woman today

diabolomox

woman today

Oldenburg • Nr. 2 • 2010 • kostenlos!

DIABOLO

Extrablatt

woman today

Frauen in die Räte

Mentoring-Projekt

Das Bild der Frau

Die Frauenrolle in Frauenzeitschriften

Frauenbüro

Für Männer und Frauen

Gefangen im Infostress

Die Dominanz der neuen Kommunikationsformen

Engel und andere Goldstücke

Neue Romane von Frauen nicht nur für Frauen

Mit Sonderseiten: Heiraten im Frühjahr 2010

Hut und Stola erhältlich im Hutsalon Marion, Gaststraße, Oldenburg


�����

��������

�����

�������������������

�����������

���������

�����������

����

�������

��������������������

�������������������������������

���������������������

�����

�����������

�����

������������������

�������������������

���������������������

�����

����������

�����

��������������������������������������������

����������������������������

���������

���

��������������

����� Alle

����������������

�����������������

���������

���

�������������

������

����������������������������

�����������������

���������

�����

�������������

�����

�������������������

����������������������������

���������

�����������������������

genannten Preise inklusiv 19% Mehrwertsteuer.


Extrablatt

Woman Today

Inhalt

Inhalt, Intro + Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . .3

Frauen in die Räte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4

Mentoring-Projekt für mehr Gleichberechtigung

Engel und andere Goldstücke . . . . . . . . . . . . . .6

Neue Romane von Frauen nicht nur für Frauen

Der Liebesretterclub rettet die Liebe . . . . . . . . .8

Die Autorin Katharina E. Volk

Gefangen im Infostress . . . . . . . . . . . . . . . . . .14

Die Dominanz der neuen Kommunikationsformen

Das Bild der Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16

Oldenburger Schülerin befasste sich mit

der Frauenrolle in Frauenzeitschriften

„Die Menschen gehören auf die Straße“ . . . . .17

Wie wird die Finanzkrise aus der

weiblichen Perspektive wahrgenommen

Für Männer und Frauen . . . . . . . . . . . . . . . . .18

Frauenbüro koordiniert und vernetzt Aktionen

rund um die Gleichstellung von Mann und Frau

Verlags-Sonderseite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10

Heiraten 2010

Impressum

DIABOLO Extrablatt

Woman Today

Wallstraße 11, 26122 Oldenburg

Tel.: 0441/21835-0;

Fax: 0441/21835-20

Internet: www.diabolo-mox.de

Verlag Schön & Reichert GbR

Redaktion: Rosy Reichert (V.i.S.d.P.)

Redaktionelle Mitarbeit:

Alexander Besier, Maike Hoheisel,

Britta Lübbers, Christian Lukas,

Eva Tenzer

Anzeigenleitung: Rüdiger Schön

Vertrieb: Eigenvertrieb,

Satz & Gestaltung: DIABOLO Extrablatt

Nachdruck: Nach Absprache mit der Redaktion,

mit Quellenangabe und zwei Belegexemplaren.

Urheberrechte für Fotos, Texte, Zeichnungen,

Serviceteil und Anzeigenentwürfe, sowie

die gesamte Gestaltung liegen beim Verlag

Schön & Reichert GbR. Namentlich gekennzeichnete

Artikel geben nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt

eingesandte Beiträge kann keine Haftung

übernommen werden.

INTRO/INHALT/IMPRESSUM

Lieber Leser, liebe Leserin!

Frauen in die Politik bringen ist ein hehres

Anliegen. Dass dies nicht immer einfach ist,

müssen auch die engagierten Helfer feststellen.

Bundesweit sind nur ein Viertel der

Sitze in den kommunalen Parlamenten mit

Frauen besetzt. Landräte stellt das weibliche

Geschlecht gar nur fünf Prozent. Da ist

Nachwuchsförderung dringend angesagt,

denn schließlich ist Politik keine männliche

Domäne. Das Interesse rund um den Weltfrauentag

und beispielsweise die Erfolgsgeschichte

des Frauentaxis in Oldenburg zeigen,

dass es spezifisch weibliche Interessen

geben kann, denen sich die Politik widmen

sollte. Die Frauenbeauftragte der Stadt kann

davon ein Liedchen singen, koordiniert sie

doch die verschiedensten Initiativen in Sachen

Frauenpolitik. Ganz anders sieht es dagegen

in der Welt der Literatur aus! Hier

dominieren die Frauen eindeutig. Die modernen

Büchermärkte leben zu 80 Prozent

von dem Leseinteresse der weiblichen

Kundschaft. Somit ist die Zahl der Autorinnen

auch exorbitant gestiegen. Männer

scheinen sich hier geschlagen zu geben. Eine

Oldenburger Schülerin hat eine Facharbeit

über das Frauenbild von Frauenzeitschriften

gefertigt und herausgefunden, dass

dort natürlich jede Menge Klischees verwurschtelt

werden. Einziger Lichtblick! Emma,

deren Leserinnen überdurchschnittlich

intelligenter seien und vor allem würden die

Artikel selbst auch befreiende Wirkung haben.

Aber ob Frau oder Mann, am modernen

Infotsunami ist schon so mancher Feingeist

gescheitert, dagegen helfen nur konsequenteInformationsvermeidungsstrategien.

Viel Spaß wünscht Ihnen ...

... Ihre Redaktion

DIABOLO Extrablatt 03/10 3


Frauen in die Räte

Mentoring-Projekt für mehr Gleichberechtigung

Kommunalpolitik ist männlich. Bundesweit sind nur ein Viertel der Ratssitze mit Frauen besetzt, bei den Posten der

Oberbürgermeister und Landräte sind es sogar nur fünf Prozent. Damit das nicht so bleibt, geht das niedersächsische

Landesprogramm „Politik sucht Frauen!“ jetzt in die vierte Runde. Erfahrene Frauen (und auch Männer) helfen Interessentinnen

beim Einstieg in die Kommunalpolitik. Eine dieser Mentorinnen ist die Oldenburger Grüne und Erste Bürgermeisterin

Rita Schilling.

Rita Schilling verteilt in der Fußgängerzone

Rosen an Passantinnen.

Es ist der 8. März, Internationaler

Frauentag, und vor dem Lefferseck

haben Gewerkschafterinnen und

andere Frauen einen Stand aufgebaut.

Das Frauenbüro ist dabei und

das Zentrum für Frauengeschichte.

Rita Schilling ist als Mitarbeiterin

von „Wildwasser“ vor Ort, aber

irgendwie auch als Politikerin – „das

passt an dieser Stelle ja zusammen.“

Seit der Kommunalwahl 2006 ist sie

für die Grünen im Stadtrat und obwohl

Neuling, traute sie sich zugleich

das Amt der Bürgermeisterin

zu. Die meisten Kolleginnen sind da

deutlich zögerlicher. Zwar entspricht

der Frauenanteil von rund

30 Prozent in den Räten westlicher

Großstädte ungefähr dem Anteil

der Frauen in den Landtagen und

im Bundestag, aber die Unterschiede

sind groß. Laut einer aktuellen

Untersuchung der Heinrich Böll-

Stiftung steht Frankfurt an der Spitze

des Rankings: Hier sind 43 Prozent

der Mandate in Frauenhand. In

Salzgitter hingegen beträgt ihr Anteil

gerade mal 15 Prozent. Auch die

Europäische Akademie für Frauen

in Politik und Wirtschaft (EAF)

kommt in einer 2008 vom Bundesfamilienministerium

in Auftrag gegebenen

Studie zu ähnlichen Zahlen:

Je kleiner die Kommune, desto

kleiner der Frauenanteil in der Politik,

lautet das Fazit. Niedersachsen

macht da keine Ausnahme, hier sind

Frauen mit durchschnittlich 24,4

4 DIABOLO Extrablatt 02/10

Prozent in den Räten vertreten. Eine

Frau als Bundeskanzlerin, aber

kaum Frauen in den kommunalen

Gremien – warum ist das so?

Pragmatisch und effektiv

„Frauen leisten immer noch einen

Großteil der Familienarbeit und

sind dazu häufig berufstätig. Wenn

man dann noch ehrenamtlich Politik

machen möchte, wird es eng mit

dem Zeitmanagement“, sagt Rita

Schilling. „Die meisten Frauen, die

sich dafür entscheiden, sind schon

älter, und falls sie Kinder haben,

sind diese nicht mehr klein.“ Die

Bürgermeisterin weiß, wovon sie

spricht, auch sie wurde erst Ratsfrau,

als ihre Tochter eigenständig

war. Die EAF bestätigt diesen

Trend: „Kommunalpolitik wird

heute von Frauen gemacht, die sich

überwiegend in der zweiten Lebenshälfte

befinden. Die Altersgruppe

der 40- bis 60-Jährigen ist

mit 64 Prozent vertreten.“ Bei Männern

ist das anders, sie verlassen sich

darauf, dass ihre Frauen ihnen den

Großteil der Familienarbeit abnehmen.

„Außerdem sind Frauen pragmatisch

und effektiv“, so Rita Schilling

weiter. Kommunalpolitik sei

aber oft zeitraubend, in den Ausschüssen

werde nicht immer lösungsorientiert,

dafür aber gerne

ausschweifend diskutiert. Besonders

Männer sonnten sich in

Schaukämpfen und Profilierungsdebatten.

Auch dies stützt die EAF-

Studie: „Mehr als die Hälfte der befragten

Ratsfrauen beklagten unko-

Warum nicht mal eine Frau als Oberbürgermeisterin?

operative Arbeitsweisen und gaben

an, sich von männlichen Strukturen

abgeschreckt zu fühlen.“ Zudem

hätten Frauen schlechtere Chancen,

überhaupt gewählt zu werden

(„nicht bei den Grünen“, wirft Rita

Schilling mit Blick auf die parteiinterne

Geschlechterparität ein), da

die Kandidatinnen meist mit hinteren

Listenplätzen Vorlieb nehmen

müssten. Viele der Frauen, die trotz

dieser Hürden in die Stadt-, Kreisund

Gemeinderäte gelangen, haben

sich zuvor in bürgerschaftlichen

Zusammenhängen engagiert, z.B.

in einer Partei oder im Elternrat. So

war es auch bei Rita Schilling. Sie

hat den Schritt in die Kommunalpolitik

– bei aller Kritik an den

strukturellen Schwachstellen –

nicht bereut und möchte nun andere

Frauen motivieren, es ihr gleichzutun.

Deshalb gehört sie zu den

TEXT UND FOTOS: BRITTA LÜBBERS

Mentorinnen des Landesprogramms

„Politik sucht Frauen!“, das

in diesem Jahr bereits zum vierten

Mal aufgelegt wurde.

Breites Bündnis

Im Vorfeld der Kommunalwahlen

im Herbst 2011 will man an die guten

Erfahrungen der ersten Mentoring-Projekte

anknüpfen, wie die

Landesregierung mitteilt. Das Programm

steht unter der Regie der

Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung

in Hannover und wird

von allen fünf im Landtag vertretenden

Fraktionen unterstützt. Im

Boot sind aber auch Einrichtungen

wie die Landesarbeitsgemeinschaft

kommunaler Frauenbüros und der

Landfrauenverband Weser-Ems.

„Ich finde das Programm richtig

und notwendig“, betont Rita Schilling

und fügt hinzu: „Mir hätte es

den Einstieg sicher auch erleichtert.

Ich bin ja sozusagen ins kalte Wasser

gesprungen.“ Das will sie ihren

Mentees ersparen, indem sie ihnen

z.B. einen Überblick über kommunale

Strukturen gibt und sie über die

Arbeitsweise von Fachausschüssen

informiert. Auch die Partizipationsmöglichkeiten

außerhalb des Rates,

etwa in Bürgerforen, liegen ihr am

Herzen. „Ich gehe davon aus, dass

die Frauen Kompetenzen mitbringen,

die sie stärken möchten“, so die

Grüne. Es ist ihr wichtig, dass die

Gremien die Zusammensetzung

der Bevölkerung spiegeln. Auch

tritt sie dafür ein, dass Frauen The-


Rita Schilling im Gespräch mit Bürgerinnen anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März; die Ratsfrau ist eine der Mentorinnen des Projekts

„Politik sucht Frauen!“

men setzen. „In der Frage der Ganztagsschulen

wären wir sicher schon

weiter, wenn mehr Frauen als bisher

Einfluss nehmen würden“, nennt

sie ein Beispiel. Rita Schilling ist

gerne Ratsfrau. Aber nicht um jeden

Preis. Falls sie ihrer Familie oder ihrem

Freundeskreis nicht mehr ge-

recht werden sollte, sei dies schon

ein Anlass, noch einmal in sich zu

gehen, bekennt sie freimütig. Das

Privatleben habe Priorität. Eine sol-

Women Store

Haarenstrasse 39

26122 Oldenburg

0441 / 21 909 39

Men Store

Haarenstrasse 34

26122 Oldenburg

0441 / 21 909 34

che Aussage ist von einem Ratsherren

wohl eher nicht zu erwarten.

DIABOLO Extrablatt 02/10 5


Engel und andere Goldstücke

Neue Romane von Frauen nicht nur für Frauen

Den Vampiren folgen die Engel! Während in den letzten Jahren gesaugt und gebissen wurde, was sich zwischen Buchdeckel

pressen ließ, hat dieses Jahr jeder Verlag mindestens einen Engelsroman im Angebot. Der Schwerpunkt der

meisten Romane liegt dabei auf den gefallenen Engeln

„Fallen Angels – Die Ankunft“ lautet

der Titel des Romans der Autorin J.R.

Ward, die gemeinhin als Meisterin

des romantischen Mysterythrillers

gilt. Wie der Titel erahnen lässt, handelt

es sich um den Auftakt einer neuen

Serie, in deren Mittelpunkt Jim

Heron steht. Der ist eigentlich ein

atheistischer Zyniker, bis ihn ein Unfall

dahin rafft und er sich plötzlich als

Engel mit dem Schicksal der gesamten

Menschheit auseinandersetzen

muss. Er muss sieben Menschen auf

den Weg der Tugend zurückführen.

Gelingt es ihm nicht, gewinnt das Böse

den ewigen Kampf um die Macht.

„Fallen Angels“ ist als neue Serie sicher

einen zweiten Blick wert, ebenso

wie Danielle Trussonis Debüt „Angelus“.

Die Heldin ihres 1999 angesiedelten

Romans ist eine junge Nonne,

die plötzlich feststellen muss, dass

die Geschichten der Engel alles andere

als religiöse Metaphern sind. Und

nicht nur das: Mitten in New York residieren

die Nephilim, die Kindeskinder

von nicht weniger als 200 aus

dem Himmelreich verstoßenen Engeln,

die sich mit der Menschheit in

6 DIABOLO Extrablatt 02/10

einem permanenten Kriegszustand

befinden. Evangeline trifft es wie ein

Schock, als sie darüber hinaus erfährt,

dass ihre Familie in diesem Krieg eine

entscheidende Rolle spielt. „Angelus“

ist ein Vielfaches komplexer als „Fallen

Angels – Die Ankunft“, im Vorfeld

der Veröffentlichung stritten bereits

diverse Hollywoodstudios um

die Verfilmungsrechte, der Zuschlag

ging schließlich an Sony.

Derart mit einem Debütroman umworben

zu werden, das ist fast wie ein

Sechser im Lotto. Einen solchen

Sechser tippt Molly Becker. Die hat in

ihrem Leben bislang wenig auf die

Reihe gebracht. Im Beruf nicht, in ihren

Beziehungen schon gar nicht.

Und dann das. In Kim Schneyders

Roman „Hilfe, ich bin reich“ hat ihre

Protagonistin Molly nämlich ein Problem

nach dem unerwarteten Geldsegen:

Sie will niemandem von ihrem

Gewinn berichten. Vielmehr möchte

sie etwas Gutes tun. Aber das ist leichter

gesagt als getan, denn ausgerechnet

ihre Mutter erweist sich da als

Spielverderberin. Molly zahlt nämlich

heimlich den Bausparkredit ihrer

Eltern ab, was vor allem ihre Mutter

nicht einfach als Glücksfall akzeptieren

will. Und so reitet sich Molly in

einen Lügensumpf hinein, aus dem es

kein Entkommen mehr gibt. Es sei

denn, sie sagt die Wahrheit...

Mit der Wahrheit nehmen es die

Hauptfiguren von Karen Yampolskys

Roman „Die Zicken-Mafia“ nicht so

ernst. Ihre Protagonistin heißt Jill

White. Die ist eine junge Journalistin,

die mit dem Konzept für eine

Frauenzeitschrift einen echten Mediencoup

landet. Doch viel hat sie davon

nicht, denn ihr Verlag verkauft

das Konzept flugs an einen großen

Konzern, der ihr gleich zwei Chefinnen

vor die Nase setzt, die zwar keinesfalls

Jills journalistische Klasse besitzen,

dafür aber allerlei mobbende

Qualitäten. „Die Zicken-Mafia“ mag

nicht die Größe von „Der Teufel trägt

Prada“ besitzen, dennoch bietet der

Roman einen witzigen, bissigen Blick

hinter die Kulissen des großen Mediengeschäfts,

in dem die Chefinnen

weder einander noch den Untergebenen

die Butter aufs Brot gönnen. Humorvoll,

nicht zu ernst widmet sich

TEXT : CHRISTIAN LUKAS

Karen Yampolskys einer Welt, in der

sie als Journalistin selbst zehn Jahre

gearbeitet hat.

Einen eher klassischen Frauenroman

hat derweil Carly Phillips mit „Spiel

mit mir“ verfasst, der sich in einem

Punkt jedoch von ähnlichen Geschichten

abhebt: Ihr Protagonist ist

doch tatsächlich ein Mann. Mike

Corwin heißt er, ist ein Polizist und er

ist verschossen in Amber, die er in Las

Vegas kennen lernt und stante pede

heiratet. Wer so verliebt ist, hat bekanntlich

auch Glück in der Liebe.

Und so räumt Mike 150.000 Dollar

am Spieltisch ab. Friede, Freude, Eierkuchen?

Nicht ganz. Nach der Hochzeitsnacht

ist Amber verschwunden.

Samt des Geldes. Doch dann geschieht

etwas, womit Trickbetrügerin

Amber nicht gerechnet hat: Sie hat

sich in Mike verliebt. Der aber ist davon

überzeugt, dass er von einem

Fluch besessen ist, wonach kein

Mann seiner Familie je die wahre Liebe

finden wird. Also will er Amber

korrekt verhaften. Sie hat ihn schließlich

schon einmal übers Ohr gehauen.

Carly Phillips Roman ist die rich-


tige S-Bahnlektüre. Ohne allzu viel

Tiefgang, angenehm simpel, humorvoll.

Dabei ist „Spiel mit mir“ eigentlich

die Fortsetzung von „Trau dich

endlich“, ein Roman, in dem ebenfall

die Corwins im Mittelpunkt standen.

Allerdings sind Vorkenntnisse nicht

vonnöten.

Vonnöten ist es derweil, den eigenen

Schatten zu überspringen, „Die Babysitterin“

von Angela Gerrits findet

man in der Buchhandlung nämlich

im Jugendbuchregal. Das aber sollte

keine Rolle spielen, denn der Spannungsthriller

mag zwar eine jugendliche

Protagonistin in den Mittelpunkt

der Handlung stellen, aber gute

Unterhaltung kennt kein Alter.

Gerrits Protagonistin heißt Zoë und

um ihr Taschengeld aufzubessern verdingt

sie sich als Babysitterin. Als sie

einen einzigen Moment nicht aufpasst,

geschieht das Unfassbare: Das

Baby wird aus dem Wagen gestohlen.

Da klingelt ihr Handy und eine Stimme

stellt Forderungen. Allein die relativ

simple Sprache und die manchmal

etwas arglosen Gedanken Zoës

verraten – dies ist ein Jugendbuch.

Doch spätestens seit „Harry Potter“

dürfte es sich herumgesprochen haben

– nur weil Jugendbuch auf dem

Cover steht, muss zwischen den

Buchdeckeln keine „Hanni und Nanni“-Romantik

stehen. „Die Babysitterin“

ist teils schon recht herbe und

unter 13 Jahren kaum zu empfehlen.

Ohne Altersbeschränkungen kommt

Anne Hertz’ „Goldstück“ daher, das

die gewagte These aufstellt, dass das

Leben eben doch ein Wunschkonzert

sei. Maike ist die typische Protagonistin

eines Buches dieser Art: Sie eckt

im Beruf an, findet einfach nicht den

richtigen Mann, fällt von Fettnapf in

Fettnapf. Aber da gibt es ihre Cousine

Kiki, die all das ist, was sie sich

wünscht. Also möchte sie sein wie Kiki,

nur Kikis Warnungen, dass auch

ihr Leben oft mehr Schein als Sein

ausdrückt, ignoriert sie. Anne Hertz

ist übrigens das Pseudonym zweier

Autorinnen.

Ein Name, den es ebenfalls nur in

Frauenromanen gibt, trägt die

Hauptfigur von Sophie Kinsellas Roman

„Kennen wir uns nicht?“: Lexi

Smart. Die Ausgangssituation klingt

dramatisch, doch „Kennen wir uns

nicht?“ – ist wirklich eine Komödie.

Am Anfang nämlich steht ein Unfall,

woraufhin Lexi Smart ins Koma fällt.

Als sie erwacht, kann sie sich an die

letzten drei Jahre ihres Lebens nicht

mehr erinnern. Weder an den Chefposten,

den sie ausgeübt hat, an ihren

attraktiven Ehemann – noch an ihren

feurigen Liebhaber. Was Lexi am

allermeisten irritiert ist die Tatsache,

dass sie auf der Beliebtheitsskala ihrer

Kollegen etwa auf dem Platz eines

drittklassigen südamerikanischen

Militärdiktators steht. Sie selbst erinnert

sich nämlich daran, früher eigentlich

zu den beliebten Kolleginnen

gehört zu haben. „Kennen wir

uns nicht?“ ist als Roman nett. Besser

aber kommt die von Diana Staehly

gelesene Hörbuchfassung daher, da

die Schauspielerin der oft gewollt komisch

wirkenden Geschichte Seele

und Charme verleiht.

Gerrits, Angela: „Die Babysitterin“.

Thienemann Verlag, Stuttgart

2010. 191 Seiten. 9,95 Euro

Hertz, Anne: „Goldstück“. Knaur

Verlag, München 2010. 354 Seten.

8,95 Euro

Kinsella, Sophie: „Kennen wir uns

nicht?“ DAV, Berlin 2009, 3 CDs,

ca. 239 min, ca. 20 Euro

Phillips, Carly: „Spiel mit mir!“

Heyne Verlag, München 2010. 439

Seiten. 8,95 Euro

Schneyder, Kim: „Hilfe, ich bin

reich“. Piper Verlag, München

2009. 286 Seiten. 7,95 Euro

Trussoni, Danielle: „Angelus“.

Droemer, München 2010. 645 Seiten.

19,90 Euro

Ward, J.R.: “Fallen Angels – Die

Ankunft“. Heyne Verlag, München

2010. 583 Seiten. 14,95

Euro

Yampolsky, Karen: „Die Zicken-

Mafia“. Knaur Verlag, München

2009. 361 Seiten. 7,95 Euro

Preise im Fotostudio gesenkt

Im Fotostudio von Oven

in Bad Zwischenahn lautet

das neue Motto „Weg mit

der Aufnahmegebühr für

Portraits und Familienaufnahmen!“.

Die Kunden bezahlen

nur noch die Fotos, die

ausgewählt werden, nicht mehr.

Die Preise für die jeweiligen

Formate sind in der nebenstehenden

Anzeige zu finden.

Die Fotografinnen Katrin Hennen

und Christina Pramor-

Memmen sind für Fototermine

per Telefon: 04403 - 2233

oder per email:

info@photovonoven.de

zu erreichen.

Peterstr. 33 · 26160 Bad Zwischenahn · Tel. 04403 - 22 33 · www.photovonoven.de

DIABOLO Extrablatt 02/10 7


Liebesretterclub rettet die Liebe

Die Autorin Katharina E. Volk

Die Literatur der Gegenwart ist weiblich. Wo früher einst männliche Autoren den Markt dominierten und die Richtung

vorgaben, sind es heute die Frauen, die über Trends und Verkaufszahlen bestimmen. Als Autorinnen, als Leserinnen

und damit schließlich auch als Konsumentinnen. Verlage wollen schließlich Bücher verkaufen. Selbst ehemals

traditionell männliche Literaturbastionen sind inzwischen gefallen: So verkaufen deutsche Comicverlage inzwischen

in der Leserschaft unter 18 Jahren mehr grafische Novellen an Mädchen denn an Jungen.

Katharina E. Volk bei der Präsentation ihres Buches

Profi-Meister-Service

Fernseh Kückens

* TV * Video * HiFi * Satellitentechnik * Antennenbau *

Cloppenburger Str. 302 · 26133 Oldenburg · Tel. 0441-43257 · Fax 0441-42093

8 DIABOLO Extrablatt 02/10

�����������������

����������

HDTV und Digital

Wir sind kompetent

und beraten Sie

ohne Fachchinesisch!

������������������������������

�������������������

�������������������������������

Was der Erwachsenenbuchmarkt

vorgibt, spiegelt sich auf dem Jugendbuchmarkt

wieder. Da mögen

zwar „Wilde Kerle“ auch manch einen

ansonsten lesefaulen Jungen dazu

verleiten, mal einen Blick auf das

gedruckte Wort zu werfen, aber auch

hier dominiert die Weiblichkeit.

„Just Girls“ heißt da beispielsweise

eine Reihe des Schneider Verlages,

die sich in etwa einer Zielgruppe von

Mädchen ab 10 Jahren verschrieben

TEXT UND FOTOS: CHRISTIAN LUKAS

hat. Ungemein erfolgreich auf diesem

Sektor des mädchenspezifischen

Unterhaltungsromans ist die Autorin

Katharina Eva Volk. Ihre Romane

tragen Titel wie „Liebeschaos auf

Französisch“ oder „Ein Lehrer zum

Knutschen“. Aktuell erschienen ist

„Der Liebesretterclub“. Das klingt

erst einmal kitschig, doch hinter dem

Titel verbirgt sich durchaus ein ernster

Blick auf die Realität der Gegenwart.


Unterhaltsame Jugendbücher beschrieben

einst heile Welten. Mama,

Papa, Kinder, ein Abenteuer, Happy

End. Der Einstieg in den „Liebesretterclub“

ist jedoch erst einmal alles

andere als heile Welt: Die Eltern der

besten Freundin trennen sich und

die Großeltern der Protagonistin

drohen sich scheiden zu lassen. Dennoch

endet die Geschichte nicht im

Drama: „Ein gutes Ende halte ich für

unabdingbar“, erklärt Katharina

Volk ein Prinzip ihrer Bücher. „Man

sollte meiner Ansicht nach in Kinder-

und Jugendbüchern auf gar keinen

Fall einfach nur düstere Realitäten

spiegeln und dann womöglich einen

kindlichen Leser noch ohne Lösung

sitzenlassen. Kinder müssen

schließlich noch wachsen“, fährt sie

fort. „Sie brauchen die Zuversicht,

dass Probleme, die das Leben mit

sich bringt, lösbar sind. Wer Angst

hat, ist blockiert. Ungelöste Probleme

können ein empfindsames Kind

durchaus ängstigen und bedrücken,

auch dann, wenn sie nur in Büchern

vorkommen. Es ist sinnlos, ein Kind

mit einem ungelösten Problem zu

konfrontieren und es damit zurükkzulassen,

wenn es selbst gar keinen

Einfluss darauf hat, also machtlos ist

und nicht handeln kann!“

Die Idee zum aktuellen Roman holte

sie sich beispielsweise bei ihren Lesungen.

„Bei meinen Lesungen und

Begegnungen mit Kindern bemerke

ich, wie gegenwärtig das Thema

Trennung leider oft ist. Was auch immer

man über Emanzipation, veränderte

gesellschaftliche Verhältnisse

oder die Notwendigkeit so mancher

Trennung aus erwachsener Sicht sagen

mag – es bleibt auch heutzutage

dabei, dass Trennungen eine seelische

Belastung sind. Kinder wünschen

sich meistens, dass Eltern und

Großeltern zusammenbleiben in einer

heilen Familie.“ Und so macht

sich Vivien, die Protagonistin Vivien

des aktuellen Romans daran, die Liebe

zu retten. Wie genau ihre Romane

entstehen, kann sie jedoch nicht

erklären: „Ich habe den Eindruck,

dass sie im geistig-seelischen Bereich

gewissermaßen schlummern. Wenn

ich mich eingehend mit einem Thema

beschäftigt und dabei sozusagen

FRAUEN HABEN

VORFAHRT

���������������������������������������������

������������������������������������������������

Die besten

Angebote

von mehr als

40 Versicherern !

Oldenburg + Wardenburg

Eichenstr. 91 A Dorfweg 14

Tel. : 0441 – 52 0 52

www.davers.de

Partystimmung im AMA-

DEUS, CUBES, CÉSAR oder

LOFT ohne weibliche Gäste,

das kann sich niemand wirklich

vorstellen. Den Respekt

vor dem einsamen Nachhauseweg

durch die dunkle Stadt

aber, den kennen meistens nur

Frauen und nur für sie ist nachvollziehbar,

dass solche Gedanken

einem den Partyabend

durchaus auch schon im Vorab

mal vermiesen kann.

Aus diesem Grunde bieten die

roten ACHT-ELF-ELF-Mietwagen

der Funkmietwagen Hatscher

GmbH gemeinsam mit

den genannten vier Diskothe-

mein inneres Ohr aufstelle oder

mein Auge offen halte, bemerke ich,

wie eine Idee aufsteigt und spüre

dann auch, ob sie genug hergibt, um

eine Geschichte daraus zu machen.“

Katharina Eva Volk erblickte im

Ruhrgebiet 1971 das Licht der Welt.

Von ihrer Heimatstadt Witten verschlug

es sie in südliche Gefilde, heute

lebt sie in Friedrichshafen am Bodensee.

Und das kinderlos. Woher

nimmt sie dann die Inspiration für

ihre Sprache, denn einen Mädchenroman

kann sie nicht in der Sprache

der ehemaligen Germanistikstudentin

verfassen?

„Zunächst beschäftige ich mich intensiv

mit den Hauptfiguren. Sie

sind ja in einem bestimmten Alter

und haben Charakterzüge, Angewohnheiten

und Vorstellungen, die

ich mir bildhaft ausmale“, erklärt sie

den Vorgang. „Für mich ergibt sich

daraus die entsprechende Sprache

und Sprechweise der Figuren. Ich

versuche also nicht, unbedingt aktuelle

Trends im Jugendvokabular

aufzugreifen, zumal es hier ja viel Bewegung

gibt. Manche Ausdrücke

ken der Innenstadt

Ihren Kundinnen

nunmehr schon

seit 7 Jahren ihr Projekt

„FRAUEN HABEN VOR-

FAHRT“

Wie läuft das ab? Ganz einfach:

Nach dem Besuch im AMA-

DEUS, CUBES, CÉSAR oder

LOFT können alle weiblichen

Gäste auf Anfrage an der Kasse

ihren „Frauen-haben-Vorfahrt“-Gutschein

im Wert von

€ 2,50 erhalten, den sie auf allen

Fahrten mit den ACHT-ELF-

ELF-Mietwagen (Tel 81111) einsetzen

können.

Oft verwechselt aber völlig un-

sind eine Weile ‚in’ und dann auch

schon wieder ‚out’. Wenn mir allerdings

solch ein Ausdruck begegnet,

er mir gefällt und ich ihn passend finde,

kann es sein, dass er in meinen

Text einfließt.“ An „Erwachsenenliteratur“

hat sich die Autorin bislang

nur an Gedichte herangewagt. „Das

Schreiben der Mädchenromane

macht mir so enorm viel Spaß, dass

ich diesen Sektor nicht verlassen

möchte.“ Aber: „Ich möchte schon

den Bereich meines Schreibens erweitern.

Grundsätzlich sind für

mich drei Elemente sehr wichtig: Poesie,

Humor und Warmherzigkeit –

in Büchern für Kinder und Jugendliche

und eben auch für Erwachsene.“

Und erwachsene Rückmeldungen

hat sie durchaus bereits erhalten:

„Lustigerweise haben schon etliche

Mütter meine Mädchenromane gelesen

und sich bei dieser Lektüre, die

ja eigentlich für ihre Teenager-Töchter

gedacht ist, amüsiert. Insofern

scheint dieses Genre sogar altersübergreifend

zu sein.“

abhängig: Das Projekt „Frauen-Haben-Vorfahrt“

wird völlig

unabhängig vom Oldenburger

Frauenmobil angeboten

und Gutscheine fürs Projekt

„Frauen-haben-Vorfahrt“ können

während der Fahrzeiten

des Frauenmobils sogar mit

den Gutscheinen fürs Frauenmobil

kombiniert werden

(Mindest-Fahrpreis € 7,50 und

natürlich nur im roten ACHT-

ELF-ELF-Funkmietwagen).

Willkommen an Bord!

DIABOLO Extrablatt 02/10 9


10

PROMOTION

HEIRATEN 2010

Umfangreiches Angebot an Tanzschuhen

Schuh Garger bietet neben Markenschuhe

für die ganze Familie ein umfangreiches

Sortiment an Tanzschuhen, auch für

DIABOLO Extrablatt 02/10

Braut und Bräutigam. Für Reparatur und

Pflege stehen wir Ihnen mit fachlicher

Kompetent gerne zur Verfügung!

Individuelle Vielfalt -

Exklusive Kollektionen...

TRAURING

Kurwickstraße 12 · 26122 Oldenburg

gegenüber Ausgang Kurwickstraße

vom Parkhaus am Waffenplatz

Telefon 0441 - 99 84 142

- Individuelle Vielfalt

- Besten Marken-Qualität

- Designen Sie sich Ihren

Ring selber.

Unsere Öffnungszeiten

finden Sie im Internet!

Alle Infos und den

einzigartigen Trauring-

Designer von acredo

finden Sie auf:

oldenburg

Sichern Sie sich Ihren

persönlichen

Preis-Vorteil

von

bis zu 40%

mit dem Trau-Ring-

Designer von ACREDO.


PROMOTION

Persönlich, sympathisch & einfach anders – dentdesign!

Strahlendes Lächeln

vor dem Traualtar

Ob weiß, grau oder eher gelblich – wir haben auf die

ursprüngliche Nuance unserer Zähne leider keinen

Einfl uss. Wohl aber auf die Spuren, die beispielsweise

Kaffee, Tee, Nikotin oder auch Medikamente im Laufe

der Zeit hinterlassen und die zu einem Verlust der

natürlichen Zahnfarbe führen. Wenn die Zähne nach

und nach ihren Schimmer verloren haben und Sie

dennoch auf dem Standesamt oder vor dem Traualtar

ein begehrenswertes, strahlendes Lächeln zeigen

wollen, so können Sie sich beim Zahnarzt die Zähne

bleichen lassen. Denn das attraktive Lächeln von Braut

und Bräutigam überdauert alle Modetrends.

Foto: Michael Stephan

Schöne,

helle Zähne:

Gönnen

Sie sich und

Ihrem Liebsten

diesen Traum!

Schon eine professionelle Zahnreinigung (PZR) schützt

vor Zahnschmerzen an einem der aufregendsten Tage

des Lebens und lässt die Zähne heller wirken. Durch

das sogenannte Bleaching können verfärbte oder

nachgedunkelte Zähne ästhetisch und nach Wunsch

aufgehellt werden. Einige Praxen halten für das

zukünftige Ehepaar sogar spezielle Angebote zur

Zahnaufhellung bereit. Für die Braut etwa empfi ehlt

sich ein schöner Swarowskistein oder ein funkelnder

Brillant auf den neuen, strahlend weißen Zähnen.

Zudem ist das Bleaching oder die PZR eine schöne,

ausgefallene Geschenkidee zu solch einem Fest – oder

zum Valentinstag oder Geburtstag.

Praxis für Zahnästhetik,

Implantologie und Laserzahnheilkunde

Dr. med. dent Matthias Heger

Wiefelsteder Str. 146 b • 26316 Varel OT Obenstrohe

fon 04451 2822 • info@dentdesign.de • www.dentdesign.de

Kariestherapie ohne Bohren • schmerzfreie Betäubung • Vollnarkose • Kinderkino,

barrierefreie Praxis • Parkplätze am Haus • entspannte Multimediaunterhaltung etc.

Zahnheilkunde

mit Leidenschaft

– das ist dentdesign!

����� ����� ������ ��������� ���� ���� �������������� ��������

��������������������������������������������������������

���������������������������������������� In einem angenehmen

Ambiente heißt Dr. med. dent. Matthias Heger mit seinem

kompetenten Praxisteam herzlich willkommen. Eine

fundierte Beratung und innovative Behandlung, angefangen

beim Laser bis hin zu festen Zähnen mit Implantaten – alle aus

erster Hand! Auf Wunsch gibt es die Behandlung in Hypnose

(zertifiziert) oder Vollnarkose. Die meisten Patienten sind von

der schmerzfreien Anästhesie (lokale Betäubung) mit dem

Zauberstab begeistert. Professionelles Bleaching, strahlend

weiße Zähne in nur 1 Stunde, sowie vollkeramische Versorgungen

verhelfen zu beneidenswerten, hellen Zähnen. Insbesondere

beruflich Engagierte profitieren von dem besonderen

Terminmanagement inkl. Sondersprechzeiten. Patienten mit

Zahnarztangst finden tolle weitere Offerten wie die

Kariestherapie ohne Bohren mit Healozone oder Icon. Überhaupt

wird bei dentdesign auf eine schmerzfreie Therapie allergrößter

Wert gelegt. Die Prophylaxeabteilung hält die Zähne dauerhaft

gesund, denn „SCHÖNE ZÄHNE SIND KEIN ZUFALL!“.

Kontakt:

dentdesign

Dr. med. dent. Matthias Heger

Praxis für Zahnästhetik, Implantologie

und Laserzahnheilkunde

Wiefelsteder Str. 146 b

26316 Varel OT Obenstrohe

fon 04451 2822

fax 04451 2919

info@dentdesign.de

www.dentdesign.de

DIABOLO Extrablatt 02/10 11


12

PROMOTION

„Do’s & Dont’s“ für Hochzeitsgäste

Eine Hochzeit ist zwar kein

Staatsempfang oder eine Audienz

bei der Queen, aber falsch machen

kann ein Gast trotzdem viel. Da

es sich aber meist um Familienmitglieder

oder Freunde handelt

die heiraten, muss auch nicht alles

Knigge-konform sein.

Zeitnahes Feedback. In der Regel

wird vier bis sechs Monate vor dem

Termin eingeladen. Für das Brautpaar

hängt die weitere Planung von der Anzahl

der Personen ab, also so schnell

wie möglich in schriftlicher Form zuoder

absagen. Wer aus einem wichtigen

Grund nicht kommen kann, sollte

dies zusätzlich persönlich oder telefonisch

mitteilen – und trotzdem ein

Geschenk oder zumindest eine Glückwunschkarte

schicken. Nahestehende

Damen- und

Herrenschneiderei

& Änderungsschneiderei

Bruns

Seit 1984

25Jahre

Maßanfertigung für

Damen & Herren

Änderungen aller Art

Sämtliche Näharbeiten

Auch Leder

Mo - Fr 8-13 u. 14.30-19 Uhr · Sa 9-13.30 Uhr

Alexanderstr.156 · 26121 OL

Tel./Fax: 0441 - 88 43 00

Mo - Fr 10-19 Uhr · Sa 10-18 Uhr

Im Adler Modemarkt · Wechloy

Posthalterweg 10 · 26129 OL

Tel. 0441 - 2 17 68 20

Das Porzellangeschäft

der etwas anderen Art

DIABOLO Extrablatt 02/10

HEIRATEN 2010

Paare freuen sich dann auch über eine

Dinnereinladung anlässlich ihrer

Vermählung. Ein No-go ist es, nach

der Bezahlung von Übernachtungen

zu fragen. Steht dazu nichts in der Einladung,

dann handelt es sich bei Hinweisen

auf Hotels in der Nähe nur um

Unser

Team

besteht zur

Zeit aus

sechs Angestellten

und

fünf Azubis.

Wir ändern

Leder und

Motorradbekleidung,

Pelze, Gardinen,Strickwaren

und

Abendmode,

aber natürlich

auch sämtliche andere Damen- und

Herrenbekleidung. Neben Änderungsarbeiten

fertigen wir auch maßgeschneiderte

Kleidung (für Sie und

Ihn) für jeden Anlass.

Die Tischidee

WEISSES MARKENPORZELLAN

1000+1 Idee in weiß

für den Tisch - damit Ihre Speisen

zur Geltung kommen

Gerhard Weymann

Kurwickstraße 27/28 | 26122 Oldenburg

Tel./Fax: (04 41) 127 78

E-Mail: weymann.g@t-online.de

eine Hilfestellung

für Ortsfremde und

nicht um einen Voucher für einen Allinclusive-Urlaub.

Wunschdenken. Bei Geschenken

gilt es, die Wünsche von Braut und

Bräutigam zu berücksichtigen – selbst

wenn es sich um Geld handelt. Kreativ

verpackt verliert es seine Einfallslosigkeit

als Präsent. Hochzeitstische

vermeiden, dass Nutzloses gekauft

wird. Gibt es keinerlei Anhaltspunkte,

dann den Zeremonienmeister fra-

gen. Bei ihr oder ihm läuft alles zusammen,

was von Gästen organisiert

wird und in den Ablauf integriert werden

muss. Was immer übergeben

wird, es muss für beide gedacht sein

und nach Möglichkeit sollte es einen

bleibenden Wert – materiell oder immateriell

– darstellen. Gutscheine für

Hotelübernachtungen oder für Hilfe

im Haushalt, z. B. Rasen mähen und

Plätzchen backen, eignen sich gut.

Das Outfit, Fehlerquelle Nummer

eins. Grobe „Verstöße“ gegen den angekündigten

Dresscode sind ein Fauxpas.

Gibt es keine vorgegebenen

Richtlinien, ist zu beachten, dass man

sich nicht ähnlich oder extravaganter

als die beiden „Hauptpersonen“ kleidet

– es ist ihr großer Auftritt. Für

Frauen bedeutet dies beispielsweise bei

der Abendgarderobe kein Ballkleid in

Weiß oder Beige – beide Farben sind

so oder so der Braut vorbehalten – zu

tragen. Auf dem Standesamt und in

der Kirche ist festliche Kleidung ein

unausgesprochenes Muss. Nackte

Trauringe, ein Symbol der Verbundenheit

Trauringe sind für die Ewigkeit und sollen

ein ganzes Leben lang als Symbol

der Unendlichkeit getragen

werden. Hierbei

ist eine gute Beratung

sehr wichtig, um die eigene

Persönlichkeit

und Individualität mit

den neuen Ringen zu

unterstreichen.

Bei der Goldschmiede

Speckmann steht genau

dieser Service im

Vordergrund. Handgearbeitete

Trauringe

sind die schönere Idee, denn wer trägt

schon gerne Ringe von der Stange.

Trauringe

aus Meisterhand

Andreas Speckmann · Atelier für Unikatschmuck

Achternstraße 41 · Oldenburg · Tel. 04 41 - 1 51 53 · www.goldschmiede-speckmann.de


Schultern oder tiefe Ausschnitte sollten

mit einem Schal bedeckt sein. Die

Trauerfarbe Schwarz gehört, auch bei

Anzügen und Krawatten, nicht zur

Farbe der 1. Wahl. Damen sollten ganz

darauf verzichten – Schwarz-Weiß-

Kombinationen hingegen sind 2010

in. Insgesamt sind Jahreszeit, Location

und Motto der Feier bei der Kleiderwahl

zu berücksichtigen. Bei einer

Trauung in Italien und 35 Grad Celsius

im Schatten fällt ein – für den An-

HEIRATEN 2010

lass – zu kurzes Kleid in der Kirche

wahrscheinlich nicht negativ auf, in

traditionellen Landgebieten in

Deutschland vermutlich schon. Gute

Nachricht: Männer dürfen ihr Jakkett

offen tragen und zum Essen ganz

ablegen.

Verhaltenskodex. Wie bei jeder Veranstaltung

gibt es auch bei Hochzeiten

feste Verhaltensregeln: pünktlich

sein, Handy ausschalten, die Sitzordnung

einhalten – Familienmit-

Service rund ums Bild

Cloppenburger Str. 6

26135 Oldenburg

Tel 0441 - 4 85 10 62

Fax 0441 - 35 03 63 96

van.goch@ewetel.net

glieder sitzen in den vorderen Reihen

– sich zeremoniellen Abläufen wie

Hinsetzen, Knien oder Stehen in der

Kirche beugen und sich nicht neben

den Fotografen stellen, wenn er

Gruppenbilder schießt. Das lenkt ab.

Nachher sieht man, dass jeder in einer

andere Richtung blickt. Läuft einem

jemand über den Weg, dem man

nicht mehr begegnen wollte, höflich

begrüßen und dann für den Rest der

Veranstaltung ignorieren. Notfalls

den Zeremonienmeister um einen anderen

Tischplatz bitten.

Doppelstöckig

...oder dreifach.

Confiserie

Leutbecher

liefert Hochzeitstorten

für jeden

Geschmack.

Lassen Sie sich

bei der Auswahl

Ihrer Torte vom

Konditor beraten.

Neu: Jetzt in der

Cloppenburger

Straße 182

mit eigenen Parkplätzen

vor dem Hause,

hält das Foto-Studio

Babette Lorenz mit

dem Auge für das Persönliche

und Besondere

Ihr Ereignis in

eindrucksvollen Bildern

für Sie fest.

�����������������

������������������������ ��

PROMOTION

Sag es mit Herz – oder gar nicht.

Ad hoc findet man selten die richtigen

Worte. Daher ist es am besten,

sich schon vor dem Event die Formulierung

für Glückwünsche zu

überlegen – sei es für die Umarmung

direkt nach der Vermählung oder den

Eintrag in das Hochzeitsbuch und die

Hochzeitszeitung. Bei Spielen peinliche

Geschichten aus der Vergangenheit

in den Hochzeitssaal zu zerren,

zeigt keinen Stil.

(Quelle: „Weddix – Ihr Hochzeitsportal“:

www.weddix.de)

Konditorei Café

Leutbecher

����������������������

����������������������

�����������

�����������������������

��������������

����������������

����

����������

����������

��

���������

����������

�������

�����������

DIABOLO Extrablatt 02/10 13


Gefangen im Infostress

Die Dominanz der neuen Kommunikationsformen

Die virtuelle Datenflut nimmt weiter zu. Internetnutzer sind längst Teil eines weltumspannenden Informationsnetzwerkes

mit immer neuen und schnelleren Diensten. Aber kann unsere Psyche dieses Dauerfeuer noch verarbeiten?

Wie beeinflussen Twitter, Facebook & Co. Aufmerksamkeit und Konzentration – und wie verändern sie das soziale

Leben?

„„Christians OP ist glatt verlaufen.

Wir sind wieder optimistisch. Grüße

an alle, die uns die Daumen

drücken.“ „Kommt die Krise nun

oder nicht? Die Nachrichten aus der

Branche sind zwiespältig. Hier ein

Link für Skeptiker.“ „Ich gieße jetzt

noch meine Blümchen und gehe

dann ins Bett. Gute Nacht, Ihr Lieben,

bis morgen.“ Wer einmal erlebt

hat, wie Bekannte mitten im Gespräch

zum Handy greifen, um eingegangene

Twitter-Nachrichten zu

lesen, weiß, wie dominant die neuen

Kommunikationsformen im Alltag

sein können. Man chattet, mailt

oder bloggt am PC, hinterlässt oder

liest Einträge auf Plattformen wie

Facebook, Studi-VZ oder Xing,

14 DIABOLO Extrablatt 02/10

oder man verfolgt das Leben anderer

über den neuen Nachrichtendienst

Twitter. Und spätestens mit

einem internetfähigen Mobiltelefon

hat man auch unterwegs stets

die Möglichkeit, mit Hunderten

von Menschen im virtuellen Dauerkontakt

zu stehen - ohne je ein Wort

sagen zu müssen. Das kann theoretisch

bis zu 24 Stunden am Tag der

Fall sein, denn irgendjemand ist immer

online und produziert Informationen.

Die Folge: Vielen Menschen

bleibt immer weniger Zeit frei

von (virtueller) Kommunikation,

immer seltener Momente, in denen

sie nicht auf Mitteilungen reagieren,

sie wahrnehmen, filtern, beurteilen

und irgendwo im Gedächtnis

einsortieren müssen. Beispiel Twitter:

Neben wenigen Nachrichten-

Rosinen, also interessanten und inspirierenden,

dem Empfänger nützlichen

Informationen, neben wenigen

weltbewegenden Nachrichten,

die zwei Stunden später über alle

Medienkanäle verbreitet werden, ist

viel Privates darunter, auch von

Menschen, die man gar nicht privat

kennt, zu deren „Followern“ man

jedoch zählt. (Siehe Kasten). Pausenlos

erfährt man, wer was über ein

bestimmtes Ereignis denkt oder soeben

erlebt hat. Die Crux an der Sache:

Um die Rosinen herauszupikken,

muss man sich durch eine

Menge Datensalat hindurch arbeiten.

Dabei muss das Gehirn innerhalb

von Sekunden eine Vielzahl

von Informationen nach ihrer Priorität

ordnen. Es muss blitzschnell

entscheiden, wie bedeutungsvoll

Absender und Nachricht sind, ob

man sie vergessen, sich merken oder

an eigene Kontaktpartner weiterleiten

soll. Ist die Nachricht von persönlichem,

beruflichem oder politischem

Interesse? Bringt sie wichtige

Einsichten, oder kann ich sie getrost

löschen? „Solche Entscheidungen

werden tunlichst sofort getroffen,

denn schon kurz später drängen

neue Nachrichten heran, die die

Aufmerksamkeit fordern“, erzählt

eine Twitter-Nutzerin. Das Wesen

digitaler Informationsdienste besteht

gerade in ihrer Schnelligkeit.

Das Netz schläft nicht, es reagiert

pausenlos auf Ereignisse und lässt

TEXT : EVA TENZER

uns teilhaben, unabhängig davon,

ob wir ein wichtiges Projekt fertig

bringen müssen, eigentlich Ruhe

brauchen oder vielleicht eine reelle

Person gerade unsere Aufmerksamkeit

benötigt. Und: Es bringt ständig

neue Informations- und Kommunikationskanäle

hervor, auf denen

man sich bewegen muss, um auf

der Höhe zu sein. Kaum anzunehmen,

dass sich dieser Trend noch

einmal umdrehen wird.

Aber wie gut kann man sich konzentrieren,

wenn die Aufmerksamkeit

permanent auf Dateneingang

geschaltet ist? Wie beeinflusst dieser

Zustand das Bewusstsein und soziale

Beziehungen, und vor allem:

Woran merkt man, wann es zu viel

wird, das Gehirn überfordert mit

der ständigen Nachrichten-Filterung?

Produziert das Stress, kann es

gar süchtig machen, oder ist es nur

eine Frage der Zeit, bis sich das Gehirn

auf die stetige virtuelle Kommunikation

umstellt und daraus

Produktives schafft?

Eine Tücke der elektronischen Datenflut

liegt nach Meinung der Coaches

Günter Weick und Wolfgang

Schur darin, dass sie eine Art „Steinzeit-Reflex“

aktiviere. „Neue Informationen,

das hat uns die Evolution

gelehrt, sind lebenswichtig. Wir

können deshalb nicht anders, als

beim Auftauchen einer neuen

Nachricht den Eingangskanal automatisch

ein- und alle anderen Prozesse

auf Stand-by zu schalten.“ Der

Wunsch, an eine neue Information


zu gelangen, sei so beherrschend,

dass alles andere unbewusst zurükkgestellt

werde, meint Weick, der

sich intensiv mit Technologieakzeptanz

beschäftigt.

Auch Psychologen beobachten die

Entwicklung durchaus kritisch.

Zwar gibt es bislang kaum Studien,

vor allem die Auswirkungen von

Twitter sind noch nicht untersucht.

Doch Gerald Hüther, Professor für

Neurobiologie an der Universität

Göttingen, ist überzeugt, dass das

auch nicht unbedingt für jeden neuen

Dienst gemacht werden muss.

Entscheidend sei, was da passiere.

Und das bereitet dem Hirnforscher

durchaus Sorgen: „Wir wissen, dass

sich das Gehirn durch seine Plastizität

mit jeder intensiv betriebenen

Tätigkeit in seiner Struktur verändert.

Es passt sich an das an, was wir

mit Begeisterung tun.“ Und Experten

sind sich einig, dass das Gehirn

Ruhepausen braucht, um Aufgaben

optimal zu bewältigen. Wird man

durch eingegangene Nachrichten

ständig aus der aktuellen Tätigkeit

gerissen und gewöhnt man sich an

den ständigen Daten-Input, leidet

auf Dauer die Konzentration:

„Wenn man kontinuierlich sozial

vernetzt ist, und sich keine Zeit

mehr für sich selbst nimmt, zum eigenen

Nachdenken, dann können

sich keine kreativen Prozesse entfalten.

Wir vernichten unsere kreativen

Potenziale durch den ‘Terror

der Kommunikation‘“, warnt Ernst

Pöppel, Professor für Medizinische

Psychologie an der Universität

München. Da es ein echtes Multitasking

aufgrund unserer Hirnorganisation

nicht geben könne, sondern

wir nur in der Illusion von

Multitasking leben, indem wir ein

größeres Zeitfenster annehmen,

innerhalb dessen mit hoher Taktzeit

verschiedene Sachverhalte abgearbeitet

werden, stelle sich die Frage

nach möglichen Umprägungen des

Gehirns, so Pöppel: „Dass es hierbei

Kollateralschäden geben wird, ist

für mich unbestritten. Mängel des

Konzentrationsvermögens sind

durchaus möglich.“ Als Abhilfe rät

der Psychologe, täglich eine Stunde

lang nicht zu kommunizieren. „Ich

schlage vor, jeden Tag von 11 bis 12

Uhr sich auf sich selbst zu konzen-

trieren. Wenn man das schon nicht

für das ganze Land machen kann,

dann vielleicht für einzelne Institutionen.

Das würde zu einem enormen

Innovationsschub führen.“

Götz Mundle ist Psychotherapeut

und Ärztlicher Geschäftsführer der

Oberbergkliniken, wo schwerpunktmäßig

Erkrankungen wie

Burn-Out, Sucht und Depressionen

behandelt werden. Er warnt vor

den Gefahren der wachsenden Informations-

und Kommunikationsflut,

die uns täglich über das

Internet erreicht: „Wir bemerken,

dass im Online-Zeitalter viele Menschen

die Fähigkeit verlernt haben,

geistig und seelisch offline zu gehen,

also abzuschalten, sich zu besinnen

und die Seele baumeln zu lassen.

Ständig online, das geht nicht. Dafür

ist der Mensch nicht gebaut, er

braucht Ruhepausen, in denen er zu

sich kommen kann. Das drängende

Gefühl, dass noch immer mehr

möglich ist, ist Stress für Körper

und Psyche. Seelische Gesundheit

entsteht nicht durch das Immer-

Mehr, sondern eher durch das bewusste

Immer-Weniger. Aber das

haben viele Dauer-Onliner verlernt.“

Wie genau die Folgen permanenter

virtueller Kommunikation aussehen

werden, ist noch unklar, denkbar

sind immerhin neben gravierenden

Nachteilen auch positive

Auswirkungen, denn: „Sequentielles

Multitasking verlangt ein exzellentesAufmerksamkeits-Management.

Dies wäre eine Art ‚positiver

Kollateralschaden‘, wenn wir durch

diese Art der Tätigkeit die

Ressourcen unseres Gehirns in dieser

Richtung positiv beeinflussen“,

erklärt Pöppel. Es wäre also auch

denkbar, dass das Gehirn lernt, die

Datenflut immer besser zu organisieren

und sie produktiv umzusetzen.

Nicht nur aus hirnbiologischer,

auch aus sozialpsychologischer Perspektive

bringt die wachsende virtuelle

Kommunikation sowohl Vorals

auch Nachteile. Wesentlich bei

neuen Diensten wie Twitter, Facebook

oder MySpace, die allein in

Deutschland bereits mehrere Millionen

Nutzer haben, ist es, soziale

Netzwerke zu pflegen. So könnte

sich die soziale Kontaktpflege künftig

noch weiter ins Virtuelle verlagern

und immer seltener im realen

Raum stattfinden. Ernst Pöppel

sieht die Gefahr, dass die Nutzer auf

diese Weise zunehmend in einer virtuellen

Welt leben, zu „funktionellen

Autisten werden, und nicht

mehr in der Lage sind, in der Wirklichkeit

einem Gegenüber in die

Augen zu schauen. Der Verlust an

empathischen Bezügen scheint mir

durchaus möglich.“ Das liegt an

den wesentlichen Merkmalen virtueller

Kommunikation: Man muss

niemandem sofort antworten, kann

seine wahre Identität hinter Pseudonymen

verstecken und sich seine

Kontaktpartner nach Belieben aussuchen,

im Notfall einfach den Ausknopf

drücken. All das funktioniert

im realen Leben nicht. So kann aus

der Sicht von Sozialpsychologen das

Internet niemals reale Beziehungen

ersetzen und es besteht die Gefahr,

dass mancher Nutzer dauerhaft in

einer Pseudowelt lebt.

Auch Gerald Hüther findet das bedenklich:

„Wenn jemand ständig

im virtuellen Raum kommuniziert,

hat es offenbar mit den realen Beziehungen

nicht geklappt. Jemand,

der drei gute Freunde hat und die

täglich sieht, braucht keine Internet-Plattformen.

Aber das Ausweichen

dorthin reizt natürlich, weil

man die Kommunikation über den

PC vollkommen selbst steuern

kann.“ Gerade in der Pubertät,

wenn Beziehungen oft problematisch

und fragil sind, sei das ein Zeichen

von Unsicherheit und der

Angst, reale Beziehungen managen

zu müssen. Hüther sieht die Twitterbewegung

als typische „Klammeraffen-Beziehung“

in der sich die

Nutzer einander ständig rückversichern,

ohne dabei etwas Produktives

hervorzubringen. „Man ist völlig

verklebt mit der Gemeinschaft,

und kann gar nicht mehr ohne.“

Der Reiz gerade von Twitter liegt

außerdem am Kontakt zu Menschen,

denen man im Alltag kaum

begegnen würde. Politiker, Schauspieler

und andere Prominente erfreuen

sich hoher Follower-Zahlen.

Die verfolgen gebannt das Leben

der prominenten Absender, wodurch

eine Nähe zu Menschen ent-

steht, die im realen Leben unerreichbar

sind, sie schenken – natürlich

nicht ohne Eigeninteresse - Anteil

an ihrem Leben, das über den

beschränkten Horizont der Follower

oft weit hinausgeht. Das Gefühl,

von einem Star Nachrichten

zu empfangen, gaukelt eine Verbundenheit

vor, die mit der Realität

wenig zu tun hat.

Andererseits ist es durchaus vorteilhaft,

Freunde selbst über lange Distanzen

nicht aus den Augen zu verlieren,

was Twitter oder Facebook

ermöglichen. Sie können durchaus

hilfreich sein, um Sozialkontakte zu

pflegen, bringen Menschen zusammen,

die in der realen Welt nicht zueinander

gefunden oder den Kontakt

längst verloren hätten und lassen

an den Erfahrungen anderer

Anteil haben. Es scheint also auch

hier vor allem eine Frage des Maßes

zu sein. Und so ist auch Ernst Pöppel

insgesamt eher optimistisch:

„Das Gehirn repariert sich immer

selbst, und wenn Situationen entstehen

– etwa durch Technologie –

die uns von uns wegführen, von

dem Eigentlichen, ‘wie wir gemeint‘

sind, dann setzen Kompensationsmechanismen

ein, die uns

auf den rechten Weg zurück führen.“

Das Gehirn sei eben außerordentlich

konservativ.

Strategien gegen den Info-Stress

Individuelle Freiräume ohne

elektronische Kommunikation

schaffen, die für Selbstbesinnung

und kreative Ideen reserviert sind.

Am besten einen Tag in der Woche

komplett auf Computer und Handy

verzichten. Vor allem im Urlaub

zur psychischen Regeneration Abstand

von diesen Medien nehmen.

Durch Zeiten der Stille oder meditative

Übungen bewusst die eigene

Innenwelt erleben. Aktive Auszeiten

mit anderen einlegen und gemeinsam

offline gehen. Aktivitäten

im „realen“ Leben und soziale Faceto-face-Kontakte

verstärken. Gelingt

das Ausklinken partout nicht,

sollte man therapeutische Hilfe in

Anspruch nehmen..

DIABOLO Extrablatt 02/10 15


Das Bild der Frau

Oldenburger Schülerin befasste sich mit der Frauenrolle in Frauenzeitschriften

Rund 9 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland laut Statistischem Bundesamt in Teilzeit, unter ihnen über 7,3

Millionen Frauen. Noch immer scheint es selbstverständlich, dass die Frau für Kinder ihre Karriere in den Hintergrund

rückt und den Haushalt schmeißt. Von wirklicher Gleichberechtigung sind Mann und Frau noch weit entfernt. Doch

wollen es die Frauen überhaupt anders und was kommunizieren Frauenzeitschriften ihnen? Nina von Hoegen, 18 Jahre

alt und Schülerin des 12. Jahrgangs des Neuen Gymnasiums Oldenburg (NGO), hat sich im Rahmen ihrer Facharbeit

mit der Frauenrolle in verschiedenen Frauenzeitschriften beschäftigt.

Nina von Hoeg

„Frauenzeitschriften sprechen mich als

Frau an“, meint Nina von Hoegen. Sie

liest gerne verschiedene Zeitschriften.

Dabei interessiert sie, welcher Typ Frau

welche Zeitschrift liest und womit welche

Zielgruppe angesprochen wird. Als

das Grundthema „Massenmedien“ für

die Facharbeit bekannt gegeben wurde,

stand für sie fest, dass sie sich mit Zeitschriften

beschäftigen möchte.

Schließlich nähmen Frauenzeitschriften

„einen großen Platz im Markt ein“,

fügt sie hinzu. Zudem habe sie es überschaubarer

gefunden, direkt am Objekt

arbeiten zu können, nicht auf das Internet

als Primärquelle angewiesen zu sein.

„Die Frauenrolle in ausgewählten Massen-Frauenzeitschriften:

ein Vergleich“

heißt ihr 15 Seiten umfassender Text.

Hausfrauen-Klischee

Überrascht hat die junge Schülerin festgestellt,

dass noch immer unterschwellig

das klassische Hausfrauenbild in den

bekannten Blättern des Marktes vorherrsche.

Nina von Hoegen untersuchte

drei prominente Magazintitel, die

„Brigitte“ als auflagenstärkste Frauenzeitschrift

auf dem deutschen Markt,

die international vertretene „Cosmo-

16 DIABOLO Extrablatt 02/10

politan“, sowie die Zeitschrift der

Emanzipationsbewegung schlechthin,

die „Emma“.

Gerade die 1954 gegründete „Brigitte“,

Marktführer mit durchschnittlich über

690.000 verkauften Exemplaren pro

Ausgabe, kommuniziert einen Frauentyp,

bei dem Haushalt, Familie, Teilzeitjob

und Aussehen dominieren würden,

erklärt Nina von Hoegen. Die

Zeitschrift gibt vor, „wofür sich eine

Frau zu interessieren hat“, sagt sie. Bei

ihren nicht wirklich anspruchsvollen

Artikeln erwarte die „Brigitte“ keine intellektuelle

Leistung, vielmehr setze sie

das Einverständnis ihrer Leserin voraus,

transportiere unterschwellig das Bild

der klassischen Hausfrau. „Die ‚Brigitte’-Frau

sollte sich aus entscheidungstragenden

Positionen zurückziehen

und diese dem Mann überlassen“,

schreibt sie. Die Leserin soll die Zeitschrift

aktiv in ihren Alltag mit einbeziehen,

sie als Ratgeber und Freundin

zugleich nutzen, aber auch Abstand

vom Berufs- und Familienleben gewinnen

können. „Die Frau will sich in der

Zeitschrift wiederfinden“, ist Nina von

Hoegen überzeugt. Durch Bastel-, Mode-

und Kochtipps könne sie darüber

hinaus ihre Familie mit einbeziehen,

das Magazin als Gesprächsgrundlage

nutzen.

Aussehen über alles?

Auch die „Cosmopolitan“ agiere ähnlich

wie die „Brigitte“, so die Schülerin

des NGO. Die Rolle der Frau basiere

hier auf Konsum und Freiheit. Wie in

der „Brigitte“ seien Mode und Kosmetik

wichtig, der Frau werde vor Augen

gehalten, dass sie ihre Weiblichkeit pflegen

müsse, dass das Aussehen ihre stärkste

Waffe sei. Im Gegensatz zur „Brigitte“

spricht die „Cosmopolitan“ jedoch

einen jüngeren Frauentyp an, der agil,

lebensfroh und auf Vergnügen aus ist.

Indizien, wonach die typische Leserin

der „Cosmopolitan“ noch nicht so fest

in ihrer Partnerschaft verankert ist.

Durch den Verzicht auf politische und

wirtschaftliche Beiträge, „wird der Frau

der Einstieg in die öffentlichen Handlungsräume

verweigert“, steht in der

Facharbeit über die „Cosmopolitan“

geschrieben.

Grundsätzlich total anders wird die

Frauenrolle im dritten untersuchten Titel

vermittelt. „Sie lehnt das durchschnittliche,

monotone Bild der Frau

ab und versucht durch anspruchsvolle

Reportagen und Hintergrundberichte

ein seriöses Bild der Frau auf einem höheren

Niveau als die anderen Frauenzeitschriften

zu bieten. Dadurch stellt

sie die Frau als selbstbewusst, engagiert

und gleichberechtigt dar“, heißt es über

die „Emma“. Diese Frauenzeitschrift

erwarte eine intellektuelle Leistung der

Leserin, setze Hintergrundwissen voraus,

erzählt Nina von Hoegen. „Die

Emma-Leserinnen gehören zu den

bestqualifiziertesten Deutschlands“,

äußert sie weiter. Im Gegensatz zu den

anderen Frauzeitschriften behandelt

die „Emma“ auch ausführlich politische

Themen und spricht homo- wie

heterosexuelle Frauen an. Überrascht

TEXT UND FOTO : MAIKE HOHEISEL

sei sie gewesen, dass die auflagenstärksten

Zeitschriften homosexuelle Frauen

komplett außen vor ließen, berichtet

die Schülerin.

Kritischer Blick

Sowieso habe sie bemerkt, dass es nicht

üblich sei, auch schwache, kranke, unvorteilhaft

aussehende, einfach andere

Frauen anzusprechen, die vom Bild der

starken selbstbewussten Power-Mama

und -Ehegattin abweichen. Auch die

viel gelobte Kampagne der „Brigitte“,

vollkommen auf Profi-Models zu verzichten,

sieht Nina von Hoegen kritisch.

Letztendlich würden weiterhin

nur dünne, hübsche Frauen gezeigt, ob

Profi-Model oder nicht, am Erscheinungsbild

habe sich nicht viel geändert,

meint sie und bedeutet, dass sie ältere

und neuere Ausgaben daraufhin verglichen

habe.

Die Aussagen, die einige Frauenzeitschriften

über die Rolle der Frau versteckt

propagieren würden, seien teilweise

alles andere als zeitgemäß. Kein

Wunder also, dass immer noch über

Dreiviertel der in Teilzeit arbeitenden

Personen Frauen sind. Trotzdem, meint

Nina von Hoegen, sei prinzipiell nichts

gegen solche Magazine einzuwenden,

die Leserin solle nur genau prüfen, ob

sie die Zeitschrift als Freundin und Lebensberater

oder als pure Unterhaltung

sehe. Sie persönlich lese einfach ein bisschen

aufmerksamer, reflektiere das

wahrgenommene kritischer. Dann fügt

sie hinzu: „Jetzt nach der Facharbeit finde

ich die ‚Emma’ richtig interessant!“


„Die Menschen gehören

auf die Straße“

Wie wird die Finanzkrise aus der weiblichen Perspektive wahrgenommen

Gabriele Richter, Inhaberin eines

Marktstandes:

„Als ich 2008 wieder eine Arbeit gesucht

habe, nachdem ich meine Eltern

gepflegt hatte, hieß es überall

nur, dass aufgrund der Wirtschaftsund

Finanzkrise keine Stellen mehr

frei seien. Schließlich habe ich mich

entschlossen, mit ein bißchen Risiko

und viel Weiterbildung im Bereich

Imkerei diesen Stand aufzumachen.

Vorher war ich Bürokauffrau

und habe im Personalwesen gearbeitet.

Ich glaube nicht, dass die

Krise so schnell vorbei geht, denn es

handelt sich um ein grundsätzliches

Problem. Die Unternehmen tragen

ihre Probleme, besonders die finanziellen,

eindeutig auf dem Rücken

der Arbeiter und Angestellten aus.

Manager treten nur selten zurück

oder verzichten auf Anteile ihres

Gehaltes. Insofern wird der Zusammenbruch

keine heilsame Wirkung

entfalten. Die Menschen werden

wieder vergessen und dann

dreht sich die Spirale von Neuem.

Wenn ich die jetzige Situation mit

den 60er und 70er Jahren vergleiche,

fällt mir auf, dass uns heute eine

echte Perspektive, ein Aufbruchsgefühl

fehlt. Die Menschen

sollten wieder auf die Straße gehen.

Ich habe bei der letzten Wahl beispielsweise

bewußt eine ungültige

Stimme abgegeben, weil ich nicht

mehr sehe, dass sich eine der wählbaren

Parteien für die Menschen

einsetzt. Mich beschleicht das Gefühl,

dass die derzeitige Ausbeutung

gewollt ist, dabei gilt doch der wichtige

Grundsatz, dass Arbeit sich lohnen

muss!

Grit Buscher, Leiterin des

CinemaxX:

„Gerade beim Kino macht sich die

Krise nicht so stark bemerkbar. Jedenfalls

nicht bei den Besucherzahlen.

Im Gegenteil, es läßt sich

durchaus ausmachen, dass die Menschen

gerade in diesen Krisenzeiten

ins Kino gehen, weil sie sich ablenken

wollen, der Realität einen kurzen

Augenblick entfliehen. Aber die

Besucher sind deutlich preisempfindlicher

geworden. Da ich aber

viel zwischen Oldenburg und Hamburg

beruflich mit dem Auto unterwegs

bin, stelle ich fest, dass die Infrastruktur

enorm leidet und

scheinbar keine Mittel mehr vorhanden

sind daran etwas zu ändern.

Teilweise habe ich auch das Gefühl,

dass die Finanzkrise als gutes Argument

dient Auflage zu machen oder

Personal abzubauen, wobei sich die

Menschen sicherlich nicht zu unrecht

Sorgen machen. Nach meinem

Gefühl geht es wieder bergauf,

aber das hängt sicherlich in starkem

Maße auch von dem Wirtschaftszweig

ab, in dem man tätig ist. Ich

würde beispielsweise gerne mein

Auto verkaufen, werde es aber einfach

nicht los. Der Automarkt

scheint zusammengebrochen zu

sein.“

Jana Blaney (Foto: privat),

Marketingleiterin der VHS:

„Man kann nicht sorgenfrei in die

Zukunft blicken. Wenn ich durch

die Innenstadt gehe nehme ich eine

Krise vor allem an dem Leerstand

war, der dort derzeit herrscht. Die

VHS, beispielsweise darf sich zur

Zeit glücklich schätzen den Teilnehmerstand

gehalten zu haben. Da

geht es anderen Volkshochschulen

schlechter. Das Buchungsverhalten

der Kunden bei den Kursen hat sich

schon verändert, allerdings auch

schon vor der Krise. Weil die VHS

aber von mehreren Säulen getragen

wird, die derzeit durch die Finanzkrise

beeinflusst werden - es fließen

Landesmittel und von der Kommune

kommt auch Geld - können die

TEXT UND FOTOS : ALEXANDER BESIER

Die Finanzkrise muss derzeit als wichtigstes Argument dafür herhalten, dass überall Einsparungen vorgenommen,

Steuern erhöht werden und Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Extrablatt Woman Today hakte bei Frauen aus

der Berufswelt nach, wie sie zu der Krise und ihren Auswirkungen stehen.

Auswirkungen noch stärker werden.

Es entsteht ein seltsamer Moment,

wenn die Firmen einerseits

ums Überleben kämpfen und andererseits

überall von Fachkräftemangel

gesprochen wird. Die VHS ist

aufgefordert sich dieser Gegensätze

auch anzunehmen und entsprechende

Kurse zu bieten. Allerdings

übernehmen wir auch Aufgaben,

die nicht unbedingt wirtschaftlich

betrachtet werden können. Beispielsweise

die Alphabetisierungskurse,

die immerhin zu unserem

Kernauftrag gehören. Es muss dafür

gesorgt werden, dass solche Angebote

nicht untergehen.“

Beate Ihmels, Verkäuferin auf

dem Wochenmarkt:

„Man merkt die Krise auch am

Stand, aber es könnte auch der lange

Winter gewesen sein. Es ist spürbar,

dass die Menschen nicht mehr

so viel Geld ausgeben wollen, eine

gewisse Unsicherheit macht sich

breit. Auch privat gebe ich das Geld

nur sehr vorsichtig aus. Sich mal etwas

gönnen oder einen gewissen

Luxus leisten, das ist nicht drin. Ein

bißchen packt mich schon die

Angst vor der Zukunft.“

DIABOLO Extrablatt 02/10 17


Für Männer und Frauen

Frauenbüro koordiniert und vernetzt Aktionen rund um die

Gleichstellung von Mann und Frau

Das Plakat fällt ins Auge. „Gleich ist nicht gleich gleich!“, so steht es da in dicken weißen Lettern geschrieben. „Frauenbeauftragte

– wichtiger denn je!“, heißt es weiter. Dieses Plakat hängt im Oldenburger Frauenbüro. Doch was

steckt hinter dem Zitat? Wie arbeitet das Frauenbüro inhaltlich? Und gehören die Zeiten, in denen Männer und Frauen

ungleich behandelt wurden, nicht längst der Vergangenheit an?

Informationsstand zum Weltfrauentag

Letztendlich geht alles zurück auf das

Grundgesetz. Seit 1948 steht dort in

Artikel 3, Absatz 2 geschrieben:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“

Um die Gleichberechtigung

auch real zu verwirklichen, gibt

18 DIABOLO Extrablatt 02/10

es in Oldenburg seit 1988 das Frauenbüro.

Dieses wurde zunächst als

freiwillige Leistung der Stadt installiert.

Erst mit der Erweiterung des

Grundgesetzes 1994 um den Zusatz,

„Der Staat fördert die tatsächliche

Durchsetzung der Gleichberechtigung

von Frauen und Männern und

wirkt auf die Beseitigung bestehender

Nachteile hin“, ist es auch Pflicht

der Stadt, eine hauptamtliche Frauenbeauftragte

zu stellen. In Nieder-

TEXT UND FOTOS : MAIKE HOHEISEL

sachsen wurde der Begriff 2005 per

Gesetzesänderung in „Gleichstellungsbeauftragte“

geändert, um zu

betonen, dass sich die Amtsperson

grundsätzlich für den Abbau geschlechterspezifischer

Benachteili-


gungen beider Geschlechter einsetzt.

Zwei Arbeitsbereiche

Im Oldenburger Frauenbüro kümmern

sich stets drei Frauen um die

Arbeit, die sich in zwei Komplexe,

die interne sowie die externe Frauenförderung,

teilt. Intern sind sie für

die MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung

zuständig. Sie beraten beispielsweise

bei Problemen am Arbeitsplatz,

regen Fortbildungen an

oder organisieren gemeinsam mit

dem Personalservice Seminare für

beurlaubte Frauen und Männer, um

diese während einer Elternzeit auf

dem Laufenden zu halten. Darüber

hinaus beteiligt sich das Frauenbüro

an allen Auswahlverfahren innerhalb

der Stadtverwaltung. So werden aktuell

die neuen Auszubildenden unter

die Lupe genommen und ausgewählt.

Dabei sei die Akzeptanz des

Frauenbüros innerhalb der Verwaltung

groß, berichtet Renate Vossler,

Vertreterin der Gleichstellungsbeauftragten.

Ihre Meinungen seien

gefragt und würden wertgeschätzt.

Auch extern leistet das Frauenbüro

vielseitige Arbeit. Eine der Hauptaufgaben

liegt hier in der Vernetzung

unterschiedlicher Arbeitskreise und

Projekte. Viele der Arbeitskreise wie

„Forum Brustkrebs“, „Forum Essstörungen“

oder „Runder Tisch

‚häusliche Gewalt’“ haben die Mitarbeiterinnen

selbst initiiert, bei anderen

nehmen sie als Unterstützer

teil. Wichtig sei der fachliche Austausch,

oft würden sich aus den Kreisen

heraus Aktionen für die Öffentlichkeit

ergeben, so Vossler.

Ohnehin ist Öffentlichkeitsarbeit

ein wichtiger Teil der Arbeit des

Frauenbüros. Der Internetauftritt

muss gepflegt werden, mehrmals im

Jahr werden Stände in der Innenstadt

oder andere Veranstaltungen

organisiert oder es werden externe

Veranstalter bei ihren Planungen

unterstützt. Im Mai soll beispielsweise

die kulturwissenschaftliche

Ausstellung „Justitia ist eine Frau“

den Auftakt einer Reihe zum Thema

„Partnerschaft und Recht“ geben

und im August ist eine neue Folge

von „Drinnen und Draußen – Oldenburger

Frauenzimmer schreiben“

geplant.

Auch für Männer

Das Beratungsangebot des Frauenbüros

gilt jedoch nicht nur für Frauen.

Männer können sich ebenso an

die Mitarbeiterinnen wenden, wenn

sie sich diskriminiert fühlten oder in

anderen Angelegenheiten Rat brauchen.

Die Erfahrung zeigt allerdings,

dass nahezu 100 Prozent der Personen,

die Beratung in Anspruch nehmen,

Frauen sind. Inhaltlich gehe es

dabei vor allem um die Themen

Trennung, Scheidung und Widereinstieg

in den Beruf. Zudem sei Gewalt

gegen Frauen leider nach wie

vor aktuell, erzählt Vossler. Viele Personen

ließen sich nicht persönlich,

sondern telefonisch beraten oder

stellten im Rahmen von Veranstaltungen

Fragen. Auch sei es häufig so,

dass betroffene Personen gar nicht

selbst kommen würden, sondern

Leute aus dem Umfeld stellvertretend

Informationen einholten.

Zukunftsfähig?

Während es innerhalb der letzten

zwei Generationen zwar normal geworden

sei, dass Frauen einen Beruf

erlernten, so gäbe es immer noch erhebliche

Unterschiede im Berufsleben

beider Geschlechter, meint Renate

Vossler. Es sei normal, dass Frauen

Teilzeit arbeiteten, sich um die

Kinder kümmerten und geringer

entlohnt würden. Um darauf aufmerksam

zu machen, wird das Frauenbüro

am 26. März, dem „Equal

Pay Day“, einen Stand in der Innenstadt

aufbauen. Der Tag markiert

den Entgeltunterschied zwischen

den Geschlechtern, den „Gender Pay

Gap“, als Zeitraum. Aktuell liegt dieser

in Deutschland bei 23 Prozent.

Das bedeutet, dass eine Frau durchschnittlich

am 26. März dieses Jahres

endlich den Jahresverdienst eines

Mannes in 2009 erreicht hat.

Trotz aller Mühen und zahlreicher

Versuche gibt sich das Frauenbüro

nicht der Illusion hin, die Ungerechtigkeiten

hinsichtlich von Entlohnung

und Karrierechancen alleine

beheben zu können. „Da ist wirklich

der Gesetzgeber gefordert“, meint

Vossler und sie gibt preis: „Ich fände

es schön, wenn man in 100 oder 50

Jahren sagen könnte, es braucht kein

Frauenbüro mehr, weil Frauen die

wirkliche Gleichberechtigung er-

langt haben. Das wäre wunderbar!“

Bis es jedoch so weit ist, wird das

Frauenbüro weiter an den Baustellen

arbeiten.

Information

Kornelia

Ehrhardt

(Foto: privat),

fast 56 Jahre,

Gleichstellungsbeauftragte,

Abitur, Studium der Sozialarbeit

an der Hochschule für Sozialpädagogik

und Sozialökonomie. Seit

1992 im Frauenbüro der Stadt und

seit 2000 Gleichstellungsbeauftragte

Renate Vossler,

46 Jahre,

eine Tochter,

Vertreterin der

Gleichstellungsbeauftragten,

Inhaberin Anna Koscielniak führt die

Boutique ZARTBITTER seit Oktober

2005 und bietet das spanische Label

SKUNKFUNK exklusiv in Oldenburg

an. Aber auch Accessoires, Taschen,

Gürtel, Schmuck und Unterwäsche sowie

7 weitere Marken, auffallend,

außergewöhnlich, individuell, modisch,

funky, schrill aber auch bequem,

erweitern die Produktpalette. Das

Gründungsmotto von ZARTBITTER

war und ist ‚ANDERS’ sein, Exklusives

und Einzigartiges anbieten zu einem

guten Preis-Leistungsverhältnis. Die

Boutique ZARTBITTER wurde übrigens

im Sommer letzten Jahres von der

Frauenzeitschrift ‚BRIGITTE’ zu den

100 besten Fashionadressen Deutschlands

gezählt. Ganz neu bei ZART-

BITTER sind private Fashionparties.

Wir öffnen das Geschäft nur für Sie und

Ihre Freunde ausserhalb der regulären

Öffnungszeiten, verwöhnen Sie mit

Prosecco und Häppchen, und für die

Gastgeberin gibt es sogar ein Bonussystem.

Sprechen Sie uns an und erfahren

Sie mehr! Wir freuen uns auf Sie!

Frauenbüro der Stadt Oldenburg

Stau 73

26122 Oldenburg

www.oldenburg.de/frauenbuero

Abitur auf dem zweiten Bildungsweg

am Oldenburg Kolleg. Studium

der Diplom-Pädagogik mit

Schwerpunkt Soziales und Erwachsenenbildung.

Seit 2001 im

Frauenbüro der Stadt

Claudia Triebe,

47 Jahre, zwei

Töchter, Verwaltungsangestellte,

Ausbildung zur

Groß- und Außenhandelskauffrau,

danach u.a. 7 Jahre beim

interkommunalen Projekt EFA –

ExistenzgründungsAgentur für

Frauen. Seit September 2008 im

Sekretariat des Frauenbüros

Eine sensationelle

Sommerkollektion

2010

+ 50% Winterschnäppchen

erwarten Sie!!!

moden

schau

am verkaufsoffenen

Sonntag

28. März

ZARTBITTER

lambertihof

markt 22 – 26122 ol

tel. 0441-2197364

www.zartbitter-ol.de

DIABOLO Extrablatt 02/10 19


natürlich leben...

NATURMODE UND MEHR...

Katalog bestellen unter Tel. 01805/990500 *

oder im Online-Shop www.maas-natur.de

Laden Oldenburg | Uhlhornsweg 99 (ÖCO) | 26129 Oldenburg

Öffnungszeiten: Mo - Fr 10.00 - 18.00 und Sa 10.00 - 14.00

*(EUR 0,14/Min. aus dem Festnetz der T-Com - Mobilfunkpreise können abweichen)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine