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2.2 Jungerwachsene in der ZBS 2012Im Jahre 2012 ist der Anteil der jungerwachsenen Klienten in der ZBS kontinuierlichgestiegen und macht aktuell etwas weniger <strong>als</strong> ein Drittel aus. Durchschnittlich nutzten 72Jungerwachsene im Monat das Beratungsangebot der ZBS.Hauptinhalte der Beratung sind nach wie vor die Unterstützung bei Erlangung der Hilfen zurExistenzsicherung und Wiedereingliederung ins System der Leistungen der öffentlichenHand, wie Hilfen bei der Antragstellung, Wiederbeschaffung eines Personalausweises oderanderer Dokumente etc. und Kontaktaufnahme mit dem Jobcenter Jungerwachsener, das mitseinen Integrationsfachkräften zuständig ist für <strong>den</strong> Bereich Vermittlung inAktivierungsmaßnahmen, Beschäftigung und Ausbildung/Arbeit für die Jungerwachsenen.Einen immer breiteren Raum nimmt sowohl die Beratung und Unterstützung bei derWohnungssuche wie auch Motivationsarbeit, überhaupt noch etwas für sich zu wollen, ein.Es fällt auf, dass ein Großteil der Jungerwachsenen in eine nahezu resignierte Haltungverfallen ist und für sich kaum noch etwas erwartet und dementsprechend auch nichts mehrwill und /oder fordert. Es erscheint notwendig, Überlegungen anzustellen, ob neben einemspezielleren Hilfe- auch ein individuelles Beratungsangebot für diese Jungerwachsenensinnvoll und notwendig wäre, insbesondere hinsichtlich voraussichtlich weiter steigenderKlientenzahlen in <strong>den</strong> kommen<strong>den</strong> Jahren.Entwicklung der JE-Zahlen von 2000 – 2012Die Mietobergrenze für Jungerwachsene wurde 2012 von 205,-€ auf 224,-€ Warmmieteangehoben. Der Wohnraum, der <strong>den</strong> Jungerwachsenen zugestan<strong>den</strong> wird, nämlich möblierteZimmer und kleine 1-Zimmer-Wohnungen innerhalb der genannten Mietobergrenze von224,-€ Warmmiete, ist fast überhaupt nicht auf dem regulären Wohnungsmarkt zu fin<strong>den</strong>. Dienoch vorhan<strong>den</strong>en Angebote stehen für unsere Klientel der Jungerwachsenen in der Regelnicht zur Verfügung. Dieser Umstand wird noch dadurch verstärkt, dass dieJungerwachsenen im Wohnungssegment mit der stetig und vor allem im vergangenen Jahrsteigen<strong>den</strong> Zahl der Studieren<strong>den</strong> konkurrieren müssen.Die Integrationsfachkräfte im JC für Jungerwachsene haben aber schon die Möglichkeit, dieMietobergrenze bei bestimmten Voraussetzungen, z. B. dem Nachweis der vergeblichenWohnungssuche innerhalb der vorgegebenen Mietobergrenze, zu überschreiten.4
ZBS <strong>Kiel</strong>Auswertung 2012Gesamtzahl der betreutenPersonen2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2.002 2.001700 614 612 652 694 726 699 635 737 745 673 678Erstauftritte / ab 08 Zugänge 516 430 423 493 497 344 325 465Zugänge255 304 262 257Wiederauftritt n. Abwesenheit 58 64 87 74 169 189 170 124 111 198Bestand am 1.1. des Jahres 242 184 189 159 197 223 185 247 312 317 300 277Gesamtzahl der Kontakte 3068 2725 2453 2836 2697 3098 2603 2373 2958 3794 3383 3423Ersta. Wiedera. Berat. Klienten Junger. Ausl. ofw mfw Platte Untergebrachte Wohn.bezJan 28 20 16 221 69 10 206 15 13 69 6Feb 19 16 15 225 69 10 209 16 14 71 15März 30 13 16 219 59 10 209 10 17 69 13April 22 25 19 243 73 19 227 16 18 76 5Mai 40 16 20 271 74 24 252 19 24 70 18Juni 24 23 17 268 74 15 252 16 24 65 15Juli 25 11 16 239 73 15 228 11 18 66 11Aug. 20 20 16 247 74 17 232 15 18 65 13Sep. 27 19 19 247 74 15 231 16 17 56 13Okt. 29 16 15 253 74 14 240 14 18 69 8Nov. 32 23 17 259 79 14 248 11 20 72 8Dez. 16 11 17 242 73 10 234 8 17 70 12Summe 312 213 203 2934 865 173 2768 167 218 818 137Durchs. 26 18 17 245 72 14 231 14 18 68 11Bezugsjahr 201 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 20012Klienten 245 189 170 179 174 214 208 185 273 333 314 293ofw 231 176 159 170 163 191 174 159 195 227 203 185mfw 14 13 11 9 11 23 34 26 79 107 111 108JE 72 61 50 47 35 44 38 31 42 60 63 59Ausländer 14 10 8 8 10 3 5 3 * 13 13 13Berat./Tag 17 14 12 14 14 16 13 12 14,5 19 17 17Wohnungsv. 137 77 66 123 99 139 152 129 121 116 70 104137 Abgänge mit Wohnung - 548 Abgänge insgesamtDavon bei 182 Dauer der Betreuung kürzer <strong>als</strong> 1 Monat – 366 länger <strong>als</strong> 1 Monat38 % der Klienten, die länger <strong>als</strong> einen Monat betreut wur<strong>den</strong>, konnten in Wohnung vermittelt wer<strong>den</strong>8
EinzugsgebietAltersstruktur10
Evangelische <strong>Stadtmission</strong> <strong>Kiel</strong> gGmbHSoziale IntegrationshilfenFrauenberatungsstelle<strong>Jahresbericht</strong> 2012Inhaltsverzeichnis1. Einleitung S.12. Person<strong>als</strong>ituation S.13. Beratungsstelle und Tagestreff S.13.1 Einige Zahlen und Fakten aus dem Beratungsbereich S.23.2 Unterbringungssituation S.23.3 Psychosoziale Betreuung nach § 16a SGB II S.33.4 Aktivierungsmaßnahmen für Neuantragstellerinnen S.43.5 Aufgaben und Arbeit im Tagestreff S.54. Projekt Frauenwege S.65. Ambulante Betreuung nach § 67 und § 53 SGB XII S.76. Maßnahme übergreifende Aufgaben und Ziele der FBS S.87. Dank S.98. Statistikanhang S.10Evangelische <strong>Stadtmission</strong> gGmbH • Frauenberatungsstelle • Damperhofstr. 12 • 24103 <strong>Kiel</strong> • Telefon 26044-640
