Jahresbericht 2011 - Stadt Emden

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Jahresbericht 2011 - Stadt Emden

www.emden.de Das Meer an Leben. Das Magazin der Stadt Emden 2011 Emden im Jahresblick Kommunale Selbstverwaltung beim Wort genommen: Der Konzern Emden und seine Töchter PoliTiK unD VErWalTung WirTSchafT unD umWElT gESunDhEiT unD SozialES BilDung unD KulTur


inhalt Vorwort des Oberbürgermeisters PoliTiK unD VErWalTung 2 - 13 Selbst ist die Stadt: Emden bleibt herr im haus 2 Eröffnungsbilanz und der rat der Stadt Emden 6 nach innen stärken, nach außen wirken 8 Vom amt zum modernen management 10 Strom und gas gegen null drücken 12 WirTSchafT unD umWElT 14 - 28 Emder Energiewende schon vor 20 Jahren 14 hubschrauber im aufwind 16 Politik mit unternehmer-mut 18 firmengründer an die hand nehmen 21 gemischtwarenladen der besonderen art 23 alle frauen arbeiten auf lohnsteuerkarte 26 geld bleibt in der Stadt 28 gESunDhEiT unD SozialES 30 - 37 Das medizinische rundum-Paket 30 meistens dauert es nicht mal acht minuten 32 Bezahlbar, trocken und nicht zu eng 34 Der schwere Weg zum festen Job 36 BilDung unD KulTur 38 - 43 Impressum: Wo Emder ihre geschichte finden 38 Kulturarbeit heißt: Vielfalt aus einem guss 40 nordseehalle geht neue Wege 42 Ruck und Aufbruch (Kommentar) 44 Organisationsmodell für die Stadt Emden / Emder Tochterunternehmen Herausgeber: Stadt Emden, Pressestelle Emden 2011 Gestaltung und Satz: REDLINE design & illustration, Emden Text und Redaktion: Bernhard Fokken, Leer www.fomedia.de Herstellung: Druckhaus W. Dahlheimer, Emden Liebe Emderinnen und Emder, diese zweite Ausgabe unseres Magazins „Emden im Jahresblick“ ist ungewöhnlich. Sie ist kein klassischer Jahresblick, sondern Rückschau, Bestandsaufnahme und Ausblick in einem. Eine Bilanz. Erschrecken Sie nicht: Sie werden nicht von Zahlen erschlagen, sondern erfahren in anschaulichen Texten und Fotos von der Stadt Emden und ihren Töchtern – und was es damit auf sich hat. Der Rat der Stadt Emden hat sich vor Jahren dafür entschieden, die Stadt wie einen Konzern zu führen. Ökonomisch ausgedrückt ist die Stadt die Holding für zahlreiche Tochter-Unternehmen. Üblich ist, dass Stadtverwaltungen die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben der kommunalen Daseinsfürsorge überwiegend allein erledigen. Wir in Emden machen das anders: Für bestimmte Aufgaben haben wir jeweils eine Tochter-Firma gegründet, in verschiedenen Rechtsformen wie GmbH, gemeinnützige GmbH, städtischer Eigenbetrieb oder Anstalt öffentlichen Rechts. Allgemein bekannt sind Stadtwerke, Klinikum, Gewoba oder Ostfriesisches Landesmuseum. Entfernt gehört auch die Sparkasse dazu, deren Gewährsträger die Stadt ist. Bei allen formalen Unterschieden trifft eines für alle zu: Die Unternehmen bewegen sich auf dem freien Markt, aber die Stadt behält den Hut auf. Dieses Magazin stellt die Töchter der Stadt vor. Ohne zu übertreiben meine ich sagen zu können: Sie sind gut geraten. Überzeugen Sie sich bei der Lektüre davon. Dieses Magazin birgt die Leistungen des Rates, der Verwaltung und der gesamten Emder Bürgerschaft. Ein wenig auch meiner Amtszeit als Oberbürgermeister, die bald nach 25 Jahren endet. Passend dazu scheint mir ein Wort von Willy Brandt, das mir gut gefällt: „Man hat sich bemüht.“ Alwin Brinkmann (Oberbürgermeister)


Politik und Verwaltung Richtung Selbst ist die Stadt: emden bleibt Zug um Zug, Schritt für Schritt - ein Motto der Emder Stadtpolitik. Die strategische Ausrichtung der kommunalen Selbstverwaltung 2 Eröffnungsbilanz – ein Wort wie 102.380.641,70 Euro - hinter die- die Premiere der Eröffnungsbilanz Stadt behält bei ihren Unternehmen 3 Zahnschmerzen. Aber beim ser trockenen Summe verbergen zu den erfreulichsten Momenten von die Anteilsmehrheit, in der Regel zu Oberbürgermeister, vielen Kom- munalpolitikern und Mitarbeitern der Verwaltung löst sie ein Gefühl der Zufriedenheit aus, das bald vielleicht auch Emder Bürger teilen. Denn sie dokumentiert erstmals in einem schlüssigen Zahlenwerk: Der Stadt geht es gut, sie braucht in Niedersachsen keine Vergleiche zu scheuen. Hinter dem Erfolg steckt eine Philosophie, die so ausgeprägt wie hier anderswo kaum gelebt wird: Die Stadt nimmt die Kom- munale Selbstverwaltung beim Wort und praktiziert sie. sich Schweiß, Mühen und Arbeit der Emder seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als ihre Stadt in Schutt und Asche lag. 102,4 Millionen Euro – es ist das Eigenkapital der Stadt, das in der Eröffnungsbilanz ausgewiesen wird. Erstmals in der Geschichte des Kämmereiwesens müssen Städte und Gemeinden ihr gesamtes Kapital- und Sachvermögen einschließlich Abschreibungen berechnen und bewerten und von nun an jährlich bilanzieren, wie es in der privaten Wirtschaft üblich ist. Bisher mussten im städtischen Haushalt nur Einnahmen und Ausgaben gelistet werden. 102,4 Millionen Euro – das ist die Summe, die nach Abzug aller Schulden unter dem Strich steht. Würde im theoretischen Fall die Stadt verkauft: Diese Summe bliebe über. In seinen letzten Amtsmonaten gehört Oberbürgermeister Alwin Brinkmann. Denn die Werte, die Emden in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen hat, brauchen keinen Vergleich zu scheuen. „Damit zählen wir zu den Top-Fünf unter den Kommunen in Niedersachsen“, freut er sich. „Wir haben das Erbe unserer Väter vermehrt, wir haben Verantwortung übernommen, Mut gezeigt und manches Mal auch Glück gehabt.“ Glück lässt er gern gelten, aber Zu- fall nicht. Es steckt eine Strategie dahinter. Der Emder Rat und die Verwaltung nehmen Kommunale Selbstverwaltung beim Wort. „Selbstverwaltung verstehen wir so, dass wir unsere Aufgaben tatsächlich selbst in die Hand nehmen“, sagt Brinkmann. Viele Städte erlagen vor Jahren dem Trend, privaten Unternehmen zahlreiche ihrer ureigenen Pflichten zu Herr im Haus überlassen. Klassische Beispiele sind Müllabfuhr, Stadtwerke, Gebäudereinigung oder Krankenhäuser. Heute hallt der Ruf nach Re-Kommunalisierung durchs Land, in der Regel ein teures Vergnügen. Der Emder Stadtrat schlug einen an- deren Weg ein, der sich als erfolg- reich erwiesen hat. Die Stadt wird ähnlich einem Konzern geführt. Er hat ein gutes Dutzend Tochterbetriebe oder -Gesellschaften gegründet, die städtische Aufgaben erledigen. Das Prinzip klingt einfach: Die hundert Prozent. Die Chefs handeln selbstständig, unterrichten aber den Rat. Am Rat geht nichts vorbei, er muss zum Beispiel auch die Geschäftsführer entlasten. Bindeglied ist der Oberbürgermeister, der den Aufsichtsräten vorsitzt. Brinkmann drückt es so aus: „Die Geschäftsführer haben ihre unternehmerischen Freiheiten, aber der Rat stellt die Leitplanken auf.“ Generelles Prinzip für alle städ- tischen Unternehmen: Sie müssen sich dem Markt stellen und sich mit der privaten Wirtschaft messen lassen. Brinkmann unmissverständlich: „Die Stadt muss so gut sein wie ein Privater. Das ist das A und O.“ Rat und Verwaltung achten dabei auf den Vorteil für die Emder. So müssen Qualität und Verlässlichkeit der städ- tischen Dienstleistungen stimmen und dürfen nicht einem Preiskampf zum Opfer fallen. Ein Beispiel dafür ist die Müllabfuhr, die präzise wie ein Uhrwerk arbeitet – bei Müllgebühren, die seit Jahren stabil sind. Der Erfolg der Tochterunternehmen gibt der Konzernmutter Stadt Emden jedenfalls Recht. Brinkmann: „Kein städtisches Unternehmen ist bisher in finanzielle Schwierigkeiten geraten.“ ä Fortsetzung Seiten 4 und 5 Brinkmann warnt davor, die kommode finanzielle Lage der Stadt als Freibrief für unangemessene Investitionen zu missbrauchen oder sich gar in unkalkulierbare Schulden zu stürzen. Das hohe Eigenkapital sollte Ansporn sein, weiter mit Augenmaß zu wirtschaften, es als Ausweis für solide Finanzen und Bonität bei Bund, Land und Banken zu betrachten. Brinkmann hat gute Erfahrungen gesammelt mit einem Spruch unserer Altvorderen: „Een Stapp na d‘ anner.“ ä Fortsetzung auf der nächsten Seite Alwin Brinkmann, seit 25 Jahren im Amt, ist der dienstälteste Oberbürgermeister in Niedersachsen. Politik und Verwaltung


4 Politik und Verwaltung ä Fortsetzung von Seite 3 Boote können bis in die Stadtmitte fahren. „die Chemie muss stimmen“ Die Stadt Emden wirtschaftet mit ihren Tochterbetrieben nicht auf einer ökonomischen Spielwiese, sondern stellt sich dem freien Markt. Klappt das entgegen allen Vorurteilen, mit denen der öffentliche Dienst zu kämpfen hat? Für Oberbürgermeister Brinkmann keine Frage: „Unsere Philosophie stimmt.“ Er unterfüttert seine These mit mehreren Beispielen – schickt aber eine wesentliche Bedingung voraus: „Zwischen Rat, Verwaltung und Tochterbetrieben muss die Chemie stimmen.“ In Emden herrscht bei allen parteipolitischen Unterschieden ein Emden ist eine Industrie- und Hafenstadt - aber auch eine Stadt im Grünen. Diese Idylle entdecken Spaziergänger mitten in der Stadt am Alten Binnenhafen. gutes Verhältnis. Schaut Brinkmann sich in Niedersachsen um, sieht er: „Das ist selten.“ Er habe deshalb immer auf ein gutes Verhältnis in den Gremien geachtet. Bei strategischen Entscheidungen müsse Parteipolitik vor der Tür bleiben. Nun zu einigen Beispielen: Die Ge- woba ist im unteren und mittleren Preissegment stark im Wohnungsmarkt und sorgt dafür, dass Mieten auch für Menschen mit schmaleren Einkommen erschwinglich bleiben. Sie tritt auch als Bauherr bei öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Verwaltungshäusern auf. Die Stadtwerke sorgen für eine leistungsfähige Infrastruktur in der Wasser-, Strom- und Gasversorgung, regeln den öffentlichen Busverkehr, bauen den Flugplatz aus und investierten schon in erneuerbare Energien, als dies anderenorts noch ein Fremdwort war. Brinkmann räumt den Stadtwerken „gute Chancen für die Zukunft“ ein. Ein weiteres Merkmal in Emden: Die Stadt legt Wert darauf, dass die Sparkasse eigenständig bleibt und nicht in einer Fusion aufgeht. Ein besonderes Kapitel schrieb die Stadt-Tochter Zukunft Emden mit dem Industriepark. Sie nahm den Abriss der pleitegegangenen Frisia-Raffinerie auf die eigene Kappe und sorgte dafür, dass VW- Zulieferer dort siedeln konnten. Die Zahl von 1000 guten Arbeitsplätzen spricht für sich. Starke soziale Wirkung übt die Ge- bäudereinigungs-Tochter aus. Viele Kommunen lassen ihre Schulen und Büros von Fremdfirmen saubermachen. Die Stadt erledigt das mit ihrer eigenen Firma und kann sich rühmen: Alle Frauen – darunter viele alleinerziehende - arbeiten mit Lohnsteuerkarte. Der Bau- und Entsorgungsbetrieb spielt eine starke Rolle in der städtischen Daseinsfürsorge. Er zeich- net sich durch große Zuverlässigkeit und zivile Preise aus – zum Beispiel in der Müllabfuhr. Bei Gewerbeansiedlungen kann die Stadt flexibel agieren, weil sie mit ihren Tochterbetrieben die Richtung bestimmen kann. Das beschleunigt das Tempo und lässt Preise nicht ausufern. Gut entwickelt hat sich in den letzten Jahren auch das Klinikum, trotz der Daumenschrauben des Gesetzgebers. Es arbeitet auf hohem medizinischen Niveau. Finanziell steht es auf soliden Füßen und erwirtschaftet die Abschreibungen selbst. Die Groß-Investitionen der vergangenen zehn Jahre sind über städtische Unternehmen geplant, vorangetrieben, abgewickelt oder wenigstens begleitet worden: Rotes Siel, Binnenhafen, Ostfriesisches Landesmuseum, Zufahrtsstraße mit Kreisel zum VW-Werk, Bahnhofsvorplatz, Innenstadt-Sanierung, Märkte, Eisenbahnbrücke, Johannes-a-Lasco-Bibliothek oder Neue Kirche. Politik und Verwaltung 5


6 Erste Eröffnungsbilanz der Stadt Emden zum 1. Januar 2010 Die Stadt Emden hat sich vom kameralen Rechnungswesen am 31.12.2009 verabschiedet. Zum 01.01.2010 stellte sie auf die doppelte Buchführung, das Neue Kommunale Rechnungswesen (NKR), um. Den rechtlichen Rahmen dafür bildet der Artikel 6 Abs. 8 des Gesetzes zur Neuordnung des Gemeindehaushaltsrechts und Änderung gemeindewirtschaftlicher Vorschriften. Speziell für die Aufstellung einer ersten Eröffnungsbilanz gelten die Vorschriften der Niedersächsischen Gemeindeordnung und die aufgrund der Niedersächsischen Gemeindeordnung erlassenen Verordnungsregelungen zur Bilanz. Danach muss die Kommune für das Haushaltsjahr, für das sie die Haushaltswirtschaft erstmals nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung im Rechnungsstil der doppelten Buchführung führt, eine Eröffnungsbilanz vorlegen. Der Oberbürgermeister stellt die Richtigkeit und Vollständigkeit fest. Die vom RPA geprüfte erste Eröffnungsbilanz wird dann vom Rat beschlossen. Bei der Stadt Emden wurde mit Organisationsverfügung vom 26.10.2006 eine Projektgruppe zur Umsetzung des Neuen Kommunalen Rechnungswesens unter der Leitung des Ersten Stadtrates Martin Lutz eingerichtet. Diese befasste sich mit allen Belangen, die es bei der Umsetzung auf den neuen Buchungsstil zu berücksichtigen galt. Unter anderem auch mit der Erstellung einer ersten Eröffnungsbilanz für die Stadt Emden, in der die Vermögens- und Schuldenlage der Stadt dargestellt wird. Unter Zuhilfe- Komprimierte Darstellung zur Veröffentlichung AKtIVA 01.01.2010 Euro 1. Immaterielles Vermögen 320.808,54 2. Sachvermögen 128.564.991,62 davon Stiftungsvermögen 2.905.158,05 3. Finanzvermögen 124.326.272,27 davon Stiftungsvermögen 399.592,10 4. Liquide Mittel 4.858.021,96 davon Stiftungsvermögen 1.454.562,03 5. Aktive Rechnungsabgrenzung 3.738.407,32 Bilanzsumme 261.808.501,71 nahme externer Beratung haben wir diesen Prozess außerordentlich gut gemeistert und sind deshalb in der Lage schon frühzeitig, lediglich 1,5 Jahre nach Buchungsstart eine vom Rechnungsprüfungsamt der Stadt Emden geprüfte Eröffnungsbilanz vorzulegen. Ich wünsche mir für Rat und Verwaltung, dass das NKR einen positiven Effekt für die Stadt haben wird, indem die transparente Darstellung der Vermögensentwicklung und die vielfältigen neuen Informationen dazu genutzt werden können, zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten zu entdecken und neue Handlungsalternativen aufzuzeigen. Alwin Brinkmann (Oberbürgermeister) PASSIVA 01.01.2010 Euro 1. Nettoposition 161.642.840,23 1.1 Basis-Reinvermögen 102.380.641,70 1.2 Rücklagen 4.292.440,99 davon Stiftungskapital/-überschüsse 1.3 Jahresergebnis 1.4 Sonderposten 3.916.197,11 - 54.969.757,54 2. Schulden 33.001.975,19 2.1 Geldschulden davon 26.822.259,46 2.1.1 Liquiditätskredite - 2.1.2 Geldschulden (ohne Liquiditätskredite) 26.822.259,46 davon Stiftungsverbindlichkeiten 843.115,07 2.2 Verbindlichkeiten aus kreditähnlichen Rechtsgeschäften 528.499,41 2.3 Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen 2.191.688,11 2.4 Transferverbindlichkeiten 564.850,31 2.5 Sonstige Verbinlichkeiten 2.894.677,90 3. Rückstellungen 67.003.041,30 4. Passive Rechnungsabgrenzung 160.644,99 Bilanzsumme 261.808.501,71 Rat Ratsperiode von 2006 bis 2011 Alwin Brinkmann Oberbürgermeister (SPD) Rico Mecklenburg Ratsvorsitzender (SPD) SPD-Fraktion Berendine Bamminger Bernd Bornemann Karola Brunken Heidrun Burfeind Walter Davids Heinz Gosciniak Horst Götze Helga Grix Hans-Dieter Haase MdL und Fraktionsvorsitzender Horst Jahnke Regina Meinen Elfriede Meyer Lina Meyer Bürgermeisterin Marianne Pohlmann Enno Scheffel Kai-Uwe Schulze Ihno Slieter Friedrich Stöhr Gregor Strelow Johann Südhoff Benjamin Swieter Johann Wessels Vorstand Alwin Brinkmann Oberbürgermeister Martin Lutz Erster Stadtrat Andreas Docter Stadtbaurat CDU-Fraktion Helmut Bongartz Fraktionsvorsitzender Herbert Buisker Reinhard Hegewald Monika Hoffmann Hinrich Odinga Petra Orth Andrea Risius Bürgermeisterin Carmen Verlee FDP-Fraktion Heino Ammersken Erich Bolinius Fraktionsvorsitzender Rolf Bolinius Hillgriet Eilers Ralf Fooken Erwin Hoofdmann Bernd Renken Fraktionssprecher Walter Schild Wulf-Dieter Stolz (Durch Eintracht wachsen kleine Dinge) Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Fraktion DIE LINKE. Wilfried Graf Stephan-Gerhard Koziolek Fraktionsvorsitzender 7


Politik und Verwaltung Marketing nach innen stärken, nach außen wirken Feste am Ratsdelft locken stets Tausende in die Innenstadt. Klassisches Emden-Panorama mit Rathaus und Feuerschiff. 8 Emder Marketing- und Gemeinsam wird ein Schuh daraus. „EMT und Stadt verzahnen sich im- zu dem die Ostfriesland Tourismus macht. Stadtwald, Joggen am Wall, sellschaft, verschärft diesen Wett- 9 Tourismus GmbH – beim flüchtigen Blick sieht es nach Hochglanzbroschü- ren, Reklame, Info-Tafeln, Internetauftritten und Mes- seständen aus. Ist es auch. Aber die Stadt liefert für den schönen Schein auch das ehrliche Sein: Sie präsentiert sich als wirtschaftliches, kultu- relles und zunehmend touristisches Schwer- gewicht und als le- bens- und liebens- werten Wohnort. Stadt-Marketing ist ein Teil der Standort-Politik / Tourismus wächst Die EMT - Emder Marketing- und Tourismus GmbH – ist die einzige Konzerntochter der Stadt, in der sie, wenn nicht alleinige, so doch zumindest Mehrheits-Gesellschafterin ist. Stadt Emden, Deutscher Hotel- und Gaststättenverband und Schaufenster Emden, der Werbering der Kaufleute, halten je ein Drittel der Anteile. Die GmbH arbeitet eng mit der Stadtverwaltung zusammen. Rainer Gerdes führt die Geschäfte, Rainer Kinzel, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, sitzt dem Marketing-Ausschuss vor. Weiteres Bindeglied ist Bernd van Ellen, der für Wirtschaftsförderungzuständige Fachdienstleiter. mer mehr“, sagt Rainer Kinzel. Sinn und Zweck liegen auf der Hand: Emden „na buten un binnen“ als Stadt zu zeigen, in die sich eine Reise lohnt und in der es sich gut arbeiten und leben lässt. Darum geht es im Marketing- und Tourismusgeschäft. Die EMT entwickelte sich von einem klassischen Verkehrsverein zu einem professionellen Stadtmarketing-Instrument, das längst über Fahrplanauskünfte oder Fahrkartenverkauf hinausgeht. Tourismus und damit Tourismus-Wirtschaft spielen eine wachsende Rolle. „Die Destination Emden wird mehr und mehr angenommen“, sagt Bernd van Ellen. Dafür arbeitet Emden. Stichworte sind Delft, Bahnhofsvorplatz, Kunsthallener- weiterung oder zuletzt die Promenade am alten Binnenhafen. Das lockt mehr und mehr Touristen, die Hotels und Gaststätten größere Umsätze bescheren. 28 Euro lässt ein Tagestourist in der Stadt, eine Million von ihnen kommen jährlich, rechnet Rainer Gerdes vor. Oder: 200.000 Übernachtungen mit 80 Euro malgenommen ergeben auch einen schönen Umsatz. Hier zahlt sich auch die Zusammenarbeit in einem überörtlichen Netzwerk aus, GmbH und der Tourismusverband Nordsee gehören. Standort-Marketing und Tourismus sind die zwei Seiten derselben Medaille. „Seehafenstadt – das Mehr am Meer“ ist ein Markenzeichen. Emden als Öko-Stadt, , Emdens „Maritimes Erbe“, Emden als Jobmotor der Region, als Hafen- und Offshore-Standort, Emden als Klima-Kommune, Emden mit VW und der „Blue factory“, „Emders up Rad“, „Ab in die Mitte“ in die Emder Innenstadt, die sich zurzeit durch Quartiersinitiativen hübsch Segeln, Paddeln, Stadt am Wasser. „Wir bieten mit unserem Marketing nicht nur die Software, sondern liefern auch die Hardware“, stellt Rainer Kinzel fest und bringt es noch auf einen anderen Nenner: „Nach innen stärken, um nach außen zu wirken.“ Stadt-Marketing ist Teil der Stand- ort-Politik. Emden steht im Wett- bewerb mit anderen Städten und Landstrichen um junge Menschen und kluge Köpfe. Der demografische Wandel, die alternde Ge- bewerb. Emden zeigt sich dafür gerüstet. Sonnenuntergang an der Außenems - Erholung am Seeschifffahrtsweg. Politik und Verwaltung


Politik und Verwaltung Kapitänshäuser am Alten Binnenhafen sind begehrte Wohnungen. 10 Früher gab es bei der Stadt Die Stadtentwicklung Emden, eine Stadtentwicklung oder Standortlung. Der Vollständigkeit halber: 11 ein Liegenschaftsamt. Heute macht die Stadt- entwicklung Emden diese Arbeit, die nur noch in Teilen dem Tun der vorigen Gene- ration ähnelt. Der Chef der Stadtentwicklung versteht sich als Manager. Stadtentwicklung Vom amt zum modernen Querschnittsaufgabe aus Stadtentwicklung und Standortpolitik / Mehrere Sonderprojekte kommunale Anstalt öffentlichen Rechts mit eigenständigem Budget und eigener Rechtsfähigkeit, erschließt Wohnbau- und Gewerbeflächen und vermarktet sie. Damit nimmt sie Einfluss auf viele Angelegenheiten der Stadt. Zum Beispiel begleitet oder leitet sie städtebauliche Sonderprojekte in der Stadtentwicklung. „Unser Anspruch ist modernes Immobilien-Management“, sagt Vorstand Johann Kruse. Das geht weit über das hinaus, was früher in einem Liegenschaftsamt verwaltet wurde. Tägliches Brot sind Baugebiete. Aktuell ein recht neues Baugebiet in Wolthusen mit 100 Bauplätzen. Die Nachfrage ist rege, sie regelt auch das Tempo der Erschließung, die nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach erfolgt. politik: Johann Kruse ist an dieser Querschnittsaufgabe als einer von mehreren Akteuren aus der Verwaltung oder stadtnahen Betrieben beteiligt. „Die Mischung zwischen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Belangen muss stimmen“, nennt er die Marschroute. Zu den erwähnten Sonderprojekten gehört die frühere Kaufhalle, an deren Stelle ein Einkaufszentrum entstehen soll. Es ist gedacht als Meilenstein für die Innenstadt als attraktive Shopping-Zone. Eine von der Stadtentwicklung geleitete Projektgruppe aus Stadtplanern, Bauplanern, Wirtschaftsförderern und Rechtskundigen treibt das Vorhaben voran, das vor dem Abschluss steht und an deren Planung neben Rat und Verwaltung auch Anlieger und Handel einbezogen sind. Der Stadt Emden gehört das Gelände. Management „Die Eigentumsverhältnisse waren schwierig“, erinnert sich Kruse an zähe Verhandlungen. Jetzt fehlen noch Investoren, die das Einkaufszentrum auf die Beine stellen. Sonderprojekte sind auch die Er- schließung des Rysumer Nackens für einen neuen Hafen und ein neues Industriegebiet sowie das Sanierungsvorhaben „Rotes Siel“. Das „Rote Siel“ und Schulsanierungen profitieren vom Konjunkturpaket II, die Stadtentwicklung Emden erledigt die finanztechnische Abwick- Die Stadtentwicklung kümmert sich auch um Erbbaurechte, Pacht- und Verkaufsangelegenheiten von städtischen und landwirtschaftlichen Immobilien und um den Stadtwald. Ein besonderes Kapitel sind für Jo- hann Kruse die Gewerbeflächen. Erfolge sind unübersehbar, wiedas zu einem Industriepark umfrisierte Gelände der früheren Frisia-Raffinerie, das Dollart-Center (Doc), Ostfrieslands größtes Einkaufszentrum, oder ein jüngst eröffneter großer Baumarkt. Gewerbeflächen zu vermarkten ist ein langwieriges Geschäft. „Man braucht einen langen Atem, um ein Gelände an den Mann zu bringen“, berichtet Kruse aus Erfahrung. Aber er hat Verständnis dafür: „Schließlich geht es für die Firmen um viel Geld.“ Die Pläne sind fertig: Die alte Kaufhalle in der Neutorstraße weicht bald einem modernen Einkaufszentrum. Politik und Verwaltung


