info bau 1-2013 - und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg

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info bau1/2013


GEPLANT UND GEBAUT S. 20Neubau Wirtschaftsgebäude inder Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne ImmendingenAUSGEZEICHNET S. 10KURZ UND BÜNDIG S. 16


03AUF DEN PUNKT GEBRACHTInhaltsübersicht18Energetische Sanierung desBildungs- und WissenschaftszentrumsSigmaringen38Neubau eines Dienstgebäudesin Weinsberg für die AutobahnundVerkehrspolizei Heilbronn0507080910MIT FREUNDLICHEN GRÜSSENDr. Nils Schmid MdLStellvertretender Ministerpräsidentund Minister für Finanzen undWirtschaftPERSÖNLICHWechsel an der Spitze derStaat lichen Vermögens- undHochbau verwaltungPersonalveränderungen bei derStaatlichen Vermögens- undHochbauverwaltungNeuer Leiter des AmtesStuttgart bei Vermögen und BauBaden-WürttembergAUSGEZEICHNET 1Baukultur Schwäbische Alb 2013AUSGEZEICHNET 218181819191919Neubau und Sanierung desTechnischen Hilfswerks KehlNeubau des TunnelbetriebsgebäudesWaldkirchNeubau des TunnelbetriebsgebäudesOberkirch-LautenbachNeubau eines Laborgebäudes fürdas Fraunhofer-Institut fürOptronik, Systemtechnik undBildauswertung in EttlingenNeubau eines Wachgebäudes inPfinztal für das Fraunhofer-Institutfür Chemische TechnologieNeubau eines Wirtschaftsgebäu -des in der Kurt-Georg-Kiesinger-Ka serne LaupheimNeubau einer Wartungshalle aufdem Heeresflugplatz NiederstettenGEPLANT UND GEBAUT39404243444647Neubau für das Polizeirevierin Achern/OberkirchNeubau für das Chemische undVeterinäruntersuchungsamtKarlsruheAnmietung in Kornwestheimfür das GrundbuchzentralarchivBaden-WürttembergUmbau eines Verwaltungsgebäudesfür das GrundbuchamtMaulbronnSanierung des Wasser- undSchifffahrtsamtes FreiburgUmbau und Sanierung einesVerwaltungsgebäudesam Schillerplatz in StuttgartNeubau eines Verwaltungsgebäudesin Pfinztal für dasFraunhofer-Institut fürChemische Technologieauf den punkt gebracht121516161617171717Beispielhaftes Bauen 2011/2012AUSGEZEICHNET 3HolzbaupreisBaden-Württemberg 2012KURZ UND BÜNDIGSanierung der Evangelischen KircheEichstettenGeneralsanierung der EvangelischenKirche Stutensee-StaffortSanierung der Fassade desSchlosses RastattDas neue PolizeirevierStuttgart-WestNeubau für das PolizeirevierMünsingenNeubau für den PolizeipostenMössingenSanierung des Unterkunfts gebäudesBlock F im Bildungszentrum derFinanzverwaltung in SchwäbischGmünd20242628303233343637Neubau eines Wirtschaftsgebäudesfür die Deutsch-Französische Brigadein der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne ImmendingenNeubau eines Notfallzentrumsfür das UniversitätsklinikumFreiburgNeubau eines Betten- und Verbindungsbausfür die Klinik für Psychiatrieund Psychotherapie desUniversitätsklinikums TübingenNeubau Zentrum für BiomedizinischeForschung UlmNeubau eines Laborgebäudes fürdas Exzellenzcluster BIOSS derUniversität FreiburgNeubau eines Kinderhauses fürdie Universität KonstanzUmbau der Mensa am SchlossMannheimNeubau für den StudiengangKommunikationsdesign derHochschule KonstanzErweiterungsbau fürdas Finanzamt TuttlingenNeubau des JustizzentrumsHeidelberg4849505151Neubau einer Warenabfertigungin der GemeinschaftszollanlageWaldshut/KoblenzNeubau von Unterkunftsgebäudenin der Rommel-KaserneDornstadtZU GUTER LETZTImpressumGlossarAbbildungenAUF DEN PUNKT GEBRACHTINFO BAU 1/201303


mit freundlichen grüßen


In Baden-Württemberg befinden sich über 8.000 Gebäude imlandeseigenen Besitz. Rund 830 Millionen Euro haben der Bundund das Land im Jahr 2012 für Baumaßnahmen in Baden-Württembergausgegeben. Davon flossen rund 630 Millionen Euro inBaumaßnahmen zum Erhalt der landeseigenen Gebäude. Dadurchkonnten wir viele erforderliche Sanierungen durchführen, undauch der Fortschritt bei der energetischen Sanierung der Landesgebäudekann sich sehen lassen. So bauen wir den SanierungsstauSchritt für Schritt ab.Die gesellschaftlichen und technischen Rahmenbedingungenändern sich ständig und immer schneller. Um Zukunftsfähigkeit,Wirtschaftlichkeit und Bürgernähe zu erhöhen, arbeiten wirdaran, Organisationsstrukturen zu straffen und neue technischeLösungen umzusetzen. Beispiele hierfür sind die Bundeswehr -reform und die Polizeistrukturreform. Die Staatliche VermögensundHochbauverwaltung, die die bundes- und landeseigenenImmobilien betreut, ist oft an der Umsetzung von Reformen beibaulichen und liegenschaftlichen Maßnahmen eingebunden. Dabeibraucht es individuelle Lösungen. Unsere Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter haben dafür die entsprechende Fachkunde.Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft möchte die Vermögens-und Hochbauverwaltung dabei unterstützen, ihre Vorhabenund Aufgaben leichter auszuführen, die Projekte effizienter zusteuern und das neu eingeführte Risikomanagement nutzbringendeinzusetzen. Daher haben wir eine externe Untersuchung im Bereichder Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung beauftragt.Davon erhoffen wir uns Vorschläge zur Strukturierung undOptimierung der Geschäftsabläufe. Das Ergebnis des Gutachtenserwarten wir Anfang des Jahres 2014.Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der StaatlichenVermögens- und Hochbauverwaltung. Das vorliegendeinfo-bau-Heft zeigt, welch breitgefächertes Aufgabenspektrumvon ihnen bearbeitet wird. Mit guter Architektur leisten sie einenBeitrag zur Baukultur und schaffen Unterbringungslösungen vonhoher Funktionalität. Sie tun dies auf nachhaltige Weise undbringen dabei den Klimaschutz und die Energieeffizienz imLand voran.Dr. Nils Schmid MdLStellvertretender Ministerpräsident undMinister für Finanzen und Wirtschaftdes Landes Baden-WürttembergMIT FREUNDLICHEN GRÜSSENINFO BAU 1/201305


persönlich


WECHSEL AN DER SPITZE DERSTAATLICHEN VERMÖGENS- UNDHOCHBAUVERWALTUNGRolf Sutter, ehemaliger Finanzpräsidentund Leiter des Landes -betriebs Bundesbau Baden-Würt -temberg, ist am 1. Juli 2013 zumLeiter der Abteilung Vermögenund Hochbau im Ministeriumfür Finanzen und Wirtschaft Baden-Württembergbestellt worden.Ministerialdirigent ThomasKnödler, der die Abteilung17 Jahre geleitet hatte, wurde imFinanz- und Wirtschaftsministeriummit anderen Aufgabenbetraut.Rolf Sutter wurde am 20. August1952 in Titisee-Neustadtgeboren. Nach Abitur undGrund wehrdienst studierte er ander damaligen Staatsbauschulefür Technik in Stuttgart undnachfolgend an der UniversitätStuttgart Architektur. Paralleldazu sammelte er wichtige Berufserfahrungenin freien Architekturbüros.Rolf Sutter istmit der freien Architektin GabySutter verheiratet und hat zweiTöchter.Die Ausbildung zum RegierungsbaumeisterabsolvierteSutter ab 1984. Nach erfolgreicherReferendarsausbildungund Zweiter Staatsprüfung warRolf Sutter zunächst im UniversitätsbauamtFreiburg tätig. DieAufgaben des Bezirksbaus lernteer als Referent in der damaligenOberfinanzdirektion Freiburgkennen. Ab 1991 leitete er dieKlinikbauabteilung im UniversitätsbauamtFreiburg und wurdeständiger Vertreter des Amtsleiters.In diese Zeit fielen unteranderem die Wettbewerbsbetreuungund Projektleitung fürdas große KlinikbauvorhabenNeurozentrum in Freiburg mit150 Millionen Mark Bau kosten.Im Jahr 1999 wurde Rolf Sutterzum Leiter des StaatlichenHochbauamts Freiburg bestellt.Damit erfolgte der Wechselvom Landesbau zum Bundesbau,eine weitere wichtige Stationim Zuständigkeitsbereich derStaatlichen Vermögens- undHochbauverwaltung. Auf solidemfachlichen Fundament wurdeihm im Jahr 2004 die Leitungdes Landesbetriebs BundesbauBaden-Württemberg übertragen.Den neu eingerichteten Lan desbetriebBundesbau Baden-Württemberg organisierte erzu einer betriebswirtschaftlichorientierten, technischenDienst leistungsverwaltung, diebundesweit hohe Anerkennungerfährt. Auch fachlich genießtRolf Sutter einen guten Ruf.Er gilt einerseits als kunstsinnigerArchitekt, andererseits alsreformfreudiger Verwaltungsexperte.Gemäß dem Motto „Zum Erfolggibt es keinen Lift, man mussdie Treppe nehmen“ erklommRolf Sutter alle Stufen in derStaatlichen Vermögens- undHochbauverwaltung. Für dieLeitung der Abteilung Vermögenund Hochbau im Ministeriumfür Finanzen und Wirtschaftbringt er somit wichtige Erfahrungenund alle wesentlichenVoraussetzungen mit.PERSÖNLICHINFO BAU 1/2013 07


PERSONALVERÄNDERUNGEN BEIDER STAATLICHEN VERMÖGENS-UND HOCHBAUVERWALTUNGMinisterialrat Bernhard Gieß istNachfolger von MinisterialrätinDr. Cornelia Ruppert und leitetseit September 2013 das ReferatSchlösser und Gärten im Ministeriumfür Finanzen und WirtschaftBaden-Württemberg.Nach dem Studium der Rechtswissenschaftenan der UniversitätTübingen war Bernhard Gießseit 1989 in unterschiedlichenFunktionen im damaligen Finanzministeriumund im Staatsministeriumtätig. Zunächst warer als stellvertretender Refe ratsleiterin der Steuerabteilung fürdie Bereiche Unternehmensbesteuerung,internationale Besteuerungu.a. zuständig. Dannleitete er über mehrere Jahreein Referat in der Haushaltsabteilung.Im Staatsministeriumwar er als Referatsleiter fürdie Bereiche Landeshaushaltund Landesbeteiligungen verantwortlich.Von 2003 bis September2013 war er wieder imMinisterium für Finanzen undWirtschaft mit den SchwerpunktenUnternehmensbesteuerungund internationale Besteuerungbeschäftigt. Nun hat BernhardGieß eine gänzlich andere Aufgabeübernommen. Hierbei giltes, die vielfältigen Kulturliegenschaftendes Landes unterEinbeziehung der Kompetenzder Staatlichen Schlösser undGärten und der Sachkunde jedereinzelnen Schloss- und Klosterverwaltungvor Ort zu bewahren,sie aber auch der Bevölkerungin ansprechender Art und Weisezu präsentieren.Neuer Referatsleiter B1 – Organisation,Personal, Haushalt – inder Betriebsleitung BundesbauBaden-Württemberg ist seit1. Juli 2013 Baudirektor KlausMax Rippel. Der 54-jährige Frankeist Nachfolger der LeitendenRegierungsdirektorin AnetteSchmermund. Nach Abschlussseines Architekturstudiums ander Universität Stuttgart arbei teteRippel zunächst einige Jahrefreibe ruflich für Architekturbüros.Seit dem Jahr 1989 ist erin der Bauverwaltung in verschiedenenFunktionen tätig:zunächst in Stuttgart im damaligenStaatlichen Hochbauamt I,später als Projektleiter und stellvertretenderAbteilungsleiterim Universitätsbauamt Freiburg.Dort zählten die Gesamtplanungder Universität, diverse Sanierungenund Umbauten wie dasInstitut für Geschichte der Me dizinund der Neubau der Institutefür Pharmazie und Pharmakologiezu seinen Aufgaben.Ihren Abschluss fanden seineTätigkeiten für die UniversitätFreiburg durch den Umbau dervon den Franzosen hinterlassenenFliegerkaserne Freiburgfür Zwecke der Informatik undder Baumphysiologie, gekröntschließlich durch die Neubautenfür das Institut für Mikrosystemtechnik.Im Jahr 2000wechselte Klaus Max Rippelals Hochschulbaureferent indie Oberfinanzdirektion Karlsruhe,ab 2002 gehörte auch derBezirksbau Mannheim und Heidelbergzu seinen Aufgaben.Seit der Errichtung des LandesbetriebsBundesbau Baden-Württemberg2004 kümmerte er sichals Referent vor allem um dieBauten der NATO, der US-amerikanischenund französischenGast streitkräfte samt Deutsch-Französischer Brigade.Ein halbes Jahr als stellvertretenderAmtsleiter im Staatli -chen Hochbauamt Freiburgverschaffte ihm zusätzlichePerspektiven im Führungsbereich.Für Klaus Max Rippel istdie Tätigkeit als Referatsleiterfür Organisation, Personal undHaushalt die Abrundung seinerTätigkeiten im modernen öffentlichenBaumanagement.Seine Vorgängerin AnetteSchmermund ist im November2012 zur Vorsteherin des FinanzamtsÜberlingen bestellt worden.Ihr beruflicher Werdegang hattesie über verschiedene Finanzämterund das Staatsministeriumin die Abteilung Bundesbau derOberfinanzdirektion Karlsruhegeführt, wo sie im Herbst 2009das Referat B 1 in Freiburg übernahm.Nach drei Jahren kehrtesie in ihre berufliche Heimat,die Steuerverwaltung, zurück.Vollständig musste sie sich nochnicht von Architektur und Bauverabschieden. Das FinanzamtÜberlingen wird derzeit einergroßen energetischen Sanierungunterzogen. Die drei Jahre Arbeitin unmittelbarer Nähe zumbaulichen Sachverstand in derBetriebsleitung Bundesbau machenAnette Schmermund zueiner sachkundigen Nutzerin gegenüberArchitekt und Bauherr.


NEUER LEITER DES AMTESSTUTTGART BEI VERMÖGEN UNDBAU BADEN-WÜRTTEMBERGSeit dem 1. August 2013 hatBaudirektor Roland Wenk alsneuer Leiter des Amtes Stuttgartdas Ruder von seiner Vorgängerin,der Leitenden BaudirektorinIlse Lange-Tiedje, übernommen.Nach Abitur und Bundeswehrstudierte Roland Wenk Architekturin Karlsruhe und schloss1985 mit dem Diplom ab. Nachdemer zunächst bei einemKarls ruher Architekturbürotätig war, begann bereits 1986seine Laufbahn in der StaatlichenVermögens- und Hoch bauverwaltung.Dort absolvierte erden Vor bereitungsdienst und dieStaatsprüfung für den höherenbau technischen Ver wal tungsdienst.Seine Karriere begann1988 im damaligen StaatlichenHochbauamt Mann heim. DreiJahre später übernahm er dortdie Leitung einer Hoch bauabteilung. Ein besonders bedeutsamesProjekt dieser Zeitwar die Wiederherstellung desCorps de Logis des MannheimerSchlosses für das neugestalteteSchlossmuseum und die Wiederherstellungder Mansarddächermit dem Ausbau für diezentrale Universitätsbibliothek.Seine nächste Station war dasUniversitätsbauamt Heidelberg.Dort übernahm er die Leitungeiner Hochbauabteilung undwurde gleichzeitig zum stellvertretenden Amtsleiter bestellt.Schwerpunkte seinerHeidelberger Zeit waren zweisehr innovative Vorhaben: dieErrichtung einer Ionen strahl-The rapieanlage für das Universitätsklinikum und der Neubaufür das For schungsnetz „Bioquant“,einer Einrichtung zurquantitativen Analyse molekularerund zellulärer Biosysteme.Seit November 2008 bis zu seinemWechsel zum Amt Stuttgartwar Roland Wenk als Referentim Hochschulbaureferat desMinisteriums für Finanzen undWirtschaft zuständig für Hochschulenund Universitätsklinikades badischen Landesteils und indiesem Zusammenhang befasstmit Sonderinvestitionsprogrammenund der Exzellenzinitiativedes Bundes.Seine Vorgängerin, LeitendeBaudirektorin Ilse Lange-Tiedje,leitete das Amt seit 2007, nachdemsie zuvor bereits drei Jahredie Stellvertretungspositioninnehatte. In der Amtszeit vonIlse Lange-Tiedje wurden vieleanspruchsvolle Vorhaben rea -li siert: der Neubau für das Innenministeriuman der Willy-Brandt-Straße in Stuttgart,In terimsunterbringungen, Sanierungen,Ergänzungsbautenund Neubaukonzepte für dieStaatsgalerie, Umbaumaßnahmenfür das Württembergi scheLan desmuseum und die WürttembergischenStaatstheater,vielfältige Baumaßnahmen imZoologisch-botanischen GartenWilhelma, unter anderemein neues Haus für afrikanischeMenschenaffen und der Einstiegin die umfassende Sanierung derGebäude des Staatsministeriumsund des Landtags.PERSÖNLICHINFO BAU 1/2013 09


Kategorie „ÖffentlicheEinrichtungen“Vermögen und BauBaden-WürttembergAmt TübingenArchitektenHartmaier + PartnerMünsingenAusstellungskonzeptImpuls DesignErlangenausgezeichnet 1Baukultur Schwäbische Alb 2013Bei der Initiative „Baukultur SchwäbischeAlb“ werden gute Beispieleprämiert, die zeitgemäße Architekturmit regionaler Identität verbinden.Das Auszeichnungs ver fahren wurdevom Regierungs prä sidium Tübingen,dem Ministerium für Verkehr undInfrastruktur und der Tübinger Bezirksgruppeder Architektenkammerinitiiert.BIOSPHÄRENZENTRUMSCHWÄBISCHE ALBIM ALTEN LAGER MÜNSINGENMit einem modernen „Zwischenbau“werden zwei ehemaligeWach- und Kommandogebäudeam Eingang des „AltenLagers“ auf gelungene Weisezusammengefasst. Die neuenGlas-, Holz und Metallelementestehen bewusst im Kontrast zuden beiden historischen, behutsamsanierten Ziegelbauten.Die neuen Nutzungen für dasBesucherinformationszentrumwerden sinnvoll in die Altsubstanzintegriert. Die rücksichtsvolleModernisierung der beidenBestandsbauten und der zeitgenössische,aber nicht aufdringlichwirkende neue Verbindungsbauteilergänzen sich positiv, einegelungene Aktivierung alter Bausubstanz.4 der 36 Auszeichnungen gingen andie Staatliche Vermögens- undHoch bauverwaltung. Die Projektewerden mit den Begründungen derJury vorgestellt.


Kategorie „ÖffentlicheEinrichtungen“Kategorie „Landwirtschaftund Landschaftspflege“Kategorie „Landwirtschaftund Landschaftspflege“Vermögen und BauBaden-WürttembergAmt TübingenBaden-WürttembergVermögen und BauAmt TübingenBaden-WürttembergVermögen und BauAmt TübingenArchitektenBamberg ArchitekturPfullingenArchitektenAckermann & RaffTübingenArchitektenAckermann & RaffTübingenERWEITERUNG WALDSCHULHEIMHAYINGEN-INDELHAUSENBaumhaus, Holzhaus, Wehrhaus,Ausguck: Gleich mehreretypische Alb-Elemente beinhaltetdieser kleine, feine, dasUrsprungshaus um ganz vielAtmosphäre erweiternde Anbau.Hart an der Kante einessteilen Abhangs über dem DorfIndelhausen errichtet, von zweiBeton scheiben gehalten undgegen den Altbau mit einerGlas fuge abgesetzt, leistet derzweigeschossige Einbau ausGlas und Holz schon an sichsehr viel moderne Heimatkunde:Die Besucher – Kinder imSchul alter – sollen bei ihrenAufenthalten nicht nur im Waldmitarbeiten (und damit ihrenAufenthalt teilweise finanzieren),sondern auch lernen, wasman aus heimischen Hölzernwie Eiche und Lärche machenkann: Stützen und Sonnenschutz,Böden, Wandverkleidungen,Mö bel. Großzügige Glasfensterholen mit ihren Ausblicken indie Alblandschaft die Natur,Fel sen, Blumen, Vögel praktischins Haus. Respekt gegenüber derUmwelt, ein bisschen Abenteuerund eine Ästhetik der Einfachheitund Sparsamkeit, des Selber -machens: Auch das sind Botschaften,die dieses Hausvermittelt.HAUPT- UND LANDGESTÜTMARBACHNeubau LehrgangsstallZwei Stallgebäude werden übereine dazwischengeschalteteRe mise für Kutschen zur einerHof anlage komponiert. Zwischenden Sparren vom verglastenFirstreiter einfallendesLicht schafft im Mittelflur derStallgebäude eine angenehme,gedämpfte Atmosphäre. Eichenholzverschalungen,vertikal undhorizontal wechselnd, gliederndie Fassaden in Abhängig keitvon Fensteröffnungen, ge schlossenenWandflächen und Lüftungslamellen über den Fensternder einzelnen Ställe. OhneDach überstände ausgeführt,kann das natur belassene Fassadenholz gleichmäßig ergrauen.Dies ist notwendig, um die Hofanlagefarblich in das Ensembledes Landgestüts harmonischein zubinden. Die Hofanlageerlaubt es, dort erste Fahrübungenmit Kutschen im geschütztenRaum zu absolvieren. DieFunktionalität der drei Ge bäudeteilefür sich wie auch alsEnsemble ist gut aufeinanderabgestimmt. Die parallel zumHang ausgerichteten Stallgebäudeergänzen die Strukturdes Land gestüts Marbach ganzselbstverständlich. Ein vorbildlichesBeispiel für das Bauen mitder Landschaft.HAUPT- UND LANDGESTÜTMARBACHNeubau Reithalle inOffenhausenDie Reithalle wird parallel zumHang optimal in die Topografieeingepasst. Ein parallel zumHang abfallendes Pultdach wirddurch ein am First ansetzendesGe gen pult akzentuiert. Die großeKubatur der Reithalle er -hält so im Querschnitt eine maß -stäbliche und schlanke Er schei -nung. Das sich dadurch er gebendeOber licht von Nord-Westverleiht dem Inneren – verbundenmit von Süden über Holzlamelleneinfallendem Streu licht–eine ruhige, fast feierliche Stimmung.Von innen fällt der Blickdes Reiters zwischen den umgebendenhistorischen Gebäudenauf die grüne Dach kuppel derGestüts kirche. Die Reithalle istein hervorragendes Beispiel dafür,wie mit wenigen, aber richtiggesetzten architektonischenEntscheidungen die Unverwechselbarkeiteiner baulichen Anlageerreicht werden kann, undwie unter Berücksichtigung derTopografie eine mächtige Baumasseam Orts rand eines historischenEnsembles landschaftsverträglicheinzubinden ist.AUSGEZEICHNETINFO BAU 1/2013 11


Stadt Karlsruhe2005–2012Staatliches HochbauamtBaden-BadenArchitektenLederer Ragnarsdóttir OeiStuttgartausgezeichnet 2Beispielhaftes BauenDas Auszeichnungsverfahren„Beispielhaftes Bauen“ der ArchitektenkammerBaden-Württembergbewertet die Qualität realisierterArchitektur und will damit das Bewusstseinfür die gebaute Umweltschärfen.TEMPORÄRER AMTSSITZBUNDESVERFASSUNGSGERICHTKARLSRUHEDas Ensemble aus Bestand,Revitalisierungsbereichen undNeubauelementen überzeugtdurch seine klare differenzierteGliederung. Die einzelnenFunktionsbereiche sind eindeutigablesbar und von hohergestalterischer Qualität. Dasneue Eingangsbauwerk empfängtselbstbewusst, ohne gestalterischzu überziehen. Die sensibleFormgebung in Verbindung mitLicht und Material unterstreichtdiesen Aspekt. Alle Räume verbreiteneine helle, freundliche,offene Atmosphäre. Die vorhandenenRaumstrukturen werdenmit einfachen architektonischenEingriffen den gefordertenNutzungen angepasst. Dies istein außerordentlich gelungenerarchitektonischer Beitrag für dasBauen im Bestand.Ausgezeichnet wird sowohl derBauherr als auch der Architekt.Sieben Projekte der StaatlichenVermögens- und Hochbauverwaltungwerden mit den Begründungen derJury vorgestellt.


Stadt Karlsruhe2005–2012Stadt Karlsruhe2005–2012Heidenheim2005–2012Staatliches HochbauamtBaden-BadenArchitektenHarter + KanzlerFreiburgVermögen und BauBaden-WürttembergAmt KarlsruheArchitektenAgence Ter.de GmbHLandschaftsarchitektenProf. Henri BavaKarlsruheVermögen und BauBaden-WürttembergAmt Schwäbisch GmündArchitektenSpreen ArchitektenMünchenAußenanlagen mit terra.novaLandschaftsarchitekturMünchenBUNDESGERICHTSHOF KARLSRUHEEmpfangsgebäude mitSitzungssaalAn und in das Gebäudearealdes Bundesgerichtshofs wurdeein besonderer Baustein eingestellt,der sich in seiner äußerenWahrnehmung durch seineMaterialität sympathisch zurücknimmt.Auch im Inneren setztsich diese Zurückhaltung durcheine puristische, jedoch allenhoch technischen Standardsentsprechenden Qualität harmonischfort. Das anspruchsvolleRaumprogramm wurde hervorragenderfüllt. Einen direkten Bezugzum städtebaulichen Umfeldund dem attraktiven Innenhofschaffen dreiseitig fast raumhoheFenster im Obergeschoss; sieerhöhen die Raumqualitätenzusätzlich. Das Gebäude ist inallem komplett beispielgebend.SCHLOSSPLATZ KARLSRUHESzenerie im WandelDer Schlossplatz hat durch seineschlüssige Umgestaltung an Attraktivitätsehr gewonnen. Er istals zentrale Freifläche erlebbarund in seiner Funktion als Bindegliedzwischen Schloss und Innenstadtgestärkt. Der Stadtraumwird zum Schloss hin geöffnetund so seine Aufenthalts- undVerweilqualität erhöht. Nungliedern und rhythmisieren dieneu positionierten LengelacherSkulpturen harmonisch das Mittelparterre,das über eine breiteTreppenanlage mit Rampe denneu entstandenen Platz um dasKarl-Friedrich-Denkmal folgerichtiganbindet. Dieser Platzist zur neuen öffentlichen Mittegeworden, zum Treffpunkt fürEinwohner und Besucher derStadt, zum Wohlfühlort für Spielund Erholung.DUALE HOCHSCHULE BADEN-WÜRTTEMBERG HEIDENHEIMDer Neubau der Hochschulesteht als dunkler Kubus solitärauf einer ehemaligen Bahnflächeund nimmt bewusst keinen Bezugzu Körnung und Gestalt seinerUmgebung. Mit seiner dunklen,schmal gebänderten Fassadegrenzt er sich nach außen abund öffnet sich dann wieder mitgroßen „Schaufenstern“ über Eckzur Stadt. Die innere Organisationals „vertikaler Campus“ überzeugtgrundsätzlich, führt aberzu Orientierungsschwierigkeiten.Mit dem scharfen Kontrast zwischender dunklen Fassade unddem monochrom weißen Innenräumenwurde der Begriff „dual“vielleicht eine Spur zu konsequentumgesetzt. Die Durcharbeitungbis ins Detail und dieGestaltung der Freianlagen sindjedoch gut gelungen.AUSGEZEICHNETINFO BAU 1/201313


Lörrach2003–2012Sigmaringen2006–2012Enzkreis und Pforzheim2004–2011Vermögen und BauBaden-WürttembergAmt FreiburgArchitektenLederer Ragnarsdóttir OeiStuttgartStaatliches HochbauamtUlmArchitektenvautz mang architektenStuttgartVermögen und BauBaden-WürttembergAmt PforzheimArchitektMGF ArchitektenStuttgartLandschaftsarchitektenNeher LandschaftsarchitekturSindelfingenDUALE HOCHSCHULE BADEN-WÜRTTEMBERG LÖRRACHAm Hang über Lörrach liegt derCampus der Dualen Hochschuleperfekt in die Landschaft eingebettet.Auf weißem Kalksandsteinsockelerheben sich in zweiGebäudezeilen schieferummantelteBaukörper, die mit ihreräußeren Form die unterschiedlichstenNutzungen dokumentieren.Interessante Details undausdrucksstarke Formensprachegeben dem Ensemble einenhochwertigen, unverwechselbarenCharakter. Die Außenräumezwischen den beiden Bauzeilensind attraktiver Treffpunktmit herrlichem Blick über dieStadt.GRAF-STAUFFENBERG-KASERNEUmbau und ErweiterungSporthalle 31Das Objekt zeigt in überraschenderWeise, wie ein einstmalsunansehnlicher Zweckbau zuneuem Leben erweckt werdenkann. Mit wenigen, aber dafüräußerst präzise und wirkungsvolleingesetzten Gestaltungsmittelnwird eine heitere und angenehmvon Tageslicht bestimmteAtmosphäre im Innenraum erzeugt,die jegliche Kasernenassoziationbeseitigt. Mit Hilfe exponierteingesetzter Farbfelder,die konsequent das Tageslichtin den Innenraum lenken, undeinem Anbau für die bis dahinfehlenden Nebenräumen wirdder ansonsten rein funktionaleund wirtschaftliche Bestandher vorragend ergänzt. Geschicktplatzierte Fenster gewähren Ausblickin das parkartige Kasernengeländeund der unspektakulärgehaltene Eingang empfängtfreundlich und heiter auch seinezivilen Nutzer.HOCHSCHULE PFORZHEIMErweiterungsbau der Fakultätfür GestaltungDer schlichte Neubau stehtselbstbewusst neben denkmalgeschütztenJugend stil gebäuden.Einem Schlusspunkt gleichkomplettiert er beispielhaft dasEnsemble: Zum Hof offen, zuden Straßen geschlossen werdendamit schöne Räume für Lehrendewie Studierende geschaffenund der Außenraum geordnet.


Vermögen und BauBaden-WürttembergAmt TübingenArchitektAckermann & RaffTübingenTragwerksplanungIngenieurbüro ManzMünsingenausgezeichnet 3HolzbaupreisBaden-Württemberg 2012Mit dem Holzbaupreis Baden-Württembergwerden herausragendeBauten, die unter überwiegenderVerwendung des Bau- und WerkstoffesHolz errichtet worden sind,ausgezeichnet. Zwei Projekte derStaatlichen Vermögens- undHochbauverwaltung erhielten eineder sieben Anerkennungen.Ein Projekt wird in dieser Ausgabemit den Begründungen der Juryvorgestellt.HAUPT- UND LANDGESTÜTMARBACHReithalle undLehrgangsstallungenDer Lehrgangsstall in Marbachliegt am Weg, der von der historischenHofanlage zu den Weideflächenführt. In den u-förmigenSeitenflügel sind die Ställeuntergebracht. Sie fügen sich sobesonders gut, auch wegen dersattelförmigen Dachform, in diebestehende denkmalgeschützteStruktur des Hofes ein. Nebendem Tragwerk aus Brettschichtbzw.Brettsperrholz wurde gehobelteEiche als erlesenes Materialfür die Fassade gewählt.Die Reithalle, deren Außenwändeaus Holzrahmenbau-Elementenbesteht, ist der Hangsituationin Offenhausen angepasst.Der Baustoff Holz und die natürlicheBelüftung sorgen für einangemessenes Raumklima.Die Jury hebt besonders hervor,dass scheinbar „einfache“ Bauaufgabenwie eine Reithalle undStallungen, hier mit hoher Präzisionin den Materialien, derKonstruktion und den Detailsmit simplen Mitteln umgesetztwurden.AUSGEZEICHNETINFO BAU 1/2013 15


SANIERUNG DEREVANGELISCHEN KIRCHEEICHSTETTENGENERALSANIERUNG DEREVANGELISCHEN KIRCHESTUTENSEE-STAFFORTSCHLOSS RASTATTSanierung der Fassadekurz und bündigWegen bautechnischer Mängelan der Dachkonstruktion undder Haustechnik, fehlender Sanitäranlagensowie der Abnutzungaller Oberflächen außenwie innen ist die mittelalterlicheKirche Eichstetten saniert worden.Zudem wurde der Altarraumneu geordnet. OberstesZiel war, möglichst wenig in dashistorische Bauwerk einzugreifen.Der Innenraum sollte samtseiner einheitlichen Ausstattungerhalten bleiben. Der größteEin griff in die bestehende Substanzwar der Ausbau des abgängigenSteinfußbodens und derdort vorgenommene Einbau derUn ter flurheizstationen sowieeines neuen Steinbelags. Derhö her liegende Chorraum ragtnun in das Kirchenschiff hineinund orientiert sich mit denneuen Prin zi palien und demhisto rischen Taufstein räumlichzur Gemeinde. Der alte steinerneAltar wurde in die Apsis desChors versetzt. Dort entstandzusammen mit der neuen Bestuhlungein meditativ nutzbarerRaum. Hinter einem der beidenöstlichen Seiteneingänge wurdeeine WC-Anlage integriert.Eine Rampe beim Südeingangermöglicht den barrierefreienZugang zum Kirchenschiff. DieGesamtbaukosten der Ende 2011abgeschlossenen Baumaßnahmenbetrugen 1,55 Millionen Euro.A-FRDie Evangelische Kirche Stu tensee-Staffortwurde in den Jah ren1899 bis 1901 in neogotischemStil errichtet. In der Nachkriegszeitist die Kirche verschie dent -lich modifiziert und in den1960er-Jahren renoviert worden.Die Oberflächen waren im Laufeder Zeit durch Verschmutzun -gen sehr unansehnlich ge wor den,die technische Aus stat tung muss -te dringend erneuert werden.Das realisierte Farb konzept istin Anlehnung an die ursprünglicheGestaltung erfolgt. Stattder neutralen weiß-grauen Farb -töne der 1960er-Jahre herrschennun warme Farben vor. DasChor po dest wurde um rundzwei Meter verlängert und dievorderen Bankreihen gegen einemobile Bestuhlung ausgetauscht.Das südliche Querschiff kannfür den Aufenthalt von Kinderndurch eine mobile Glaswand ab -getrennt und als Multifunk tionsraumgenutzt werden. Die vonaußen sichtbarste Maßnahme istder mit vorbewittertem Kup fer -blech verkleidete Anbau auf derSüdwestseite. Er dient als neuerHaupteingang. Zudem sind dorteine Hebebühne für Roll stuhl -fahrer sowie ein barrierefreiesWC untergebracht. Die Gesamtbaukosten der Sanierungsmaßnahmebetrugen eine Mil lion Euro.A-KADas Schloss Rastatt wurde von1699 bis 1707 unter MarkgrafLudwig-Wilhelm erbaut. Mitdem Aussterben der Baden-BadenschenLinie fiel das Schlossan den Markgraf von Baden-Durlachund verlor dadurch seineBedeutung als fürstliche Residenz.Dieser Umstand bewahrtedie Anlage vor Anpassungen anden Zeitgeschmack. Nachdemes lange überwiegend militärischgenutzt worden war, wurde dasSchloss nach dem Zweiten Weltkriegfür den Publikumsverkehrgeöffnet. Heute befinden sichzwei Museen und das Amtsgerichtim Rastatter Schloss.Weil die letzte Sanierung derFassade bereits über 30 Jahrezurücklag, hatte der Zahn derZeit deutliche Spuren hinterlassen.Bei der Sanierung in den1970er-Jahren wurden der Putzgrößtenteils erneuert und dieStuck- und Sandsteinprofile repariertoder sogar ausgetauscht.Dieses Mal beschränkten sichdie Arbeiten im Wesentlichenauf das Reinigen der Fassade,das Ausbessern loser Putz- undArchitekturelemente sowie dasFestigen und Reparieren beschädigterFriese und Kapitelle ausSandstein. Schließlich wurde dieFassade mit einem spannungsarmenKalkanstrich beschichtet.Den Abschluss der mit Ge samtbaukostenin Höhe von 1,7 Mil -lio nen Euro realisierten Sanierungsmaßnahmebildete die Neu -vergoldung der Jupiterstatue aufdem Mittelrisalit des Hauptbaus.A-PF


DAS NEUE POLIZEIREVIERSTUTTGART-WESTNEUBAU FÜR DAS POLIZEIREVIERNEUBAU FÜR DEN POLIZEIPOSTENSANIERUNG UNTERKUNFTS-MÜNSINGENMÖSSINGENGEBÄUDE IM BILDUNGSZENTRUMIN SCHWÄBISCH GMÜNDIm Zuge der Polizeirevierreform2008 mussten im StuttgarterWes ten zwei Reviere zu sammengelegtwerden. Da das vorhandeneRevier in der Gu ten bergstraße75/77 zu klein war undnicht über die notwendige Infrastrukturfür ein großes Revierverfügte, wurde das neue Revierin den frei gewordenen, zuletztdurch das Finanz gericht genutzten,landeseigenen Gebäude derGuten bergstraße 109 bis 113 untergebracht.Die Gebäude stammenaus dem Jahr 1912. Für dieneue Nutzung waren umfangreicheUmbau arbeiten sowohl ander Gebäudehülle als auch imGebäudeinneren erforderlich.Die Dachflächen und die Fas sadewurden neu gedämmt so wieneue Fenster eingebaut. Zu demsind neue Umkleide- und Dusch -räume, ausreichend Büro räume,ein Unterrichtsraum sowie Arrestzellen geschaffen wor den.Eine großzügige, modern offengestaltete Wache empfängt jetztden Bürger. Durch ein neueszweites Treppenhaus ist nunein zusätzlicher Ret tungs wegvor handen. Nach Abschluss derArbeiten präsentiert sich dasHaus außen in warmen dunk lenRot tönen. Im Inneren sorgenhel le Farbtöne und farblicheAk zen te für eine angenehmeArbeitsatmosphäre. Um die angrenzendenGebäude vor demLärm der startenden Ein satzfahrzeugezu schützen, wurdeder Hof teilweise überdacht undeine Wand scheibe errichtet. Daseingeschossige Gebäude aufdem benachbarten GrundstückGuten bergstraße 113 wurde zurGarage ausgebaut.A-SDas Polizeirevier Münsingenwar in einem Anfang des letztenJahrhunderts errichteten Altbauunzureichend untergebracht.Durch den Abriss dieses amStadt eingang von Münsingen gelegenenBaus eröffnete sich dieMöglichkeit, ein neues stadtbildprägendesGebäudeensemble zuerstellen. In einem ersten Schrittwurde der Altbau erweitert. Indiesen Erweiterungsbau ist dasPolizeirevier umgezogen, bevordas alte Gebäude abgerissen undneu gebaut wurde.Die beiden kompakten dreigeschossigenBaukörper stehenauf einem Sockelgeschoss, indem neben den Umkleide- undSanitärräumen auch die Gewahrsamszelleneingerichtet sind.Der Haupteingang orientiertsich in Richtung Ortsmitte undist barrierefrei über eine Rampeerreichbar. Im Erdgeschoss befindensich die Wache, ein Zimmerfür den Dienstgruppenführerund Büroräume, im erstenObergeschoss liegen weitereBüroräume. Im zweiten Obergeschosssind ein Unterrichts- sowieein Aufenthaltsraum eingerichtet.Im Untergeschoss sinddie Technikräume untergebracht.Nach Fertigstellung des mitGesamtbaukosten in Höhe von2,8 Millionen Euro realisiertenEnsembles steht der Polizei einmodernes Dienstgebäude mitzeitgemäßer Infrastruktur zurVerfügung.A-TÜDie Bediensteten des PolizeipostensMössingen waren ineinem Wohngebäude aus demJahr 1880 unzureichend untergebracht.Weil das Gebäudewegen der Grundstückssituationnicht erweitert werden konnte,ist an anderer Stelle ein Neubauerrichtet worden. Der mitGesamtbaukosten in Höhe von1,8 Millionen Euro realisierteNeubau steht nun als markanterBaukörper an der Kreuzungzweier übergeordneter Straßen.Er wurde so auf dem Grundstückpositioniert, dass sich einVorplatz ergibt. Die gewähltestädtebauliche Ausrichtung ermöglichteine eventuelle Erweiterungzu einem Revier.Die Räume des neuen Polizeipostenssind auf zwei Geschossekompakt um ein offenes zentralesTreppenhaus organisiert,welches über runde Glasoberlichtermit Tageslicht versorgtwird. Die Fassade wurde alsdunkel verputzte Lochfassademit kerngedämmten Schalungssteinenausgeführt, indie weiß gefasste Fensteröffnungeneingelassen sind. DerBesprechungsraum ist mit denDiensträumen im Obergeschossuntergebracht und profitiertvon seiner exponierten Lage imauskragenden Bauteil über demzurückgesetzten Zugangsbereichim Erdgeschoss. Der Energiebedarfder Heizungsanlage wirdüber Geothermie sichergestellt.Diese deckt auch die notwendigeKühlung ab, wie sie zumBeispiel für die Serverräumeerforderlich ist.A-TÜDas Bildungszentrum der OberfinanzdirektionKarlsruhe inSchwäbisch Gmünd wurde inden 1960er-Jahren errichtet unddient der Aus- und Fortbildungvon Beschäftigten der Finanzverwaltung.Block F ist einer voninsgesamt sieben Wohnblöckenauf dem Areal des Bildungszentrums.Ziel der Sanierungwar, das sogenannte Punkthausin seiner für die Zeit typischenErscheinungsform zu erhalten.Durch Grundrissänderungen beider Zimmereinteilung konntejedoch eine zeitgemäße Unterbringunggeschaffen werden, dieden Bedürfnissen einer modernenBildungseinrichtung gerechtwird. Aus den ursprünglichenZweibettzimmern sind attraktiveEinzelzimmer mit integriertemNassbereich entstanden. Darüberhinaus wurde der Brandschutznachgebessert und sämtlicheOberflächen erneuert.Im Erdgeschoss lädt ein neuerClubraum mit Teeküche zumVerweilen und zum Gedankenaustauschein. Zudem steht einneuer Seminar- und Fernsehraumzur gemeinschaftlichenNut zung zur Verfügung. Das Gebäudeentspricht nun nach derSanierung mit Gesamtbaukostenin Höhe von 2,2 Millionen Euroauch energetisch heutigen Vorschriften.A-GDKURZ UND BÜNDIGINFO BAU 1/201317


BILDUNGS- UND WISSENSCHAFTS-TECHNISCHES HILFSWERK KEHLTUNNELBETRIEBSGEBÄUDETUNNELBETRIEBSGEBÄUDEZENTRUM SIGMARINGENEnergetische SanierungNeubau und SanierungWALDKIRCHNeubauOBERKIRCH-LAUTENBACHNeubauDas Bildungs- und Wissen schaftszentrumam Standort Sig ma ringenist seit knapp 40 Jah ren zentralerOrt für Lehre, Aus- undFort bildung der Bun des finanzverwaltung.Im Rahmen des Sonderprogramms zur CO 2-Re duzierung bei den Bun des liegen -schaften sind die sieben Unterkunfts-und vier Funk tions gebäude in Zusammenarbeit mitdem Architekturbüro Baurconsultzwischen 2009 und 2012umfassend energetisch saniertworden. Da die Gebäude in den1970er-Jahren errichtet wurden,konzentrierten sich die Maßnahmenauf die Beseitigung der fürdiese Zeit typi schen Schwachstellenan der Außenhülle. Beider Fassade wurden die Sichtbetonelementemit hinterlüfteten,gedämmten Faserzementplattenverkleidet und zahlreiche Bestandsfenstergegen Drei-Scheiben-Isolierverglasungenausgetauscht.Bei den Flachdächernwurde die Abdichtung saniertund mit einer neuen Dämmungversehen, die den aktuellenEner giestandards entspricht. Darüberhinaus wurden sie extensivbegrünt. Die farbliche Gestaltungder Fassaden orientiert sichan einem liegenschaftsweitenGestaltungskonzept und wirdvon Graustufen dominiert. Roteingefasste Erkerfenster lockerndie streng gegliederte Fassadeauf und akzentuieren die da hinterliegenden Flurbereiche. Diemit Gesamtbaukosten in Höhevon 5,5 Millionen Euro veranschlagtenBaumaßnahmen erfolgtenbei laufendem Betrieb.HBA-ULEin Gebäudeensemble des OrtsverbandsKehl des THW warnach jahrzehntelanger Nutzungin großen Teilen wirtschaftlichnicht mehr zu erhalten. ZweiHallen mussten weichen undsind durch neue Fahrzeughallenin Stahlbauweise ersetzt worden.Ein vorhandener Massivbau unddas Unterkunftsgebäude wurdenumfassend modernisiert. Parallelzu den Hochbaumaßnahmenwurde das marode Leitungsnetz,einschließlich der Altlasten imUntergrund, saniert. Im Zugedessen wurde die gesamte Ober -flächenbefestigung neu hergestellt.Die Abstimmungen zwi -schen den Hoch- und Tief baumaßnahmen waren bei dieserAufgabe besonders komplex,weil während der Baumaßnahmesowohl Schadstoffe entsorgt, alsauch Kampfmittel beseitigt werdenmussten. Für die in zwölfMonaten umgesetzte Gesamtmaßnahmewurden rund 1,5 MillionenEuro ausgegeben.HBA-FRDer Hugenwaldtunnel der B 294bei Waldkirch wird momentandurch das RegierungspräsidiumFreiburg saniert. Das neue Tunnelbetriebsgebäude ist Teil die -ser Baumaßnahme. Da in einemTunnel betriebsgebäude sämtlichetechnischen Anlagen un ter -gebracht sind, die die Funk tionalitätdes Tunnels sicherstellen,stellt es in gewisser Weisedas Gehirn einer Tun nel anlagedar. In diesem Betriebsgebäudebefinden sich die Schaltanlagenfür Beleuchtung, Belüftung,Funkaus stat tung und diegesamte sicher heits tech nischeAus stattung des Tunnels. Dadas Gebäude sowohl im Naturschutzgebietliegt als auchaußerhalb einer zusammenhängendenBebauung im sogenanntenAußenbereich, kommt ihmneben seiner funktionalen Aufgabeauch eine gestalterischeBedeutung zu. Das Gebäudehat einen langgestreckten, plastischstark differenzierten Baukörper.Die samtige, orangebis violett gefärbte Rostschichtder Fassaden verkleidung ausCortenstahl-Tafeln schützt vorweiterer Korrosion. Zugleichfügt sich der Bau durch dieseFarbtöne in die ihn umgebendeNatur ein und erscheint beinahewie ein liegengebliebener Findling.Der mit Gesamtbaukostenin Höhe von 1,15 MillionenEuro errichtete Neubau wurdenach einer Bauzeit von zwölfMonaten im Juli 2013 an dasRegierungspräsidium Freiburgübergeben.HBA-FRDas neue Tunnelbetriebsgebäudean der Ortsumfahrung Oberkirch-Lautenbachder B 28 stehtam Übergang zwischen offenerTrog- und geschlossener Tunnelbauweisein direkter Sichtverbindungzum Tunnelportal. DasBetriebsgebäude und die erforderlichenLärmschutzwände sindmit Gabionenkörben gestaltet.Mit den mit kantig gebrochenemSchwarz waldgranit gefüllten Kör -ben wurde sowohl die Schallschutzwanderrichtet als auchdie Fassade des Betriebsgebäudesverkleidet, sodass diese alsbauliche Einheit wirken. Einzigdie große, lang gestreckte Fensteröffnungzum Tunnelportal hinsowie die großen Türöff nun genauf der Straßenseite gliedernden Baukörper. Die mit SichtbetonfertigteileneingefasstenÖffnungen sind sorgfältig detailliertund verstärken durch ihretiefen Leibungen die steinerneund monolithische Wirkung desGebäudes. Indem auch das Flach -dach mit demselben gebrochenenGranit ausgeführt wurde,erstreckt sich die einheitlicheMaterialität auch auf dievon oben einsehbare „fünfteFassade“ des Gebäudes. Dermit Gesamtbaukosten in Höhevon 1,12 Mil lionen Euro errichteteNeubau wurde nach einerBauzeit von 20 Monaten imMärz 2013 an das Regie rungspräsidiumFreiburg übergeben.HBA-FR


FRAUNHOFER-INSTITUT FÜROPTRONIK IN ETTLINGENFRAUNHOFER-INSTITUT FÜR CHEMI-KURT-GEORG-KIESINGER-KASERNEHEERESFLUGPLATZ NIEDER-SCHE TECHNOLOGIE IN PFINZTALLAUPHEIMSTETTENNeubau LaborgebäudeNeubau WachgebäudeNeubau WirtschaftsgebäudeNeubau einer WartungshalleMit dem rasch anwachsendenAufgabenspektrum des Fraunhofer-Institutsfür Optronik,Systemtechnik und Bildauswertungin Ettlingen reichte dasRaumangebot im bestehendenGebäude nicht mehr aus. Inrelativ kurzer Zeit musste einneues Laborgebäude realisiertwerden. Dank der gewähltenModulbauweise konnte derNeu bau nach nur vier MonatenBauzeit bezogen werden. Da dasGebäude auf dem Gelände einesunter En sembleschutz stehendenAreals errichtet wurde, erfordertedie Fassadengestaltunghohe gestalterische Sensibilität.Die Material wahl, der erdigeFarbton der glasfaserverstärktenBetonpaneele und die unterschiedlicheRauigkeit derOberflächen erzeugen einesolide und lebendige Fassade,die sich in die Grünflächendes Areals harmonisch einfügt.Die Westfassade wird durchdie regelmäßige Abfolge derFenster- und Türelemente gegliedert.Eine großzügige Verglasungund die Zugänglichkeitzur Terrasse von jedem Laborraumaus ermöglichen die geforderteFlexibilität für denMessbetrieb. Der Bodenbelagbesteht aus großformatigenKautschukfliesen, deren Grüntonmit der farbigen Verglasungkorrespondiert. Ein lokalesFernwärmenetz beheizt dasGebäude, das die Vorgaben derEnergieeinsparverordnung 2009um über 30 Prozent unterschreitet.Die Baukosten betrugen715.000 Euro.HBA-BADDie unbefriedigende Zufahrtsituationund Sicherheitsaspektewaren im Wesentlichen der Anlassfür die Planung eines neuenWachgebäudes beim Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztal-Berghausen.Das neue Gebäude wird durchdie versetzte Anordnung zweierBauteile architektonisch gegliedert.Kubische Formen, begrenz -te Materialauswahl und dezen teFarbgebung verleihen dem Gebäudezeitlose Eleganz. Durchden partiellen Einsatz hochwertigerGlasfliesen an der Fassadewird der Baukörper in dem sichder Besucherempfang befindetals etwas Besonderes hervorgeho -ben. Die raumhohe Verglasung,eine schlanke Pfosten-Riegel-Konstruktion sowie ein mo nolithischer,aber dennoch leichtwirkender heller Empfangstresenverleihen dem Besucherraumtrotz geringer Fläche einen groß -zügigen Eindruck. Aus dem großenfunktional ausgestattetenWachraum kann der gesamte Zu -fahrtsbereich eingesehen werden.Das auskragende Oberge schossund getönte Verglasun gen sorgenfür Schutz vor Sonnen ein strahlung.Im Obergeschoss, das übereine einläufige Treppe aus gefaltetemStahl erschlossen wird, be -finden sich ein Ruheraum undRäume für technische An la gen.Im Rahmen der mit Gesamtbaukostenin Höhe von 2,27 Mil lio -nen Euro realisierten Bau maß -nah me wurden auch die Außenanlagenund die Zufahrt zumInstitut komplett neu gestaltet.HBA-BADEin neu entwickeltes Konzeptder Bundeswehr sieht die Zusammenfassungder bisher getrenntgeführten Betreuungseinrichtungenfür Mannschaften,Unteroffiziere und Offiziere vor.Mit dem neuen Wirtschafts- undBe treu ungsgebäude in Laupheimist dieses Modell umgesetztworden. Der zwölf MillionenEuro teure Neubau nimmtneben Aufenthalts bereichenauch die in einem gesonder tenBereich untergebrachte Trup pen -küche auf. Durch seine Anordnungan einer zentralen Stelledes Ka sernen areals ist dasGebäu de gut an das bestehendeWegenetz angeschlossen. Daszentrale Foyer erschließt einerseitseinen Speisesaal mit Küchefür 900 Verpflegungs teilnehmer,andererseits einen Heimbereichmit Freizeit- und Heimräu mender Soldatinnen und Soldatenso wie einen bistroartig ge stalteten Aufenthalts- und Kommunikationsbereich. Funktionalbildet der Küchenbaukörper, indem sowohl die Truppenkücheals auch die privat betriebeneKüche eines Caterers untergebrachtist, das Herzstück, umdas sich die anderen Funktionenjeweils in eingeschossigenBaukörpern gruppieren. SämtlicheNutzungen einschließlichder Lagerflächen sind im Erdgeschossuntergebracht. Unterden beiden Küchentraktenwurde ein Verbindungsriegelhergestellt, in dem die Elektro-,Heizungs-, Wasseraufbereitungszentralesowie die NassmüllentsorgungsanlagePlatz finden.HBA-ULBei der Planung der Halle lagdie besondere konstruktive undgestalterische Herausforderungin der Tragkonstruktion. Beiihr galt es, die 60 Meter breiteLuftfahrzeughalle mit einermöglichst leicht wirkendenTrag konstruktion stützenfrei zuüberdecken. Dies gelang mit5,40 Meter hohen, aus Rundstahlgeschweißten Fachwerkträgern.Die Leichtigkeit dieser Konstruktionwird durch eine inder Fassade umlaufende Profilbauverglasungauf Trägerhöheunterstrichen. Zusammen mitden geschosshoch verglastenSchiebetoren trägt dieses Elementsowohl zur Optimierungdes Energieverbrauches, alsauch der Arbeitsbedingungenbei. Der kubische, in seinerWirkung schlichte Baukörperzeichnet sich durch eine reduzierteMaterialwahl mit Profilbauglasund graphitfarbenenFaserzementplatten aus. DieserGestaltungsansatz wird im Innenbereichmit einer Mischungaus weißen und betongrauenWandoberflächen wieder aufgegriffen.Die Abstellhalle erhielteine unbeschichtete Betonoberfläche,die im sogenannten Ashford-Formula-Verfahrengehärtetwurde. Die Gesamtbaukostendes Neubaus betrugen 12,4 MillionenEuro.HBA-SHAKURZ UND BÜNDIGINFO BAU 1/201319


geplant und gebaut


Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne ImmendingenNeubau Wirtschaftsgebäude mitBetreuungsbereich MannschaftenHBA FreiburgArchitektenhotz + architektenTragwerksplanungWetzel & von SehtIngenieurbüro fürBauwesentechnische AusrüstungPlanungsbüroSütterlin + PartnerNF2.730 m²BRI24.160 m³Das neue Wirtschaftsgebäude dient als zen -trale Anlaufstelle der Oberfeldwebel-Schreiber-Kasernefür rund 1.200 Soldaten derDeutsch-Französischen Brigade, die dort täglichim Speisesaal verköstigt werden. Mit derFertigstellung des Neubaus in der KaserneImmendingen ist eine Planungsgeschichtezu Ende gegangen, deren Anfänge mehr als20 Jahre zurückreichen. So lange wurde dieSituation des bestehenden Wirtschaftsgebäudesvon der Bundeswehr als verbesserungswürdigempfunden. Mitte der 1990er-Jahrewurde schließlich beschlossen, das vorhandenetechnisch veraltete und räumlich nichtmehr ausreichende Wirtschaftsgebäude ab -zubrechen und durch einen Neubau zu ersetzen.Nach einer im Verhältnis zu den Vorplanungenrelativ kurzen Ausführungszeitvon knapp drei Jahren haben die Soldatender Deutsch-Französischen Brigade und dasKüchenpersonal die neuen Räumlichkeitenin Betrieb genommen.Der zweigeschossige Neubau ist ein quadratischerBaukörper mit den Abmessungen46 mal 46 Metern. Im Erdgeschoss befindensich Aufenthaltsräume für die Soldaten, eineBar mit Terrasse sowie ein Kiosk. Darüberhinaus sind dort der Anlieferungsbereichmit den dazugehörigen Lagerräumen sowieein eigener Bereich für die Feldküche untergebracht.Mit einem Feldküchenanhängerkönnen dort zu Übungszwecken – aus hy gienischenGründen im Gebäude – 250 Essenzubereitet werden, die dann im Speisesaalverzehrt werden. Das Obergeschoss beherbergtden großen Speisesaal, der u-förmigeinen Kern aus Küchen- und Lagerräumenumschließt. Der Saal wird von Offizieren,Unteroffizieren und Mannschaften gemeinsamgenutzt, der Zugang erfolgt jedoch –den französischen Gepflogenheiten folgend –für die unterschiedlichen Funktionsgradeseparat. Das Gebäude besitzt daher zweiHaupteingänge, hinter denen jeweils eineTreppe direkt in den Speisesaal im Obergeschossführt.GBK12,2 Mio. Euro(davon 0,9 Mio. Eurovon der RepublikFrankreich)Bauzeit09/08–08/11Aufgang zumKantinenbereichGEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/201321


übersichtliche EssenausgabeDas äußere Erscheinungsbild des Wirtschaftsgebäudeswird von großzügigen Fens ter öffnungenund blau glasierten, quadrati schenFliesen geprägt. Die Fassaden gestal tungbetont die besondere Nutzung, fügt sichaber gleichzeitig harmonisch in die Umgebungein. Im Inneren ist das Farbkonzeptsehr dezent gewählt. Graue Betonwerksteinbödenund rohe Sichtbetondecken erzeugeneinen erfrischenden Gegensatz zu den edelanmutenden hellen Ahorn-Holzverkleidungenan den Wänden und den Einbauten desSpeisesaals.Das energetische Gebäudekonzept ermöglicht,dass der Speisesaal und die Bar natürlichbe- und entlüftet werden. Hierzuwird die frische Außenluft über drei Luftkaminezugeführt und über Erdkanäle insGebäudeinnere geleitet. Die Luft wird beiBedarf über Wärmetauscher vortemperiert,bevor sie in Bodennähe durch die perforiertenHolzverkleidungen der Wände inden Speisesaal und die Bar geleitet wird.Durch den thermischen Auftrieb steigtdie erwärmte, verbrauchte Luft nach oben,wird dort ebenfalls durch die perforiertenHolzverkleidungen wieder abgesaugt undzieht durch den Kamin aufs Dach. Durchden thermischen Auftrieb und den Kamineffektfunktioniert die natürliche Belüftungohne mechanische Komponenten wie zumBeispiel Ventilatoren. Der Verzicht aufeine mechanische Belüftung führt nichtnur zu Einsparungen im Gebäudebetrieb,sondern auch beim Gebäudevolumen unddamit bei den Gesamtbaukosten. Da keineLüftungskanäle erforderlich waren, konntendie Geschosshöhen rund einen Metergeringer ausfallen. Die durch den Verzichtauf eine mechanische Lüftung gute Energiebilanzdes Gebäudes wird durch dieFoto voltaikanlage auf dem Dach, mit der ausSonnenenergie Strom erzeugt wird, weiterpositiv beeinflusst.Helmut Knecht, Projektleiterfunktionale Geschirrrückgabe


LuftkamineGEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/201323


Magnet-Resonanz-TomografiePatientenanmeldungUniversitätsklinikum FreiburgNeubau eines NotfallzentrumsDer Neubau für das Notfallzentrum desUniversitätsklinikums Freiburg ist der ersteBaustein einer umfassenden Neuordnungder Medizinischen Klinik. Damit wird einezentrale Anlaufstelle für Menschen mit akutenProblemen geschaffen. Mit den 44 Bettendes Neubaus wurden die bestehendenFlächendefizite behoben und wichtigeräumliche Verbindungen zur benachbartenChirurgischen Klinik hergestellt. Hierzuwurden die Hightech-Bereiche der Chi rur gieaus dem Altbau der Medizinischen Klinikherausgelöst und im neuen Universitäts-Notfallzentrum zusammengefasst. Die Zusammenlegungder Intensivstationen wardabei ebenso wichtig, wie die Schaffungeines gemeinsamen Endoskopiezentrumsund einer gemeinsamen Notfallaufnahmefür die Chirurgische und MedizinischeKlinik.Der dreigeschossige Neubau wurde vor dernach Nordosten geöffneten Gebäudeanlagedes Altbaus angeordnet. Er schließt diesemit einer neuen städtebaulichen Kante ab.Der Riegel des Notfallzentrums ist in dreiquadratische Blöcke gegliedert, zwischendenen jeweils ein Lichthof liegt. Hinter dendrei Blöcken bildet eine lineare Hauptachse– gleich einer Magistrale – organisatorischund statisch das Rückgrat des Neubaus. Sieermöglicht eine leichte Orientierung auf allenEbenen und nimmt die Steganbindungenzu den Bestandsgebäuden auf. Entlang derMagistrale sind die Treppen, Aufzüge undVersorgungsschächte angeordnet. DerenWand scheiben stellen die erforderliche statischeStabilität her, um die Funktionsflächender drei Blöcke maximal flexibel einteilenzu können.Im Erdgeschoss befinden sich das neue Universitäts-Notfallzentrum sowie die interdisziplinäreEndoskopie. Im ersten Hauptgeschosssind drei Intensivabteilun gen mitinsgesamt 44 Betten untergebracht, imOber geschoss Herzkatheterlabore des neuenUni versitäts-Herzzentrums sowie dieDirektion der Kardiologie. Ein Hub schrauberlande platz auf dem Dach des mittlerenBlocks komplettiert die Notfallaufnahmedes Zentrums. In den beiden Untergeschossenbefinden sich das neue Schnittbildzentrumfür die ambulante Röntgendiagnostik,die Personalumkleiden, eine Tiefgarage mit240 Stellplätzen und die Gebäudetechnik.UBA FreiburgArchitektKSP Jürgen EngelArchitektenTragwerksplanungMohnke Bauingenieuretechnische AusrüstungSütterlin und PartnerNF7.350 m²BRI72.500 m³GBK42,15 Mio. EuroEinrichtung25 Mio. EuroBauzeit2007–2012


Ansicht NordseiteHauptzugangDie zur Versorgung erforderlichen Medienwerden zentral aus dem klinikinternenHeizkraftwerk über einen neuen Versorgungskanalan das Gebäude herangeführtund in die Ringsysteme eingebunden. Hierverläuft auch das automatische Warentransportsystemdes Klinikums. Darüber wird dasGebäude mit den erforderlichen Gütern verundentsorgt. Im Klinik-Heizkraftwerk wirdder Dampf für die Beheizung des Gebäudeserzeugt. Dieser liefert auch die Energie, umdie Luftmengen in den Lüftungsanlagen zuerwärmen und zu befeuchten, die Absorptionskältemaschineanzutreiben und in denReinigungsmaschinen thermische Desinfektionendurchführen zu können. Erdkanäleunter der Bodenplatte führen Frischluft zu,die entsprechend der Anforderungen in denverschiedenen Bereichen aufbereitet wird.Die medizinischen Großgeräte und dieHightech-Räume müssen ganzjährig gekühltwerden. Die Kälteversorgung erfolgtaus dem klinikeigenen Kälteverbund undeiner neuen Kältezentrale. Durch die neukonzipierte Trafostation mit zugehörigerMittelspannungsschaltanlage und Niederspannungshauptverteilungverfügt das Notfallzentrumüber eine autarke Stromversorgung.Ein Notstromaggregat im zweitenUntergeschoss stellt zudem sicher, dass dasNotfallzentrum auch bei Stromausfall wei terbetrieben werden kann.Die Freianlagen des gesamten Bereichs zwischenNeu- und Altbau wurden neu konzipiert.Der Platz vor dem Notfallzentrummuss vielen Funktionen gerecht werden.Auf dem schmalen Streifen zwischen Gebäudeeingangund Straße galt es, nicht nurdie Notfallvorfahrt, die Tiefgarageneinfahrtsowie Pkw- und Fahrrad-Stellplätze unterzubringen,sondern auch Aufenthaltsbereiche.Die Flächen für den Fahrverkehr und dieverkehrsberuhigten Flächen werden durchAsphalt- beziehungsweise Pflasterflächenvoneinander abgehoben. In den Innen- undLichthöfen erzeugen Staudenbänder einGartenhofambiente, sodass diese als „grüneZimmer“ erlebt werden können.Am westlichen Verbindungssteg zwischenNeu- und Altbau befindet sich der Kunstam-Bau-Beitrag„Freischwimmer“ von GregorPassens: ein überdimensionaler Rettungs -ring, der an einer Rettungsleine hängt. Erweckt Assoziationen zum Thema Rettung.An den Innenwänden der Magistrale sorgenVolkhard Kempters „Gleichgewichte“ genanntebunte Glasfelder für ein spannendesFarbenspiel.Andreas Weiler, ProjektleiterGEPLANT UND GEBAUT INFO BAU 1/201325


Westflügel des Bettenbaus und der nördliche Verbindungsbau mit dem HaupteingangUniversitätsklinikum TübingenNeubau eines Betten- und Verbindungsbaus fürdie Klinik für Psychiatrie und PsychotherapieDie Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrieund Psychotherapie aus dem Jahre1894 ist eine dreiflügelige Anlage in derFormensprache der deutschen Hochrenaissance.Mit dem neuen Betten- und Verbindungsbauist der Schritt zu einer modernenund zeitgemäßen Psychiatrie vollzogen.Ziel der Neuordnung ist die Zusammenführungaller Einrichtungen der Klinik aneinem Standort, um auch in Zukunft derAufgabe der Maximalversorgung einer Universitätsklinikund der eines Kreiskrankenhausesgerecht werden zu können.Der denkmalgeschützte Altbau steht erhöhtüber dem Stadtzentrum mit direkter Blickbeziehungzum Schloss Hohentübingen,eingebettet in eine parkartige Grünfläche amRand des alten Talklinikums. Die topografischbegrenzte Baufläche und der Erhalt desParkcharakters haben zu einem kompaktenfünfgeschossigen Bettenneubau an derNordkante des Grundstücks geführt. Imrechten Winkel zwischen Neu- und Altbauerstreckt sich ein zweigeschossiger Ver bindungsbau,der auch den neuen Haupteingangder Klinik aufnimmt.Der zweiflüglige Bettenneubau weist neungrundriss glei che Pflegegeschosse auf. Dadurchbesteht ma ximale Flexibilität in derZuordnung der Stationen, indem dieseoffen oder geschlossen, geschossweise zusammengefasst oder getrennt betriebenwerden können. Die geriatrischen Stationensind auf der untersten Geschossebeneangeord net, die über einen direkten Zugangzu den Pa tientengärten verfügt.Der längeren Verweildauer psychisch krankerPatienten, die meist nicht bettlägerigsind, wird durch die Konzeption ansprechendgestalteter Stationsflure Rechnunggetragen. Holzböden und schöne Möbelerzeugen eher Wohnhaus- als Krankenhaus-Atmosphäre. Statt reine Verkehrsflächenzu sein, werden sie zu Aufenthalts- undKommunikationszonen mit unterschiedlichenQualitäten. Auch das Lichtkonzept,das aus natürlicher Belichtung, künstlichenOberlichtern und einer deckenintegriertenGrund- und Individualbeleuchtung besteht,trägt zu einem wohnlichen Ambiente mitAufenthaltsqualität bei. Die Zweibettzimmerfür die Patienten sind alle nach Süden ausgerichtetund so konzipiert, dass das BedürfnisAmt TübingenBauleitungErnst² ArchitektenTragwerksplanungKnaak + Reichtechnische AusrüstungIPRO Dresden, HLSK + ENF4.905 m²BRI42.700 m³GBK25 Mio. Eurotechnische Anlagen5,6 Mio. EuroBauzeit08/08–02/11


Foyer des Verbindungsbaus mit Blick auf das Café Hölderlin und die „Brücke“der Patienten nach Privatsphäre bestmög -lich befriedigt wird. Am Ende der Flureweitet sich der Raum und geht in die Aufenthalts-,Speise- und Therapieräume über,vor denen jeweils wind geschützte Terrassenangeordnet sind.Der zweigeschossige Verbindungsbau entwickeltsich unter einer langgestreckten, auskragendenund begrünten Deckenscheibe,die von zwei außen liegenden Stützenreihengetragen wird. Hinter dem neuen Haupteingangerstreckt sich eine zweigeschossigeoffene Halle, in der jeweils an den Seiteneine Empore angeordnet wurde. Dort befindensich – zentral und doch ruhig – dieCafeteria und eine Galerie. Eine Holzbrückeverbindet nicht nur diese beiden Bereiche,sondern gleich einer Magistrale auch denAlt- und den Neubau.Die Gestaltungsthemen der Außenanlagenlaufen als Teil der gestalteten Freianlagendurch den neuen Eingangsbereich und mündenweiter in den östlichen Patientengarten.Dadurch entstehen fließende Übergänge vonAußen- und Innenraum, von öffentlichem zuhalböffentlichem Raum, die beim Patientenund Besucher Schwellenängste abbauen undKommunikation – sofern gewünscht – ermöglichen.Der Neubau wird mit Fernwärme versorgt.Zusätzlich werden die statisch zur Grün -dung notwendigen Bohrpfähle zur Gewinnungvon Erdwärme genutzt. Über einenWärmetauscher wird aus der ErdwärmeEnergie zur Beheizung und Kühlung gewonnen.Dies wirkt sich nicht nur positivauf den Energiebedarf des Gebäudes unddie CO 2-Emission, sondern vor allem imSommer auch auf die Behaglichkeit in denPatientenzimmern aus.Thomas Strittmatter, ProjektleiterGEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/201327


LaborTeekücheUniversität und Universitätsklinikum UlmZentrum für Biomedizinische ForschungIm Masterplan „Wissenschaftsstadt Ulm“,der 2009 gemeinsam mit der Stadt Ulm undallen beteiligten Institutionen beschlossenworden ist, werden die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeitendes Campus ObererEselsberg aufgezeigt. Das neue Gebäude istein erster Baustein dieses Masterplans. Esschließt unmittelbar an das 1997 fertiggestellteZentrum für Klinische Forschungan und ergänzt den Komplex zu eineru-förmigen Gebäudeeinheit. Der Gesamtkomplexwird zukünftig als Zentrum fürBiomedizinische Forschung das neue Institutfür Pharmazeutische Biotechnologie unddas Biomedizinische Translationszentrumbeheimaten. Darüber hinaus sind auch derForschungsverbund im Bereich der muskoskelettalenund tierexperimentellen Forschungsowie die Chirurgische Forschung indem neuen Gebäude untergebracht.Durch die Erweiterung gewinnt der Gesamtkomplexan Proportion. Die ehemaligenStellplätze wurden zu einem begrüntenInnenhof. Die sachliche und funktionaleArchitektursprache des Bestandsgebäudeswird weitergeführt. In den ersten dreiGeschossen des Neubaus ist eine weißeLochfassade prägend, darüber liegt einzurückgesetztes Dachgeschoss mit transparentenFassaden.Die Obergeschosse des Neubaus sind alsklassischer Zweibund angelegt. Auf dereinen Flurseite stehen den Forschern32 flexibel nutzbare Standardlabore, Gerä -te räume und Spülküchen zur Verfügung.Auf der anderen Flurseite sind die Büroräumeeingerichtet. Im Erdgeschoss befin -det sich als Sondernutzung ein experimentellerTier forschungsbereich mit GroßtierundKleintier-OP sowie Maustierhaltungim Untergeschoss. Das Stahlbetonskelettder tragenden Konstruktion steht auf einerflach gegründeten, rund 80 Zentimeterdicken Bodenplatte. Die Decken sind alsFlachdecken ohne Stützenkopfverstärkungausgeführt.Amt UlmTragwerksplanungWeiske und PartnerGmbHtechnische AusrüstungM+M AG, HLSKlett Ingenieur GmbH , ENF2.566 m²BRI19.993 m³GBK15,0 Mio. EuroBauzeit03/10–11/11


Ansicht InnenhofDie Innenraumgestaltung und die Raumübergängewerden durch die Lichtführungmit schmalen Lichtbändern und die reduzierteFarb- und Materialauswahl bestimmt.Die dominierende Grundfarbe Weiß erhältmit dem dunkelgrauen Boden und denbunten Kunststofflaibungen im Bereich derLabore kräftige farbige Akzente. Diese unterscheidensich von Geschoss zu Geschossund dienen der besseren Orientierung imGebäude. Die Farben Rot, Blau, Gelb undGrau sind den Bauhausfarben entlehnt.Die technischen Anlagen befinden sich imUntergeschoss und im Technikgeschoss aufdem Dach. Für zwei Trafos sowie für dieVer- und Entsorgungseinrichtungen wurdeim rückwärtigen Bereich des Gebäudes einkleiner Kubus errichtet. Die raumlufttechnischenAnlagen für die Labore sind miteiner hochwirksamen Wärmerückgewinnungausgestattet. Mit dieser wird der Abluft imWinter bis zu 70 Prozent Wärmeenergieentzogen, um die frische Außenluft zu erwärmen.Eine moderne digitale Steuerungermöglicht einen energieeffizienten undbedarfsgerechten Anlagenbetrieb.In den Obergeschossen wird jedes Laborüber jeweils zwei Installationsschächte, dievom Flur aus bedient werden können, mitden erforderlichen technischen Medienversorgt. Diese Anordnung ermöglicht sowohlgroße Flexibilität in der Raumnutzungbei sich ändernden Anforderungen als auchunkomplizierte Nachinstallationen.Die künstlerische Ausgestaltung des Innenhofsdurch Schirin Kretschmann schließt anden bestehenden Kunstpfad der Universitätan, der im Jahr 2011 sein 20-jähriges Bestehenfeierte. Im Innenhof des u-förmigenGebäudes sind an sieben von acht StandortenBlütenkirschbäume gepflanzt. Der achteBaum erhält seinen Standort nicht im Innenhof,sondern auf der für Parkplatz Nummer18 vorgesehenen Fläche. Im Gegenzug wirdeine in pink gestaltete Parkplatzfläche anden Standort des fehlenden Baums „versetzt“.Im April, zur Zeit der Kirschblüte,wirkt die Installation besonders spektakulär.Der pinkfarbene Parkplatz im Innenhof istder einzige Stellplatz auf dem Campus, dernicht von der Parkraumbewirtschaftungerfasst ist.Angela Wehling, AbteilungsleiterinGEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/201329


Fassade Schänzlestraßeumlaufender FlurUniversität FreiburgNeubau Laborgebäude für dasExzellenzcluster BIOSSDas Centre for Biological Signalling Studies(BIOSS) der Universität Freiburgvernetzt als sogenanntes Exzellenzclusterdie Wissenschaftler der Signalforschungund der Synthetischen Biologie. Das neueLaborgebäude BIOSS bringt die Wissenschaftlernun auch räumlich zusammen undist somit ein wichtiger Baustein, um diebiologische Grundlagenforschung an derAlbert-Ludwigs-Universität Freiburg weitervoranzubringen.Das städtebauliche Umfeld des Neubaus istdurch eine heterogen bebaute Nachbarschaftgeprägt: Wohngebäude im Norden undSüden, im Osten der Botanische Garten mitden Biologieinstituten, im Westen das Arealder Freiburger Fabrik und nordöstlich dieKlosteranlage Herz Jesu. Für den NeubauBIOSS stand ein landeseigenes Grundstückzur Verfügung, das bis zum Baubeginn alsParkplatz genutzt wurde. Mit dem gewähltenGrundrisstypus eines vierseitigen Kubus mitInnenhof wird das vorhandene Grundstückjetzt bestmöglich ausgenutzt.Um den zentralen Innenhof gruppieren sichdie Nutzungsbereiche des Laborgebäudes.Durch die konsequente Anordnung derBüro-, Seminar- und Laborräume entlangder Außenfassade entstehen gleichwertige,gut belichtete Nutzflächen. Zum Innenhofhin sind diese durch umlaufende Flure verbunden.Die attraktive Gestaltung der Flureund integrierte Kommunikationsbereichesollen wie auch der Innenhof den kreativenAustausch und damit die Vernetzung derWissenschaftler fördern.Der Neubau ist in Stahlbetonbauweiserea lisiert. Als Kontrast zur technischenPräzision des Gesamtgebäudes ist das äußereErscheinungsbild durch einen wildenVerband des Verblendsichtmauerwerksgeprägt. Die nach einem Doppelbrand amBackstein erkennbaren Besonderheiten wieproduk tionsbedingte Rillen, unregelmäßigeKanten, Aufbrennungen und Kantenabplatzungensind charakteristisch und erwünscht.In den Innenräumen dominieren die meistunverkleideten Sichtbetonoberflächen. ZurBetonung des zum Botanischen Gartenausgerichteten Haupteingangs wird dieLochfassade durch eine Glasfassade unterbrochen,die über alle drei GeschosseUBA FreiburgArchitektARGE ArchitektenHarter + KanzlerBroghammer JanaWohlleberTragwerksplanungIB Jost Hofmanntechnische AusrüstungZWP Ingenieur-AG, HLSLaborplanungLCI Labor ConceptNF2.675 m²BRI20.200 m³GBK14,25 Mio. EuroBauzeit10/09–04/12


Blick in den Innenhofin den Kubus eingesetzt ist. Dadurch, dassdie Dach kante über der zurückspringen denEingangsfas sade die Außenkontur des Kubusweiterführt, entsteht ein markant auskragendesDach.Die Technikzentrale im ersten Untergeschossversorgt die Laborbereiche überdezentral angeordnete Medienschächte inden Fluren mit der erforderlichen Me dienundElektroinstallation. Für die Be- undEntlüftung der Labore liegen jeweils anden Stirnseiten der Laborspangen zentraleLüftungsschächte. Eine zentrale Wärme-/Kälterückgewinnungs-Anlage und die Möglichkeiteiner individuellen Regelung desLuftwechsels in den Laboren garantiereneinen effizienten und energiesparendenGebäudebetrieb.Das Laborgebäude und die technische Ausstattungsind bestmöglich auf die Bedürfnisseder Forschungsgruppen zugeschnitten.Sie bieten optimale Voraussetzungen für einenoch engere Vernetzung der BIOSS-Wissenschaftler,die die Organisation von Signalsystemenin und zwischen Zellen erforschen.Biologische Signale steuern Leben undSterben im Mikrokosmos jeder Zelle. Diemolekularen Abläufe bei der Verarbeitungund Regulierung solcher Signalprozesse sindin ihrer ganzen Dynamik und Komplexitätnoch weitgehend unverstanden. BIOSS willzur Lösung wichtiger Fragen und Problemein der biologischen und medizinischen Forschungund Praxis beitragen.Die Forscher des Clusters setzen moderneanalytische Methoden ein und kombinierensie mit synthetischen Verfahren. So wollensie auf kreative und unkonventionelle Weisebiologische Signalsysteme rekonstruierenund dadurch nicht nur besser verstehen,sondern auch steuern. Neue Horizonte inForschung und Anwendung eröffnen sichauch durch das Design neuartiger Moleküle,die als Signalschalter oder Signaldetektorenoperieren. Seinem Motto entsprechend „vonder Analyse zur Synthese“ entwickelt BIOSSdie Synthetische Biologie weiter und machtsie nutzbar für die Signalforschung.Maria Lux, ProjektleiterinGEPLANT UND GEBAUT INFO BAU 1/201331


Außenansicht mit HolzterrasseInnenhof mit GrüninselUniversität KonstanzNeubau KinderhausWichtiges Anliegen der Universität Konstanzist die Vereinbarkeit von Studium be -ziehungsweise Beruf mit Familie. In Folgeder ständig wachsenden Nachfrage nach Betreuungsmöglichkeitenist nun ein eigenesGebäude für den jungen Nachwuchs errichtetworden. Das neue Kinderhaus bildet densüdlichen Abschluss des Universitätsgeländesund setzt sich durch die freie und eigenwilligeForm selbstbewusst von den übrigenUni versitätsgebäuden ab. Der Entwurf unter -stützt das „halboffene pädagogische Kon zept“mit festen Gruppeneinheiten als Rück zugsorteund gemeinsamen Spiel- und Funktionsflächen.Die bogenförmig nach Süden angeordnetenGruppenräume umfassen zusammen mitden linear im Norden aufgereihten Funktionsräumeneinen großzügigen tropfenförmigenInnenbereich. Die Nordspange wirktals Pufferzone zur Universität und beinhaltetden Verwaltungsbereich, die Vorbereitungskücheund Funktionsräume wie Malwerkstatt,Theater- und Musikraum. Die achtGruppenräume für insgesamt 100 Kinderöffnen sich großzügig zum Grünbereich undzum Freibereich. Auf einen klassischen Flurwurde verzichtet, er weitet sich vielmehr zukleinen Plätzen und bietet Bewegungs- undSpielinseln an. Im Zentrum befindet sich der„Marktplatz“. Er empfängt die Besucher undlädt zur Kommunikation und zum Verweilenein. Neben Kinderfesten und öffentlichenVeranstaltungen findet hier ein Austauschzwischen Eltern und Erzieherinnen und Erziehernstatt. Zusätzliche Aufenthaltsqualitätschaffen drei kleine Innenhöfe mit Grüninseln.Diese bringen viel Licht in den großzügigenInnenbereich und ermöglichen denKindern ein Erleben der Jahreszeiten. DieEingangszonen zu den Grup penräumen werdendurch großzügige Glas elemente betont.Zusammen mit der Pfosten-Riegel-Fassadeim Süden entsteht dadurch eine hohe Transparenz,die vielfältige Ein- und Ausblickeermöglicht.Die Oberflächen und Materialien nehmensich in der Gestaltung zurück, einzig aufdie Glaselemente bei den Eingängen zu denGruppenräumen wurden unterschiedlichetransluzente Farbfolien aufgebracht, die derjeweiligen Gruppe Identität geben. DenÜbergang zum weitläufigen Freigelände mitseinen vielen Spielmöglichkeiten bildet eineüberdachte Holzterrasse, die zusammenmit dem Geländer, der Dachkante und denin regelmäßigen Abständen angebrachtenfeststehenden Sonnenschutzelementen diefreie Gebäudeform nach Süden abschließt.Insgesamt wurde ein Haus mit hohem Identifikationsfaktor,fließenden Räumen undspannenden Raumeindrücken geschaffen,welches den „kleinen Bewohnern“ ein hellesund offenes zweites Zuhause mit viel Freiraumzum Toben bietet.Silke Denk, ProjektleiterinAmt KonstanzArchitektoneroom architektenBauleitungfreiraum architektenTragwerksplanungR&P Rufferttechnische Ausrüstungibp knaus + zentner,HLSNeher Butz, ENF1.345 m²BRI9.695 m³GBK5,0 Mio. EuroBauzeit02/10–08/11


FAZ LoungeCafeteria, AusgabethekeMensa am Schloss MannheimUmbau für das StudentenwerkNach knapp vierzig Jahren intensiver Nutzungund wegen geänderter Rahmen bedingungenmusste die 1972 erbaute Mensa amSchloss Mannheim modernisiert werden.Während die Mensa bei ihrer Erbauung für6.000 Essen pro Tag ausgelegt wurde, werdenheute nur noch 3.000 Essen pro Tagausgegeben. Da die Mensa zentral auf demUni ver sitäts campus liegt, konnte auf denvon der Mensa nicht mehr benötig ten Flächenein Service bereich eingerichtet werden,in dem alle bisher auf dem Campus verstreutenDienstleistungen des Studentenwerkszusammengeführt wurden.Im ersten Schritt des in mehreren Abschnittendurchgeführten Umbaus wurde der gastronomischeTeil der Mensa verkleinert unddie Cafeteria in den Speisebereich integriert.Dank eines neuen Beleuchtungs konzepts istheute trotz der großen Raumtiefen zu jederTageszeit überall ausreichend Helligkeit vorhanden.Die dadurch entstehende freundlicheAtmosphäre wird unterstützt von kräftigenFarb akzenten wie einer grünen Wand,einem blauen Boden im Speise bereich undder in Orange gestalteten Aus ga be theke.Das neue Infocenter und die Büros derBafög- und Wohnungsberatung wurden alswichtige Anlaufstelle direkt am Haupteingangangeordnet. Die psychologische Beratungsstelleliegt etwas abseits des Trubelsim Untergeschoss und verfügt über eineneigenen Zugang.Im Anschluss an die Neuordnung des In nenbereichs ist durch das Zukunfts investi tionsprogrammdes Bundes im nächsten Schrittdie Fassade saniert worden. Um den vonho ri zontalen Betonelementen und Glas geprägtenEindruck der Fassade beizubehalten,wurde die Festverglasung beim Speisebereichmit großflächigen Scheiben, massivemSturz und Oberlicht entsprechend der ursprünglichenGliederung erneuert. Im neuenSer vicebereich kamen Fassadenelemente mitschmalen Öff nungsflügeln zum Einsatz, umeine natürliche Belüftung zu ermöglichen.Raff stores gewährleisten den sommerlichenWärmeschutz. Zur Reduzierung der Wärmebrückenbei den Stahlbetonstützen wurdendiese innenseitig mit einer atmungsaktivenMineralschaumdämmung verkleidet. Dankder modernisierten Fassade können nunjährlich über 15 Tonnen CO 2eingespartwerden.Johannes Gürlich,stellvertretender AbteilungsleiterAmt MannheimArchitektenap 88TragwerksplanungHerzog und Partnertechnische AusrüstungTfi, EHalter, HLSNF3.027 m²BRI22.525 m³GBK4,85 Mio. EuroBauzeit01/10–09/11GEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/2013 33


offene TreppenhalleBlick in den MultifunktionsraumHochschule KonstanzNeubau für den StudiengangKommunikationsdesignDer Neubau für die Hochschule für Tech -nik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanzermöglicht die Zusammenführungdes bisher auf mehrere Standorte verteiltenund beengt untergebrachten Studiengangs„Kommunikationsdesign“ des FachbereichsArchitektur und Gestaltung. Nach nurzweijähriger Bauzeit ist die Zeit der Improvisationbeendet. Die hochmoderne Ausstattungdes neuen Gebäudes, zu der sogarein Filmstudio gehört, bietet nun idealeStudienbedingungen.Direkt am Seerhein ist mit dem Neubaudie letzte freie Fläche auf dem Campusüberbaut worden und die Blockbebauungder Hochschule städtebaulich abgeschlossen.Der nordseitige Teil des Gebäudesorientiert sich zum Wasser und auf diegegenüberliegende Uferseite. Der ineiner neuen klaren Architektursprachedes 21. Jahrhunderts gestaltete Bau istals viergeschossige aufgeklappte Zweibundanlagemit offener Treppenhalle angelegt.An diesen Hauptbaukörper docktauf der seeabgewandten Seite ein quaderförmigerBau für die überhohen Studioräumean.In dem in Stahlbetonbauweise konstruiertenHauptbaukörper sind die Unterrichts-,Seminar- und Besprechungsräume untergebracht.Die Ganzglasfassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion mit raumhohenÖffnungsflügeln bietet sowohl optimaleBelichtung, als auch schöne Ausblicke aufden Seerhein. Die offene Treppenhallemit der raumhoch verglasten Westseitebietet optimale Bedingungen für die dortinszenierten Aktionen und Empfängeder Studierenden. Von diesem großzügigverglasten Hauptbaukörper setzt sich derStudioanbau durch eine dunkle fensterlosePutzfassade ab und lässt mit seinerAmt KonstanzArchitektenHotz + ArchitektenTragwerksplanungBaustatik Rellingtechnische AusrüstungIBP Knaus+Zentner, HLSHPG Gerhard Schork, EHNF1.598 m²BRI11.416 m³GBK6,39 Mio. EuroBauzeit10/09–10/11


