Blühezeit der Frühlings-Pflanze«/.im

rzblx4.uni.regensburg.de
  • Keine Tags gefunden...

Blühezeit der Frühlings-Pflanze«/.im

I.Blühezeit der Frühlings-Pflanze«/.imJahr 1789.Winter des Jahrs i?Zz übertrafin Ansehung des hohen Grades derKalte alle vergangenen Winter dieses Jahrhunderts.Das Rcaumürische Thermen«-ter fiel mehreremale im December/ undJanuar, auf 25 Grade unter 0.UniversitätsbibliothekRegensburgurn:nbn:de:bvb:355-ubr04790-0043-0


Im Pflanzenreiche hat diese Kalte denWallnußbaum (Iußlan8 le^ia) am meiste»heimgesucht; indem in dieser ganzen Gegendkein Baum anzutreffen ist, welcher nichtmehr oder weniger von dem Froste gelittenhat. Gleiches Schicksal hat auch der Hol«lunderstrauch (^amducus nißra) erfahren;welcher so sehr verfroren ist, daß sich nurwenige Apotheker mit hinlänglichen Blumenzum officincllen Gebrauch versehen konnten.Merkwürdig war eS, daß sich mittcn imSommer manche Zweige der vcrfrornen Stau


Am 24sten blühete das Schneeglöckchen^ nivali8), welches im Garten unterdem Schutze einer Mauer stand.An eben dem Orte öfnete sich am foll>uluz tremula).Den zten April siel mit einem Südwindesehr warme Witterung ein; das Thermometerwelches bisher noch den Gefrierpunktnach Reaumür gezeigt hatte, stieg nunbis auf 9 Grade über denselben, wodurch aufeinmal alle Frühlings «Pflanzen hervorgelocketwurden; so daß bereits in der 2ten Wo«che dieses Monats die mehrsten in der Blüthestanden.UniversitätsbibliothekRegensburgurn:nbn:de:bvb:355-ubr04790-0045-2


Beobachtung.Von dem «nachten Schotendorne (kobinia?seuä'^cacia), welcher aus Virginienherstammt, stehen drey Baume in der umunsere Stadt führende Allee am Iacobithore,auf dürren unfruchtbaren Boden dem West«winde sowobl, als dem Nordwinde qusge«setzt; gleichwohl haben diese Ausländer denkalten Winter bei uns gut ausgehalten; siehaben außer einigen Zweigen nichts vomFroste gelitten, sondern vielmehr im May«Monathe mit den schönsten Blüthcn gepranget.Ein noch grösserer Baum dieser ncmlkchcu Art stand hinter der innern Stadtmauerauf feuchten fruchtbaren Boden, nicht allemvon zween Seiten mit hohen dicken Mau«ern beschützt, sondern auch dem Südwinde,ausgesetzt.Aber das Schicksal dieses so beschütztenBaumes ist den vorigen ganz entgegengesetzt, indem er ganzlich verfroren, und da«her weder Blatter noch Blumen getragenhat.UniversitätsbibliothekRegensburgurn:nbn:de:bvb:355-ubr04790-0046-8


Schlußfolge.Diese Beobachtung lehret, daß derstarte Frost im Januar den Bäumen nichtsgeschadet bat, den sonst müsten die erwähntenFalle umgekehrt ausgefallen; beschützteBaume müstcn verschont geblieben,und freystehende erfroren scin. Erst diefolgenden Monathe gaben z» dem Verfrierenso vieler Baume und Strauche Anlaß;denn als im Februar Thauwctter, und mitdiesem gelinde Witterung einfiel, fieng derSaft an, in die Baume zu treten, welchesbesonders denjenigen betraf, die aus mehrernUrsachen einen warmen Standort bc>wohnten, so wie es der Fall mit dicstm lez>ten Baume war.Im Merz fieng es wieder starler zufrieren an; der Safl welcher schon in dieBäume getreten war, verfrohr, dadurch wurdendie Saftrohrcn zersprengt, und nunmußte der Baum nothwendig absterben.Die drey ersten erwähnten Bäume hat«tcn wegen ihren kalten Standort noch tci


nen Saft getrieben, und dies war die Urofache, warum sie mit dem Leben davon ka>»men, und nun vielleicht noch lange in ihrerBlühczeit das Auge des Vorübergehendenergötzen. — "Im September und October kamennicht allein viele einjährige Frühlingspflanzen,z. B. die verschiedenen Ehrenprcisar«t«n wieder zum Vorschein, sondern es blühetcnauch mehrere pcrennirende Frühlings»gcwachse zum zweitenmale, nemlich: die ge»meine Küchenschelle (Hnemune ^ullatilla),der Frühlingsenzian (Nentiana verng), diekrautartige Heide (Lrica kerdacea), dieSchlüsselblume skrimula Veriz), u. s. w.Dieses Wiederblühen der Frühlingspflanzenim Herbste, wird zwar auch manchmal, je»doch sparsam, in dem nördlichen Teutsch»land beobachtet, aber in der hiesigen Ge«zend ist es viel gememer und hausiger.Im November pflegt gewöhnlich derErdboden schon mit Schnee bedett zu seyn,aber dies Jahr war eine Ausnahme; we»der Frost noch Schnee hat sich eingestellet,daher kam es, daß man allenthalben nochUniversitätsbibliothekRegensburgurn:nbn:de:bvb:355-ubr04790-0048-9


Pflanzen in der Blüthe antraf, und weil diescrFall würklich selten ist, so will ich nochzum Schluß die Nahmen verjenigen Pflanzenanführen / welche am 22ten Novembervollkommen in der Blüthe standen, sie smdfolgende: (ientiana Hmareila; (?.monantke, nana; 6. ciüata;rutunäilulia; LeNiz perennix; Veronica; L.2nunculu8 acriz; N.. bulbaluz,^ ; dar^Iu« Hvellana; (mannli»che Blüthen jedoch noch geschlossen)ineclia; (ürepiz dienniz; 0. te5tarum;arenarium; Hnemoue kuilatilla;CUniversitätsbibliothekRegensburgurn:nbn:de:bvb:355-ubr04790-0049-7

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine