Justine Harun-Mahdavi Nicht ohne meinen Mann Gernsbach 2006 ...

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Justine Harun-Mahdavi Nicht ohne meinen Mann Gernsbach 2006 ...

Pressestimmen zu : Justine Harun-Mahdavi, Nicht ohne meinen Mann

Justine Harun-Mahdavi

Nicht ohne meinen Mann

Gernsbach 2006, 518 Seiten

ISBN 3-938047-11-9, 24,80 €

• Süddeutsche Zeitung 1./2.4. 2006

• Dingolfinger Anzeiger 31.3. 2006

• Süddeutsche Zeitung 21.3. 2006

• ekz-Informationsdienst 23.6.2006

• Badische Neueste Nachrichten 15.5.2006

• Badisches Tagblatt 15.5.2006

• Landauer Neue Presse 31.3.2006

• Mainpost 3.6.2006

• Lübecker Nachrichten 23.4.2006

Schillernde Erinnerungen an eine verlorene Heimat

Juistine Harun-Mahdavi aus Unterschleißheim hat ein Buch über ihr Leben im Iran vor der Revolution

von 1979 geschrieben

Betty Mahmoodys Roman „Nicht.ohne meine Tochter", hat 1990 die Öffentlichkeit schockiert, Haar

sträubendes erzählte die Autorin von ihrem Aufenthalt im Iran, von der Unkultiviertheit des Volkes- und

an der Wandlung ihres persischen Ehemannes in einen gewalttätigen Fundamentalisten. „Nicht ohne

meinen Mann" nennt dagegen Justine Harun-Mahdavi ihre Biografie, die im März auf der Leipziger

Buchmesse vorgestellt worden ist. Auch sie verliebte sich in einen Iraner. Auch sie folgte ihrem Mann

in seine Heimat. Doch an dieser Stelle enden die Gemeinsamkeiten. Anders als Mahmoody kann die

Unterschleißheimerin nur Positives über ihr Leben im Iran berichten.

Im Jahr 1965 arbeitet Justine Harun-Mahdavi als Kinderkrankenschwester in Idar-Oberstein, als sie

eines Nachts im Traum die Stimme eines jungen Mannes hört, die ihr eindringlich rät, ihren Vater in

Inzell zu besuchen. Die Frau macht sich umgehend per Zug auf den Weg. In München hat die

Reisende einen kurzen Aufenthalt. Hastig will sie trotz roter Ampel die Straße vor dem Hauptbahnhof

überqueren, als sie jemand am Ärmel festhält. Überrascht dreht sie sich um und starrt in das Gesicht

des Maschinenbaustudenten Massoud. „Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt Justine Harun-

Mahdavi lachend. Bevor sie sich auf die Weiterreise begibt, tauschen die beiden Telefonnummern

aus. „Das war das Schicksal, das uns beide zusammengeführt hat", da ist sich Harun-Mahdavi sicher.

1966 läuten die Hochzeitsglocken. Zwei Jahre später zieht das junge Ehepaar mit dem 16 Monate

alten Sohn Sasan nach Teheran. Massoud habe ihr schon vor der Hochzeit gesagt, dass er in seine

Heimat zurückwolle, erzählt die Unterschleißheimerin. Für sie sei die Sache aber klar gewesen:

„Den kann man nicht so' einfach ziehen lassen."

Nach acht Tagen Autofahrt erreicht die Familie ihr neues Zuhause. „Natürlich war die Umgebung

ungewohnt für mich, aber ich wurde von den Menschen so herzlich empfangen, dass ich mich nie wie

eine Fremde fühlte", erinnert sich Justine Harun-Mahdavi. An Weihnachten stellt ihre Schwiegermutter

sogar extra für sie einen Christbaum auf. „Unsere verschiedenen Religionen waren nie ein Thema.

Wenn man sich liebt, dann ist so etwas völlig egal."

Ausgehen ohne Schleier

Die junge Mutter lebt sich schnell ein. Sie ist trotz mangelnder Sprachkenntnisse kontaktfreudig,

verständigt sich mit Händen und Füßen. „Ich wollte mich nicht isolieren, sondern mit den Leuten

leben." Sie lernt persisch kochen, empfängt viele Gäste und geht mit ihrem Mann aus - ohne Schleier.

Der ist damals nicht nötig gewesen - noch nicht. Die Familie bleibt nicht lange in Teheran. „Nach nicht

mal einem Jahr wurde meinem Mann eine Stelle als Direktor einer Gewerbeschule in Kerman

angeboten. Gerade als ich mich so richtig eingelebt hatte, zogen wir also wieder um. „D och auch in

dieser Stadt findet Justine Harun-Mahdavi schnell Anschluss. Sie freundet sich mit einigen

Lehrersfrauen an. „Das waren alles so liebenswerte, warme Menschen. Eine Großmutter hat gemerkt,

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wie sehr mir ,Asche Reschte' schmeckte. Das ist eine persische Gemüsesuppe mit langen

Teignudeln. Seitdem lud sie mich regelmäßig zu Asche-Reschte-Runden ein. „Sohn Sasan ist

inzwischen über zwei Jahre alt. Er brabbelt schon die ersten persischen Wörter. Etwas später lernt die

Mutter die Sprache bereits von ihrem Sohn. Das zweite Kind kommt. Mona.

