Inhalte und Ziele - 100 Jahre Erster Weltkrieg

100.jahre.erster.weltkrieg.eu
  • Keine Tags gefunden...

Inhalte und Ziele - 100 Jahre Erster Weltkrieg

Beckmanns, Kollwitz und all der anderen berühren zu lassen und auf diese Berührung in einem eigenenAusdruck zu antworten, sei es in Form von Bildern, Texten, Skulpturen, Kurzfilmen oder Aktionen. Dabeisind Bezüge zu heute ausdrücklich erwünscht, denn wir erinnern uns nicht um des Erinnerns willen, sondernfür die Zukunft, für eine friedliche und menschenwürdige Zukunft für die wir alle verantwortlich sind!Zur Zusammenstellung der BilderNehmen Sie sich bitte die Bildübersicht zur Hand.Die Ausstellung selbst wurde in diesem Umfang gestaltet. Möglicherweise können, je nach den örtlichenGegebenheiten nicht alle Motive aufgehängt werden. Fragen Sie am besten nochmals unmittelbar vorAusstellungsbeginn nach ob die Bilder, auf die Sie Ihren Schwerpunkt gelegt haben, auch hängen. VorOrt sind sie auf jeden Fall, da die Ausstellung immer komplett ausgeliefert wird. Sollte ein Bild nicht hängen,kann man es aber spontan auf einer Staffelei präsentieren.In den ersten zwei Jahren des Ersten Weltkrieges gab der Kunsthändler Bruno Cassirer Künstlerflugblätterheraus, die Originallithographien und Texte von Künstlern der damaligen Zeit enthielten. Der Erlösdieser patriotischen Flugblätter war für notleidende Künstler beziehungsweise deren Angehörige bestimmt.Die ersten Motive der Ausstellung stammen auf dieser Zeit und dokumentieren in den Barlachgrafiken„Der heilige Krieg“ und „Sturmangriff“ die anfängliche Kriegsbegeisterung, die damals auch weiteTeile der Intellektuellen Deutschlands erfasst hatte. Zwei Motive dokumentieren Gebete doch den Siegzu erringen, weitere spielen auf die Kriegsindustrie an. Dem stürmischen Infanteristen Liebermanns habenwir den Verwundeten von Beckmann (Andenken an einen gefallenen Freund) gegenübergestellt. DieSturmangriff, den lautes Geschrei begleitete, folgt die stumme Trauer. (Kollwitz, Das Bangen oderHettner, Trauernde Kriegerwitwe. Die bittere Folge eines jeden Krieges sind Tod (Expeditionsheer)Elend, Flucht (Barlach, Kubin, Liebermann) und Einsamkeit (Serbische Elegie von Barlach).Was wird aus dem kleinen Jungen, der sich vom Lied „Wer will unter die Soldaten“ begeistern ließ? Ersteigt aufs Pferd und wird demnächst verwundet und sterbend am Arm der Mutter liegen, die Pickel haubenicht mehr stolz auf dem Kopf thronend. Dem Jubel folgt die bittere Realität des Massengrabes. Diesesvon Barlach 1915 gestaltete Motiv fiel der Zensur zum Opfer. Erst ein Jahr später, in der Nachfolgepublikationnamens „Bildermann“, die weniger patriotisch sondern eher pazifistisch geprägt war, wirdes Slevogt möglich sein den „unendlichen Schmerz“ auf bildhaft in Gestalt eines Massengrabes auszudrücken.Es folgen Grafiken von Zille und Kollwitz, die die Kriegsfolgen beschreiben: Trauer (Das eiserneKreuz), Elend (Trunksucht) und Hunger („Schlange stehen“ von Zille, „Brot!“ und „Opfer“ von Kollwitzausdrücken. Die sich anschließenden Barlachlithographien drücken die Sehnsucht aus, dass das vielfacheSterben, ja der Tod an sich doch endlich ein Ende haben solle (Aus einem neuzeitlichen Totentanzwo eine mächtige Gestalt den Sensenmann samt seiner Attribute Stundenglas und Sichel) zerschmettert.Verzweiflung und Hoffnung liegen nah beieinander und so fragt Barlach danach wie man dem Kriegbegegnen kann, so wie in dem von ihm illustrierten Lied Morgensterns, der auffordert: „Liebt das Bösegut!“? Durch Demut? Durch Barmherzigkeit? Nun betet keiner mehr zuerst um Sieg und danach um Frieden.Nun heißt es schlicht: Dona nobis pacem. Und über allem die Frage nach Gott angesichts desübermächtigen Grauens. (Die Wandlungen Gottes) . Die folgenden Grafiken dokumentieren die Sehnsuchtnach Familien(Idylle) und zeigen außerdem auf weiche Linienführung in die harte, kantige undkontrastreiche Darstellungsweise expressionistischer Holzschnitte wandelt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine