste, fremde Netze zurStromversorgung angeschlossen werden, sind besondere Schutzschaltgerätezwischen Steckdose und Verbraucher zu schalten, z.B. Personenschutzsteckernach DIN VDE 0661.Explosionsgeschützte Beleuchtungsmittel immer dann einsetzen, wennbereits der Verdacht auf explosionsfähige Gas- oder Staub-Luft-Gemischebesteht. Bei Flutlichtstrahlern ist die Erhitzung der Schutzscheibe zu berücksichtigen.Leitungstrommeln und Geräteanschlussleitungen zum Schutz gegenErwärmung möglichst ganz abwickeln.Dreibein-Teleskopstative zur Aufnahme von Beleuchtungsmitteln standsicheraufstellen und ggf. mit Abspannseilen gegen Umfallen sichern. DieTeleskoprohre zum Schutz vor Zusammenrutschen durch festes Andrehender Flügelschrauben sichern. Aufgesetzte Flutlichtstrahler gegen Herabfallensichern.Feuerwehrfahrzeuge dürfen mit ausgefahrenem Lichtmast nicht bewegtwerden.160Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 7


C 8Sichere Lastbewegung mit dem HebelBrechstange und Hebebaum dienen im Feuerwehreinsatz zum Heben oderDrücken von Lasten. Durch ihren Einsatz als Hebel lassen sich Lasten mitgeringerem Kraftaufwand bewegen. Voraussetzung für den effizienten Einsatzist die Kenntnis und Anwendung des Hebelgesetzes.Diese Arbeitshilfe erläutert Wirkungsweisen von Hebeln.C8Schnelle Lastbewegung mittels HebebaumEinsatz und Übung161


GUV-I 8651Unfallbeispiele: Mit der Brechstange abgerutscht unddie Finger geklemmt. Als Hebel wurde behelfsweise einKantholz eingesetzt. Beim Belastenbrach das Kantholz. Die als Hebel eingesetzte Stahlstangerutschte ab und traf den Verletztenunglücklich.Gefahren:Gefahren entstehen bei der Lastbewegungmit Hebeln insbesondere, wenn Hebel für die erforderliche Belastungnicht ausgelegt sind, Hebel abrutschen können, z.B. vonungeeigneten Ansatzpunkten, der Drehpunkt des Hebels nichtunterlegt wird, z.B. mittels Unterlegholzaus Hartholz, ungeeignete Unterlagen benutztwerden, z.B. Steine, weiches Material, gehobene oder gedrückte Lastenunkontrolliert wegrutschen, wegrollenoder umkippen können, angehobene Lasten nicht gegenZurückfallen gesichert werden.Physikalische GrößenMasse:Die Maßeinheit der Masse ist dasKilogramm (kg). An Stelle der Massewird häufig vom Gewicht gesprochen.Ist z.B. vom Gewicht eines Menschendie Rede, ist im physikalischen Sinndie Masse gemeint.Kraft:Die Maßeinheit der Kraft ist dasNewton (N). Die Maßeinheit wird ausden Einheiten der Masse und derBeschleunigung abgeleitet:Kraft = Masse x Beschleunigung.Als Faustformel gilt: Soll eine Massevon einem Kilogramm senkrecht angehobenwerden, ist dafür eine Kraftvon zehn Newton erforderlich.Weitere Informationen: Rotes Heft 3b„Leinen, Seile, Hebezeuge; T 2;Ziehen und Heben“ Rotes Heft 33„Mechanik für die Feuerwehrpraxis“Schutzziel:Lasten müssen unter Verwendung geeigneterEinsatzmittel sicher bewegt werdenkönnen.Gefahr!Dieser Hebel ist ungeeignet und kann brechen.162Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 8


CGrundlagen der Mechanik8Hebel sind einfache Arbeitsmittel unddienen als Arbeitsumformer zum Hebenoder Drücken von Lasten unter Aufbringungmöglichst geringer Kräfte.Keinesfalls sind Hebel Arbeitssparer.Es gilt die goldene Regel der Mechanik:Was an Kraft gespart wird, muss anWeg (Zeit) zugesetzt werden.Als Hebel bezeichnet man um einefeste Achse drehbare, meist stabförmigeKörper, an denen Kräfteangreifen.Greifen Kräfte zu beiden Seiten derDrehachse an, spricht man von einemzweiarmigen Hebel. Entsprechendspricht man bei einseitigem Kraftangriffvon einarmigen Hebeln. Hebelmit Knick werden als Winkelhebelbezeichnet.Wirken an einem Hebel eine Kraft (F)und eine Last (Q), bezeichnet man dieAbstände ihrer Wirkungslinien von derDrehachse Kraftarm (k) und Lastarm (l).Praktische Anwendung des Hebelgesetzes.Die geöffnete PKW-Tür dient als verlängerterLastarm. Das Fahrzeug kann dadurch im Gleichgewichtgehalten werden und stürzt nicht in denKanal ab.Das Hebelgesetz:An einem Hebel herrscht Gleichgewicht,wenn das Produkt aus Kraft x Kraftarmgleich dem Produkt aus Last x Lastarmist.Aus dem Hebelgesetz folgt, dass beiungleich langem Kraft- und Lastarmentsprechend ungleich große Kräfteam Hebel erreicht werden.Einsatz und Übung163


GUV-I 8651Zweiseitiger,gleicharmiger HebelZweiseitiger,ungleicharmiger HebelDie Kenntnis des Hebelgesetzes istVoraussetzung zur Beherrschung der„Kräftespiele“ bei technischen Hilfeleistungen.Aus dem Hebelgesetz folgt, dass beiungleich langem Kraft- und Lastarmentsprechend ungleich große Kräfteam Hebel erreicht werden.Für den Praktiker ist vorrangig dieGröße der Kraft (F) von Interesse, dieerforderlich ist, um eine Last (Q) zubewegen. Hierzu lässt sich das Hebelgesetzentsprechend umstellen:Beispiel: Mit einer Brechstange1500 DIN 14 853 soll eine Last von7000 N (700 kg) angehoben werden.Bei einem Lastweg (l) von 0,1 mund einem Kraftweg (k) von 1,4 merrechnet sich die aufzubringendeKraft (F) wie folgt:Kraft (F) = Last (Q) x Lastarm (I)Kraftarm (k)Kraft (F) = 7000 N x 0,1 m1,4 mKraft (F) = 500 N (50 kg)Q ⋅ I = F ⋅ kF = Q ⋅ Ik10 01401 0 1Q = 1 F = 1Q = 7000 NF = 500 NIkIkZweiseitiger, gleicharmiger HebelZweiseitiger, ungleicharmiger Hebel164Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 8


CEinseitiger,ungleicharmiger Hebel8Beispiel für einen einseitigen, ungleicharmigenHebel ist der Einsatzdes ca. 3 m langen Hebebaums. Mitdiesem einfachen Gerät lassen sichunter Anwendung des Hebelgesetzesselbst größere Lasten schnell undsicher anheben.Beispiel: Ein Feuerwehrmann bringteine Druck- oder Zugkraft von 700 N(70 kg) auf. Bei Vorgabe eines Lastwegesvon 0,2 m errechnet sich dieanzuhebende Last wie folgt:Last (Q) = 700 N x 3,0 m0,2 mLast (Q) = 10500 N (1050 kg)Die Brechstange im Einsatz alszweiseitiger, ungleicharmiger HebelQ = F ⋅ kI20 300Q = 10500 NF = 700 NIkEinseitiger, ungleicharmiger HebelDer Hebebaum im Einsatz als einseitiger,ungleicharmiger HebelEinsatz und Übung165


GUV-I 8651Grundregelnfür sichere Lastbewegungen mit dem HebelVor dem Anheben die Masse der Last oder die zum Drücken erforderlicheDruckkraft abschätzen.Nur Hebel auswählen und verwenden, die für die entstehende Belastungausgelegt sind.Lasten möglichst dicht, d.h. mit kurzem Lastarm am Drehpunkt des Hebelsansetzen.Ansatzpunkte so auswählen, dass Hebel nicht abrutschen können. Diesgilt insbesondere für den Einsatz von Brechstangen.Den Drehpunkt des Hebels grundsätzlich unterlegen, z.B. mit einem Unterlegholzaus Hartholz.Steine, weiches oder bröckelndes Material sind als Unterlagen ungeeignet.Brechstange und Hebebaum mit beiden Händen fassen und neben demKörper führen.Lastbewegungen so durchführen, dass die Last nicht unkontrolliert wegrutschen,wegrollen oder umkippen kann.Angehobene Lasten gegen Zurückfallen sichern. Niemals unter angehobenenund ungesicherten Lasten arbeiten.Behelfsmäßige Hebelverlängerungen möglichst vermeiden:• Verlängerungen können abrutschen,• Hebel können der erhöhten Belastung nicht standhalten.• Diese Regel deshalb ignorieren: „Unbändig wächst des Meisters Kraft,wenn er mit Verlängerung schafft.“166Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 8


C 9Sichere Lastbewegung mit der RolleIn Kombination mit Seilwinden oder Seilzügen dienen Rollen im Feuerwehreinsatzzum Ziehen, Heben oder Ablassen von Lasten. Durch Einsatz derRolle als feste Rolle kann die Richtung der wirkenden Kraft umgelenktwerden. Lasten lassen sich mit geringerem Kraftaufwand bewegen, wenndie Rolle als lose Rolle eingesetzt wird.Diese Arbeitshilfe erläutert die Wirkungsweisen von Rollen.C9Einsatz einer festen Rolle als UmlenkrolleEinsatz und Übung167


GUV-I 8651Rollen:Rollen dienen zur Übertragung einerauf zwei oder mehr Seilstränge wirkendenKraft.Zu unterscheiden sind in der Wirkungsweise• die feste Rolle,• die lose Rolle,• die feste und die lose Rolle inKombination als Flaschenzug.Zur feuerwehrtechnischen Beladunggehörende Rollen müssen die Belastungenaus der Summe der Last undder Zugkraft aufnehmen können.Zulässige Belastungen dürfen nichtüberschritten werden.Nur solche Rollen einsetzen, die einseitliches Ablaufen oder Herausspringendes Seiles verhindern.Anschlagpunkte für Rollen müssen inder Lage sein, die auftretenden Zugkräftesicher aufnehmen zu können.Einlegen des Drahtseiles in die RolleWeitere Informationen: UVV „Winden, Hub- und Zuggeräte“(GUV-V D 8, bisher GUV 4.2) GUV-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“(GUV-R 500, Kap. 2.8) Feuerwehr-Dienstvorschrift„Grundtätigkeiten – Technische Hilfeleistungund Rettung“ (FwDV) 1/2 Rotes Heft 3b „Leinen, Seile,Hebezeuge; T 2; Ziehen und Heben“ Rotes Heft 33 „Mechanik für dieFeuerwehrpraxis“Bäume dienen häufig als Anschlagpunkt fürRollen. Baumschutz vorsehen!168Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 9


CWirkungsweise der festen Rolle9Der Einsatz der festen Rolle hat dieUmlenkung des Zugseiles bzw. dieUmlenkung der Zugrichtung zur Folge.Die feste Rolle wird deshalb auch alsUmlenkrolle bezeichnet.Wird eine Last mittels Seil angeschlagenund das Seil über eine an einemfesten, sich nicht bewegenden Punktangeschlagene Rolle geführt (daher:feste Rolle), lässt sich die Last beiBedarf aus besserer Lage ziehen oderheben.Festpunkte können z.B. Bäume,Stahlträger, Betonstützen oder auchFeuerwehrfahrzeuge sein.Die zum Bewegen der Last (Q)erforderliche Kraft (F) verändert sichnicht (Q = F). Lastweg und Seilwegsind gleich lang.Das Hebelgesetz gilt sinngemäß:Last (Q) x Lastweg (h) = Kraft (F) xSeilweg (s).HLast (Q)Kraft (F)sEinsatz einer festen Rollezur Umlenkung der Zugrichtung (Umlenkrolle)hQFF x s = Q x hF = Qs = hFeste RolleDas Feuerwehrfahrzeug steht auf Grund derBedingungen an der Einsatzstelle ungünstigzur Last. Der Einsatz der Seilwinde ist nur unterUmlenkung der Zugrichtung möglich.Einsatz und Übung169


GUV-I 8651Wirkungsweise der losen RolleF = 0,5 x QF = 0,5 x QDer Einsatz der losen Rolle an derLast verdoppelt die Zugkraft bzw. derzur Lastbewegung aufzubringendeKraftaufwand wird halbiert. Die Lastverteilt sich auf zwei Seilstränge.sDer Einsatz der losen Rolle ist insbesonderedann erforderlich, wenn diedurch eine Zugeinrichtung im direktenZug aufzubringende Kraft nicht zurLastbewegung ausreicht.Was an Kraft gespart wird, muss anSeilweg zugegeben werden. Wird dieLast über eine lose Rolle gezogenoder angehoben, ist der Seilweg (s)doppelt so lang wie der Lastweg (h):s = 2 x h. Die aufzubringende Kraft (F)ist halb so groß wie die Last (Q):F = 0,5 x Q.Die Rolle muss für die sich aus derSumme der Last und der Zugkraftergebende Doppelbelastung ausgelegtsein.Lose RollehQQF x s = Q x hF = 1/2 x Qs = 2 x hEinsatz eines MehrzweckzugesDie durch den Mehrzweckzug aufzubringendeZugkraft verdoppelt sich durch den Einsatz derlosen Rolle.170Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 9


CWirkungsweise der festen undder losen Rolle in Kombinationals Flaschenzug9Die Wirkungsweise der festen undder losen Rolle lässt sich kombinieren.Das Zusammenwirken wirdals Flaschenzug bezeichnet.FL = 1/3 x QF3 = 2/3 x QFlaschenzüge ermöglichen insbesonderedas Heben und Ablassenschwerer Lasten bei günstigerDimensionierung des Hebezeuges.Je nach Anzahl fester und loser Rollengilt: Je geringer die aufzubringendeZugkraft ist, desto größer wird derSeilweg.sDie aufzubringende Zugkraft verteiltsich dabei auf die angreifendenSeilstränge.hFL = 1/3 x QLast (Q)Die Kraneinrichtung des Hubrettungsfahrzeuges –die lose Rolle und die beiden festen Rollen wirkenzusammen als Flaschenzug.Feste und lose Rolle in Kombinationals FlaschenzugEinsatz und Übung171


GUV-I 8651Wirkungsweisen von RollenFeste RolleshQFF x s = Q x hF = Qs = hLose RolleF = 0,5 x QF = 0,5 x QshQQF x s = Q x hF = 1/2 x Qs = 2 x hFlaschenzugFL = 1/3 x QF3 = 2/3 x QshFL = 1/3 x QLast (Q)172Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 9


C 10Sicheres Anschlagen von LastenIm technischen Hilfeleistungseinsatz der Feuerwehren dienen Seilwindenund Seilzüge dem Ziehen und Halten von Lasten. Voraussetzung für dassichere Anschlagen von Lasten sind Kenntnisse über mögliche Anschlagarten,geeignete Anschlagpunkte und Anschlagmittel. Geeignete Anschlagmittelsind insbesondere Seile und Hebebänder.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für das sichere Anschlagenvon Lasten.C10Die „Last“ wird angeschlagen – häufig einfacher gesagt als getanEinsatz und Übung173


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Bei der Entnahme eines Drahtseilsvom Fahrzeug hat sich der Feuerwehrmannan hervorstehendenDrähten des Drahtseiles verletzt.Beim Anziehen des Drahtseilstroppswurde die Hand zwischen Last undSeil eingeklemmt und gequetscht.Durch die zurückfallende Last wurdeder Fuß eingeklemmt.Gefahren:Gefahren entstehen beim Anschlagen vonLasten und durch die Lastbewegung insbesonderedurch das Hineingeraten von Körperteilenin Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen,durch Schäden an Anschlagmitteln,z.B. Draht- oder Litzenbrüche anDrahtseilen,durch sich lösende, wegschnellendeoder versagende Anschlagmittel,durch herabfallende oder pendelndeLasten,wenn gehobene oder gedrückteLasten unkontrolliert wegrutschen,wegrollen oder umkippen können,wenn angehobene Lasten nicht gegenZurückfallen gesichert werden.Schutzziel:Der Geräteführer darf eine Lastbewegungerst einleiten, nachdem er sichdavon überzeugt hat, dass eine Lastsicher angeschlagen ist und sich keinePersonen im Gefahrbereich aufhaltenoder nachdem er vom Anschläger einZeichen bekommen hat.Zugkräfte und Lastschwerpunkt:Vor dem Anschlagen sind die Masseund der Schwerpunkt der Last zuermitteln.Über die notfalls überschlägigabzuschätzende Masse sind dieaufzubringenden Zugkräfte zubestimmen.Faustregel: Für Zugvorgänge inebenem Gelände sind als Zugkräfteetwa ein Drittel bis zur Hälfte desLastgewichtes anzusetzen.Weitere Informationen: UVV „Winden, Hub- und Zuggeräte“(GUV-V D 8, bisher GUV 4.2) GUV-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“(GUV-R 500, Kap. 2.8) Feuerwehr-Dienstvorschrift„Grundtätigkeiten – TechnischeHilfeleistung und Rettung“ (FwDV) 1/2 Rotes Heft 3b „Leinen, Seile,Hebezeuge; T 2; Ziehen und Heben“ Rotes Heft 33 „Mechanik für dieFeuerwehrpraxis“Vor Zugvorgängen die erforderlichenZugkräfte und den Lastschwerpunkt abschätzen174Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 10


Anschlagmittelund AnschlagpunkteStahldrahtseileals AnschlagmittelC10Zugseile von Seilwinden oder Seilzügendürfen mit der Last nur durchgeeignete Anschlagmittel verbundenwerden.Geeignete Anschlagmittel sind z.B.Drahtseile (Stropps), Hakenketten,Hebebänder und Schäkel als lösbareVerbindungsteile.Zur feuerwehrtechnischen Beladunggehörende Anschlagmittel sind z.B.:• verschieden lange Drahtseile miteinem Nenndurchmesser von 16 mmund mit 200 mm langer Öse oderKausche als Seilendverbindung,• Hebebänder, z.B. als Endlosschlingen,• Schäkel mit einer Beanspruchungbis 50 oder 100 kN.Anschlagpunkte von der Anzahl undTragfähigkeit so auswählen, dass dieZugkräfte sicher aufgenommen werdenkönnen.An Fahrzeugen nur die dafür vorgesehenenAnschlagpunkte benutzen,z.B. die Anhängerkupplung oder Abschleppvorrichtungen.Dienen Fahrzeuge als Festpunkt, sindsie durch Betätigen der Feststellbremseund Vorlegen von Unterlegkeilengegen Bewegung zu sichern.Beim Anschlagen an Bäumen geeignetenBaumschutz verwenden,z.B. Brettstücke, ggf. auch Schlauchbrücken.50%Vorteile im Einsatz: Hohe Schmiegsamkeitund damit günstige Lastschnürungen.Niedrige AnschaffungskostenNachteile im Einsatz: Empfindlichkeitgegenüber scharfen Kanten mitdadurch bedingten Seilschäden.Bei vorhandenen Drahtbrüchen sindHandverletzungen möglich, wennkeine Schutzhandschuhe benutztwerden.Die Zugkraft im Stahldrahtseil darfdie zulässige Tragfähigkeit nicht überschreiten.Der Neigungswinkel von Stahldrahtseilendarf 60° nicht überschreiten.Die Tragfähigkeit des Seiles reduziertsich bei diesem Winkel auf 50 %.Entsprechend dürfen Seilspreizwinkelnicht mehr als 120° betragen.70%90%Spreizwinkel100%90%50%70%Einsatz und Übung175


GUV-I 8651Festpunkt am Feuerwehrfahrzeug (160 kN)Maximum:Der Seilspreizwinkel beträgt 120°.Tabelle 1:Tragfähigkeit (Zugkraft) beiSeilnenndurchmesser 16 mmAnschlagart Symbol in kgdirekt 2240lotrechtgeschnürt 1800umgelegt/umschlungenbis 45°44803150Zugseile und Anschlagseile nur mittels Schäkelverbindenbis 60°2240Die Tabelle gilt für Rundlitzenseile ausStahldrähten, Anschlagseilart N, nachDIN 3088 mit sechsfacher Sicherheit.176Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 10


CPrüfung von Stahldrahtseilen10Stahldrahtseile sind mindestenseinmal jährlich durch einen Sachkundigenzu prüfen. Prüfnachweismuss geführt werden.Ein Seil ist betriebssicher, wennes keine der folgenden Schädenaufweist:• Drahtbrüche in größerer Zahl(siehe Tabelle 2),• Bruch einer Litze,• Aufdoldungen, Lockerungen deräußeren Lage bei mehrlagigenSeilen,• Quetschungen, scharfe Knicke undKlanken,• äußeren und inneren Rostansatz(Korrosionsnarben),• Beschädigung oder starken Verschleißder Seil- oder Seilendverbindung.DrahtbruchLitzenbrücheAufdoldungenQuetschungenKnickeTabelle 2:Ablegereife für Litzenseilebei sichtbaren Drahtbrüchen(d = Seilnenndurchmesser)auf einer z.B. bei max.Länge d = 16 Drahtvonmm brüche3d 48 mm 4Klanken6d 96 mm 630d 480 mm 16Wenn an der Stelle mit den meistenDrahtbrüchen die genannte Anzahlsichtbarer Drahtbrüche festgestelltwird, ist das Litzenseil abzulegen. DasAusmustern von Seilen mit niedrigerenDrahtbruchzahlen dient der Sicherheit.Dieses Stahldrahtseil ist ablegereif!Einsatz und Übung177


GUV-I 8651Hebebänder als AnschlagmittelVorteile im Einsatz: Hebebänderschonen durch ihre Flexibilität dieOberfläche der Last. Sie eignen sichdeshalb besonders für den Anschlagvon Lasten mit rutschiger oderempfindlicher Oberfläche.Nachteile im Einsatz: Nicht geeignetsind Hebebänder in Verbindung mitheißen oder scharfkantigen Lasten.Nur einwandfreie Hebebänder mitlesbarem Etikett verwenden. AblegereifeHebebänder der Benutzung entziehen.Hebebänder nicht über scharfe Kantenspannen und nicht über scharfe Kantenoder aufrauend wirkende Oberflächenziehen. Ggf. Kantenschutz verwenden.Hinweis: Flexible, dünne Schutzschläuchezum Schutz gegen Abriebsind kein Kantenschutz.Hebebänder dürfen nicht geknotetwerden.Tabelle 3: Bei diesen Mängeln sind Hebebänder ablegereifHebebänder sind trocken, luftig undgegen Einwirkung aggressiver Stoffegeschützt zu lagern.Hebebänder sind mindestens einmaljährlich durch einen dafür Sachkundigenzu prüfen. Prüfnachweis führen.Bei diesen Mängeln sind Hebebänder Hebebänder mit mitder Benutzung zu entziehen (x) Hebebänder Rundschlingen BeschlagteilenGarnbrüche, Garnschnitte im Gewebevon mehr als 10 % des Querschnittsx – xBeschädigung der tragenden Nähte x – xVerformung durch Wärme-Einflussx x x(Reibung, Strahlung)Schäden infolge Einwirkungx x xaggressiver StoffeBeschädigung der Ummantelung– x –oder ihrer VernähungVerformungen, Anrisse, Brücheoder andere Beschädigungender BeschlagteileVorsicht!Hebebänder nicht über scharfe Kanten spannenDieses Hebeband istablegereif!Bergung eines Kraftfahrzeugesunter Einsatzvon Hebebändern alsAnschlagmittel– – x178Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 10


GUV-I 8651Grundregelnfür das sichere Anschlagen von Lasten mit StahldrahtseilenNur ausreichend tragfähige und einwandfreie Stahldrahtseile verwenden.Ablegereife Stahldrahtseile der Benutzung entziehen.Zugseile niemals direkt an die Last anschlagen; immer Anschlagseileverwenden. Zugseile und Anschlagseile nur mittels Schäkel verbinden.Stahldrahtseile nicht über scharfe Kanten spannen oder ziehen. DieUmlenkung vermindert die Tragfähigkeit und verursacht Seilschäden.Kantenschutz verwenden.Seile niemals knoten oder durch Verdrehen verspannen. Seile mit Buchtenund Schleifen nicht unter Last ausziehen.Bei Seilen, die mehrfach um eine Last oder einen Festpunkt geschlungenwerden, müssen die Windungen dicht nebeneinander liegen. Die Windungendürfen sich nicht kreuzen.Zu hebende Lasten so anschlagen, dass sie gegen Herabfallen gesichertsind.Personen aus dem Gefahrenbereich unter Spannung stehender Stahldrahtseileheraushalten. Als Gefahrenbereich gilt das 1,5fache derSeillänge.Lasten langsam und gleichmäßig bewegen. Bei ruckartigen Bewegungenvervielfachen sich die Seilkräfte.Seile nicht über die zulässige Belastung hinaus beanspruchen. Seilspreizwinkelmöglichst kleiner 120° halten.Lasten nach Hebe- oder Zugvorgängen gegen unkontrollierte Bewegungsichern, z.B. mittels Unterleghölzern oder durch Keile.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 10179


C 11WasserförderungSicherer Umgang mit Schläuchen und ArmaturenIm Brandeinsatz und bei den dafür erforderlichen Übungen stehen Unfällebeim Umgang mit Schläuchen und Wasser führenden Armaturen im Vordergrund.Gründe hierfür sind der unsachgemäße Umgang mit Schläuchenund Armaturen, hohe Wasserdrücke, Druckstöße und mangelnde Trittsicherheitan Einsatzstellen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Umgang mitSchläuchen und Armaturen bei der Wasserförderung.C11Feuerwehrschläuche kontra Trittsicherheit an der EinsatzstelleEinsatz und Übung181


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Ausrollen des C-Schlauchesschlug die Kupplung hoch und trafden Kopf.Als der Maschinist Wasser auf dieB-Leitung gab, schlug der Verteiler aufGrund von Schlauchverdrehungenherum und traf das Knie.An der Einsatzstelle über die dortdurcheinander liegenden Schläuchegestolpert und gestürzt.Vom harten Wasserstrahl in das Augegetroffen worden.Durch den zu hohen Druck konnte derFeuerwehrmann das Strahlrohr nichtmehr sicher halten und wurde umgerissen.Schutzziel:Strahlrohre, Schläuche und Armaturensind so zu benutzen, dassVerletzungen von Personen beimUmgang mit diesen Geräten sowiedurch den Wasserstrahl vermiedenwerden.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift„Grundtätigkeiten – Löscheinsatzund Rettung“ (FwDV) 1/1Gefahren:Gefahren entstehen beim Umgang mitSchläuchen und Armaturen insbesonderedurchden harten Wasserstrahl bei derWasserabgabe oder durch platzendeSchläuche,Kupplungen bei der Entnahme undbeim Ausrollen von Schläuchen,schlagartiges Öffnen und Schließenvon Strahlrohren und Verteilern,schlagende Strahlrohre,umschlagende Verteiler bei Schlauchverdrehungen,zu hohe Betriebsdrücke bei derWasserförderung,in den Verkehrswegen an Einsatzstellenverlegte Schlauchleitungen.Risiken bei der Wasserförderung:Druckstöße, zu hohe Betriebsdrücke undschadhaftes Schlauchmaterial182Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 11


CSicherer Umgang mitSchläuchen und Armaturen11Schläuche bei der Entnahme aus Fahrzeugenund beim Ausrollen unmittelbaran den Kupplungen festhalten.Vorsicht vor herabfallenden oder hochschlagendenKupplungen.Rollschläuche auf Fahrzeuge soverlasten, dass die Kupplungen nachunten hängen.Schläuche drallfrei verlegen.Schlauchreserven in Gebäuden undvor Eingängen so verlegen, dass beiGefahr ein sicherer und ungehinderterRückzug möglich ist.Schlauchleitungen über Leitern nurbis zum 1. Obergeschoss mittragen.• Sicherer ist das Hochziehen vonSchlauchleitungen mittels Leine.• Beim Besteigen von LeiternSchläuche nicht am Körper befestigen,sondern über der Schultertragen.Schlagartiges Öffnen oder Schließenvon Strahlrohren, Verteilern oderAbsperrschiebern vermeiden.Unter Druck stehende, schlagendeStrahlrohre nicht aufheben. Schlauchleitungenvorher drucklos machen.Strahlrohre bei der Wasserabgabe mitausreichender Personenzahl halten.• B-Strahlrohre mit mindestens dreiPersonen halten.• Bei Verwendung von StützkrümmernB-Strahlrohre mit mindestens zweiPersonen halten.Die Wasserabgabe von Leitern ausmöglichst vermeiden.• Strahlrohre nur langsam öffnen undschließen. Nicht zur Seite spritzen.• B-Strahlrohre dürfen von Leiternaus nicht eingesetzt werden.Nicht auf oder in Richtung vonPersonen spritzen.Druckstöße und zu hohe Betriebsdrückebei der Wasserförderungvermeiden.Gefahr!Die Kupplung des unsachgemäßverlastetenRollschlauches kannherabfallen.B-Rohr-Einsatz mitStützkrümmer – zweiFeuerwehrmännerhalten das Strahlrohr.Gefahr!Seitliche Wasserabgabevon der LeiterB-Rohr-Einsatz ohneStützkrümmer – dreiFeuerwehrmännerhalten das Strahlrohr.Einsatz und Übung183


