Jahresbericht - Hannah-Arendt-Gymnasium

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Jahresbericht - Hannah-Arendt-Gymnasium

Schuljahre

2000/01

(zweites Halbjahr)

2001/02

2002/03

Hannah-Arendt-

Gymnasium


Jahresbericht

2. Halbjahr 2000/01, Schuljahre 2001/02 und 2002/03

Herausgeber: Hannah-Arendt-Gymnasium, 49525 Lengerich

Redaktion: Bernd Ebel, Klaus Höfig, Heide Seipelt-Höhn,

Dr. Alois Thomes, Ursula Walter

Anzeigen: Sigrid Leugermann, Dr. Alois Thomes

Texterfassung: Gudrun Siegel, Susanne Wittkamp

Satz und Druck: Gräuler Druck, Ibbenbüren


Inhalt Seite

1. Zum Geleit 6

2. Schulchronik

• Schultermine 2. Hj. 2000/2001, 2001/2002 und 2002/2003 8

3. Freundeskreis des HAG

• Freundschaft ist ein starkes Band im Sturm des Lebens

Frau Borlinghaus (Vorsitzende des Freundeskreises) 15

4. Schulprogramm

• Gesunde Schule als Baustein unseres Schulprogramms 16

• Konfliktlotsen 19

• Schülerbetriebspraktikum 20

• Cafeteria am HAG 22

5. Neue Informationstechnologien

• Neue Medien am HAG 23

• Das medienpädagogische Konzept 24

• Informatik - ein Fach boomt 26

• Kommunikation ohne Grenzen

Schulfest am 21. Juni 2002 zur Mitfinanzierung des

Multi-Mediaraumes 27

• Schülerberichte über das Schulfest 30

• Einweihung des neuen Multi-Media-Raums am

29. 10. 2003 (Rede des Schulleiters) 37

• Der neue Multi-Media-Raum 40

6. Hannah Arendt

• Frühgeschichte und Archäologie im Dritten Reich

Vortrag am Todestag von Hannah Arendt

(Dr. Henning Haßmann, ehemaliger Schüler des HAG) 43

• Archäologie spannend und witzig (Karlheinz Arndt) 44

7. Aus dem Schulleben

• Sport: Zwischen Tradition und Erneuerung

Die Skifreizeit am HAG 45

Schülerbericht über die Skifreizeit 2003 46

• Theater: Theater-AG der 5. Klassen 48

Bring dein Ding“, Literaturkurs der Jg. 12 50

Über 25 Jahre Theatergruppe (Thik) 52

• Musik: Wollen wir heute singen? Ein Beitrag zum Musikunterricht 56

� Klassenfahrten, Studienfahrten und Schüleraustausch:

Klassenfahrten der 6 a und 6 b nach Norddeich 2002 57

Klassenfahrt der 6 c nach Badow 2002 58

Hamburg-Exkursion der Differenzierungskurse 2003 59

Alternativfahrt der Jg. 11 nach London 2002 61

Schulpartnerschaft Istanbul mit dem Alman Lisesi 62


8. Abitur 2002 und 2003

Alternativfahrt nach Istanbul 2003 63

Exkursion des Erdkundekurses Jg. 13 nach Brüssel 2002 66

� Abiturientenliste und Foto des Jg. 2002 67

� Abiturientenliste und Foto des Jg. 2003 68

� Elternansprache zum Abitur 2003 69

� Ansprache des Schulleiters zum Abitur 2003 72

9. Aus der Elternarbeit

� Diskutiert, gekämpft - und doch verloren

(Frau Steinbeck, die Schulpflegschaftsvorsitzende, zum neuen Schulbeginn) 79

10. Kollegium

� Kollegiumsliste 2001/2002 81

� Kollegiumsliste 2002/2003 81

� Neue Kolleginnen und Kollegen 82

� 6 Jahre in Russland gearbeitet? Hat Ihnen das eigentlich Spaß gemacht?

