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Leiter destechnischen TeilesDr.-Ing. E .S c h r ö d t e r ,Geschäftsführer desVereins deutscher Eisen-hQttenleute.Kommissionsverlagvon A. Bagel-Düsseldorf.STAHL U l EISENZEITSCHRIFTLeiter deswirtschaftlichen TeilesGeneralsekretärDr. W. B e u tn e r,Geschäftsführer derNordwestlichen Gruppedes Vereins deutscherEisen- und Stahl-industrieller.FÜR DAS D EUTSCH E EISENHÜTTENW ESEN.Nr. 7. 13. Februar 1907. 27. Jahrgang.Geheimer Kommerzienrat Hugo BuderusA m 25. Januar 1907 starb zu Hirzenhain inOherhessen H err Geheimer Kommerzienrat HugoBudqrus, lebenslängliches Mitglied der erstenKammer der Stände im Großherzogtum Hessen.Hugo Richard Otto Em st Buderus waram 9. März 1841 in Hirzenhain als Sohn desBergrates Georg Buderus geboren. Seine Kindheitverlebte er in dem waldumschlosseuenHirzenhaininmitten einer zahlreichenGeschwisterschar. E r besuchtedas Gymnasium inDarmstadt und hierauf dieUniversität Gießen. NachVollendung seiner Studienauf der genannten Hochschulewar er in verschiedenenkaufmännischen Betriebentätig und tra t dannin das väterliche GeschäftJ. W. Buderus Söhne ein,das damals neben großemGrubenbesitze hauptsächlichdie Hirzenhainer H ätte unddie Main - W eser - H ütte beiLollar umfaßte.Nach dem Tode des V aterswurde das Geschäft von ihmund seinem älteren BruderGeorg unter der Firm aGebrüder Buderus w eitergeführt, bis die W erke der Familie zu Hirzenhain,Lollar, Sophienhütte hei W etzlar, M argarethenbüttebei Gießen, Georgshütte bei Burgsolmsunter der Firm a „Buderussche Eisenwerke“ ineine Aktiengesellschaft umgewandelt wurden.Hugo Buderus w ar Mitglied des Kreistagesdes Kreises Büdingen seit dessen Bestehen (1875),längere Zeit auch Mitglied des Kreisausschussessowie des Provinzialtages der Provinz Oberhessen.Dem Reichstage gehörte er währendzweier Legislaturperioden von 1884 bis 1890(Septennat) als nationalliberaler V ertreter desR . I P .hessischen W ahlkreises G ießen-Büdingen-Niddaan. Durch das V ertrauen seines Landesherrnwurde er im Jahre 1880 als lebenslänglichesMitglied in die erste hessische Ständekainmer berufenund später durch Verleihung des KomthurkreuzesII. Klasse des Verdienstordens Philippsdes Großmütigen ausgezeichnet.E r war im Jahre 1869M itbegründer des Vereinsdeutscher Eisengießereien,gehörte dem Ausschuß seitdiesem Jahre an und w arVorsitzender des Vereinsvon 1890 bis 1904. ImJahre 1904 ernannte ihn die36. G eneral-Versam m lungzum Ehrenuiitgliede des Vereins.Auch in der Zementindustriewar der Heimgegangenetätig und Mitbegründerder PortlandzemontfabrikK arlstadt amMain vormals Ludwig Roth,A.-G. 13 i diesem U nternehmenführte er bis zuseinem Tode den Vorsitzim Aufsichtsrate.Mit weitschauendem Blickund nie versagendem Eiferhat der nunmehr Verstorbeneseine reichen Erfahrungenin die Dienste der ihm nahestehenden U nternehmungenund Vereinigungen gestellt. Allezeitschlug in ihm, der sieh durch eine gewinnendeLiebenswürdigkeit im persönlichen Verkehr auszeiclmete,ein warmes Herz für seine Mitmenschen,insbesondere für seine A rbeiter. Im engeren heimatlichenKreise und im großen öffentlichen W irkenist seine T ätigkeit stets segensreich gewesen.Alle, die ihn gekannt haben, die seine unermüdliche,sich auch im A lter keine Ruhe gönnendeA rbeitskraft geschaut haben, werden dem Verblichenenjederzeit ein treues Andenken bewahren.Y I I .,1 1


222 Stahl und Eisen. Schwierigkeiten im Betriebe der Gasmaschinen und ihre Beseitigung. 27. Jahrg. Nr. 7.Schwierigkeiten im Betriebe der Gasmaschinen und ihre Beseitigung.*Von Oberingenieur Fritz Selige in Differdingen.( N a c h d r u c k v e rb o te n .)1 ^ 1 eine H erre n ! Als ich seinerzeit von demVorsitzenden unseres Zweigvereins, HerrnG eneraldirektor-M eier^ aufgefordert wurde, hierüber Großgasmotoren zu sprechen, sagte ich mir,dieses Thema ist in den letzten Jahren sowohl inV ortragen als auch in Fachzeitschriften so oft undso gründlich behandelt worden, daß kaum etwasNeues darüber zu sagen übrig bleiben dürfte.Es wurden in diesen V orträgen die verschiedenenGasmaschinensysteme in all ihren Einzelheitenausführlich besprochen; es sind K entabilitätsberechnungenaufgestellt worden, welche uns diew irtschaftliche Bedeutung der Gichtgasmotorenin klarster W eise vor Augen führten, es wurdenferner die verschiedenen W ege gezeigt fiir dieErreichung einer vollkommenen Gasreinigung;kurzum alle Fragen, welche mit dem GroßgasmotorenbetriebZusammenhängen, sind bereitsfrüher zur Sprache gekommen. Ich beabsichtigeauch nicht, Hinen die Vor- und Nachteile derverschiedenen Gasmotorensysteme im Einzelnenvorzuführen, denn für den Betriebsleiter wird immerdiejenige Maschine am vorteilhaftesten arbeiten,welche die wenigsten Betriebsstörungen aufzuweisenhat; ob dabei der Gasverbrauch fürdie Pferdekraftstunde vielleicht etwas größerist, als bei den Maschinen nach anderen Systemen,kommt m. E. erst in zw eiter Reihe in B etracht.Bei den Rentabilitätsberechnungen, welche jasowieso für jedes H üttenwerk, jo nach dessengeographischer Lage, besonders aufgestellt werdenmüssen, ist jedenfalls ein nicht, zu kleiner Sicherheitskoeffizientfür Betriebsstörungen bezw. Reparaturkosteneinzusetzen.Ich bin also nicht in der Lage, Ihnen überalle diese Punkte etwas Neues zu sagen, sondernich will mich darauf beschränken, über dieSchwierigkeiten zu sprechen, welche sich imGasmotorenbetrieb im Laufe der letzten Jahregezeigt haben und in welcher W eise dieselbenbehoben wurden. Bei dieser Gelegenheit möchteich nicht verfehlen, allen denjenigen Herren,welche so liebenswürdig waren, mich durchMitteilungen über ihre Erfahrungen an Gasmaschinensowie Uebersendung von Skizzen zuunterstützen, meinen verbindlichsten Dank auszusprechen.Diese Schwierigkeiten sind, sovielmir bekannt ist, wohl auf keinem der H üttenwerkeausgeblieben, welche vor etwa 10 Jahrenbahnbrechend vorgingen und mit der Aufstellungder ersten Gasmaschinen den Anfang machten.Aber nicht nur die H üttenwerke, welche die* V o rtrag , gehalten auf der Hauptversam m lungder Südw estdeutsch-Luxem burgischen Eisenhütte am13. Januar 1907 zu Metz.vielen Unbequemlichkeiten mit in den Kaufnehmen mußten, sondern auch die Großgasmaschinen-Fabrikanten, die außer den Differenzenmit der Kundschaft auch noch pekuniärzu leiden hatten, haben in dieser Zeit den Mutnicht sinken lassen und sind, überzeugt von derW ichtigkeit dieser F rage, unentwegt vorangeschritten.— Die Anstände bei der Gasmaschinesind bedingt einmal dadurch, daß dieselbe imGegensatz zu allen anderen Kraftmaschinen sichihr K raftm ittel erst erzeugen, d. h. L uft undGas ansaugeu, komprimieren und zünden muß;zweitens, daß infolge der hohen Verbrennungstemperaturen und der zur W irtschaftlichkeit benötigtenhohen Drücke V erhältnisse geschaffenwerden, die den Betrieb fast unmöglich erscheinenlassen.Vergleicht man, daß bei den Dampfmaschinenmit höchster Ueberhitzung 350° nicht überschrittenwerden dürfen und sich da schongroße Schwierigkeiten zeigen; berücksichtigtman ferner, daß die Festigkeit aller Materialienbei etwa 500° praktisch gleich Null wird, soerscheinen die in den Gasmaschinen auftretendenTem peraturen bis zu 1800° für außerordentlichbedenklich. Durchführbar ist der Betrieb ebennur mit Hilfe einer intensiven Kühlung an alldenjenigen Stellen, welche mit dieser hohenTem peratur in Berührung kommen. W o dieseKühlung durch Gußanhäufung, infolge vonSchlammabsonderung oder durch Ausbleiben desKühlwassers fortfällt, muß ein Reißen oderBrechen die Folge sein.Der enorme Aufschwung, den der Großgasmotorenbauinzwischen genommen hat, beweistuns, daß man nun doch endlich erreicht hat,brauchbare, d. h. ziemlich betriebssichere undbillig arbeitende Maschinen zu bauen. Damitsoll aber nicht gesagt sein, daß man nunmehraller Sorgen enthoben und vor allen Störungenim Gasmaschinenbetrieb sicher w äre. Im Gegenteil,es zeigen sich bei den neueren und neuestenMaschinen noch Mängel, die nach und nach beseitigtwerden müssen, die sich aber m. E. auchleicht beseitigen lassen können. Unrecht wärees, wollte man die bisher zu verzeichnendenMißerfolge alle auf das Konto der Konstrukteuresetzen. Man w ar sich doch bald nach Inbetriebsetzungder ersten Maschinen darüber im klaren,welches Unheil schlecht gereinigtes Gas undschmutziges Kühlwasser in den Gasmaschinenanrichten können und man hat auch inzwischenMittel und W ege gefunden, diese Uebelständezu beseitigen. Es würde zu weit führen, wenn ichbei den Ende der 9 0 er Jahre in Hörde, auf der


13. Februar 1907. Schwierigkeiten im Betriebe der Gasmaschinen und ihre Beseitigung. Stahl und Eisen. 223Friedenshütte in Oberschlesien, bei Cockerillin Seraing usw. aufgestellten ersten Gasmaschinenanfangen und ihnen all die kleinen und großenStörungen anführen wollte, welche im Betriebevorkameu, ich will mich vielmehr auf die Besprechungderjenigen Teile der Gasmaschinenbeschränken, welche von jeher sowohl den Konstrukteurenals auch den Betriebsleitern diegrößten Schwierigkeiten bereitet haben, das sindvor allen Dingen der Ventil- bezw. Z y ­linderkopf bei den älteren, einfachwirkendenViertaktmotoren und den ZweitaktmaschinenSystem K örting einerseits und der Zylinderbei den doppeltwirkenden Vieriaktmaschinenanderseits.Bei den älteren, einfachwirkenden V iertaktmaschinensind die Ursachen in dem Umstandzu suchen, daß sowohl die Einlaß- wie auchAuslaßventile in den Zylinderköpfen untergebrachtwurden, wodurch ein kompliziertes,unsymmetrisches Gußstück entstand. Die Temperaturunterschiedezwischen den kühlen Eintritts-und den heißen A ustrittsgasen gabenleicht Veranlassung zum Bruch. Daß natürlichnicht nur die Konstruktion, sondern auch dieGußspannungen und die Güte des verwendetenMateriales eine große Rolle bei der H altbarkeitder Zylinderköpfe spielen, wird dadurch bewiesen,daß an den alten Cockerillmascliinen einigeKöpfe jahrelang gehalten haben, während andereschon nach einigen Monaten, sogar nach nochkürzerer Betriebsdauer Risse aufwiesen. Manhat versucht, derartige Risse abzubohren unddurch eingeschraubte Kupferstifte abzudichten,und mir sind Fälle bekannt, wo derartig reparierteZylinderköpfe noch jahrelang gehaltenhaben, ohne w eiter zu reißen.Bei den Zweitaktinascliinen, System Körting,haben die Ventilköpfe ebenfalls nicht gehalten,und zwar trä g t auch hier die durch die unsymmetrischeForm der Köpfe bedingte ungleichmäßigeM aterialverteilung zum Teil die Schuld,indem unberechenbare Gußspannungen auftreten.Es sind hier hauptsächlich diejenigen Motoren,welche für W alzwerksantriebe benutzt werden,die ein häufigeres Reißen der Zylinderköpfe aufweisen.Diese Erscheinung dürfte eine E r­klärung darin finden, daß diese Maschinen,welche mit sehr wechselnden W iderständen a r­beiten müssen, in der Regel zu klein gewähltwurden und deshalb häufig überlastet werden.Mit diesen ständig schwankenden Belastungenändern sich naturgemäß sowohl die Tem peraturenim Zylinder als auch die Beanspruchungen desMateriales. W eiter wirken die ungünstigen Abkiihlungsverhältnissobei Stillständen schädlichauf die H altbarkeit der Köpfe ein, denn es isteine Tatsache, daß bei den Gebiäsemaschinendieses System s, welche (vorausgesetzt, daßsonstige Störungen nicht Vorkommen) fortwährenddurchlaufen, die Lebensdauer der Köpfesich wesentlich günstiger gestaltet. Auf Anratendes Lieferanten unseres Körtingmotorszum Antrieb der D rahtstraße haben wir dieZylinderköpfe mit einer Dampfheizung versehen,mit welcher bei Stillständen die Tem peratur desKühlwassers erhöht wird, und hat sich dieseMaßregel als zweckmäßig erwiesen. W ir habenVersuche mit Ventilköpfen in Stahlguß angestellt,jedoch haben dieselben in Bezug aufH altbarkeit schlechtere Resultate ergeben alsdie gußeisernen Köpfe. Aber auch bei den Zylindernder doppeltwirkenden Viertaktmaschinensind, trotzdem dieselben eine konstruktiv einfache,verhältnism äßig symmetrische Form haben,die Risse nicht ausgeblieben. Es ist gewißlobend anzuerkennen, daß die K onstrukteure inder verhältnism äßig kurzen Zeit der Entwicklungdes Gasmotorenbaues sich die denkbargrößte Mühe gegeben haben, brauchbare, d. h.absolut zuverlässige Ventilköpfe und Gaszylinderherzustellen, aber ich glaube, daß keiner derLieferanten schon heute mit gutem Gewissenvolle Garantie für die H altbarkeit dieser Stückeübernehmen kann. Auch bei den Zylindern derdoppeltwirkenden Viertaktmaschine spielt außerder zweckmäßigen Konstruktion die richtigeDimensionierung und vor allen Dingen die W ahldes geeigneten M ateriales eine Hauptrolle.F ü r die Berechnung der Zylinder ist es sehrschwierig, eine genaue Bewertung derjenigenK räfte anzunehmen, welche sich ergeben, einmalaus den von vornherein im Zylinder befindlichenGußspannungen und zweitens aus den durch die Ausdehnungverursachten Spannungen. Kommen nunzu diesen Beanspruchungen noch Zusatzspannungendurch einseitiges übermäßiges Anziehender Zylinderdeckel und liegen außerdem nochgießereitechnische Fehler vor, wie Versetzender Kerne beim Gießen, Lunkerstellen usw., sohört natürlich jede Berechnung auf, und estreten dann oft durch die geringfügigsten U r­sachen Zylinderbrüche ein.Um die Entwicklung der Zylinderkonstruktioneines doppeltwirkenden V iertaktm otors zu erläutern,muß ich mich einiger Skizzen bedienen.Bei Abbildung 1 ist zu bemerken der geringeAbstand zwischen dem eigentlichen A rbeitszylinderund dem K ühlm antel; sind diese beidenZylinder, wie es hier der Fall ist, noch durchRippen verbunden, so treten derartig starkeBiegungsbeanspruchungen auf, daß hierdurchschon die H altbarkeit des Zylinders gefährdetwird. Durch den geringen Abstand und diesogenannten Versteifungsrippen wird außerdemdie Reinigung des Kühlraumes außerordentlicherschwert, und es äst zu befürchten, daß beia Schlammabsonderungen erfolgen, welche eineintensive Kühlung verhindern. An diesem Zylindersind w eiter zu bemängeln die scharfen


824 Stahl und Eisen. Schwierigkeiten im Betriebe der Gasmaschinen und ihre Beseitigung. 27. Jahrg. Nr. 7.Zylinder zu zusammengezogen hat und zwareinmal, um kürzere Zylinder zu erhalten, dannaber deshalb, weil man befürchtete, daß einTeller des Einlaßventils von der Spindel abreißenund in den Zylinder fallen könnte unddadurch ein Kolben- oder Zylinderdeckelbruch,wenn nicht noch größere Zerstörungen, erfolgenkönnten. Der erstere Grund kann deshalb nichtausschlaggebend sein, weil es bei einer Maschinevon etwa 27 m Gesamtlänge doch nicht daraufankommt, ob dieselbe um etw a 500 mm längeroder kürzer ist. Die zweite Befürchtung kannich ebenfalls nicht teilen, denn es ist dochnicht gleichgültig, ob ich wie bei den ZweitaktmotorenSystem K örting mit hoher Tourenzahlein durch Nocken gesteuertes Ventil habe, welchesin der Minute bis zu 120 mal gegen den Sitzgeschlagen wird, oder wie bei den doppeltwirkendenV iertaktm otoren ein durch Exzentersozusagen zwangläuflg gesteuertes Ventil, welchesKanten bei b, welche in der Regel den Anfangder Risse bilden. Die Skizze zeigt ferner dendurchbrochenen Kühlmantel, durch welche Konstruktioneinmal die bei einem geschlossenenZylinder eher auftretenden Gußspannungen v ermieden,anderseits eine bequeme Reinigung ermöglichtwerden sollte. Das erstere wird zutreffen,dagegen hat das letztere kaum einenpraktischen W ert, denn die Demontage diesesZwischenstückes ist nicht so einfach, wie es imersten Augenblick erscheint, jedenfalls aber vielzu zeitraubend. Der wichtigste Vorteil dieserKonstruktion liegt vielleicht darin, daß es möglichist, aus dem Gußstück den Kern vollständigzu beseitigen. Auffallend ist ferner der großeDurchmesser der Ventilstutzen, wodurch sich eineaußergewöhnlich große Länge der Zylinder ergibt.Die Konstruktion Abbildung 2 weicht vonder nach Abbildung 1 insofern ab, als hiererstens die Rippen zwischen Kühlmantel undZylinder weggelassen sind, und zweitens dieEcken bei b abgerundet wurden. Der geringeSpielraum zwischen Kühlmantel und Zylinderwurde jedoch auch hier noch beibehalten.Bei der Konstruktion Abbildung 3 erscheinenwieder die Versteifungsrippen, dagegenhat man die Entfernung zwischen Kühlmantelund Zylinder etwas größer gew ählt als bei denvorhergehenden Konstruktionen. Die Skizze zeigtferner, daß man die V entilstutzen nach dembei gleicher Tourenzahl der Maschine nur dieH älfte der Ventilhübe ausführt. Im erstcrenFall kann das Abreißen der V entilteller leichtVorkommen, während mir bei den doppeltwirkendenViertaktmaschinen kein derartigerF all bekannt ist. Diese Konstruktion zeigtbei b eine außergewöhnlich starke M aterialanhäufung,wodurch eine gleichmäßige Kühlungan der betreffenden Stelle ausgeschlossen ist.Es zeigten sich deshalb auch nach kurzer BetriebsdauerRisse, welche durch Abbohren desschädlichen Materials (siehe Abbild. 3 bei bj)entfernt wurden.Abbildung 4 zeigt ebenfalls den eingezogenenVentilstutzen, jedoch ist die Entfernung vonKühlmantel bis Zylinder etwa 4 mal so großgewählt wie bei den Zylindern nach Abbild. 1und 2, außerdem sind alle Längsrippen innerhalbdes Kühlraumes weggelassen.Die Ausführung nach Abbildung 5 unterscheidetsich von derjenigen nach Abbildung 4in der eigentlichen Zylinderkonstruktion wenig,dagegen sind hier besondere Verstärkungen vorgesehen,welche für die H altbarkeit der Zylindervon großem Einfluß sind. Die gefährlichstenStellen, das ist direkt am V eutilstutzen, sind


226 Stahl und Eisen. Schwierigkeiten im Betriebe der Gasmaschinen und ihre Beseitigung. 27. Jahrg . Nr. 7.welchem Falle es dann natürlich seinen Zweckverfehlt und der Verschleiß des Zylinders beschleunigtwird. Es ist der Vorschlag gemachtworden, die Schmierung des Kolbenlaufes durchden Kolben hindurch zu bewerkstelligen, um dieOelzuführungsstelleu nicht, mit den heißen Gasenin Berührung zu bringen, jedoch ist mir nichtbekannt, ob dieser Versuch bereits praktischdurchgeführt wurde. Ein weiteres Mittel, den Verschleißder Zylinder zu reduzieren, bestehtdarin, daß man die Kolben möglichst leicht hält,die Kolbenstangen entsprechend stark ausführtund dieselben so konstruiert, daß sie in belastetem,d.h. betriebsfertigem Zustand wenigstensannähernd horizontal liegen. Die Kolben müssendann sozusagen im Zylinder schweben und dürfennicht tragen, so daß nur die Kolbenringe gegenAbbildung 6 .die Zylinderwand abdichten. Um die Kolben indie genaue Höhenlage zu bringen und bei Verschleißder Kreuzkopfführungen in der richtigenLage zu halten, ist es unbedingt nötig, daß dieKreuzköpfe in der Horizontalebene geteilt undnachstellbar eingerichtet sind. (Siehe Abbild. 6.)Aehnliches wie das über die Zylinder vorherGesagte gilt in gleicher W eise auch vonallen übrigen mit diesen hohen Drücken undTem peraturen in Berührung kommenden Teilen,wie Zylinderdeckel, Stopfbüchsen, Ventilen nebstihren Gehäusen und den Kolbenstangen mit Kolben.Speziell bei den letzteren sind noch häufig Störungenvorgekommen, die teilweise auf verkehrteKonstruktion, nicht richtig gewähltes Material,zu hohe Beanspruchung und nicht spannungsfreienGuß zurückzuführen sind. Um den Gußdes Kolbens spannungsfrei zu machen, ist esem pfehlenswert, die auf der Stange sitzendeNabe durchzustechen und dann den dadurch entstehendenSpalt durch einen eingelegten Ringwieder zu verschließen. Durchgehende Rippensind bei dem Kolben unter allen Umständen zuvermeiden. Es scheint sich zu bewähren, dieRippen in dem Kolben überhaupt wegzulassenund dieselben nur durch kräftige Stehbolzcn zuersetzen. G uter Stahlguß wird für Kolben inbezug auf Festigkeit wohl auch genügen, jedochmuß dabei ein Auflaufen des Kolbens absolutvermieden werden. Eine A usfütterung der Kolbenlaufflächemit W eißmetall hat sich bei den Zweitaktmotoren vorzüglich bewährt.Die Skizzen Abb. 7 und 8 zeigen, wie manz. B. die Kolben an den Zweitaktmotoren SystemK örting früher ausgeführt hat, und aus Abb. 9ist zu ersehen, wie man dieselben in neuererZeit herstellt bezw. auf der Kolbenstange befestigt.Bei den älteren Konstruktionen waren dieKolben nur einseitig auf der Stange befestigtund konnten sich infolgedessen ungehindert ausdehnen,dagegen brachten in dem einen Fallder Kolbendeckel, im anderen Fall die Stopfbüchse,welche den A ustritt des Kühlwassersaus dem Kolben verhindern sollte, doch mancheUnbequemlichkeiten mit 'sich. Die Ursache fürdie Kolbenbrüche dürfte hier in der Massenwirkungdes im Kolben befindlichen Kühlwasserszu suchen sein, und man hat deshalb, wie Abb. 9zeigt, von vornherein Druckspannungen imKolben erzeugt und somit dem fortwährendenWechsel zwischen Zug- und Druckspannungenvorgebeugt.Eine große technische Schwierigkeit bietendie in den Gasmaschinen auftretenden hohenD rücke, welche aber für den geringen Gasverbrauchunbedingt erforderlich sind. Manarbeitet normalerweise heute mit 20 bis 25 Atm.Dieser hohe Druck muß gewisse Schwierigkeitenin der Abdichtung usw. zur Folge haben. Diewesentlichste ist dabei die Stopfbüchsenfrage.Die Schwierigkeit ist- sofort einleuchtend, wennman bedenkt, daß eine Kolbenstange sozusagenreibungslos, d. h. ohne Abnutzung aus einemRaum in den anderen treten soll, wo 25 bezw.0 Atm. Druck herrschen, ohne auch nur die geringsteUndichtigkeit zu zeigen. Eine ganzeinwandfreie Lösung dieser Aufgabe dürfte heutenoch nicht existieren. Hauptbedingung äst einerunde und glatte Kolbenstange, was man auch beiDampfmaschinen von jeher berücksichtigen mußte.Entsprechend lange Stopfbüchsen, wobei dafür zusorgen ist, daß die einzelnen Ringe beweglich sindund keine Teilfuge haben, haben sich gut bewährt.Im allgemeinen ist zu bemerken, daß trotzder hohen Tem peraturen die W ärmeausdehnungsverhältnissebei den Gasmaschinen infolge derintensiven Kühlung viel günstiger liegen, alsbei den Dampfmaschinen, besonders bei denen,welche mit hoher Spannung und Ueberhitzungarbeiten. So z. B. braucht man zum Anwärmeneiner mehrtausendpferdigen Dampfmaschine immermehrere Stunden und muß außerdem noch einelängere Zeit haben vom Anlassen bis zur vollenBelastung, während man eine große Gasmaschinein wenigen Minuten vom Stillstand bis zur Voll­


