Ausgabe 1 / 2005 - Onkologische Schwerpunktpraxis Celle

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Ausgabe 1 / 2005 - Onkologische Schwerpunktpraxis Celle

Praxis JournalNur für meine Patienten, nicht zur Weitergabe bestimmt.InhaltService S.2Interessantes über Rente,Haushaltshilfe, Schwerbehindertenausweis,hilfreiche Internet-AdressenNachrichtenaus der Praxis S.3Wir sind gerne für Sie da!Therapie S.4Wie wirkt eine Chemotherapie?Sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist gefragtNachsorge S.5Was kommt nach derErstbehandlung? Damit einWiederauftreten gegebenenfallsmöglichst schnellerkannt wirdNachgefragt S.6Metastasierter Brustkrebs –ist jetzt alles verloren?Warum Sie die Hoffnungnicht aufgeben solltenErnährung S.7Vollwertig genießen:Die Mittelmeer-DiätFragebogen S.8Ihre Meinung istuns wichtig!Liebe Patientin,lieber Patient,vielleicht haben Sie sich ja auch schon einmalgewünscht, die eine oder andere Information,die Sie bei uns erhalten, auch in schriftlicherForm zur Verfügung zu haben. Ob als „Nachlese“nach einer Behandlung oder als „Vorbereitung“auf das ärztliche Beratungsgespräch: Mitunserer neuen Praxiszeitung, deren erste AusgabeSie gerade vor sich haben, bieten wir Ihnendiesen Service an.Inhaltlich geht es einerseits um medizinischeThemen. Untersuchungsverfahren, Behandlungsmethodenund Nachsorgekonzepte werdenin loser Reihenfolge vorgestellt. Aber auchganz praktische Fragen Ihres Alltags werdeneine Rolle spielen: Wie sage ich „es“ meinerBuchtipp„InternetkompassKrebs“Wenn Sie möglichst alle Informationsquellennutzen möchten, mit dem Internet aber nichtsehr vertraut sind, dann ist dieses Buch das Richtigefür Sie. Hier werden nicht einfach nur guteInfo-Links bekanntgegeben. Die Autoren erläuternauch den grundsätzlichen Aufbau von Internetseitenund zeigen, wie man einen „Browser“benutzt.Onkologische Schwerpunktpraxis CelleDr. med. Felix MarquardFacharzt für Innere Medizin, HämatologieNeumarkt 1 d · 29221 CelleTel. 05141 / 95 16 16 · Fax 05141 / 95 16 18e-Mail: onkologie-celle@telemed.dewww.onkologie-celle.deSprechzeitenMo und Do 9 – 12 Uhr, 14 – 16 UhrDi 9 – 12 Uhr, 16 – 18 UhrMi 9 – 13 Uhr,Fr 9 – 12 Uhr, 13 – 14 UhrVerkehrsanbindungBushaltestelle vor dem Ärztehaus am Neumarkt:Linie 1, 2, 3, 4, 5, 12, 20, 30, 40 und 80Gebührenpflichtiger Parkplatz am ÄrztehausGebührenfreier Parkplatz am SchützenplatzFamilie und meinen Freunden? Wo finde ichebenfalls Betroffene? Wann habe ich Anspruchauf eine Haushaltshilfe?Uns als Praxisteam interessiert natürlich, wasSie von unserem Angebot halten. Die letzte Seitejeder Zeitung besteht deshalb aus einem Formular,in dem Sie Ihre eigenen Anregungenniederschreiben können. Geben Sie den Fragebogen– mit oder ohne Ihren Namen – bei uns aboder werfen Sie ihn in den Hausbriefkasten. Wirfreuen uns auf Ihre Kommentare und wünschenIhnen eine anregende Lektüre.Ihr PraxisteamDr. med. Felix MarquardOb die Kommunikation über E-mail, die Suchenach Fachartikeln in Universitätsbibliothekenoder die gezielte Suche nach Themen wie alternativeTherapien, Selbsthilfegruppen, palliativeTherapie, soziale, finanzielle oder rechtliche Fragen:Hier steht geschrieben wie es geht.Und das Schönste am Schluss: Wenn Sie dochschon ein bisschen Erfahrung haben, können Sieden Internetkompass Krebs auch onlineanschauen. Ganz einfach unter: www.krebskompass.de.Internetkompass Krebsvon Marcus Oehlrich, Nicole StrohTaschenbuch, 182 Seiten, Springer VerlagErscheinungsdatum: 2001ISBN: 3540411054, Preis: 14,95 EuroPraxisJournal 01 | Oktober 2005


Schwerbehindertenausweis,Haushaltshilfe,Rente...Bundesversicherungsanstaltfür Angestellte(BfA)Beratungstelefon(gebührenfrei):0800 - 3331919Internet:www.bfa-berlin.deLandesversicherungsanstalten(LVA) sind nachLändern organisiert.Zuständige Geschäftsstellebei der Telefonauskunfterfragen.Internet:www.lva.deBundesknappschaft:Beratungstelefon(gebührenfrei):08000200502Internet:www.bundesknappschaft.deBundesministerium fürGesundheit und sozialeSicherung:Bürgertelefon(gebührenfrei):0800 - 15 15 150Internet:www.bmgs.bund.de2ServiceDas Informationsangebot für Krebspatientenist groß und häufig unübersichtlich. Wir stellenIhnen auf dieser Seite Tipps und weitergehendeInformationsquellen zur Verfügung.Alle Angaben haben wir sorgfältig geprüft.Trotzdem können wir für die Richtigkeit derAngaben im einzelnen leider keine Gewährübernehmen.RenteJede Frau und jeder Mann, die aufgrund einer gesundheitlichenEinschränkung nur weniger alssechs Stunden pro Tag beruflich belastbar ist,hat Anspruch auf eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung.Wer nicht mehr als drei Stundentäglich arbeiten kann, hat Anspruch auf eineRente wegen vollständiger Erwerbsminderung.Im so genannten Rentengutachten wird das tatsächlicheRestleistungsvermögen (das heißtwirklich so) eingeschätzt.Renten werden grundsätzlich nur auf Antragausgezahlt. Im Internet kann man Antragsformulareherunterladen, sie lassen sich aber auchmit einem formlosen Schreiben beim zuständigenRentenversicherungsträger oder Versorgungsamtanfordern.Die Rentenversicherungsträger (BfA, LVA,Knappschaft) und auch das Bundesministeriumfür Arbeit bieten meist kostenfreie telefonischeBeratungen an (Rufnummern siehe links).HaushaltshilfeAnspruch auf eine Haushaltshilfe habengesetzlich Krankenversicherte mit Kindern unterdrei Voraussetzungen:1. eine Krankenhausbehandlung oder eineRehabilitationsmaßnahme macht die Weiterführungdes Haushalts unmöglich.2. Im Haushalt lebt ein gesundes Kind, das zumZeitpunkt der Beantragung das 12. Lebensjahrnoch nicht vollendet hat oder ein hilfsbedürftigesund auf Hilfe angewiesenes Kind.3. Keine andere im Haushalt lebende Person istin der Lage, den Haushalt weiterzuführen.Ansprechpartner: die jeweilige KrankenversicherungSchwerbehindertenausweisKrebspatienten können beim zuständigenVersorgungsamt die Feststellung eines sogenannten „Grades der Behinderung“ beantragen.Wichtig: Die Anerkennung eines Gradesder Behinderung im Rahmen des Gesetzes sagtnichts darüber aus, ob jemand erwerbs-, berufsoderarbeitsunfähig ist. In der Regel wird beieiner Krebserkrankung im akuten Stadium einGrad der Behinderung von mindestens 50, inder Regel 100 Prozent, das heißt, eine Schwerbehinderungfestgestellt.Schwerbehinderte genießen einen verbessertenKündigungsschutz, haben Anspruch auf fünfTage Zusatzurlaub pro Jahr, können steuerlicheVergünstigungen in Anspruch nehmen und eineRente unter Umständen vorzeitig beantragen.Die Gültigkeitsdauer des Ausweises beträgt fünfJahre, im frühen Tumorstadium manchmal auchnur zwei Jahre. Eine Verlängerung ist im Einzelfallmöglich.Jedes Versorgungsamt hält weiteres Informationsmaterialbereit. Außerdem informiert dasBundesministerium für Arbeit über sein Beratungstelefon(Rufnummern siehe links).


Nachrichtenaus unserer PraxisPraxis Journal3Wir sind gernefür Sie da!Die Diagnose „Krebs“ ist für jeden Patientenein existenzieller Einschnitt insein Leben. Und naturgemäß will jederPatient die bestmögliche Behandlung.Heute lassen sich mehr als 90 Prozent allerTumorerkrankungen ambulant – also ineiner Praxis wie unserer – behandeln.Untersuchungen, Bluttransfusionen undChemotherapien können seit einigen Jahrenproblemlos in onkologischen Schwerpunktpraxendurchgeführt werden. Diefrüher so gefürchteten Nebenwirkungenwie Übelkeit, Erbrechen und Infektionsgefahrtreten wegen entsprechender Begleittherapienüberhaupt nicht mehr aufoder sie sind deutlich milder im Verlaufund können viel besser behandelt werden.Unsere Erfahrungen zeigen, dass diePatienten die ambulante und wohnortnaheBehandlung einem Klinikaufenthaltvorziehen, denn ambulante Behandlungbedeutet auch geringere Wartezeiten undschnellere Entscheidungswege.Zu einer erfolgreichen Therapie gehört abermehr als nur die medizinisch-technischeLeistung. Die individuelle Betreuung durchvertraute Ansprechpartner ist fast ebensowichtig. Im bekannten Praxisumfeld entwickeltsich leichter und schneller eine ausvielen Gründen hilfreiche Arzt-Patienten-Beziehung. So übernehmen wir für Sie zumBeispiel Terminvereinbarungen mit anderenFachärzten und arbeiten eng mit IhremHausarzt und den Krankenhäusern derUmgebung zusammen. Vor allem achtenwir auf einen reibungslosen Informationsfluss,damit die medizinische Anschlussbetreuungso reibungslos wie möglichfunktioniert.Unser Anspruch ist es, Ihnen in unsererPraxis beides zu bieten: Die Behandlungnach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissenund eine durch Vertrauen undKontinuität geprägte Beziehung zwischenIhnen und Ihrem behandelnden Arzt.Damit Sie etwas genauer wissen, mit wemSie es bei uns zu tun haben, stellen wirIhnen in dieser Ausgabe unser Praxisteamvor.Unser PraxisteamGründer der Praxis istHerr Dr. med. FelixMarquard. Nach demStudium der Humanmedizinan der Justus-Liebig-Universität Gießen(1979-1986) erhielt er seine Ausbildungzum Facharzt für Innere Medizin am KreiskrankenhausNeustadt a. Rbge. Im KlinikumMinden spezialisierte er sich auf dasFachgebiet Blut- und Krebserkrankungenund legte im Juni 2000 die Prüfung zumFacharzt für Hämatologie und internistischeOnkologie ab. Als Oberarzt im AKHCelle sammelte er fünf weitere Jahre klinischeErfahrungen, bevor er die OnkologischeSchwerpunktpraxis Celle zum Jahresanfang2004 eröffnete.Frau Dr. med. FriederikeMarquard hat von 1984– 1990 Medizin in Hamburgstudiert und anschließendklinischeErfahrungen am KreiskrankenhausUelzenund im Klinikum Minden gesammelt. IhreDoktorarbeit über die Verträglichkeit vonChemotherapien schrieb sie während ihrerTätigkeit in der onkologischen Ambulanzdes Krankenhauses Hamburg-Barmbek.Zusätzlich hat sie sich im Laufe der letztenJahre mit Ernährungsberatung und -therapiebeschäftigt.Begrüßt werden Sie inunserer Praxis gewöhnlichvon Frau HenrikeOelmann. Die gelernteArzthelferin arbeitetbei uns in erster Linieam Empfang, kümmert sich um die Terminvergabeund erledigt einen Großteil derSchreibarbeiten. Trotzdem hat sie jederzeitein offenes Ohr für die Sorgen und Nöteunserer Patienten.Seit Praxisgründungdabei ist Frau BirgitKlemmer. Die ausgebildeteKrankenschwesterhat lange Jahre als Fachschwester(Magen-/Darm-Spiegelungen,Chemotherapien) in der Ambulanz desKrankenhauses Celle gearbeitet, bevor siebei uns die Betreuung der Patienten im Therapieraumübernahm.Unterstützt wird siedabei seit Jahresanfang2005 von Frau VerenaSachse-Baganz. Als gelernteArzthelferin assistiertFrau Sachse-Baganz den beidenÄrzten auch häufig bei Knochenmark- undanderen Punktionen.Seit September 2004 verstärktFrau Silke Henzeunser Team. Ihr „Reich“ist das Labor, wo siedie Sofortbilder erstelltund Spezial-Blutuntersuchungenvorbereitet.Jüngste im Bunde undseit Juli 2005 bei uns istFrau Simone Mübus. Inden nächsten zwei Jahrenwird sie in unsererPraxis zur Arzthelferinausgebildet werden.Wir sind gernefür Sie da!


Wie wirkt eineChemotherapie? 4Krebszellen teilen sich unermüdlich undunkontrolliert. Mit einer Chemotherapielässt sich dieses Wachstum wirkungsvollblockieren, die Krebszellen sterben aboder wachsen zumindest nicht weiter.Bestimmte Nebenwirkungen lassen sichdabei auch heute noch nicht ganz vermeiden.Das Baugerüst zumEinsturz bringen ...Der gezielte Angriff von Chemotherapeutikain der Tumortherapie gilt sich schnellteilenden Körperzellen: Denn das schnelleWachstum ist das Charakteristikum vielerKrebszellen. Ärzte nennen diese Medikamentedeshalb häufig „Zytostatika“. Sinngemäßübersetzt bedeutet der Begriff „Zellteilungzum Stillstand bringen“.Zwei Wirkprinzipien sind bei Zytostatikabesonders verbreitet: Im Rahmen der Zellteilungbaut jede Zelle in ihrem Innereneine Art Gerüst auf, das wichtig ist für dieVerteilung des Zellinhaltes auf zwei Hälftenund die Abschnürung der Zelle in zweiTeile. Viele Zytostatika stören den Aufbaudieses Gerüsts und blockieren auf dieseWeise die Zellteilung.... oder brüchigeBausteine verwendenAndere Zytostatika greifen in die Verdopplungdes Erbmaterials der Zelle ein.Eine solche Verdopplung ist notwendig,damit die später abgeschnürte Zelle tatsächlichmit der Ursprungszelle identischist. Bei diesem Kopiervorgang bauen spezielleWerkzeuge der Zelle das vorhandeneErbmaterial nach. Wie beim Hausbau sinddazu Bausteine notwendig. Arzneimittelentwicklerhaben nun Bausteine entwickelt,die von den Zellwerkzeugen zwar als geeigneterkannt werden, tatsächlich aber aufbestimmte Art und Weise brüchig sind. MitTherapieanderen Worten: Die brüchigen Bausteineführen zum Abbruch des Kopiervorgangs,die Zelle kann sich nicht teilen. Dies ist daszweite Prinzip der Zytostatikawirkung.Nicht nur Krebszellenteilen sich schnellSich schnell teilende Zellen sind nichtzwangsläufig ein Zeichen für Krankheit.Im Gegenteil: Blutzellen entstehen aus Vorläuferzellenim Knochenmark, Haut undSchleimhäute sowie Haare erneuern sichständig durch Teilung der entsprechendenZellen. Zytostatika können deshalb unerwünschteNebenwirkungen haben.Vor allem die Untergruppen der weißenBlutkörperchen sind für die Immunabwehrbesonders wichtig. Wenn Zytostatika derenProduktion beeinträchtigen, bedeutet daseine Verschlechterung der Immunabwehr.Seit einigen Jahren jedoch lässt sich dieserNachteil zumindest teilweise ausgleichen:Die Entscheidungfür eineChemotherapieist immer dasErgebnis einersorgfältigenNutzen-Risiko-Abwägung.Wenn die Zahl der weißen und roten Blutkörperchendeutlich unter den Normalwertabfällt, erhält der Patient zusätzlich zurChemotherapie spezielle Wachstumsfaktoren,die ganz spezifisch nur die Bildungvon Blutzellen fördern.Wie ausgeprägt die Nebenwirkungen vonZytostatika sind, hängt vor allem von derArt der Chemotherapie ab. So gibt es Medikamente,nach deren Einnahme 95 Prozentder Patienten ihre Haare verlieren, weil dieHaarwurzelzellen ihre Teilungsaktivitätvorübergehend einstellen. Darüber hinausfühlen sich manche Patienten während derChemotherapie besonders müde. Schon dasTreppensteigen wird zur Last, einige habenzu nichts mehr Lust. Solche Beschwerdenwerden häufig unter dem Begriff „Fatigue“(sprich Fatieg) zusammengefasst. Sie gehenin der Regel vorbei, wenn die – meist dreibissechsmonatige – Chemotherapie vorüberist. Das gilt übrigens auch für denHaarausfall. Nach Ende des Therapiezykluswerden die Haarwurzelzellen in aller Regelwieder aktiv und die Haare wachsen nach.Was für Sie wichtig ist: Die Entscheidung füreine Chemotherapie ist immer das Ergebniseiner sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung.Deshalb besprechen wir mit Ihnenpersönlich, ob und wenn ja, welche Chemotherapiefür Sie die geeignete ist undwerden alle Maßnahmen ergreifen, umschwere Nebenwirkungen möglichst zuverhindern.


PraxisJournalNachSorgeWas kommtnach der Erstbehandlung?5Die Erstbehandlung ist erfolgreichabgeschlossen, die Verhältnisse zu Hausesind hoffentlich einigermaßen geordnet,und spätestens dann kommt die Frage:Was kann oder muss ich jetzt noch tun?Was jetzt kommt, nennen Fachleute die„Tumornachsorge“; denn es kann sein, dassversteckte Krebszellen zu einem Wiederauftretender Krankheit führen. Aber auchandere gegebenenfalls auftretende körperlicheVeränderungen müssen sorgfältig beobachtetwerden. Schließlich und endlichwollen wir Patienten im Rahmen der Nachsorgeauch helfen, krankheitsbezogene Problemedes Alltags besser zu bewältigen.Zum Beispiel BrustkrebsWie oft eine Nachsorgeuntersuchungdurchgeführt wird, ist abhängig von der jeweiligenKrebsart und selbstverständlichvom individuellen Krankheitsverlauf. Sokommen Brustkrebspatientinnen in den erstendrei Jahren nach der Erstbehandlungvierteljährlich zur Nachsorge. Wenn eskeine Anhaltspunkte für ein Wiederauftretender Krankheit oder für Tochtergeschwülstegibt, verlängern sich die Abständeder Nachsorgetermine auf ein halbesJahr, nach Ablauf von fünf Jahren auf einJahr.Was geschieht bei den Untersuchungen?Bei jedem Untersuchungstermin steht dasGespräch mit der Patientin im Mittelpunkt.Wie geht es insgesamt? – Wie leistungsfähigfühlen Sie sich? – Gibt es unter Umständenneue körperliche oder seelische Beschwerden?– Mit solchen und ähnlichen Fragenversuchen wir, uns ein Bild über den Allgemeinzustandzu machen. Dabei sollteauch die Sexualität kein Tabuthema sein.Es schließt sich eine eingehende körperlicheUntersuchung an, bei der wir besondersgründlich nach eventuellen Tumorneubildungenoder nach Tochtergeschwülstensuchen.Selbstverständlich setzen wir dazu auchverschiedene technische Verfahren ein.Nach brusterhaltenden Operationen stehtbeispielsweise in halbjährlichem Rhythmuseine Mammographie an. Die nicht befalleneBrust wird einmal jährlich so untersucht.Wenn aufgrund der körperlichen Untersuchungauch nur der leiseste Verdacht aufeine Wiedererkrankung besteht, kommenandere bildgebende Verfahren, beispielsweisedie Kernspintomographie oder dieUltraschalluntersuchung der Brust oderauch das Knochenszintigramm zum Einsatz.Bei unklaren Situationen, zum Beispielsteigende Tumormarker-Konzentrationenohne Erklärung oder unklare Gewebsveränderungenwie Narbenbildung,kann eine PET (Positronen-Emissions-Szintigraphie)wichtige Zusatzinformationenliefern.Viele Tumoren und auch Tochtergeschwülsteproduzieren bestimmte Substanzen, diesich im Blut nachweisen lassen. Verändertsich die Menge solcher Tumormarker imBlut, dann lassen sich daraus unter UmständenRückschlüsse auf das Tumorwachstumziehen. In den letzten Jahren hatsich allerdings gezeigt, dass die Bestimmungder Tumormarker für die systematischeSuche (Screening) nach neuen Tumorenoder Tochtergeschwülsten nicht genügendzuverlässig ist, da auch bei Gesunden leichtereErhöhungen vorkommen.Nützlich ist die Bestimmung von Tumormarkern,um den Erfolg der Tumorbehandlungzu kontrollieren. Da Metastasenauch Tumormarker produzieren, ist derRückgang der Tumormarker-Konzentrationim Blut ein Zeichen für eine erfolgreicheBehandlung.Individuelle NachsorgeDie Nachsorge nach der Erstbehandlungeines Tumors ist immer sehr individuellausgerichtet. Im Einzelfall können die Zeit-abstände zwischen den Untersuchungsterminenvariieren, nicht jede Untersuchungsmethodewird bei jeder Patientinoder jedem Patienten eingesetzt. Eines abergilt für alle: Je besser Sie sich selbst beobachten,je zutreffender Sie uns Ihre Beschwerdenund Erfahrungen schildern,umso besser können wir Sie betreuen. Bittevermerken Sie Ihre Befunde und Fragen imTumornachsorgekalender und bringen Siediesen zur nächsten Untersuchung unbedingtmit.Info-Broschüren für Patienten,Angehörige und InteressierteWir informieren Sie an dieser Stelle regelmäßigüber ausgewählte Publikationen.Soziale FragenWegweiser zu Sozialleistungen (2/2004).Der Text ist über das Internet abrufbarunter: www.krebshilfe.de oder zu bestellenbei der Deutschen Krebshilfe e.V.,Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn. Tel.0228 / 729900. Dieser „Blaue Ratgeber“erschien Anfang 2004 neu überarbeitet.Die Broschüre gibt Ihnen einen Überblicküber die Regelungen, die nachInkrafttreten des so genannten GKVModernisierungsgesetzes seit dem1. Januar 2004 gelten; sie berücksichtigtauch die verschiedenen Regelungenfür gesetzlich Krankenversicherte undPrivatpatienten.SexualitätKrebspatientin und Sexualität (5/97),Krebspatient und Sexualität (6/00). BeideBroschüren sind im Volltext über dasInternet abrufbar: www.krebsinformation.de/belastende_symptome.htmlKrebsinformationsdienst, DeutschesKrebsforschungszentrum, Im NeuenheimerFeld 280, 69120 Heidelberg, Tel.06221 / 410121Einzelne KrebsartenDie Deutsche Krebshilfe hält in ihrer„Blauen Reihe“ Broschüren zu den meistenKrebsarten zur Verfügung. DeutscheKrebshilfe e.V., Thomas-Mann-Str. 40,53111 Bonn, Tel.0228 / 729900www.krebshilfe.deAuch die Deutsche Krebsgesellschafthält online wertvolle Informationen bereit:www.krebsgesellschaft.de


Selbst bestimmenbis zum Schluss6Im fortgeschrittenen Stadiumeiner Krebserkrankung stelltsich für viele Patienten dieFrage, wer über ihre weitereBehandlung bestimmt, wennsie selbst dazu nicht mehr inder Lage sind.Drei rechtlich bindende Instrumentesind vom Gesetzgeberdafür vorgesehen: Die Patientenverfügung(Patiententestament)enthält Bestimmungenfür die behandelnden Ärzte imFalle schwerster und aussichtsloserErkrankungen. Die Vorsorgevollmachtenthält Bestimmungenfür eine rechtliche Vertretungdurch einen Bevollmächtigten,zum Beispiel beiVermögensangelegenheiten, beiFragen der Unterbringung undbei medizinischen Maßnahmen.Die Betreuungsverfügung enthältBestimmungen, die dasAmtsgericht berücksichtigensoll, wenn es eine Betreuung(früher Entmündigung genannt)anordnet.Jede dieser Verfügungen oderVollmachten wird vom betroffenenPatienten eigenhändigunterschrieben. Muster undweitere Erläuterungen gibt esvon verschiedenen Gruppen.Wir empfehlen Ihnen zwei Internet-Adressen:www.ruhr-uni-bochum.de/zme/RI-291099.htmHier finden Sie die theoretischenGrundlagen.Textvorschläge und weitereInfos finden Sie unter:www.hochsauerlandkreis.de/Gesundheit_und_SozialesMetastasierterBrustkrebs –Ist jetzt allesverloren?In Gesprächen mit unseren Patienten werdendie unterschiedlichsten Themen diskutiert.Manchmal sind die Fragen so wichtig, dass ichmir wünsche, die Antworten all unserenPatienten geben zu können. An dieser Stelledokumentieren wir deshalb Auszüge aus solchenGesprächen, selbstverständlich ohneNennung irgendwelcher Namen.NachgefragtIch habe gelesen, dass Brustkrebs, wenn er malMetastasen gebildet hat, nicht mehr beherrschbarist. Dann könne man nichts mehrmachen. Muss ich jetzt alle Hoffnung aufgeben?Natürlich ist die Metastasierung eines Tumorsvon großer Bedeutung, aber esstimmt überhaupt nicht, dass man dann nichtsmehr machen kann. In den Medien erscheinensolche verkürzten und pauschalen Meldungendurchaus häufiger – weil schlechte Nachrichtenmehr Aufmerksamkeit erregen als gute.Wenn das so ist, was kann man denn dann tun?Wichtig ist zunächst zu beurteilen, umwelche Art von Metastase es sich handelt.Wenn beispielsweise nach einer gewissen Zeit inder ursprünglichen Tumorregion erneut einTumor entsteht, sprechen wir von lokalen Rezidiven,die man mit großer Aussicht auf Erfolgauch wieder behandeln kann, zum Beispieldurch erneute Operation oder Strahlentherapie.Was ist mit Metastasen in Organen und inKnochen?Das sind so genannte Fernmetastasen,denn die Krebszellen haben sich über dasLymph- oder Blutgefäßsystem in andere Körperregionenabgesiedelt, sich festgesetzt undsind dann gewachsen. Auch gegen diese Fernmetastasengibt es Therapiekonzepte.Wie sind die Erfolgsaussichten?Wie fast alles in der Krebstherapie ist dassehr vom einzelnen Patienten abhängig.Aber mit dieser Antwort sind Sie wahrscheinlichnicht ganz zufrieden: Im allgemeinen ist es so,dass Metastasen in Knochen sich mit größererAussicht auf Erfolg behandeln lassen als Metastasenin Organen.Gibt es noch andere Metastasen?Ja, die so genannten lokoregionären Metastasen– wie der Name schon andeutet,ein Zwischending zwischen Lokalrezidiv undFernmetastase. Immer wenn die zum Tumor amnächsten gelegenen Lymphknoten befallen sind,sprechen wir von lokoregionären Metastasen,beim Brustkrebs sind das die Lymphknoten derAchselhöhle. Und auch hier existieren erfolgversprechendeTherapieregime.Also besteht kein Grund, die Hoffnung aufzugeben?Überhaupt nicht. Die Hoffnung auf vollständigeHeilung erfüllt sich zwar nur selten,aber wir können immer unseren Anteil zueinem lebenswerten Leben beitragen. Das aberwird nur dann gelingen, wenn Sie es selbst wollenund die Hoffnung nicht aufgeben.Die FragenbeantworteteDr. Felix Marquard


Vollwertiggenießen:Mittelmeer-DiätAuch wenn es in einschlägigen Zeitschriftenimmer wieder zu lesen ist: EineDiät gegen den Krebs existiert nach übereinstimmenderMeinung von Expertennicht. Im Gegenteil: Einige so genannteKrebsdiäten sind sogar schädlich.Vorsicht ist geboten bei allen Diäten, diesehr einseitige Vorschriften machen odergar zum Fasten auffordern. Dazu gehörenbeispielsweise die „Krebskur total nachBreuss“, bei der 42 Tage lang nichts anderesals Säfte und Tees konsumiert werden.Oder die „Gerson-Diät“: Sie kombinierteine streng vegetarische Ernährung mitKaffee-Rizinus-Einläufen. Solche radikalenKuren haben schon zu Todesfällen geführt.Ähnliche Empfehlungenwie bei GesundenKrebspatienten benötigen aber im Umkehrschlussauch nicht mehr Kalorien alsGesunde. Nach Abschluss der Therapiegelten im Prinzip die einschlägigen Empfehlungenzur vollwertigen Ernährung.Ausgenommen davon sind allerdings Patienten,die unter den Nebenwirkungeneiner Strahlen- beziehungsweise Chemotherapieleiden oder solche, die im Zugeder Therapie am Verdauungstrakt operiertwerden mussten.Was aber ist eine vollwertige Ernährung?Eine gute Orientierung bietet die so genannteErnährungspyramide, in der dienachgewiesenermaßen gesundheitsförderndenErnährungsgewohnheiten in den Ländernrund um das Mittelmeer zusammengefasstsind. Die Basis dieser Pyramidebilden Brot, Kartoffeln, Reis und sonstigeGetreideprodukte zusammen mit Kohl-,Wurzel-, Blatt- und Fruchtgemüsen. Genauwie frisches Obst gehören sie mehrfach täglichauf den Speiseplan.7ErnährungMit Fetten geizenEinmal die Woche ist Seefisch zu empfehlen.Denn Seefisch – vor allem Seelachs, Kabeljau,Schellfisch und Scholle – enthält daslebensnotwendige Jod, das vor allem unsereSchilddrüse braucht.Mit tierischen Fetten sollte man geizen;denn es führt im Übermaß genossen unausweislichzu Erkrankungen des Herzkreislaufsystems.Als Ersatz für die Butterauf dem Brot bietet sich beispielsweisefettarmer Frischkäse an. Für die Zubereitungvon Salaten wählen Sie ölsäurereicheSpeiseöle aus, so wie Siees aus Italien oder Griechenlandvielleicht schon kennen: Mit Olivenöl,Distel- oder Maiskeimöllässt sich der Fettbedarf komplettabdecken. Besonders vielund „ungesundes“ Fett findetsich dagegen in fritiertenSpeisen (Fastfood!), ingemahlener (nicht sortenreiner)Wurst, in vielenWeichkäsen und inSahne.Vollkornbrot, Kartoffeln, Reis, Nudeln,sonstige ungesüßte Getreideprodukte(Frühstückszerealien)Praxis JournalSüßigkeitenRind- und Schweinefleisch,EierÖlsäurereiche Speiseöle(Olivenöl) undSpeisefetteGeflügel, Fisch(Fettarme)(bevorzugt Seefisch) MilchprodukteObst, Früchte, Nüsse, SamenFleisch:Mager und in MaßenMager und in Maßen: So lautet die Devisebeim Fleischverzehr. Fleisch enthält für denKörper gut aufnehmbares Eisen, hochwertigesEiweiß und viel Vitamin B12. AuchGetreide und Gemüse enthalten Eisen, dasaber für den Körper schlechter nutzbar ist.Ein einfacher Tipp: Die Aufnahme vonpflanzlichem Eisen lässt sich um etwa dasDoppelte steigern, wenn gleichzeitig VitaminC (etwa aus Fruchtsäften) aufgenommenwird. Allgemein gilt: Zwei bis dreiFleischportionen pro Woche reichen völligaus. Das Fleisch von Geflügel und Wild istdem von Schweine-, Rind- und Lammfleischvorzuziehen.Genussfähig bleibenHäufig hört man das Argument, dass diejenigenam gesündesten leben, die vollständigauf Fleisch verzichten. Ernst zunehmende Studien kommen zu demSchluss, dass vegetarisch lebendeMenschen sehr viel seltener anDiabetes, Bluthochdruck, Gichtund Gallensteinen leiden. Obendreinsind sie deutlich seltenermäßig regelmäßigvon Krebs betroffen. Aber:Vegetarier bewegen sich inder Regel auch mehr alsNichtvegetarier, und siehaben nicht selten stressärmereBerufe. Es lässtsich letztlich also nurschwer sagen, obeine ausschließlichvegetarische Ernährungalleinzu einem längerenodergar besserenLebenführt.Gemüse (Kohl-, Wurzel-, Blatt-, Fruchtgemüse)frische oder getrocknete Hülsenfrüchte


Praxis JournalIhre Meinungist unswichtig !Liebe Patientin, lieber Patient,mit dem Ihnen vorliegenden PraxisJournal stellen wir Ihnen in unserer Praxis eineInformationsquelle vor, die möglichst vollständig auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sein soll.Sie helfen uns deshalb sehr, wenn Sie uns folgende Fragen beantworten und/oder uns Ihre Anregungenmitteilen. Wenn Sie das Heft nicht zerreißen wollen, kopieren Sie den Fragebogeneinfach und werfen die Kopie ausgefüllt in unseren Hausbriefkasten oder geben sie an unsererRezeption ab.Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und freuen uns auf Ihre Anregungen.Ihr PraxisteamDr. Felix Marquardund sein Teamdanken Ihnen fürIhre Unterstützung.Sind SieBetroffener Angehöriger Interessierter?Wie beurteilen Sie die inhaltliche Qualität des Newsletters?sehr gutzufriedenstellendgutunzureichendWir wollen den Text allgemeinverständlich halten. Ist uns das gelungen?ja, voll und ganzzum kleineren Teilzum größeren Teilgar nichtWelche Themen wünschen Sie sich in einem der kommenden Newsletter?Berichte über einzelne Krebsarten (Brust-, Darm-, Lungenkrebs)PatientenporträtsErnährungstippsKrebs und PsycheAuswirkungen auf die familiäre SituationKrebs und SportNeues aus der ForschungLiteratur (Kurzgeschichte, Gedicht o. ä.)Hier ist Platz für Ihre Kommentare und Anregungen:PraxisJournal 01 | Oktober 2005