Artikel als PDF downloaden - Wagner Verlag - Autorentexte

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Eine große ÜberraschungMax lag schon seit einer halben Stunde in seinem Bett. Er warhundemüde. Trotzdem konnte er einfach nicht einschlafen. Leise stander auf und ging zum Fenster. Er schob die Vorhänge zur Seite undschaute in den sternenklaren Himmel. Heute leuchteten die Sterneirgendwie heller als sonst. Oder bildete er sich das nur ein? Doch. Sowar es wirklich! Und einer der Sterne schien sogar einen grünen Scheinzu haben. Ob das der grüne Nebel war?Max wurde plötzlich ganz traurig. Dieser grüne Nebel hatte sie damalsin große Gefahr gebracht. Damals, als er noch ganz klein war.So richtig konnte sich Max gar nicht mehr erinnern, aber seine Mutterhatte ihm diese Geschichte wieder und wieder erzählt. Der grüne Nebelhatte damals ihren Planeten Robimax bedroht, hatte alles in grünenNebel eingetaucht. In letzter Sekunde war seine Mutter mit ihm zuProfessor Medes gelaufen, dem verrücktesten Professor aller Zeiten.Und der hatte Max und seine Mutter mit in seine Mondkapselgenommen und war zu dem Mond Xamibor geflohen. Seitdem lebten siehier. Aber Max musste so oft an den Planeten Robimax denken, auf demer mit seiner Familie gelebt hatte. Auf diesem Planeten hatte es vieleMenschen gegeben. Wenn er heute noch dort leben würde, hätte ersicherlich viele Freunde und Spielkameraden. Dann wäre er nicht soschrecklich allein.Aber hier auf Xamibor gab es nur ihn, seine Mutter und diesenverrückten Professor. Und das war wirklich ziemlich wenig.Ganz plötzlich schien der Stern mit dem grünen Schein am Himmelheller und heller zu leuchten. Dann löste er sich vom Himmel undfiel ins Weltall. Eine grüne Sternschnuppe! Da durfte man sich einenWunsch erfüllen.Max schloss die Augen.page 2 / 43


„Ich wünsche mir einen Freund“, sagte er leise.Als er am nächsten Morgen erwachte, war es noch ganz still in demkleinen Haus, in dem er mit seiner Mutter lebte.„Hallo“, hörte er plötzlich eine Stimme. “Kannst du mich mal ausdiesem blöden Regal rausheben?“Max lag ganz still und starrte in die Dunkelheit. So weit war es jetztschon mit ihm gekommen! Jetzt hörte er schon Stimmen! Und das nur,weil er sich so sehr einen Spielkameraden wünschte.„Haalloo“, rief die Stimme nun ungeduldiger. „Kannst du mal einbisschen flotti machen?“Max richtete sich auf. Das war kein Irrtum. Jemand sprach mit ihm. Unddas war nicht die Stimme seiner Mutter.„Wer spricht da?“, fragte Max leise und kam sich selbst ein bisschenbescheuert vor.„Na ich“, sagte die Stimme aus dem Regal wieder. Und jetzt winkte daseine Robotermädchen, das Max vor einigen Tagen aus Elektroschrottvon Professor Medes zusammen gebaut hatte, mit der Hand.Mit einem Ruck sprang Max auf und starrte das Robotermädchen an.„Du?“, fragte er leise. „Redest du mit mir?“„Oh Mensch, seid ihr hier alle so begriffsstutzig“, wunderte sich dasMädchen. „Du hast dir doch einen Freund gewünscht. Jetzt bin ich alsohier. Warum wunderst du dich?“„Gewünscht? Eine Puppe, die sprechen kann? Quatsch!“, sagte Maxnun. „Ich habe mir einen echten Freund gewünscht. Einen Menschen,der so groß ist, wie ich. Mit dem ich etwas unternehmen kann. Und mitdem ich vielleicht das Problem um den grünen Nebel aufklären kann.“page 3 / 43


„Das sag ich doch!“, lachte das Mädchen. „Darum bin ich da. Und wenndu mich endlich mal aus dem Regal holen würdest, könnte ich michsogar groß machen, damit wir endlich mit dem Abenteuer anfangenkönnen.“„Das gibt`s doch nicht“, murmelte Max. Dann ging er zum Regal, nahmdas Robotermädchen vorsichtig heraus und legte es auf sein Bett.Das Mädchen streckte sich in die Länge, dann pustete sie mehrfach einund aus und war schließlich genau so groß wie Max.„Hi“, sagte sie dann und lachte. „Ich bin Robi.“Max brauchte einen Moment lang, bis sein Verstand wieder arbeitete.„Robi“, murmelte er tonlos.„Zugegeben, ich bin kein Mensch, und ein Junge bin ich auch nicht, aberAbenteuer erleben und Fälle aufklären kann ich auch“, fuhr sie fort.„Also, ich … ich finde … ich habe keine Probleme damit, dass du einMädchen bist“, stammelte Max immer noch verdattert. „Ich … also ichfinde es cool, dass du da bist.“„Hast du auch einen Namen“, wollte Robi wissen und richtete sich auf.„Na .. natürlich. Ich heiße Max“, erwiderte Max.Noch ein SpielgefährtePlötzlich öffnete sich die Tür zu Max Zimmer und seine Mutter schauteherein.„Max? Das Frühstück ist fertig. Und außerdem habe ich eineÜberraschung für dich.“page 4 / 43


euch.“Kaum hatten die drei das Haus verlassen, ließ Max Robi los. Sie machtesich groß und schüttelte sich den Staub aus der Hose.„Eins ist klar, Bima“, sagte sie dann zu der Katze. „Wenn du mir nocheinmal so dumm kommst, lernst du mich so richtig kennen.“Bima kuschelte sich an Max, und Max hatte den Eindruck, als wenn diekleine Katze ein bisschen vor sich hin grinste.„Streitet euch nicht!“, erklärte Max noch einmal. „Wir haben eineschwere Aufgabe vor uns. Wir müssen nämlich herausfinden, was dasalles mit dem grünen Nebel auf sich hat. Und wir müssen herausfinden,wie wir den Nebel vertreiben können, damit wir wieder auf Robimaxwohnen können.“„Welcher grüne Nebel?“, wollte Robi wissen.Da erzählte Max die ganze traurige Geschichte.Robi und Bima hörten ihm zu. Dann wurden auch sie ganz traurig.„Ich glaube, nur Professor Medes kann uns weiter helfen“, überlegteRobi.Max nickte. „Lass uns zu ihm gehen, und ihn um Rat fragen“, sagte er.Das Robimax-Team findet eine LösungDie Tür des kleinen Holzhauses, in dem Professor Medes wohnte, warnur angelehnt. Max, Robi und Bima schlichen leise hinein. ProfessorMedes saß vor seinem Computer und rechnete vor sich hin. Dabeimurmelte er leise.page 7 / 43


„Wurzel aus Lamda mal pi-halbe mal E durch m plus B Quadrat…hallo,bin gleich soweit … dividiert durch dritte Wurzel aus pi mal E halbe….. Ehalbe … oder doch nur E …“murmelte er weiter.Die drei wagten es kaum zu atmen. Wenn der Professor etwaserrechnete, sollte man ihn besser nicht dabei stören.Wumm, seine Faust schlug heftig auf den Tisch, dass die Bleistifte,Lineale und Zirkel in alle Richtungen flogen.Die drei zuckten zusammen. Bima kroch unter den großenAktenschrank, Max und Robi fassten sich an die Hand.„Verdammt noch mal! Verflixt und zugenäht! Verflixte Sch … Ich kriegees einfach nicht heraus!“, schimpfte der Professor. Dann raufte er sichdie Haare, sodass sie in alle Richtungen abstanden.„Guckt euch das an!“, rief er dann und zeigte auf sein riesengroßesTeleskop, das er am Fenster aufgebaut hatte. Max trat zu ihm undschaute hindurch. Blickte in den Himmel auf all die wunderschönleuchtenden Sterne. Sie wurden größer, runder. Jetzt sah er ihreOberfläche. Plötzlich zuckte Max zusammen. Der grüne Nebel tauchtedirekt vor seinen Augen auf, so dicht, dass Max glaubte, ihn mit denHänden fassen zu können.„Der grüne Nebel“, flüsterte Max.„Stell es schärfer!“, brummte der Professor und drehte an dem kleinenRing am Objektiv.Was nun zu sehen war, war so traurig, dass Max die Tränen in dieAugen traten. Er sah Robimax, den Planeten, auf dem er gelebt hatte.Und da war sogar der Ort, in dem er gewohnt hatte. Nur noch die Spitzedes Kirchturmes schaute aus dem grünen Nebel hervor. Alles anderewar eine einzige grüne Soße.„Wo sind alle, die dort gewohnt haben?“, flüsterte Max. „Wo sind Bettyund Jan, meine besten Freunde. Wo ist meine Oma. Und wo ist Papa?“page 8 / 43


Diese Frage tat ihm ganz besonders weh.Nun schaute er zu dem Professor hinüber, der wieder mit verbissenemGesicht auf seine Rechnung starrte.„Wenn ich das nur wüsste“, brummte er. „Aber ich weiß gar nichts. Ichweiß noch nicht einmal, ob dieses grüne Zeug gasförmig oder anmanchen Stellen sogar schon flüssig ist. Schon gar nicht weiß ich,woher es kommt. Und es ist mir leider auch ein Rätsel, wie man eswieder wegbekommt.“Max ließ den Kopf hängen. Eine kleine Träne löste sich aus seinem Augeund lief über sein Gesicht. Verärgert wischte er sie weg. Wäre ja blöd,jetzt vor den anderen auch noch zu heulen.Bima strich ihm tröstend um die Beine, Robi blickte verlegen auf denBoden. Sie war nun mal ein Roboter, und da waren ihr solche Gefühlepeinlich.„Wenn ich wenigstens mit der Mondkugel los fliegen und ein bisschengrünen Nebel einfangen könnte, könnte ich ihn hier bei miruntersuchen“, jammerte Professor Medes weiter.„Aber das ist doch die Idee!“, rief Max. „Warum fliegen Sie nicht mit derMondkugel? Wir sind doch damit auch von Robimax weggeflogen.“Professor Medes sah verlegen aus.„Es gibt da leider ein Problem“, murmelte er. „Kommt mal mit. Ich willes euch zeigen.“Die drei liefen hinter Herrn Medes her zu einem Holzschuppen. DerProfessor öffnete eine riesige Schiebetür. Dahinter kam die kleineglänzende Mondkugel zum Vorschein.„Oh“, rief Robi begeistert. „Die ist ja wunderschön. Damit können wirdoch durch das Weltall fliegen und die Fragen um den grünen Nebellösen.“page 9 / 43


„Ja, wirklich“, stimmte Max zu. „Was spricht dagegen?“„Ich spreche dagegen“, brummte Professor Medes verärgert. „Undzwar, weil ich nicht mitfliegen kann.“„Aber warum…“ Max brach ab. Denn nun versuchte Professor Medes, indie Kugel zu steigen. Er drückte seinen dicken Bauch, so fest es möglichwar, zwängte seinen dicken Hintern auf den Sitz der Mondkugel undversuchte nun, die Tür zu schließen. Aber das war nicht möglich. SobaldMax die Mondkugel zu schließen versuchte, drückte der dicke Bauchdes Professors gegen die Schaltknüppel und bewegte sie nach oben.„Vorsicht. Sonst fliege ich noch los!“, rief der Professor ängstlich.„Versuchen Sie doch, den Sitz weiter nach hinten zu schieben“, schlugRobi vor.Aber Professor Medes schüttelte den Kopf. „Ich habe schon allesversucht“, sagte er. „Sogar weniger zu essen. Aber es hat keinenZweck. Seit ich hier auf Xamibor lebe, habe ich bestimmt 30 Kilozugelegt, und die kriege ich bis morgen auch nicht runter.“Max und Robi nickten unglücklich. Aber was sollten sie tun? Wie solltensie das Geheimnis um den grünen Nebel lösen können.Plötzlich machte Bima einen Satz auf das Armaturenbrett und grinsteMax und Robi fröhlich an.„Bima hat Recht“, rief Robi. „Wir sollten ganz einfach alleine fliegen.“„Gute Idee!“, lachte Max. „Wir fliegen zu dritt. Und Sie, Professor Medesmüssen uns von hier aus steuern.“Max und Robi klatschten sich einander in die rechte Hand.„Wir machen es. Wir lösen das Geheimnis.“Bima sprang aus der Mondkugel und hüpfte mit einem gekonnten Satzauf Robis Schulter.page 10 / 43


„Wir sind das Robimax-Team“, rief Robi.Auf zum grünen Nebel!Professor Medes sah auf die Uhr.„Wenn ihr jetzt los fliegt, seid ihr auf alle Fälle zum Mittagessen wiederzu Hause“, sagte er. „Ihr fliegt ja mit Lichtgeschwindigkeit.“Bima hüpfte in die Mondkugel und rollte sich auf dem Pilotenstuhlzusammen.Max lachte. „Also gut, Bima hat entschieden. Worauf warten wir.“„Erst muss ich euch erklären, wie die Kugel funktioniert“, erwiderteProfessor Medes.Er ging mit den Kindern um die Kugel herum, öffnete eine kleine Klappeim hinteren Bereich und erklärte ihnen, wie dieser geheime Brennstoffdie Kugel bewegt.Robi und Max waren sehr beeindruckt.Dann verschwand der Professor in seinem Labor und kam mit dreiWeltraumanzügen zurück, einen für Max, einen für Robi und einen hatteer für Bima zurecht geschnitten.page 11 / 43


„Mein Anzug ist ein bisschen groß“, kicherte Max und zeigte auf seinenWeltraumanzug. „Ich glaube, der war eher für den Professor gedacht.“Tatsächlich. Max Weltraumanzug hatte einen großen Bauchumfang.„Naja, zugegeben, ich habe gehofft, mitfliegen zu können“, brummteder Professor.„Schaut euch nun dieses Teil an. Das dürft ihr auf keinem Fallvergessen“, fuhr der Professor fort und zeigte ein Teil, das wie einStaubsauger aussah. „Hiermit müsst ihr ein paar Gesteinsprobenentnehmen, damit ich sie in meinem Labor untersuchen kann.Außerdem solltet ihr versuchen, etwas von dem grünen Nebeleinzufangen.“Robi und Max nickten.Dann war alles klar.Robi nahm Bima vom Pilotensitz, setzte sich selbst darauf und ließ eszu, dass es sich Bima auf ihrem Schoß bequem machte. Max zwängtesich an den beiden vorbei in den Copilotenstuhl.“Wie geht es jetzt weiter?“, wollte Robi wissen.„Diese Schaltknüppel sind nur für den Notfall gedacht“, erklärte derProfessor. „Ich werde euch von meiner Schaltzentrale aus steuern. Aberfür den Notfall kann man mit dem Knüppel nach links und rechtsfliegen. Dieser Knopf bereitet die Landung vor, dieser hier ist fürdas Starten gedacht.“„Also los!“, rief Robi unternehmungslustig. „Ich bin bereit.“Der Professor schloss die Tür. Dann wackelte er so schnell er konnte inseine Schaltzentrale.Robi und Max setzten sich die Kopfhörer auf.„Könnt ihr mich hören“, drang nun seine Stimme an ihre Ohren.page 12 / 43


Robi nickte.„Er kann das nicht sehen, wenn du nur nickst“, lachte Max.„Wir sind bereit“, rief Robi.Nun hörten sie die Stimme des Professors erneut. Sie klang tief undernst.„Sitze gerade stellen. Anschnallen Es geht los: 10 – 9 – 8 – 7 - …“„Ich glaube, ich muss auf`s Klo“, flüsterte Max.„Zu spät“, grinste Robi.„ 6 – 5- 4 – 3 – 2 – 1 - …“„Null“, riefen alle zusammen.Die Kugel erhob sich langsam und mit einem leisen Pfeifen. Max undRobi schauten aus dem Fenster, Bima kuschelte sich ganz fest an Robi.Dann flogen sie los. Weiter und weiter ging der Flug. Bald sahen sieXamibor unter sich kleiner und kleiner werden.„Tschüss Mama“, murmelte Max und jetzt war ihm doch ziemlichmulmig zumute.„Keine Angst“, lächelte Robi. „Zum Essen sind wir wieder da.“Irgendwann verloren sie das Gefühl für Zeit und Raum. Sie flogen weiterund weiter, und diese gemütliche Mondkugel ließ sie schläfrig werden.Sie stellten ihre Sitze in die Schlafposition und fielen in einen tiefenSchlaf.„Aufpassen! Anschnallen! Festhalten! Sitze gerade!“Die Stimme des Professors ließ sie aufschrecken. In dem Momentpolterte es auch schon gegen die Mondkugel.page 13 / 43


„Was ist das? Hilfe!“, schrie Max.Robi behielt die Ruhe. Das Robotermädchen hatte eindeutig wenigerGefühle als Max. Schnell stellte sie ihren und Max Sitz wieder aufrecht,ließ die Sicherheitsgurte einschnappen und hielt Bima so fest siekonnte.Nun wurde die Mondkugel hin und her geschleudert. Irgendetwasprasselte gegen das Metall und die Scheiben.„Was ist das?“ brüllte Max. „Sieht aus wie Steine!“„Meteoriten“, rief der Professor. „Ein ganzer Schwarm. Haltet euch fest.Ich bringe euch da raus!“Die Mondkugel drehte nun nach links ab, fuhr jetzt einen scharfenBogen nach rechts, sackte nach unten ab, um dann wieder senkrechtanzusteigen.“„Mir ist schlecht“, flüsterte Max. Er war kreidebleich geworden.Robi sagte immer noch kein Wort.Wieder schlingerte die Mondkugel hin und her. Der Flug wurde zu einerrasanten Achterbahnfahrt. Und dann passierte es: Robi begann plötzlichzu schreien. Sie brüllte und brüllte. Dazu schlug sie mit den Händen aufdas Armaturenbrett, mit den Füßen trampelte sie gegen den Boden.Max bekam es mit der Angst zu tun, und auch Bima hüpfte von RobisSchoß und verkroch sich in die hinterste Ecke der Mondkugel.Dann plötzlich war der ganze Spuk vorbei, so schnell, wie er gekommenwar.Die Mondkugel glitt wieder sanft durch das Weltall und Robi hörte auf,zu schreien.„Robi?“, fragte Max nun ängstlich. „Warum hast du eigentlich sogeschrieen? Ich denke, du hast gar keine Gefühle.“page 14 / 43


„Für solche Situationen bin ich nicht programmiert“, erklärte Robiverlegen. „Tut mir Leid, dass ich dich so erschreckt habe.“„Hoffentlich kommt das nicht wieder vor“, murmelte Max. „Ich hattenämlich wirklich ein bisschen Angst vor dir.“Landung auf RobimaxSie flogen weiter und weiter. Wie lange war es nun her, seit sie vomXamibor gestartet waren? Max, Bima und Robi hatten jedes Gefühl fürdie Zeit verloren.„Da!“, rief Robi plötzlich und zeigte aus dem Fenster.Mit einem Ruck war Max hellwach. Robi sah verändert aus. Ihre Augenfunkelten wie kleine grüne Sterne. Nun blickte Max aus dem Fensterund bekam einen Riesenschrecken.Um sie herum war alles grün. So grün wie derWaldmeisterwackelpudding, den seine Oma früher oft als Nachtischzubereitet hatte.Langsam durchschwebte die Kugel den grünen Nebel. Dann wurde dieSicht wieder klarer, und sie setzten auf.„Schau mal, Robi“, flüsterte Max tonlos. „Es ist alles anders. Alles istgrün. Wackelpuddinggrün. Es gibt keine Häuser mehr, keine Straßen,keine Seen, noch nicht einmal Berge. Alles ist eine glatte grüne Fläche.Wie ist das nur möglich?“Robi drückte nun die Knöpfe zur Landung.„Alle sitzen bleiben“, rief sie. „Gurte geschlossen lassen. Ich leite nundie Landung ein.“page 15 / 43


Langsam durchschwebte die Kugel den grünen Nebel. Dann wurde dieSicht klarer und die Kugel setzte weich auf dem grünen Stern auf.„Ich will raus!“, rief Robi. „Ich will den Nebel fühlen und schmecken.Und ich will dem Professor eine Bodenprobe mitbringen.“Und ohne Max Kommentar abzuwarten, hatte sie sich schon ihrenWeltraumanzug angezogen und den Helm aufgesetzt und rüttelte ander Ausgangstür.„Warte doch!“, rief Max erschrocken. „Die Leiter ist doch noch garnichts ausgefahren. Und Bima und ich haben unseren Anzug auch nochgar nicht an.“Aber Robi schien nichts zu hören. Wieder und wieder rüttelte sie an derTür.„Robi!“, hörten sie nun die Stimme des Professors durch denLautsprecher. „Warte auf die anderen!“Robi drehte sich um. Ihr Blick schien aus einer ganz anderen Welt zukommen. Das war Max ein bisschen unheimlich. Was war mit demRobotermädchen los? Und warum leuchteten ihre Augen somerkwürdig?Endlich waren auch Max und Bima für einen Spaziergang im grünenNebel gerüstet. Die Eingangstür schwebte zur Seite, dann fuhr die Leiteraus.Robi kletterte so schnell sie konnte die Treppe hinunter. Untenangekommen, wartete sie nicht. Langsam setzte sie einen Fuß vor denanderen und tastete sich durch den grünen Nebel.„Robi, warte doch!“, rief Max erschrocken und stolperte so schnell erkonnte hinter ihr her. Bima blieb an seiner Seite.Plötzlich hielt Max erschrocken inne. Mit wem redete Robi da? Sie standmitten im grünen Nebel und hatte ihr Gesicht einem großen blauenKristall zugewandt, der am Himmel stand.page 16 / 43


„Du hast mich gerufen“, sagte Robi nun. „Darum bin ich da!“„Was redest du denn für einen Quatsch!“, rief Max verwundert. „Undwas ist das für ein komischer Kristall!“Aber Robi hörte nicht auf ihn.„Soll ich zu dir kommen?“, fragte sie nun. „Oder willst du mich holen?“Max bekam es mit der Angst zu tun.„Robi!“, rief er. „Komm doch mit zur Mondkugel zurück. Wir solltenbesser wieder nach Hause fahren.“ Und er fasste sie an den Arm undversuchte, sie zurück zu zerren.Aber Robi bewegte sich nicht.Da schnappte sich Bima schließlich ihr Hosenbein und zerrte daran.Robi schaute zu der kleinen Katze hinunter und lächelte.„Bima“, sagte sie dann. „Ich verstehe schon. Ich komme ja!“Sie streichelte die kleine Katze. Dann bewegte sie sich langsam zurMondkugel zurück.Max war froh, als Robi wieder in der Kapsel saß.„Warte noch, Robi, schnall dich schon mal an, ja? Ich komme gleichwieder. Aber ich muss eben schnell noch etwas Gesteinsprobe für denProfessor mitbringen.“Und er nahm sich den Staubsauger, ging noch einmal nach draußen undsaugte etwas von dem Boden auf. Anschließend fotografierte er dengrünen Nebel und fing etwas von diesem Gas in einem Glas ein. Dannkletterte auch er in die Kugel.„Professor Medes!“, rief er dann ins Mikrofon. „Wir können starten.“„Türen schließen und anschnallen!“, rief der Professor.page 17 / 43


Nun erhob sich die Mondkugel vorsichtig.Sie entfernte sich langsam von dem Planeten Robimax.Max und Robi schauten aus dem Fenster und sahen, dass der blaueKristall noch eine Weile neben ihnen schwebte.„Bis bald“, rief Robi nun und winkte ihm zu.Da blinkte der Kristall noch einmal auf und schwebte dann davon.Max, Robi und Birma sahen ihm nach. Dann flogen sie nach Xamiborzurück.Robi bekommt einen BruderEs war später Vormittag, als die drei zurückkamen. Professor Medeswartete schon auf sie.„Wie war es?“, wollte er wissen.„Fantastisch!“, rief Robi begeistert. „Alles ist so wundervoll grün. Unddann gab es auch einen blauen Kristall. Oh, der war wirklich schön. Erwollte mich zu sich holen.“Professor Medes zog verwundert seine Augenbraun hoch und schauteMax erstaunt an.Max runzelte die Stirn.„Ja, es stimmt, was Robi erzählt“, sagte er dann. „Robi war ganzbegeistert von diesem Kristall. Fast wäre sie deswegen weggelaufen.“Wieder runzelte Professor Medes die Stirn.page 18 / 43


„Ich werde die Fotos und die Bodenproben auswerten“, sagte er dann.„Inzwischen solltet ihr erst mal nach Hause gehen. Deine Mutter hatschon zweimal angerufen, weil das Mittagessen fertig ist.“Max nickte. „Ich glaube nicht, dass wir das Problem alleine lösenkönnen“, sagte er dann. „Wir brauchen Hilfe.“„Ich werde darüber nachdenken“, versprach der Professor. Dannüberreichte er Max ein kleines Päckchen. „Hier! Nimm das! Das kann dirauch helfen!“, versprach er dann.Neugierig öffnete Max das Päckchen. Es enthielt einen Spiegel, einenganz normalen Taschenspiegel.„Ein Spiegel“, wunderte sich Max enttäuscht. „Was soll ich denn damit?Ich schminke mich doch nicht.“Der Professor lachte schallend. Auch Robi lachte.„Man merkt doch, dass du nicht viel von Magie verstehst“, sagte siedann.Sie nahm den Spiegel in die Hand, schaute hinein und sagte: „Ichwünsche mir, ein Schmetterling zu sein.“Nun war es ganz still. Alle starrten auf den Spiegel.„Na und jetzt?“, wunderte sich Max. „Was soll der Qua…“Weiter kam er nicht. Zappapaluff, machte es plötzlich. In diesemMoment fiel der Spiegel zu Boden. Robi war nicht mehr zu sehen.Stattdessen flog ein wunderschöner blauer Schmetterling durch dieGegend.„“Wow!“, staunte Max. „Bleibst du jetzt so?“Aber der blaue Schmetterling setzte sich an den Rand des Spiegels undzappapaluff, stand Robi wieder grinsend neben ihm.page 19 / 43


„Nicht schlecht!“, gab Max zu. „Soll ich mich mal in ein Mäuschenverwandeln? Dann hat auch Bima ein bisschen Spaß!“Bima spitzte begeistert die Ohren.„Also, Bima! Wer zuerst zu Hause ist!“Und wusch, verwandelte er sich in eine Maus und rannte los. Bimahinterher. Zuletzt Robi mit dem Spiegel. Als sie alle am Hausangekommen waren, sahen sie so aus wie immer:Max war Max, Bima war Bima und Robi war eine kleine Roboterpuppe.Als sie nachmittags bei Professor Medes vorbei gingen, war er sehrbeschäftigt.Nachdenklich schaute er abwechselnd in sein Mikroskop, dann insTeleskop, dann wandte er sich wieder seinen wahnsinnigen Rechnungenzu.„Es ergibt alles keinen Sinn!“, murmelte er. „Dieser Kristall, dieserNebel – ich kann es nicht erklären.“„Und da ist ja auch noch Robi“, erinnerte ihn Max. „Sie erwachte ineiner Nacht, an der ein grüner Stern vom Himmel fiel. Und als wir aufRobimax landeten, lief sie einfach so in den Nebel hinaus.“„Was soll denn daran komisch sein?“, ärgerte sich Robi. „Es war alles sogeheimnisvoll da draußen.“ Plötzlich schaute Robi auf ein Gebilde, dasmit einem weißen Laken behängt war.„Aber das ist ja…“, rief sie.„Robi?“, wunderte sich Professor Medes. „Hast du Röntgenaugen?Kannst du jetzt durch das Laken hindurch sehen?“„Sie haben mir einen kleinen Bruder gebaut!“ Robi war ganz aus dempage 20 / 43


Häuschen.Mit einem Ruck riss sie das Laken herunter. Vor Max und ProfessorMedes stand eine kleine Gestalt. Sie sah aus wie Robi, nur trug sieeinen grünen Anzug und eine Mütze auf dem Kopf.Robi lief auf die Gestalt zu und umarmte sie.Nun kletterte der Roboterjunge von Tisch herunter und reichte Max dieHand.„Ich heiße Rob“, sagte er. „Professor Medes hat mich gebaut, damit icheuch bei eurem Problem helfen kann.“„Das habe ich“, nickte der Professor. „Ich habe euch alle mit gutenEigenschaften ausgestattet. Ihr seid alle intelligent, Max ist stark, under hat diesen Zauberspiegel, Robi hat Röntgenaugen, und sie kann sichganz klein machen. Rob kann Blitze und Strahlen erzeugen. Und Bimakann sich durch die engsten Stellen hindurch schlängeln.“Max strahlte. „Wenn das so ist, schaffen wir es vielleicht, den grünenNebel zu vertreiben“, sagte er.Wer ist Tanja Sternenlicht?Als sich die vier Freunde am nächsten Tag auf den Weg zu ProfessorMedes machten, trafen sie ihn vor seinem Haus an. Er hatte seinTeleskop aufgebaut und starrte in den Himmel.„Was ist denn los?“, wunderte sich Max. „Gibt es etwas Besonderes umden grünen Nebel?“„Ja und nein“, erwiderte Professor Medes. „Wir bekommen Besuch.“„Besuch?“, wunderten sich Robi und Rob.page 21 / 43


„Allmählich wird es wirklich eng auf unserem Planeten“, lachte Max. Erfreute sich sehr, noch mehr Spielkameraden zu bekommen.“„Das Mädchen heißt Tanja Sternenlicht“, erzählte der Professor weiter.„Sie ist ein Mutant, aber ein guter. Sie kommt vom PlanetenSternenkind und hat eine lange Weise hinter sich. Es wird nicht langedauern, dann landet sie.“Kaum hatte er seinen Satz zu Ende gesprochen, spürten die Kindereinen Luftzug. Und dann sahen sie auch schon eine Mondkugel übersich.Die Mondkugel landete direkt vor ihren Augen. Die Türen öffneten sichsummend und ein Mädchen stieg heraus. Sie trug einen silbern farbigenWeltraumanzug. Mit ihren ebenfalls silbern farbigen Haaren sah sieungewöhnlich, aber wunderschön aus. Hinter ihr flog eine Roboterbienenach draußen.Max, Rob und Robi blickten sie staunend an.„Professor Medes!“, rief Tanja Sternenlicht. Sie lief auf den kleinendicken Professor zu und umarmte ihn. „Das war eine lange Reise.Danke, dass Sie mich gerettet haben.“„Ich bin auch froh“, schniefte der Professor und wischte sich über dieAugen. „Und was ist mit deinen Eltern?“„Ich weiß es nicht“, erwiderte Tanja Sternenlicht. „Der grüne Nebel hatalles auf Robimax eingenebelt. Da bin ich mit der Mondkugel geflohen,die bei Ihnen im Garten stand. Nur ich, und die kleine Biene Bobine.“Sie schwiegen eine Weile und schauten in den klaren Himmel.Tanja Sternenlicht sah traurig aus. Bima kuschelte sich an sie undmaunzte.„Das ist unsere Katze Bima“, erklärte Max. „Ich heiße Max, das sind Robund Robi.“page 22 / 43


