Weg der Sehnsucht - Kinder- und Jugenddorf Klinge, Seckach

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Weg der Sehnsucht - Kinder- und Jugenddorf Klinge, Seckach

DIE KLINGE – EIN ORT ZUM LEBENKatzenbaby entwickelt sich prächtigbiografische Entwicklung gewertet wird. Die Ergebnisseder Befragung widersprechen deutlichdem Vorwurf von struktureller und systematischerGewalt, welcher der Heimerziehung in den letztenJahren insbesondere für die Zeit von 1950 bisetwa 1970 gemacht wird. Bei den Berichten zuSchlägen in Einzelfällen ist zu beachten, dass dieKörperstrafe bis 1976 als gesetzlich erlaubtes Erziehungsmittelgalt und erst danach in der öffentlichenErziehung unter Strafe gestellt wurde.Es bleibt noch festzuhalten, dass die Ergebnissedieser umfangreichen Befragung im wissenschaftlichenSinn nicht repräsentativ sind. Allein durchdie Verfügbarkeit der Adressen ist ein Selektionseffektentstanden, und es ist zu vermuten, dassin der Regel diejenigen eher bereit sind, ihre Anschriftzu hinterlassen und an einer solchenBefragung teilzunehmen, die eine grundsätzlichpositive Einstellung zum Kinderdorf haben.Zurzeit wird eine ausführliche Dokumentationder Befragungsergebnisse erstellt, die dann veröffentlichtund allen Ehemaligen und auch denMitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinge zurVerfügung gestellt werden soll.Aus dem qualitativen Teil mit den freien Nennungenmöchte ich stellvertretend für viele einigeBeiträge vorstellen:»Wir durften zwar unsere eigene Meinung sagen,aber wenn sie der Erzieherin nicht gefallenhatte, wurde sie nicht akzeptiert. Dadurch wurdeich kleinlaut und nicht genug selbstsicher. Erstmit 26 Jahren fing ich an, mich durchzusetzen –ich bin auch jemand mit Rechten und Pflichten.Hatte einen guten Freund, der mich dabei tatkräftigunterstützte...«»Die Hausmutter war überfordert mit den vielenKindern, insbesondere bei Kindern mit Problemen.Schläge und andere Strafen waren beimir an der Tagesordnung. Bei zwei bis drei anderenKindern in der Gruppe auch. Besser wurde eserst, als ich die Hausgruppe mit 14 Jahren verließund in eine andere Wohngruppe innerhalb derKlinge kam...«»Meine Erzieherin, die immer für mich da war,egal was ich mal wieder angestellt hatte. BestimmteLebensregeln wie Hausdienst und gewissePflichten, sorgten dafür, dass es eine Gemeinschaftgab...«»Das Schönste war, zusammen mit den anderenKindern, die fast das gleiche Schicksal hattenwie ich, ein Zuhause im Kinderdorf gefunden zuhaben. Wir konnten in der Freizeit verschiedeneAngebote annehmen und zur Ruhe finden...«»Was für mich am stärksten in Erinnerungbleibt, sind Menschen, die an mich geglaubt haben,mich unterstützt haben … Als ich im Dorf ankamwar ich Sonderschüler. Die für mich wichtigstePerson, das war Herr W., der mich undmeine Fähigkeiten erkannt hat und diese in seinenMöglichkeiten unterstützt hat. Heute bin ichder Meinung, er war die wichtigste Person in meinerJugendzeit. Ohne ihn wäre ich heute nichtdas, was ich bin…« Dr. Georg KormannWie geht es Findus?Im Gebüsch bei der Schule hatte eine Katzefünf Junge zur Welt gebracht. Da die Katzenmutterhäufig von Kindern gestört wurde,schleppte sie vier der Katzenbabys an einenanderen Platz in Sicherheit. Ein Baby blieb alleinzurück und wäre gestorben, wenn sichFrau Kohler nicht bereit erklärt hätte, daskleine Kätzchen großzuziehen. Unser Findus wächst heran und fühltsich wohl bei Frau Kohlers guter Pflege. Wer sollte sich in einer solchen Umgebungnicht wohlfühlen?Die Kinder nehmen nach wie vorAnteil am Gedeihen des kleinen Katers.Das hieß, alle drei Stunden füttern, auchnachts. Der winzige »Findus« war zu diesem Zeitpunktetwa eine Woche alt und wog 130 g.Untersuchungen und eine Impfung beim Tierarztwaren notwendig. Die Immunabwehr musstegestärkt werden. Findus brauchte auch Ohrentropfen,da er Milben in den Ohren hatte.Außerdem musste er mit einer speziellen Milchgefüttert werden, die FrauKohler beim Tierarzt kaufenmusste. Da dies alles mit Kostenverbunden war, organisiertedie SMV der St. Bernhard-Schuleeine Spendenaktion.Viele Schülerinnen undSchüler fühlten sich angesprochenund gaben einen Teil ihresTaschengeldes ab. So konnten90,– Euro gesammelt undFrau Kohler an der Abschlussfeierübergeben werden.Inzwischen ist Findus vierMonate alt und hat sich zu einemgesunden Katerchenentwickelt. Er fühlt sich beiFotos (3): H. KohlerFrau Kohler sehr wohl und spielt gerne mit dendrei anderen Katzen von Frau Kohler. Findus iststubenrein, frisst selbstständig Trockenfutterund mit Vorliebe Joghurt und Frischkäse.So ist es uns durch ein gemeinsames Engagementgelungen, ein Katzenbaby zu retten.Danke an dieser Stelle, auch im Namen derSMV der St. Bernhard-Schule, allen denjenigen,die sich dafür eingesetzt haben.Viele Kinder nehmen nach wie vor Anteil. Sieerkundigen sich bei Frau Kohler nach Findusund besuchen ihn ab und zu. Gemeinsam könnenwir viel erreichen. U. Horn und H. Kohler5

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