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6 | Nr. 10 | Mai ‘11

portrait

Michael Brammann

hat das richtige Ohr für akustische Resonanzen

Michael Brammann – Foto: Privat

Die Musik und die Sehnsucht

nach der Ferne haben Michael

Brammann von Anfang an begleitet.

Während seiner Kindheit

in Pinneberg träumte er, auf große

Fahrt zu gehen, genauso wie

sein Vater, der Seefahrer war.

Schließlich fand er einen anderen

Weg, ferne Länder kennenzulernen,

und dieser führte über

die Musik. Gute Musik, klassische,

Jazz, Weltmusik, Filmmusik,

Blues und Rock.

Als Tonmeister arbeitete Michael

Brammann 30 Jahre für die Plattenfirma

Warner Classics. In dieser

Zeit bereiste er etwa 60 Mal

die USA. Aufnahmereisen führten

ihn nach Venezuela, China,

Israel, die Türkei, überall in Europa,

um mit den Vertragskünstlern,

Dirigenten und Solisten

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klassische Werke aufzunehmen.

„Das war eine große Zeit, als der

liebe Gott und die Japaner uns

die CD geschenkt hatten“,

schwärmt er. In den 80ern und

90ern wollten Musiker und Plattenfirmen

ihr Repertoire für das

neue Medium digital aufnehmen.

Doch der Boom war

schnell vorbei. Mit dem Aufkommen

von MP3 und Internet

sank die Nachfrage nach Alben.

„Heute gibt es kaum Spielraum,

einen Katalog mit Musik

zu füllen, die nicht Mainstream

ist“, erzählt der Tonmeister.

Schließlich zog sich Warner Brothers

2002 aus dem Geschäft in

Deutschland zurück. Für den

Tonmeister war das die Möglichkeit

eines Neuanfangs als

Selbstständiger: Von der Abfindung

hat er sich sein Arbeitswerkzeug

angeschafft, das war

der Grundstock für sein Geschäft.

„Der Tag, an dem Warner

Brothers den deutschen Standort

schloss, war für mich ein trauriger

und gleichzeitig ein toller

Tag: Ich konnte endlich Berlin

verlassen.“ 16 Jahre lebte

Brammann in dieser Großstadt,

mit der er sich nie wirklich an-

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freunden konnte. Der Erfolg

stellte sich sofort ein. 2002 erhielt

er einen Grammy für die

Aufnahme der Matthäuspassion

von Johann Sebastian Bach mit

Nikolaus Harnoncourt. Der

zweite Grammy folgte fünf Jahre

später für eine Aufnahme mit

den Moskauer Soloists unter Juri

Bashmet, außerdem einige

Grammy Nominierungen. Der

Erfolg ließ die Fachhochschule

Oldenburg aufhorchen, die ihn

als Lehrbeauftragten für Studiotechnik

am Institut für Hörtechnik

und Audiologie anwarb. Der

Tonmeister brachte mit, was die

Hochschule suchte: praktische

Erfahrung und künstlerische

Kompetenz. Nach Oldenburg

hat ihn allerdings die Liebe zu

einer Frau verschlagen, die er

1992 in New York kennengelernt

hat. Der Lehrauftrag macht

Brammann richtig Spaß. Durch

Exkursionen in die wichtigsten

Konzertsäle Europas versucht er,

Studierenden ein Gefühl für

klassische Musik und deren Aufnahme

zu geben. „In einem Saal

gibt es vieles, das nicht einfach

mit zwei Mikrofonen aufgenommen

werden kann“, erklärt

er. Die bis zu 60 Mikrofone aufzustellen,

erfordere viel Erfahrung,

da jeder Saal, jedes Orchester

und Stück eigene Anforderungen

habe. Eine Erfahrung,

die man leider nicht an einer

Hochschule lernen könne.

Text | Wenzel Herzig

-Info

Michael Brammann ist ein Tonmeister

mit Weltrang: Zwei Grammys stehen

bei ihm zu Hause. Außerdem ist er Dozent

am Institut für Hörtechnik und Audiologie

an der Jade Hochschule.

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