Finanzielle Berichterstattung. - Nobel Biocare Annual Report 2010

schubert.jasmin18

Finanzielle Berichterstattung. - Nobel Biocare Annual Report 2010

Finanzielle Berichterstattung.Kennzahlen 96Finanzbericht 97Risikomanagement und IKS 100KonzernabschlussKonsolidierte Erfolgsrechnung 106Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung 106Konsolidierte Bilanz 107Konsolidierter Eigenkapitalnachweis 108Konsolidierte Cashflow-Rechnung 110Anhang zum KonzernabschlussErläuterung 1 Allgemeine Informationen 111Erläuterung 2 WesentlicheRechnungslegungsgrundsätze 111Erläuterung 3 Kritische buchhalterischeAnnahmen und Schätzungen 119


96 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle BerichterstattungKennzahlen.in EUR Mio.2010 2009 2008 2007 2006ErfolgsrechnungUmsatzerlös 576,6 581,4 619,2 665,9 600,6Bruttogewinn 448,0 467,9 493,6 559,3 504,8Betriebsgewinn (EBIT) 84,9 128,6 132,9 216,7 204,2Ergebnis vor Ertragssteuern 100,4 137,3 159,4 212,0 202,8Ertragssteuern –54,7 –31,5 –49,7 –45,8 –44,7Den Aktionären von Nobel Biocare zustehender Gewinn 45,7 105,8 109,7 166,2 158,1BilanzAnlagevermögen 344,4 300,0 275,1 195,8 198,1Umlaufvermögen 426,9 422,6 422,4 460,0 306,0Total Eigenkapital 320,0 317,7 267,6 267,9 360,8Langfristige Verbindlichkeiten 35,9 271,2 287,4 224,8 28,5Kurzfristige Verbindlichkeiten 415,4 133,7 142,5 163,1 114,8Flüssige Mittel einschliesslich kurzfristiger Bankkredite 239,5 240,7 163,4 186,2 130,9SonstigesCashflow aus Geschäftstätigkeit 97,1 177,8 169,0 134,1 160,3Abschreibungen, Amortisation und Wertminderungen 29,6 27,8 28,2 17,2 15,6Erwerb von Sachanlagen 23,3 18,3 30,4 24,9 20,0Mitarbeitende am Ende der Berichtsperiode 2 433 2 242 2 541 2 242 1 993KennzahlenUmsatzwachstum (%) –0,8 –6.1 –7.0 10.9 24.0Umsatzwachstum in Lokalwährungen (%) –6,4 –7,7 –4,2 15,4 24,4Bruttomarge (%) 77,7 80,5 79,7 84,0 84,0Betriebsaufwand/Ertrag (%) 63,0 58,4 58,3 51,4 50,0EBITDA-Marge (%) 19,9 26,9 25,8 35,0 36,6Operative Marge (EBIT) (%) 14,7 22,1 21,5 32,5 34,0Reingewinnmarge (%) 7,9 18,2 17,7 25,0 26,3Rendite/durchschnittliches Eigenkapital (%) 1 14,2 35,5 41,6 49,8 47,0Eigenkapital/Aktiven (%) 41,5 44,0 38,4 40,9 71,6Flüssige Mittel/Aktiven (%) 31,1 33,4 23,7 28,7 26,2Nettoverschuldung/Eigenkapital (%) 4,1 –0,6 24,4 –16,9 –36,9Nettoverschuldung/EBITDA 0,12 –0,01 0,41 –0,19 –0,61Zinsdeckungsgrad (Faktor) 6,7 7,7 9,2 35,0 69,81 Umfasst den Reingewinn für die letzten vier Quartale geteilt durch das durchschnittliche Eigenkapital der letzten vier Quartale.


Finanzbericht97Finanzbericht.UmsatzerlösZwei Jahre nach dem Höhepunkt der globalen Finanz- undWirtschaftskrise war 2010 ein Jahr mit nur bescheidenemWachstum im Markt für Zahnimplantate. Aufgrund dieserTatsache sowie der spezifischen Zusammensetzung des Geschäftsund der Regionen von Nobel Biocare kam es auf derGrundlage konstanter Wechselkurse (CER) zu einem Umsatzrückgangvon 6,4 Prozent gegenüber 2009. Im Vergleich zumVorjahr betrug der Marktrückgang (CER) 2010 –6,9 Prozentin der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika), –5,8Prozent in Nordamerika und –2,1 Prozent im asiatisch-pazifischenRaum (APAC).Das Ergebnis für die EMEA-Region ist hauptsächlich auf dasstarke Engagement von Nobel Biocare in Spanien und Schwedenzurückzuführen. Beide Länder wiesen – aus verschiedenenGründen – gegenüber 2009 ein stark negatives Wachstumaus, von dem Nobel Biocare als Markführer besonders starkbetroffen war. Während in Schweden Änderungen am Rückerstattungssystemfür den Rückgang verantwortlich waren,war Spanien nach wie vor stark von der allgemeinen Wirtschaftskrisebetroffen. Andernteils haben sich Länder wieFrankreich und Italien gut entwickelt. Dies erlaubte es NobelBiocare, seine Position als Markführer in beiden Ländern auszubauen.In Deutschland, wo Nobel Biocare in der Vergangenheiteine eher schwache Position belegte, hat sich die Performancezur zweiten Jahreshälfte 2010 hin stabilisiert.In Nordamerika, wo Nobel Biocare bei grossen und anspruchsvollenBehandlungen stark positioniert ist, ist das negativeUmsatzwachstum gegenüber 2009 in erster Linie auf denMangel an finanziellen Mitteln und geringere Patientenfrequenzenzurückzuführen. Im Laufe des vierten Quartals zeigtensich jedoch erste Anzeichen einer dynamischeren Entwicklung,die allerdings durch die starke Vergleichsbasisaufgrund der Scannerumsätze im Vorjahr ausgeglichen wurden.Nobel Biocare hat ihre Organisation im Geschäftsjahr 2010erheblich gestärkt und ist damit gut vorbereit auf die erwarteteVerbesserung des Konsumentenvertrauens im Jahr 2011.Im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) hat Nobel Biocare seineklare Position als Markführer in Japan ausgebaut; aus diesemLand stammen 68 Prozent des Umsatzes der gesamtenRegion. Aufgrund des schwierigen Wirtschaftsumfelds inJapan blieb das Wachstum in Japan gegenüber dem Vorjahrallerdings unverändert. Darüber hinaus verzeichneten Australien/Neuseelandein negatives Wachstum – auch wegen derhohen Vergleichsbasis aus dem Jahr 2009. Einige Märkte mitVertriebspartnern in Südostasien und in Taiwan verzeichnetengegenüber 2009 ein negatives Wachstum. In Indien und inChina lag das Wachstum im zweistelligen Bereich, blieb aufabsoluter Basis aber weiterhin gering.Bruttogewinn und BruttogewinnmargeNobel Biocare weist für das Jahr 2010 einen Bruttogewinnvon EUR 448 Millionen aus, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.Die ausgewiesene Bruttogewinnmarge beträgt 77,7 Prozent,gegenüber 80,5 Prozent im Jahr 2009.Der Grossteil des Margenrückgangs (2,7 Prozentpunkte) istauf zusätzliche Investitionen bei NobelProcera zurückzuführen,und die Produktionsvolumina der vor kurzem eingeführtenProdukte sind erst gegen Ende des Jahres gestiegen.Daneben führte ein negativer Produkte-Mix (0,5 Prozentpunkte,verursacht durch mehr Produkte mit relativ tieferen Margen)insgesamt zu einem Margenrückgang bei NobelProcera.Dagegen blieben die Preise während 2010 stabil, und dieMarge des standardisierten Geschäfts verbesserte sich aufgrundder höheren Produktionsvolumina und der verbessertenKosteneffizienz.Betriebsgewinn (EBIT)Der Betriebsgewinn (EBIT) für 2010 beläuft sich auf EUR 84,9Millionen oder 34 Prozent weniger als im Vorjahr. Die darausresultierende EBIT-Marge sank von 22,1 Prozent im Jahr 2009auf 14,7 Prozent im Jahr 2010. Die Gründe für den Margenrückgangwaren der Umsatzrückgang, eine niedrigere Bruttomargeund der hohe Operating Leverage – d.h. die starke Abhängigkeitder EBIT-Marge von der absoluten Höhe desBetriebsaufwands.Im Jahr 2010 investierte Nobel Biocare bedeutende Beträge indie weitere Entwicklung von NobelProcera. Ausserdem flossein bedeutender Betrag in zwei globale und sieben lokale wissenschaftlicheSymposien mit mehr als 7 000 Teilnehmern.Aufgrund dieser Kosten stieg der gesamte Betriebsaufwandum rund EUR 18 Millionen. Ein Teil der zusätzlichen Kostenkonnte durch laufende Einsparungen und Effizienzsteigerungenin den meisten anderen Bereichen ausgeglichen werden. OhneBerücksichtigung der Entwicklungskosten für NobelProcerasowie der Marketingkosten für die Symposien hätte die EBIT-Marge 17 Prozent betragen.Finanzergebnis2010 stieg das Finanzergebnis auf EUR 15,5 Millionen gegenüberEUR 8,7 Millionen im Vorjahr. Beide Jahre beinhaltetenausserordentliche Wechselkursgewinne in Höhe von EUR 30Millionen bzw. EUR 31,1 Millionen. Diese ergeben sich aus


98 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle Berichterstattungeiner laufenden Vereinfachung der internen Finanzierungsstruktursowie einer Risikominimierung in der Bilanz.Neben diesen ausserordentlichen Gewinnen ist das Finanzergebnishauptsächlich durch die Zinszahlungen für die ausstehendeWandelanleihe beeinflusst, die im November 2011fällig wird. Im November 2010 unterzeichnete Nobel Biocareeine Verlängerung ihres bestehenden syndizierten Kredits(Club Deal) in Höhe von EUR 330 Millionen mit sechs internationalenBanken. Während die damit verbundene Bereitstellungsgebührüber die gesamte Laufzeit des neuen syndiziertenKredits amortisiert wird, wurden die verbleibendenGebühren für den alten Kredit vollumfänglich der Erfolgsrechnungbelastet.Steuern2010 beliefen sich die Steuerausgaben auf EUR 54,7 Millionengegenüber EUR 31,4 Millionen im Jahr 2009. Der Anstieg istin erster Linie auf eine Umstrukturierung der internen Gewinnströmezurückzuführen, was künftig zu einer wesentlichenVerbesserung der Steuerrate der Gruppe führen soll. Um einesolche Struktur zu erreichen, wurde 2010 ein einmaliger Steueraufwandin Höhe von EUR 29,8 Millionen verbucht. Umdiese ausserordentliche Position bereinigt, belief sich die zugrundeliegende Steuerrate der Gruppe auf 24,8 Prozent imVergleich zu 22,9 Prozent im Jahr 2009. Obwohl sich derRückgang der operativen Marge auf die zugrunde liegendeSteuerrate negativ ausgewirkt hatte, wurde dieser Effekt imJahr 2010 durch ausserordentliche Wechselkursgewinne ausgeglichen.Reingewinn2010 belief sich der Reingewinn auf EUR 45,7 Millionen (2009:EUR 105,8 Millionen) oder –56,8 Prozent im Vergleich zumVorjahr. Die Hauptursachen für den tieferen Betriebsgewinnund somit auch für die Nettomarge sind der vorstehend erwähnteUmsatzrückgang, die daraus resultierende OperatingLeverage und die niedrigere Bruttomarge. 2010 haben sichdie ausserordentlichen Wechselkursgewinne und der einmaligeSteueraufwand praktisch ausgeglichen. Allerdings wurdenWechselkursgewinne in ähnlicher Grössenordnung auch2009 realisiert. Im Jahre 2010 betrug die ausgewiesene Nettomarge7,9 Prozent gegenüber 18,2 Prozent im Jahr 2009.Der Gewinn je Aktie betrug EUR 0.37 (2009: EUR 0.86).Investitionen für die Zukunft2010 wurden keine Akquisitionen vorgenommen (2009:EUR 22,9 Millionen). Allerdings stiegen die Investitionen vonEUR 18,3 Millionen im Jahr 2009 auf EUR 23,3 Millionen.Der Grossteil dieser Investitionen erfolgte für die Erweiterungdes NobelProcera-Geschäfts, insbesondere für den Kaufweiterer CAD/CAM-Maschinen sowie die Modernisierungund Erweiterung der Produktionsbetriebe in Mahwah undQuebec.Liquidität und finanzielle PositionIm Jahr 2010 erwirtschaftete Nobel Biocare einen operativenCashflow von EUR 97,1 Millionen (2009: EUR 177.8 Millionen).Während der Cashflow im Vorjahr von einer Kombination verschiedenergünstiger, einmaliger Transaktionen beeinflusstwurde, zeigen sich im Cashflow für das Jahr 2010 nach wievor eine vorsichtige Liquiditätssteuerung und weitere Senkungendes Umlaufvermögens. Unter Berücksichtigung der Akquisitionenund Investitionsausgaben betrug der operativeCashflow EUR 73,8 Millionen gegenüber EUR 136,7 Millionenim Jahr 2009.Am 31. Dezember 2010 wies die Gruppe eine praktisch unveränderteLiquidität von EUR 239,5 Millionen (2009: EUR 240,7Millionen) aus, nachdem sie eine Dividende in Höhe von EUR46,3 Millionen bezahlt sowie EUR 36,9 Millionen für ausstehendeSchulden zurückbezahlt hatte. Mit einem Liquiditätsgrad(Cash Ratio) von 31 Prozent (2009: 33 Prozent) konnte die Gruppeihre hohe Liquidität halten, nicht zuletzt auch durch dieErneuerung einer syndizierten Kreditfazilität in Höhe von EUR330 Millionen für weitere fünf Jahre.Währungseinflüsse2010 erwiesen sich die Währungen in allen grösseren Märktenerneut als sehr volatil. Fast alle Währungen legten währenddes Berichtszeitraums gegenüber dem Euro, der Berichtswährungvon Nobel Biocare, zu. Dies wirkte sich inmehrfacher Hinsicht auf die Erfolgsrechnung und die Bilanzaus.Die Wechselkursänderungen wirkten sich mit 5,6 Prozentpositiv auf die Umsatzerlöse aus. Unterstützt wurde das Umsatzwachstumvor allem durch das Anziehen des Yen (+12Prozent gegenüber 2009), des kanadischen Dollar (+16 Prozent)und des US-Dollar (+5 Prozent). Im Vergleich zu 2009führte dies zu positiven Wechselkurseffekten von EUR 34,7Millionen. Auf der Kostenseite führten die starke schwedischeKrone (+11 Prozent), ein stärkerer Yen und der stärkere US-Dollar insgesamt zu Mehrkosten für verkaufte Waren in Höhevon EUR 7,8 Millionen. Darüber hinaus stieg der Betriebsaufwandum EUR 26,7 Millionen, hauptsächlich aufgrund desUS-Dollar, des Schweizer Frankens (+9 Prozent), der schwe-


