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Trends WeiterbildungStandortanalyse«Das Wissen muss hier bleiben»Andreas Poplutz leitet die Stabsstelle Weiterbildung an der ZHAW. DerÖkonom und ehemalige Telekommunikations-Manager plädiert für Weiterbildungin angestammten und künftigen Berufsbildern.BILANZ: Aufgrund welcher Parameterentstehen an Ihrer Fachhochschuleneue Weiterbildungsangebote?Andreas Poplutz: Zwei Aspekte stehenfür uns immer am Anfang: Was will derMarkt? Und was braucht die Gesellschaft?Als Fachhochschule ist uns diePraxisorientierung sehr wichtig; durchForschungsaufträge, Rückmeldungenvon Arbeitgebern und Studenten entwickelnwir ein Sensorium für Marktbedürfnisse.Daneben gehen wir mitneuen Lehrgängen auf gesellschaftlicheEntwicklungen ein, beispielsweise zumThema Demografie.Wie schneidet die Schweiz ab imVergleich mit dem internationalenWeiterbildungsbereich?Sie steht grundsätzlich gut da. EinenUnterschied sehe ich darin, dass in derSchweiz noch stark auf formale Vorbildunggeachtet wird, bevor Studierendezugelassen werden. In anderen Länderngeht der Trend dahin, Hochschulen fürweitere Gruppen zu öffnen.BIL_03-12_Fernfachhochschule-Schweiz_1-3q-ra 16.1.2012 10:57 Uhr Seite 1ANZEIGE«Bei der Weiterbildungsteht dieSchweiz grundsätzlichgut da»:Andreas Poplutz.Die politische Schweiz forciert in derWeiterbildung die Themen IT, Gesundheitund Cleantech. Sind das die richtigenBranchen für die Jobs von morgen?In diesen Bereichen besteht ein zusätzlicherBedarf an qualifizierten Mitarbeitenden.Wobei es in der Weiterbildungnicht nur darum geht, Wissen für neueBerufsbilder zu fördern. Ein wichtigerAspekt ist auch, sich in bestehendenBerufen mit der allgemeinen Entwicklungauseinanderzusetzen. Weil sich daskollektive Wissen auf der Welt alle vierbis fünf Jahre verdoppelt, sind alleBerufsleute gut beraten, sich weiterzubilden.China und Indien bringen jährlichZigtausende von blitzgescheiten undhungrigen Ingenieuren auf den Markt,die für einen Bruchteil unserer Kostenarbeiten. Lohnt es sich da noch, hierzulandeIngenieure auszubilden?Auf jeden Fall. Die Ingenieurskunst hatbei uns Tradition und ist Motor vielerInnovationen in der Wirtschaft. DasWissen muss unbedingt hier bleibenund auch hier genutzt werden. Nebstder Vermittlung fachlicher Qualifikationenbeinhaltet dies auch die Förderungder Persönlichkeitsbildung.Gemäss dem US-Futurologen ThomasFrey existieren 60 Prozent der Jobs,die in zehn Jahren aktuell sein werden,heute noch gar nicht. Stimmen Siedem zu?Mit dieser Grössenordnung tue ich michschwer. Solch absolute Aussagen erinnernmich an den damaligen IBM-ChefThomas Watson, der vor über 60 Jahrenden weltweiten Bedarf an Computern«auf vielleicht fünf Stück» schätzte.Natürlich wird es laufend neue Berufsbildergeben. Aber Ärzte, Lehrer undGastronomen etwa gab es schon immer– und es wird sie auch weiterhin geben.Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften(ZHAW) ist mit 28 Instituten in achtDepartementen, 9700 Studierenden und über4200 Weiterbildungsteilnehmenden eine dergrössten Fachhochschulen der Schweiz.Der Portfolio-Worker derZukunft muss dasWissen aufinformeller Stufeselber sammeln. wissenschaften, Technik), zudem aufdie Branchen Gesundheit und Cleantech.Die globalen Treiber dahinter: derHunger nach immer mehr Energie unddamit das Bedürfnis nach Energieeffizienz.Die demografische Entwicklung, dasErgrauen des Planeten. Und das Managementder Informationsströme, ohne diesich ein Leben heute kaum mehr denkenlässt. «Die exakten Wissenschaftenwerden an Bedeutung gewinnen», glaubtauch Arbeitsmarktprofessor George Sheldonvon der Uni Basel. Damit verbundenist für den Portfolio-Worker der Zukunftder Imperativ, selber Wissen auf der informellenStufe zu sammeln.Auf Gates Spuren. Auch die Fabbing-VorreiterChristiane Fimpel und PhilippBinkert – sie ist diplomierte Kommunikationsmanagerin,er hat einen Architekturabschlussvom New Yorker Pratt Institute– haben sich ihr Wissen on the job angeeignet.«Wir waren an Veranstaltungen,sind in Kontakt mit Herstellern, bewegenuns in Online und Offline Communitiesund haben so ein Netzwerk aufgebaut»,zeigt Fimpel, die ihren Job «Ideenbeschleunigerin»nennt, die Lernkurve auf.Materialisiert sich der Siegeszug des Fabbing,will man beim BBT mitziehen:«Sollte auf dem Arbeitsmarkt ein Bedürfnisbestehen nach Fachpersonen im BereichDigital Fabricating», sagt Duttweiler,«dann wird es eines Tages auch eidgenössischgeregelte Berufslehren und Angeboteder höheren Berufsbildung geben.»Bis dahin wird noch viel Kunststoffaus den 3-D-Druckern von Fimpel undBinkert rieseln. Vom Erfolg jedenfalls istdas Duo in Zürich Aussersihl überzeugt:«Wir sind Bill Gates im Keller unten.» Mitarbeit: Karin Kofler

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