1. EinleitungBei der Frauenberatungsstelle (FBS) handelt es sich um eine Beratungsstelle mitangeschlossenem, offenem Tagestreffangebot für Frauen in schwierigen Lebenslagen, dieBeratung und Unterstützung suchen. Es <strong>können</strong> Frauen je<strong>den</strong> Alters beraten und betreutwer<strong>den</strong>. Unter anderem richtet sich das Hilfeangebot an wohnungslose und vonWohnungslosigkeit bedrohte Frauen und ist an ihren akuten Problem- und Lebenslagenorientiert.Von <strong>den</strong> Mitarbeiterinnen der FBS wer<strong>den</strong> Aufgaben im Rahmen derWohnungsnotfallversorgung nach dem Landesverwaltungsgesetz in Verbindung mit § 67 ffSGB XII übernommen und umgesetzt.Angeschlossen an die Frauenberatungsstelle ist das Projekt „Frauenwege“. Hier wer<strong>den</strong> inenger Kooperation mit dem Jobcenter <strong>Kiel</strong> und der Frauenberatungsstelle SGB II-Ansprüchefür alleinstehende <strong>Kiel</strong>erinnen ohne eigene Wohnung realisiert und das Fallmanagementdurchgeführt.Darüber hinaus besteht in der FBS die Möglichkeit der Psychosozialen Betreuung nach § 16a SGBII im Rahmen der kommunalen Begleitmaßnahmen nach Zuweisung des Jobcenters<strong>Kiel</strong>. Die Realisierung von Ambulanter Betreuung für Frauen in besonderen sozialenSchwierigkeiten gehört ebenfalls zum Angebot der FBS.Bereits im Jahr 2011 war es möglich, die räumlichen Kapazitäten in der <strong>Kiel</strong>erDamperhofstraße 12 im Hinterhaus so zu erweitern, dass seit Mitte 2011 alle obengenannten Angebote unter einem Dach organisiert und umgesetzt wer<strong>den</strong> <strong>können</strong>.2. Person<strong>als</strong>ituationNeben zwei Sozialpädagoginnen/-arbeiterinnen in der FBS waren für das Projekt„Frauenwege“ zwei Mitarbeiterinnen in Teilzeit tätig. Ihr Arbeitsbereich umfasste sowohlAufgaben der Sozialpädagogik <strong>als</strong> auch der Verwaltung. Im Bereich der ambulantenBetreuung waren zwei Kolleginnen in Teilzeit tätig. Eine weitere Kollegin schloss 2012 ihreWeiterbildung zur staatlichen Anerkennung in der FBS ab und ergänzt seither das Team imBereich der ambulanten Betreuungen.Darüber hinaus wur<strong>den</strong> mehrere Praktikantinnen, unter anderem Studierende derFachhochschule <strong>Kiel</strong>, Fachbereich Sozialwesen, ausgebildet.Die verschie<strong>den</strong>en Angebote der FBS sollen in <strong>den</strong> nun folgen<strong>den</strong> Kapiteln kurz dargestelltwer<strong>den</strong>.3. Beratungsstelle und TagestreffEs wurde beraten:in unterschiedlichen Lebenslagen,bei der Realisierung von Rechtsansprüchen,bei der Vermittlung kurzfristiger Übernachtungsmöglichkeiten,bei der Suche nach Wohnraum,bei Veränderung der Lebens- und Wohnsituation,1
ei der Vermittlung in ambulante und stationäre Hilfeangebote,bei Verschuldung,in Gesundheitsfragen,in Krisensituationenund zur Verfügung gestellt:ein teilweise selbstverwalteter Tagestreff,Kontaktmöglichkeiten,gegenseitige Unterstützung und Information im Tagestreff,Mitarbeit und Mitgestaltung in unterschiedlichen Bereichen,Waschmaschine, Küche, Tageszeitung, Schreibecke, Telefon und PC,Kleidung.3.1 Einige Zahlen und Fakten aus dem BeratungsbereichIm Jahr 2012 war die FBS durchschnittlich für 172 Besucherinnen im Monat tätig. VieleKlientinnen haben parallel auch das Angebot des Tagestreffs genutzt. Lediglich aufgrundstatistischer Erfordernisse wurde die Gruppe der Besucherinnen in akute Wohnungsnotfälleund andere Rat suchende Frauen unterteilt. In der praktischen Arbeit vermischten sich dieseGruppen, sodass nicht immer deutlich war, wann Nachbetreuung endete bzw. Präventionbegann.2012 wur<strong>den</strong> insgesamt 4525 Beratungs- und Kontaktgespräche in der FBSgezählt.72% der dabei erfassten Wohnungsverluste sind in der Landeshauptstadt <strong>Kiel</strong>eingetreten.Die Anzahl der akuten Wohnungsnotfälle ist im Vergleich zum Vorjahr leichtangestiegen.33,6 % der Frauen, die akut von Wohnungslosigkeit betroffen waren, waren jünger<strong>als</strong> 25 Jahre.Als Auslöser für <strong>den</strong> Wohnungsverlust wur<strong>den</strong> neben der Räumung aufgrund vonMietschul<strong>den</strong> vor allem der Auszug/Rauswurf aus der elterlichen Wohnung sowiegewaltgeprägte Beziehungen und Trennung/Scheidung genannt.Begleitungen und Hausbesuche konnten in 55 Fällen durchgeführt wer<strong>den</strong>.In 40 Fällen gelang es erfolgreich, Frauen intensiv bei der Wohnraumanmietung zuunterstützen.Im vergangenen Jahr haben 687 Frauen das Angebot der FBS, teilweise übereinen längeren Zeitraum hinweg, in Anspruch genommen.Im Monatsdurchschnitt wur<strong>den</strong> 79 akute Wohnungsnotfälle bearbeitet, inklusiveumfangreicher Statistik.In 61 Fällen im Jahr 2012 war eine ordnungsrechtliche Unterbringung erforderlich.3.2 UnterbringungssituationDie überwiegende Zahl der wohnungslosen Frauen übernachtete bei (unterschiedlichen)Freun<strong>den</strong> und Bekannten, einige lebten in ungesicherten und unzumutbaren Wohn- undLebensformen. Nur ein Teil der wohnungslosen Frauen nahm 2012 die von derLandeshauptstadt <strong>Kiel</strong> angebotene Notunterkunft in Anspruch.Die Unterkunft in der Von-der-Tann-Str. 6 wurde außer von Frauen auch vereinzelt vonFamilien genutzt. Die Zimmer konnten teilweise einzeln zur Verfügung gestellt wer<strong>den</strong>.2
Einige Frauen wur<strong>den</strong> in privaten „Unterkünften“ untergebracht, wenn eine doppelteBelegung der vorhan<strong>den</strong>en Notunterkunft nicht möglich war.Einerseits fehlte eine angemessene Unterkunft für Frauen mit psychischen / körperlichenErkrankungen (rollstuhlgerecht). Unterschiedliche Gründe (z.B. das Vorliegen einerpsychischen Erkrankung ohne „Krankheitseinsicht“) sorgten andererseits dafür, dass immerhäufiger Frauen dauerhaft in der städtischen Notunterkunft lebten und die vorhan<strong>den</strong>enPlätze minimierten.Eine Entlastung stellte jedoch die weiterhin bestehende Möglichkeit dar, in ganz besonderenEinzelfällen kurzfristig (i.d.R. nicht länger <strong>als</strong> 14 Tage) Unterbringungen in einigen <strong>Kiel</strong>erHotels veranlassen zu <strong>können</strong>.Zu nennen wäre noch, dass auch 2012 einige Frauen in/mit besonderen sozialenSchwierigkeiten im Van-der-Camer-Haus im vollstationären Bereich aufgenommen wer<strong>den</strong>konnten - ebenfalls im Rahmen der Hilfen nach § 67 SGB XII.3.3 Psychosoziale Betreuung gemäß § 16 a SGB IIIm Rahmen der Psychosozialen Betreuung gemäß § 16 a SGB II war es möglich, Frauen miteinem zeitaufwendigeren Hilfebedarf, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten der FBS,Einzelberatungen anzubieten bzw. Begleitungen und Hausbesuche zu ermöglichen.Ziel war dabei der Abbau von Vermittlungshemmnissen im weitesten Sinne bzw., falls diesnicht im Rahmen des vorgegebenen Zeitkontingents realisierbar war, die Einleitung einerpassgenauen anderen Unterstützung.Im Rahmen der Psychosozialen Betreuung wur<strong>den</strong> im Jahr 2012 insgesamt 59 Frauenberaten und betreut. Diese Betreuung wurde in 46 Fällen erfolgreich abgeschlossen, d.h. dieim Vorfeld mit <strong>den</strong> jeweiligen Frauen vereinbarten Hilfeziele konnten erreicht wer<strong>den</strong>. 14Frauen, <strong>als</strong>o etwa ein Viertel benötigten zur Erreichung dieser Ziele das Fortsetzungsmodulim Umfang von maximal weiteren zehn Stun<strong>den</strong>.In zehn Fällen stellte sich im Rahmen der Psychosozialen Betreuung ein größererHilfebedarf heraus, der die Einrichtung einer Ambulanten Betreuung, zumeist nach § 67 SGBXII aber auch nach § 53 SGB XII, erforderlich machte und eine längerfristige und damitnachhaltige Unterstützung ermöglichte.Zehn Frauen brachen die Psychosoziale Betreuung ohne Angabe von Grün<strong>den</strong> ab. Zuvermuten ist, dass vor allem schwere psychische Auffälligkeiten und Erkrankungen bzw.Suchtmittelabhängigkeiten dazu geführt haben, dass die Termine nicht regelmäßig und inmanchen Fällen gar nicht eingehalten wer<strong>den</strong> konnten.Inhalte der erfolgten Beratungen im Rahmen der Psychosozialen Betreuung waren in ersterLinie:• Wohnungs- und Unterkunftssuche• Einrichtung, Stabilisierung des Wohnverhältnisses• haus-/wirtschaftliche Unterstützung• Stabilisierung und Motivation• Vorbereitung Schul<strong>den</strong>regulierung• Verhinderung eines drohen<strong>den</strong> Wohnungsverlustes sowie Begleitung• Stabilisierung/Vernetzung im Wohnumfeld• Aufbau/Stabilisierung sozialer Bezüge• Unterstützung/Motivation in Gesundheitsfragen• Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten3
Die genannten Hilfen wur<strong>den</strong> aus der FBS heraus gemeinsam organisiert und umgesetzt.Die Zusammenarbeit im Gesamtteam orientierte sich an <strong>den</strong> Bedarfen der Klientinnen undnutzte die unterschiedlichen Kompetenzen der Kolleginnen flexibel.3.5 Aufgaben und Arbeit im TagestreffDer angeschlossene offene und von <strong>den</strong> Besucherinnen teilweise selbstverwaltete Tagestreffbot <strong>den</strong> Frauen die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, aber auch die zur Verfügung stehen<strong>den</strong>Mittel wie die Küche, die Waschmaschine, <strong>den</strong> PC, Telefon und Faxgerät, die Tageszeitung,die Spen<strong>den</strong>ecke und die Kleiderkammer zu nutzen – und bei Bedarf Kontakt zu <strong>den</strong>Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle aufzunehmen. Der Übergang zu allen anderenAngeboten der FBS wurde fließend gestaltet.Zur Zielgruppe gehörten auch im vergangenen Jahr Frauen je<strong>den</strong> Alters, es gab keineZugangsbeschränkung und keine feste Hausordnung. So war beispielsweise das Mitbringenvon Tieren grundsätzlich gestattet und kein Alkoholverbot festgelegt.Aktivitäten, Ausflüge und Feste wur<strong>den</strong> gemeinsam mit Besucherinnen des Tagestreffsgeplant und durchgeführt. So erforderte beispielsweise das am 24.08.2012 stattgefun<strong>den</strong>enSommerfest der Frauenberatungsstelle viele Vorbereitungen, die in mehrerenHausversammlungen und Aktionen besprochen und durchgeführt wur<strong>den</strong>. MehrereNutzerinnen des Tagestreffs übernahmen in diesem Rahmen Aufgaben.Weitere Aktionen im Jahr 2012 waren u.a. Kochangebote, Mal- und Gesprächsgruppen, eineFrauenschwimmgruppe, ein Chorprojekt, die gemeinsame Gestaltung des Innenhofes in derDamperhofstraße 12 sowie das traditionelle Lichterfest zum Jahresausklang. Diegemeinsamen Aktivitäten lu<strong>den</strong> dabei nicht nur zum gemeinsamen Verweilen mit anderenFrauen ein – die Teilnehmerinnen erhielten dadurch auch die Möglichkeit, ihre Interessenund Fähigkeiten zu erproben, Kontakte aufzubauen und mehr über andere Angebote derFBS zu erfahren.Ermöglicht wur<strong>den</strong> diese Aktivitäten durch die finanzielle Unterstützung vieler Spenderinnenund Spender. Am 14.03.2012 hat in diesem Zusammenhang ein gemeinsames Abendessenmit dem Serviceclub Ladies` Circle in <strong>den</strong> Räumlichkeiten der Frauenberatungsstellestattgefun<strong>den</strong>.Seit Mitte des Jahres hatten die Besucherinnen des Tagestreffs zudem die Möglichkeit, sichvon einer in regelmäßigen Abstän<strong>den</strong> vorbeikommen<strong>den</strong> Friseurin die Haare für einenkleinen Obolus schnei<strong>den</strong> zu lassen.Das Jahr 2012 stand vor allem unter dem Motto „Kultur“. So wurde ein gemeinsamerTheaterbesuch im Werftparktheater organisiert, es war eine Schriftstellerin im Tagestreff zuGast, die gemeinsam mit <strong>den</strong> Besucherinnen einen Gedichte-Nachmittag anlässlich desTags des Buches veranstaltete und es wurde am 22. August ein Ausflug zur „NordArt“ inBüdelsdorf unternommen.5
Darüber hinaus bot der teilweise selbstverwaltete Tagestreff auch 2012 Tätigkeitsfelder infolgen<strong>den</strong> Bereichen:Kleiderkammer: abgegebene Kleidungsstücke, Wäsche etc.wurde gewaschen, einsortiert und an Besucherinnen verteilt (z.B. je nachNotwendigkeit, Geschmack und Größe);Sachspen<strong>den</strong>verwaltung: Haushaltsgegenstände und kleinere Möbel wur<strong>den</strong>ebenfalls sortiert, bei Bezug einer Wohnung verteilt oder für entsprechendeBedarfslagen aufgehoben;Gestaltung des Außenbereiches: Innenhofpflege, Pflanzenversorgung;Unterstützung neuer Klientinnen, die aus der Beratung in <strong>den</strong> Treff wechseltenoder ausschließlich Treffbesucherinnen waren: freundliche, verständlichegegenseitige Ansprache und erste Information, Begleitung zu verschie<strong>den</strong>stenInstitutionen usw.;<strong>Kiel</strong>er Tafel: hier wur<strong>den</strong> Produkte der <strong>Kiel</strong>er Tafel verteilt, sortiert etc.;Gegenseitige Umzugs- und Renovierungshilfen wie z.B. leichte Malerarbeiten,kleinere Reparaturen, soziale Unterstützung, gemeinsames Anpacken beimUmzug;Unterstützung am PC: Frauen, die über Erfahrungen im EDV-Bereich verfügten,unterstützten andere beim Schreiben von Bewerbungen, Mietchiffre etc.;Öffentlichkeitsarbeit: Nutzerinnen des selbst verwalteten Tagestreffs beteiligtensich je nach vorhan<strong>den</strong>en Ressourcen an der Öffentlichkeitsarbeit anlässlichunterschiedlichster Veranstaltungen;Regelmäßige Sitzungen: Hausversammlungen und Besprechungen im