(A. Schulte-Hillen) 84

� Ein republikanischer Revolutionär: Hermann Kriege

(zur Promotion von Dr. Wesselmann) 87

� Referendare 2002 89

� Pensionierte Kollegen 2002 90

� Pensionierte KollegInnen 2003 92

� Schulwechsel von Herrn Pfohl 93

� Verstorbene Schulangehörige 94

11. Jubiläen

� 40jähriges Schuljubiläum 1961 - 2001

Festprogramm der Jubiläumswoche vom 28. Mai - 2. Juni 2001 95

Rückblick auf die Jubiläumswoche 96

� 40jähriges Bestehen des Freundeskreises 1963 - 2003

Der Menschlichkeit ein Dach geben (WN vom 18. 06. 2003) 99

Für eine Bildung nach menschlichem Maß

(Auszüge aus der Festrede von Prof. G. Böhm) 100

� 25jähriges Jubiläum der Theatergruppe Thik 1976 - 2001 ( siehe unter 7)

12. Verabschiedung des Schulleiters Dr. Hubertus Assig in den Ruhestand

� Schnappschüsse vom Schulfest für den scheidenden Schulleiter 105

� Lebenslänglich oder Muße mit Würde 107

(vom Schulleiter ergänzter Zeitungsartikel zum Thema „Ruhestand“)

� Ein Mann mit Konzilianz und Fingerspitzengefühl (WN vom 28. 07. 2003) 108

� Ansprache des Schuldezernenten, Herrn Aldejohann, zur Verabschiedung 109

� Abschiedsrede des Schulleiters und Textanhang von Hermann Hesse 112

� Dank und Abschied des scheidenden Schulleiters 119

13. Klassen- und Jahrgangsstufenlisten 120

14. Sponsoren 131


1. Zum Geleit

Stabwechsel am Hannah-Arendt-Gymnasium

Die vorliegende Schulchronik „Semper Apertus“ nimmt nach der

umfangreichen Festschrift „40 Jahre Gymnasium Lengerich“ im Jahre 2001

die bewährte Form der Jahresberichte wieder auf. Sie spiegelt deutlich die

vielfältigen Aktivitäten, besonderen Ereignisse und unterschiedlichen Facetten

an dieser Schule während der letzten beiden Jahre wider.

Der Leser erhält einen guten Einblick in ein wohlbestelltes „Haus des

Lernens“, das der langjährige Schulleiter, Dr. Hubertus Assig, seinem

Nachfolger hinterlassen hat. Es war ihm wichtig, eine lebendige Schule, eine

Schule gegenseitigen Verstehens, des Respektes und der Toleranz mit dem

Kollegium gestaltet zu haben. Wie sehr Schüler, Eltern und Lehrer seine

Arbeit schätzen, zeigt der Bericht über die eindrucksvolle Abschiedsfeier zu

seiner Pensionierung. Insofern hätte es nahe gelegen, dass Dr. Assig dieser

Schrift noch einmal das Geleitwort voranstellt. Auf seine Bitte hin hat jedoch

das Redaktionsteam den Erscheinungstermin etwas hinausgezögert, um mir als neuem Schulleiter

Gelegenheit zu geben, den Übergang und die Weiterentwicklung am Hannah-Arendt-Gymnasium kurz zu

skizzieren.

Das vorliegende Konzept des Schulprogramms dieser Schule gibt in seinen Schlussthesen solche

Schwerpunkte und Zielsetzungen einer Weiterentwicklung ganz eindeutig vor. Alle am Schulleben

beteiligten Gruppen verpflichten sich dabei, den Arbeitsplatz Schule als Lern- und Lebensraum gemeinsam

auszugestalten.

Daran kann ich als neuer Schulleiter anknüpfen, indem ich zunächst versuche, das Kollegium, die

Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen, zuzuhören, mir selbst ein Bild zu machen, möglichst eine

Kultur des Vertrauens zu schaffen. Man nimmt gewachsene Kommunikationsstrukturen auf oder verändert

sie behutsam. Allerdings muss deutlich werden, dass jeder Einzelne an dieser Schule auch Verantwortung

für die ganze Schule übernehmen muss, bei Akzeptanz des Mottos: „It` s time for a change“.

An welche Felder ist dabei gedacht?

• Das „Kerngeschäft“ an einer Schule ist und bleibt „guter Unterricht“. So gespreizt der Ausdruck auch

klingt, der Absicht ist sicherlich oberste Priorität einzuräumen. Methodisch abwechslungsreich und klar

strukturiert soll guter Unterricht sein, auf problemlösendes Denken abzielen, die Neugier der Schüler

erreichen und die volle Lernzeit intensiv nutzen. Um dies zu erreichen, tauschen sich die Lehrer dazu in

den Fachkonferenzen aus, stimmen sich über Inhalte und Vergleichskriterien ab und berücksichtigen

Querverbindungen zu anderen Fächern. Eltern und Schüler sind deshalb immer wieder herzlich

eingeladen, bei diesen Konferenzen mitzuwirken.