Doch die Karriere Massoud Harun-Mahdavis verhindert ein ruhiges häusliches Leben. Nach drei

Jahren packt die Familie erneut ihre Koffer. Dieses Mal geht es in die heilige Stadt Mashhad, wo der

ehrgeizige Gatte erst als Direktor des Technologie-Instituts arbeitet, später dann zum

Oberbürgermeister gewählt wird.

„Wir haben aber in Persien nicht nur duftende Rosen gepflückt" , erinnert sich Justine Harun-

Mahdavi. Die Umzüge kosten viel Überwindung. Und dann gewinnen die Fundamentalisten immer

mehr an Boden. Harun-Mahdavi glaubt an den Reformwillen des Schahs und hofft auf eine

Demokratie. Doch diese Gesinnung wird Massoud Harun-Mahdavi zum Verhängnis: Er bekommt

Probleme mit konservativen Gouverneuren des Schahs und muss im April 1978 ins Gefängnis.

Justine setzt sich für ihren Mann ein, so gut sie kann. Verzweifelt läuft sie von einem Amt zum

anderen.

Nach drei Monaten ist Harun-Mahdavi endlich wieder auf freiem Fuß. Doch wirklich aufatmen kann

das Ehepaar nicht. Der politische Machtwechsel im Februar 1979 führt zu Problemen. Als die Harun-

Mahdavis feststellen, dass die neue Regierung unter AjatolIah Chomeini in die Richtung einer

fundamentalistischen Diktatur geht, beschließen sie aus dem Land zu fliehen.

Wieder bei Null angefangen

Noch im selben Jahr kehrt die Familie zurück nach Deutschland, in ihr neues, altes Leben. „Natürlich

freute ich mich auf meine Familie", sagt Justine Harun-Mahdavi nachdenklich. „Doch die erste Zeit war

dennoch hart. Wir mussten wieder von Null anfangen." Sasan weint oft die Nächte durch. Im Iran war

er ein sehr guter Schüler. An der Schule in Deutschland versteht er nicht einmal mehr die Lehrer. Er

muss eine Klasse zurückgestuft werden. Mona tut sich leichter zurechtzukommen. Sie ist erst vier

Jahre alt. “In dem Alter ist es einfacher sich an neue Dinge zu gewöhnen", vermutet die Mutter.

Doch die Zeit vergeht und der Alltag pendelt sich ein. Erst in Dingolfing, später in Unterschleißheim.

Massoud Mahdavi beginnt seine Arbeit als Ingenieur bei BMW. Justine Mahdavi kümmert sich um den

Haushalt. Mona und Sasan beherrschen bald perfekt die deutsche Sprache. Jahre später legen die

beiden einen sehr guten Schulabschluss ab und beginnen, ihr eigenes Leben zu führen. Der Sohn ist

Zahnarzt, die Tochter Designerin.

Justine Harun-Mahdavi denkt aber noch immer voller Sehnsucht an die alte Heimat zurück. Sie kauft

oft im persischen Supermarkt ein, bereitet iranische Gerichte zu, auf dem Samowar köchelt sie wie in

alten Zeiten Tee vor sich hin. Die Folgen des Regierungswechsels vor fast 30 Jahren verfolgt sie

regelmäßig im Fernsehen. Und macht sich Gedanken über die Geschehnisse in ihrem geliebten Land:

„Chomeini hatte den Menschen falsche Versprechungen gemacht. Er gelobte, alles zu verbessern.

Doch in Wirklichkeit nahm er den Iranern die Freiheit."

Unter seiner Regierung wäre es ihr nicht mehr erlaubt gewesen, sich so zu kleiden, sagt die 60-Jährige

und zeigt auf ein altes Foto. Eine strahlende junge Frau in einem kurzen, hell gemusterten Rock

ist darauf zu erkennen: Justine Harun-Mahdavi in Teheran.

Plädoyer für Toleranz

Sie schweigt kurz, erzählt dann weiter. Nach und nach sei in ihr der Entschluss gereift, ein Buch über

ihre Zeit im Iran zu schreiben. Alles sollte darin vorkommen. Die Menschen. Ihr Leben. Doch dieses

Vorhaben war schwerer als erwartet. „Zwischen Küche und Hausarbeit habe ich mir immer wieder

Notizen gemacht. Aber irgendwie hat man ja ständig was anderes zu tun," erzählt sie lachend. Jetzt,

20 Jahre später, ist sie endlich soweit. Ihr Buch ist fertig. 530 Seiten gelebtes Leben.

Justine Harun-Mahdavis Wunsch ist es, den Lesern durch ihr Werk ein positiveres Bild von den

Menschen im Iran zu vermitteln. Mit ihren Erinnerungen plädiert sie für religiöse Toleranz und einen

friedlichen Umgang der Kulturen. Während Betty Mahmoody ihre Zeit im Iran als „die Hölle" empfand,

wird Justine immer dankbar dafür sein, dass sie dort leben durfte und dass das Schicksal ihr einen

Traum geschickt hat, mit dem alles begann. Filiz Penzkofer

Quelle: Süddeutsche Zeitung 1./2. April 2006

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Eine lange Reise in den fernen Süden des Iran

Sichtlich erfreut waren Justine, Massoud und Sasan Harun-Mahdavi, als sich bei der Lesung am

Mittwochabend in der Herzogsburg viele bekannte Gesichter aus der Zeit, als sie in Dingolfing lebten,

einfanden. Justine Harun-Mahdavi hatte für die Lesung aus ihrem Buch „Nicht ohne meinen Mann" ein

Kapitel ausgewählt, in welchem die kleine Familie mit Sohn Sasan von Teheran nach Kerman, in ihr

erstes eigenes Heim, umzieht. Die Reise dauerte etwa zwei Tage, da Kerman laut Justine Harun-

Mahdavi rund 1000 Kilometer entfernt ist.

Sasan war damals erst zweieinhalb Jahre alt und der Abschied von Teheran, einer Stadt, die sie

bereits nach einem Jahr als Heimat angesehen hatte, fiel ihr, wie sie betonte, schwerer, als der

Abschied damals von München. Ihr persisch war mittlerweile schon so gut, dass sie sich „in der

riesigen, flirrenden Stadt mit all ihren Gegensätzen" zurechtfinden konnte. „Unser letzter Umzug war ja

hoch nicht lange her, wir waren also noch in Übung. „Mit einem Kleinkind waren die Präferenzen

ohnehin vorgegeben“, las Justine Harun-Mahdavi zu Beginn der. Reisebeschreibung. „Tausend

Gedanken gingen mir durch den Kopf. Was würde uns in Kerman erwarten? Massouds neue Aufgabe

klang so ungemein spannend. Genau, was er sich immer gewünscht hatte und wofür er überhaupt in

den Iran zurückgekehrt war: sein Wissen und seine Kreativität direkt für und mit Menschen einzubringen,

etwas aufzubauen", las die Autorin weiter vor.

In dem Kapitel über die lange und beschwerliche Reise nach Kerman, verdeutlichte Justine Harun-

Mahdavi ihren inneren Zwiespalt, in welchem sie sich befand. Auf der einen Seite tat ihr der Abschied

von Teheran und damit auch von der Familie ihres Mannes, von der sie mit offenen Armen

aufgenommen wurde, sehr leid, aber auf der anderen Seite freute sie sich schon auf den Neuanfang

in einem kleinen Häuschen „in der südlichen Provinz, fernab von den Augen der Ministerien und ihrer

Beamten“. Das Haus in Kerman sollte das erste eigene Zuhause der Mahdavis werden und hier habe

auch Sasan seine ersten Erinnerungen gesammelt. „Ich war neugierig genug auf alles Neue, um voll

Optimismus nach vorne zu schauen", las sie weiter. Exakt beschrieb sie in ihren Ausführungen die

Städte der Provinz, durch die sie fuhren, in ihren Einzelheiten, die Denkmäler und

Sehenswürdigkeiten, die Landschaft und die Leute, die hier in 1969 lebten.

Kurz vor Isfahan hatten sie eine Panne mit ihrem Wagen, sodass sie in Isfahan übernachten mussten,

bevor ihre Reise in die neue Heimat und Wirkungsstätte Massouds weitergehen konnte. „Das letzte

Bild, das sich vor unserer Ankunft in Kerman einprägte, waren die riesigen Pistazienfelder, die bei

Rafsandjan, der ersten größeren Stadt der Provinz Kerman, begannen". „Der Superlativ passte in

Kerman für vieles - auch für das Arbeitspensum, das Massoud erwartete".

Die rund 50 Zuhörer, die sich in der Herzogsburg eingefunden hatten, waren von der Lesung ergriffen,

zumal Heinrich Wälischmiller, Veranstalter und enger Freund der Familie, zu Beginn der

Veranstaltung, zum besseren Verständnis in einigen Sätzen den Inhalt der Autobiographie von Justine

Harun-Mahdavi wiedergab. Da einige Zuhörer die Familie persönlich kannten, war das Interesse an

dem persönliche Schicksal der Familie und an den Umständen im heutigen Iran um so größer. An die

Lesung, schloss sich eine lebhafte Diskussionsrunde an. Sehr hoch war das Interesse der Zuhörer an

den persönlichen Erfahrungen von Justine Harun-Mahdavi.

Wie sie berichtete, sei sie dort überall gut angenommen worden. „Die Iraner lieben die Deutschen",

erklärte die Autorin. Justine sei im Jahr 2002 zuletzt im Iran gewesen. Alles habe sich inzwischen

verändert. Die Frauen hätten nicht mehr die Freiheit, ihre Kleidung auszuwählen, sondern müssten

verschleiert sein. Wie Massoud berichtete sei der Mittelstand sehr verarmt, „nur diejenigen, die etwas

zu verkaufen hatten, konnten reich werden".

Die Kleidung der Leute sei nicht mehr bunt wie früher und auch die Fassaden der Häuser sind nun

trist. Seine Hoffnung setzte er in die Jugend, denn im Iran sind 60 Prozent der Bevölkerung unter 25

Jahre alt. Die Korruption unter den Regierungsbeamten sei sehr hoch. Vielen Beamten ginge es

finanziell so schlecht, dass sie nach ihrer Schicht noch Taxifahren gehen würden, berichtete Sasan.

Bürgermeister Josef Pellkofer betonte eingangs in seinem Grußwort, dass er sich sehr freue, etwas

aus einem Land zu hören, das vielen hier eher fremd sei. Elke Lehmann

Quelle: Dingolfinger Anzeiger vom 31. März 2006

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Pressestimmen zu : Justine Harun-Mahdavi, Nicht ohne meinen Mann

Dingolfing – Iran und zurück

Eine bayerisch-persische Familiengeschichte

Justine Harun-Mahdavi fängt mit der Geschichte ihrer Familie im Kugelhagel der Revolution an. März

1979, Teheran. Die Ayatollahs schießen, was das Zeug hält. Eine wilde Meute. Sie hat es auf diese

Familie abgesehen, vor allem auf Massoud, den Vater, denn er könnte der Sache ihres

Religionsführers gefährlich werden.

Niemals würde Massoud diesen Fanatikern seinen Glauben an Freiheit und Toleranz opfern. "Ihr drei

müsst weg, nach Deutschland", sagt Massoud zu seiner Frau. Die beiden Kinder sind vier und zehn

Jahre alt. Die Familie überlebte diese Nacht und verließ Iran. Seitdem lebt sie in Oberbayern. Im Exil.

Es ist die Geschichte einer deutschen Familie, deren Heimat Persien ist. Das Buch hat den Titel "Nicht

ohne meinen Mann" - in Anlehnung an den Bestseller "Nicht ohne meine Tochter" von Betty

Mahmoody, der 1990 verfilmt wurde. In der US-Story schildert eine Frau, wie sie die Familie ihres

Mannes in einem Ayatollah-Staat besucht und ihre Freiheit verliert. Justine Harun-Mahdavi, 60, aber

schreibt, wie sie in ein freies Iran kam und das Land seine Freiheit einbüßte. Ihr Mann wurde in den

Wirren Opfer einer dekadenten Soldateska. Insofern handelt es sich um einen politischen Text.

Andererseits hat diese Familien-Biografie einen nicht unerheblichen Rosamunde-Pilcher-Faktor, was

eine interessante Melange ergibt aus politischem Sujet und belletristischer Erzählweise.

Justine und Massoud lernen sich in den noch braven Zeiten der Sechziger kennen. Eine Szene wie für

die junge Uschi Glas: Das Mädchen aus der Nonnenschule in der rheinland-pfälzischen Provinz reist

zu Ihrem Vater nach Inzell, in München macht sie Rast. Zum ersten Mal in einer großen Stadt,

übersieht am Stachus die rote Ampel, ein "fremdländischer Mann" hält sie auf, sie trinken Kaffee,

sehen sich wieder. Liebe. Sie bleibt in Bayern, arbeitet als Kinderkrankenschwester, er studiert

Maschinenbau. Bald kaufen sie sich Eheringe. Dann, beim Schah-Besuch in Berlin und den

Krawallen, wird das Buch politisch.

Sie ziehen um nach Teheran, Massoud macht Karriere. Er avanciert unter anderem zum Abgesandten

des Kultus- und Erziehungsministers, auch das Amt des Präsidenten der Handball-Föderation nimmt

er an - solche Ämter scheinen in der Monarchie des Schah politisch bedeutend gewesen zu sein. Als

Bürgermeister der Stadt Mashhad im östlichen Iran wird er mit Situationen konfrontiert, die ihn

herausfordern. Sein Vorgesetzter handelt mit Opium, die Generäle in Teheran sind verwickelt in die

Geschäfte. Massoud wendet sich gegen sie. Er will den Schah schützen, aber der Schah ist zu

schwach, um sein Land noch zu kontrollieren. Während Massoud auf verlorenem Posten die

Ochlokraten bekämpft, bereitet ein gewisser Ruhollah Musavi Khomeini die Revolution vor, indem er

das Volk aufstachelt. Justine Harun-Mahdavi betrachtet die Entwicklung aus dem Blickwinkel einer

Augenzeugin, die nicht eingreifen kann. Dass der korrupte Geheimdienst ihren Mann 93 Tage lang

einsperrt, sollte sich als sein Glück erweisen. Die Ayatollahs schonen ihn, weil sie ihn für einen Schah-

Gegner halten. Massoud aber lässt durchblicken, dass er für andere Werte kämpft als für die des

Gottesstaates. Eines Tages schießen sie auf seine Wohnung.

Nach der Flucht nach Deutschland kommen die Frau und die Kinder bei Freunden in Dingolfing unter.

Heute leben Justine und Massoud Harun-Mahdavi in der Nähe von München. 1994 hat sich Mahdavi

von hier aus um eine Kandidatur für das Präsidentenamt bemüht. Der Antrag wurde abgelehnt. Seine

Frau wäre ihm wieder nach Teheran gefolgt. Es ist die Heimat. rn

Quelle: Süddeutsche Zeitung 21. März 2006

1966 heiratete die deutsche Autorin (Jahrgang 1945) einen Iraner, von 1968 bis 1979 lebte das Paar

im Iran. Justine wurde von der Familie ihres Mannes offen aufgenommen, die Ehe war glücklich, der

Ehemann beruflich sehr erfolgreich, z.B. als Generaldirektor der iranischen Hochschulen, was die

Familie auch in das Umfeld des Schah brachte. So blieb nach der Revolution letztlich nur die Ausreise

nach Deutschland, von wo aus der Ehemann sich heute für die Menschenrechte im Iran engagiert.

Harun-Mahdavi erzählt eine romantische Liebesgeschichte, sie berichtet mit offenen Augen vom

Leben im Iran und setzt einen Gegenpol zu Betty Mahmoodys „Nicht ohne meine Tochter“ (zuletzt BA

7/90): Das Buch ist gut und flüssig geschrieben, nur das Titelbild mit seinen 1960er-Jahre Fotos

(Farah- Diba lässt grüßen) wirkt etwas angestaubt. Elisabeth Mair-Guntermann

Quelle: ekz-Informationsdienst 23.6.2006

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Pressestimmen zu : Justine Harun-Mahdavi, Nicht ohne meinen Mann

Einblicke über das Leben im Iran

Justine Harun-Mahdavi stellte ihr Buch „Nicht ohne meinen Mann" in Gernsbach vor

Natürlich war sie nicht ohne ihren Mann Massoud gekommen, und auch ihren Sohn hatte Justine

Harun-Mahdavi mitgebracht. Was in der Bücherstube Katz als Autorenlesung zu ihrem jüngst im

Gernsbacher Casimir-Katz-Verlag erschienen Buch „Nicht ohne meinen Mann" angekündigt war,

gestaltete sich zum äußerst informativen und unterhaltsamen persischen Abend. Im Teehaus-

Ambiente und mit Spezialitäten aus „Tausendundeiner Nacht" eröffnete die Deutsche Justine Harun-

Mahdavi den zahlreichen gebannt lauschenden Zuhörern sehr persönliche Einblicke über ihr Leben im

Iran.

Während in den Medien derzeit nur beängstigende Meldungen aus der islamischen Republik Iran zu

uns dringen, beschreibt Justine Harun-Mahdavi in ihrer Autobiographie ihren elf Jahre dauernden

Lebensabschnitt in Persien vor der islamischen Revolution 1979 in schillernden Farben, gibt

detaillierte Einblicke in Gesellschaft und Kultur Ihr Mann übte bedeutende politische Funktionen aus,

unter anderem als Bürgermeister der heiligen Stadt Mashad und Mitarbeiter im Verteidigungsministerium,

wurde jedoch wegen seiner Mahnung zu Reformen Opfer der dekadenten Staatsmacht.

So ist die politische Geschichte des Landes verwoben mit der Familiengeschichte und dennoch ist

„kein rührseliges Buch nach Art der Soraya-Presse" herausgekommen, wie Verleger Dr. Casimir Katz

betonte. Mit der Augen der neugierigen, jungen Deutschen taucht der Leser ein in die Jahrtausende

alte Geschichte und Kultur des Landes, erhält Zutritt zum Leben der Frauen, erlebt den engen

familiären Zusammenhalt und die warmherzige Gastfreundschaft.

Als junge Frau hatte sich Justine in München in den iranischen Studenten Massoud Harun-Mahdavi

verliebt und ging mit ihm und Söhnchen Sasan 1968 in seine Heimat. Nach einem Jahr in der

Hauptstadt Teheran zog die Familie nach Kerman im Südosten des Landes, wo Massoud eine

Gewerbeschule aufbauen sollte.

Justine Harun-Mahdavi begann ihre Lesung mit diesem Umzug. Auf dem Weg in die neue Stadt

vermittelt sie geradezu schwärmerisch all ihre Eindrücke, und noch heute kommen in ihr so starke

Emotionen hoch, dass ihre Stimme beim Vortrag bisweilen fast versagte. Mit den Augen einer

liebenden Frau lässt sie sich auf all das Neue und Unbekannte ein, öffnet sich mit Neugier den

Besonderheiten der persischen Landschaft, Geschichte und Kultur, ist fasziniert „von den

bezaubernden Menschen". Über Land und Leute belehrt sie ihr Mann Massoud und sie schreibt dazu:

„Liebe zu einem Land wächst wie Liebe zu einem Menschen". Bei der Fahrt durch die heilige Stadt

Ghom erwähnt sie die dortige Pilgerstätte der Frauen, beschreibt den Islam so - wie ihr Mann ihn lebt,

als eine eigentlich tolerante Religion, die große Freiheit lässt und viele Glaubensrichtungen zulässt.

Die persische Mentalität lasse sich am besten in der Wüste verstehen, verrät sie, die Sehnsucht nach

Wasser, nach blühendem Land sei ein elementares Bedürfnis.

Die zweite Leseprobe schilderte die Ängste der Familie, als Revolutionsanhänger ihr Haus an der

Teheraner Prachtstraße angreifen und ihr Leben bedrohen. „Schrillaggressives Hupen, Geschrei von

Parolen, Motorenlärm von Jeeps schwollen zu einem ohrenbetäubenden Lärm an", mit diesen

eindringlichen Worten beschreibt sie den Furcht erregenden Aufmarsch der Revolutionäre. Es gibt

keine Wahl, die Familie beschließt, den Iran zu verlassen.

An die Lesung schloss sich eine sehr rege Diskussion an. Massoud warnte vor dem islamischen

Fundamentalismus, den Khomeinis Revolution hervorgebracht habe. Fragen zur möglichen

zukünftigen Entwicklung des Iran beantwortete der 3 9-jährige Sohn Sasan, der einer exil-iranischen

Jugendpartei vorsteht. Die iranische Jugend wolle Freiheit, wünsche sich offen zu leben. Anstelle

einer Militäraktion sprach sich der junge Deutsch-lraner für Wirtschaftssanktionen aus. Familie Harun-

Mahdavi lebt seit 1979 in München und setzt sich für Toleranz und ein friedvolles Miteinander der

Kulturen ein. Eine Rückkehr in den Iran Hegt in weiter Ferne, nach der Veröffentlichung des Buches

wird auch Justine nicht mehr - wie noch im Jahr 2000 - ungefährdet dorthin reisen können. Doch die

persische Kultur pflegt die Familie weiter. Die landestypische Küche hat Justine von ihrer

Schwiegermutter erlernt und praktiziert sie täglich. Als Kostproben hatte sie für die Zuhörer süße

Spezialitäten mitgebracht. ish

Quelle: Badische Neueste Nachrichten 15.5.2006

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Erst Toleranz, dann Lebensgefahr

„Kein rührseliges Buch, sondern eine wahre Geschichte" erzähle Justine Harun-Mahdavi in ihrem

Buch, stellte Casimir Katz der Lesung in der Bücherstube Katz am Freitag voran. Die

deutsche Autorin las zwei Ausschnitte aus ihrem Buch „Nicht ohne meinen Mann"

und konnte sich der ungeteilten Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher sein. „Geben ist seliger denn

nehmen - das ist ein zutiefst persischer Gedanke. Und Gastfreundschaft wird in diesem Land groß

geschrieben", führte Justine Harun-Mahdavi in den Abend ein. Gekommen war sie in Begleitung von

Ehemann Massoud und Sohn Sasan. Die Zuhörer überraschte die Familie mit einigen persischen

Spezialitäten: Tee, getrocknete Früchte, verschiedene Gebäcksorten.

Aus ihrem Buch,.Nicht ohne meinen Mann" las die Autorin zwei Kapitel. Darin schildert Justine Harun-

Mahdavi die Erlebnisse an der Seile ihres iranischen Mannes vor und nach der islamischen Revolution

unter Khomeini. Sehr anschaulich beschreibt sie ihre Begegnungen mit einem Land, in das die junge

Krankenschwester an der Seite ihres Ehemannes 1968 neugierig und aufgeschlossen gereist war. Die

Autorin erzählt von Menschen, die ihr offen und freundlich begegneten, von ihrer neuen Familie, von

der Schwiegermutter, von der sie so viel lernte. Sie habe sich auf das Land eingelassen, wollte keine

Dauertouristin sein, so die Autorin. Die Liebe zu einem Land wachst wie die Liebe zu einem

Menschen", las sie und musste sich erst wieder fassen, denn noch immer holen sie die Erlebnisse ein,

überwältigen sie die Erinnerungen.

Im ersten Teil der Lesung ging es um die Übersiedlung von Teheran nach Kerman, wo ihr Mann an

einer Bildungsstätte eine berufliche Herausforderung gefunden hatte. Bildhaft beschreibt sie die

Reiseeindrücke von einem kontrastreichen Land, die sie bei späteren Reisen vertiefte. Sie schildert

das tolerante Nebeneinander der Religionen und das Leben in einem islamischen Land, in dem „das

religiöse Reglement kein Thema war", erinnert sich an offene Menschen, an Freundschaften zu

persischen und deutschen Frauen und ihr Leben in Kerman, wo sie, ihr Mann und der zweijährige

Sohn Sasan eine Heimat fanden.

Die berufliche Entwicklung ihres Mannes Massoud Harun-Mahdavi forderte viele Umzüge innerhalb

Persiens. Er bekleidete wahrend der Schahzeit viele, zum Teil politisch sehr einflussreiche

Funktionen, beispielsweise als Oberbürgermeister der heiligen Stadt Mashhad. im Kultur- oder später

im Verteidigungsministerium des Landes, und machte sich stark für sein Land und für Veränderungen

zu Gunsten des Volkes, setzte sich ein für Verständnis, Toleranz und ein friedliches Miteinander.

Dieses Engagement brachte ihn unter anderem ins Gefängnis. Es machte ihn und seine Familie, zu

der 1979 (Revolutionszeit} neben dem elfjährigen Sasan bereits die vierjährige Tochter Mona gehört.

zum Angriffsziel der neuen Machthaber in einer Zeit, „in der die Revolution begann, ihre Kinder zu

fressen". An diesem Punkt setzt der zweite Teil der Lesung an: „Wie glühende Lava tobte die

aufgeputschte Menge an uns vorbei. Schüsse fielen, da wusste ich, wir sind gemeint." Die Autorin

erinnert sich an die Lebensgefahr, wie die Entscheidung fiel, das Land zu verlassen, und an die

Flucht nach München.

Iran ist fern für die Familie Harun-Mahdavi. Nach dem Erscheinen des Buches noch ein Stück weiter,

ist sie sich bewusst. Dennoch setzt sie sich weiter ein und fordert Freiheit für die Menschen in Iran,

wie in den aufschlussreichen Gesprächen zur aktuellen Lage in Iran im Anschluss an die Lesung

deutlich wurde. Massoud Harun-Mahdavi forderte nachdrücklich zum Dialog auf. Fundamentalismus

sei ein ernst zu nehmendes Thema. Aber urteilen und entscheiden könne man nur auf der Basis von

Wissen. betonte er. Sasan Harun-Mahdavi, Leiter der oppositionellen Jugend Irans im Ausland,

machte deutlich, dass eine militärische Intervention kein akzeptables Mittel sei, da sie zu Lasten des

Volkes im Iran ginge: Veränderungen müssen aus dem Land kommen. Wir befürworten Sanktionen.

uwe

Quelle: Badisches Tagblatt 15.5.2006

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Pressestimmen zu : Justine Harun-Mahdavi, Nicht ohne meinen Mann

Der Kontakt zu Dingolfing hält bis heute an

Große Wiedersehensfreude bei Lesung von Justine Harun-Mahdavi - Sie war 1979 aus dem Iran nach

Niederbayern geflohen

,,Die Liebe zu einem Land wächst nicht anders als zu einem Menschen: Man muss sich ganz und

ohne Halteseile darauf einlassen," Bei diesen Worten aus ihrem Buch „Nicht ohne meinen Mann

zitterte die Stimme von Justine Harun-Mabdavi vor Rührung. Zu groß war die Freude, dass unter den

vielen Literaturfreunden, die sich am Mittwochabend zu ihrer Lesung in die Herzogsburg eingefunden

hatten, so viele Bekannte aus ihrer Zeit in Dingolfing waren. Hier hatten sie mit ihrem Mann zwischen

1979 und 1984 gelebt, nachdem sie vor dem Regime des Ayatollah Khomeini aus dem Iran geflohen

waren.

Es war eine bemerkenswerte Lesung mit spannenden Einblicken in die persische Kultur. Die

Atmosphäre war familiär, die anschließende Diskussion lebhaft und engagiert. Auch der Ehemann der

Autorin, Harun, und der Sohn Sasan nahmen an der Lesung teil. Darum geht es in dem Buch: Justine,

geboren 1945 im Hunsrück und in einer Kleinstadt aufgewachsen, lernt bei einer Reise nach München

den iranischen Maschinenbaustudenten Massoud Harun-Mahdavi kennen und lieben. Dann geht

alles sehr schnell: Der Umzug nach München eben zu Massoud, die Hochzeit und die Geburt ihres

Sohnes Sasan. Eines Tages kommt ihr Mann jubelnd heim, schwenkt sein Diplom und sagt: „Jetzt

geht es nach Hause, Justine“. Nach Teheran. Sie folgt ihm, voll Vertrauen. Im Iran macht Massoud

politische Karriere, wird Oberbürgermeister der Stadt Mashad, baut in Kerman die erste Hochschule

auf und arbeitet für das Kultusministerium. Justine erlernt die Sprache und erfährt viel über die

Gesellschaft das damals noch freien Iran.

Doch die Revolution unter Ayatollah Khomeini und die Fundamentalisten bedrohen auch Massoud: Er

gerät immer mehr zwischen die Fronten, muss sogar ins Gefängnis und drängt schließlich seine Frau,

zusammen mit Sasan und Tochter Mona, zur Ausreise. Seit 1979 leben sie gemeinsam in

Deutschland. Heute lebt dis Familie in der Nähe von München. Justine Harun-Mahdavis Buch ist sehr

politisch, sie beschreibt als Augenzeugin die Ereignisse, die sie hautnah miterlebt. Aber sie beschreibt

auch die Kultur Persiens, den Alltag der Menschen und nicht zuletzt auch ihre ungewöhnlich

Liebesgeschichte.

Die Landauer Neue Presse hat sich im Anschluss mit dem Ehepaar unterhalten.

Wie sind Sie damals ausgerechnet nach Dingolfing gekommen?

Justine: Wir hatten kurz vorher einen Arzt im Iran kennen gelernt, der im Dingolfinger Krankenhaus

arbeitete. Er hat uns angeboten, alles zu organisieren, eine Wohnung zu suchen usw.

Wie wurden Sie im Landkreis aufgenommen? Wurden Sie als „Exoten" behandelt? Massoud: Nein,

überhaupt nicht. Wir wurden sehr gut aufgenommen, fanden schnell gute Freunde. Mit vielen haben

wir noch heute Kontakt.

War die Umstellung schwer, von der hohen Politik im Iran ins deutsche Landleben? Massoud: Es war

schwer. Ich habe angefangen zu malen und ein Buch geschrieben. Das hat mich etwas abgelenkt.

Justine: Vor allem am Anfang war es hart, denn wir hörten täglich von Hinrichtungen im Iran, und viele

unserer Bekannter dort mussten sterben, weil sie dem Regime nicht passten. Das war schrecklich.

Aber die Freundlichkeit, mit der wir hier aufgenommen wurden, hat uns geholfen.

Möchten Sie zurück in den Iran oder ist Deutschland inzwischen Ihre Heimat?

Justine: Man findet überall auf der Welt Freunde und liebe Menschen, das hat auch in Deutschland

geklappt. Außerdem sind die Kinder hier, deshalb würde es schwer fallen, wieder zurück zu gehen.

Massoud: Wenn eine demokratische Regierung gebildet würde und man würde mich um Hilfe bitten -

ich würde wohl schon zurückkehren, Aber ich habe auch hier politisch Fuß gefasst und habe den

Verein „Leben und leben lassen e.V" gegründet.

Atomstreit, die Äußerungen gegen Israel. Wie schätzen Sie den außenpolitischen Kurs der iranischen

Regierung ein?

Justine: Frauen und Jugendliche im Iran leben dramatisch. 60 Prozent der Bevölkerung sind

jugendlich, davon zehn Prozent drogenabhängig. Das sind elf Millionen.

Massoud: Diese Entwicklung zeigt, wie unzufrieden die Menschen sind. Sie sind enttäuscht von der

Revolution unter Khomeini, weil er seine Versprechungen nicht gehalten hat. Die heutige Regierung

ist gefährlich, nicht nur für den Iran, sondern für die ganze Welt. Darauf müssen wir die Welt

aufmerksam machen. Jede Regierung hat das Recht auf Atomforschung, aber einer Diktatur darf man

nicht vertrauen. Und die Äußerungen gegen Israel sind das Dümmste, was ein Präsident sagen kann.

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Pressestimmen zu : Justine Harun-Mahdavi, Nicht ohne meinen Mann

Justine, wenn Sie heute wieder die Möglichkeit hätten, Massoud in den Iran zu folgen, würden Sie es

wieder tun?

Justine: Natürlich. Er hat mir von Anfang an gesagt, dass er nicht für immer in Deutschland bleiben

will. Beide Kulturen haben ihre Vorteile, wir vermischen sie und leben nun schon seit über 40 Jahren

in Liebe und Respekt zusammen. Religion. Diskriminierung und Unterdrückung sind kein Thema für

uns. Wir sind glücklich zusammen und ich würde alles wieder genauso machen. Heike Schäfer

Quelle: Landauer Neue Presse 31.3.2006

Dies sind die Erinnerungen einer Frau, die als junge Deutsche einen iranischen Studenten heiratet

und mit ihrem Mann in dessen Heimatland zieht. Massoud, ihr Gatte, macht im Iran der Schah-Zeit

aufgrund seines großen Engagements schnell Karriere, wird Oberbürgermeister der heiligen Stadt

Mashad und Generaldirektor im Kultusministerium. Er glaubt an den Reformwillen des Schahs, doch

fällt er den Intrigen am Kaiserhof zum Opfer. In der Übergangsregierung während der islamischen

Revolution von Khomeini wird Massoud Stellvertreter des Verteidigungsministers im Heeresbereich.

Doch als die Fundamentalisten immer mehr an Boden gewinnen, ist sein Leben wieder bedroht. 1979

verlässt die Familie das Land.

Quelle: Mainpost 3.6.2006

Eine Deutsche im Iran: Erinnerungen ans Paradies

Es begann wie im Märchen: Die 20-jährige Krankenschwester Justine trifft 1965 in München an einer

Fußgängerampel den Maschinenbaustudenten Massoud aus dem Iran, die beiden verlieben sich,

heiraten und rumpeln nach der Hochzeit mit ihrem Sohn Sasan in einem alten Benz in den Iran, wo sie

ein paradiesisches Leben erwartet. Massoud macht politische Karriere. Später aber gerät er wegen

seines aufmüpfigen Wesens zwischen die politischen Lager. Noch unter der Herrschaft des Schahs

muss er ins Gefängnis, kommt unter Khomeini kurzzeitig wieder zu Amt und Würden, bis er wegen

seines Reformwillen erneut verfolgt wird. 1979, im Jahr der Revolution, muss die Familie ausreisen,

lebt seitdem in München.

In ihrem Buch mit dem Titel „Nicht ohne meinen Mann“, der an der 1991 verfilmten Bestseller „Nicht

ohne meine Tochter“ der US-Amerikanerin Betty Mahmoody erinnert, schreibt Justine Harun-Mahdavi

(60) über ihre Zeit im Iran, über die Gastfreundschaft, den Familienzusammenhalt. Ihr Überschwang

mag der großen Sehnsucht nach dem Land ihrer unbeschwerten Liebe geschuldet sein. Um so

dramatischer lesen sich die politischen Verwicklungen und Schikanen nach der Revolution.

Hochinteressant sind ihrer Erinnerungen allemal, das die meisten nur noch mit islamistischer Gewalt

in Verbindung bringen. ph

Quelle: Lübecker Nachrichten 23.4.2006

Casimir Katz Verlag Gernsbach

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Die Autorin Justine Harun-Mahdavi

nach der Lesung in Gernsbach,

inmitten ihres Sohnes Sasan (rechts)

und ihrem Gatten Massoud Harun-

Mahdavi (links).

Foto: BNN, ish

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