Ampel Nachrichten No. 60 [ PDF-DOWNLOAD ] - RTB GmbH & Co. KG

rtbbl

Ampel Nachrichten No. 60 [ PDF-DOWNLOAD ] - RTB GmbH & Co. KG

No | 59 No | Winter 2011/12 23. Jahrgang

60

Winter 2011/12 23. Jahrgang

VERKEHRSMAGAZIN

Nachrichten

Mehr Sicherheit durch RFID

Hohe Risiken im Kreisverkehr

Weniger Raser in Rosenheim

RICHTUNGSWEISEND


Inhalt

3 Rücktritt von Verena

Ausstieg aus dem

Leistungssport

4 /5 Forschung für Mobilität

RFID-Technik für mehr

Sicherheit

6 Gefahr durch

Kreisverkehre

Risiken für Sehbehinderte

und Blinde

7 Ablenkung im Verkehr

Fluch der Multimedia-

Gesellschaft

8 /9 Erfolg in Rosenheim

Testinstallation des

Dialog-Displays

10 Zunahme tödlicher

Unfälle

Keine Erklärung für

schwere Unfälle

11 Frühe Technik

NEMO in Amsterdam

12 Dies & Das

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren!

„Richtungsweisend“ lautet der Titel dieser Ausgabe. Richtungsweisend

ist auch das, was ich in den vergangenen

24 Jahren bei RTB erlebt habe.

Begonnen hat alles 1987 mit dem Vertrieb medizinischer

Geräte (Ultraschall-Geräte für Blinde) – zwar nicht in

einer Hinterhofgarage, aber in einer kleinen Wohnung.

Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich in

den folgenden Jahren ein international agierendes, mittelständisches

Unternehmen in der Verkehrstechnikbranche.

Bei der Gründung war ich als einzige Mitarbeiterin

zuständig für alle anfallenden Arbeiten. Mit den Aufgaben

wuchs selbstverständlich auch die Anzahl der

Mitarbeiter. Der erste Ingenieur kam 1996 dazu, seitdem

ging es in einem rasanten Tempo voran.

Die Entwicklung verkehrstechnischer Geräte begann mit

der Blindenakustik, auf die der Anforderungstaster folgte.

Den Markt der Radartechnik betrat RTB mit dem Dialog-

Display, das sich inzwischen etabliert hat und großer

Nachfrage erfreut. Als neueste Entwicklung erobert nun

seit kurzem auch unser Klassifizierungssystem TOPO den

Markt.

Mit rund 50 Mitarbeitern findet RTB heute natürlich

keinen Platz mehr in einer kleinen Wohnung. Moderne

Geschäftsräume mit freundlicher Atmosphäre laden

nicht nur Kunden und Besucher ein, sich wohl zu fühlen.

Die Mitarbeiter stehen nach wie vor im Mittelpunkt.

Auch wenn ich nun in den Ruhestand gehe und mich

stärker auf mein Privatleben konzentriere, werde ich

natürlich die Entwicklung von RTB verfolgen.

Ihre

Mechtild Düsing

Herausgeber:

RTB GmbH & Co.KG, Geschäftsführer Rudolf Broer, Schulze-Delitzsch-Weg 10, 33175 Bad Lippspringe,

Tel. + 49 (0)5252-97 06-0,Fax +49(0)5252-97 06-10 E-Mail: info@rtb-bl.de, www.rtb-bl.de

Redaktion:

HACK PR-undWerbeagentur GmbH, 33175 Bad Lippspringe

Gesamtherstellung:

Machradt, Graphischer Betrieb, 33175 Bad Lippspringe


Rücktritt von Verena

Paralympics-Siegerin steigt aus dem aktiven Leistungssport aus

Nun ist es raus! Nach nunmehr 15 Jahren als

Leistungssportlerin hat sich Verena Bentele dazu

entschlossen, die Ski an den Nagel zu hängen.

Verständlich wird es jedoch bei der Betrachtung

der schmerzhaften Tiefen und feierlichen Höhen,

die sie in den vergangenen Jahren überwinden

musste und durfte.