Alle reichten einander die Hand.„Meine Mutter und ich lebten auch auf Robimax“, berichtete Max ihr.„Aber dann eines Tages war dieser grüne Nebel da. Erst nur ganz hell,mit einer unbeschreiblich schönen, leuchtenden grünen Farbe. Aberdann wurde er immer dichter. Und dann, eines Tages, als ich in derSchule war, sah ich aus dem Fenster, wie der grüne Nebel die ganzeGegend umhüllte.Aber wir konnten mit Professor Medes fliehen.“„Oh, das ist ja traurig“, sagte Tanja Sternenlicht. Bima strich um ihreBeine. „Kleine Bima!“, versuchte Tanja Sternenlicht zu lächeln undstreichelte die kleine Katze. „Du hast keine Ahnung, wie schrecklich esin der Welt zugehen kann.“„Erzähl doch mal, was euch passiert ist!“, drängte Robi.Tanja Sternenlicht zögerte. Dann begann sie zu erzählen.„Bei uns war dieser grüne Nebel auch“, berichtete sie. „Er schien es aufmich abgesehen zu haben. Auf mich, meine Familie und meineFreunde.“Max und Robi schwiegen und warteten. Tanjas Sternenlichts Stimmeklang kratzig. „Ich fand die Mondkugel von Professor Medes. Und danntraf ich Robine. Zusammen flogen wir los. Wir brachten uns auf demPlaneten Sternenkind in Sicherheit“, berichtete Tanja Sternenlichtweiter. „Aber eines Tages wurde auch da die Luft grün. Der Nebel warda und hüllte auch dort alles in grünes Licht. Diesmal warteten wirnicht. Wir rannten so schnell wir konnten zur Mondkapsel und flohenweiter. Und nun sind wir hier.“Sie verschränkte die Arme unter dem Kopf und starrte weiter in denHimmel.„Aber ich habe große Angst“, sagte sie dann. „Der Nebel wird auch hierhinkommen. Und er wird alles zerstören.“page 23 / 43


Wieder schwiegen die drei und starrten in den Himmel.„Mir hat der grüne Nebel Glück gebracht“, erzählte Robi schließlich. „Eingrüner Stern ist vom Himmel gefallen und hat mich zum Lebenerweckt.“Tanja richtete sich mit einem Ruck auf.„Ein grüner Stern? Wie meinst du das?“„Woher soll ich das wissen“, erklärte Robi. „Es stand ein grüner Sternam Himmel, und dann eines Tages fiel er auf mich herab und erwecktemich zum Leben.“Tanja Sternenlicht sprang mit einem Satz auf. Ihre Augen warenschreckensweit geöffnet.„Robi!“, rief sie dann. „Du bist auserwählt worden. Dieser grüne Nebelsucht sich jemanden, mit dem er den Planeten auskundschaftet. Und siehaben dich ausgewählt. Sie schauen durch deine Augen, sie erspürenuns durch deine Sensoren!“Robi sprang jetzt ebenfalls auf.„Was sagst du da!“, rief sie entsetzt. „Das stimmt nicht. Ich bin nichtvon ihnen ausgesucht worden. Ich bin eure Freundin. Nie im Lebenwürde ich euch verraten.“Aber Tanja Sternenlicht ließ sich nicht beirren. Voller Angst starrte sieRobi an.„Du kannst nichts dazu“, flüsterte sie. „Sie benutzen dich. Sie habensich in dein System eingelockt.“Nun wurde es Max zu viel.„Hör zu, Tanja Sternenlicht!“, rief er. „Beruhige dich. Es ist zuverstehen, dass du so viel Angst hast. Aber wir sollten uns jetzt nichtauseinander bringen lassen. Robi gehört zu uns. Sie ist meine Freundin,page 24 / 43


genau wie du und Bima und Robine meine Freunde seid. Und bevor wiruns alle gegenseitig verdächtigen, sollten wir lieber zusammen halten.Wir sollten zusammen versuchen, dem Nebel auf die Spur zu kommen.“Tanja Sternenlicht und Robi sahen sich an. Robi lächelte.„Hör zu, Tanja Sternenlicht“, sagte sie. „Ich weiß nicht, wer micherschaffen hat und warum ich erschaffen wurde. Aber ich weiß ganzgenau, dass ich auf eurer Seite bin. Max ist mein bester Freund, und ichwäre sehr glücklich, wenn du auch meine Freundin wirst.“Sie streckte Tanja Sternenlicht die Hand entgegen.Tanja Sternenlicht zögerte. Dann griff sie die Hand und schüttelte sie.„Wir sind Freunde“, sagte sie.Max stand ebenfalls auf und legte seine Hand auf die Hände seinerFreundinnen.„Und wir werden alles tun, um dem geheimnisvollen Nebel auf die Spurzu kommen“, sagte er.Bima maunzte und umschnurrte alle drei. Max lachte und streicheltesie.„Und du wirst uns helfen“, sagte er. „Wir werden dafür sorgen, dass unsdieser grüne Nebel nicht mehr bedrohen kann.“„Uns nicht und unseren Familien und Freunden auch nicht“, ergänzteTanja Sternenlicht.Dem grünen Nebel auf der SpurDie Idee war geboren. Max, Robi, Tanja Sternenlicht beschlossen, sichpage 25 / 43


auf die Suche nach dem grünen Nebel zu machen. Doch die kleineBiene Robine umsummte die vier aufgeregt.„Das solltet ihr nicht tun“, rief sie immer wieder. „Der grüne Nebel kanngefährlich werden. Und vergesst nicht, das All ist unendlich. Zu schnellkann man davon verschlungen werden.“Max wiegte nachdenklich den Kopf hin und her.„Keine Angst, Robine“, sagte er schließlich. „Wir waren vor ein paarTagen schon einmal da und haben Bodenproben geholt. Es war nicht sogefährlich.“„Ein bisschen schon“, versuchte Robi ihn zu erinnern.„Aber wir könnten es schaffen“, verteidigte Max seine Idee. „Wirmüssen es sogar schaffen.“„Lasst uns morgen früh los fliegen!“, rief Tanja Sternenkind aufgeregt.„Dann kommen wir in eine Zeitschleife und sind wieder da, bevor manuns hier vermisst.“„Du hast Recht“, nickte Max. „Das haben wir bei letzten Mal auch sogemacht.“„Aber lasst uns wenigstens Professor Archibald Medes fragen, wie wirhier wegkommen und in welcher Richtung wir den grünen Nebel suchensollten.“Das taten sie auch.Professor Archibald Medes saß wie immer in seinem Zimmer an seinemSchreibtisch und tippte wilde Zahlen in den Computer. Der Computerblinkte und brummte, dann wurde das Weltall auf dem Bildschirmsichtbar.„Was wollt ihr? Ins Weltall fliegen und den grünen Nebel bekämpfen?“,page 26 / 43


ummte Professor Medes. „Das kann ja heiter werden. Was glaubt ihrdenn, wie gefährlich das ist?“„Aber ich muss einfach wissen, was mit meinen Eltern passiert ist“, riefTanja Sternenlicht nun. „Sie sind verschwunden, und nicht nur sie.Meine Verwandten, meine Freunde, mein ganzer Planet. Wo sind sie?Sind sie tot? Ich muss sie einfach wieder finden.“„Und wir werden ihr dabei helfen“, sagte Robi und ihre grünenSternenaugen funkelten dabei. „Ein grüner Stern hat mich zum Lebenerweckt, und ich bin mir ganz sicher, er hat es nur getan, damit ich ihrdabei helfen soll.“Professor Archibald Medes seufzte tief.„Ich verstehe euch ja“, brummte er. „Und ich werde euch auch dabeihelfen.“Er stand auf, ging zu seinem Teleskop und richtete es in den Himmelhinaus.Wieder ging er an seinen Computer zurück und tippte wilde Zahlen.Nun sahen die Kinder auf den Monitor ein riesiges Planetensystem -eine Sonne, die von verschiedenen großen und kleinen Planetenumkreist wurde. Und dort, in der Ferne des Weltalls, sahen sie etwasGrünes.„Seht ihr das?“, wollte Professor Archibald Medes wissen. „Das ist dergrüne Nebel. Und wie es aussieht, ist er auf dem Weg zum PlanetenSowitex. Auf diesem Planeten gibt es kein Leben, aber der grüne Nebelscheint das nicht zu wissen. Er wird den Planeten umkreisen und dannalles in grünen Nebel hüllen.“„Wenn es dort kein Leben gibt, ist das ja nicht so schlimm“, seufzteTanja Sternenlicht.„Nicht so schlimm?“, rief Max entsetzt. „Du weißt nicht, was du dassagst! Denn dieser Mond hier direkt daneben ist Xamibor.“page 27 / 43


Und er tippte auf einen Mond, der sich direkt neben dem PlanetenSowitex befand.Tanja Sternenlicht schlug sich erschrocken mit der flachen Hand aufden Mund.„Wenn das so ist“, flüsterte sie, „dann sind wir alle in großer Gefahr.“Max nickte. Sein Gesicht verzog sich grimmig.„Wir haben nicht viel Zeit zu verlieren“, murmelte er.„Kommt“, rief Professor Archibald Medes. „Wir machen einen Plan. Wirschreiben genau auf, wohin ihr zu fliegen habt, und wie ihr die Reisedurchführen müsst. Ich werde dann eure Reise von meinemArbeitszimmer aus begleiten.“Drei Stunden später war der Plan perfekt. Die Kinder beschlossen, eineNacht zu warten und dann am nächsten Morgen in aller Frühe in ihrAbenteuer zu starten.In der Nacht machte Max kein Auge zu. Und er hörte, wie auch Robi inihrem Regal hin und her kramte.Dann endlich ging die Sonne auf. Max frühstückte mit seiner Mutter.Dann schnappte er sich seinen Rucksack mit seinem Proviant und ihrzu.„Ich gehe nach draußen. Robi und ich treffen uns dort mit TanjaSternenlicht und Robine.“Seine Mutter nickte. „Aber komm nicht zu spät zum Abendessen nachHause.“„Keine Sorge“, erwiderte Max.Er nahm Robi aus dem Regal, steckte sie in seine Jackentasche und riefpage 28 / 43


Bima zu sich. Dann machten sich alle auf den Weg zum Strand.Tanja Sternenlicht und Robine warteten schon vor der Mondkapsel.Robi kletterte aus der Jackentasche und machte sich groß. Dannschüttelte sie ihre roten Haare.„Meine Güte, bin ich aufgeregt. Ich habe schon in dieser Nacht von demFlug geträumt“, rief sie. Ihre grünen Augen blitzten. „In dem Traum sindwir in den grünen Nebel geraten und haben uns verirrt.“„Und haben wir nach Hause gefunden?“, fragte Tanja Sternenlichtbeunruhigt.Robi lachte. „Weiß ich nicht. Dann klingelte Max Wecker.“„So bleibt es wenigstens ein Abenteuer“, sagte Max.Sie stiegen in die Mondkugel und stellten ihre Sitze ein. Gerade wolltensie los fliegen, da sahen sie Professor Medes aus seinem Haus laufen.Schwitzend erreichte er die Mondkugel.„Was ich euch noch sagen wollte“, rief er. „Passt auf euch auf. Lassteuch nicht von dem grünen Nebel einhüllen, sonst seid ihr verloren.“„Alles klar. Aufpassen wollten wir sowieso“, grinste Max.Dann schloss er die Tür. Tanja Sternenlicht startete den Motor und dieMondkugel erhob sich lautlos in die Luft. Dann flog sie höher und höher.Die drei Kinder hatten sich dicht nebeneinander gestellt und starrtendurch das große Fenster ins Weltall. Bima kuschelte sich eng an MaxBeine und Robine saß bewegungslos auf Tanja Sternenlichts Schulter.So flogen sie durch das All, ohne ein Wort zu sprechen.page 29 / 43


Schließlich, nach einer langen Reise, erreichten sie den Planeten Pluto.„Ich glaube, wir sind an dieser Stelle angekommen, an der ich damalsdurch ein schwarzes Loch in ein anderes Planetensystem gefallen bin“,rief Tanja Sternenlicht. „Fahr mal noch ein bisschen geradeaus unddann nach…“„…links“, wollte sie sagen, aber das gelang ihr nicht mehr. DieMondkugel raste mit einem Mal durch die Dunkelheit. Nichts war mehrzu sehen, außer Schwärze und Nacht.„Hilfe!“, flüsterte Max tonlos. „Wo sind wir? Könnt ihr was sehen? Seidihr neben mir?“Bima kuschelte sich fester an ihn. Robi fasste seine Hand.„Wir sind alle noch da“, sagte sie. Auch ihre Stimme hörte sich kratzigan.Schneller und schneller raste die Kapsel. Und nun begann sie auchnoch, sich dabei zu drehen.„Ist mir schlecht“, flüsterte Tanja Sternenlicht. „Wenn sie nicht gleichaufhört, sich zu drehen, muss ich …“Als wenn die Mondkugel sie erhört hätte, stoppte sie plötzlich. Jetztnahmen die Freunde plötzlich ein Knacken im Funkgerät wahr.„Hee, ihr fünf. Lebt ihr noch?“, hörten sie Professor Archibald MedesStimme aus dem Kopfhörer.Tanja Sternenlicht riss den Kopfhörer an sich uns setzte ihn auf.„Professor?“, rief sie. „Wo sind wir? Was ist passiert?“„Ihr seid jetzt genau da, wo du früher gelebt hast“, sagte der Professor.„Dort an der Stelle war der Planet Sternenkind.“„Sternenkind!“, rief Tanja. „Hier soll der Planet gewesen sein? Aber dapage 30 / 43


ist nur noch gähnende Leere. Noch nicht mal …“ Tränen liefen ihr überdas Gesicht. „… noch nicht einmal ein Staubkorn.“„Tanja Sternenlicht!“, schrie Max plötzlich so laut, dass alle erschrockenzusammen fuhren. „Guck mal, da!“Er zeigte mit seinem Finger nach rechts. Alle hielten die Luft an. Denngenau an dieser Stelle hatte sich eine grüne Nebelwand gebildet.„Vorsicht, Tanja, wir fliegen genau in den Nebel hinein!“, rief Robi.„Oh nein, Hilfe!“Tanja Sternenlicht versuchte, das Steuer herumzureißen, aber dieMondkugel ließ sich nicht mehr lenken.„Hilfe!“, flüsterte nun auch Max.Mit schreckensweiten Augen sahen alle, wie die Mondkugel geradewegsdem Nebel entgegen flog.Der Kristall weiß einen AuswegMit großer Geschwindigkeit steuerte die Mondkugel geradewegs auf dengrünen Nebel zu.„Reiß das Steuer herum!“, schrie Max.„Es geht nicht!“, rief Tanja Sternenlicht. „Die Mondkugel lässt sich nichtsteuern.“Dichter und dichter flogen sie auf die Nebelwand zu, die sich wie einegrüne Mauer vor ihnen aufgebaut hatte.Robi schlug die Hände vor die Augen.page 31 / 43


„Nein“, flüsterte sie tonlos.Jetzt knackte das Funkgerät.„Hallo!“, hörten sie nun die Stimme von Professor Medes. „Wo seid ihr?Wie geht es euch?“Max beugte sich zum Mikrophon hinüber.„Professor Medes“, schrie er. „Helfen Sie uns. Wir steuern direkt auf dengrünen Nebel zu. Er steht uns wie eine Wand gegenüber.“Es knackte in der Leitung.„Professor Medes!“, schrie Max.„Professor Medes?“, brüllte auch Tanja Sternenlicht.Wieder knackte es in der Leitung.„Hört ihr mich noch?“, hörten sie nun die Stimme des Professors.„Ja“, riefen Max, Tanja und Robi wie aus einem Munde.„Ihr habt keine Wahl“, rief der Professor nun. „Lasst euch durch denNebel hindurch treiben. Ich hoffe, dass euch nichts passiert. Die Kugelist aus Stahl, das in Nanoteilchen getränkt wurde. Da kann euchhoffentlich nichts passieren. Haltet durch! Die Nebelwand ist nicht sodick.“Nun rauschte es wieder in der Leitung.„Na dann alles Gute“, murmelte Max unglücklich.Plötzlich geriet die Kugel ins Trudeln. Robi, Tanja Sternenlicht und Maxklammerten sich an ihre Sitze. Wie gut, dass sie angeschnallt waren.Nur die Katze Bima wurde durch die Mondkugel geschleudert. Sie stießgegen einen Schalter und jaulte.page 32 / 43


„Warte, Bima, ich helfe dir!“, rief Robi, und ehe Max und TanjaSternenlicht noch etwas dazu sagen konnten, hatte sie sich schonabgeschnallt.„Robi, nein!“, rief Tanja Sternenlicht. „Du tust dir weh!“Aber die Warnung kam zu spät. Robi schleuderte durch die Mondkugel,knallte mit dem Kopf gegen ein Fenster und schlug dann mit demRücken gegen den Monitor. Der flog mit einem lauten Knall aus seinerVerankerung und schleuderte ebenfalls durch die Mondkugel.Plötzlich gab es einen Ruck, und dann schien alles still zu stehen.Max und Tanja Sternenlicht sahen einander mit großen Augen an, Robikroch hinter einem Astronautenstuhl hervor, Bima tastete sich unterdem Tisch hervor und sprang Tanja Sternenlicht jaulend auf den Schoß.„Was ist denn jetzt passiert“, flüsterte Robi ängstlich und rieb ihrenKopf.Max schaute nach draußen. „Es sieht so aus, als wenn wir mitten imgrünen Nebel stehen geblieben wären“, murmelte er.Als sie aus den Fenstern schauten, sahen sie die grüne Farbe rund umsie herum. Es war so richtig ekelig.Plötzlich stand Robi auf. „Wir sind auf Robimax gelandet“, murmelte sie.„Und da ist er!“, Ihre Augen leuchteten.Max erschrak. Das Leuchten ihrer Augen kam ihm verdammt bekanntvor. Robi hatte es schon einmal gehabt, als sie den blauen Kristall amHimmel gesehen hatte. Und tatsächlich! Da stand der Kristall amHimmel und leuchtete blau und funkelnd durch das Fenster derMondkugel.„Ich muss hier raus!“, flüsterte Robi.„Nein Robi, bitte nicht!“, rief Max.page 33 / 43


Auch Tanja Sternenlicht versuchte, sie am Arm festzuhalten.„Lasst mich los!“, rief Robi nun. „Ihr müsst keine Angst haben. Derblaue Kristall beschützt uns. Und er kennt das Geheimnis um dengrünen Nebel.“Nun war auch Rob aufgestanden.„Der blaue Kristall hilft uns wirklich“, sagte er. „Er hat Robi den grünenNebel geschickt, damit sie Robimax rettet. Und auch ich bin gebautworden, damit ich ihr helfe.“„Ich weiß nicht“, murmelte Tanja Sternenlicht unsicher.„Ich ziehe meinen Weltraumanzug an und frage den Kristall um Hilfe“,entschied Robi nun.„Ich komme mit“, bot sich Rob an.„Ich auch“, sagte Max.„Dann bin ich auch dabei“, erwiderte Tanja Sternenlicht.Nacheinander verließen die vier Kinder die Mondkugel. Max trug Bimaauf dem Arm, Robine hatte es sich auf Tanja Sternenlichts Schulterniedergelassen.Langsam gingen sie dem blauen Kristall entgegen.„Da seid ihr also“, tönte der blaue Kristall. „Ich warte schon so lange aufeuch.“„Wir sind gekommen, um den grünen Nebel zu vertreiben“, sagte TanjaSternenlicht.„Kannst du uns sagen, was das mit dem grünen Nebel auf sich hat?“„Natürlich kann ich euch das sagen“, erwiderte der blaue Kristall. „Esliegt an Urbanus, dem großen gefährlichen Weltraummonster. Es hatpage 34 / 43


sich auf Robimax in der Höhle Bergari versteckt. Hier stellt es diesengrünen Nebel her?“„Wie macht es das?“, wollte Max wissen.„Wenn ich das nur wüsste“, erwiderte der Kristall. „Der Nebel scheintaus seinem Rachen zu kommen. Es sitzt da vor dem Höhleneingang undspuckt grünen Nebel aus. Und zwar so viel, dass er das ganze Weltalldamit versucht.“„Das ist ja schrecklich“, rief Tanja Sternenlicht. „Wie sollen wir denngegen ein Monster ankommen.“„Ihr habt so viele Kräfte“, rief der Kristall. „Ich bin mir sicher, dass ihr esschaffen werdet.“„Dann lasst uns zu der Höhle gehen“, rief Max.Gemeinsam machte sich die Gruppe auf den Weg.Kampf gegen UrbanusEs war ein schwerer Gang durch den Nebel. Die vier Kinder hielten sichan der Hand, die Tiere fest an sich gedrückt. Je näher sie an die HöhleBergari kamen, umso dichter wurde der Nebel.„Ich kriege kaum noch Luft“, keuchte Robi.„Keine Angst. Gleich sind wir da“, beruhigte Max sie. „Schau mal, TanjaSternenlicht. Dort hinter dieser Landschaft müssen die Berge mit denHöhlen sein. Erinnerst du dich noch?“„Natürlich erinnere ich mich“, erwiderte Tanja Sternenlicht.Sie schauten um sich. Ja, die Landschaft auf Robimax hatte sich kaumverändert. Nur der Nebel tauchte sie in grünes Licht, und ließ sie auf dieWeise sehr unheimlich aussehen.Plötzlich hörten sie etwas, das ihnen das Blut in den Adern gefrierenpage 35 / 43


ließ. Jemand schnarchte. Es war ein lauter durchdringender Ton, der alleerzittern ließ. Als wenn 200 Sägen in einem Sägewerk gleichzeitigertönten.„Das Weltraummonster“, flüsterte Max. Und nun wünschte er sich dochzurück in sein Bett.„Was machen wir?“, fragte Tanja Sternenlicht ängstlich.„Ich schaue es mir erst einmal an“, flüsterte Robine. Und bevor dieanderen noch etwa gesagt hatten, flog sie los.„Warte, Robine. Ich verwandele mich in einen Vogel. Dann komme ichmit“, rief Max.In aller Eile zog er den Zauberspiegel hervor. Zappapaluff, war er einkleiner Spatz und flog hinter Robine her.Sie hatten Mühe, durch den immer dichter werdenden Nebel zu fliegen.Zuletzt kamen sie nur noch ganz langsam voran.Je näher sie an ihn heran kamen, umso lauter wurde das Schnarchen.Endlich konnten sie das Monster sehen, von dem das Schnarchenausging. Es war ein schreckliches Geschöpf, riesengroß und mit einerdicken Elefantenhaut aus grünem Leder überzogen. Außerdem hatte esriesengroße Ohren und zwei dicke Glubschaugen links und rechts desbreiten Maules. Ein weiteres drittes Auge saß auf der Stirn.Jetzt schien das Monster etwas bemerkt zu haben, denn es öffnete daseine Auge auf der Stirn und bewegte es nach links und rechts.Robine und Max erschraken. Lautlos schlüpften sie in einenFelsenvorsprung und bewegten sich nicht. Ängstlich und mitklopfendem Herzen schauten sie zu dem grünen Monster hinüber.Urbanus blieb unruhig. Das Weltraummonster wälzte sich hin und herund stieß grünen Atem aus seinem breiten Maul. Dieser Atem wurdedichter und stinkender.page 36 / 43


Dann stand das Monster schließlich auf und öffnete auch die anderenbeiden Augen. Unruhig ging es umher und ließ seine drei Augen nachlinks und rechts gleiten. Dabei schnüffelte er mit der Nase, als wenn esMax und Robine riechen konnte.Robine und Max bewegten sich nicht. Da brummte das Monsterplötzlich, ließ sich wieder auf die Steine fallen und fiel erneut in einentiefen Schlaf.Max und Robine schauten einander an und nickten sich zu.„Nichts wie weg“, bedeutete das.Lautlos erhoben sie sich in die Luft und flogen zu den anderen zurück.Die warteten schon unruhig. Mit Hilfe des Spiegels verwandelte sichMax wieder in seine alte Gestalt. Dann erzählte er, was er und Robinegesehen hatten.„Drei Augen hat das Monster!“, erklärte Max immer wieder. „Und einenstinkenden grünen Atem. Damit verpestete es die Luft überall.“Tanja Sternenlicht, Robi, Rob und Bima hörten mit großen Augen zu.„Das hört sich ja schrecklich an!“, rief Robine ängstlich.„Wie sollen wir denn gegen so ein gefährliches Monster ankämpfen?“,fragte Tanja Sternenlicht ratlos.Auch die anderen überlegten. Dann redeten sie lange und leisemiteinander. Und dann, nach einer langen Weile, hatten sie einen gutenPlan.Das Monster lag immer noch unbeweglich schnarchend vor demHöhleneingang. Bima schlich lautlos an ihm vorbei, zwängte sich durcheinen kleinen Spalt eines Felsens und setzte sich direkt vor dasMonster. Dann maunzte die kleine Katze leise und klagend, fuhr ihreKralle aus und kratzte dem Monster einmal über die Nase.page 37 / 43


Urbanus brauchte eine Weile, bis sein Verstand einsetzte und er begriff,was mit ihm passiert war. Er öffnete zuerst zwei seiner riesigenGlotzaugen und guckte verwundert. Dann öffnete es auch das dritteAuge und starrte Bima so böse an, dass die kleine Katze zu zitternbegann. Und jetzt brüllte das Ungeheuer laut und wütend und setzteeinen Sprung nach vorne. Aber da war Bima schon wieder in ihrerFelsspalte verschwunden.Fauchend setzte sich das Monster vor die Felsspalte und pustete seinengrünen Atem dort hinein, wo es Bima zuletzt gesehen hatte. Bimahustete.Aber da sprang Max in Gestalt des Spatzes auf den Rücken desMonsters. Mit seinem spitzen Schnabel pickte er so fest er konnte in diegrüne Elefantenhaut.Zur gleichen Zeit kroch die Biene Robine in das riesige Monsterohr undstach hinein.Urbanus brüllte, dass es über den ganzen Planeten zu hören war. Erfuhr herum, drehte sich nach links, wendete dann nach rechts undwusste nicht, wen er zuerst erledigen sollte.Da entdeckte er Robi. Sie stand auf einem Felsen. Ihre grünen Augenwaren direkt auf Urbanus gerichtet. Urbanus riss seine Augen vorVerwunderung weit auf. Ein unerschrockenes Mädchen in seiner Nähehatte er noch nie erlebt. Wieder brüllte er. Da schossen kleine Blitze ausRobis Augen. Sie trafen das Monster direkt im Gesicht. Das Monsterschrie, kugelte sich einmal über den Boden, drehte sich dann um undbrüllte erneut. Aber nun stand Rob neben Robi. Auch er schoss Blitzeaus seinen Augen. Sie trafen das Monster erneut. Urbanus schrie undbrüllte, so laut er konnte. Sein grüner Atem schien jetzt auch aus seinerHaut zu kommen. Der Nebel zog zu Robi und Rob hinüber undversuchte die beiden einzuhüllen.„Tanja Sternenlicht, hilf uns!“, schrie Robi.Und tatsächlich tauchte Tanja Sternenlicht auf einem Felsen auf. Mutigund lächelnd sah sie auf das Monster hinunter.page 38 / 43


Urbanus fauchte grünen Atem in ihre Richtung. Aber Tanja Sternenlichtlächelte immer noch. Dann hob sie ihre Hände und drehte dieHandflächen in die Richtung, in der sich Urbanus befand. Und plötzlichkamen helle Strahlen aus ihren Handflächen und prallten gegen dendicken schweren Körper des Monsters.Urbanus zuckte zusammen und brüllte erneut. Lauter und wütenderschrie er. Dann wälzte er sich von einer Seite zur anderen. Dabei brüllteer so laut und durchdringend, dass die Kinder es mit der Angst zu tunbekamen.Und dann plötzlich brach er zusammen. Sein Körper zuckte. Schließlichblieb er bewegungslos liegen. Der grüne Atem wurde weniger undweniger. Dann kam kein Hauch mehr aus seinem Maul.Bima streckte ihren Kopf aus der Felsspalte.„Ist er tot?“, fragte sie ängstlich und kam aus der Felsspalte herausgekrochen.„Ich glaube schon“, erwiderte Max.Er flog auf den Zauberspiegel zu und verwandelte sich jetzt wieder ineinen Menschen. Mutig ging er dann zu Urbanus hinüber und fühlte andie Stelle, an der er das Herz des Monsters vermutete.„Das Herz schlägt nicht mehr.“, sagte er dann.Rob und Robine atmeten erleichtert auf.Nun tauchte auch der blaue Kristall über ihnen auf.„Ihr habt ihn erledigt“, sagte er. „Ich wusste, dass ihr es schaffenwürdet. Ihr habt die Kraft dazu.“Und dann zog der blaue Kristall davon. Robine winkte ihm nach.„Tschüß“, rief sie. „Und danke für deine Hilfe.“page 39 / 43


„Schaut mal!“, rief Robi nun. „Die Luft wird klarer und klarer. Man hatdas Gefühl, dass der Nebel weniger wird.“Und tatsächlich lichtete sich der grüne Nebel.„Wir haben es geschafft!“, rief Max.„Wir haben es geschafft“, jubelten auch Robi, Rob und TanjaSternenlicht. Sie fassten sich an die Hände und tanzten herum.Plötzlich hörte Max eine Stimme hinter sich. Eine Stimme, die ihmverdammt bekannt vorkam.„Max“, sagte diese Stimme.Max drehte sich herum und wäre um ein Haar umgefallen vorSchrecken und Freude. Vor ihm stand sein Vater. Neben ihm standennoch andere Kinder.„Betty, Jan!“, rief nun Tanja Sternenlicht und umarmte die Kinder. „Ihrseid alle noch da! Oh, was bin ich glücklich.“Im Nu hatte es sich auf Robimax herum gesprochen, dass dasschreckliche Monster tot war. Nun kamen auch andere Menschen herbeigelaufen. Die Freunde fand kein Ende.„Wenn ihr wüsstet, wie schrecklich das Leben hier war“, erzählte derVater. „Dieses Monster hatte es auf alle Menschen abgesehen. Esversuchte uns mit diesem grünen Nebel zu vertreiben, weil es selbst aufdiesem Planeten leben wollte. Und so hat es einen Menschen nach demanderen in die Flucht geschlagen.“„Einige sind sogar ums Leben gekommen“, berichtete Betty. „Und vielesind auf andere Planeten geflohen.“„Aber auch da ist das Monster hinterher gekommen“, berichtete TanjaSternenlicht. „Ich war mit ein paar Freunden auf dem PlanetenSternenkind, aber auch da hat uns der Nebel verfolgt.“page 40 / 43


Und dann erzählten alle, wie sie die letzten Jahre verbracht hatten. VieleMenschen hatten sich auf Robimax in den Höhlen und unter der Erdevor dem grünen Nebel in Sicherheit gebracht, einige waren, wie Maxund Tanja Sternenlicht, auf andere Planeten geflohen.„Max!“, sagte Max Vater nun. „Lass uns keine Zeit verlieren. Wir wolltenso schnell wie möglich nach Xamibor fliegen, und Mama und ProfessorMedes holen, damit wir alle zusammen wieder auf Robimax lebenkönnen.“Und so machten sie es auch.Robi, Tanja Sternenlicht, Max und viele andere Kinder drängten sich inzwei Mondkapseln und flogen nach Xamibor.Es war, als habe der Professor auf sie gewartet. Er saß nicht in seinemArbeitszimmer, sondern er stand vor seinem Haus, das Teleskop unddie verschiedenen Computer neben sich.„Ich habe schon auf euch gewartet“, sagte er, als Max und Robi aus derKapsel stiegen. Dann umarmte er die Kinder. „Hatte ich eine Angst umeuch“, murmelte er und wischte sich verlegen eine Träne aus demAugenwinkel. „Aber es ist ja alles gut gegangen.“„Wie ich sehe, haben Sie ein paar Kilo abgenommen“, lachte Robi.Der Professor nickte stolz. „Ich will schließlich in die Mondkapselpassen. Und es muss ja außer mir auch noch meine ganze Ausstattunghinein.“Es war eine schwere Prozedur, den Professor mit all seinen Geräten inder Mondkugel zu verladen, aber schließlich schafften sie es.Sie umflogen Xamibor noch einmal zum Abschied und winkten auf dieleeren Häuser hinunter.Gegen Abend trafen sie auf Robimax ein.Auf Robimax begann ein ganz normales Leben.page 41 / 43


Aber Max vergaß das Abenteuer nie, das er mit seinen Freunden erlebthatte.page 42 / 43


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