Finanzbericht99dischen Krone und des Yen. Dies wirkte sich mit EUR 0,2Millionen positiv auf den EBIT aus. Wegen des Wechselkurseffektsauf den Umsatz wurde die EBIT-Marge jedoch mit –1,2Prozent negativ beeinflusst. Der Grossteil dieses Margeneffektswurde durch die im Nettofinanzergebnis verbuchtenAbsicherungsgewinne kompensiert. Insgesamt war die Profitabilitätder Gruppe gut gegen Währungsschwankungengeschützt.In fast allen Bilanzpositionen wurden gegenüber 2009 bedeutendeWechselkursumrechnungseffekte verzeichnet. Auf derGrundlage konstanter Wechselkurse (CER) sank das Umlaufvermögenim Vergleich zum Vorjahr erneut, sowohl bei denLagerbeständen als auch bei den Forderungen aus Lieferungenund Leistungen. Auf Berichtsbasis wiesen beide Seitenaufgrund der Schwäche des Euro jedoch einen Anstieg aus.Auf der Passivseite stieg der Wert der ausstehenden Wandelanleihewegen des schwächeren Euro gegenüber demSchweizer Franken um rund EUR 40 Millionen gegenüber2009. Allerdings wurde dieser Effekt durch die damit verbundenenDevisen-Swaps vollständig ausgeglichen. Letzterewurden 2009 umgewandelt und für den Rückkauf ausstehenderWandelanleihen in den Jahren 2009/2010 verwendet.Aufgrund von Währungseffekten stieg die Gesamtliquiditätum EUR 17 Millionen. Die starke Eigenkapitalbasis der Gruppevon 41,5 Prozent wurde durch weitere Umrechnungsgewinne,sowohl bei den Sachanlagen als auch bei den immateriellenVermögenswerten, weiter gestärkt. Obwohl dieGruppe ihre Bilanz nicht systematisch absichert, waren diemeisten Währungseinflüsse durch natürliche Absicherungengeschützt.Aktienrückkäufe und DividendenzahlungenIm Jahr 2010 wurde kein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt.Trotzdem gab Nobel Biocare EUR 35,4 Millionen für denRückkauf eines Teils der im November 2011 fälligen, ausstehendenWandelanleihe aus. Der durchschnittliche Rücknahmepreisbetrug 100,43 Prozent (vertraglicher Rücknahmepreis:102,05 Prozent).Der Verwaltungsrat wird anlässlich der nächsten ordentlichenGeneralversammlung die Ausschüttung einer Dividende vonCHF 0.35 für jede Namenaktie mit einem Nennwert von CHF0.40 je Aktie beantragen (2009: CHF 0.55 je Aktie). Das entsprichteiner Ausschüttungsquote von 75 Prozent des ausgewiesenenReingewinns bzw. 46 Prozent auf der Grundlagedes um den einmaligen Steueraufwand bereinigten Reingewinns.Es ist vorgesehen, diese Dividende in Form einer Senkungder freien Reserven und für alle Aktionäre steuerfreundlichauszuschütten.BilanzWie schon 2009 hat sich Nobel Biocare bei der Bewirtschaftungihres Umlaufvermögens weiter verbessert, sowohl beiden Lagerbeständen als auch bei den Forderungen aus Lieferungenund Leistungen. Zudem wurden weitere Verbesserungenbeim Cash- und Liquiditätsmanagement erzielt. Dieserlaubte es der Gruppe, an ihrer konservativen Bilanzstrukturfestzuhalten, mit einer Eigenkapitalquote von 51,5 Prozentund hoher finanzieller Flexibilität, trotz tieferer Ertragserwirtschaftungund Cashflow-Generierung, in einem Marktumfeld,das von erheblichen Markt- und Wechselkursschwankungengeprägt ist.


100 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle BerichterstattungRisikomanagement.Als Medizintechnik-Unternehmen ist Nobel Biocare einer Reihevon Risiken ausgesetzt. Deshalb führte die Gruppe im Jahr2005 einen Risikomanagementprozess ein. Basierend auf derwährend der ersten fünf Jahre gewonnenen Erfahrung imaktiven Risikomanagement hat Nobel Biocare ein umfassendesEnterprise Risk Management (ERM) entwickelt, das imLaufe des Jahres 2010 weiter ausgebaut wurde. Das ERMumfasst und kontrolliert die folgenden Risikoarten:–– Risiken des Geschäftsumfelds–– strategische Risiken–– juristische und Compliance-Risiken–– produktbezogene Risiken–– kunden- und absatzmarktbezogene Risiken–– betriebliche Risiken–– finanzielle und Managementinformations-Risiken–– Personalrisiken–– Governance-RisikenBis Ende 2010 wurden alle wichtigen Risiken hinsichtlichihres Einflusses auf Gewinn und Verlust, freien Cashflow unddie Eigenkapitalbasis der Gruppe quantifiziert. Für einige Risikenwurde eine nicht quantitative Szenarioanalyse eingeführt.Die Beurteilung aller Risiken erfolgte sowohl auf derGrundlage innerbetrieblicher Prüfungen und Vergleiche mitfrüheren Perioden als auch anhand von externen Benchmarks,soweit vorhanden.Ferner wurden für jedes Risiko Massnahmenpläne und Schadensminderungs-Strategiendefiniert. Für jede Risikokate goriewurden, ein eigener Risikoverantwortlicher auf Gruppenleitungsebeneund spezifische Ausschüsse des Verwaltungsratsoder der Verwaltungsrat selbst bestimmt. Die Gesamtrisikomatrixsowie die Entwicklung jedes wichtigen Risikos werdenregelmässig von allen Mitgliedern der Gruppenleitung sowievom Verwaltungsrat und seinen Ausschüssen überwacht.Zusätzlich zu diesem gruppenweiten Ansatz wurden verschiedeneInitiativen, die sich eher auf Betriebsrisiken beziehen,intensiviert oder im Jahresverlauf neu eingeführt. So wurdendie im Jahr 2008 eingeführten Treasury- und Risikomanagementrichtliniensystematisch in die zentrale und dezentraleOrganisation übertragen. Zudem werden sie formell und unabhängigüberwacht.Ebenfalls während des Geschäftsjahres 2010 wurde dasInterne Kontrollsystem (IKS) systematisch verbessert undweiter ausgebaut. Es bietet qualitativ hochstehende Finanzkontrollenund senkt die Risiken im Zusammenhang mit Fi-nanzberichterstattung, Betrug und Finanzen. Zudem hat NobelBiocare Massnahmen ergriffen, um ihre Governance-,Risiko- und Compliance-Aktivitäten (GRC) zu verstärken. DerLeiter Interne Revision, Compliance und Risk Managementkoordiniert alle ERM-Aktivitäten. In dieser Funktion berichtet erdirekt dem CEO und dem Präsidenten des Verwaltungsrats.Die Risiken werden dem Executive Committee und dem Verwaltungsratmindestens einmal jährlich rapportiert. WichtigeRisiken und bedeutende Vorfälle werden im Executive Committee,im Verwaltungsrat und in den Sitzungen der lokalenManagement-Teams besprochen.Die Risikokategorien werden wie folgt definiert:Risiken des Geschäftsumfelds:Diese Kategorie umfasst alle Risiken des Geschäftsumfelds,in dem Nobel Biocare tätig ist (ohne Absatzmärkte). Sie reichenvon natürlichen Gefahren bis hin zu makroökonomischenund politischen Risiken und beinhalten auch Aspekte derSozialversicherung und der Krankenversicherung.Strategische Risiken:In diese Kategorie gehören neue Technologien, M&A-Aktivitäten,Allianzen und Partnerschaften, Eintritt in neue Märkteund die Fähigkeit, Geschäftsstrategien umzusetzen.Juristische und Compliance-Risiken:Diese Kategorie umfasst regulatorische Risiken, Nichteinhaltenvon Gesetzen und Vorschriften sowie Produkthaftung undGarantien.Produktbezogene Risiken:Zu dieser Kategorie zählen mögliche Lücken in der F&E-Pipeline,Time-to-market-Aspekte, Plagiate und die Verletzung vonPatenten Dritter, durch welche die Möglichkeiten für die Entwicklungund den erfolgreichen Verkauf neuer Produkte eingeschränktwerden.Kunden- und absatzmarktbezogene Risiken:Diese Kategorie befasst sich mit dem Go-to-Market-Ansatz,unserem Produktportfolio und unserer Positionierung, Änderungender Marktbedürfnisse und -strukturen sowie mit Risikenim Zusammenhang mit dem Verkaufsprozess, den Menschenund Systemen.Betriebliche Risiken:Diese Kategorie umfasst Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltfragen(HSE), Betriebsunterbrüche und IT-Unterbrüche,


Risikomanagement101Kosten- und Preisrisiken (z.B. Preise für Rohstoffe), Produktions-und Versorgungskettenrisiken (Elastizität, Technologie,Know-how usw.), Qualitätsaspekte und Planungsrisiken.Finanzielle und Managementinformations-Risiken:Diese Kategorie umfasst Mängel in der Finanzberichterstattung,Steuer-, Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken, nichtautorisierte Handlungen und Betrug, Devisen-, Markt- undZinsrisiken sowie Risiken im Zusammenhang mit der Pensionskasse.Hinzu kommen Risiken aus unangemessener, verspäteter,fehlender oder falscher Information des Managements.Personalrisiken:Diese Kategorie umfasst sowohl fehlendes Know-how vonMitarbeitenden als auch das Risiko, qualifizierte Führungskräfteoder Experten nicht anstellen, halten oder angemessenweiterentwickeln zu können. Zu den Personalrisiken zählenauch die Unternehmenskultur, die Attraktivität von NobelBiocare als begehrter Arbeitgeberin und das Risiko des Verlustsvon wichtigen Teammitgliedern, z.B. wegen eines Unfalls.Governance-Risiken:Diese Kategorie umfasst organisatorische Strukturen undProzesse, die Besetzung von Schlüsselpositionen und denDialog zwischen dem Verwaltungsrat und dem ExecutiveCommittee.Die folgenden Risiken und Unsicherheiten gehören zu jenen,die derzeit in Bezug auf Wahrscheinlichkeit und Auswirkungsubstanziell sind und bei denen Nobel Biocare im Jahr 2010bedeutenden Problemen ausgesetzt war. Auf generelle Risikenund Unsicherheiten, denen Unternehmen im Allgemeinenausgesetzt sind, wird hier nicht eingegangen.Risiken des Geschäftsumfelds:Die Kosten für Implantatbehandlungen werden in den USA,Japan oder Europa nicht von den Versicherungen übernommen,mit wenigen Ausnahmen wie Schweden, Deutschlandund den Niederlanden, wo die Kosten teilweise oder vollständigerstattet werden. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieBedingungen für die Finanzierung von Implantatbehandlungenin diesen Regionen in naher Zukunft ändern werden. Diesbedeutet, dass die meisten Empfänger von Zahnimplantatenden Eingriff weiterhin selbst bezahlen müssen. Die Nachfragenach Zahnimplantattherapien reagiert deshalb stark auf Veränderungenim wirtschaftlichen Umfeld.Vor diesem Hintergrund stellen das derzeitige globale Wirtschaftsklima,zusammen mit dem starken Engagement vonNobel Biocare in den USA und einigen weiteren wichtigenMärkten, die von der Krise überproportional betroffen warenoder dies noch immer sind, besonders im oberen Marktsegmenteine Herausforderung dar.Strategische Risiken:Nobel Biocare hat in den letzten Jahren mehrere Gesellschaftenerworben. Es besteht das Risiko, dass die erwartete finanzielleRendite auf diesen Transaktionen nicht erzielt wird. DieIntegration der erworbenen Gesellschaften ist auf gutemWege oder abgeschlossen. In Bezug auf diese Akquisitionensieht Nobel Biocare derzeit keine bedeutenden Risiken.Juristische und Compliance-Risiken:Als Unternehmen, das Produkte für die Anwendung am Menschenerforscht, entwickelt, fertigt, auf den Markt bringt undverkauft, ist Nobel Biocare mit juristischen Risiken konfrontiert.Diese umfassen Produkthaftung und Risiken im Zusammenhangmit Garantien sowie ungünstigen Änderungen vonGesetzgebung und Vorschriften, z.B. bezüglich Marketing undWerbung oder gesetzlicher und regulatorischer Rückschlägeim Falle des Nichteinhaltens von Produktvorschriften.Als F&E-basiertes Unternehmen konzentriert sich NobelBiocare ausserdem auf den Auf- und Ausbau sowie denSchutz des Portfolios an geistigem Eigentum, wie z.B. Patente,Marken, Designs und Urheberrechte. Die dabei bestehendenjuristischen Risiken umfassen unter anderem Immaterialgüterrechtsverletzungenvon Dritten gegenüber NobelBiocare, die Verletzung von Vertraulichkeitserklärungen inBezug auf geistiges Eigentum oder die Enthüllung von Geschäftsgeheimnissenund die Abwehr von Ansprüchen Dritter.Solche Risiken können mit den gesetzlichen Mitteln möglicherweisenicht in genügendem Masse beseitigt werden.Zudem ist Nobel Biocare allgemeinen gesetzlichen Risikenausgesetzt wie vertragsbezogenen Ansprüchen, Anstellungsproblemen,unerlaubten Handlungen, Betrug usw. Darüberhinaus wird die Nobel Biocare Holding AG als ein an derSchweizer Börse SIX kotiertes Unternehmen stark beeinflusstvon Veränderungen im Bereich der Finanzmarktregulierungund der Corporate Governance sowie von gesetzlichen, regulatorischenund Reputationsrisiken, die mit der Nichteinhaltungin diesem Bereich einhergehen.Als weltweit tätiges Unternehmen zielt Nobel Biocare daraufab, Probleme in diesen Bereichen durch eine gut ausgebaute


102 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle Berichterstattungjuristische und Compliance-Abteilung, die eng in das Geschäfteingebunden ist, sowie durch die Stärkung der internen Prozesseund Kontrollen zu verhindern.Produktbezogene Risiken:Die Zahnimplantatbranche ist geprägt von schnellen Produktentwicklungen.Die Unternehmen, welche ihre Produkteals Erste im Markt vertreiben, geniessen einen erheblichenWettbewerbsvorteil. Daher arbeiten alle Unternehmen derBranche fortlaufend an der Verbesserung von Produkten undMethoden und führen immer wieder neue Innovationen ein.Um sich erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten, mussNobel Biocare zudem einen hervorragenden Service bieten.Bei einem Medizintechnikunternehmen sind Designfehler alserhebliche Risiken einzustufen. Nobel Biocare bringt nur klinischgetestete Produkte auf den Markt. Der Konzern verfügtüber einen fundierten Prozess für Designveränderungen mitdefinierten Gates sowie über einen dedizierten Risikomanagementprozessmit entsprechenden Governance-Strukturen.Besondere Bedeutung kommt dabei Produktzulassungs- undAnmeldeverfahren zu. Alle Produkte, Pakete, Anwendungenund Technologien von Nobel Biocare werden laufend undsystematisch überwacht, getestet und verbessert. Mit seinemklinischen Netzwerk ist Nobel Biocare ein Branchenführer.Das zukünftige Wachstum der Gruppe hängt massgeblichvon der Fähigkeit ab, der Konkurrenz und neuen Marktteilnehmernstets einen Entwicklungsschritt voraus zu sein. DerEntwicklungszyklus im Geschäft von Nobel Biocare ist im Allgemeinendeutlich kürzer als in der Pharmabranche. Normalerweisedauert es von der Grundidee bis hin zur Produkteinführungein bis zwei Jahre. Die Ungewissheit während derteuren Phase der klinischen Tests stellt für das Unternehmenein Risiko dar.In den letzen Jahren hat Nobel Biocare zur Stärkung des F&EundProduktportfolios mehrere Gesellschaften erworben. DieÜbernahmen erfolgten zusätzlich zu den eigenen F&E-Aktivitäten.NobelActive ist das erste Produkt, das auf der Grundlageder neuen F&E-Ausrichtung und des neuen Ansatzes fürklinische Tests eingeführt wurde. Für unsere Aktivitäten imBereich der digitalen Zahnheilkunde (NobelProcera) wurdezudem ein konsequentes Entwicklungs- und Testverfahrengewählt. Mit der Produktmanagementstrategie der Gruppewerden die F&E-Aktivitäten schnell und effektiv auf die Kundenbedürfnisseausgerichtet.Kunden- und absatzmarktbezogene Risiken:Nobel Biocare vertreibt ihre Produkte hauptsächlich über Allgemeinpraktiker,aber auch über spezialisierte Zahnärzte, dieImplantatbehandlungen durchführen, sowie über Zahnlabors,die Dentalprothesen herstellen. Die Fachleute der Dentalbranchespielen eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung,welche Zahnimplantat- oder Prothetikmarke ein Patient erhält.Deshalb hat Nobel Biocare das Key Account Managementweiter ausgebaut. So wurden bedeutende Ressourcen sowohlin die Schulung der Aussendienstmitarbeitenden (Sales Academy)als auch in die Schulung und Ausbildung der Kundeninvestiert. Bei Letzterer werden technische und kommerzielleAspekte behandelt, damit die Kunden nicht nur die Funktionsweiseder Produkte verstehen, sondern auch wissen, wiesie diese ihren Patienten verkaufen können. Die Referentenund Trainer sind zertifiziert und erfüllen klar definierte Richtlinien.Betriebliche Risiken:Diese Risikokategorie steht im Zusammenhang mit Produktion,Versorgungskette, Qualitätssicherung und IT. Bei Medizintechnikunternehmenwie Nobel Biocare sind aufsichtsbehördlicheZulassungen für Produkte und Verfahren sowie dieProdukthaftung aufgrund von Herstellungsfehlern als erheblicheRisiken einzustufen. Entscheidend ist ein permanenterQualitätssicherungsprozess mit klar definierten Change-Management-Verfahren.In den letzten zehn Jahren war die Gruppein dieser Hinsicht mit keinen negativen Konsequenzenkonfrontiert.Zur Eindämmung dieser Risiken hält sich Nobel Biocare andie Qualitätssystembestimmungen der US-Zulassungsbehördefür Nahrungsmittel und Medikamente (Food and DrugAdministration, FDA), die europäische Richtlinie zu Medizinprodukten93/42/EEC, die ISO-Norm 13485 (Qualitätsmanagementsystemfür Medizinprodukte) sowie weitere massgeblicheBestimmungen. Darüber hinaus bemüht sich NobelBiocare kontinuierlich um die Entwicklung und weitere Verbesserungdieser zentralen Risikoprozesse.Falls das Unternehmen die oben erwähnten Erfordernissenicht erfüllt, könnte der Markteintritt von Produkten verzögert,gefährdet oder gar verhindert werden.Im Allgemeinen betreffen die Hauptrisiken dieser Kategorieauch Produktionsstörungen, Abhängigkeit von bestimmtenLieferanten und Preisschwankungen bei zugekauften Produkten.Zudem besteht ein Risiko im Zusammenhang mit derAnpassung der Produktionskapazität an die Marktnachfrage.Für Produktionsstörungen gibt es zahlreiche mögliche Ursachenwie technische Probleme, Arbeitsniederlegungen,Brandfälle, Erdbeben oder Wasserschäden. Deswegen ver-


Risikomanagement103fügen alle unsere Produktionsstätten über eine Notfallplanung,und die Gruppe ist gegen Verluste aufgrund von Betriebsunterbrüchenversichert. Darüber hinaus wird diesesRisiko durch den Betrieb verschiedener Produktionsstättenfür das gesamte Produktsortiment minimiert.Nobel Biocare fertigt seine Implantatprodukte unter Verwendungweltweit standardisierter Prozesse und Produktionstechnologienin den Produktionsstätten in Karlskoga (Schweden)und Yorba Linda (Kalifornien, USA). Die beiden Werke sinduntereinander vollständig kompatibel, so dass die Produktionim Bedarfsfall kurzfristig von einem Standort zum anderenverlegt werden kann. Unsere drei Werke zur Herstellung individualisierterProdukte in Stockholm (Schweden), Mahwah(New Jersey, USA) und Tokio (Japan) verwenden eine gemeinsameTechnologieplattform. Damit ist nicht nur gewährleistet,dass zwischen den Werken Kompatibilität besteht, sonderndie Aufträge können auch ohne Verzug von einem Produktionsstandortzum anderen verlagert werden. Die vor kurzemerworbenen Produktionsstätten (Alpha-Bio Tec in Israel undBioCad in Kanada) erfüllen die gleichen Qualitätsanforderungender Gruppe.Unsere Kapazitäten für die Implantatherstellung sind gesichertdurch Anlagen, die entweder langfristig gemietet sind odersich im Eigenbesitz befinden.Die Beschaffung von Produkten konzentriert sich auf Lieferanten,die branchenübliche Standardtechnologie anbieten.Dadurch ist sichergestellt, dass Einkäufe von einem Lieferantenzum andern verlagert werden können. Nobel Biocare istsomit nicht von einem einzelnen Lieferanten abhängig. Fürstrategische Produkte und Materialien werden strategischeLieferanten vertraglich dazu verpflichtet, einen Mindestlagerbestandzu halten.Die Gruppe ist in hohem Masse von ihren Informationstechnologie-Systemenabhängig. Alle IT-Systeme sind potenziellgefährdet durch Schäden oder Unterbrechungen aufgrundverschiedenster Ursachen, einschliesslich, aber nicht beschränktauf Computerviren, Verletzungen der Sicherheitsbestimmungen,Naturkatastrophen und Telekommunikationsausfälle.Die meisten Systeme werden an einen spezialisiertenProvider ausgelagert. Damit sichert sich die Gruppe den kontinuierlichenZugang zu ihren Systemen. Nobel Biocare stimmtihre Softwareplattformen weiter aufeinander ab, wodurch dieRisiken und Kosten gesenkt werden.Finanzielle und Managementinformationsrisiken:Das Nichteinhalten der Rechnungslegungs- und Treasury-Richtlinien der Gruppe, der International Financial ReportingStandards (IFRS) oder der Schweizer Gesetze kann zu einerEinschränkung im Revisionsbericht des Wirtschaftsprüfersund/oder zu Restatements früherer Abschlüsse führen. DieNichtbefolgung der Vorschriften der Schweizer Börse SIXkann Sanktionen nach sich ziehen. Die externen Revisorenprüfen den Konzernabschluss der Gruppe regelmässig. Zudemunterziehen sie die Abschlüsse der Tochtergesellschaften einerRevision oder prüferischen Durchsicht. 2010 hat NobelBiocare das Finanzteam am Hauptsitz weiter verstärkt, einerheblicher Zeitaufwand wurde in die Schulung des zentralenund dezentralen Finanzpersonals investiert, und das InterneKontrollsystem (IKS) sowie das Compliance-Know-how wurdenweiter gefestigt. Nobel Biocare bietet seinen Mitarbeitendenweiterhin zusätzliche Ausbildungen, aktualisiert dieglobalen IKS-Standards und schult und fördert die Mitarbeitendenin den Finanzbereichen der Tochtergesellschaften undin den Regionen.Änderungen in Bezug auf die Interpretation oder Anpassungder IFRS können sich negativ auf die Bilanz, die Cashflow-Rechnung und die Erfolgsrechnung auswirken. Nobel Biocareversucht, solche Einflüsse vorwegzunehmen. Die Gruppesteht in permanentem Kontakt zu ihren Revisoren und weiterenexternen Experten, im Bestreben, die Auswirkungen vongeplanten Änderungen der IFRS zu analysieren.Bei der Erstellung des Konzernabschlusses im Einklang mitden IFRS muss sich die Unternehmensführung auf Beurteilungen,Schätzungen und Annahmen abstützen, die sich aufdie Anwendung von Bilanzierungsgrundsätzen und die ausgewiesenenBilanzpositionen, Aufwands- und Ertragspositionensowie den Ausweis von Eventualverbindlichkeiten auswirken.Zu den wichtigsten kritischen Annahmen undSchätzungen zählen die Wertverminderung des Goodwills,Ertragssteuern, aktienbasierte Vergütungen und Rückstellungen.Weitere Einzelheiten können der Erläuterung 3 entnommenwerden.Hinsichtlich der Verwendung oder Nichtverwendung von Finanzinstrumentenist die Gruppe einem Risiko ausgesetzt.Details können der Erläuterung 28 der konsolidierten Jahresrechnungentnommen werden. Auch 2010 hat sich NobelBiocare streng an die Massnahmen gehalten, die darauf abzielen,ihre Bilanz durch eine weitere Senkung der Fremdfinanzierungzu stärken, die interne Finanzierungsstruktur zustraffen und ihre Währungsabsicherungsprogramme durch