GUV-I 8651Trittsicherheit an EinsatzstellenSchwieriges, unübersichtliches, unebenesGelände und Hindernisse zumAufbau der Löschwasserversorgungmeiden. Statt des schnellsten Wegesoder der kürzesten Schlauchstreckewenn möglich die jeweils sichersteStrecke wählen.Schläuche möglichst am Rand vonVerkehrswegen verlegen.Schlauchleitungen, die Straßenqueren, durch Schlauchbrückensichern.Schlauchleitungen auf Treppen soverlegen, dass möglichst keineStolperstellen entstehen.Schläuche z.B. durch das Treppenaugeführen oder mittels Schlauchhalteram Geländer sichern.Verkehrswege bei nicht ausreichendemTageslicht beleuchten.Gefahr!Schlauchleitungen als Stolperstellen – am TagGefahr!Schlauchleitungen als Stolperstellen – bei NachtDer schnellste Weg ist nicht immer dersicherste Weg.Der PKW stand über dem Unterflurhydranten – indiesem Fall musste das Hindernis weggerücktwerden.184Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 11


GUV-I 8651Grundregelnfür den sicheren Umgang mit Schläuchen und ArmaturenVorsicht vorSchlauchkupplungenSchläuche drallfrei verlegenSchläuche möglichst am Randvon Verkehrswegen verlegenDer schnellste Weg ist nichtimmer der sicherste Weg.Strahlrohre sicher haltenMöglichst keine Wasserabgabevon LeiternSicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 11185


GUV-I 8651Sicherer Umgang mit Schläuchen und ArmaturenSchläuche bei der Entnahme von Fahrzeugen und beim Ausrollen unmittelbaran den Kupplungen festhalten. Vorsicht vor herabfallenden oder hochschlagendenKupplungen.Schläuche drallfrei verlegen.Schläuche möglichst am Rand von Verkehrswegen verlegen. Statt desschnellsten Weges oder der kürzesten Schlauchstrecke wenn möglich diejeweils sicherste Strecke wählen.Schlauchreserven in Gebäuden und vor Eingängen so verlegen, dass beiGefahr ein sicherer und ungehinderter Rückzug möglich ist.Schlauchleitungen auf Treppen so verlegen, dass möglichst keineStolperstellen entstehen. Schläuche z.B. durch das Treppenauge führenoder mittels Schlauchhalter am Geländer sichern.Schlauchleitungen über Leitern nur bis zum 1. Obergeschoss mittragen.Sicherer ist das Hochziehen von Schlauchleitungen mittels Leine.Schlagartiges Öffnen oder Schließen von Strahlrohren, Verteilern oderAbsperrschiebern vermeiden.Unter Druck stehende, schlagende Strahlrohre nicht aufheben. Schlauchleitungenvorher drucklos machen.Strahlrohre bei der Wasserabgabe mit ausreichender Personenzahl halten.B-Strahlrohre möglichst nur mit Stützkrümmer einsetzen.Die Wasserabgabe von Leitern aus möglichst vermeiden. B-Strahlrohredürfen von Leitern aus nicht eingesetzt werden.186Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 11


C 12Sichere SprungrettungSprungrettungsübungen dienen der sicheren Handhabung von Sprungrettungsgerätenim Einsatz. Feuerwehrangehörige dürfen zu Übungszweckennicht springen.Diese Arbeitshilfe erläutert Sicherungsmaßnahmen bei Sprungrettungsübungen.C12Nach dem Einsatz eines Sprungpolsters zur MenschenrettungEinsatz und Übung187


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Ein Feuerwehrmann sollte zu Übungszweckenaus ca. 7 m Höhe in dasSprungpolster springen. Beim Aufprallverletzte er sich.Eine Person sprang aus ca. 13 m Höhein das Sprungtuch. Trotz vollständigerHaltemannschaft schlug sie beim Aufprallauf den Erdboden durch.Mehrere Feuerwehrangehörige derHaltemannschaft wurden verletzt.Gefahren:Gefahren entstehen bei Übungen undEinsätzen mit Sprungrettungsgeräteninsbesondere,wenn die für das Sprungrettungsgerätzulässige Rettungs- oder Übungshöheüberschritten wird,durch ungenau abgeworfene oder zuschwere Fallkörper bei Übungen,durch fehlspringende Personen imEinsatz,durch unzureichende Haltemannschaftam Sprungtuch,durch falsche Körperhaltung undunsicheren Stand beim Halten desSprungtuchs.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Prüfgrundsätze für Ausrüstung undGeräte der Feuerwehr(GUV-G 9102, bisher GUV 67.13) DIN 14 151 Teil 1 „Sprungrettungsgeräte;Allgemeine Anforderungen,Prüfung“ DIN 14 151 Teil 2 „Sprungrettungsgeräte;Sprungtuch 8“ DIN 14 151 Teil 3 „Sprungrettungsgeräte;Sprungpolster 16“Schutzziel:Bei Übungen sind die Sprungrettungsgeräteso zu handhaben und die Fallkörperund -höhen so zu wählen, dassVerletzungen der Haltemannschaftvermieden werden. Personen dürfennicht zu Übungszwecken springen.Hier ist die Rettung noch über die Schiebleitermöglich. Zusätzlich ist das Sprungpolstereinsatzbereit.188Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 12


CÜbungen und Einsätze mit dem Sprungtuch12Nur zugelassene Sprungtücher verwenden;das genormte „Sprungtuch8“ nur bis zu einer Rettungshöhevon 8 m.Übungen mit Sprungtüchern werdennur zur Unterweisung der Haltemannschaftund nicht zum Üben des Springensdurchgeführt. Dies gilt auch fürVorführungen.Sprungtücher müssen von mindestens16 Personen gehalten werden. EingesetztePersonen sollten mindestens18 Jahre alt sein.Einheitsführer geben eindeutigeAnweisungen an die Haltemannschaft,im Einsatz auch an die springendePerson.Zur Sprungsimulation nur Fallkörperohne Ecken und Kanten verwenden.Die Masse des Fallkörpers darf maximal50 kg betragen.Die Fallhöhe darf bei Übungenhöchstens 6 m betragen.Vor dem Abwerfen des Fallkörpersbzw. vor Sprungvorgängen sicherenStand und die zum Halten richtigeKörperhaltung einnehmen.Einheitsführer geben eindeutige Anweisungen.Einsatz und Übung189


GUV-I 8651Übungen und Einsätzemit SprungpolsternNur zugelassene Sprungpolster verwenden;genormte „Sprungpolster 16“nur bis zu einer Rettungshöhe von16 m.Übungen mit Sprungpolstern dienender sicheren Handhabung, z.B. demAuf- und Abbau und dem In-Stellung-Bringen, nicht dem Üben des Springens.Dies gilt auch für Vorführungen.Jede unnötige Stoßbelastung einesSprungpolsters durch aufprallendeFallkörper schadet dem Material undsollte unterlassen werden.Der Sprungpolstereinsatz ist in diesem Werksbildnur simuliert. Übungen mit Sprungpolsterndienen allein der sicheren Handhabung.Übung zum Aufbau eines Sprungpolsters190Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 12


GUV-I 8651Übungen und Einsätze mit Sprungtüchern und SprungpolsternSprungtücherNur zugelassene Sprungtücher verwenden; das genormte „Sprungtuch 8“nur bis zu einer Rettungshöhe von 8 m.Übungen mit Sprungtüchern werden nur zur Unterweisung der Haltemannschaftund nicht zum Üben des Springens durchgeführt. Dies giltauch für Vorführungen.Sprungtücher müssen von mindestens 16 Personen gehalten werden.Eingesetzte Personen sollten mindestens 18 Jahre alt sein.Einheitsführer geben eindeutige Anweisungen an die Haltemannschaft,im Einsatz auch an die springende Person.Zur Sprungsimulation nur Fallkörper ohne Ecken und Kanten verwenden.Die Masse des Fallkörpers darf maximal 50 kg betragen.Die Fallhöhe darf bei Übungen höchstens 6 m betragen.Vor dem Abwerfen des Fallkörpers bzw. vor Sprungvorgängen sicherenStand und die zum Halten richtige Körperhaltung einnehmen.SprungpolsterNur zugelassene Sprungpolster verwenden; genormte „Sprungpolster 16“nur bis zu einer Rettungshöhe von 16 m.Übungen mit Sprungpolstern dienen der sicheren Handhabung, z.B.dem Auf- und Abbau und dem In-Stellung-Bringen, nicht dem Üben desSpringens. Dies gilt auch für Vorführungen.Jede unnötige Stoßbelastung eines Sprungpolsters durch aufprallendeFallkörper schadet dem Material und sollte unterlassen werden.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 12191


C 13Sicheres Halten und Selbstrettenmit dem Feuerwehr-HaltegurtFeuerwehr-Haltegurte werden als persönliche Schutzausrüstungen (PSA)zum Halten und wenn keine andere Möglichkeit besteht, zum Selbstretteneingesetzt. In Verbindung mit der Feuerwehrleine bildet der Feuerwehr-Haltegurt ein Haltesystem, das z.B. eine Annäherung zur Absturzkanteverhindern und Personen vor dem Abstürzen, Abrutschen, Weiterrutschenund Versinken schützen kann.Diese Arbeitshilfe erläutert Sicherungsmaßnahmen zum Halten und Selbstretten.C13Prinzip „Halten“ – die Annäherung zur Absturzkante wird durch eine straffe Sicherungsleineverhindert.Einsatz und Übung193


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Der Feuerwehrmann stolperte auf dersteilen Böschung und stürzte insGewässer.Bei einer Selbstrettungsübung verlorder Feuerwehrmann die Kontrolleüber die Feuerwehrleine. Da er nichtzusätzlich gegen Absturz gesichertwar, stürzte er ca. 3 m tief auf Betonbodenab.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift„Grundtätigkeiten – TechnischeHilfeleistung und Rettung“ (FwDV) 1/2 DIN 14 927 „Feuerwehr-Haltegurt“ GUV-Information „Haltegurte undVerbindungsmittel für Haltegurte“(GUV-I 870)Gefahren:Gefahren beim Umgang mit dem Feuerwehr-Haltegurtentstehen insbesondere,wenn Feuerwehr-Haltegurte zum Auffangenvon Personen verwendet werden, Feuerwehr-Haltegurte bei Selbstrettungsübungenohne zusätzlicheSicherung gegen Absturz eingesetztwerden, beschädigte oder nicht ordnungsgemäßangelegte Feuerwehr-Haltegurtebeim Halten und Selbstrettenbenutzt werden.Schutzziel:Rettungs- und Selbstrettungsübungensind so durchzuführen, dass Verletzungenfür die Übenden vermiedenwerden.Sturzgefahr aus dem Fenster bei der Rettung einesEichhörnchens. Die Gefahr lässt sich durch einfachesZurückhalten mittels Feuerwehr-Haltegurtund Feuerwehrleine vermeiden.194Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 13


CSicheres Halten mit Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleine13Der Feuerwehr-Haltegurt ist mit derFeuerwehrleine als Haltesystem ausschließlichzum Halten und nicht zumAuffangen geeignet.Bei Absturz mit einem Haltegurtdrohen schwere Verletzungen,insbesondere Verletzungen derWirbelsäule.Haltesysteme deshalb nur soeinsetzen, dass die zu sicherndePerson• die Absturzkante nicht erreichenkann• oder auf Flächen mit nicht mehr als60° Neigung gehalten oder gegenAbrutschen gesichert wird. SindWinkel von Böschungen odergeneigten Dachflächen steiler, wirddas Abrutschen zum Absturz.Die Feuerwehrleine muss alsVerbindungsmittel straff gespanntund kürzer als die Entfernung zurAbsturzkante sein.Bei zu langer Leine und Schlaffseilbildungist die Wirksamkeit desHaltesystems nicht mehr gegeben.Es droht Absturzgefahr, wenn dieAbsturzkante erreicht werden kann.Gegen das Benutzen von Feuerwehr-Haltegurten ohne Feuerwehrleinebestehen keine Bedenken, wenn dasVerbindungsmittel des Haltegurtesum den Anschlagpunkt geführt odergeschlungen wird, so dass eine zweisträngigeBelastung gegeben und einfreies Hängen im Gurt ausgeschlossenist.Zur Verwendung von persönlichenSchutzausrüstungen bei Absturzgefahrsiehe Arbeitshilfe C 14„Sicherung gegen Absturz“.Mindestens einmal jährlich sindPSA zum Halten von einem Sachkundigenzu prüfen.Beschädigte Feuerwehr-Haltegurteoder Feuerwehrleinen sindder Benutzung zu entziehen.Absturz mit Feuerwehr-Haltegurt – die Schädigungder Wirbelsäule ist wahrscheinlich.Sicheres Halten an der unwegsamen Böschungeines GewässersEinsatz und Übung195


GUV-I 8651Sichere SelbstrettungsübungenBei Selbstrettungsübungen mit Feuerwehr-Haltegurtund Feuerwehrleinemüssen Übende zusätzlich gegenAbsturz gesichert sein.Die Sicherung kann durch Einsatz einesAuffangsystems mit Auffanggurt undverschiedenen verbindenden Teilsystemenerfolgen, z.B. Aufganggurtmit Höhensicherungsgerät oderKernmantel-Dynamikseil.Die Auswahl des geeigneten Auffangsystemskann ggf. von den baulichenGegebenheiten der Übungsstätte unddem Nutzungsumfang abhängig sein.Selbstrettungsübungen nur unterAufsicht eines in der Durchführungvon Abseilübungen erfahrenen Feuerwehrangehörigendurchführen.Übungen mit Feuerwehr-Haltegurtund Feuerwehrleine nur aus Höhenbis maximal 8 m durchführen.Hinweis: Bei Rettungsübungen mitAbseilgeräten sind größere Höhenzulässig. Siehe hierzu die Gebrauchsanweisungender Hersteller.Zunächst Gewöhnungsübungen ausgeringerer Höhe durchführen.Zum Anschlagen der Feuerwehrleinetragfähige und vorrangig bauseits vorhandeneAnschlagpunkte benutzen.Feuerwehrleinen und Verbindungsmittelnicht über scharfe Kantenführen. Ggf. Kantenschutz benutzen.Brüstungen und Geländer mitsicherem Halt übersteigen; ausGebäudeöffnungen sicher heraussteigen.Die Feuerwehrleine dabeistraff halten.Die Eigensicherung sichernderPersonen ist erforderlich.Zur Abseilmethodik siehe Feuerwehr-Dienstvorschrift 1/2.Brüstungen undGeländer mit sicheremHalt übersteigen, dieFeuerwehrleine dabeistraff haltenDer Übende ist zusätzlichdurch Auffanggurtund Kernmantel-Dynamikseil gegenAbsturz gesichert.Selbstrettungsübungunter erschwertenBedingungen – mitPressluftatmer196Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 13


GUV-I 8651Grundregeln zum sicheren Halten und Selbstrettenmit Feuerwehr-Haltegurt und FeuerwehrleineSicheres HaltenDer Feuerwehr-Haltegurt ist mit der Feuerwehrleine als Haltesystem ausschließlichzum Halten und nicht zum Auffangen geeignet. Bei Absturz miteinem Haltegurt drohen schwere Verletzungen, insbesondere Verletzungender Wirbelsäule.Feuerwehr-Haltegurte nur so einsetzen, dass die zu sichernde Person• die Absturzkante nicht erreichen kann• oder auf Flächen mit nicht mehr als 60° Neigung gehalten oder gegenAbrutschen gesichert wird.Die Feuerwehrleine muss als Verbindungsmittel straff gespannt und kürzerals die Entfernung zur Absturzkante sein.Bei zu langer Leine und Schlaffseilbildung ist die Wirksamkeit des Haltesystemsnicht mehr gegeben. Es droht Absturzgefahr, wenn die Absturzkanteerreicht werden kann.Gegen das Benutzen von Feuerwehr-Haltegurten ohne Feuerwehrleinebestehen keine Bedenken, wenn das Verbindungsmittel des Haltegurtesum den Anschlagpunkt geführt oder geschlungen wird, so dass einezweisträngige Belastung gegeben und ein freies Hängen im Gurt ausgeschlossenist.Sicheres SelbstrettenBei Selbstrettungsübungen mit Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleinemüssen Übende zusätzlich gegen Absturz gesichert sein.Übungen mit Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleine nur aus Höhen bismaximal 8 m durchführen. Zunächst Gewöhnungsübungen aus geringererHöhe durchführen.Zum Anschlagen der Feuerwehrleine tragfähige und vorrangig bauseitsvorhandene Anschlagpunkte benutzen.Feuerwehrleinen und Verbindungsmittel nicht über scharfe Kanten führen.Ggf. Kantenschutz benutzen.Brüstungen und Geländer mit sicherem Halt übersteigen; aus Gebäudeöffnungensicher heraussteigen. Die Feuerwehrleine dabei straff halten.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 13197


C 14Sicherung gegen AbsturzAbsturzgefahren bestehen insbesondere an Kanten, die nicht durchBrüstungen oder Geländer gesichert sind. Durchbruchgefahren mit derMöglichkeit des Absturzes bestehen insbesondere beim Begehen oderBetreten nicht tragfähiger Bauteile. Absturzunfälle sind in der Regel mitschweren Verletzungen und hohen Unfallkosten verbunden. Durchpersönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz werden Abstürze ganzverhindert oder abstürzende Personen sicher aufgefangen.Diese Arbeitshilfe erläutert Sicherungsmaßnahmen gegen Absturz.C14Absturzgefahr! Gefährliche Brandbekämpfung unmittelbar am FlachdachrandEinsatz und Übung199


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Brandeinsatz betrat der Gruppenführerdas Hallendach. In der Mitteder aus Asbestzement-Wellplattenbestehenden Dachfläche brach erdurch und stürzte ca. 7 m tief ab.Bei Aufräumarbeiten übersah derFeuerwehrmann eine Deckenöffnungund stürzte in das darunter liegendeGeschoss ab.Gefahren:Bereiche mit der Gefahr des Abstürzens,Durchbrechens oder Versinkens sind z.B.: freie Dachränder ohne Geländer oderBrüstungen, ungesicherte Decken- undWandöffnungen, morsche oder von unten angebrannteTreppen, angebrannte Dachlatten, Schächte mit nicht tragfähigen oderfehlenden Schachtabdeckungen,Lichtschächte, Kellerschächte, Böschungen an Baugruben, Gräben,Gewässern, Öffnungen von Behältern, Silos, „nicht begehbare“ Bauteile.„Nicht begehbare“ Bauteile:Besondere Stellen mit DurchbruchundAbsturzgefahr sind „nicht begehbare“Bauteile.Als nicht begehbar gelten Bauteile,die beim Begehen brechen können,oder Bauteile, die von ihrem Auflagerabrutschen können, z.B.:• Faserzement-Wellplatten(Asbestzement-Wellplatten),• Lichtplatten,• abgehängte Zwischendecken,• Oberlichter und Glasdächer,• Platten geringer Tragfähigkeit,• Lüftungskanäle,• lose aufgelegte Gitterroste.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift„Grundtätigkeiten – TechnischeHilfeleistung und Rettung“ (FwDV) 1/2 GUV-Regel„Benutzung von persönlichenSchutzausrüstungen gegen Absturz“(GUV-R 198, bisher GUV 10.4)Schutzziel:Decken und Dächer, die für einBegehen aus konstruktiven Gründenoder durch Brand und sonstige Einwirkungennicht ausreichend tragfähigsind, sowie sonstige Stellen mitAbsturzgefahr dürfen nur betretenwerden, wenn Sicherungsmaßnahmengegen Durchbruch und Absturzgetroffen sind.Absturzgefahr an der Kante des Flachdaches200Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 14


CHinweise zum Erkennen undBewerten von Absturzgefahren14Absturzgefahren bei Einsatz- undÜbungstätigkeiten lassen sich nichtallein auf die Betrachtung hochgelegener Standplätze und Verkehrswegereduzieren, wie sie zum Beispielauf Kranauslegern oder Gittermastenzu finden sind.Unfälle als Folge von Absturz oderDurchbruch ereignen sich überwiegendnach Sturz aus geringerer Höhe.Absturzgefährdete Bereiche müssenals solche erkannt werden. Das dafürerforderliche Gefahrenbewusstsein istbeim Antreffen großer Absturzhöhenim Regelfall vorhanden. Für die unfallträchtigenBereiche mit geringererAbsturzhöhe ist das Gefahrenbewusstseindagegen weniger ausgebildet.Anders als zum Beispiel für gewerblicheTätigkeiten gibt es für Feuerwehrenauch keine Festlegung vonSicherungsmaßnahmen in Abhängigkeitvon der Absturzhöhe.Nicht vorhandene Regelungenbedeuten für die Bewertung desAbsturzrisikos Augenmaß undverantwortungsvolles Entscheiden.Macht eine Situation Sicherungsmaßnahmengegen Absturz erforderlich,sind Maßnahmen, die einAbstürzen zwangsläufig verhindern,dem Einsatz persönlicher Schutzausrüstungenvorzuziehen.Rettung eines Kranführers aus großer Höhe – einbesonderer Einsatz, aber nicht der Regelfall fürEinsätze unter AbsturzgefahrEher feuerwehrtypisch: Brandbekämpfung aufdem Steildach unter AbsturzgefahrEinsatz und Übung201


GUV-I 8651Sicherungsmaßnahmengegen Absturz und DurchbruchBereiche mit Absturz- und Durchbruchgefahrdürfen nur Betretenwerden, wenn dies einsatztaktischerforderlich ist und Sicherungsmaßnahmengetroffen sind.Verkehrswege und Standplätzekönnen gegen Durchbruch behelfsmäßigdurch Last verteilende Belägegesichert werden, z.B. mittels Leitern,Bohlen oder tragfähigen Platten.Leitern oder Bohlen ausreichend weitvon Absturzkanten entfernt verlegenund gegen Verschieben sichern.Ausreichend ist ein Abstand von 2 mzur Absturzkante.Auftretende Kräfte durch dasBegehen und die Last verteilendenBeläge müssen sicher von dertragenden Unterkonstruktionaufgenommen werden können.Sind Einsatztätigkeiten unmittelbaran Stellen mit Absturzgefahrerforderlich,• kann durch persönliche Schutzausrüstungengegen Absturz ein solcherentweder ganz verhindert oder diePerson sicher aufgefangen werden,z.B. mittels Auffanggurt und zumAnschlagpunkt verbindenden Teilen,• kann durch persönliche Schutzausrüstungenzum Halten und Rettenein Zurückhalten von der Absturzkanteoder Halten gegen Abrutschenerfolgen, z.B. mittels Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleine(vgl. Arbeitshilfe C 13 „Halten undSelbstretten“).Gefahr! Die Dachkonstruktion ist nicht mehrsicher begehbar. Es besteht Durchbruchgefahrdurch angebrannte Dachlatten.Schon besser: Die Steckleiter als Last verteilendeUnterlage auf der DachflächeAuch eine Absturzsicherung: Der Arbeitskorb desHubrettungsfahrzeuges hat Geländerfunktion.202Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 14


CPersönliche Schutzausrüstungen(PSA) gegen Absturz14Als direkte Sicherung gegen Absturzsind nur Auffangsysteme einzusetzen,die• einen Absturz ganz verhindern oder• die gesicherte Person sicher auffangen,d.h. den Fallweg begrenzenund die auf den Körper wirkendenStoßkräfte auf ein erträgliches Maßreduzieren.Auffangsysteme bestehen ausAuffanggurten DIN EN 361 undEinzelteilen und/oder Teilsystemen,die eine Verbindung zu einemAnschlagpunkt schaffen. Elementedes Auffangsystems müssen aufeinanderabgestimmt sein und dürfensich in ihrer Funktion nicht negativbeeinflussen.Achtung! Der Freiraum unterhalb desBenutzers muss so groß sein, dassdie abstürzende Person sicher aufgefangenwerden kann. Er bestehtaus dem Fallweg, dem Bremsweg,dem Weg des Verrutschens und derDehnung der Einzelteile sowie einemSicherheitsabstand zur möglichenAufprallfläche.Auffanggurte dürfen bei Fallstreckenüber 50 cm nur in Verbindung miteinem Falldämpfer verwendet werden.Ohne wirksame Falldämpfung könnenin Abhängigkeit von der Absturzhöhesehr hohe Stoßkräfte auftreten.Anschlagpunkte für PSA gegenAbsturz• sind vom zuständigenEinheitsführer festzulegen,• müssen ausreichend tragfähigsein; ausreichend tragfähig sindz.B. Sicherheits-Dachhaken undbauseitige Anschlagpunkte aufFlachdächern, so genannteSecuranten,• dürfen ein unbeabsichtigtes Lösendes Auffangsystems nicht ermöglichen;z.B. freie Rohr- und Trägerendensind als Anschlagpunkteungeeignet.• Hinweis: Nach den TechnischenBaubestimmungen muss dieTragfähigkeit eines Anschlagpunktesfür eine Person z.B. füreine statische Einzellast von 6 kNnachgewiesen sein. Der Sicherheitsfaktorbeträgt dabei 1,25.Unterweisungen müssen vor derersten Benutzung einer PSA gegenAbsturz und bei Bedarf erfolgen,mindestens jedoch einmal jährlich.PSA gegen Absturz sind vor jederBenutzung durch Sichtprüfung aufihren ordnungsgemäßen Zustand undauf einwandfreie Funktion zu prüfen.Mindestens einmal jährlich sind PSAgegen Absturz von einer befähigtenPerson zu prüfen.Beschädigte oder durch Absturzbeanspruchte PSA gegen Absturzsind der Benutzung zu entziehen.Einsatz und Übung203


GUV-I 8651Auffanggurt nach DIN EN 361Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturzunterliegen einer EG-Baumusterprüfung durcheine Prüf- und Zertifizierungsstelle.Schädigungder WirbelsäulewahrscheinlichDer Fangstoß wirdauf die stabilstenKörperteile übertragen.204Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 14


CBeispiele für Auffangsystemeim Feuerwehreinsatz14Auffangsystem mit Falldämpfer:Das Verbindungsmittel mit integriertemFalldämpfer verbindet den Auffanggurtmit dem Anschlagpunkt.Verbindungsmittel mit integriertemFalldämpfer bestehen aus demeigentlichen Verbindungsmittel (in derRegel Chemiefaserseil oder Gurtband),einem Falldämpfer (Reibungs- oderBandfalldämpfer) und Verbindungselementen(meist Karabinerhaken).Die Länge des Verbindungsmittels istauf maximal 2,0 m begrenzt, um dieStoßkräfte im Falle eines Absturzes invorhersehbaren Grenzen zu halten.Feuerwehrleinen sind als Verbindungsmittelfür PSA gegen Absturz nichtzulässig.Auffangsystem mitHöhensicherungsgerät:Bei Höhensicherungsgeräten ist dasVerbindungsmittel in das Gerät integriert.Es wickelt sich durch einen Aufrollmechanismusimmer selbstständigauf und wird so stets straff gehalten.Die mögliche Fallhöhe ist durch denAuslösemechanismus begrenzt.In das Höhensicherungsgerät ist einFalldämpfer integriert.Nachteil: Da die Funktion des Systemsvon der Fallgeschwindigkeit abhängigist, darf es nicht an oder über Masseneingesetzt werden, in denen manversinken kann.Auffangsystem mit Dynamikseil:Das genormte Dynamikseil integriertdie Funktion des Falldämpfers.Vorteil: Großer Einsatzbereich.Nachteil: Hoher Ausbildungsaufwand.Zeitaufwändig in der Einsatzvorbereitung.Auf Grund der möglichenSeildehnung im Absturzfall müssenZwischensicherungen erfolgen.Aufganggurt mit Reibungsfalldämpfer imVerbindungsmittel. Bauseitig dienen Securantenals Anschlagpunkte.Auffanggurt mitHöhensicherungsgerätAuffanggurt mitKernmantel-DynamikseilEinsatz und Übung205


GUV-I 8651Beispiele für AbsturzgefahrenAbsturzgefahr!Brandbekämpfung auf dem SteildachDurchbruchgefahr!Unsicherer Stand auf angebranntenDachlattenDurchbruch- und Absturzgefahr!Einsatzmaßnahmen auf unsichererStandfläche unmittelbar an der Absturzkantedes FlachdachesAbsturzgefahr!Brandbekämpfung auf dem Flachdach206Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 14


GUV-I 8651Sicherung gegen AbsturzBereiche mit Absturz- und Durchbruchgefahr dürfen nur betreten werden,wenn dies einsatztaktisch erforderlich ist und Sicherungsmaßnahmengetroffen sind.Verkehrswege und Standplätze können gegen Durchbruch behelfsmäßigdurch Last verteilende Beläge gesichert werden, z.B. mittels Leitern,Bohlen oder tragfähigen Platten.Auftretende Kräfte durch das Begehen und die Last verteilenden Belägemüssen sicher von der tragenden Unterkonstruktion aufgenommenwerden können.Sind Einsatztätigkeiten unmittelbar an Stellen mit Absturzgefahrerforderlich,• kann durch persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz ein solcherentweder ganz verhindert oder die Person sicher aufgefangen werden,z.B. mittels Auffanggurt und zum Anschlagpunkt verbindenden Teilen,• kann durch persönliche Schutzausrüstungen zum Halten und Rettenein Zurückhalten von der Absturzkante oder Halten gegen Abrutschenerfolgen, z.B. mittels Feuerwehr-Haltegurt und Feuerwehrleine.Auffanggurte dürfen bei Fallstrecken über 50 cm nur in Verbindung miteinem Falldämpfer verwendet werden.Anschlagpunkte für PSA gegen Absturz• sind vom zuständigen Einheitsführer festzulegen,• müssen ausreichend tragfähig sein,• dürfen ein unbeabsichtigtes Lösen des Auffangsystems nichtermöglichen.Verbindungsmittel dürfen nicht über scharfe Kanten geführt werden.Unterweisungen müssen vor der ersten Benutzung einer PSA gegenAbsturz und bei Bedarf erfolgen, mindestens jedoch einmal jährlich.PSA gegen Absturz sind vor jeder Benutzung durch Sichtprüfung auf ihrenordnungsgemäßen Zustand und auf einwandfreie Funktion zu prüfen.Beschädigte oder durch Absturz beanspruchte PSA gegen Absturz sind derBenutzung zu entziehen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 14207


C 15Sicherer Umgang mit LufthebernLuftheber sind pneumatisch betriebene Rettungsgeräte der Feuerwehr.Ihr Vorteil liegt in schneller Krafterzeugung bei leichter Handhabung. Luftheberkönnen zur Rettung eingeklemmter Personen oder zur Schaffung vonRettungs- und Angriffswegen eingesetzt werden. Als Arbeitsmittel dienenLuftheber zum Heben, Stützen oder Drücken von Lasten.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zum sicheren Umgang mitLufthebern.C15Luftheber im ÜberblickEinsatz und Übung209


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Anheben eines Fahrzeugeswurden zwei übereinander liegendeDruckkissen eingesetzt. Dabeischnellte ein Kissen heraus und trafeinen Feuerwehrmann.Beim Anheben mittels Druckkissenrutschte die Last seitlich weg.Gefahren:Gefahren beim Umgang mit Lufthebernentstehen insbesondere durchDruckkissen, wenn• schadhafte Druckkissen eingesetztwerden, z.B. mit Rissen, Schnittenoder Einstichen,• Druckkissen an spitzen oder scharfkantigenTeilen eingesetzt werden,• Druckkissen unter Last herausgeschleudertwerden können,die Last, wenn• die Last nicht gegen Wegrutschengesichert ist,• der Schwerpunkt der Last falschabgeschätzt wurde und die Lastkippen oder rollen kann,• die Last beim Hubvorgang nichtlaufend unterbaut wird und zurückfallenkann,das Einsatzumfeld, wenn• an Einsatzstellen durch Bodenunebenheiten,Gräben, Böschungenoder herumliegende Einsatzmitteldie Trittsicherheit beeinträchtigt ist,• bei schlechter Sicht die Einsatzstellenbeleuchtungunzureichend ist.Schutzziele:Die Stellteile der Befehlseinrichtungenvon Lufthebern sindso aufzustellen, dass die Feuerwehrangehörigenweder durch Tragmittelnoch durch Lasten gefährdet werden.Luftheber sind so aufzustellen und zubenutzen, dass spitze oder scharfeGegenstände sowie thermische Einwirkungentragende Teile des Gerätesnicht beschädigen.Weitere Informationen siehe: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) „Prüfgrundsätze für Ausrüstung undGeräte der Feuerwehr“(GUV-G 9102, bisher GUV 67.13) DIN 14 152 Teil 1„Luftheber für zulässige Betriebsdrücke0,5 oder 1 bar“ Betriebsanleitungen der HerstellerAlles im „Griff“ – außerhalb des Gefahrenbereichs210Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 15


Sicherer Umgang mit LufthebernEinsatzvorbereitung:Nur Luftheber verwenden, die sicherheitstechnischeinwandfrei sind undregelmäßig geprüft werden.Schadhafte Geräte dürfen nicht eingesetztwerden. Druckkissen mitRissen, Schnitten, Stichen oderUndichtigkeiten sofort außer Betriebnehmen.Vor dem Einsatz überschlägigabschätzen:• den Schwerpunkt der Last,• das Gewicht der zu hebenden Last,• wie hoch die Last gehoben werdenmuss.Hubkraft-Lastweg-Diagramme auf denSteuergeräten und in den Betriebsanleitungenhelfen bei der Auswahl derrichtigen Druckkissen.Erforderliche Geräte zur Bedienungaußerhalb des Gefahrenbereichs derLast und der Druckkissen aufstellen.Dies gilt z.B. für Steuerteile, Druckmindererund Druckluftflaschen.Gesichtsschutz zur persönlichenSchutzausrüstung benutzen.Lage der Druckkissen:Möglichst ebene und rutschsichereFlächen wählen.Druckkissen an geeigneter Stelle soweit einschieben, dass mindestens75 % der Kissenfläche unter der Lastliegen.Durch geeigneten Unterbau denLeerraum unter der Last möglichstverringern. Der Unterbau muss diegesamte Fläche des Druckkissensabdecken.Druckkissen nicht an spitzen, extremscharfkantigen Körpern oder heißenFlächen einsetzen. Punktbelastungvermeiden. Falls erforderlich, Druckkissendurch Zwischenlage vor Beschädigungschützen.Sichere Lastbewegung:Last gegen Wegrutschen sichern.Durch Hubvorgänge darf keineinstabile Lage der Last mit derGefahr von Rutsch-, Roll- oderKippbewegungen entstehen.Hubvorgänge langsam und gleichmäßigdurchführen.Die Last bei fortschreitendemHubvorgang laufend unterbauen.Kein Aufenthalt unter angehobenerund ungesicherter Last.Druckkissen können unter Last undungünstigen Bedingungen herausgeschleudertwerden, deshalb keinAufenthalt in diesen Gefahrenbereichen.Maximal zwei Hochdruckkissendürfen übereinander eingesetztwerden, wenn die Betriebsanleitungdies vorsieht. Niederdruckkissendürfen grundsätzlich nicht übereinandereingesetzt werden.Scherwirkung durch Einquetschender Druckkissen beim Ablassen derLast vermeiden.C15Einsatz und Übung211


GUV-I 8651Druckkissen:Im Feuerwehreinsatz werden Niederdruck-und Hochdruckkissen eingesetzt.Hochdruckkissen sind meist fürzulässige Betriebsüberdrücke von8 bar ausgelegt. Sie haben Kissenformund eignen sich zum Einsatzin engen Zwischenräumen und dort,wo geringe Hubhöhen, aber großerKraftaufwand erforderlich ist.Niederdruckkissen sind meist fürzulässige Betriebsüberdrücke von0,5 bar ausgelegt. Durch ihre Seitenwandhaben sie im befüllten Zustandzylindrische oder quaderförmige Form.Sie eignen sich für größere Hubhöhen.Die mit steigender Hubhöhe auftretendeWölbung kissenförmigerDruckkissen verkleinert die Kraftübertragungsflächeund damit die Hubkraft.Bei zylindrischen und quaderförmigenDruckkissen bleibt die Kraftübertragungüber die gesamte Hubhöhenahezu konstant, da die Wölbungunwesentlich ist.Druckkissen können gegen Lageveränderungmit Hilfe von Anschlagmittelnund an den Kissen vorhandenenBefestigungseinrichtungengesichert werden.Geräteprüfung:Sichtprüfungen an Lufthebern sindnach jedem Einsatz durchzuführen.Luftheber sind durch einen Sachkundigenmindestens einmal jährlicheiner Sicht- und Funktionsprüfung zuunterziehen.Wiederkehrende Prüfungen sieheGUV-G 9102.Hochdruckkissen –der Einsatz ist in engen Zwischenräumen möglich.Niederdruckkissen –für große Hubhöhen212Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 15


GUV-I 8651Grundregelnfür den sicheren Umgang mit LufthebernLast abschätzen Gesichtsschutz benutzen Druckkissen weit einschieben –mind. 75 % unter die LastUnterbauen – den Leerraumunter der Last klein haltenLast gegen WegrutschensichernGefahr! Durch Hubvorgängedarf keine instabile Lage derLast entstehen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 15213


GUV-I 8651Grundregelnfür den sicheren Umgang mit LufthebernVor dem Einsatz von Lufthebern überschlägig abschätzen:• den Schwerpunkt der Last,• das Gewicht der zu hebenden Last,• wie hoch die Last gehoben werden muss.Gesichtsschutz zur persönlichen Schutzausrüstung benutzen.Druckkissen an geeigneter Stelle so weit einschieben, dass mindestens75 % der Kissenfläche unter der Last liegen.Durch geeigneten Unterbau den Leerraum unter der Last möglichstverringern.Druckkissen nicht an spitzen, extrem scharfkantigen Körpern oder heißenFlächen einsetzen. Punktbelastung vermeiden.Die Last gegen Wegrutschen sichern.Hubvorgang langsam und gleichmäßig durchführen.Die Last bei fortschreitendem Hubvorgang laufend unterbauen.Kein Aufenthalt unter angehobener und ungesicherter Last.Druckkissen können unter Last und ungünstigen Bedingungen herausgeschleudertwerden, deshalb kein Aufenthalt vor, sondern nur seitlichneben belasteten Druckkissen.214Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 15


C 16Sicherer Umgang mithydraulischen RettungsgerätenHydraulische Spreizgeräte, Schneidgeräte und Rettungszylinder gehörenzur Standardausrüstung der Feuerwehren für technische Hilfeleistungen.Der Vorteil dieser Geräte liegt in der Erzeugung großer Kräfte auf „Daumendruck“.Hydraulische Rettungsgeräte können zur Rettung eingeklemmter Personenoder zur Schaffung von Rettungswegen eingesetzt werden; hydraulischeSpreizgeräte auch zum Heben, Drücken oder Stützen von Lasten.C16Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zum Umgang mit hydraulischenRettungsgeräten.Hydraulische Rettungsgeräte sind für diese Einsatzsituationen unentbehrlich.Einsatz und Übung215


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Einsatz der Rettungsschereplatzte ein Hydraulikschlauch. Durchden scharfen Ölstrahl kam es zurVerletzung.Beim Ansetzen des Spreizers rutschtedieser ab und verletzte den Geräteführeram Bein.Beim Schneiden eines Fahrzeugteilswurde ein in der Nähe stehenderFeuerwehrmann von einem weggeschleudertenTeil am Kopf getroffen.• Besonderheiten der Fahrzeugkonstruktionoder -technik, z.B. dasunkontrollierte Auslösen von Airbagsoder Gurtstraffern möglich ist,das Einsatzumfeld, wenn• an Einsatzstellen durch Bodenunebenheiten,Gräben, Böschungenoder herumliegende Einsatzmitteldie Trittsicherheit beeinträchtigt ist,• bei schlechter Sicht die Einsatzstellenbeleuchtungunzureichendist.Gefahren:Gefahren durch hydraulische Rettungsgeräteentstehen insbesondere durchden Betrieb, wenn• Mängel in der Gerätesicherheitbestehen, z.B. Materialanrisse anden Messern,• Spreiz- und Schneidgeräte oderRettungszylinder falsch oderunsachgemäß eingesetzt werden,z.B. Schneiden von unter Spannungstehenden, gehärteten oder zustarken Materialien oder freienEnden,• bei Spreiz- oder SchneidvorgängenTeile wegschleudern oder wegschnellenkönnen,• Geräte falsch angesetzt werden undsich verdrehen können,Unfallfahrzeuge, wenn• scharfkantige, spitze Teile oderGlassplitter zu Stich- oder Schnittverletzungenführen können,• durch instabile Lage ein Kippen,Absacken, Wegrutschen oderAbstürzen des Fahrzeuges möglichist,Schutzziele:Bei der Verwendung hydraulischbetätigter Rettungsgeräte ist durchgeeignete Maßnahmen darauf zuachten, dass Feuerwehrangehörigedurch freigesetzte oder auf andereGegenstände übertragende Energiennicht verletzt werden.Beim Arbeiten mit hydraulischbetätigten Rettungsgeräten müssenFeuerwehrangehörige Gesichtsschutzbenutzen.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) „Prüfgrundsätze für Ausrüstung undGeräte der Feuerwehr“(GUV-G 9102, bisher GUV 67.13) „Sicherer Feuerwehrdienst“(GUV-I 8558, bisher GUV 50.0.10) DIN EN 13 204 „Doppelt wirkendehydraulische Rettungsgeräte für dieFeuerwehr und Rettungsdienste –Sicherheits- und Leistungsanforderungen“ Betriebsanleitungen der Hersteller216Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 16


Sicherer Umgang mithydraulischen Rettungsgeräten –wichtige GrundregelnEinsatzvorbereitung:Voraussetzung für den sicheren Einsatzhydraulischer Rettungsgeräte ist einzielgerichtetes und geplantes Vorgehen.Bei der dafür erforderlichenLage-Erkundung sind insbesondereauch die von Unfallfahrzeugen ausgehendenGefahren für Einsatzkräftefestzustellen.Sicherheitsmaßnahmen bei Fahrzeugunfällenmüssen mögliche Problememoderner Fahrzeugkonstruktionen,neue Werkstoffe im Fahrzeugbau undSicherheitseinrichtungen an Fahrzeugenberücksichtigen. Dies giltinsbesondere für Gefahren durchAirbags, Gurtstraffer oder automatischeÜberrollbügel.Unfallfahrzeuge bei Bedarf stromlosschalten – Batterien abklemmen.Gegen mögliche Brandgefahren ausreichendenBrandschutz sicherstellen.Unfallfahrzeuge vor Einsatzmaßnahmengegen ungewollte Bewegungdurch Unterbauen und Abstützenstabilisieren.Hydraulikschläuche und elektrischeZuleitungen dürfen an Einsatzstellenkeine Stolperstellen bilden. Siedürfen nicht über spitze oder scharfkantigeTeile geführt werden.Nicht erforderliche Kräfte aus demWirk- und Gefahrenbereich hydraulischerRettungsgeräte heraushalten.Für die Bemessung des Gefahrenbereichsempfiehlt sich ein Sicherheitskreisoder innerer Absperr-Einsatz und Übungbereich mit einem Radius von 5 m.Auch unterstützend tätige Einsatzkräftemüssen diesen Bereich vorSchneid- oder Spreizarbeiten wiederverlassen.An hydraulischen Rettungsgerätennur ausgebildete und erfahrene Geräteführereinsetzen. Die praktische Ausbildungmindestens einmal jährlich imRahmen von Übungen wiederholen.Zum Schutz vor wegschleuderndenoder wegschnellenden Teilen grundsätzlichGesichtsschutz benutzen.Vor dem Betätigen von Spreiz- oderSchneidgeräten sicheren Standeinnehmen. Die Geräte gehen denWeg des geringsten Widerstandesund können sich drehen oderabrutschen. Einsatzkräfte könnendadurch getroffen, eingeklemmtoder gequetscht werden.Kombination: Unterbau durch Rüsthölzerund Abstützung durch RettungszylinderGefahr! Aufenthalt im Gefahrenbereichohne Gesichtsschutz217C16


GUV-I 8651Schneidgeräte:An der Scherenspitze ist die Schneidkraftam geringsten. Richtiges Ansetzenzum Maulinneren der Scherehin bringt höhere Schneidkräfte undschützt die Messerspitzen vorBeschädigungen.Die Schneidmesser möglichst rechtwinkligam zu schneidenden Teilansetzen. Das Auseinanderdrückender Messer und eine möglicheBeschädigung werden vermieden.Beim Schneiden muss mit wegschleuderndenTeilen gerechnetwerden.Lenksäulen, Achsen, Stabilisatorenund ähnliche gehärtete Teile dürfennicht geschnitten werden.Freie Enden nur schneiden, wenndiese gegen unkontrollierteBewegungen und Wegschleuderngesichert sind.Rettungszylinder:Rettungszylinder nur so ansetzen,dass ein Abrutschen ausgeschlossenist.Sichere Ansatzpunkte lassen sichdurch geeignetes Zubehör herstellen,z.B. durch auswechselbare Spitzenoder spezielle Schwelleraufsätze fürKraftfahrzeuge.Einsatz einsSchneidgerätesEinsatz eines SpreizersSpreizgeräte (Spreizer):Spreizer so ansetzen, dass einAbgleiten vermieden wird.Wenn erforderlich, den Spreizer mehrfachnachsetzen. Der Geräteführer istzu unterstützen, wenn das eingesetzteGerät schwer und groß ist oderder Einsatz unter beengten Verhältnissenerfolgt.Die Steuerung des Speizers darf nurdurch den Geräteführer allein erfolgen.Spreizer können mit Kettenvorsätzenauch als Zuggerät eingesetzt werden.Dafür erforderliche Anschlagpunktemüssen ausreichend tragfähig sein.Den Gefahrenbereich unbedingt freihalten.Einsatz eins Rettungszylinders218Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 16


Gerätesicherheit:Nur hydraulische Rettungsgeräteverwenden, die sicherheitstechnischeinwandfrei sind und regelmäßiggeprüft werden. Schadhafte Gerätedürfen nicht verwendet werden.Hydraulische Rettungsgeräte müssenmit „Totmannschaltung“ und Nullstellungszwangausgerüstet sein. DasBedienteil geht nach dem Loslassenautomatisch in die Nullstellungzurück. Die Gerätebewegung stopptsofort.Beim Wiederansteuern unter Last darfkeine gegenläufige Bewegung auftreten.Dies gilt auch für den Fall, dassHydraulikschläuche auseinandergekuppeltwerden oder durch BeschädigungenHydraulikflüssigkeit austritt.Geräteprüfung:Hydraulische Rettungsgeräte sinddurch einen Sachkundigen mindestensalle drei Jahre einer FunktionsundBelastungsprüfung zu unterziehen.Nach jedem Einsatz, mindestenseinmal jährlich, ist eine Sichtprüfungdurchzuführen. Grundsatz: Nach demEinsatz ist vor dem Einsatz.Beispiele für mögliche Mängel undMaßnahmen im Rahmen von Sichtprüfungen:• Schneidgeräte mit verbogenen oderangerissenen Messern sofort außerBetrieb nehmen,• Spreizerspitzen mit stark abgenutzteroder beschädigter außenseitigerRiffelung müssen ersetztwerden.Bei Hinweisen auf mögliche Materialanrisseoder -veränderungen ist einebesondere Prüfung, z.B. mittels Farbeindringverfahrennach DIN 54 152erforderlich. Dies gilt z.B., wenn Spreizgerätebesonders hoch, dynamischoder quer zur Spreizrichtung belastetwurden.C16Beim Auseinanderfahren unter Last darf keinegegenläufige Bewegung auftreten.Sichtprüfung der SchneidemesserEinsatz und Übung219


GUV-I 8651Grundregeln für den sicheren Umgangmit hydraulischen Rettungsgeräten bei FahrzeugunfällenBesondere Gefahrenabschätzen, z.B. durch AirbagsBatterien abklemmenBrandschutz sicherstellenUnfallfahrzeug stabilisierenOrdnung im EinsatzumfeldhaltenNicht erforderliche Kräfte ausdem Gefahrenbereich halten220Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 16


GUV-I 8651Sicherer Umgang mit hydraulischen Rettungsgeräten –Grundregeln zur EinsatzvorbereitungVoraussetzung für den sicheren Einsatz hydraulischer Rettungsgeräte istein zielgerichtetes und geplantes Vorgehen.Bei der Lage-Erkundung insbesondere auch die von Unfallfahrzeugenausgehenden Gefahren für Einsatzkräfte feststellen.Bei Fahrzeugunfällen mögliche Gefahren durch moderne Fahrzeugkonstruktionen,neue Werkstoffe im Fahrzeugbau oder Sicherheitseinrichtungenan Fahrzeugen abschätzen. Dies gilt insbesondere für Gefahrendurch Airbags, Gurtstraffer oder automatische Überrollbügel.Unfallfahrzeuge bei Bedarf stromlos schalten – Batterien abklemmen.Gegen mögliche Brandgefahren ausreichenden Brandschutz sicherstellen.Unfallfahrzeuge vor Einsatzmaßnahmen gegen ungewollte Bewegungdurch Unterbauen und Abstützen stabilisieren.Auf ein geordnetes und sicheres Einsatzumfeld achten. Hydraulikschläucheund elektrische Zuleitungen dürfen an Einsatzstellen keineStolperstellen bilden. Sie dürfen nicht über spitze oder scharfkantigeTeile geführt werden.Einsatzstellen bei nicht ausreichendem Tageslicht ausleuchten.Nicht erforderliche Kräfte aus dem Wirk- und Gefahrenbereichhydraulischer Rettungsgeräte heraushalten. Für die Bemessung desGefahrenbereichs empfiehlt sich ein Sicherheitskreis oder innererAbsperrbereich mit einem Radius von 5 m. Auch unterstützend tätigeEinsatzkräfte müssen diesen Bereich vor Schneid- und Spreizarbeitenwieder verlassen.An hydraulischen Rettungsgeräten nur ausgebildete und erfahreneGeräteführer einsetzen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 16221


GUV-I 8651Sicherer Umgang mit hydraulischen Rettungsgeräten –Grundregeln für GeräteführerBeim Schneiden oder Spreizen muss immer mit wegschleuderndenoder wegschnellenden Teilen gerechnet werden. Deshalb grundsätzlichGesichtsschutz benutzen.Vor dem Betätigen von Spreiz- oder Schneidgeräten sicheren Stand einnehmen.Die Geräte gehen den Weg des geringsten Widerstandes undkönnen sich drehen oder abrutschen. Einsatzkräfte können dadurchgetroffen, eingeklemmt oder gequetscht werden.An der Scherenspitze ist die Schneidkraft am geringsten. RichtigesAnsetzen zum Maulinneren der Schere hin bringt höhere Schneidkräfteund schützt die Messerspitzen vor Beschädigungen.Die Schneidmesser möglichst rechtwinklig am zu schneidenden Teilansetzen. Das Auseinanderdrücken der Messer und eine möglicheBeschädigung werden vermieden.Lenksäulen, Achsen, Stabilisatoren und ähnliche gehärtete Teile dürfennicht geschnitten werden. Freie Enden nur schneiden, wenn diese gegenunkontrollierte Bewegung und Wegschleudern gesichert sind.Spreizer so ansetzen, dass ein Abgleiten vermieden wird.Wenn erforderlich, den Spreizer mehrfach nachsetzen. Der Geräteführer istzu unterstützen, wenn das eingesetzte Gerät schwer und groß ist oder derEinsatz unter beengten Verhältnissen erfolgt.Die Steuerung des Speizers darf nur durch den Geräteführer alleinerfolgen.Rettungszylinder nur so ansetzen, dass ein Abrutschen ausgeschlossenist.Sichere Ansatzpunkte lassen sich durch geeignetes Zubehör herstellen,z.B. durch auswechselbare Spitzen oder spezielle Schwelleraufsätze fürKraftfahrzeuge.222Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 16


C 17Sicheres Trennen und SchneidenZu den bei technischen Hilfeleistungen möglichen Arbeitsverfahren zumTrennen und Schneiden von Metallteilen gehören das Trennschleifen unddas Brennschneiden.Diese Arbeitshilfe erläutert Sicherungsmaßnahmen beim Trennen undSchneiden.C17Brennschneiden unter erschwerten Bedingungen nach einem LKW-UnfallEinsatz und Übung223


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Bruch einer Schleifscheibe vonwegfliegenden Teilen getroffenworden.Mit dem Trennschleifer abgerutschtund in das Bein geschnitten.Beim Brennschneiden von heißerSchlacke getroffen worden.Schweißschlacke geriet in die offeneJacke des Schutzanzuges und führtezu der Verbrennung.Beim Brennschneiden kam es in demengen Raum zu einer Verpuffung.Gefahren:Gefahren beim Trennschleifen undBrennschneiden entstehen insbesondere,wenn diese Arbeiten durch nicht dafürausgebildete Personen ausgeführtwerden,durch Brand- und Explosionsgefahr,z.B. durch Funkenflug, heiße MetallundSchlacketeilchen, Wärmeleitung,wenn Arbeiten ohne speziellen AugenoderGesichtsschutz durchgeführtwerden,wenn Sicherheitseinrichtungen nichtvorhanden sind und nicht funktionieren,z.B. Schutzhauben an Handtrennschleifmaschinen,Einrichtungengegen Gasrücktritt und Flammendurchschlagan Brennschneidgeräten,durch das Wegschnellen verformterStahlteile.Schutzalterbestimmungen:Für unter 18-Jährige sind Trennschleif-und Brennschneidarbeiten nurzum Zweck der feuerwehrtechnischenAusbildung und unter Anleitung undBeaufsichtigung durch fachkundigeAusbilder erlaubt.Für unter 15-Jährige sind dieseArbeiten grundsätzlich untersagt.Weitere Informationen:GUV-Regel „Betreiben vonArbeitsmitteln“(GUV-R 500, Kap. 2.19 und 2.26)Die abgeschlossene Verriegelung einesbrennenden Altkleider-Containers wirdmittels „Flex“ getrennt.224Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 17


CSicherer Umgang mitHandtrennschleifmaschinen17Betriebsanweisungen der Herstellerbeachten.Trennschleifscheiben für erhöhteUmfangsgeschwindigkeiten sind miteinem Farbstreifen gekennzeichnet(Tabelle 1).Die höchst zulässige Drehzahl derTrennschleifscheibe muss mindestensso groß sein wie die maximale Drehzahlder Maschine.Zum Aufspannen der Trennscheibenur gleich große, zur Maschinegehörende Spannflansche verwenden.Flansche nur mit dem dazugehörendenSpezialschlüssel anziehen.Vor dem Aufspannen Klangprobe derTrennschleifscheibe durchführen.Nach dem Aufspannen Probelaufdurchführen.Die Schutzhaube muss so eingestelltsein, dass der Benutzer geschütztwird.Beim Trennschleifen im Feuerwehreinsatzden Gesichtsschutz zumFeuerwehrhelm oder Schutzbrille mitSeitenschutz benutzen.Auf geschlossene Schutzkleidungachten.Vor Arbeitsbeginn sicheren Standeinnehmen.Der bei Trennschleifarbeiten entstehendeFunkenflug kann einehorizontale Reichweite von bis zu10 m haben.Zur Vermeidung von Brandgefahrenbrennbare Stoffe und Gegenständewenn möglich aus dem gefährdetenBereich entfernen oder zumindestabdecken. Brandschutz sicherstellen.Beim Trennen von Metallteilendarauf achten, dass der Funkenflugvom Körper weg gerichtet ist.Trennschleifarbeiten dürfen nicht inBereichen mit Explosionsgefahr durchgeführtwerden.Bei Rettungsarbeiten Personen imArbeitsbereich vor Funkenflugschützen, z.B. mittels Löschdecke.Rohre, Profile oder ähnliche Werkstückewenn möglich festlegen. Zutrennende Teile nicht mit dem Fußfesthalten.Beim freihändigen Trennschleifen dieMaschine immer mit beiden Händenführen. Verkanten der Trennschleifscheibevermeiden. Die Schleifscheibedeshalb nicht ruckartig aufsetzen undbeim Trennen ohne großen Druck inder Schnittfuge hin- und herbewegen.Verformte Stahlteile können unterSpannung stehen und beim Trennenplötzlich wegschnellen.Trennschleifmaschinen nach Gebrauchsicher ablegen. Maschinen nur amHandgriff und nicht an der Anschlussleitungaufnehmen und ablegen.Einsatz und Übung225


GUV-I 8651Tabelle 1: Kennzeichnung von Schleifkörpernfür erhöhte UmfangsgeschwindigkeitenKennzeichnung von Schleifkörpern fürerhöhte Umfangsgeschwindigkeiten:m/s* Farbstreifen50 blau63 gelb80 rot100 grün125 blau-gelb140 blau-rot160 blau-grün180 gelb-rot200 gelb-grün225 rot-grün250 blau-blau280 gelb-gelb320 rot-rot360 grün-grün*) ArbeitshöchstgeschwindigkeitGefahr! Der Funkenflug muss vom Körper weggerichtet sein.Das Aufspannen der Trennschleifscheibe muss mitSorgfalt durchgeführt werden.Trennschleifscheibe für erhöhte Umfangsgeschwindigkeitmit rotem Farbstreifen226Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 17


CSicherer Umgangmit BrennschneidgerätenBetriebsanweisungen der Herstellerbeachten.Brennschneidarbeiten nur von dafürausgebildeten Feuerwehrangehörigenausführen lassen.Nur Brennschneidgeräte benutzen,die keine Mängel an den Sicherheitseinrichtungenaufweisen, z.B. Fehlender Sicherheitseinrichtung gegenGasrücktritt und Flammendurchschlag,poröse Gasschläuche.Gasflaschen, soweit nicht durch einTragegestell geschützt, vor Schlag-,Stoß- und Wärme-Einwirkung schützenund gegen Umfallen sichern.Gasschläuche gegen Knicken,Anbrennen und Überfahren sichern.Strahlung und Hitze können dieAugen schädigen. Deshalb geeigneteSchutzbrille mit Schutzfilter undSeitenschutz verwenden.Auf geschlossene Schutzkleidungachten.Zur Vermeidung von Brandgefahrenbrennbare Stoffe und Gegenständewenn möglich aus dem gefährdetenBereich entfernen oder zumindestabdecken. Brandschutz sicherstellen.Brennschneidarbeiten dürfen nichtin Bereichen mit Explosionsgefahrdurchgeführt werden.Brennschneidarbeiten an Behälternund Rohrleitungen nur durchführen,wenn überprüft wurde, dass diesekeine gefährlichen Stoffe enthaltenoder enthalten haben können. Auchgeringe Reste gefährlicher Stoffekönnen unter Schweißhitze unbeabsichtigteWirkung zeigen.Bei Rettungsarbeiten Personen imArbeitsbereich vor Funkenflugschützen, z.B. mittels Löschdecke.Bei Arbeitsunterbrechungen Flaschenventileschließen. Brenner nicht ingeschlossene Behältnisse ablegen.Nach Abschluss der Brennschneidarbeitenden brandgefährdeten Bereichund die Umgebung kontrollieren.17Vor Arbeitsbeginn sicheren Standeinnehmen.Zum Zünden zuerst das Sauerstoffventil,danach das Brenngasventilöffnen.Der bei Brennschneidarbeitenentstehende Funkenflug kann einehorizontale Reichweite von bis zu10 m haben.Beim Zünden zuerst das Hohe Zündenergie:Sauerstoffventil, danach Funkenflug beidas Brenngasventil BrennschneidarbeitenöffnenEinsatz und Übung227


GUV-I 8651Grundregeln für den sicheren Umgang mitHandtrennschleifmaschinen und BrennschneidgerätenBetriebsanweisungen der Hersteller beachten.Beim Trennschleifen im Feuerwehreinsatz den Gesichtsschutz zum Feuerwehrhelmoder Schutzbrille mit Seitenschutz benutzen. Beim BrennschneidenSchutzbrille mit geeignetem Schutzfilter und Seitenschutzbenutzen.Auf geschlossene Schutzkleidung achten.Vor Arbeitsbeginn sicheren Stand einnehmen.Der bei Trennschleif- und Brennschneidarbeiten entstehende Funkenflugkann eine horizontale Reichweite von bis zu 10 m haben.Zur Vermeidung von Brandgefahren brennbare Stoffe und Gegenständedeshalb möglichst aus dem gefährdeten Bereich entfernen oder zumindestabdecken. Brandschutz sicherstellen.Beim Trennen und Schneiden von Metallteilen darauf achten, dass derFunkenflug vom Körper weg gerichtet ist.Trennschleif- und Brennschneidarbeiten dürfen nicht in Bereichen mitExplosionsgefahr durchgeführt werden. Arbeiten an Behältern undRohrleitungen nur durchführen, wenn überprüft wurde, dass diese keinegefährlichen Stoffe enthalten oder enthalten haben können.Bei Rettungsarbeiten Personen im Arbeitsbereich vor Funkenflug schützen,z.B. mittels Löschdecke.Verformte Stahlteile können unter Spannung stehen und beim Trennenoder Schneiden plötzlich wegschnellen.228Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 17


C 18MotorsägenVoraussetzungen für den MotorsägeneinsatzMotorsägen gehören zur Standardausrüstung der Feuerwehren fürtechnische Hilfeleistungen.Voraussetzung für deren Einsatz sind körperlich und fachlich geeigneteMotorsägenführer, die die für den Motorsägeneinsatz erforderlichenpersönlichen Schutzausrüstungen benutzen. Motorsägen müssen über dieerforderlichen sicherheitstechnischen Ausrüstungen verfügen.Diese Arbeitshilfe erläutert die für den sicheren Motorsägeneinsatzerforderlichen Voraussetzungen.C18Motorsägenführer mit vollständiger persönlicher SchutzausrüstungEinsatz und Übung229


GUV-I 8651Unfallbeispiele: Zu der Verletzung kam es durch dasNachlaufen der Sägekette. Weil die Motorsäge abrutschte, schnittdie Kette in das Bein. Trotz Schnittschutzhose zog sich derFeuerwehrmann eine Verletzung imBereich der Kniekehle zu. Die Hoseverfügte an der Rückseite über keinenSchutz.Gefahren:Gefahren durch Motorsägen entsteheninsbesondere, wenn Motorsägenführer körperlichoder fachlich ungeeignet sind, durch unzureichende oder ungeeigneteSchutzausrüstungen, durch Mängel an der Sicherheitsausrüstungvon Motorsägen.Motorsägearbeiten der Feuerwehr beschränkensich nicht nur auf das Beseitigen umgestürzterBäume – beim Brandeinsatz wird hier das Flachdachmittels Motorsäge geöffnet.Schutzziel:Für den Feuerwehrdienst dürfen nurkörperlich und fachlich geeigneteFeuerwehrangehörige eingesetztwerden.Weitere Informationen: UVV „Forsten“(GUV-V C 51, bisher GUV 1.13) „Sichere Waldarbeit und Baumpflege“(GUV-I 8556, bisher GUV 50.0.7)Sicherer Motorsägeneinsatz – Schutzausrüstungenund sichere Motorsägen sind Voraussetzung.230Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 18


CKörperliche und fachlicheEignung von Motorsägenführern18Körperliche Eignung:Nicht geeignet sind insbesondereSchwerhörige,Personen mit unausgeglichenerKurzsichtigkeit,Jugendliche.• Für unter 15-Jährige sind Motorsägearbeitengrundsätzlich untersagt.• Für unter 18-Jährige sind Motorsägearbeitennur zum Zweck derfeuerwehrtechnischen Ausbildungund unter Anleitung und Beaufsichtigungdurch Fachkundigeerlaubt.Fachliche Eignung:Die fachliche Eignung umfasstKenntnisse über Funktion undArbeitsweise der Motorsäge,praktische Übungen unter AnleitungFachkundiger,Kenntnisse über Unfallgefahren undSicherheitsbestimmungen.Fachkundige:Im Bereich gewerblicher Berufe ist fürMotorsägearbeiten ein Fachkundenachweiserforderlich. Dies gilt z.B.für Berufe der Forstwirtschaft, imGartenbau und in der Landwirtschaft.Feuerwehrangehörige, die dieseBerufe ausüben, können ihre Fachkundein die Feuerwehr bei Einsätzenund Übungen einbringen und Unterweisungendurchführen.Bei Einsätzen sollten vorrangig Feuerwehrangehörigemit FachkundenachweisMotorsägearbeiten ausführen.Unterweisungen an der Motorsäge imRahmen der feuerwehrtechnischenAusbildung sind dem Fachkundenachweisnicht gleichwertig. Unterweisungensind jedoch ausreichendfür Motorsägearbeiten zur Gefahrenbeseitigung,wenn diese im Beiseinvon Fachkundigen durchgeführtwerden, z.B.• zur Räumung umgestürzter Bäumevon Fahrbahnen,• zur Beseitigung absturzgefährdeterBaumteile über Verkehrswegen.Praktische Unterweisung mit Erläuterungder RegelfälltechnikEinsatz und Übung231


GUV-I 8651Persönliche SchutzausrüstungenFür Motorsägearbeiten ist diepersönliche Schutzausrüstung durchspezielle Schutzausrüstungen zuergänzen:• Gesichtsschutz,• Gehörschutz,• Hosen mit geprüftenSchnittschutzeinlagen oderBeinlinge.Für jede vorhandene Motorsägesollten mindestens zwei Schutzausrüstungs-Garniturenverfügbar sein.Empfehlungen zum speziellenKopfschutz:Bei Motorsägearbeiten ist mindestensder Feuerwehrhelm mit Gesichtsschutzzu tragen.Besseren Schutz bietet die SchutzhelmkombinationDIN EN 397(Helm mit Gesichtsschutz ausschwarzem Gittergewebe und mitKapselgehörschutz) zum Schutz vorSägespänen, Splittern, peitschendenÄsten und gegen Lärm.Empfehlungen zum speziellenBeinschutz:Schnittschutz in der Beinkleidungnach DIN EN 381-5; nur Form C(Rundumschutz); mit FPA-Prüfzeichen(Prüfzeichen des Kuratoriums fürWald- und Forsttechnik – KWF) undKettensägen-Piktogramm in derAusführung als:• Latzhose oder Bundhose mitSchnittschutzeinlagen,• alternativ Beinlinge mit Schnittschutzeinlagenzum Tragen über derHose des Feuerwehrschutzanzuges.Beispiel für dieKennzeichnung vonSchnittschutzbeinlingenBeispiel für dieKennzeichnung vonSchnittschutzhosenSchutzhelmkombinationDIN EN 397Latzhose mitSchnittschutzeinlagenKennzeichnung für:Schutz gegen tragbareKettensägenSchnittschutzhose nachUnfall232Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 18


CSicherheitstechnischeAusrüstung der Motorsäge123Motorsägen sind sicher, wenn sieüber die erforderlichen Sicherheitsausrüstungenverfügen.Hinweis: Ältere Motorsägen sindnachrüstbar. Dies gilt auch für dieNachrüstung zusätzlicher Sicherheitsausrüstungen,z.B. Sicherheitskettenund Sicherheitsschienen. Auskünfteerteilen die Hersteller.Vibrationsgedämpfte Griffe für beideHände• zur Vibrationsdämpfung zwischenden Baugruppen der Motorsäge.Vorderer Handschutz• Der vordere Handschutz schützt vorVerletzungen an Hand und Unterarm,falls die Motorsäge hochschlägt oderdie Hand abrutscht.• Der Handschutz ist zugleich Auslöseelementder Kettenbremse.• Hinweis: Der hintere Handschutzschützt vor Verletzung der Hand beimFühren der Motorsäge.Kettenfang• zum Schutz vor Verletzungen beiKettenriss.456789• Der unterhalb der Schienenbefestigungam Motorgehäusesitzende Kettenfang fängt diegerissene Sägekette auf.Kettenbremse• zum schlagartigen Stillsetzen derSägekette, z.B. beim Hochschlagender Motorsäge.Gashebelsperre• zur Verhinderung des Anlaufensder Sägekette bei unbeabsichtigtemBerühren des Gashebels.Kurzschlussschalter• Ein schnelles Ausschalten ohneLoslassen des Handgriffs wirdermöglicht.Sägekette• geschärft und geschmiert.• Sicherheitsketten mindern durchspeziell geformte Sicherheitsgliedervor jedem Schneidezahn der Kettemögliche Rückschläge der Motorsägeab.Krallenanschlag• zur sicheren Führung bei Fäll- undTrennschnitten.Kettenschutz und Transportsicherung.181215679438Einsatz und Übung233


GUV-I 8651Sicherheitstechnische Ausrüstung der Motorsäge11234515643Vibrationsgedämpfte Griffe für beide HändeVorderer HandschutzKettenfangKettenbremseGashebelsperre82767899KurzschlussschalterSägeketteKrallenanschlagKettenschutz und Transportsicherung234Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 18


C 19Sicherer Umgang mit der MotorsägeIm technischen Hilfeleistungseinsatz der Feuerwehren ist die Motorsägeein bewährtes Einsatzmittel. Die Bewältigung der besonderen Schadenslagennach Stürmen wäre ohne effektive Sägearbeiten zum Beispiel nichtmöglich. Die Motorsäge ist aber auch ein gefährliches Gerät. Belegt istdies durch Unfallzahlen und die Schwere der durch Motorsägearbeitenverursachten Verletzungen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Umgang mitMotorsägen.C19Motorsägearbeiten zur Beseitigung umgestürzter Bäume aus dem VerkehrsraumEinsatz und Übung235


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Der Motorsägenführer wurde vonTeilen des umstürzenden Baumeserfasst und umgerissen.Der Feuerwehrmann kam auf derBöschung mit der laufenden Motorsägeins Rutschen und fiel hin.Der Mann wollte den Ast sichern undwurde von der laufenden Motorsägeam Arm erfasst.Gefahren:Gefahren bei Motorsägearbeitenentstehen insbesondere durchunzureichende Sicht, wenn imArbeitsbereich Einzelheiten nichtmehr erkennbar sind,Gefahr bringende Witterungseinflüsse,z.B. durch Sturm oder starken Wind,unsachgemäße Schnitt- und Arbeitstechniken, sich bewegende, fallende oderpeitschende Baumteile, gefährlich unter Spannung stehendemHolz, unsicheren Stand des Motorsägenführers,z.B. an Böschungen, Steilhängenoder bei Glätte, Aufenthalt im Gefahrenbereich derMotorsäge.Schutzziel:Für den Feuerwehrdienst dürfen nurkörperlich und fachlich geeigneteFeuerwehrangehörige eingesetztwerden.Weitere Informationen: UVV „Forsten“(GUV-V C 51, bisher GUV 1.13) „Sichere Waldarbeit und Baumpflege“(GUV-I 8556, bisher GUV 50.0.7)Kein anderer sicherer Standplatz möglich. Motorsägearbeiten aus dem Arbeitskorb eines Hubrettungsfahrzeugesheraus – hierbei ist nur der Aufenthalt von einer Person im Arbeitskorb zulässig.236Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 19


Gefährdungsermittlungvor EinsatzbeginnVor Einsatzbeginn muss die jeweiligeGefahrenlage beurteilt werden. Motorsägearbeitenmüssen sich nicht zwangsläufigergeben. Nachfolgende Fragenkönnen die Erfordernis und Möglichkeitdes Motorsägeneinsatzes klären:Liegt eine Gefährdung der öffentlichenSicherheit und Ordnung in dem Maßevor, dass die Gefahr beseitigt werdenmuss?Würde das Absperren bzw. Sichernder Gefahrenstelle ausreichen?Ist die Lage mit den eigenen Kräftenund dem eigenen Gerät zu bewältigen?Lassen die Witterungsverhältnisse,z.B. Sturm, Schnee oder Frost, einsicheres Arbeiten zu?Sind die Sichtverhältnisse ausreichendoder kann ausreichende Sicht hergestelltwerden? Lassen sich alle Teiledes Baumes oder zusammenhängendeBäume deutlich erkennen?Schnitt- und ArbeitstechnikenDie im Holz vorhandene Faserspannungkann das Einreißen oderSplittern des Holzes oder das Einklemmender Sägeschiene bewirken.Schneiden mit einlaufender Kette:Effektiv ist der Schnitt mit einlaufenderKette, d.h. mit ziehender Kette derSchienenunterseite.Die Motorsäge zieht sich durch ihrEigengewicht und die Zugkraft dereinlaufenden Kette von selbst in dasHolz.Durch das Abstützen mit dem Krallenanschlagwerden Eigengewicht undVibration der Motorsäge vom Stammabgefangen.Schneiden mit auslaufender Kette:Die Schubkraft der auslaufenden Ketteerfordert das Abstützen der Motorsägedurch den Motorsägenführer.Die Motorsäge muss ohne Einsatz desKrallenanschlages geführt werden.C19Der Baum ist sturmbedingt in die Wasserstraßegefallen – reicht das Sichern der Gefahrenstelleoder liegt eine zu beseitigende Gefahr vor?Falsche Arbeitstechnik – der Baum ist gesplittertEinsatz und Übung237


GUV-I 8651Gefahr:Unter Spannung liegendes HolzGefährliche Zug-, Druck- und Drehspannungenim Holz entstehen z.B.bei Windwürfen durch Überlagerungvon gebrochenem oder gestürztemHolz.Unter Spannung liegendes Holz darfnur unter Kenntnis und Anwendungder speziellen Arbeitstechnikengeschnitten werden. Im Feuerwehreinsatzsollten sich diese Arbeiten aufdie unmittelbare Gefahrenbeseitigungbeschränken.Gefährliche Spannungen im Holzkönnen z.B. auch dadurch beseitigtwerden, dass Stämme oder Baumteilemittels Seilwinde oder Seilzug weggeräumtund spannungsfrei abgelegtwerden.Unter Spannung stehende Baumteilezuerst immer von der Druckseite heranschneiden. Dabei die Klemmgefahrfür die Motorsäge beachten.Danach langsam in die Zugseite einschneidenund den Stamm durchtrennen.Bei starken Stämmen unterstarker Spannung den Schnitt seitlichversetzen.Bei seitlich eingespannten Baumteilenimmer an der Druckseite stehen.Auf gefährliche Bewegungen vonWurzeltellern achten. Wurzeltellerkönnen zurückklappen, wenn derStamm durchtrennt wird.Durch Auflage des Baumes auf dem PKW stehenBaumteile unter Spannung.Gefahr! Das Holz liegt unter Spannung.Der Wurzelteller kann beim Durchtrennen desStammes zurückklappen.238Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 19


CBeispiele für die Beurteilung von Spannungen im Holz19Gefahr:Der Stamm steht an der Oberseite unterZugspannung, er kann hochschlagen.Gefahr:Der Stamm steht an der Unterseite unterZugspannung, er kann nach unten schlagen.Gefahr:Steht ein starker Stamm unter starker Spannung,kann er schlagartig und mit großer Kraftausschlagen.Gefahr:Ist ein Stamm seitlich gespannt oder eingespannt,kann er zur Seite ausschlagen.Bei unter Spannung stehenden Baumteilenzuerst einen Entlastungsschnittdurchführen. Es wird auf der Druckseiteeingeschnitten (siehe A ).Danach erfolgt der Trennschnitt vonder unter Zugspannung stehendenSeite des Holzes aus (siehe B ).Einsatz und Übung239


GUV-I 8651Grundregelnfür den sicheren Umgang mit der MotorsägeVollständige SchutzausrüstungSicheren Stand einnehmen!Vorsicht an Böschungen oderbei GlätteBeim Anwerfen die Motorsägesicher abstützen und festhaltenBäume umkeilen, nicht umsägenKrallenanschlag benutzenArbeitstechniken absprechen undArbeitsbereiche festlegen240Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 19


GUV-I 8651Sicherer Umgang mit der Motorsäge –Grundregeln für MotorsägenführerMotorsägearbeiten nur mit vollständiger Schutzausrüstung durchführen.Motorsägearbeiten nur bei ausreichender Sicht und möglichst nicht beiGefahr bringenden Witterungseinflüssen durchführen.Die Motorsäge beim Anwerfen sicher abstützen und festhalten; Kettenschieneund Sägekette dürfen dabei andere Gegenstände nicht berühren.Zum Sägen sicheren Stand einnehmen. Motorsägearbeiten grundsätzlichnicht von unsicheren Arbeitsplätzen aus ausführen, z.B. nicht von tragbarenLeitern.Bäume umkeilen, nicht umsägen. Wird die Bruchleiste durchtrennt, kannder Baum unkontrolliert fallen.Beim Entasten von Bäumen die Motorsäge abstützen. Nur wenn esdie Arbeitstechnik erfordert, darf im Umlenkbereich an der Spitze derFührungsschiene gesägt werden.Wenn möglich, die Motorsäge mittels Krallenanschlag führen, z.B. beimFällen und Einschneiden.Immer in Vollgasstellung arbeiten. Schäden an der Motorsäge werdendadurch vermieden.Nie über Schulterhöhe sägen.Im Arbeitsbereich der Motorsäge steht nur der Motorsägenführer.Personen aus dem gefährlichen Schwenkbereich der Motorsäge heraushalten.Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Motorsägen die Arbeitstechnikenabsprechen und Arbeitsbereiche festlegen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 19241


C 20Sicherer Einsatz mit AtemschutzgerätenZum Schutz vor gefährlicher Atmosphäre müssen umluftunabhängigeAtemschutzgeräte benutzt werden. Voraussetzung für den Atemschutzeinsatzsind zwingend zu beachtende Einsatzgrundsätze, die der Sicherheitund dem geordneten Einsatzablauf dienen. Einheitsführer und Atemschutzgeräteträgersind dabei gleichermaßen für den sicheren Atemschutzeinsatzverantwortlich.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zum Einsatz mit Atemschutzgeräten.C20Brandbekämpfung unter AtemschutzEinsatz und Übung243


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Innenangriff verlor der Truppmannauf Grund der Verqualmung imObjekt die Orientierung, geriet inPanik und stürzte die Treppe herunter.Der unter Atemschutz eingesetzteAngriffstrupp zog sich bei einerRauchdurchzündung Verbrennungenim Kopfbereich zu.Gefahren:Gefährdungen beim Einsatz mit Atemschutzgerätenentstehen insbesonderedurchunzureichende oder unvollständigepersönliche Schutzausrüstung, wenn• Körperteile im Innenangriff ungeschütztbleiben,ungeeignete oder nicht einsatzbereiteAtemschutzgeräte, wenn• bei unbekannter oder gefährlicherAtmosphäre umluftabhängige Atemschutzgeräteeingesetzt werden,z.B. Filtergeräte,• der Flaschendruck vor Einsatzbeginnnicht ausreichend ist,Nichtbeachten von Einsatzgrundsätzen,z.B. wenn• ein Atemschutztrupp nicht gesichertund nicht überwacht wird,• ein Atemschutztrupp in Not gerätund kein Sicherungstrupp bereitsteht,Atemschutzgeräteträger, die• im Atemschutzeinsatz ungeübt odernicht praxisnah ausgebildet sind,• zum Zeitpunkt des Einsatzes nichtleistungsfähig sind, z.B. durchgesundheitliche Beeinträchtigung,• über ihre Leistungsgrenzen hinausbeansprucht werden, z.B. wennRuhezeiten zwischen zwei Atemschutzeinsätzennicht eingehaltenwerden.Schutzziele:Können Feuerwehrangehörige durchSauerstoffmangel oder durch EinatmengesundheitsschädigenderStoffe gefährdet werden, müssen jenach der möglichen Gefährdunggeeignete Atemschutzgeräte benutztwerden.Beim Einsatz mit von der Umgebungsatmosphäreunabhängigen Atemschutzgerätenist dafür zu sorgen,dass eine Verbindung zwischen Atemschutzgeräteträgerund Feuerwehrangehörigen,die sich in nicht gefährdetemBereich aufhalten, sichergestelltist.Je nach der Situation am Einsatzortmuss ein Sicherheitstrupp mit von derUmgebungsatmosphäre unabhängigenAtemschutzgeräten zum sofortigenEinsatz bereitstehen.Längst ein Muss:Atemschutzeinsatz beim PKW-BrandWeitere Informationen siehe: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 7 „Atemschutz“244Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 20


CSicherer Einsatz mit Atemschutzgeräten– Verantwortung derEinheitsführer20Für den Einsatz eines Atemschutztruppsist der zuständige Einheitsführerals direkter Vorgesetzterverantwortlich; er• gibt den Einsatzbefehl,• erhält die Rückmeldungen desTrupps,• sorgt für die Atemschutzüberwachung,• sorgt für den Personalaustauschund die erforderlichen Ruhezeiten.Unter Atemschutzgeräten dürfen nurausgebildete, geübte und voll einsatzfähigeFeuerwehrangehörige zumEinsatz kommen.Atemschutztrupps müssen vollständigausgerüstet sein.Es dürfen nur vollzählige Atemschutztruppseingesetzt werden. EinzelneFeuerwehrangehörige dürfen nichteingesetzt werden.Atemschutztrupps müssen gesichertsein, z.B.• um einen sicheren Weg in dasObjekt und wieder nach außen zufinden,• damit sich ein eventuell zum Einsatzkommender Sicherheitstrupporientieren kann.Sicherungsmöglichkeiten sindinsbesondere Schlauchleitungen undFeuerwehrleinen. Sprechfunk alleinist keine ausreichende Sicherung.Die Atemschutzüberwachung musssichergestellt und kontrolliert werden.• Für die Atemschutzüberwachungmuss eine zuständige Überwachungspersonbeauftragt werden.• Für die Registrierung der Truppsund die Überwachung der Datengeeignete Hilfsmittel verwenden,z.B. Atemschutz-Überwachungstafeln,Vordrucke.Innerhalb des Atemschutztruppsdürfen nur gleiche und einsatzbereiteAtemschutzgeräte eingesetzt werden.Ständig muss mindestens ein Sicherheitstruppam Zugang zur Einsatzstellezum sofortigen Einsatz bereitstehen.Atemschutzgeräte dürfen nur außerhalbdes Gefahrenbereichs angelegtwerden.Es muss eine ständige Verbindungzum eingesetzten Atemschutztruppsichergestellt sein. Eine Verbindungist z.B. über Funkgeräte, Sicht- oderRufverbindung oder Verbindungspostenmöglich.An unübersichtlichen Einsatzstellenmuss für jeden eingesetzten Atemschutztruppein Sicherheitstruppbereitstehen.Unübersichtlich ist eine Einsatzstelleinsbesondere bei größererräumlicher Ausdehnung und einernicht möglichen Beurteilung derGefahrenlage.Einsatz und Übung245


GUV-I 8651Gefahr! Nur vollzählige und vollständigausgerüstete Atemschutztrupps einsetzenGefahr! Innerhalb eines Atemschutztrupps nurgleiche Geräte einsetzenDer Sicherungsposten hält eine zusätzliche Rufverbindungzum eingesetzten Atemschutztrupp.Sicherheitstrupp am Zugang zur Einsatzstelle246Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 20


Sicherer Einsatz mit Atemschutzgeräten– Verantwortung derAtemschutzgeräteträgerDie Atemschutzgeräteträger einesTrupps sind für den eigenen sicherenEinsatz mitverantwortlich. Dies giltinsbesondere für den Truppführer.Persönliche Schutzausrüstungenmüssen vollständig angelegt sein. ImInnenangriff sind insbesondere auchvorhandene Feuerschutzhaubeneinzusetzen.Atemschutzgeräte außerhalb desGefahrenbereichs anlegen. ErforderlicheDicht- und Funktionsprüfungennicht vergessen.Nur auf Weisung des Einheitsführersvorgehen.Die Registrierung des Trupps für dieAtemschutzüberwachung muss vordem Einsatz erfolgt sein.Als Trupp nur geschlossen vor- undzurückgehen.Lungenautomaten erst anschließen,wenn der Gefahrenbereich erreicht ist.Den Lungenautomaten nicht selbstin das Anschlussstück der Vollmaskeeinschrauben oder einstecken. Soweitnicht andere Personen helfen, unterstützensich die Geräteträger gegenseitig.In verqualmten Räumen nur gebücktoder kriechend vorgehen.• Faustformel: Wenn ich aufrechtstehend meine Füße nicht mehrsehen kann, muss ich auf die Knie.• Vorsicht: Bei vorgelagertem Körperschwerpunktbesteht erhöhteAbsturzgefahr an Absturzkanten.Rückzugsweg durch Schlauchleitungoder Feuerwehrleine sichern.Flaschendruck der Atemschutzgerätealler Truppangehörigen regelmäßigkontrollieren.Regelmäßig Kontakt nach außenhalten und Rückmeldungen nachErfordernis zum Luftvorrat, zum Aufenthaltsortund zur Einsatzlage geben.Für den Rückweg den doppeltenLuftvorrat des Hinwegs einplanen.Rechtzeitig Verstärkung oderAblösung des Trupps anfordern.Rückzug sofort antreten, wenn dieWarneinrichtung eines der im Truppeingesetzten Atemschutzgeräteanspricht.Kein Truppangehöriger darf über seineLeistungsgrenzen hinaus beanspruchtwerden.Nach dem Einsatz meldet sich derTrupp beim zuständigen Einheitsführerzurück.Hinweis: Zum sicheren Verhalten beimInnenangriff siehe auch ArbeitshilfeC 28 „Sicherer Innenangriff“.Atemschutzüberwachung– Registrierungvor dem EinsatzNach dem Einsatz Ruhepauseneinlegen undFlüssigkeitsverluste ausgleichenC20Einsatz und Übung247


GUV-I 8651Grundregelnfür den sicheren Einsatz mit AtemschutzgerätenAtemschutzgeräte schützen vorgefährlicher Atmosphäre.Atemschutztrupps müssenvollständig ausgerüstet sein.Atemschutzüberwachung –Registrierung vor dem EinsatzIn verqualmten Räumen nurgebückt oder kriechendvorgehenSicherheitstrupp am Zugangzur Einsatzstelle248Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 20


GUV-I 8651Sicherer Einsatz mit Atemschutzgeräten –Grundregeln für EinheitsführerUnter Atemschutzgeräten nur ausgebildete, geübte und voll einsatzfähigeFeuerwehrangehörige einsetzen.Atemschutztrupps müssen vollständig ausgerüstet sein.Es dürfen nur vollzählige Atemschutztrupps eingesetzt werden. EinzelneFeuerwehrangehörige dürfen nicht eingesetzt werden.Innerhalb eines Atemschutztrupps dürfen nur gleiche und einsatzbereiteAtemschutzgeräte eingesetzt werden.Atemschutzgeräte dürfen nur außerhalb des Gefahrenbereichs an- undabgelegt werden.Die Atemschutzüberwachung muss sichergestellt und kontrolliert werden.Es muss eine ständige Verbindung zum eingesetzten Atemschutztruppsichergestellt sein. Eine Verbindung ist über Funkgeräte, Sicht- oder Rufverbindungoder Verbindungsposten möglich.Der Rückzugsweg des Atemschutztrupps muss gesichert sein. Sicherungsmöglichkeitensind insbesondere Schlauchleitungen und Feuerwehrleinen.Sprechfunk allein ist keine ausreichende Sicherung.Ständig muss mindestens ein Sicherheitstrupp am Zugang zur Einsatzstellezum sofortigen Einsatz bereitstehen.An unübersichtlichen Einsatzstellen muss für jeden eingesetzten Atemschutztruppein Sicherheitstrupp bereitstehen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 20249


GUV-I 8651Sicherer Einsatz mit Atemschutzgeräten –Grundregeln für AtemschutzgeräteträgerPersönliche Schutzausrüstungen müssen vollständig anlegt sein. ImInnenangriff sind insbesondere auch vorhandene Feuerschutzhaubeneinzusetzen.Atemschutzgeräte außerhalb des Gefahrenbereichs anlegen. ErforderlicheDicht- und Funktionsprüfungen nicht vergessen.Nur auf Weisung des Einheitsführers und nach Registrierung für dieAtemschutzüberwachung vorgehen. Als Trupp nur geschlossen vor- undzurückgehen.Lungenautomaten erst anschließen, wenn der Gefahrenbereich erreicht ist.Den Lungenautomaten nicht selbst in das Anschlussstück der Vollmaskeeinschrauben oder einstecken. Soweit nicht andere Personen helfen,unterstützen sich die Geräteträger gegenseitig.In verqualmten Räumen nur gebückt oder kriechend vorgehen.• Faustformel: Wenn ich aufrecht stehend meine Füße nicht mehr sehenkann, muss ich auf die Knie.• Vorsicht: Bei vorgelagertem Körperschwerpunkt besteht erhöhteAbsturzgefahr an Absturzkanten.Rückzugsweg durch Schlauchleitung oder Feuerwehrleine sichern.Regelmäßig den Flaschendruck kontrollieren. Für den Rückweg dendoppelten Luftvorrat des Hinwegs einplanen.Rückzug sofort antreten, wenn die Warneinrichtung eines der im Truppeingesetzten Atemschutzgeräte anspricht.Nach dem Einsatz meldet sich der Trupp beim zuständigen Einheitsführerzurück.250Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 20


C 21EinsturzgefahrenDie Standsicherheit durch Schadenseinwirkung beeinträchtigter Objekteund Konstruktionen lässt sich im Regelfall nur durch sachverständigePersonen feststellen. Im Feuerwehreinsatz lassen sich Einsturzgefahrenund Einsturzrisiken im Rahmen der Erkundung nur schwer erkennen undbewerten. Voraussetzung für den sicheren Einsatz ist deshalb ein aufmögliche Einsturzgefahren abgestelltes Verhalten beim Eindringen in undbeim Rückzug aus möglichen Gefahrenbereichen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zum Schutz vor Einsturzgefahren.C21LKW im Wohnzimmer. Fragen zur Standsicherheit und zum Einsturzrisiko können hier nursachverständige Personen beantworten.Einsatz und Übung251


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Im Gebäude kam es zum Einsturzder durch den Atemschutztruppbegangenen Treppe. Die Treppe wardurch Brandeinwirkung in ihrerTragfähigkeit beeinträchtigt.Bei Aufräumarbeiten an der Brandstellesollte ein einsturzgefährdeterSchornstein abgebrochen werden.Beim Einreißen wurde durch den mitgerissenenBlitzableiter ein weitererSchornstein so beschädigt, dass ereinstürzte. Ein Feuerwehrmann wurdedurch herabfallende Trümmer verletzt.Beim Begehen des Schuttberges gerietenTrümmer ins Rutschen. Dadurchkam es zu dem schweren Sturz.Gefahren:Einsturzgefahren entstehen z.B. durchBrandeinwirkung,Explosion,äußere Schadenseinwirkung,Überlastung,Witterungseinflüsse,Baufehler,Materialermüdung.Einsturzursachen nach Brandeinwirkungsind z.B.die Abnahme tragender Querschnitte,z.B. durch Abbrand von Holzkonstruktionen,Tragfähigkeitsverluste vonStahlkonstruktionen,die Längenausdehnung von Stahlbauteilen,verbunden mit demUmdrücken anderer Bauteile,das Zusammenziehen von Stahlbauteilen,verbunden mit dem Abrutschenvom Auflager,Überlastungen durch Brandschutt undLöschwasser.Schutzziel:Bei Objekten, deren Standsicherheitzweifelhaft ist, müssen Sicherungsmaßnahmengegen Einsturz getroffenwerden, soweit dies zum Schutz derFeuerwehrangehörigen erforderlich ist.Weitere Informationen:UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13)Einsturz eines Schulgebäudes durch unsachgemäße Bauarbeiten252Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 21


CMaßnahmenbei Einsturzgefahren21Eingestürzte, teilweise eingestürzteoder durch Einsturz gefährdeteObjekte nur betreten, wenn dies• zur Durchführung von Rettungsmaßnahmenerforderlich oder• zur Beseitigung vorhandenerGefahren für die öffentliche Sicherheitnotwendig,• für Einsatzkräfte sicher möglich ist.Für eine sichere Beurteilung derStandsicherheit von Objekten undKonstruktionen ggf. Bausachverständigehinzuziehen.Einsturzgefährdete Konstruktionenoder Bauteile durch Abstützen oderVerbauen sichern, wenn dies zurSicherung der Einsatzkräfte notwendigist.Abstützungen oder Verbaue solltenden Umfang von Sofortmaßnahmennicht überschreiten. AnsonstenSpezialfirmen hinzuziehen.Einsturzgefährdete Objekte undKonstruktionen laufend auf Anzeicheneines bevorstehenden Einsturzesüberwachen, z.B. auf• sichtbare Zeichen, wie Risse,Durchbiegungen,• hörbare Zeichen, z.B. Knacken,rieselnde Geräusche.Nicht gesicherte Objekte als einsturzgefährdetkennzeichnen und Gefahrenbereicheabsperren.• Der abzusperrende Gefahrenbereichmuss die mögliche Fallweite vonTeilen und Trümmern berücksichtigen.• Absperrmaßnahmen auch beiGefahr durch herabfallendeGegenstände treffen.Fahrzeuge dürfen nicht im Gefahrenbereicheinsturzgefährdeter Objekteaufgestellt werden.Akute Einsturzgefahr des gesamten Gebäudes!Im Bild die KellerdeckeDer Gefahrenbereich istauch für Einsatzkräfteabgesperrt.Die Fahrzeugaufstellungerfolgt außerhalb desGefahrenbereiches deseinsturzgefährdetenObjektes.Einsatz und Übung253


GUV-I 8651Notwendige AbbruchundAufräumarbeitenBei einsatztaktisch notwendigemAbbruch einsturzgefährdeter Objekteund Konstruktionen Bausachverständigehinzuziehen. Zur Ausführungder Arbeiten ggf. auch Abbruchunternehmenhinzuziehen.Abzubrechende und daran angrenzendeBauteile sind vorher aufihren baulichen Zustand zu untersuchen,insbesondere auf• konstruktive Gegebenheiten,• statische Verhältnisse,• Art und Zustand der Bauteile undBaustoffe,• Art und Lage von Leitungen.Durch Abbruch- und Aufräumarbeitenentstehende Gefährdungen vermeiden,deshalb z.B.• Brandschutt oder Dachziegel nichtabwerfen,• Bauteile nicht herunterspritzen,• Fensterscheiben nicht herausschlagenoder abwerfen,• tragende Bauteile nur auf Anweisungund unter besonderen Schutzmaßnahmenabbrechen.Sturzgefahr – die Aufräumarbeiten werden durchmangelnde Trittsicherheit behindert.Für notwendige Abbruch- und Aufräumarbeitenmöglichst Spezialgerät oder Spezialfirmen hinzuziehenEntfernter GlasbruchBeschädigte Glasscheiben eines Gewächshauseswerden nach Beschädigung durch Hagelschlagvorsichtig entfernt (Feuerwehrhelm und Schutzjackewurden auf Grund großer Hitze abgelegt).254Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 21


GUV-I 8651Beispiele für Einsturzgefahren an EinsatzstellenEinsturzgefahr der Fassade durchBrandeinwirkungEinsturz durch Überlastung derCarport-KonstruktionFassadeneinsturz nach ExplosionGerüstumsturz durchSturmeinwirkungEinsturz einer Hauswand durchäußere SchadenseinwirkungEinsturz eines Gebäudes durchunsachgemäße BauarbeitenSicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 21255


GUV-I 8651Maßnahmen bei EinsturzgefahrenEingestürzte, teilweise eingestürzte oder durch Einsturz gefährdeteObjekte nur betreten, wenn dies notwendig und für Einsatzkräfte sichermöglich ist.Für eine sichere Beurteilung der Standsicherheit von Objekten undKonstruktionen ggf. Bausachverständige hinzuziehen.Einsturzgefährdete Konstruktionen oder Bauteile durch Abstützen oderVerbauen sichern, wenn dies zur Sicherung der Einsatzkräfte notwendigist.Abstützungen oder Verbaue sollten den Umfang von Sofortmaßnahmennicht überschreiten. Ansonsten Spezialfirmen hinzuziehen.Einsturzgefährdete Konstruktionen oder Bauteile laufend auf Anzeicheneines bevorstehenden Einsturzes überwachen.Nicht gesicherte Objekte als einsturzgefährdet kennzeichnen undGefahrenbereiche absperren.Fahrzeuge dürfen nicht im Gefahrenbereich einsturzgefährdeter Objekteaufgestellt werden.Bei einsatztaktisch notwendigem Abbruch einsturzgefährdeter ObjekteBausachverständige hinzuziehen. Zur Ausführung der Arbeiten ggf. auchAbbruchunternehmen hinzuziehen.Abzubrechende und daran angrenzende Bauteile sind vorher auf ihrenbaulichen Zustand zu untersuchen.Durch Abbruch- und Aufräumarbeiten entstehende Gefährdungen durchdas Abwerfen, Herunterspritzen oder Herausschlagen von Bauteilenvermeiden.256Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 21


C 22Sicherer Umgang mit tragbaren LeiternLeitern dienen vorrangig als Verkehrswege, um hoch gelegene oderunzugängliche Stellen zu erreichen. Im Feuerwehrdienst ersetzen Leiternzudem Rettungs- und Angriffswege, wenn bauliche Verkehrswege anerforderlicher Stelle nicht vorhanden oder nicht mehr benutzbar sind.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zum sicheren Umgang mittragbaren Leitern.C22Einsatz und Übung257


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Besteigen des B-Steckleiterteilesvom Steckkasten abgerutscht und dasBein aufgerissen.Beim Einsteigen in das Fenster denHalt verloren, von der Leiter abgerutschtund abgestürzt.Beim Einlassen der dreiteiligenSchiebeleiter wurden mehrereFinger der Hand eingeklemmt undgequetscht.Gefahren:Gefahren beim Umgang mit tragbarenLeitern entstehen insbesonderedurch die Auswahl, wenn• Mängel an Leitern bestehen, z.B.Sprossen oder Holme beschädigtsind,• für den jeweiligen Einsatzzweckungeeignete Leitern verwendetwerden,durch die Aufstellung, wenn Leitern• zu flach oder zu steil aufgestelltwerden,• nicht standsicher aufgestellt werden,z.B. auf unebenen oder unbefestigtenFlächen,• ungesichert in Fahrwegen aufgestelltwerden,• an unsichere Stützpunkte angelegtwerden, z.B. an Glasscheiben,unverschlossene Türen,beim Einsatz, wenn• Wasser von Leitern aus abgegebenwird,• Leitern überlastet werden,• ohne sicheren Halt ein-, aus- oderübergestiegen wird.Schutzziel:Leitern sind standsicher und sicherbegehbar aufzustellen.Weitere Informationen: UVV „Leitern und Tritte“(GUV-V D 36, bisher GUV 6.4) „Prüfgrundsätze für Ausrüstung undGeräte der Feuerwehr“ (GUV-G 9102,bisher GUV 67.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 10 „Tragbare Leitern“ „Anlegeleitern“(GUV-I 8545, bisher GUV 26.4.1)Einsatz von Steckleiter und Schiebleiter bei derBekämpfung eines ausgedehnten Wohnungsbrandes258Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 22


CTragbare Leitern standsicherund sicher begehbar aufstellen22Leitern nicht auf unsichere Standflächenoder ungeeignete Unterlagenaufstellen.• Unsicher sind z.B. glatte, vereiste,unebene oder geneigte Standflächen.• Ungeeignete Unterlagen sindz.B. Kunststofffolien oder Stapel.• Die Sicherung gegen Wegrutschenkann z.B. auch durch Widerlager amLeiterfuß oder durch rückwärtigesSichern der Leiter mittels Leineerfolgen.Leitern so aufstellen, dass sie nichteinsinken und umstürzen können.• Die Gefahr des Einsinkens bestehtz.B. auf Rasenflächen oder anderenweichen Untergründen.• Durch Last verteilende Unterlagenwird ein mögliches Einsinkenverhindert, z.B. durch Holz- oderSteinplatten.Beim Aufstellen auf den richtigenAnlegewinkel achten. Anlegeleiternmüssen mit der Standfläche einenWinkel von etwa 65°–75° bilden.Faustformel: Wenn die Füße denLeiterfuß und der ausgestreckteEllenbogen die Leiter berühren,stimmt der Anlegewinkel.Leitern so anlegen, dass ein Abrutschendes Leiterkopfes vermiedenwird.• Das Abrutschen des Leiterkopfes istz.B. an glatten Dachrinnen möglich.• Zur Sicherung gegen Abrutschenkann der Leiterkopf z.B. mittelsLeine gesichert werden.Ist der Leiterkopf noch nicht odernicht mehr gegen Abrutschengesichert, müssen Leitern zurSicherung gegen Umstürzen vonEinsatzkräften gehalten werden.Leitern nicht an Stützpunkte anlegen,die nachgeben können.• Unsichere Stützpunkte sind z.B.Glasscheiben, unverschlosseneTüren, Spanndrähte.• Sichere Stützpunkte sind z.B. Wände.Leitern im Bereich von Fahrzeugverkehrso aufstellen, dass ein Anfahren undUmstoßen verhindert ist.Fahrwege ggf. absperren oderWarnposten aufstellen.Leitern so anlegen, dass sie mindestenseinen Meter über Austrittsstellenhinausragen.Dies ist nicht erforderlich,wenn gleichwertige Möglichkeitenzum Festhalten vorhanden sind,z.B. Geländerholme.Leitern so aufstellen, dass nichtüber den oberen Auflagepunkthinausgestiegen werden muss.Das Übersteigen des oberen Auflagepunkteskann zum Kippen der Leiterführen.An Einstiegsöffnungen Leitern bündigzu einer Seite der Öffnung anlegen,z.B. an Fensterlaibungen.Einsatz und Übung259


GUV-I 8651Auf Rasenflächen können Leitern einsinken undumstürzen.Die Leiter auf den Kopf gestellt – zu Lasten derStandsicherheitZu flache Aufstellung der LeiterWasserabgabe von Leitern aus möglichstvermeiden260Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 22


Tragbare Leitern sicher benutzenSicheres Besteigen und Arbeitenvon Leitern; sicheres Ein-, Aus- undÜbersteigen:Leitern so besteigen, dass diese nichtin Schwingungen geraten.Nicht über den oberen Anlegepunkteiner Leiter hinaussteigen.Beim Ein-, Aus- oder Übersteigen nuran den Sprossen festhalten, nicht anden Leiterholmen.Schlauchleitungen über Leitern nurbis zum 1. Obergeschoss mittragen.• Sicherer ist das Hochziehen vonSchlauchleitungen mittels Leine.• Beim Besteigen von LeiternSchläuche nicht am Körper befestigen,sondern über der Schultertragen.Von Leitern aus keine Einsatztätigkeitenausführen, deren Kraftaufwandein Umstürzen der Leiter verursachenkann.Ein größerer Kraftaufwand ist beiVerwendung von Werkzeugen mitHebelwirkung erforderlich, z.B. beiBrechstangen.Die Wasserabgabe von Leitern ausmöglichst vermeiden.• Strahlrohre nur langsam öffnen undschließen; nicht zur Seite spritzen.• B-Rohre dürfen von Leitern aus nichteingesetzt werden.Besondere Hinweise für Steckleiternund dreiteilige Schiebleitern:Leitern nicht an den Holmen,sondern an den Sprossen tragen.Quetschgefahren für die Händewerden dadurch vermieden.Zum In-Stellung-Bringen der mehr alseinteiligen Steckleiter sind mindestensdrei Einsatzkräfte erforderlich.Es dürfen nicht mehr als vier Steckleiterteilezusammengesteckt werden.Wenn das unterste Steckleiterteil einB-Steckleiterteil ist, muss es miteinem Einsteckteil ausgerüstet sein.Zum In-Stellung-Bringen der dreiteiligenSchiebleiter sind mindestensvier Einsatzkräfte erforderlich.Schiebleitern beim Ausziehen nur anden Holmen, nicht an den Sprossenanfassen.Ausgezogene Schiebleitern nichtbesteigen, bevor die Fallhakenaufsitzen und die oberen Leiterteilegegen Zusammenfahren durch dasZugseil gesichert sind.Schiebleitern nicht im Freistandbesteigen.Geräteprüfung:Leitern müssen nach den „Prüfgrundsätzenfür Ausrüstung und Geräte derFeuerwehr“ (GUV-G 9102, bisherGUV 67.13) regelmäßig geprüftwerden.Nach jeder Benutzung ist eine Sichtprüfungauf Abnutzung und Fehlerstellendurchzuführen. Grundsatz:Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz.C22Einsatz und Übung261


GUV-I 8651So kann der richtige Anlegewinkel überprüftwerden.Sicherung der Leiter gegen UmstürzenDie Vornahme tragbarer Leitern erfordertausreichend Personal.B-Steckleiterteil mit und ohne Einsteckteil262Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 22


GUV-I 8651Leitern standsicher und sicher begehbar aufstellenRichtiger AnlegewinkelSicherung des Leiterkopfes gegenAbrutschenSicherung der Leiter durch eineEinsatzkraftAusreichender Überstand derLeiterSicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 22263


GUV-I 8651Grundregelnfür das standsichere Aufstellen und sichere Begehen von LeiternLeitern nicht auf unsichere Standflächen oder ungeeignete Unterlagenaufstellen.Leitern so aufstellen, dass sie nicht einsinken und umstürzen können.Beim Aufstellen auf den richtigen Anlegewinkel achten. Anlegeleiternmüssen mit der Standfläche einen Winkel von etwa 65°–75° bilden.Leitern so anlegen, dass ein Abrutschen des Leiterkopfes vermieden wird.Ist der Leiterkopf noch nicht oder nicht mehr gegen Abrutschen gesichert,müssen Leitern zur Sicherung gegen Umstürzen von Einsatzkräftengehalten werden.Leitern nicht an Stützpunkte anlegen, die nachgeben können.Leitern im Bereich von Fahrzeugverkehr so aufstellen, dass ein Anfahrenund Umstoßen verhindert ist.Leitern so anlegen, dass sie mindestens einen Meter über Austrittsstellenhinausragen.Leitern so aufstellen, dass nicht über den oberen Anlegepunkt hinausgestiegenwerden muss.An Einstiegsöffnungen Leitern bündig zu einer Seite der Öffnung anlegen.264Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 22


C 23Sicherer Umgang mitelektrischen BetriebsmittelnElektrische Betriebsmittel werden an Einsatzstellen besonders beanspruchtund müssen deshalb besondere Anforderungen erfüllen. Durch dierichtige Auswahl, Prüfung und Instandhaltung elektrischer Betriebsmittelwerden Stromunfälle weitestgehend vermieden.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Umgangmit elektrischen Betriebsmitteln.C23Einsatz und Übung265


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Berühren der schadhaftenElektrozuleitung kam es zum Stromschlag.Bei der Berührung des Gerätegehäuseskam es auf Grund eineselektrischen Fehlers zur Körperdurchströmung.Gefahren:Gefahren entstehen durch elektrischenStrom insbesondere bei Verwendung schadhafter elektrischerBetriebsmittel, zu hoher Beanspruchung elektrischerBetriebsmittel, ugeeigneten elektrischen Betriebsmitteln.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) UVV „Elektrische Anlagen undBetriebsmittel“(GUV-V A 3, bisher GUV-V A 2 bzw.GUV 2.10) „Prüfung ortsveränderlicherelektrischer Betriebsmittel“(GUV-I 8524, bisher GUV 22.1)Schutzziel:Gefährdungen durch Körperdurchströmungoder durch Lichtbögenmüssen sicher ausgeschlossenwerden.Hinweis:Ortsveränderliche elektrischeBetriebsmittel sind solche, diewährend des Betriebes bewegtwerden oder die leicht von einemPlatz zum anderen gebrachtwerden können, während sie anden Versorgungsstromkreis angeschlossensind.Ein Elektrounfall ist nur eine Frage der Zeit – dieseelektrischen Betriebsmittel dürfen nicht verwendetwerden.266Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 23


Elektrounfälle:Im Falle eines Elektrounfalls ist derMensch der elektrische Leiter. Stromstärkeund Einwirkdauer bestimmendie Größe der Gefahr.Beispiel: Bei einer Berührungsspannungvon 230 Volt und einemmittleren Körperwiderstand von750 Ohm errechnet sich nach demOhmschen Gesetz (I = U/R) ein Stromvon ≈ 300 Milliampere (mA).Die Wirkung des Stroms auf denmenschlichen Körper unterliegtweiteren Faktoren, z.B.• Körperbau, Konstitution,Körpergewicht,• der Art des Stroms, z.B. Gleichstromoder Wechselstrom,• der Durchströmungsdauer.Direktes und indirektes Berührenunter Spannung stehender Teile:Unter Spannung stehende Teilekönnen direkt berührt werden,z.B. bei einem Isolationsschaden.Werden Teile berührt, die nur imFehlerfall unter Spannung stehen,spricht man vom indirekten Berühren.Schutzmaßnahmen:Als Schutzmaßnahmen gegen Elektrounfällesind anerkannt:• Schutz durch Kleinspannung,• Schutztrennung,• Schutzisolierung,• Personenschutzschalter,• Schutz durch Abschalten (Nullung).C23Wirkung des elektrischen Stroms auf den MenschenStromstärke Hinweis: Die Wirkung auf den Menschen ist auch abhängig von(Wechselstrom) der Einwirkdauer0 … 0,5 mA Strom nicht oder nur gerade wahrnehmbar0,5 … 10 mAStrom wahrnehmbar, Muskelreizungen, ggf. Muskelkrampfin Armen und BeinenLoslassen des Kontaktes nicht mehr möglich, schmerzhafte10 … 80 mA Muskelkrämpfe, ggf. Bewusstlosigkeit, ab 30 mA Gefahr vonHerzkammerflimmernab 80 mAHerzkammerflimmern ist wahrscheinlich, bei größeren Strömen(mehrere Ampere) ggf. auch HerzstillstandDer Isolationsschaden der Elektrozuleitung ermöglicht das direkte Berühren des unter Spannungstehenden Leiters.Einsatz und Übung267


GUV-I 8651Elektrische Betriebsmittel richtigauswählen und sicher einsetzenOrtsveränderliche elektrische Betriebsmitteldürfen im Einsatz- und Übungsdiensteingesetzt werden, wenn sieder Schutzart IP 44 entsprechen unddie Steckvorrichtungen druckwasserdichtsind.Elektrische Betriebsmittel, die nachden speziellen Normen des Feuerwehrwesensbeschafft werden, entsprechendiesen Anforderungen.Elektrische Betriebsmittel sollten beiEinsatz und Übung nur über die eingebautenoder tragbaren Stromerzeugerder Feuerwehr betriebenwerden.Müssen elektrische Betriebsmittel imAusnahmefall an Fremdinstallationenangeschlossen werden, darf derAnschluss nur über besonderePersonenschutzschalter erfolgen.Personenschutzschalter, die über einegenormte Steckvorrichtung zwischenein Betriebsmittel und eine festinstallierte Steckvorrichtung geschaltetwerden können, müssen mindestensDIN VDE 0661 entsprechen und dürfenhöchstens eine Schutzkontakt-Steckvorrichtung (AC 230 V/16 A)aufweisen.• Sie müssen den mechanischenAnforderungen für Baustellenentsprechen, d.h. stoßgeschütztsein und der Schutzart IP 54entsprechen. Steckverbindungenmüssen druckwasserdicht sein.• Empfohlen wird wegen des höherenSchutzumfanges die Verwendungeiner Fehlerstrom-Schutzeinrichtung,die Fehlerstrom, Schutzleiterbruch,Schutzleiterspannung und Fremdspannungüberwacht.• Personenschutzschalter sindmöglichst nahe an der Stromentnahmestellezu installieren.Verwendung eines Personenschutzschalters268Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 23


C23Werden anstelle von Leitungstrommelnnach DIN 14 680 andereLeitungsroller verwendet, müssendiese DIN EN 61316 entsprechen.Zusätzliche Anforderungen: SchutzartIP 54, Netzanschlussleitung vom TypH07RN-F 3G2,5 bzw. 5G2,5, Längemax. 50 m, Stecker und Steckdosendruckwasserdicht.Leitungsroller sind bei Benutzungimmer ganz abzuwickeln.Die Gesamtleitungslänge der an einengenormten Stromerzeuger angeschlossenenLeitungen darf 100 m bei2,5 mm 2 nicht überschreiten.Geräteanschlussleitungen von Flutlichtstrahlernsind zum Schutz gegenErwärmung ganz vom Gehäuseabzuwickeln.Handgeführte Elektrowerkzeugemüssen mindestens der SchutzartIP 2X entsprechen, schutzisoliert undmit einer Netzanschlussleitung vomTyp H07RN-F oder mindestens gleichwertigerBauart ausgestattet sein.Das Anschlusskabel darf max. 10 mlang sein und muss einen Querschnittvon mind. 1,5 mm 2 haben.Die Steckvorrichtung muss druckwasserdichtsein. Treten beim Einsatzbesondere Umgebungsbedingungenauf, sind die Arbeiten einzustellen,z.B. bei Nässe oder Feuchtigkeit.Es sollten grundsätzlich nur schutzisolierteElektrowerkzeuge und -gerätebeschafft werden.Drehstromsteckvorrichtungen bisAC 32 A müssen grundsätzlich fünfpoligsein.Schutzarten nachDIN VDE 0470-1 (EN 60 529):Leitungstrommeln DIN 14 680 bei der Benutzungganz abwickelnDie Schutzart elektrischer Betriebsmittelwird durch Kurzzeichen angegeben,z.B. IP 54 für Flutlichtstrahler1000 W.Das Kurzzeichen setzt sich aus denKennbuchstaben „IP“ und zwei Kennzifferndes Schutzgrades zusammen:• Die 1. Kennziffer steht für denSchutz gegen Fremdkörper undStaub; Schutzgrad 1 bis 6.• Die 2. Kennziffer steht für denSchutz gegen Nässe; Schutzgradvon 1 bis 8.• Für verschiedene Schutzarten gibtes grafische Symbole.Einsatz und Übung269


GUV-I 8651Kurzzeichen und Symbole auf elektrischen Betriebsmitteln270Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 23


CPrüfungenSichtprüfungen:Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittelmüssen nach jeder Benutzungeiner Sichtprüfung unterzogen werden.Sichtprüfungen sind Kontrollen aufäußerlich erkennbare Schäden undMängel.Über Wiederholungsprüfungen sindPrüfnachweise zu führen.Weitere Hinweise können derGUV-Information „Prüfungortsveränderlicher elektrischerBetriebsmittel“ (GUV-I 8524, bisherGUV 22.1) entnommen werden.23Die Zuhilfenahme von Prüfgeräten istdafür nicht erforderlich.Wiederholungsprüfungen:Ortsveränderliche elektrischeBetriebsmittel, die bei Einsatz undÜbung verwendet werden, müssenmindestens alle zwölf Monate einerWiederholungsprüfung unterzogenwerden.Der Träger der Feuerwehr ist verpflichtet,für die Durchführung derregelmäßigen Wiederholungsprüfungenzu sorgen.Wiederholungsprüfungen umfassen:• Sichtprüfung,• Schutzleiterprüfung,• Isolations-Widerstandsprüfung,• Funktionsprüfung.Die Prüfungen können z.B. vomGerätewart durchgeführt werden,wenn dieser durch eine Elektrofachkraftdafür elektrotechnisch unterwiesenwurde und über ein für diePrüfungen geeignetes Prüfgerätverfügt.Durchführung einer WiederholungsprüfungÜberprüfung der Schutzmaßnahme einestragbaren StromerzeugersEinsatz und Übung271


GUV-I 8651Grundregelnfür den sicheren Umgang mit elektrischen BetriebsmittelnElektrische Betriebsmittel sollten bei Einsatz und Übung über genormteStromerzeuger der Feuerwehr betrieben werden.Müssen elektrische Betriebsmittel im Ausnahmefall an Fremdinstallationenangeschlossen werden, darf der Anschluss nur über besondere Personenschutzschaltererfolgen.Personenschutzschalter, die über eine genormte Steckvorrichtungzwischen ein Betriebsmittel und eine fest installierte Steckvorrichtunggeschaltet werden können, müssen mindestens DIN VDE 0661entsprechen und dürfen höchstens eine Schutzkontakt-Steckvorrichtung(AC 230 V/16 A) aufweisen.Personenschutzschalter sind möglichst nahe an der Stromentnahmestellezu installieren.Tragbare Stromerzeuger mit der Schutzmaßnahme „Schutztrennung mitPotenzialausgleich“ müssen nicht geerdet werden.Werden anstelle von Leitungstrommeln DIN 14 680 andere Leitungsrollerverwendet, müssen diese DIN EN 61316 entsprechen. Zusätzliche Anforderungen:Schutzart IP 54, Netzanschlussleitung vom Typ H07RN-F 3G2,5bzw. 5G2,5, Länge max. 50 m, Stecker und Steckdosen druckwasserdicht.Leitungsroller sind bei Benutzung immer ganz abzuwickeln.Die Gesamtleitungslänge der an einen genormten Stromerzeuger angeschlossenenLeitungen darf 100 m bei einem Querschnitt von 2,5 mm 2nicht überschreiten.Geräteanschlussleitungen von Flutlichtstrahlern sind zum Schutz gegenErwärmung ganz vom Gehäuse abzuwickeln.Handgeführte Elektrowerkzeuge müssen mindestens der Schutzart IP 2Xentsprechen, schutzisoliert und mit einer Netzanschlussleitung vom TypH07RN-F oder mindestens gleichwertiger Bauart ausgestattet sein.Das Anschlusskabel darf max. 10 m lang sein und muss einen Querschnittvon mind. 1,5 mm 2 haben. Die Steckvorrichtung muss druckwasserdichtsein. Treten beim Einsatz besondere Umgebungsbedingungen auf, sind dieArbeiten einzustellen, z.B. bei starker Nässe oder Feuchtigkeit.272Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 23


C 24Sicherer Einsatzim Bereich elektrischer AnlagenDie im Bereich elektrischer Anlagen wirksamen Schutzmaßnahmen gegenelektrischen Strom können durch mechanische Beschädigungen, Brandeinwirkungoder Löschwasser teilweise oder ganz aufgehoben sein.Können elektrische Anlagen an Einsatzstellen nicht wirksam spannungsfreigeschaltet werden, müssen bei Annäherung und beim LöschmitteleinsatzSicherheitsabstände eingehalten werden.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den Einsatz im Bereichelektrischer Anlagen.C24Einsatz und Übung273


GUV-I 8651Unfallbeispiel:Beim Berühren eines Metallteileskam es zum Stromschlag.Gefahren:Gefahren entstehen im Bereich elektrischerAnlagen insbesondere durchdirektes Berühren spannungsführenderAnlagenteile oder elektrischerFreileitungen,Berühren elektrischer Anlagenteile,die durch Schadenseinwirkung unterSpannung stehen, z.B. wenn Isolierungenbeschädigt sind,Berühren von Teilen, auf die durchSchadenseinwirkung elektrischeSpannung übertragen wird, z.B. aufDachrinnen, Metallzäune, insbesonderebei Nässe,Stromüberschlag bei unzulässigerAnnäherung an elektrische Anlagen,Stromüberschlag beim Löschmitteleinsatz.Unterweisungen:Spezielle elektrische Betriebsstättenkönnen z.B. im Rahmen der Orts- undObjektkunde zusammen mit demAnlagenbetreiber besichtigt werden.Spezielle Unterweisungen über dieBrandbekämpfung im Bereichelektrischer Anlagen können mit Hilfeder dafür erarbeiteten DIN VDE 0132durchgeführt werden.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) DIN VDE 0132 „Brandbekämpfung imBereich elektrischer Anlagen“ DIN 14 095 „Feuerwehrpläne fürbauliche Anlagen“ Rotes Heft 22 „Elektrizität“,Verlag W. Kohlhammer GmbHSchutzziel:Bei Einsätzen in elektrischen Anlagenund in deren Nähe sind Maßnahmenzu treffen, die verhindern, dass Feuerwehrangehörigedurch elektrischenStrom gefährdet werden.Gefahr: Durch Witterungseinwirkung abgeknickteLeitungsmasten und zerstörte Überlandleitungen274Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 24


CBegriffe24Niederspannungsanlagensind Starkstromanlagen mit Nennspannungenzwischen beliebigenLeitern, die bei Wechselspannung bis1000 Volt mit einer Betriebsfrequenzvon maximal 500 Hertz, bei Gleichstrombis 1500 Volt betragen, z.B.:• Hausinstallationen,• Installationen für industrielle,gewerbliche und landwirtschaftlicheBetriebe,• Fahrleitungen der Straßenbahn.Hochspannungsanlagensind elektrische Starkstromanlagenoder ihre Teile mit Nennwechselspannungenzwischen beliebigenLeitern über 1000 Volt mit Betriebsfrequenzenunter 100 Hertz und Gleichstromanlagenüber 1500 Volt, z.B.:• Schalt- und Umspannungsanlagen,• Freileitungen,• Anlagen und Fahrzeuge elektrischerBahnen.Hochspannungsanlagen sind mitdem Warnzeichen W08 „Warnung vorgefährlicher elektrischer Spannung“gekennzeichnet.Elektrofachkräftemüssen auf Grund fachlicher Ausbildungund Erfahrung übertrageneArbeiten beurteilen und Gefahrenerkennen können.Elektrotechnisch unterwiesene Personenmüssen durch eine Elektrofachkraftüber notwendige Schutzeinrichtungen,Schutzmaßnahmen und möglicheGefahren bei unsachgemäßemVerhalten unterwiesen bzw. angelerntsein.Hochspannungsanlagen werden heute mit demWarnzeichen W08 „Warnung vor gefährlicherelektrischer Spannung“ gekennzeichnet.Einsatz und ÜbungHochspannungsanlage der Bahn – gekennzeichnetnoch mit dem bekannten rechteckigen Warnschildmit rotem Blitz.275


GUV-I 8651Schutzmaßnahmengegen elektrischen StromFür Einsätze im Bereich von NiederundHochspannungsanlagen gibt dieDIN VDE 0132 „Brandbekämpfung imBereich elektrischer Anlagen“ Hinweiseauf die zu treffenden Schutzmaßnahmen.Am wirksamsten ist die Herstellungder Spannungsfreiheit, d.h. dasFreischalten betroffener Anlagenteilean Einsatzstellen.Ist das Freischalten elektrischerAnlagenteile unmöglich oder nichtvertretbar, sind bei Annäherung anelektrische Anlagen und beim LöschmitteleinsatzSicherheitsabständeeinzuhalten.Spannungsfreiheit herstellen:Elektrische Anlagen müssen grundsätzlichals spannungsführendangesehen werden, wenn sie nichtdurch Fachkräfte nach folgendenRegeln spannungsfrei gemachtwurden:1. Freischalten2. Gegen Wiedereinschalten sichern3. Spannungsfreiheit feststellen4. Erden und Kurzschließen5. Benachbarte, unter Spannungstehende Teile abdecken undabschrankenSchalthandlungen dürfen nur durchElektrofachkräfte oder elektrotechnischunterwiesene Personen des Anlagenbetreibersvorgenommen werden.Ausnahme: In Hausinstallationendürfen auch elektrotechnisch unterwieseneFeuerwehrangehörigefreischalten.Der Werkzeugkasten „E“Durch den Anlagenbetreiber abgeschalteteHochspannungsanlagen der Bahn nach Überflutungder Bahntrasse276Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 24


Sicherheitsabstände bei Annäherung anelektrische Anlagen:Bei Annäherung an spannungsführendeAnlagenteile und an Freileitungensind Mindestabständeeinzuhalten.Im Bereich von Oberleitungen elektrischerBahnen mit einer Betriebsspannungvon 1 bis 25 kV ist eineAnnäherung bis auf 1,5 m möglich.Hinweis: Die Spannung des Ober- undSpeiseleitungsnetzes elektrischerBahnen beträgt in der Regel 15 kV.Bei der Annäherung an Freileitungenist allgemein zu beachten:• Leitungsseile von Oberleitungenkönnen bei Wind ausschwingen,• Drehleitern, Ausleger von Kranenund Lichtmaste können beiBelastung durchbiegen oderschwanken.Mindestabstände:Spannungstrichter:Die Annäherung an heruntergefalleneFreileitungen und Fahrleitungen kannlebensgefährlich sein.Je nach Bodenbeschaffenheit undHöhe der eingeleiteten Spannungkann ein Spannungstrichter entstehen.Im Zentrum des Spannungstrichtersist die Spannung am größten, zumRand hin nimmt sie ab. Mit Annäherungan den Leitungs-Auflagepunktnimmt die Spannung zu.Der Sicherheitsabstand zu am Bodenliegenden Leitungen bzw. zu Teilen,auf die Spannung übertragen werdenkann, muss mindestens 10 m, beiHochspannung 20 m betragen.Gefahrenbereiche sind abzusperrenund dürfen erst nach Herstellung derSpannungsfreiheit bzw. Freigabedurch die Anlagenbetreiber wiederbetreten werden.C241 m3 mbis 1 kV (= 1000 V)über 1 bis 110 kVüber 110 bis 230 kVüber 220 bis 400 kVbzw. bei unbekannterSpannung4 m5 m1 m3 m4 m5 mFreileitungenEinsatz und Übung277


GUV-I 8651Die Spannung Us wächstmit der Annäherungan den Auflagepunktca. 20 mSchrittlängeUsSchrittspannungSpannungs-trichterSpannungstrichter10 m 5 m 1 mSprühstrahlVollstrahlSprühstrahlVollstrahlAbstandin Meter15510SpannungGrenze derAnnäherungbei HochspannungNiederspannungbis1000 VNHochspannungüber1000 VHRichtwerte für Sicherheitsabstände – gilt für genormte C-Strahlrohre bei einem Druck von 5 Bar278Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 24


CSicherheitsabstände beimLöschmitteleinsatz:24Mindestabstände zwischen der Löschmittel-Austrittsöffnungund unterSpannung stehenden Anlagenteilensollen Einsatzkräfte vor gefährlicherStromeinwirkung schützen.Für den Einsatz genormter C-Strahlrohregibt eine Faustformel Richtwertevor.Im Bereich elektrischer Anlagen solltedas Löschmittel Wasser möglichst nurmit Sprühstrahl eingesetzt werden.Für den weiteren Einsatz der LöschmittelWasser, Schaum, Pulver undKohlendioxid nennt die DIN VDE 0132detaillierte Gefahrenhinweise undEinsatzbeschränkungen.Diese Richtwerte dürfen nur dann aufnicht genormte Strahlrohre übertragenwerden, wenn für sie vom Herstellermindestens die gleiche elektrischeSicherheit wie für genormte Strahlrohrenachgewiesen wurde.Für elektrische Betriebsstätten sollteder Löschmitteleinsatz im Vorwegemit dem Anlagenbetreiber abgestimmtund in den zu erstellenden Feuerwehrplan(Einsatzplan) aufgenommenwerden.Bei Einsatz von Hohlstrahlrohren dieGebrauchsanweisung beachten.Hinweis: Feuerwehrpläne dienender schnellen Orientierung undBeurteilung der Lage im Einsatz.Erstmaßnahmen nach Unfällen durchelektrischen Strom:Nach Unfällen durch elektrischenStrom können Verletzte noch unterSpannung stehen. Bei der BerührungVerletzter sind Helfer dann selbstgefährdet.Vor Maßnahmen der Erstversorgungoder Rettung Verletzter sind diebetreffenden elektrischen Leitungenoder Anlagen spannungsfrei zuschalten.Einsatz und Übung279


GUV-I 8651Grundregelnzum sicheren Einsatz im Bereich elektrischer AnlagenElektrische Anlagen müssen grundsätzlich als spannungsführend angesehenwerden, wenn sie nicht durch Fachkräfte nach folgenden Regelnspannungsfrei gemacht wurden:• Freischalten• Gegen Wiedereinschalten sichern• Spannungsfreiheit feststellen• Erden und KurzschließenSchalthandlungen dürfen nur durch Elektrofachkräfte oder elektrotechnischunterwiesene Personen des Anlagenbetreibers vorgenommenwerden. Ausnahme: In Hausinstallationen dürfen auch elektrotechnischunterwiesene Feuerwehrangehörige freischalten.Ist das Freischalten elektrischer Anlagenteile unmöglich oder nicht vertretbar,sind bei Annäherung an elektrische Anlagen und beim LöschmitteleinsatzSicherheitsabstände einzuhalten.Bei Annäherung an spannungsführende Anlagenteile und an Freileitungenbei unbekannter Spannung mindestens 20 m oder 5 m bei Strahlrohren.Bei der Annäherung an Freileitungen ist allgemein zu beachten:• Leitungsseile von Oberleitungen können bei Wind ausschwingen,• Drehleitern, Ausleger von Kranen und Lichtmaste können bei Belastungdurchbiegen oder schwanken.Der Sicherheitsabstand zu am Boden liegenden Leitungen bzw. zu Teilen,auf die Spannung übertragen werden kann, muss mindestens 10 m, 20 mbei Hochspannung betragen.Gefahrenbereiche sind abzusperren und dürfen erst nach Herstellung derSpannungsfreiheit bzw. Freigabe durch die Anlagenbetreiber wiederbetreten werden.Im Bereich elektrischer Anlagen sollte das Löschmittel Wasser möglichstnur mit Sprühstrahl eingesetzt werden.Nach Unfällen durch elektrischen Strom können Verletzte noch unterSpannung stehen. Bei der Berührung Verletzter sind Helfer dann selbstgefährdet.Vor Maßnahmen der Erstversorgung oder Rettung Verletzter sind diebetreffenden elektrischen Leitungen oder Anlagen spannungsfrei zuschalten.280Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 24


C 25Sicherer Einsatz bei Transportunfällenmit gefährlichen Gütern –GefährdungsermittlungNach Transportunfällen muss an Einsatzstellen Sicherheit darüberbestehen, ob von vorhandenen Transportgütern Gefahren ausgehenkönnen.Schutzmaßnahmen zum Transport gefährlicher Güter regelt das „Gesetzüber die Beförderung gefährlicher Güter“ mit den entsprechenden Gefahrgutverordnungen.Die sich daraus ergebenden Kennzeichnungspflichtensind für die Gefährdungsermittlung an Einsatzstellen von besondererBedeutung.C25Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den Einsatz bei Transportunfällenmit gefährlichen Gütern.Mögliche Gefahrgüter und die von ihnen ausgehenden Gefahren müssen zur Entscheidungüber Einsatzmaßnahmen ermittelt werden.Einsatz und Übung281


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Beim Entladen beschädigter Versandstücketraten Hautverätzungen durcheine austretende Flüssigkeit auf.An der Einsatzstelle wurde dieGiftigkeit des Stoffes nicht erkannt.Mehrere Einsatzkräfte erlitten Atembeschwerden.Es war nicht bekannt, dass es sich beidem Transportgut um eine brennbareFlüssigkeit handelte. Durch dieschnelle Brandausbreitung erlittenmehrere Personen Verbrennungen.Gefahren:Gefahren entstehen bei Transportunfällenmit gefährlichen Gütern insbesonderedurchEinsatztätigkeiten ohne Kenntnisüber vorhandene Gefahrgüter undden davon ausgehenden Gefahren,unzureichende Abstände zu Unfallfahrzeugen,Einatmen oder Kontakt mit gesundheitsschädlichen,giftigen oderätzenden Stoffen, z.B. Säuren,Laugen,brennbare Flüssigkeiten, z.B. Benzin,brennbare, verdichtete oderverflüssigte Gase, z.B. Propan,Explosivstoffe, z.B. Sprengstoffe undMunition,radioaktive Stoffe.Schutzziel:Im Feuerwehrdienst dürfen nurMaßnahmen getroffen werden,die ein sicheres Tätigwerden derFeuerwehrangehörigen ermöglichen.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Gefahrgutverordnung Straße undEisenbahn (GGVSE) Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 500 „Einheiten im ABC-Einsatz“Gefahr: Dieses Fahrzeug könnte durch dieunverantwortliche Beladung mit Flüssiggasflaschenfür eine böse Überraschung an derEinsatzstelle sorgen.282Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 25


GefahrgutvorschriftenGefährdungsermittlungan EinsatzstellenC25Gefahrgutvorschriften gelten fürdie innerstaatliche und grenzüberschreitendeBeförderung gefährlicherGüter für die jeweiligen Verkehrsträger:Straße, Eisenbahn, Binnenschifffahrt,Luftfahrt und Seeschifffahrt.Für den Transport gefährlicher Güterauf Straßen oder mit der Bahn gilt die„Gefahrgutverordnung Straße undEisenbahn“ (GGVSE). Sie regelt imWesentlichen,• welche gefährlichen Güterbefördert werden dürfen,• wie gefährliche Güter verpackt undgekennzeichnet sein müssen,• wie Fahrzeuge, Transportgefäße undVersandstücke zu kennzeichnensind.Vor der Entscheidung über Einsatzmaßnahmenmüssen frühzeitig Art,Eigenschaft und Menge derbeteiligten Gefahrgüter und dievon ihnen ausgehenden Gefahrenfestgestellt werden.Informationsquellen sind z.B. Fahrer,Kennzeichnungen, Begleitpapiere,fachkundige Personen.Indentifizierungsmöglichkeiten:Ladegut/FahrzeugeStückgüterFahrzeuge,z.B. StraßenfahrzeugeIdentifizierung vonGefahrgütern z.B. durchGefahrzettel, ggf.Aufschriften anVersandstückenWarntafeln mit oder ohneKennzeichnungsnummern,Begleitpapiere, Unfallmerkblätter,GefahrzettelZeichen 261der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO):Verbot für kennzeichnungspflichtigeKraftfahrzeuge mitgefährlichen GüternKein Gefahrgut geladen,jedoch Gefährdungdurch austretendeBetriebsflüssigkeitendes UnfallfahrzeugesSind Einsatzleiter nicht in der Lage,vorhandene Gefahrgüter und dievon ihnen ausgehenden Gefahrenfrühzeitig zu ermitteln, sind in dieInformationsgewinnung z.B. Feuerwehr-Leitstellen,Transporteure, Fachbehörden,Personen mit besondererFachkenntnis oder Informationsstellender chemischen Industrie mit einzubeziehen.Anlass und Abfolge der Hinzuziehungexterner Stellen oder fachkundigerPersonen sollten Einsatz vorbereitendin Einsatzplänen festgelegt sein.Einsatz und Übung283


GUV-I 8651Kennzeichnungsartenfür Fahrzeuge und VersandstückeWarntafelnohne Kennzeichnungsnummern:An Lastkraftwagen, Sattelzügen undLastzügen, die gefährliche Güter inbestimmter Menge transportieren,muss jeweils vorne und hinten einemind. 40 cm x 30 cm große orangefarbeneWarntafel angebracht sein.Warntafeln weisen auf besondereGefahren hin.Warntafeln müssen entfernt sein,wenn keine Gefahrgüter geladen sind.Warntafelnmit Kennzeichnungsnummern:Seitliche Warntafeln müssen dannnicht vorhanden sein, wenn an Fahrzeugenmit nur einer Tankabteilunganstelle der neutralen Warntafelndie Warntafeln mit Kennzeichnungsnummernvorne und hinten amFahrzeug angebracht sind.Warntafeln enthalten zwei Nummernzur Identifizierung,• in der oberen Hälftedie Gefahrnummer,• in der unteren Hälftedie Stoffnummer (UN-Nummer).Warntafeln müssen entfernt sein, wenndie Tanks gereinigt und entgast sind.Zusätzlich zu den neutralen Warntafelnvorne und hinten am Fahrzeug sindbei Tankfahrzeugen, Fahrzeugen mitAufsetztanks und Tankcontainern, diebestimmte Gefahrgüter transportieren,an den Seiten eines jeden Tanks oderjeder Tankabteilung Warntafeln mitKennzeichnungsnummern angebracht.Tankfahrzeug – Warntafel mitKennzeichnungsnummern und GefahrzettelnFahrzeuge mit Warntafel ohne KennzeichnungsnummerEisenbahnwaggon – Warntafel mitKennzeichnungsnummern und Gefahrzettel284Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 25


Bedeutung der Gefahrnummern:Die Ziffern der Gefahrnummernweisen auf folgende Stoffe hin:2 Gasförmige Stoffe3 Entzündbare flüssige Stoffe4 Entzündbare feste Stoffe5 Entzündend (oxidierend)wirkende Stoffe6 Giftige und ansteckungsgefährlicheStoffe7 Radioaktive Stoffe8 Ätzende Stoffe9 Verschiedene gefährliche StoffeEs gibt Ziffernkombinationen mitbesonderer Bedeutung, z.B.:• Sind die ersten beiden Zifferngleich, bedeutet dies eine Zunahmeder Hauptgefahr, z.B. bedeutet dieZiffer 66 = sehr giftiger Stoff.• Wenn die Gefahr eines Stoffesausreichend durch eine einzigeZiffer angegeben werden kann, wirddieser Ziffer eine Null angehängt.• Ist der Gefahrnummer derBuchstabe „X“ vorangestellt,reagiert der Stoff in gefährlicherWeise mit Wasser.• Beispiele für besondereZiffernkombinationen:22 = tiefgekühlt verflüssigtesGas, erstickendX 333 = selbstentzündlicherflüssiger Stoff, der mitWasser gefährlich reagiert;Wasser nur auf besondereWeisung einsetzen90 = umweltgefährdender Stoff;verschiedene gefährlicheStoffeBedeutung der Stoffnummer(UN-Nummer):Die Stoffnummer besteht zur Kennzeichnungdes Stoffes aus einervierstelligen Zahl.Mit Hilfe der Stoffnummer kannder Gefahrstoff einer Stofflisteentnommen werden.Eine Stoffnummer kann eine ganzeStoffgruppe mit ähnlichen Eigenschaftenumfassen.Durch Kenntnis eines Stoffes lassensich seine Eigenschaften, möglicheGefahren und die zu treffendenSchutzmaßnahmen im Einsatz ausMerkblättern, Nachschlagewerkenoder Datenbanken ermitteln.Gefahrnummer und Stoffnummer (UN-Nummer)C25Einsatz und Übung285


GUV-I 8651Gefahrzettel:Zusätzlich zur Kennzeichnung vonFahrzeugen mit Warntafeln müssenTransportgefäße und Versandstückemit Gefahrzetteln gekennzeichnetsein.Gefahrzettel weisen durch farbigeKennzeichnung, Symbole und ggf.auch Aufschriften auf besondereGefahren hin.Unfallmerkblätter:Für das Verhalten bei Transportunfällenwerden Unfallmerkblätter alsschriftliche Weisungen mitgeführt,z.B. mit Angaben über Eigenschaftenund Gefahren des Ladegutes underforderliche Erstmaßnahmen.Unfallmerkblätter werden im Führerhausmitgeführt.Hinweis:Ladungen können immer falsch oderunklar deklariert sein.Deshalb gilt: Wenn möglich,das Ladegut kontrollieren.Dadurch, dass Gefahrgüter erst abbestimmten Mengen kennzeichnungspflichtigsind, können sie auch ohnejede äußere Kennzeichnung einesTranportfahrzeuges an der Einsatzstellevorhanden sein.Gefahrzettel an einem VersandkartonGefahrzettel an einer Sauerstoffflasche(Transportgefäß)Unfallmerkblatt286Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 25


CÜbersicht:Mögliche Kennzeichnungen an Fahrzeugen und Gefahrgütern25OrangefarbeneWarntafelnan Fahrzeugen undTransporteinheitenX 4231428GefahrnummerStoffnummer (UN-Nummer)Gefahrzettelan Transporteinheitenund Versandstücken5.1SymbolBezeichnung der KlasseGefahrensymbolefür Behälter undVerpackungennach derGefahrstoffverordnungT+Sehr GiftigKurzbezeichnungGefahrensymbolGefahrenbezeichnungMunitionsbrandklassen1–4Schilder derBundeswehr und Nato2vier besondere FormenBezeichnung der KlasseKegel und Lichterauf Binnenschiffenblaue Kegel am Tagblaue Lichter bei NachtWarnzeichenzur Sicherheits- undGesundheitsschutzkennzeichnungnach UVVdreieckiges gelbes WarnzeichenSymbol für die AussageKennzeichnungfür verflüssigteGaseKesselwagen der Eisenbahnorangefarbener StreifenEinsatz und Übung287


C 26 Sicherer Gefahrstoffeinsatz –SchutzmaßnahmenBei allen Einsatztätigkeiten gilt es, den Kontakt mit Gefahrstoffen zuminimieren.Der sichere Gefahrstoffeinsatz erfordert deshalb Sonderausrüstungen.Stehen diese bei freigesetzten Gefahrstoffen und möglicher Gefährdungder Einsatzkräfte nicht zur Verfügung, dürfen sich Einsatztätigkeiten nurauf erste Maßnahmen der Menschenrettung und Sicherung der Einsatzstellebeschränken.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Gefahrstoffeinsatz.C26Einsatz und Übung289


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Mehrere der unter Atemschutzeingesetzten Einsatzkräfte zogensich Hautverätzungen an denungeschützten Körperstellen zu.Bei Aufräumarbeiten kam es zumKontakt mit einer ausgetretenenreizenden Flüssigkeit.Durch den Zerknall von Flüssiggasflaschenzog sich der AtemschutztruppVerbrennungen zu.Gefahren:Gefahren entstehen bei Gefahrstoffeinsätzeninsbesondere durchEinsatztätigkeiten ohne Kenntnisüber vorhandene Gefahrstoffe undder davon ausgehenden Gefahren,unzureichende Abstände zu Schadensobjekten,Einatmen oder ungeschützten Kontaktmit gesundheitsschädlichen, giftigenoder ätzenden Stoffen, z.B. Säuren,Laugen,brennbare Flüssigkeiten, z.B. Benzin,brennbare, verdichtete oderverflüssigte Gase, z.B. Propan,Explosion von Gas-, Dampf- oderStaub-Luft-Gemischen,Zerknall von Druckgasflaschen,unzureichende Dekontaminationpersönlicher Schutzausrüstungen.Bei besonderen Gefahren müssenspezielle persönliche Schutzausrüstungenvorhanden sein, die inArt und Anzahl auf diese Gefahrenabgestimmt sind.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Gefahrgutverordnung Straße undEisenbahn (GGVSE) Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 500 „Einheiten im ABC-Einsatz“Schutzziel:Im Feuerwehrdienst dürfen nur Maßnahmengetroffen werden, die einsicheres Tätigwerden der Feuerwehrangehörigenermöglichen.Für Objekte mit besonderen Gefahren müssenFeuerwehr- und Einsatzpläne vorhanden sein.290Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 26


Gefährdungsermittlungan EinsatzstellenSchutzmaßnahmen im Bereichfreigesetzter GefahrstoffeC26Vor der Entscheidung über Einsatzmaßnahmenmüssen frühzeitig Art,Eigenschaft und Menge der beteiligtenGefahrstoffe und die von ihnenausgehenden Gefahren festgestelltwerden.Bei Schadensfällen in Betrieben,Lagern oder Umschlagstellen fürGefahrstoffe steht neben betrieblichenEinsatzplänen fachkundigesBetriebspersonal im Regelfall nurwährend der Arbeitszeiten zurVerfügung.Sind Einsatzleiter nicht in der Lage,vorhandene Gefahrstoffe und dievon ihnen ausgehenden Gefahrenfrühzeitig zu ermitteln, sind in dieInformationsgewinnung z.B. Feuerwehr-Leitstellen,Fachbehörden,Personen mit besonderer Fachkenntnisoder Informationsstellen der chemischenIndustrie mit einzubeziehen.Anlass und Abfolge der Hinzuziehungexterner Stellen oder fachkundigerPersonen sollten Einsatz vorbereitendin Einsatzplänen festgelegt sein.Ermittelte Gefährdungen ständigunter Sammlung zusätzlicherInformationen neu beurteilen.Einsatzleiter tragen im Gefahrstoffeinsatzeine besondereVerantwortung für die Sicherheitder Einsatzkräfte.Sofern zuerst an der Einsatzstelleeintreffende Feuerwehren nicht überdie für den Gefahrstoffeinsatzerforderliche Sonderausrüstung undAusbildung verfügen, beschränkensich erste Einsatzmaßnahmen auf• die Rettung gefährdeter Personen,• die Sicherung der Einsatzstelle,• die Nachalarmierung von Einsatzkräftenmit der erforderlichenSonderausrüstung und Ausbildung.Gefahr! Häufig verfügen zuerst eintreffendeFeuerwehren nicht über die für den Gefahrstoffeinsatzerforderliche Sonderausrüstung undAusbildung.Einsatz und Übung291


GUV-I 8651Gefahren- und AbsperrbereicheUm Schadensobjekte sind GefahrenundAbsperrbereiche zu bilden.Bei der Festlegung der Grenzen sindinsbesondere die Windverhältnisse zuberücksichtigen.Sofern stoff- oder schadensbedingtnicht andere Abstände einzuhaltensind, beträgt der kürzeste Abstandzum Schadensobjekt im Gefahrenbereichmindestens 50 m.• Festlegung, Markierung undSicherung erfolgen im Regelfalldurch die Feuerwehr.• Gefahrenbereiche nur mit speziellerpersönlicher Schutzausrüstungbetreten; bei freigesetzten Gefahrstoffenim Regelfall in gasdichtenChemikalienschutzanzügen.Der kürzeste Abstand zum Schadensobjektim Absperrbereich beträgtmindestens 100 m.• Festlegung, Markierung undSicherung erfolgen im Regelfalldurch die Polizei.• Zutritt nur für die erforderlichenEinsatz- und Unterstützungskräfte.Ergeben sich genauere Erkenntnisseüber die Gefahrenlage, sind GefahrenundAbsperrbereiche erforderlichenfallsanzupassen.Sind Gefahren nur in Teilbereichenvon Gebäuden oder Anlagenvorhanden, kann die Grenze desGefahrenbereichs auch in dasGebäude oder in die Anlage hineinverlegtwerden.Bei bestehender Explosions- oderZerknallgefahr sind Gefahrenbereicheerheblich zu erweitern. VorhandeneDeckungsmöglichkeiten sind zunutzen.100 m 50 mxGefahrenbereichrotAbsperrbereichgrünInnerhalb des abgesperrten Gefahrenbereichswird unter Atemschutz gearbeitet.Schematische Darstellung des Gefahren- undAbsperrbereiches nach FwDV 500Einsatzfahrzeuginnerhalb desAbsperrbereiches292Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 26


CSchutzmaßnahmen beiBrand- und Explosionsgefahrgefährlicher StoffeZündquellen vermeiden oder – wennmöglich – entfernen.Explosionsgefahren feststellen.Untere und obere Explosionsgrenzenkönnen z.B. mit für den Ex-Bereichzugelassenen Messgeräten überwachtwerden.Wenn möglich, Maßnahmen derBrandbekämpfung aus sichererEntfernung vornehmen. Ggf.Hitzeschutzkleidung benutzen.Sofortiger Rückzug aus Gefahrenbereichen,wenn z.B.• Sicherheitsventile von Druckbehälternstark abblasen,• Behältnisse mit Gefahrstoffen sichdurch Brandeinwirkung starkverfärben oder verformen.26Nach Leckagen weiteres Austretenbrennbarer Flüssigkeiten und Gaseverhindern, z.B. Absperrventileschließen, Leckagen abdichten.In Ex-Bereichen nur explosionsgeschützteGeräte einsetzen, z.B.ex-geschützte Auffang- und Fördergeräte.Beim Einsatz in Gebäuden z.B.• keine elektrischen Schalter oderKlingelknöpfe betätigen,• elektrische Anlagen von außerhalbdes Gefahrenbereichs freischaltenund gegen Wiedereinschaltensichern,• geschlossene Räume vor demZutritt lüften.Acetylenflaschenwerden gekühlt …Messgeräte-Einsatz zur Feststellung vonExplosionsgefahren… und auf Temperaturanstieg überwacht.Einsatz und Übung293


GUV-I 8651Einsatz unterChemikalienschutzanzügenChemikalienschutzanzüge• sind spezielle persönliche Schutzausrüstungenzum Schutz vorgefährlichen Stoffen, z.B. gegenKontamination mit festen, flüssigenoder gasförmigen Stoffen,• finden in der Regel als VollschutzanzügeVerwendung, die den Trägergasdicht umschließen,• sind in der Regel nur unzureichendgegen hohe oder tiefe Temperaturenbeständig. Anzüge können brechen,schmelzen oder an Beständigkeitverlieren. Vor dem Einsatz – soweit möglich –die Beständigkeit von Schutzanzügengegenüber den freigesetzten Gefahrstoffenüberprüfen. Hierzu dieBeständigkeitslisten des Schutzanzug-Herstellersverwenden.Als Träger von Chemikalienschutzanzügennur Einsatzkräfte einsetzen,die die körperliche Eignung als Atemschutzgeräteträgerbesitzen und imTragen der Anzüge unterwiesen sind.Beim Vorgehen und Sichern vonTrupps, Bereitstellen von Sicherheitstruppsund Überwachen der Einsatzdauerdie Schutzmaßnahmen wiebeim Einsatz unter Atemschutzgerätendurchführen.An übersichtlichen Einsatzstellenund bei nicht freigesetzen Gefahrstoffenkann die Bereitstellung vonSicherheitstrupps auch ohne Chemikalienschutzkleidungerfolgen.Bei der Überwachung der Einsatzdauersind die Zeiten der Dekontaminationnach dem Einsatz einzuplanen.Dekontaminationsmaßnahmen nachder Dekon-Matrix für die Feuerwehr(siehe Arbeitshilfe C 30 „Hygiene“).Zum Schutz vor Gesundheitsgefahrennach dem Einsatz trockene Kleidunganziehen. Entsprechende Wechselwäschemuss an der Einsatzstellevorhanden sein.Chemikalienschutzanzüge zur Vermeidungelektrostatischer Aufladung vordem Betreten explosionsgefährdeterBereiche von außen mit Wasser anfeuchtenund während des Aufenthaltsim Ex-Bereich feucht halten.EinsatzvorbereitungEinsatz unter ChemiekalienschutzanzügenDekontaminationsmaßnahmen294Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 26


GUV-I 8651Grundregelnfür Gefahren- und Absperrbereiche bei GefahrstoffeinsätzenSofern zuerst an der Einsatzstelle eintreffende Feuerwehren nicht über diefür den Gefahrstoffeinsatz erforderliche Sonderausrüstung und Ausbildungverfügen, beschränken sich erste Einsatzmaßnahmen auf• die Rettung gefährdeter Personen,• die Sicherung der Einsatzstelle,• die Nachalarmierung von Einsatzkräften mit der erforderlichen Sonderausrüstungund Ausbildung.Um Schadensobjekte sind Gefahren- und Absperrbereiche zu bilden.Bei der Festlegung der Grenzen sind insbesondere die Windverhältnissezu berücksichtigen.Sofern stoff- oder schadensbedingt nicht andere Abstände einzuhaltensind, beträgt der kürzeste Abstand zum Schadensobjekt im Gefahrenbereichmindestens 50 m.Festlegung, Markierung und Sicherung erfolgen im Regelfall durch dieFeuerwehr.Gefahrenbereiche nur mit spezieller persönlicher Schutzausrüstungbetreten; bei freigesetzten Gefahrstoffen im Regelfall in gasdichtenChemikalienschutzanzügen.Der kürzeste Abstand zum Schadensobjekt im Absperrbereich beträgtmindestens 100 m.• Festlegung, Markierung und Sicherung erfolgen im Regelfall durch diePolizei.• Zutritt nur für die erforderlichen Einsatz- und Unterstützungskräfte.Ergeben sich genauere Erkenntnisse über die Gefahrenlage, sindGefahren- und Absperrbereiche erforderlichenfalls anzupassen.Sind Gefahren nur in Teilbereichen von Gebäuden oder Anlagen vorhanden,kann die Grenze des Gefahrenbereichs auch in das Gebäudeoder in die Anlage hinein verlegt werden.Bei bestehender Explosions- oder Zerknallgefahr sind Gefahrenbereicheerheblich zu erweitern. Vorhandene Deckungsmöglichkeiten sind zunutzen.Sofortiger Rückzug aus Gefahrenbereichen, wenn z.B.:• Sicherheitsventile von Druckbehältern stark abblasen,• Behältnisse mit Gefahrstoffen sich durch Brandeinwirkung starkverfärben oder verformen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 26295


C 27Sicherer Einsatz auf dem WasserFür Rettungs-, Bergungs- und Transportarbeiten auf dem Wasser setzendie Feuerwehren überwiegend Kleinboote ein. Bootsführer und Mannschaftmüssen für Einsätze auf dem Wasser ausgebildet sein und zum Schutz vorErtrinken Rettungswesten benutzen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für sichere Einsätze auf demWasser.C27Übung: Person im WasserEinsatz und Übung297


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Bei starkem Wellengang ging derFeuerwehrmann über Bord. BeiDunkelheit dauerte es bis zu seinerRettung mehrere Minuten. Da ereine Rettungsweste trug, zog er sichlediglich eine Unterkühlung zu.Um eine ertrinkende Person zu retten,sprang der Feuerwehrmann in dasWasser. Durch die starke Strömungwurde er in eine Dükerleitung gezogen.Rettungsversuche blieben erfolglos.Das verwendete Boot kenterte imEinsatz. Mehrere Feuerwehrangehörigezogen sich dabei Verletzungen zu.Gefahren:Gefahren entstehen bei Einsätzen aufdem Wasser insbesonderedurch Bedingungen der Witterungoder des Gewässers, z.B.• Winddruck und Wellenschlag,• schlechte Sicht, z.B. bei Regen,Nebel, Schnee,• Hindernisse, Treibgut, Eisgang,Untiefen,• gefährliche Strömungsverhältnisse,wenn Kleinboote auf dem Wassermanövrierunfähig sind oder kenternkönnen, z.B. durch• Ausfall des Antriebes,• Kollision,• Überladung,wenn Rettungswesten bei Einsätzenauf dem Wasser nicht zur Verfügungstehen oder nicht benutzt werden.Schutzziele:Besteht die Gefahr, dass Feuerwehrangehörigeertrinken können,müssen Auftriebsmittel benutztwerden. Ist dies aus betriebstechnischenGründen nicht möglich,ist auf andere Weise eine Sicherungherzustellen.Kleinboote für die Feuerwehr müssenauch in vollgeschlagenem Zustandschwimmfähig und so gestaltetund ausgerüstet sein, dass sie denAnforderungen an Feuerwehreinsätzegenügen.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“,(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) UVV „Wasserfahrzeuge mit Betriebserlaubnisauf Binnengewässern“,(GUV-V D 19, bisher GUV 5.12) DIN EN 396„Rettungswesten und Schwimmhilfen;Rettungswesten – 150 N“ DIN EN 399„Rettungswesten und Schwimmhilfen;Rettungswesten – 275 N“ DIN 14 961 „Boote für die Feuerwehr“„Große“ kann es auch treffen.298Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 27


CRettungswesten –Schutz gegen ErtrinkenGeeignete Auftriebsmittel zum Schutzgegen Ertrinken sind ohnmachtssichere,selbsttätig wirkende Rettungswesten.Auftrieb und Funktion werdenüber ein vollautomatisches Aufblassystemerzeugt oder sind wie beiFeststoff-Auftriebswerkstoffen ständiggegeben.Stehen Rettungswesten bei Einsätzenan Gewässern nicht zur Verfügungoder besteht einsatzbedingt trotzTragens von Rettungswesten dieGefahr des Ertrinkens, ist auf andereWeise eine Sicherung herzustellen,z.B. durch Anseilen der Einsatzkräfte.Dies gilt z.B., wenn Personen imWasser auf Grund starker Strömungin Rohrleitungen, Düker oder Durchlässegezogen werden und ertrinkenkönnen.Rettungswesten stellen sicher, dassMund und Nase einer ins Wassergefallenen oder im Wasser liegendenPerson aus dem Wasser gehobenoder über Wasser gehalten werden,z.B. bei Bewegungsunfähigkeit durchSchock, Ohnmacht oder Erschöpfung.Rettungswesten der Gruppe150 Newton Auftriebskraft nachDIN EN 396 sind zum Schutz gegenErtrinken bei üblicher persönlicherSchutzausrüstung erforderlich.Rettungswesten der Gruppe275 Newton Auftriebskraft nachDIN EN 399 sind erforderlich, wenneinsatzbedingt zusätzlich speziellepersönliche Schutzausrüstungengetragen werden müssen, z.B. Pressluftatmer.Beeinträchtigungen und Behinderungendurch Rettungswestenkönnen vermieden werden, wennRettungswesten gewählt werden,die bei geringem Gewicht einenausreichenden Auftrieb haben,nicht unnötig sperrig sind und freieBeweglichkeit ermöglichen, z.B.vollautomatische Aufblassysteme.Rettungswesten müssen mindestenseinmal jährlich von einer dazu befähigtenPerson auf ihren betriebssicherenZustand geprüft werden.Über die Prüfung ist ein schriftlicherNachweis zu führen.Bezüglich der Pflege, Reinigung undNutzung sind die Herstellerangabenzu berücksichtigen.27Diese Rettungswesten der Gruppe 150 NewtonAuftriebskraft nach DIN EN 396 ermöglichen freieBeweglichkeit im Einsatz.Einsatz und ÜbungKleinboot im Einsatz zur Ölschadensbekämpfung.Die Mannschaft trägt ausnahmslos keineRettungswesten.299


GUV-I 8651Kleinboote der Feuerwehr im EinsatzAuf einem ruhigen Binnengewässer …… und bei starkem Wellengang auf einer Schifffahrtsstraße300Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 27


CSicherer Einsatz mit Kleinbooten27Kleinboote sind für den Feuerwehreinsatzgeeignet, wenn sie z.B.DIN 14 961 „Kleinboote für die Feuerwehr“entsprechen.Kleinboote, die auf stark strömendenGewässern eingesetzt werden, müssenmit Motorantrieb ausgerüstet sein.Dies gilt z.B. für Gewässer mit einerFließgeschwindigkeit von mehr als3 m/s.Zum Führen von Kleinbooten mitMotor und mehr als 3,68 kW (5 PS)ist eine amtliche Fahrerlaubnis desBootsführers erforderlich. Die Art deramtlichen Fahrerlaubnis ist abhängigvon dem zu befahrenden Gewässeroder der Schifffahrtsstraße.Feuerwehrangehörige müssenschwimmen können, wenn sie aufKleinbooten eingesetzt werden.Die Schwimm- und Manövrierfähigkeitvon Kleinbooten darf durch den Transportvon Gerät und Material nichtunzulässig beeinträchtigt werden.Bootsbeladungen sind gleichmäßigzu verteilen und gegen Verrutschenzu sichern.In Kleinboote nicht hineinspringen.Besteht bei Einsätzen auf dem Wasserdie Gefahr von Kopfverletzungen, mussKopfschutz benutzt werden, z.B. beiGefahr durch Anstoßen, herabfallendeoder pendelnde Gegenstände.Zur Bedienung von Kleinbootennur Personen einsetzen, die andem Bootstyp ausgebildet wurden.Einsetzen eines Kleinbootes am unbefestigtenSeeufer. Der Bootsführer ist bereits mit Rettungswesteausgerüstet.Das Kleinboot schwimmt auf und ist frei vomTrailer.Einsatz und Übung301


GUV-I 8651„Person im Wasser“ – Übung und EinsatzEinsatz – eine leblose Person wirdan Bord des Kleinbootes genommen.Übungslage „Person im Wasser“302Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 27


C 28Sicherer InnenangriffSchutz vor Rauchdurchzündung und RauchexplosionVoraussetzung für eine effektive Brandbekämpfung in Gebäuden ist derInnenangriff unter Atemschutz. Einheitsführer und Atemschutzgeräteträgermüssen die besonderen Gefahren der Rauchdurchzündung undRauchexplosion sowie die entsprechenden Verhaltensmaßnahmen kennen.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Innenangriff.C28Ohne einen koordinierten Innen- und Außenangriff ist eine effektive Brandbekämpfungnicht möglich.Einsatz und Übung303


GUV-I 8651Unfallbeispiele:Der unter Atemschutzgerät eingesetzteAngriffstrupp zog sich bei einerRauchdurchzündung Verbrennungenim Kopfbereich zu.Beim Öffnen einer Tür wurde derFeuerwehrmann durch eine Stichflammeverletzt.Durch die schnelle Brandausbreitungplatzte eine Fensterscheibe. MehrereEinsatzkräfte wurden durch Glassplitterverletzt.Gefahren:Gefahren beim Innenangriff unter Atemschutzentstehen insbesondere durchunzureichende oder unvollständigepersönliche Schutzausrüstung,• wenn Körperteile im Innenangriffungeschützt bleiben,Feuer, Stichflammen und extremhohe Temperaturen,• wenn sich Brände in Gebäudenschnell und unkontrolliert ausbreiten,• nach Rauchdurchzündungen,• nach Rauchexplosionen,• nach Wasserabgabe durch hocherhitzten Wasserdampf,Einsatzmaßnahmen,• wenn Innen- und Außenangriff nichtmiteinander koordiniert werden,• wenn Druckbelüfter falsch eingesetztwerden,Einsatzkräfte,• die im Innenangriff unter Atemschutzungeübt oder nicht praxisnahausgebildet sind.Schutzziel:Im Feuerwehrdienst dürfen nurMaßnahmen getroffen werden, dieein sicheres Tätigwerden der Feuerwehrangehörigenermöglichen.Weitere Informationen: UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13) Feuerwehr-Dienstvorschrift(FwDV) 7 „Atemschutz“Die Benutzung von Feuerschutzhauben schütztAtemschutzgeräteträger im Innenzugriff.304Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 28


Schutz vor Rauchdurchzündungund RauchexplosionDie Sicht behindernde und gesundheitsschädlicheWirkung des Brandrauchesan Einsatzstellen ist allgemeinbekannt.Enthält der Brandrauch zusätzlichbrennbare Gase in zündfähigerKonzentration, sind Einsatzkräftebesonders gefährdet.Die damit verbundenen besonderenGefahren bezeichnet man als:• Rauchdurchzündungen mitund ohne Druckanstieg;auch: „Flashover“,• Rauchexplosionen;auch: „Backdraft“.Brände in geschlossenen Räumen:Mit der Entzündung eines brennbarenStoffes leitet die Wärmestrahlung derFlamme eine thermische Zersetzungder umliegenden brennbaren Stoffeein.Dieser Prozess wird als Pyrolysebezeichnet, die entstehenden Gaseals Pyrolysegase. Pyrolysegase sindzumeist brennbar, z.B. Methan,Propan, Butan.Werden die im Vergleich zurUmgebungsluft leichteren Pyrolysegasenicht verbrannt, steigen sie nachoben und sammeln sich in der Rauchschichtunterhalb der Innenraumdeckean. Erreichen sie dort eine zündfähigeKonzentration, wird der Brandrauchbrennbar.Rauchdurchzündungen und Rauchexplosionenwerden durch baulicheGegebenheiten begünstigt, z.B. wennFenster und Türen dicht schließen,eine Raumlüftung nicht gegeben ist.Bei Bränden in geschlossenenRäumen führt fortschreitender Sauerstoffmangeldeshalb in der Regel zuunvollständigen Verbrennungen.Rauchdurchzündung:Die Durchzündung einer Rauchschichterfolgt, wenn bei ausreichender Sauerstoffzufuhreine gerade zündfähigeKonzentration der Pyrolysegaseerreicht wird.Das Erscheinungsbild sind Stichflammenoder Flammenzungen. Esentsteht kein gefährlicher Druckanstieg.Für eine Rauchdurchzündung sindzwei Randbedingungen erforderlich:• Für die laufende Verbrennung mussausreichende Luftzufuhr vorhandensein,• im Brandraum müssen ausreichendbrennbare Stoffe vorhanden sein,die durch Erwärmung größereMengen an Pyrolysegasen freisetzen.Praxisnahe Übungen sind in speziellen Brandgewöhnungsanlagenmöglich.C28Einsatz und Übung305


GUV-I 8651Rauchdurchzündung mit Druckanstieg:Wie bei einer Rauchdurchzündungohne Druckanstieg sammeln sichPyrolysegase in der Rauchschicht an.Auf Grund von Sauerstoffmangelkommt es trotz ausreichenderKonzentration brennbarer Gasenicht zur Durchzündung.Die Ansammlung brennbarer Gasesetzt sich fort, die Rauchschicht wirdkontinuierlich aufgeheizt.Pyrolysevorgänge setzen sich auchweiter vom Brandherd entfernt fortund reichern die Rauchschichtzusätzlich mit brennbaren Gasen an.Wird der Rauchschicht schließlichSauerstoff zugeführt und dieSchichten verwirbeln, kann es zueiner Rauchdurchzündung mitDruckanstieg kommen, z.B. wenn• Fenster platzen oder eingeschlagenwerden,• Türen geöffnet werden,• verstärkte Zugluftzufuhr einsetzt,• Druckbelüfter falsch eingesetztwerden.Anzeichen für eine Rauchdurchzündungmit Druckanstieg sind• starke Rauchentwicklung, derBrandrauch dringt unter hohemDruck aus dem Brandraum,• von der Rauchschicht ausgehendestarke Wärmestrahlung, auch ingrößerer Entfernung zum Brandraum,• der Brandrauch kommt stoßweise,auch pulsierend aus dem Brandraumheraus,• die Rauchschicht sinkt schnell bisauf den Boden ab,• an der Grenze zwischen Rauch- undLuftschicht sind Flammenzungensichtbar.Am größten ist die Gefährdung derEinsatzkräfte kurz nach dem Öffnendes Brandraumes und wenn sich derLöschangriff auf den Brandherdverzögert.Gefahr!Brandrauch dringt unter hohem Druck aus demGebäude.306Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 28


CRauchexplosion:Verlöschen die Flammen eines ausgedehntenBrandes auf Grund vonSauerstoffmangel in einem Brandraumund es entstehen auf Grundhoher Raumtemperatur weiterePyrolysegase, besteht die Gefahreiner Rauchexplosion.Bei sinkender Raumtemperaturkühlen sich die heißen Brandgaseab, ziehen sich zusammen und esbildet sich ein leichter Unterdruckim Brandraum.Anzeichen für eine Rauchexplosionsind• längeres und ungestörtes Feuer ineinem geschlossenen Brandraum,• heiße Türklinken, Türblätter oderFensterscheiben,• mit Brandrauch beschlageneFensterscheiben,• stoßweise quellender Brandrauchaus Tür- oder Fensterspalten,• durch Belüftungsöffnungen nachinnen wirkender Luftzug.28Wird Sauerstoff zugeführt, kann esnach Durchmischung und Durchzündungzu einer Rauchexplosion mitStichflamme und Druckwelle aus derBelüftungsöffnung heraus kommen,z.B. nach dem Öffnen von Türen.Rauchexplosion mit Stichflamme und Druckwelle (Quelle: firemovie)Einsatz und Übung307


GUV-I 8651Mögliche Brandverläufe in geschlossenen RäumenVerlöschenmangelsBrennstoffEntstehungsbrandVerlöschenmangelsSauerstoffRauchdurchzündungPulsierenRauchdurchzündung mitDruckanstieg„Heißer Schwelbrand“ Rauchexplosion308Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 28


GUV-I 8651Schutz vor Rauchdurchzündung und Rauchexplosion –Grundregeln für den sicheren InnenangriffEinheitsführer achten bereits vor dem Innenangriff auf mögliche äußereAnzeichen für Rauchdurchzündungen oder Rauchexplosionen, z.B.• auf heiße oder mit Brandrauch beschlagene Fenster,• auf heiße Türklinken oder Türblätter,• auf aus Tür- und Fensterspalten quellenden Brandrauch.Einheitsführer müssen andere Einsatzmaßnahmen mit dem Innenangriffkoordinieren. Bei gleichzeitigem Außenangriff können im Innenangriffeingesetzte Trupps gefährdet werden.Druckbelüfter dürfen bei gleichzeitigem Innenangriff nur eingesetztwerden, wenn Entlüftungsöffnungen vorhanden sind und der Brandrauchabgeführt wird. Fehlende Entlüftungseinrichtungen führen zur Sauerstoffanreicherungdes Brandrauches und erhöhen die Gefahr der Rauchdurchzündung.Türen vor dem Öffnen auf Wärmentwicklung kontrollieren. Zuerst dasobere Türblatt abtasten, danach die Türklinke.Bei erwärmten oder heißen Türen weitere Einsatzmaßnahmen nur nochmit „Wasser am Rohr“ durchführen.Vor dem Öffnen nach innen schlagender Türen am Türgriff z.B. eineBandschlinge oder Leine befestigen, damit die Tür notfalls aus sichererDeckung wieder zugezogen werden kann.Türen grundsätzlich vom Boden und aus der Deckung heraus öffnen.Das Strahlrohr muss in kurzer Entfernung einsatzbereit gehalten werden.Nach dem Öffnen von Türen den austretenden Brandrauch beobachten:• Mit kurzen Sprühstrahlimpulsen den Brandrauch kühlen, wenn diesermassiv und stoßweise aus dem Raum quillt,• die Tür wieder verschließen, wenn spürbar Luft in den Brandraumgesogen wird und die Gefahr einer Rauchexplosion besteht.Beim Vorgehen im Brandraum regelmäßig durch kurze Löschimpulse inden Brandrauch unter der Decke prüfen, ob sich über dem Trupp einWärmestau bildet. Verdampft das Wasser, durch zusätzliche Löschimpulseweiter kühlen.Löschimpulse grundsätzlich so kurz halten, dass die Wasserdampfentwicklungnicht gefährdend wirkt und die Sicht erhalten bleibt.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 28309


C 29Sicherer Einsatz im Bereichvon Baugruben und GräbenEinsätze im Bereich von Baugruben und Gräben haben nur einen geringenAnteil an der Summe aller technischen Hilfeleistungen der Feuerwehren.Sind Rettungs- oder Bergungsmaßnahmen allerdings erforderlich, geschiehtdies in der Regel im Bereich eingestürzter oder nicht standsicherer Baugruben-oder Grabenwände.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Einsatz imBereich von Baugruben und Gräben.C29Das unmittelbar an der Baugrube aufgestellte Einsatzfahrzeug bildet eine unnötige undgefährliche Auflast für die Böschungskante.Einsatz und Übung311


GUV-I 8651Unfallbeispiel:Bei Bergungsarbeiten in einem Rohrleitungsgrabenvon nachrutschendenErdmassen teilweise verschüttetworden.Gefahren:Gefahren beim Einsatz im Bereichvon Baugruben und Gräben entsteheninsbesondere durchErdmassen und nicht standsichereBaugruben- und Grabenwände, wenn• Einsatzkräfte durch einbrechendeoder nachrutschende Erdmassenverschüttet oder eingequetschtwerden können,• mangelhaft verbaute Erdwändeeinstürzen können,• durch einstürzende Baugruben- undGrabenwände benachbarteGebäude und erdverlegte Leitungenbeschädigt werden können,das Einsatzumfeld, wenn• gefährdete Erdwände durchEinsatzfahrzeuge oder Einsatzmaßnahmenzusätzlich belastetoder erschüttert werden,• an Einsatzstellen durchBodenunebenheiten, Gräben,Böschungen oder herumliegendeEinsatzmittel die Trittsicherheitbeeinträchtigt ist,• bei schlechter Sicht die Einsatzstellenbeleuchtungunzureichend ist.Schutzziel:Bei Objekten, deren Standsicherheitzweifelhaft ist, müssen Sicherungsmaßnahmengegen Einsturz getroffenwerden, soweit dies zum Schutz derFeuerwehrangehörigen erforderlich ist.Weitere Informationen:UVV „Feuerwehren“(GUV-V C 53, bisher GUV 7.13)DIN 4124 „Baugruben und Gräben“Schwer zugängliche Einsatzstelle. Der Zugang indem engen Arbeitsraum der verbauten Baugrubeist nur mittels Leitern möglich.312Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 29


CSicherer Einsatz im Bereichvon Baugruben und Gräben –Einsatzvorbereitung29Bei Einsätzen im Bereich von Baugrubenund Gräben Fachberater hinzuziehen,wenn Gefährdungen durchnicht standsichere Baugruben- undGrabenwände oder nachrutschendeErdmassen bestehen. Als Fachberaterbieten sich z.B. auf den Baustellenanwesende Fachkräfte der Bauunternehmenan.Einflüsse auf die Bodenstandfestigkeitergeben sich z.B. aus den Bodeneigenschaften,dem Grundwasserstand,den Witterungseinflüssen, durch Auflasten,Erschütterungen, benachbarteBauwerke.Mutterboden, Sande, Kiese sindweniger standfest als Lehm, Mergeloder fester Ton.Einsatzmaßnahmen erst durchführen,wenn Sicherungsmaßnahmen gegenden Einsturz von Erdwänden undnachrutschende Erdmassen getroffenwurden. Geeignete Maßnahmen sindz.B.• schnell absenkbare Verbaueinheiten,soweit diese auf der Baustelle vorhandenund durch Erdbaumaschinenwie z.B. Bagger einsetzbar sind,• Abstützungen oder Notverbaue mitden auf der Baustelle vorhandenenMitteln wie Steifen und Holzbohlen.Mit den auf Rüstwagen vorhandenenEinsatzmitteln der Feuerwehr lassensich nur sehr beschränkte und inder Regel zeitaufwändige Maßnahmentreffen.Verbleibende Gefahrenbereicheim Einsatzumfeld kenntlich machenoder absperren, z.B. wenn Erdwändenicht gesichert sind.Einsatzmaßnahmen erst durchführen, wennSicherungsmaßnahmen gegen den Einsturzvon Erdwänden und nachrutschende Erdmassengetroffen wurden. Hier hilft die schnell absenkbareVerbaueinheit eines Bauunternehmens.Einsatz und Übung313


GUV-I 8651An Einsatzstellen ist die zusätzlicheBelastung oder Erschütterunggefährdeter Erdwände zu vermeiden.• Feuerwehrfahrzeuge deshalb nurmit ausreichendem Abstand zuBaugruben- und Grabenkantenabstellen.• Auch in Bereichen standsichererErdwände nicht dichter als 2 m anKanten heranfahren.• Gefährliche Erschütterungenkönnen z.B. schwere Erdbaumaschinenverursachen, die anEinsatzstellen herangeführt undeingesetzt werden sollen.Einsatzkräfte, die in Baugruben oderGräben tätig sind, dürfen nicht durchhineinfallende Einsatzmittel, Baumaterialienoder Bodenaushubgefährdet werden.Kanten deshalb von Gegenständenund Bodenaushub freihalten oder soweit wie möglich beräumen.Gräben müssen sicher erreichbarsein. Nicht hineinspringen.Sichere Zugänge können z.B. durchstandsicher hineingestellte Leiterngeschaffen werden.Breite Gräben nicht überspringen.Zum Überqueren z.B. behelfsmäßigeÜbergänge aus den auf der Baustellevorhandenen Baumaterialienherstellen.Einsatzstellen bei schlechter Sichtausleuchten. Auf Baustellen istimmer mit Bodenunebenheiten undungeordneter Materiallagerung zurechnen.Leitern ermöglichen einen sicheren Zugang.Der herangeführte Bagger kann gefährlicheErschütterungen verursachen.Behelfsmäßiger Übergang aus Bohlen314Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 29


CErdmassen, Baugruben- und Grabenwände; Gefahrenbilder29Gefahr:Die nicht standsichere Baugrubenwandbricht ein.Gefahr:Der oberflächennahe Erdkeil einesGrabens bricht ein.Ursache:Die Baugrubenwand ist nicht oder zusteil abgeböscht, ein Verbau fehlt.Ursachen:Die Grabenwand ist nicht oder zusteil abgeböscht, ein Verbau fehlt;der gelagerte Bodenaushub ist einezusätzliche Auflast.Gefahr:In den Graben läuft Boden aus.Gefahr:Die Baugruben- oder Grabenwandbricht ein.Ursache:Der vorhandene Verbau reicht nicht biszur Grabensohle.Ursache:Die Erdwand hält der zusätzlichenBelastung oder Erschütterung durchFahrzeuge nicht stand.Einsatz und Übung315


GUV-I 8651Sicherer Einsatz im Bereich von Baugruben und GräbenGgf. Fachberater und ErdbaumaschinenhinzuziehenAn Kanten von Baugruben und Gräbennicht dichter als 2 m heranfahrenSicherer Zugang in den Graben überLeiternBehelfsmäßig hergestellter Übergangaus Bohlen316Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 29


