Messseminar für Führungskräfte - Jokin

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Messseminar für Führungskräfte - Jokin

Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungMessseminar für FührungskräfteInhaltRechtsgrundlagen / AllgemeinesGeräte zur Durchführung von GefahrstoffmessungenDurchführung einer GefahrstoffmessungDokumentationErstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 1 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungRechtsgrundlagenNach dem § 18 Gefahrstoffverordnung müssenMaximale Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK Werte)Technische Richtkonzentrationen (krebserregende Stoffe)Biologische Arbeitsplatztoleranzwertegemessen werden, wenn nicht sicher auszuschließen ist, das gefährliche Stoffe vorhandensind.Der Messende muss über die erforderliche Sachkunde besitzen und über die notwendigenEinrichtungen verfügen.Die Messergebnisse sind 30 Jahre aufzubewahren.Messungen an Einsatzstellen der Feuerwehr dürfen nur von den damit beauftragten undunterwiesenen Personen durchgeführt werden.Die Einsatzleiter dürfen die Messung nur für ihren Verantwortungsbereich und nur für deneigenen Gebrauch (Gefahrenabschätzung/Ausbreitung) und zum Festlegen derAbsperrgrenzen, zum Einsatz der entsprechenden Schutzkleidung oder weiterer taktischerErfordernisse verwenden.Bei Gefahr im Verzuge und der Abwesenheit von Verwaltungsmäßig Verantwortlichenmüssen solche Maßnahmen, die auf die Messergebnisse der Fw. Beruhen, möglichsteinvernehmlich vom Einsatzleiter der Fw. und der Polizei getroffen und durchgeführt werden,bis der Notstand beseitigt ist.Die Aufhebung der Maßnahmen darf nicht von der Fw. angeordnet werden. Selbst wennerneute Messergebnisse anscheinend kein Vorhandensein von Gefahrstoffen ergeben, darfdaraus keine eigenmächtige Freigabe von Räumen oder Flächen erfolgen.Einsatzstellen müssen grundsätzlich an Eigentümer, Mitarbeiter der Verwaltung oder derPolizei übergeben werden und dies über Funk, eigene Dokumentation festgehalten und belegtwerden. Bei Nichtbeachtung haftet der Einsatzleiter bzw. Träger der Fw. für alle darausergebenen Folgen, wenn doch Schadstoffe vorhanden sein sollten.Erstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 2 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungMessverboteNach der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) sind die Gefahrenbereiche inZonen eingeteilt, wobei die Zone O der Innenbereich sowie der unmittelbare Austrittsbereichvon Flüssigkeiten und Gasen (die Leckagestelle also) des Behälters selber ist.Es ist verboten, mit EX- Warngeräten direkt in der Zone O zu messen. Prüfröhrchen bleibenvon dieser Einschränkung unberührt.Wenn der Behälter innen gereinigt wurde, zählt er zur Zone 1 und es darf gemessen werden.Die Stoffgruppe der Schwefelkohlenstoffe darf ebenfalls nicht mit EX- Warngerätengemessen werden, da diese Geräte der Temperaturklasse T6 angehören und der Zündpunktder Stoffe geringer als 85°C ist.MessprotokolleAn Messstellen der Feuerwehr muss Protokoll über Zeit, Datum, Witterung, und Messpunktsowie dem Ergebnis geführt werden.Das Protokoll muss vom Messenden und dem EL unterschrieben sein.Das Fotografieren der Messröhrchen hat sich als zweckmäßig herausgestellt. Dabei sollten dieMessränder mit einem Filzstift markiert werden.Ein ungebrauchtes Messröhrchen der gleichen Charge wird als Vergleichsmuster neben dasgebrauchte Messröhrchen gelegt und dann fotografiert.Messprotokoll : siehe AnhangErstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 3 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungMesstaktikWenn bei einem Einsatz nicht von vornherein eine Explosionsgefahr ausgeschlossen werdenkann, muss dies gemessen werden.Deshalb beginnt jede Messstrategie mit der Erfassung der Explosionsgefahr.Parallel dazu wird in Räumen eine Luftsauerstoff und Kohlenstoffmonoxidmessungdurchgeführt.Wenn eine Gasfreisetzung in großem Maße erfolgt, erheben sich sofort diese Fragen Wie explosionsfähig ist das Gas/Luftgemisch? Wie toxisch ist es? Ist es schwerer oder leichter als Luft?Alle Dämpfe und nahezu alle Gase mit Ausnahme von Methan Wasserstoff Helium Kohlenstoffmonoxid Acetylen Etylen Ammoniaksind schwerer als Luft. Sie haben daher die Eigenschaft, auch über lange Strecken über denBoden zu kriechen und sich in Mulden, Senken und in der Kanalisation zu sammeln und dortwiederum explosionsfähige Atmosphären zu bilden.Dieser Umstand ist somit auch schon bei der Aufstellung der Einsatzfahrzeuge zu beachten.Somit sollte bei einem Gasaustritt auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand geachtetwerden!DämpfeDämpfe entstehen beim Freiwerden eines Stoffes durch dessen Verdunsten und damitVermischen mit der Luft.Sie sind in ihrer Intensität meistens temperaturabhängig und müssen auf ihrer Giftigkeit undExplosionsfähigkeit hin überprüft (gemessen) werden.Manche Dämpfe sind sichtbar (Chlor), andere (Benzin) wiederum nicht.Um eine weiter Ausbreitung zu verhindern, hat sich das Aufbringen eines Schaumteppichs alswirkungsvoll erwiesen.Erstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 4 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungAerosolesind fein verstäubte Flüssigkeitströpfchen oder Feinstäube in der Luft, die z.B. durch ein Leckin einer Druckleitung entstehen können.Sie können im Allgemeinen mit Sprühstrahl niedergeschlagen werden. Dabei ist darauf zuachten, das die direkte Austrittsöffnung nicht besprüht wird, weil die Gefahr derKnallgasbildung (Chlorgasbehälter) besteht.StäubeStäube, die nichtmineralischem Ursprung sind, sind explosionsfähig und je nach Arterstickend und auch toxisch.Räume, Silos mit großem Staubbefall müssen inertisiert werden, bis der Staub gefahrlosentfernt werden kann.Der Einsatz von Pulverlöschern muss daher sorgfältig überprüft werden! Eine Verwirbelungder Stäube führt wiederum zu einer Explosionsgefahr.Staubbindene Maßnahmen sind allen anderen Maßnahmen vorzuziehen, jedoch muss vorhereine einwandfreie Verträglichkeit mit dem aufzubringenden Löschmittel sichergestellt sein.ExplosionsschutzmaßnahmenBei Verdacht oder Vorhandensein einer explosiblen Atmosphäre muss das Ziel sein: Die Bildung explosionsfähiger Atmosphären zu verhindern oder einzuschränken(Primär) Die Entzündung zu Vermeiden oder zu Verhindern (Sekundär) Die Auswirkung oder Wirkung auf ein unbedenkliches Maß zu beschränken(konstruktiver Explositionschutz)Für die Feuerwehr ergeben sich daraus beim Einsatz nur folgende Möglichkeiten: Fortlaufend Messen und Spüren Gefährdete Bereiche Absperren Verdünnungsmaßnahmen durch Lüften, Kühlen oder Niederschlagen durchWasserschleier Eventuell eine Einschäumung durchführen Zündquellen jeder Art vermeiden Die Ursache beseitigen oder eingrenzen, bis die Einsatzlage stabil istErstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 5 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungDurchführung der Messung mit PrüfröhrchenWenn der zu messende Stoff dem Einsatzleiter bekannt ist, legt dieser die für die Messungnotwendigen PR (Prüfröhrchen) sowie die Messhöhe über dem Boden fest.Bei unklarer Stoffgruppe wird der EL im auf den Simultantest zurückgreifen, um sich einenÜberblick zu verschaffen. Simultan bedeutet, dass mit einer Messung 5 verschiedene Stoffegemessen werden können. Für die Messung stehen drei verschiedene Sets zur Verfügung, diesich jeweils in der Zusammensetzung der PR unterscheiden. Sinnvoll ist die Verwendung aller3 Sets, um sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Zwei Sets dienen zur Ermittlung vonanorganischen sowie Brand- und Zersetzungsgasen und ein Set zur Ermittlung vonorganischen Dämpfen.SimultantestDie PR- Sätze der Simultantests beschränken sich lediglich darauf, einen vorhandenen Stoffanzuzeigen. Bei einem Farbumschlag in dem betroffenen PR ist davon auzugehen, das dieserStoff vorhanden ist. Kreuzverweise sind dabei allerdings nie auszuschließen. Das Ergebnissollte anschließend mit einem entsprechendem PR gefestigt werden. Dann kann auch eineexplizite Aussage über die Gefährdung getroffen werden.Die PR der Sets sind nicht mit kompletten Zahlenskalen ausgestattet, sondern nur mitMarkierungsringen.Der 1. Ring entspricht dem Wert der gesetzlichen Arbeitsplatzgrenzwert-Konzentration(MAK- Wert) und der 2. Ring dem fünffachen Wert davon.Ab der fünffachen Konzentration muss bei andauernder Beaufschlagung einesWohngebietes oder Gebietes über eine Evakuierung nachgedacht werden.Beachte: Messungen sind immer Momentanermittlungen. Ständige Weitermessungen sinddaher besonderst wichtig. Daher muss auch für eine Reserve der zu gebrauchenden PRgesorgt werden!Erstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 6 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungSimultantest I Anorganische BrandgasePR für Verfärbung 1. Markierung(ppm)1. Markierung(ppm)Hinweise auf das vorhanden sein vonChlorwasserstoff Blau – gelb 5 25 Salpetersäure, Bromwasserstoff,Ameisensäure, Essigsäure u.Porpionsäurewerden ebenfalls angezeigt. OxidierendeSubstanzen ergeben eine baue FärbungCyanwasserstoff Gelb-rot 10 50 Nitrose Gase färben die Anzeigeschichtgeichmäßig dunkelorange, ohne die roteAnzeige der Blausäure zu beeinflussen.Schwefelwasserstoff färbt die VorschichtdunkelbraunKohlenstoffmonoxidWeißbraungrün30 150 Acetylen reagiert ähnlich, andere organischeVerbindungen werden bis zu bestimmtenKonzentrationen in der Vorschichtzurückgehalten und daher nicht angezeigtAmmoniak Gelb – blau 50 250 Andere basisch reagierende Schadstoffe, wiez.B. Amine, Hydrazin und substitiertesHydrazin werden ebenso angezeigtStickstoffdioxid Hellgrau –blaugrau5 25 Chlor ergibt blaugraue, Ozon eine graueVerfärbung. Stickstoffdioxid in hohenKonzentrationen verfärbt die gesamtAnzeigeschicht gelbgrau. Nitrose Gase inhoher Konzentration werden auch in PR beiChlorwasserstoff durch eine hellgraueVerfärbung angezeigtSimultantest II Anorganische BrandgaseSchwefeldioxid Blau – weiß 2 25 Schwefelwasserstoff ergibteine graue Verfärbung. NitroseGase verkürzen dieSchwefeldioxidanzeigeChlor Weiß – orange 0,5 2,5 Brom reagiert ähnlich, dieAnzeige ist schwach gelb.Stickstoffdioxid reagiertweniger empfindlich, dieAnzeige ist schwach gelbSchwefelwasserstoff Weiß – hellbraun 10 50 Schwefeldioxidkonzentrationen> 20 ppm bewirken eineVerlängerung der verfärbtenZone, ergeben aber allein keineAnzeigeKohlenstoffdioxid Weiß - blauviolett 5000 25000 Die Anzeige ist weitgehendspezifischPhosgen Weiß – rot - 0,5 Hohe Chlorkonzentrationenverhindern die AnzeigeErstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 7 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungSimultantest III Organische DämpfeKetone (Aceton)Alkohole (Methanol)Aromaten (Tolnol)Aliphatische Kohlenwasserstoffe (n-Hexan)Chlorierte Kohelnwasserstoffe (Perchlorethylen)MesstaktikMultiwarnExplosionsgefahr, Sauerstoff, KohlenstoffmonoxidSimultantest ISaure Gase, Blausäure, Kohlenstoffmonoxid, Basische Gase, Nitrose GaseSimultantest IISchwefeldioxid, Chlor, Schwefelwasserstoff, Kohlenstoffdioxid, PhosgenSimultantest IIIKetone, Alkohole, Aromaten, aliphatische KW (n-Hexan), chlorierte KW (Perchloethylen)Weitere Messungen mit Dräger PrüfröhrchenErstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 8 31.10.2004


Gefahrgutzug Brandabschnitt WESTBereich AusbildungEinsatzort:Messprotokoll der Freiwilligen Feuerwehr ElzeWetter :Wind :Messtrupp:Einsatzleiter:Messort Uhrzeit Prüfröhrchen Stoffname Messergebnisin ppm% UZGAnlagen:2. Sammelstelle Auswertung3. Anlage zum Einsatzbericht4. Unterschrift Einsatzleiter/Datum -------------------------------------------------------Erstellt F. BreitkopfStellv. ZFBreitkopf Seite 9 31.10.2004

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