• Als Folge des veränderten Schulbeginns auf 8.20 Uhr muss nun in der Sekundarstufe I und II erst recht

ein verlässlicher Unterricht in der Regel von der 1. bis 6. Stunde (mindestens bis zur 5. Std). stattfinden.

Dazu bedarf es seitens der Schule jedoch besonderer Anstrengungen, weil im Krankheitsfall, durch

Fortbildungen oder schulische Projekte Fehlstunden nicht immer vermieden werden können.

Oberstufenschüler müssen auf jeden Fall lernen, eigenverantwortlich, selbstständig und konzentriert im

Kursverband auch einmal ohne Lehrer zu arbeiten. Für die Freistunden muss ihnen auch ein ruhiger

Arbeitsraum zur Verfügung stehen, um zwischendurch Aufgaben erledigen zu können. Solch einen

Raum müssen wir in der Schule aber erst noch suchen und ihn dann ausgestalten.

• Förderung und Beratung von Schülern wird in Arbeitsgruppen oder bestimmten Teams seitens der

Kolleginnen und Kollegen vorbereitet. Dabei geht es sowohl um den Förderunterricht für schwächere

Schüler als auch um Maßnahmen der Förderung besonders begabter Schüler (Beispiel:

„Drehtürmodell“).

• Außerdem werden zusätzlich zwei pädagogische Konferenzen vor allem für die Mittelstufenschüler

durchgeführt, auf denen über das Sozial- und Lernverhalten, über Hilfestellungen und

Unterstützungsmaßnahmen gesprochen wird. Dadurch sind alle Fachlehrer auf dem gleichen Stand

bezüglich der Einschätzung einer Klasse.

6


• In der Erprobungsstufe wird der Kontakt zu den Grundschulen über gegenseitige Hospitationen,

anschließende Auswertungsgespräche und die bekannten Erprobungsstufenkonferenzen hergestellt.

Diese Absprachen sollen in diesem Schuljahr wieder intensiviert und ausgebaut werden.

• Schule muss sich der Aufgabe stellen, Orientierung zu geben, Prävention durch soziales Lernen zu

ermöglichen, pädagogische Probleme als wirkliche Herausforderung zu sehen und zu lösen, angesichts

eines gesellschaftlichen Umfeldes, das Kindern und Jugendlichen heute einen „Wertecocktail“ anbietet,

der eher durch ein „Konglomerat der Widersprüche“ (Hurrelmann) gekennzeichnet ist als durch klare

Strukturen und Perspektiven.

• Vernetzungen mit anderen Schulen werden im Übrigen noch mehr als bisher stattfinden müssen. Da

Geldzuwendungen und Fördermaßnahmen (z.B. GÖS – Programm) nur noch an Partnerprojekte

(Tandems) oder an Netzwerke (mehrere Schulen mit einer Koordinationsschule) gekoppelt sind, kann

eine einzelne Schule solche Anträge gar nicht mehr stellen. Die Landesregierung nennt das die Bildung

„ regionaler Bildungslandschaften“. Auch in Bezug auf Fortbildungen und bei der Erstellung von

Fortbildungskonzepten werden wir uns mit Nachbarschulen zusammentun müssen.

• Weitere Netzwerke sollen auch zwischen Schule und heimischer Wirtschaft geknüpft werden. Im

Zusammenhang mit dem Berufspraktikum sind inzwischen zahlreiche Kontakte vorhanden, was einer

aktuelleren Berufsorientierung zugute kommt. Neue Berufsbilder und adäquate Berufsprofile müssen

den Schülerinnen und Schüler vertraut und zugänglich gemacht werden. So sind sie dann in der Lage,

frühzeitig Vorstellungen von dem zu bekommen, was als Anforderungsprofil verlangt wird.

Gemeinsame Projekte (Laborbenutzung, Nutzung von Expertenwissen) können Verbindungen schaffen

und unter Umständen Alternativen zum Studium aufzeigen.

• Nach wie vor aber wird das Gymnasium zum Hochschulstudium hinführen. Hier gibt es an der Schule

ein hervorragendes Konzept der Studieninformation, das in diesem Jahr durch die interessanten

Ausführungen eines Schülervaters, der Geschäftsführer des Studentenwerkes in Münster ist, noch

erweitert werden konnte.

• Im musisch - künstlerischen Bereich wollen wir uns immer intensiver in das Kulturleben der Stadt

Lengerich einbringen. Wenn erst einmal die Gempthalle fertig gestellt ist, möchten auch wir sie nutzen

für Abiturfeiern oder Konzerte. Solche Absprachen sind mit der Stadt und dem Schulamt gut

auszuhandeln, weil alle Seiten bemüht sind, in der Sache möglicherweise kontrovers zu diskutieren,

aber in gegenseitigem Respekt dann doch zu einem vernünftigen Konsens zu kommen.

Dieser kurze Abriss muss hier genügen. Ich wollte deutlich machen, dass Bewährtes weitergeführt wird,

neue Impulse aufgegriffen, im Gesamtkontext der Schule reflektiert und dann auch umgesetzt werden

sollen.

Ich bin mir nach meinen ersten hundert Tagen an der Schule sicher, dass uns das am

Hannah-Arendt-Gymnasium für die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler auch gelingen wird.

Netkowski

7


2. Schulchronik

Schulinterner Terminplan für das Schuljahr 2000/2001, 2. Halbjahr

Februar 2001

Dienstag, 06.02.2001 Elternabend zum Thema „Essstörungen“ (MZR).

Mittwoch, 07.02.2001 Sitzung der neugegründeten „Ordnungspartnerschaft“ zwischen der Stadt

Lengerich, der Polizei, Schulen und and. Institutionen zur Bekämpfung von

Fremdenfeindlichkeit in Lengerich

Donnerstag, 08.02.2001 Aktionstag der Klassen 7 und 9 zum Thema „Gesunde Schule“

Montag,

bis

Freitag,

12.02.2001

bis

16.02.2001

Schüleranmeldungen für die Klassen 5 und die Jgst. 11

Donnerstag, 15.02.2001 Zweiter Informationsabend für die Schüleraustausch-Gruppe Wapakoneta

Samstag, 17.02.2001 Mathematik-Olympiade: Landeswettbewerb in Bielefeld

März

Freitag,

bis

Samstag,

02.03.2001

bis

03.03.2001

Lese- und Gespenster-Nacht im HAG für die Klassen 5

Montag, 05.03.2001 Fahrt der Klassen 9 zum BIZ (Rheine)

Dienstag,

bis

Freitag,

Montag,

und

Dienstag,

Freitag,

bis

Montag,

April

06.03.2001

bis

16.03.2001

26.03.2001

und

27.03.2001

30.03.2001

bis

02.04.2001

Skifreizeit und Alternativfahrt der Jgst. 11

Fotoaktion für das Schuljubiläum

Holland-Austausch: Besuch unserer Partnerschule in Holten

Hinweis: Am Freitag, 13.04.2001, wird das Lengericher Gymnasium 40 Jahre alt.

Freitag,

und

Montag,

Mai

Montag,

bis

Freitag,

27.04.2001

und

30.04.2001

28.05.2001

bis

01.06.2001

Premiere des GK-Lit (Herr Pfohl) „Voll auf der Rolle“. Theaterprojekt zum

Thema Ausländerfeindlichkeit. Einladung an Klassen Lengericher Schulen

Wanderfahrten der Klassen 6

8


Montag,

bis

Samstag,

Juni

28.05.2001

bis

02.06.2001

Freitag, 01.06.2001 Schulfest

40jähriges Schuljubiläum

Samstag, 02.06.2001 Großes Ehemaligen-Treffen: Ökumenischer Gottesdienst. Frühschoppen in

den Räumen der Schule, Festlicher Abend in der Gempt-Halle

Donnerstag, 07.06.2001 Ab 15.00 Uhr: Einladung aller neuangemeldeten Schüler/innen der Klassen

5 und der Jgst. 11 zu einem „Kennenlernnachmittag“

Mittwoch, 20.06.2001 Besuch einer Schüleraustausch-Gruppe aus Wapakoneta/Ohio (20.06. –

18.07.2001)

Freitag, 22.06.2001 17.00 – 20.00 Uhr: Verabschiedung der Abiturientia 2001 in der

Dreifachsporthalle

Schulinterner Terminplan für das Schuljahr 2001/2002, 1. Halbjahr

August

Samstag 18.08.2001 Rückkehr der Schülergruppe aus Wapakoneta / Ohio

Dienstag 21.08.2001 Zahnärztliche Untersuchung der Klassen 5 – 8 (Org.: Frau Seipelt-Höhn)

Mittwoch

bis

Freitag

22.08.2001

bis

24.08.2001

Päd. Tage der Kl. 5 a – c in der Jugenbildungsstätte Tecklenburg

(Frau Leugermann / Herr Kubitz / Herr Herting (Org.: Herr Pfohl))

