Handreichung für Schulen ab Schuljahr 2010/11

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Handreichung für Schulen ab Schuljahr 2010/11

www.ag.ch/bildungSeptember 2009Handreichung für Schulen ab Schuljahr 2010/11


VorwortWie werden die Leistungen von Schülerinnen und Schülern am besten beurteilt und ausgewiesen? Diese Fragebeschäftigt die Lehrpersonen – und auch die Behörden. Die Schule wandelt sich beständig und die verändertengesellschaftlichen Ansprüche verlangen nach entsprechenden Schul- und Unterrichtsformen. Bestehende Methodender Beurteilung müssen laufend kritisch betrachtet und bei Bedarf angepasst werden. Dies führte unter anderemzur Entwicklung und Einführung von Leistungstests. Schulische Leistungen werden durch das herkömmlicheNotenzeugnis nur einseitig abgebildet. Dieses wird den berechtigten Ansprüchen von Lehrpersonen und Eltern sowievon den Institutionen, die Schülerinnen und Schüler übernehmen, nicht mehr in allen Bereichen gerecht. Bereitsheute werden deshalb Instrumente wie Beobachtungsbogen, Lerntagebücher oder Förderplanungen eingesetzt.Im Dezember 2007 hat der Grosse Rat die Schulgesetzänderung gutgeheissen. Infolgedessen musste die Umsetzungmit einer neuen Promotionsverordnung geregelt werden. Die dazu erarbeiteten Beurteilungsinstrumente wurdenim Januar 2008 vom Regierungsrat verabschiedet und im Winter 2008/09 evaluiert. Aufgrund der Bedenkenseitens der Lehr- und Schulleitungspersonen beschloss der neu zusammengesetzte Regierungsrat im April 2009,das Inkrafttreten der angepassten Promotionsverordnung auf das Schuljahr 2010/11 zu verschieben. Um demWunsch der Schulen nach weniger Mehraufwand Rechnung zu tragen, sollten gleichzeitig die Beurteilungsinstrumenteweiter vereinfacht werden. Die in diesem Sinne angepasste Promotionsverordnung und die entsprechendenBeurteilungsinstrumente sind vom Regierungsrat nun gutgeheissen worden und können ab Schuljahr 2010/11im Unterricht eingesetzt werden. Sie stehen den Lehrpersonen in elektronischer Form auf dem Bildungsportal desKantons zur Verfügung.Die vorliegende Handreichung zur angepassten Promotionsverordnung und zum Umgang mit den Beurteilungsinstrumentenbegleitet die aktuelle Entwicklung des Schulunterrichts. Die Schulen haben diese Themen bereitsaus unterschiedlichen Perspektiven im Rahmen ihrer Qualitätsentwicklung angepackt. Die Anforderungen sindnicht neu. Die vorliegende Handreichung erläutert die Details der praktischen Umsetzung und verdeutlicht die pädagogischenZielsetzungen. Ich wünsche Ihnen bei der Anwendung der neuen Beurteilungsinstrumente viel Erfolgund hoffe, dass Ihnen damit Ihre anspruchsvolle Aufgabe erleichtert wird.Regierungsrat Alex HürzelerVorsteher Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS)Aarau, 25. September 2009HinweisDie vorliegende Handreichung beschreibt die Eckwerte der Leistungsbeurteilung vor dem Hintergrund der Promotionsverordnung,welche mit Schuljahr 2010/11 in Kraft tritt. Sie beleuchtet verschiedene Aspekte der Umsetzungim Schulalltag. Sie greift das vielschichtige Thema der Leistungsbeurteilung unter dem Gesichtspunkt der rechtlichenVoraussetzungen auf.2


Inhalt1 Leitgedanken zur Beurteilung 42 Die Beurteilungsinstrumente in der Übersicht 53 Elemente der neuen Promotionsverordnung 63.1 Der Zwischenbericht 63.2 Das Jahreszeugnis 63.3 Die Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz 63.4 Die Promotionswirksamkeit der Kern- und Erweiterungsfächer 73.5 Das Beurteilungsdossier 83.6 Die Zusammenarbeit im Klassenteam und mit den Erziehungsberechtigten 83.7 Der Übertritt und das Empfehlungsverfahren 83.8 Das Übertrittsgespräch 93.9 Die elektronische Erstellung der Instrumente 94 Die Beurteilung: Noten und Skalen 105 Hinweise zum Kindergarten 116 Hinweise zu Beurteilung und Promotion bei individuellenLernzielen 127 Hinweise zur Rolle der Schulleitung 138 Hinweise zum Ausfüllen der Beurteilungsinstrumente 149 Rechtliche Aspekte 159.1 Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen 159.2 Laufbahnentscheide 159.3 Rechtsweg 159.4 Datenschutz 1610 Nützliche Adressen und Links 1711 Anhang 18Herausgeber:Fotos:Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS)www.ag.ch/bks, volksschule@ag.chdominik golob photography3


1 Leitgedanken zur BeurteilungDie Beurteilung der Schülerinnen und Schüler an der Volksschule Aargau ist Bestandteil des Lehr- und Lernprozessesund richtet sich nach folgenden Eckwerten:– Die Beurteilung ist förderorientiert: Mit dem Zwischenbericht erhalten die Lernenden gezielte Rückmeldungen,die ihren Lernprozess unterstützen und ihnen Möglichkeiten zur Entwicklung aufzeigen.– Die Beurteilung ist leistungsorientiert und selektiv: Mit dem Jahreszeugnis wird Bilanz gezogen über die Lernprozesseeines Schuljahres und festgehalten, inwiefern die geforderten Lernziele erreicht worden sind.– Im Zentrum der Beurteilung stehen genauso die persönlichen Fortschritte der Lernenden wie auch deren jeweiligerStand gemessen an den Lernzielen des aargauischen Lehrplans.– Beurteilen ist ein Prozess, in den neben den Lehrpersonen auch die Lernenden, die Erziehungsberechtigten undandere Beteiligte miteinbezogen sind.– Die Beurteilung erfolgt ganzheitlich und erfasst neben der Sachkompetenz der Schüler und Schülerinnen auchderen Selbst- und Sozialkompetenz.– Die Formen der Beurteilung stehen in direktem Zusammenhang mit der Unterrichtsentwicklung.4


2 Die Beurteilungsinstrumente in der ÜbersichtDie Übersicht zeigt alle Beurteilungsinstrumente mit Stufe und Funktion.Stufe 1. Semester 2. Semester Nachweis Übertritt EntscheidKindergarten Im Beurteilungs- Empfehlung Wenn keinedossier durch Lehrperson Einigung zwischenfür den Übertritt Lehrperson undin die Primarschule Eltern: SchulpflegePrimarschule Zwischenbericht* Lernbericht* Im Beurteilungs-1. Klasse dossierPrimarschule Zwischenbericht** Jahreszeugnis Im Beurteilungs-2.–4. Klasse dossierPrimarschule Zwischenbericht** Jahreszeugnis Im Beurteilungs- Empfehlung Wenn keine5. Klasse dossier durch Lehrperson Einigung zwischenfür den Übertritt in Lehrperson unddie Sekundarstufe I Eltern: SchulpflegeSekundarstufe I, Zwischenbericht** Jahreszeugnis Im Beurteilungs-1.–3. Klasse der dossierRealschule,Sekundarschule,BezirksschuleSekundarstufe I, Zwischenbericht** Jahreszeugnis Im Beurteilungs- Bezirksabschluss-4. Klasse der dossier prüfung (BAP)Realschule,für Übertritt inSekundarschule,MittelschulenBezirksschuleKleinklasse Zwischenbericht* Lernbericht* Im Beurteilungs-1.–9. Klasse (Im Ausnahmefall dossierzusätzlich ein (Förderplanung)Jahreszeugnis)Individuelle Zwischenbericht Jahreszeugnis Im Beurteilungs- Gesamt-Lernziele (IHP***, mit Lernbericht mit Lernbericht dossier beurteilungUME****, zu den zu den (Förderplanung)Fremdsprachige, individuellen individuellenTherapie von Lern- Lernzielen (anstelle Lernzielen (anstelleschwierigkeiten, von Noten) von Noten)besondereBegabungen)* Die Beurteilung erfolgt in Form von Worten.** Die Beurteilung erfolgt in Form von Orientierungsnoten und Worten.*** Integrierte Heilpädagogik**** Unterstützende Massnahmen im EinzelfallVor dem Hintergrund der aufgeführten Leitideen bringt die Promotionsverordnung einige Neuerungen für denUnterrichtsalltag. In den folgenden Kapiteln wird darauf eingegangen.5


3 Elemente der neuen Promotionsverordnung3.1 Der ZwischenberichtZum Ende jedes ersten Schulhalbjahres erhalten die Lernenden einen Zwischenbericht, welcher in Worten die Leis -tungsentwicklung in der Selbst- und Sozialkompetenz sowie die Sachkompetenz in den Fächern Deutsch, Mathematik,Englisch und Französisch beschreibt. Ab dem 2. Jahr der Primarschule wird zudem die Sachkompetenz zusätzlichim Zwischenbericht in Orientierungsnoten ausgedrückt, welche aber nicht promotionswirksam sind.Der Zwischenbericht dient den Lernenden und den Erziehungsberechtigten als Orientierung über Stärken undSchwächen im Leistungsprofil und zeigt auf, in welchen Bereichen im Hinblick auf eine erfolgreiche Jahrespromotionallenfalls noch zusätzliche Anstrengungen unternommenwerden müssen. Der Zwischenberichteignet sich als Grundlage für ein Gespräch zwischender verantwortlichen Lehrperson, den Erziehungsberechtigtenund der oder dem Lernendenüber die Einschätzung und Beurteilung. Sehr empfohlenwird ein solches Gespräch, wenn sich imZwischenbericht abzeichnet, dass die Jahrespromotiongefährdet sein könnte. Die Erziehungsberechtigtensollen darauf aufmerksam gemachtwerden, dass sie ein Gespräch zum Zwischenberichtwünschen können, falls es nicht standardmässigdurchgeführt wird.3.2 Das JahreszeugnisZum Ende jedes Schuljahres erhalten die Lernendenein Jahreszeugnis, welches ab der 2. Klasseder Primarschule die Leistungen in der Sachkompetenzin Noten beurteilt. Die Zeugnisnoten sindpromotionswirksam.Im 1. Jahr der Primarschule erhalten die Schülerund Schülerinnen am Ende des Schuljahres anstelleeines Zeugnisses einen Lernbericht, welcher dieLeistungen in der Selbst- und Sozialkompetenz sowieauch die Sachkompetenz in Worten beurteilt.3.3 Die Sach-, Selbst- und SozialkompetenzDie neue Promotionsverordnung sieht eine ganzheitlicheBeurteilung vor, indem im Rahmen desZwischenberichtes sowohl die Sach- als auch dieSelbst- und Sozialkompetenz der Lernenden beurteiltwerden.Für die Beurteilung der Sachkompetenz werdendie Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch undFranzösisch jeweils in ihre wichtigsten Unterbereiche/Kompetenzenunterteilt. Diese lehnen sich engan die Formulierungen im aargauischen Lehrplanan und greifen gleichzeitig Begrifflichkeiten neuerInstrumente wie des europäischen Sprachenportfolios(ESP) und zukünftiger Kompetenzmodelleauf.Die Beurteilung der Selbst- und Sozialkompetenzerfolgt lernzielorientiert. Die zu beurteilendenAspekte sind nahe an der Unterrichtspraxis und fürdie Lehrpersonen von hoher Relevanz. So werdenSachkompetenzDeutsch Orientierungsnote 5Hören und SprechenLesenSchreibenSprachbetrachtungMathematik Orientierungsnote 4ArithmetikGeometrieSachrechnen und GrössenDaten und ZufallEnglischHörenLesenSprechenSchreibenOrientierungsnoteFranzösisch Orientierungsnote 5HörenLesen6


ei der Selbstkompetenz folgende Indikatoren beschrieben:das ordnungsgemässe Erscheinen zumUnterricht, die Unterrichtsbeteiligung, die selbstständigeund zuverlässige Erledigung von Arbeiten,die zweckmässige Organisation des Arbeitsplatzes,das zielorientierte Arbeiten sowie dieSelbsteinschätzung. Bei der Sozialkompetenz sindfolgende Indikatoren zu beurteilen: angemesseneUmgangsformen, hilfsbereiter und rücksichtsvollerUmgang, konstruktive Zusammenarbeit, dasEinhalten von Regeln sowie das Durchsetzungsvermögen.Die zu beurteilenden Selbst- und Sozialkompetenzensind auf der Primar- und der SekundarstufeI dieselben. Selbstverständlich unterscheidensich aber je nach Altersgruppe die Anforderungenfür die jeweilige Ausprägung dieserKompetenzen.Weiterhin haben die Schulteams den professionellenAustausch zu den Standards zu leisten. Kantonale Vorgaben können und sollen diese zentrale Arbeit des Schulteamsvor Ort nicht ersetzen. Es ist sinnvoll, dass sich Schulen im Rahmen ihrer Entwicklungsprozesse zu Leitbildund Qualität mit den Indikatoren und Standards auseinandersetzen. Klassen, Schulhäuser und Schulen definierenihre eigenen Massstäbe zur Selbst- und Sozialkompetenz, indem sie ihre Haltungen, Normen und Wertvorstellungenzum Beispiel anhand ihres Leitbildes, ihrer Qualitätsstandards, ihrer Schulhausordnung usw. diskutieren. Sokönnen sie ihre Massstäbe gegen innen und aussen transparent machen.3.4 Die Promotionswirksamkeit der Kern- und ErweiterungsfächerMit der neuen Promotionsverordnung werden alle Fächer promotionswirksam. Sie werden eingeteilt in so genannteKern- und Erweiterungsfächer. In Zwischenbericht und Jahreszeugnis sind die Kernfächer in der ReihenfolgeDeutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Realien/Naturwissenschaften aufgeführt. Die Erweiterungsfächer sindalphabetisch aufgeführt.Kernfächer Erweiterungsfächer Weitere FächerDeutsch Bewegung und Sport Chor/EnsembleMathematik Bildnerisches Gestalten Freies Gestalten (Bez)Englisch* Ethik und Religionen InstrumentalunterrichtFranzösisch* Geometrisch-technisches Zeichnen RealienpraktikumItalienisch*Latein (Bez)Realien (Primar/Real)Biologie (Sek/Bez)HauswirtschaftMusikTextiles WerkenWerkenChemie (Sek/Bez)Geografie (Sek/Bez)Geschichte (Sek/Bez)Physik (Sek/Bez)* Diese Fächer können sowohl Kern- wie Erweiterungsfächer sein.Diejenigen Wahlfächer, welche unter Weitere Fächer aufgeführt sind, sind nicht promotionswirksam, weshalb derVermerk besucht oder eine Note eingetragen werden kann. Die Leistungen in diesen Wahlfächern können ausserdemmit einer separaten Beilage detailliert ausgewiesen werden, da sie nicht selten bei der Lehrstellensuche eineRolle spielen.Für die Beförderung in die nächsthöhere Klasse (Promotion) muss mit dem Durchschnitt der Kern- und mit demDurchschnitt der Erweiterungsfächer zusammen ein ungerundeter Notendurchschnitt von mindestens 4 erreichtwerden, wobei der ungerundete Notendurchschnitt der Kernfächer ebenfalls nicht unter 4 liegen darf.7


Beispiel Primar:KernfächerErweiterungsfächerDeutsch 4,5 Bewegung und Sport 5,5Mathematik 4 Bildnerisches Gestalten 3,5Realien 4 Englisch 4,5Ethik und Religionen 5,5Musik 4Textiles Werken 4,5Werken 4,5Durchschnitt der Kernfächer: 4,2 Durchschnitt der Erweiterungsfächer: 4,6Durchschnitt der Kern- und Erweiterungsfächer: 4,43.5 Das BeurteilungsdossierJede Lehrperson belegt ihre Beurteilung für jede Lernende und jeden Lernenden mit einem Dossier. Sie sammeltaussagekräftige Arbeiten, Prüfungen etc. der Lernenden, wobei pro Schulhalbjahr und Fach mindestens so vieleBeurteilungsbelege im Beurteilungsdossier ausgewiesen werden müssen, wie im Lehrplan für das beurteilte FachWochenstunden festgelegt sind. Bei einer Wochenstunde sind mindestens zwei Beurteilungsbelege erforderlich.Die Lernenden können Dokumente, die ihren Lernprozess aus ihrer Sicht nachzeichnen, in ihr Beurteilungsdossiergeben. Das Beurteilungsdossier unterstützt die Lehrpersonen bei ihrer Beurteilung. Die Gewichtung der Belege imBeurteilungsdossier liegt im Ermessen der Lehrperson. Die Beurteilung im Zwischenbericht und die Jahreszeugnisnotesind das Ergebnis einer Gesamtbeurteilung und somit mehr als ein arithmetisch berechneter Durchschnittswert.Das Beurteilungsdossier dient der Gestaltung von Gesprächen mit Lernenden und Erziehungsberechtigten.Es kann äusserlich in sehr unterschiedlichen Formen daherkommen. So eignet sich zum Beispiel für jüngere Kindereher eine Schachtel, eine Tasche oder ein grosser Umschlag anstelle einer Mappe.3.6 Die Zusammenarbeit im Klassenteam und mit den ErziehungsberechtigtenIm Rahmen der Unterrichtsentwicklung wächst die Bedeutung der Zusammenarbeit unter den verschiedenen LehrundFachpersonen an einer Schule. Auch die Arbeit mit den neuen Beurteilungsinstrumenten gemäss Promotionsverordnungmacht es erforderlich, dass alle in einer Klasse tätigen Lehrpersonen Verantwortung übernehmen unddie Beurteilung gemeinsam vornehmen. Das Klassenteam kann aus Klassenlehrpersonen, Fach- und Förderlehrpersonen,Therapeutinnen und Therapeuten und HSK-Lehrpersonen bestehen. Alle sind an der gemeinsamen Beurteilungbeteiligt. Die verantwortliche Klassenlehrperson koordiniert diesen Austausch und sammelt die Rückmeldungen,zum Beispiel anlässlich von Standortgesprächen, mittels Beobachtungsbogen, Notenlisten oder Notizen.Sie sorgt damit für ein faires Erfassen der Lernenden in allen Kompetenzbereichen.Gespräche unterstützen das ganzheitliche Erfassen der Lernenden, den Informationsaustausch und die Erarbeitunggemeinsamer Ziele. Die Beurteilungsinstrumente bieten eine Grundlage für regelmässige Gespräche mit den Erziehungsberechtigten(siehe auch 3.1). Mithilfe des Beurteilungsdossiers können die Lernenden bei diesen Gesprächenvermehrt selbst ihren Lernprozess beschreiben und über ihre Fortschritte und Schwierigkeiten berichten.3.7 Der Übertritt und das EmpfehlungsverfahrenBasis für die Einschulung sowie für den Wechsel von der 5. Klasse der Primarschule in die Sekundarstufe I bildetdas Beurteilungsdossier mit dem letzten Zwischenbericht. Die Empfehlung der Lehrperson erfolgt im Hinblick aufdas kommende Jahreszeugnis und das schulische Angebot, das dem Leistungsstand des Kindes am besten entspricht.Für den Übertritt in die Sekundarstufe I sind Selbstständigkeit, Problemlöseverhalten und Auffassungsgabevon entscheidender Bedeutung. Für die Empfehlung in die Sekundarstufe I ist eine enge Zusammenarbeit zwischender Klassenlehrperson und allen anderen beteiligten Lehr- und Fachpersonen notwendig, damit die für dieEmpfehlung notwen dige Gesamtbeurteilung gewährleistet werden kann (siehe auch 3.6).Für den Stufenwechsel von der Real- in die Sekundarschule und von der Sekundar- in die Bezirksschule gilt dasselbeEmpfehlungsverfahren. Die Lehrperson empfiehlt aufgrund der Gesamtbeurteilung im Zwischenbericht und imHinblick auf die Promotion in den Kernfächern den Stufenwechsel, wenn die Entwicklungsprognose positivist. Auch hier kommt den Selbstkompetenzen Selbstständigkeit, Problemlöseverhalten und Auffassungsgabe eineentscheidende Bedeutung zu.8


3.8 Das ÜbertrittsgesprächDie verantwortliche Lehrperson muss spätestensim Zeitraum Februar bis April mit den Erziehungsberechtigtenund mit dem Schüler oder der Schülerinein Übertrittsgespräch führen, in dem sie ihreEmpfehlung ausführt und begründet. Die Übertrittsempfehlungder Lehrperson beruht sowohlauf der Analyse der bisherigen Leistungsentwicklungals auch auf der Prognose der zukünftigenLeis tung der Schülerin oder des Schülers. Die verantwortlicheLehrperson und die Eltern haltenschriftlich auf dem Formular Übertrittsempfehlungfest, ob sie sich bezüglich des Übertritts einig sind.Kommt keine Einigung zwischen den Beteiligtenzustande, entscheidet die Schulpflege über die Zuweisung.Vor dem Erlass des Zuweisungsentscheidesist den Erziehungsberechtigten das rechtlicheGehör zu gewähren (die Erziehungsberechtigtenkönnen darauf verzichten). Der Laufbahnentscheidmuss den Erziehungsberechtigten schriftlich undmit einer Rechtsmittelbelehrung zugestellt werden.Er ist beschwerdefähig (siehe Musterbrief imAnhang).Weiterhin bleibt die Möglichkeit bestehen, sich gemäss Übertrittsverordnung mit einer Übertrittsprüfung für dieSekundar- und Bezirksschule zu qualifizieren.3.9 Die elektronische Erstellung der InstrumenteDie Lehrpersonen erstellen die Übertrittsempfehlungen, die Zwischenberichte und die Jahreszeugnisse elektronisch.Die Dokumente werden auf vorgegebenem Papier ausgedruckt und in einer Zeugnismappe gesammelt. Papiermit Vordruck und Zeugnismappe sind beim Schulverlag plus (ehemals Lehrmittelverlag) zu beziehen. Das Erscheinungsbildaller Dokumente ist einheitlich gemäss den Vorgaben des Departements BKS.9


4 Die Beurteilung: Noten und SkalenIm Jahreszeugnis wird mit Noten ausgedrückt, wasdie Schülerin oder der Schüler kann und weiss. EineLeis tungsbewertung in Zahlen auszudrücken,täuscht eine Genauigkeit vor, die Noten nicht zu erfüllenvermögen. Eine Note ist ein professionellerErmessensentscheid der Lehrperson, der nicht nurauf den Prüfungsergebnissen, sondern auf allenbedeutsamen Leistungen einer Schülerin oder einesSchülers und der sich abzeichnenden Leistungsentwicklungberuht (siehe auch 3.5).Im Zwischenbericht wird in den Fächern Deutsch,Mathematik, Englisch und Französisch in Orientierungsnotenund in Worten sowie in allen anderenFächern in Orientierungsnoten ausgedrückt, wodie Lernenden in Bezug auf das Erreichen der Lernzielein der Sachkompetenz stehen und wo nochEntwicklungsbedarf besteht. Für die Beurteilung inWorten steht eine 4er-Skala zur Verfügung.Skala in Worten (Sachkompetenz)sehr gutgutgenügendungenügendBedeutung bezüglich der Lernzieledie Lernziele wurden regelmässig übertroffendie Lernziele wurden häufig übertroffendie Lernziele wurden erreichtdie Lernziele wurden selten erreichtIm Zwischenbericht werden ebenfalls in Worten Kompetenzmerkmale der Selbst- und Sozialkompetenz in ihrer Ausprägungbeurteilt. Auch dazu steht eine 4er-Skala zur Verfügung.Skala in Worten (Selbst- undSozialkompetenz)sehr gutgutgenügendungenügendBedeutung bezüglich der Ausprägungdes Kompetenzmerkmalsdie Fähigkeit ist in sehr hohem Mass vorhandendie Fähigkeit ist in hohem Mass vorhandendie Fähigkeit ist vorhandendie Fähigkeit ist kaum vorhanden10


5 Hinweise zum KindergartenDie neue Promotionsverordnung sieht vor, dass die Kindergartenlehrpersonen ihre Empfehlung für den Übertrittin die Primarschule mit einem Beurteilungsdossier belegen (siehe auch 3.5). Als Hintergrund für die Erstellung desBeurteilungsdossiers dienen die Empfehlungen des Kantons Aargau bezüglich der Verwendung des Lehrplans fürden Kindergarten und die dazugehörige Wegleitung sowie die Empfehlung zur Verwendung der entsprechendenBeobachtungsinstrumente aus dem Lehrplan für den Kindergarten des Kantons Bern (siehe auch Broschüre Schulpraxiskonkret, Lehrplan Kindergarten – Wegleitung zum Beobachten, BKS 2005). Diese Instrumente haben allgemeinAnerkennung gefunden und werden verbreitet eingesetzt. Zum jetzigen Zeitpunkt werden neben der Übertrittsempfehlungund dem Beurteilungsdossier keine neuen Instrumente für den Kindergarten eingeführt. Selbstverständlichkönnen aber fakultativ die im Zwischenbericht aufgeführten Indikatoren zur Selbst- und Sozialkompetenzsoweit sinnvoll auch im Kindergarten eingesetzt werden.11


6 Hinweise zu Beurteilung und Promotion bei individuellen LernzielenVerschiedene Gründe können dazu führen, dass für eine Schülerin oder einen Schüler in einem oder mehreren Fächernindividuelle Lernziele gesetzt werden. Es sind dies:– Integrative Schulung• Integrierte Heilpädagogik• Unterstützende Massnahmen im Einzelfall• Besondere Begabungen– Fremdsprachigkeit– Therapie von LernschwierigkeitenDas Erreichen der individuellen Lernziele in denentsprechenden Fächern wird im Bericht IndividuelleLernziele ausgewiesen und ist immer mit einerFörderplanung verbunden, welche im Beurteilungsdossierabgelegt ist.Schülerinnen und Schüler, bei denen in mindes -tens einem Fach keine Note gesetzt wird, werdenaufgrund einer Gesamtbeurteilung befördert.Auch hier gilt: Klassenlehrpersonen, Fach- undFörderlehrpersonen, Therapeutinnen und Therapeutenund HSK-Lehrpersonen tragen ihre Einschätzungenzusammen, damit eine Gesamtbeurteilungerarbeitet werden kann (siehe auch 3.6).Die Beurteilung in der Kleinklasse erfolgt durchgehendmit individuellen Lernzielen und einer entsprechendenFörderplanung.12


7 Hinweise zur Rolle der SchulleitungGrundsätzlich erfolgt die Beurteilung der Lernenden durch die Lehrpersonen. Die Schulleitungen sind aber als Führungspersonenin der Schule für die Qualität der Leistungsbeurteilung verantwortlich. Deshalb initiieren und koordinierensie das Erarbeiten schulinterner Massstäbe, ermöglichen die verschiedenen Formen des Austauschs undder Zusammenarbeit, steuern die Ressourcen und kontrollieren die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben und derschulinternen Absprachen. Kommt es zwischen den verschiedenen beteiligten Lehrpersonen oder zwischen Lehrpersonenund Erziehungsberechtigten zu keiner Einigung, kann die Schulleitung als wichtige vermittelnde Instanzfungieren. Im gemeinsamen Gespräch können bestehende Uneinigkeiten häufig bereinigt und Beschwerdewegevermieden werden (siehe auch 9.2 und 9.3).13


8 Hinweise zum Ausfüllen der BeurteilungsinstrumenteDie Beurteilungsinstrumente werden in elektronischer Form ausgefüllt. Die Lehrpersonen werden mithilfe der Kommentarfelderund Drop-down-Listen durch die Dokumente geführt, bis alle notwendigen Felder bearbeitet sind.Mögliche Fragen:Wie ist die Beurteilung im Fach Geografie/Ge -schichte in der Sekundarschule aufzuführen und zuberechnen?Es ist weiterhin im Rahmen des Lehrplans möglich,dass das Fach Geografie/Geschichte getrennt oderin Unterrichtsblöcken oder als Unterrichtseinheitunterrichtet und beurteilt wird. Die Lehrpersonsetzt dort eine Beurteilung in Noten, wo die entsprechendenBeurteilungsbelege im Beurteilungsdossierder Lernenden vorhanden sind. Bei Semesterkursenwird die Orientierungsnote aus dem Zwischenberichtins Jahreszeugnis übertragen. Jedegesetzte Note wird im Durchschnitt der Kernfächerberücksichtigt und mitgezählt.Wie sind die Fächer Textiles Werken und Werken zu beurteilen, wenn sie in Semesterkursen, also blockweise, unterrichtetwerden?Dasjenige Fach, das während des Semesters unterrichtet worden ist, wird beurteilt. Die Orientierungsnote aus demZwischenbericht wird ins Jahreszeugnis übertragen, damit beide Fächer promotionswirksam sind.Was bedeutet die Rubrik Jahrespromotion gefährdet im Zwischenbericht unter dem Feld Bemerkungen?Da der Zwischenbericht nicht promotionswirksam ist, entfällt die bisherige Möglichkeit des Provisoriums nach dem1. Semester. Damit Lernende und Erziehungsberechtigte rechtzeitig und schriftlich darauf hingewiesen werden können,dass eine Promotion am Ende des Schuljahres aufgrund der ausgewiesenen Leistungen im Zwischenberichtunsicher ist, kann dieses Feld angekreuzt werden. Selbstverständlich muss die Lehrperson bei einer Gefährdungder Jahrespromotion frühzeitig das Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler und den Erziehungsberechtigtensuchen und kann nicht nur durch Ankreuzen dieses Bemerkungsfelds kommunizieren (siehe auch 3.1).14


9 Rechtliche AspekteNachfolgend sind die wichtigsten rechtlichen Grundlagen und einige Ausführungen dazu zusammengefasst. DasInspektorat Volksschule verfügt über weitere detaillierte Unterlagen und gibt bei Fragen Auskunft.9.1 Die wichtigsten rechtlichen GrundlagenDie Verordnung über die Laufbahnentscheide an der Volksschule vom 19. August 2009 findet ihre rechtliche Grundlagein §13a Abs. 3 des Schulgesetzes vom 17. März 1981 (SchulG; SAR 401.100).§13a SchulG lautet:1Die Promotion innerhalb der Primarschule und der Oberstufe findet aufgrund eines leistungsbezogenen und selektiven Notenzeugnisses statt.Vorbehalten bleibt die Promotion von Schülerinnen und Schülern in der 1. Klasse der Primarschule sowie von Schülerinnen und Schülern mit besonderenschulischen Bedürfnissen.2Für den Stufen- und Typenwechsel gilt ein Empfehlungsverfahren. Bei fehlender Übereinstimmung zwischen der Schulpflege und den Eltern derbetroffenen Schülerin oder des betroffenen Schülers können Stufen- und Typenwechsel von einer Prüfung abhängig gemacht werden.3Der Regierungsrat regelt die Einzelheiten zu allen schulischen Laufbahnentscheiden.Neben §13a ist auch §73 SchulG zu beachten, welcher die Entscheidungskompetenz der Schulpflegen im Zusammenhangmit den Laufbahnentscheiden regelt.Hinsichtlich der Übertrittsprüfungen für den Eintritt in die Sekundar- oder die Bezirksschule ist die Verordnung überdie Übertrittsprüfungen in der Sekundar- und der Bezirksschule vom 17. November 2004 (Übertrittsprüfungsverordnung;SAR 421.355) massgebend.9.2 LaufbahnentscheideDer Begriff Laufbahnentscheide umfasst alle Entscheide, die sich auf die schulische Laufbahn der Schülerinnen undSchüler auswirken. Im Wesentlichen sind dies Promotions- und Übertrittsentscheide, aber auch Zuweisungen inAngebote für Kinder und Jugendliche mit besonderen schulischen Bedürfnissen oder in Sonderschulen.Die Laufbahnentscheide werden in der Regel von Lehrperson, Erziehungsberechtigten, Schülerin oder Schüler undallenfalls weiteren involvierten Personen gemeinsam getroffen. Sollte es zwischen den Erziehungsberechtigten undder Lehrperson zu keiner Einigung kommen, muss die Schulpflege nach Gewährung des rechtlichen Gehörs einenformellen Laufbahnentscheid inkl. Rechtsmittelbelehrung fällen.Im Anhang finden sich eine Auflistung der möglichen Schritte bei der Information der Erziehungsberechtigten durchdie zuständige Lehrperson im Falle einer bevorstehenden Remotion (Repetition oder Versetzung in einen tieferenLeistungszug) sowie je ein Musterbrief an die Erziehungsberechtigten zur Remotion und zum Übertritt. Für weitergehendeInformationen hinsichtlich der Laufbahnentscheide empfiehlt es sich, mit dem Inspektorat Kontakt aufzunehmen.9.3 RechtswegSofern sich die Eltern mit einem Laufbahnentscheid der Schulpflege nicht einverstanden erklären können, habensie die Möglichkeit, mittels Beschwerde an den Schulrat des Bezirks zu gelangen. Dessen Entscheid wiederum kannan den Regierungsrat weitergezogen werden. Gegen den regierungsrätlichen Entscheid kann dann noch Beschwerdebeim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau erhoben werden. Dieses prüft jedoch – im Gegensatz zu den Vorinstanzen– nur noch, ob eine Rechtsverweigerung, eine Rechtsverzögerung oder eine Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriftenvorliegt (z.B. Verletzung des rechtlichen Gehörs).In der Regel kommt einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Schüler,der wegen seiner Leistungen nicht befördert wird, aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde währendder Dauer des Beschwerdeverfahrens einstweilen weiterhin seine angestammte Klasse besuchen darf. Stehtjedoch ein Stufen- oder Schultypuswechsel bevor (z.B. von der 5. Primarschule an die Oberstufe oder von der Sekundar-an die Bezirksschule), so hat die Einreichung einer Beschwerde zur Folge, dass die Beschwerdeinstanz auf15


Antrag der Eltern eine vorsorgliche Massnahme für die Dauer des Beschwerdeverfahrens anordnen kann(im Allgemeinen erfolgt dann die vorsorgliche Einteilung in die gewünschte Klasse bzw. den gewünschten Schultypus).9.4 DatenschutzDer Datenschutz (Datenerhebung; -weitergabe und -aufbewahrung) ist im Gesetz über die Information der Öffentlichkeit,den Datenschutz und das Archivwesen (IDAG) geregelt. Dieses Gesetz trat am 1. Juli 2008 in Kraft.16


10Nützliche Adressen und LinksUmsetzung und Einführung der neuen Promotionsverordnung, neue Beurteilungsinstrumente:Departement BKS, Abteilung Volksschule, Sektion EntwicklungTel. 062 835 21 50; E-Mail: promotionen.volksschule@ag.chInternet: www.ag.ch/bildung (➔ s. meistgefragte Inhalte, Promotionsverordnung)Weitere Auskünfte zu Vollzug und Umsetzung:Departement BKS, Abteilung Volksschule, Sektion Aufsicht und BeratungTel. 062 835 21 05; E-Mail: ab.volksschule@ag.ch; Internet: www.ag.ch/inspektoratRechtsdienst des Departements Bildung, Kultur und SportTel. 062 835 20 50; E-Mail: rechtsdienst.bks@ag.chWeitere Auskünfte und Handreichungen zur integrativen Schulung:Departement BKS, Abteilung Volksschule, Sektion Organisation, Integrative Schulung, Tel. 062 835 21 04E-Mail: is@ag.ch; Internet: www.ag.ch/isWeitere Auskünfte und Handreichungen zur interkulturellen Erziehung:Departement BKS, Abteilung Volksschule, Sektion Entwicklung, Interkulturelle Erziehung, Tel. 062 835 21 18Internet: www.ag.ch/ikeWeiterbildung:PH FHNW, Institut für Weiterbildung und Beratung, Küttigerstrasse 42, 5000 Aarau, Tel. 062 836 04 60E-Mail: iwb.ph@fhnw.ch; Internet: www.fhnw.ch/ph/iwbBeurteilen in anderen Kantonen:Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF, Netzwerk «Beurteilen in der Schule»Internet: www.skbf-csre.ch/netzwerke/beurteilenInformationen zum Datenschutz:Homepage der beauftragten Person für Öffentlichkeit und Datenschutz,Internet: www.idag.ag.ch17


11 AnhangAnhang Teil I:Empfohlene Schritte zur Information der Erziehungsberechtigten durch die zuständige Lehrperson bei bevorstehenderRemotion1. Die verantwortliche Lehrperson informiert die Erziehungsberechtigten frühzeitig in einem Gespräch über die sichabzeichnende Remotion und erklärt die Beurteilungen.2. Die Lehrperson lässt sich anlässlich des Gespräches von den Erziehungsberechtigten schriftlich bestätigen, dassdiese über die bevorstehende Remotion informiert worden sind und ob sie damit einverstanden sind oder nicht.(Beispiel Gesprächsnotiz, siehe unten).3. Sind die Erziehungsberechtigten nicht einverstanden, entscheidet die Schulpflege nach Gewährung des rechtlichenGehörs (dieses kann mündlich oder schriftlich erfolgen) auf Antrag der Lehrperson über die Promotionbzw. Remotion und eröffnet den Erziehungsberechtigten den begründeten Entscheid schriftlich, eingeschriebenund mit Rechtsmittelbelehrung (siehe Musterbrief im Anhang).Beispiel Gesprächsnotiz:Wir sind anlässlich des Gespräches vom … von Frau/Herrn …. darüber informiert worden, dass unsereTochter / unser Sohn die … Klasse der …schule repetieren soll.■ Wir sind mit der Repetition einverstanden.■ Wir sind mit der Repetition nicht einverstanden und wünschen einen formellenLaufbahnentscheid der Schulpflege.■ Wir wünschen, vor dem Erlass des formellen Laufbahnentscheids von der Schulpflegeangehört zu werden.■ Wir verzichten darauf, von der Schulpflege vor Erlass des formellen Laufbahnentscheidsangehört zu werden.Ort und Datum:Unterschrift der Erziehungsberechtigten:Schulpflege XY18


Anhang Teil II:Musterbrief Schulpflege an die Erziehungsberechtigten bei Remotion (Laufbahnentscheid)EINSCHREIBENFamilie MusterAdressePLZ WohnortPrimarschule (ab der 2. Klasse)Ort/DatumPromotionen Schuljahr 200x/200yIhre Tochter… / Ihr Sohn …, xy. Klasse, Repetition der xy. KlasseWie Ihnen die Lehrperson, Frau … / Herr …, bereits anlässlich des Gespräches vom … mitteilte(allenfalls ist das Gespräch mit der Schulpflege auch noch zu erwähnen), erzielte Ihre Tochter… / Ihr Sohn ….folgende Zeugnisnoten:KernfächerDeutschMathematikRealienErweiterungsfächerBewegung und SportBildnerisches GestaltenEnglisch (3.–5. Klasse)Ethik und ReligionenMusikTextiles Werken (3.– 5. Klasse)WerkenNotendurchschnitt Kernfächer:Notendurchschnitt Erweiterungsfächer:Notendurchschnitt Kern- und Erweiterungsfächer…………………………………Ihre Tochter … / Ihr Sohn … erreicht somit in den Kern- und Erweiterungsfächern insgesamt nicht denungerundeten Notendurchschnitt von mindestens 4. Ebenso liegt ihr / sein ungerundeter Notendurchschnittder Kernfächer unter 4. Damit erfüllt sie / er die Promotionsvoraussetzungen nicht und muss die … Klasserepetieren.Ihre Tochter… / Ihr Sohn … wird in die Abteilung xy… von Frau … / Herrn … im Schulhaus … eingeteilt.Wir bitten…, sich nach den Sommerferien am …, um …, im Zimmer Nr. …. des Schulhauses … einzufinden.Wir wünschen Ihrer Tochter / Ihrem Sohn beim Start in der neuen Abteilung alles Gute.Freundliche GrüssePräsidentin/Präsident der Schulpflege XYBeilage (sofern die Rechtsmittelbelehrung auf einer separaten Seite ist)– Rechtsmittelbelehrung19


Rechtsmittelbelehrung1. Gegen diesen Entscheid kann innert einer nicht erstreckbaren Frist von 30 Tagen seit Zustellung beim Schulratdes Bezirks XY (Name und Adresse der Präsidentin oder des Präsidenten) Beschwerde geführt werden.2. Die Beschwerdeschrift, die von der beschwerdeführenden Partei selbst oder von einer von ihr bevollmächtigten,handlungsfähigen Person zu verfassen ist, muss einen Antrag und eine Begründung enthalten,d.h., es ista) anzugeben, wie der Schulrat entscheiden soll, undb) darzulegen, aus welchen Gründen diese Entscheidung verlangt wird.3. Auf eine Beschwerde, welche den Anforderungen gemäss den Ziffern 1 oder 2 nicht entspricht, wird nichteingetreten.4. Eine Kopie des angefochtenen Entscheides ist der Beschwerdeschrift beizulegen.5. Das Beschwerdeverfahren ist mit einem Kostenrisiko verbunden, d.h., die unterliegende Partei hat in derRegel die Verfahrenskosten sowie unter Umständen die gegnerischen Anwaltskosten zu bezahlen.20


Anhang Teil III:Musterbrief Schulpflege an die Erziehungsberechtigten zum Übertritt (Laufbahnentscheid)EINSCHREIBENFamilie MusterAdressePLZ WohnortOrt/DatumÜbertritt Ihrer Tochter … / Ihres Sohnes … an die OberstufeWir teilen Ihnen mit, dass wir dem Antrag der Lehrperson, Frau / Herr … , gefolgt sind und Ihre Tochter… /Ihren Sohn…. entgegen Ihrem Wunsch anlässlich unserer Schulpflegesitzung vom … der Sekundarschule / derRealschule zugewiesen haben.An dieser Stelle ist von der Schulpflege eine schriftliche Begründung für diesen Entscheid einzufügen.Ihre Tochter… / Ihr Sohn … wird in die Abteilung xy… von Frau … / Herrn … im Schulhaus … eingeteilt.Wir bitten…, sich nach den Sommerferien am …, um …, im Zimmer Nr. …. des Schulhauses … einzufinden.Wir wünschen Ihrer Tochter… / Ihrem Sohn… beim Start an der Sekundarschule/Realschule alles Gute.Freundliche GrüssePräsidentin/Präsident der Schulpflege XYBeilage (sofern die Rechtsmittelbelehrung auf einer separaten Seite ist)– RechtsmittelbelehrungRechtsmittelbelehrung1. Gegen diesen Entscheid kann innert einer nicht erstreckbaren Frist von 30 Tagen seit Zustellung beim Schulratdes Bezirks XY (Name und Adresse der Präsidentin oder des Präsidenten) Beschwerde geführt werden.2. Die Beschwerdeschrift, die von der beschwerdeführenden Partei selbst oder von einer von ihr bevollmächtigten,handlungsfähigen Person zu verfassen ist, muss einen Antrag und eine Begründung enthalten, d.h., es ista) anzugeben, wie der Schulrat entscheiden soll, undb) darzulegen, aus welchen Gründen diese Entscheidung verlangt wird.3. Auf eine Beschwerde, welche den Anforderungen gemäss den Ziffern 1 oder 2 nicht entspricht, wird nichteingetreten.4. Eine Kopie des angefochtenen Entscheides ist der Beschwerdeschrift beizulegen.5. Das Beschwerdeverfahren ist mit einem Kostenrisiko verbunden, d.h., die unterliegende Partei hat in derRegel die Verfahrenskosten sowie unter Umständen die gegnerischen Anwaltskosten zu bezahlen.21


DepartementBildung, Kultur und SportAbteilung VolksschuleBachstrasse 105001 Aarauwww.ag.ch/bksvolksschule@ag.chÜberarbeitete Fassung der Handreichung Juni 2008

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