Rundbrief 01/2010 - ELAN

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Rundbrief 01/2010 - ELAN

RundbriefEntwicklungspolitik. . . . . . . . 2Landtag verabschiedet LeitlinienELAN intern. . . . . . . . . . . . . . 3Mitgliederversammlung wählte VorstandSozial- und Umweltstandards 4-5LandesinitiativeZukunft einkaufen1/2010Weltläden . . . . . . . . . . . . . . . 6Landestreffen, bundesweite BriefaktionLebensWeltmeister. . . . . . . . . 7Fußball-Schulwettbewerb ist entschiedenService. . . . . . . . . . . . . . . . . . 8Tipps für die tägliche ArbeitImpressumGemeinsame Aktion zur Nacht der Solidarität:Engelslichter für Aidswaisenvon Annalena Fetzner und Antonia WeßlingEngagiert drückt die zwölfjährige Julia ihreleuchtend grüne Hand auf das Leintuch mitder Überschrift „Meine Hand schützt Kinderseelen“.Dabei denkt sie an die Kinder, die ihreEltern durch HIV/Aids verloren haben. Nebenden vielen bunten Handabdrücken zündetCharlotte ein „Engelslicht“ an. Als Zeichen derSolidarität stellt die Elfjährige es auf die riesigerote Aidsschleife, die auf dem Boden ausgebreitetist.Mit der gemeinsamen Aktion am 5. Juni aufdem Leichhof in Mainz unterstützten ELAN, diekatholische Frauengemeinschaft Deutschlands(kfd) und missio die bundesweite Initiative„Nacht der Solidarität“ des Aktionsbündnissesgegen AIDS. In diesem Jahr standen besondersdie Kinder im Vordergrund. Zahlreiche Besucherinformierten sich bei der ELAN-Ausstellungüber die Zusammenhänge zwischen HIVund Armut und das Leben mit dem Virus: Welt-weit sind 33 Millionen Menschen HIV-positiv,es gibt 14 Millionen Aidswaisen. weiter auf Seite 2Zahlreiche Besucher zündeten Engelslichteran, um ihre Solidarität zu demonstrieren.(Foto: Benjamin Kolloch)Julia, 12 Jahre, zeigt ihren Handabdruck.(Foto: Annalena Fetzner)EditorialLiebe entwicklungspolitisch Aktivein Rheinland-Pfalz,seit 2004 bin ich als Referent für weltkirchlicheAufgaben im Bistum Speyer tätig. Projektbearbeitung,Partnerschaftsarbeit, Kampagnenorganisationder kirchlichen Hilfswerke und entwicklungspolitischeBildungsarbeit sind Schwerpunktemeiner Arbeit dort. Diese Arbeit wird inähnlicher Weise in allen Diözesen und Landeskirchenin Rheinland-Pfalz geleistet. Damit sind dieKirchen ein wichtiger Träger der entwicklungspolitischenArbeit im Land.Seit Dezember 2009 bin ich im Vorstand vonELAN tätig. Ich halte die Arbeit für wichtig, weilKirchen sich wie andere freie Träger mit allen imThemenfeld Entwicklungspolitik aktiven Gruppenvernetzen, Kontakt zu staatlichen Stellen aufnehmenund mit diesen im kritisch-kooperativenDialog zusammenarbeiten können. Gleichzeitigmöchte ich mit meiner Arbeit unser entwicklungspolitischesLandesnetzwerk unterstützen.Es leistet sehr wichtige Arbeit, von der alle Mitgliederdes Vereins profitieren können. Alle Vereinsmitgliederkönnen Beratungsleistungen und Fortbildungennutzen und von erkämpften Errungenschaftenwie der Bereitstellung von landesweitenFördermitteln profitieren.Umgekehrt wird ELAN nur durch seine Mitgliedsgruppenbedeutend. Umso mehr Gruppen Mitgliedbei ELAN e.V. sind, umso größer wird das politischeGewicht von ELAN. So können landesweite entwicklungspolitischeZiele nur im Verbund erreicht werden,Beispiel dafür ist das Gesetz zur Vermeidungdes Erwerbs von Produkten aus ausbeuterischerKinderarbeit. Auch verfügt ELAN erst durch die Vielfaltder Mitgliedsgruppen über umfassende entwicklungspolitischeKenntnisse.Wir arbeiten alle an Strukturveränderungen füreine gerechtere Welt. Die Geschäftsstelle von ELANergänzt die Arbeit der einzelnen Gruppen, die häufigauf einen Teilausschnitt der gesamten entwicklungspolitischenArbeit fokussiert ist, nachhaltigund koordiniert zwischen den Vereinen und Organisationensowie kommunenübergreifend.Dieses große Ganze in den Blick zu bekommenbereichert meine Arbeit im Bistum Speyer. Undvielen von Ihnen wird es genauso gehen. So wirdELAN für alle Mitgliedsgruppen sowie für die entwicklungspolitischeBildungs- und Lobbyarbeit inRheinland-Pfalz zu einer Win-Win-Geschichte, dieuns helfen wird, in unserem Land hohe entwicklungspolitischeStandards setzen zu können. Diesebilden dann einen Baustein für eine gerechtereWelt.Übrigens: der ELAN-Vorstand hat beschlossen,dass ELAN in Zukunft noch stärker als bisher fürseine Mitglieder da sein will. Nutzen Sie das! Gernekönnen Sie auch neue Mitglieder werben, dieschon in unsere Richtung arbeiten, aber nochnicht von den Vorteilen einer Mitgliedschaft beiELAN wissen.Ihnen allen einen angenehmen und ELANvollenSommer,Christoph FuhrbachReferat Weltkirche im Bistum SpeyerVorstand ELAN e.V.


2 ELAN-Rundbrief 1/2010 EntwicklungspolitikFortsetzungVon Barbara MittlerDer Ende 2008 verabschiedete Beschluss derMinisterpräsidenten zur Entwicklungspolitikhebt das dringende Engagement der Bundesländerbei der nachhaltigen Zukunftsgestaltunghervor. Vor diesem Hintergrund forderteELAN bei einem Fachgespräch des AktionskreisesMillenniumsentwicklungsziele im Oktober2009 im Mainzer Rathaus ein verstärktesentwicklungspolitisches Engagement derrheinland-pfälzischen Landesregierung. Hierzuzählten auch entwicklungspolitische Leitlinien.Engelslichter für Aidswaisen„Dank des guten Wetters hatten wir viele interessierteGäste“, berichtete Dorothea Berkmannvon der kfd. Ihre Kollegin Eva-Maria Thissenfreute sich über die guten Gespräche und diespontane Bereitschaft der Gäste, bei der Aktionmitzumachen. So kauften sie Kunsthand-HIV/Aids ist ein Fall fürweltweite Solidarität.Deshalb kommt zu den bestehenden Bildungsmodulendes HIV/Aids-Projektes vonELAN nun ein Deutschland-Modul hinzu.Manfred Weber, selbst HIV-positiv, berichtetvon positiven und negativen Erfahrungenüber das Leben mit HIV in Deutschland.Weitere Module sind: Frauen und HIV/Aidsin Botswana, Aidswaisen, HIV/Aids in Osteuropa.Darüber hinaus kann auch die Ausstellungausgeliehen werden.Interessierte Gruppen und Schulenwenden sich bitte anAnnalena Fetzneraids-projekt@elan-rlp.deDiese verabschiedete die Landesregierung imFebruar 2010. Die Entwicklungspolitik soll fortanressortübergreifend verankert und als Querschnittsaufgabevon Ministerien und Behördenwahrgenommen werden. Damit wird die Entwicklungspolitikals ein eigenständiges Politikfeldim Land anerkannt.Besonders positiv hervorzuheben ist der hoheStellenwert, welcher der entwicklungspolitischenInformations- und Bildungsarbeit zukommensoll. Auch auf die Kooperation mitden im Land tätigen entwicklungspolitischenwerk aus Ruanda, um dort lebende Aidswaisenzu unterstützen. „Echt toll war die konstruktiveZusammenarbeit zwischen uns drei Organisationen“,begeisterte sich Annette Fleischhauervon missio. Solches Aufsehen lässt sichnur gemeinsam erreichen. •Entwicklungspolitische Leitlinien: Landesregierungermöglicht neue KooperationenInitiativen und Organisationen wird ein Augenmerkgelegt. Es bestehen daher vielfältigeAnknüpfungspunkte für gemeinsame Arbeitsfelderzwischen der Landesregierung und denzivilgesellschaftlichen Organisationen wie denMitgliedsorganisationen von ELAN.Mit dem 2009 eingerichteten Fördertopf fürent wicklungspolitische Arbeit insbesondereder Nichtregierungsorganisationen ist ein wichtigerSchritt erfolgt. Auch die Unterstützungder Kommunen im Rahmen eines kommunalenProgrammes eröffnet den Nichtregierungsorganisationenvor Ort die Möglichkeit, neueKooperationspartner zu gewinnen oder bestehendeVerbindungen zu vertiefen.Jetzt liegt es an der Landesregierung, denWorten weitere Taten folgen zu lassen. Nimmtsie die Leitlinien ernst, muss eine strukturelleVerankerung der Entwicklungspolitik in allenMinisterien erfolgen. Dies ist die Voraussetzungfür den dann erforderlichen ressortübergreifendenDialog. Damit ist sie unabhängigvom guten Willen einzelner engagierter Personenund kann auch schwierige finanzielleZeiten überstehen. •Bingo-Lotterie inRheinland-Pfalz:Neue Fördermittelfür die EntwicklungszusammenarbeitVon Barbara MittlerBingo, das beliebte Lotteriespiel in Ferien-Ressortsund auf Kreuzfahrten, gibt es ab sofortauch in Lotto-Annahmestellen in Rheinland-Pfalz. Am 30. Mai fand die erste Bingo-Ziehungim Land statt.Mit 3,50 Euro pro Schein können die Spielerje nach Gewinnquote über 50.000 Euro gewinnen.Auf jedem Schein sind 25 per Zufallsgeneratorermittelte Zahlen zwischen eins und 75in einem quadratischen Feld abgedruckt. Beider live im Radio übertragenen Ziehung werdendie Gewinnzahlen bekannt gegeben. Jeweilsfünf richtige Zahlen in einer Reihe bedeutenBingo. Von dem Gewinn geht die Hälftezurück an die Spieler.Die gute Nachricht für die Nichtregierungsorganisationen:Dank der Lobbyarbeit von ELAN,dem BUND und dem NABU, unterstützt von denKirchen des Landes fließen vom Gewinn 10%zu jeweils gleichen Teilen in Projekte des Umweltschutzessowie der Entwicklungszusammenarbeit.Ein Vergaberat, in den ELAN berufenwurde, entscheidet über die konkreteVerteilung der Mittel.Bingo hat insbesondere in den nördlichen Bundesländernbereits Tradition: In Niedersachsenhat die Lotterie seit 1997 dort mehr als 81 MillionenEuro für rund 7.000 Umwelt- und Entwicklungsprojekteeingespielt. Allerdings handelt essich in Niedersachsen um eine Fernsehlotterie. •


ELAN internELAN-Rundbrief 1/20103ELAN-Mitgliederversammlung:2010 mit neuem ELAN-VorstandVon Barbara MittlerMit einem gemeinsamen Abendessen starteteam 10.Dezember 2009 im Erbacher Hof inMainz die Mitgliederversammlung von ELAN,bei der nach einem Jahresrückblick auch diezahlreichen Vorhaben im Jahr 2010 besprochenwurden.Frische Ideen wird der neu gewählte Vorstandin den nächsten zwei Jahren in die ELAN-Arbeiteinbringen. Gewählt wurde als VorsitzenderWerner Bühler von der Bolivien-Partnerschaftdes Bistums Trier. Zu seinem Stellvertreterwählten die Mitglieder Christoph Fuhrbach,Referat Weltkirche des Bistums Speyer. DesWeiteren wurden gewählt Almendra Garcia,Evangelische Kirche in der Pfalz, und KarstenLevsen, der unterer anderem die Anliegen derWeltläden in der ELAN-Arbeit stützen möchte.Im Amt des Vorstandes und Schatzmeister bestätigtwurde Achim Dührkoop, EvangelischeKirche im Rheinland.Die ELAN-Geschäftsstelle konnte die BildungsundVernetzungsarbeit im Land ausweiten.Sowie im Rahmen der Fairhandelsberatungals auch des Rückkehrerprogramms gab esgezielte Angebote an bereits Engagierte, aberauch an die Öffentlichkeit. ELAN mobil tourtnun schon im fünften Jahr durch Rheinland-Pfalz und erreichte eine breite Spannbreitevon Menschen, die Schüler Innen und Lehrer,bis hin zu Mitgliedern von Sport- undKirchengemeinden umfasste. Neu aufgriffenwurde 2009 das Bildungsmodul zu HIV/Aids, welches nach bestandener Probe in derschulischen und außerschulischen Bildungsarbeiteingesetzt werden kann und insbe-sondere auch den Mitgliedern ELANs zurVerfügung steht.Die Beratungsleistungen des Landesnetzwerkessteigerten sich beträchtlich. Die Geschäftsstellenmitarbeiterinnenunterstützten die entwicklungspolitischeArbeit im Land nicht nurinhaltlich, sondern standen auch bei organisatorisch-administrativenFragen wie bei der Projektabwicklungoder der Finanzierung und Organisationvon Vorhaben kompetent zur Seite.Dabei konnten sie auf das umfassende Wissender Mitglieder ELANs zurückgreifen. Von großerBedeutung waren die Aktivitäten der Fairhandelsberatung.Im dritten Projektjahr der Koordinationund Beratung durch ELAN hat sichein gut funktionierendes Netz der Fairhandelsaktivengebildet. Daher haben sich die Geldgeberentschlossen, die Fairhandelsberatung fürweitere zwei Jahre zu unterstützen.Das Thema Sozial- und Umweltstandards in derBeschaffung beschäftigte die Mitgliedsorganisationenzunehmend und war der Schwerpunktder Fortbildung und Qualifizierung durch ELANim Berichtsjahr. Erstmals bei der JahrestagungELANs 2007 landesweit diskutiert avanciertenverschiedene Aspekte des Themenspektrumszum Dauerbrenner in der entwicklungspolitischenArbeit vor Ort. Kirchenbesucher gingender Herkunft der Pflastersteine auf demKirchweg nach, SchülerInnen fühlten der Beschaffungspraxisihrer Stadt auf den Zahn, undBeschaffer prüften, wie und wo sozial- undumweltverträglicher eingekauft werden kann.ELAN organisierte zwei große Fachtagungen,um das Thema mit allen Akteuren im Land zudiskutieren. Kooperationspartner waren dabeiVon links: Werner Bühler (Vorsitzender), Christoph Fuhrbach (Stellvertreter), Almendra Garcia,Karsten Levsen, Achim Dührkoop (Schatzmeister)insbesondere die Landesregierung, die kommunalenSpitzenverbände und die Kirchen imLand. Auch 2010 will das Landesnetzwerk hiereine Mittlerfunktion einnehmen.Umfassende Beratung, ein vielfältiges Informations-,Bildungs- und Qualifizierungsangebot sowieverschiedenste Veranstaltungen sind auchin Zukunft nur durch die vielfältigen ideellenund finanziellen Kooperationen möglich. Allendenjenigen, die 2009 die Arbeit von ELANmöglich gemacht haben, an dieser Stelle einherzliches Dankeschön.Detaillierte Infos im ELAN-Jahresbericht 2009:Wer Interesse an einer Druckausgabe des Berichteshat, kann diesen in der Geschäftsstelleerwerben. •RueckkehrerInnen engagieren sich in derBildungsarbeit: Schotter hauen ist KinderarbeitVon Elfriede SchäferWie sich gleichaltrige Kinder in indischenSteinbrüchen abmühen können Kinder inRheinland-Pfalz in einer Bildungseinheit hautnaherleben.Seit drei Jahren leiten RückkehrerInnen imRahmen des Ganztagsschulunterrichts dieEine Welt AG der Grundschule Römerberg-Berghausen. Kooperationspartner ist das Bi-Die Eine Welt AG der Grundschule Römerberg-Berghausen beschäftigt sich ganz konkret mitdem Thema Kinderarbeit. (Foto: Elfriede Schäfer)schöfliche Ordinariat in Speyer. Für diese AGwurde die Schule 2008 mit dem SUN Preisausgezeichnet (Schülerinnen und Schüler fürUmwelt und Nachhaltigkeit). Der Preis wurdeverliehen vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft,Jugend und Kultur und dem Ministeriumfür Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz.Dies ist nur ein Beispiel, für das sich ElfriedeSchäfer als Rückkehrerin engagiert. Sie leitetdas ELAN-Rückkehrerprogramm und möchtebeim nächsten Landestreffen am 30. 9. 2010um 14.00 Uhr in Mainz mit KollegInnen einbreites Angebot weiterer Ideen eventuellen Nutzernwie Bildungseinrichtungen vorstellen. •


4 ELAN-Rundbrief 1/2010 Sozial- und UmweltstandardsLandesinitiative gegen KinderarbeitVon Stefanie Schaffer und Barbara MittlerMehr als 165 Millionen Kinder unter 14 Jahrenarbeiten nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation(ILO) der Vereinten Nationenunter ausbeuterischen und sklavenähnlichenBedingungen. Sie stellen Produkte her, die zueinem großen Teil in den Export gehen – auchnach Deutschland.Die rheinland-pfälzische Landesregierungunter Ministerpräsident Kurt Beck hatte bereits2009 beschlossen, beim Einkauf künftigden Erwerb von Produkten, die aus ausbeuterischerKinderarbeit stammen, zu vermeiden.ELAN hatte an der Ausarbeitung einesBeschlusses mitgewirkt.Jetzt will sich die Landesregierung auch imBund verstärkt für das Anliegen einsetzen.Ein entsprechender Antrag soll in die näch-ste Bundesratssitzung eingebracht werden.Darin bittet das Land die Bundesregierung,sich international stärker dafür einzusetzen,dass das im Rahmen des ILO-Übereinkommens182 verabschiedete Verbot der schlimmstenFormen der Kinderarbeit weltweit umgesetztwird. Des Weiteren sollen Produkte, die nachweislichdurch Zwangsarbeit von Kindern hergestelltwurden, mit einem Importverbot belegtwerden.ELAN-Mitgliedsorganisationen hoffen auf denErfolg der Initiative. Gleichzeitig wollen sieein Augenmerk auf die Umsetzung des Landesbeschlusseshaben. Sie setzen sich zudemdafür ein, dass im Vergaberecht die Einhaltungder Kernarbeitsnormen der InternationalenArbeitsorganisation Eingang finden.Hierzu zählen zum Beispiel Vereinigungsfreiheit,Verbot von Zwangsarbeit und Diskriminierungsverbot.•Bundesweite Kampagne: Heute für die Zukunfteinkaufen – Ökofair geht jeden anDie großen Kirchen in Deutschland wollen ihrEinkaufsverhalten künftig noch stärker anUmweltschutz und fairem Handel orientieren,deshalb starten sie die bundesweite Kampagne„Heute für die Zukunft einkaufen – Ökofairgeht jeden an“.Die Schirmherrschaft haben BundestagsvizepräsidentinKatrin Göring-Eckardt, dieauch Vorsitzende der Synode der EvangelischenKirche in Deutschland ist, und AloisGlück, der Vorsitzende des Zentralkomiteesder deutschen Katholiken. Träger ist die Initiative„Zukunft einkaufen – Glaubwürdigwirtschaften in Kirchen“.Rund 100 Gemeinden und Einrichtungenbeteiligen sich bereits am Projekt „Zukunfteinkaufen“ und beschaffen gezielt fair gehandelteund ökologisch produzierte Warenund Dienstleistungen.Die neue, bundesweite Kampagne strebt zumeinen an, die Beschaffer aller deutschenevangelischen und katholischen Kirchen, ihrerGemeinden und die der kirchlichen Einrichtungenzu erreichen. Zum anderen zieltsie – durch eine Vorbildfunktion – über dieKirchen hinaus auch darauf, Privatpersonenin ihrem Konsumverhalten anzusprechen. •Die Broschüre mit Hintergründen und Handlungsmöglichkeitenfür einen nachhaltigen,verantwortungsbewussten Einkauf und diedazugehörige Plakatreihe sind kostenlos zubeziehen unter: www.zukunft-einkaufen.deNeu aufgelegt:Broschüre SozialstandardsDie Broschüre „Sozialstandards in der öffentlichenBeschaffung“ von der ArbeitsgemeinschaftEine Welt Landesnetzwerke in Deutschlande.V. (agl) und dem Eine Welt NetzwerkBayern e.V. wurde überarbeitet.Sie vermittelt Grundlagen, enthält Praxisbeispieleund Materialien zum Thema und bietetdarüber hinaus Vorlagen für die Umsetzung inLändern und Kommunen. •Erhältlich in der Geschäftsstelle von ELAN für5 Euro zzgl. Versandkosten.Umfrage: MigrantInnenin der BildungsarbeitELAN führte eine Onlineumfrage zum entwicklungspolitischenEngagement vonMigrantInnen- und Diasporaorganisationenin Rheinland-Pfalz durch. Zeitgleich fandenin allen anderen Bundesländern ähnlicheBefragungen statt. Das Gesamtprojekt wirdkoordiniert von der Arbeitsgemeinschaftder Eine-Welt-Landesnetzwerke in Deutschlande.V. (agl).Von Januar bis April 2010 kontaktierte GiftyRosetta Amo Antwi, Studentin der Ethnologieaus Mainz, solche Organisationen.Ziel der Umfrage war es, in der Bildungsarbeitaktive MigrantInnen zu identifizierenund in einem eventuellen Folgeschritt beiihrer Arbeit zu unterstützen.Das Resultat: insbesondere Migrantinnen wollensich abstimmen und gemeinsam in derBildungsarbeit aktiv werden bzw. ihr Engagementverstärken. Sie wünschen sich zukünftigeTreffen, bei denen die Zusammenarbeitkoordiniert wird. ELAN bietet dafürein Forum, wo sich alle Interessierten verständigenkönnen. Bei Interesse bitte in derELAN-Geschäftsstelle melden. •Viertes Weltbürgerfrühstück in Trier: Auzeichnung zur FairTrade-TownVon Antonia WeßlingAm 29. Mai 2010 fand auf dem Kornmarkt inTrier das Weltbürgerfrühstück statt, eine öffentlicheVeranstaltung, die BürgerInnen derStadt auf den Geschmack des Fairen Handelsbringen soll.Wie auch in den Jahren zuvor konnten die BesucherInnenein Frühstück mit fairen und regionalenZutaten genießen. Dazu gab es einbuntes interkulturelles Programm, das engagierteBürgerorganisationen gemeinsam mitder Stadt auf die Beine gestellt hatten.In diesem Jahr stand das Frühstück unter demSabine Mock (ELAN), OB Klaus Jensen, ClaudiaBrück (Transfair)(Foto: Alexander Schumitz)Motto »FairTrade-Stadt«, da Trier diese Auszeichnungam selben Tag durch Claudia Brück,Pressesprecherin von transfair, erhielt. Die wichtigstenKriterien, damit sich eine Stadt mit über100.000 Einwohnern mit dem Titel schmückenkann, hatte Trier schon lange erfüllt: so müssenmindestens 21 Geschäfte und 11 Cafés oderRestaurants fair gehandelte Produkte im Angebothaben. Auch in Trierer Vereinen, kirchlichenGruppen und Schulen ist der Gedanke des FairenHandels fest verankert. Was noch fehlte, warein Beschluss des Stadtrats, das Thema Fairtradevon Seiten der Kommune zu unterstützen.Am 25. März wurde eine entsprechende Resolutionim Stadtrat angenommen. •


Sozial- und Umweltstandards ELAN-Rundbrief 1/2010 5Eine Welt für alle – alle für eine Welt:SchülerInnen erhalten Preis des BundespräsidentenVon Stefanie SchafferÜberglücklich zeigten sich die SchülerInnender Klasse 10c des Gymnasium Gonsenheimin Mainz: sie gehören zu den Preisträgern desSchülerwettbewerbs des Bundespräsidenten„Eine Welt für alle – alle für eine Welt“.Eingereicht hatten sie einen selbst erstelltenEinkaufsführer Mainz kauft ein – aber fair. Darinregen sie zum Kauf nachhaltig erzeugterProdukte an und fordern die Stadt Mainz auf,sich als FairTrade-Town zu bewerben.SchülerInnen beimInterview mit dem MainzerFinanzbürgermeisterBeck (Foto: DanielaJeuck)Anfang des Jahres informierten sich die Zehntklässlerim Rahmen des ELAN-Projekts „DerBlick hinter die Kulissen: Wie fair beschaffendie Akteure unserer Stadt?“ darüber, welcheWaren die öffentliche Hand einkauft und wobzw. wie diese Waren hergestellt werden. Einbesonderes Augenmerk richteten sie dabei aufWaren, die durch ausbeuterische Kinderarbeithergestellt werden. Schnell war den Schüler-Innen klar, dass sie sich für mehr Gerechtigkeitim städtischen Einkauf einsetzen wollten.„Wir möchten gerne das, was wir gelernt haben,an andere weitergeben. Die meisten Menschenwissen gar nicht, wofür öffentliche Gelderausgegeben werden“,ist Daniel Barth überzeugt.Unterstützt vonihren engagierten LehrerinnenDaniela Jeuckund Astrid Schneider erstelltendie SchülerInneneinen Einkaufsführer fürdie Stadt Mainz. NebenAusführungen zu kritischenProdukten wieTextilien, Natursteinen und Computer werdentransparente und verlässliche Siegel vorgestelltund ausführliche Hintergrundinformationenzum Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“gegeben. Diesen überreichten sie demMainzer Finanzbürgermeister Beck anlässlicheines Besuches im Rathaus.„Es kann nicht sein, dass unsere Marktplätzemit möglichst billigen Steinen gepflastert werden,wenn dafür Kinder in Indien mit ihrer Ge-sundheit oder sogar ihrem Leben bezahlen müssen“,fordert Henrik Drechsler. Im Gesprächversicherte Beck den Jugendlichen, sich fürden Kauf von nachhaltigen Produkten einzusetzen.Ob dieses Versprechen auch in die Tatumgesetzt wird, davon wollen sich die GonsenheimerSchülerInnen in einigen Monatenselbst überzeugen. Ihnen ist das Thema währendder Recherchen zu einer Herzensangelegenheitgeworden. •Engagement zieht an: Wormser SchülerInnen tragen öko-fairVon Vivian Mohr und Klaus Horn (Lehrer-Innen des Gauß-Gymnasiums Worms)Fair gehandelte Schulkleidung für die SchülerInnendes Gauß-Gymnasiums in Worms –dieses ehrgeizige Ziel hatten wir, zwei Lehrer-Innen der Schule, uns gesetzt. Am Anfang galtes viele Hürden zu überwinden: Geeignete Produzentenmussten gefunden werden, Schulleitung,LehrerInnen und SchülerInnen galt es zuüberzeugen. ELAN unterstützte dieses außergewöhnlicheProjekt mit zahlreichen Aktionstagenrund um das Thema „Faire Kleidung“.Schon seit einigen Jahren gibt es an unsererSchule Shirts, bedruckt mit dem Schul-Logo.Wo und wie diese Shirts hergestellt werden,wurde nie hinterfragt. Wir gehören demNetzwerk ökologischer Schulen an, so dasssich konventionell hergestellte Schulkleidungeigentlich nicht mit dem Schulprofilvereinbaren lässt. So kamen wir auf die Idee,fair gehandelte Schulkleidung einzuführen.Mit „Lamu Lamu“ und „Switcher“ haben wirzwei Lieferanten gefunden, die sozial undökologisch produzieren lassen: keine Kinderarbeit,faire Arbeitsbedingungen und Bezahlungfür die Textilarbeiterinnen und über-wiegende Verarbeitung von Bio-Baumwolle.Mit der neuen Schulkollektion ermöglichenwir den SchülerInnen und ihren Eltern, bewussteinzukaufen und damit für mehr globaleGerechtigkeit einzutreten. Gleichzeitigfördern wir die Gemeinschaft unter denGlücklich über die neuen Shirts von Switcher:Lehrerin Vivian Mohr und ihre Schülerinnen.(Foto: Klaus Horn)SchülerInnen. Durch die verschiedenen Modelleund Farben lassen wir aber noch genügendFreiraum für Individualität. Außerdemsteht es jedem frei, ob er die Shirts kauftund trägt. Im Rahmen einer Schülerfirmabeteiligen sich die SchülerInnen an Gestaltungs-und Entscheidungsprozessen.Parallel zu diesen Aktivitäten haben wirganz viel Überzeugungsarbeit geleistet. Fürdie Klassen der Mittelstufe, die sicherlicham schwierigsten zu erreichen waren, habenwir mit ELAN mobil zusammengearbeitet.Insgesamt 11 Schulklassen der 9. und10. Klassen haben eine Unterrichtseinheitzum Thema „Faire Kleidung“ mitgemacht.Zwei weitere Klassen erlebten Aktionstagezum Thema „Nachhaltiges Beschaffungswesen“inklusive Stadtrallye durch Worms undeinem Gespräch mit dem Oberbürgermeisterunserer Stadt.Inzwischen ist das Projekt an der Schuleetabliert, eine Arbeitsgruppe aus Lehrer-Innen und SchülerInnen hat sich gebildet.Die ersten Sammelbestellungen sind abgewickeltund wir begegnen immer öfter SchülerInnen,die „faire“ Schulkleidung tragen.Ein gutes Gefühl! •


6ELAN-Rundbrief 1/2010 WeltlädenWeltladen in die Öffentlichkeit:Landestreffen der rheinland-pfälzischen WeltlädenVon Karsten LevsenGroßer Einsatz bei der Öffentlichkeitsarbeit,aber wenig Erfolg? Diese Frage hatsich schon so mancher Engagierte aus derWeltladenbewegung gestellt, wenn eine gutvorbereitete Aktion nur auf wenig Interessein der Öffentlichkeit stieß.Auf dem Landestreffen der rheinland-pfälzischenWeltläden am 17. und 18. April2010 in Traben-Trabach wurden deshalbInstrumente für eine effektive Öffentlichkeitsarbeitvorgestellt. In zwei parallelenWorkshops wurden Konzepte erarbeitet undMethoden präsentiert.Hier wird die für die Praxisgeprobt: Mit handgeschriebenenSchildern machendie Seminarteilnehmerinnen,hier Irene Braun vom WeltladenLu-Friesenheim, diePassanten aufmerksam.(Foto: Anne Schuster)Martina Geßner, systemische Organisationsberaterin,stellte in ihrem Workshop Konzepte vor,um mit überzeugender Öffentlichkeitsarbeit dasAußenbild eines Weltladens zu gestalten. DieReferentin betonte, wie wichtig die Glaubwürdigkeitaller Aktionen in der Öffentlichkeitsarbeitist und ging konkret auf die Mittel Homepageund Medien ein.Den zweiten Workshop leitete Wolfgang Nafroth,der als PR- und Kommunikationsberaterseit vielen Jahren Ideen für effektive und kostengünstigeAktionen in der Öffentlichkeitsarbeitentwickelt. Er zeigte, dass man mit denklassischen Methoden der Öffentlichkeitsarbeitwie Plakaten, Flyern und Informationsständenhäufig nur wenige Menschen erreicht. Fragen andie Teilnehmenden waren: „Gehen Sie auf denInfostand in der Fußgängerzone zu? Wievielevon den Flyern, die im Foyer ausliegen, habenSie schon gelesen?“ Als Alternative stellte erneue Methoden der Öffentlichkeitsarbeit vor,zum Beispiel riesige Straßenzeitungen, die inFußgängerzonen ausgelegt werden. Statt Antwortenzu geben enthalten sie freche und pfiffigeFragen oder gegensätzliche, provozierendeAussagen, die die Passanten schmunzelnd lesenund zur Kommunikation mit anderen anregen.Die praktische Erprobung der Methoden amnächsten Morgen in der Innenstadt von Traben-Trabachschien zum Scheitern verurteilt,da an diesem sonnigen Sonntagvormittag dieFußgängerzone der Stadt (fast) menschenleerwar. Um so überraschter waren die Teilnehmerdes Workshops, dass fast alle der wenigen Passantenvor den ausgelegten Straßenzeitungenverweilten und sie ausführlich studierten.Das Landestreffen fand zum ersten Mal zweitägigstatt. Dies wurde von den TeilnehmerInnenals angenehm betrachtet, da die Themen ausführlicherbehandelt werden konnten und Zeitblieb, MitarbeiterInnen aus anderen Weltlädenkennen zu lernen. •Bundesweite Briefaktion des Weltladens TrierRuanda-Kaffee: In die TüteBeate Heß, Weltladen TrierSeit einigen Jahren ist zu beobachten, dasssich der Faire Handel weiter in die Supermärkteund auf Großverbraucher ausdehnt. Zunächstist das positiv: je mehr Umsatz imFairen Handel, desto mehr Menschen kann einstabiles Einkommen und ein besseres Lebenermöglicht werden.Wir wollen jedoch ein verändertes Wirtschaftssystem:Weltläden sollen überflüssig sein, weilalle Produkte in allen Geschäften unter fairenund gerechten Bedingungen hergestellt und gehandeltwerden. Dieses politische Anliegen erfordertstetige Bildungsarbeit. Bessere Organisationund Gestaltung im Weltladen halten wirfür begrüßenswert, allerdings nur soweit diesnicht zum Abbau der politischen Arbeit führt.Bei allen Erfolgen bewegt sich der Anteil desFairen Handels an der Gesamtwirtschaft im einstelligenProzentbereich. Auch bei weiteremWachstum sind Prozentanteile, die tatsächlicheinen Veränderungsdruck bewirken könnten,kaum zu erwarten. Eine gerechtere, sozial- undumweltverträgliche Wirtschaftsordnung scheinttheoretisch und utopisch, muss aber trotz allemdas grundsätzliche Ziel unserer Arbeit sein.Um zur Diskussion in dieser Frage beizutragenhat das Ladenteam einen Brief an 500 Weltlädenverschickt. Die Reaktionen waren vielfältig.Wir werten die Anregungen aus und erarbeitendamit konkrete Vorschläge für die Weltläden.Auf diese Weise tragen wir unseren Teil zu Vernetzungund Austausch unter den Weltläden,zur Zukunft der Weltläden – zu den Weltlädender Zukunft bei. Wir glauben: Eine gerechtereWelt ist möglich! •gekürzt (komplett unter: www.el-puente.de >Forum > Weltläden Zusammenarbeit)Pünktlich zum Rheinland-Pfalz-Tag sind dieKaffeetüte des Ruanda-Partnerschaftskaffeessowie ein Plakat und ein Faltblatt fertig geworden.Weltläden, Schulen und andere Aktive aus derPartnerschaftsarbeit haben bereits Interessean diesem Kaffee, der vom PartnerschaftsvereinRheinland-Pfalz–Ruanda,ELAN und GMÖ gemeinsammit EL PUENTEund dem Fair-HandelszentrumRheinland entwickeltworden ist.„Offizielle“ Einführung desKaffees ist am Ruanda-Tagim September.•www.rlp-ruanda.dewww.elan-rlp.dewww.gmoe.de


LebensWeltmeisterELAN-Rundbrief 1/2010 2/2005 7EineLebensWeltmeisterschaft:Fremdes kennen lernen und fair Fußball spielenVon Sabine MockIm Oktober 2009 starteten in Rheinland-Pfalz13 Teams in die EineLebensWeltmeisterschaft.Jedes am Wettbewerb teilnehmende Teamstand für ein FIFA-Land. Es flossen nicht nursportliche Ergebnisse, sondern auch die kreativeAuseinandersetzung mit den Lebensweltenvon Jugendlichen in diesen Ländern in die Bewertungein.Nach 21 spannenden Turnierspielen standendie glücklichen Gewinnerteams von Rheinland-Pfalzfest: die Malediven (Max-Planck-Gymnasium Trier) und Thailand (Martin-Butzer-Gymnasium Dierdorf) vertraten dasBundesland im Finale.Der bundesweite Schulwettbewerb zur WM2010 fand sein großes Finale vom 9. biszum 11. Juni in Kiel. 32 der 204 teilnehmendenTeams aus dem ganzen Bundesge-biet spielten dort um den Meistertitel. Mitviel sportlichem Engagement kämpften siezunächst in 8 Gruppen um den Einzug indie Finalspiele. Die beiden rheinland-pfälzischenTeams mussten sich trotz herausragendersportlicher Leistungen in den Gruppenspielengeschlagen geben. Nach denspannenden Turnierspielen im Stadion desKSV Holstein Kiel stand dann das glücklicheGewinnerteam fest: Pakistan setzte sich miteinem schönen Tor zum 1:0 im Finale gegenTahiti durch und ist damit der „EineLebens-Weltmeister 2010“.Ziel des Projektes der Arbeitsgemeinschaftder Eine Welt Landesnetzwerke in Deutschlande.V. (agl) und des EntwicklungspädagogischenInformationszentrums Reutlingen(EPIZ) ist die Stärkung des Eine-Welt-Gedankensüber das weltweit verbindende ElementFußball. Wie erfolgreich der Wettbewerb dieserreichte, wurde besonders in der Ausstellungder von den Teams gestalteten Plakatezu „ihrem“ Land ersichtlich.Die Projektleitung für Rheinland-Pfalz lagbei ELAN. Ministerpräsident Kurt Beck hattedie Schirmherrschaft übernommen. Das Projektwurde unter anderem unterstützt vomBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeitund Entwicklung und von derAktion Mensch, in Rheinland-Pfalz fördertedas Ministerium des Innern und für Sport.Ein herzliches Dankeschön geht an die gastgebendenSchulen in Nassau, Trier und BadSobernheim, die Sanitäter, den FußballverbandRheinland e.V., den Süd-West-DeutschenFußballverband sowie die Schiedsrichter,die die Turniere in Rheinland-Pfalzbegleiteten. •Global denken – lokal trinken: Apfel-Mangosaftverbindet die Philippinen mit der Region TrierAus Südafrikas Townships:Original T-Bag DesignsVon Julia MörsdorfSeit vergangenem Jahr arbeiten die beidenFÖJ-ler Julia Mörsdorf, Mitarbeiterin beimBUND und der AGF Trier und David Hadwiger,Mitarbeiter vom NABU Region Trier, an einemProjekt, das Fairen Handel und Ökologie insich vereinigt: ein Apfel-Mangosaft, der lautEigenwerbung „fair, fruchtig und frisch“ ist.Die Äpfel für den Saft stammen aus der RegionMosel-Saar und werden über das Streuobstvermarktungsprogrammdes NABU bezogen. Siekommen von hochstämmigen Streuobstwiesen,die zu den artenreichsten LebensräumenMitteleuropas zählen.Julia Mörsdorf undDavid Hadwiger stellenden Apfel-Mangosaftvor. (Foto: AGF Trier)Das Mangomark stammt von den Philippinenund wird vermarktet von der dort ansässigenOrganisation „Preda“. Die Nichtregierungsorganisationunterhält Projekte für notleidendeKinder und Jugendliche auf den Philippinensowie ein Fair-Trade-Projekt für philippinischeKleinbauern, in welchem Mangos ökologischangebaut werden. So wird bespielsweise daraufgeachtet, dass zum Schutz vor Insektenjede Mango einzeln in Papier gepackt wird.„Der Saft ist ein Beispiel für globale Vernetzungpar excellence“, bemerkt die InitiatorinJulia Mörsdorf. •Apfel-Mangosaft und Infos: Weltläden Trierund Föhren, einige Bioläden in Trierwww.agf-trier.de(Foto: Niethammer)Der Reutlinger Weltladen unterstützt ein Projektaus einem Township bei Kapstadt, in demFrauen mit einer Kunsterzieherin arbeiten. Mitgetrockneten und entleerten gebrauchten Teebeutelndekorieren sie Karten, Untersetzer undvieles mehr. Seit 2006 hat der Weltladen denImport für andere Weltläden übernommen.Das Unternehmen bezeichnet sich als upliftmentcompany. Das bedeutet, dass alle Angestelltennicht nur in der Produktion beschäftigtsind, sondern als Anteilseigner der Firmaauch mit Betriebsführung, Produktinnovation,Marketing und Vertrieb. Die Bezahlungist überdurchschnittlich. Arbeitsbedingungenund -zeiten entsprechen unseren westlichenStandards.Das Reutlinger T-Bag-Team freut sich, wennandere Weltläden – auch in Rheinland-Pfalz– Waren von diesem Projektpartner beziehen,um die Frauen nachhaltig zu unterstützen. •www.tbag.weltladen-reutlingen.de


8 ELAN-Rundbrief 1/2010 ServiceSERVICETipps für die tägliche ArbeitNoch 5 Jahre…(bis 2015):Aktionstag MillenniumszieleAm 18. 9. 2010 findet der Aktionstag Millenniumszielein der Maximilianstraße vor dem Altpörtelin der Millenniumsstadt Speyer statt.Von 11 bis 18 Uhr lockt ein buntes Kulturprogrammsowie ein Markt der Initiativen mit vielenAktionen zum Mitmachen. Außerdem wirdein lautstarker STAND UP stattfinden, der diePolitiker an ihr Versprechen erinnert.Zum Vormerken: Der Millenniumsziel-Aktionstag2011 wird am 19. 6. 2011 in Oppenheimstattfinden!Informationen bei:Dr Rüdeger Schlaga, Tel. 06131/162977ruedeger.schlaga@politische-bildung-rlp.deMelanie Forster, Tel. 06232/142259melanie.forster@stadt-speyer.deFaire Woche 2010:Fair schmeckt mirVom 13. bis 26. September 2010 findet in diesemJahr die Faire Woche statt.Unter dem Motto „Fair schmeckt mir!“ stehtder Genuss fair gehandelter Produkte im Mittelpunktder Aktionen – sowohl zu Hause alsauch außer Haus.Fragen und Anregungen:Christoph Albuschkat, info@fairewoche.deInterkulturelle Woche:Zusammenhalten – Zukunftgewinnen„Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“ – istdas Motto der diesjährigen InterkulturellenWoche vom 26. September bis 2. Oktober 2010.Sie findet im Rahmen des Europäischen Jahreszur Bekämpfung von Armut und sozialerAusgrenzung statt.www.ekd.de/interkulturellewocheIMPRESSUMHerausgeber: EntwicklungspolitischesLandesnetzwerk Rheinland-Pfalz ELAN e.V.Frauenlobstr. 15–19, 55118 MainzTelefon (0 61 31)972 08 -67Fax (0 61 31) 972 08 - 69info@elan-rlp.dewww.elan-rlp.deRedaktion: Barbara Mittler,Antonia WeßlingNeu erschienen:„Kuckuck, Kuckuck, fliegum die Welt“Die Kinderaktion WELTWEIT WICHTELN hat einBilderbuch veröffentlicht, das Kinder für dieThemen Fairer Handel und Ökologie begeistert.Es eignet sich nicht nur zum Vorlesen sehr gut,sondern auch für die Bildungsarbeit mit Kindern.Im dazugehörigen Arbeitsheft wird derZusammenhang zwischen Umwelt und Entwicklungdeutlich. Mit vielen Ideen zum Mitmachen.Bilderbuch mit ArbeitsheftMissionarisch-Ökumenischer Dienstder Ev. Kirche der Pfalz, 5 Euro.garcia@moed-pfalz.de, Tel. 06341/9289-11Jetzt vormerken:ELAN-Jahrestagung undMitgliederversammlungDie diesjährige Mitgliederversammlung wirdam 12.11.2010 in Mainz stattfinden.Inhalt der sich am nächsten Tag, dem 13.11.10,anschließenden Tagung ist das „Globales Lernen“mit dem Schwerpunkt „Umwelt & Entwicklung“.Beleuchtet werden sollen landesweiteKooperationen und Kooperationsmöglichkeitenin diesem Bereich.Neu aufgelegt:Rechtliche Grundlagen undFinanzwesen für die Arbeit vonNROenDie Praxishilfe „Rechtliche Grundlagen und Finanzwesenfür die Arbeit von NROen“ ist inLayout: studiofuergestaltung.netDruck: Knotenpunkt, BuchAuflage: 1500, Juni 2010Gefördert von der LandesregierungRheinland-Pfalz und den Kirchen des Landesder zweiten Auflage erschienen.Herausgegeben und verlegt wird sie von derArbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerkee.V. (agl) in Kooperation mit demEine-Welt-Netzwerk Hamburg e.V. In diesemWerk werden rechtliche Grundlagen, Rahmenbedingungen,Finanz- und Personalbuchhaltungund Antragabwicklung informativbehandelt. Die Praxishilfe unterstütztehrenamtliche MitarbeiterInnen in ihrer Arbeitund ist in der Geschäftsstelle von ELANzu einem Preis von 5 Euro erhältlich.Verwaltungskosten:Neues vom FörderprogrammEntwicklungspolitischeBildung (FEB)Mit Beginn des Förderzyklus 2011 greifen ergänzendeRichtlinien von BMZ und InWEnt zumThema „Verwaltungskosten (Pauschale)“:• Bei den Verwaltungskosten handelt es sich umnicht projektbezogene Ausgaben für den allgemeinenPersonal- und Sachaufwand einer Institution.• Im FEB werden Verwaltungskosten grundsätzlichpauschal abgegolten. Die Höhe der Verwaltungskostenpauschalehängt von der Art der Tätigkeitendes Projektpersonals ab:Nimmt das angestellte Personal ausschließlichprojektbezogene Tätigkeiten wahr (d.h. keineVerwaltungsaufgaben der Organisation), dannkönnen für den Verwaltungsaufwand pauschalbis zu 10 Prozent der zuwendungsfähigen Projektausgabenveranschlagt werden.Beispiele: Finanzmonitoring des Projekts, Erstellungdes Verwendungsnachweises, projektbezogeneÖffentlichkeitsarbeit.Wenn das angestellte Projektpersonal auch projektunabhängigeVerwaltungstätigkeiten verrichtet,können pauschal bis zu 5 Prozent der zuwendungsfähigenProjektausgaben veranschlagtwerden. Beispiele: allgemeine Öffentlichkeitsarbeit,Buchhaltung für die Organisation.• Wichtig: Die Angemessenheit der Kosten, d.h.die Höhe der tatsächlich für das geförderte Projektangefallenen Verwaltungsausgaben, mussauch bei der Verwaltungskostenpauschale aufVerlangen belegt werden.Online-Bibliothekzum Fairen HandelEine aktuelle Recherche zum Fairen Handelbietet die umfangreiche Sammlung aufwww.forum-fairer-handel.de.Inzwischen sind ca. 500 Medien rund um denFairen Handel, Hintergründe zum Welthandel,Unterrichtsmaterialien, Filmmaterial, Fachbücherund kostenlose Downloads aufgenommen.Ein Suchprogramm mit Schlagwortenerleichtert die Recherche. Darüber hinaus stehenPublikationen sowie weitere Papiere desForums Fairer Handel zur Verfügung.Was ist eigentlichdas Forum Fairer Handel?Das Forum Fairer Handel ist das Netzwerk desFairen Handels in Deutschland.Hier arbeiten Organisationen und Akteure desFairen Handels zusammen. Die Mitgliedsorganisationendes Forum Fairer Handel kooperiereninsbesondere in vier Arbeitsbereichen:Bildungsarbeit, Grundlagen und Kriterien,Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit sowiepolitische Arbeit.

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