Tagestreffwur<strong>den</strong> durchgeführt.4. Projekt „Frauenwege“Für alleinstehende <strong>Kiel</strong>erinnen ohne eigene Wohnung wer<strong>den</strong> Leistungen rund um <strong>den</strong>Arbeitslosengeld II-Bezug erbracht:Hilfestellung bei der Realisierung von LeistungenHilfestellung bei der Unterbringung und der WohnungssucheHilfestellung bei der Integration in ein ArbeitsverhältnisHilfestellung bei persönlichen ProblemlagenKlärung individueller Fragen und Anliegen.Die Auszahlung der ALG II-Leistungen an Kundinnen von „Frauenwege“ erfolgt, nachpersönlicher Vorsprache in der Damperhofstraße 12, im Jobcenter <strong>Kiel</strong>-Mitte, Stephan-Heinzel-Straße 2.Für die Umsetzung der Leistungen arbeitet die Maßnahme „Frauenwege“ eng mit derFrauenberatungsstelle zusammen. Hierbei ist eine direkte Vermittlung zwischen <strong>den</strong>einzelnen Angeboten möglich und ein sehr flexibler Austausch zwischen <strong>den</strong>Mitarbeiterinnen ist gegeben. Bei Bedarf <strong>können</strong> auch spontan gemeinsameBeratungsgespräche angeboten wer<strong>den</strong>.Im Jahr 2012 wur<strong>den</strong> 117 Kundinnen durch das Projekt „Frauenwege“ betreut. Im Vorjahrwaren es 100 Frauen. Der monatliche Durchschnitt lag bei 46,4 Frauen und ist damit imVergleich zum Vorjahr kaum angestiegen. Hieraus lässt sich folgern, dass sich dieFluktuation etwas erhöht hat.Eine besonders hohe Zunahme ist hierbei bei <strong>den</strong> Unter-25-Jährigen zu beobachten. DerenZahl stieg von 49 im Jahr 2011 auf 61 im Jahr 2012. Die Zahl der älteren wohnungslosen6
Frauen, die durch „Frauenwege“ betreut wur<strong>den</strong>, stieg im gleichen Zeitraum von 51 auf 56Personen an.Insgesamt lässt sich seit der Entwicklung des Projekts im Jahr 2008 ein kontinuierlicherAnstieg der Fallzahlen beobachten.5. Ambulante Betreuung nach § 67 und nach § 53 SGB XIIUnterstützung findet, je nach individuellem Bedarf, auch durch intensive Einzelfallhilfe statt.Die Inhalte orientieren sich an <strong>den</strong> jeweiligen Bedürfnissen und Problemlagen, unterBerücksichtigung vorhan<strong>den</strong>er Ressourcen.Betreuungszeitraum und –umfang <strong>können</strong> individuell vereinbart wer<strong>den</strong>.Inhalte der Betreuung <strong>können</strong> unter anderem sein:o Intensive Einzelfallhilfe im Umfang der festgelegten Stun<strong>den</strong>o Begleitung, Hausbesuche, gemeinsame Aktivitäten, Gruppenangeboteo Beziehungs- und Vertrauensaufbau, Stabilisierungo Unterstützung bei Veränderung der Lebens- und Wohnsituationo Schaffung eines sozialen Netzwerkes, evtl. unter Einbindung der Angebote desTagestreffso Langzeitbegleitungo Unterstützung bei der Gesundungo Klärung beruflicher Perspektiveno Hinführung zu einer verbesserten Lebensqualität und mehr FreudeIm Oktober 2008 wurde das Angebot der Frauenberatungsstelle um die Möglichkeit derDurchführung von ambulanten Betreuungen gem. § 67 SGB XII erweitert. Dieses Angebotrichtet sich speziell an Frauen in besonderen sozialen Lebenslagen. Die Hilfe ist zeitlichbefristet und verfolgt das Ziel der eigenständigen Lebens- und Alltagsbewältigung.Seit März 2010 besteht weiterhin die Möglichkeit auch ambulante Betreuungen gem. § 53SGB XII durchzuführen.Aufgrund der stetig ansteigen<strong>den</strong> Nachfrage, übernehmen mittlerweile drei fest angestellteDiplom-Sozialpädagoginnen diesen Aufgabenbereich; ein Büro zur Durchführung vonBeratungsterminen steht in der Damperhofstraße 12 dauerhaft zur Verfügung.Im Jahr 2012 wur<strong>den</strong> insgesamt 23 Frauen gem. § 67 SGB XII sowie zwei Frauen gem. § 53SGB XII betreut. Es zeigte sich, dass die Betreuung bei <strong>den</strong> meisten Klientinnen aufgrundeines großen Hilfebedarfs längerfristig anzulegen war; im Durchschnitt wur<strong>den</strong> die Frauenca. zwei Jahre durch eine ambulante Betreuung begleitet.Insbesondere die räumliche sowie fachliche Nähe zur Frauenberatungsstelle sowie demdaran angeschlossenen Tagestreff boten die Möglichkeit einer erleichtertenKontaktaufnahme zu <strong>den</strong> Mitarbeiterinnen der ambulanten Betreuung sowie einerunkomplizierten und schnellen Beantragung einer ambulanten Hilfe.Insbesondere folgende Themen waren im letzten Jahr häufig innerhalb derZielvereinbarungen festgelegt: Anmietung einer eigenen Wohnung sowie Unterstützung inWohnungsangelegenheiten Begleitungen Unterstützung in Behör<strong>den</strong>angelegenheiten, Schriftverkehr Schul<strong>den</strong>regulierung7
Stabilisierung der psychischen Befindlichkeit Klärung beruflicher Perspektiven Schaffung eines sozialen Netzwerkes6. Maßnahme übergreifende Aufgaben und Ziele der FBSFrauen tragen nach wie vor spezifische Armutsrisiken durch die unverändertgeschlechtsspezifische Verteilung von Arbeit und Einkommen. Typische Formen derErwerbstätigkeit von Frauen sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, Leiharbeit,Angehörigenmitarbeit, Heimarbeit und Hausarbeit sowie weitere ungeregelte informelleBeschäftigungsverhältnisse wie beispielsweise im Prostitutions- und Vergnügungsgewerbe.Ein weiteres hier zu nennendes frauenspezifisches Armutsrisiko ist die Gewaltbedrohung.Folgen von (sexualisierter) Gewalt sind neben psychischen Störungen oft Alkoholismus,Medikamentenabhängigkeit, Drogensucht, Essstörungen und Depressionen.Dementsprechend sind die Aufgaben der FBS vielfältig, oft mit einer Kriseninterventionverbun<strong>den</strong> und gehen weit über eine bloße Wohnungsnotfallhilfe hinaus.Die FBS übernimmt diverse Präventionsleistungen und fördert die Selbsthilfe undEigenverantwortung der Nutzerinnen. Einrichtungsübergreifende, fachlich ausgerichteteGruppenangebote, Projekte und Freizeitaktivitäten trugen auch 2012 zur Förderung derGemeinschaft, Vernetzung und Integration einzelner Frauen bei.Die oben genannten frauenspezifische Themen und Problembündelungen erfordern einenbedarfsorientierten Arbeitsansatz in der Frauenberatungsstelle.Das beinhaltet für uns: Respekt, Motivation und Humor, Kontakt auf Augenhöhe: Unterstützung bei/für eigenverantwortliches Handeln, Beachtung der jeweiligen Biografie und der daraus resultieren<strong>den</strong>Entwicklungschancen, Stärkung des Selbstwertgefühls, Wertschätzung, Akzeptanz eigener Lebensentwürfe und eines eigenen Entwicklungstempos, ressourcenorientierte Betrachtungsweisen und Ermutigung zu ersten konkretenSchritten.Alle Angebote sind mit einem niedrigschwelligen Zugang versehen, d. h. eineKontaktaufnahme ist auch ohne Terminvereinbarung jederzeit möglich, um <strong>den</strong>möglicherweise vorhan<strong>den</strong>en Schwellenängsten entgegenzuwirken.Die zentrale Lage der FBS in der Damperhofstraße und die von <strong>den</strong> Besucherinnen desTagestreffs mitgestaltete einla<strong>den</strong>de Atmosphäre ermöglicht auch Frauen, die (noch) nicht<strong>den</strong> Mut aufbringen, sich gezielt Unterstützung zu organisieren, ein erreichbares Angebot.Es gibt keine Hausordnung im eigentlichen Sinne (das Mitbringen von Hun<strong>den</strong> und anderenKleintieren ist z.B. erlaubt; es besteht kein Alkoholverbot) – im Einzelfall entstehendeKonflikte wer<strong>den</strong> mit <strong>den</strong> Besucherinnen gemeinsam gelöst.An vier Vormittagen in der Woche besteht bei Bedarf ohne vorherige Anmeldung dieMöglichkeit, kurzfristig Beratung, die Vermittlung von wirtschaftlichen Hilfen oder auch dievorübergehende Versorgung mit einer Notunterkunft in Anspruch zu nehmen. Gemeinsammit <strong>den</strong> Besucherinnen wird nach geeigneten Lebens- und Wohnformen gesucht.8
Die Verbindung von Beratungsstelle und Tagestreff ermöglicht ein optimalesVersorgungsangebot. Der beschriebene niedrigschwellige Zugang zu <strong>den</strong> vielfältigenAngeboten unter einem Dach ermöglicht eine umfassende, differenzierte frauenspezifischeUnterstützung, die sofort greift und unmittelbar Hilfe und Veränderung ermöglicht.7. DankFür die vielfältige Unterstützung im bewegen<strong>den</strong> Jahr 2012 möchten wir uns an dieser Stellebei unseren KooperationspartnerInnen, SpenderInnen und UnterstützerInnen bedanken. Fürdas kommende Jahr wünschen wir uns, die Zusammenarbeit erfolgreich fortzusetzen,Erreichtes zu etablieren und neue Ideen zu entwickeln.<strong>Kiel</strong>, im April 2013Andrea Derksen, Melanie Fischer, Nicole Hoppe, Renate Otto, Anja Packeiser, GieselaRuser, Regina Wriedt9
Statistikanhang FBS <strong>Kiel</strong> 20122012 Ersta. Wieder. Berat. Klienten Junger. Ausl. ofw mfw Platte Wohn. Untergebr.Jan 19 9 405 116 44 19 74 42 0 2 17Feb 12 12 347 118 41 19 77 41 0 2 20März 34 4 432 115 39 14 71 44 0 5 18April 15 11 384 122 42 15 77 45 0 2 25Mai 17 13 377 126 41 16 81 41 0 5 24Juni 28 13 394 123 38 13 78 45 0 0 24Juli 32 4 386 127 40 11 77 50 0 3 23Aug. 19 11 380 130 44 16 85 45 0 8 21Sept. 18 7 360 129 44 16 88 41 0 3 21Okt. 19 8 399 125 42 17 81 44 0 2 19Nov. 15 3 350 127 42 17 77 50 0 5 18Dez 20 11 311 129 42 18 77 52 0 3 24Summe 248 106 4525 1487 499 191 943 540 0 40 254Durchs. 21 9 377 124 42 16 79 45 0 3 21Monatliche Durchschnittwerte der letzten Jahre2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000Klientinnen 124 120 117 113 106 104 97 90 78 78 76 75 55Andere 46 42 32 37 38 37 37 32 38 40 25 25 20Ohne Wohnung 79 82 76 74 56 55 48 45 45 45 51 45 38Unterbringung 5 4 5 8 6 6 6 4 * * * * *Jungerwachsene 42 45 45 37 32 29 18 24 22 22 27 24 16Erstkontakte 21 17 14 16 14 13 12 12 12 12 9 14 10Wiederauftritte 9 6 7 8 7 7 7 7 7 7 4 4 110
Evangelische <strong>Stadtmission</strong> <strong>Kiel</strong> gGmbHSoziale IntegrationshilfenTagestreff und Kontaktla<strong>den</strong> – TaKo<strong>Jahresbericht</strong> 2012Inhaltsverzeichnis1. Die Ziele und Aufgaben S.12. Die Beschreibung des Angebots S.13. Die Person<strong>als</strong>ituation S.24. Die Öffnungszeiten S.25. Die Besucherstruktur S.36. Die Kooperationen S.47. Anlage Statistik S.5Evangelische <strong>Stadtmission</strong> gGmbH • Tagestreff & Kontaktla<strong>den</strong> • Schaßstr. 4 • 24103 <strong>Kiel</strong> • Telefon 26044-630
1. Die Ziele und AufgabenDer Tagestreff und Kontaktla<strong>den</strong> (TaKo) und Mittagstisch „MANNA“ ist ein offenes Angebotim Hilfesystem für Wohnungslose und andere von sozialer Ausgrenzung betroffene Personengruppen.Um seine Versorgungs- und Beratungsangebote sicherzustellen, hat sich die <strong>Stadtmission</strong>mit der Diakonie Altholstein GmbH und dem Ortscaritasverband <strong>Kiel</strong> (OCV) zu einem Bündnisgegen Armut zusammengeschlossen.Besucherinnen und Besucher, die sich in Notlagen und besonderen Bedürftigkeiten befin<strong>den</strong>,fin<strong>den</strong> im Tako auf der Basis gegenseitigen Respekts Rat und Hilfe.So versteht sich der TaKo <strong>als</strong> ein Angebot, das Menschen wertschätzende Ansprache undZuwendung <strong>als</strong> Kontrast zur üblichen Erfahrung von Ausgrenzung und Ablehnung nicht zuletztauch im Sinne des diakonischen Leitbildes erleben lässt.Unter Trägerschaft des Diakonischen Werks Altholstein und des OCV wird <strong>den</strong> Besucher/innenein Frühstück für € 1,- und ein Mittagstisch für € 1,20 angeboten.Der Mittagstisch wird in der Küche des DW Altholstein und des OCV von Mitarbeitern desVereins HEMPELS e.V. im Erdgeschoss zubereitet.Für die Unterstützung des Frühstück und Mittagsangebot möchten wir uns bei der FirmaSteiskal für die regelmäßigen Brot-, Kuchen- und Brötchenspen<strong>den</strong> bedanken und ebensobei der <strong>Kiel</strong>er Tafeln, Stadtwerken <strong>Kiel</strong>, der Uni Mensa <strong>Kiel</strong> für die großzügige Unterstützung,der Kreisarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände für die Unterstützung der Weihnachtsfeier,bei <strong>den</strong> Kirchengemein<strong>den</strong> und dem Kirchenkreis für die gesammelten Kollektensowie bei allen anderen Institutionen-, Firmen- und Privatpersonen, die uns mit Spen<strong>den</strong> unterstützthaben.2. Die Beschreibung des AngebotsDas Gesamtangebot sieht im Einzelnen wie folgt aus:- Frühstück, Mittagstisch;- Dusche, Badewanne, WC;- Waschmaschine, Wäschetrockner, kleine Kleiderkammer;- Arztsprechstun<strong>den</strong> (1 x wöchentlich);- seit April 2010 wird eine zahnärztliche Sprechstunde angeboten, die gut angenommenwird;- Ruheraum;- Tageszeitung, Ruhe- und TV-Raum Telefon, Fax, PC – Benutzung;- Schließfächer;Darüber hinaus <strong>können</strong> im Rahmen sozialarbeiterischer Hilfen folgende Angebote vorgehaltenwer<strong>den</strong>:- qualifizierte Erstberatung zu sozialen Fragen und ggf. gezielteWeitervermittlung (Clearing) an die zuständigen Stellen;- seelsorgerliche bzw. psychosoziale Gespräche;- aktive Unterstützung zur Erlangung bzw. Erhaltung von eigenem Wohnraum;- aktive Unterstützung zur Bearbeitung von Suchtproblemen (Intensivierung und Strukturierungder Kontakte zu Suchthilfeeinrichtungen);1
