Gegen den Strom - Diakonie Dresden

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Gegen den Strom - Diakonie Dresden

DiakonieInformationen der Diakonie - Stadtmission DresdenAusgabe 1 | 2013Besser mit NächstenliebeGegen den StromSeite 3Stadtmissionund BläserSeite 14Nachtcafès endennach einer WocheVerlängerungSeite 4Klara hat Hosen anSeite 16Eine Kampagne zumSchutz von Kindern?Seite 51


AN(GE)DACHT„mit dem Strom“So lebt es sich leichter! Oft habenwir ein gutes Gespür dafür, wasgerade angesagt ist. Wenn wir dannsagen, was allgemeine Meinung ist,dann können wir gut „mit dem Stromschwimmen“. Wer sich dem Mainstreamanschließt, der hat es schlichteinfacher. Er fällt nicht auf. Er mussseine Meinung nicht begründen, jaandere Menschen fragen gar nicht erstnach.Manchmal habe ich im Gespräch mitMitarbeiterinnen und Mitarbeitern denEindruck, sie sagen das, von dem siemeinen, dass der Direktor es hörenmöchte. Ein wirklicher Dialog entstehtnicht, eher ein oberflächliches Gerede.Und das Gespräch führt uns keinenSchritt weiter. Es gibt dann keinenehrlichen Gedankenaustausch, deruns beide zum Nachdenken anregtund dadurch gegenseitig bereichert.Aber sicher, es lebt sich ruhiger undentspannter, wenn gesagt wird, wasder andere wahrscheinlich gerne hört.Es sind keine besonderen Erklärungennotwendig. Aber wir haben dieChance voneinander zu lernen wiedereinmal verpasst.„gegen den Strom“Da wird es schnell anstrengend, wiedas Bild schon sagt. Wer gegen dieStrömung schwimmt oder rudert, dermuss viel Kraft aufwenden. Er spürtWiderstand, vielleicht sogar Unverständnis.Wer seine Gedanken gegendie allgemeine Meinung vertritt, derwird auffällig und angreifbar. Er musseinen klaren Standpunkt haben, umnicht umgeworfen zu werden. Esmacht nicht nur Mühe, sondern es bedarfdes Mutes. Und doch erlebe ich immerwieder, dass gute neue Lösungen vonschwierigen Fragen nur in einer konzentriertenund zielführenden Auseinandersetzungerlangt werden können. Nur dann kommenwirklich alle Aspekte und Sichtweisen zurSprache, werden gehört, bedacht undabgewogen. Erst wenn ich den Widerstandwahrnehme und überwinde, erlange ichwirklich das Ziel.Jesus handelt „gegen den Strom“Jesus erzählt ein Gleichnis, indem ein WeinbergsbesitzerTagelöhner anstellt. Die erstenam frühen Morgen. Im mündlichen Arbeitsvertragwird ein Silbergroschen vereinbart.Dann stellt er in der Mitte des Vormittagsund wieder zur Mittagszeit und sogar amNachmittag immer wieder neue Arbeiterein. Schließlich ist Feierabend. Diejenigen,die nur wenige Stunden gearbeitet habenerhalten jeder ihren Silbergroschen. Undschließlich diejenigen, die den ganzen Tagin der Hitze der Sonne schwer geschuftethaben, bekommen auch den vereinbartenLohn, einen Silbergroschen. Aber sie sindwütend und sehr verärgert. Sie meinen, esstände ihnen mehr zu, da ihre Leistung vielhöher gewesen sei, als die der anderen. Vertraglichliegen sie falsch, denn der mündlicheArbeitsvertrag wurde eingehalten. Vominneren Gerechtigkeitsgefühl kann ich denÄrger gut nachvollziehen.Warum handelt Jesus gegen das Gefühl fürGerechtigkeit? Warum verursacht er diesenÄrger? Warum gegen die allgemeine Meinung?Jesus geht es nicht darum, Oppositionzu spielen, damit er Aufmerksamkeiterlangt. Das wäre reine Selbstdarstellungauf Kosten anderer. Verständlich wird diesesGleichnis, wenn Sie bedenken, wie hoch dieKaufkraft eines Silbergroschens damals war.Dieser reichte aus, um einen Tag eine Familiezu ernähren. Jesus handelt also so, damitbei allen Tagelöhnern eine eintägige Grundsicherunggewährleistet ist. Dieses ist ihmwichtiger als der Ärger. Dafür „schwimmter gegen den Strom“. Und dieses Gleichnissteht für das Reich Gottes, in dem niemandmehr Hunger und Not leiden wird.„gegen den Strom“ muss einen Sinn habenMir ist an der Erzählung wichtig, dass eseinen Sinn haben muss, „gegen den Strom“zu handeln und dadurch Widerstand in Kaufzu nehmen. Selbstzweck darf es nicht sein.Aber wenn es dem Leben dient, dann istes notwendig. Ja, Gott erwartet von uns„gegen den Strom“ zu agieren.Wenn wir der Überzeugung sind, dass dasHandeln eines Kollegen oder einer Führungskraftnicht gut und weiterführend ist,dann muss dieses angesprochen werden.Wenn wir erleben, dass sozialpolitischeEntscheidungen kritikwürdig sind, dannsprechen wir dieses als Diakonie an. Inanständiger und gut durchdachter Weise,das kann jeder von uns erwarten, aber mitnötigem Nachdruck und Standfestigkeit.Das bedarf oft des Mutes, denn Widerstandkommt schnell, manchmal auch zusätzlichdurch die Medien. Aber als Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter der Diakonie sind wirdem Leben verpflichtet. Dieses hat uns Gottgeschenkt und wir setzen uns dafür ein,dass viele Menschen mit dem Geschenkdes Lebens gut umgehen können. „Gegenden Strom“ – wenn es dem Leben dient, nurdieses Verhalten hilft uns untereinander undin unserer Gesellschaft weiter.Ihr Pfarrer Christoph StolteDirektorQuelle: pixelio.de Marianne J.1. Ausgabe Juni 2013 2


Fische, die gegen den Strom schwimmenWenn ich an das Titelthema der DiakonieZeitung denke, fallen mir sofort Fische ein.Wenn bei dieser Redensart „Fische“ durchmeine Gedanken schwimmen, habe ichgewiss weniger eine Fischspeise im Kopf.Eher liegt es wohl daran, dass ich zu diesemThema häufig Karikaturen mit einem Fischschwarmsehe, in dessen Mitte sich ein kleinererdieser Spezies entgegengesetzt derSchwimmrichtung des Schwarmes bewegt.Der Fisch ist nicht größer als all die anderenund wird auch selten bunter oder schönerdargestellt als seine Artgenossen, aber erfällt auf Grund seiner Schwimmrichtung besondersauf.Beim Betrachten einer solchen Karikatur hatwahrscheinlich mancher von uns seine eigenenGedanken an bestimmte Personen oderSituationen. Und vielleicht fühlte sich dereine oder andere schon wie dieser Fisch,der sich wider allen anderen bewegte unddamit Aufregung verursachte. Nicht jederschafft es, sich „aufzulehnen“ und seine eigeneMeinung zu vertreten, vor allem dannnicht, wenn man ganz allein diese Meinungvertritt. Man spürt, wie andere einen etwasverwirrt und vielleicht auch mit einem respektvollenBlick betrachten und eine weitereErklärung zum Gesagten erwarten. Manselbst kann erst mal ordentlich Verwirrungstiften, wenn man sich entgegen allem bewegtund anders denkt.Dabei meine ich nicht die ewigen Nörglerund permanenten Besserwisser, die alles inFrage stellen und denen man es nie wirklichrecht machen kann. Ich meine schondie, die sich Gedanken machen und Veränderungengut und geeignet finden und sichdabei selbst gern einbringen. Die ihre innovativenIdeen äußern und davon überzeugtsind, dass diese den Anderen den Alltag erleichternund sie weiterbringen könnten.Welche Motivation haben diese Menschen,die sich gegen das Allgemeine wenden undandere Ideen haben? Versuchen sie, dasKlassische und Traditionelle zu überholen,weil es für sie alt, verstaubt und möglicherweiseauch nicht mehr zeitgerecht ist? Vielleichtkönnen sie sich nicht anpassen undlegen wenig Wert auf Gemeinschaft undHarmonie? Oder sind es eher Menschen,die durch ihre Denk- und Handlungsweisendie Anderen gern zum Nachdenken anregenwollen? Möglicherweise wollen sie aber nurdurch ihr „Zuwiderhandeln“ und Andersdenkenden Anderen, die mit dem Stromschwimmen, Impulse geben?Eines ist uns bewusst – „Gegenstromschwimmer“bringen Aufregung und Unbequemlichkeitmit sich und werden von derGemeinschaft als Unruhestifter und QuerulantenQuelle: pixelio.de joakantInhalt:AN(GE)DACHT 2Fische, die gegen denStrom schwimmen 3Nachtcafés enden nach einerWoche Verlängerung im April 4Eine Kampagne zum Schutzvon Kindern? 5Freiheit der Träger der Jugendhilfegestärkt 6Mittendrin statt nur dabei 6Aller guten Dinge sind Drei 7Die Frau und der Strom 7„Kinder kochen – mobil“ 8Mit vereinten Kräften mittendurch 9Fachtag „Schulische Bildung inDresden - Wie kann Inklusiongelingen?“ 10Den eigenen Rhythmus finden 12wahrgenommen, weil sie eine andereMeinung vertreten und sich nicht in ihrerEinstellung beirren lassen.Auch wenn wir die Motivation dieserMenschen nicht kennen, so könnenwir aber ihre Wirkung spüren. Dessensollten wir uns bewusst sein undentsprechend reagieren, wenn ihr Andersdenkenauf unser Wohlwollen trifftoder wir es als unangenehm empfinden.Setzen wir uns doch einfach mit denenauseinander, die sich auflehnen undanderer Meinung sind. Es wird nichtwehtun und es wird uns nicht schaden.Eher glaube ich, dass es uns bereichernwird, wenn wir mit den „Querdenkern“in Austausch treten - andereSichtweisen können unseren Horizonterweitern.Ich werde weiterhin die Karikatur desFischschwarms, mit dem eigensinnigen,gegen den Strom schwimmendenFisch in der Mitte, mit Wohlwollenbetrachten und mit einem Lächeln anden einen oder anderen „Gegenstromschwimmer“denken.Titel-Thema:Gegen den StromMitarbeiterin der Flexiblen HilfenVerantwortung tragen immernur die Anderen 13Stadtmission und Bläser 14Kontaktstelle Ehrenamt 15Klara hat Hosen an 16Geerdet und im Wachstum 17Leitbild der Diakonie -Stadtmission Dresden:Menschen annehmen 1815 Jahr ambulante Rehabilitationfür Suchtkranke 185 Jahre EvangelischeKITA in Moritzburg 19Angebote und Termine 203


Nachtcafés enden nach einer WocheVerlängerung im April„Neue Struktur nachWegfall der Kommunal-Kombi-Stellen hat sichbewährt“Die Nachtcafés hatten aufgrund derWitterung erstmalig eine Woche längerauf. KirchenbezirkssozialarbeiterMichael Mäthger dankt allen Helfern,Spendern und Unterstützern: „Ohnedieses große Netzwerk aus einzelnenPersonen, Firmen und Institutionenwäre diese Hilfe für Menschen ohneWohnung undenkbar.“Täglich 20 WohnungsloseSeit 1. November 2012 haben dieOrganisatoren der Nachtcafés etwa2.000 Übernachtungen gezählt. Währendim ersten Monat durchschnittlichneun Personen in den Kirchgebäudenübernachteten, waren es zuletzt täglich umdie zwanzig Wohnungslose; unter ihnenauch immer wieder Mitbürger aus dem europäischenAusland. Sie alle fanden Ruhemöglichkeitenfür die Nacht. Sie bekamenGetränke, eine warme Mahlzeit und eingemeinsames Frühstück sowie GesprächsundKontaktmöglichkeiten zu weiterführendenHilfen. Die Wohnungslosen hatten hierzudem die Möglichkeit zu duschen und ihreWäsche zu waschen und trocknen zu lassen.Logistische Leistungen abgesichertNach Wegfall der durch das Jobcenter Dresdenfinanzierten Arbeitsstellen, hatten die evangelisch-lutherischenKirchgemeinden derbeiden Dresdner Kirchenbezirke einen Solidarbeitraggegeben, um wenigstens einePersonalstelle mit zu finanzieren, die wichtigelogistische Leistungen absichert. Hinzukamen Spendenbeträge aus katholischenund freikirchlichen Gemeinden sowie zahlreicheKollekten und Einzelspenden.Mehr als 170 Ehrenamtliche engagierensichMehr als 170 Ehrenamtliche engagieren sichin den Nachtcafés. Im Februar 2013 besuchteDresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz dasNachtcafé der Laubegaster Christophoruskircheund würdigte das ehrenamtliche Engagement derHelferinnen und Helfer. KirchenbezirkssozialarbeiterMichael Mäthger sagt: „Die neue Strukturhat sich bewährt. Auch die nächste Nachtcafé-Saison werden wir in ähnlicher Weise planen.“Sie startet am 1. November 2013, die Vorbereitungenbeginnen jedoch bereits im Juli 2013. Einebesondere Herausforderung wird sein, sich aufimmer mehr Menschen aus anderen Ländern undmit fremden Sprachen bzw. mit sehr komplexenProblemlagen einzustellen. Wer sich im nächstenWinter in den Nachtcafés für Menschen ohneWohnung engagieren möchte, kann sich bei derDiakonie - Stadtmission Dresden melden.Ansprechpartner: Michael Mäthger,Telefon: (0351) 20 66 015Mira KörlinSpendenkonto:Diakonie - Stadtmission DresdenKonto 160160160BLZ 35060190Verwendungszweck: Nachtcafé1. Ausgabe Juni 2013 4


Eine Kampagne zum Schutz von Kindern?Die Bundesregierung startete im Januar2013 die bundesweit angelegte Kampagne„Kein Raum für Missbrauch“ mit dem Ziel,dieses Thema offensiv in unser gesellschaftlichesLeben einzubringen. Alle Kräfte fürden Schutz von Kindern und Jugendlichenvor sexueller Gewalt zu sensibilisieren undeine aktive Beteiligung im Kinderschutz zugewinnen, gehört dazu.Was aber ist eine Kampagne? Schaut manbei Wikipedia, dann findet man die Merkmaleeiner Kampagne: ein geplantes und koordiniertesZusammenwirken von Menschenin einem zeitlich begrenzten Zeitraum (vgl.Wikipedia).Kinder wirksam vor Übergriffen schützen,ihr Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheitzu schützen und zu wahren,gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen,zu entwickeln und zu stärken, die Kindervor Gewalt schützen – kann das zeitlichbegrenzt sein? Natürlich nicht. Wir begrüßendiese Kampagne und verstehen dieseals eine Verstärkung und Ergänzung zu denzahlreichen rechtlichen und fachlichen Entwicklungenim Bereich des Kinderschutzesin Deutschland.Thema Kinderschutz wird seit langemintensiv diskutiertInnerhalb der Diakonie-Stadtmission Dresdenwerden die Themen, Fragen und Erfordernisseum das Thema Kinderschutzschon seit langem intensiv diskutiert und anUmsetzungsmöglichkeiten und Verbesserungenunserer diesbezüglichen Arbeit und(fach-)politischer Einflussnahme gearbeitet.Derzeit werden mit unseren Mitarbeitenden,insbesondere den Abteilungen Kinder, Jugendund Familie und Kindertagesbetreuung,konkrete, alltagsnahe und nachhaltigeHandlungspläne für die Stadtmission erstellt.Im Rahmen eines internen Fachtages am20.06.2013 werden diese Ergebnisse undVorhaben offiziell vorgestellt. Viele Mitarbeiterund Mitarbeiterinnen der Abteilungen,Führungskräfte und Interessierte engagierensich intensiv und ergebnisorientiert,um diese wichtige Aufgabe zu bewältigen.Herzlichen Dank.Es geht in diesen Prozessen um sehr vielfältigeThemen und Fragestellungen. Wie beteiligenwir unsere Kinder und Jugendlichenin den sie persönlich betreffenden Angelegenheiten?Welche Möglichkeitenhaben die von uns betreuten jungenMenschen, sich mitzuteilen und Hilfezu holen? Was muss und kann unsereOrganisation vorbeugend tun, um Kindervor Übergriffen zu schützen, aberauch gleichzeitig Mitarbeitenden in ihremberuflichen Handeln Sicherheitenzu geben? Das ist nur ein kleiner Ausschnittaus einem vielschichtigen Bündelvon Themen und Fragestellungen,mit denen wir verantwortlich umgehenwollen und müssen.„Kein Raum für Missbrauch“Die Beteiligung an der Kampagne„Kein Raum für Missbrauch“ ist füruns als Träger von vielfältigen Angebotenund Leistungen der Kinder- undJugendhilfe sowie der Kindertagesbetreuungselbstverständlich. Wir werdendurch Aushänge und Symboleunsere Teilnahme nach innen und außenkommunizieren und geschützteRäume für Kinder nach besten Möglichkeitensicherstellen.Sehr gern stehe ich Ihnen für weitereInformationen zum Thema Kinderschutzzur Verfügung, bzw. kann IhnenMitarbeiter und Mitarbeiterinnen benennen,die uns als Diakonie-StadtmissionDresden nach innen und außenin Sachen Kinderschutz vertreten,hilfreiche Informationen geben könnenoder für Ihre Anliegen Zeit zum Zuhörenhaben.Silke KultscherAbteilungsleiterin Kinder, Jugend, FamilieQuelle: pixelio.de Benjamin ThornLogo der bundesweiten Kampagne5