Politik und Verwaltung Energetisch vorbildlich saniert werden die Berufsbildenden Schulen. genannten wetterbereinigten Verbrauch, der die Temperaturen berücksichtigt, wird ein Faktor berechnet, der eine solide Grundlage für Energiesparmaßnahmen bildet und die Jahre vergleichbar macht. „Wir bekommen dank der monatlichen Datenübermittlung schnell mit, wo eine Heizung nicht gut arbeitetet oder sonst etwas nicht in Ordnung ist“, schildert Albert Baumann die Vorzüge. Fenster blieb in den vergangenen Jahren ungewechselt. Doch der Energiesparkampf geht weiter. In neue Gebäude setzt die Stadt bereits dreifach verglaste Fenster ein. Diese sollen für anstehende neue Energiesparverordnungen des Staates fit sein. Die Europäische Union verlangt ab 2019 für öffentliche und ein Jahr später für private Neubauten und Sanierungen den Passivbaustan- Die Stadt lässt sich ihre Schulen viel kosten. 12 Die Stadt Emden spart Manchmal erinnert es ein wenig an 13,8 Millionen Kilowatt pro Stunde. Die Stadt hat in den letzten Jahren dard. Das bedeutet nichts anderes Schulen als früher“, stellt Betriebs- 13 Strom und Gas, wo sie nur kann. Das lohnt sich, ist aber auch dringend nötig. Denn selbst bei geringerem Verbrauch steigen die Ko- sten – weil Strom und Gas immer teurer werden. Unabhängig von Kostenrech- nungen:Energie- sparen kommt immer der Energieeinsparung Strom und gas gegen null drücken Umwelt zu Gute. Energiesparen heißt das Gebot der Stunde / Gebäude für die Zukunft rüsten den Hasen und den Igel. Die Stadt senkt und senkt mit großem Aufwand den Verbrauch an Strom und Gas – aber am Ende spielen die Kosten die Rolle des Igels. Sie sind schon da, höher als zuvor. Albert Baumann, Betriebsleiter des Gebäudemanagements der Stadt, und sein Stellvertreter Helmut Fischer-Joost machen mit einer simplen Rechnung klar, dass es nur ein Ziel geben kann: Den Energieverbrauch so weit wie möglich gegen Null zu drücken. Die von ihnen betreuten Flächen in Kindergärten, Schulen und Verwaltungsbäuden nahmen innerhalb von vier Jahren um 8.000 auf 142.000 Quadratmeter zu, verursacht vor allem durch den Ganztagsschulbetrieb. Trotzdem verfeuerten die Hausmeister in den Gebäuden weniger Gas: statt 17 Millionen nur In der Kasse schlägt es sich jedoch nicht entsprechend positiv nieder. Das Gebäudemanagement muss statt 630.000 Euro vor vier Jahren jetzt 805.000 Euro anweisen. Wäre der Gaspreis beim alten geblieben, hätte die Stadt nur 490.000 Euro zahlen müssen. Beim Strom sieht es tendenziell gleich aus. Am Gasverbrauch zu sparen lohnt sich am besten, denn Gas ist mit fast 70 Prozent der größte Kostenposten bei der Energie. Strom macht ein knappes Drittel aus, Trinkwasser nur zwei Prozent. Das Gebäudemanagement legte in diesem Jahr erstmals einen Energiebericht für die Schulen vor. Die Hausmeister lesen monatlich die Strom-, Gas- und Wasseruhren ab und melden den Verbrauch. Aus diesem absoluten und einem so etliche Millionen für die energetische Sanierung der Außenmauern und Dächer ihrer Gebäude ausgegeben, aber auch Heizungen verbessert oder durch neue ersetzt. An den Berufsbildenden Schulen II (BBS II) bauten die Stadtwerke eine Fernwärmeversorgung mit Blockheizkraftwerk. Damit werden beide Berufsschulen, das Johannes- Althusius-Gymnasium, das Theater und die Friesentherme versorgt – mit spürbaren Einsparungen. In Turnhallen machen separate Thermen das Wasser warm, unterstützt von Sonnenenergie. Klassisch ist die Dämmung von Außenmauern mit Putz. Architektonisch wertvolle Häuser werden auch von innen gedämmt, um das Erscheinungsbild zu wahren. Mineralwolle schirmt so manchen Dachboden gegen Kälte. Kaum ein als ein Null-Energie-Gebot. Die Preise für Neubauten klettern dadurch – aber nicht so stark, als dass es sich unter dem Strich nicht rechnet für den Bauherrn. Die Investition lohnt sich um so mehr, je teurer Energie wird. Brandsicherheit genießt Vorrang Das Gebäudemanagement, ein Be- trieb der Stadt Emden, kümmert sich um fast alle Liegenschaften der Stadt, zu denen Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Verwaltungsgebäude oder auch das Ostfriesische Landesmuseum zählen. Eine wichtige Aufgabe nimmt Sicherheitstechnik wie Brandschutz ein, die noch Vorrang vor der Energieeinsparung genießt. Schulen sind heutzutage häufig auch allgemeine Versammlungsstätten, die strengere Sicherheitsvorschriften erfüllen müssen. Außerdem steckt ungleich mehr Technik in Schulen als früher. So liegen dort kilometerweise Kabel für Computeranschlüsse. Der Gesetzgeber verlangt hohe Sicherheitsstandards. Sichtbar sind häufig Brandabschnittstüren in Fluren und Treppenhäusern. „Wir haben ungleich höhere Brandlasten in leiter Albert Baumann fest. Politik und Verwaltung


wirtSCHaFt und uMwelt Stadtwerke Emden - Bahnbrecher erneuerbarer Energie. Bahnbrecher emder energiewende schon vor Stadtwerke setzen Maßstäbe in erneuerbarer Energie / Zukunft liegt in intelligenten Netzen 14 Wir können es mit Fug und Alle reden von der Energiewende. samte Stadt rund um die Uhr voll dank Effizienzsteigerungen durch und in Heizwärme umwandelt. Sie Flugplatz Emden GmbH. Die SWE 15 Recht sagen: Emden ist der Energiepolitik in Deutsch- land um 20 Jahre voraus. Bereits vor zwei Jahr- zehnten, als anderswo noch Atomkraftwerke gebaut wurden, beschloss der Rat der Stadt Emden ein Um- weltkonzept, das auf Wind, Sonne, Biogas und Biother- mie ruht. Die Stadtwerke Emden GmbH (SWE) setzt es um und verfeinert es. Aber im kleinen Maßstab haben die Emder sie bereits vollzogen. Die Stadtwerke sind Bahnbrecher, wenn es um erneuerbare Energien geht. Es begann vor 20 Jahren, als der Rat der Stadt Emden ein wegweisendes Umweltkonzept in die Welt setzte, das mittlerweile über die Grenzen Deutschlands und gar Europas Anerkennung und Nachahmer findet. Das Konzept steht auf vier Säu- len: erneuerbare Energien wie Wind, Sonne, Biogas und Biothermie forcieren; Energie sparen mit dem „Emder Modell“; Energie hochwirksam nutzen durch Kraft- Wärme-Kopplung; gemeinsam mit der Hochschule Emden/Leer die Wasserstofftechnik voranbringen. Vor zwei Jahren entwickelten die Stadtwerke das Konzept weiter. Es sieht vor, dass bis 2030 die ge- mit erneuerbarer Energie versorgt wird. Die Windstrom-Kapazität von zurzeit 75 Millionen Kilowattstunden im Jahr soll in 15 Jahren verdoppelt werden. Außerdem wollen die Stadtwerke sich mehr und mehr als Rundum- Dienstleister in Sachen Energie profilieren, mit Schwerpunkt Wärmeversorgung. „Wir wollen unseren Kunden nicht mehr nur Gas, sondern Wärme verkaufen – genauer Nahwärme über Blockheizkraftwerke“, steckt Remmer Edzards das Ziel ab. Der SWE-Geschäftsführer ist über- zeugt, damit die 24.000 Kunden der Stadtwerke bei der Stange zu halten und die Zahl sogar steigern zu können. Potenzial ist noch da. Insgesamt gibt es 26.000 Haushalte in der Stadt. Edzards ist 20 Jahren auch Vater des „Emder Modells“. Dieses vorbildliche Energiesparprogramm lassen die Stadtwerke sich jährlich 200.000 Euro kosten. Es handelt sich um Zuschüsse, die Stadtwerke-Kunden beim Kauf von Energiesparlampen, thermischen Solaranlagen oder Kühl- und Gefriergeräten erhalten. Edzards ist zuversichtlich, dass die SWE den Netzbetrieb trotz gesetzlich vorgeschriebener jährlicher Minderung der Nutzungsentgelte um 2,5 Prozent sichern können – Kooperationen rung. und Rationalisie- Die Energiewende wird den so ge- nannten intelligenten Netzen den Weg bahnen, ist Edzards sicher: „Damit wissen wir, wann und wo Strom ge- und verbraucht wird.“ Dezentrale Energieerzeugung und -Versorgung wird ein Merkmal der neuen Zeit sein – neben den großen Leitungen zum Beispiel zu den Wasserspeichern in Norwegen oder zur Sahara, wo Desertec einst die Sonne auffangen wird. An Ort und Stelle ist schon heute die Energiewende umsetzbar. In ein Neubaugebiet mit Einzelhäusern würde Edzards keine Gasleitungen mehr legen. Mit Niedrigst-Energiehäusern macht er sie überflüssig. Das bisschen zusätzliche Wärme besorgen Wärmepumpen - wel- che die SWE übrigens auch bezuschussen. Bei Mehrfamilienhäusern empfiehlt Edzards, mit Blockheizkraftwerken, Photovoltaik- und solarthermischen Anlagen zu arbeiten. Die Stadtwerke sieht er bei alledem als Dienstleister mit Komplettservice. Eine Vision treibt Remmer Edzards schon einige Zeit um: Ihm schwebt eine Tiefengeothermieanlage vor, die 140 Grad heißes Wasser aus 4700 Meter Tiefe nach oben holt könnte einen Stadtteil wie Barenburg beheizen. Die Kosten schätzt er auf 40 Millionen Euro. „Diese Ausgabe rechnet sich schnell“, sagt er. Die Sache hat bisher noch einen Haken: Privatfirmen, darunter eine französische Erdgas- Gesellschaft, besitzen die seismografischen Daten. Die Firmen wollen sie bisher nicht herausrücken, es sei denn, für zu viel Geld. Stadtwerke – mehr als Strom und gas Die Stadtwerke Emden GmbH (SWE) gehört zu 94,9 Prozent der Wirtschaftsbetriebe Emden GmbH und zu 5,1 Prozent der Stadt Emden. Ein verbundenes Unternehmen ist die sind zuständig für die Strom-, Gasund Wasserversorgung, für den öffentlichen Nahverkehr (SVE) und das City-Parkhaus am Wasserturm. Die Stadtwerke halten Beteiligungen an der Easy Plus GmbH & Co. KG Oldenburg, der EWE Naturwatt GmbH Oldenburg und der Emder Energie GmbH. Remmer Edzards - Vater des „Emder Modells“. wirtSCHaFt und uMwelt


wirtSCHaFt und uMwelt Flugplatz Hubschrauber im aufwind Hubschrauber fliegen zu den Offshore-Windparks. Ideale Flugverhältnisse über Emden. 16 gewicht. Wenn das VW-Werk Au- 17 Vor 50 Jahren hopsten ein paar kleine Flugzeuge nach Borkum und anderen Inseln. Heute ist der Flugplatz Em- den längst den Kinderschu- hen entwachsen. Düsenjets starten und landen, vor allem für VW. Immer mehr Wind unter den Flügeln bekommen Hub- schrauber. Selbst nachts und bei schlechtem Wetter sind Starts und Landungen möglich / Betrieb dank Offshore-Windparks Ohne Flugplatz wird ein Industriestandort heute nicht mehr ernst genommen. Er verliert sogar an Bedeutung, denn für immer mehr Unternehmen ist ein Flugplatz sogar Bedingung. Die Stadt Emden stellt ihn deshalb auch nie in Frage, wenn sie für die Infrastruktur in die Tasche greifen muss. „Investitionen in den Flugplatz sind ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftsförderung“, sagt Remmer Edzards, Geschäftsführer der Flugplatz GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke. Aber strenges Haushalten ist angesagt. „Miete, Startund Landegebühren und Provisionen aus dem Benzinverkauf müssen die laufenden Betriebskosten und die Investitionskosten abdecken“, stellt Edzards klar. Eine noch junge Investition sind 1,6 Millionen Euro für eine neue Flugzeughalle, in der Hubschrauber gewartet und geparkt werden. Hinzu kommen 1,3 Millionen Euro für weitere Abfertigungs-, Büro- und Abstellräume für Hubschrauber- Unternehmen. Dem Hubschrauber- Verkehr mit Personen und Fracht zwischen Emden und den Windparks auf hoher See wachsen Flügel. Von den 17 bereits genehmigten Offshore-Windparks verspricht sich Edzards viel für den Flugplatz. 1959 öffnete der Flugplatz seine Bahnen. Erst unter den Fittichen der Stadt, wurde er 1986 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke. Dank VW nahm der Geschäftsreiseverkehr schnell zu. Nach Borkum unterhält die OLT GmbH täglich eine Passagierlinie, zu allen ostfriesischen Inseln außer Spiekeroog eine Frachtlinie. Den Sprung auf ein höheres Niveau schaffte der Flugplatz vor zehn Jahren mit einem Instrumenten- Flugsystem und einer Präzisions- Anflugbefeuerung, die Starts und Landungen selbst nachts bei schlechtem Wetter möglich macht. „Davon wird reichlich Gebrauch gemacht“, sagt Edzards. Die Mehrzahl der Flugzeuge sind ein- oder zweimotorige Cessna und Piper bis fünf Tonnen Abflug- toteile aus Portugal, Irland oder Spanien einfliegt, setzt der Kon- zern Flugzeuge mit zehn bis zwölf Tonnen Abfluggewicht ein. Im Normalfall beträgt die Höchstgrenze 14 Tonnen, mit Extra-Genehmigung sind bis 21 Tonnen erlaubt. Mit dem Vorstand von VW ist häufig der dreistrahlige Düsenjet „Falcon 50“ unterwegs. Der Flugplatz Emden entwickelt sich seit mehreren Jahren positiv. wirtSCHaFt und uMwelt


18 wirtSCHaFt und uMwelt Ein Oberbürgermeister knickt vor einem Ultimatum nicht ein. Im Zweifel setzt er über Nacht auf eine ande- re Karte, vertraut seinem Verstand und Gespür. Mit Erfolg, wie der Industriepark Frisia auf dem Larrelter Pol- der beweist. Er ist ein Kind der städtischen „Zukunft Emden GmbH“. Wirtschaft Politik mit unternehmer-Mut Industriepark Emden - ein großer Wurf. Wie aus einer verdreckten Industriebrache ein blühender Industriepark entstand Die Geschichte ist zu schön, um nicht zumindest im Zeitraffer erzählt zu werden: Vor knapp 20 Jahren ging die Frisia-Raffinerie pleite. Mit der Industriebrache hatte die Stadt einen gewaltigen Klotz am Bein. Der Klotz hatte jedoch den Vorteil, dass er direkt am VW-Werk lag. Gut zehn Jahre nach dem Aus der Erdölwerke wollte ein auswärtiger Investor dort einen Industriepark bauen, mit einem städtischen Gesellschafter als Generalmieter für alle Firmen. Die Stadt hatte die Anlagen abreißen und das Gelände sanieren lassen. Doch der Investor wollte der Stadt immer engere Daumenschrauben anlegen, um sein unternehmerisches Risiko praktisch auszuschalten. Schließlich stellten er und anderer Interessenten ein Ultimatum, befristet auf einen Tag. Da platzte Oberbürgermeister Alwin Brinkmann der Kragen. Er entschied: „Wi maken dat sülmst.“ Er trommelte eiligst Ratsmitglieder zusammen, unterrichtete und stimmte sich informell mit ihnen ab. Wenige Wochen danach stimmte der Rat offiziell und einmütig zu. Um keine Zeit mit rechtlichen Ver- fahren zu verlieren, firmierte die Stadt ihre Schlachthof GmbH in Zukunft Em- den GmbH um. Ge- schäftsführer Heinz Steenhardt erinnert sich gut und gern an die Gründerjahre. Die Finanzierung des 40-Millionen- Euro-Projekt musste eingetütet werden, was sich leichter anhört als es getan ist, denn es durfte den städtischen Haushalt nicht belasten. Das Geld floss aus vielen anderen Töpfen. Als Arbeiter an einem Ende des 60 Hektar großen Geländes noch Raffinerie-Ruinen abrissen, bauten andere am gegenüber liegenden Ende bereits Straßen und Hallen. Denn die Zeit drängte. Das Fenster für Ansiedlungen stand nur kurze Zeit offen, weil VW nebenan bereits den Wechsel der Passat-Modellreihe B5 auf B6 vorbereitete. Und die Firmen, die im Industriepark mitmachen wollten, mussten ihre Arbeit auf die neuen Prozesse bei VW zuschneiden. Der Industriepark ist eine Erfolgs- geschichte der besonderen Art, ein kleiner unternehmerischer Geniestreich – vom Oberbürgermeister mutig entschieden, vom Rat mitgetragen. Bei Firmen begehrt ist der Industriepark. Zulieferer füttern passgenau den Passat Die Zukunft Emden GmbH be- schränkt sich längst nicht mehr darauf, Werkshallen zu bauen und zu vermieten, wie es ihre ursprüngliche Aufgabe war. Sie hat das Gelände mit einem stabilen Zaun gesichert, übernimmt die Kontrolle der zuliefernden und abfahrenden Lkw und organisiert gemeinsame Wartungsleistungen zum finanziellen Vorteil der Firmen. Seit mehreren Jahren arbeitet die Zukunft GmbH mit Fraunhofer-Instituten zusammen und steigert so die Attrakti- vität der Anlage, die anderswo als Vorbild gilt. In einem europäischen Vergleich mit mehr als 20 Industrieparks landete Emden aus dem Stand auf dem dritten Rang. Die parallele Lage zur Autofabrik zeichnet den Industriepark aus. Ohne eine öffentliche Straße zu benutzen, rollen Elektrofahrzeuge direkt aus den Hallen des Industrieparks an die Werkbänke von VW. ä Fortsetzung auf der nächsten Seite Auferstanden aus den Ruinen der Frisia-Raffinerie ist der Industriepark. Er liegt in unmittelbarer Nähe des Volkswagen-Werkes. wirtSCHaFt und uMwelt 19


wirtSCHaFt und uMwelt ä Fortsetzung von Seite 19 Der Passat - das Herzstück des VW-Werkes Emden. Der Industriepark mit seinen 1000 Mitarbeitern ist ein fein abgestimmtes Zulieferwerk für VW. Die elf Hauptmieter, die teilweise zu- zehn anderen Extras noch eine Leselampe hinten links – das alles wird im Industriepark organisiert. Jungunternehmen Firmengründer an die Hand nehmen GründerInnenzentrum ist oft die Wiege einer neuen Firma / Aktiv auch auf der Ems-Achse Aller Anfang ist schwer – auch für Firmengründer. Sie bewegen sich auf dünnem Eis und müssen alles richtig machen, wenn der Schritt zur eigenen Firma gelingen soll. Das Emder GründerIn- nenzentrum (EGZ) hilft ihnen Ein Hinweis in eigener Sache. ä Fortsetzung auf der nächsten Seite 20 sätzlich Subunternehmen beschäf- Die elf Firmen liefern wesentliche die Tochterfirma Emder GründerIn- 21 tigen, sorgen dafür, dass spezielle Autoteile zur rechten Zeit an den rechten Ort gelangen – neudeutsch „just in sequence“. Die unzähligen Kundenwünsche an ihren neuen Passat und die höchst verschiedenen in- und ausländischen gesetzlichen Vorschriften an die Ausstattung eines Autos werden im Industriepark unter einen Hut gebracht. Die Betriebe liefern passgenau die Teile, die VW kurz vorher bestellt hat. In einem Land in Südamerika verlangt der Gesetzgeber zwei Rückfahrscheinwerfer, oder die USA wollen einen Kopfschutz unterm „Autohimmel“, weil sie keinen Gurtzwang kennen, aber bei einem Überschlag trotzdem möglichst einen heilen Schädel behalten wollen. Oder Fritz Mustermann in Süddeutschland ordert neben Teile des Passat: Fensterheber, Mittelkonsolen, vordere und hintere Stoßfänger, Tanks, Kofferraumverkleidungen, Innentürverkleidungen, Teppiche, Autohimmel, Instrumententafeln, Kabelbäume, Auspuffanlagen, Vorder- und Hinterachsen. Im Rahmen der projektbezogenen Wirtschaftsförderung nimmt die Zukunft Emden viele weitere Aufgaben wahr (u.a. die Logistikachse Ems). Neben dem Industriepark ist Existenzgründung ein weiteres Geschäftsfeld der Zukunft Emden GmbH. Sichtbarer Ausdruck ist nenzentrum GmbH, die wir im folgenden Bericht vorstellen. dabei. Das Gute liegt so nah. „Redline“ heißt die Firma, die das Layout für dieses Magazin gemacht hat – also dafür sorgt, dass Bild und Text leserfreundlich gestaltet und angeordnet sind. Ihren Ursprung hat „Redline“ im Emder GründerInnen Zentrum (EGZ), einer eigenständigen städtischen Gesellschaft, die seit den 90er Jahren arbeitet und 2005 der „Zukunft Emden GmbH“ zugeordnet wurde. Das EGZ hilft Menschen, die sich selbstständig machen wollen, auf die Sprünge – oder auch nicht. Stefan Neeland: „Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite – egal ob einer Gründung im Nebenerwerb, einer Kleinstgründung oder einem hochspezialisierten Ingenieurbüro. Wir raten Interessenten auch ab, wenn wir den Eindruck haben, dass sie den großen Sprung nicht schaffen.“ Der Diplom-Kaufmann (FH) leitet das EGZ am Nordkai. Gemeinsam mit einer Kollegin informiert und begleitet er Existenzgründer. Entscheidend ist eine marktfähige Geschäftsidee. Aber selbst der Gründer mit der besten Idee kann sich im bürokratischen Dschungel verheddern und schon im Ansatz scheitern. Businessplan, Finanzamt, Agentur für Arbeit, Kranken- kasse, Kammern, Banken, staatliche Förderung heißen Hilfs-, aber auch Gefahrenpunkte im Gründungsprozess. Die Mitarbeiter des EGZ nehmen die Gründer an die Hand und bereiten sie vor. Mit Informationsveranstaltungen,Einzelgesprächen, Schulungen und Vorträgen. Helfen kann auch das redox-Netzwerk aus lokalen und Stefan Neeland steht Existenzgründern mit Rat und Tat zur Seite. wirtSCHaFt und uMwelt


22 zelkämpfer oder Partner zu zweit, Dienstleister am Nordkai 23 höchstens zu dritt. Im Jahresschnitt ähnelt einem gut sortierten Der Bau- und Entsorgungsbetrieb hält die Straßen in Schuss. Das GründerInnenzentrum aus der Vogelperspektive. wirtSCHaFt und uMwelt ä Fortsetzung von Seite 21 überregionalen Organisationen und Unternehmen. Sie bringen Existenzgründer auf den Weg. Das EGZ vermietet Gründern auch Geschäftsflächen und technische Infrastruktur am Nordkai. Die Voraussetzung: Die Gründer müssen innovative Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die es in Emden noch nicht gibt. Das läuft – vor allem profitieren die jungen Unternehmen vom Miteinander im Zentrum. Die meisten Bewerber sind Ein- melden sich 250 bis 300. Im vorigen Jahr, als die Wirtschaft plötzlich boomte, waren es 200, während in den konjunkturflauen Jahren der „Ich-AG“ fast 1200 Gründungsinteressierte gezählt wurden. Nicht selten erfolgen Gründungen aus der Arbeitslosigkeit. Stefan Neeland verstärkt die Zu- sammenarbeit mit der Hochschu- le Emden/Leer, die seit Bestehen des EGZ ein wichtiger Baustein im Konzept des Zentrums ist. Das EGZ spricht Studenten bereits in den Anfangssemestern an, um sie frühzeitig zu einem selbstständigen Engagement in Emden zu bewegen. Das findet auch über Emden hinaus Anerkennung. So führt das EGZ die Feder bei der „Gründungsachse“, einer Existenzgründungs-Initiative der Wachstumsregion Ems-Achse. Dienstleistungen gemischtwarenladen der besonderen art Bau- und Entsorgungsbetrieb – der kommunale Dienstleister mit vielfältigen Aufgaben Was der Bau- und Ent- sorgungsbetrieb tut oder lässt, geht die Emder direkt an. Müllabfuhr, Straßen in Schuss halten, Winterdienst, Klärwerk, Kanalisation, Grünflächen, Friedhof und Bestattung – alles ist sei- ne Sache. Der kommunale Gemischtwarenladen, der viele Kunden bedient. Nach zwei strengen Wintern freu- en sich selbst harte Müllmänner noch im Sommer über ein Lob. Bei sechs, sieben Grad unter Null und Windstärke 5, zu Zweit rund 1000 Mülltonnen in den Lkw wuchten, Tag für Tag – das ist eine stramme Leistung. „Kaum eine Tonne ist im Winter stehen geblieben“, sagt Nils Andersson, Leiter des Bau- und Entsorgungsbetriebs Emden, kurz BEE. Aber auch die Emder sind durchweg zufrieden mit ihren Müllmännern, die im Jahr 150.000 Tonnen leeren. Direkte Anerkennung hören sie selten. Aber darauf macht sich der BEE einen eigenen Reim. Andersson: „Wenn sich keiner beschwert, werten wir es als Lob.“ Wer beim BEE anruft, sieht meistens einen Grund zur Beschwerde, oder er gibt einen nützlichen Tipp, dem der BEE nachgeht. Ein Schlagloch, eine größere Pfütze auf der Straße, ein Ast, der zu brechen droht – Anlässe für einen Anruf gibt es genug. Abfall ist längst kein unnützes Zeug mehr, das irgendwo deponiert wird. Nicht immer lässt er sich vermeiden. Aber immer behält er einen Wert: Er wird wieder verwertet oder in Strom und Wärme verarbeitet. In der Stadt bleibt kein Abfall. Der Restmüll landet in einem Heizkraftwerk in Bremerhaven und wird dort in Fernwärme und Strom umgemünzt. Die Preise für die Müllabfuhr sind seit Jahren stabil. Das ist kein Selbstgänger, zumal das Abfallentsorgungsgesetz auch Privatfirmen den Zugriff auf Wertstoffe erlaubt. Für den BEE kann es brisant werden, wenn Private die Rosinen picken und ihm den Müll überlassen, der Geld kostet, aber nichts einbringt. Ein gutes Beispiel ist die Papiersammlung. Der BEE sammelt in guten und schlechten Zeiten, egal ob es lukrativ oder ein Minusgeschäft ist. Ein Privater jedenfalls stellt die Sammlung ein, wenn der Papierpreis länger im Keller bleibt. Die Kommune, hier der BEE, ist verpflichtet, das Altpapier abzuholen. ä Fortsetzung auf der nächsten Seite wirtSCHaFt und uMwelt


wirtSCHaFt und uMwelt ä Fortsetzung von Seite 23 was der Bee alles macht 150 Mitarbeiter beschäftigt der Früh um halbdrei aus den Federn dern und die städtischen Straßen von Schnee oder Eis befreien. An manchen Tagen abends noch ein Pflege und Instandsetzung am Ratsdelft. 24 Bau- und Entsorgungsbetrieb. 40 So selten wie in Emden fiel im vo- zweites Mal. Bis zur Frühschicht als die Geldsumme, die für umgische Weise jährlich drei bis vier und Stickstoffgehaltes tut er dem 25 von ihnen sind in der Verwaltung, unter ihnen Ingenieure und Techniker. An der Spitze stehen Betriebsleiter Nils Andersson und Kaufmännischer Leiter Frank Rogga. Mehrere Schwerpunkte machen die Arbeit aus: Unterhalt, Pflege und Neubau von Straßen, Wegen und Plätzen; Abfallwirtschaft und Straßenreinigung; Klärwerk, Kanalisation und übrige Stadtentwässerung. Das größte Vorhaben in diesem Jahr ist die Sanierung des Ensembles „Rotes Siel“. Eine weitere wichtige Daueraufgabe: Der BEE ist für das Friedhofs- und Bestattungswesen auf den städtischen Friedhöfen zuständig, darunter der große Friedhof Tholenswehr. rigen Winter nirgendwo die Schule aus: Nur einmal. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst des Räum- und Streudienstes der BEE. Über mehrere Wochen mussten die Männer morgens um halbdrei aus den Fe- Die Kanalisation muss regelmäßig gespült werden. bei VW sind die Hauptverkehrsstraßen frei. Bis sieben, wenn Schüler sich auf den Schulweg machen, ist der Rest erledigt. winter reißt viele Schlaglöcher Der BEE muss sich um 450 Kilometer stadteigene Straßen kümmern. Drei Männer sind täglich unterwegs und notieren im Computer die Schadstellen. Die BEE-Verwaltung wertet die Eingaben aus. Einzelne Schlaglöcher werden umgehend geflickt. Die Schäden, verursacht vor allem durch gefrierendes Wasser in Asphaltrissen, sind größer fangreiche Reparaturen oder Neubauten zur Verfügung steht. Der Reparaturbedarf beträgt drei bis vier Millionen Euro, denen im Haushalt nur eine Million gegenüber steht. Deshalb gibt es eine Vorrangliste, die sich am Umfang der Schäden und an der Bedeutung der Straße orientiert. Die Straßen in Schuss zu halten bleibt ein kommunales Dauerthema. im klärwerk entsteht auch Strom und wärme Das zentrale Klärwerk, an dem 99 Prozent der Emder Haushalte angeschlossen sind, reinigt auf biolo- Millionen Kubikmeter Abwasser – so gründlich, dass es umweltverträglich in die Ems geleitet werden kann. Klärschlamm, früher ein Umweltproblem,wird heute in Faultürmen beim Klärwerk nutzbringend verarbeitet. Im Faulprozess entsteht Methangas, das über ein Blockheizkraftwerk in Strom umgemünzt wird, der fast fürs Klärwerk reicht. Stromtechnisch ist das Klärwerk nahezu autark. Die entstehende Wärme dient der Beheizung der Faultürme. Der Gärprozess gedeiht am besten bei einer Temperatur von 38 bis 40 Grad Celsius. Der Klärschlamm schließlich landet auf Äckern. Wegen seines Phosphor- Boden gut. Vorhandene Schwermetalle liegen deutlich unter den Grenzwerten. Das Klärwerk dient der Entsorgung und dem Umweltschutz. wirtSCHaFt und uMwelt