GUV-I 8651Sicherer Einsatz im Bereich von Baugruben und Gräben –Grundregeln zur EinsatzvorbereitungBei Einsätzen im Bereich von Baugruben und Gräben Fachberater hinzuziehen,z.B. anwesende Fachkräfte aus Bauunternehmen.Einsatzmaßnahmen erst durchführen, wenn Sicherungsmaßnahmen gegenden Einsturz von Erdwänden und nachrutschende Erdmassen getroffenwurden.Für Abstützungen oder Notverbaue auch die auf der Baustelle vorhandenenMittel einsetzen, z.B. Steifen und Holzbohlen. Mit den auf denRüstwagen vorhandenen Einsatzmitteln der Feuerwehr lassen sich nursehr beschränkte und in der Regel zeitaufwändige Maßnahmen treffen.Zusätzliche Belastung oder Erschütterung gefährdeter Erdwändevermeiden.Feuerwehrfahrzeuge nur mit ausreichendem Abstand zu Baugruben- oderGrabenkanten abstellen. Auch in Bereichen standsicherer Erdwände nichtdichter als 2 m an Kanten heranfahren.Verbleibende Gefahrenbereiche im Einsatzumfeld kenntlich machen oderabsperren, z.B. nicht gesicherte Erdwände.Einsatzkräfte, die in Baugruben oder Gräben tätig sind, dürfen nicht durchhineinfallende Einsatzmittel, Baumaterialien oder Bodenaushub gefährdetwerden.In Baugruben und Gräben nicht hineinspringen. Sichere Zugänge z.B.durch standsicher aufgestellte Leitern herstellen.Breite Gräben nicht überspringen. Wenn erforderlich, ausreichend breiteÜbergänge herstellen.Einsatzstellen bei schlechter Sicht ausleuchten. Auf Baustellen ist immermit Bodenunebenheiten oder ungeordneter Materiallagerung zu rechnen.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 29317


C 30Hygiene – Schutz gegen KontaminationHygienemaßnahmen dienen dem Schutz der Einsatzkräfte vor Schadstoffkontaminationenan Einsatzstellen. Durch geeignete Maßnahmen istzudem die Verschleppung von Schadstoffen von Einsatzstellen in die Feuerwehrhäuserund Privatbereiche der Feuerwehrangehörigen zu vermeiden.Für Feuerwehreinsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern könnenzusätzliche Maßnahmen erforderlich werden, die im Anhang als Stufenkonzeptfür die Personendekontamination zusammengefasst sind.Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln zum Schutz gegen Kontaminationund geeignete Hygienemaßnahmen.C30Starke Brandruß-Kontamination der Schutzkleidung des AtemschutztruppsEinsatz und Übung319


GUV-I 8651Unfallbeispiel:Vermutlich durch Schmutzpartikelzog sich der Feuerwehrmann nachdem Einsatz eine Infektion zu.Gefahren:Gesundheitsgefahren im Feuerwehreinsatzentstehen insbesondere durchKontamination bei• Brandeinsätzen mit Schadstoffen,z.B. durch Kontamination mitRußpartikeln und anderen Brandrückständenund Verschmutzungen,• Rettungseinsätzen und imRettungsdienst, z.B. durch Kontaktmit Blut, Ausscheidungen, abgehustetenAerosolen und Tröpfchen,• Feuerwehreinsätzen im Bereichgefährlicher Stoffe und Güter, z.B.durch Einwirkung chemischer, biologischeroder radioaktiver Stoffe,unzureichende Hygienemaßnahmen,wenn• bauliche Einrichtungen undorganisatorische Regelungen fürHygienemaßnahmen fehlen oderunzureichend sind,• persönliche Hygienemaßnahmenunterbleiben,• Feuerwehrangehörige nicht über diemöglichen Gesundheitsgefahren imFeuerwehrdienst unterwiesen sind.Schutzziele:Sind Versicherte gesundheitsgefährlichenStoffen, Krankheitskeimenoder anderen gesundheitsgefährdendenEinwirkungen ausgesetzt, so hat derUnternehmer unbeschadet andererRechtsvorschriften das Ausmaß derGefährdung zu ermitteln. Ist er nichtin der Lage, die zur Abwendung einerGefahr notwendigen Maßnahmen zuermitteln, hat er sich hierbei sachverständigberaten zu lassen.Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilungsind die erforderlichenHygienemaßnahmen zur Desinfektionund Dekontamination zu treffen undpersönliche Schutzausrüstungen einschließlichgeeigneter Schutzkleidungzur Verfügung zu stellen. Es sindgeeignete Vorkehrungen zu treffen,insbesondere die erforderlichenEinrichtungen zu schaffen, damitpersönliche Schutzausrüstungen beimVerlassen des Arbeitsplatzes abgelegtund getrennt von anderen Kleidungsstückengelagert und auf ihrenZustand überprüft werden können.Entsprechend dem Ergebnis der Überprüfungmüssen die persönlichenSchutzausrüstungen desinfiziert undgereinigt werden. Falls sie schadhaftsind, müssen sie ausgebessert oderausgetauscht, erforderlichenfalls vernichtetwerden (§ 11 Abs. 1 „Biostoffverordnung“;Hygienemaßnahmen,Schutzausrüstungen).Weitere Informationen:„Biostoffverordnung“ mit denTechnischen Regeln für biologischeArbeitsstoffe (TRBA)„Schadstoffe bei Bränden“,vfdb-Richtlinie 10/03„Dekontamination bei Feuerwehreinsätzenmit gefährlichen Stoffenund Gütern“, vfdb-Richtlinie 10/04GUV-Regel „Benutzung von persönlichenSchutzausrüstungen imRettungsdienst“(GUV-R 2106, bisher GUV 27.10)320Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 30


Hygienemaßnahmen anEinsatzstellen – Verantwortungder EinsatzleiterAn Einsatzstellen müssen EinsatzleiterGefährdungsabschätzungen bezüglichmöglicher Schadstoffe vornehmen,z.B. Informationen aus Einsatzplänenüber gelagerte Stoffe oder PCBhaltigeKondensatoren einholen.Fahrzeuge an Einsatzstellen so aufstellenlassen, dass das Eindringenvon Schadstoffen in die Mannschaftskabinemöglichst vermieden wird.Die Einsatzdauer von Einsatzkräftenin schadstoffbelasteten Bereichenauf das Nötige beschränken. Ggf.müssen zusätzliche persönlicheSchutzausrüstungen benutzt werden,z.B. Kontaminations-Schutzanzüge,Chemikalien-Schutzanzüge.Während der Brandbekämpfung undwährend der Nachlösch- und Aufräumarbeitennoch „warmer“ Brandstellenmuss grundsätzlich das Tragengeeigneter Atemschutzgeräte zumSchutz vor Schadstoffinhalationsichergestellt werden. Nach „Feueraus“ können Brandstellen noch 1–2Stunden „warm“ sein.Das Rauchen, Trinken und Essen imGefahrenbereich schadstoffbelasteterEinsatzstellen ist grundsätzlich zuunterlassen.Nach Einsatzende alle, insbesonderedurch Schadstoffe verunreinigtenAusrüstungen, Geräte und Schläucheunter fließendem Wasser grobreinigen, ggf. auch die Einsatzfahrzeuge.Verunreinigungen nicht inFahrzeuge und Feuerwehrhäuserverschleppen. Bis zur Endreinigungam Feuerwehrhaus oder in derfeuerwehrtechnischen Einrichtungden Transport ggf. in gesondertenFahrzeugen durchführen lassen.Stark kontaminierte Schutzkleidungund Geräte ggf. schon an der Einsatzstellein Foliensäcke verpacken,kennzeichnen und der fachgerechtenReinigung zuführen.Brandgase und Schadstoffeziehen genau inRichtung Mannschaftskabine.Hygienemaßnahme beiBergungsarbeiten:Einweg-Schutzanzug,Einweg-Schutzhandschuheund filtrierendeHalbmaskeDie Einsatzdauer vonEinsatzkräften inschadstoffbelastetenBereichen auf dasNötige beschränkenAufräum- und NachlöscharbeitenunterAtemschutzC30Einsatz und Übung321


GUV-I 8651Hygienemaßnahmen im Einsatz –Verantwortung der EinsatzkräfteVor Einsätzen die Privatkleidung undpersönliche Gegenstände möglichstim Feuerwehrhaus ablegen. Wennmöglich, Wechselwäsche deponieren.An Einsatzstellen den Hautkontaktmit Schadstoffen, z.B. mit Brandruß,vermeiden.Gegen mögliche Schadstoffinhalationauch bei Nachlösch- und Aufräumarbeitengeeigneten Atemschutzbenutzen. Bei umluftabhängigenAtemschutzgeräten mindestensVollmasken mit KombinationsfilterABEK2 – P3.Essen und Trinken an der Einsatzstelle• nur außerhalb mit Brandrußkontaminierter Bereiche,• nur nach gründlicher Reinigung vonGesicht und Händen.Auch beim Rauchen mit verschmutztenHänden bestehenGesundheitsgefahren.Nach Einsatzende die Schutzkleidung,wenn möglich, schon an der Einsatzstellegrob reinigen, Schutzstiefelunter fließendem Wasser.Schadstoffe und Schmutz nachEinsatzende nicht in die sauberenBereiche des Feuerwehrhauses verschleppen,z.B. nicht in die SozialundAufenthaltsräume.• Stiefel im Zugangsbereich des Feuerwehrhausesgründlich reinigen.• Schutzkleidung je nach Verschmutzungsgradsäubern oder wechselnund zur Reinigung geben.• Bei Schutzhandschuhen auch aufmögliche Verunreinigung derHandschuh-Innenseiten achten.Verschmutzte Einsatzkleidunggrundsätzlich von der Straßenkleidunggesondert aufbewahren.Bei möglicher Schadstoffkontaminationist nach Einsatzende diepersönliche Grundreinigung durchDuschen erforderlich.Auf den Schutz der Haut achten.Hautreinigung nach dem Grad derVerschmutzung durchführen. AnschließendHautpflege durchführen.Entsprechende Hautreinigungs- undHautpflegemittel benutzen. Soweitvorhanden, Hautschutzpläne beachten.Desinfektionsmittel nur sparsamverwenden, da diese auf den natürlichenSchutzfilm der Haut einwirkenund bei unsachgemäßer Anwendungzu Hautschäden führen können.Reinigungsstation amLöschfahrzeug mitfließendem Wasser,Reinigungs- undPflegemitteln ausDirektspendern undEinmalhandtüchernGrobreinigung derSchutzkleidungGrobreinigung derSchutzstiefel322Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 30


CHygieneinrichtungen und-maßnahmen in Feuerwehrhäusern30In Feuerwehrhäusern sollten„Schmutzige Bereiche“ (Schwarz-Bereiche) von „Sauberen Bereichen“(Weiß-Bereiche) räumlich und/oderorganisatorisch getrennt sein.In den Zugängen zu Feuerwehrhäusernmüssen Einrichtungen zumReinigen von verschmutzten undabwaschbaren persönlichen Schutzausrüstungenvorhanden sein, z.B.• Fußmatten oder Roste zum Grobreinigenvon Stiefeln und Schuhen,• Wascheinrichtungen oder -anlagenfür Schutzstiefel und Schutzkleidung.Muss von einer Schadstoffkontaminationder Schutzkleidung ausgegangenwerden, ist diese sofort nachEinsatzende zu wechseln.Die fachgerechte Reinigung kontaminierterund verschmutzter Schutzkleidungist zu organisieren undentsprechend dem Verschmutzungsgradzu veranlassen.Verschmutzte Arbeits- und Schutzkleidungmuss von der Straßenkleidunggetrennt aufbewahrtwerden, z.B. in dafür vorgesehenenDoppelspinden oder voneinandergetrennten Räumen.In Feuerwehrhäusern müssen Waschräumemit Duschen und Waschbeckenmit fließendem Warm- und Kaltwasservorhanden sein,• mindestens jedoch Waschgelegenheitenmit fließendem Warm- undKaltwasser.• Hinweis: Anforderungen anWaschräume und Waschgelegenheitenergeben sich insbesondereaus der Arbeitsstättenverordnung.In Waschräumen und an Waschgelegenheitenmüssen die hygienischerforderlichen Reinigungs-, Desinfektions-und Pflegemittel vorhanden sein.Hinweise:• Zur hygienischen Reinigung gehörtauch die Entnahme der Reinigungsmittelaus Direktspendern.• Hygienische Mittel zum Trocknender Hände sind z.B. Einmalhandtücher.Die „Schwarz-Bereiche“ des Feuerwehrhausessind nach Einsätzen mitSchadstoffen zu reinigen. Dies giltauch für Fahrzeughallen und insbesonderefür Umkleidebereiche, wenneine Verschleppung von Verunreinigungennicht ausgeschlossen werdenkann.„Schwarz-Bereiche“ des Feuerwehrhauses sindnach Einsätzen mit Schadstoffen zu reinigen.Einsatz und Übung323


324Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 30EinsatzartNot-DekonSofort von den ersten Einheitenim Absperrbereich sicherstellen!Notwendig z.B. bei Beschädigungder Schutzausrüstung, bei Kontaminationder Haut, bei Atemluftmangel,bei Verletzungen, diesofort behandelt werden müssenDekon-Stufe IAllgemeine Einsatzstellenhygiene –gilt prinzipiell für jeden Feuerwehrangehörigenbei allen Einsätzen mitgefährlichen Stoffen und Gütern(GSG-Einsatz).Dekon-Stufe IIStandard-Grobreinigung.Ist prinzipiell bei jedem GSG-Einsatzunter persönlicher Sonderausrüstung(z.B. CSA, Kontaminationsschutzanzug)anzuwendenDekon-Stufe IIIErweiterte Dekontamination imGSG-Einsatz.Anzuwenden bei größerer Personenzahlund/oder starker bzw. schwerlöslicher VerschmutzungRadioaktive Stoffe• So schnell wie möglich kontaminierteHautpartien reinigen.• Bei Verdacht auf Hautkontaminationist die Person einemArzt vorzustellen.• Gilt für jeden Einsatz!• Einsatzstellenhygiene!• Hände waschen, ggf. Wechsel derSchutzkleidung, Stiefelreinigung.• Vorher nicht rauchen, trinken,essen.• Kontaminationsverschleppungvermeiden!• Nach Überprüfung auf Kontamination(mit Kontaminationsnachweisgerät)wird die Schutzkleidungabgelegt.• Alles was mehr als dreifache Nullrateaufweist, gilt als kontaminiertund ist in Säcke/Überfässer zuverpacken.• Dekontamination wie Dekon-Stufe II und Nutzung bestimmterSonderausstattung (z.B. Dusche,Zelte, Umkleidemöglichkeiten)Biologische Stoffe• So schnell wie möglich kontaminierteHautpartien desinfizieren.• Einwirkzeiten beachten!• Bei Verdacht auf Hautkontaminationist die Person einemArzt vorzustellen.• Gilt für jeden Einsatz!• Einsatzstellenhygiene!• Hände zuerst desinfizieren(mit Hautdesinfektionsmittel),anschließend waschen, ggf.Wechsel der Schutzkleidung,Stiefelreinigung.• Vorher nicht rauchen, trinken, essen.• Kontaminationsverschleppungvermeiden!• Desinfektion derSchutzkleidungsoberfläche(mit Flächendesinfektionsmittel).• Nach der Einwirkzeit kann dieSchutzausrüstung abgespültwerden.• Die Reinigungsflüssigkeit istaufzufangen.• Desinfektion wie Dekon-Stufe IIund Nutzung bestimmterSonderausstattung (z.B. Duschen,Zelte, Umkleidemöglichkeiten).• Die Reinigungsflüssigkeit istaufzufangen.Quelle: vfdb-Richtlinie 10/04 „Dekontamination bei Feuerwehreinsätzen mit gefährlichen Stoffen und Gütern“Chemische Stoffe• So schnell wie möglichkontaminierte Hautpartien mitSprühstrahl reinigen!• Bei Verdacht auf Hautkontaminationist die Person einemArzt vorzustellen.• Gilt für jeden Einsatz!• Einsatzstellenhygiene!• Hände waschen, ggf. Wechsel derSchutzkleidung, Stiefelreinigung.• Vorher nicht rauchen, trinken,essen.• Kontaminationsverschleppungvermeiden!• Dekontamination in der Regel mitWasser und Reinigungszusätzen.• Die Reinigungsflüssigkeit istaufzufangen.• Dekontamination in der Regel mitwarmem Wasser (evtl. Reinigungszusätzeverwenden) undbestimmter Sonderausstattung(z.B. Dusche, Zelte, Umkleidemöglichkeiten).• Die Reinigungsflüssigkeit istaufzufangen.Dekon-Matrix – Stufenkonzept für die PersonendekontaminationGUV-I 8651


GUV-I 8651Grundregelnfür persönliche Hygienemaßnahmen im EinsatzVor Einsätzen die Privatkleidung und persönliche Gegenstände möglichstim Feuerwehrhaus ablegen. Wenn möglich, Wechselwäsche deponieren.An Einsatzstellen den Hautkontakt mit Schadstoffen, z.B. mit Brandruß,vermeiden.Gegen mögliche Schadstoffinhalation auch bei Nachlösch- und Aufräumarbeitengeeigneten Atemschutz benutzen. Bei umluftabhängigen Atemschutzgerätenmindestens Vollmasken mit Kombinationsfilter ABEK2 – P3.Essen und Trinken an der Einsatzstelle• nur außerhalb mit Brandruß kontaminierter Bereiche,• nur nach gründlicher Reinigung von Gesicht und Händen.• Auch beim Rauchen mit verschmutzten Händen bestehenGesundheitsgefahren.Nach Einsatzende die Schutzkleidung, wenn möglich, schon an derEinsatzstelle grob reinigen, Schutzstiefel unter fließendem Wasser.Schadstoffe und Schmutz nach Einsatzende nicht in die sauberenBereiche des Feuerwehrhauses verschleppen, z.B. nicht in die SozialundAufenthaltsräume.• Stiefel im Zugangsbereich des Feuerwehrhauses gründlich reinigen.• Schutzkleidung je nach Verschmutzungsgrad säubern oder wechselnund zur Reinigung geben.• Bei Schutzhandschuhen auch auf mögliche Verunreinigung derHandschuh-Innenseiten achten.Verschmutzte Einsatzkleidung grundsätzlich von der Straßenkleidunggesondert aufbewahren.Bei möglicher Schadstoff-Kontamination ist nach Einsatzende diepersönliche Grundreinigung durch Duschen erforderlich.Auf den Schutz der Haut achten. Hautreinigung nach dem Grad derVerschmutzung durchführen. Anschließend Hautpflege durchführen.Entsprechende Hautreinigungs- und Hautpflegemittel benutzen. Soweitvorhanden, Hautschutzpläne beachten.Desinfektionsmittel nur sparsam verwenden, da diese auf den natürlichenSchutzfilm der Haut einwirken und bei unsachgemäßer Anwendung zuHautschäden führen können.Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfen für Sicherheit und Gesundheitsschutz C 30325


Überreicht und zu beziehendurch den zuständigenUnfallversicherungsträger:Baden-WürttembergUnfallkasse Baden-Württemberg,Hauptsitz Stuttgart:Augsburger Straße 700, 70329 Stuttgart,Postanschrift: 70324 Stuttgart,Tel. (0711) 93 21-0, Fax (0711) 93 21-500,Sitz Karlsruhe:Waldhornplatz 1, 76131 Karlsruhe,Postanschrift: 76128 Karlsruhe,Tel. (07 21) 60 98-1, Fax (07 21) 60 98-52 00BayernBayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband,Ungererstraße 71, 80805 München,Postanschrift: 80791 München,Tel. (0 89) 3 60 93-0, Fax (0 89) 3 60 93-135Bayerische Landesunfallkasse,Ungererstraße 71, 80805 München,Postanschrift: 80791 München,Tel. (0 89) 3 60 93-0, Fax (0 89) 3 60 93-135Unfallkasse München,Müllerstraße 3, 80469 München,Postanschrift: 80313 München,Tel. (0 89) 2 33-2 80 94, Fax (0 89) 2 33-2 64 84BerlinUnfallkasse Berlin,Culemeyerstraße 2, 12277 Berlin-Marienfelde,Postfach 48 05 84, 12254 Berlin,Tel. (0 30) 76 24-0, Fax (0 30) 76 24-11 09BrandenburgUnfallkasse Brandenburg,Müllroser Chaussee 75, 15236 Frankfurt,Postanschrift: Postfach 11 13, 15201 Frankfurt,Tel. (03 35) 52 16-0, Fax (03 35) 54 73 39Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg,Müllroser Chaussee 75, 15236 Frankfurt,Postanschrift: Postfach 1113, 15201 Frankfurt,Tel. (03 35) 5216-0, Fax (03 35) 54 73 39BremenUnfallkasse Freie Hansestadt Bremen,Walsroder Straße 12–14, 28215 Bremen,Tel. (04 21) 3 50 12-0, Fax (04 21) 3 50 12-14HamburgLandesunfallkasse Freie und HansestadtHamburg, Spohrstraße 2, 22083 Hamburg,Postanschrift: Postf. 76 03 25, 22053 Hamburg,Tel. (0 40) 2 71 53-0, Fax (0 40) 2 70 69 87Feuerwehr-Unfallkasse Hamburg,Berliner Tor 49, 20099 Hamburg,Tel. (0 40) 3 09 04 92 89, Fax (0 40) 3 09 049181HessenUnfallkasse Hessen,Leonardo-da-Vinci-Allee 20, 60486 Frankfurt,Postanschrift: Postf. 10 10 42, 60010 Frankfurt,Tel. (0 69) 2 99 72-0Mecklenburg-VorpommernUnfallkasse Mecklenburg-Vorpommern,Wismarsche Straße 199, 19053 Schwerin,Tel. (03 85) 51 81-0, Fax (03 85) 51 81-111Feuerwehr-Unfallkasse Nord, LandesgeschäftsstelleMecklenburg-Vorpommern,Bertha-von-Suttner-Straße 5, 19061 Schwerin,Tel. (03 85) 30 31-700, Fax (03 85) 30 31-706NiedersachsenBraunschweigischerGemeinde-Unfallversicherungsverband,Berliner Platz 1C, 38102 Braunschweig,Postanschrift: Postfach 15 42,38005 Braunschweig,Tel. (05 31) 2 73 74-0, Fax (05 31) 2 73 74-40Gemeinde-UnfallversicherungsverbandHannover, Am Mittelfelde 169, 30519 Hannover,Postanschrift: Postf. 8103 61, 30503 Hannover,Tel. (0511) 87 07-0, Fax (0511) 87 07-188Landesunfallkasse Niedersachsen,Am Mittelfelde 169, 30519 Hannover,Postanschrift: Postf. 8103 61, 30503 Hannover,Tel. (05 11) 87 07-0, Fax (05 11) 87 07-202Gemeinde-UnfallversicherungsverbandOldenburg, Gartenstraße 9, 26122 Oldenburg,Postanschrift: Postfach 27 61, 26017 Oldenburg,Tel. (04 41) 77 90 90, Fax (04 41) 7 79 09 50Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen,Aegidientorplatz 2a, 30159 Hannover,Postanschrift: Postfach 2 80, 30002 Hannover,Tel. (0511) 98 95-431, Fax (0511) 98 95-433Nordrhein-WestfalenRheinischer Gemeindeunfallversicherungsverband,Heyestraße 99, 40625 Düsseldorf,Postanschrift: Postf. 12 05 30, 40605 Düsseldorf,Tel. (02 11) 28 08-0, Fax (02 11) 28 08-119GemeindeunfallversicherungsverbandWestfalen-Lippe,Salzmannstraße156, 48159 Münster,Postanschrift: Postfach 59 67, 48135 Münster,Tel. (02 51) 2102-0, Fax (02 51) 2185 69Landesunfallkasse Nordrhein-Westfalen,Ulenbergstraße 1, 40223 Düsseldorf,Tel. (0211) 90 24-0, Fax (0211) 90 24-180Feuerwehr-Unfallkasse Nordrhein-Westfalen,Provinzialplatz 1, 40591 Düsseldorf,Postanschrift: 40195 Düsseldorf,Tel. (0211) 97 79 89-0, Fax (0211) 97 79 89-29Rheinland-PfalzUnfallkasse Rheinland-Pfalz,Orensteinstraße 10, 56626 Andernach,Postanschrift: 56624 Andernach,Tel. (0 26 32) 9 60-0, Fax (0 26 32) 9 60-311SaarlandUnfallkasse Saarland,Beethovenstraße 41, 66125 Saarbrücken,Postanschrift: Postfach 20 02 80, 66043 Saarbrücken,Tel. (0 68 97) 97 33-0, Fax (0 68 97) 97 33-37SachsenUnfallkasse Sachsen,Rosa-Luxemburg-Straße 17a, 01662 Meißen,Postanschrift: Postfach 42, 01651 Meißen,Tel. (0 35 21) 7 24-0, Fax (0 35 21) 7 24-111Sachsen-AnhaltUnfallkasse Sachsen-Anhalt,Käsperstraße 31, 39261 Zerbst,Postanschrift: 39258 Zerbst,Tel. (0 39 23) 7 51-0, Fax (0 39 23) 7 51-333Feuerwehr-Unfallkasse Sachsen-Anhalt,Carl-Miller-Straße 7, 39112 Magdeburg,Tel. (03 91) 5 44 59-0, 6 22 48 73 u. 6 22 4813,Fax (03 91) 5 44 59-22Schleswig-HolsteinUnfallkasse Schleswig-Holstein,Seekoppelweg 5a, 24113 Kiel,Tel. (04 31) 64 07-0, Fax (04 31) 64 07-250Feuerwehr-Unfallkasse Nord,Landesgeschäftsstelle Schleswig-Holstein,Sophienblatt 33, 24114 Kiel,Postanschrift: 24097 Kiel,Tel. (04 31) 6 03-2113, Fax (04 31) 6 03-13 95ThüringenUnfallkasse Thüringen,Humboldtstraße 111, 99867 Gotha,Postanschrift: Postfach 10 03 02, 99853 Gotha,Tel. (0 36 21) 7 77-0, Fax (0 36 21) 7 77-111Feuerwehr-Unfallkasse Thüringen,Magdeburger Allee 4, 99086 Erfurt (Tivoli),Tel. (03 61) 55 18-200, Fax (03 61) 55 18-221Eisenbahn-UnfallkasseRödelheimer Straße 49, 60487 Frankfurt/Main,Tel. (0 69) 4 78 63-0, Fax (0 69) 4 78 63-151Unfallkasse Post und TelekomEuropaplatz 2, 72072 Tübingen,Postanschrift: Postfach 27 80, 72017 Tübingen,Tel. 0180 5 00 16 32, Fax (0 70 71) 9 33-43 98Unfallkasse des BundesWeserstraße 47, 26382 Wilhelmshaven,Postanschrift: Postf. 180, 26380 Wilhelmshaven,Tel. (0 44 21) 4 07-0, Fax (0 44 21) 4 07-406Die jeweils aktuellen E-Mail- und Internet-Adressen der hier aufgelisteten Unfallversicherungsträger finden Sie auf derHomepage des Bundesverbandes der Unfallkassen: www.unfallkassen.de unter der Rubrik „Ihr Unfallversicherungsträger“.


Hinweis:Seit Oktober 2002 ist das BUK-Regelwerk „Sicherheit und Gesundheitsschutz“ neu strukturiertund mit neuen Bezeichnungen und Bestellnummern versehen. In Abstimmung mit dem Hauptverbandder gewerblichen Berufsgenossenschaften wurden sämtliche Veröffentlichungen denKategorien „Unfallverhütungsvorschriften“, „Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz“,„Informationen“ und „Grundsätze“ zugeordnet.Bei anstehenden Überarbeitungen oder Nachdrucken werden die Veröffentlichungen auf dieneuen Bezeichnungen und Bestellnummern umgestellt. Dabei wird zur Erleichterung für einenÜbergangszeitraum von ca. 3 bis 5 Jahren den neuen Bestellnummern die bisherige Bestellnummerangefügt.Des Weiteren kann die Umstellung auf die neue Bezeichnung und Benummerung einer sogenannten Transferliste entnommen werden, die u.a. im Druckschriftenverzeichnis und auf derHomepage des Bundesverbandes der Unfallkassen (www.unfallkassen.de) veröffentlicht ist.Bestell-Nr. GUV-I 8651


FragebogenBefragung zur GUV-Information „Sicherheit im Feuerwehrdienst – Arbeitshilfenfür Sicherheit und Gesundheitsschutz“ (GUV-I 8651), Januar 2006per Fax: 0 89/62272-111per Post: Bundesverband der Unfallkassen, Fachbereich A9,Fockensteinstr. 1, 81539 MünchenOrganisationsform: Freiwillige Feuerwehr Werksfeuerwehr Berufsfeuerwehr FeuerwehrschuleEinwohnerzahl im Schutzbereich: ≤ 1.000 ≤ 5.000 ≤ 10.000 ≤ 50.000 ≤ 100.000 ≥ 100.000Gesamteinschätzung:Notwendigkeit/Bedeutung desInformationsmaterials für die ArbeitNutzen des Informationsmaterialsfür die ArbeitBitte erläutern Sie diese Entscheidung!+ +sehrnotwendig+teilweisenotwendig0notwendig–wenigernotwendig– –nichtnotwendigAnwendungsfreundlichkeit:VerständlichkeitÜbersichtlichkeitPraxisnäheAktualitätZusatzinformationen erforderlichWenn ja, welche?+ +sehrhoch Ja+hoch Nein0mittel–gering– –sehrgeringWünsche und Anregungen:

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