Freiheit der Freien Träger derJugendhilfe gestärktDas Sächsische Oberverwaltungsgerichthatdie Kitasatzung Dresdenfür unwirksam erklärt.Auslöser war eine Normenkontrollklageder Diakonie-Stadtmission Dresden,der Caritas Dresden, der AWO,verschiedener Freier Träger und einzelnerTagespflegepersonen des ParitätischenWohlfahrtsverbandes.Warum diese Klage? Gegenstand warennicht einzelne Inhalte der Satzung,z.B. ob die Kita nun um 6:00 oder7:00 Uhr öffnet oder es eine Schließzeitgeben darf. Vielmehr ging es umdie grundsätzlichen Rechte der FreienTräger der Jugendhilfe, ihre Einrichtungenzum Wohle der Kinder undin Absprache mit den Eltern und derLandeshauptstadt Dresden zu organisieren.In diese Rechte hatte derStadtrat per Satzung eingegriffen.Dahinter steht zuerst das Subsidiaritätsprinzip,das für unsere Gesellschaftund Gesetzgebung grundlegend ist.Dieses bedeutet: Was der Einzelne,die Familie, ein Verein, Wohlfahrtsverbändeoder Kirchen aus eigener Krafttun können, darf nicht vom Staat ansich gezogen werden. Es soll sichergestelltwerden, dass Kompetenz undVerantwortung der Bürger, Gruppierungenund nichtstaatlichen Organisationenanerkannt und genutzt werden.Das schließt allerdings die staatlichePflicht mit ein, die kleineren Einheitenfalls nötig so zu stärken, dass sie entsprechendtätig werden können.Im VIII. Sozialgesetzbuch, welches dieKinder- und Jugendhilfe regelt, heißtes in §4, dass die öffentliche Jugendhilfe,d.h. hier die LandeshauptstadtDresden, „die Selbstständigkeit derfreien Jugendhilfe in Zielsetzung undDurchführung ihrer Aufgaben sowiein der Gestaltung ihrer Organisationsstrukturzu achten (hat)“. Die öffentlicheJugendhilfe soll auch von eigenenEinrichtungen absehen, wenn diesevon anerkannten Trägern der freienJugendhilfe betrieben werden können.Dieses gesetzliche Prinzip wirdbesonders verständlich auf Basis derErfahrungen des Dritten Reiches, d.h.der Gleichschaltung der Jugendarbeitdurch die Diktatur.Beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschlandwar es den Vätern des Grundgesetzesund der nachfolgenden Gesetze sehr wichtig,dass der Staat sich aus der Kinder- undJugendhilfe weitgehend heraushält. Dieseserschwert die Anfänge jeder neuen Diktatur.Der Staat soll verschiedene Freie Trägerfördern, damit diese auf unterschiedlicheWeise, mit verschiedenen Wertvorstellungenund Konzeptionen beispielsweise Kindertagesstättenbetreiben. In Dresden sinddieses mittlerweile über 80 verschiedeneTräger. Dadurch haben Eltern, wenn einmalder Engpass an Betreuungsplätzen überwundenist, ein Wunsch- und Wahlrecht beider Suche nach einer Kita. Zugleich werdenBürger ermutigt, selber Verantwortung zuübernehmen.In Dresden gibt es viele verschiedene Vereine,in denen sich oft Eltern zusammengeschlossenhaben und mit riesigem Engagementeine Kindertagesstätte betreiben. Hinterdieser Form der Gesellschaft steckt nichtder Gedanke, dass es preiswerter sei, sonderndie Förderung einer offenen und vielfältigenGesellschaft.Das Urteil des Oberverwaltungsgerichtsstärkt die Subsidiarität und damit die FreienTräger in ihrer Vielfalt und Buntheit. So mussnun in der Stadt demokratisch neu ausgehandeltwerden, welche Mindeststandardsfür alle Träger gelten müssen. Wir sind überzeugtdavon, dass uns alle miteinander eineVielfalt in der Gesellschaft gut tut und dieTräger in enger Zusammenarbeit mit denKindern und Eltern die Kitas führen werden.Quelle: pixelio.de Carlo SchrodtChristoph StolteMittendrinstatt nur dabeiDas Kinder- und JugendhausPixel und der AbenteuerBauspielplatzProhliswerden 20 Jahre!Es gibt Grund zur Freude in Prohlis – seitnunmehr 20 Jahren können Kinder und Jugendlicheauf dem AbenteuerBauspielplatzProhlis und im Kinder- und Jugendhaus Pixeljeden Nachmittag ihre Freizeit verbringen.Mitten in Prohlis gelegen treffen sichhier täglich 50 bis 60 Kinder, Jugendlicheund Eltern mit Kleinkindern zum Basteln,Chatten, Hausaufgaben machen, Kochen,Buden bauen, Feuer machen, Fahrräderreparieren, Fußball spielen und vielemmehr. Es wird gestaltet, gespielt, gelacht,geweint, getobt – alles was das Kinderherzbegehrt. Die Sozialpädagogen in den Einrichtungensind Ansprechpartner, Berater,Vorbilder und Reibungsfläche für die vielenKinder, die regelmäßig die Angebote derOffenen Kinder- und Jugendarbeit auf derElsterwerdaer Straße nutzen. Über die regulärenAngebote hinaus finden Ausflüge,Ferienfahrten und zahlreiche geschlechtsspezifischeAktionen statt.Leider sind die Zeiten momentan schwer.Aufgrund von Brandschutzmängeln, in dervon der Diakonie angemieteten ehemaligenstädtischen Kindertagesstätte, wurdeein großer Teil der pädagogischen Nutzflächegesperrt. Das wirkt sich negativ auf dieAngebotsvielfalt aus. Die Sozialpädagogenbemühen sich, wie immer das Bestmöglichefür alle Besucher zu schaffen und hoffenauf eine baldige Lösung des Problems,um mit den Kindern positiv und gestaltendin die Zukunft schauen zu können.Kathrin Schulz1. Ausgabe Juni 2013 6


Aller guten Dinge sind drei...Die Evangelische Beratungsstelle Radebeulist im einundzwanzigsten Jahr ihres Bestehenszum dritten Mal umgezogen. Unsereneuen Räume befinden sich in zentralerLage mit hervorragender Erreichbarkeit (S-Bahn 2 Min., Straßenbahn 3 Min., Stellplätzein der Tiefgarage bzw. Parkzone neben demHaus). Dennoch erlauben weitere öffentlicheAngebote im Haus einen relativ anonymenZugang in unsere Dachgeschossräume.Mit unserem Angebot (Beratung für Schwangereund ihre Angehörigen, Schwangerschaftskonfliktberatung,PartnerschaftsundLebensberatung) passen wir inhaltlichsehr gut zu den verschiedenen Fachärztenund Therapeuten im Haus und erhoffen unspositive Effekte für unsere Arbeit.Am 17.04.2013 wurden die neuen Räumeoffiziell eröffnet. Wenngleich unsere Gästeim Treppenhaus noch über so manchenBaudreck steigen mussten, so grünt undMusikalische Einlage zur feierlichen Einweihung der neuen Räumeblüht es in unserer Stelle durch die mitgebrachtenBlumen- und Pflanzengeschenke.Möge uns diese hoffnungsvolle Atmosphäreauch weiterhin in unseren Räumen und vorallem in unserer Beratungsarbeit begleiten.Über einen Besuch freuen sich Kathrin Roßner,Christiane Böhme und Anke M. Thiele.Die Frau und der StromEs ist Spätnachmittag, Anfang Januar, dasThermometer zeigt Minusgrade, eine Fraumit einem weißen Stock steht an der KreuzungBodenbacher / Marienberger Straßeund will offensichtlich auf die andere Straßenseite.Inzwischen schaltet die Ampelzum dritten Mal auf Grün. Sie steht aber immernoch an der Bordsteinkante und wartet.Hinter ihr steht eine zweite Person. Diesemacht keine Anstalten ihr zu helfen. Passantendrehen sich um, bleiben stehen, einigeschütteln mit dem Kopf.neue Anschrift seit dem 25.03.2013:Evangelische BratungsstelleRadebeulSidonienstraße 1(Nähe Bahnhof Radebeul Ost)01445 RadebeulVom 13. – 25. 01. 2013 fand in Dresden eineIntensivmaßnahme „Schulung in Orientierungund Mobilität“ für Menschen statt, dieauf Grund einer Netzhauterkrankung hochgradigsehbehindert oder blind sind.Gemeinsam mit zwei weiteren Rehabilitationslehrernaus Chemnitz bzw. Leipzig führtedas Ambulante BehindertenZentrum dieseRehabilitationsmaßnahme mit Teilnehmernaus Sachsen inzwischen zum vierten Maldurch. Ziel der Schulung in Orientierungund Mobilität ist es, blinde und sehbehinderteMenschen im Gebrauch des weißenLangstockes so auszubilden, dass sie diesenals Verkehrsschutzzeichen und als Orientierungshilfeeinsetzen können.Die durch Blindheit oder Sehbehinderungbedingte Mobilitäts- und Orientierungsbeeinträchtigungsoll damit so weit wie möglichausgeglichen werden. Hierbei werdenvielfältige Techniken und Fertigkeiten vermittelt.Insbesondere in Fußgängerbereichenwie der Prager Straße, wo es wederDer Stock als Orientierungshilfetaktile noch akustische Leitlinien auf demFußboden gibt, sind das Wahrnehmen undNutzen von Passantenströmen wichtig fürdie Orientierung und die Fortbewegung.`Schwimmen mit dem Strom´ klingt und istangepasst. Für viele Menschen mit Behinderung– in unserem Fall mit einer visuellen– ist das aber der erste Schritt, um dabei zusein, teilzuhaben, zu erfahren, ob die Zieleder anderen mit den eigenen übereinstimmen.Erst dann kann entschieden werden,ob ein `Schwimmen gegen den Strom´ eherden eigenen Zielen entspricht.Plötzlich geht die Frau los und überquert,gleichzeitig mit dem parallel anfahrendenStrom von Kraftfahrzeugen, sicher dieStraße. Warum jetzt? Was hat sie bewogen,genau in diesem Moment zustarten? Hat sie den Strom der Fahrzeugegenutzt? Den Strom, der ihrentgegen kommt oder den der sich inihre Richtung bewegt? Das wird denumstehenden Passanten ein Rätselbleiben. Der zweiten Person huschtein Lächeln über das Gesicht. Sie folgtder offensichtlich blinden Frau mit etwasAbstand und beide verschwindenauf der anderen Seite zwischen denMenschen, die auf die Straßenbahnwarten.Andree Reininger7


„Kinder kochen – mobil“beim großen DRK-Familienfest in Görlitz4. Mai 2013, 8 Uhr: So langsam trudeln alleKinder und Eltern bei dem verabredetenTreffpunkt am Neustädter Bahnhof ein.Die Müdigkeit kann niemand ganz verstecken,aber dennoch ist in allen Gesichterneine frohe Erwartung zu sehen. Denn heutesteht ein ganz besonderes Ereignis bevor –es wird nicht wie üblich auf einem der Spielplätzegekocht.Nein, es geht nach Görlitz zu einem Familienfest.Schnell wird noch geklärt, wer mitChwoi im Zug und wer mit Sabine im Kochschiffmitfährt und los geht die Fahrt. Wirwerden von Sonnenschein begleitet undkommen schließlich alle gut in Görlitz an.Das Kochmobil hat schnell seinen Platz gefundenund wir alle haben schon ein wenigHunger bekommen, deshalb starten wirauch gleich mit dem Kochen.Jeder packt mit an – bald stapeln sich dievielen Kochutensilien auf den Tischen.Freundliche DRK-Mitarbeiter unterstützenuns. Heute wird nicht irgendetwas zubereitetsondern unsere sehr beliebten vegetarischenBurger. Überall sieht es schön buntaus – auf dem einen Tisch wird die Burgermassezubereitet, auf dem anderen werdenMöhren, frische Kräuter und Gemüse geschnitten.Und irgendwo gibt es immer jemanden,der einen ganz fröhlich anlächelt.Neben dem Kinderschminken finden sichauch noch andere Attraktionen für die Kinder,durch welche dieser Tag etwas Besondereswird.Genau zum richtigen Zeitpunkt ist dannauch die Burgermasse auf dem Bräter. Esriecht verführerisch nach Essen und so strömenalle Hungrigen zu unserem Kochschiff.Familienfestbesucher, die an unseremStand vorbeikommen, sind am Anfang nochetwas skeptisch, was die fleischlose Masseangeht. Doch auch die Görlitzer probierenauf freundliche Empfehlung des Moderatorsdann doch unsere Burger. Mit dem Resultat,dass sie sehr begeistert sind und wir vieleRezepte verteilen können.Auch bei der Befüllung der Fladenbrotehelfen die Kinder und Eltern tatkräftig mit.Diejenigen, die von den gesunden Burgerngesättigt sind, erkunden das restliche Gelände.Die Zeit vergeht sehr schnell und baldwird das Kochschiff wieder beladen und alleseingepackt. Bis zum Schluss werden immernoch Burger verlangt.Nachdem alle Kinder und Familien ausDresden wieder an Bord sind, treten wir dieHeimreise an und ein sehr schöner Tag gehtzu Ende.Katrin SandnerPraktikantin1. Ausgabe Juni 2013 8


Mit vereinten Kräften mittendurchIch erinnere mich an eine Jugendfreizeit voreinigen Jahren. Wir waren in Norwegen unterwegsund paddelten mit Kanus auf einerMehrtagestour zwischen verschiedenenkleinen Inseln in einem einigermaßen windgeschütztenGebiet an der Westküste.Es war unglaublich romantisch, sogar dasWetter spielte einigermaßen mit, was inSkandinavien keine Selbstverständlichkeitist. An einer Durchfahrt zwischen zwei Inselnwar eine Brücke gebaut und dadurchdie Stelle deutlich verengt. Dort gab es – damithatten wir nicht gerechnet – eine starkeStrömung, die durch den Gezeitenwechselverursacht wurde. Leider mussten wir geradein die Richtung fahren, die der Strömungentgegenlief…Wir beratschlagten, was zu tun sei: Die einenschlugen vor, einen anderen Weg (um die Inselherum) zu finden. Das erwies sich leiderals aussichtslos, da die Strecke viel zu weitwar. Andere hatten die clevere Idee zu warten,bis die Gezeiten wieder wechseln. Dannwürde die Strömung in die andere Richtungfließen und uns sogar vorwärts treiben.Allerdings ließ das der Zeitplan nicht zu. DasZiel, das wir uns für diesen Tag gesteckthatten, war einfach noch zu weit entfernt.Auch die Möglichkeit des Umtragens waraufgrund der Uferbeschaffenheit nicht gegeben.Also blieb nur eins: mitten hindurch.Die beste Möglichkeit dafür schien zu sein,mit ein bisschen Anlauf genau in die Mitteder Strömung fahren, dann eine kurze Zeitkräftig paddeln und Kurs halten, bis manschließlich auf der anderen Seite wieder inruhiges Fahrwasser gelangte. Bei mehrerenBooten gelang das nicht im ersten Versuch.Sie wurden zurückgetrieben und musstennoch einmal beginnen. Zwei Boote kentertenund die Jugendlichen merkten, warumwir darauf bestanden hatten, dass alle Utensilienfest mit dem Boot verbunden waren.Sie fanden auch hilfreich, dass sie im Vorfeldtrainiert hatten, wie man ein gekentertesBoot im Wasser wieder aufrichtet. Aberletztlich, durch gemeinsame Anstrengungund mehrere Versuche, gelang es doch denGegenstrom zu bezwingen.Dr. Peter KühnQuelle: pixelio.de KorkeyKanutour in Norwegen9


Gesprächsrunde zum Abschluss der VeranstaltungVeranstaltungshinweisAn dieser Stelle weisen wir auf die geplantenVeranstaltungen hin und laden herzlichst zum„Runden Tisch Schulische Inklusion“ ein:06.06.2013; 17-20 UhrIndex für Inklusion – Lernen und Teilhabe inder Schule der Vielfalt entwickeln„Dieser Index bietet die Möglichkeit, inklusiveSchulentwicklung zu fördern. Er ist eineMaterialsammlung, die jeder Schule bei deneigenen nächsten Schritten ihrer Schulentwicklunghin zu einer ‚Schule für Alle‘ helfenkann, die eine Pädagogik der Vielfalt anstrebt.“05.12.2013; 17-20 UhrSchulen der Vielfalt stellen sich vor!Sächsische Schulen berichten aus ihren Inklusionserfahrungen.Dabei geht es insbesondereum einen praxisnahen Bericht, dieMöglichkeit des Erfahrungsaustauschesund eine anschließende gemeinsame Diskussionzur Übertragbarkeit in andere Schulen.05.09.2013; 17-20 Uhr„Der Weg in die Schule“pädagogisch-medizinische Diagnostik fürKinder mit besonderen Lernvoraussetzungen– ein Erfahrungsaustausch zwischenEltern, Diagnostikern, Lehrern und Fachpersonal.Wir greifen den Wunsch eines Großteils derGäste des Fachtages auf, den Diagnostik-Weg in die Schule zu thematisieren und imHinblick auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonventionin Sachsen Vorschlägefür eine Anpassung zu sammeln.16.11.2013; 10-15 UhrMethodenfachtag Schulische Inklusion „Didaktikund Methodik der Vielfalt mit Prof. Dr.Hans Wocken“Ein Praxisseminar zu zieldifferentem Lernen,zu Lehrplänen und Lerninhalten, Leistungsbewertungund Kompetenzorientierung.Alle Informationen und Entwicklungenzur schulischen Inklusion in Dresdenwerden auf der Internetseite http://www.lebenskuenstler-dresden.de/aktionsplan/schulischebildung/ dokumentiert.Gruppenarbeit im Workshop11


Den eigenen Rhythmus findenDas Interview führte Pfarrer Harald Wachsmuth mit Frau Dorothea Leuthold aus demAltenpflegeheim „Bodelschwingh“ FreitalPfarrer H. Wachsmuth: Welche Gedankenhaben Sie beim Thema „Gegenden Strom“?Frau Leuthold: Für ein gutes Zusammenleben– sei es in der Familie, denunterschiedlichsten Gruppen und ineinem Heim – sind mir Freundlichkeit,Ehrlichkeit und das Respektieren derPersönlichkeiten in ihrer Art und mitihren Ansichten besonders wichtig.Darum sollten wir uns bemühen, auchwenn es in der Praxis natürlich damitnicht ganz einfach ist.Im Bodelschwingh-Heim habenSie ein schönes, nicht geradesehr großes Zimmer. Der Abschiedvom eigenen Zuhausefällt nicht leicht. Ist es Ihnen gelungen,sich im Heim einzuleben?Nach mehreren Krankenhausaufenthaltenwar es mir leider nicht mehrmöglich, weiterhin in meinem eigenenschönen Zuhause zu sein.Der Abschied ist mir natürlich nichtleicht gefallen. Nun lebe ich im Bodelschwingh-Heimund fühle mich inmeinem kleinen Zimmer wohl. Trotzdes allseitigen Bemühens um eine gute Atmosphäreim Haus ist mir das Einleben nochnicht ganz gelungen.Worüber freuen Sie sich besonders inIhrer neuen Umgebung und im Tagesablauf?Jeder Besucher freut sich über die schöneLage dieses großen Heimes. Mir geht esebenso. Das Bodelschwingh-Heim hat wegenseiner Lage in Wiesen an der Weißeritzund am Windberg zu jeder Jahreszeit seinenbesonderen Reiz. Kleine Spaziergänge sindmir möglich und das Genießen der Sonneauf einer der vielen Bänke rund um dasHaus stimmt mich froh.Seit einiger Zeit sind Sie die Vorsitzendedes Heimbeirates. Diese Aufgabe istwichtig, doch auch nicht ganz einfach.Was ist Ihnen ein wichtiges Anliegen fürdas Zusammenleben im Heim?Wie gesagt, für unser Miteinander wünsche ichmir immer wieder Freundlichkeit, einen respektvollenUmgang miteinander und Ehrlichkeit.Welches Lebensmotto haben Sie für sichgefunden?Jeden Monat werden im Haus Veranstaltungenund Aktivitäten in den Wohngruppenangeboten. Daneben habe ich meinen eigenenTagesrhythmus gefunden, ähnlich wiefrüher in meinem Dienst und Berufsleben.Der ist mir wichtig.Wenn Sie an die Entwicklungen in unseremLand und der Welt denken, wasmüsste sich aus Ihrer Sicht zuerst verändern?Welchen Wunsch an die Zukunfthaben Sie?Eine Antwort auf diese Frage ist nicht leicht.Als Christ meine ich, dass für viele Menschenin unserem Land und in der Welt etwasWesentliches für das Leben unwichtiggeworden ist.Ich glaube, durch eine Rückbesinnung aufden einen Gott und Jesus Christus könntees in der Welt mit den vielen Ängsten undProblemen gewiss anders aussehen. DieseRückbesinnung wünsche ich uns allen.Sehr geehrte Frau Leuthold, vielmals dankeich Ihnen für Ihre Bereitschaft uns diesesInterview zu geben. Ich wünsche Ihneneine gute Zeit im Bodelschwingh-Heim.Das Altenpflegeheim „Bodelschwingh“ in Freital1. Ausgabe Juni 2013 12


Verantwortung tragen immer nur die Anderenwenndem Staat das Geld ausgehtEin Grundsatz des Sozialstaates inDeutschland ist, dass die Tätigkeit derkleineren Organisationen Vorrang vorstaatlichen Aktivitäten haben soll. Die Verantwortlichkeitdes Staates ist immer nachrangig,im Fachjargon: subsidiär. Daherunterstützt der Staat Freie Träger, Vereine,Kirche und Wohlfahrtsverbände mit finanziellenMitteln, da diese staatliche Aufgaben,z.B. das Betreiben von Kindertagesstätten,übernehmen. Auch die Diakonie-StadtmissionDresden bietet zahlreiche soziale Unterstützungsangebote,die zu großen Teilendurch die Landeshauptstadt, den FreistaatSachsen, den Kommunalen SozialverbandSachsen etc. finanziert werden. Die Erfahrungdes Dritten Reiches lehrt uns, dass esnicht gut ist, wenn der Staat einen möglichsttotalen Einfluss auf die Gesellschafthat. Die Väter des Grundgesetzes wolleneine freie, plurale und offene Gesellschaft,in der der staatliche Einfluss gering ist undverschiedene Lebensformen und Weltanschauungenihrer Raum haben.Aber wie sieht die Zukunft aus? Finanzkrise,Sparzwang, Staatsverschuldung – das sindnur einige Begriffe, die in den letzten Monatendie Medien dominierten. Aus Ländernwie Griechenland und Spanien hören wir,dass soziale Sicherungssysteme stark zurückgefahrenwerden, um Sparauflagen zuerfüllen und ein Anwachsen des Schuldenbergseinzudämmen. Leidtragende sind indiesen Ländern nicht etwa die wohlhabendenTeile der Bevölkerung, die durch märchenhafteSteuersparmodelle den Staat umMilliarden brachten, sondern diejenigen, diezwingend auf die Sicherung ihrer Existenz,Nachteilsausgleich und andere soziale Leistungenin schwierigen Lebenslagen angewiesensind.Nun könnte man meinen, dass uns Deutschedas nichts angeht. Zahlen wir doch auf Einkommen,Vermögen, Erbschaften etc. Steuernund geben dem Sozialstaat ein gutesFundament. Doch geschieht es auch hierzulande,dass der Staat sich zusehends ausder Finanzierung sozialer Leistungen undAngebote herausnimmt. Auch der deutscheStaat hat viele Jahre über seine Verhältnissegelebt und einen großen Schuldenberg angehäuft.Die Anzahl armer Menschen steigtauch in Deutschland, obwohl der Reichtumzugleich zunimmt. Armut und Reichtum sindaber immer ungleicher verteilt.So wird es verstärkt Aufgabe der Kirchen, derDiakonie und Caritas und anderer Wohlfahrtsverbändeund Vereine sein, finanzielle Mittel zugenerieren, die ein Weiterarbeiten auch mit geringerenstaatlichen Zuschüssen ermöglicht.Quelle: pixelio.de Günther RichterDies setzt allerdings ein Umdenken in derGesellschaft voraus. Nicht der Staat, sondernder mündige Bürger entscheidet,welche Einrichtung oder welches Projektunterstützt wird. Persönlich Verantwortungübernehmen und unsere Gesellschaftmitgestalten – darauf kommt es zukünftigstärker an. Dass ein Staat mit einem derartigenModel nicht dem Untergang geweihtist, zeigen die USA. Armenküchen, Universitätenund sogar Präsidentschaftswahlkämpfewerden dort durch Spendengelderfinanziert. Zu spenden und sich ehrenamtlichzu engagieren, gehört in den USA zumguten Ton. Dieses Verhalten ist historischgewachsen.„In Deutschland und Europa ... ist Philanthropieeine private Tugend, die, auchhistorisch gesehen, nur die Lücken füllt,welche der Staat lässt“, schreibt die bekannteFundraiserin und Buchautorin MaritaHaibach. Philanthropie steht im weiterenSinn für Menschenliebe, Humanität,im engeren Sinn für Handlungen und Geschenkezum öffentlichen Wohl oder für Institutionen,welche Förderungen zu diesemZweck aufnehmen oder verteilen. Die historischund kulturell bedingten Unterschiedezwischen Deutschland und den USA in derSpendenkultur sind augenscheinlich.Dort eine Gesellschaft, die auf Eigeninitiativesetzt und die den Tüchtigenbelohnt, hier ein Staat, der vieles regelt.Wir leben in einem Land, in dem sichdas Spenden und Spendensammelnerst (wieder) etablieren muss.Auch die Diakonie-Stadtmission Dresdenwird dem sogenannten Fundraising(Mittelbeschaffung, Spenden) mehrAufmerksamkeit widmen. Diese Aufgabeist eine echte Herausforderung,denn die Diakonie wird in der Öffentlichkeitnicht als bedürftig wahrgenommen.Um in Zukunft finanziell unabhängigervon staatlichen Programmenund Förderungen zu sein, muss es gelingen,Menschen für die diakonischeArbeit zu begeistern. Es wäre schön,wenn im Bewusstsein der Menschenein Umdenken dahingehend stattfände,dass es die Aufgabe eines jedenBürgers ist, die Gesellschaft, in der wirleben, selber etwas mitzugestalten.Denn jede Spende ist eine Investitionin die Zukunft.Uta Nieder13


Etwas Historisches: Stadtmission und BläserAb Takt 17 steht „Forte“. Bis dorthinmusste der Tiefbass schweigen. Jetztstimmt er mit ein. Machtvoll schwingensich die Töne hinauf in das hohe Schiffder Dreikönigskirche und geben denjubelnden Klängen der Trompeten undPosaunen ein sicheres Fundament.„Heilig, heilig, heilig ist der Herr!“Seit einigen Jahren gibt es wiederBläserklänge in der Stadtmission.Wieder? Warum „wieder“? Im letztenDrittel des 19. Jahrhunderts begannin den Jungmännervereinenin Westfalen organisierte evangelischePosaunenchorarbeit. Von dortaus verbreitete sie sich über ganzDeutschland. Im ersten Drittel des20. Jahrhunderts wiederum prägtedie missionarische Ausrichtung derPosaunenchöre von Sachsen ausebenfalls ganz Deutschland.Im Jahr 1911 wurde der junge PfarrerAdolf Müller, später der „Posaunenmüller“genannt, als erster Vereinsgeistlicherdes Stadtvereins für InnereMission in Dresden berufen. Im gleichenJahr noch musizierte unter seinerLeitung das „Stadtmissions-Posaunen-Quartett… aus Stadtmissionaren...der Inneren Mission“ in den Hinterhöfender Dresdner Mietskasernenzu missionarischen Einsätzen. Mit derMusik und den gleichzeitig verteiltenFaltblättern wurde die Botschaft vonJesus Christus zu den dort lebendenund kirchenfernen Menschen getragen.Es war ein neuartiges Konzept missionarischerTätigkeit, die Mission mit derMusik der Posaunen, das durch Müllerbegründet wurde. Das heutige Verständnisvon Posaunenmission gehtdarauf zurück. Müller engagierte sichbereits seit seiner Studienzeit für die Posaunenarbeit.Ab 1898, noch währendseines Studiums, war er ehrenamtlichdas, was man heute in Sachsen einenDer „Posaunenmüller“Landesposaunenpfarrer nennen würde. SeinePfarrtätigkeit für die Stadtmission ab 1911bis 1933 bot ihm dann die Möglichkeit undauch den Auftrag, diese Arbeit neben seinerdienstlichen Verpflichtung voranzutreiben.Seine allerdings straffe nationalsozialistischeÜberzeugung führte ab 1933 zu schwierigenVerwicklungen und zu seiner frühzeitigenVersetzung in den Ruhestand.Auch nach dem Kriegsende und in DDR-Zeitengab es Bläserarbeit in der Stadtmission.Allerdings ist die Quellenlage etwas schwierig.Unser Archiv und das Hochwasser 2002haben nicht gut zusammengepasst. DieSächsische Posaunenmission hat für denZeitraum von 1949 bis 1986 Unterlagen überden Posaunenchor der Stadtmission. DerChor musizierte in den Einrichtungen derStadtmission, auf den Straßen, an Bahnhöfenund manchmal auch in den städtischenAltersheimen. Viele Dienste werden für dieGotteshütte berichtet.1972 ging der Posaunenchor der Stadtmissioneine Chorgemeinschaft mit dem Chor derDreikönigskirchgemeinde ein. Anfangs, umdiesen Chor zu stützen, der Mitgliederproblemehatte. Das änderte sich bald. 1986 endendie Aufzeichnungen für den Posaunenchorder Stadtmission, der zu dem ZeitpunktBläser im Gottesdienst in der Dreikönigskirche Dresdengerade noch zwei Mitglieder hatte. Was danachmit den Bläsern geschah, konnte ichnoch nicht herausfinden. Die Bläserklänge inder Stadtmission verstummten.Im Jahr 2009 kamen Bläser auf den Gedanken,die Gottesdienste der Stadtmission mitBläsermusik zu bereichern. Es ist ein fröhlichesAugenzwinkern der Geschichte, dassder eine Bläser aus Westfalen und der andereaus Sachsen stammt. Dem Aufruf folgtenMitarbeitende aus den unterschiedlichstenArbeitszweigen der Stadtmission. Am Anfangwar noch eine Verstärkung durch Gastbläsernotwendig, um überhaupt vierstimmigmusizieren zu können. Inzwischen musiziertdie Bläsergruppe nicht mehr mit notwendiger,aber mit höchst willkommener Verstärkung,um die Musik noch voller und schönerzu gestalten. Es ist eine Freude, mit diesemengagierten und guten Ensemble zu musizieren.Ich bin jedes Mal wieder gespanntdarauf.Wenn mich einer fragen würde, was michals Bläser im heimischen Posaunenchorbewegt, neben meinem Heimatchor nochin einem weiteren Posaunenchor zu blasen,so könnte ich diese Frage nur sehr unvollkommenbeantworten. Fragt jemand die anderenBläser in der Gruppe: Was hat Euchdazu gebracht, noch mehr Freizeit für dasMusizieren aufzubringen? Wieso greift ihrauf einmal nach vielen Jahren Pause wiederzum Instrument? Was ist das Besondere amBlechblasen? Die Antworten wären möglicherweisebei ihnen auch nicht einfacher zufinden.Ist es das Gemeinschaftserlebnis? Ist es dieFreude, selbst Musik zu gestalten? Findetdas Lob Gottes in der Musik eine bessereAusdrucksweise, als in meinen eigenen, dürrenWorten? Vermutlich ist es eine Mischungaus diesen und noch vielen weiteren Gründen.Ich weiß es nicht genau.Aber das ist noch lange kein Grund, mit demBlasen aufzuhören.Tobias Hein1. Ausgabe Juni 2013 14


Kontaktstelle Ehrenamt der Diakonie -Stadtmission DresdenEs gibt sie noch, die KontaktstelleEhrenamt derDiakonie-StadtmissionDresden.Denn: „Ehrenamt ist eine wichtige Säulefür die Qualität von gemeinnützigen Vereinen,Institutionen und Projekten. … durchdie wertvolle Hilfe von ehrenamtlich tätigenMenschen wird die Arbeit in verschiedenstensozialen Einrichtungen und Initiativennicht nur nachhaltig unterstützt, sondernmanchmal überhaupt erst realisierbar.“,ist auf unserer Homepage nachzulesen.Weiterhin heißt es: „Unsere Kontaktstelleberät und vermittelt … Menschen, die sichehrenamtlich engagieren möchten. Egalob Sie einer Kirche angehören oder nicht,dieser Service steht allen Interessierten offen.Schnell und unkompliziert können SieInformationen über mögliche Betätigungsfelderin den Einrichtungen der Diakonie,den Dresdner Kirchgemeinden und darüberhinaus erhalten.“Die Menschen kommen aus denunterschiedlichsten sozialen MilieusVon den Inhalten unseres neuen Flyersangesprochen oder über die sogenannte„Mund-zu-Mund-Propaganda“ und nichtzuletzt durch den Auftritt auf der Homepageder Diakonie-Stadtmission Dresdenmelden sich immer wieder Bürgerinnenund Bürger der Stadt Dresden, die ihre Begabungengern einbringen und sich ehrenamtlichengagieren möchten.Die Menschen, die mit uns Kontakt suchen,kommen aus den unterschiedlichstensozialen Milieus und Altersklassen.Ehrenamtlich Interessierte sind z.B.: Studenten,Arbeitslose, Berufstätige, Rentner,aber auch Bürgerinnen und Bürger mitMigrationshintergrund. Dieses vielfältigeInteresse ist sehr erfreulich und sagt etwasüber den positiven Stellenwert vonehrenamtlicher Tätigkeit in unserer Stadtaus.Vier Stunden in der Woche hat die Kontaktstellefür diese Freiwilligenarbeit zurVerfügung. Diese gilt es optimal zu nutzen.Die Leistungen, die in der Kontaktstelleerbracht werden können, beschränkensich auf Beratung, Vermittlung undden Aufbau bzw. der Pflege einer Dateimit verschiedenen Einrichtungen, die anehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterninteressiert sind.Das Haus auf der Georgenstraße 1-3 beherbergt u.a. eine Kita und mehrere Beratungsstellen der StadtmissionEigene Wünsche und Vorstellungenkönnen geäußert werdenDer Kontakt mit den ehrenamtlich Interessiertenendet nach Beratungsgespräch undVermittlung. Eine weitere Begleitung erfolgtvor Ort in den Einrichtungen. Im Beratungsgesprächkönnen gerne eigene Wünscheund Vorstellungen nach einem geeignetenBetätigungsfeld geäußert werden. Aber auchdas eigene zeitliche Budget und Begabungenspielen eine Rolle, um die richtige Einsatzstellezu finden.Seit September 2012 wurden über 40 Beratungsgesprächedurchgeführt, mit anschließenderVermittlung an eine entsprechendeEinrichtung. Die meisten dieser Vermittlungenwaren erfolgreich und führten zu einer zeitlichbefristeten Zusammenarbeit. Es gibt aberleider auch Vermittlungen, bei denen sichspäter herausstellt, dass eine Zusammenarbeitvon ehrenamtlich Engagierten und Einrichtungaus verschiedensten Gründen nichtzustande kam oder nach kurzer Zeit abgebrochenwurde.Wer mit der vermittelten Einrichtung „nichtwarm wird“, kann sich selbstverständlichwieder melden, um gemeinsam nach eineranderen Einsatzmöglichkeit zu suchen.Grundsätzlich wird, was das bürgerschaftlicheEngagement bei der Diakonie-StadtmissionDresden betrifft, eine Ehrenamtsvereinbarungabgeschlossen, so dass dieehrenamtlich Engagierten durch eine Haftpflicht-und Unfallversicherung während ihrerTätigkeit abgesichert sind.Kooperationspartner gesuchtDamit unsere Datei mit derzeit 22 verschiedenenEinrichtungen und Projektenweiter ausgebaut werden kann, sind wirnach wie vor interessiert an Kontaktenzu Kooperationspartnern in und außerhalbdes Raumes der Kirchen, die Bedarfam freiwilligen, bürgerschaftlichenEngagement haben. Gern nehmen wirdiese in unsere Vermittlungsdatei aufund unterstützen sie bei der Gewinnungvon ehrenamtlichen Mitarbeiterinnenund Mitarbeitern. Wir freuen uns aufIhre Rückmeldung.KontaktinfosKontaktstelle EhrenamtAndreas KratzschSprechzeiten:Dienstag 15.00 - 18.00 UhrMittwoch 09.00 - 12.00 UhrAnschrift:Georgenstraße 301097 DresdenAnsprechpartner:Herr Andreas KratzschTelefon: (0351) 2066013Fax: (0351) 2066016E-Mail: kontaktstelle.ehrenamt@diakonie-dresden.de15


Klara hat Hosen an„Klara nässt immer wieder ein, an manchenTagen sogar mehrmals“, sagtFrau L. entmutigt, „Ich weiß schon garnicht mehr, was ich machen soll.“ DerKinderarzt hat körperliche Ursachen fürdas Einnässen bei der 8 -jährigen Klaraausgeschlossen. Nun sitzt Klaras Mutterin der Familienberatungsstelle undmöchte wissen, was sie tun kann, umKlara zu helfen. Vielleicht braucht Klaraeine Kinderpsychotherapie?Im Gespräch erzählt Frau L., dassKlara manchmal etwas schusselig ist,aber eigentlich leicht lernt und gern zurSchule geht. „Sie zieht schon immerweite bunte Röcke an, damit es in derSchule nicht auffällt!“ Frau L. hat mitder Lehrerin gesprochen und jetzt darfKlara auch im Unterricht zur Toilettegehen. Sie nutzt das aber nur selten.Deswegen soll Klara nun zuerst den regelmässigenToilettengang üben.Ab sofort ist das Ziel nicht mehr dasTrockenbleiben (das hat Klara vielleichtschon aufgegeben), sondern möglichstviele Bilder zu sammeln. Die trägt Klaraselber nach jedem Toilettengang ineinen Kalender ein. Hat Klara abendsmindestens 7 Bilder „gesammelt“,spielen Mama oder Papa mit ihr „Halligalli“– Klaras Lieblingsspiel. Mir fälltim Gespräch mit Frau L. auf, dass KlarasEinnässen zwar alle belastet, aberdoch fest im Familienablauf eingeplantscheint. „In der Schule, in der Gaststätte– wir haben immer Wechselsachenfür Klara mit dabei“, sagt Frau L.Wir überlegen zusammen, was passierenwürde, wenn Klara früh, statt des langenRocks die helle Hose anziehen würdeTherapeutischer Sandkasten in der Beratungsstelleoder Frau L. die Wechselsachen mal „vergessen“würde? Frau L. geht aus diesem Gesprächnachdenklich und mit verschiedenenIdeen nach Hause. Nach ein paar Wochensehen wir uns wieder. Klara hat sehr oft ihrLieblingsspiel gespielt. Frau L. sagt: „Es ist,als wäre ein Schalter umgelegt! Klara hat jetztfast immer trockene Sachen.“Nicht alle Anliegen in der Beratungsstelle lassensich so schnell klären. Erziehungsberatung– das klingt ein bisschen so, als gäbees nur einen richtigen Weg zu erziehen (undviele falsche) – das ist nicht so.Jede Familie, jedes Kind ist anders und imGespräch suchen wir, was dieses Kind, dieseFamilie gerade braucht. Eltern, die sichtrennen und vor dem Schritt stehen, es ihremKind zu sagen; Kinder, die hauen oder unkonzentriertsind, die Lernprobleme haben;Jugendliche, die sich ritzen – DEN schnellenTipp, nach dem alles glatt geht, gibt es meistnicht.Wir suchen mit der Familie nach Ursachen;ermutigen, Lösungsschritte auszuprobierenund weitere Helfer zu gewinnen (im Kindergartenoder der Schule, im Jugendamt…).Wenn eine Psychotherapie nötig ist, helfenwir der Familie, eine geeignete Adresse zufinden.Übrigens kommt Klara zum Schluss noch einmalzu mir, um ihre neue Fähigkeit zu „feiern“.Dafür gibt es eine Urkunde und Klara darf ganzlange in der Sandkiste spielen, weil sie das sogern macht. Und heute hat sie eine Hose an!In der Ev. Beratungsstelle der Diakonie-Stadtmission Dresden auf der Schneebergstraße27 gibt es die BeratungsbereicheErziehungs- und Familienberatung, EinzelundPaarberatung sowie SchwangerenundSchwangerschaftskonfliktberatung.Angela HowardPsychologinKLEINES KIRCHENLEXIKONErntedankfestDieses Fest stammt aus einer Zeit, inwelcher die Ernten nicht so ertragreichausfielen wie meist heute. Es gab keineStaatsreserven, um nicht hungernzu müssen.So feierte man nach erfolgter Ernteein Fest aus Dankbarkeit, dass dieErnte gut war bzw. sicher eingebrachtwerden konnte. Für Christen gingder Dank gleichsam zu Gott, der dieFrüchte wachsen ließ.Unsere Situation heute ist eine ganzandere. In den Städten können wir anvielen Stellen rund um die Uhr frischeLebensmittel zu günstigen Preisen erhalten.Wir müssen nicht mehr um das Einbringender Ernte bangen.Wir sind verwöhnt und stehen in der Gefahr,sowohl die Dankbarkeit als auch dieAchtung vor den Grundnahrungsmitteln alsauch der landwirtschaftlichen Arbeit zu verlieren.Doppelpunkt:Das muss nicht sein. Wenn wir uns bewusstmachen, dass es nicht selbstverständlichauf dieser Welt ist, satt zu werden, dass täglichtausende an Hunger sterben, verändertsich der Blick auf die Lebensmittel und vielleichtauch der Umgang mit ihnen. Es könntesogar sein, dass mir ein einfaches Essenplötzlich ganz toll schmeckt, wenn ich mirnur bewusst mache, dass die Grundlagedafür wochenlang gewachsen ist und vieleMenschen beteiligt waren, dass es jetzt duftendvor mir steht.Das nächste Erntedankfest kommt gewiss(im September/Oktober), der verantwortlicheUmgang mit Lebensmitteln kann jetztbeginnen.In diesem Sinne: Gesegnete Mahlzeit.Rolf Thielemann1. Ausgabe Juni 2013 16


Geerdet und im WachstumDie blühenden Kirschbäume schmücken denGarten mit rosa Tupfern, eine Hummelköniginsammelt an den Blüten. In den noch unbestelltenBeeten buddeln Kinder auf der Suche nachRegenwürmern. Es ist Erdbewohner-Woche;die Kinder haben zuvor Regenwürmer ausKnete geformt; nun begeben sie sich auf dieSuche nach dem Original. Man könnte meinen,die Kita „Centrum Galerie“ sei von ihremStandort auf dem Dach des Kaufhauses hinunterauf den Erdboden umgezogen. Das stimmtnatürlich nicht und stimmt doch. Vier Jahrenach dem Start dieses ungewöhnlichen Projektesmit vielen Bedenken, Diskussionen undMythen ist die Kita längst auf dem Boden derRealität angekommen.Im Treiben der Dresdner Innenstadt ist die Kitaein Stück unauffällige Normalität. Für Kinderund Eltern ist die Fahrstuhlreise aufs Dach einalltäglicher Weg. Der Besuch von Neugierigen,die „Oh“ und „Ah“ sagen, ist schon lange abgeebbt.Beziehungen zu den Händlern, zurKreuzkirchgemeinde oder auch zum TheaterJunge Generation sind entstanden. Eine Elternschafthat sich gefunden, die „ihren“ Kindergartenin Besitz genommen hat und engagiertund sehr konstruktiv mit dem Kita-Teamdas Leben auf dem Dach gestaltet. Die Räumeder, mit nur 50 Kindern recht kleinen und familiärenKita, haben in den fast vier Jahren auchschon alles erlebt, was so dazugehört: Kindersind auf dem Kaufhausdach ihre ersten SchritteAussengelände vor der Fertigstellung 2009gegangen, haben ihre Windel ausgemustert,haben zum ersten Mal den Namen ihrer Erzieherinausgesprochen. Geburtstage wurdengefeiert, Vorschulkinder verabschiedet. Lachenund Tränen, Kooperation und Streit, Stolpernund Gelingen bei Kleinen und Großen hat esin diesen Jahren gegeben – eine ganz normaleKita eben.Zum Kita-Leben in der Stadt gehört auch derkurze Weg aus der Stadt hinaus: Mit der Straßenbahnvor der Tür finden sich die Kinder in20 min im Wald in der Dresdner Heide wieder.Die Naturpädagogik ist auf dem besten Wegeein konzeptioneller Schwerpunkt zu werden.Die Kita ist also gut „geerdet“. Aufguter Erde bleibt Wachstum nicht aus.So freuen wir uns mit den Eltern, dass dieKita ab Juni wachsen wird: In die Räumeder bisherigen Kundenkinderbetreuungkönnen 20 neue Kinder einziehen.Zu „Sternen“, „Regenbogen“ und „Sonne“kommt auf dem Dresdner Kita-Dach-Himmel also eine Gruppe hinzu: Die„Wolken“.Thomas LangLeiter Kita Centrumgaleriegestaltetes Aussengelände auf dem Dach der Centrum Galerie17


Leitbild der Diakonie-Stadtmission Dresden:Menschen annehmenIm Leitbild heißt es: „Wir nehmenMenschen an und achten ihren persönlichenLebensweg.“ Wenn ich einenMenschen begrüße, dann seheich ihn an. Ich schaue in sein Gesichtund unsere Blicke treffen sich.Hier beginnt der erste Schritt, dasssich Menschen annehmen, denn sienehmen sich wahr. Wenn mir aber einanderer die Hand reicht und mit seinemBlick in eine ganz andere Richtungsieht, dann fühle ich mich missachtetund es ärgert mich.Der erste Schritt des Annehmens bestehtdarin, sich wirklich zu begegnen,sich in den Blick zu nehmen,eine Verbindung herzustellen. Damuss ich mich bewegen, vielleichtauf die Knie gehen, um dem kleinenKind in die Augen sehen zu können.Oder ich spreche einen Menschen im Rollstuhlnicht von hinten an, denn das erschrecktund macht Angst. Menschen annehmenheißt, bewusst und zum Einzelnen passendKontakt herstellen.Wir erleben in der diakonischen Arbeit oftMenschen, die dieses selber nicht (mehr)erleben. Sie fühlen sich missachtet, weil andereüber sie hinwegsehen. Unser Leitbilderinnert uns darin an das Verhalten Jesu. Erist auf Menschen zugegangen, die andereübersahen: Kinder, Frauen, kranke Menschen,Menschen mit Behinderung, Fremde.Sie erlebten Würde, weil Jesus ihnen auf Augenhöhepersönlich begegnete, sie ansprachund damit annahm. Das klingt wie selbstverständlich,ist es aber nicht. Menschen indiesem Sinne anzunehmen, die mir unsympathischsind oder in ihrer äußeren Erscheinungerschreckend, ist ein bewusstes Tun.Es erfordert auch teilweise Überwindung.Doch zu diesem haben wir uns mit unseremLeitbild verpflichtet. Es ist Ausdruck, deruns von Gott geschenkten Würde, einanderfreundlich, höflich und auf Augenhöhe zubegegnen.Dazu gehört, den Lebensweg des Anderenzu achten. Er mag sehr kurvig, in meinenAugen verwunderlich sein, aber das istkein Maßstab. Ich achte, wie er sein Lebengestaltet hat und jetzt lebt. Ich urteile nicht(vorschnell), sondern höre zu und nehmebewusst wahr. So wie Jesus gerade Menschenmit Würde begegnet ist, die schuldigwaren und ihnen dadurch die Kraft gab, einenneuen Schritt zu wagen, so wollen wirals Mitarbeiter der Diakonie-StadtmissionDresden Menschen annehmen.Christoph Stolte15 Jahre ambulante Rehabilitation für SuchtkrankeDie Suchtberatungsstellenhaben wieder etwaszu feiern und wollen dasauch tun:Am 11. September, einem historischenDatum, wie mir erst später bewusstwurde, soll es soweit sein. Wirwerden im Festsaal des Altenzentrumsder Ev.-Luth. DiakonissenanstaltDresden e.V. von 15.30 bis 19.00 Uhrdas Jubiläum mit einer Fortbildungsveranstaltungfür Ärzte und andereKooperationspartner begehen. Es sollum den Umgang mit Motivationsproblemenbei Suchtkranken gehen.Ein Thema das so alt ist, wie dieSucht selbst und doch immer wiederherausfordert. „Macht das überhauptSinn? Die trinken ja doch allewieder!“ ist ein geflügeltes Wort beivielen professionellen Helfern imGesundheitswesen. Dahinter stehenErfahrungen mit Betroffenen, die esnicht geschafft haben und eigene Bemühungenzu helfen, die ohne Fruchtgeblieben sind. Das kennt jeder.Es gibt aber auch die andere Hälfteder Betroffenen – diese denen manwirklich helfen kann.Und es gibt Erfahrungen, wo Hilfe Fruchtgebracht hat, an die schon keiner mehrglauben wollte. „Es gibt keine hoffnungslosenFälle!“, so sagen wir. „Und was kannnun helfen, dass ein Betroffener sich wirklichhelfen lässt?“ Genau darum soll es gehenund mehr wird noch nicht verraten – außer,dass unsere Referentinnen aus der Praxiskommen und nichts vom grünen Tisch erzählenwerden.15 Jahre sind eine lange Zeit und doch gibtes die ambulante Therapie bei uns eigentlichschon länger, nur dass es nicht von denKassen finanziert wurde.Als wir dann am 31.07.1998 von der BfA(heute Deutsche Rentenversicherung Bund)die Zulassung bekamen, haben wir dieletzte Therapiegruppe in eine Selbsthilfegruppeumgewandelt und im Januar 1999die ersten Rehapatienten aufgenommen.Inzwischen sind es zwei Therapiegruppen,eine vormittags und eine am späten Nachmittag.Bei der Jubiläumsveranstaltung werdeich dann noch mehr dazu erzählen, wiedie Therapie eigentlich abläuft, wer dafürgeeignet ist und wie unsere Erfolge sind(Katamneseergebnisse). Gegenüber derstationären Therapie brauchen wir uns jedenfallsnicht verstecken, aber mehr dazuspäter ...Karin RungeQuelle: pixelio.de Bernd Kasper1. Ausgabe Juni 2013 18


5 Jahre Evangelische KITA in MoritzburgUns gibt es nun schon seit 5 Jahren. Am01.05.2008 öffneten sich die Türen zurevangelischen Kindereinrichtung hier inMoritzburg.Von der ersten Idee über die Planungund den Bau war im Vorfeld viel Zeit insLand gegangen. So mancher Stolpersteinmusste überwunden, Papier hin- und hergewälztund unzählige Stunden ehrenamtlicherArbeit durch die Kirchgemeindegeleistet werden. Kinderlachen, froheMomente und Glücksgefühle stellten sichdann ein, als die ersten 20 Kinder ihreKITA in Beschlag nahmen. Mit einer kleinenFestwoche vom 08. – 14.04.2013 wurdeerinnert und gefeiert. Die Kinder undErzieherinnen nutzten die Gelegenheit,um auf ihre Weise „Danke“ zu sagen.Der „Tag der offenen Tür“ bot Gelegenheit,das Haus „Samenkorn“ kennen zulernen, sich zu informieren und zu verweilen.Jesus hat an uns die Bitte, „Stelltdie Kinder in die Mitte“, denn so wie sieuns vertrauen, sollen wir auf Gott schauen.Mit dem nötigen Gottvertrauen wurdegeschafft, was am Anfang niemand fürmöglich gehalten hatte. So wurde beimgemeinsamen Rückblick am „Begegnungsabend“mit der Kirchgemeinde, demTräger, dem Elternrat und den Erzieherinnenviel Interessantes von der Planungs- undBauphase berichtet und so manche Anekdotezum Besten gegeben.Außerdem erfuhren die Gäste viel Wissenswertesüber die heutigen Rahmenbedingungen,die pädagogische Arbeit, dasdemokratische Handeln und die Partizipationvon Kindern im KITA-Alltag. Mit demKindergottesdienst am Sonntag, in demdas Musical „Rolfs Hasengeschichte - Ichbin stark“ aufgeführt wurde, klang dieseaufregende Woche würdig aus.Die Kinder, Eltern und Erzieherinnen hattenmit viel Engagement Lieder einstudiert,geprobt und Requisiten gebasteltund konnten mit der bewegenden Geschichtevom kleinen Hasenkind, das seinenverstorbenen Großvater sehr vermisstund am Ende doch wieder neuen Mut findet,Wärme in die Herzen der Zuschauerzaubern.Ein großes „Dankeschön“ geht hiermitnochmals an alle Beteiligten aus KITA,Kirchgemeinde und Elternschaft, die diesesProjekt gelingen ließen.Katrin GawalskiLeiterinMusicalvorführung“19


Wieder am Start und „Am Nä(c)hsten dran!“Zum dritten Mal geht die Stadtmissionbei der Rewe Team Challenge (Firmenlauf)am 30.05.2013 an den Start.In diesem Jahr wird sie dabei von derÖkumenischen Diakonie SozialstationDresden BÜLOWH, der ÖkumenischenSeniorenhilfe Dresden, dem EpilepsieZentrum Kleinwachau und der KDBank unterstützt. Rund 120 Läuferinnenund Läufer haben sich gemeldet.Christoph Stolte, Direktor der Stadtmission,freut sich über den großenZuspruch: „Ich bin beeindruckt, wasfür eine Eigendynamik der Firmenlaufentwickelt hat. Im ersten Jahr war esschwierig ein paar Mitläufer zu finden.Umso mehr freue ich mich, dass verschiedeneTräger und Institutionen jetzt gemeinsamdabei sind.“Beim Firmenlauf geht es nicht um Bestzeiten,sondern um das Gemeinschaftsgefühl.Kollegen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichenund Abteilungen nehmen daran teil. Dakann es auch vorkommen, dass man den eigenenChef überholt oder vom Praktikantenangefeuert wird.Nach dem Zieleinlauf im Glücksgas Stadionwird noch gemeinsam gefeiert und sich hoffentlichfürs nächste Jahr verabredet. Denndann sind wir garantiert wieder dabei.Uta NiederMein Freund MotzeGegen den StromWer sich von jedem Trend treiben lässt,bleibt ein Getriebener.Mein Freund Motze würde sagen:„Fang an zu leben, nur so schaffst du esgegen den Strom!“Angebote und TermineInformationen / Termine aus der StadtmissionSommerfeste der Altenpflegeheime21.06.2013 • 16.00 Uhr Altenpflegeheim „Neufriedstein“Radebeul25.06.2013 • 16.00 Uhr Altenpflegeheim Klotzsche02.07.2013 • 16.00 Uhr Altenpflegeheim Ottendorf-Okrilla09.07.2013 • 16.00 Uhr Altenpflegeheim Plauen10.07.2013 • 10.00 Uhr Altenpflegeheim „Ruheheim“ Bühlau30.08.2013 • 10.00 Uhr Altenpflegeheim „Bodelschwingh“ FreitalHerzliche Einladung......zur öffentlichen ordentlichen Mitgliederversammlungdes Jahres 2013!Am Montag, 30. September, um 18:00 Uhrim Festsaal des Hauses der Kirche (Dreikönigskirche).Der Vorstand wird über dieEntwicklungen und zukünftigen Herausforderungender Arbeit der Diakonie-StadtmissionDresden berichten. Zudem wird derJahresabschluss des Jahres 2012 durchden Wirtschaftsprüfer vorgestellt werden.Telefonseelsorge Dresden:durchgehend 24 Stunden erreichbarüber die kostenfreie Rufnummer:0 800 / 111 0 111 oder0 800 / 111 0 222Impressum Herausgeber: Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e.V., Glacisstraße 44, 01099 Dresden,Telefon 0351 - 81 72 - 300, Fax 0351 - 81 72 - 349, www.diakonie-dresden.deRedaktion: Direktor Stolte / Uta Nieder und Team • Gestaltung: Friederike BraunDruck: Union Druckerei Dresden, Auflage: 5.000 StückErscheint zweimal jährlich in loser Folge. Eingesandte Manuskripte dürfen, ohne den Sinn zu entstellen, gekürzt werden. Namentlichgezeichnete Artikel und Leserbriefe müssen nicht mit der Meinung der Redaktion oder des Herausgebers übereinstimmen.1. Ausgabe Juni 2013 20

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