UNIon - Europa-Universität Viadrina Frankfurt

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UNIon - Europa-Universität Viadrina Frankfurt

Jubiläum 3

[UNIon]

Rektoren und Präsidenten zogen Bilanz

fand an historischem Ort, der Frankfurter Konzerthalle, statt

Um die europäische Zugehörigkeit und Identität

zu stärken, soll die Europa-Universität Viadrina

auf der Grundlage ihres Gründungsauftrages

weiterentwickelt werden für eine gesicherte

Zukunft als Universität, die ihre Studierenden

hervorragend betreut, sich durch Exzellenz

in Forschung und Lehre auszeichnet und

dadurch Impulse gibt in Wissenschaft, Gesellschaft

und Politik für ein weiteres Zusammenwachsen

in Europa, so Pleugers Zukunftsperspektive.

„Das ist unsere Vision von der Viadrina:

international, interdisziplinär und zukunftsgewandt,

eine kleine Spitzenuniversität an der

Grenze Deutschlands in der Mitte Europas.

Vivat, crescat, floreat Viadrina!”, schloss Pleuger

ab.

Hinrich Enderlein, im

Gründungsjahr Minister

für Wissenschaft, Forschung

und Kultur des

Landes Brandenburg,

blickte in seinem Redebeitrag

zurück in die

Zeit der Aufbruchstimmung,

der Schwierigkeiten,

auch der argwöhnischen

Mahner und

Zweifler aus dem Westen. „Wir wollten ein

Fens ter für Osteuropa nach Westeuropa öffnen

und das ist gelungen. Was in der Aufbauphase

unter schwierigen Bedingungen gleistet wurde,

verdient uneingeschränkte Anerkennung”, sagte

er und wünschte sich für das Heute die Aufbruchstimmung

von damals zurück.

Gründungsrektor Prof.

Dr. Dr. Knut Ipsen dazu:

„Die Ausführungen von

Herrn Minister a.D. Enderlein

haben mich derartig

beeindruckt, das

ich mir nicht versagen

kann, sie mit einer kurzen

Anmerkung zu versehen.

Hätte ich 1991

gewusst, welch düsteres

Bild unser Minister vom deutschen Hochschulwesen

hatte, dann wäre es sicher schwer gefallen,

den Gründungssenat vor Depressionen zu

bewahren.” Er gab ihm aber Recht und erinnerte

ebenfalls an Widerstände gegen die Universitätsgründung.

„Nun, unsere früheren Kritiker

sind auf die schmerzlichste Weise widerlegt

worden, die vorstellbar ist – durch die Existenz

der Viadrina!”, sagte Ipsen stolz.

„Wer am 6. September 1991 in diesem ehrwürdigen

Gemäuer die Wiedergründung der Viadrina

miterleben durfte, der wird sich gewiss der

Einzigartigkeit jener Situation erinnern, die wir

damals so intensiv empfunden haben. Wir erlebten

das schier Unfassbare, dass bald nach

der Vereinigung der beiden deutschen Staaten

und der Wiedervereinigung unseres Volkes an

der Stätte, an der die erste brandenburgischpreußische

Universität über 300 Jahre ihre

Heimstätte gehabt hatte, unter berührender

Anteilnahme der Frankfurter Bürgerschaft eine

neue an der Oder gelegene Hochschule gegrün-

det wurde – eine international ausgerichtete

Universität, zu deren staatlichen Gründungsauftrag

vor allem die enge Verknüpfung mit

dem Universitätsleben unseres Nachbarlandes

Polen gehörte.”

Und weiter: „Die einmalige Aufbruchstimmung

in der ersten Zeit des wiedervereinigten

Deutschlands, die – das sei nicht vergessen –

uns zuweilen auch den Blick für die Schwierigkeiten

und Nöte so mancher unserer Landsleute

aus den östlichen Bundesländern erschwerte,

gab uns gleichwohl die Kraft, trotz mancherlei

Bedenken honoriger Institutionen unseren

Gründungsauftrag zu erfüllen. Diese Aufbruchstimmung

beseelte geradezu unseren Gründungssenat,

der binnen acht Monaten mit der

Denkschrift vom Juni 1992 den Masterplan für

die heute noch bestehende Grundstruktur der

Viadrina erarbeitete. Parallel hierzu schafften

wir es, mit unserem ersten Kanzler, Karl-Josef

Schmücker, sowie mit Dr. Ulrike Hartmann als

Geschäftsführerin des Frankfurter Studentenwerkes,

und beider jeweiligen Mitarbeiterschaft,

die erforderliche Infrastruktur der neuen

Universität bis zu dem für den Beginn des

Lehrbetriebs notwendigen Mindestbestand bereitzustellen.”

Abschließend sagte Ipsen: „Wenn ich für die

nächsten 20 Jahre also eine stille, aber doch

hier und heute verkündbare Hoffnung hegen

darf, so ist es die, dass die Viadrina dereinst

vielleicht doch noch eine beiderseits der Oder

gelegene deutsch-polnische Universität und

damit eine Europa-Universität im kompletten

Sinne des Wortes werden könnte. Dass solche

Bildungseinrichtungen heute nötiger denn je

sind, ist gewiss jedem einsichtig, der gegenwärtig

die schicksalhafte Situation Europas erlebt.

So möge die Viadrina leben, wachsen und

gedeihen – noch viele, viele Jahre!”.Anschlie-

ßend wurde Prof. Ipsen von Uni-Präsident Dr.

Gunter Pleuger zum Ehrensenator ernannt und

die Mitglieder des Gründungssenats für ihre

Leistungen geehrt.

Den anwesenden Mitgliedern des Gründungssenats

dankte Dr. Pleuger und überreichte ein

Bild der Universität als Geburtstagsgeschenk.

Zu den Geburtstagsgratulanten

gehörte auch

Prof. Dr. Hans N. Weiler,

Mitglied des Gründungssenats

und erster

Rektor der Viadrina von

1993 bis 1999.

Er kam mit einem Geburtstagskorb

voller Erinnerungen

aus den

Gründerzeiten und mit klaren Wünschen: „Ich

lade die Universität herzlich ein, sich zu ihrem

20. Geburtstag häufiger und intensiver daran

zu erinnern, dass sie als Europa-Universität auf

die Welt gekommen ist. … Wirklich zu leben

heißt für eine Universität, sich jeden Tag neu zu

erfinden – nur so können Universitäten lebendig

bleiben. Wirklich zu wachsen heißt nicht

nur größer zu werden, sondern ein Ziel zu haben,

dem man entgegenwächst, und für diese

Universität kann das Ziel ja nur heißen, an vorderster

Front an einem besseren, verantwortungsbewussteren

und handlungsfähigeren

Europa mitzuarbeiten.

Und schließlich blüht eine Universität nur aus

der Begeisterung derer, die an ihr forschend,

lehrend und lernend tätig sind – und diese Universität

ist heute so sehr der Begeisterung wert

wie sie das vor zwanzig Jahren war. Universitas

Viadrina – HAPPY BIRTHDAY!”

Ehrung der Mitglieder des Gründungssenats: Prof. Dr. Waldemar Pfeiffer, Prof. Dr. Hans N. Weiler,

Jürgen Schlegel, Prof. Dr. Rudolf von Thadden, Prof. Dr. Karl-Heinz Rädler, Prof. Dr. Toni Hochmuth,

Dr. Klaus Anderbrügge und Prof. Dr. David Edward (v.l.n.r.).

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