– Zeitschrift für Autorinnen und Autoren – - Schule-des-schreibens

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Federwelt– Zeitschrift für Autorinnen und Autoren –NR. 89 August / September 2011ISSN 1439-83626,50 EURPapier – der Stoff aufdem die Träume sindGunna Wendt:Biografien schreibenFernunterricht:Schule des SchreibensAus der Werkstattvon Oliver Uschmann


Aus- und Fortbildung für SchriftstellerInnen, Teil 3»Tu es Baby:Schreib dein Buch!«Von der Idee zum Roman:So funktioniert die Roman-Werkstatt der Schule des SchreibensSeit 42 Jahren gibt es sie schon, die „Schule desSchreibens“ an der Hamburger Akademie für Fernstudien.Wer sich dort für einen Lehrgang wie „DieGroße Schule des Schreibens“ entscheidet, bekommtLehrhefte ins Haus geschickt, die ihn schrittweise indie Welt des Schreibens einführen. Und das theoretischwie praktisch, denn zu jedem Thema wie „Ideenfindung“oder „Dialoge schreiben“ gibt es zahlreicheÜbungsaufgaben, die dafür sorgen, dass dieSchreiblehrlinge von Anfang an eines tun: schreiben!All diese Übungen zielen darauf hin, die Teilnehmerfit zu machen für die Hausaufgabe, deren Schwierigkeitsgradsich von Monat zu Monat erhöht.Die Hausaufgabe geht dann per Post oder Mail anden persönlichen Studienleiter, der sie prüft, mit Korrekturen versieht und schließlich mit einem Begleitschreibenan den Autor zurückschickt. Dieses Begleitschreibenenthält Lob und Kritik sowie Vorschläge,wie sich der Text verbessern ließe.So funktioniert klassischer Fernunterricht. Am Endeeines üblichen Fernschreibkurses weiß man, wasman alles schreiben könnte (Gedicht, Feature, Kurzgeschichte,Novelle ...), was einem davon besondersliegt und wie man es anpackt.Seit Oktober 2010 hat die Schule des Schreibenseinen neuen Fernlehrgang im Programm: die Roman-Werkstatt. Mit diesem Angebot richtet sich die zurKlett Gruppe zählende Einrichtung an alle, die davonträumen, einen Roman zu schreiben – also andas Gros ihrer Kunden. Zielgruppe sind außerdemdiejenigen, die schon mit dem Schreiben eines Romansbegonnen haben und nun Hilfe brauchen, weilsie plötzlich feststecken, es irgendwo hakt. Und nichtzu vergessen die, die ein fertiges Manuskript in derSchublade liegen haben und sich nicht sicher sind,ob es den Anforderungen des Marktes genügt, unddie froh wären über eine kompetente Person, die ihnenFeedback gibt.„Die Roman-Werkstatt holt Sie an dem Punkt ab,wo Sie gerade stehen“, versprechen die Unterlagenzum Lehrgang. Und: „In der Roman-Werkstatt tunwir alles, damit Sie Ihren Roman auch wirklich zuEnde schreiben.“ Die Schule des Schreibens scheutsich auch nicht, das angestrebte Ziel beim Namen zunennen: Am Ende soll der Kunde einen Roman inden Händen halten, den er nach „allen Regeln derKunst“ geschrieben hat.Wir wollten wissen, wie das Ganze in der Praxisaus sieht und wandten uns an Sabine Grillo, PädagogischeLeiterin und Produktmanagerin der Schuledes Schreibens.Frau Grillo, welche Grundidee steckt hinter derRoman-Werkstatt?Der gesamte Lehrgang entspricht einem Romancoaching. Für Sie als Teilnehmerin heißt das: Siebekommen sehr intensive Unterstützung beimRomanschreiben. Ihr Studienleiter hilft Ihnen, diegrundlegenden Weichen für Ihr Romanprojekt zustellen und begleitet Sie anschließend durch allePhasen des Schreibens, bis Sie ein fertiges Werk inder Hand halten. Aber der Lehrgang bietet Ihnennoch mehr als ein klassisches Coaching: Durch dieLehrhefte, die die Textarbeit begleiten, vermittelnwir Ihnen das handwerkliche Wissen zum Romanschreiben,also das Wissen wie man einen Spannungsbogenaufbaut et cetera. Zudem zeigen wir IhnenWege, in den Schreibflow zu kommen, motivierenFederwelt 4/201120


Federwelt 4/2011Sie, regelmäßig an Ihrem Roman zu arbeiten undlenken Ihre Kreativität in die richtigen Bahnen. EinRoman muss ganz anders geplant werden als Kurzprosa.Ich vergleiche ihn gern mit einem Marathon.Auch der ist nur mit entsprechender Vorbereitungund Ausdauer durchzuhalten.Wie sind Sie auf die Idee zur Roman-Werkstatt gekommenund wie und mit wem haben Sie sie entwickelt?Auf die Idee sind wir gekommen, weil ein Großteilunserer Lehrgangsteilnehmer genau das will: einenRoman schreiben. Aber vielen fehlt das Wissen unddie Erfahrung, ein solches Großprojekt allein zu bewältigen.Diese Lücke wollten wir schließen.Die Roman-Werkstatt ist in Zusammenarbeit miteiner Romanautorin entstanden, die den Prozess desRomanschreibens durch und durch kennt. Diese Autorinwar gleichzeitig als Schreibcoach und Studienleiterinbei uns tätig, hat also die doppelte Perspektive:die eigene Schreiberfahrung plus das Wissen umdie klassischen Fehler beim Schreiben eines Romans.Das macht den Lehrgang sehr praxisnah.Wie sehen die Einsendeaufgaben zu den Lehrheftenaus? Stehen die immer in Zusammenhang mit meinemRomanprojekt oder muss ich mich auch auf fremdeSchreibäcker begeben?Sie können alle Aufgaben anhand Ihres eigenen Projektesbearbeiten, müssen es aber nicht. Oder andersherum: Sie betreten „fremdes Terrain“ nur dann,wenn Sie es wollen – etwa, weil Sie zu Anfang nochkein fest umrissenes Romankonzept im Kopf haben.Entsprechend können Sie von Aufgabe zu Aufgabeentscheiden, ob Sie Ihr Projekt einbringen oder nicht.Ihr Lehrplan umfasst auch eine „Genre-Vertiefung“. Istes für meinen Erfolg wichtig, dass ich mich vorab aufein Genre festlege?Für Ihren Erfolg ist vor allem eines wichtig: überdas zu schreiben, was Sie begeistert. Schreiben Siealso den Roman, den Sie selbst kaufen und verschlingenwürden. Wenn Sie keine Krimis mögen, lassenSie die Finger davon – selbst wenn alle Welt meint,die ließen sich gut verkaufen.Der Genre-Block ist ein Angebot, mit uns herauszufinden,ob Ihnen das Schreiben in einem bestimmtenGenre liegt. Fakt ist, dass Verlage für Unterhaltungsliteraturgern in Genre-Schubladen denken.Auch Leser kaufen ja ungern die berühmte Katze imSack. Wir mögen es, wenn auf dem Buchdeckel„Thriller“ oder „Fantasy“ steht. So wissen wir, wasuns erwartet. Ich rate übrigens allen, die vorhaben,über einen historischen Stoff zu schreiben, sich mitden Genre-Konventionen historischer Romane auseinanderzusetzen.Warum? Welche sind das? Und: Wie kann ich das tun?Weil Verlage bestimmte Ansprüche haben. Sie denkenwirklich in Genre-Schubladen. Zu den Konventionenhistorischer Romane gehört, dass sich in Deutschlandin der Regel solche Geschichten am besten verkaufen,die in der Renaissance oder im Mittelalterspielen. So etwas finden Sie heraus, indem Sie denMarkt beobachten, viele dieser Romane lesen undsich anschließend folgende Fragen beantworten: Inwelcher Zeit spielt der Roman? Wer sind die Hauptfiguren?Welche Berufe haben sie? Und welche besonderenMerkmale? Wie steht es generell mit demVerhältnis von Fiktion und Wirklichkeit? Zu welcherUntergattung zählt er? (Historischer Thriller? HistorischerFrauenroman? ...)Natürlich darf ein Autor auch alle Konventionenbrechen. Aber wenn man erfolgreich sein will, sollteman die Regeln erst kennen, bevor man sie bricht.Dann kann man es bewusst tun. Und das sieht manam Ergebnis.Auf Ihrer Homepage steht: „In der Roman-Werkstattlernen Sie, Ihren Roman von Anfang an so aufzubauen,dass Ihr Spannungsbogen über mindestens 150 Seitenträgt ...“ Warum gerade 150 Seiten? Oder anders gefragt:Wann ist ein Roman ein Roman?Ein Roman hat einen Mindestumfang von 150Normseiten. Alles, was darunter liegt, ist streng genommenkein Roman, sondern eine Novelle oderErzählung. Der durchschnittliche Umfang einesRomans liegt bei 250 bis 400 Normseiten.In der Beschreibung zur Roman-Werkstatt steht: „Siearbeiten mit Plot-Tools, bewährten Figuren-Typologienund lernen das große Einmaleins der Dramaturgie kennen.“Was sind Plot-Tools? Und: Was gehört für Siezum Einmaleins der Dramaturgie?Plot-Tools sind Werkzeuge, die Ihnen bei der PlanungIhres Romanplots, also der Handlung IhresRomans, helfen. Das können Checklisten oder Gliederungshilfensein. Tarotkarten sind auch so einTool, mit dem man plotten kann. Das macht Spaßund liefert mitunter tolle Ergebnisse.Schreiben müssen Sie schon selbst!Den Rest erledigen wir.Fair. Transparent. Kompetent. Seit 1999.Monsenstein und VannerdatVerlag, Publikationsdienstleistungen,Buchproduktion:www.mv-verlag.deAnzeige21


Viele Infos finden Sie auf www.schule-des-schreibens.de/lehrgaenge/roman-werkstattSabine GrilloZum kleinen Einmaleins der Dramaturgiegehört das Wissen um die klassischeDrei-Akt-Struktur (Anfang, Mitte, Schluss)und die Erkenntnis, dass es einen handfestenKonflikt braucht, wenn der Spannungs ­bogen funktionieren soll. Zum großenEinmaleins zählt zum Beispiel das Modellder Heldenreise. Es wird auch Archeplotgenannt und ist ein dramaturgisches Modell,auf dem viele Romane und Filmebasieren.Stichwort Verkäuflichkeit: Was braucht ein Romanmanuskript,wenn es von einem Verlag angenommenwerden soll?Ein Roman sollte vor allem gut geschrieben sein. DasThema ist natürlich auch wichtig, aber denken Siedaran, wie oft schon über die Liebe geschrieben wurde:über die glückliche, erwiderte Liebe, die unglückliche,fatale ... Dennoch kommt das Thema nie ausder Mode. Wichtig ist, dass Sie möglichst frisch undunverbraucht an Ihr Thema gehen, es also aus einemneuen Blickwinkel darstellen oder anhand von Figuren,die der Leser mag.Werden die Texte der Teilnehmer vornehmlich aufhandwerkliche Kernpunkte hin geprüft? Oder gibt esnoch mehr wertvolle Hinweise?Natürlich bewahren wir unsere Teilnehmer auch davor,mit ihrem Buch in die Mottenkiste antiquierter,unverkäuflicher Literatur zu greifen. Oder wir weisensie darauf hin, dass bestimmte Märkte zurzeit übersättigtsind – wie Zauberer à la Harry Potter in derKinder- und Jugendliteratur.Sie vermitteln auch Motivationstechniken. Warum?Einen Roman zu schreiben, das verlangt dem Autoreine Menge Ausdauer und Sitzfleisch ab. So einenumfangreichen Text mit Haupt- und Nebenhandlungenschreibt man nicht in zwei Tagen, dafür brauchenselbst Profis oft ein Jahr. In dieser Zeit erlebendie Autoren natürlich Höhen, Tiefen, Blockaden,Ängste, Zweifel. Oft übrigens in der Mitte des Buches,das nennt man dann den „Midscript-Blues“.Neu-Autoren sind anfangs oft euphorisch, habenviele Ideen und fangen hoch motiviert an zu schreiben.Aber ohne wirklichen Plan bleibt ihr Buch dannleider häufig auf Seite 100 stecken. Weil das so ist,vermitteln wir Tricks und Kniffe, wie man schwierigePhasen überwindet.Verraten Sie uns so einen Trick?Sie können zum Beispiel den Schreibmodus wechseln,also vom Modus Planung in den Modus Schreibflowgehen und umgekehrt.Zusätzlich zu den Lehrheften erhalten die Teilnehmerdrei Projekthefte. Was findet man darin?Unsere Projekthefte enthalten Checklisten, Dramaturgie-Tabellen,den sogenannten Dialog-Doktor,Muster und Beispiele für die psychologische Figuren-Entwicklung, Plot-Modelle, Kreativitätstechnikenfür den Alltag – alles eben, was beim Schreiben einesRomans hilfreich sein kann.Stellen Sie sich diese Hefte vor wie einen gut sortiertenWerkzeugkasten, in den Sie jederzeit hineingreifenkönnen, wenn Sie nicht weiterkommen oderdas Gefühl haben: da stimmt etwas nicht, da fehlt esan Spannung, die Dialoge sind blutleer oder meineFiguren zu „platt“.Wie gestaltet sich der Kontakt zu meiner Studienleiterin?Wie häufig kann ich drängende Fragen loswerden?Und was ist, wenn ich einen Kommentar nicht verstehe,nicht genau begreife, was ich jetzt tun soll, umden Text zu verbessern?Gleich zu Beginn des Lehrgangs erhält jeder TeilnehmerE-Mail-Adresse und Telefonnummer seinesStudienleiters. Per Mail und über unseren Online-Campus können Sie Ihre Fragen jederzeit stellen.Während seiner telefonischen Sprechzeiten ist IhrStudienleiter aber auch „ohrennah“ für Sie da, sodassSie direkt klären können, was Sie gerade bewegt.Was passiert, wenn die Chemie nicht stimmt zwischenmir und dem Studienleiter? Kann ich wechseln?Wer das Gefühl hat, nicht gut betreut zu werden,kann zu einem anderen Studienleiter wechseln. Siegehen hier keinen „Bund fürs gesamte Studium“ ein.Welche Vorbildung haben die Roman-Werkstatt-StudienleiterInnen?Jeder Roman-Werkstatt-Studienleiter hat selbst mindestensdrei Romane geschrieben und in einem be-Federwelt 4/201122


Federwelt 4/2011kannten Verlag veröffentlicht. Für uns ist das einewichtige Voraussetzung. Nur, wenn Ihr Studienleiterden Prozess des Romanschreibens inklusive seinerTücken aus eigener Erfahrung kennt, kann er mitIhnen fühlen und Sie auf dem Weg zum eigenenWerk bestmöglich unterstützen. Zu so einer optimalenBegleitung gehört auch, dass der Studienleiterseinen eigenen Stil und eigene Vorlieben vergisst,solange er mit Ihnen arbeitet. Er soll Ihnen helfen,das Beste aus Ihrem Thema und Ihrer Stimme zumachen und Ihnen nicht etwa seinen Ton aufdrücken.Was wir von unseren Studienleitern noch erwarten:Spaß am Unterrichten und die Fähigkeit,ihr Wissen verständlich weiterzugeben.Wer sind die aktuellen Roman-Werkstatt-Studienleiter?Mögen Sie Namen nennen?Aber ja: Das sind Kathrin Lange, Olga Krouk,Dr. Sabine Korsukêwitz und Dr. Andreas Liebert.Die Roman-Werkstatt soll auch etwas für alle sein, dieschon einen Roman in der Schublade haben und ihnnun auf „Verlagsreife“ bringen wollen. Wie nutze ichdas Lektorat dafür optimal?Wer schon ein fertiges Manuskript in der Schubladehat, reicht erst einmal die wichtigsten Eckdaten zuseinem Projekt ein. Dazu zählen zum Beispiel Prämisse,Arbeitstitel, geplanter Umfang und Genre, danachseine Figurenkonzeption sowie eine dramaturgischwichtige Schlüsselszene. Daran kann der Studienleitererkennen, wie ausgereift der Roman wirklich ist.Zu jedem eingereichten Schritt gibt es ein ausführlichesFeedback und Verbesserungsvorschläge.Wie sieht so ein Vorschlag aus? Haben Sie ein Beispielfür uns?Habe ich. Ich lese hier direkt aus dem Brief einesStudienleiters: „Was müssen Sie unbedingt lernen?Den Anspruch herunterzuschrauben! Ich ahne, dassSie ungemein viel empfinden und komplexe Szenenim Kopf haben, aber der Anspruch des einen kollidiertmit dem Anspruch des anderen: Sind Sie mitdem Raum beschäftigt, kommt Ihnen Gefühl dazwischen,sind Sie bei der Action, laufen Sie in zugroßen Schritten und versäumen es, den Leser mitZwischeninformationen zu versorgen.“Manche begegnen Fernunterricht mit Misstrauen – ihrArgument: Da bekommen die Teilnehmer keine ehrlicheKritik. Schließlich sollen sie nicht vergrault werden,nach dem Motto: Die Kuh, die man melkt, schlägtman nicht. Wie sieht die Realität aus?Bei uns bekommen Sie eine gesunde Mischung ausLob und konstruktiver Kritik. Wie man diese letztlichempfindet, hängt auch immer von der (Schreib-)Persönlichkeit ab. Manchmal bekomme ich Anrufevon Teilnehmern, die sich bei mir beschweren: „MeinStudienleiter hat meinen Text überhaupt nicht verstanden!“Mir scheint, einige fühlen sich persönlichangegriffen durch die Kritik, die sie bekommen haben.Und es gibt Menschen, die sagen: „Ich kann nurFortschritte machen, wenn Sie mich hart kritisieren.“Die lesen konstruktive Kritik wohl als Lob. – Weres härter möchte, muss es uns nur sagen. Daraufgehen die Studienleiter ein. Aber egal ob hart oderkonstruktiv, eines ist die Kritik immer: ehrlich. Beiuns wird kein Teilnehmer hören „Sie haben ein preisverdächtigesBuch geschrieben“, wenn dem nicht soist. Solange wir Ihnen sagen „Hieran und hieranmüssen Sie noch arbeiten“, ist Ihr Buch noch nichtreif für die Reise zu den Verlagen.Die Teilnehmer können das Romanlektorat erst nachdem dritten Studienmonat beginnen. Warum?Im dritten Studienmonat dreht sich alles um dasThema Konflikte. Ein tragfähiges Romankonzeptbraucht einen starken inneren und äußeren Konflikt.Und genau hier liegt die Schwachstelle vieler Romanideen,wie mir etliche Studienleiter berichtet haben.Da finden Konflikte dann gar nicht oder nur sehroberflächlich statt. Daher ist es wichtig, dass dieTeilnehmer erst einige handwerkliche Grundlagenverinnerlichen, bevor sie an das Schreiben und diePlanung ihres Romans gehen.Wie darf man sich das Romanlektorat konkret vorstellen?Was darf ich einreichen? Und: Wie oft kannich es tun?Jeder Teilnehmer kann seinen Roman in sieben vonuns empfohlenen Schritten einreichen. Dazu gehörendie Eckdaten zum Roman wie Thema, Gegenstand,Prämisse, der geplante Umfang und Fragebögen zurSchreibpersönlichkeit, weil der Studienleiter wissenmuss, ob er es mit einem Planer oder einem Drauflosschreiberzu tun hat. Im nächsten Gang reichenSie eine dramaturgisch wichtige Schlüsselszene plusAnschlussszene ein, dann die Figuren-Konstellation,die Plot-Planung, das Kapitel-Treatment und weitereSchlüsselszenen. Und am Ende erhält jeder noch einvollständiges Romanlektorat.Was ist ein Kapitel-Treatment?Das ist die ausführliche Kapitel-Planung oder auchdie Feinplanung der Kapitel zu Ihrem Roman. DiesesDokument soll zehn Prozent vom Umfang eines Romansausmachen, das heißt: Wenn Sie 350 Seitenschreiben wollen, besteht Ihr Kapitel-Treatment ausetwa 35 Normseiten.So ein Treatment zeigt die innere und äußereStruktur eines Romans und dient dem Autor als23


Schreibhilfe. Mit so einem Plan in der Hand vergaloppiertman sich nicht mehr, bleibt eher beimroten Erzählfaden. Das Kapitel-Treatment lässt sichaber auch zur Manuskript-Vermarktung einsetzen:In Verlagen wird es immer mehr zur wichtigen Entscheidungsgrundlagefür die Annahme oder Ablehnungeines Manuskriptes. Es soll knapp geschriebensein, aber schon den Ton und die Stimmung des Romanstransportieren. Zudem muss es sich gut undspannend lesen.Wird zum Schluss wirklich mein gesamter Romangelesen und kommentiert? Oder nur die ersten Seitenund das Exposé?Gelesen wird alles, was der Teilnehmer einreicht!Auch, wenn es zum Schluss 500 Seiten sind. ZumSchluss meint allerdings auch zum Schluss: Der gesamteRoman wird erst gelesen und kommentiert,nachdem Sie alle anderen Arbeitsschritte erledigtund eingereicht haben.„169 Euro im Monat!“ – Was erwidern Sie Interessierten,die so auf die Studiengebühren reagieren? Warumist die Roman-Werkstatt ihr Geld wert?Sie erhalten für Ihr Geld eine Menge „Gegenleistung“:Zum einen ist Ihr Studienleiter persönlich für Sie erreichbar.Er kommentiert Ihre Aufgaben zu den Lehrheftenausführlich und hilft Ihnen, wenn Sie daswollen, bei der Planung Ihres Romans.Sie können Ihren Text in wichtigen Teilschritteneinreichen und abschließend noch einmal im Ganzenbegutachten lassen. Zudem erhalten Sie exzellentesLehrmaterial: Sie werden es in dieser Zusammenstellungsonst nirgendwo auf dem Markt finden.Zum Thema „Schreiben in einem Genre“ gibt eszum Beispiel kaum Fach literatur.In der Roman-Werkstatt finden Sie auch einenBlock, da schauen Sie über den Tellerrand auf andereGattungen, auf die Lyrik etwa, aber immer unterdem Blickwinkel: Wie kann ich das für meinen Romannutzen? Das finden Sie in keinem Lehrbuchüber Lyrik. Auch die Projekthefte und die darinvorgestellten Werkzeuge sind in dieser Form undZusammenstellung einzigartig.VorteileZeitliche Flexibilität + Ortsunabhängigkeit: Wannund wo Sie schreiben, entscheiden nur Sie.Schreibpraxis: Sie müssen schreiben. Es sei denn,Sie haben Geld zu verschenken. Diesen „sanftenDruck“ in die richtige Richtung gibt Ihnen keinSchreibratgeber.Schreiben im Schonraum: Fernunterricht ist Privatunterrichtper Brief oder Mail. Ihre Studienleiterinliest und kommentiert alles, was Sie schreiben. Niemandsonst. Verbale Gruppenkeile ist ausgeschlossen.Über den Autoren-Campus der Schule des Schreibenskönnen Sie in Kontakt zu anderen Teilnehmerntreten und Ihre Texte beurteilen lassen – aber immernur, wenn Sie das wollen.NachteileMan muss es „nebenbei“ tun, also auch abends nacheinem langen Arbeitstag. Man braucht viel Willenskraft,um am Ball zu bleiben, sich regelmäßig dieLektion(en) zur Hand zu nehmen ...Die Flexibilität hat ihren Preis. 169 Euro um Monatsind kein Pappenstiel.FazitEin Roman folgt einem inneren Bauplan. Er brauchtdiverse Elemente: etwa ein tragfähiges Thema, einenstarken Konflikt, Figuren, die mit dem ersten Satzwie Menschen wirken und nicht wie Pappkameraden,dazu einen Spannungsbogen, eine besondere Erzählstimmeund, und, und. Stellen Sie sich diese Elementevor wie Karten in einem Kartenhaus. Was passiert,wenn Sie eine der Karten herausziehen? – Insofern istes prima, von Beginn an Rückmeldung zu bekommen,was wo fehlt.Andererseits: Das reine Wissen kann man sichauch aus Büchern aneignen. „Von der Idee zumRoman“-Pakete bieten einige AutorInnen auch alsOn line-Werk statt an. Es gibt also Alternativen zurRo man-Werkstatt der Schule des Schreibens. Fallsdas Interview Sie aber überzeugt hat, dass Sie bei derSchule des Schreibens goldrichtig sind, spricht aus unsererSicht nichts dagegen, es einmal damit zu probieren.Wie heißt es so schön: Probieren geht über Studieren!Und jetzt? Na, tu es Baby: Schreib dein Buch!Anke GaschGut zu wissen:Lehrgangsdauer: 30 Monate. Der Einstieg ist jederzeitmöglich. Wenn nötig, können Sie Ihre Studienzeitum bis zu 12 Monate kostenlos verlängern.Zeitaufwand: 8–12 Stunden pro WocheKündigung: erstmalig nach 6 Monaten und dannmit einer Frist von 3 MonatenKosten: 169 Euro im Monat, also insg. 5070 EuroLinkswww.schule-des-schreibens.de/lehrgaenge/roman-werkstatt/Literatur• Elizabeth George: Wort für Wort oder die Kunst, ein gutesBuch zu schreiben, Goldmann• Monika Hofko, Klaus Sollinger, Lutz Steinhoff: Romanwerkstatt – Das Handwerk des kreativen Schreibens, BoDIn der nächsten Folge laden wir Sie ein in die bunte Weltdes AutorInnen- und Textcoaching.Federwelt 4/201124

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