104 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle Berichterstattungdie Aufnahme von Schwellenmärkten auszuweiten. BesondereBeachtung wurde der Ausrichtung der Finanzfunktionendes Hauptsitzes auf die regionalen Finanzteams geschenkt,was wiederum in erheblichem Masse der Risikomanagementkulturder Gruppe zugutekommt.Als Kreditrisiko wird das Risiko von finanziellen Verlusten fürNobel Biocare bezeichnet, wenn Kunden oder Gegenparteieneines Finanzinstruments ihren vertraglichen Verpflichtungennicht nachkommen. Das Risiko entsteht hauptsächlich ausForderungen der Gruppe gegenüber Kunden und aus Finanzanlagen.Die Kreditrichtlinien von Nobel Biocare besagen,dass jeder Neukunde individuell analysiert werden muss. Kreditrisikenaus Finanzanlagen werden zentral koordiniert undbeurteilt. 2010 konnte das Risiko der Gruppe in Bezug aufausstehende Forderungen weiter gesenkt werden. NobelBiocare hat ihr globales DSO-Verhältnis (Forderungslaufzeit)sowie das inhärente Kreditrisiko in ihrem bestehenden Kreditportfolioverbessert. Als Reaktion auf die allgemeineFinanzkrise hat die Gruppe die ausstehenden Forderungenrigoros überwacht und, wo immer erforderlich, die Wertberichtigungenentsprechend angepasst.Als Liquiditätsrisiko gilt das Risiko, dass die Gruppe ihren finanziellenVerpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachkommenkann. Nobel Biocare versucht, jederzeit über genügend liquideMittel für Investitionen und betriebliche Ausgaben zu verfügen.Zudem hat Nobel Biocare im Jahr 2010 die syndizierteKreditfazilität von einem Bankenkonsortium in Höhe vonEUR 330 Millionen auf fünf Jahre (bis 2015) erweitert. DieseKreditfazilität dient zur Optimierung der derzeitigen Finanzierungsowie als Backup-Kreditlinie für eine künftige Erhöhungder finanziellen Flexibilität.Als Marktrisiko wird das Risiko von Preisschwankungen amMarkt bezeichnet, zum Beispiel ungünstige Schwankungenvon Wechselkursen oder Zinssätzen, die sich negativ auf denUmsatz der Gruppe oder den Wert ihrer Finanzinstrumenteauswirken können. Diese Risiken werden in Übereinstimmungmit den Treasury- und Risikomanagement-Richtlinien teilweiseabgesichert.Als Fremdwährungsrisiko gilt das Risiko, dass sich als Folgevon Wechselkursschwankungen der Marktwert oder die zukünftigenGeldflüsse eines Finanzinstruments ändern. DieGruppe ist in Bezug auf die Erfolgsrechnung (Transaktions-Risiken) und das Eigenkapital (Währungsumrechnungs-Risiken)einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Nobel Biocare sichertpraktisch alle Risiken innerhalb der Erfolgsrechnungsystematisch ab, und zukünftige Risiken werden teilweiseabgesichert. Nicht systematisch abgesichert werden bislangdie Währungsumrechnungsrisiken.Nobel Biocare ist dem Risiko ausgesetzt, dass sich der Marktwertzukünftiger Cashflows aus Finanzinstrumenten ändert,wenn sich die Zinssätze am Markt ändern, und dass sich einesolche Änderung negativ auf die finanzielle Situation der Gruppeauswirken könnte. Das Management der flüssigen Mittelund Kredite der Gruppe wird zentral koordiniert.Die Steuergesetze und Vorschriften in den entsprechendenJurisdiktionen können sich ändern, sowohl dort, wo NobelBiocare eventuell Steuern bezahlen muss, als auch bezüglichderen Auslegung durch die zuständigen Steuerbehörden.Solche Änderungen können einen wesentlichen Einfluss aufzukünftige Erträge der Gruppe haben. Ausserdem beruht dieFestlegung von Rückstellungen für alle weltweit anfallendenErtragssteuern in erheblichem Masse auf Schätzungen undAnnahmen. Für zahlreiche Transaktionen und Berechnungenbleibt die endgültige Steuerbelastung ungewiss. Um dieseRisiken zu reduzieren, wurden weitere Massnahmen für dieVerbesserung der Steuerberichterstattung ergriffen. Darüberhinaus wird die gesamte Struktur der Gruppe einer Prüfungunterzogen, um den Steuersatz weiter zu optimieren undmögliche zukünftige Steuerrisiken zu minimieren.Personalrisiken:Nobel Biocare ist auf den Verbleib der wichtigsten Führungskräfteund der Mitarbeitenden in Schlüsselpositionen angewiesen.Der Abgang einer oder mehrerer dieser Personenkönnte negative Folgen auf die Geschäftstätigkeiten der Gruppehaben. Der zukünftige Erfolg der Gruppe wird unter anderemvon der Fähigkeit bestimmt, die erforderlichen qualifizierten,wissenschaftlichen, technischen und geschäftsführendenMitarbeitenden einzustellen und im Unternehmen zu halten.Nobel Biocare steht mit zahlreichen anderen Unternehmen,akademischen Institutionen und Organisationen in einemWettbewerb um solches Personal.Mit der Standardisierung und Dokumentierung von Prozessenund wichtigen Informationen für ihr Geschäft senkt NobelBiocare das Risiko, von einzelnen Personen abhängig zu sein.Darüber hinaus hat Nobel Biocare die HR-Funktionen aufGruppenebene und in den Regionen professionalisiert undwird mit weiteren wichtigen Initiativen fortfahren. Wir verfolgendas Ziel, in der Dentalbranche der Arbeitgeber erster Wahlzu sein.


Risikomanagement105Vor kurzem hat Nobel Biocare mehrere Mitarbeitende fürSchlüsselpositionen eingestellt. Dadurch wurden die Kompetenzenund Erfahrungen im Management deutlich ausgebautund die Personalrisiken des Unternehmens gesenkt..Governance-Risiken:Die Governance-Risiken umfassen zwei Elemente:– die organisatorischen Strukturen sind nicht auf die Geschäftsstrategieausgerichtet;– die wichtigsten Funktionen werden nicht mit den bestenMitarbeitenden besetzt.Um diese Risiken zu minimieren, hat Nobel Biocare seineStruktur und die wichtigen Managementprozesse angepasst.Die globale Hotline für «Whistleblower» wurde wie beabsichtigteingesetzt und wie vorgesehen geleitet. Alle Führungskräfteund Mitarbeitenden haben Zugang zu unabhängigenund neutralen Kommunikationskanälen, über die sie Verstössegegen Gesetze, Vorschriften sowie externe und interneGeschäftsstandards melden können. Es wurden keine grösserenFälle gemeldet.Sämtliche Manager der Tochtergesellschaften und ihre Finanzverantwortlichenhaben einen «Letter of Assurance»unterzeichnet, der alle relevanten Aspekte der CorporateGovernance, Compliance, Risiken und Kontrollen umfasst. Esist ein schlagkräftiges Instrument beim Vorhaben, die Compliance-Kulturvon Nobel Biocare sowohl auf Gruppenebeneals auch auf der Ebene der Tochtergesellschaften weiter zustärken.Alle Risiken wirken sich auf die Finanzen und die Reputationvon Nobel Biocare aus. Ein schlechter Ruf stellt folglich keinRisiko dar, sondern ist eher eine Konsequenz daraus. Um dieAuswirkungen von Reputationsrisiken einzuschränken, pflegtNobel Biocare eine transparente Kommunikation mit allenInteressensgruppen. Zudem wurde ein Krisenmanagementprozesseingeführt, der ein bestimmtes Vorgehen im Umgangmit spezifischen Szenarien vorsieht. 2010 wurde die Kommunikationsfunktionweiter ausgebaut, um die interne und externeKommunikation zu optimieren.Internes Kontrollsystem (IKS)2010 hat Nobel Biocare die Dokumentation ihres internenKontrollsystems (IKS) weiter ausgebaut. Es erfüllt die gesetzlichenAnforderungen in der Schweiz und wird den Bedürfnisseneines international tätigen Unternehmens gerecht.Das Konzept basiert auf dem COSO-System. Die Kontrollensind so ausgestaltet, dass die Risiken aus der finanziellenBerichterstattung, aus Betrug und mangelnder Compliancein allen Konzerngesellschaften gemindert werden. Dabeiwird eine ganze Reihe von Unterstützungs- und Kernprozessenabgedeckt. 2010 wurden Tests für alle relevantenKontrollen in sämtlichen Tochtergesellschaften eingeführt,damit die operative Wirksamkeit dieses Systems überprüftwerden kann. Das IKS wird auch für die Standardisierung derglobalen Geschäftsprozesse, Kontrollen und Richtlinien verwendet.


106 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle BerichterstattungKonsolidierte Erfolgsrechnung.in EUR ’000 2010 2009Umsatzerlös 576 583 581 441Kosten verkaufter Waren –128 610 –113 495Bruttogewinn 447 973 467 946Vertriebskosten –223 976 –219 645Verwaltungsaufwand –107 447 –94 688Forschungs- und Entwicklungskosten –31 641 –25 020Betriebsgewinn (EBIT) 84 909 128 593Finanzertrag 33 152 28 418Finanzierungskosten –17 664 –19 754Ergebnis vor Ertragssteuern 100 397 137 257Ertragssteuern –54 728 –31 422Den Aktionären von Nobel Biocare zustehender Gewinn 45 669 105 835Gewinn pro Aktie, EUR 0,37 0,86Gewinn pro Aktie (verwässert), EUR 0,37 0,85KonsolidierteGesamtergebnisrechnung.in EUR ’000 2010 2009Den Aktionären von Nobel Biocare zustehender Gewinn 45 669 105 835Übriger Aufwand/Ertrag für das Geschäftsjahr:Währungsumrechnungsdifferenzen 19 573 1 538Umklassierung von Währungsumrechnungsdifferenzen in die Erfolgsrechnung, nach Steuern –26 968 –26 063Effektiver Anteil der Veränderung des Verkehrswerts von Cashflow-Absicherungsinstrumenten,3 073 1 310nach SteuernEffektive Veränderung des Verkehrswerts von Cashflow-Absicherungsinstrumenten, die in–474 6 669die Erfolgsrechnung umklassiert wurden, nach SteuernTotal sonstiger Gesamtaufwand/-ertrag für das Geschäftsjahr –4 796 –16 546Total den Aktionären von Nobel Biocare zustehendes Gesamtergebnis fürdas Geschäftsjahr40 873 89 289


Konzernabschluss107Konsolidierte Bilanz.in EUR ’000 31. Dezember 2010 31. Dezember 2009AktivenGrundstücke und Gebäude 16 650 12 119Maschinen 63 399 53 498Betriebseinrichtung 10 184 10 216Sachanlagen 90 233 75 833Goodwill 167 462 151 097Übrige immaterielle Vermögenswerte 55 926 56 278Immaterielle Vermögenswerte 223 388 207 375Langfristige Forderungen 3 974 4 269Latente Steuerforderungen 26 817 12 544Total Anlagevermögen 344 412 300 021Vorräte 23 401 20 485Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 132 855 136 614Kurzfristige Steuerforderungen 4 016 4 441Aktive Rechnungsabgrenzungen 14 665 15 656Finanzanlagen und derivative Finanzinstrumente 12 179 3 757Flüssige Mittel 239 816 241 617Total Umlaufvermögen 426 932 422 570Total Aktiven 771 344 722 591PassivenAktienkapital 31 861 31 861Agio 151 113 166 429Eigene Aktien –40 216 –56 567Gewinnreserven 177 231 175 994Den Aktionären von Nobel Biocare zustehendes Eigenkapital 319 989 317 717Rückstellungen 2 734 3 955Pensionsverbindlichkeiten 6 232 2 699Wandelanleihen – 236 962Latente Steuerverbindlichkeiten 26 427 27 033Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 494 548Total langfristige Verbindlichkeiten 35 887 271 197Bankkontokorrente 297 880Bankkredite – 1 331Wandelanleihen 252 366 –Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19 284 22 158Kurzfristige Rückstellungen 6 745 7 211Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten 56 202 27 025Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente 19 285 21 011Passive Rechnungsabgrenzungen 61 289 54 061Total kurzfristige Verbindlichkeiten 415 468 133 677Total Fremdkapital 451 355 404 874Total Passiven 771 344 722 591