Nach ihrem schweren Unfall 2009 und dem

darauf folgenden fulminanten Jahr 2010, in dem

sie fünf paralympische Goldmedaillen und zahlreiche

andere renommierte Auszeichnungen erhielt,

stellt Verena sich nun einer alten Weisheit:

„Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören!“

Verena zieht sich aus dem aktiven Leistungssport

zurück, um sich ganz ihrer neuen beruflichen

Herausforderung zu stellen. Fortan wird sie in

Unternehmen referieren – über Motivation, Kom-

munikation, Arbeit im Team und Vertrauen. Dabei

wird ihre spontane und liebenswerte Art

sicher viele neue Fans finden. Denn schließlich

gehört sie zu den zehn Lieblingen der Deutschen,

die kürzlich im Sportmagazin der Frankfurter Allgemeinen

Sonntagszeitung veröffentlicht wurden.

Den Behindertensport hat Verena während ihrer

Karriere einen sehr großen Schritt voran gebracht

und auch prominent gemacht. RTB macht es stolz,

sie dabei begleitet und unterstützt zu haben.

Auch für ihre neuen Pläne wünschen wir Verena

das Beste. Und wer weiß? Vielleicht hat sie auch

schon eine neue Sportart für sich entdeckt. Man

hört, dass ihr das Base Flying im Frühjahr 2011 in

Berlin sehr viel Spaß gemacht hat...

Weitere Informationen:

www.biathlon-bentele.de

2 | 3


Ampel Nachrichten No. 60

Forschung für Mobilität

RFID-Technik kann für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen

Bereits seit geraumer Zeit beschäftigen sich Experten

der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg

damit, wie man blinden und sehbehinderten

Menschen die Nutzung des Öffentlichen

Personennahverkehrs noch weiter vereinfachen

kann. Daraus entstand ein Kooperationsprojekt

mit RTB, das vom Zentralen Innovationsprogramm

Mittelstand (ZIM) gefördert wird.

Blinden bzw. Sehbehinderten, die sich einer

Haltestelle nähern und einen entsprechenden

Transponder besitzen, soll es zukünftig möglich

sein, sich bedarfsgerecht über den Fahrplan zu

informieren. Hierzu gab es bereits erste Untersuchungen

an Bushaltestellen, die mit RFID-

Technik (Radio Frequency Identification) ausgerüstet

waren. Doch eine Serienproduktion war

bislang weder möglich noch angedacht.

RTB verfügt mit der Akustik bereits über ein

Serienprodukt, das Potenzial für eine entsprechende

Weiterentwicklung bietet. Hierzu

kommen ähnliche Anfragen hinsichtlich der

Lichtsignalanlagentechnik, was beste Voraussetzungen

für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

zwischen der Helmut-Schmidt-Universität

in Hamburg und RTB bietet: Das Forschungs-

Die Akustik mit integriertem RFID-Transceiver ist mit einer

Antenne zur Datenübertragung ausgestattet.

projekt „Unterstützung mobilitätseingeschränkter

Personen im Straßenverkehr durch RFID“

wurde im Oktober 2010 gestartet.

Erzielt wird bei diesem Projekt die funktionale

Erweiterung der bereits erprobten RFID-basierten

Orientierungshilfe bis hin zu einem feldtesterprobten,

zuverlässigen Serienprodukt. Durch

den geplanten Einsatz an Bushaltestellen sowie

Lichtsignalanlagen könnten zwei wesentliche

Orientierungsprobleme sehbehinderter Menschen

gelöst werden. Außerdem böte sich der

Einsatz solcher Systeme auch bei anderen

mobilitätseingeschränkten Personen wie älteren

oder kranken Menschen an.

An Lichtsignalanlagen könnten Fußgängerüberwege

bedarfsgerecht gesteuert werden. Abhängig

von der im Transponder gespeicherten Kennung

würden individuell auf die Person zugeschnittene

Maßnahmen (z. B. Verlängerung der

Grünzeit oder bedarfsgerechte Anpassung der

Lautstärke) ergriffen. Als besonderer Zusatznutzen

wäre auch eine Ansage sich nähernder

Rettungsfahrzeuge oder anderer Informationen

denkbar.

Auch der Benutzer trägt einen RFID-Transceiver mit sich. Beide

Geräte – das in die Akustik integrierte sowie jenes am Körper

des Benutzers kommunizieren miteinander.


Die Position der Benutzerin kann metergenau ermittelt werden. Nähert sich die Blinde dem Fußgängerüberweg, wird beispielsweise

die Lautstärke für sie bedarfsgerecht angepasst.

Bei der gemeinsam erarbeiteten Anwendung

konzentriert sich die Helmut-Schmidt-Universität

auf die Auswahl und Erprobung einer geeigneten

RFID-Lösung, bei der es insbesondere auf

die metergenaue und zuverlässige Lokalisierung

der Benutzer ankommt, während sich RTB fürdie

Umsetzung in eine praxistaugliche Prototypenserie

für die beiden Anwendungsfelder „Haltestelle“

und „Lichtsignalanlage“ verantwortlich

zeigt. Dabei stehen natürlich die verkehrstechnische

Sicherheit und der praktische Nutzen im

Vordergrund. Letzteres konnte nur durch die

Konsultation von Experten aus dem Bereich der

Rehabilitation und engagierte Mitglieder des

BSVH erreicht werden.

Möglichst schnell soll diese Kooperation nun die

Verbesserung der Mobilität beeinträchtigter

Menschen zum Ergebnis haben. Doch ob aus

diesem Projekt wirklich ein Produkt hervorgeht,

wird sich erst in einigen Monaten zeigen,

nachdem die Benutzer das System ausgiebig

getestet haben.

Lediglich dieses kleine Gerät

trägt der Benutzer bei sich.

4 | 5


Ampel Nachrichten No. 60

Gefahr durch Kreisverkehre

Erhebliche Risiken für Sehbehinderte und Blinde

Stadt- und Verkehrsplaner sind dem Kreisverkehr

zugetan, denn sie erhöhen den Verkehrsfluss,

sind sicherer als Kreuzungsbereiche, benötigen

keine Wartung und weisen eine umweltfreundliche

Abgasbilanz auf. Allerdings birgt diese Art

der Verkehrsführung besondere Gefahren für

Blinde und Sehbehinderte.

An einer Ampel können stehende und fahrende

Fahrzeuge mit dem Gehör differenziert werden.

Darüber hinaus weisen die in den Lichtsignalanlagen

integrierten Akustiken den richtigen Weg.

© Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn

Der permanent fließende Verkehr in einem Kreisverkehr

behindert die akustische Einschätzung.

Ein richtungsgetreues Queren ist ohne akustische

oder taktile Referenz nahezu unmöglich. Gespanne

(LKW oder Traktor mit Anhänger) können falsch

eingeordnet werden, wenn sie vor dem Kreisverkehr

anhalten. Dadurch können sehbehinderte

Personen zwischen Fahrzeug und Anhänger geraten.

Ein zusätzliches Risiko ergibt sich durch fehlende

akustische Hinweise darauf, ob oder wann

ein Fahrzeug ab- oder einbiegt, und dadurch, dass

beim Herausfahren beschleunigt wird.

Mehrere Blinden- und Sehbehindertenverbände

fordern daher dringend

bei der Planung und Einrichtung

dieser „Kreisel“ eine blindenund

sehbehindertengerechte Ausstattung

zu berücksichtigen, um die

Sicherheit am Kreisverkehr zu erhöhen.

Möglich wäre dieses beispielsweise

durch die Einrichtung von

gesicherten Fußgängerüberwegen

(Zebrastreifen), die ebenfalls die

Gefahr reduzieren, die von parkenden

Autos direkt an Kreisverkehren

ausgeht. Diese verhindern die Sicht

auf querende Personen und damit

einhergehend den Blick- bzw. Sichtkontakt.

Wissenschaftlich belegte Wirkung des Dialog-Displays am Fußgängerüberweg

Die Technische Universität Dresden untersuchte unter der Leitung

von Prof. Dr. Bernhard Schlag die „Wirkung eines Dialog-Displays

an einem Fußgängerüberweg in Chemnitz“.

Nach Installation des Gerätes nahm die Zahl der Autofahrer, die

am Überweg anhielten, um 130,6 % zu. Gleichzeitig sank die Zahl

der Fahrer, die den Fußgängervorrang nicht beachteten, um

69,5 %. Fußgänger wurden seltener von der Straße „gedrängelt“.