Ansicht Nord-Ost mit„Freisitz“introvertierten Gestaltung auf die Funk tionder Räume schließen. Die exakt auf die Bedürfnissedes Studiengangs zuge schnittenenStudios für Video- und Fotoaufnahmensowie der Multifunktionsraum bildendas Herzstück des neuen Hauses. Sie verfügenim Hinblick auf Raumakustik, HausundMedientechnik über eine hochmo -derne Ausstattung und haben damit innerhalbder Hochschule Konstanz Alleinstellungsmerkmal.Die schlechten Baugrundverhältnisse unddie nahe Lage am Seerhein erforderten besonderestatische Vorkehrungen. So musstenwährend der Rohbauphase Flutöffnungenzur Verfügung stehen, um ein eventuellesAufschwimmen bei steigendem Wasserstandzu vermeiden. Um eine gleichmäßige Setzungdes Gebäudes zu erreichen, wurde eineFlachgründung gewählt und ein Gründungskörpererstellt, welcher zusätzlich Steifigkeitins Tragwerk bringt.Auf dem Dach des Gebäudes ragt in einerHöhe von rund 14 Metern die „Kunst amBau“ über die Gebäudekante. Das Werk„Freisitz“ des Künstlers Stefan Eberstadtbesteht aus einer überdimensionalen begehbarenVitrine aus bunten Glasflächen. AlsGegensatz zur Leichtigkeit dieser Glaskonstruktionhat der Künstler einen 600 Kilogrammschweren Findling in die Vitrine gelegt:Auf diesem sitzend kann der Besucherden Blick über den See schweifen lassen.Von außen ist die nachts beleuchtete Vitrineweithin sichtbar und soll am linken Rheinufervon Konstanz ein Zeichen setzen.Doris Dietzen, ProjektleiterinGEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/201335


Fassade des ErweiterungsbausServicebereich im BestandsgebäudeErweiterungsbau fürdas Finanzamt TuttlingenDer dreigeschossige Erweiterungsbau istüber einen Steg mit dem Hauptgebäudedes Tuttlinger Finanzamtes verbunden undenthält 42 modern ausgestattete Büroarbeitsplätze.Im Zuge der Maßnahme wurden imBestandsgebäude ein kundenfreundlicherServicebereich eingerichtet und ein behindertengerechterAufzug eingebaut. DieGebäudeerweiterung war notwendig geworden,da das Finanzamt Tuttlingen durch dieFinanzreform von 2005/06 zwei Gemeindenmehr zur Betreuung erhalten hat. Dafür warmehr Personal eingestellt worden, welcheszunächst in einem angemieteten Gebäudeuntergebracht war. Mit der Fertigstellungdes Erweiterungsbaus sind die Dienststellennun an einem Standort zusammengeführt.Der Erweiterungsbau ist ein schlichter würfelförmigerSolitärbaukörper mit begrüntemDach und begrünter Fassade. Dank seinerkompakten Form fand der Erweiterungsbauim inneren Grünbereich des Karrees Platz,welches vom riegelförmigen Hauptgebäudedes Finanzamtes zur Straße hin gebildetwird. Dies entspricht der für Tuttlingen typischenBlockrandbebauung. Baukörper- undInnenraumgestaltung des Erweiterungsbaussprechen eine klare Formensprache mit Ge -stal tungselementen aus Sichtbeton, Glas undMetall. Ein- und Zweipersonenbüros gruppierensich um einen zentralen Innenbereichmit „Meeting Point“ für Team-Akten und Be -sprechungen. Transparente Trennwände unddie offen gestaltete Treppenanlage mit Ober -licht tragen zu einer offenen Arbeits atmosphärebei. Abgehängte, schallabsor bie rendeDeckensegel und Teppichböden gewährleisteneine gute Raumakustik.Das Gebäude ist als Zentralbau in Beton-Skelettbauweise mit Aussteifungskern undFlachdecken errichtet. Neben einem abgeschlossenennotwendigen Treppenhaus sinddie drei Geschosse über eine offene, zentralangeordnete Treppenanlage miteinanderverbunden. Diese wird im Brandfall durchRauchschutzvorhänge von den Stockwerkenabgetrennt.Ziel war es, ein wirtschaftliches und nachhaltigesGebäude zu errichten. Deshalb wurdenhochwertige und langlebige Materialienverwendet. Zudem sorgen massive Bauteile,hoch gedämmte Außenwände, die begrünteFassade sowie ein beweglicher, außen liegenderSonnenschutz für einen reduziertenHeizbedarf und sowohl im Winter als auchim Sommer für ein gutes Raumklima. AnfallendesRegenwasser wird aus ökologischenGründen zum späteren Verdunsten im extensivbegrünten Flachdach gespeichert, derÜberschuss versickert in Oberflächenmulden.Ferner tragen wasserdurchlässige Rasengittersteineim Außenbereich zur Entlastungdes öffentlichen Kanalnetzes und zur Schonungder Grundwasserressourcen bei.Friedrich Sommerfeld, ProjektgruppenleiterAmt KonstanzArchitektHeinrich BinderTragwerksplanungSchweickardt &Erchingertechnische Ausrüstungipb Knaus +Zentner, HLSNeher Butz, EHNF767 m²BRI4.349 m³GBK2,7 Mio. EuroBauzeit04/10–11/11


FassadenausschnittEingangshalleJustizzentrum HeidelbergNeubau für drei JustizbehördenDas neue Justizzentrum bildet den erstenBaustein der kompletten Neuorganisationder Kurfürsten-Anlage in Heidelbergs Westen.Das bereits 1968 auf dem ehemaligenBahngelände errichtete Behördenzentrumwurde abgerissen. Jetzt wird das Areal miteiner aufgelockerten Blockstruktur, die diestädtebaulichen Vorgaben der Weststadtaufnimmt, neu bebaut. Ein städtebaulicherIdeenwettbewerb, den die Stadt Heidelberg2005 ausgerufen hatte, brachte diese Lösung.Bisher waren in dieser zentralen Lagezwischen Innenstadt und Bahnhof gleichmehrere Landesbehörden leicht erreichbar:vom Finanzamt über Notariat und Grundbuchamtbis zum Landgericht, Amtsgerichtund der Staatsanwaltschaft. Nach Auszugvon Finanzamt, Notariat und Grundbuchamtund aufgrund eines erheblichen Sanierungsstausstand die Zukunft der Gebäudeund damit die Unterbringung von Landgericht,Amtsgericht und Staatsanwaltschaftauf dem Prüfstand. Mit einer europaweitenAusschrei bung im Jahr 2005 wurde die besteund wirtschaftlichste Lösung für das Landermittelt. Als solche stellte sich der Verkaufdes Gesamt grundstücks an einen privatenInvestor und die spätere Anmietung des Justizzentrumsheraus. Hauptgrund hierfür wardas hohe Entwicklungspotenzial des gro ßennicht mehr vom Land benötigten Restgrundstücksfür den Investor. Das neue Justizzentrumnimmt aufgrund der kompak ten Block -struktur nur noch ein Drittel der ur sprünglichenlandeseigenen Fläche in Anspruch.Der private Partner übernahm Planung, Errichtungund Finanzierung des Gebäudes,das er dem Land Baden-Württemberg fürzunächst 15 Jahre vermietet. Für diesenZeitraum übernimmt der Investor auch dengrößten Teil der Gebäudebewirtschaftungund des Gebäudebetriebs. 2009 hat das Projektden „Innovationspreis PPP 2009“ in derKategorie „Sonderpreis“ erhalten.Der Neubau für alle drei Justizbehörden istin einer sehr kompakten und optimiertenBauweise erstellt. Bei aller Wirtschaftlichkeitund Funktionalität ist es gelungen, denEingangsbereich in einer angemessenenGroßzügigkeit zu gestalten. Mit der zweigeschossigenverglasten Eingangshalle ist einöffentlicher Raum innerhalb des neuenJustizzentrums entstanden. Von hieraus werdenalle für den Bürger wichtigen und publikumsintensivenFlächen wie die Gerichtssäleim Erdgeschoss und im ersten Obergeschossdirekt erschlossen. Oberhalb des erstenOber geschosses befinden sich die Büroflächender drei Justizbehörden.Markus Herold, ProjektleiterAmt MannheimArchitektenagn Niederberghaus &Partner GmbHtechnische AusrüstungIpk GmbH Ingenieurgesellschaftfür Planungund Konstruktion mbHMietfläche17.318 m²BRI91.000 m³Bauzeit11/08–03/11GEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/2013 37


Blick in ein Dienstzimmer im ObergeschossSüdfassade mit Verbindungsbrücke zum AltbauAutobahn- und Verkehrspolizei HeilbronnNeubau Dienstgebäude in WeinsbergMit dem neuen Gebäude in Weinsberg,welches die Leitung und Führungsgruppeder Autobahn- und Verkehrspolizei sowie dieDienstgruppen der Verkehrspolizei Heilbronnbeherbergt, sind Provisorien Geschichte. Das 1976 errichtete Dienstgebäudeder Autobahn- und Verkehrspolizei Heilbronnin Weinsberg war ursprünglich für50 Po li zeibedienstete konzipiert. Infolgeeiner Umorganisation und neuer Aufgabenwurden dem Standort weitere 54 Bedienstetezugeordnet. Für deren Unterbringungmussten bereits im Jahre 2005 auf dem Geländeder Autobahnpolizei Bürocontaineraufgestellt werden. Mit dem 2009 infolgeder Finanzkrise aufgelegten Infrastrukturprogrammdes Landes Baden-Württembergund dem Bau eines Erweiterungsgebäudesist die Zeit der provisorischen Containerunterbringung beendet.Der lang gestreckte Neubau ist nördlich desquadratischen Bestandsgebäudes errichtetworden und im Obergeschoss über eineBrücke angeschlossen. Städtebaulich ist aufdiese Weise zwischen Neubau und den bestehendenGebäuden eine Art Hofcharakterentstanden.Die beiden Geschosse des Neubaus sindgestalterisch klar horizontal gegliedert. Übereiner zurückgesetzten, hell gestalteten Erdgeschosszonethront das mit dunkelgrauemZink verkleidete Obergeschoss. Dadurchscheinen die Büroräume über dem Erdgeschoss,in dem Fitness- und Lagerräumesowie Stellplätze für die Dienstfahrzeugeuntergebracht sind, zu schweben. Im Untergeschossdes teilunterkellerten Neubausbefinden sich Umkleide- und Sanitärräumesowie die Technikzentrale.Die vertikale Erschließung des Gebäudeserfolgt über zwei Treppenhäuser und einenbehindertengerechten Aufzug. Mit demAufzug und der Verbindungsbrücke ist esnun auch möglich, die Büroetage des altenDienstgebäudes barrierefrei zu erreichen.Im Zuge der Erstellung des Neubaus wurdenverschiedene Maßnahmen zur Energieoptimierungder Gesamtanlage ergriffen.Indem die Ölheizung im bestehendenDienstgebäude durch eine Pelletheizungmit Silo ersetzt wurde, konnte für alle Gebäudeeine CO 2-neutrale Energieversorgungerreicht werden. Der Ölbrenner wurde zurSpitzenlastabdeckung beibehalten. Zudemunterstützt eine Solaranlage auf dem Dachdes Altbaus die Warmwasserversorgung derDuschräume.Christine Rachor, ProjektleiterinAmt HeilbronnWerkplanung undBauleitungFreie Architekten Stehleund RuppertTragwerksplanungKraft Baustatiktechnische AusrüstungBrunse GmbH, BeratendeIngenieure, HLSIngenieurbüro fürElektrotechnik RainerMetzger, ENF920 m²BRI4.900 m³GBK3,06 Mio. EuroBauzeit05/10–09/11


OstfassadeBlick aus der Wache in den BesuchervorraumNeubau für das Polizeirevierin Achern/OberkirchDas Polizeirevier Achern/Oberkirch war ineinem Gebäude aus dem 19. Jahrhundertuntergebracht, das für den Revierbetrieb zuklein geworden ist und trotz verschiedenerAnpassungsmaßnahmen die Anforderungenan ein modernes Polizeirevier nicht mehrerfüllen konnte. Voruntersuchungen hattenergeben, dass der Abbruch des alten Gebäudesund die Errichtung eines Neubausdie wirtschaftlichste Variante ist. Währendder Bauzeit konnte das Polizeirevier in zweibenachbarten Gebäuden provisorisch untergebrachtwerden.Ein modernes Polizeireviergebäude mussheute mehreren, sich teils widersprechen denForderungen gerecht werden: Obwohl diebauliche Sicherheit ständig erhöht werdenmuss, wünscht die Polizei mehr Bürgerfreundlichkeit.Verschiedene Funktions bereichevon der Verwaltung bis zum Strei fendienstsind sauber voneinander zu trennen.Und die Gewahrsamsräume müssen im ge -sicherten Bereich vom Streifenwagen ausauf kurzem Weg erreichbar sein. Bei alledemmüssen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeitauch noch im Auge behalten werden.Der dreigeschossige Neubau entspricht diesenAnforderungen. Das Gebäude liegt aneinem innenstadtnahen Kreisverkehr undbehauptet sich mit seiner Baumasse undGebäudegliederung städtebaulich in einerinsgesamt heterogenen Baustruktur. DerEingang zur neuen Polizeiwache liegt an derdem Stadtzentrum zugewandten Seite. Er istmit seinem kleinen Vorplatz auch von Weitemgut wahrnehmbar. Das Garagengebäudemit Nebenräumen ist an den rückwärtigenHof angebunden. Durch die Anhebung desErdgeschossniveaus um ein halbes Geschossliegen die Fenster der Büroräume außerhalbder Zugriffshöhe. Dadurch ließen sich diebei Polizeibauten üblichen kostenintensivenSicherungsmaßnahmen vermeiden.Das Gebäude wurde in konventionellerStahlbeton-Massivbauweise errichtet. DieAußenwände sind mit einer Klinkervorsatzschale versehen. Der Sockelbereich desHauses wird durch Versätze im Mauerverbandleicht betont. Rücksprünge im Bereichder Fensterbänder und durchlaufende Fensterbänke gliedern die Fassade horizontal.Ein Holzpelletkessel ermöglicht die CO 2-neutrale Versorgung mit Heizwärme undWarmwasser. Der Warmwasserspeicher istfür die Nachrüstung einer thermischenSolaranlage vorbereitet. Für deren Installationsowie für die nachträgliche Anbrin gungeiner Fotovoltaikanlage sind auf dem Dachdie notwendigen baulichen Vorkehrungengetroffen worden. Zudem verfügen alleraumlufttechnischen Anlagen über einehocheffiziente Wärmerückgewinnung.Dr. Michael BorrmannLeiter des AmtesAmt FreiburgArchitektPeter W. SchmidtTragwerksplanungMohnke/HössBauingenieuretechnische AusrüstungPlanungsbüro Schwendemann,EMarkus Kammerer, HLSNF1.296 ²mBRI7.984 m³GBK4,4 Mio. EuroBauzeit05/10–10/11GEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/2013 39


S3-Laborraum mit Zytostatika-Werkbank aus Edelstahlmit eigener AbsaugungLaboreinrichtungNeubau für das Chemische undVeterinäruntersuchungsamt KarlsruheDas Chemische und VeterinäruntersuchungsamtKarlsruhe war lange auf zwei Standortein Karlsruhe und einen in Heidelberg verteilt.Mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnittssind alle Abteilungen in einemNeubau in der Karlsruher Nordweststadtzusammengeführt worden.Der erste Bauabschnitt mit einer Fläche vonrund 3.700 Quadratmetern ist bereits seit1999 in Betrieb. Erst die Komplettierungdes Gebäudes mit weiteren 3.300 Quadratmeternermöglichte im Mai 2011 die notwendigeorganisatorische Zusammenlegungder in Heidelberg untergebrachten Diagnostikabteilungfür Tierkrankheiten und derin der Karlsruher Innenstadt untergebrachtenFachlabore für Lebensmitteluntersuchungsowie der Arzneimittelprüfstelleam neuen Hauptsitz in der Nordweststadt.Durch den Neubau ist ein hoch technisiertesLabor- und Verwaltungsgebäude entstanden,zu dem auch eines der modernstenHochsicherheitslabore in Baden-Württemberggehört.Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamtuntersucht im Rahmen der amtlichenLebensmittelüberwachung Lebensmittel undKosmetika im Regierungsbezirk Karlsruheund ist für die Tierseuchendiagnostik zuständig.In der Arzneimitteluntersuchungsstellewerden Pharmazeutika zentral für Baden-Württemberggeprüft. Zu den weiterenAufgaben gehören der Schutz des Verbrauchersvor gesundheitlichen Schäden und vorTäuschung sowie der Schutz der Tiere vorKrankheiten.Das Grundstück des Neubaus liegt in einemGewerbegebiet im Übergang zu einer offenen,landwirtschaftlich genutzten Fläche.Die beiden Bauabschnitte waren einem einheitlichenEntwurf verpflichtet und bildenzusammen einen winkelförmigen Baukörper.Der erste Bauabschnitt markiert mit seinem„Gebäudekopf“ die Eingangssituationund dient gleichsam als Gelenk, an welchessich der zweite Bauabschnitt anschließt. Indem vom Straßenraum abgewandten umschlossenenFreibereich befinden sich dieStellplätze und die betriebliche Anlieferung.Die beiden Flügel des winkelförmigen Gebäudessind als zweibündige, fünfgeschossigeAmt KarlsruheArchitektMichael Weindel &Junior Architekten GBRTragwerksplanungSchuler Ingenieurbürofür Bautechniktechnische AusrüstungArge Giller-Weltecke mitBeyer-Kempf Wilk,HLS, Labortechnik, ENF3.313 m²BRI25.255 m³GBK15 Mio. EuroBauzeit10/09–05/11


SüdansichtBaukörper mit massivem, einseitig zurückgesetztemTechnikgeschoss konzipiert. Der imzweiten Bauabschnitt errichtete Riegel läuftin einem eingeschossigen Bau für den Sektionsbereichder Veterinärabteilung aus.Das Gebäude ist in konventioneller Stahlbeton skelettbauweise mit Betonstützen,aus steifen den Betonwänden sowie durchlaufendenStahl betonflachdecken errichtet. DieFassade gliedert sich in eine hinterlüfteteSockelzone, die mit Klinker verkleidet ist,und in eine horizontal gegliederte Loch fassadeaus Wär medämmverbundsystem in denoberen Geschossen. Alle Flachdächer sindbegrünt. Die Dachkonstruktion der Technikzentralebesteht aus einem leichten Stahltrapezblech auf Stahlträgern.In die technische Ausstattung flossen über40 Prozent der Gesamtbaukosten des zweitenBauabschnitts, der vor allem die hochinstallierten Nutzungen umfasst. Dies liegtzum einen an den hohen Anforderungen ausden Untersuchungs- und Laborbe reichenund zum anderen an den hoch angesetztenenergetischen Standards für einen energie -sparenden Gebäudebetrieb. Der Laborbereichbietet Labore aller Sicherheitsstufen.In einem Hochsicherheitslabor könnenselbst hoch infektiöse Krankheitserregeruntersucht werden. Dies stellt höchsteAnforderungen an Sicherheit und Hygiene.Der Zutritt ist nur über eine abgestufteund Unterdruck geregelte Schleuse möglich.Der Unterdruck wird ständig überwacht,Störungen und Abweichungen vorOrt optisch und akustisch angezeigt und andie Gebäudetechnik weitergemeldet. DasGebäude ist mit modernsten technischenEinrichtungen ausgestattet, wie zum Beispieleiner automatischen Feinsprühnebel-Löschanlage,einer thermischen Abwasserdesinfektion,diversen Dampfsterilisatoren undLuftfiltern mit einem Abscheidegrad vonnahezu 100 Prozent.Ursula Bidlingmaier, ProjektleiterinGEPLANT UND GEBAUT INFO BAU 1/201341


HofseiteBüro im 1. ObergeschossGrundbuchzentralarchiv Baden-WürttembergAnmietung in KornwestheimSämtliche Papiergrundbücher und Grundakten,die bisher in 654 über ganz Baden-Württemberg verteilten Grundbuchämternaufbewahrt wurden, werden bis 2017 schrittweisean einem zentralen Standort konzentriert.Dafür ist das Areal der ehemaligen Salamander-Schuhfabrikin Kornwestheim angemietetworden. Der erste Bauabschnitt mitrund 3.500 Quadratmetern wurde zum März2012 fertiggestellt und in Betrieb genommen.Sukzessive folgen weitere Bauabschnitte.Die 2008 beschlossene Strukturreform desGrundbuchwesens im Land sowie die Einführungdes elektronischen Rechtsverkehrsim Grundbuchverfahren haben den Weg zueinem zentralen Grundbucharchiv geebnet.Innerhalb von nur sechs Jahren wird einesder größten Archive Deutschlands entstehen.Im neuen Grundbuchzentralarchiv müssenmehr als 16 Millionen Akten untergebrachtwerden, die dort rund 182 Regal-Kilometerfüllen. Für dieses ambitionierte Projekt isteine Fläche von rund 19.000 Quadratmeternnötig, was einer Größe von mehr alszwei Fußballfeldern entspricht. Das sechsstöckigeBacksteingebäude der ehemaligenSalamander-Fabrik, das für schwere Produktionsmaschinenausgelegt ist, bietet idealeVoraussetzungen für den Einbau der schwerenArchivmagazine. Zudem leistet das Landdurch die langfristige Anmietung einer solchgroßen Fläche einen wesentlichen Beitrag zurRevitalisierung des denkmalgeschützten undlange Zeit brachliegenden Industrieareals.Mit einer sogenannten Haus-in-Haus-Lösungwerden bis Ende 2017 nach und nach70 gleichförmige, fensterlose Archivmaga -zine mit jeweils einer durchschnittlichenGröße von 200 Quadratmetern geschaffen.Diese schützen das Schriftgut vor Feuer,Einbruch, Vandalismus und UV-Licht undgewährleisten zudem ein dokumentengerechtesRaumklima.Unter dem Dach des denkmalgeschütztenGebäudes arbeiten seit 2012 zwei Dienststellenunterschiedlicher Fachverwaltungenzusammen: eine Zweigstelle der 13 neuenStaatlichen Grundbuchämter (Ressort Justiz)sowie eine Außenstelle des LandesarchivsBaden-Württemberg (Ressort Wissenschaft,Forschung und Kunst). Ab Dezember 2017stehen für die Beschäftigten rund 1.600 QuadratmeterBürofläche sowie 17.200 Quadratmeterfür Archivmagazine zur Verfügung. Bisdahin konzentriert sich alles auf die Vorbereitung,Übernahme und Einlagerung der Bestandsakten.Ab 2018 verfügt das Grundbuchzentralarchivüber beste Voraussetzungenfür seine eigentliche Aufgabe, die Erhaltungund Verwaltung der Akten sowie die Sicherstellungder Langzeitsicherung der neu entstehendenelektronischen Daten. Bei Bedarfwerden die Akten an die 13 neuen staatlichenGrundbuchämter ausgeliehen. Berechtigtehaben aber auch die Möglichkeit, Auskünftevor Ort zu erhalten. Daher verfügt dasGrundbuchzentralarchiv im Endausbau übereine öffentliche Nutzungszone.Hans-Joachim Collmer, ProjektleiterAmt Ludwigsburg1. BauabschnittArchitektenWestermannGeneral planerArchitekten undIngenieureausgebauteMietfläche3.640 m²Bauzeit06/11–02/12


ServicezoneAnsicht Frankfurter StraßeGrundbuchamt MaulbronnUmbau und InstandsetzungIm Rahmen der 2008 beschlossenen Strukturreformdes Grundbuchwesens im Landwurde die Grundbuchführung an elf Standortenbei den dortigen Amtsgerichten konzentriert.Das neue Konzept gibt vor, dassdie Grundbuchdaten digital erfasst werdenund online abrufbar sind oder vor Ort eingesehenwerden können. Das AmtsgerichtMaulbronn führt als einer der elf neuenStandorte die Grundbücher im LandgerichtsbezirkKarlsruhe.Für die Unterbringung des Grundbuchamtswurde das Verwaltungsgebäude einer ehemaligenGießerei erworben und umgebaut.Auf diese Art und Weise konnte sowohleine zentral gelegene Dienststelle geschaffen,als auch ein Beitrag zur städtebaulichenEntwicklung des Industrieareals im HerzenMaulbronns geleistet werden.Um den energetischen Anforderungen ge -recht zu werden, musste der sechsgeschossigeStahlbeton-Skelettbau aus den 1970er-Jahren bis auf den Rohbau zurückgebautwerden. Anschließend wurde er einschließlichFassade komplett neu aufgebaut. Derzentrale Stahlbetonkern nimmt das Treppenhausund den Aufzug auf. Die stützenfreienGeschosse konnten entsprechend der Anforderungen des Grundbuchamts mit Systemtrennwändenunterteilt werden. Dieneue Fassade mit den geschosshohen Glaselementenund den horizontalen Auskragungender ehemaligen Reinigungsbalkoneleitet sich logisch aus der Konstruktion desGebäudes ab. In den Innenräumen kamennur wenige Materialien und Farben zum Einsatz;die Möbel wurden in Zusammenarbeitmit dem Arbeitsbetrieb der VollzugsanstaltBruchsal speziell für das Grundbuchamtentwickelt.Die Funktionen mit Publikumsverkehr sindin einer Servicezone im Erdgeschoss zusammengefasst.Der für die Besucher wichtigsteRaum, in dem die Grundbuchakten eingesehenwerden können, ist direkt dem Foyerzugeordnet. Darüber hinaus befinden sichim Erdgeschoss die Poststelle und Räumezur Digitalisierung der Daten. In Geschos seneins bis vier sind die Büros unterge bracht,im fünften Obergeschoss ein Schu lungsraum,die Bibliothek sowie eine Cafeteria. DieRäu me für Registratur und Technik sowieder Aktentransport liegen im rückwärtigenHanggeschoss. Die klare Grundriss zonie rungermöglichte eine einfache Installations führungund damit zugleich einen wirtschaftlichenGebäudebetrieb.Nach Abschluss der umfangreichen Arbeitenverfügt Maulbronn über eine attraktiveAnlaufstelle für Bürger mit Anliegen zumThema Grundstücksverkehr. Und es sindbestmögliche Rahmenbedingungen für dieBeschäftigten geschaffen worden.Gerhard Schmitt-Weinrautner,AbteilungsleiterAmt PforzheimArchitektcheret bozic architektenTragwerksplanungIB Brauntechnische AusrüstungT.P.I. Trippe undPartner, HLSMüller & Bleher, ENF2.560 m²GBK4,88 Mio. EuroBauzeit11/11–04/13GEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/201343


Eingangsbereich mit HaupttreppeAufenthaltsbereich im ErdgeschossSanierung Wasser- undSchifffahrtsamt FreiburgDas Wasser- und Schifffahrtsamt an derBahn hofsachse in Freiburg ist ein markantes,städtebaulich wichtiges Bauwerk aus den1960er-Jahren. Eine Vielzahl konstruktiverMängel sowie ein überdurchschnittlich hoherWärme- und Stromverbrauch des Gebäudeserforderten eine umfassende Sanierung.Das Gebäude nimmt im Erdgeschoss mit derumlaufend hervortretenden Vordachkonstruktionden Verlauf der Straße auf, währendsich die darüber liegenden Geschosseaus dieser Achse drehen und eine räumlicheBeziehung zu den umliegenden Gebäudender Universität aufnehmen. Das zurückgesetzteDachgeschoss wiederum folgt denstädtebaulichen Beziehungen des Erdgeschosses,sodass eine reizvolle Spannunginner- und außerhalb des gesamten Bau körpersentsteht. Vorgehängte Sichtbetonfertigteileund horizontal geschichtete Fensterbändermit darüber liegenden – durch einenBlendsturz abgesetzten – schmalen Belichtungsbändernprägten Jahrzehnte lang dieFassade des Wasser- und Schifffahrtsamts.Da ein sensibler Umgang mit der architektonischenSubstanz und die Beibehaltungwesentlicher Gestaltungsmerkmale für dieseSanierung maßgebend waren, wurde durcheine Mehrfachbeauftragung ein geeignetesArchitekturbüro ermittelt. Dieses überzeugtedie Jury dadurch, dass es die reduzierteFormensprache des Originalbaus übernommenund weiter entwickelt hat.Als Fassadenmaterial kamen glasfaserbewehrteBetonfertigteile zum Einsatz. Mitdiesem innovativen Material ist nicht nurder Charakter der Betonfassade aufrechterhaltenworden. Es haben sich auch Vorteilein energetischer, konstruktiver und gestalterischerHinsicht ergeben. So trug der Einsatzdes Fassadenmaterials einerseits erheblichdazu bei, dass der Energieverbrauch dankder neuen Gebäudehülle um rund 50 Prozentreduziert werden konnte. Andererseitsbringen die dank der Glasfasern korrosionsfreibewehrten Fertigteile Gewichtsvorteilesowie eine höhere Lebensdauer mit sich.Nicht zuletzt wirken die scharfkantige Randausbildungsowie die glatte Oberfläche derBetonfertigteile gegenüber der vorherigenHBA FreiburgArchitektGies Architektentechnische AusrüstungIngenieurgesellschaftJergler, ETragwerksplanungIngenieurbüro FethBrandschutzIngenieurbüroSteppacherAußenanlagenAG FreiraumGBK4,9 Mio. EuroBauzeit06/08–12/11


Südansicht mitFotovoltaikanlage überdem ParkdeckLösung optisch wesentlich eleganter. Durchden Wegfall der ursprünglichen Blendstürzevergrößert sich die Fensterfläche, wodurchdie natürliche Belichtung deutlich verbessertwird. Die natürliche Belüftung derBüroräume erfolgt über Öffnungsflügel, diein jedem zweiten Fensterelement angeordnetwurden. Für den sommerlichen Wärmeschutzsorgt die Kombination aus selektivenSonnenschutzgläsern und außen liegendenJalousien.In einem zweiten Bauabschnitt erfolgtedie Brandschutzsanierung des Treppenhauses.Dabei wurde die bisher offen imGebäudeinneren angeordnete Treppeüber die gesamte Höhe von zehn Stockwerkeneingehaust, die beiden Windfängeim Eingangsbereich neu gestaltet und dieSanitärräume erneuert.Den letzten Baustein der Maßnahme stellteder Umbau und die Sanierung des Parkdecksdar. Dabei wurde auf dem Parkdeck desGebäudes eine Fotovoltaikanlage mit 24 Kilowatt-Peak-Leistunginstalliert. Hiermitkönnen bis zu elf Prozent des elektrischenEnergiebedarfs der Liegenschaft gedecktwerden. Die Fotovoltaikanlage wurde überdas „120 Millionen Programm“ zur energetischenSanierung von Bundesgebäudenfinanziert. Mit diesem Programm werdenbauliche und anlagentechnische Maßnahmengefördert, die im Gebäudebetrieb zurReduzierung des CO 2-Ausstoßes führen unddie deutlich über die Mindestanforderungender Energieeinsparverordnung hinausgehen.Ein Teil der Brandschutzsanierung wurdeüber das Konjunkturprogramm II desBundes finanziert. Insgesamt betrugen dieGesamtbaukosten der drei zwischen 2008und 2011 durchgeführten Bauabschnitte4,9 Millionen Euro.Axel Christensen, ProjektleiterGEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/201345


Ansicht vom SchillerplatzInnenansicht eines BürosVerwaltungsgebäudeam Schillerplatz in StuttgartUmbau und SanierungDa das Land Baden-Württemberg seine Mi -nisteriumsstandorte in der Landeshauptstadtkonzentrieren wollte, erwarb die Baden-Württemberg Stiftung 2010 das zentral amSchillerplatz gelegene Verwaltungsgebäudevon der Stadt. Bis zu seiner Zerstörung imZweiten Weltkrieg stand an dieser städtebaulichherausragenden Lage zwischen Stiftskirche,Altem Schloss und Markthalle dasHotel „König von England“, nach dem dasVerwaltungsgebäude heute noch benanntwird. 1954 bis 1956 schuf der ArchitektKarl Gonser hier einen unauffälligen, abereigenständigen Neubau in Stahlbeton-Skelettbauweisemit Läden im Erdgeschoss,Büro nutzung in den Obergeschossen undWohnungen im Dachgeschoss. Ein Er weiterungsbauwurde 1961 fertiggestellt. Esblieb das einzige Bauwerk am zerstörtenSchillerplatz, das in moderner Architekturerstellt wurde. Seit 1984 steht das gesamteGebäude unter Denkmalschutz.Im Rahmen der Umbau- und Sanierungsarbeiten, die bei laufendem Betrieb derLäden im Erdgeschoss durchgeführt wurden,ist das Gebäude für eine zeitgemäßeVer wal tungsnutzung modernisiert worden.Schwerpunkte der Maßnahmen waren dieAnpassung des baulichen Brandschutzesan die heutigen Anforderungen sowie dieSchad stoffsanierung. Beides erforderte umfangreichebauliche Eingriffe.Die energetische Sanierung der Dachflächenund der Umgang mit den historischen Stahl-Verbund-Fensterelementen wurden mit derDenkmalpflege intensiv erörtert und abgestimmt.Durch den Rückbau der Wohnungenim Dachgeschoss und die Anhebung derDachfläche des Hauptbaus konnte sowohldie Bürofläche vergrößert als auch bessernutzbar gemacht werden. Die historischenFensterelemente mussten erhalten werdenund wurden denkmalgerecht in der Originalfarbesaniert und energetisch aufgerüstet.Darüber hinaus erfolgte eine behutsameRei nigung der massiv gemauerten Travertinfassade.Angeregt durch bauzeitliche Fotoshaben verschiedene Wandflächen wiederihre ursprüngliche Originalfarbigkeit erhalten,nachdem diese durch restauratorischeAnalysen der vorhandenen Wandbeschichtungenermittelt worden war. Nicht zuletztwurde die Haustechnik modernisiert undenergetisch optimiert, was im Bereich derBeleuchtung zu einer Ausstattung mit einerLED-Beleuchtung führte.Nach Abschluss der Arbeiten bietet dasGebäude optimale und zeitgemäße Bedingungenfür die neue Nutzung, ohne dass derfür die Entstehungszeit typische Charakterdes Gebäudes verloren gegangen ist.Ilse Lange Tiedje, Leiterin des AmtesAmt StuttgartArchitektzsp architekten, petervorbeckTragwerksplanungIngenieursgesellschaftDietrichBauphysikKurz und Fischertechnische AusrüstungThurm & Dinges, HLSpbs – PlanungsbüroSchwendemann, ENF4.740 m²GBK7,0 Mio. EuroBauzeit02/11–03/12


Außenansicht der ZugangsseiteMehrzwecksaalInstitut für Chemische TechnologieNeubau eines Verwaltungsgebäudesin PfinztalMit dem Neubau des Verwaltungsgebäudesdes Instituts für Chemische Technologie aufdem Areal in Pfinztal sind nun alle Teile desGebäudekomplexes mit Bürogebäude, Mehrzwecksaalsowie Laborgebäuden erneuertworden. Das Institut für Chemische Technologieist eines von derzeit 59 Instituten derFraunhofer Gesellschaft mit mehreren Forschungsgebäudenauf dem Areal in Pfinztal.Das Gebäude mit Mehrzwecksaal war ausSicherheitsgründen bereits 2003 umgebautworden. Für die Labore ist 2007 eineigener, dreigeschossiger Neubau errichtetworden. Denn die Bedürfnisse der Nutzerhatten sich im Laufe der Zeit geändert unddie Struktur der beiden vierzig Jahre altenLaborgebäude war für die neuen Anforderungenzu unflexibel.Der vom Bundesministerium der Verteidigungfinanzierte Gebäudekomplex wird vonder Fraunhofer Gesellschaft und vom Bundgemeinsam genutzt. Auf dem bundeseigenenGelände forschen sowohl das Bundesministeriumder Verteidigung im Bereich Explosiv-und Raketentreibstoffe als auch dieFraunhofer Gesellschaft in den Bereichenenergetische Materialien, energetische Systemesowie auf dem Gebiet der angewandtenElektrochemie und der Umwelt- und Polymerentwicklung.Die wohl bekannteste derErfindungen und Entwicklungen diesesInstituts ist der Airbag – heute aus keinemAuto mehr wegzudenken.Das bereits 2011 fertiggestellte Verwaltungsgebäudeist ein lang gestreckter, klar gegliederterNeubau. Ein zentraler Eingang mitHalle dient der barrierefreien Erschließungdes Mehrzwecksaals, der sich im angegliedertenGebäude befindet. Der Eingang teiltdas Haus in einen Abschnitt, in dem sichdie zentralen Einrichtungen der Institutsverwaltungund die Institutsbibliothek befinden,und einen gegenüberliegenden Teilmit öffentlichen Einrichtungen, Garderobe,Teeküche, WC-Anlagen für den Mehrzwecksaal,ergänzt durch Besprechungsräume.Das in Stahlbetonskelettbauweise errichteteGebäude ist mit einer Betonkernaktivierungversehen. Die hohe Speicherfähigkeit dermas siven Betonbauteile wärmt oder kühlt dasGebäude je nach Jahreszeit und trägt somitzur Reduzierung der Heiz- oder Kühl leistungbei. Leichtbauwände aus Gips kar ton,die schnell und leicht versetzt werden können,garantieren die bei den Altbauten vermissteFlexibilität bei geänderten Anfor derungen.Die Fassade besteht aus hoch druckfestenSchichtstoffplatten, die den in exponierterLage stehenden Neubau vor Hitzeund Schlagregen schützen sollen. Im Innenraumsetzt ein farbiger Streichputz an denFlurwänden und am Aufzugskern Akzente.Wolfgang Grether, AmtsleiterHBA Baden-BadenNF1.100 m²BRI7.000 m³GBK3,5 Mio. EuroBauzeit03/09-07/11GEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/2013 47


Gebäude der ortsansässigen SpediteureSchalterhalleGemeinschaftszollanlage Waldshut/KoblenzNeubau WarenabfertigungMit der neuen GemeinschaftszollanlageWaldshut (D)/Koblenz (CH) sollen dieteilweise chaotischen Verkehrsverhältnisseam bestehenden Grenzübergang behobenwerden. Aufgrund der beengten Platzverhältnissewar weder auf der deutschen noch aufder schweizerischen Seite eine Erweiterungder bestehenden Zollanlagen möglich. DieVerlagerung der Warenabfertigung auf einehemaliges Industrieareal östlich von Waldshutstellte die einzige Alternative dar. DieLkw fahren nun zur rund zwei Kilometervon der Grenze entfernten Warenabfertigung,um ihre Waren anzumelden und zuverzollen. Um sicherzustellen, dass jederLkw auf direktem Weg zwischen Grenzübergangund dem neuen Zollhof verkehrt, wirddie Fahrstrecke elektronisch überwacht.Hierzu werden die Kennzeichen der Lkwbei der Ein- und Ausreise am Grenzübergangsowie an den Ein- und Ausfahrten zurneuen Zollanlage und dem vorgelagertenVorstauraum automatisiert mit Spezialkameraserfasst und abgeglichen.Die neue Zollanlage besteht aus vier Gebäuden:Einfahrtskabine, Warenabfertigung,Lkw-Beschau und ein Gebäude der ortsansässigenSpediteure umschließen einenneuen Zollhof. Das Rückgrat und funktionaleHerz der Anlage bildet das Warenabfertigungsgebäude,das den Zollhof von derStraße abschirmt und der Anlage ein markantesErscheinungsbild verleiht. ZentralesElement ist die großzügige zweigeschossigeKundenhalle mit den angegliederten Schalterbereichendes deutschen und des schweizerischenZolls. Der skulpturale Kopf desGebäudes für die Lkw-Beschau ergibt sichaus der Funktion des Gebäudes: Ein weitauskragendes Vordach ermöglicht das wettergeschützteAusräumen der Ladungen. Darunterwerden die notwendigen Laderampenin die anschließende Beschauhalle weitergeführtund bilden dort einen massiven Sockel.Bei der Planung und Umsetzung des Gebäude-und Energiekonzeptes wurde besondererWert auf die Erfüllung der Aspekte desnachhaltigen Bauens wie die Minimierungder Betriebskosten und die Reduzierung desCO 2-Ausstoßes gelegt. Die Transmissionswärmeverlustewurden um 40 Prozent unterdie Vorgaben der Energieeinsparverordnunggesenkt. Eine mit Ökostrom betriebeneGrundwasserwärmepumpe dient zusammenmit der thermischen Bauteilaktivierung derenergieeffizienten Kühlung im Sommer undwirtschaftlichem Heizen im Winter.Der Beitrag zur „Kunst am Bau“ ist vonNorbert Radermacher. Er besteht aus einemüberdimensionalen „Warenkorb“ aus Edelstahlauf dem Dach des Nebengebäudes derWarenabfertigung sowie einem weiterenKorb in realistischer Größe beim Zollübergangan der Rheinbrücke. Die Kunst thematisiertauf anschauliche Weise die Bedeutungund Geschichte des Warentransports.Stefan Gaschick, ProjektleiterHBA FreiburgArchitektThoma, Lay,Buchler ArchitektenTragwerksplanungBröder IngenieurgesellschaftmbHtechnische AusrüstungPlanungsbüro Krebserund FreylerNF1.562 m²BRI9.300 m³GBK7,5 Mio. Eurotechnische Anlagen1,0 Mio. EuroBauzeit03/10–07/11


Fassadengestaltung mit geschosshohen FensternTreppenhaus mit Blickbezug nach AußenRommel-Kaserne DornstadtNeubau von UnterkunftsgebäudenMit zwei neuen Unterkunftsgebäuden ist dererste Bauabschnitt der Umstrukturierungder gesamten Rommel-Kaserne in Dornstadterfolgreich abgeschlossen. Das Gesamtkonzeptsieht die Erstellung von insgesamt vierneuen Unterkunftsgebäuden vor. Es schließtzudem neben einem optimierten Energiekonzept auch die Erneuerung der angrenzendenGrünanlagen mit ein. Bis 1993 war dieRommel-Kaserne in Dornstadt einer dergrößten Panzerstandorte im süddeutschenRaum. Seit der Neuausrichtung der einstzur Landesverteidigung aufgestellten Armeeliegt der Schwerpunkt der Bundeswehrheute auf der Beteiligung an Einsätzen inaller Welt. Seither dominieren Logistikgruppenin der Rommel-Kaserne. Infolgedessenwurden zusätzliche Unterkünfte, Büros undLehrsäle für die Soldatinnen und Soldatender Kaserne notwendig. Da dies bedeutet,dass das gesamte Kasernenareal in mehrerenBauabschnitten umfassend umstrukturiertund modernisiert werden muss, wurde einGesamtkonzept erarbeitet.Die beiden zweibündigen Neubauten mitdrei Vollgeschossen und einem Untergeschosssind die ersten Prototypen für denneuen Unterbringungsstandard der Bundeswehr.Mit den neuen Wohneinheitengehören die bisherigen Sechs- oder Acht-Mann-Stuben mit Etagenduschen und Sammeltoilettender Vergangenheit an. Die je -weils 42 Wohneinheiten bestehen aus zweiZimmern, die als Ein- und Zweibettzimmergenutzt werden können, und einer dazwischenliegendengemeinsamen Nasszelle.Auch Internet-, Telefon- und TV-Anschlussgehören zum neuen Standard. Zudem stehenin jedem Geschoss eine Teeküche mitAufenthaltsraum und Loggia für Kommunikationund Begegnung zur Verfügung. Mitder Material- und Oberflächengestaltungsowie durch Lichtführung und vielseitigeBlickbeziehungen ist eine neue Wohnqualitätin einer Kaserne erzeugt worden. Sohaben die Unterkunftsräume einen Parkettbodenerhalten, für die Flurbereiche wurdeein strapazierfähiger Kunststeinbelag ausgewählt.Eine raumhohe Verglasung in denZimmern sorgt einerseits für viel Tageslichtund gewährt andererseits schöne Ausblickein die begrünten Außenbereiche.Die Fassade wurde mit hinterlüfteten, großformatigenFaserzementplatten ausgebildet.Die in unterschiedlichen Grüntönen abgestuftenFlächen der Gebäudehülle gliederndie Fassade spielerisch und tragen zu einemfreundlichen Gesamteindruck bei. Die Dächerder Gebäude sind aus Gründen derÖkologie und Nachhaltigkeit als extensivbegrünte Flachdächer ausgeführt und zusätzlichmit einer solarthermischen Anlageausgestattet.Ingrid Paulus, ProjektleiterinJoachim Müller, ReferatsleiterHBA UlmArchitektenbbp architekten bdaTragwerksplanungHausmann+WalkIngenieuretechnische AusrüstungIngenieurbüro Schatz,Gauff IngenieureHNF3.381 m²BRI19.358 m³GBK7,25 Mio. Eurotechnische Anlagen1,96 Mio. EuroBauzeit7/09–7/11GEPLANT UND GEBAUTINFO BAU 1/2013 49


IMPRESSUMHerausgeberMinisterium für Finanzen undWirtschaft Baden- Würt tembergStaatliche Vermögens- undHochbauverwaltungwww.vbv.baden-wuerttemberg.deDezember 2013Redaktionund GesamtherstellungSabine BurkardIrida SucherVermögen und BauBaden-WürttembergRotebühlplatz 3070173 StuttgartFon 0711 6673-3468RedaktionsbeiratThomas Mauch, Veronika Zilker,Ministerium für Finanzen undWirtschaft Baden-WürttembergWalter Dettinger, ThomasKienzler, Vermögen und BauBaden-Württemberg, BetriebsleitungGunther Krüger, OberfinanzdirektionKarlsruhe, BundesbauBaden-WürttembergIngo-Michael Greiner, Vermögenund Bau Baden-Württemberg,Amt HeilbronnRolf Stroux, Vermögen und BauBaden-Württemberg, UniversitätsbauamtHeidelbergVisuelles BasiskonzeptBaumann & BaumannBüro für GestaltungSchwäbisch GmündReproarbeitenzu guter letztDigital Data Service LenhardStuttgartDruckOffizin Scheufele Druck undMedien GmbH & Co. KGStuttgartAlle Rechte beim Herausgeber.Gedruckt auf umweltfreund -lichem Papier.Schutzgebühr 5,10 Euro


GLOSSARABBILDUNGENMFWMinisterium für Finanzen undWirtschaft Baden-WürttembergBMFBundesministeriumder FinanzenOFD-KAOberfinanzdirektionKarlsruheVermögen und BauBaden-WürttembergAAmtUBAUniversitätsbauamtHBAStaatliches HochbauamtA-FRAmt FreiburgA-HNAmt HeilbronnA-KAAmt KarlsruheA-KNAmt KonstanzA-LBAmt LudwigsburgA-MAAmt MannheimA-PFAmt PforzheimA-RVAmt RavensburgA-GDAmt Schwäbisch GmündA-SAmt StuttgartA-TÜAmt TübingenA-ULAmt UlmUBA-FRUniversitätsbauamtFreiburgUBA-HDUniversitätsbauamtHeidelbergUBA-S+HUniversitätsbauamtStuttgart und HohenheimHBA-BADStaatliches HochbauamtBaden-BadenHBA-FRStaatliches HochbauamtFreiburgHBA-HDStaatliches HochbauamtHeidelbergHBA-RTStaatliches HochbauamtReutlingenHBA-SHAStaatliches HochbauamtSchwäbisch HallAtelier Altenkirch, Karlsruhe,14 (3), 16 (2, 3), 33, 40, 41, 43Agence Ter GmbH Landschaftsarchitekten,Karlsruhe, 13 (2)bild_raum, Stephan Baumann,Karlsruhe, 17 (3)Joachim Feist, Pliezhausen,2 (3), 10,Wolf-Dieter Gericke,Waiblingen, 14 (2), 19 (3)Brigida González, Stuttgart, 46Roland Halbe, Stuttgart, 14 (1),19 (2)Rose Hajdu, Stuttgart , 42Reinhard Hall Fotografie,Karlsruhe, 38Thomas Herrmann Stuttgart,11 (2, 3), 15Olaf Herzog, Waldkirch, 48Wolfram Janzer, Stuttgart, 36, 49Nikolay Kazakov, Karlsruhe,13 (1), 19 (1)Guido Kirsch, Freiburg, 44, 45Oliver Kern, Freiburg, 24, 25Andreas Körner, Stuttgart, 17 (1)Ingeborg F. Lehmann, St. Märgen,2 (1, 2), 16 (1), 20, 22, 23,47, UmschlagStefan Müller-Naumann,München, 13 (3)Thomas Ott, Mühltal, 37Perlbach Fotodesign, Preetz,19 (1)Albrecht Imanuel Schnabel,A-Götzis, 28, 29Michael Schnell, Essingen, 17 (4)Wolfgang Schwager, Aachen, 39Hermann Seidl, Salzburg, 32Michael Tümmers, Leinfelden-Echterdingen, 17 (2)Winkler Design, Tübingen,26, 27Prof. Wormbs, Stuttgart, 34, 35BaubeschreibungBRIBruttorauminhaltGBKGesamtbaukostenNFNutzflächeZU GUTER LETZT INFO BAU 1/201351


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