108 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle BerichterstattungKonsolidierterEigenkapitalnachweis.in EUR ’000 Aktienkapital AgioStand am 1. Januar 2009 32 002 183 687Gesamtergebnisrechnung:JahresgewinnÜbriger Aufwand/Ertrag für das Geschäftsjahr:WährungsumrechnungsdifferenzenUmklassierung von kumulierten Umrechnungsdifferenzen in die Erfolgsrechnung, nach SteuernEffektiver Anteil der Veränderung des Verkehrswerts von Cashflow-Absicherungsinstrumenten,nach SteuernEffektive Veränderung des Verkehrswerts von Cashflow-Absicherungsinstrumenten, die indie Erfolgsrechnung umklassiert wurden, nach SteuernTotal kumuliertes ErgebnisTotal kumuliertes ErgebnisTransaktionen mit Aktionären:Herabsetzung des Aktienkapitals –141Kauf eigener AktienVerkauf eigener Aktien –5 020An den Veräusserer von BioCad Medical Inc. übertragene Aktien –815Verfall von Call-Optionen auf eigene Aktien –10 345Zuteilung von Aktien an Teilnehmer des Aktienprogramms –126Wandelanleihen – Eigenkapitalkomponente –952Aktienbasierte VergütungenDividendenzahlung 2008Total Transaktionen mit Aktionären –141 –17 258Stand am 31. Dezember 2009 31 861 166 429Stand am 1. Januar 2010 31 861 166 429Gesamtergebnisrechnung:JahresgewinnÜbriger Aufwand/Ertrag für das Geschäftsjahr:WährungsumrechnungsdifferenzenUmklassierung von kumulierten Umrechnungsdifferenzen in die Erfolgsrechnung, nach SteuernEffektiver Anteil der Veränderung des Verkehrswerts von Cashflow-Absicherungsinstrumenten,nach SteuernEffektive Veränderung des Verkehrswerts von Cashflow-Absicherungsinstrumenten, die indie Erfolgsrechnung umklassiert wurden, nach SteuernTotal kumuliertes ErgebnisTotal kumuliertes ErgebnisTransaktionen mit Aktionären:Kauf eigener AktienVerfall von Call-Optionen und gezeichneten Put-Optionen auf eigene Aktien –11 912Zuteilung von Aktien an Teilnehmer des Aktienprogramms –194Wandelanleihen – Eigenkapitalkomponente –3 210Aktienbasierte Vergütungen, nach SteuernDividendenzahlung 2009Total Transaktionen mit Aktionären –15 316Stand am 31. Dezember 2010 31 861 151 113


Konzernabschluss109Eigene AktienWährungsumrechnungsreserveHedging-ReserveSonstigeGewinnreserveTotalGewinnreserveTotal Eigenkapital–85 229 –91 361 –7 758 236 235 137 116 267 576105 835 105 835 105 8351 538 1 538 1 538–26 063 –26 063 –26 0631 310 1 310 1 3106 669 6 669 6 669–24 525 7 979 –16 546 –16 546–24 525 7 979 105 835 89 289 89 28913 049 –12 908 –12 908 ––6 456 –6 45610 650 5 630815 –10 345 –259 –133 –133 –934 934 –186 788 6 788 6 788–45 092 –45 092 –45 09228 662 –50 411 –50 411 –39 148–56 567 –115 886 221 291 659 175 994 317 717–56 567 –115 886 221 291 659 175 994 317 71745 669 45 669 45 66919 573 19 573 19 573–26 968 –26 968 –26 9683 073 3 073 3 073–474 –474 –474–7 395 2 599 –4 796 –4 796–7 395 2 599 45 669 40 873 40 873–4 817 –4 81720 716 8 804452 –258 –258 –3 206 3 206 –43 709 3 709 3 709–46 293 –46 293 –46 29316 351 –39 636 –39 636 –38 601–40 216 –123 281 2 820 297 692 177 231 319 989


110 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle BerichterstattungKonsolidierte Cashflow-Rechnung.in EUR ’000 2010 2009Ergebnis vor Ertragssteuern 100 397 137 257Anpassungen für:Abschreibungen, Amortisation und Wertminderungen 29 583 27 757Finanzergebnis, netto –15 488 –8 664Aktienbasierte Vergütungen 3 895 6 602Sonstige nicht geldwirksame Aufwendungen 4 228 2 262Veränderungen von Umlaufvermögen und Rückstellungen:Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungenund der sonstigen Verbindlichkeiten 15 752 8 875Abnahme der Vorräte 1 176 17 267Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen–4 461 –8 713und der sonstigen kurzfristigen VerbindlichkeitenZunahme der Rückstellungen und passiven Rechnungsabgrenzungen 4 476 8 716Bezahlte Ertragssteuern –42 439 –13 513Cashflow aus Geschäftstätigkeit 97 119 177 846Akquisition von Tochtergesellschaften, ohne erworbene Barmittel – –22 891Erwerb von Sachanlagen –23 334 –18 283Erwerb von immateriellen Anlagen –3 630 –2 499Erwerb von handelbaren Wertpapieren –36 936 –Erlös aus dem Verkauf von handelbaren Wertpapieren 36 882 631Erhaltene Zinsen 1 106 1 566Sonstige Anlage- und Absicherungsgeschäfte 5 408 –3 868Cashflow verwendet für Investitionstätigkeit –20 504 –45 344Kauf eigener Aktien –4 817 –6 456Erlös aus dem Verkauf eigener Aktien – 5 630Rückzahlung von kurzfristigen Darlehen (verzinsbares Fremdkapital) –1 429 –25 004Rückzahlung von langfristigen Darlehen (verzinsbares Fremdkapital) –35 433 –11 966Veräusserung von derivativen Absicherungsinstrumenten – 37 362Zinszahlungen –7 180 –8 464Dividendenzahlung –46 293 –45 092Cashflow verwendet für Finanzierungstätigkeiten –95 152 –53 990Abnahme /(Zunahme) der flüssigen Mittel –18 537 78 512Flüssige Mittel am 1. Januar, einschliesslich kurzfristiger Bankkontokorrente 240 737 163 373Währungseinfluss auf flüssige Mittel 17 319 –1 148Flüssige Mittel am 31. Dezember, einschliesslich kurzfristiger Bankkontokorrente 1 239 519 240 7371 Die flüssigen Mittel, einschliesslich kurzfristiger Bankkontokorrente, betrugen am 31. Dezember 2010 EUR 0,3 Millionen und am 31. Dezember 2009 EUR 0,9 Millionen.


Konzernabschluss111Anhang zur Konzernrechnung.Allgemeine Informationen1Die Nobel Biocare Holding AG (die «Gesellschaft») ist eine inder Schweiz eingetragene und domizilierte Aktiengesellschaft.Die konsolidierte Jahresrechnung von Nobel Biocare für dasam 31. Dezember 2010 abgeschlossene Geschäftsjahr umfasstdie Gesellschaft und deren Tochtergesellschaften (nachfolgendals «Gruppe» bezeichnet).gung bis hin zur Restauration vollständig zahnloser Kiefer.Das Lösungsportfolio beinhaltet Zahnimplantate (inklusive derwichtigsten Marken NobelActive, Brånemark System® undNobelReplace), individualisierte Prothetik und Geräte(NobelProcera), schablonengestützte Chirurgieverfahrenund Biomaterialien.Nobel Biocare (NOBN, SIX Swiss Exchange) ist ein weltweitführendes Unternehmen für innovative restaurative und ästhetischeDentallösungen. Als Anbieter von Gesamtlösungenverfügt Nobel Biocare von der Wurzel bis zum Zahn über dieumfassendste Lösungspalette – von der Einzelzahnversor-Die konsolidierte Jahresrechnung der Nobel Biocare-Gruppewurde vom Verwaltungsrat der Nobel Biocare Holding AG am16. Februar 2011 zur Veröffentlichung freigegeben. Anlässlichder Generalversammlung vom 30. März 2011 wird die Jahresrechnungzur Genehmigung vorgeschlagen.Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze22.1. Darstellung des AbschlussesDer Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den InternationalFinancial Reporting Standards (IFRS) erstellt undentspricht der schweizerischen Gesetzgebung.Der Konzernabschluss wird in Euro (EUR) dargestellt, gerundetauf die nächsten Tausend. Obwohl die Muttergesellschaft inder Schweiz domiziliert ist, wird der Konzernabschluss in Eurodargestellt, weil ein Grossteil des Cashflows der Gruppe in Euroanfällt. Die Tochtergesellschaften erstellen ihren Einzelabschlussin der funktionalen Währung des jeweiligen Landes.Mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente und derFinanzanlagen, die zu ihrem beizulegenden Zeitwert bilanziertwerden, wird die Konzernrechnung unter Berücksichtigung desAnschaffungswertprinzips erstellt. Zur Veräusserung gehaltene,langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereichewerden nach dem tieferen Wert aus Buchwert und Verkehrswertabzüglich Verkaufskosten bilanziert.Die unten dargestellten Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätzewerden konsistent für alle in diesem Konzernabschlussdargestellten Berichtsperioden angewendet.Bestimmte Vergleichszahlen wurden umklassiert, damit siemit der Darstellung des abgelaufenen Geschäftsjahres übereinstimmen.Auswirkungen aus der Anwendung neuer Standards,Änderungen und InterpretationenMit Wirkung auf den 1. Januar 2010 wurden die folgendenInternational Financial Reporting Standards (IFRS) mit keinerleiAuswirkungen auf den Konzernabschluss der Gruppe angewendet:IFRS 3 (überarbeitet) – Unternehmenszusammenschlüsse(in Kraft seit 1. Juli 2009)–– Mit dem überarbeiteten Standard wird weiterhin die Erwerbsmethodefür Unternehmenszusammenschlüsse angewendet,mit einigen wichtigen Änderungen: So müssenbeispielsweise alle Zahlungen für den Erwerb eines Geschäftszu seinem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunktverbucht werden, wobei Eventualzahlungen alsSchulden qualifiziert und anschliessend bewertet werden.Transaktionskosten im Zusammenhang mit einem Unternehmenszusammenschluss,wie beispielsweise Rechtsberatungsgebühren,Due-Diligence-Kosten, sonstige Honorareund Beratungskosten, werden zum Zeitpunkt ihrerEntstehung als Aufwand erfasst.IAS 27 (überarbeitet) – Konzern- und Einzelabschlüsse(in Kraft seit 1. Juli 2009)–– Gemäss dem überarbeiteten Standard wird der Erwerb vonMinderheitsanteilen als Transaktion mit Anteilinhabern inihrer Eigenschaft als Anteilinhaber bilanziert, weshalb aufgrundsolcher Transaktionen kein Goodwill ausgewiesenwird.Das International Accounting Standards Board (IASB) unddas International Financial Reporting Interpretations Committee(IFRIC) haben eine Reihe neuer und geänderter Standardsund Interpretationen veröffentlicht, die für die per 31. Dezember2010 zu Ende gegangene Berichtsperiode noch nicht zur


112 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle BerichterstattungAnwendung gelangten. Die Auswirkungen der folgendenneuen und angepassten Standards und Interpretationen sindnoch nicht systematisch analysiert worden. Das Managementhat aber eine vorläufige Beurteilung vorgenommen:IAS 24 (überarbeitet) – Angaben über Beziehungen zu nahe stehendenUnternehmen und Personen (in Kraft seit 1. Januar 2011)–– Mit dem überarbeiteten Standard wird die Definition einesnahe stehenden Unternehmens oder einer nahe stehendenPerson geändert und bestimmte Angabepflichten für regierungsverbundeneUnternehmen werden angepasst. DieAnwendung des überarbeiteten Standards wird zu weiterenAngaben über Transaktionen zwischen den Tochtergesellschaftender Gruppe führen. Die Gruppe wird den überarbeitetenStandard ab dem 1. Januar 2011 anwenden.IFRS 9 – Finanzinstrumente (in Kraft ab 1. Januar 2013)–– Der Standard legt neue Anforderungen fest, wie finanzielleVermögenswerte klassifiziert und bewertet werden sollen.Die Grundlage für die Klassifizierung bilden das Geschäftsmodelldes Unternehmens und die vertraglich festgelegteArt des Zahlungsstroms des finanziellen Vermögenswerts.Die zwei Klassifizierungskategorien für finanzielle Vermögenswertesind: Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskostenund Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. DieGruppe beurteilt derzeit die vollständigen Auswirkungenvon IFRS 9. Erste Anzeichen weisen aber darauf hin, dassder neue Standard keine massgeblichen Auswirkungen aufden Konzernabschluss der Gruppe haben wird.Andere Standards und Änderungen an bestehenden Standardswurden veröffentlicht und sind für Bilanzierungsperioden derGruppe, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen,verbindlich. Die Gruppe hat diese aber weder vorzeitig angewendet,noch wird eine massgebliche Auswirkung auf dieRechnungslegungsgrundsätze der Gruppe erwartet.2.2. KonsolidierungsgrundsätzeTochtergesellschaftenTochtergesellschaften sind von der Nobel Biocare Holding AGkontrollierte Unternehmen. Kontrolliert wird ein Unternehmen,wenn die Gesellschaft direkt oder indirekt in der Lage ist, dieFinanz- und Geschäftspolitik dieses Unternehmens so zu steuern,dass die Gesellschaft aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmenseinen Nutzen zieht. Tochtergesellschaften werdenin den Konsolidierungskreis aufgenommen, sobald sie tatsächlichkontrolliert werden, und verbleiben darin, bis sie nichtmehr von der Gesellschaft beherrscht werden.Gemäss Purchase-Methode werden Aktiven und Passivensowie Erträge und Aufwendungen im Konzernabschlusszusammengefasst. Die Quoten von Minderheitsanteilen amEigenkapital sowie am Ergebnis konsolidierter Unternehmenwerden in der Bilanz und in der Erfolgsrechnung gesondertals Minderheitsanteile ausgewiesen.Assoziierte GesellschaftenAssoziierte Gesellschaften sind Unternehmen, auf deren Finanz-und Geschäftspolitik die Gruppe erheblichen Einflussausüben kann, ohne diese zu kontrollieren.Der Konzernabschluss umfasst die Anteile der Gruppe an denGewinnen und Verlusten assoziierter Unternehmen nach derEquity-Methode, sobald und solange ein erheblicher Einflussbesteht. Falls der Anteil an den Verlusten des assoziierten Unternehmensden Buchwert der Anteile übersteigt, wird derAnteil auf null abgeschrieben. Weitere Verluste werden in derKonzernrechnung nur in dem Umfang berücksichtigt, in demdie Gruppe entsprechende Verpflichtungen eingegangen ist.Eliminierung konzerninterner TransaktionenKonzerninterne Saldi und Transaktionen sowie aus konzerninternenTransaktionen resultierende, nicht realisierte Gewinneund Verluste oder Erträge und Aufwendungen werden imZuge der Erstellung der Konzernrechnung eliminiert.2.3. FremdwährungsumrechnungTransaktionen in FremdwährungTransaktionen in Fremdwährung werden zum Kurs am Tagdes Geschäftsvorfalls umgerechnet. Monetäre Aktiven undVerbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Bilanzstichtagskursumgerechnet. Nichtmonetäre Aktiven und Verbindlichkeiten,die auf Fremdwährung lauten und zu historischenKosten bilanziert sind, werden zum Kurs am Tag des Geschäftsvorfallsumgerechnet. Nichtmonetäre Posten in Fremdwährung,die zum Marktwert bilanziert sind, werden zu demKurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung desMarktwerts gültig war.Die sich aus der Umrechnung ergebenden Fremdwährungsgewinneund -verluste inklusive der Ergebnisse von Hedging-Transaktionen im Zusammenhang mit dem operativenGeschäft werden in der Erfolgsrechnung als Fremdwährungsgewinneoder -verluste erfasst.Abschlüsse ausländischer GeschäftsbetriebeDie Aktiven und Passiven der ausländischen Konzerngesellschafteneinschliesslich Goodwills werden zu den am Bilanzstichtaggeltenden Wechselkursen umgerechnet. Ertrags- und


Konzernabschluss113Aufwandsposten der ausländischen Konzerngesellschaftenwerden zu den am Transaktionstag geltenden Durchschnittskursenin Euro umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen, diesich aus der Umrechnung von Jahresabschlüssen in Fremdwährungergeben, werden direkt in der Gesamtergebnisrechnungerfasst und im Eigenkapital als Währungsumrechnungsreserveausgewiesen.Erhält ein ausländischer Geschäftsbetrieb ein Darlehen undbildet dieses im Wesentlichen einen Teil einer Investition derGruppe in den ausländischen Geschäftsbetrieb, werden ausdiesem Darlehen entstehende Umrechnungsdifferenzen ebenfallsim kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Beider Veräusserung eines ausländischen Geschäftsbetriebswerden die kumulierten Umrechnungsdifferenzen in der Erfolgsrechnungals Teil des Gewinns oder Verlusts aus demVerkauf ausgewiesen.2.4. SegmentberichterstattungDie Festlegung der Geschäftssegmente erfolgt auf der Grundlageinterner Berichte, die an die verantwortliche Unternehmensinstanzgemeldet werden. Die verantwortliche Unternehmensleitungist für strategische Entscheidungen und fürdie Allokation von Ressourcen in die Geschäftssegmente verantwortlich.Als verantwortliche Unternehmensleitung derGruppe wurde der Verwaltungsrat festgelegt.2.5. ErtragserfassungDie Umsatzerlöse werden nach Abzug von Umsatzsteuern,Abschlägen, Rabatten und Retouren ausgewiesen. Ertrag wirderfasst, wenn die Ertragshöhe zuverlässig ermittelt werdenkann, es wahrscheinlich ist, dass ein künftiger wirtschaftlicherNutzen der Gruppe zufliesst, die damit verbundenen Kostenzuverlässig geschätzt werden können und weitere spezifischenKriterien, wie nachstehend beschrieben, eingehaltenworden sind.Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Erzeugnissen werden inder Erfolgsrechnung erfasst, wenn der massgebliche Nutzenund die Gefahren, die mit dem Eigentum der verkauftenErzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übertragen wurden.Meistens geschieht dies zum Zeitpunkt der Lieferung anDritte.Ertrag aus Schulung und Ausbildung wird grundsätzlich imZeitraum erfasst, in dem diese Dienstleistungen erbracht wordensind.2.6. Finanzertrag und FinanzierungskostenDer Finanzertrag umfasst Zinserträge aus investierten Geldmitteln;Währungsgewinne und -verluste, Dividenden, Gewinneaus dem Verkauf von Finanzanlagen und positive Veränderungendes Marktwerts der zu Handelszweckengehaltenen Finanzinstrumente und derivativen Finanzinstrumente,die in der Erfolgsrechnung verbucht werden. Zinserträgewerden anteilmässig unter Berücksichtigung der Effektivverzinsungdes Vermögenswerts erfasst. Dividendenwerden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlungin der Erfolgsrechnung erfasst.Finanzierungskosten umfassen den Zinsaufwand für Darlehen,unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung, den Zinsaufwandim Zusammenhang mit der zum Barwert erfassten langfristigenZahlungsverpflichtung aus dem Kauf von NobelBiocare Procera AB, Verluste aus dem Verkauf von Finanzanlagenund negative Veränderungen des Marktwerts von zuHandelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten und derivativenFinanzinstrumenten, die in der Erfolgsrechnung verbuchtwerden.2.7. ErtragssteuernDie Ertragssteuern für das Jahresergebnis umfassen sowohldie laufenden Ertragssteuern als auch die latenten Steuern.Ertragssteuern werden grundsätzlich in der Erfolgsrechnungerfasst. Ausgenommen sind Steuern aus Geschäftsvorfällen,die in der Gesamtergebnisrechnung oder direkt im Eigenkapitalverbucht wurden. In diesem Fall werden die zugehörigenSteuern ebenfalls in der Gesamtergebnisrechnung oder imEigenkapital erfasst.Die laufenden Ertragssteuern umfassen sowohl die zu erwartendenErtragssteuern für den steuerbaren Gewinn im Berichtsjahr,bemessen nach den am Bilanzstichtag gültigenoder beschlossenen Steuersätzen, als auch eventuelle Anpassungender für Vorjahre geschuldeten Steuern.Latente Steuern werden unter Anwendung der «BalanceSheet Liability»-Methode für die temporären Differenzen zwischendem zu Steuerzwecken verwendeten Wert von Aktivenund Verbindlichkeiten und dem zu Konsolidierungszweckenverwendeten Bilanzwert ermittelt. Keine latenten Steuernwerden verbucht für temporäre Differenzen bei der erstmaligenErfassung von Goodwill sowie bei der erstmaligen Erfassungvon Aktiven und Verbindlichkeiten, die weder den buchhalterischennoch den steuerpflichtigen Gewinn betreffen.Dies gilt sinngemäss auch für die Behandlung temporärerUnterschiede in Verbindung mit Anteilen an Tochtergesell-


114 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle Berichterstattungschaften, sofern damit zu rechnen ist, dass diese in absehbarerZukunft nicht rückgängig gemacht werden. Massgebendfür die Bemessung latenter Steuern sind der erwartete Zeitpunktund die Art der Realisierung von Vermögenswerten,bzw. der Erfüllung von Verpflichtungen. Dabei werden dieSteuersätze angewendet, die zum Bilanzstichtag gültig oderbeschlossen sind.jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppenzahlungsmittelgenerierender Einheiten, die aus den Syner giendes Unternehmenszusammenschlusses, aus denen sich derGoodwill ergibt, profitieren dürften.Ein negativer Goodwill aus einer Übernahme wird direkt in derErfolgsrechnung verbucht.Ein latenter Steueranspruch wird nur insoweit bilanziert, alses wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Einkommenverfügbar sein wird, um den Steuervorteil zu realisieren. Einlatenter Steueranspruch wird entsprechend reduziert, wennnicht länger anzunehmen ist, dass der zugehörige Steuervorteilgenutzt werden kann.2.8. SachanlagenSachanlagen werden zu Anschaffungskosten bilanziert, abzüglichkumulierter Abschreibungen und Wertminderungen. Fallseine Sachanlage mehrere Komponenten mit unterschiedlicherNutzungsdauer umfasst, werden diese separat bilanziert.Die Abschreibungen werden der Erfolgsrechnung belastetund erfolgen linear über den Zeitraum der geschätzten Nutzungsdauerder Sachanlagen. Grundstücke werden nichtabgeschrieben. Die Abschreibungssätze basieren auf folgendengeschätzten Nutzungsdauern:iin JahrenGebäude- und Einbauten in gemieteten25GeschäftsräumenMaschinen 5–8Betriebseinrichtung 3–52.9. Immaterielle VermögenswerteGoodwillAlle Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethodeerfasst. Goodwill ist der Mehrwert, der sichaus der Differenz zwischen den Erwerbskosten und den zumVerkehrswert bewerteten identifizierbaren Nettoaktiven einerübernommenen Gesellschaft ergibt. Der Goodwill bezüglichassoziierter Unternehmen ist bereits im Buchwert der Beteiligungenthalten.Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbeneimmaterielle VermögenswerteIn einem Unternehmenszusammenschluss erworbene immaterielleVermögenswerte (einschliesslich Patente, Lizenzen sowielaufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte) werden vomGoodwill getrennt erfasst, wenn vertragliche oder gesetzlicheRechte zugrunde liegen oder getrennt übertragbar sind und sichihr beizulegender Zeitwert zuverlässig ermitteln lässt.Forschungs- und EntwicklungskostenDie Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungsarbeitenumfassen Materialkosten, direkte Lohnkosten und einen angemessenenTeil der in Verbindung mit Forschung und Entwicklunganfallenden Gemeinkosten.Forschungskosten werden derjenigen Periode erfolgswirksambelastet, in der sie anfallen. Aufwendungen für Entwicklungskostenwerden aktiviert, wenn die technische und kommerzielleRealisierbarkeit des entsprechenden Produkts oderVerfahrens gegeben ist, ein wirtschaftlicher Nutzen in derZukunft wahrscheinlich ist, die Kosten abschätzbar sind unddie Gruppe über den Willen und die ausreichenden Mittelverfügt, um die Entwicklungen zu Ende zu führen, zu nutzenoder zu verkaufen. Die aktivierten Entwicklungskosten werdenzu Anschaffungskosten erfasst, abzüglich kumulierter Abschreibungenund ggf. Wertverminderungen. Abschreibungenwerden der Erfolgsrechnung belastet und erfolgen linear überden Zeitraum der geschätzten Nutzungsdauer, höchstens aberüber fünf Jahre. Die Amortisation beginnt, wenn die entwickeltenAktiven zur Verfügung stehen. Die Überprüfung deraktivierten Entwicklungskosten auf Wertminderung erfolgteinmal jährlich.Die übrigen Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrerEntstehung der Erfolgsrechnung belastet.Der Goodwill wird zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierterWertverminderungen bilanziert. Der Goodwill wird denzahlungsmittelgenerierenden Einheiten («cash generatingunits») zuge ordnet und mindestens einmal jährlich in Bezugauf Wertverminderung überprüft. Die Zuweisung erfolgt anPatente und LizenzenAufwendungen für Patente und Lizenzen (Rechte am geistigenEigentum), die durch die Gruppe von Dritten oder in einemUnternehmenszusammenschluss erworben wurden, werdenzu Anschaffungskosten bilanziert, abzüglich kumulierter Ab-


Konzernabschluss115schreibungen und Wertverminderungen. Abschreibungenwerden der Erfolgsrechnung belastet und linear über den Zeitraumder geschätzten Nutzungsdauer, höchstens aber überfünf Jahre, vorgenommen.Übrige immaterielle VermögenswerteDie übrigen immateriellen Anlagen umfassen Aufwendungenfür Vertriebsnetzwerke, Kundenbasis, Marken- und Konkurrenzausschlussvereinbarungen,die durch die Gruppe vonDritten oder im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusseserworben wurden.Die übrigen immateriellen Anlagen werden zu Anschaffungskostenabzüglich kumulierter Abschreibungen und ggf. Wertverminderungenerfasst. Die Abschreibungen von immateriellenVermögenswerten werden der Erfolgsrechnung belastetund linear über den Zeitraum der geschätzten Nutzungsdauer,normalerweise aber höchstens über fünf Jahre, vorgenommen.Aktivierte ComputerprogrammeComputerprogramme umfassen Aufwendungen für Computersoftware,die durch die Gruppe von Dritten oder im Rahmeneines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden.Sie werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierterAbschreibungen und ggf. Wertverminderungen erfasst.Abschreibungen von Computerprogrammen werden der Erfolgsrechnungbelastet und linear über den Zeitraum der geschätztenNutzungsdauer, höchstens aber über fünf Jahre,vorgenommen..2.10. WertminderungenMit Ausnahme der Vorräte und der latenten Steuerforderungenwerden die Buchwerte der Vermögenswerte der Gruppezu jedem Bilanzstichtag auf Anzeichen einer nachhaltigenWertminderung überprüft. Liegen solche Anzeichen vor, wirdder erzielbare Wert des Vermögenswerts geschätzt. DieÜberprüfung des Goodwills, der immateriellen Vermögenswertemit unbestimmter Nutzungsdauer und der aktiviertenEntwicklungskosten auf Wertminderung erfolgt mindestenseinmal jährlich.Eine Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst, sobaldder Buchwert eines Vermögenswerts oder der entsprechendenzahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbarenWert übersteigt. Der erzielbare Wert eines Vermögenswertsist der höhere Wert aus dem Verkehrswert, abzüglich Verkaufskostenund Nutzungswert.Eine erfasste Wertminderung wird aufgehoben, falls es Anzeichendafür gibt, dass keine Wertverminderung mehr bestehtund sich die Schätzwerte verändert haben, die zurBestimmung des erzielbaren Werts herangezogen wurden.Eine auf Goodwill erfasste Wertminderung wird jedoch nichtaufgehoben.2.11. LeasingverhältnisseLeasingverhältnisse, bei denen die Gruppe im Wesentlichen allemit dem Eigentum verbundenen Nutzen und Gefahren einesVermögenswerts innehat, werden als Finanzleasing klassifiziert.Die Gruppe ist keine wesentlichen Finanzleasingverträge eingegangen.Leasingverhältnisse, bei denen der Leasinggeber die mit demEigentum verbundenen Nutzen und Gefahren eines Vermögenswertsbehält, werden als Operating Leasing klassifiziert.Leasingzahlungen im Rahmen eines Operating-Leasing-Verhältnisseswerden (nach Abzug allfälliger vom Leasinggebergewährter Vergünstigungen) über die Laufzeit des Leasingverhältnisseslinear als Aufwand erfasst.2.12. VorräteVorräte werden nach dem tieferen Wert aus Anschaffungskostenund Verkehrswert, abzüglich Verkaufskosten, verbucht.Der Marktwert abzüglich Verkaufskosten ist der geschätzteVerkaufserlös im normalen Geschäftsgang ab züglich der geschätztenVerkaufskosten. Die Herstellkosten der Vorräte, dieMaterialkosten, Fertigungslöhne und Produktionsgemeinkostenumfassen, werden nach der «First-in/First-out»-Methodeermittelt. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten enthaltenalle Kosten der Herstellung, des Erwerbs und der Verarbeitungsowie sonstige Kosten, um die Vorräte an ihren derzeitigenOrt und in ihren derzeitigen Zustand zu bringen. DieHerstellungskosten umfassen fixe und variable Produktionsgemeinkostenbei normaler Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen.2.13. Darlehen, Forderungen aus Lieferungen undLeistungen sowie sonstige ForderungenDarlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowiesonstige Forderungen werden bei der erstmaligen Erfassungzum Marktwert verbucht und in der Folge zu fortgeführtenAnschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertverminderungenbewertet. Eine Rückstellung für Wertminderung wird individuellverbucht bzw. auf Portfolio-Basis, wenn sich objektivnachweisen lässt, dass Verluste aus Wertverminderungenvorliegen.


116 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle Berichterstattung2.14.Zur Veräusserung gehaltene langfristigeVer mögenswerte und aufgegebene GeschäftsbereicheLangfristige Vermögenswerte (oder aufgegebene Geschäftsbereiche)werden als «zur Veräusserung gehalten» klassifiziert,wenn der Buchwert dieser Aktiven hauptsächlich durch Veräusserungund nicht durch eine weitere betriebliche Nutzunggekennzeichnet ist. Der Vermögenswert (oder aufgegebeneGeschäftsbereich) muss zur unmittelbaren Veräusserung inseinem gegenwärtigen Zustand verfügbar sein, und die Veräusserungmuss eine hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen. Beieiner erstmaligen Klassifizierung als «zur Veräusserung gehalten»werden langfristige Vermögenswerte oder aufgegebeneGeschäftsbereiche zum tieferen Wert aus Buchwert und Verkehrswertabzüglich Verkaufskosten bilanziert. Wertverminderungen,auf der erstmaligen Klassifizierung als «zur Veräusserunggehalten», werden der Erfolgsrechnung belastet.Ein aufgegebener Geschäftsbereich ist ein Bestandteil derGeschäftstätigkeit einer Gruppe, der einen separaten grösserenGeschäftszweig oder ein geografisches Tätigkeitsfelddarstellt, oder eine Tochtergesellschaft, die ausschliesslichmit der Absicht auf einen Weiterverkauf erworben wurde.Eine Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich erfolgtnach dessen Veräusserung oder wenn der Bereich – zu einemfrüheren Zeitpunkt – die Kriterien zur Klassifizierung als «zurVeräusserung gehalten» erfüllt.2.15. Derivative Finanzinstrumenteund AbsicherungsgeschäfteDie Gruppe nutzt derivative Finanzinstrumente, um sich gegendie Risiken von Wechselkursschwankungen und Schwankungender zukünftigen Geldflüsse abzusichern. In der Gruppebestehen feste Grundsätze und Prozesse bezüglich der Risikoeinschätzung,Genehmigung, Berichterstattung und Überwachungderivativer Finanzinstrumente. Diese werden nichtzu Handelszwecken eingesetzt.Alle derivativen Finanzinstrumente mit positivem Verkehrswertwerden unter «Finanzanlagen und derivative Finanzinstrumente»,jene mit negativem Verkehrswert unter «Sonstige Verbindlichkeitenund derivative Finanzinstrumente» ausgewiesen.Der Verkehrswert eines derivativen Finanzinstrumentswird als langfristiger Vermögenswert oder als Verbindlichkeitklassifiziert, wenn die verbleibende Fälligkeitsdauer mehr als12 Monate beträgt, und als kurzfristiger Vermögenswert oderVerbindlichkeit, wenn sie 12 Monate oder weniger beträgt.Cashflow-AbsicherungsinstrumenteDie Gruppe verbucht Absicherungsinstrumente in Verbindungmit bedeutenden künftigen Geldflüssen in allen ausländischenWährungen und Sicherungsgeschäfte für bestimmte Risikenim Zusammenhang mit einem verbuchten Vermögenswertoder einer Verbindlichkeit als Absicherungsgeschäfte. Wirdein derivatives Finanzinstrument als eine mit hoher Wahrscheinlichkeiterwartete Transaktion bezeichnet, so wird derwirksame Anteil eines auf dem derivativen Finanzinstrumentanfallenden Gewinns oder Verlusts direkt in der Hedging-Reserve verbucht und im Eigenkapital ausgewiesen. Der mitdem nicht wirksamen Anteil verbundene Gewinn oder Verlustwird sofort erfolgswirksam unter Finanzertrag und Finanzierungskostenverbucht.Der kumulative Gewinn oder Verlust wird aus dem Eigenkapitalausgebucht und gleichzeitig mit dem Grundgeschäfterfolgswirksam verbucht. Der nicht effektive Anteil eines Gewinnsoder Verlusts wird sofort erfolgswirksam verbucht.Wird ein Absicherungsinstrument verkauft, gekündigt oderausgeübt, obwohl die Erwartung besteht, dass das Grundgeschäftdennoch getätigt werden wird, so verbleibt der zumbetreffenden Zeitpunkt bestehende kumulative Gewinn oderVerlust im Eigenkapital und wird im Einklang mit dem vorstehenderwähnten Grundsatz bei Eintreten des Grundgeschäftsverbucht. Ist das Zustandekommen der abgesicherten Transaktionnicht mehr wahrscheinlich, wird der im Eigenkapitalverbuchte kumulative, nicht realisierte Gewinn oder Verlustsofort erfolgswirksam erfasst.Die Ersterfassung derivativer Finanzinstrumente erfolgt zuAnschaffungswerten. Anschliessend werden sie zu Verkehrswertenbilanziert. Aus einer Neubewertung derivativer Finanzinstrumenteresultierende Gewinne oder Verluste, die nichtals Absicherungsgeschäfte bilanziert werden können, werdensofort erfolgswirksam unter Finanzertrag und Finanzierungskostenerfasst.Absicherung von monetären Aktiven und PassivenWird ein derivatives Finanzinstrument zur wirtschaftlichenAbsicherung des Wechselkursrisikos von bilanzierten monetärenAktiven oder Passiven verwendet, wird im Allgemeinenkein Hedge-Accounting angewendet. Ein Gewinn oder Verlustauf dem Absicherungsinstrument wird in der Erfolgsrechnungals Finanzertrag oder Finanzierungskosten verbucht. Damitverbundene Wechselkursgewinne und -verluste werden ebenfallsals Finanzertrag oder Finanzierungskosten verbucht,sobald sie entstehen.


Konzernabschluss1172.16. FinanzanlagenFinanzanlagen umfassen Festgeldanlagen mit einer Laufzeitab Kaufdatum von mehr als 90 Tagen, Anlagen in Schuldverschreibungenund aktiengebundene Notes.Festgeldanlagen werden bei der erstmaligen Erfassung zumMarktwert abzüglich Transaktionskosten verbucht. Anschliessendwerden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglichallfälliger Wertverminderungen bewertet.Anlagen in Schuldverschreibungen werden als zur Veräusserungverfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Nachder erstmaligen Erfassung werden sie zum Verkehrswert bewertet.Veränderungen, abgesehen von Wertminderungsverlustensowie Wechselkursgewinnen und -verlusten von zurVeräusserung verfügbaren monetären Positionen, werden inder Gesamtergebnisrechnung erfasst und im Eigenkapital alssonstige Gewinnreserven ausgewiesen. Wird eine Anlageausgebucht, wird der kumulative Gewinn oder Verlust imEigenkapital als Finanzertrag oder als Finanzierungskosten inder Erfolgsrechnung ausgewiesen.Anlagen in strukturierte Produkte werden als zu Handelszweckenklassifiziert, wenn sie im Wesentlichen zu Wiederveräusserungszweckenauf kurze Sicht erworben wurden. Siewerden bei der erstmaligen Erfassung und bei anschliessendenBewertungen zum Verkehrswert eingesetzt. Gewinne oder Verlusteaus Veränderungen des Marktwerts werden in der Erfolgsrechnungals Finanzertrag oder als Finanzierungskosten ausgewiesen.2.17. Flüssige MittelDie flüssigen Mittel umfassen Kasse, Postguthaben und Bankguthabenauf Sicht. In den flüssigen Mitteln enthalten sindFestgeldanlagen und Unternehmensanleihen mit einer Laufzeitvon 90 Tagen oder weniger ab Kaufdatum.Bankkontokorrente, die auf Sicht rückzahlbar sind und einenfesten Bestandteil der Liquiditätssteuerung der Gruppe darstellen,werden in der Cashflow-Rechnung unter den flüssigenMitteln berücksichtigt.2.18. AktienkapitalDas Aktienkapital besteht aus dividendenberechtigten Inhaberaktien.Dividenden auf Inhaberaktien werden in jener Periodeim Eigenkapital verbucht, in der sie beschlossen werden.2.19. Eigene AktienWenn die Nobel Biocare Holding AG oder eine Tochtergesellschaftdie eigenen Aktien der Gesellschaft erwirbt, wird derbezahlte Preis, einschliesslich zugehöriger Transaktionskosten,als eigene Aktien ausgewiesen und vom Eigenkapitalabgezogen. Werden eigene Aktien zu einem späteren Zeitpunktwieder verkauft, wird der erzielte Gewinn oder Verlustdem Agio im Eigenkapital gutgeschrieben.2.20. Finanzielle VerbindlichkeitenBankkrediteBankkredite werden bei der erstmaligen Erfassung zum Marktwert,das sind die erhaltenen Erlöse, abzüglich der zugehörigenTransaktionskosten, verbucht. Nach der erstmaligen Erfassungwerden sie zu fortgeführten Anschaffungskostenausgewiesen. Eine etwaige Differenz zwischen dem ursprünglicherfassten Betrag und dem bei Endfälligkeit rückzahlbarenBetrag wird mittels der Effektivzinsmethode über die Laufzeitin der Erfolgsrechnung erfasst. Jeder Abschlag zwischen demerhaltenen Nettoerlös und dem bei Fälligkeit rückzahlbarenKapitalwert wird während der Laufzeit des Schuldinstrumentsabgeschrieben und mittels der Effektivzinsmethode als Teilder Finanzierungskosten verbucht.WandelanleihenVon der Gruppe ausgegebene zusammengesetzte Finanzinstrumenteumfassen Wandelanleihen, die in Aktienkapitalumgewandelt werden können. Die Verbindlichkeitskomponenteeines zusammengesetzten Finanzinstruments wird beider erstmaligen Erfassung zum Marktwert einer ähnlichenVerbindlichkeit verbucht, die keine Option zur Umwandlungin Aktien beinhaltet. Die Aktienkomponente wird bei der erstmaligenErfassung als Differenz zwischen dem Marktwert deszusammengesetzten Finanzinstruments als Ganzes und demMarktwert der Verbindlichkeitskomponente verbucht. Jeglichedirekt zurechenbaren Transaktionskosten werden den Verbindlichkeits-und Aktienkomponenten, im Verhältnis zu ihrenanfänglichen Buchwerten, zugewiesen. Nach der erstmaligenErfassung wird die Verbindlichkeitskomponente eines zusammengesetztenFinanzinstruments mittels der Effektivzinsmethodezu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Aktienkomponenteeines zusammengesetzten Finanzinstrumentswird nach der erstmaligen Erfassung nicht neu bewertet.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigeVerbindlichkeitenVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigeVerbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bilanziert.


118 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle Berichterstattung2.21. Leistungen für MitarbeitendeDie Gruppe verfügt weltweit sowohl über Leistungsprimatsalsauch über Beitragsprimatspläne. Diese unterliegen jeweilsder lokalen Gesetzgebung.der an dem Vorsorgeplan beteiligten Mitarbeitenden erfolgswirksamerfasst. Liegt er innerhalb der Spanne, so wird einsolcher versicherungsmathematisch ermittelter Gewinn oderVerlust nicht verbucht.Vorsorgepläne nach dem BeitragsprimatMit Ausnahme von Schweden (leistungsorientierter Plan,welcher aber als beitragsorientierter Plan behandelt wird) sinddie meisten Pensionsverpflichtungen der Gruppe beitragsorientierteVorsorgepläne, gemäss denen regelmässige Zahlungenan staatliche Stellen oder unabhängige private Institutionengeleistet werden, die diese Pläne verwalten.Beiträge an beitragsorientierte Vorsorgepläne werden erfolgswirksamerfasst, sobald sie entstehen.Vorsorgepläne nach dem LeistungsprimatBei allen Personalvorsorgeeinrichtungen der Gruppe, die eineleistungsorientierte Komponente enthalten, wird die Nettoverpflichtungim Einklang mit der Projected-Unit-Credit-Methodeermittelt. Es erfolgt eine Schätzung des Betrags derkünftigen Leistungen, die den Mitarbeitenden aufgrund derin der laufenden Periode und davor geleisteten Dienstzeit zustehen.Diese Leistungen werden zur Ermittlung des Gegenwartswertsabgezinst, und sämtliche Aktiven der Pläne werdenzum Marktwert in Abzug gebracht. Der Abzinsungssatzentspricht der am Bilanzstichtag geltenden Rendite von hochwertigenUnternehmensanleihen, die auf die Währung lauten,in der die Leistungen bezahlt werden, und die einen Fälligkeitsterminaufweisen, der annähernd mit den Konditionender Verpflichtungen der Gruppe übereinstimmt. Die Berechnungwird jährlich von einem qualifizierten Versicherungsmathematikervorgenommen. Die Nettoverpflichtung wird fürjeden Leistungsprimatsplan separat be rechnet.Werden die Leistungen eines Plans verbessert, so wird derAnteil der Leistungsverbesserungen, der auf die von den Mitarbeitendenbereits geleistete Arbeitszeit entfällt, in der Erfolgsrechnungüber die Durchschnittsperiode linear als Aufwandverbucht, bis die Leistungen fällig werden. Der Aufwandfür Leistungen, für die sofort ein Anspruch besteht, wird soforterfolgswirksam verbucht.Ergibt sich aus der Berechnung ein Aktivum für die Gruppe,so wird das verbuchte Aktivum auf die Gesamtsumme eventuellerkumulativer, nicht verbuchter, versicherungsmathematischerNettoverluste sowie auf die Summe der Kosten fürgeleistete Dienstzeit und den Gegenwartswert künftiger Rückerstattungenaus dem Plan oder aus Reduktionen künftigerBeiträge zum Plan beschränkt. Für die Berechnung des Verkehrswertsdes wirtschaftlichen Nutzens wird der für einenPlan in der Gruppe geltende Mindestdeckungsgrad berücksichtigt.Der Gruppe entsteht ein wirtschaftlicher Nutzen,wenn er während der Laufzeit des Plans oder bei der Tilgungvon Schulden des Plans realisiert werden kann.2.22. Aktienbasierte VergütungenDie Gruppe betreibt mehrere aktienbasierte Vergütungsprogramme:ein Programm mit leistungsbezogenen Aktienanteilen(PSUP), ein Aktienprogramm und ein Mitarbeiteroptionsprogramm.Der Marktwert, der von den Mitarbeitendenerbrachten Dienstleistungen, wird als Personalaufwandmit einer entsprechenden Zunahme im Eigenkapital verbucht.Der gesamte Aufwand wird über die Ausübungsperiodeverbucht, das heisst innerhalb des Zeitraums, während demalle angegebenen Ausübungsbedingungen erfüllt werdenmüssen.Die zu verbuchende Gesamtsumme wird anhand des Marktwertsder gewährten Anteile am Zuteilungsdatum festgelegt,ohne Berücksichtigung von marktunabhängigen Performancebedingungen(z.B. Erreichen der Rentabilität und der Zielefür das Umsatzwachstum oder Übertragungsbeschränkungen)und Dienstalter. Die nicht vom Markt abhängigen Performancebedingungensind in den Annahmen zur Anzahl derOptionen, die definitiv zugeteilt werden dürften, enthalten.Der Marktwert der zugeteilten Anteile am Zuteilungsdatumwird angepasst, um die Ausübungsbedingungen zu berücksichtigen.Von versicherungsmathematisch ermittelten Gewinnen undVerlusten, die aus nachfolgenden Berechnungen resultieren,wird derjenige Anteil verbucht, der 10 Prozent des höherenWerts aus Leistungsprimatsverpflichtungen und Marktwertder Planaktiven übersteigt. Der über dieser Spanne liegendeBetrag wird über die durchschnittlich erwartete Restdienstzeit


Konzernabschluss119An jedem Bilanzstichtag revidiert die Gruppe ihre Schätzungender Anzahl zugeteilter Anteile, die definitiv zugeteilt werdendürften, auf der Grundlage der nicht vom Markt abhängigenPerformancebedingungen. Die Gruppe erfasst die Auswirkungender Anpassung an den ursprünglichen Schätzungen, inder Erfolgsrechnung, mit einer entsprechenden Anpassungam Eigenkapital.Die Gruppe nimmt Abgrenzungen für die erwarteten Sozialbeiträgeim Zusammenhang mit der Ausübung der Optionenund mit der Zuteilung von Aktien im Rahmen des PSUP vor.Der Verwässerungseffekt der aktienbasierten zugeteilten Anteilewird bei der Berechnung des verwässerten Gewinns proAktie berücksichtigt.2.23. RückstellungenEine Rückstellung wird in der Bilanz erfasst, wenn der Gruppeaus einem vergangenen Ereignis eine gesetzliche oderfaktische Verpflichtung erwächst und ein Mittelabfluss zurErfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist.Der als Rückstellung verbuchte Betrag stellt die bestmögliche,durch das Management vorgenommene Schätzung der Ausgabendar, die zur Erfüllung der Verpflichtung zum Bilanzstichtagerforderlich sind. Falls der Zinseffekt wesentlich ist, wirddie Rückstellung zum Barwert der erwarteten Ausgaben erfasst.Der Abzinsungssatz ist ein Satz vor Steuern, der die aktuellenMarkterwartungen und, soweit angebracht, die für die Schuldspezifischen Risiken widerspiegelt. Rückstellungen werden zujedem Bilanzstichtag überprüft und angepasst, damit sie jeweilsdie bestmögliche aktuelle Schätzung darstellen.Produkterücknahmen und GewährleistungenRückstellungen für Rücknahmen und Gewährleistungen werdenzum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren gebildet.Die Rückstellungen werden aufgrund von Erfahrungswertenfür Gewährleistungsleistungen sowie der Wahrscheinlichkeitvon retournierten Waren gebildet.Auseinandersetzungen und RechtsstreitigkeitenRückstellungen für steuerliche Auseinandersetzungen undRechtsstreitigkeiten in Bezug auf Patente, Marken und Produkthaftungwerden nur erfasst, wenn Rechtsberater derAuffassung sind, dass die Gruppe zur Beilegung der Rechtsstreitigkeitwahrscheinlich zu einer Zahlung verpflichtet werdenwird. Die Höhe einer Rückstellung entspricht dem geschätztenBetrag, der zur Beilegung der Rechtsstreitigkeitanfallen wird.2.24. EventualverbindlichkeitenEventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, dieaus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Bestehendurch das Eintreten oder Nichteintreten unsicherer künftigerEreignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle der Gruppestehen, erst noch zu bestätigen ist. Verpflichtungen werdennicht erfasst, wenn ein künftiger Mittelabfluss zur Erfüllungdieser Verpflichtungen nicht wahrscheinlich ist oder die Höhedieser Verpflichtungen nicht vernünftig geschätzt werdenkann. Eventualverbindlichkeiten werden nicht bilanziert, sondernim Anhang zum Konzernabschluss ausgewiesen.Kritische buchhalterische Annahmenund Schätzungen3Bei der Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmungmit den IFRS muss sich die Unternehmensführung aufBeurteilungen, Schätzungen und Annahmen abstützen, diesich auf die Anwendung von Bilanzierungsgrundsätzen unddie ausgewiesenen Aktiven und Passiven, Erträge und Aufwendungensowie den Ausweis von Eventualverbindlichkeitenauswirken. Diese Beurteilungen, Schätzungen und Annahmengründen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und verschiedenenanderen Faktoren, die unter den gegebenen Umständenals angemessen betrachtet werden können. Die tatsächlichenErgebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. DieSchätzungen und zugrunde liegenden Annahmen werdenlaufend überprüft und falls notwendig korrigiert. Allfällige An-passungen werden periodengerecht erfasst, falls die Anpassungnur die entsprechende Periode betrifft bzw. in der laufendenPeriode und in den zukünftigen Perioden, falls dieAnpassung sowohl die laufende Periode als auch zukünftigePerioden betrifft. Wesentliche Beurteilungen und Annahmendurch die Unternehmensführung bei der Anwendung der IFRS,die sich erheblich auf den Konzernabschluss und die wichtigstenQuellen für Einschätzungsunsicherheiten auswirken, werdennachstehend kommentiert..Wertverminderung des GoodwillsNach Massgabe der in Erläuterung 2.10 beschriebenen Rechnungslegungsgrundsätzewird der Goodwill jährlich in Bezug


120 Nobel Biocare Jahresbericht 2010Finanzielle Berichterstattungauf Wertverminderung überprüft. Die erzielbaren Werte derzahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden auf der Grundlagevon Berechnungen des Nutzungswerts festgelegt. Fürdiese Berechnungen müssen Schätzungen herangezogenwerden.ErtragssteuernDie Gruppe ist in zahlreichen Ländern steuerpflichtig. Die Festlegungvon Rückstellungen für alle weltweit anfallenden Steuernerfordert eine sorgfältige Beurteilung. Im Laufe des normalenGeschäftsgangs werden zahlreiche Transaktionen undBerechnungen vorgenommen, für die die endgültige Steuerbelastungungewiss ist. Die Gruppe erfasst Verbindlichkeitenfür erwartete Steuerprüfungen aufgrund von Abschätzungender Eintretenswahrscheinlichkeit zusätzlicher Steuern. Wo dereffektive Steueraufwand von den ursprünglich verbuchtenBeträgen abweicht, beeinflussen solche Differenzen die Ertragssteuernund die Rückstellungen für latente Steuern imBerichtszeitraum, in dem eine solche Festlegung erfolgt. DasManagement ist der Meinung, dass die Schätzungen vernünftigund die verbuchten Verbindlichkeiten für ertragssteuerbezogeneUngewissheiten angemessen sind.Aktienbasierte VergütungDie Gruppe betreibt zwei aktienbasierte Vergütungsprogramme:ein Programm mit leistungsbezogenen Aktienanteilen(PSUP) und ein Aktienprogramm. An jedem Bilanzstichtagrevidiert die Gruppe ihre Schätzungen für den PSUP und dieAnzahl zugeteilter Anteile, die definitiv zugeteilt werden dürften,auf der Grundlage der entsprechenden Leistung und dernicht vom Markt abhängigen Ausübungsbedingungen. DieGruppe erfasst die Auswirkungen der Anpassung an die ursprünglichenSchätzungen in der Erfolgsrechnung, mit einerentsprechenden Anpassung am Eigenkapital.RückstellungenRückstellungen werden unter anderem für retournierte Waren,Gewährleistungen, Streitfälle und Rechtsstreitigkeiten getätigt.Eine Rückstellung wird in der Bilanz erfasst, wenn derGruppe aus einem vergangenen Ereignis eine gesetzliche oderfaktische Verpflichtung erwächst und ein Mittelabfluss zurErfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist. Aufgrunddes Charakters dieser Kosten ist eine Beurteilung notwendig,um das Timing und die Höhe der Bargeldabflüsse abzuschätzen.Je nach Ausgang der entsprechenden Transaktionenkönnen die effektiven Zahlungen von diesen Schätzungenabweichen..