Ablenkung im Verkehr

Fluch und Segen der Multimedia-Gesellschaft

© Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn

Der Umgang mit all den technischen Spielereien

während der Fahrt fordert vom Autofahrer einiges

an Aufmerksamkeit. Wie sehr ihn das vom

Straßenverkehr ablenkt, wurde jüngst vom ACE

Auto Club Europa untersucht – mit einem erschreckenden

Resultat.

Nicht nur der Straßenverkehr wird immer komplexer

und fordert die volle Konzentration der

Autofahrer. Auch das Auto selbst mit seinen neuen

technischen Herausforderungen, beispielsweise

modernen Navigationssystemen, Autoradios,

Internet und Mobilfunk, stellt immer

mehr Ansprüche an die Konzentration der Fahrer.

Mit Hilfe einer speziellen Kamera untersuchte

der ACE die Augenbewegungen bei verschiedenen

Aufgaben. Für die Auswahl und den Anruf

einer Rufnummer aus dem Mobiltelefon, benötigt

man 48 Sekunden. Der Blick wechselt hierbei

25 Mal zwischen Display und Fahrbahn, was bei

einer gefahrenen Geschwindigkeit von 130 km/h

einer Strecke von 900 Metern im „Blindflug“ entspricht.

Auch bei allen anderen Testanforderungen

richtete sich der Blick der Fahrer länger auf

die Anzeige im Fahrzeug als auf die Straße.

Die ohnehin vorhandene Ablenkung durch Essen,

Trinken und Rauchen während der Fahrt kommt

hinzu. Selbst vor Körperpflegemaßnahmen wie

Kämmen, Rasieren oder Schminken am Steuer

wird nicht halt gemacht. Experten des Instituts

für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen

Gesetzlichen Unfallversicherung fanden jüngst

sogar heraus, dass die Herzfrequenz bei Ablenkungsmanövern

deutlich steigt, der Körper unter

Stress gerät und die Leistungsfähigkeit herabgesetzt

wird. Nun sind die Hersteller gefragt, ihre

Systeme so bedienerfreundlich wie möglich zu

gestalten.

6 | 7


Ampel Nachrichten No. 60

Erfolg in Rosenheim

Testinstallation des Dialog-Displays beim Zweckverband KVO

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit

Oberland (KVO) testete das Dialog-Display

an mehreren Standorten in Rosenheim. Das

Ergebnis überzeugt: An allen vier Standorten

konnte ein signifikanter Rückgang besonders der

hohen Geschwindigkeiten um bis zu 21 Prozent

erreicht werden.

Der KVO wurde im Jahr 2007 gegründet, seitdem

ist Michael Braun Geschäftsführer. Er konzeptionierte

den Verband mit seinem umfangreichen

Fachwissen im Verwaltungssektor, das er während

seiner vorherigen Laufbahn erworben

hatte. Die politische Verantwortung für das

Handeln des Zweckverbandes tragen Josef Janker,

erster Bürgermeister der Stadt Bad Tölz, und

Peter Flach, erster Bürgermeister der Gemeinde

Wörthsee.

Zur zentralen Aufgabe hat sich der Zweckverband

die Überwachung und Verbesserung der

Die Untersuchung ermöglicht eine präzise Überprüfungder Wirkung

des Dialog-Displays. Die vorab mit TOPO.plus (Abb. oben)

erfassten Verkehrsdaten werden mit denen des Dialog-Displays

verglichen, das anschließend installiert wird (Abb. Seite 9 links).

Verkehrssicherheit des fließenden und ruhenden

Verkehrs seiner 67 angeschlossenen Kommunen

gemacht. Dies erfolgt durch die regelmäßige

Überwachung des ruhenden Verkehrs sowie

durch Geschwindigkeitskontrollen nach den

gesetzlichen Vorschriften und den Vorgaben der

Mitgliedsgemeinden. Weiterhin werden die

gewonnenen Informationen an die Mitgliedsgemeinden

weitergegeben und gegebenenfalls

auch Sonderaktionen durchgeführt. Festzuhalten

ist allerdings, dass der KVO nicht von den Einnahmen

der Verkehrssünder lebt, sondern durch die

vorab vereinbarten Leistungen der Kommunen.

„Alles andere wäre fehl am Platze“, bestätigt

Josef Janker.

Im Rahmen seiner Arbeit ist der KVO auf das

Dialog-Display von RTB aufmerksam geworden.

