Gegen den Strom - Diakonie Dresden

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Gegen den Strom - Diakonie Dresden

Freiheit der Freien Träger derJugendhilfe gestärktDas Sächsische Oberverwaltungsgerichthatdie Kitasatzung Dresdenfür unwirksam erklärt.Auslöser war eine Normenkontrollklageder Diakonie-Stadtmission Dresden,der Caritas Dresden, der AWO,verschiedener Freier Träger und einzelnerTagespflegepersonen des ParitätischenWohlfahrtsverbandes.Warum diese Klage? Gegenstand warennicht einzelne Inhalte der Satzung,z.B. ob die Kita nun um 6:00 oder7:00 Uhr öffnet oder es eine Schließzeitgeben darf. Vielmehr ging es umdie grundsätzlichen Rechte der FreienTräger der Jugendhilfe, ihre Einrichtungenzum Wohle der Kinder undin Absprache mit den Eltern und derLandeshauptstadt Dresden zu organisieren.In diese Rechte hatte derStadtrat per Satzung eingegriffen.Dahinter steht zuerst das Subsidiaritätsprinzip,das für unsere Gesellschaftund Gesetzgebung grundlegend ist.Dieses bedeutet: Was der Einzelne,die Familie, ein Verein, Wohlfahrtsverbändeoder Kirchen aus eigener Krafttun können, darf nicht vom Staat ansich gezogen werden. Es soll sichergestelltwerden, dass Kompetenz undVerantwortung der Bürger, Gruppierungenund nichtstaatlichen Organisationenanerkannt und genutzt werden.Das schließt allerdings die staatlichePflicht mit ein, die kleineren Einheitenfalls nötig so zu stärken, dass sie entsprechendtätig werden können.Im VIII. Sozialgesetzbuch, welches dieKinder- und Jugendhilfe regelt, heißtes in §4, dass die öffentliche Jugendhilfe,d.h. hier die LandeshauptstadtDresden, „die Selbstständigkeit derfreien Jugendhilfe in Zielsetzung undDurchführung ihrer Aufgaben sowiein der Gestaltung ihrer Organisationsstrukturzu achten (hat)“. Die öffentlicheJugendhilfe soll auch von eigenenEinrichtungen absehen, wenn diesevon anerkannten Trägern der freienJugendhilfe betrieben werden können.Dieses gesetzliche Prinzip wirdbesonders verständlich auf Basis derErfahrungen des Dritten Reiches, d.h.der Gleichschaltung der Jugendarbeitdurch die Diktatur.Beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschlandwar es den Vätern des Grundgesetzesund der nachfolgenden Gesetze sehr wichtig,dass der Staat sich aus der Kinder- undJugendhilfe weitgehend heraushält. Dieseserschwert die Anfänge jeder neuen Diktatur.Der Staat soll verschiedene Freie Trägerfördern, damit diese auf unterschiedlicheWeise, mit verschiedenen Wertvorstellungenund Konzeptionen beispielsweise Kindertagesstättenbetreiben. In Dresden sinddieses mittlerweile über 80 verschiedeneTräger. Dadurch haben Eltern, wenn einmalder Engpass an Betreuungsplätzen überwundenist, ein Wunsch- und Wahlrecht beider Suche nach einer Kita. Zugleich werdenBürger ermutigt, selber Verantwortung zuübernehmen.In Dresden gibt es viele verschiedene Vereine,in denen sich oft Eltern zusammengeschlossenhaben und mit riesigem Engagementeine Kindertagesstätte betreiben. Hinterdieser Form der Gesellschaft steckt nichtder Gedanke, dass es preiswerter sei, sonderndie Förderung einer offenen und vielfältigenGesellschaft.Das Urteil des Oberverwaltungsgerichtsstärkt die Subsidiarität und damit die FreienTräger in ihrer Vielfalt und Buntheit. So mussnun in der Stadt demokratisch neu ausgehandeltwerden, welche Mindeststandardsfür alle Träger gelten müssen. Wir sind überzeugtdavon, dass uns alle miteinander eineVielfalt in der Gesellschaft gut tut und dieTräger in enger Zusammenarbeit mit denKindern und Eltern die Kitas führen werden.Quelle: pixelio.de Carlo SchrodtChristoph StolteMittendrinstatt nur dabeiDas Kinder- und JugendhausPixel und der AbenteuerBauspielplatzProhliswerden 20 Jahre!Es gibt Grund zur Freude in Prohlis – seitnunmehr 20 Jahren können Kinder und Jugendlicheauf dem AbenteuerBauspielplatzProhlis und im Kinder- und Jugendhaus Pixeljeden Nachmittag ihre Freizeit verbringen.Mitten in Prohlis gelegen treffen sichhier täglich 50 bis 60 Kinder, Jugendlicheund Eltern mit Kleinkindern zum Basteln,Chatten, Hausaufgaben machen, Kochen,Buden bauen, Feuer machen, Fahrräderreparieren, Fußball spielen und vielemmehr. Es wird gestaltet, gespielt, gelacht,geweint, getobt – alles was das Kinderherzbegehrt. Die Sozialpädagogen in den Einrichtungensind Ansprechpartner, Berater,Vorbilder und Reibungsfläche für die vielenKinder, die regelmäßig die Angebote derOffenen Kinder- und Jugendarbeit auf derElsterwerdaer Straße nutzen. Über die regulärenAngebote hinaus finden Ausflüge,Ferienfahrten und zahlreiche geschlechtsspezifischeAktionen statt.Leider sind die Zeiten momentan schwer.Aufgrund von Brandschutzmängeln, in dervon der Diakonie angemieteten ehemaligenstädtischen Kindertagesstätte, wurdeein großer Teil der pädagogischen Nutzflächegesperrt. Das wirkt sich negativ auf dieAngebotsvielfalt aus. Die Sozialpädagogenbemühen sich, wie immer das Bestmöglichefür alle Besucher zu schaffen und hoffenauf eine baldige Lösung des Problems,um mit den Kindern positiv und gestaltendin die Zukunft schauen zu können.Kathrin Schulz1. Ausgabe Juni 2013 6

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