13. Februar 1907. Schwierigkeiten t'm Betriebe der Gasmaschinen und ihre Beseitigung. Stahl und Eisen. 227belastung bringen kann, ohne dadurch irgendwelcheSchäden für die Maschine befürchten zumüssen. Daß dies richtig ist und die Gasmaschineim Gegensatz zur Dampfmaschine nurhandwarm wird, geht aus folgenden Zahlen herv o r:Der Längenunterschied zwischen einer kalten undwarmen Dampfmaschine vonetwa 20 m Länge betrug etwa15 mm und der der zugehörigenKolbenstange etwa 17 mm, dagegenbeträgt die Längsausdehnungeiner gleich langen Gasmaschinenur 2 bezw. 3 mm.Auf die Außenteile der Gasmaschinen,also die Triebw erksteile,Steuerung usw., möchteich nicht weiter eingehen, dadieselben in den meisten Fällenden Ansprüchen genügen undbei sachgemäßer Konstruktionund Ausführung genau so zuverlässigsind, wie bei großenDampfmaschinen. Auf ein Konstruktionsdetailmöchte ichjedoch bei dieser Gelegenheitnoch besonders aufmerksammachen, welches sowohl vonden Gasmaschinen- als auchvon den Dampfmaschinen-Konstrukteurennicht genügendbeachtet w ird; infolgedessenwurde hierdurch schon mancherMaschinenbruch hervorgerufen,das ist die Eindrehung vonDehnungsringen zwischen Gewindeund Schaft an allen denjenigenTeilen, welche fortwährendwechselnde,stoßartigauftretende Belastungenauszuhalten haben.Hierfür kommen in erster Reihein Betracht die Schrauben derPleuelstangenköpfe, Kolben-,Schieber- und Exzentcrstangenund natürlich auch die in Abbildung5 angegebenen Zylinderverankerungsschrauben.Abbild. 10 zeigt eine Pleuelstangenkopfschraube, wie sienoch heute häufig ausgeführtwird, während bei der Schraube nach Abbildung11 die genannte Eindrehung vorgenommenist. Die W iderstandsfähigkeit der nachgedrehtenSchraube wird trotz der verminderten M aterialmengebei gleichem Schaft- und Gewindedurchmesserbedeutend größer sein, als bei einer nachAbbildung 10 ausgeführten Schraube.D er g rößte T eil der B eanstandungen bei denGasmotoren ist aber jed en fa lls durch nicht richtigeD im ensionierung, d. h. durch die verk eh rteW ahl des Zylindervolumens entstanden, indemdie angegebene zur tatsächlichen Leistungfast immer zu groß war. Die Erfahrung hat gelehrt,daß man den mittleren Druck in den Gaszylindernje nach B auart der Maschine und Beschaffenheitder Gase nicht über 4,5 bis 5 kgAbbildung 7.Abbildung 9.für maximale Dauerleistung annehmen soll. Bei derDampfmaschine ist es üblich, von normaler undmaximaler Leistung zu sprechen, d. h. die normaleist diejenige des günstigsten Dampfverbrauches unddie maximale ist diejenige, welche die Dampfmaschinebei guter Dampfverteilung noch anstandslosdurchzieht. Ganz anders liegt der Fall aber beiden Gasmaschinen, wo der günstigste Gasverbrauchbei der maximalen Dauerleistung eintritt, darumist hier der Begriff maximale Dauerleistung ein­


228 Stahl und Eisen. Schwierigkeiten im Betriebe der Gasmaschinen und ihre Beseitigung. 27. Jahrg. Nr. 7.geführt, (1. h. diejenige Leistung, welche dieMaschine wochenlang ununterbrochen durchziehensoll, dabei aber nicht überlastungsfähig ist.W ill man also Gasmaschinen zum Antrieb vonW alzenstraßen, wo in der Regel die auftretendenK räfte vorher nicht genau bekannt sind, anwenden,so muß man in der W ahl der Größenatürlich doppelt vorsichtig sein. Gerade beimKauf von Gasmaschinen ist es deshalb wichtig,nicht nur die angegebene Leistung und denP reis zu vergleichen, sondern sich die offeriertenMaschinen vor allen Dingen in ihren Dimensionensehr genau anzusehen.Eine weitere Betriebsschwierigkeit, anscheinendnebensächlicher N atur, besteht darin, daßes bei den Gasmaschinen häufig an schnellenErkennungszeichen fehlt, worin der Grund derStörung zu suchen ist. Bei den Dampfmaschinen(besonders Gebläse- und W alzenzugmaschinen)kann der Maschinist den Dampfdruck, die Ueber-Abbildung 10.Abbildung 11.illH - 'hitzung, das Vakuum, die Receiverspannung, denW inddruck usw. vom Führerstand aus direktbeobachten, es ist deshalb auch bei Gasmaschinenvon großer W ichtigkeit, an einer Zentralstelleder Maschine die erforderlichen Druckmesser fürGas, W ind, Druckluft, Kühlwasser, Oel, sowiedie sonstigen Apparate, wie Thermometer fürGas, Kühlwasser usw. übersichtlich anzuordnen.So unbedeutend im ersten Augenblick dieZündapparate der Gasmaschinen erscheinen, sogehören dieselben doch mit zu den wichtigstenBestandteilen und muß hier auf eine solide, zuverlässigeKonstruktion besonders geachtet werden.W ie wichtig die F rage der Großgasmotorenfür die Eisenhüttenwerke ist, möchte ich durchein Beispiel bei meiner Gesellschaft kurz bestätigen.Im November 1905 betrug der V erbrauchan Kesselkohlen etwa 5300 t bei einerRoheisenproduktion von etwa 21 400 t, welchesQuantum im Stahlwerk Verblasen und in denverschiedenen W alzwerken w eiterverarbeitetwurde und zw ar zu etwa 70 bis 80 °/o zu F ertigwareund Halbzeug und etwa 20 °/o zu vorgeblocktemM aterial. Nach Fertigstellung unsererneuen G aszentrale ging der Kohlenverbrauchvon Monat zu Monat mehr herunter und wirsind heute auf einen Kohlenverbrauch von etwa500 t im Monat gekommen bei einer Roheisenproduktionvon etwa 30 000 t , welche Mengeebenfalls im Stahl- und W alzw erk weiterverarbeitetwird. Die Kesselkohlen kosten unsetwa 18 tMs f. d. Tonne frei W erk. Hierzukommen noch die Minderausgaben für Kohlenablader,Heizer, Schlackenfahrer usw. Allerdingsmuß ich bemerken, daß diese Kohlenersparnisnicht direkt durch die Inbetriebsetzung der neuenGasmaschinen erreicht wurde, sondern etwa10°/o auf den Umbau zweier W alzenzugmaschinenin Verbundmaschinen sowie Verbesserung einerZentralkondensation zu rechnen sind. Die übrigen90°/o Ersparnis sind zum Teil nur indirektdurch die neue G aszentrale erreicht, indem esnach Inbetriebsetzung derselben möglich war,einige Dampfgebläse mit hohem Dampfverbrauchund einige unökonomisch arbeitende Duplexpumpenaußer Betrieb zu setzen.Auf den rheinisch-westfälischen W erken, woeinerseits die Kohlen billiger sind, anderseitsweniger Koks für die Tonne Roheisen gebraucht,also auch entsprechend weniger Gas erzeugtwird, sind die zu erzielenden Ersparnisse natürlichentsprechend niedriger. Jedoch auch hierist man im gleichen Maße vorangeschritten wiein unserin Revier, und hat besonders die FirmaKrupp auf ihrem neuen W erk in Rheinhausenden Nachweis geliefert, daß dort das Interesse,durch die Beschaffung von Gasmaschinen Kohlenzu ersparen, ein ganz erhebliches ist. Mit Hilfedieser W irtschaftlichkeit ist es eben möglich,in großen Gaszentralen einheitliche Kraftquellenzu schaffen, welche es gestatten, dieselben inGebläsewind oder elektrische Energie umzuwandelnund auf leichte A rt und W eise den Vcr-wendungsstellen zuzuführen. Dadurch ist dasBild der heutigen H üttenwerke gegenüber denfrüheren ein ganz anderes geworden, denn alsDampfzentralen hätte inan diese Anlagen auieinem H üttenwerke kaum jemals in solchemUmfang ausgeführt, weil dabei die W irtschaftlichkeitim Gegensatz zu den direkten Dampfmaschinenantriebenzu ungünstig geworden wäreMit Genugtuung ist es zu begrüßen, daß esabgesehen von der Firm a Cockerill in Serainggerade deutsche K onstrukteure und Hiittenleutiwaren, welche trotz der vielen Mißerfolge unentwegt vorangeschritten sind und in verhältnismäßigkurzer Zeit derartige Erfolge, wrie man sie heutiauf den meisten modernen Hüttenwerken zu verzeichnen hat, erzielt haben. W enn es mir gelungen sein sollte, durch die vorgebrachte?Ausführungen zur Verminderung der BetriebsStörungen, wrenn auch nur in geringem Maßebeizutragen, so würde der Zweck dieses Vorträges erfüllt sein. (Lebhafter Beifall.)


18. Februar 1907. Beitrag zu r Metallurgie des Marlinprozesses. Stahl und Eisen. 229Beitrag zur Metallurgie des Martinprozesses.Von D r.-Ing. Theodor Naske.(Fortsetzung von Seite 194.)I n s wurde früher erw ähnt, daß die Vcrbren-•*—' nung von Silizium und Kohlenstoff von derTemperatur und der molekularen Konzentrationdieser beiden Körper abhangt. Zur Veranschaulichungdes bezüglichen Reaktionsverlaufes unterden verschiedenen Verhältnissen sollen die nachfolgendenempirischen Versuche dienen:1. Das Verhalten von Kohlenstoff und Siliziumbei relativ sehr niedrigen Tem peraturen(Frischen ohne Zuführung von Brennstoff).2. Das Verhalten von Kohlenstoff und Siliziumbeim Frischen ohne Erz, d. i. durch dieWirkung der Ofengase allein.3. Das Verhalten von Kohlenstoff und Siliziumbeim Frischen durch E rz und Ofengase.a) Einwirkung von wenig vorgewarmtera Erzauf flüssiges Roheisen;b) Einwirkung von stark vorgcwarmtein Erzauf flüssiges Roheisen;c) Einwirkung von geschmolzenem E rz aufflüssiges Roheisen;d) Einwirkung von stark überhitztem Roheisenauf kaltes Erz.Zu 1. Die niedrigste in Betracht zu ziehendeTem peratur, welche für die A rbeit der Flußeisendarstellungin F rage kommt, dürfte diejenigedes flüssigen Roheisens sein. In eine etwa12 t Eisen fassende Pfanne, in welche entsprechendeMengen E rz eingetragen wurden,kam auf dieses vom Hochofen direkt abgestochencsRoheisen zur Einwirkung. Das Badin der Roheisenpfanne zeigte in allen unten angeführtenFallen lebhafte Reaktion, an der Oberflächedes Bades war sehr bald nach der Einwirkungdes Roheisens die Bildung einer konsistentenSchlackendecke bemerkbar. Die Resultatedieser A rt Versuche sind aus der T a­belle 4 zu ersehen.T n bolle 4.J3 os i A *• Analyse des KIscus Analyse- der Schlacke£ “ §Roh­ Resuls* C Sl Mn p l'e Mn Pa 0» Sl Oa eisen SchlackeMinuten % % % % % % % % ke kff kff3,82I 45 |3,80II3,7930 |3,71III4,2330 |4,211,750,143,270,491,300,372,790,421,520,382,190,81Iicmeikungcn0,16Martlnrohelscn, Probe vom Hochofen.Vor dem Einkippen in den0,11 31,44 18,91 0,64 31,60 6 082 736 800 Martinofen.0,06Gießereiroheinen, Probe vom Hoch- j41,52 6,290,030,11 36,10 7 000 1400 1500 ofen. Yor dem Elnklppen in lden Martinofen.0,17Martinrohelacn, Probe vom Hochofen.Probe vor dem Einkippen0,1416,20 19,62 0,43 35,35 10 000 688 700in den Martinofen.Aus der Tabelle 4 ist zu entnehmen, daßbei der Einwirkung von E rz auf flüssiges Roheisenohne Zufuhr von W arme Silizium undMangan zum größten Teil aus dem Eisen abgeschiedenwerden, der Kohlenstoff hingegenfast gänzlich im Bade erhalten bleibt. Dermetallurgische Verlauf der Reaktion ist in seinerCharakteristik mit dieser kurzen Bemerkungerschöpft; nicht unwichtig für die Praxis ist dieErörterung der Frage, ob das soeben erwähnteVerfahren mit Rücksicht auf die Abscheidunggewisser Fremdkörper aus dem Eisen durch dasErz als vorbereitende Operation für den imMartinofen fortzusetzenden Erzfrischprozeß w irtschaftlicheVorteile für sich hat. Dich m a n n * istder Ansicht, daß hierdurch ein für den M artinprozeßweniger geeignetes Eisen durch Abscheidungder erwähnten Verunreinigungen auf demangegebenen W ege für den eigentlichen Frischprozeßnutzbar gemacht werden kann.* „Stahl und Eisen“ 1905 Nr. 23 S. 1337.W enn neben dem Silizium nicht auch dasMangan vom E rz angegriffen werden würde, sokönnten wir mit dieser A rt des Vorfrischensdes Roheisens recht zufrieden sein, denn fürden Roheisenerz frischprozeß kann man nichtgenug siliziumarmes Eisen verwenden. Dementgegendarf der M angangehalt nicht zu niedriggehalten werden, soll dies nicht auf Kosteneines zu Ende der Charge hinzuzusetzendengrößeren Ferroinanganquantums erfolgen. EinemManganmangel kann man, wie früher schonerw ähnt wurde, dadurch begegnen, daß man dieSchlacke im Ofen gleich zu Anfang des P ro ­zesses mit Manganoxyden anreichert (durch Eintragungvon M anganerz), und können Vorteileaus dem Vorfrischen des Roheisens in der Pfannenur dann abgeleitet werden, wenn es sich vonHaus aus um V erarbeitung eines mit Absichterblasenen, sehr manganarmen und zufälligerweiseetwas .siliziumreichen Roheisens handelt,und wenn der hohe Siliziumgehalt für den Verlaufdes Prozesses als ungünstig erkannt wurde.


230 Stahl und Eisdn. Beitrag zu r Metallurgie des Martinprozesses. 27. Jahrg . Nr. 7.Demgemäß wird diese A rt des Vorfrischens alsvorbereitende Operation für den M artinprozeßnicht als Regel, sondern nur in Ausnahmefällenzu empfehlen sein. Bei dieser Gelegenheit seinoch auf nachfolgende Erscheinung hingewiesen.Die Aufnahmefähigkeit des Eisens für Kohlenstoffsteigert sich im allgemeinen mit der Tempera tu r; beim Abkühlen und im weiteren V erlaufeder E rstarrung scheidet sich der überschüssige(dem Lösungsvermögen des Eisensnicht entsprechende) Kohlenstoff in Form vonG raphit ab. Durch Zufuhr von W ärm e ist manwieder in der Lage, den bereits ausgeschiedenen,graphitischen Kohlenstoff in Lösung überzuführen.Die Erscheinung der Graphitausscheidungtr itt beim Abstechen namentlich von etwasheißem Roheisen in eine leere Roheisenpfannedeutlich zutage, und wird diese Kohlenstoffabscheidunguin so merklicher, je mehr das Roheisenin der Pfanne abkühlt. (Gelegentlich einesVersuches wurde von einer 10 000 kg Roheisenenthaltenden Pfanne (4,5d °/o G) die abgeschiedeneGarschaummenge mit 140 kg festgestellt.)Beim Einkippen des Roheisens in den M artinofenempfiehlt es sich, den Garschaum zurückzuhalten,denn bei der hohen Tem peratur desM artinofens würde der G raphit wieder in Lösungübergeführt werden und müßte mit Aufwand vonOxydationsmitteln aus dem Bade entfernt werden.Die Verbrennung von Silizium und Mangan mitHilfe von E rz erfolgt wie immer so auch inder Roheisenpfanne in exothermischer Reaktion,so daß die Tem peratur des Bades hierdurch. gesteigert wird, und außerdem ist nach erfolgterEinwirkung das vorgefrischte Roheisen durchdie an der Oberfläche erstarrte Schlackendeckevor Abkühlung geschützt. Mit der Erhöhungder Tem peratur steht aber eine Steigerung desLösungsvermögens des Eisens für Kohlenstoffim Zusammenhänge und vdrd aus diesem Grundein der Mehrzahl der Fälle ein mit E rz auf angegebeneW eise vorgefrischtes Roheisen immeran Kohlenstoff reicher sein, als wenn unter denselbenVerhältnissen das E rz weggeblieben wäre.Auf Grund einer praktischen Beobachtung seihier konstatiert, daß in der Pfanne vorgefrischtesEisen fast gar keine Graphitausscheidung aufwies.Daß den ganzen Frischprozeß hindurchdas Mitführen von Kohlenstoffmengen, die unteranderen Umständen in den Martinofen nichthineingelangt wären (Zurückhalten des G arschaumes),als kein erstrebensw erter V orteil fürdie Durchführung der Frischarbeit anzusehenist, bedarf w'ohl keiner näheren Begründung.Die erwähnten Momente, verm ehrt durch denUmstand, daß die Ausnutzung des Erzes in derRoheisenpfanne nur eine sehr unvollkommene ist(50 bis 60 °/o vom Eisengehalte), können die Vorteiledieser A rt des Vorfrischens von Roheisen unter Umständenals sehr problematisch erscheinen lassen.Zu 2. In einen leeren Martinofen wurden20 018 kg flüssiges Roheisen chargiert und durch90 Minuten ohne E rz und Kalkzuschlag deroxydierenden W irkung der Flamme überlassen.Das Bad verhielt sich in dieser Zeit sehr träge,die Reaktion äußerte sich in schwacher Kohlenoxydausscheidungund Bildung einer dünnflüssigenSchlackendecke. Die Tem peratur stieg sehr baldund es zeigte sich, daß während der oben angeführtenVersuchsdauer das basische H erdfuftersehr stark angegriffen wurde. Die in gewissenZeitabschnitten dem Bade entnommenen EisenundSchlackenproben wiesen die in der Tabelle 5angeführte Zusammensetzung auf.T ab elle 5.Zelt Zusammensetzung desderElsen-Die Schlacke enthieltProbe ProbenahmeC Sl 51 n p s Fe Mn P1O5 SlOsBemerkungenKr. Uhr % % % % % % % % %i 10°° 4,47 0,70 2,31 0,15 0,04 _ _ Probe vor dem Einkippen in den— Martinofen.n IO05 4,45 0,44 2,17 0,12 0,03 4,86 10,90 1,65 27,70 4i n 10“ 4,31 0,40 e 27 0,15 0,03 3,14 7,42 0,21 34,60IV IO50 4,14 0,33 2,41 0,15 0,02 1,07 3,71 0,05 41,30 \ Proben aus den» Martinofen.V 1113 4,04 0,23 2.48 0,14 0,02 0,95 2.94 0,02 39.80VI 11 30 3,76 0,18 2.48 0,14 0,92 1,72 2.94 0,05 35.80 / Charge sehr heiß.In der Zeitdauer von 90 Minuten sind demnachvom Kohlenstoftgehaite des eingesetztenEisens 1G°/o, vom Siliziumgehalte 74°/o oxydiertworden. Bei Einwirkung einer oxydierendenFlamme auf flüssiges Eisen gibt letzteres, zuFes 0 4 oxydiert, durch Verm ittlung des Kohlenstoffeseinen Teil seines Sauerstoffes an dasSilizium a b ; die so . gebildete Kieselsäure wirdvon Mangan gebunden und veranlaßt die Bildungeiner manganhaltigeu sauren Schlacke. Durchimmer neu hinzutretende Sauerstoffmengen wirddie Oxydation des Eisens konstant erhalten.Mit steigender K onzentration der Manganoxydein der Schlacke beteiligt sich der Sauerstoff derletzteren an der Frischarbeit in der früherbereits erwähnten Weise.Z u 3a. D er Versuch, wenig beziehungsweisegar nicht vorgewärm tes E rz auf flüssiges Roheisenim Martinofen zur Einwirkung zu bringen,wurde nach zwei Richtungen hin durchgeführtund zw ar indem einmal, bevor das Eisen eingekippt,eine größere Erzmenge so rasch wie


13. Februar 1907. Heil rar/ zu r Metallurgie des Martinprozesses. Stahl und Eisen. 231möglich — um starkes Anwilrmen zu vermeiden —in (len Ofen eingetragen wurde, wobei ein w eitererErzzusatz erst dann erfolgte, sobald die Schlackevollständig ruhig geworden war; das andereMai wurde die anfänglich eingesetzte Erzmengegeringer bemessen, dafür aber dein Bade inkleineren Zeitabschnitten bestimmte Erzmengenhinzugefügt. In ersterem Falle wurden eingesetzt3280 kg E rz, 984 kg K alkstein und20 303 kg Roheisen; im zweiten Falle hingegen2460 kg Erz, 820 kg Kalkstein und20 580 kg flüssiges Roheisen. Die Tabellen6 und 7 machen den jeweiligen Reaktionsverlaufersichtlich.Tabelle 6.ElsenSchinckcProbe ZeitC Si Mn l> s Fe FcO Fe» Os Mn Pj Os SIO»: Kr, Uhr % % % % % % % % % % %BemerkungenI2 40 4,Gl 0,84 2 ,2 0 0,15 0 ,0 2 _ — _ _ _ — Zusammensetzung des Roheisens1 0,05 0 , 0 1 41,51 47,88 6 , 1 0 15,22 2,36 17,683,82 0,09 0,45 0,03 0 ,0 2 31,67 36,29 4,91 15,71 2,93 19,051III 003 JO4,56 0,19 0,45IV 500 2,04 0,06 0,45 0 ,0 2 0 , 0 1 14,71 16,67 2,71 13,96 2,44 2 1 , 6 6V 5 15 1,56 0,05 0,52 0,03 0,04 10,79 12,04 2,03 13,51 2,50 23,05VI 5 « 1,47 0,05 0,63 0,03 0 ,0 2 10,32 10,36 3,23 12,67 2,35 23,00 820 kg Erz zugesetztVII 6 15 0,42 0,05 0,49 0,03 0,05 10,56 11,44 2,37 12,04 2,03 22,90 81 „ „VIII 7 10 0,08 0,05 0 ,8 6 0,03 0,05 9,25 9,76 2,87 11,80 2,03 23,60 Nach Zuschlag von 100 kg SpiegelIX 7 800,07 0 ,0 2 0,91 0,03 0,03 7,35 7,47 2 ,2 0 14,49 1,72 22,25 Fertigprobe 245 kg FerromanganProbeJ!r.ZollUhrC%Si%EisenMn%P%fl%FeTabelle 7.%FcO1%SchlackeFes Os%Mn%Pa Os%si Q iSiBemerkungenI 400 4,26 1,26 2,83 0,18 0 ,0 2 ____- ___ . ___ _-Zusammensetzung des Roheisens1 1 4 15 3,87 0,14 0,56 0,07 0 ,0 2 18,62 22,41 1,70 18,43 2,05 25,20III 440 3,74 0,07 0,35 0 ,0 2 0 ,0 2 14,59 16,47 2,54 17,80 2,35 24,70 ¡820 kp Erz zugeftetztIV 54 5 3,14 0,05 0,35 0,01 0,02 22,06 25,00 3,73 14,59 2,13 21,65 ¡8 2 0 „ „V 6 55 1,91 0,05 0,35 0,01 0,04 13,64 16,00 1,70 13,06 1,73 22,20 ¡410 „ „VI 7 to 1,25 0,04 0,42 0,03 0,04 1 2 , 1 0 14,02 1,70 12,74 1,67 23,75 410 „ „VII 740 0,71 0 ,0 2 0,42 0,05 0,08 10,67 12,51 1,34 12,43 1,53 24,30 ..4-iC •• IVIII 900 0,05 0 , 0 1 0,56 0,05 0,06■-Diagram m Nr. 1 (zu Tabelle 0).Einsatz: 20 303 kg flüssiges Roheisen, 3280 kgErz und 984 kg Kalkstein. W eitere Erzm engennach beendigter Schlackenreaktion zngesetzt.Erzeinsatz in kaltem Zustande. Frischdauer300 Minuten.D iagram m Nr. 2 (zu Tabelle 7).E insatz: 20 580 kg flüssiges Roheisen, 2480 kgErz und 820 kg Kalkstein. N achchargierenw eiterer Erzm ongen in kürzeren Zeitintervallon.Erzeinsatz in kaltem Zustande. Frischdauer300 Minuten. i


232 Stahl und EiBcn. Beitrag zu r Metallurgie des Martinprozesses. 27. Jahrg. Nr. 7.Zu 3b. Um die W irkungsweise von starkvorgewärmtem E rz auf flüssiges Roheisen zuuntersuchen, wurden 3280 kg E rz und 820 kgK alkstein in einen leeren Martinofen eingeworfenund etwa 30 Minuten der Ofenhitze ausgesetzt.Das M aterial w ar nicht geschmolzen, sondernnur auf helle R otglut angewärm t. Hierzu seibemerkt, daß Eisenoxyd (das zugesetzte E rzbestand fast aus reinem Eisenoxyd) bei hohenTem peraturen bekanntlich Sauerstoff abspaltet,indem es in die feuerbeständige Form des Oxyduloxydesübergeht. In dom oben erwähnten rotglühendenZustande ist die Sauerstoffabgabe nur eine beschränktegewesen, und ergab die Untersuchungeiner dem Ofen entnommenen Erzprobe, daß fastsämtliches Eisen noch in der Oxydform vorhandenwar. Auf die stark vorgewärm te Erzmenge wurden19 730 kg flüssiges Roheisen eingegossen. DieReaktion war eine sehr heftige und hielt die ganzeChargendauer hindurch an. Die Analysenresultateder in bestimmten Zeitintervallen dem Bade entnommenenProben enthält die Tabelle 8.ProbeNr.ZeltUhrc | si% ' %T ab elle 8 .K 1 e n S c h l a c k eMn P% ! %Fe%FeO%FejOj%Mn%SI Oa%Bemerkungenr 400 3,8t I 0,79 1,95 ! 0,17 — _ _ — Zusammensetzung des Roheisens.i i 4 *5 3,62 0,09 0,31 0,02 19,88 23,90 1,86 12,62 16,90i n 4 50 3,38 | 0,04 0 ,2 1 0 ,0 1 19,65 22,30 3,29 11,81 14,95IV 6 00 1,03 0,04 0,39 0,01 9,60 10,70 1,94 12,16 20,50 820 kg Erz nach der ProbenahmeV 6 5 00,98 0,04 0,42 0,01 7,49 8,57 1,18 11,41 21,25 328 kg Erz chargiert. [chargiert.VI 7 15 0,07 0,04 0,53 0,02 5,01 5,08 1,51 10,31 21,45 Vorprobe.VII goo 0,07 0,02 0,71 0,03 3,95 3,95 1,26 13,33 21,60 Fertigprobe.\Fl\ **£i»r\\ \tIw %w %Ä\YV Y /# & 1 \% \ \/ 5 t 7v / ' / ' / / /W, % 61m &\ \/ z. NDiagram m Nr. 3 (zu Tabelle 8 ).Einw irkung von vorgew ärm tem Erz auf flüssigesRoheisen. Einsatz: 19 730 kg flüssiges Roheisen,3280 kg Erz und 820 kg Kalkstein. Vorwärm -daucr für Erz und K alkstein 30 Minuten.Frischdauer 240 Minuten.Z u 3 c. W ird auf eingeschmolzenes E rzflüssiges Roheisen zur Einwirkung gebracht, soergeben sich hierdurch Verhältnisse, bei denender Erzfrischprozeß unter den im Martinofenhöchst zu erreichbaren Anfangstem peraturen sichvollzieht. In Verfolgung dieses Zweckes wurden3280 kg E rz und 820 kg Kalkstein in den Ofeneingesetzt und nach V erlauf einer Stunde zueiner homogenen Masse eingeschmolzen. Wiefrüher erw ähnt wurde, gibt Eisenoxyd bei derSchmelztemperatur des Erzes einen Teil seines>,Sauerstoffgehaltes ab, um in die nächst niedereOxydationsstufe überzugehen. Eine dem Ofenentnommene Probe eingeschmolzenen Erzes warnach dem E rstarren und Zerreiben stark magnetischund die Analyse ergab das Vorhandenseinvon überwiegend Oxyduloxyd. In langsamemStrome wurden 17 843 kg flüssiges Eisen zurEinwirkung gebracht. Nach unm ittelbarer Berührungdes Roheisens mit dem flüssigen Erzesetzte eine sehr lebhafte Reaktion ein, wobei eineintensive Entkohlung des Eisens deutlich zu erkennenwar. Die Schlacke stieg alsbald, und bliebwährend der ganzen H itze in nicht unterbrochenerReaktion. Die Analysen der entnommenen Probensind in Tabelle 9 zusammengestellt.ProbeNr.ZeltUhri 1.*°11 P 51112 15IVV2 to3 soVI 3 50VII 410V III 430T ab elle 9.3,90; 1,033,350,052,51 0,051,69 0,05¡0,24 0,01*Bemerkungen1*56 0,14! Analyse de» Roheisens.0,28 0 ,0 1 !o n i n n ii Nach Probenahme 820 kgU,~4 U,Ui| FfZ zu?cset/t.n ee n npt n oi fin i Nach Probenahme 82 kg0,66 0,05 0,31 ;0,01, Erz zugMetze.0,29 0,05 0,3!) 0,010,07:0,02'0,39 0 ,0 2 ! H ö rp ro b e ro tb rü c h lg . 50 kgIbhplegel., ,07;0,02 0,39:0,02| F e rtig p ro b e .Z u 3d. Anschließend an die soeben besprochenenFälle sollen noch jene Verhältnisseuntersucht werden, welche bei Einwirkung vonstark überhitztem flüssigem Roheisen auf k alteingesetztes E rz eintreten. Der sich hierbeiergebende Reaktionsverlauf stellt eine F o rtsetzungder aus der Tabelle 5 ersichtlichenVersuchsreihe vor. Nachdem die ursprünglich


13. Fobruar 1907. Beitrag zu r Metallurgie des Martinprozesse Stahl und Eisen. 233eingesetzten 20 018 kg Roheisen durch 90 Minutender Ofenhitze ausgesetzt waren, sindgemäß den in der Tabelle 5 angegebenen W ertenetwa 260 kg an Abbrand verloren gegangen,so daß zur F ortsetzung des Versuches annähernd19158 kg in Rechnung zu ziehen sind. Aufdieses nun hocherhitzte Eisen wurden in kleinerenZeitabschnitten entsprechende Mengen E rzzur Einwirkung gebracht, und erscheint derR eaktionsverlauf in der Tabelle 10 dargestellt.Diagramm Kr. 4 (zu Tabelle 9).Einwirkung von flüssigem Roheisen auf flüssigesErz. Einsatz: 17 843 kg flüssiges Roheisen,3280 kg Erz und 820 kg Kalkstein. Erzund Kalkstein eingeschmolzen in GO Minuten.Frischdauer 190 Minuten.Diagramm Kr. 5 (zu Tabelle 5 und 10).Einsatz: 20018 kg flüssiges Roheisen, welcheohne Erzzuschlag durch 90 Minuten im Ofenangowürmt wurden. Hierauf Erzzuscbläge inkleineren Zeitabschnitten. Yorwärmdauer 90Minuten. Frischdauer 210 Minuten. Gesamtchargendauer300 Minuten.ProbeZeitE i 9 C11T a b e lle 10.S e h l ack cc Mil S1 1* Fe Fe 0 Fes 03 P2Ü6 Mil SiO*Nr. Uhr % % % % % % % % % %VI 11 SO 3,76 2,48 0,18 0,14 1,72 OOl — 0,05 2,94 35,80VII 1165 2,98 0,87 0,05 0,06 10,85 12,05 2,11 2,29 18,97 22,90VIII 12 so 2,56 0,35 0,05 0,02 26,03 29,43 4,48 2,00 16,24 18,50IX 1“ 1,60 0,31 0,05 0,04 14,88 17,55 1,77 1,74 14,42 22,80X O05 0,46 0,28 0,02 0,01 _ — --- -- — —XI 235 0,22 0,28 0,02 0,01 14,88 17,83 1,44 1,85 11,76 2.0,70XU 3 00 0,05 — 0,01 0,01 13,52 14,82 2,87 1,58 10,85 18,70BemerkungenNacl» Probenahme 820 kg Erzeingesetzt.Nach Probenahme 1640 kg Erzeingesetzt.Nach Probenahme 820 kg Erzeingesetzt.Nach Probenahme 820 kg Erzeingesetzt.}Charge überfüttert.Bad kalt, Vorprobe rotbrüchig.GattungChargendauerinMinutenTabelle 11.VerbrannteFremdkörperEntsprechenSauerstoffHVerbrannterSauerstoff i. d.Minute (*j) alsMaß der ReaktionsintensitätkffBemerkungenEinwirkung von flüssigem Roheisen auf kaltes Erz 300 1374,79 1523,00 5,07 Siche Diagramm Nr. 1 zu Tab. 6.Einwirkung von flüssigem Roheisen auf vorgewärmtesE r z .................................................. 240 1162,10 1261,08 5,30 Siehe Diagramm Nr. 3 zu Tab. 8.Einwirkung von flüssig. Roheisen auf flüssig. Erz 190 1095,57 1204,55 6,33 Siehe Diagramm Nr. 4 zu Tab. 9.Einwirkung von überhitztem flüssigem Roheisen210 1266,48 1192,66 5,70Siehe Diagramm Nr. 8 zu Tab. 10und 5.


234 Stahl und Eisen. ‘Beitrag zu r Metallurgie des Martinprozessee. 27. Jahrg. Nr. 7.W enn w ir als Maß der Reaktionsintensitätdiejenige Menge Sauerstoff in B etracht ziehen,welche in der Zeiteinheit die ganze Chargendauerhindurch in Aktion tritt, so kommen w irzu folgenden R esultaten:Beispiel zu Tabelle 6 : E ingesetzt wurden20 303 kg flüssiges Roheisen; bezogen auf diesenEinsatz wurden in 300 Minuten verbrannt:kg Sauerstoff921,75 kg Kohlenstoff, * diese entsprechen 1225,85 maximale Entkohlung dann ein, wenn das Bad166,48 „ Silizium, „ „ 189,78261,9024,36„ Mangan,„ Phosphor, ’„. „„„75,9531,42Sa. 1374,49 kg Abbrand, entsprechend 1523,00. kg Sauerstoff* 1 kg Kohlenstoff 1 btd(lrf ( (CO) 1,1331 „ Silizium 1 zu seiner I (SiOa) 1,1401 „ Mangan | Xcr- 1 (MnO) 0,2901 „ Phosphor ) brt'Dttu“S l(P a0 5) 1,29In jeder Minute als Zeiteinheit traten daherin diesem Falle 5,07 kg Sauerstoff in Reaktion.Mit Anwendung dieser Berechnung auf die.vorbesprochenen Versuchsreihen ergeben sich dievorstehenden Verhältnisse (Tabelle 11 Seite 233):Bei B etrachtung der Tabellen 6 bis 10 undder dazugehörigen Verbrennungskurven ersiehtman deutlich genug den Einfluß der A rbeitsweiseauf die Oxydation der Frem dkörper desRoheisens. U nter allen Verhältnissen ist derKohlenstoff derjenige Körper, welcher zu seinerVerbrennung den größten Aufwand an Sauerstoffund W ärm e e rfo rd e rt; durch sein Verhaltenist demnach der V erlauf der Charge genau bestimmt.U nter dem Einfluß einer mit Sauerstoffangereicherten Schlacke weist der Kohlenstoff'die Tendenz auf, gleichmäßig zu verbrennen.Die Verbrennungskurve wird unter dieser Voraussetzungder Diagonalen des Koordinatenvierecksfolgen, wie dies das Kurvenstück I II bis IV desDiagramms Nr. 1 veranschaulicht. Der steilereEinfall der Verbrennungskurve des Kohlenstoffesgegen die Zeitachse des Systems deutet aufintensivere Verbrennung hin. Die Oxydationsintensitätist aber naturgem äß nicht allein vonder Sauerstoffkonzentration in der Schlacke,sondern auch von der Tem peratur beider Phasenabhängig, und muß letztere, von anormalen V erhältnissenabgesehen, vom x\nfang zum Endedes Prozesses eine stetige Steigerung erfahren.Wenn im Anfänge der H itze der Kohlenstoffim Eisen und der Sauerstoff in der Schlacke inhoher K onzentration sich vorfinden, und damitdie Bedingungen für den intensivsten Reaktionsverlaufgegeben w ären, so mangelt es zurErmöglichung eines solchen in dieser Frischperiodean der erforderlichen Tem peratur. Inder Zunahme der Tem peratur im V erlauf desFrischprozesses ist eine Abnahme des Kohlenstoffgehaltesim Bade begründet, und muß sichdemnach, theoretisch genommen, in der Aendcrungdieser beiden W erte ein P unkt ergeben,welcher als Funktion der beiden Veränderlichenfür die Reaktionsgeschwindigkeit den höchstenW ert liefert. In der T at wird es dem mit demProzesse vertrauten Fachmanne nicht schwerfallen, die Periode der intensivsten Entkohlunggenau zu beobachten. Bei der Einwirkungvon kaltem E rz auf flüssiges Roheisen(Tabelle 6 und 7) tr itt erfahrungsgem äß diedie H älfte seines Kohlenstoffgehaltes bereits ausgeschiedenhat, und hält sich für gewöhnlich inder gleichen Stärke konstant, bis der Koldenstoffgehaltunter 1 °/o gesunken ist. Die Schlackeist infolge des starken Kohlenoxydauftriebesschaumig und hat ihr Volumen stark v erg rö ß ert;nach dem oben angegebenen Punkte beginnt dieSchlacke zu fallen, und bei etwa 0,5 °/o Kohlenstoffim Eisen haben w ir nunmehr eine kochendeSchlacke vor uns. Der Erscheinung einerschaumigen Schlacke hat Talbot* eine andereUrsache zugeschrieben, als dies tatsächlich derF all ist. Der Verfasser sagt unter ändern:„. . . . und bildet hierbei infolge der niedrigenT e m p e r atu r des vom Hochofen kommendenEisens die Schlacke eine sich wölbende schaumigeMasse, ein Zustand, der stundenlang andauert.Bei dieser Beschaffenheit der Schlackegeht die Entkohlung naturgem äß nur sehrlangsam vor sich . . . .“ Nachdem Talboterw ähnt hat, daß die durchschnittliche ZusammensetzungdesBades 0,5 °/o Kohlenstoff nie übersteigt,sagt er w eiter: „. . . . die so erzielte ständig hoheTem peratur bew irkt einen ganz ändern Verlaufder Reaktion, wie das Aussehen des Bades deutlichzeigt. A nstatt des schaumigen schmorendenZustandes, der stundenlang andauert, geht hierdie Reaktion unter lebhaftem Kochen vor sich,bis nach 13 bis 30 Minuten das Bad sich wiederberuhigt.“ Nach der auf Seite 684 („Stahlund Eisen“ 1903) ersichtlichen ZusammenstellungB wurden um 12 Uhr 10 Min. 46 000 Pfund= 20 700 kg Roheisen chargiert. Um 1 Uhr55 Minuten, also nach 105 Minuten, hatte das Bad0,09 °/o Kohlenstoff. Die ursprünglich berechneteZusammensetzung des Bades ergab im Mischungsverhältnis0,55 °/o Kohlenstoff, so daß in 105 Min.0,46 °/o oder, bezogen auf das Badgewicht,95,22 kgKohlenstoffoxydiert wurden, entsprechendeiner Reaktionsintensität vj = 0,9 kg Kohlenstoff'in der Minute. Mit Berücksichtigung der vomVerfasser angegebenen hohen Tem peratur undder Sättigung der Schlacke an Sauerstoff(29,59 °/o Eisen) ergibt sich im Vergleiche dieserZahl mit der laut unserer Tabelle 6 in dermaximalen Entkohlungsperiode in der Minuteverbrannten Kohlenstoffmenge von annähernd5 kg ein sehr m äßiger Reaktionsverlauf, der* „Stahl und Eisen“ 1903 Nr. 11 S. 687.


13. Februar 1907. Beitrag zur Metallurgie des Martinprozesses. Stahl und Eisen. 285eine kochende und nicht schäumende Schlacke als welche vorwiegend das Kohlenoxyd anzusehenvollauf rechtfertigt. Nicht also die „niedrigeist, werden durch das Silizium des EisensTem peratur“ und eine „langsame Entkohlung“ reduziert und der elementare Kohlenstoff vombedingen beim Erzfrischprozesse eine schäumende Bade wieder aufgenommen, Die Reduktion desSchlacke, sondern gerade eine hohe Tem peraturund eine intensive Entkohlung haben das Schäumender Schlacke zur unm ittelbaren Folge. Die Berechnungdes in der Minute austretenden GasquantumsKohlenoxydes durch das Silizium wird um soq u an titativ er sein, je siliziumreicher das Roheisenist, die Entkohlung des Roheisens wirddaher um so intensiver eiutreten, je silizium­bestätigt dies. 1 1 Kohlenoxyd wiegt reicher das zu frischende Roheisen ist.1,25 g und entspricht daher 1 kg Kohlenoxyd 2. Da infolge seiner molekularen Gefiige-800 1 Kohlenoxyd. Das Gas entweicht mit einer lockerung, welche mit W ärm eabsorption verbundenTemperatur von etwa 1600° C. und entsprichtbei dieser Tem peratur 1 klg Kohlenoxyd = 6872 1 ist, die Verbrennlichkeit des Kohlenstoffesgesteigert wird, so ergibt sich aus der auf dieseKohlenoxyd. Angenommen, es verbrennen in W eise gesteigerten Affinität zum Sauerstoffe dieder Periode der maximalen Entkohlung 4,5 kg intensivere Entkohlung des Bades mit steigenderKohlenstoff i. d. Minute, so sind dies 10,50 kg Tem peratur. Von dieser V oraussetzung ausgehend,Kohlenoxyd in der Minute, welche mit Berücksichtigungwirdder Tem peratur Yon 1600° C. 3. bei Einwirkung von flüssigem Roheisenein Volumen von 5 73/* cbm repräsentieren. auf kaltes E rz mit Ausschluß von w eitererWenn wir also die obigen Tabellen 8, 9 und 10und die korrespondierenden Diagramme in derW ärmezufulir das Silizium (neben Mangan) durchVerm ittlung des Kohlenstoffes zum größten Teilsooben erwähnten Richtung genau prüfen, so entfernt. In A nbetracht des Umstandes, daßfinden w ir, daß die Periode der maximalen der infolge Tem peraturabnahme sich ausscheidendeEntkohlung, welche, wie erwähnt, bei der Arbeitmit kaltem Zuschlag und flüssigem Roheisengraphitische Kohlenstoff durch den Abbrandan Silizium und die dadurch verursachte Tem­von gewöhnlicher Tem peratur nach der peraturerhöhung des Bades abermals in LösungAusscheidung des halben Kohlenstoffgehaltes fürgewöhnlich einsetzt, bei Vorwärmung einer oderbeider Phasen nach dem Anfänge des Frischprozessesübergeführt wird, findet bei diesem. Oxydationsprozessein der Regel nur eine geringe E ntkohlungdes Eisens statt.hin verschoben wird. J e w eiter das 4. Ohne Hinzufügen von künstlichen Oxy­Vorwärmen von E rz und Roheisen getrieben dationsmitteln, also durch Einwirkung einer oxydierendenwird, desto früher tr itt die Periode derFlamme, werden die Frem dkörper nachmaximalen Entkohlung ein und setzt bei Einwirkungvon flüssigem E rz auf vorgewärm tesflüssiges Roheisen nach unm ittelbarer BerührungMaßgabe ihrer Affinität aus dem Eisen entfernt.Ihre Abscheidung erfolgt verhältnism äßig langsam,und es muß mit Zugrundelegung der auf Seite 193dieser beiden Phasen ein. Im Zeitpunkte des N r. 6 angeführten Verbrennungstem peraturenEintrittes der maximalen Entkohlung liegt das und mit Anwendung des Gesetzes der MassenwSchwergewicht des ganzen Prozesses; belehrtirkung als bestimmt angenommen werden, daß dieuns doch die Tabelle 11, daß zwischen dem Verbrennung der Frem dkörper auf dem W ege derZeitpunkt der maximalen Entkohlung und ReaktionsintensitätEisenoxydbildung (intermolekular) vor sich geht.ein gewisser Zusammenhang 5. Durch Zuschlag von künstlichen Oxy­besteht, so zw ar, daß im allgemeinen mit dationsmitteln wird die Verbrennung der Frem d­dem Verschieben der Periode der maximalenEntkohlung vom Ende zum Anfang des Frischenskörper im Eisen im allgemeinen beschleunigt.In dem Maße, wie die Tem peratur der reagierendender W ert der R eaktiousintensität (rj) steigt.Massen vom Anfang zum Ende der Frisch­Demgemäß wird beim Erzfrischen die dauer zunimmt, verringert sich der W ert fürMenge des in der Minute in Aktion die molekulare K onzentration des Kohlenstoffestretenden Sauerstoffes den höchsten im Eisen. Da der günstigste Effekt für denDurchschnittswert erreichen, wenn die Frischprozeß beim Zusammentreffen der höchstenPeriode der maximalen Entkohlung W erte dieser beiden Veränderlichen (Tem peraturzu Anfang des P r o z e s s es unmittelbarein se tz t.und molekulare K onzentration) zu erw arten ist,wird sich je nach der A rt der vorgenommenenDie Ergebnisse der vorliegenden UntersuchungenF rischarbeit im Verlaufe einer H itze ein Punktbezw .zusammenfassend, kommen wir zu eine Zeitperiode ergeben, in welcher die in der Zeit­nachstehenden S c h lu ß fo lg e ru n g e n :einheit verbrannte Kohlenstoffmenge das Maximum1. U nter dem Einflüsse von gebundenem erreicht (Periode der maximalen Entkohlung).oder freiem Sauerstoff auf flüssiges Roheisen 6. Die Periode der maximalen Entkohlungwird der in letzterem gelöste Kohlenstoff in tr itt in der Regel bei Einwirkung von kaltemerster Linie zur Verbrennung gebracht. Die E rz auf flüssiges Roheisen von gewöhnlicherauf diese W eise gebildeten Verbrennungsprodukte, Tem peratur dann ein, wenn die H älfte des im


236 Stahl und Eisen. Beitrag zu r Metallurgie des Martinprozesses. 27. Jahrg. Nr. 7.Eisen enthaltenen Kohlenstoffes bereits verbranntist. Mit der Steigerung der Anfangstemperatur eines der beiden oder aber beideraufeinander reagierender Körper (Erzzuschlagund Roheisen) wird die Periode der maximalenEntkohlung vom Ende gegen den Anfang desProzesses verschoben und setzt bei Einwirkungvon flüssigem E rz auf vorgewärm tes flüssigesRoheisen nach unm ittelbarer Berührung ein.7. Das Eintreten der Periode der maximalenEntkohlung und die Reaktionsgeschwindigkeit,d. i. die in der Zeiteinheit in Aktion tretendeMenge Sauerstoff in Kilogramm, stehen in einembestimmten Verhältnis, so zw ar, daß, je mehrdie Periode der maximalen Entkohlung gegen denAnfang der Frischdauer gerückt erscheint, derW ert für die Reaktionsgeschwindigkeit zunimmt.Die unter P unkt 7 angeführte, durch zahlreicheVersuche erwiesene regelm äßige Erscheinungist für den Erzfrischprozeß eigentlich dasw ichtigste M oment; der P rak tik er hat es danachin der Hand, die maximale Entkohlung in angemessenerZeit eintreten zu lassen und somitdie Reaktionsgeschwindigkeit in beliebiger Weisezu regeln. Das geeignete Mittel hierzu ist dasVorwärmen der M aterialien vor ihrer gegenseitigenEinwirkung. Durch die vorliegendenempirischen Versuche fand eine allgemein bekannteTatsache, daß durch Tem peraturerhöhungreagierender K örper in der Regel eine Steigerungihrer Reaktionsintensität zu erw arten ist,ihre Bestätigung. Auch die Idee des Vorwärmensder Materialien beim Erzfrischprozesseist nicht neu, und wurden in dieser Richtungauf vielseitigen Versuchen die verschiedenstenA rbeitsverfahren begründet, welche bisher indie P raxis nur mangelhaften Eingang fanden.Die A rbeit mit vorher vorgewärmtem bezw. eingeschmolzenemE rz hat bisher viele Gegner gehabt;läßt es sich ja doch nicht leugnen, daß eingeschmolzcnesEisenoxyd ein die meisten Materialiensehr intensiv aufschließendes Agens ist,welcher Umstand beim Verschleiße eines wieimmer ausgefütterten Ofens stark zur Geltungkommt, abgesehen davon, daß das E rz infolgeseiner hohen spezifischen W ärm e zu seinemSchmelzen eine unverhältnism äßig hohe W ärm e­menge aufbraucht. Vielfach wurde auch derEinwand erhoben, daß bei der Arbeit mit frühervorerhitzten M aterialien die Reaktion eine zuheftige sei, und aus diesem Grunde durch aufsteigendeSchlacke die Ofenköpfe und das Gewölbeempfindlichen Schaden leiden.Durch entsprechende K onstruktion des Herdes,noch mehr aber durch eine sachgemäße Arbeitmit den vorerhitzten Materialien kann diesemEinwande begegnet und eine Beschädigung desOfens vollständig hintangehalten werden. Nebendem Einschmelzen des Erzes käme noch dasVorerhitzen des vom Hochofen kommenden flüssigenRoheisens in B etracht, denn die früher angeführtenVersuche haben erwiesen, daß der Reaktionsverlaufbei dieser A rt des Frischens einanaloger ist, wie bei der A rbeit mit eingeschmolzeneinE rz. Das Vorwärmen des Eisens aufeinem zur Frischarbeit Verwendung findendenHerde hätte wohl wenig Zweck, da hierdurcheine V erkürzung der Chargendauer nicht erwartet werden kann; anders gestalten sich dieVerhältnisse hingegen, wenn das Vorerhitzendes Eisens in einem vom Frischherde vollständigunabhängigen Ofen erfolgen würde. Ein solcherRoheisenvorwärmofen, welcher gewissermaßenals ein Bindeglied zwischen Hochofen und demeigentlichen M artinfrischherde anzusehen wäre,müßte zur Erfüllung seines Zweckes den nachfolgendenAnforderungen entsprechen. ZwecksVermeidung von relativ großen W ärm estrahlungsverlustenmüßte der Fassungsraum des Herdesso bemessen werden, daß mindestens vier M artinöfenkontinuierlich mit vorerhitztem Roheisenbeschickt werden könnten. . Auf dem Prinzipedes in der Eisenhüttentechnik mit E rfolg eingeführtenRoheisenmischers basierend, w äre hierdurcherreicht (mit Annahme einer Chargendauervon durchschnittlich 31/2 Stunden) einintensiver M aterialdurchgang und hierm it imZusammenhänge ein für den Frischprozeß wohltuenderAusgleich in der Zusammensetzung deseingesetzten M aterials, somit eine vollkommeneUnabhängigkeit des Stahlwerkes vom Hochofenbetriebe.Der Vorwärmofen, welcher nur alskippbarer Martinofen gedacht werden kann,müßte zwecks partieller Abscheidung der Frem d­körper im Roheisen den D urchgang einer oxydierendenFlamme gestatten, und der Herd desselbenhätte so beschaffen zu sein, daß bei seinerBeschickung den oxydierenden Gasen eine möglichstgroße Badoberfläche geboten wäre. Alszweckdienlich müßte man ansehen, daß demVorwärmofen ohne V erm ittlung einer Pfannedas Roheisen vom Hochofen direkt zugeführtwerde, und ebenso vorteilhaft w äre es, wennmit Vermeidung einer umständlichen M aterialbewegungdurch den Ausgleich einer unbedeutendenNiveaudifferenz in der Hüttensohle dasvorgewärm te Roheisen vom Vorwärmeofen auf deneigentlichen Frischherd direkt ahgestochen werdenkönnte. Schließlich sei noch bemerkt, daß nachallem eine neutrale Ausfütterung des Vorwärmofensdie zweckmäßigste wäre, und daß ander E intrittsstelle des Roheisens in den Vorwärmofenfür eine V orrichtung zum Zuriickhaltendes graphitisch ausgeschiedenen Kohlenstoffes(in Form einer Brücke) V orsorge getroffenwerden müßte. D er Effekt eines solchenVorwärmofens erk lärt sich bei genauer Beachtungder früher angeführten Versuchsdaten undder dazugehörenden graphischen Darstellungenvon selbst.(Schluß folgt.)


13. Februar 1907. Amerikanische Röhrengießereien. Stahl und Eiaon. 237Im Novemberheft 1906 des Engineering Magazineveröffentlicht James V. V. Colwelleinen Aufsatz über A usrüstung und Betrieb einermodernen W asserröhrengießerei. Der Verfassergeht von der Leistungsfähigkeit einer modernenRöhrengießerei aus, die er auf täglich 200 bis300 t fei'tige Rohre veranschlagt, wobei er erwillmt,daß zu deren Fertigstellung fast derdreifache B etrag an M aterial in Bewegung zusetzen sei. Nach einer allgemein gehaltenenSchilderung des H erstellungsverfahrens einerForm und des dazu gehörigen Kernes wird dieVerminderung der H erstellungskosten erörtert,die am einfachsten durch möglichst weitgehendeEinführung maschineller Einrichtungen zu erreichensei. Der Vermeidung unnötiger T ransporteder Röhren beim schrittweisen F o rtschreitenihrer H erstellung durch geeignete Anordnungder Anlage, der wünschenswerten Maschinenreservebei Betriebsstörungen sowie derVerwendung der staubdichten Elektrom otorenwird sehr das W ort geredet.In den umstehend wiedergegebenen Lageplünenwerden zwei Systeme von Röhrengießereien vorgeführt:eins mit rechteckigen Gruben, das andereeine Verbindung von rechteckigen und rundenGruben; die gesamte schwere Hebearbeit erfolgtbei beiden Systemen durch elektrische Laufkrane;beim zweiten System mit runden Gruben verrichtetein Auslegerkran die Arbeit.Sämtliches Rohmaterial außer Roheisen wirdauf einer Brückenbahn zugeführt und m it Hilfebesonderer Transportvorrichtungen den einzelnenFiillrüinpfen zugeteilt. Das Ausladen, Brechenund Aufstapeln des Gußeisens erfolgt durcheine Maschine, die das ganze Eisenlager bestreicht;E lektrizität und Hebemagnet verrichtendie Arbeit. Schmalspurbahnen mit 3 t-W agenmachen alle Teile der Gießerei zugänglich; dieAnfuhr des Gußeisens und Schrotts, die Zufuhrder Kerne zu jden verschiedenen Gruben, dieAbfuhr des Schuttes nach der Halde soll durcheine Lokomotive bew ältigt werden, wobei derLokomotivführer noch den R angierdienst mitversieht!Zwischen den Kupolöfen befindet sich ein3 t-Auslegerkran, der mit Fördergefäß undHebomagnet ausgerüstet i s t ; letzterer faßt etwa1 t Eisen und senkt dieses an jeder beliebigenStelle ; in den Ofen, wodurch eine gute V erteilungdes Eisens , erzielt und ein Zerschlagendes Koks vermieden wird. Zur Bedienung derOefen sind elektrisch angetriebene Zentrifugalgebläsevorgesehen. Mittels Elevators werdendie verschiedenen Sorten Lehm und Sand einemRumpfe zugeführt, der in der Höhe der Gicht-"VI LmAmerikanische Röhrengießereien.(Niichdruek verboten.)bühne angeordnet ist. Selbsttätige W ägeundMischmaschinen befinden sich darunter undbereiten das M aterial auf. Nach sorgfältigerD urcharbeitung w erd en die verschiedenen SortenFormsand, Kernsand und Lehm den betreffendenVcrwendungsstellcn durch T ransportapparateoder 3 j\ . cbm fassende W agen mit Seitenentlecrungzugeführt. Die Bedienung dieser Materialaufbereitungerfolgt durch einen einzigenA rbeiter. Als Neuheit wird die Anwendungvon G eneratorgas zum Heizen der Kernöfen undTrocknen der Formen angeführt.Bei beiden Systemen kann der M ittelplatzder Gießerei auch zum Gießen anderer Gegenständedienen, deren Menge nicht so bedeutendist, um ein besonderes Gebäude damit zu belegen.In der Regel werden mehrteilige Form kastenangewendet; diese worden etwas über der m ittlerenQuerachse mit dem K ran gefaßt und umgelegt,so daß die Röhren leicht herauszunehmensind, die dann auf einer Gleitbahn zum P u tzraumrollen. Der P utzereischutt fällt in eineübergitterte Grube, aus der er zeitweise mittelsBecherwerk entfernt wird. D er Abfall wird gesiebtund der gute Saud kehrt zur Sandiniihlezurück. Von dem Putzraum gelangt das Rohrauf einer Gleitbahn mit etwa 1 1/a °/o Gefälle zueinem W ärmofen, wo es auf etwa 175° C. erwärm t und dann in ein Teerbad getaucht wird.Nach dem Erkalten erfolgt die Prüfung beieinem W asserdruck von 20 bis 25 Atm. untergleichzeitigem Abbäminern. Die brauchbarenRohre werden gewogen, gezeichnet und rollenauf der Gleitbahn zum Versand- oder Lagerplatz.L etzterer wird von einem Laufkran bedient.Die Lage der Arbeitsmaschinen, der W erkstätte,Bureaus usw. ist aus den Skizzen nichtzu ersehen, da sie durch die'jew eilige Oertlichkoitbedingt ist.Bei der Besprechung der eigentlichen Betriebsleitungverweist der Verfasser auf die Bedeutungder Untersuchung aller zur Verwendunggelangender M aterialien; dem Chemiker räum ter die unbeschränkte Kontrolle über die Beschickungein, der besonders die nachteiligenStoffe Schwefel, Mangan und Phosphor berücksichtigensoll; nicht minder sei auf die Festigkeitdes Koks, seinen Schwefel- und Aschengehaltzu achten. Des weiteren wird die W ichtigkeiteiner genauen tabellarischen Führung derBetriebsergebnisse betont; ferner sollen K alkulationsbureau,M aterialienverwaltung und V ersandbureauallen modernen Anforderungen entsprechen.Zum Schlüsse stellt der Verfasserdas Verlangen, daß die Röhrengießereien mitden neuesten und besten Einrichtungen aus-2


13. Februar 1907. Novelle zum Berggesetze. Stahl und Eisen. 239gerüstet sein sollen, da die Form er heutzutageebenso teuer seien wie die W erkstättenarbeiter.Im Vergleiche m it unseren deutschen V erhältnissensei vorweg darauf hingewiesen, daßin Amerika die Röhren selbst durchwegs schwerer,bis 30 °/o, hergestellt werden, auch geht dortdie Baulänge in der Regel nur bis 3,6 m, währendbei uns eine solche von 4 m als normaleFabrikationslänge gilt. Tägliche Leistungen von200 bis 300 t werden bei uns auch erreicht,allerdings unter Zuhilfenahme der Nachtschicht.Vermißt wird in dem A ufsatze, oh und in welchemUmfange maschinelle Vorrichtungen zumStampfen von Röhren in Anwendung sind, diein Deutschland schon vielfach und seit längererZeit gebraucht werden. Die als Neuerung bezeichneteAnwendung von G eneratorgas zumTrocknen der Formen und zum Heizen derKernöfen wird hierzulande schon sehr langeausgeübt.A uf den Unterschied in der A rbeiterfragesei noch zum Schlüsse hingewiesen: hier weitgehendesoziale Gesetze, dort keine Beengungdurch gesetzliche Vorschriften und daher rücksichtslosesAusnutzen der A rbeitskraft, wodurchsich ja auch größtenteils die hohen Löhne erklären.Novelle zumDer Gesetzentwurf zur Abänderung desAllgemeinen Proußisnhon Berggesetzesvom 24. Ju n i 1865 lau tet:Das Allgemeine Berggesetz für die PreußischenStaaten vom 24. Ju n i 1865 wird, wie folgt, a b ­geändert:Artikol I.1. Der § 1 erhält folgende Fassung: Dienachstehend bezoichnoton Mineralien sind vomVerfügungsreeht des Grundeigentümers ausgeschlossen:Gold, Silber, Quocksilbor, Eisen, m itAusnahme der Rasonoisenerzo, Bloi, Kupfer, Zinn,Zink, Kobalt, Nickel, Arsenik, Mangan, Antimonund Schwefel (gediegen und als Erze), AlaunundVitriolorze, Steinkohle, Braunkohle und Graphit,Steinsalz, Kali-, Magnosia- und Borsalzo unddie Solquellen. Die Aufsuchung und Gewinnungdieser Mineralien unterliegt den Vorschriftendes gegenw ärtigen Gesetzes.2. Der § 2 wird durch folgende Bestim mungersetzt: Die A ufsuchung und Gewinnung derSteinkohle, des Steinsalzes, dor Kali-, MagnosiaundBorsalzo und der Solquellen steht allein domStaate zu. Dor S taat kann das Rocht zur Aufsuchungund Gewinnung der in Absatz 1 bezeichnetenMineralien an andero Personen übertragen.Die U ebortragung soll gegen Entschädigungund auf Zeit erfolgen.Artikel II.1. Der § 3 erhält folgende Fassung: Die Aufsuchungder im § 1 bezeiclineten Mineralien aufihren natürlichen Ablagerungen — d as Schürfen— ist in A nsehung der nach § 2, Absatz 1,dem Staate vorbehaltonen Mineralien n u r demStaat und den von diosom ermächtigtenPersonen, in A nsehung der übrigen Minoraliondagegen einem jeden g estattet. F ü r die Aufsuchunggelten die nachstehenden V orschriften:2. Hinter § 3 wird folgender § 3 a oingeschoben:Die V orschriften im achten undneunten Titel dieses Gesetzes (von den Bergbehördenund von dor Borgpolizoi) finden aufB erggesetze.das Schtirfon entsprechende Anwendung. DorSchürfer kann durch Polizoivorordnung dos Oberbergamts verpflichtet worden, der Bergbohördovon dem Beginn und von dor Einstellung derSchürfarbeiten innerhalb einor bestim m ten F ristAnzeige zu machen. Ferner kann durch Polizoivorordnungdes Oberbergamts die Geltung der§§ 67 bis 70 und 72 bis 77 dieses Gesetzes m itden aus dor Sachlage sich ergebenden Aonderungonauf Schürfarbeiten ausgedehnt worden.3. Im dritten Absatz dos § 4 werden dieW orte: „Bis zu 200 F uß“ ersetzt durch die W orte:„Bis zu 60 M eter“.Artikol III.1. Der zweite Absatz des § 14 fällt fort.2. Dor § 15 erhält folgende Fassung: DieG ültigkeit einer M utung ist dadurch bedingt:1. daß das in dor M utung bozeichnoteMineral an dem angegebenen Fundpunkto (§ 14)auf seiner natürlichen A blagerung vor Einlegungder M utung entdeckt wordon ist und bei deramtliehon U ntersuchung in solcher Monge undBeschaffenheit nachgewiesen wird, daß oinezur w irtschaftlichen V erw ertung führende bergmännische Gewinnung des Minerals möglicherscheint;2. daß nicht bessere Rechte auf den Fund■ ontgogenstohon.Ist die auf einen F undoingologto M utung infolgeUeberdockung durch das Feld einer andorn M utungungültig geworden, so kann dor Fund, wonn erspäter wieder ins Borgfreie fällt, nur von demersten Mutor oder m it dessen Einw illigung zumGegenstand einer neuen M utung gem acht werden.3. Der § 16 fällt fort.4. Im ersten Absatz dos § 17 tr itt an dieStelle des W ortes: „Q uadratlachtern“ das W ort:„Q uadratm etern“.5. Dor erste Absatz des § 18 erhält folgendeFassung: Die Angabo dor Lage und Größe desFeldes, sowie die Einroichung des Situationsrisses(§ 17) müssen binnen sechs Monaten nach


240 Stahl und Eisen. Novelle zum Berggesetze. 27. Jahrg. Nr. 7.Präsentation der M utung bei dor zur Annahm e 'dor letzteren befugten Borgbohörde erfolgen.ß. Als vierter Absatz des § 18 wird folgendeFeldes sind nur zulässig, worin sie durch besondere,vom W illen dos Muters unabhängige Umständegerechtfertigt werden.Bestim m ung eingefügt: Mängeln des Situations- < 3. Der § 28 erhält folgende Fassung: Sobaldrisses, dio nicht vom Oberborgamt boseitigtworden (§ 33), h at der M uter auf dio Aufforderungder Bergbehörde binnen sechs W ochen abzuhelfen.Auf A ntrag dos M uters kann die F rist angemessenverlängert worden. W orden dio Fristen versäumt,so ist dio M utung von Anfang an ungültig.7. H inter § 19 w ird folgender § 19 a ein-goschobon: Wird nach oder unter V erzichtloistungauf eine M utung auf den dieser zugrundo liegendenFund oder auf einen ändern in demselbenBohrloch oder SehUrfschaeht aufgeschlossenenFund desselben Minerals eino neue M utung eingelegt,so beginnt für letztere der Lauf der im§ 18 Absatz 1 bestim m ten F rist m it dor Präsentationdor zuorst eingelegten Mutung. Nach Ablaufvon sechs Monaten nach der Präsentation 1dor zuerst eingologten M utung kann eino neuoM utung auf denselben Fund odor auf einen indemselben Bohrloch odor Schürfschacht aufgeschlossenenFund desselben Minerals nichtmehr eingelegt werden. Wird eine M utung infolgoN ichteinhaltung dor im § 18 Absatz 1 bestimm ten Frist von Anfang an ungültig, so kannoino neue M utung auf denselben F und odor aufeinen in demselben Bohrloch oder Schürfschachtaufgeschlossenen Fund dessolbon Minerals ebenfallsnicht mehr oingolegt worden.Artikol IV.1. Im § 20 Absatz 2 wird das W ort: „Quadratlachtern“ersetzt durch das W ort: „Quadratmetern“.2. Dor § 27 erhält folgende Fassung: DerM uter hat das Recht,1. in den Kroison Siegen und Olpe dosRegierungsbezirks Arnsberg und in den KreisenA ltenkirchen und Neuwied des RegierungsbezirksKoblenz ein Feld bis zu 110000 qm,2. in allon übrigen Landesleilon ein Feldbis zu 2 200000 qm zu verlangen.Der Fundpunkt muß stets in das verlangteFeld oingesehlosson werden. Dor Abstand desFundpunktos von jedem Punkto dor Begrenzungdes Feldes darf boi 110000 qm (Nr. 1) nicht unter25 m und nicht Uber 500 in, bei 2200000 qm(Nr. 2) nicht unter 100 m und nicht Uber 2000 mbetragen. Dieser Abstand wird auf dem kürzestenWoge durch das Feld gemessen. FreibleibendeFlächenräum e dürfen von dem Feldenicht umschlossen worden. Im übrigen darfdem Felde jede beliebige, den Bedingungen des§ 26 entsprechende Form gegeben werden, soweit diese nach der Entscheidung des Oborbcrgamtes zum Bergwerksbetriebe geeignet ist. Abweichungenvon diesen Vorschriften übor denAbstand des Fundpunktes und dio Form desdie Sachlage es gestattet, hat die Bergbehördeeinen dom M uter mindestens vierzohn Tago vorherbekannt zu machenden Term in anzusotzen, inwelchem dieser soine Schlußerklärung Uber dieGrößo und Begrenzung des Feldes, sowie üboretwaige Einsprüche und kollidierende AnsprücheD ritter abzugeben hat. Erscheint dor Muter imTermin nicht, so wird angenommen, er beharroboi seinom Anspruch auf V erleihung des Borgwerkseigentums in dem auf dem Situationsrisse(§ 17) angegobenon l’oldo und erw arte dio E ntscheidungdor Bergbehörde übor seinen Anspruchund über die otwaigen Einsprüche und AnsprücheDritter.Artikel V.1. Am Schlüsse des dritten Abschnitts deszweiten Titols dos Allgemeinen Berggesetzes wordenfolgendo V orschriften eingeschaltet: § 38a:Die §§ 12 bis 38 finden in A nsehung dor im § 2Absatz 1 bezoichnoten Mineralien keine Anwendung.F ür dio letzteren gelten dio Vorschriftender §§ 38b und 38'c. § 38b: D as B e rg w o rk s -oigontum an den im §2 Absatz 1 bozeiclmotenMinoralion wird dem Staate durch den Ministorfür Handel und Goworbo verliehen. Dio Verleihungist von dom Nachweis abhängig, daß dasMineral innerhalb des zu verleihenden Feldes aufseinor natürlichen Ablagorung in solcher Mengeund Beschaffenheit ontdeckt w orden ist, daß einozur w irtschaftlichen V erw ertung führende bergmännischeGewinnung dos Minerals möglich erscheint.Dio V erleihung erfolgt durch Ausstellungeiner m it Siegel und U nterschrift zu versehendenUrkunde, welche dio im § 34 unterZiffer 1 bis 6 aufgezählten Angaben enthaltenund m it einem von einem konzessionierten Markscheideroder vereidigten Feldmesser angofertigten,der V orschrift im § 17 Absatz 1 entsprechendenSituationsrisse verbunden werdon muß. Die Verleihungsurkundeist durch den Deutschen Roichsanzeigorund Königlich Proußischen Staatsanzeigerzu veröffentlichen. § 38c: Das nach Maßgabe des§ 38 b begründete Borgworkseigentum dos Staatesan den in § 2 Absatz 1 genannten Mineralienkann in dor Weise belastet worden, daß dem,zu dessen Gunsten dio Belastung erfolgt, auf Zeitdas vererblicho und veräußerlicho Recht zusteht,die im § 2 Absatz 1 bezoichneten Mineralienodor einzelne dieser Mineralien innerhalb des aufdem Situationsriß angegobenon Feldes nach denBestimmungen des gegenw ärtigen Gesetzes aufzusuchenund zu gewinnen und alle hierzuerforderlichen Anlagen unter und über Tago zntroffen. W ährend des Bestehens eines nach Absatz1 begründeten Gewinnungsrechts finden alleVorschriften des gegenw ärtigen Gesetzes über


13. Februar 1907. Bericht über in- und ausländische Patente. Stahl und Eisen. 241die Rechte und Pflichten des Borgwerkseigontümers(Bergworksbesitzers, Borgbautroibonden,Werksbesitzors, gow innungsbcrechtigton W erksbesitzers)m it Ausnahm e der §§ 39, 55, 65, 156bis 162 und 164 m it der Maßgabe Anwendung,daß an dio Stelle dos Borgworksoigentümors(Bergworksbcsitzors, Bergbautreibondcn, Worksbesitzors)der Gowinnungsberechtigte tritt. Stoblein Gewinnungsrecht dor im Absatz 1 bozeichnetenA rt zwei oder mehreren M itborochtigtenzu, so ilndon auf dio Rechtsverhältnisse dor Mitbcrochtigtendio V orschriften des vierten Titelsdes gegenwärtigen Gesetzes Anwendung.dieses Gesetzes bleiben die provinzial rechtlichen2. An die Stelle des zweiten und dritten Absatzesdes § 50 treten folgonde Bestim m ungen: bezeichnoton Mineralien dem VorfügungsrochtoBestim mungen, wonach oinzolne der in Artikel 1Für das Borgwerkseigontum und das aufGrund des § 38 e Absatz 1 begründete G o w i n -nungsrecht gelten die sich auf Grundstückebeziehenden V orschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches,sow eit nicht aus diesem Gesetz sich eindes Grundeigentümers unterliegen, oder nochanderes ergibt. Mit dor gleichen Beschränkungfinden dio für den Erwerb dos Eigentum s unddio Ansprüche aus dom Eigentum an Grundstückengeltenden Vorschriften auf das Bergwerkseigentum und das auf Grund des § 38c Absatz1 begründete Gew innungsrecht entsprechendeAnwendung. Die für selbständige Gerechtigkeitengoltenden V orschriften der Artikel 22,28 des Ausführungsgesetzos zur Grundbuchordnungvom 26. Soptembor 1899 (GesetzsammlungS. 307), der Artikol 15 bis 22 dos Ausführungsgesetzeszum Reichsgesetz über dio Zwangsversteigerungund Zw angsverw nllung vorn 23. September1899 (Gesetzsammlung S. 291) und desArtikels 76 des preußischen Gesetzes Uber diofreiwillige Gerichtsbarkeit vom 21. Septem ber 1899(Gesetzsammlung S. 249) finden auf das nach§38o Absatz 1 begründete Gowinnungsrecht Anwendung.Bei der Bestellung eines Gewinnungs-17. Januar 1907. Kl. 10a, 31 29 1C3. Verfahrenmul Einrichtung zum Ablösehen von Koks und anderenglühenden, stückigen oder pulverigen Stoffen, bei dem(las I.öschgut in ' dünnen, stehenden Schichten indurchbrochenen Behältern langsam von unten naehoben vom Wasser durchdrungen wird; Zus. z. Anm.M 27 723. Albert Mann, Naumburg.Kl. 10b, W 24682. Verfahren zur Regelung derKonsistenz von Brikettierungsmassen, die mittelswasserlöslicher Bindemittel zubereitet sind. BernhardWagner, Stettin, Kaiser Wilhelmstr. 99.Kl. 18b, St 10 178. Beschickungsvorrichtung fürMartin- und Blockwarmöfen. Fa. Ludwig Stuckcnliolz,Wetter n. d. Ruhr.Kl. 18c, G 20164. Gaskanalofcn zum sich steigerndenErhitzen von Stabeiscn, das seiner Längsrechtsist lur dieses ein besonderes Grundbuchblatt anzulogen. Dio Anlegung w ird auf demG rundbuchblatt des Borgworks verm erkt.Artikel VI.Dor § 59 Absatz 1 erhält folgende Fassung:Die zum Botrioh auf Bergworkon und Aufbereitungsanstalten(§ 58) sowie zum Botriobo vonSchürfarbeiten dienondon Dampfkessel und Triobworkounterliogon den V orschriften der Geworbogesetzo.Artikol VII. /U nberührt von den Vorschriften in Artikol Iandoro als die in Artikel I bezeichnoton Mineralienvom Verfügungsrocht.e dos Grundeigentümers ausgeschlossen sind, sowio dio Vorschriftendos Allgemeinen Berggesetzes übordio Um wandlung dor gestreckten in goviortoFelder. Auch w ird an den Rechten dor früherreichsuum ittelbaron Ntandeshorron sowie derjenigen,welchon auf Grund besonderer Rechtstitoldas Bergregal oder sonstigo Borgbauvorreehtoin gewissen Bezirken allgemein odor für einzelneMineralien zustohen, durch das gegenw ärtige Gesotznichts geändert.Artikol VIII.Soweit in Gesetzen auf V orschriften verwiesenist, welche durch dieses Gesetz abgeändertwerden, treten an deren Stollo die entsprechendenneuen Vorschriften.Artikel IX.Dieses Gesetz tr itt vom Tage seiner V erkündigungan in Kraft. Mit dor A usführungdieses Gesetzes w ird der Minister für Handel undGewerbe beauftragt.Bericht über in- undPatentanmeldungen,welche von dem angegebenen Tage an w ä h r e n dzw eier M onate zur Einsichtnahme für jedermannim Kaiserlichen Patentamt in Berlin ausliegen.ausländische Patente.richtung nach don Ofen durchwandert. J. EduardGoldscbmid, Frankfurt a. M., Friedensstr. 7.Kl. 24 b, St 8779. Beschickungsvorrichtung fürFeuerungen. H. Stier, Dresden, Zwickauerstr. 71.Kl. 31 c, II 38190. Lösbarer Modelldübel.Eduard Häse, Leipzig-Kl. Zsehocher, Gerhardtstr. 7.Kl. 31c, Z 4521. Modcllpulver; Zus. z. Anm.Z 4508. Emilie Minna Gränitz, geb. Lederer, Chemnitz,Lutherstr. 9.21. Januar 1901. Kl. 1 a, K 31 959. In derLängsrichtung schwingende Siebanlage; Xus. z. Anm.K 28 239. Eugen Kreiß, Hamburg, Papenstr. 34.Kl. 7 b, 1134 085. Doppelseitig wirkende Strangpressezur Herstellung von Kupferdraht u'nd dergl.Carl Huber, Berlin, Friedrichstraße 16.Kl. 7 h, H 35 764. Strangpresse, hei welcher indem den Metallblock aufnehmenden Rezipienten eineStahlbuchse als Hilfszylinder eingesetzt ist. CarlHuber, Berlin, Friedrichstr. 10.KI.24a, F 20 125. Feuerungsanlage mit Zuführungvon Znsatzluft durch die Feuerbrücke und vor dieser.Offene Handelsgesellschaft O. Krueger & Co., Berlin.


242 Stahl und EiBen. Bericht über in- und ausländische Patente. 27. Jahrg . Nr. 7.Kl. 24h, K 28461. Beschickungsvorrichtung fürFeuerungen. Josef Kudlicz, Prag. Adolf CarlFriedrich von Andre und Hans Rudolph Otto Friedcrici,London; Yertr.: E. AS', lfopkins und K. Osius,Patent-Anwälte, Berlin SW. 11.lvl. 27 c, N 7768. Schleudergohläsc. NaturalPower Co., eingetr. Genossenschaft, St. Louis,Ar. St. A.; Arertr.: Dr. S. Hamburger, Patent-Anwalt,Berlin AV. 8.Kl. 31a, L 21490. Doppelwandiger vierseitigerTiegelschmelzofen. Robert Lindemann, Osnahrück,Martinistr. 59.Kl. 31c, P 10813. Aus Stärkemehl und einemFüllstoff bestehendes Formpulver. Berliner Formpuder-SS'erke Fritz Kripke. Berlin.Kl. 50c, G 23079. Kollergang mit in Kurbelngelagerten Läufern. Christian Gielow, Görlitz, Jakobstralie28.Gebrauchsmustereintragungen.21. Januar 1907. Kl. 1 a, Nr. 296374. Klassitikateurmit siebartigem Zwischonboden und in diesemangeordnetem Abzugsrohr. Gustav AArippermann Maschinenfabrikund Eisengießerei G. m. b. H., Kalkbei Köln.Kl. 7a, Nr. 296644. AA'alzwerk, dessen Stirnrädergetriobemit Innenverzahnung versohen sind.Otto Seeger, Mannheim, Luisenring 43.Kl. 7b, Nr. 296312. Zange mit federndem Anzugzum stoßfreien Einziehen des Drahtes bei allen Artenvon Drahtzicheinriehtungen. Gustav Brune, Lüdcnsclieid.Kl. 7b, Nr. 296 596. Rohrziehtriehter mit einerals Ring ausgebildetcn abnehmbaren Schweißbnhn.Heinrich Muskulus, Nassau a. d. Lahn.Kl. 24 f, Nr. 296 352. Roststnb mit Schlitzen.Gebr. Ritz & Schweizer, Maschinenfabrik und Eisengießerei,Schwab. Gmünd.Kl. 49e, Nr.296415. Federhammer, bei dem imHubgestiinge und in der Bäraufhängung Spiralfedernzwisehengeschultot sind. Fa. F. A. Sattler, Neukirchena. Pleiße.Deutsche Reichspatente.KL 7a, Nr. 172077, vom 9. Februar 1905. M artinB öhm e in G elsenkirchen. Vorrichtung zum Trennenvon in Paketen ausgewalzten, aneinander haftendenBlechen unter Benutzung magnetischer Walzen.Die Blechpakete werden, aus der AAralzstraßekommend, zunächst den gegeneinander versetztenLoekerwalzen a bisf zugeführt und tretendann zwischen diebeiden mit Elektromagnetenl und mausgerüsteten AAralzeng und h. Hierwerden die Paketezweckmäßig unterMitwirkung einesKeiles n in zweiLagen zerteilt, vondenen jede durch denMagnetismus der berührenden AAralze g bezw. h auf derganzen Breite angezogen wird und bei weiterem A'orrückensich auf deren Oberfläche dicht anlegt. Um beigrößeren- Blechlängen ein Aufwickeln dor Bleche aufden AA'alzen g und h zu verhindern, werde diese entmagnetisiert,sobald die Bleche die Punkte o und perreicht haben. Gleichzeitig werden die hier befindlichen,einen eigenen Antrieb besitzenden AA'alzen »und k auf die Bleche gepreßt und nehmen diese durchReibung mit, so daß die weitere Trennung vor demKeil n von jetzt ab rein mechanisch durch Auseinanderreißenerfolgt.Kl. 18b, Nr. 173047, vom 8. September 1903.W ilhelm S ch n ell in W e tte r a. d. R uhr. Sicherheitsvorrichtunggegen das Utnkippen der Konverterbeim Ausgießen der Charge.Der Kolbcnschieber der hydraulischen Steuerung sfür den das Kippen des Konverters bewirkendenhydraulischen Zylinder z ist durch ein Hebelsystem edesowohl mit dom Steuerhebel f als mit dem Segmenthebelb, welcher mit einem auf der Konverterachsesitzenden Zahnrade a im Eingriff steht, verbunden.Hierdurch wird die Kippbewegung des Konvorters aufdie Steuerung des Kolbenschiebers übertragen unddieser beim Kippen des Konverters, sobald dor Steuerhebelf festgolegt ist, geschlossen, so daß der AVasser-Ein- oder -Austritt für den hydraulischen Zylinder sabgesperrt wird und ein Festhalten des Konverters ineiner bestimmten Stellung gewährleistet ist.Britische Patente.Nr. 2S570, vom Jahre 1904. Victor Defaysin Brüssel. Ilerdschmelzverfahren.Erfinder weist auf die für den Reinigungsprozeßdes zu behandelnden Roheisens schädlichen Eigenschaftender entstehenden Schlacke hin, die durchihr geringes AVärmeleitungsvermögcn den ProzeßBelbst verzögere, die oxydierende AVirkung der Ofenatmosphäreauf das EiBenbad aufhebe und eine völligeReinigung desselben illusorisch mache, und schlägtvor, zur möglichst vollständigen Entfernung derSchlacke aus dem Ofen nach jeder Operation dengesamten Stahl und die gesamte Schlacke abzustochen,letztere außerhalb möglichst vollständig vom Flußstahlbezw. Flußeisen zu trennen und dieses zur weitereuAbarbeitung in den Ofen zurückzugoben.Nr. 7S7B, vom Jahre 1906. Percy ChapmauB a y 1 e y in Hartburn und The South DurhsmStoel and Iron Co., L td., in Stockton-on-T e e s. Abstich fü r Metallschmelz- und Baffmieröfen.Die Abstichrinne vor dem Ofen läuft in zweioder mehr Rinnen aus, welche von der Hauptrinnostrahlenförmig ausgehen und von dieser mit Metallgespeist werden, so daß gleichzeitig zwei oder mehrGießpfannen gefüllt und damit der Ofenraum besserals bisher ausgenutzt werden kann.In der Ilauptabstichrinne ist im Boden eine aufklappbareOeffnung vorgesehen, welcho geöffnet wird,sobald die im Ofen enthaltene Schlacke austritt. Diesekann dann, ohne daß die Metallpfannen entfernt zuwerden brauchen, für sich nbgefiihrt werden.


13. Februar 1907. Statistisches. — Berichte über Versammlungen aus Vachvereinen. Stahl und Fisen. 243Statistisches.Ergebnisse der Diplomhauptprüfungen an den Technischen Hochschulen Preußenswährend des Studienjahres 1905/06.*Von (len zur Diplomhauptprüfung zugelassenen Kandidaten haben bestanden:IIU d e r D a v o n h a b e n b e s t a n d e ni a „ g u t “ In „ m i t A u s z e i c h n u n g “ I n/F a c h£©fla«A a c h e nto"nfl«QaaaOS3NaV»©oflc«SA a c h e n juNfleSQflVeBa!9NaVttu©>OaflA a c h e n jU>“nfl«Gc©ES«3SJA rc h ite k tu r................. 78 24 5 4 11t 12 7 1 _ 20 5 2 _ 7Bauingeniourwosen . . 96 59 11 G 172 17 8 5 3 33 15 1 i 1 18Maschineningemcurwesen. . . . 179 76 18 9 282 67 16 4 4 91 6 5 2 1 14Elektrotechnik . . 26 27 7 3 63 12 6 4 1 23 1 3 1 1 6Schiffbau . . 31 — ____ 2 33 13 ___ ___1 14 3___ _1 4Schiffsmaschinenbau . . 13 — — 1 14 8 ___ — 1 9 1 _ ___ _ 1C h e m ie ......................... 14 8 5 — 27 5 4 1 ___ 10 2 1 2 ___ 5Hüttenkunde . . . 27 — 20—47 14 — 16 — 30 1 ___ 3 ___ 4___B erg b au......................... — 12 — 12 — — 4 — 4Insgesamt 464 194 78 25 761 148 41 35 10 234 34 12 9 4 59Frankreichs Hochöfen am 1. Januar 1907.Dem „Echo des Mine» ct de la Metallurgie“ zufolge**standen an Ilochöfon in Frankreich im Feuer:Bezirk1900 1906 19071. Jnnunr 1. Juli 1. JanuarOsten . . . 71 71 76Norden . . ........... 13 14 14Mittel-, Süd­ und Westfrankreich....................... 30 30 32Zusammen 114 115*** 122Die Gesamt-Tagcsorzeugung betrug Ende 190011 000 t, d. h. um etwa 1000 t mehr als am 1. Juli 1900.Was die einzelnen Werke betrifft, so haben die„Aciéries de Longwy“ zurzeit acht Oefcn im Betrieb;Michoville stellt zwei Oefen frisch zu und wird wahrscheinlichnoch einige neue bauen ; Homécourt bateinen fünften Hochofen angeblasen, auch Denain-Anzinstellt zwei Oefen neu zu, wührend die „Aciéries deFrance“ drei Hochöfen vollständig umgebaut habon.Die Verlegung des Hochofenworkes von St. Louisbei Marseille nach Outreau bei Boulogne - sur- M erf* „ZentralbL d. Bauverwalt.“, 0. Febr. 1907 S. 88.** 1907, 17. Januar.*** Arergl. „Stahl und Eisen“ 1906 Nr. 10 S. 1022.t Yergl. „Stahl und Eisen“ 1906 Nr. 6 S. 368.bat sich in dor Weise vollzogen, daß der Ofen nebstZubehör stückweise auf einen Dampfer verladen undüber Gibraltar nach seinem neuen Bestimmungsortbefördert wurde. C. G.Die belgischen Hochöfen.Die Zahl dor im Anfänge des Jahres 1907 inBetrieb befindlichen belgischen llochöfon* betrug 38,gegen 35 im Beginne des Jabros 1905. Außer Betriebwaren zu den genannten Zeitpunkten vier bezw.sechB. Die Verteilung der 38 Oefen auf die verschiedenenBezirke ist folgende:Bezirk Charleroi 15, Bezirk Lüttich 17 und Luxemburg6.Die Gesnmterzougung an Roheisen in Belgienbetrug: m o 1905itim D e z e m b e r..................... 188 124 119888im ganzen Jahre . . . . 1 454863 1 372057Davon w aren:P u d d e lro h e ise n ................. 230 530 205 570**Gießereiroheisen . . . . 103053 99740**S tahlro h o iso n ..................... 1 120 780 1004 980*** „Engineering“, 18. Januar 1907 S. 82.** „Stahl und Eisen“, 15. März 1906 S. 367, 1. Dezember1906 S. 1465.Berichte über Versammlungen aus Fachvereinen.Südwestdeutsch - LuxemburgischeEisenhütte.Die am 13. Januar 1907 stattgehabte Hauptversammlungim Hotel Terminus zu Metz wurde kurznach 11 Uhr durch den Vorsitzenden, GeneraldirektorM ax Meier, in Gegenwart von etwa 160 Mitgliedernund Gästen eröffnet, indem er die Anwesendenherzlichst willkommon hieß und besonders dieEhrengäste, den Bezirkspräsidenten Grafen vonZeppelin und den Bürgermeister Justizrat Ströversowie die lin. Hiertz und Kraft aus Seraing begrüßte.Zunächst berichtete der Vorsitzende überdie Entwicklung des Vereins, daß dieselbe erfreulichsei; im verflossenen Jahre sei die Mitgliedorzahl nichtunwesentlich in die Höhe gegangen, so daß der Zweigvereinheute 254 Mitglieder zähle. Im Namen dosHrn. H e r m. Röchling teilte er über die finanziellenVerhältnisse ferner mit, daß diese nicht ungünstigseien, da die Abrechnung am 19. Dezember mit2564,75 J l Ueberschuß abgeschlossen habe. Hierauffand die Wahl des Vorstandes statt. Auf Vorschlagdes Hrn. Sehmer erfolgte Wiederwahl des Vorstandesmit Ausnahme des Hrn. Heek man, fürwelchen dio Saargruppe einen Ersatzmann demnächstvorzuschlagen sich vorbehält. Der Vorstand bestehtsomit aus den H erren: M. Meier, O. Weinlig.Hermann Röchling, von der Becke. H. D o -werg, Fischer, R. Hinsberg, R. Korten,Ernst Lao ¡8, Leon Metz, Müller, R. Seidel,


244 Stahl und Eisen.Berichte über Versammlungen aus Fachvereinen. 27. Jahrg. Nr. 7.Serlo, D. Turk. (Den Vorsitz für das Jahr 1907wird Ilr. 0. Weinlig, den stellvertretenden Hr. M axMeier führen.) •Auf die weitere Bitte des Vorsitzenden, sich zuäußern, oh irgendwelche Wünsche betreffs dor Vereinsleitungvorhanden seien, meldete sich niemand.Der Vorsitzende godachto dann noch der zwei demVerein durch den Tod entrissenon Mitglieder, derHK. Ingenieur Reißlandt in Saarbrücken und FabrikbesitzerKommorzienrat Jacobi in Straßburg; ihr Andenkenwurde dadurch geehrt, daß die Anwesendensich von ihren Sitzen erhoben.Dann orgriff Dr.-Ing. Schrödtcr das W ort, umim Aufträge des Vorsitzenden des Ilauptvcroins, Hrn.Kommerzienrats Springorum, herzliche Grüße zu überbringen,und gleichzeitig zur Tagung die aufrichtigstenWünsche zu übermitteln, daß sie ebenso erfolgreichund erfreulich verlaufen mögo wie die Vorgängerinnen,und daß auch sie dazu beitragen möge, den Zusammenschlußdor technischen Kräfte, auf denen unsere fortwährendvoranschreitendo mächtige Eisenindustrie dorWoBtgrenzo und der Saar beruht, zu fördern.Hierauf hielt Oboringenicur Barth aus Nürnbergeinen durch Lichtbilder ergänzten Vortrag über dieK raftm aschinen auf dor Bayrischen Landesausstellung,NürnbergAuf Vorschlag des Vorsitzenden unterblieb dieBesprechung bis nach dem dann folgenden Vertragedes Oboringenieurs Selige über das ThemaSchwierigkeiten Im Betriobe der Gasmaschinenund deren Beseitigung.An diesen auf Seite 222 ff. vorliegender Nummerabgedruckten Vortrag Bchloll sich eine Besprechung, inder zuerst das W ort ergriff:Dr.-Ing. Sehrödter-Düsseldorf: Es ist für michvon großem Interesse gewesen, daß dor Vortragendeunter den Anständen, die er bei den Gasmaschinenals noch vorhanden bezeichnoto, nicht auch dieSchwierigkeit als dritten Punkt liervorgeliobon hat,die in dor Beseitigung dos im Gas enthaltenen Gichtstaubesbesteht. Ich habe daraus den Schluß gezogen,daß die Reinigung jetzt eine so vollkommeneist, daß eben verhältnismäßig wenig Staub in die Maschinenhereinkommt, bezw. daß die Maschinen sichleicht reinigen lassen. Vielleicht hat der Herr Vortragendedie Güte, dies zu bestätigen, und habenebenso vielleicht die Herren aus Scraing aus ihrerlangen Praxis hierüber etwas zu berichten.Oboringenicur S e i Igo: Wie bereits erwähnt,ist diese Schwierigkeit als beseitigt zu betrachten, undsind meiner Ansicht nach Anstände durch unreinesGas nicht mehr zu erwarten.H errn . Röchling - Völklingen: Ich möchteden Herrn Vortragenden fragen, auf welchen Staubgehaltin Differdiugop normalerweise das Gas heruntergebrachtwird.Oberingeuiour Selige: W ir kommen auf durchschnittlich0,05 g f. d. cbm Gas. Die Gasmaschinenbauerschreiben 0,1 g vor. Bei 0,05 g müssen dieMaschinen noch öfters gereinigt werden, und zwaralle 3 bis 4 Wochen.H errn . Röchling: W ir haben die Erfahrunggemacht, daß, wenn man bis 0,02 g Staubgehalt heruntorkommt,man beinahe nicht mehr zu reinigenbraucht. Allerdings verlangen von den verschiedenenSystemen die einen größere Reinheit als die anderen.Einzelne von den als vorbildlich betrachteten Systemensind in diesem Punkte schwieriger als die altenCockerillmaschinen. Merkwürdigerweise sind geradedie ganz alten Maschinen mit diejenigen, die ambesten den Schmutz vertragen. Es ist dies eine auffälligeErscheinung.Oberingonieur Selige: Es ist jedenfalls einsehr großer Vorteil der Cockorillmaschino, daß siebezüglich dor Reinigung des Gases keine großen Ansprüchestellt. Wenn alle sonstigen Maschinen versagen,so zieht die Cockorillmaschino bei schmutzigemGas noch durch und ist infolgedessen eigentlich alsbetriebssicherste zu bezeichnen.Generaldirektor M ax Meie r-Differdingen : Ichmöchte nicht so ohne weiteres unterschroiben, wasmein Kollege Selige sagt, daß dieso Maschine geradedie betriebssicherste ist. Ich glaube, daß dieSchwierigkeit bei den neuen Maschinen darin liegt,daß hei den komplizierten Organen speziell der Viortaktinaschinenund den engen Durchlässen der Ventileder Staubgehalt eino ganz andere Rolle spielt alsbeispielsweise bei den alten Cockerillmaschinen, weshalbdie einen wohl mit schmutzigem Gas durchkommenkönnen, während die anderen öfters goreinigtwerden müssen.Ingenieur E. II i er tz -S e ra in g : W ir haben dieErfahrung gemacht, daß doppeltwirkende Maschinenmit einem roineren Gas arbeiten müssen als einfachwirkende.W ir arbeiten mit einem Gas von 0,01 gStaubgehalt und haben die Tboisenschen Apparato alsdie besten zum Reinigen dos Gases gefunden und amsichersten mit denselben gearbeitet. W ir glauben,auch andersw-o hat man dieselben Erfahrungen gemacht.Horm. Röchling: Ich möchte noch oine Fragostellen. Kann mir der Herr Vortragende vielleichtsagen, wolches der niedrigste Gehalt an Heizwert ist,den das Gas dor Hochöfen in Differdingen gegebenhat, und sind dort Heizwerte unter 800 W. E. konstatiertworden?Oberingonieur Selige: Bis jetzt nicht, wirhaben immer über 900 W. E. gefunden.H e rrn . Röchling: Ich will zugeben, daß dasbei uns nicht immer der Fall ist. Wir konstatierenzwischen 890 bis 940 W. E. Es scheinen Zoiten vorzukommen,wo plötzlich das Gas ärm er wird undselbst bis unter 800 W. E. heruntergeht, sogar 790 W. E.haben wir in den letzten Tagen festgestcllt. Ambesten fühlbar sind die Schwankungen bei Gasmaschinen,die an Walzcnstraßen arbeiten, weil dortsofort ein Vorsagon ointritt, bei anderen wird mandie Schwierigkeiten nicht sogleich bemerken.Oberingenieur Selige: W ir bemerken cs auchbei den Maschinen unserer elektrischen Zentralesofort, wenn das Gas minderwertiger wird. Nurdurch stärkere Gaszufuhr ist es uns dann möglich,die Maschinen im Betriobe zu halten.Ingenieur Iliortz: .Mit welchem Kalorimeterwurden die Bestimmungen gemacht?H e rrn . Röchling: Dieselben wurden ausgerechnetauf Grund der Analysen.Generaldirektor M ax Meier: Ich glaube, daßes sehr häufig mit oine große Rollo spielt, daß dieGaszufuhr an den Maschinen plötzlich nachläßt. Wennman eine größere Anzahl Hochöfen hat und gleichzeitigan mehreren abgestochen und gegichtet wird,so treten Momente ein, wo das Gasquantum einfachnicht mehr genügt und der Gasdruck fällt, und wennwir auch Registriermanomoter haben, die das sofortanzeigen, so genügt unter Umständen das momentaneFallen, damit dann die Maschinen uachlasscu und womöglichstehon bleiben. Dio unbequemen Erscheinungen,die dann eiutreten, sind Ihnen genügend bekannt.Ich möchte noch bemerken, daß nicht bloßbei Gasmaschinen zur Herstellung elektrischen Stromes,sondern auch bei Gebläsemaschinen in dem Momente,wo große Gegendrücke eintreten, die Maschinenstehen bleiben. Die Folgen können unter Umständendiejenigen sein, daß durch Mangel an genügendemWinddruck die Formen voll laufen, und die Konsequenzen,die sich daraus ergeben, brauchen wirwohl hier im Kreise von Eisenhiittenlouten nicht weiterzu besprechen.


13. Februar 1907. Berichte über Versammlungen aus Fachvereinen. Stahl und Eisen. 245Oberingeniour P. Schmerse- Siegen: Aufeinem in der Nähe befindlichen Mochofenwerk, andas meine Firma, die Siegen er Maschinenbau-Act.-Ges. vorm. A. & II. Oocholliiiuser, mehrereGasgeblnsemaschinen geliefert hat, wurden mehrwöchigeBeobachtungen über die Zusammensetzungder Hochofengase und ihren 'Wärmegehalt gemacht.In der Mehrzahl der Fälle ergab sich ein W ärmegebaltzwischen 800 und 900 W. E., in einer großenZahl von Fällen lag er zwischen 700 und 800 W. E.,in einem Einzelfall wurden 1000 und in oinom weiterenEinzclfal! 545 W. E. festgesteilt und durch dieAnalysen bestätigt. Die zum Teil sehr erheblichenVerringerungen des W ärmegehaltes haben unserodortigen Maschinen verhältnismäßig gut überwunden.Wie Ihtfen bekannt ist, werden die Gaspumpen derKörtingsehen Zweitaktmascliinen nicht voll gefüllt.Ilei sinkendem W ärmegehalt Wird die Füllung derGaspumpe einfach vergrößert. Es ist Ihnen fernerbekannt, daß in unseren Kraftzvlindorn vor dem Gemischein Luftpolster gelagert wird. In Notfällennun wird dieseB Luftpolster ebenfalls durch Gemischersetzt. Man kann annehmen, daß dabei etwas Gasin den Auspuff geht, doch dürfte dies ohne Bedeutungsein gegenüber der Tatsache, daß auch bei stark sinkendemW ärmegehalt des Gases der Betrieb nochaufrecht erhalten werden kann.Im übrigen können wir Gasmasehinenbauer domHerrn Vortragenden zu besonderem Danke verpflichtetsein, da er den Wort odor Unwert der Gasmaschinenach ihrer Betriebssicherheit abmißt, denn die Betriebssicherheitbietet zwar nicht den einzigen, jedenfallsaber wichtigsten Maßstab zur Beurteilung dermodernen Großgasmaschine. Es war mir daher besondersangenehm, daß der Vortragende nicht alleindie an Viertaktmaschinen vorgekommenen Anständobesprochen hat, sondern auch solche, die an Zweitaktmaschineuder Bauart Körting vorgekommen sind.Das gibt mir die erwünschte Gelegenheit, Ihnen überdio Ursache dieser Anstände zu berichten.Nach dem soeben gehörten Vortrage erscheineninsbesondere die Zylinderköpfe unserer Zweitaktmaschinengefährdet. An einer Itoihe von Köpfenkonnto ein stets in gleicher Weise auftretender, senkrechtverlaufender Riß des Innenmantels beobachtetwerden, dor den Kopf selbstverständlich jedesmal unbrauchbarmaebto. M.H.! Ich kann Ihnen das Gohoimnisdieser Brüche ohne weiteres verraten, zumal da wirwissen, wie wir es jetzt besser machen können. Dieersten Köpfe waren einfach zu schwach konstruiert.M ir haben Bolehe Köpfe nachgcreclmet in einer Woiso,wie man etwa dio gefährdeten Ecken an Pumpenkörpernzu berechnen pflegt, und haben gefunden,daß die Beanspruchung der ersten Köpfo mehr als450 kg betrug. Das vertrügt selbst das Gußeisenbei einer gewöhnlichen Dampfmaschine nicht, insofernSpannungswechsel eintritt, wieviel weniger bei einerGasmaschine mit ihren Temporaturverändorungen. Esgibt da das ganz einfache und bekannte Mittel, dieseRisse zu verhindern, indem man die gefährdetenF.cken durch warm emgezogono Bolzen verstärkt.An Köpfen, die in dieser Weise konstruiert waren,sind Risse im Innonmantel nicht mehr aufgetreten.Es entsteht nun die Frage, was vom betriebstechnischenStandpunkte aus das Richtigste ist, die Beibehaltungvon Köpfen an den Gasmaschiiienzylinderii oder dieAusbildung von Gaszylindern gleich der von Vcntil-danipfzylintfern. W ir entschieden uns, die Ventilenicht in die Zylinder zu verlegen, sondern die Köpfebeizubehalten, und zwar aus folgenden Gründen. Zunächstein rein praktischer Grund. Es ist naturgemäßeinfacher, einen gerissenen Zylinderkopf auszuwcchselnals einen gerissenen Kraftzylinder, und zudem erheblichbilliger. Dann aber veranlaßte uns auch einean Dampfkesseln gemachto Beobachtung, dio Konstruktionvon Kraftzylindern mit eingegossenon Yontilgehäusenzu vermeiden. Ais man seinerzeit die gewölbtenKossolhöden einführto und dabei dio glattenFlammrohre beibehiolt, zeigte es sich, daß dio Nietenleicht ftbrissen und undicht wurden. Dio Ursachelag darin, daß das Flammrohr sieh stärker dehnt alsder Außenmnntel, daß aber dio gewölbten Kossoibödcnnicht nachgebon, wie das früher die flachen Bödengetan hatten. Man beseitigte den Uebelstnnd erstdurch Einführung der gewellten Flammrohre. DieseBeobachtung beweist vollkommen klar, daß am Flammrohreine größere mittlere Temperatur auftritt alsam Außenmantel.Genau so liegt der Fall hei Gasiiiaschinenzyiindern,deren Innen- und Außenmantol zuBammengegossenist. Ebenso wio beim Dampfkessel bokommt dorlimenzylinder oine höhere mittlere Temperatur alsder Außenzylinder und weist demnach eine größereLängondobmmg auf. Man hat versucht, die verschiedenenWärmedehnungen der beiden Mäntel dadurchauszugleichen, daß man sehr große Wassorrüumcanbrachte. Wie dio Erfahrung zeigt, dürfteauch diese Konstruktion nicht den genügenden Schutzbioton. Wenn man nur eine geringfügige Temperaturdifferenzzwischen Innen- und Außonmantel, sagen wir20 bis 30°, annimmt, so ergeben sich an den Flanschenschon so hoho Biegungsbeanspruchungen, daß einBruch auf dio Dauer nicht zu vermeiden ist. Betrachtetman den vorderen Zylinder einor Tandem-Viertaktmaschine, so findet man, daß stets der hintereZylinderflansch der gefährdete ist. Dio Abh. 5 (s. S. 225)zeigt ganz charakteristisch einen derartigen Riß. Ichführe das Reißen der Zylinder an dieser Stelle nichtallein auf Biegungsspannungen zurück, sondern glaube,daß der äußere Mantel während des Betriebes durchdio Streckung des Innenzylinders dnuornd deformiertwird. Werden nun solche Zylinder öfters stillgosetzt,bo entstehen im Innonmantel sehr starke Zugspannungen,so daß dio Zylinder entweder am Flansch, wo schondurch die Biegung das Material sehr stark beanspruchtist, oder an der geschwächtesten Stelle dos Kraftzylinders,nämlich dort, wo die Ein- und Auslaßvontilgehäusodio Zylindermäntel durchdringen, reißenmüssen. Obige Erwägungen haben uns veranlaßt, dieZylinderköpfe vorläufig noch beizubehnlten.Der H err Vortragende hat ferner angegeben, daßseines 'Wissens an Zwoitaktmaschinen Veutilteller abgerissenseien. M. H.! Mir ist ein soleher Fall an einorZweitaktmaschine bisher nicht bekannt geworden.Doch ist nicht zu leugnen, daß dio Einlaßsteuerungenunserer Zwoitaktmaschinen bisher nicht so ruhiggingen wie die von Yiertaktmaschinen. Der Grundlag darin, daß die gewählten Youtilhübo sehr großwaren und die Beherrschung der Steuerung äußersterschwerten. Dio großen Ventilhübe wurden an denersten Maschinen ausgeführt, da man annahm, durchVergrößerung der Ventilhübe die Pumpenarbeiten verringernzu können. W ir haben inzwischen die Ycntilhüboauf dio Hälfte verringert und sind mit diesengeringen Hüben auch mit der Pumpenarbeit heruntergekommen.W ir hatten früher an unseren Maschinen17 v. H. Pumpenarbeiten, während wir jetzt bei dengeringen Vontilhiiben auf 7 bis 8 v. II. gekommensind und bei einer Maschine sogar auf 5,8 v. II.,allerdings unter Anwendung eines neuen Ladeverfahrens.Die Originaldiagramme liegen bei uns vor,auch kann die fragliche Maschine jederzeit von nouemindiziert werden. Mit geringen Ventilhüben werdenunsere Maschinen sofort auch für höhere Umlaufs-Zahlen brauchbar und können damit in Wettbewerbfür Dynamoantrieb treten. Daß Zweitaktmaschinenbisher nur in geringem Umfange zum Antrieb vonDynamos verwendet wurden, log eben einzig undallein an der geschilderten Schwierigkeit mit derEinlaßsteuerung, Es ist dabei zu bemerken, daß dioLadeverluste mit zunehmender Umgangszahl nicht indem Maße wachsen, wio man bisher angenommen


246 Stahl und Eisen. Berichte über Versammlungen aus Fachvereinen. 27. Jahrg . Nr. 7.hat. Wir haben Diagramme erhalten, die hei geringenUmlaufszahlen fast genau die gleichen Ladoverlustoaufwiesen wie hoi hohen Umlaufszahlen. Bedenkennach irgend einer Richtung, die Zweitaktmasckinenzum Dynamoalltrieb zu benutzen, liegenulso heute nicht inehr vor.Dem Herrn Vortragenden möchte ich in seinerKritik der Marinoköpfe vollkommen beipflichten.Diese Kritik ist unserer Erfahrung nach durchausberechtigt. W ir haben auch eine ganze Reihe solcherKöpfe ausgefiihrt, unseren Abnehmern nbor stets empfohlen,nach zwei Jahren dio MarinekopfschraubenauszuwechBoln. Diese Schrauben sind ein äußerst gefährlichesMaschinenelement. Es kommt hinzu, daßman nicht in der Lago ist, dio Marineköpfe richtigund sachgemäß anzuziehen. Das ist schon in derW erkstatt ein schwieriges Stück und erfordert sehrsorgfältig ausgehildeto Monteure. Ist aber einmal aneinem im Betriobe befindlichen Marinekopf eineZwischenlage herausgouommen, etwa zum Zwecke desNnchziehens, so ist sofort die Undichtigkeit da. Esbosteht gar keine Möglichkeit, hoi den schwerenSchrauben den Kopf richtig anzuziehen, außer wennman den Kopf demontiert, nach Stichmaß zusammonschraubtund ihn dann auf den Zapfen wieder aufbringt;aber so viel Zeit findet sich wohl in keinemBetriebe. Führt man nun noch Pleuelstangen aus,die 3 Marineköpfo haben, so ist dio Betriebsunsicherbeitgroß. Nach wenigen Monaten haben alle diese Zapfeneinen kleinen Schlag, der ja bekanntlich für dieLebensdauer der Schrauben höchst gefährlich ist.Für Gasmaschinen halte ich Marineköpfe für untauglicheMaschincnelemente. Infolge der oben erwähntenEigenschaften dieser Köpfe ist meine Firma von demBau derselben vollständig abgegangen.Der H err Vortragende hat Bohr deutlich hervorgehoben,daß man Großgasmaschinen nur mit einemmittleren Drucko von 4,5 Ihb 5 kg für die Dauorleistungbotreibon sollte. Das ist dasjenige, was auchwir unseren Abnehmern empfehlen. Unsere Maschinebietet dann eine so erhebliche Reserve, daß sie sichdem Verhalten einor Dampfmaschine sehr nähert.Wir haben bei einem Gase von 850 bis 900 W.-E.in einer großen Zahl von Fällen mit Sicherheit einenmittleren Druck von 6,3 bis 6,4 kg im Krnftzylindcrerreicht. Ist die Maschine für die Normalbelastungfür 4,5 kg mittleren Druck gerechnet, so bedeutetdas, daß die Gasmaschine sich mit Sicherheit mit40 v. 11. überlasten läßt. Das ist besonders wichtig fürden Antrieb von Hoehofcngoblüsen. Die aus unserenMaschinen herauszuholeudo Üeberlastung von 40 v. 1t.ist im allgemeinen mehr als hinreichend, die an Hochöfenvorkommenden Drucksteigerungen auch hei vollangesaugtem Windquantum zu leisten. Diese Ueberlastungsfähigkeitunserer Maschinen bewirkt, daß siesich den wechselnden Ansprüchen des Hochofenbetriebesin einfacher Weise anpassen können. Esmacht mir Vergnügon, Ihnen mitteilen zu können, daßeine große westfälische Hüttengesellschaft infolgeunserer Darlegungen bereits zwei Maschinen aufdieser Grundlage bestellt hat. Man könnte einwenden,daß cs nicht wirtschaftlich mit Rücksicht auf denGasverbrauch sei, die Maschinen nur mit 4,5 kgmittlerem Druck zu betreiben, während sie in W irklichkeit6,3 bis 6,4 kg zu leisten imstande sind. DieAnsicht, daß der Gasverbrauch mit abnehmenderBelastung sehr stark zunehme, trifft für Zweitaktmaschinennicht in dem Umfange zu wie für Viertaktmaschinen.Wio Ihnen bekannt, spülen wir unsereKraftzylimler stets mit Fegeluft aus. Selbst die kleinenGasfüllungon bei geringer Belastung bleiben damitimmer sicher zündfähig. Demgegenüber ist zu beachten,daß hei den Viertaktinaschinen das eintretendeGemisch mit den VorbrennungsrücksUinden im Kompressionsraumegemischt und daselbst erhitzt und verschlechtertwird. Das führt hei diesen Maschinen zuder bekannten Erscheinung, daß bei kleinen GasfüllungenAussetzer eintreten. Die Verbrennungkleiner Füllungen bei Viertaktmaschinen ist infolgedessenimmer schlecht und dadurch erklärt sich dermit abnehmender Belastung sehr Btark zunehmendeGasverbrauch dieser Maschinen. Für unsere Auffassung«[»rieht die Tatsache, daß es möglich ist, mitunseren Zwoitaktmaschinen viel geringere Umgangszahlenzu machen, als mit gleich starken Viertakt-Tandem-Maschinen erhalten worden können. Es solltedoeli eigentlich kein Grund vorliegen, daß letztereMaschinen nicht die gleiche geringe Umdrehungszahlmachen könnten wio unsero Maschinen. — Die seinerzeitin Düsseldorf ausgestellte 500 pferdige Gasgebläsemaschinokonnten wir allerdings nach Verstellung derZündung noch mit 18 Umdrehungen laufen lassen,aber auch ohne Verstellung der Zündung ist es stetsmöglich, eino Einzylindermaschine dauernd mit 30 bis35 Umdrehungen zu betreiben. W ir betruchton dieEntwicklung unserer Zwcitakt-Gasmaschincn nochnicht als beendet, doch ermuntert uns das bisher Erreichte,auf dem einmal betretenen Woge weiter vorwärtszu schreiten, wie wir hoffen, zur Förderung desdeutschen Großgasmaschinenbaues. (Schluß folgt.)Verein Deutscher Maschinen - Ingenieure.In der am 22. Januar unter dem Vorsitze vonOberbaudirektor D r.-lD g. Wiehert abgehaltenenVersammlung erstattete Regiorungsrat Thuns einenRückblick auf die Tätigkeit des Vereins im Jahre1906. Die Zahl der Mitglieder beläuft sich auf 582.Am 10. und 11. Miirz 1906 konnte der Verein untergroßer Teilnahme verwandter Vereine in gelungensterWeise die Feier seines fünflindzwanzigjährigen Bestehensbegehen. Boi diesor Gelegenheit wurden demVerein folgende Zuwendungen gem acht: Von derDeutschen Radsatzgemeinsehaft 10000 .*>; von derFirma Julius Pints'ch 5000 J l \ von der AllgemeinenElektrizitäts-Gesellschaft und den Siemens-Schuckert-Worken für die Jahre 1906, 1907 und 1908 je 2000 Jl.Diese Zuwendungen und dio der NorddeutschenWngenbau-Ycreinigung sowie des Norddeutschen Lokomotiv-Verhandesin Höhe von 5000 Jt bezw. 3000 . *zur Förderung der Vereinszwecke, insbesondere alsPreise für technische Leistungen, ermöglichten demVerein, am 1. März 1906 ein Preisausschreibenbetreffend „Studio über dio Erhöhung der Leistungsfähigkeitder Berliner Stadt- und Ringbahn“ zu erlassen,und wurden hierfür 6000 .41 für - preis-würdige Lösungen ausgesotzt. Die Lösungen sindbis zum 15. Fobruar 1907 eiuznre|phen. Fernerwurde auf Grund dieser Zuwendungen dom BauratGuillory die Abfassung eines „Handbuchesüber Triebwagon für Eisenbahnen“ übertragenund ihm hierfür 3000 »4! bewilligt. Ebensoermöglichte cs dieser Fonds, für den Verein vierSondervorträge übor die neuesten Ereignisse der Physikusw. in der Urania in Berlin veranstalten zu lassen.Drei Mitgliedern wurde je eino Reisebeihilfe von 600 Jtzum Besuche der Mailänder Ausstellung gewährt,wofür diese sich verpflichteten, über verschiedeneAbteilungen der Ausstellung einen Vortrag im Vereinzn halten.Die für das Jahr 1906 gestellte Bcuth- Aufgabebetraf „Elektrische Zugförderung einer zweigleisigenllügellandhahn“. Es waren vier Bearbeitungeneingegangen, von denen drei mit der GoldonenBeuth-Medaille des Vereius ausgezeichnet wurden.Den Vortrag des Abends hielt RegierungshaumeisterB. Schwarze überDie Lokomotive» auf dor M ailänder W eltausstellung190.Der Vortrag betraf nur die durch Dampf betriebenenLokomotiven. Ausgestellt waren solche von


IS, Februar 1907. Referate und kleinere Mitteilungen. Stahl und Eisen. 247Deutschland, dor Schweiz, Oesterreich, Ungarn, Frankreich,Belgien und Italien. England und Amerikafehlten vollständig. Deutschland nahm, nicht nur wasdie Anzahl der ausgestellten Lokomotiven anbetraf,einen hervorragenden, wenn nicht den ersten Platzein, obwohl die grollen bayrischen Lokoinotivfabrikendurch die Nürnberger Ausstellung an der Beteiligunggehindert waren. In der deutschen Abteilung zogenaußer den verschiedenen Heißaampflokomotiven besonderszwei mit Lcntzscher Ventilsteuerung ausgerüsteteLokomotiven der Hannoverschen Maschinenbauanstaltvorm. G. Egestorff dio Aufmerksamkeit aufsich. Es waren dies eine 2/ 5 gek. Schnellzuglokomotivefür die Preußische Staatsbahn und eine s/s gek.Ileißdampfverbumlloko motivó mit Pillock-TJeberhitzer.Bei letzterer ist außerdem noch die Lontzscho Eiuexzentersteuerungzur Anwendung gekommen. UnterFortfall der Schwinge ist das Exzenter verstellbarauf einem Zapfen der Gegenkurbel ungeordnet. Einerder durch Ventilsteuerung zu erzielenden Vorteilo iBtein schnelleres Oeffnen und Schließen der Kanäle.Hierdurch wird die Dampfdrosselung sehr verringert,wttR Bich auch in der größeren Völligkeit der Kolbendiagrammezu erkennen gibt.Eine von lienschel & Sohn in Kassel gebaute, fürdie Aegyptische Staatsbahn bestimmte */* gek. Schncllzuglokomotivewar mit vierfacher Vorwärmung desSpcÍ8ewassers versehen, die durch den Abdampf derSpeisepumpe, den Abdampf dor Zylinder und durcheinen Teil der abziehenden Heizgase bewirkt wird.American Society of Mechanical Engineers.Fred AV. Taylor sprach in N ew York am4. Dezember 1906 vor obiger Gesellschaft überdie Kunst der M etallbearbeitung. *Taylor, einer der Erfinder des modernen Schuelldrehstahles,gilt auf der amerikanischen Seite alseiner der Berufensten, über dieses Thema zu sprechen,und seinem Vortrage, der nicht weniger als 248 Seitenumfaßt, und dem ein reiches Skizzen- und Tabellenmaterialbeigegeben ist, muß vielleicht eine Stelle inder klassischen Fachliteratur eingeräumt werden.Hat Taylor doch in dieser Abhandlung die Ergebnissescchsündzwanzigjähriger systematischer Arbeit undStudien in AArerkstatt und Laboratorium nicdergelegt.Es kann hier nur kurz angedeutet wurden, in welcherDichtung sieb die Untersuchungen erBtreckt haben.Arorausgeschickt sei, daß Taylor sich in dieser Abhandlungauf seine Erfahrungen bei der Schropparbeitbeschränkt. Sein Arbeitsprogramm ging dahin, die* Ein längerer Auszug findet sich in „Iron Ago“,Ul. Dezember 1906 S. ¡592, 20. Dezember 19065. 1668 und „The Iron Trade Review“, 13. Dezember1906 S. 27.AVirkungen der verschiedenen Einflüsse festzustellen,die bei der Metallbearbeitung eine Rolle spielen. DerEinfluß folgender Punkto wurde besonders festgestellt:1. die Qualität deB zu bearbeitenden Materiales;2. die Größe des Arbeitsstückes; 3. die Sehnittiefe;4. die Dicke der Drehspäne; 5. die Nachgiebigkeitdos AVerk8tückcs und dos AVerkzcuges; 6. die Formder Schneidkante des Stahles; 7. die chemische Zusammensetzungdes verwendeten Stahles und seineBehandlung in der W ärme; 8. die Verwendung reichlichenAVasserzufiussos oder anderer Flüssigkeiten zumKühlhalten desAArerkzeuges; 9. die Dauer der Schneidkante,d. h. die Zeit, die ein AVerkzoug unter demDrucke des Spanes aushalten muß, bevor es wiedergeschliffen w ird; 10. dor Druck des Spanes auf denSchneidstahl; 11. die Wechsel in dor Geschwindigkeitund Schnittiefe, die die AVerkbank zuläßt; 12. dieStärkeabmessungen der AVerkzeugmasehinen.Die Feststellung des Einzeleinflusses jedes dergenannten Momente, während die übrigen konstanterhalten blieben, erforderte ein hohes technischesKönnen und große Geduld. Die praktischen Ergebnissealler Untersuchungen lassen sich unter vierHauptpunkte bringen: a) die Festlegung der tatsächlichund gesetzmäßig auftretenden Erscheinungen beider Metallbearbeitung; b) die Fassung dieser gesetzmäßigenErscheinungen in mathematische Formeln,die genügend einfach gestaltet sind, um auch demtäglichen Gebrauch zu dienen; c) die Feststellungdor natürlichen Arbeitsmöglichkeiten der AVerkzeugmasehinen;d) die Konstruktion eines Apparates(Schiobcrlineal), der in geeigneter AVeisc die gefundenengesetzmäßigen Erscheinungen und Kegeln insich schließt und es dom Arbeiter möglich machensoll, damit selbst festzustellen, welche Geschwindigkeit,Schnittiefe usw. er anzuvonden hat, um ein gegebenesArbeitsstück, groß oder klein, hart oderweich, in irgend einer Werkzeugmaschine und miteinem gegebenen AVerkzeugatahl am besten zu bearbeiten.Das Hauptvordionst der praktischen Anwendungallor dieser Untersuchungen würde sein, dienoch jetzt so häufig beobachtete Beurteilung der Arbeitsweisevon dem Arbeiter auf die W erkstättenbeamtenzu übertragen, die Ersetzung der Faustregeldurch wissenschaftliche Kontrolle.Ein weiteres Eingehen auf die bedeutsame ArbeitTaylors muß Vorbehalten bleiben, bis uns die gesamteAbhandlung in Buchform vorliegt. 0. P.American Institute of Mining Engineers.Gemäß uns gewordener Mitteilung findet die92. Versammlung am 18. April 1907 und folgendenTagen in N ew York statt in den Räumen deB kurzvorher einzuwoihenden Engineers Building. Die jährlicheArcrsammlung zur Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten(AVahlen usw.) ist auf den 19. Februardieses Jahres festgesetzt.Referate und kleinere Mitteilungen.Umschau im In- und Ausland.Deutschland. Die schon längere Zeit imMinisterium der öffentlichen Arbeiten im Arerein mitanderen zuständigen Stellen gepflogenen Erwägungenüber die Einrichtungdes elektrischen Betriebes auf preußischenYollbalinensind, wie die „Köln. Ztg.“ meldet, im bejahendenSinno abgeschlossen worden. Zunächst soll auf der105 km langen Strecke Altona — Kiel mit demelektrischen Betrieb ein Arersuch gemacht werden,von dessen Ausfall es abbängon wird, ob auch längereStrecken für einen solchen Betrieb in Aussicht zunehmen sind. Der elektrische Betrieb Altona—Kielwird nicht allein den Personen-, sondern auch vonvornherein den gesamten Güterverkehr umfassen, weilerprobt werden soll, ob schon heute bei dem augenblicklichenStande der Elektrotechnik der gesamteEisenbahnverkehr auf einer verkehrreieben Streckesich unter Ausschaltung jedes Dampfbetriebes bewältigenläßt. Die besonderen Vorbereitungen zudem Unternehmen sind schon eingeleitet, so daßdie Aussicht bestellt, daß noch in diesem Jahre auf


248 Stahl und Eisen. Referate und kleinere Mitteilungen. 27. Jahrg. Nr. 7.dor vorbezoichncton Staatsbahnstroeke der elektrischeBetrieb aufgenommen werden kann. Es wird keinZufall sein, daß zu dem Versuche gerado eine Streckegewählt wird, die filr Deutschland eine wesentlichestrategische Bedeutung besitzt. Es bleibt zu wünschen,daß die maßgebenden Kreise Sorge tragen, daß I’reußen-IIesson mit seinem gewaltigen Eisenbahnsystem beider Lösung der vitalen Verkehrsfrage des elektrischenBetriebes auf großen Vollbahnen anderen maßgebendenEiscnbalmländern gegenüber, wie Amerika und Englund,nicht ins Hintertreffen gerät.Die neuerdings aufkommende Verwendung vonMctaliscliläncliOK als A usgleiclisvorrichtungbei Dampfleitungen*dürfte von allgemeinerem Interesse sein. Bei hobenDampfspannungen und starker Uebarhitzung gonügondie bisher verwendeten Ausgleichsvorrichtungen: Stopfbüchse,Federbogen usw. oft nicht melir, wie zahlreicheRohrbrüche und Leckstollen an den Verbindungenbeweisen. Zum vollkommenen Ausgleichder Rohrausdehnung unter Vermeidung jeglicherSpannung gehört das Einschalton eines vollständigelastischen Körpers. Der einzige für Rohrleitungonin Betracht kommende vollständig eiastischo Körperist dor Schlauch, und zwar, da es sich um hoho Temperaturenund Spannungen handelt, der Metallschlauch.Diesor wird ohne Verwendung von Gummi aus einerbesonderen Bronze odor verzinktem Stahl hergestellt;er widersteht nach Proben dos Kgl. Material-Priifungsamtosden höchsten Temperaturen und gestattet beikleineren Abmessungon Drücke bis 400 Atrn.; auchnoch hoi 300 mm 1. AV. kann er GO Atm. aushalten.Vor allem kommt es boi dem Metallschlauch als Ausgleiehvorrichtungdarauf an, daß er richtig eingebautist und nur radial beansprucht wird. Strecken undStauchen kann er auf die Dauer nicht ortragen. Beirichtigem Einbau bat der Metallschlauch eine unbegrenzteLebensdauer. Seine Bewegung erfordertnur geringe Kraft, daher beseitigt er jede Arcrspannungin der Leitung; eine Lockerung des Gefüges in derRohrleitung findet nicht mehr statt, und damit wirdihre Lebensdauer und Betriebssicherheit erhöbt. AusgedehnteArorsuche haben gezeigt, daß ein. Metallschlauchnie plötzlich so undicht werden kann, daßder Betrieb eingestellt worden müßte. Undichtigkeitenbei Ueberanstrengung treten so allmählich auf, daßsie mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar sind,und ein undicht gewordener Schlauch kann noch langebenutzt werden, ohne daß eine Betriebsstörung befürchtetwerden muß. Ein undicht gewordener Schlauchvon 200 mm 1. AV. widerstand bei den Versuchen nocheinem Kaltwasserdruek von 60 Atm.; ein Schlauchgleicher Weite wurde, nachdem er 80000mal bin undher bewegt war, auf eino sinnreiche Art in Schwingungversetzt und machte rund drei Millionen Schwingungen,ohne die geringste Uudiclitlicit aufzuweisen. Bisher sindMotallsehlauchausgleicher zu 300 mm 1. AAL ausgeführt;sie genügen für 13,5 Atm. Dampfdruck und 350°Ueberhitzung. Auf Grund verschiedener ausgeführtorAnlagen ist nachzuweisen, daß es, obgleich der Metallschlaucbausgleichernicht unwesentlich teurer ist alsein Federbogcn, nicht selten Fälle gibt, bei denen dieGesamtaulagekostcn, namentlich bei unterirdischenLeitungen, bei Verwendung eines MetaUschlauehesbedeutend geringer werden. Bei langen Leitungenlassen sich oft zehn Federbogen durch einen Metallscblauchausgleieberersetzen, und die Ersparnisse anErdarbeiten, Mauerwerk usw. gleichen vielfach denMehrpreis des Ausgleichers aus.* „Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure“,2. Februar 1907 S. 189.Einen Beitrag zu der FrageA rbeiter und Alkohol*liefert eine Aufstellung der Gesellschaft für AVohlfahrtsoinrichtungenin Frankfurt a. M., die eino Erhebungin 21 Botrieben, wo Arboitor der verschiedenstenstaatlichen und privaten Unternehmungen Speisen undGetränke oinnebmen, veranstaltet hat, um festzustellen,wie groß das Bedürfnis nach alkoholfreien Getränkenist. Danach war der Konsum von:im Jahre im Jahre1902 190.'.Kail'ee, Becher und Tassen . . 219 505 277 387Milch, „ „ . . 231335 327 271Schokolado, „ „ „ . . 48 741 29 474Kakao, „ „ „ . . 10110 7 606Bouillon, „ „ „ . . 35C 520Dickmileh, G l a s .............................. 3 666 6 899Seltemvasser, ganze Flasche . . 3 716 19 046„ halbe „ . . — 5 268Vilbclorwassor, K r u g .....................Limonade, F la s c h e .........................Alkoliolfr. Burgunder, Punsch, Glas406 6 5746 637 28854— 1537Bier, 0,4 L it o r g la s ......................... 35516 40 447„ ganze Flascho ..................... 8 408 57 245» lialbo „ ..................... 26 831 159 291Der Schokolade- und Kakaoverbrauch ist, wie dieZahlen zeigen, zurückgogangen. Im übrigen abergeht neben einer starken Zunahme des Bierkonsumseino beträchtliche Zunahme dos Genusses der alkoholfreienGetränke her. Der Milchvcrbraucli war amgrößten in den AVintcrmonaten Oktober bis April.Voreinigte Staaten. Die vom Kongreß eingesetzteKommission zwecks Prüfung der Anlage- undGestehungskosten von Staatswerkstätten zurFabrikation von Panzerplattenhat jetzt ihren Bericht veröffentlicht.** Boi der Kostenuufstellungwurde ein schon aus dom Jahre 1897 vorliegenderamtlichor Bericht, die Angaben der dreiPanzermaterial herBtellcndon Firmen (Tho Midvale SteelCompany, Tho Bethlehem Iron Company, The CarnegieCompany) bezw. dio Ergebnisse der Schätzungen seitensder bei den drei genannten Gesellschaften ständig sichaufhaltenden Regiorungsbeamten zugrunde gelegt. DieAngaben dor A\rorko bezüglich der in ihren Anlageninvestierten AVorto stellen sich folgendermaßen:Midvale Stool Company ehva 14700000 J l,ohne Grund und Boden und ohne Zinsendienst desIiaukapitals, einschließlich Kosten der Bauleitung undBauüberwachung.Bethlehem Steol Company etwa 23 625 0 0 0 ^ ,einschl. Grund und Ilodon, Bauleitung und Zinsondienst,ohne Berücksichtigung der Ausgabo von etwa2,1 Millionen Mark für dio Erlangung von Zeichnungen,Patenten, Informationen usw.Carncgio Steel Company etwa 24800000einschl. Grund und Boden, Bauleitung, Bauausführung,Zlnsendienst des Baukapitals und der später gemachtenAufwendungen.Dio Ergebnisse der Schätzungen der Regicrungsbeamtenschwanken zwischen 14,7 und 18,2 Millionen-Mark bei Zugrundelegung einer Jahresorzeugung vonetwa 10 000 t. Unter vorsichtiger Berücksichtigungaller vorgelcgten Berichte und Voranschläge glaubtdio Kommission dio Kosten für die Einrichtung derPanzerfabrikation usw. auf rund 16 Millionen Markveranschlagen zu können ausschließlich Landerwerb,und ohne Zinsendienst des Baukapitals bei Zugrundelegungeiner Jahreserzeugung von rund 6000 t. Bei* „Zeitschrift für Gewerbehygiene“ usw. 1907Nr. 2 S. 40.** „Tho Iron Age“ 1906 Nr. 24 S. 1604.


13. Februar 1907. Büclierschau. Stahl und Eisen. 2-19der Erörterung bezüglich dor voraussichtlichen Selbstkostendes Panzermaterials lehnten cs dio interessiertenFirmen natürlicherweise ab, der Kommission irgendwelcheAngaben über ihre tatsächlichen Selbstkostenzur Verfügung zu stellen. Jedoch teilte die Direktionder Carnegie-Werke .eine Reihe von Einzelheiten mitüber dio von ihnen befolgte Art und Weise dor Aufstellungder Selbstkosten in diesem besonderen Fabrikationszweig.Ebenso kamon dio Bothlehem-AVcrkoder Kommission zu Hilfe.Auf Grund diesor Angaben und sonstiger Erhebungenstellt die Kommission eino sehr ausführlicheSelbstkostonberoclinung mit erläuternden Erklärungenzusammen, für deren Einzelheiten auf dio angegebeneQuello verwiesen werden muß. Es folgen hier nurdie Endzahlen dieser Berechnungen bei einer angenommenenJahreserzeugung von 0000 t.’Produktionskosten . .Zuschlag für Geueralunkosten,Abschreibungenusw. . . .Gesamtkosten f. d. tPunze r f. d. tunter 127 mm über 127 iniuDickeDicke910,71 J l1009,77 J l213,38 „ 213,88 „1130,09 M 1223,15 JlDio Kommission betont besonders, dnß dieseZahlen nur Geltung haben dürften, wonn die jährlicheErzeugungsfähigkeit dos projektierten Werkesdurchweg voll eingehalten werden könnte, da beinicht voller Beschäftigung dio Unkosten, für dieTonne gerechnet, natürlich unangemessen steigenwürden. Diesor Hinweis erfolgt mit Rücksicht aufdie Lago dor Bethlehem- und Carnegie-Werke, derenProduktion an Panzermatorial bis 1902 etwas wenigerals 10 000 t zusammen betrug. Eino dann erfolgendestürmische Nachfrage nach Kriegsmaterial veranlaßtodieso Worke, ihro Produktion auf zusammen etwa20 000 t zu bringen. Dieser Erzeugungsmöglichkoitstehen für 1907 noch nicht einmal 3700 t Aufträgefür Panzermaterial seitens der Regierung der A'ereinigtonStaaten gegenüber.ln diesem Zusammenhänge darf zum Vergleich dievon der Kommission veröffentlichte Liste der von denführenden Mächten für Panzormaterial gezahlten Preiso(es ist wohl im Jahre 1905 gemeint) nicht fehlen.Bonikowsky, Dr. H .: Der Einfluß der industriellenKartelle a u f den Handel in Deutschland.Jena 1907, G. Fischer, ß Jf>.„Dio Deduktion ist in einer Weise, welche jedenWiderspruch von vornherein ausschlioßt, dafür beweiskräftig,dnß die Kartellierung industrieller Betriebeeino Handhabe zur Schädigung Dritter bietot, abersie darf nicht als konkludent nach der Richtung oingeschätztwerdon, daß eine jede solche Kartellierungzum Schaden Dritter ausschlagen in u ß. Ob und inwieweitdio Handhabe benutzt wird und also einwirklicher Nachteil für Dritte eintritt, hängt von domWollen und Können der Kartellgonosscn ab. . . Esist daher verkehrt, von einer allgemeinen Tendenzzu sprechen.“ — Dieser Ausspruch v. Rottonburgsin seinem Werke „Dio Kartellfrage in Praxis undTheorie“ gilt vor allem auch für die Beziehungender industriellen Kartelle zum Handel, und das kürzlicherschienene Buch Bonikowskys erbringt ingroß angelegter Weise den Beweis dafür, daß dieHandhabo im allgemeinen nur in geringem Maßeund — wonn auch mit Ausnahmen — nur da gebrauchtworden ist, wo es der Kartellzwcck unbedingterheischte.Bonikowsky untersucht sowohl in deduktiverWeise als auch auf Grund umfangreicher teils persönlicherInformationen in den Kreisen des Großhandelsund boi dossen Interessenvertretungen den Einflußder verschiedenen Kartellformen mit ihren mannigfachenden Handel betreffenden Bestimmungen aufdiesen. Es ist selbstverständlich, daß ein allgemeingültiges Urteil, ob dio Vorteile, die demHandel aus der Kartellierung der Produktion er-Durchschnittspreisfür Pnnzermaterialf. d tHöchster I’rcHfür Kruppsche ;PanzerE n g la n d .................... 2584 2815F ra n k re ic h ................ 2 352 2364I ta lie n ........................ 2153 2274Deutschland . . . . 1860 1860O esterreich................ 1855 2302Japan ........................ 1654 1654Vereinigte Staaten 1430 1430Vormutlich werden diese anscheinend mit Energieund Geschick betriebenen Erhebungen resultatlos verlaufen.Wonn dio gobrachten Zahlen einigermaßendor Wirklichkeit entsprochen, so dürften die AreroinigtonStaaten wohl gut tun, es bei dem alten Verfahrender Vergebung des Panzermaterials au Privatfirmenzu belassen. Der Bau von fiskalischen Panzerfabrikationswerkstättenund die Betreibung derselbenin eigoner Regie dürfte unserer Ansicht nach für die Regierungzu wenig erfreulichen Resultaten führen. 0. P.JBücherschau.wachsen, deren Nachteile überwiegen oder umgekehrt,nicht wohl gefällt worden kann, und Bonikowskyenthält sich dessen ausdrücklich: je nachder Kartellform, je nach der Ware und nicht zummindesten je nach dom Geiste, in dem dio den Handelbetreffenden Bestimmungen durebgoführt werden,werden Licht- und Schattenseiten ungleichmäßig verteiltsein. Immerhin ist unverkennbar, daß Bonikowsky— vielleicht mit Ausnahmo boi der Zentralefür Spiritusverwertung — die Vorteile des Handelshöhor eiuschätzt als die Beschränkung seines Wirkungskreises,dio natürlich notwendig war, wennanders der Kartellzwcck nur in etwa erreicht wordensollte. Und gerade bei den festest geschlossenenVerbänden der Montan- und Eisenindustrie, die amtiefsten in die Tätigkeit des Handels eingegriffouhaben, hält er die Lichtsoiton überwiegend, weil siodem Handel auch wiederum die grüßten Aequivalentezu bieten vermochten.Wenn auch ohne allen Zweifel der Handelsstandursprünglich der Kartellbowegung nicht sympathischgegenüberstehen konnte, dio ihn Bciner dominierendonStellung beraubte, meint Bonikowsky doch, daßauch der Handel sich immer mehr mit dem Kartellgedankenbefreunde, wie die schon ziemlich zahlreichenund immer weiter um sich greifenden Verbändeim (Groß- und Kleinhandel, dio er eingehenderörtert, beweisen. Er muß es tun, will er nichthinter seiner Zeit Zurückbleiben. „Auch der Handelhat ein vitales Interesse an der Gesundung des Industriezweiges,in dem er tätig ist . . . Die Produzentenhaben diesem hohen Ziele wichtige Teile ihrerSelbständigkeit sicherlich nicht leichten Herzens zumOpfer gebracht. Der Handel darf und wird ihnen


250 Stahl und Eiboh. Nachrichten vom Eisenmarkte. 27. Jahrg. Nr. 7.hierin nicht naehstehen, . . . und auch unter dor Verhältnissen erfolgreich durchzusetzcn, seine Exi-Last der Kartellschranken wird der Handel, Beit stenz und Entwicklungsfähigkeit behaupten und be-Anbeginn gewöhnt, sieh unter don schwierigsten wahren.“ -r.Nachrichten vom Eisenmarkte.Die Lage dos Roholsengoschäftcs. — Derdeutsche Roheisenmarkt bleibt trotz der niedrigerenenglischen 'Warrantsnotierungen unverändert fest. InGroßbritannien haben die Kabelmoldungen aus denVereinigten Staaten über ein Nachlassen des Begehrsfür Roheisen einen stärkeren Einfluß auf den Marktausgeübt, als dies in Anbetracht der gegenwärtigentatsächlichen Verhältnisse berechtigt sein dürfte.Warrant-Spekulanten schritten zu großen Abgaben inMiddlesbrough Nr. 3 Warrants. Der Preis schließtmit 55/0 Kassa Käufer. Größere Abnahmen der Vorräte,trotz dos scharfen Frostes bedeutendem Verschiffungenals im vorigen Monat oder gar Februar1OOG, stärker eintreffende Nachfragen für die Ausfuhr,günstige Ausweise des llandelsamtes für Januarüber die allgemeine Geschäftslage und des Eisengeschäftesim besonderen vermochten den Preis fürNr. 3 nicht zu halten. Heutige Notierungen sind G. .M. B.Nr. 1 58/3, Nr. 3 56/6, Hämatit in gleichen Quantitäten1,2 und 3 79/—, sämtlich netto Kasse ab Werk. Wennin der allernächsten Zeit koine finanziellen Schwierigkeitenerwachsen durch kapitalscliwncho Spekulanten,deren Verbindlichkeiten in Warrants jetzt fällig werden,so hofft man, daß die Warrantspreise sich rasch wiedererholen, denn das legitime Geschäft wird als unstreitiggut bezeichnet. In Connals Bagern zu Middlesbroughbefinden sich: 504 011 t, davon 484 410 t Nr. 3 und18 664 t Standard-Qualitäten.Rheinisch - Westfälisches Kohlonsyndikat. —Aus dem Berichte, den der Vorstand in der Zochonbesitzerversammlungvom 22. vor. Monats erstattete,teilen wir nachstehende, die Ergebnisse des Jahres1906 zusammenfnsBonde Angaben über die Förderungund den Absatz dcrSyndikatszechon mit. Danach betrug:1. die Förderung insgesamt:1905 1900 also 19001 t l %76 631 431 65 382 522 + 1 1 248 909 ]nrbeitstäglich: , = 16,91255 438 218 488 + 36 950 )2. der rechnungsmäßige Absatz insgesamt:1900 1905 also l ‘JOOt t t %64 969 543 55 638 943 + 9 330 600]arbeitstäglich : r = 16,48216 565 185 928 + 30 637 j3. das Verhältnis des rechnungsmäßigen Absatzeszur Beteiligungzur Forderung1906 1905 1906 190585,18 o/o 73,50 0/,, 84,78 o/0 85,10 0/»Wird, da die Monate Januar und Februarwegen des Bergarbeitcrausstandea im Jahro 1905keine vergleichsfähigen Zahlen bieten, nur der Zeitraumvon März bis Dezember in den beiden letztenJahren verglichen, so ergibt sich folgende arbeitstäglicheLeistung:1. in der Förderung:1906 1905 also 1906t t 1 %254 394 236 543 + 17 851 = 7,52. im rechnungsmäßigen Absätze:215 042 199 477 + 15 565 = 7,8Den Versand dor Syndikatüzechen, und zwarsowohl im ganzen wie für Rechnung des Syndikates,veranschaulicht Tabelle 1. Der letztere belief sichdanach für 1906 auf 58,08 % gegen 59,20 o/o im Jahrezuvor. — Sieht man wiederum vom Januar und Februarab, so ergibt sich für die übrige Zeit der beiden Jahrofolgendor Absatz (Tabollo 2).VersandderSyndikatszeeheuTabelle 1.1. insgesamtim ganzenJahretarbeitstUgllcht2. für Rechnungdes SyndikatesIm ganzenJahrearbeltstägliehtva) in Kohlen :1906 52634052 175447 44504678 1483491905 46303393 154781 38705936 129343mithin 1906 + 6330659 20716 5798742 / 19006\14,69°/ob) in Koks:1906 14294692 47649 11955816 398531905 11462410 38304 9155302 30594mithin 1906 + 2832282 9345 2800514 / 9259\30,26°/oc) in Briketts:1906 2532207 8441 2486788 82891905 2143821 7164 2046787 6840mithin 1906 + 388386 1277 440001 / 1449(21,18%Heber die Marktlage bemerkt der Bericht, daßdas vergangene Jahr einen ungewöhnlich lebhaftenAufschwung fast aller Zweige des Erwerbslebens zeigte,durch den der Brennstotlbedarf naturgemäß erheblichgesteigert wurde, und daß infolgedessen die Nachfrage— abgesehen von einem vorübergehenden Abflauenim März — durcligehends sehr lebhaft, im weiterenVerlaufe sogar fast stürmisch wurde. Da gleichzeitigdie Kohlenlieferungcn der Zechen im Zusammenhängemit der verstärkten Kokserzeugung und derSteigerung dos Selbstverbrauches der ndttenzechenvon durchschnittlich 155 377 t fördertüglicheu Versandesim ersten Vierteljahre auf 142 337 t im letztenQuartal zurückgingen, so vermochte das Syndikat dieTabelle 2.Absatz für Itaehmuigdes SyndikatesMärz bis Dezember :1906 ................1905 . . . .mithin 1906 . . . +insgesamt.36 987 37235 375 6891 611 683kohle» Koka Briketts| arbeitstäglicht146 994141 080| f 5 914t 4,10 o/0iinsgesamtt10 042 5547 855 2862 187 268arbeits täglicht39 91131 327J 8 584\ 27,4 o/0Insgesamtt2 081 7981 876 279205 519arbeitstäglicht8 2737 483/ 790\ 10,56 o/o


13. Februar 1907. Industrielle Kündschau. Stahl und Eisen. 251gestellten Anforderungen nicht in vollem Umfange zubefriedigen und geriet mit der Abwicklung seinerLieferungsverträge in Rückstand. Es hat sieh daherangelegen sein iasson, der Kohlenknappheit im Inlandedurch den Ankauf englischer und BchlesisciterKohlen sowie durch Räumung seiner allerdings nichterheblichen Lagerbestände zu begegnen, und ist fernerdazu ühergegangen, seine Verpflichtungen nach demAuBlando in erheblichem Umfange nhzulösen.Der starke Bedarf in Koks konnte, mit Ausnahmevon Brechkoks, dank der schon erwähnten Zunahmeder Erzeugung, im allgemeinen befriedigt werden.Die gesamten Briketts fanden schlanken Absatz.Eine größere Beeinträchtigung erlitt die Förderungund der Kohlenversand durch die teils nichtrechtzeitige, teils unzureichende Wagongestollung, dieim Ruhrrevier zu einer ständigen Erscheinung gewordenist. Nur an 116 Tagen wurden die Anforderungenund der Bedarf der Zechen an Eisenbahnwagenganz befriedigt. Der Ausfall, dor fastausschließlich dem Kohlenversande zur Last fällt, betrugim November, wo er am höchsten war, 71607Wagen und stellte sich im Durchschnitt des letztenJahresviertels auf 9,4 o/o.Der Rheinschiffsverkelir blieb bis Mitte Septembervon größeren Störungen hofreit, ulsdann ging jedochder Wassorstand derartig zurück, daß im Oktober dieVerladungen fast völlig eingestellt werden mußtenund die Frachten außerordentlich stiegen. Diese ungünstigenVerhältnisse hielten bis Mitte November an.Mitto Dezember wurde die Abfuhr auf den "Wasserwegenabermals, wonti auch nur für kurze Zeit, durchFrostwetter behindert. Die Bahnlieferungen nach denHäfen Duisburg-Ruhrort betrugen im Jahre 19069295 673 t gegen 9 589 554 t im Vorjahre, die Schifl'svcrludungenvon den vorgenannten und den Zechenhäfen10396077 t gegen 10496 993 t, die orBtcrongingen also um 293881 t, die letzteren um 100916 tzurück.Der Verkehr über den Dortmund - Ems - Kanalnahm mäßig zu, obwohl die Emdener Brikottfahrikdes Syndikates, deren Kohlenbedarf ausschließlich aufdem Kanal verschifft wird, am 1. Juli wegen Kohlonmangelsden Betrieb einstcllen mußte.Verein fiir (len Vorkauf von Siegel-BinderEisenstein, Siogen. — Der Verein hat beschlossen,die Verkaufstätigkeit für das zweite Halbjahr 1907zu den seitherigen Preisen aufzunehmen, also diePrciso des ersten Halbjahres für Rohspat, Rostspatund Brauneisenstein beizuhohalten.Vom schwedischen Elsenmurkte. * Die Lagedes schwedischen Eisenmarktes war im letzten Viertel-* Nach „Biliang tili Jcrnkontorets Aunaler“ 1907Nr. 1 S. 28 bis 30.jahro 1906 als recht zufriedenstellend zu bezeichnen.Die Ausfuhrzalilen zeigten in sämtlichen Sorten eineErhöhung gegenüber den Vormonaten mit Ausnahmevon Roheisen und Rohseidenen, die einen geringenRückgang erlitten. Bemerkenswerte Fortschritte hattendie Ausfuhrzifiern für Rohre, Bleche und gozogenenDraht nufzuweisen. Im Laufe des Berichtszeitraumeskonnten auf Grund zahlreicher Anfragen schon für1907 nicht unwesentliche Mengen an Lancashireeisenund Stahlprodukten untergebracht werden.Roll eisen. Die Verschiffung von phosphorfreiemRoheisen blieb gleich und dürfto rund 100000 terreicht haben. Infolge der Preissteigerung für Holzkohlensahen sich die Hochofenwerke genötigt, ihrePreise gleichfalls zu erhöhen, so daß für prima Exporteisenjetzt £ 5.7/0 bis 5.10/— f. d. Tonne fob. Ausfuhrhafengofordert werden. Ein Teil der Abschlüssewurde bereits für 1907 getätigt, wenn auch in vielenFällen wohl zu etwas niedrigeren Preisen als obenangegeben. Der UniBtand, daß von einigen Ilochofenwerkengrößere Mengen Roheisen auf den Marktgebracht wurden, hat ohne Zweifel dazu beigetragen,eine raschere Preissteigerung hintanzuhalten. DorAbsatz in H e r d f r i s c h e isen war in den letztenMonaten doB abgelaufenen Jahres sehr lebhaft. DieLancashirewerke, dio allgemein eine Erhöhung derPreise erwarteten, haben ihren Bedarf für lange Zeitim voraus gedeckt, ho daß dio Vorräte bei den Hochöfendemnächst ziemlich gering sein dürften. DiePreise schwankten zwischen 72 und 73 Kronen für• die Tonne ab Ilochofcnwcrk.L a n o a s h i r o w a 1 z e i s ön. Aufträge auf Walzeisenliefen im letzten Vierteljahre reichlich ein, unddie Käufer dringen auf rnscho Ablieferung. Dio Preisegingen allmählich in die Höhe, so daß sie am Jahresschlüsse£ 9.5/— bis 9.10/— f. d. Tonne fob. Ausfuhrhafenerreichten. Für dio erste Hälfte des Jahros1907 wurden bereits große Abschlüsse zu noch höherenPreisen getätigt. Dio Nachfrage nach geschmiedetemLancashireeisen gestaltete sieh in den Monaten Novemberund Dezember lebhafter als sonst.Die Stahlwerke waren im Herbst mit Aufträgensowohl für den eigenen Markt als auch fürdie Ausfuhr derart überhäuft, daß es mitunter rechtschwer hielt, die Ablieferung in entsprechenden Fristenvorzunehmen. Vor allem waren dio mechanischenWerkstätten gute Abnehmer fiir Stahl; daraus erklärtsich auch in gewissem Maße dio bemerkenswerteSteigerung der Erzeugung an Martin- und Thomasmaterial,dessen größter Teil im Lande selbst verbrauchtwurde. Die Proiso für diese Fabrikate stelltensich auf £ 8.12/6 bis 8.15/— f. d. Tonne fob. Ausfuhrhafen.Für Qualitütsstahl aller Art waren Proisaufsehlägevon 15 bis 25 sh f. d. Tonne zu verzeichnen,und viele Werke konnten ihre Erzeugungbereits zu so gestiegenen Preisen vergeben. q yIndustrielle Rundschau.Französisches Kapital am Niederrheiu. (SteinkohlenbergwerkFriedrich Heinrich, A.-G.in Düsseldorf.) Wir sind heute in der Lage,unsere Angaben* Uber die mit französischem Geldeam Niederrhein beabsichtigte Erschließung von Kohlenfelderndahin zu ergänzen, daß diese von der obengenannten Gesellschaft, die nur von französischenKapitalisten unter Führung der Société G é n é r a 1 edu Crédit Industriel et Commercial inParis, 66 Rue de la Victoire, gegründet worden ist,betrieben wird. Das Aktienkapital beträgt zunächst* „Stahl und Eisen“ 1907 Nr. 6 S. 218.14 Millionen Mark; es ist aber beabsichtigt, sobalddas Steinkohlengebirge erreicht sein wird, eine Anleihebis zum Betrage von 12 Millionen aufzunehmen,um in der Lage zu sein, eine mit den modernstenEinrichtungen versehene Doppelschachtanlage für eineLeistungsfähigkeit von 1,5 bis 1,75 Millionen Tonnenjährliche Förderung zu errichten. Die Vorarbeitensind sefipn ziemlich weit gediehen. Das notwendigeGelände ist erworben, und mit dem Schachtabteufen,nach der Gefriermethode, wird schon in zwei Monatenbegonnen worden. Dio Errichtung einer bedeutendenKoksofenhatterio ist beabsichtigt, und fürdie erste Doppelschachtanlage der Bau von rund


252 Stahl und Eisen. Vereins - Nachrichten. 27. Jahrg. Nr. 7.300 Oefen vorgesehen. Die hier in Frage stehondeVerleihung erstreckt sich auf beinahe 3000 ha. DasFeld markscheidet im Osten mit den Steinschon Foldern,mit Rheinpreußon und mit dem Krupp gehörigen FeldeXorddeutschland, im Süden mit Feld Vluyn, im Westenmit dom Feldo Humboldt (der Familie ’fbewiesen gehörig),im Norden mit den Steinschen Feldern. DasSteiukohlengebirge liegt bei 180 bis 350 m Teufe.Die ganze Fettkohlenpartie und ein Teil der Gaskohlcnpartieist im Felde anscheinend in flacher Lagerungvorhanden. Das Deckgebirge ist tertiär.Nordischo Elektri/.itäts- und Stahlworko,Aktiengesellschaft, Schellmiihl hei Danzig. —Die Gesellschaft hat Bich genötigt gesehen, am 31.vor. Monats den Konkurs anzumeldon. Im Jahro 1897•mit Staatshilfe gegründet, um dio Entwicklung derIndustrio in den deutschen Ostseeprovinzen zu fördern,betrieb die Gesellschaft zunächst den Bau elektrischerZentralen und errichtete dann zwei Jahre spätor, umdie StahlherBtellung aufnehmon zu können, auf derItolminsol bei Danzig ein Stahl- und Walzwerk. Inden Jahren 1901 und 1905 suchto man dio schwankendeGrundlage dos Unternehmens dadurch zu verbessern,daß man das Aktienkapital von anfänglich4 000000 Ji auf schließlich 1 590000 Ji herabsetzteund oine Hypothekenschuld von 3250000 itf aufnahin.Ueber unumgänglich gewordene erneute Maßnahmenmit ähnlichen Zielen sehwebten seit Mitto vergangenenJahres Verhandlungen; da diese aber zu keinem befriedigendenErgebnis führten, war dor Zusammenbruchunvermeidlich gewordon.W estfälische Kalkworke Binolen, G. m. b. H.,Hilgen i. W. — Wio uns mitgetoilt wird, beabsichtigtdie vorgenannte, am 2. Januar d. Js. gegründete Gesellschaft,die über einen Besitz von 80 Morgen desvorzüglichen Hönnetnl-Kalksteinos vorfügt, bis zur Eröffnungder Ilönnotalbahn auf dem hierfür angekauftenWiosengelände Ringöfen zum Brcnnon von Weißkalkzu errichten. Die Firma will sich, wie wirweiter orfaliren, demnächst hauptsächlich mit derLieferung von Rohkalkstein als Zuschlag für denHochofenbetrieb befassen. Dio Bedingungen, unterdonon das neue Unternehmen arbeiten wird, werdenals günstig bezeichnet.Vereins - Nachrichten.Ehron-Promotion.Die Königl. Technische Hochschule zuA a c h o n hat unser Mitglied den Geheimen KommerzienratCarl Delius zu Aachen zum Doktor-Ingenieur ehrenhalber ernannt. Das am 3. d. M.durch eine Abordnung dos Senates untor FührungSeiner Magnifizenz des Rektors Gehoimrat Dr. B o r -cherB überreichte Diplom foiort Hrn. GoheimratDelius „als don hervorragenden Vertreter der alteingesessenenAachener Industrie, welcher erfolgreichden Ruf doutschcr Arbeit im In- und Ausland gewahrtund durch 25 Jahro als Mitglied und Präsidentder Handelskammer das Wirtschaftsleben seinerengeren Heimat gefördert hat, sowie auch don verschiedenenGebieten des fachlichen Unterrichtswesensstets seine lobhafte Fürsorge zugewondot und derAachener Technischen Hochschule durch verständuisvolloFörderung ihrer Zwecko sowie durch tätige Teilnahmean Gründung und Durchführung der an sieangelehnten Handelshochschule wertvolle Diensto geleistethat“.Für die VoroiushibUotliek sind eingngangen :{Die Einsender sind durch * bezeichnet.)Examen de quelques types récents de Lampes de sûretéet recherches nouvelles sur la résistance des verrespar V. Wattoyno et S. Stassart. [Administration*der „Annales des Mines de Belgique“.]Hoffmann, Dr. H.: Kraftgewinnung und K raftverwertungin Berg- und Hüttenwerken. (ErweiterterSonderabdruck.)Jüngst, Dr., Essen-Ruhr: Arbeitslohn und Unternehmergewinnim rheinisch - westfälischen Steinkohlenbergbau.(Sonderdruck.) [Verein* für diebergbaulichen Interessen im OberhcrgnmtsbezirkDortmund zu Essen.]Kgl. Techn. Hochschule* in Danzig: 1. Personal-Verzeichnis fü r das Winter-Halbjahr 1906107. —2. Programm fü r das Studienjahr 1906107.Kgl. Technische Hochschule* in Stuttgart:1. Bericht fü r das Studienjahr läOSjOO. — 2. Programmfü r das Studienjahr 1906107.Osann*, Professor: Die Eisenindustrie der VereinigtenStaaten von Nordamerika. (Sonderdruck.)Aendomngon In der M itgliederliste.Böhmer, H., Oberingenieur der Sachs. Gußstahlfabrik,Douben b. Dresden.Delius, C., Dr. ing. h. c., Geh. Kommerzienrat, Aachen.Estenfeld, Otto A., Ingenieur, Duisburger Maschinenbau-Akt.-Ges.vorm. Bochom & Keetman, Duisburg,Marienstr. 15.Gössel, Conr., Ingenieur der Gutehpffnungshütto, Abt.Sterkrade, Sterkradc, Thalstr. 16.Haase, Karl, Dipl.-Ingonicur, Tarnowitz O.-S.Hannesen, Eugenio, Amministratoro delegnto deliaSocietä Tuld Mannesmann, Mailand, Via Leopardi 21.Legratul, J., Ingenieur, chef de service des Uauts-fourncaux,Homdcourt, Montois la Montague, postlagernd.Mitscherlich, Walther, Ingenieur, Aachen, Zollernstr.39.Ransieben, Fritz, Ingenieur, Düsseldorf, Adersstr. 04Roser, He>5iricä,Reg.-Bauführer, Ingenieur b.Seliüchtermann& Kremer, Dortmund, Prinz Wilhelmstr. 7.Tittler, R., Dr., Dipl.-Hüttoningenieur, Kgl. Gewerbereferendar,M.-Gladbach, Königstr. 27.ran Vloten, W., technischer Direktor und Vorstandsmitglieddes Phoenix, Abt. Ilörder Verein, nürdo i. W.,Mühlenberg 8.Wormstall, C. Ed., Managing Director of tho IronOro Comp. Ltd., Baltic House, Leadenhall Street,London E. C.Neue Mitglieder.Falk, Erik, Blötberget, Schweden.Gephart, Hugo, Hütteningenieur, Chemiker der Donnersmarckkütte,Zabrze O.-S.Hoffmann, Kurt, Dipl.-Ingenieur, Stahlwerksassistcntder Königshütte, Königshütte O.-S., Tempelstr. 7.Lieven, Werner, Ingenieur-Technolog, Assistent desStahlwerkschcfs der Libauer Eisen- und Stahlwerkevorm. Boecker & Co., Libau, Rußl.Rubini, Carlo, Hütteningenieur, Darfo b. Brescia, Italien.Schmitz, Franz, Zivilingenieur, Eller bei Düsseldorf,Kaiser-Wilhelmplatz.Spengler, Andreas, Ingenieur der Fa. J. Banning,Akt.-Ges., Ilamm i. W., Heßlerstr. 12.Strauß, Ottmar, in Fa. Otto Wolff, Köln, Lothringerstr.17.Vogel, Felix A., Vizepräsident und General Managerder St. Lawronce Pyrites Co., Broad Street 25,Room 419, New York, U. S. A.Verstorben.Volkmann, Rudolf, Ingenieur, Berlin.

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