Umgehend wollte der Zweckverband in einer

seiner Regionen über eine Testinstallation einen

ersten Verkehrsversuch starten. Hierfür wurde

Ergebnisse der Untersuchung

Standort: Hohenzollernstaße, Rosenheim

(---> Prinzregentenstraße)

• Zulässige Geschwindigkeit: 30 km/h

• Anzahl erfasster Fahrzeuge:

Vorher (100 % =) 36.183

Nachher (100 % =) 40.712

Auswertung des prozentualen Anteils der

Fahrzeuge, die mit Geschwindigkeiten über

30, 40 und 50 km/h fahren.


die Stadt Rosenheim ausgewählt, in der im Juni 2011 an

vier definierten Standorten zunächst TOPO-Geräte installiert

wurden, um vorab eine verdeckte Messung der

Verkehrsstärke und der gefahrenen Geschwindigkeiten

durchzuführen. Nachdem die Daten gesammelt und

ausgewertet wurden, folgte im Juli die Installation der

Dialog-Displays – mit herausragendem Erfolg.

Dieser durchweg erfolgreiche Verkehrsversuch hat auch

die Verantwortlichen des KVO vom Dialog-Display überzeugt.

Deshalb durfte RTB die Ergebnisse im Oktober

2011 auf der Verbandstagung präsentieren. Hierbei

konnten sich die angeschlossenen Kommunen direkt

vor Ort ein Bild von der Wirksamkeit der Dialog-Displays

machen. Sicherlich war diese Installation in Rosenheim

erst der Anfang einer für alle Beteiligten fruchtbaren

Zusammenarbeit. Die ersten Anfragen nach weiteren

Dialog-Displays sind bereits eingegangen.

Weitere Informationen:

www.kvs-oberland.de

8 | 9


Ampel Nachrichten No. 60

Zunahme tödlicher Unfälle

Keine Erklärung für den erstmaligen Anstieg schwerer Unfälle

Nach nunmehr 20 Jahren hat das Statistische

Bundesamt in Wiesbaden erstmals wieder einen

Anstieg bei den Zahlen der Verkehrstoten in

Deutschland zu verzeichnen.

Von Januar bis September 2011 sind insgesamt

2.938 Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen,

was einem Anstieg um 5,9 Prozent zum

Vorjahreszeitraum entspricht. Bis zum Ende des

Jahres wird sogar ein Anstieg der tödlich verunglückten

Fußgänger um bis zu 25 Prozent prognostiziert.

Genau erklären können sich die Verkehrsexperten

diesen Anstieg zwar nicht, sie

bringen das durchweg schöne Wetter im Frühjahr

mit den Unfallzahlen in Verbindung.

Vermutlich trieb der Sonnenschein eine größere

Zahl an Fußgängern und Motorradfahrern auf

die Straßen als in den Vorjahren. Besonders in

diesen Gruppen sind nämlich steigende Unfallzahlen

zu erkennen. Neben dem schönen Wetter,

das zum leichtsinnigen Rasen verleite, können

die Fachleute einen weiteren Aspekt ausmachen.

Offenbar steigt durch den technischen Fortschritt

die Risikobereitschaft, da sich Fahrer

dank der Assistenzsysteme in falscher Sicherheit

wiegen.

46

Prävention in NRW

Jugendliche unterwegs

Um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen,

bietet RTB mit dem Dialog-Display ein probates

Mittel. Speziell den Rasern kann mit Hilfe der

emotionalen Rückmeldung (Lob und Tadel) Einhalt

geboten werden. Wichtig ist bei allen Bemühungen,

die Konzentration zu erhöhen. Oftmals

reicht bereits die Verbesserung der wechselseitigen

Sichtbeziehungen aus, um schwere

Unfälle abzuwenden.

Dialog-Displays für mehr Verkehrssicherheit

Auch die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (UK NRW) erklärt

in ihrer Publikation „Prävention in NRW 46, Jugendliche unterwegs,“

den Einsatz der Dialog-Displays als wirkungsvolle Maßnahme

zur Erhöhung der Fußgängersicherheit.


© FourEyesUp

Frühe Technik

NEMO in Amsterdam

NEMO in Amsterdam weckt die Vorfreude auf

die INTERTRAFFIC, die vom 27. bis 30. März 2012

stattfindet. 1997 durch Königin Beatrix eröffnet,

bietet das Technologie- und Wissenschaftscenter

eine faszinierende Entdeckungsreise durch die

Wunderwelt der Wissenschaft. Große und kleine

Besucher kommen in dem markanten grünen

Bau neben dem IJtunnel voll auf ihre Kosten.

Unter dem Motto „Verboten, es nicht zu berühren“

wird auf fünf Etagen Bildung mit Spaß

vereint. Besucher können experimentieren, ausprobieren,

auseinander- und wieder zusammensetzen.

Ständig wechselnde Ausstellungen, Theatervorstellungen,

Filme, Workshops und vieles

mehr bieten ein lehrreiches Unterhaltungsprogramm

für Jedermann. Die Besucher können ein

Haus aus Styropor und Bambus errichten oder

die richtigen Verbindungen herstellen, um einen

Topf mit Wasser zum Kochen zu bringen.

Und um nach dem Besuch ein bisschen Erholung

zu finden, steht 30 Meter über dem IJ-Fluss die

Dachterrasse zum Relaxen zur Verfügung. Ein beeindruckender

Blick über die Stadt entschädigt

für das Treppensteigen. Und auch die Kleinen

können sich in großen Sandkästen oder beim

Wasserspiel von den anstrengenden Eindrücken

der Wissenschaftswelt erholen.

Science Center NEMO

Oosterdok 2, NL-1011 VX Amsterdam

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, 10.00 bis 17.00 Uhr

Täglich geöffnet innerhalb der niederländischen

Schulferien und in den Monaten Juni, Juli, August.

www.e-nemo.nl

Wieder dabei!

© ectrigger (3)

Messe-Infos: www.amsterdam.intertraffic.com

Termin: 27. – 30. März 2012

RTB-Stand: 11.301

© Bart van Damme

10 | 11


Ampel Nachrichten No. 60

Dies & Das

Auf die GESUNDHEIT!

Traditionell wünschen wir uns in diesen Tagen ein gesundes Neues Jahr.

Diesen Wunsch schreibt man schnell nieder und spricht ihn bisweilen ohne

große Beachtung aus. Erst wenn man in seinem näheren Umfeld einen

schweren Krankheitsfall erlebt, wird deutlich, wie wichtig die GESUNDHEIT

ist. Wenn Menschen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden, weil sie

dem Stress nicht mehr gewachsen sind, ist dies ganz besonders bitter.

Denn genau diese Ursache ist häufig vermeidbar – ein vernünftiges Miteinander

erleichtert vieles. Uns bei RTB fiel die Arbeit auch in diesem Jahr

leichter, da wir alle gemeinsam unsere Ziele verfolgten. Für die gute

Zusammenarbeit danken wir Ihnen ganz herzlich und wünschen Ihnen

und Ihren Familien ein GESUNDES und erfolgreiches Jahr 2012!

Waltrop oder Datteln?

„Wo bin ich denn hier eigentlich?“ mögen

sich schon so einige gefragt haben, wenn

sie der Beschilderung in Datteln (oder vielleicht

doch Waltrop) gefolgt sind. Hier gehört

die Provinzialstraße halbseitig sowohl

zum Waltroper als auch zum Dattelner

Stadtgebiet. Doch das Waltroper Straßenstück

umfasst auch die Häuser auf der südlichen

Seite der Straße. Daher stehen dort

auch zwei unterschiedliche Ortseingangsschilder.

Eichhörnchen kreuzen sicher

Aus einem kleinen Spaß, den Kollegen ihm gemacht hatten,

machte Mårten Enoksson, der Chef des Straßenamtes im

schwedischen Arvidsjaur, Ernst. Er bekam 2009 von seinen Kollegen

ein Eichhörnchen-Warnschild geschenkt, da sie bei Umbauarbeiten

an einer Hauptstraße bemerkten, wie viele dieser

possierlichen Tiere dort überfahren wurden. Kurzerhand ließ er

das Schild anbringen, da Eichhörnchen wie Rad- und Rollstuhlfahrer

ungeschützte Verkehrsteilnehmer seien. Der Erfolg gibt

ihm Recht: Seit das Schild hängt, wurde dort kein Eichhörnchen

mehr überfahren.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine