Casimir Katz Verlag Gernsbach Die Liebe ruft uns an den Rhein

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Casimir Katz Verlag Gernsbach Die Liebe ruft uns an den Rhein

Pressestimmen zu: Jörg Schweigard, Die Liebe ruft uns an den Rhein

Jörg Schweigard

Die Liebe ruft uns an den Rhein

Aufklärung, Reform und Revolution im März

2005, 285 Seiten, gebunden, 19,80 €;

ISBN: 978-3- 925825-89-4

Inhalt:

Die Zeit, 16.3. 2006

• Karfunkel 66, 2006

• Heimatbuch des Landkreises Alzey-Worms 2008

Die Zeit, 16.3. 2006

Unsere erste Republik

Von Benedikt Erenz

Das erste moderne deutsche Parlament stand nicht in Karlsruhe, nicht in Frankfurt, nicht in

Bonn und auch nicht in Berlin. Es stand in Mainz. Es ist das Deutschhaus, ein spätbarockes

Palais am Rhein, in dem heute der Rheinland-Pfälzische Landtag berät. Dort trat im März 1793

der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent zusammen. Es war der Höhepunkt der Mainzer Republik,

die zwar nur kurz währte, immerhin aber das erste demokratische Experiment auf

deutschem Boden ist. Ein kleiner Hinweis nur findet sich heute am historischen Ort, denn die

Mainzer Obrigkeit ignoriert diesen Abschnitt ihrer Stadtchronik nach Kräften; die Demokrade

und ihre Geschichte in Deutschland interessieren dort nicht wirklich.

So überrascht es schon ein wenig, dass Jörg Schweigards Buch, Ende 2005 erschienen,

bereits jetzt ein Erfolg ist Andererseits überrascht es auch wieder nicht: Es ist sachlich-gut

geschrieben, historisch präzise und, nach den Monumentalwerken zum Thema von Heinrich

Scheel und Franz Dumont, konzentriert aufs Wesentliche. Und es ist spannend. Denn der junge

Stuttgarter Historiker Jahrgang 1969, erzählt und analysiert hier eins der faszinierendsten

Kapitel deutscher Geschichte. Ja, man wundert sich, warum das ZDF (Mainz!) noch keinen Film

daraus gemacht hat, zumal auch dieser Stoff eine Fülle erotisch brisanter Dreiecksgeschichten

bietet.

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Pressestimmen zu: Jörg Schweigard, Die Liebe ruft uns an den Rhein

Es ist die Zeit der Französischen Revolution. Im Herbst 1792, nach der Niederlage der Truppen

des alten Europa bei Valmy rückt in Mainz die Revolutionsarmee ein. Noch sind die Besatzer

inspiriert von kosmopolitischen Idealen: Die Mainzer sollen selbst entscheiden, ob sie ihren

getürmten Kurfürsten wiederhaben oder frei sein wollen. Im Schloss tagen bereits die heimischen

Revolutionsfreunde- und ein für jene Zeit unglaubliches Unternehmen nimmt seinen

Lauf.

Ein Dreivierteljahr halten die Mainzer durch, dann kehrt das Fürstenheer zurück. Jörg Schweigard

erzählt ausführlich auch die Vor- und die Nachgeschichte der Mainzer Republik, ihre

historischen Bedingungen (der Reformkurs des Kurfürsten) und ihre Grenzen. Geschickt

verknüpft er den Stoff mit Porträts der Protagonisten: Parlamentspräsident Hofmann, der Arzt

Wedekind und natürlich Georg Forster, der Weltumsegler. Eine historische Studie - und

zugleich, mit allen Brechungen, die Biografie einer großen Stunde.

Karfunkel 66, 2006

Jörg Schweigard: Die Liebe zur Freiheit ruft uns an den Rhein

1792 erobern französische Revolutionstruppen das linksrheinische Mainz. 1793 erobern die

deutschen Fürsten (vor allem Preußen) die Stadt zurück. 1797 wird Mainz zusammen mit dem

gesamten linksrheinischen Deutschland erneut französisch und bleibt es bis zur endgültigen

Abdankung Napoleons. Autor Schweigard beschreibt detailverliebt und stimmig die

Erwartungen und Enttäuschungen der Mainzer, welche sich zuerst gegen Fürstenwillkür

wehren, dann voller Begeisterung und Hoffnung auf die Revolution im Nachbarland schauen

und sich größtenteils enttäuscht von ihr wieder abwenden, als ein gewisser Napoleon alle ihre

Ideale verzerrt und ins Gegenteil verkehrt.

Schweigard hat große Sympathie für seine Helden und Protagonisten, ja viele Einzelschicksale

sind in gründlichem Quellenstudium erforscht. Doch gemach, bei den Sympathisanten der

französischen Revolution, und dabei in der Regel Anhänger der radikalsten Richtung, den

Jakobinern nämlich, handelt es sich ausnahmslos um Vertreter des Bildungsbürgertums.

Professoren und Studenten politisieren sich, aber nicht der Kaufmann oder der Handwerker.

Und sie erleben manch harten Zusammenstoß mit dem politischen Gegner, der tüchtig unter

ihnen aufräumt, wenn er mal wieder das Ruder in der Hand hat. Dem Autor gelingt aber auch

der Nachweis, dass seit dieser Zeit die eher privilegierten Herren Studiosi sich auch für

gesellschaftspolitische Fragen interessieren und engagieren. Die 68er-Bewegung des 20.

Jahrhunderts hat ihre Wurzeln durchaus auch in der Französischen Revolution. Ein ebenso

lehrreiches wie unterhaltsames Buch.

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Pressestimmen zu: Jörg Schweigard, Die Liebe ruft uns an den Rhein

Heimatbuch des Landkreises Alzey-Worms 2008

Jörg Schweigard: Die Liebe zur Freiheit ruft uns an den Rhein

Von Dieter Hoffmann

Die Zeit der Französischen Revolution und der Mainzer Republik gehört in unserer Region zu

den Zeitabschnitten, die im Verhältnis zu ihrer Dauer immer noch den größten Nachhall haben.

Dies gilt selbst gut zweihundert Jahre, nachdem diese Ereignisse stattfanden. Das hat sicher

viel damit zu tun, dass es ein großer Aufbruch war, mit neuen Rechten und neuen

Möglichkeiten der Entwicklung in persönlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht: aus Untertanen

wurden Bürger. Zusammengefaßt hat dies der Mainzer Bibliothekar Georg Forster 1789 in

einem Brief: "Schön ist es aber zu sehen, was die Philisophie in den Köpfen gereift und dann im

Staate zustandegebracht hat. [...] Also ist es doch der sicherste Weg, die Menschen

über ihre Rechte aufzuklären; dann gibt sich das übrige wie von selbst". Forster ist auch schon

ein Beispiel dafür, dass ein Milieu in Mainz vorhanden war, das für die Ideen der Revolution

fruchtbaren Boden bot. Die Versuche der kurfürstlichen Regierung, dies zu unterbinden,

scheinen aber eher kontraproduktiv gewesen zu sein, und schürten eher noch das Interesse an

den Veränderungen im Nachbarland. Dass dies meist eine sehr positive Einstellung gegenüber

den Neuerungen war, kann nicht überraschen. Das Buch untersucht vor allem an Gelehrten

und Studenten im Umfeld der Universität, wie diese zu den Ideen der Revolution standen; den

Großteil der Darstellung bildet diese Vorgeschichte der Revolutionsereignisse. Neu ist, dass es

zur Zeit der Mainzer Republik eine Art Revolutionstourismus gab, der zum Beispiel Studenten

aus Göttingen an den Rhein führte, um zu sehen, wie eine Revolution in der Praxis aussah. Mit

großer Sachkenntnis führt uns der Autor durch diese kurzlebige Zeit, denn die Mainzer Republik

dauerte weniger als ein Jahr. Dann kamen die Reichstruppen zurück und viele derjenigen, die

sich für die neuen Ideen begeistert hatten, mußten fliehen. Umso erstaunlicher, wenn man sich

dies vergegenwärtigt, welchen Status diese Episode, denn Epoche kann man es nicht nennen,

im Bewußtsein Rheinhessens und seiner Bevölkerung immer noch hat. Zwei Einschränkungen

zu einem lesenswerten Buch sind zu machen: Der Untertitel verheißt mehr als nur einen

Ausschnitt aus der damaligen Mainzer Gesellschaft vorzustellen, wenn natürlich auch der

akademisch gebildete einen besonders interessanten Ausschnitt darstellt. Und leider fehlen im

Text jegliche Quellen- und Literaturhinweise, was einem weitergehenden Interesse im Wege ist;

auch das Literaturverzeichnis am Ende ist sehr knapp gehalten. Dafür ist das Buch flüssig

geschrieben und interessant für jeden, der mehr lesen möchte über einen Zeitabschnitt, der

unsere Region so geprägt hat wie nur wenig andere.

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