5M IST NEUGEBORENEN - Peter Richterich

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5M IST NEUGEBORENEN - Peter Richterich

NEUJetzt auch sandfarben!Tief durchatmenDer Atmungstrakt wird im Laufe eines Pferdelebens immer wiederin den Fokus rücken. Leistungseinbußen oder reduzierte Belastbarkeitdurch Erkrankungen der Lungen sind für viele Sportpferde das Ausund auch von freizeitmäßig genutzten Reitpferden bzw. deren Besitzerngefürchtet. Erkrankungen der Atemwege im Fohlenalter können dasRisiko bergen, eine spätere Turnierfähigkeit zu verhindern. Ursachen für eine Lungenentzündung, die sichdurch Verschlucken einstellt, können unterschiedlichsein. Eine durch die Geburt verursachteAspirationspneumonie ist das Aufnehmenvon Fruchtwasser in die Lunge. Das kanngeschehen, wenn die Frucht einen frühzeitigenAtemreflex hat, bevor sie mit dem Kopf geborenist, also sich noch nicht außerhalb des weichenGeburtswegs befindet. Deswegen sollten dieAtemwege unmittelbar nach der Geburt durchAbstreifen des Schleims freigelegt werden, umein Einatmen von Restfruchtwasser zu verhindern.Die Gefahr einer Fruchtwasseraspirationist noch größer, wenn das Fohlen in Hinterendlage(Hintergliedmaßen kommen zuerst) geborenwird. Hierbei wird der Nabel deutlich frühergequetscht als bei einer Vorderendlage undder Atemstimulus durch den so entstehendenSauerstoffmangel verfrüht induziert.Eine Geburtsverzögerung löst eine Stressreaktionaus (Sauerstoffmangel, Blut-pH-Verschiebungins saure Milieu), die in vielen Fällenzu einem vorzeitigen Abgang von Darmpechführt. So wird das Fruchtwasser verunreinigt.Durch eingeatmetes Fruchtwasser mitDarmpech wird der Infektionsdruck in derLunge gesteigert. Aus diesem Grund sollte insolch einem Falle eine mehrtägige antibiotischeAbdeckung der neugeborenen Fohlen alsmetaphylaktische Maßnahme erfolgen. Einegleichzeitige Therapie mit Kortisonpräparatenund gesteigerter Sauerstoffzufuhr fördern dieEntfaltung der Lunge und damit indirekt einebessere Belüftung (BOSTEDT, 2009; KNOT-TENBELT et al., 2004; WILSON, 2002).Fohlen mit Fruchtwasseraspiration zeigennach der Geburt eine als „Atemnotsyndrom“(Frühasphyxie) bezeichnete Problematik. DieAtmung ist meist unregelregelmäßig und erfolgthäufig durch die Maulspalte, aus den Nüsternwerden immer wieder kleine Fruchtwasserblasensichtbar. Im Falle einer Mekoniumvermischungzeigt sich eine deutliche Gelbfärbungan den Nüstern durch den Schleim.Das Verschlucken von Milch beim Trinkendurch einen nicht vollständigen Schluckreflexist häufiger zu beobachten als ein Verschlukkenvon Fruchtwasser. Besonders anfällig sindhier Fohlen mit Fehlanspassungssyndrom, anderenneurologischen Störungen oder Erkrankungender Muskulatur (DT 05/2012), insbesondereaber auch eine unsachgemäße künstlicheErnährung bei Waisenfohlen (Zwangsernährung).Fohlen mit einer Spaltmissbildung(DT 03/2012) im Gaumen verschlucken trotznormaler neurologischer Entwicklung häufigerMilchmengen. Auch das Einbringen/Eingebenvon Medikamenten bei falsch gelagerten Fohlenund dadurch provoziertes Abschluckenkann zu einer Aspiration führen. Gleiches giltfür Fremdkörper wie Stroh oder Grannen, diesich zwar selten, dann aber eher in den oberenLuftwegen finden. Dieses ist in der Regel nichtlebensgefährlich, kann aber zu einer eitrigenEntzündung der Nasengänge führen. Zu bedenkenist auch, dass bei Fohlen bei einer Tetanuserkrankungeine Lähmung des Kehlkopfeszum Verschlucken führen kann, was die Tetanusimmunisierungin der Erstversorgung inihrer Notwendigkeit unterstreicht (BOSTEDT,2009; KNOTTENBELT et al., 2004).Verschluckte Milch oder Medikamente führenzu einer heftigen Abwehrbewegung derFohlen. Würgen und eine vorgestreckte odernach unten gehaltene Kopf-Halspartie mit Hustensymptomensind klassische Anzeichen,teilweise verbunden mit Erstickungsanfällen.Die Klinik wird bei der Einatmung fester Be-Der innovative Reitbodenbelag aussynthetischen Teppichflocken.Ganzjährig bereitbar !> keine Pfützen> staubt nicht> gefriert nicht> kein treckern> kein wässern> keine Folgekosten> keine Entsorgung> für alle Sparten der Reiterei> mehr SchwungentfaltungMehr Informationen unterwww.ASground.deoder +49 (0) 98 46-97 69 792© HIPPO MARKETING


standteile verstärkt, zusätzlich kommt es zu einem vermehrtenSpeichelfluss und in einzelnen Fällen wälzen sich die Fohlen vorSchmerz.Während Fruchtwasser in der weiteren Lungenentwicklungohne weitere Störungen resorbiert wird, sind feste, fremde Bestandteilewie Darmpech oder ölige Medikamente meist Ausgangspunktfür Entzündungsreaktionen oder gar Verlegungen(Stenosen). Milch gerinnt und liegt dann käsig als Nährbodenfür Bakterien in den luftführenden Wegen.Die Fohlen sind im fortgeschrittenen Stadium kurzatmigund atmen frequenter, bei den klinischen Untersuchungen sindverdichtete Lungenbezirke abzugrenzen, teilweise mit sonographischoder röntgenologisch darstellbaren Flüssigkeitsspiegelnin der Lunge, deren Ausprägung lagerungsabhängig sind (BO-STEDT, 2009; VENNER, 2005; KNOTTENBELT et al., 2004).In 7 Farben lieferbarKunststoffbretterfür Pferdeboxen,Reitbanden undFühranlagen· Holzoptik· Umweltfreundlich· Pflegeleicht· Massiv· 10 Jahre GarantieKrone KunststoffsystemeTel.: 0160 2 25 25 01Fax: 03212 2 25 25 02www.krone-kunststoffsysteme.deFrakturen einer oder mehrerer Rippen können entstehen, wenneine deutliche Enge im knöchernen Geburtsweg vorliegt und dieStute trotzdem die Frucht gegen diesen Druck austreibt. In zahlreichenFällen liegen dann auch Quetschungen und Blutergüsseim weichen Geburtsweg der Stute vor, in einigen Fällen zeigenStuten auch eine Schädigung der Nerven nach einer solchenGeburt. Ein unkoordinierter und taumelnder Gang oder garFestliegen sind klinische Anzeichen. Auch eine zu starke Reanimationder Fohlen bei Atemnotsyndrom können zu einem Rippenbruchführen, hier ist aber der potentielle Fohlenverlust gegendie Fraktur abzuwägen! In den meisten Fällen kommt esaber durch einen Tritt der Stute in der ersten Adaptationsphasezu einem Defekt im Brustkorb. Vor allem unerfahrene Stuten(Maidenstuten) sind eventuell nicht vorsichtig genug, teilweiseversuchen Züchter aber auch ihre Stuten nach der Geburt aufzutreiben,auch hier kann es zu unvorsichtigen Schritten kommen.Lassen Sie die Stute so lange liegen, bis sie die ersten Aufstehversuchezeigt, so können nicht nur Frakturen verhindertwerden, sondern auch die Blutzufuhr und der Abnabelvorgang(DT 02/2012) kann physiologisch erfolgen.Ein Rippenbruch ist schmerzhaft, die Ein- und Ausatemphasensind unvollständig. Hierdurch ist ein Gasaustausch nichtvollständig gewährt, d. h. das Blut ist sauerstoffärmer und kohlenstoffdioxidreicherals normal, dieses führt zu einer pH-WertVerschiebung im Blut. Die meisten Frakturen lassen sich durcheine gezielte Palpation erfassen, teilweise sind aber für kleineFrakturen Röntgenaufnahmen von Nöten (BOSTEDT, 2009;KNOTTENBELT et al., 2004).


„ Haltungs- und Aufzuchthygienehaben entscheidenden Einfluss“auf den Krankheitsverlauf.Offene oder pleurabeteiligte Frakturen müssen chirurgischversorgt werden, kleine Brüche heilen unter Kallusbildungmeist problemlos aus. Zur Heilungsunterstützung sollten dieFohlen körperlich nicht belastet werden, um eine weitere Ansäuerungdes Blutes zu verhindern. Nach Möglichkeit sollte eineregelmäßige Sauerstoffgabe unterstützend durchgeführt werden,um einen sicheren Gasaustausch zu ermöglichen, ansonstenbesteht die Gefahr einer traumatisch bedingten Spätasphyxie(Atemnot). Schwere, infektiöse Lungenentzündungen in den ersten sechsMonaten beim Fohlen sind verantwortlich für etwa ein bis dreiProzent der Todesfälle. Insbesondere die Haltungs- und Aufzuchthygienehaben einen entscheidenden Einfluss auf denKrankheitsverlauf (BOSTEDT, 2009; WILSON, 2002; LAKRITZet al., 1993; ZENT, 1987). Nach LAVOIE und Mitarbeiter (1994)ist Streptococcus equi ssp. zooepidemicus das am häufigsten isolierteBakterium in der vierten bis achten Lebenswoche, kannjedoch auch bei atemwegsgesunden Fohlen nachgewiesen werden.Weltweit verbreitet und mit zu 17% Todesfällen in den betroffenenBetrieben ist Rhodococcus equi im Alter von bis zusechs Monaten mit Abszessbildung in der Lunge der gefährlichsteKrankheitserreger (TAKAI et al., 1985). Nach SLOVIS et al.(2005) sind klinische Untersuchungen und ergänzende röntgenologische,sonographische, hämatologische Diagnostik von großemNutzen und ein Erregernachweis aus einer Trachealspülprobeessentiell. Tupferproben sind meist mit Begleitflora kontaminiertund die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für eineeinzuleitende Therapie. Es handelt sich um ein gram-positives Bakterium, das als üblicherBewohner von Schleimhäuten (oberer Respirations- undGenitaltrakt) oder opportunistisch krankmachend angesehenwird, da der Erreger auch auf Schleimhäuten gesunder Tierenachgewiesen werden kann. Er ist weltweit bekannt und wirdfür viele Erkrankungen, wie Aborte oder Fohlensepsis, beimPferd mitverantwortlich gemacht. Insbesondere bei hohem Infektionsdruck,mangelnder Hygiene, schlechtem Ernährungszustand,Immunschwäche und anderen Erkrankungen des Fohlenskommt es zum Krankheitsgeschehen, eine genaue Altersabhängigkeitgibt es jedoch nicht. Bei Fohlen und Jungpferden löstStreptococcus equi ssp. zooepidemicus jedoch eine eitrige Erkrankungdes unteren Luftwegs aus (CHRISTLEY et al., 2001).Nach SCHMIEDHOFFER und LAPOK (1922) können drei Kategorieneingeteilt werden: die bei Fohlen in den Sommermonatenmit hohem Fieber (>39° C) verbundene verlustreiche perakute/septikämischeForm; in der akuten Form finden sich einseitiger,eitriger Nasenausfluss, Lymphknotenschwellung, Hustenund Fieber; drittens die chronische Form, die ebenfalls zu Todesfällenführen kann. Die Infektion kann durch eine mangelndeNabelhygiene (DT 02/2012) oder über die Nasen- und Mundschleimhauterfolgen.Die Lunge ist in der Regel nicht kollabiert und erscheintdunkelrot gesprenkelt oder grau-rot gefärbt, in den Spitzenlappensind eitrige Einschmelzungen zu finden. Im Lungenanschnitttritt dunkelrote Gewebeflüssigkeit aus, in den luftführendenWegen ist ein schaumiges, teilweise eitigres Sekret zufinden. Histologisch sind zahlreiche Lymphozyten zu finden, dieseserklärt die Reduktion durch Verbrauch in den Blutbildern.Klinisch weisen vor allem das Fieber und die geschwollenenLymphknoten auf eine Infektion hin, Abszesse sind besonders inRöntgenaufnahmen zu erkennen, sonographisch ist die Lungenoberflächeglatt (KNOTTENBELT et al., 2004; WILSON, 2002).Therapeutisch können bei Streptococcus equi ssp. zooepidemicus– Infektionen meist rangniedrige Antibiotika plus Entzündungshemmerund Bronchienweitsteller genutz werden.Rundum gut versichert!Pferdehaftpflicht-, Pferdeleben- undPferde-OP-KostenversicherungHaftpflicht-, Gebäude-, Kfz-, Lebens-,Renten-, Kranken- u. UnfallversicherungGeneralvertretung KuschelHauptstr. 24 · 24616 HardebekTel: 0 43 24 - 8 82 39-0 · 0171-778 41 47Fax: 0 43 24 - 8 82 39-19E-Mail: Alexander.Kuschel@ruv.dewww.kuschel-vtv.deOffizieller KooperationspartnerderTrakehner VerbandRendsburger Str. 178a24537 NeumünsterTel: 0 43 21 - 90 27 -0Fax: 0 43 21 - 90 27 -19www.trakehner-verband.de


Wurde früher als Corynebacterium equi bezeichnet, auch hierhandelt es sich um ein gram-positives Bakterium. Rhodococcusequi kommt weltweit vor und verursacht vor allem bei jungenFohlen schwere eitrige Lungenentzündungen. Literaturangabenüber Todesfälle nach Infektion schwanken bis zu 80 %. Die Fohlenzeigen nicht nur eine Lungensymptomatik sondern auch invielen Fällen Magen-Darm-Erkrankungen (DT 03/2012) undverbreiten die Erreger so demnach auch über ihren infiziertenKot. Wie auch bei Streptokokken-Infektionen kann der Krankheitsverlaufin perakut, akut und chronisch unterteilt werden.In der perakuten Verlaufsform zeigen die Fohlen eine deutlicheAtemnot, hohes Fieber und unerwartete Todesfälle. ZunehmendeSchwäche, Husten und meist beidseitiger, schleimig-eitrigerNasenausfluss mit deutlichem Fieber charakterisieren die akuteForm. Chronische Verläufe führen oft zu einem Kümmern derFohlen. Die Infektion erfolgt meist über die Atemluft. Die Lungeerscheint meist grau bis dunkelrot mit deutlichen, großen Abzessen,die über die Oberfläche hervortreten, ihr Anschnitt istweiß bis gelblich (KNOTTENBELT et al., 2004; WILSON, 2002).Die sonographische bzw. die röntgenologische Diagnostiksind von großer Bedeutung, da die Abszesse deutlich zu erkennensind, auch Veränderungen am Lungenfell (Entzündungsreaktionen)und Ergüsse sind charakteristisch. Veränderungen impleuranahen Lungengewebe stellen sich als so genannte Kometenschweifeda (VENNER und KLUG, 2005). Therapeutisch muss bei einer Rhodococcus equi-Infektionfrühzeitig mit fettlöslichen Antibiotika behandelt werden, auchdie Gabe von Schleimlösern und Brochiodilatoren ist angebracht.Begleitende Maßnahme zur Therapie sollte auch die sofortigeIsolation von anderen Fohlen sein! Die gram-negativen Erreger Salmonella, Actinobacillus equuli,Escherchia coli oder Klebsiella pneumponiae sind vor allem Sepsis-oder Durchfallerreger bzw. an Genitalinfektionen beteiligt,die zu einem späteren Zeitpunkt auch Lungensymptome auslösenkönnen. Infektionsherde in einer Pferdegruppe sind vor allemlatent oder chronisch kranke Tiere. Die Etablierung erfolgtmeist über den Nabel oder über den Mund. Die Lungenentzündungist dann zusätzlich mit anderen Symptomen wie Gelenkschwellungoder Ähnlichem kombiniert. Dem gram-negativemBakterium Bordetella bronchiseptica kommt zunehmend Bedeutungzu. Infektionen mit Staphylococcus species (grampositiv)sind in diesem Krankheitskomplex eher selten.Virale Erreger spielen bei Fohlen eher eine untergeordneteRolle. Zu nennen sind hier Influenzaviren mit einem trockenen,nicht produktiven Husten, teilweise mit Fieber und Schwellungder Schleimhäute. Bei herpesinduzierten Bronchopneumoniensind die EHV-1 und -4 zu bedenken, aber auch EHV-2 spielt einenicht unwesentliche Rolle, jedoch bedarf eine EHV-2-Infektiongewisser Begleitfaktoren. Rhinoviren sind ebenfalls mit Fieberund serösem Nasenausfluss verbunden. Weiterhin können AdenovirenHusten, Nasenausfluss und Bindehautentzündungenauslösen, sind aber in vielen Fällen auch mit Durchfall verbunden(VENNER, 2012; BOSTEDT, 2009; 2006; KNOTTENBELTet al., 2004; WILSON, 2002).Dr. Peter Richterich;Tierärztliche Praxis in Schwarmstedt

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