wirtSCHaFt und uMwelt Reinigung alle Frauen arbeiten auf lohnsteuerkarte Hygiene wird groß geschrieben. 26 Es ist politischer Wille des Auf dem Reinigungsmarkt herr- und Toiletten in den Die städtische Gebäudereinigung zu Hause sind. Sie müssen auch 27 Rates, dass die Reinigung schen oft prekäre Verhältnisse. städtischen Häusern hält im Wettbewerb gut mit. Wüb- mal was liegenlassen können.“ der städtischen Gebäude nicht privatisiert wird. Trotz- dem muss der zuständige städtische Regiebetrieb sich dem Wettbewerb stellen und marktgerecht kalkulieren. Der Erfolg: Die Reinma- chefrauen sind dankbar für ihren sozialversicherungs- pflichtigen Job. Politik und Verwaltung freuen sich, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Nach der Reinigung sieht alles wieder tipp-topp aus. Eigene Reinigungsgruppen sind auch ein Stück Sozialpolitik / Trotzdem stellen sie sich dem Markt Fünf-Euro-Kolonnen, 400-Euro- Jobs oder Revierlöhne sind an der Tagesordnung. Betroffen sind überwiegend Frauen – ungelernt oder alleinerziehend, oder beides. Oder der Mann ist arbeitslos. Jedenfalls leben die meisten Beschäftigten dieser Branche nicht im Luxus. Für Luxus kann der Emder Rat nicht sorgen. Aber er kann sagen: Die Reinigung unserer Kindergärten, Schulen, Jugendzentren und Verwaltungs-Gebäude erledigen wir irgendmöglich in eigener Regie. Wir überlassen die Arbeit nicht Reinigungsfirmen, bei denen die Frauen (und auch Männer) wenig zu lachen haben, um es vorsichtig auszudrücken. Für saubere Büros, Klassenzim- mer, Versammlungsräume, Flure ist der städtische Regiebetrieb Gebäudereinigungverantwortlich. Chef ist Gebäudereinigungsmeister Hans-Richard Wübbena. Er dirigiert 180 Frauen, die alle fest angestellt sind, tariflich bezahlt werden, versicherungspflichtige Jobs haben und somit automatisch kranken-, pflege-, arbeitslosenund rentenversichert sind. Wübbena: „Alle arbeiten auf Lohnsteuerkarte.“ Saubermachen bei der Stadt heißt nicht, dass die Reinigungskräfte sich wie auf Besuch fühlen können. Im Gegenteil: Die Arbeit strengt an. Deshalb sieht es Wübbena als Vorteil an, dass die meisten Frauen in Teilzeit arbeiten. Ohne Arbeitsdruck geht es natürlich nicht ab. Wübbe- na hat den Auftrag, die Reinigungs- kosten der 70 Gebäude marktge- recht zu kalkulieren. Er steht im Wettbewerb mit privaten Anbietern. Er muss also preisgerechte Angebote vorlegen. Ein Prinzip stößt er dabei jedoch nicht um: „Reinigung muss auch Reinigung sein.“ Anders gesagt: Husch, husch mit dem Staubsauger durchs Büro und kurz mit dem Feudel durch die Toilette – das geht nicht. Sauberkeit und Hygiene haben einen hohen Rang. bena: „Wir müssen uns messen lassen am freien Markt.“ Er ist überzeugt: „So lange wir das beherzigen, haben wir keine Probleme.“ Der Rat teilt ihm jährlich ein Budget zu. Dieses Jahr beträgt es 2,35 Millionen Euro, mit denen er das Personal und Sachkosten wie Reinigungs- und Desinfektionsmittel oder Sanitärartikel bezahlen muss. Mit jedem Kunden, also mit jedem Gebäude, hat er einen Vertrag, gemäß dem diese ihre Rechnungen begleichen. Am Jahresende wird spitz abgerechnet – und Wübbena und der Kämmerer sehen, ob deckungsfähig gewirtschaftet worden ist. „Bisher haben wir den Kostenrahmen nie gesprengt“, sagt der Gebäudereinigungsmeister. Für ihn ist es kein Zufall, dass andere Städte oder Landkreise ihre Reinigung wieder selbst in die Hand nehmen wollen. Stichwort: Rekommunalisierung. Zum Beispiel der Landkreis Aurich. Neben dem sozialen Aspekt und der Qualität der Arbeit sieht Wübbena noch einen weiteren Vorteil: „Wir reagieren schnell, wenn in einem Gebäude unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Wir arbeiten nicht stur nach nullachtfünfzehn.“ Auch personelle Kontinuität hält er für wichtig, denn Reinigen ist eine Sache des Vertrauens: „Wir arbeiten immer dann, wenn die Nutzer der Räume schon Handfeger und Kehrblech gehören zum Rüstzeug der Reinmachfrauen. wirtSCHaFt und uMwelt


wirtSCHaFt und uMwelt Bernd Gurzki, Vorstandsvorsitzender und Jens Jann, Vorstandsmitglied. 28 Die Sparkasse Emden pickt Eine Stadt mit leistungsfähiger ei- Pfund, mit dem er wuchert. Trägerin, der Stadt Emden, dient zweite in Arbeit. „Die Nachfrage ist Die Emder Sparkassenstiftung, 29 sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen. Sie ist für alle Emder da. Aber sie hat noch mehr Alleinstellungsmerk- male: Das eingenommene Geld fließt nicht in andere Regionen, sondern bleibt für Investitonen in der Stadt – und sie ist das einzige Kre- ditinstitut mit Sitz in Emden. Sparkasse geld bleibt in der Stadt Klare Abgrenzung von den Geschäftsbanken / Hohe gemeinnützige Förderung gener Sparkasse kann sich glücklich schätzen. Denn die Sparkasse ist Ausgangs- und Endpunkt eines Finanzkreislaufs, der sich im engen Bereich abspielt. „Die Sparkasse ist mit der Stadt und ihren Bürgern verbunden“, sagt Vorstands-Chef Bernd Gurzki. „Was gut ist für die Region, ist auch gut für die Sparkasse.“ Der umgekehrte Schluss ist zulässig. Gurzki geht so weit zu sagen, dass Sparkasse und Stadt im positiven Sinne „auf Gedeih und Verderb“ aufeinander angewiesen sind. Die Sparkasse kann ihre Geschäftsinteressen nicht plötzlich verlagern oder sich auf einzelne gewinnträchtige Branchen beschränken. „Wir schließen keine Berufsgruppe oder Branche aus“, sagt Gurzki. Stetige Geschäftspolitik, auf die Verlass ist, pflegt der Vorstand als ein Sein Vorstands-Kollege Jens Jann grenzt das Institut deutlich von den Geschäftsbanken ab: „Das von uns eingenommene Geld fließt nicht ab in andere Regionen, sondern wird wieder in der Stadt investiert.“ Die Emder Sparkasse konzentriert sich vorwiegend aufs Kundengeschäft, sowohl bei den Einlagen als bei den Krediten. 80 Prozent der Bilanzsumme von 550 Millionen Euro stammen aus dem Kundengeschäft. Der Vorstand definiert Emder Sparkasse als „Sparkasse für alle Emder“. Ziel ist die Hausbank- Funktion. Jens Jann spricht von einem „ganzheitlichen Ansatz, ähnlich wie beim Hausarzt“, der in allen Lebenslagen helfend oder beratend zur Seite steht. Die Sparkasse bietet Produkte an, die der Kunde in bestimmten Lebensphasen braucht. Für Privatkunden sind es Girokonten, Sparen, Altersvorsorge, Privatkredite, Bausparen, Versicherungen, Privat-Banking oder Geldanlagen. Für Unternehmen, in Emden vor- nehmlich kleine und mittelstän- dische, sind Geschäftskonten, Unternehmenskredite, Existenzgründungsförderung, öffentliche Fördermittel, Kommunalkredite oder Anleihen von Belang. Ihrer die Sparkasse als Hausbank, zum Beispiel mit Kommunalkrediten. Aber auch die Gemeinschaft profitiert von der Sparkasse, die verpflichtet ist, einen Teil ihrer Gewinne wohltätig auszuschütten: Über eine Stiftung, als Spenden, Kultur- und Sportsponsoring oder Regionalförderung. Unabhängig von der Sparkassenstiftung konnten sich Emder Vereine und Veranstalter im vorigen Jahr über 125.000 Euro freuen. Jede zweite wohnungsfinanzierung Das Immobiliengeschäft ist ein wichtiges Standbein der Emder Sparkasse. Sie vermittelt drei von vier Immobilien in Emden, vorwiegend Häuser, aber auch Grundstücke. Jede zweite Wohnungsfi- nanzierung läuft über die Sparkasse und ihrem „Treffpunkt Immobilien“. Das Baugebiet „Neuer Delft“ (ehemals Eisenbahn-Dock) ist ein Paradestück der aktuellen Innenstadt- Entwicklung. „Wohnen am Wasser – mitten in der Stadt“ reizt viele Menschen, dort eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. 2007 war der erste Spatenstich, innerhalb von zehn Jahren soll die Gesamtfläche von 100.000 Quadratmetern vollständig erschlossen und vermarktet sein. Der erste Bauabschnitt mit 50 Wohnungen ist schon fertig, der groß“, sagt Klaus Linkert, der den „Treffpunkt Immobilien“ leitet. In den vergangenen zehn Jahren vergab die Sparkasse für 30 Millionen Euro Aufträge an die heimische Wirtschaft für eigene Erschließungsprojekte und eigene Gebäude. Nebenbei engagierte sie sich mit Kapital und nicht zuletzt persönlicher Begleitung bei 215 Exi- stenzgründungen, zum Teil gemeinsam mit dem GründerInnenzentrum und der Stadt. Die Sparkasse ist einer der größe- ren Arbeitgeber mit 220 Mitarbei- ter, darunter 22 Auszubildende. Die Ausbildungsquote liegt mit 15,5 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Sparkasse stiftet fleißig 1997 gegründet, basiert auf einem Stiftungskapital von 750.000 Euro. Im vorigen Jahr schüttete sie 15.000 Euro aus. Bisher unterstützte sie 30 Projekte in der Stadt, zum Beispiel den Mittagstisch für Kinder in Barenburg, Bläserklassen, Malschule, Emder Turnverein oder den Täter-Opfer-Ausgleich. Schwerpunkte der Förderung sind Soziales und Jugend. „Wohnen am Wasser“ - die Sparkassentochter „Treffpunkt Immobilien“ bietet es an. wirtSCHaFt und uMwelt


geSundHeit und SoZialeS Klinikum das medizinische rundum-Paket Medizintechnisch auf neustem Stand ist das Klinikum. Das Hans-Susemihl-Krankenhaus steht wirtschaftlich auf soliden Beinen Im Klinikum erblicken viele Kinder das Licht der Welt. 30 Bis vor wenigen Jahren musste Es ist so lange noch nicht her, da lei- Das Selbstverständnis des Klinirungsgesetz, die Stadt als Gesell- in der Psychiatrie und der Neurolo- aber in den vergangenen Jahren 31 der Steuerzahler über die Kasse der Stadt regelmäßig mit hohen Summen fürs Krankenhaus blu- ten, weil es mit dem Geld nicht auskam. Heute deckt Ostfries- lands größtes Krankenhaus, das Klinikum Emden – Hans- Susemihl-Krankenhaus – seine Betriebskosten mit den Einnahmen. Medizi- nisch leistet das Klini- kum weit mehr als die allgemeine Grund- und Regelversorgung. stete ein städtisches Krankenhaus oder vergleichbar ein Kreiskrankenhaus gute Hilfe bei Blinddarmentzündungen, Knochenbrüchen und noch das eine oder andere mehr. Heute deckt das Wort Krankenhaus längst nicht mehr alles ab, was dort geschieht. Deshalb heißt es Klinikum, ein Komplex von Kliniken – wegen ihrer Größe und Vielfalt nicht einmal unter einem Dach, aber in einer Hand. „Wir bieten den Emdern ein Rundum-Paket“, sagt Ulrich Pomberg. Der Diplom-Kaufmann führt die Geschäfte der gemeinnützigen GmbH, deren alleiniger Gesellschafter die Stadt Emden ist. Die gGmbH ging 2005 aus einem städtischen Eigenbetrieb hervor. In Emden ist das Krankenhauswesen im Gegensatz zu anderen Regionen von Anfang an seit 150 Jahren eine städtische Angelegenheit. kums spiegelt sich in seinem Motto „Rund um das Leben“. Die Spanne reicht von der Geburtshilfe bis zu einem lebenswürdigen Ende, bei dem die Palliativmedizin hilft. 15.000 Patienten zählt das Klini- kum im Jahr. Für sie stehen 371 Betten bereit. Diese so genannte Planbettenzahl ist seit sechs Jahren gleich – nicht so einfach, weil die Behandlungen (Fallzahlen) zwar zunehmen, die Patienten aber nicht so lange in der Klinik bleiben wie früher. Im Durchschnitt ist es heute eine Woche, vor zehn Jahren noch fast doppelt so lange. Der Trend geht zu ambulanter Behandlung. Von insgesamt 6000 Operationen erfolgen bereits 1700 ambulant. Ein Klinikum ist ein Betrieb, das die schwierige Balance zwischen medizinischer Notwendigkeit und wirtschaftlicher Rentabilität halten muss. Millionenzuschüsse zu den Betriebskosten kann sich die Stadt nicht leisten. Sie gibt dem Geschäftsführer deshalb Kostendeckung vor. Die Betriebskosten liegen bei 53 Millionen Euro jährlich. Diese Summe wird seit 2009 mit den Einnahmen ausgeglichen. Für Investitionen erhält das Klinikum wie alle anderen Krankenhäuser Geld vom Land Niedersachsen gemäß dem Krankenhaus-Finanzie- schafter beschränkt sich auf Zuschüsse zu den Investitionen. Ziel ist, das Klinikum unabhängig von Zuschüssen der Stadt zu machen. Ein Mittel dazu ist die Mitgliedschaft im Clinotel-Krankenhausverbund, in dem 30 Krankenhäuser ihre Kosten, Leistungen und Qualitäten vergleichen und sich die Führungskräfte austauschen, um in Medizin, Pflege und wirtschaftlichen Abläufen besser zu werden. Mehr als 900 Menschen arbeiten im Klinikum, unter ihnen 110 Ärzte. In dieser Zahl enthalten sind die Mitarbeiter der Klinikum Emden Service GmbH (KES), die vom Stammunternehmen ausgegliedert, aber eine hundertprozentige Tochter ist. Klinikum-Geschäftsführer Pomberg steht auch an der Spitze der KES, die zahlreiche Aufgaben bündelt: Catering, Klinikum-Cafe, Gebäude- reinigung, Wäscheversorgung, Bettenaufbereitung, Hol- und Bringedienste, Haus- und Betriebstechnik sowie Zentralsterilisation. Breites angebot an Medizin Das Klinikum deckt die medizinische Grund- und Regelversorgung ab, darüber hinaus übernimmt es überregionale Aufgaben gie. Ein Überblick über die Kliniken: Innere Medizin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Kardiologie, Pneumologie und Onkologie; Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie; Unfallchirurgie und Orthopädie; Frauenklinik, Gynäkologie und Geburtshilfe; Kinderund Jugendmedizin; Neurologie einschließlich Schlaganfallstation (Stroke Unit); Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik; Anästhesiologie und Intensivmedizin; Radiologie. In Belegabteilungen angesiedelt sind Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. In Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) untergebracht sind Neurologie/Anästhesiologie sowie Kinder-/Jugendmedizin und Kinder-/Jugendpsychiatrie. Zum Klinkum gehören ferner eine neurochirurgische Praxis, ein Zentrum für Physikalische Therapie und Ambulante Rehablitation, ein Ambulantes Operationszentrum und eine Dialysepraxis. Stipendien für Medizin-Studenten Ärztemangel macht auch dem Klini- kum Emden einige Sorgen. Im Mo- ment hat sich die Lage entspannt, musste das Klinikum auf Honorarärzte zurückgreifen, die für Übergangszeiten als medizinische Feuerwehr arbeiten. In jüngerer Zeit wurden wieder vermehrt Ärzte mit unbefristeten Verträgen eingestellt. Emden zahlt die Ärzte nach Tarif. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Hannover kümmern sich namentlich die Chefärzte um angehende Ärzte, die sich in Emden nach dem Praktischen Jahr weiterbilden. Zum Beispiel bieten sie regelmäßige attraktive Fortbildungen an. Seit 2009 lockt das Klinikum künftige Ärzte mit Stipendien. Die Studenten verpflichten sich als Gegenleistung, nach dem Studium mindestens drei Jahre im Klinikum zu arbeiten. geSundHeit und SoZialeS


geSundHeit und SoZialeS Im Rettungsdienst kommt es auf Schnelligkeit an. Leitstelle ist auf alle Notfälle und Katastrophen eingestellt / Modernste Technik 32 Rettungsdienst ist mehr, als mit Ein städtischer Betrieb für alle und aus Sanderbusch angefordert wer- Abstimmung zwischen Feuerwehr, 33 Blaulicht und Tatütata durch die Stadt zu rasen. Dahinter steckt ein ausgetüfteltes System. Für alle Notfälle gibt es einen Plan, wer was wann wie und womit zu machen hat. In der Integrierten Feuerwehr- und Rettungsleitstelle laufen die Drähte zusammen. Rettung Meistens dauert es nicht mal alles, was mit Notfällen und Katastrophen in Emden zu tun hat. Das ist die Integrierte Feuerwehr- und Rettungsleitstelle an der Hermann- Löns-Straße nahe dem Klinikum. Wer 112 oder 19222 wählt, landet dort. Aber die Leitstelle nimmt auch den Hörer ab, wenn es klingelt unter der Nummer 19292 für den normalen Sonn- und Feiertagsdienst der Kassenärzte. Die Rettungsleitstelle ist rund um die Uhr mit zwei Disponenten besetzt, die eine Feuerwehr- und Rettungsassistenten- Ausbildung gemacht haben. Der Grund: Sie müssen in der Leitstelle sowohl bei medizinischen als bei feuerwehrtechnischen Notfällen sofort entscheiden, was zu tun ist. Wie viele und welche Fahrzeuge müssen ausrücken, braucht der Notarzt Bescheid, ist es ein Notfall oder hat der Anrufer nur eine Grippe, muss der Hubschrauber den, welche Feuerwehren werden gebraucht, braucht die Leitstelle bei Großeinsätzen Verstärkung und vieles andere mehr. 28 Seiten ist die „Alarm- und Aus- rückordnung für den Rettungs- dienst“ stark. Sie listet fast jeden denkbaren Fall auf - vom Amoklauf und Asthmaanfall über „drohende Geburt“, Fieberkrampf, Großbrände, umgekippten Reisebus und Wassereinbruch bis zum Zimmerbrand. Ein Normalfall sieht so aus: Ein Emder meldet einen Bandscheibenvorfall. Der Disponent, der die häufigen Fälle der Liste auswendig kennt, schickt einen Rettungs-Transportwagen (RTW) los. Bei akuter Atemnot reicht ein RTW nicht. Hinter RTW steht „1xNEF“ auf der Liste. Auf deutsch: Zusätzlich macht sich der Notarzt in einem seperaten Einsatzfahrzeug auf den acht Minuten Weg zur Erstversorgung. Hinterlegt sist die komplette Alarmund Ausrückordnung natürlich im Einsatzleitchner, so dass die Disponenten sich nicht ausschließlich auf ihr Gedächtnis verlassen müssen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein Rettungswagen spätestens eine Viertelstunde nach der Alarmierung am Einsatzort sein muss. „In 80 Prozent der Fälle steht der Rettungswagen in weniger als acht Minuten vor der Haustür. Das gilt auch Hand in Hand: Arbeit in der Rettungsleitstelle. für den N o t a r z t “ , sagt Harald Wiers, Geschäftsführer der Rettungsleitstelle. Ein Feuerwehrfahrzeug braucht zwei Minuten länger, weil es nicht so schnell fahren kann. Die Rettungsdienste fahren im Jahr um 11.000 Einsätze. Sie gliedern sich in 4.700 „normalen“ Notfällen und 1.300 Einsätzen mit Notarzt, der Rest sind Krankentransporte. Die Leitstelle registriert 10.000 Anrufe für den kassenärztlichen Sonn- und Feiertagsdienst, außerdem mehrere tausend allgemeine Anfragen. Kurz gesagt: Alles, was in Emden mit Rettungsdienst und Katastrophen zu tun hat, wird von der Leitstelle gesteuert, einschließlich des Technischen Hilfswerks (THW) und des privaten Rettungsdienstes RksH aus Wolthusen. Die Leitstelle hält für besondere Einsätze auch einen Arbeitsplatz für die Polizei vor. Er wird besetzt, wenn die Lage eine besonders enge Rettungsdienst und Polizei verlangt. Beispiele sind Evakuierungen bei Bombenentschärfungen, der Besuch des Bundespräsidenten oder spezielle Großveranstaltungen. Die Rechnertechnik ist auf neuestem Stand. Sie sorgt auch für gerichtsfeste Dokumentationen der Notrufe und der Einsätze. disponent entscheidet über das Blaulicht Wer bestimmt eigentlich, wann der Fahrer eines Rettungsautos das Blaulicht einschalten darf? Das ist klar geregelt: Der Disponent in der Leitstelle. Nur er kann aus dem Notruf beurteilen, wie dringlich der Einsatz ist und ob Blaulicht angemessen ist. Aber nur für die Fahrt zum Einsatzort. Auf der Rücktour hat der Notarzt das Sagen. geSundHeit und SoZialeS


geSundHeit und SoZialeS Die Gewoba ist ein wichtiger Faktor im Emder Mietmarkt. Bei Mietern kommt der betriebseigene Service gut an. Drei Maurer, drei Klempner und ein Tischler sind schnell zur Stelle, wenn ein Schaden behoben werden muss. Die Gewoba setzt natürlich zusätzlich Firmen aus der Stadt ein. Ein Beispiel für prompten Service: Ist eine Heizung kaputt, ist spätestens nach vier Stunden ein Monteur da. Die meisten Gewoba-Wohnungen haben eine Gasheizung. „wir bleiben sozial“ Die Gewoba GmbH gehört zu 100 Prozent der Stadt Emden. Sie beschäftigt 15 Mitarbeiter, davon ist einer Auszubildender und zwei arbeiten halbtags. Im Bestand sind rund 1000 Wohnungen. 940 sind eigene, vorwiegend in Mehrfamilienhäusern auf drei Etagen, aber zum Bestand gehören auch Single-Wohnungen, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser, vorzugs- Bei der Gewoba sind Reparaturen schnell gemacht. 34 Die Gewoba Emden steckt Auch wer sich nicht auf Rosen bet- in der Regel ruck, zuck neue Mie- Neuen Mietern übergibt die Geweise für kinderreiche und sozial- 35 Mieteinnahmen wieder in ihre Wohnungen. Damit blei- ben diese auf zeitgemäßem Stand. Das Unternehmen, eine Tochter der Stadt, sorgt für erschwingliche Woh- nungen und erfüllt so eine wichtige soziale Aufgabe. Soziales Bezahlbar, trocken und nicht zu eng Gewoba dient auch als Preisregulativ auf dem Mietmarkt / Zeitgemäße Wohnungen ten kann, hat einen moralischen Anspruch auf eine anständige Wohnung. Nicht zu beengt, trocken, zeitgemäß und bezahlbar. Die Gesellschaft für Wohnen und Bauen, kurz Gewoba, bewegt sich deshalb mit ihren Wohnangeboten im unteren bis mittleren Preissegment. „Günstige Mietpreise sind ein ganz wichtiger Punkt für uns“, sagt Geschäftsführer Heinz-Bernhard Haak. Das kann er mit Zahlen belegen. Die Durchschnittsmiete in Emden liegt bei 5,11 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Gewoba verlangt für renovierte Wohnungen zwischen 4,40 und 4,80 Euro, in teurerer Innenstadtlage bis 5,30 Euro. Die Gewoba steht in Konkurrenz mit anderen Wohnungsbaugesellschaften und privaten Vermietern. Frei werdende Wohnungen finden ter. Das hat seinen Grund: Die Gewoba modernisiert ihre Wohnungen laufend. Ein „Auswohnen“ von Wohnungen, um sie irgendwann durch teure neue zu ersetzen, gibt es nicht. Offiziell hat die Gewoba in den achtziger Jahren das Prinzip der Gemeinnützigkeit zu den Akten legen müssen, aber grundsätzlich gilt es bis heute. „Wir betreiben keine Gewinnmaximierung“, sagt Heinz-Bernhard Haak. Und Prokurist Olaf Neumann ergänzt:„Unsere Mieteinnahmen investieren wir größtenteils direkt wieder in Wohnungen, der andere Teil geht in Rücklagen für größere Investitionen.“ woba die Wohnungen „nackt“. Die Räume sind bezugsfertig, der Mieter kann sie nach Wahl selbst tapezieren. Der demografische Wandel und all- gemein gestiegene Ansprüche be- einflussen die Arbeit der Gewoba. Der Anteil der Single-Wohnungen wächst, außerdem sind zunehmend altengerechte Wohnungen gefragt. Grundsätzlich gilt: Der Bedarf pro Person und Quadratmeter steigt. Darauf stellt sich die Gewoba ein. Sie wird auch wieder neue Wohnungen bauen, nachdem sie in den 90er Jahren aus diesem Geschäft ausgestiegen war und sich nur auf den Bestand konzentriert hatte. schwache Familien. Die Gewoba betreut außerdem 40 Wohnungen der Isensee-Stiftung. Seit 2000 übernimmt die Gewoba auch ausgewählte Aufgaben der Stadtentwicklung. So war sie zwischen 2002 und 2005 im Schulbau tätig in Petkum, Constantia, Wolthusen und im Gymnasium am Treckfahrtstief. Jüngstes Projekt ist das große Bürohaus an der Maria-Wilts-Straße, das die Stadt mietet und in dem unter anderem das Sozialamtuntergebracht ist. Gegründet wurde die Gewoba 1939, als sie zunächst Offizierswohnungen bauen musste. 1940/41 wurde sie gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft. In den 50er und 60er Jahren beteiligte sie sich am Wiederaufbau der Stadt. 1989 wurde aus der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft die Gewoba Emden. Doch das Motto bleibt in der neuen Gesellschaftsform gleich: „Wir bleiben sozial.“ Beim Tapezieren fasst auch die Tochter mit an. geSundHeit und SoZialeS


geSundHeit und SoZialeS Arbeit der schwere weg zum festen Job Arbeiten in den AAFÖG-Werkstätten. Wie Langzeitarbeitlose wieder zu einem festen Job kommen / Neue Aufgabenfelder Metallwerkstatt - ein Herzstück der AAFÖG. 36 Der Mensch braucht Arbeit, Dienstleister fürs Jobcenter - so herausfindet. Andere müssen erst fen. Sie sucht deshalb weitere gierung geförderten „Bürgerarbeit“, haltswaren, Nippes, Spiele, Acces- 37 eine feste Aufgabe, um seinen Lebensunterhalt mit eigenen Händen zu verdienen. Das ge- lingt nicht jedem – aus vielerlei Gründen. Jahrelang arbeitslos, behindert, krank, süchtig, aus der Bahn geworfen. Die Ausbil- dungs- und Arbeitsförderungs- gesellschaft Emden mbH, kurz AAFÖG, kümmert sich seit fast 15 Jahren um diese Menschen und versucht, sie fit zu machen für einen Job – möglichst auf dem freien Arbeitsmarkt könnte nüchtern-formal die Dienstbeschreibung der AAFÖG lauten. Denn das Jobcenter, die gemeinsame Einrichtung von Stadt und Agentur für Arbeit, bekannt als Arge, hatdie Betreuung von Langzeitarbeitlosen an die städtische Tochtergesellschaft AAFÖG delegiert. Langzeitarbeitlose sind Menschen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind und nach dem Motto „Fördern und fordern“ gemäß dem Hartz-IV-Gesetz staatlich unterstützt werden – finanziell und berufsvorbereitend. Vornehmlich geht es darum, Lang- zeitarbeitlose durch fachliche Aus- bildung und persönliche Betreuung in öffentlichen Projekten an den so genannten ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Persönliche Betreuung ist vielfältig: Wer Schulden hat, bekommt Hilfe, wie er aus dieser Falle an Pünktlichkeit gewöhnt werden und diese Tugend als Grundvorausetzung für reguläre Arbeit lernen. Alkoholiker machen einen Entzug. Stark Übergewichtige werden mit vernünftiger Ernährung vertraut gemacht. Wieder andere müssen überhaupt lernen zu arbeiten. „Es gibt junge Menschen, die noch nie gearbeitet haben“, sagt Jörg Graf, Geschäftsführer der AAFÖG. S p a r m a ß n a h m e n der Bundesagentur für Arbeit erleichtern der AAFÖG die Arbeit nicht. So tritt der „Klebeeffekt“ nicht immer ein, der in der Theorie so aussieht: Ein Ein-Euro-Jobber arbeitet gut und erhält dann eine feste Stelle. „Die Probleme der Klienten sind in einem halben Jahr oft nicht beseitigt, aber länger gibt es dafür kein Geld“, sagt Erster Stadtrat Martin Lutz, stellvertretender Vorsitzender des AAFÖG-Aufsichtsrates. Wie vor fünfeinhalb Jahren, als das Hartz-IV-Gesetz in Kraft trat, steht die AAFÖG wieder vor einem Umbruch. Grund ist diesmal der Sparkurs der Bundesagentur für Arbeit bei Arbeitsmarktmaßnahmen. Davon ist die AAFÖG direkt betrof- Geschäftsfelder, weil der Sparkurs voraussichtlich zu einem negativen Betriebsergebnis führen wird. 54 Beschäftigte arbeiten bei der AAFÖG – als Bürofachkräfte, Werkstattmeister, Projektentwickler, Sozialpädagogin oder Psychologe. Sie betreuen Dutzende von Menschen, die überwiegend in städtischen Unternehmen arbeiten. „50 plus“ heißt ein Intensiv-Programm, mit dem Langzeitarbeitslose über 50 wieder an eine Arbeit herangeführt werden. Gängig sind Computer-Kurse. Ein weiteres Projekt umfasst die Betreuung von Asylbewerbern, die vieles lernen müssen: Umgang mit Bürokratie wie Antragsformulare ausfüllen oder zivilisatorische Herausforderungen wie Mülltrennen, das kaum ein anderes Land auf der Welt, wenn überhaupt, so intensiv betreibt wie wir. Paradestücke der AAFÖG sind die Holz- und die Metallwerkstatt. Die Klienten bauen Regale oder Verkaufsgegenstände für das Soziale Kaufhaus, junge Leute lernen zu schweißen. „Es geht darum, bei den Menschen den Willen zur Arbeit zu wecken und sie so zu fördern, dass sie wieder in den normalen Arbeitsmarkt gelangen“, sagt Martin Lutz. Neue Aufgabenfelder sehen Lutz und Graf in der von der Bundesre- an der sich die Kommune beteiligen müsste, an weitere Einsätze in der Grünpflege der Stadt, in einer engeren Kooperation mit der Volkshochschule. Erfolg verspricht das geplante Projekt Energieberatung und -Einsparung: Ehemalige Langzeitarbeitslose beraten aktuelle Langzeitarbeitslose an Ort und Stelle, wie sie Strom und Heizung sparen, und haben gleich eine Energiesparlampe mit dabei. Das schont die Kasse der Stadt und der Hartz-IV-Empfänger. gute ware für kleines geld „Lüttje Knippke“ - der Name ist Programm. Gute Ware für kleines Geld lautet das Motto des sozialen Warenhauses, das die AAFÖG und die Caritas an der Brückstraße be- treiben. Stadt Emden und Agentur für Arbeit fördern das Haus. Ziel ist, für Langzeitarbeitslose sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen. AAFÖG-Geschäftsführer Jörg Graf spricht von einem „großen Erfolg“. Das Warenhaus wird professionell von ehemaligen Langzeitarbeitslosen geführt und trägt sich finanziell. Die Waren stammen aus Spenden und aus den Werkstätten der AAFÖG. Das Angebot umfasst Kleidung, Schmuck, Haus- soires, Textilien, Geschirr, Taschen und Bücher. Jedermann ist als Käufer willkommen. Als „Shop-in- Shop“ sind die AAFÖG-Werkstätten mit ihrem „Lüttje Handwark“ vertreten. Ausgestellt und verkauft werden in den Werkstätten hergestellte kreative Geschenkartikel, Spielzeug oder Skulpturen. geSundHeit und SoZialeS


Bildung und kultur Die Moorleiche „Bernie“ ist ein Anziehungspunkt des Ostfriesischen Landesmuseums. Inhalte populär vermitteln / Wissenschaftlich arbeiten und forschen Das Motto der Stadt über dem Eingang in den „Rummel“. 38 Das Ostfriesische Landesmuse- Selbst Kinder können ihren Ge- großstädtischem „Die Emder finden Projekt „Meine Großeltern und ich“. 39 um ist das kulturelle Gedächtnis Emdens und Ostfrieslands. Aber burtstag im Museum feiern oder in Gruppen eine Nacht im Museum Niveau“ gerecht zu werden, wie Di- hier ihre Geschichte und können ihre Mittendrin im emder leben Ein Stück gelebte Familien- und Stadtgeschichte. es verharrt nicht in fernen Zeiten, sondern verknüpft Geschichte und Kultur mit dem heutigen Leben in der Stadt. Nach dem Umbau vor wenigen Jahren ist es ein moder- nes Museum auf großstädtischem Niveau - ein würdiger Bestandteil des kulturellen Emder Dreiklangs Kunsthalle, Johannes-a-Lasco- „Bernie“, die Moorleiche, wurde mittels Scanner genau untersucht. Bibliothek und Ostfriesisches Landesmuseum. Landesmuseum wo emder ihre geschichte finden verbringen – bei altersgemäßem Mitmachprogramm, zum Beispiel in der interaktiven Rüstkammer. Oder Kinder führen durchs Museum, oder erzählen Kriminalgeschichten aus dem Mittelalter und um die Moorleiche „Bernie“. Mit anderen Worten: Das Ostfriesische Landesmuseum wendet sich an alle Generationen. Geschichte so zu vermitteln, dass selbst Kinder und Jugendliche begeistert folgen und mitmachen und der geneigte Erwachsene sich nicht gähnend abwendet - der museumspädagogischeAnsatz ist unverzichtbar, um dem Anspruch eines „ m o d e r n e n Museums auf rektor Dr. Carsten Jöhnk es ausdrückt. Die populäre Vermittlung der Inhalte gründet natürlich auf wissenschaftlicher Arbeit und Forschung. Das Ostfriesische Landesmuse- um ist das führende kunst- und kulturgeschichtliche Museum Ostfrieslands. Wer Genaues über das Leben in verflossenen Zeiten erfahren möchte, ist hier gut aufgehoben. Das Haus beleuchtet die enge Verbindung zu den Niederlanden. Eine seiner Stärken ist die Vielfalt der Sammlung zur Ur- und Frühgeschichte, Stadt- und Kunstgeschichte. Alleinstellungsmerkmale sind die umfangreiche Rüstkammer, die seit 1576 bis heute von einem Rüstmeister gepflegt wird; die Moorleiche „Bernie“ in der urund frühgeschichtlichen Ausstellung, die besonderen Anklang bei Schulklassen findet; das Ratssilber; und die Gemäldegalerie mit Bildern vor allem niederländischer Maler. Das Museum versteht sich als kulturelles Gedächtsnis Ostfrieslands und Emdens. Vergangenheit erleben“, sagte der stellvertretende Direktor Dr. Wolfgang Jahn. Davon machen viele auch Gebrauch, was sich deutlich widerspiegelt im erstaunlich großen bürgerschaftlichen Engagement. So trägt nicht allein die Stadt Emden das Museum, sondern auch die „Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden“, kurz „Kunst“, ist mit von der Partie. Unter bürgerschaftliches Engagement fällt auch, dass der Museumsladen ehrenamtlich betrieben wird oder dass der Emder Bürger Bernhard Brahms dem Rathaus, in dem das Museum untergebracht ist, ein Glockenspiel gespendet hat. „Concordia res parvae crescunt“ schrieben die Vorfahren ihr Motto an den Rathauseingang, hinter dem sich heute das Museum befindet. „Durch Eintracht wachsen kleine Dinge“ übersetzen die Nachfahren – und stellen fest: Daran ändert sich selbst in Jahrhunderten nichts. Das Museum mit seinen 32 angestellten Mitarbeitern mischt sich mit Wissen und Fundus ein, wenn es um Emden und die Region geht. So sorgt es beim Weihnachtsmarkt dafür, dass Besucher etwas über die maritime Seite des Weihnachtsfestes erfahren können. Es steuert seine Erkenntnisse zum „Maritimen Erbe“ bei oder bereitet den historischen Hintergrund zum Jubiläum des Klinikums auf. Natürlich ist es bei den Emder Museumstagen oder der Museumsnacht mit von der Partie, ebenso fehlt es nicht bei den ostfriesischen Themenjahren. Taufbecken - ein kostbares Stück. Zwei oder drei größere Projekte und fünf, sechs Ausstellungen gehören zum Jahresprogramm. „Es passiert immer etwas“, sagt Direktor Jöhnk. Außenstellen des Museums sind die Pelzerhäuser, Bürgerhäuser im Stil der Renaissance in der Altstadt. Sie sind Ausstellungsstätten für regionale Kunst und Ort für Veranstaltungen. In diesem Jahr zum Beispiel präsentieren sich Schüler des Kooperationspartners Berufsbildende Schulen II mit ihrem Bildung und kultur


Bildung und kultur kulturarbeit heißt: Vielfalt aus „Hello Dolly“ - auch Musicals finden in Emden viele Zuschauer. Kulturbüro sorgt für einige Highlights und für ein breites Programm für jedermann nötig ist. Davon profitiert dann das lichen Veranstaltungskalender für kulturbüro ist Publikum. für alle da 40 Der frühere Präsident der Ostfrie- Die Jugend ist für die klassische Wahl-Abos an, mit denen jeder sein 41 sischen Landschaft, Peter Elster, sagte zweifelnden Kommunalpo- litikern einmal: „Ihr werdet später nicht daran gemessen, wie viele Radwege ihr gebaut habt, sondern was Ihr für die Kul- tur getan habt.“ Dabei hatte er nichts gegen Radwege. Aber Kultur dient der Seele des Menschen. Die Seelen zu erfreuen ist aller Mühe wert. Emden nimmt sie auf sich. Geistiges Kultur verloren. Eine oft gehörte, aber ebenso falsche These. Es ist nur nicht mehr so wie früher, dass Musik und Theater im Bürgertum zum Standard gehören und in der Arbeiterschaft für erstrebenswertgehalten werden. Matthias Klein, Chef des Kulturbüros der Stadt in der Großen Straße, resigniert deshalb nicht, sondern zieht Konsequenzen: Er setzt auf direkte Kommunikation, geht in Schulen, sucht den Kontakt zu Schülern und Studenten, spricht mit Schulleitern, baut Musikschule und Hochschule in seine Arbeit ein. „Junge Leute kommen in klassische Konzerte“, freut er sich. Das Neue Theater will er attraktiver machen. Er bietet neben dem herkömmlichen Voll-Abonnement auch Programm selbst zusammenstellen kann. Den rückläufigen Besuchertrend hat das Kulturbüro gedreht: Elf Prozent mehr Zuschauer im vorigen Jahr, in absoluter Zahl ein Plus von tausend. Das soll nicht das Ende sein. Für die meisten Konzerte und Theateraufführungen ist das Neue Theater mit fast 700 Plätzen zu groß, jedenfalls ist es längst nicht immer ausverkauft. Gut zu Gesicht stehen würde Emden ein Zwischending zwischen dem Neuen Theater und dem VHS- Forum mit 200 Plätzen, meint Klein. Als Betriebsleiter des Kulturbüros weiß er, dass Kulturarbeit ein ewiger Kampf ums Geld und ein neuer Saal unendlich teuer ist. Aber Wünsche kosten erst einmal nichts. „Ziel der Arbeit ist, den Emdern ein Kulturangebot aus einem Guss anzubieten – attraktiv und übersicht- einem guss lich“, sagt Andreas Docter, Stadtbaurat und zuständiges Vorstandsmitglied für den Bereich Kultur. Von Hochkultur bis handgestrickter Kultur, von allgemeiner Bildung bis Wissenschaft, vom Massenspektakel bis intimer Lesung. Matthias Klein ist dabei, die Kulturschaffenden zu vernetzen, damit sie voneinander wissen, miteinander sprechen und sich abstimmen, wenn es Orcherster von Weltruf: Das English Chamber Orchestra. Ein zugkräftiges Kulturprogramm braucht einige wenige Highlights wie einen Chanson- und Operettenabend zum Themenjahr „Emdens maritimes Erbe“ oder Nina Petri im Theater mit „Seine Braut war das Meer“, oder einem Konzert mit dem English Chamber Orchestra oder dem „Freischütz“ als Opernabend mit Wolfsschlucht pur. Genau so wichtig: Alle Kulturanbieter finden ihre Angebote im „KucKucK“ wieder, dem vierteljähr- Kultur, Kurse und Kunst in Emden. Das Kulturbüro und die Volkshochschule arbeiten gemeinsam daran. Neben diesen beiden sind darin zu finden die Angebote des VHS-Filmclubs, der Stadtbücherei, des Stadtarchivs, des Ostfriesischen Landesmuseums, der Nordseehalle, des Neuen Theater, der Musikschule sowie der gesamten freien Szene. Das Kulturbüro, ein sogenannter optimierter Regiebetrieb der Stadt mit eigenem Wirtschaftsplan, ist die Arbeitsgemeinschaft der städtischen und stadtnahen Kultureinrichtungen in Emden. Es ist zuständig für das städtische Kulturprogramm im Neuen Theater und an anderen Spielstätten, für das Veranstaltungsmagazin „KucKucK“, für die Vergabe von Kulturfördermitteln der Stadt an Vereine, Chöre und die „Kunst“, für das Veranstaltungsmanagement der in Emden gastierenden Landesbühne. Auf Wunsch berät und hilft das Kulturbüro den Veranstaltern mit Know-how, aber auch bei der Raumbeschaffung, Werbung, Technik oder Kartenverkauf. Eine wichtige Aufgabe des Kulturbüros ist der Karten(vor)verkauf für Veranstaltungen aller Art. Bildung und kultur


Bildung und kultur im Mai „Klasse! Wir singen“ mit einigen tausend singenden ostfriesischen Schulklassen und insgesamt 25.000 Besuchern. Die Nordseehalle ist auf dem rich- tigen Weg. Emder Gesundheitstag, Helge Schneider, PUR, Internationales Shanty-Festival, Cindy aus Marzahn, Jubilarehrung der IG Metall und von VW – für viele ist etwas dabei. Die Nordseehalle aus der Luft - so ist die bemerkenswerte Architektur gut zu erkennen. für 5500 Besucher, wurden total re- noviert. Im Saal sitzen die Gäste schon seit längerer Zeit auf Polstern statt wie einst auf Holz. Janssen: „Wir arbeiten ständig daran, den Komfort zu verbessern.“ Einen großen Wunsch hat er noch: „Uns fehlt ein Foyer, was viele Besucher beklagen.“ Was nicht ist, wird aber eines Tages real werden: Pläne schlummern im Speicher eines Computers. 42 Die Zeiten von Thomas Die Nordseehalle ist ein gutes na in Aurich, die den einen oder Knapp drei Millionen Euro hat die Noch eins fehlt Emden, aber auch Insgesamt beschäftigt die GmbH 43 Gottschalk oder Joe Cocker in der Nordseehalle sind vorbei. Zu groß, zu auf- wändig, zu teuer. Auch die neue Arena-Konkurrenz in Aurich zwickt. Alles Gründe für das Management, neue Wege zu gehen. Es setzt auf attraktive, aber bezahlbare Highlights, mehr Tagungen, regional geprägte Events – und auf mehr Komfort für die Besucher. Großveranstaltungen nordseehalle geht neue wege Hans-Jürgen Janssen verantwortet die Nordseehalle. Neues Hallenkonzept setzt andere Akzente / Mehr Seminare und Tagungen Stück Emden, für viele Auswärtige ein wichtiger Berührungspunkt mit der Stadt. Sie wandelte sich im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte von einer fast lupenreinen Sporthalle, in der sogar Handball- Länderspiele ausgetragen wurden, zu einer Veranstaltungshalle, in der Thomas Gottschalk viermal mit „Wetten dass..?“ gastierte und in der sich Joe Cocker, Dieter Thomas Heck, Gunther Emmerlich, Volksmusikanten, Kelly Family, Jethro Tull, BAP oder Simply Minds die Klinke in die Hand gaben. Diese Zeiten sind vorbei. Die Stars verlangen horrende Gagen, die sie auch noch abgesichert haben wollen, und Großevents werden immer aufwändiger. Dieser Zug ist für die Nordseehalle abgefahren. Hinzu kommt regionale Konkurrenz mit der Are- anderen Veranstalter anlockt – einfach auch, weil sie neu ist. „Aber der Markt stabilisiert sich wieder“, stellt Hans-Jürgen Janssen fest. Er ist Geschäftsführer der städtischen Nordseehallen GmbH, die auch das Neue Theater betreut. Janssen setzt mit einem neuen Hallenkonzept andere Akzente. Natürlich vermietet er nach wie vor die Halle, die mit 3200 Quadratmetern und 5500 Plätzen immer noch die größte in Ostfriesland ist und den Vorzug bietet, dass kein Pfeiler einem Gast die Sicht auf die Bühne nimmt. Janssen setzt vermehrt auf Eigen- veranstaltungen. Dafür hat er zwei Veranstaltungs-Profis eingestellt. Eigenveranstaltungen sind Hobbybörse, Flohmärkte oder „Emden rockt live“. Ein Spitzenereignis war Nordseehalle in den letzten Jahren investiert. Zum Beispiel in Seminarräume und -technik. Nicht immer sichtbar, aber dringend nötig waren besserer Brandschutz oder neue Elektrik. Die Toiletten, ausgerichtet daran wird gearbeitet: Um größere Tagungen in die Stadt zu holen, mangelt es an Hotelbetten. Das geplante Hotel am Delft könnte den Sprung als Tagungsveranstalter erleichtern. auch ausbildung in der nordseehalle Die Nordseehalle ist auch Ausbildungsbetrieb. Früher arbeiteten dort fast nur berufliche Quereinsteiger. Heute bildet das Unternehmen Veranstaltungs-Kaufleute und Veranstaltungs-Techniker aus. Ein Veranstaltungs-Techniker gehörte voriges Jahr sogar bundesweit zu den Lehrlingen, die bei der Prüfung am besten abgeschnitten hatten. neben den Auszubildenden sieben feste Mitarbeiter. „Klaase. Wir singen!“ in dr Nordseehalle. Bildung und kultur


Kommentar ruck und aufbruch Von Bernhard Fokken * Ein Schutthaufen – mehr war Emden bei Kriegsende nicht. Die Menschen wohnten schon lange nicht mehr in der Stadt, sondern in Notunterkünften oder bei Verwandten im Umland. Entsprechend hastig, der Not gehorchend, ohne große Mittel, bauten die Emder ihre Stadt wieder auf. Das sah man dem Stadtbild lange an. Die Menschen malochten auf den Werften oder sonstwo im Hafen, später kam VW hinzu. Aber sonst? Vieles wirkte trist und traurig, wenig Buntes, die hässlichen Bunker gaben den Rest. Vielleicht waren die Menschen von den jahrelangen Bombenangriffen und der Evakuierung der gesamten Stadt über Jahre traumatisiert. Emden blieb jedenfalls lange eine reine Industriestadt, in die man nicht zum Vergnügen fuhr. Das änderte sich erst ziemlich spät, so in den achtziger Jahren. Müssten Nicht jede Stadt bewältigt industrielle Umbrüche so gut wie Emden. Der Umbau der Pleite-Raffinerie Frisia vor einigen Jahren zu einem florierenden Industriepark dient dafür als spektakuläres Muster. Fast wie ein Wunder mutet es an, wie die große Traditionswerft Nordseewerke sich verabschiedete und über Nacht Platz machte für den Windkraftanlagenbauer Siag. Emden ohne Schiffbau – das stimmt manchen Bürger traurig, aber gleichzeitig froh, dass der Rückzug der Werft ohne große Jobverluste, soziale Unruhen und Depressionen über die Bühne ging. Man hätte es sich durchaus schlimm vorstellen können. Zu verdanken ist der nahtlose Umbruch außer dem historischen Glücksfall der Energiewende auch der Aufbruchstimmung, die Selbstvertrauen und Mut schafft. Jetzt müssen die Emder nur noch den Bau eines neuen Hafens am Rysumer Nacken auf die Reihe bekommen. Kein Pappenstiel. Aber wir 44 wir es an einem Datum festmachen, würden wir uns für den 3. Oktober trauen ihnen diesen Sprung in eine neue Hafendimension zu. Uneinge- 45 1986 entscheiden: Henri Nannen eröffnet mit Richard von Weizsäcker seine Kunsthalle. Über Nacht war Emden mit einem Phänomen in den Schlagzeilen, das bis dahin kein Mensch mit der Stadt in Verbindung gebracht hatte: Malerei der Hochkultur. Emder wurden unterwegs auf ihre Stadt angesprochen, eine ganz neue Erfahrung. Weltoffen war die Stadt durch die Seefahrt immer gewesen, strebsam und tolerant. Aber Nolde war eben nur bis Oldenburg gekommen, wie Henri Nannen feststellte – und schnell änderte. Es schien, als ob sich mit Nannens Rückkehr der Geist der Stadt än- derte. Als ob ein Ruck durch viele Köpfe ging, der Aufbruchstimmung auslöste. Neben der Kunsthalle leuchten heute die Johannes-a-Lasco- Bibliothek, das Ostfriesische Landesmuseum, das Filmfest und das Otto-Hus weit über Ostfriesland hinaus. Doch dieser Aufbruch beschränkt sich nicht auf die Kultur. Der Stadtrat und viele Emder Bürger treffen mutige und weitblickende Entscheidungen. Sie putzen nach und nach die Innenstadt zur modernen, aber heimeligen Wohnstube heraus. Der Hafen erlebt eine neue Blüte. Und Geschichtsschreiber werden später hervorheben, dass Emden der deutschen Energiewende des Frühjahrs 2011 schon 20 Jahre voraus war. Hut ab. schränkt. * Der Autor ist freiberuflicher Journalist und beobachtet über Jahrzehnte das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Geschehen in Ostfriesland.


organisationsmodell für die Stadt emden 105 PerSonalrat rat 114 rPa (Herr Ammermann) StaBSStellen: 101 VerwaltungSVorStand 800 unSelBStStändige einriCHtungen 102 Gleichstellungsbeauftragte (Frau Fekken) Betriebe oBerBürgerMeiSter (Herr Brinkmann) 806 Gebäudemanagement (Herr Baumann) 103 Vorstandsbüro (Herr Mansholt) 836 Rettungsdienst (Herr Wiers) StadtBaurat (Herr Docter) erSter Stadtrat (Herr Lutz) 107 Juristischer Dienst (Herr Schmidt) 841 Kulturbüro (Herr Klein) 845 Ostfriesisches Landesmuseum Emden (Herr Dr. Jöhnk) FaCHBereiCH 600 Jugend, Schule und Sport (Herr Sprengelmeyer) FaCHBereiCH 500 gesundheit und Soziales (Frau Tempel) FaCHBereiCH 400 Öffentliche Sicherheit, Bürgerservice (Herr Ahten) FaCHBereiCH 300 Stadtentwicklung und wirtschaftsförderung (Herr Kinzel) FaCHBereiCH 200 interne dienste (Koordinator: Herr Discus) 640 FD Schule und Sport (Herr Buß) 550.0 FD Service/Sozialverwaltung (Frau Knochenhauer) 210 FD Verwaltungsdienste (Herr Willms) 877 Baubetrieb (Betriebsleiter: Herr Andersson, Kaufmännischer Leiter: Herr Rogga) 431 FD Veterinärwesen, Verbrau-cherschutz und Gewerberecht (Herr Dr. Kleiminger) 361 FD Stadtplanung (Herr Kolk) 881 Gebäudereinigung (Herr Wübbena) 651.1 FD Jugendhilfe (Herr Lücht) 550.2 FD Wohnen (Herr Kromminga) 211 FD Personal (Herr Discus) 362 FD Umwelt (Herr Fresemann) 882 Nordseehalle (Herr H.-J. Janssen) 651.2 FD Sozialer Dienst (Herr Frein) 550.4 FD Sozialhilfe (Frau Szag) 432 FD Öffentliche Sicherheit und Straßenverkehr (Herr Grendel) 363 FD Bauaufsicht (Herr Wahala) 212 FD Informations- und Kommunikationstechnik (Herr Grabowski) eigenbetriebe 651.3 FD Jugendförderung (Herr Philipps) 553 FD Gesundheit (Herr Dr. Decker) 220 FD Finanzen und Abgaben (Frau Stomberg) 651.4 FD Kinder und Familien (Herr Ubben) Gemeinsame Einrichtung - Jobcenter Emden 433 FD Bürgerbüro (Herr Lomscher) - komm. FD-Leiter - 380 FD Wirtschaftsförderung und Liegenschaften (Herr B. van Ellen) 434 FD Standesamt (Herr Wilhaus) 221 FD Stadtkasse (Herr Wegbünder) 870 Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) (Werksleiter: Herr Andersson, Kaufmännischer Leiter: Herr Rogga) 437 FD Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz (Herr Lenz) Beteiligungen der Stadt emden an unternehmen in einer rechtsform des privaten rechts einschließlich mittelbare Beteiligungen Flugplatz emden gmbH 100% Stadtwerke emden gmbH rettungsdienst drk/ Stadt emden gbr 100% emder gründerinnen Zentrum gmbH keS klinikum emden Servicegesellschaft mbH Hans-Susemihl-krankenhaus emden ggmbH wirtschaftsbetriebe 94,9% 100% emden gmbH 5,1% Zukunft emden gmbH 99,98% 100% 100% Chemisches untersuchungs- amt emden gmbH Stadtentwicklung emden, kadör 100% 100% 25,1% 100% MVZ klinikum emden ggmbH 100% gewoBa mbH 3,9% 100% 21,52% 33,33% 100% gVZ-emsland gmbH ostfriesische Beschäftigungs- und wohnstätten gmbH 14,29% 16% aaFög mbH emder Marketing- und tourismus gmbH ostfriesland tourismus gmbH iwag mbH Verkehrsregionnahverkehr ems-Jade gbr abfallwirtschaftsgesellschaft mbH


Bildnachweis Karlheinz Krämer Seite 1, 3, 4, 5, 8 (2x), 9 (2x), 10 (2x), 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 (2x), 19 (2x), 21 (2x), 22, 24 (2x), 25, 26 (2x), 28, 29, 30 (2x), 33 (2x), 34, 36 (2x), 38 (3x), 39 (2x), 40, 42, 43 (2x) REDLINE Seite 23, 24, 25, 27, 32, 34, 37, 39, 41 de.fotolia.com Seite 2 (Sven Hoppe), 13 (Stefan Müller), 15 (LianeM), 16 (JLindsay), 17 (Ansgar Meise), 20 (Boris Roz), 27 (Sergej Toporkov), 29 (Marc Dietrich), 31 (GordonGrand), 33 (Yantra), 34 (Eisenhans), 35 (flashpics), 35 (Dron), 42 (Luminis) Stadt Emden (Pressestelle) Seite 8, 12, 37, 41 Emden Marketing und Tourismus GmbH Seite 8 VOLKSWAGEN AG Seite 20 Olaf Neumann Seite 34 Landesbühne Niedersachsen Nord Seite 40 Clive Barda Seite 41 Bernhard Fokken Seite 44 Tabellen, Grafiken und Diagramme auf Seite 6 und 7 und in der Anlage: REDLINE design & illustration, Emden


STaDT EmDEn Frickensteinplatz 2 26721 Emden Telefon 0 49 21 87 - 0 Telefax 0 49 21 87 - 15 87 www.emden.de stadt@emden.de ...Lebensgrundlage leere Klassen kann man nicht von a nach B schieben

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