- Begleitung zu Ämtern und Behör<strong>den</strong>;- Betreuungs- bzw. Besuchsangebote außerhalb der Einrichtung (z.B. in JVA, Klinik, etc.);- Geldverwaltung auf Wunsch von Besuchern;Besondere Veranstaltungen im Jahreslauf sind:- das alljährlich stattfin<strong>den</strong>de Sommer-Grillfest auf dem Gelände des Bodelschwinghhauses,- Die Ge<strong>den</strong>kveranstaltung für verstorbene Besucher des Hauses Schaßstraße am Ewig-keits-- sonntagzeitnah am Ewigkeitssonntag am Urnengemeinschaftsgrab/Südfriedhof.- Die Weihnachtsfeier (Frühstücksbuffet) am 24.12.In Kooperation mit dem Kirchenkreis <strong>Kiel</strong> haben der TaKo und der Mittagstisch „MANNA“ aufdem <strong>Kiel</strong>er Südfriedhof ein Urnengemeinschaftsgrab mit 86 Plätzen eingerichtet. Wir haltensomit einen Ort bereit, an dem verstorbene Menschen ohne Obdach bzw. ohne Angehörigeihre letzte Ruhe fin<strong>den</strong>. Bisher wur<strong>den</strong> diese Menschen meist auf einem Städtischen Friedhofin einem anonymen Sozialbegräbnis beigesetzt.Der TaKo und der Mittagstisch „MANNA“ ermöglicht nunmehr eine würdige Trauerfeier bzw.Beisetzung mit christlichem Segen durch eine ehrenamtlich tätige Seelsorgerin/Pastorin.3. Die Person<strong>als</strong>ituation2 Sozialpädagogen : Teilzeit (Sozialberatung, Organisation der Einrichtung),angestellt bei der ESMK (gem. GmbH)1 Sozialpädagoge: Vollzeit (Sozialberatung, Organisation der Essenangebote)angestellt beim Kirchenkreis Altholstein1 Sozialdiensthelfer: Vollzeit (Hauswirtschaft), angestellt bei der ESMK gem. GmbH2 Mitarbeiterinnen über Projekt Bürgerarbeit <strong>Kiel</strong>-Gaar<strong>den</strong>Außerdem haben einige Stu<strong>den</strong>ten/innen der Fachhochschule für Sozialwesen sowieInteressenten aus sozialen Arbeitsfeldern hospitiert bzw. ihr Praktikum abgeleistet.4. Die ÖffnungszeitenDer TaKo und der Mittagstisch „MANNA“ haben, abgesehen von einer Renovierungspauseim Sommer, das ganze Jahr über wie folgt geöffnet:MO, DI, DO, FRMI8.30 – 15.00 Uhr8.30 – 14.00 UhrIm Rahmen dieser Öffnungszeiten wird montags bis freitags von 8.30 – 11.00 Uhr ein preiswertesFrühstück und von 12.00 – 13.30 Uhr ein ebenso preiswerter Mittagstisch (für 1,00 €bzw.1,20 €) angeboten.Eine ärztliche Grundversorgung durch einen Arzt des Gesundheitsamtes findet1x wöchentlich am Dienstag von 10.00 – 13.00 Uhr statt.Seit Mai wird ein Zahnärztliches Angebot vorgehalten1x wöchentlich Mittwoch ab 12.00 Uhr.2
5. Die BesucherstrukturIm Tako und „MANNA“ kommt es zu einem Zusammentreffen verschie<strong>den</strong>er gesellschaftlicher(Rand-) Gruppen (Wohnungslose, Alkohol- und Drogenabhängige, Rentner/innen, vonArmut betroffene Personen aus unterschiedlichen Stadtteilen <strong>Kiel</strong>s).Spannungen und Auseinandersetzungen unter <strong>den</strong> Besuchern, besonders in der stark frequentiertenMittagszeit sind dadurch nicht immer zu vermei<strong>den</strong>. Gelegentlich aufkommendeKonflikte konnten durch pädagogische Interventionen der Mitarbeiten<strong>den</strong> meistens schnellentschärft wer<strong>den</strong>. Das gilt für alle bisherigen Problemfelder. Die Zahl der Besucher, die unterstarkem Einfluss illegaler Drogen <strong>den</strong> TaKo aufsuchen, ist konstant geblieben.Es ist zu beobachten, dass der Anteil der Frauen unter <strong>den</strong> täglichen Tagesgästen signifikantzugenommen hat.Für Besucher, die tagsüber nicht auf <strong>den</strong> Konsum von Alkohol verzichten wollen, bietet dasAngebot des Hempels Trinkraumes „Zum Sofa“ im Erdgeschoss des Hauses einen Aufenthalt.Auch die Tatsache, dass Besucher in zunehmendem Maße die Möglichkeit nutzen, ein Guthabenfür Frühstück und Mittagstisch anzulegen, hat das Konfliktpotential verringert. VieleGäste <strong>können</strong> dadurch bei uns auch dann noch eine Mahlzeit bekommen, wenn ihr Bargeldschon längst aufgebraucht ist. Die regelmäßige Ausgabe von Mahlzeiten trägt nach wie vordazu bei, <strong>den</strong> Besucher-/innen ein Mindestmaß an Tagesstruktur geben.Mit Besorgnis beobachten wir seit geraumer Zeit immer häufiger Personen, deren exzessiverAlkoholkonsum massiven körperlichen Verfall zur Folge hat. Ständig wiederkehrende Aufenthaltein Sucht-Fachkliniken zur Entgiftung ohne nachgehende Langzeittherapie („Drehtüreffekt“)sind keine fachgerechten Umgehensweisen mit diesen komplexen Problemen. Zudemlehnen die Betroffenen weitergehende professionelle Hilfen meist rigoros ab, so dassuns häufig <strong>als</strong> Umgang mit diesen Problematiken nur das Aushalten und Beobachten bleibt.Zu unseren regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern zählen von jeher auch Menschenmit mehr oder weniger wahrnehmbaren psychischen Auffälligkeiten und Problemen. Auf ihreBelange und besonders auf möglicherweise angezeigte therapeutische Fragestellungen<strong>können</strong> wir auf Grund unserer eingeschränkten Möglichkeiten nur sehr bedingt eingehen.Uns ist jedoch sehr daran gelegen, hier einen Bedarf an psychiatrischen Hilfe aufzuzeigenund darüber hinaus die fachliche Zusammenarbeit mit entsprechen<strong>den</strong> Einrichtungen imRaum <strong>Kiel</strong> einzufordern und zu pflegen.Unter <strong>den</strong> Gästen, die täglich <strong>den</strong> TaKo sowie <strong>den</strong> Mittagstisch Manna aufsuchen, ist derAnteil der Besucher aus Osteuropa (Rumänien, Polen, Slowakische Republik, TschechischeRepublik, Ungarn) in diesem Jahr erheblich gestiegen. Für die meisten dieser überwiegendobdachlosen Besucherinnen und Besucher, die in ihren Heimatländern offenbar keinerleiPerspektiven haben, ist der Aufenthalt oder das Niederlassen in Deutschland mit großenHoffnungen und Erwartungen verbun<strong>den</strong>, die auch an uns herangetragen wer<strong>den</strong>. So wirdz.B. auch häufig um Unterstützung bei Meldeangelegenheiten, Jobsuche oder Entwicklungvon Lebensperspektive im weiteren Sinne nachgefragt. Anders <strong>als</strong> unsere so genannte Laufkundschaftsehen diese Menschen unsere Einrichtung mittlerweile <strong>als</strong> Lebensmittelpunkt.Unsere Ressourcen wer<strong>den</strong> dadurch so stark in Anspruch genommen, dass unsere Leistungsgrenzenerreicht sowie auch unsere räumlichen Möglichkeiten erschöpft sind. Nicht zuletztsind die Sprachbarrieren eine besondere Erschwernis. Dessen ungeachtet gebietet es3
das Leitbild unserer Einrichtung und deren Träger dieser Besuchergruppe sämtliche Möglichkeitendes Aufenthalts und der Beratung sowie die uneingeschränkte Inanspruchnahmealler Versorgungs- und Dienstleistungen zu gewähren.Grundsätzlich ist jedoch festzustellen, dass wir zusehends mehr mit Anliegen und Aufgabenkonfrontiert wer<strong>den</strong>, deren Lösung in Bereichen überregionaler Politik zu verorten ist.Bei der Bewältigung der materiellen Mehrbelastung hat uns die Stadt <strong>Kiel</strong> in unbürokratischerWeise unterstützt, wie z.B. durch die Bereitstellung von zusätzlichen Schlafsäcken undIso-Matten und <strong>den</strong> Zukauf von Grundversorgungsmitteln. Solche Hilfen sind allerdings auchfür die Zukunft zwingend erforderlich. Wir müssen davon ausgehen, dass, wie es sich auchin anderen vergleichbaren Städten zeigt, der einschlägige Hilfebedarf künftig weiter deutlichsteigen wird.6. KooperationenAuf fachlicher Ebene hält der TaKo engsten Kontakt zu <strong>den</strong> anderen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfeder Ev. <strong>Stadtmission</strong> in <strong>Kiel</strong>.Die enge Kooperation mit „HEMPELS“ hat sich bewährt.Gelegentlich wer<strong>den</strong> die Räumlichkeiten des TaKo von „HEMPELS“ auch für Informationsveranstaltungen,Redaktionssitzungen und Treffen z.B. mit anderen Straßenzeitungs-Projekten genutzt.<strong>Kiel</strong>, im März 2013Corinna KleinGerhard SchoofHans-Werner Letsch4
Statistik ärztliche Grundversorgung 2012Anzahl der PatientenAnzahl der PatientenMonat Frauen Männer Monat Frauen MännerJanuar 34 66 Juli * 11 19Februar 17 42 August * 22 50März 23 57 September 21 36April 16 47 Oktober 32 53Mai 25 59 November 24 50Juni 24 47 Dezember 34 151.halbjahr 139 318 2.halbjahr 144 223Jahresgesamt 824 283 541*Sommerpause vom 16.07.-05.08.2012Grippeschutzimpfung: 20 Personenpro Tag 19,16 Frauen 6,58 43Männer 12,58Statistik Zahnärztliche Versorgung 2012Anzahl der PatientenAnzahl der PatientenMonat Frauen Männer Monat Frauen MännerJanuar 1 11 Juli * 0 0Februar 1 15 August * 1 10März 2 8 September 2 9April 1 9 Oktober 0 13Mai 1 13 November 2 7Juni 1 17 Dezember 0 21.halbjahr 7 73 2.halbjahr 5 41Jahresgesamt 126 12 114*Sommerpause vom 16.07.- 05.08.2012pro Tag 3,15 40 Frauen 0,30Männer 2,856
Evangelische <strong>Stadtmission</strong> <strong>Kiel</strong> gGmbHSoziale IntegrationshilfenAufsuchende Sozialarbeit<strong>Jahresbericht</strong> 2012Inhaltsverzeichnis1. Vorbemerkung S.12. Arbeit in der Szene S.12.1 Innenstadt S.12.2 Langer Rehm / Nachtig<strong>als</strong>traße S.22.3 Bebelplatz S.32.4 Schützenpark S.32.5 Wilhelmplatz S.3Aufsuchende Sozialarbeit der Ev. <strong>Stadtmission</strong> <strong>Kiel</strong> gemeinnützige GmbH,Fleethörn 61, 24103 <strong>Kiel</strong> ,Tel.: 0431 / 26044-618, E-Mail: jochen.schulz@stadtmission-kiel.de
1. VorbemerkungDie schon in <strong>den</strong> letzten bei<strong>den</strong> Jahren beschriebene Veränderung der aufsuchen<strong>den</strong> Sozialarbeitmit der Verlagerung des Arbeitsschwerpunkts aus der Innenstadt heraus und in dieStadtteile hinein hat sich auch in diesem Berichtzeitraum bestätigt.Durch diese Veränderung ist eine statistische Aufbereitung der Aufsuchen<strong>den</strong> Arbeit aufgrundzu geringer Kontaktzahlen an einzelnen Plätzen zu kleinteilig und macht daher keinenSinn.In <strong>den</strong> Gesprächen vor Ort konnte jedoch festgestellt wer<strong>den</strong>, dass die weitaus meisten angetroffenenPersonen – mit Ausnahme der südosteuropäischen EU-Neubürger - mit Wohnraumoder zumindest mit einer Unterkunft bei Freun<strong>den</strong> und Bekannten versorgt sind. DieGespräche hatten hauptsächlich die folgen<strong>den</strong> Themenbereiche zum Inhalt: Außenwirkung bestimmter problematischer Verhaltensweisen ordnungsrechtliche Aspekte des Aufenthalts auf öffentlichen Plätzen Fragen zu ALG II Wohnungssuche2. Arbeit in der Szene2.1 Innenstadt Während des Winters 2011/2012 (s. auch Dez. 11) sind die Leute vom Bahnhofsvorplatzmit bis zu 15 Personen auf die andere Straßenseite zu <strong>den</strong> Bushaltestellen vordem Sophienhof gewechselt. Ab Mitte März war dann zu beobachten, dass sich dieSzenen separiert haben. Die „Alkoholikerszene“ hielt sich an einer Bushaltestelle auf,die „Drogenszene“ traf sich neben der nördlichen Drehtür zur Markthalle des Sophienhofes.Noch im März hat die Polizei dort wiederholt Kontrollen durchgeführt und dieMenschen aufgefordert die Standorte zu wechseln. Der Uz. war mit Mitgliedern derGruppen im Gespräch, um auf die Außenwirkung und auf mögliche Folgen des Verhaltenshinzuweisen.Ab Mai, mit Einrichtung der Baustelle im Sophienhof, ergaben die regelmäßigen Besucheder Szenen ein neues Bild. Sowohl auf dem Bahnhofsvorplatz <strong>als</strong> auch an <strong>den</strong>Bushalte-stellen am Sophienhof wur<strong>den</strong> in der Regel deutlich weniger Personen angetroffen.Wenn sich allerdings bei trockener Witterung um die Mittagszeit Schüler undinsbesondere in <strong>den</strong> Sommerferien 10 – 15 Jugendliche, die der „Skaterszene“ zuzuordnensind, auf dem Bahnhofsvorplatz treffen, entsteht für Passanten schnell derEindruck einer „Straßenszene“. Insgesamt wur<strong>den</strong> in der Innenstadt – außer am Bahnhof/Sophienhof – fast ausschließlichEU-Neubürger aus Südosteuropa angetroffen. Diese Personen, die vorwiegendaus der Slowakei, aus Rumänien und Bulgarien kommen haben keinerleiRechtsansprüche auf Geldleistungen oder Unterbringung. Eine Kommunikation mit<strong>den</strong> Menschen ist aufgrund der Sprachbarriere in <strong>den</strong> meisten Fällen nicht möglich.Da wo Kommunikation möglich war wur<strong>den</strong> die Menschen auf Hilfsangebote wie <strong>den</strong>Tagestreff & Kontaktla<strong>den</strong> (TaKo), HEMPELS, u.a. hingewiesen. Aus Mangel an Alternativensind diese niedrigschwelligen Angebote nach Auskunft der Kollegen vor Ort1
vom betroffenen Personenkreis sehr stark genutzt wor<strong>den</strong>.Nach der Öffnung der Schlafcontainer im Rahmen des Winternotprogramms, stelltesich schnell heraus, dass die vorhan<strong>den</strong> Kapazitäten für <strong>den</strong> - durch diesen Personenkreiserweiterten - Nutzerkreis nicht ausreichen wer<strong>den</strong>. Aus diesem Grund wur<strong>den</strong>zu Beginn des Winters 2011/2012 zwei weitere Container aufgestellt, von <strong>den</strong>eneiner offenbar dauerhaft von einer slowakischen Gruppe – bestehend aus fünf Männernund drei Frauen – <strong>als</strong> Schlafplatz benutzt wor<strong>den</strong> ist. Ende November gab es eine Meldung aus dem Amt für Wohnen und Grundsicherung,wonach ein obdachloser Mann im ZOB „Platte machen“ würde. Dort wurdetatsächlich ein Mann angetroffen, der unter einem Berg von Decken auf einer Bank aneiner der Haltestellen lag. Er äußerte Probleme mit dem Rentenbezug. Der Bitte in dieZBS zu kommen oder die Kollegen im TaKo um Unterstützung zu bitten, um die Problemezu klären ist er bis Ende des Berichtszeitraums nicht nachgekommen. Bei weiterenwöchentlichen Besuchen im ZOB konnten weder der Mann noch seine „Platte“aufgefun<strong>den</strong>wer<strong>den</strong>.Eine weitere Platte befand sich unter der ZOB Parkhausabfahrt. Erst gegen Mitte Dezemberwurde dort ein älterer Mann angetroffen der nur unzureichend gegen die kalteWitterung geschützt war. Das Angebot, sich warme Kleidung sowie Schlafsack undIsomatte im TaKo abzuholen hat dieser Mann angenommen. Auf dem Gelände des Uni Klinikum konnte in diesem Jahr kein Kontakt zu Obdachlosenhergestellt wer<strong>den</strong>. Zwar hat sich eine Person eine sehr aufgeräumte „Platte“ imParkhaus der Kinderklinik eingerichtet, war aber trotz mehrerer Versuche nicht anzutreffen.Der Uz. hat dort jeweils Visitenkarten mit Einladungen zu unverbindlichen Beratungsgesprächenin der ZBS hinterlassen. Die Person hat keinen Kontakt zur Beratungsstelleaufgenommen, und das Uni Klinikum hat das Vorhan<strong>den</strong>sein dieser „Platte“nicht problematisiert. In der übrigen Innenstadt halten sich regelmäßig nur noch 2 - 3 Personen aus demUmfeld wohnungsloser Alkohol konsumierender Personen auf. Bei diesen Leutenhandelt es sich um Menschen, die das <strong>Kiel</strong>er Hilfesystem gut kennen, es ggf. auchnutzen und von <strong>den</strong>en außerdem keinerlei ernst zu nehmende Belästigungen ausgehen. Die Situation in der Innenstadt ist, wie in <strong>den</strong> Vorjahren auch im Kalenderjahr 2012insgesamt <strong>als</strong> ruhig zu bezeichnen.2.2 Langer Rehm / Nachtig<strong>als</strong>traßeMitte August des Jahres hat sich der Ortsbeirat Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf mit demAmt für Wohnen und Grundsicherung in Verbindung gesetzt um auf einen möglichen neuenBrennpunkt an der Ecke Langer Rehm/Nachtig<strong>als</strong>traße in Dietrichsdorf hinzuweisen.Bei regelmäßigen, wöchentlichen Besuchen an diesem Standort zwischen Mitte August undMitte Oktober wur<strong>den</strong> dort jeweils 0 - 5 Personen angetroffen. Diese Gruppe hat sich abseitsder üblichen Passantenwege am Rande eines Parkplatzes aufgehalten und dürfte für wenigAufsehen gesorgt haben. Außerdem hat der Uz. Auch jeweils auf dem benachbarten Helmut-Hänsler-Platz nachgeschaut, dort wur<strong>den</strong> überhaupt keine Personen angetroffen.2
2.3 Bebelplatz, ElmschenhagenAuf dem Bebelplatz treffen sich - wie auch schon in <strong>den</strong> Vorjahren – zwischen drei und bis zuzehn Alkohol konsumierender Personen Bei der Gruppe handelt es sich weder im Hinblickauf das Lebensalter noch im Hinblick auf das Trinkverhalten um einen homogenen Personenkreis.Auf dem Bebelplatz treffen sich ältere Elmschenhagener genauso wie jüngere Personen.Es gibt diejenigen, die sich auf ein Bier zum Gespräch treffen aber auch Leute mitschweren Alkoholproblemen, die sich dort regelrecht betrinken und mit Gesprächen und Appellenletztendlich nicht erreichbar sind.Nach Auskunft von Mitarbeiterinnen der Bücherei ist es dabei geblieben, dass sich die Menschenbei trockenem Wetter auf <strong>den</strong> Sitzbänken am südlichen Ende des Platzes aufhalten.Bei nasser Witterung wurde die weiterhin bestehende Möglichkeit genutzt, sich - wenn auchin geringer Anzahl - direkt im Eingangsbereich der Bücherei unterzustellen.2.4 SchützenparkÜber die Personengruppe, die sich im Schützenpark auf der Fläche vor dem Bunker aufhältsind in diesem Berichtszeitraum keine Bürgerbeschwer<strong>den</strong> an <strong>den</strong> Uz. herangetragen wor<strong>den</strong>.Wie auch schon in <strong>den</strong> vorherigen Berichten erwähnt, trifft sich dort bei fast jederWitterung eine Gruppe Drogenabhängiger und Substituierter.2.5 WilhelmplatzIn Kalenderjahr 2012 ist zu der Gruppe meist substituierter Drogenabhängiger, die sich amRande des Wilhelmplatzes im Bereich der Einmündung zur Weißenburgstraße aufhält, keineBürgerbeschwerde beim Uz. eingegangen. Es halten sich dort an jedem Werktag 15 – 20Personen auf.Der Platz ist <strong>als</strong> Aufenthaltsort fest etabliert, inzwischen gibt es dort Sitzbänke, einen Sonnen-bzw.Regenschirm und einen Grill zum Aufwärmen. Hier ist eine Entwicklung hin zu einemsog. Brennpunkt nicht mehr zu übersehen. Innerhalb der Gruppe selbst, wird dieserTreffpunkt, verglichen mit anderen Szenetreffpunkten, allerdings immer noch <strong>als</strong> eher ruhigwahrgenommen.Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Anwohner und Passanten von der Gruppe belästigt gefühlthaben.<strong>Kiel</strong>, im März 2013J. Schulz3