Freitag 31.08.2001 Erste Schülerratssitzung in der 3./4. Stund: Wahl d. Schülersprecherin /

des Schülersprechers, der Verbindungslehrer, der Mitglieder der

Schulkonferenz und des Kassenwarts

September

Montag

bis

Mittwoch

Freitag

bis

Freitag

Montag

bis

Freitag

10.09.2001

bis

12.09.2001

14.09.2001

bis

21.09.2001

24.09.2001

bis

05.10.2001

Pädagogische Tage der Klassen 8 a – c in Saerbeck,

Frau Pottgießer, Herr Schnier, Herr Ebel (Org.: Herr Jäkel)

Besuch einer Schülergruppe aus Istanbul unter Leitung von Frau Demirci

(Org.: Herr Jäkel)

Schülerbetriebspraktikum für die Klassen 10

(Org.: Herr Wittenbrink)

Donnerstag 27.09.2001 Klasse 9: Workshop für Mädchen zum Thema „Schönheitsideale u.

Gesundheit“, 3. – 6. Std. (Studiobühne)

9


Oktober

Montag

bis

Dienstag

Mittwoch

bis

Freitag

01.10.2001

bis

02.10.2001

24.10.2001

bis

26.10.2001

Schulinternes SV-Seminar ( evtl. verschoben auf den 29./30. 10.)

Exkursion des LK-Biologie Jgst. 12 zum „Heiligen Meer“

Dienstag 30.10.2001 Vorbereitete Alarmübung, zusammen mit der Bonhoeffer-Realschule

November

Donnerstag 08.11.2001 Hochschulinformationstag für die Jgst. 12 an der Uni Münster

Verbunden mit studentischer Studienberatung Ehemaliger

Mittwoch

bis

Samstag

14.11.2001

bis

17.11.2001

Studienfahrt der Jgst. 13 nach Berlin

Freitag 30. 11. 2001 Projekttag der Jgst. 10 aus Anlass des Welt-AIDS-Tages

Dezember

Montag 03. 12. 2001 Präsentation der Ergebnisse des Welt-AIDS-Tages

Dienstag 04.12.2001 Hannah Arendt 1975 in New York gestorben.

3./4. Stunde = Unterrichtliche Erarbeitung der Bedeutung H. Arendts

Januar 2002

Freitag 25.01.2002 Ausgabe der Zwischenzeugnisse am Ende der 3. Stunde.

Montag

bis

Freitag

28.01.2002

bis

08.02.2002

Skifreizeit und Alternativfahrt der Jgst. 11

Schulinterner Terminplan für das Schuljahr 2001/2002, 2. Halbjahr

Januar 2002

Dienstag, 29.01.2002 Beginn des 2. Schulhalbjahres

Mittwoch, 30.01.2002 Reg. Bez. Meisterschaften Geräteturnen der Mädchen

10


Februar

Mittwoch, 06.02.2002 Polizei-Aktion: „Junge Fahranfänger“

Freitag, 15.02.2002 SV-Fußballurnier „Kick-Mix“

Samstag, 17.02.2002 Mathematik-Olympiade: Landeswettbewerb in Köln

Mittwoch, 27.02.2002 9 a / 9 b = Besuch des BIZ (Rheine)

Donnerstag, 28.02.2002 9 c / 9 d = Besuch des BIZ (Rheine)

März

Freitag,

bis

Samstag,

01.03.2002

bis

02.03.2002

Dienstag, 19.03.2002 Schulsportfest

Lese- und Gespenster-Nacht im HAG für die Klassen 5

Mittwoch, 20.03.2002 Projekttag „Gesundheit“ (Kl. 9)

April

Dienstag, 23.04.2002 Zweiter Elternsprechtag im SJ 2001/2002

Dienstag, 30.04.2002 „Spanischer Tag“ in der Caféteria

Mai

Donnerstag,

bis

Freitag

Montag,

bis

Sonntag,

02.05.2002

bis

03.05.2002

13.05.2002

bis

19.05.2002

Konfliktlotsen-Seminar CAJ-Werkstatt Saerbeck

275 Jahre Stadt Lengerich

Juni

Donnerstag, 06.06.2002 Kennenlern-Nachmittag für die Schüler der Kl. 5

Freitag,

bis

Sonntag,

14.06.2002

bis

16.06.2002

Exkursion des Diff.-Kurses Ek/Bi der Jgst. 10 nach Hamburg

Freitag, 21.06.2002 Schulfest: „Kommunikation ohne Grenzen“

Juli

Montag,

bis

Freitag,

Mittwoch,

bis

Samstag,

01.07.2002

bis

05.07.2002

03.07.2002

bis

06.07.2002

Wanderfahrten der Klassen 6

Studienfahrt der Jgst. 13 nach Berlin

11


Schulinterner Terminplan für das Schuljahr 2002/2003, 1. Halbjahr

August

Mittwoch 01.08.2002 Beginn des Schuljahrs 2002/2003,

September

Sonntag 01.09.2002 Rückkehr der Schülergruppe aus Wapakoneta / Ohio

Montag

bis

Mittwoch

02.09.2002

bis

04.09.2002

Päd. Tage der Kl. 5 a – c in der Jugendherberge Tecklenburg

(Herr Pfohl, Frau Lange, Herr Jäkel)

Donnerstag 12.09.2002 19.30 Uhr: Klassenpflegschaftssitzungen der Klassen 5 a - c

Freitag 13.09.2002 Erste Schülerratssitzung in der 3./4. Stunde: Wahl d. Schülersprechers/in,

der beiden Verbindungslehrer, der Mitglieder der Schulkonferenz, evtl.

des Kassenwarts

Mittwoch 18.09.2002

vormittags

MZR

Oktober

Montag

bis

Mittwoch

Montag

bis

Freitag

30.09.2002

bis

02.10.2002

30.09.2002

bis

11.10.2002

1) Klasse 9b: Projekttag „Gesundheit“

2) Typisierungsaktion „Leben spenden“ ( Org.: Frau Leugermann)

Pädagogische Tage der Klassen 8

Schülerbetriebspraktikum der Klassen 10

Dienstag 29.10.2002 Vorbereitete Alarmübung zusammen mit der Bonhoeffer-Realschule Allg.

Berufsberatung Jgst. 11 (MZR)

November

Dienstag 05.11.2002 Studieninformation der Jgst. 12: Schüler fragen – Ehemalige antworten

Donnerstag 07.11.2002 Hochschulinformationstag für die Jgst. 12 (Uni Münster)

Freitag

bis

Montag

Montag

bis

Mittwoch

08.11.2002

bis

11.11.2002

11.11.2002

bis

13.11.2002

Besuch einer Schülergruppe unserer holländischen Partnerschule in

Holten

Exkursion des LK-Biologie der Jgst. 12 zum „Heiligen Meer„

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Dezember 2002

Montag 02.12.2002 Projekttag der Jgst. 10 aus Anlass des Welt-AIDS-Tages

Mittwoch 04.12.2002 Hannah Arendt 1975 in New York gestorben. Unterrichtliche Erarbeitung

der Bedeutung H. Arendts.

Mittwoch 04.12.2002 19:30 Uhr: Abendvortrag über das Thema „Archäologie und

Nationalsozialismus“, Dr. Henning Hassmann, Abitur 1982, Ort:

Stadtsparkasse Lengerich

Januar 2003

Freitag 31.01.2003 Ausgabe der Zwischenzeugnisse am Ende der 3. Stunde.

Schulinterner Terminplan für das Schuljahr 2002/2003, 2. Halbjahr

Februar

Mittwoch 05.02.2003 Projekttag: „Gesundheit“ Klassen 9 (vormittags)

Montag 10.02.2003 Polizei-Aktion: „Junge Fahranfänger“

Montag

bis

Freitag

Freitag

und Samstag

März

Montag

bis

Freitag

April

17.02.2003

bis

21.02.2003

21.02. und

22.02.2003

10.03.2003

bis

21.03.2003

Schüleranmeldungen für die Klassen 5 und die Jgst. 11

Lese- und Gespenster-Nacht im HAG für die Klassen 5

Skifreizeit der Jgst. 11 / Studienfahrt der Jgst. 11 nach Istanbul

Dienstag 01.04.2003 Besuch des BIZ / Rheine: Klasse 9 a

Mittwoch 02.04.2003 Besuch des BIZ / Rheine: Klasse 9 b / c

Mittwoch

bis

Freitag

09.o4.2003

bis

11.04.2003

SV-Seminar in Saerbeck (Konfliktlotsen )

13


Mai

Dienstag 20.05.2003 Zweiter Elternsprechtag im SJ 2002/2003

Juni

Sonntag 01.06.2003 40jähriges Jubiläum des Freundeskreises des HAG

Donnerstag 12.06.2002 15.00 – 17.00 Uhr: Kennenlern-Nachmittag für die Schüler der Klassen 5

Freitag 27.06.2003 18.00 – 20.00 Uhr: Verabschiedung der Abiturienta 2003 in der

Dreifachsporthalle

Montag 30.06.2003 Verabschiedung Frau Lore Bohm

Juli

Montag

bis

Freitag

Mittwoch

bis

Freitag

30.06.2003

bis

04.07.2003

16.07.2003

bis

18.07.2003

Wanderfahrten der Klassen 6

Studienfahrt der Jgst. 12 nach Berlin

Freitag 25.07.2003 Verabschiedung des Schulleiters Dr. Assig durch Schüler und Eltern

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3. Freundeskreis des HAG

Freundeskreis

Hannah-Arendt-Gymnasium

Lengerich

Hannah-Arendt-Gymnasium, Bahnhofstraße 110, 49525 Lengerich Fernruf: 05481/82051 Fax: 05481/82052

E-mail: hannah-arendt-gymnasium @web.de

Internet: www.hag-lengerich.de

Freundschaft ist ein starkes Band im Sturm des Lebens

In den vergangenen 40 Jahren haben dies immer wieder die Freunde und Förderer des

Gymnasiums bewiesen. Sie haben durch ihre Mitgliedschaft und die geleisteten Beiträge für viele

Verbesserungen im Lehrbetrieb gesorgt.

Glücklicherweise haben wir relativ konstante (mit gestiegener Tendenz) Mitgliederzahlen, die eine

kontinuierliche Unterstützung gewährleisten.

Auch Einzelspender haben z. B. im Rahmen des Schulfestes einen großen Beitrag geleistet. Wir

freuen uns insbesondere über die Verbundenheit ehemaliger Schülerinnen und Schüler zu ihrem

Gymnasium, die sich durch ihre Mitgliedschaft sowie durch Einzelspenden, Rat und Tat

engagieren. So wurden z. B. während des Schulfestes 2001 auf diese Weise ein Spendenbetrag

von 15.502 DM gesammelt.

Gerade jetzt, in Zeiten leerer öffentlicher Kassen zeigt sich, wie wichtig das Engagement jedes

Einzelnen ist, unseren Kindern eine gute Lernumgebung zu schaffen und neue Perspektiven zu

eröffnen.

Seit dem Jahr 2000 wurden Wünsche im Wert von über 40.000 Euro Wirklichkeit:

Besonders herauszuheben ist hier das Engagement für das Café HAG, die Einführung des CAS-

Algebrasystems und das finanzielle und ehrenamtliche Engagement für den Multimediaraum.

Hier sei nochmals eine kurze Übersicht gegeben:

2000 2001 2002 2003

Mitglieder: 453 473 477 469

Fördersumme: 20.647 DM 20.000 DM 4.180 €

+ 15.000 € für

den Multimediaraum

Einzelspenden: 8.234 DM 15.600 DM 4.250 €

10.000 €

Allen Mitgliedern und Sponsoren des Fördervereins sei herzlich gedankt!

Für das Jahr 2003 sind Projekte für ca. 10.000 € geplant.

Auch der Freundeskreis fühlt sich dem Motto der Schule „allezeit offen“ verbunden. Wir sind

dankbar für Anregungen, Ideen, konstruktive Kritik und neue und alte Freunde.

Für den Vorstand

gez. I. Borlinghaus

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4. Schulprogramm

„Gesunde Schule“ als Baustein unseres Schulprogramms

Die Förderung der Gesundheit an unserer Schule und das Bemühen um Informationen und

Aktionen zur Vermittlung von Inhalten der Gesundheitserziehung haben am HAG schon immer

einen breiten Raum eingenommen. Meist standen diese Ansätze aus den verschiedenen

Fachrichtungen und Altersstufen allerdings mehr oder weniger isoliert nebeneinander. Eine Gruppe

von Kollegen hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, alle diese Ansätze zu bündeln, eventuell noch

neue Ideen zu entwickeln und das Ganze in ein Gesamtkonzept einzubinden.

Dieses Gesamtkonzept ist nicht nur Bestandteil unseres Schulprogramms geworden, sondern hat

sich inzwischen zu einem der Schwerpunkte unserer programmatischen Arbeit entwickelt.

Gesundheitserziehung wird dabei als ein ganzheitlicher Prozess aufgefasst, bei dem es sowohl um

die physische als auch um die psychische Gesundheit unserer Schüler geht.

Es soll sichergestellt werden, dass jeder Schüler in seiner Schulzeit am HAG auf vielfältige Weise

mit Fragen der Gesunderhaltung und Gesundheitsrisiken bekanntgemacht wird. Unser Ziel ist der

bewusste und eigenverantwortliche Umgang mit der eigenen Gesundheit. Das Konzept setzt auf

die Einbeziehung möglichst vieler Blickrichtungen und Zugangsmöglichkeiten. Dementsprechend

bemühen wir uns um eine intensive Einbeziehung der Eltern, da wir glauben, nur in der offenen

Diskussion und in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus einen guten Erfolg erzielen zu können. Da

die Lehrer und die Schule mit vielen Einzelfragen und in vielen Fällen auch den persönlichen

Schwierigkeiten überfordert sind, arbeiten wir eng mit außerschulischen Institutionen zusammen.

So haben wir intensive und enge Kontakte zum Gesundheitsamt, zu Ärzten, den Beratungsstellen

und den Krankenkassen. Das Gesamtprojekt hat sicher mehrere Besonderheiten:

Es arbeitet mit einem ganzheitlichen Ansatz von Gesundheit und bemüht sich deshalb um einen

Zusammenschluss aller Maßnahmen und Aktivitäten, die im weiteren Sinne mit dem „Sich-

Wohlfühlen“ an der Schule zu tun haben. Das schließt Informationen zur Funktionsweise unseres

Körpers ebenso mit ein wie Aktivitäten zur Verschönerung der Räume.

Die enge Verzahnung mit außerschulischen Institutionen und Experten bewirkt eine Öffnung von

Schule, die nicht künstlich herbeigeführt werden muss, sondern sich fast zwangsläufig aus den

Sachverhalten heraus ergibt.

Die relativ feste Struktur und Programmatik bewirkt, dass jeder Schüler in einer ähnlichen Weise

mit den Fragen konfrontiert wird unabhängig von den zufälligen Konstellationen der Klassen und

Lehrer. Daraus erwächst für alle eine große Planungssicherheit.

Aufgrund der personellen Besetzung des Teams kann auch ein erheblicher Teil der

Beratungstätigkeit, der nicht auf Schullaufbahn- oder Berufsberatung abzielt, im Rahmen des

Programms mit geleistet werden..

Durch die Einbeziehung der Cafeteria und ihrer Aktivitäten zu dem Thema ist es möglich, dass

sich dieser Schulprogrammbaustein mit allen seinen Aktivitäten und Programmen aus sich selbst

heraus finanziert und nicht auf Zuschüsse des Schulträgers oder des Freundeskreises angewiesen

ist. Da die Cafeteria zu einem großen Teil vom Engagement der Schüler lebt, tritt die interessante

Situation ein, dass die Schülerschaft als Ganzes sich selbst einen guten Teil der

außerunterrichtlichen Schulprojekte finanzieren kann.

Uwe Jäkel

16


Bericht über die durchgeführten Projekte

im Bereich „Gesunde Schule“

Konzeption und Durchführung der Pädagogischen Tage der Klassen 8

- Vorgespräch zur inhaltlichen Gestaltung der Tage.

- Schwerpunkt auf erlebnispädagogische Methoden zur Kooperation und Teamfähigkeit.

- Beteiligung der Klassenleiter bei den Tagesplanungen, Einzelsitzungen, Auswertungen.

- Durchführung täglicher Nach- und Vorbesprechungen, so dass die Klassenleiter jederzeit

über die aktuelle Situation in der Klasse informiert sind.

- Nachbesprechung nach einigen Wochen

Projekttag zum Welt-Aids-Tag (2001 und 2002)

- Vorbereitung mit der AG

- Durchführung in klassenübergreifenden, thematisch orientierten Gruppen

- Veröffentlichung der Ergebnisse in einem Anschlussprojekt in Kooperation mit der

Cafeteria-AG (in 2000 aktuell das Thema „Afrika und Aids“)

Elternabend zum Thema Essstörungen (2001)

- Referenten: Frau Dr.Schilling-Massmann, Frau Limmroth-Glück, Frau Schmidt

Projekttag zum Thema Körper und Körperbewusstsein mit dem Body und Grips-

Mobil

- Stationen-Parcours für die Klassen 7 und 9 in jeweils ca. 3 Schulstunden

- Zusammenarbeit mit dem Jugendrotkreuz

Projekttag zum Thema Verflixte Schönheit für eine Klasse 7 (2001)

- Thematisierung von Körperbewusstsein , Gesundheitsbewusstsein und Essverhalten

- Zusammenarbeit mit dem Forum Gesundheit

Projekttag zum Thema Gesundheit mit vier Lengericher Ärzten für die

Jahrgangsstufe 9 (2002)

- Reisemedizin, Impfungen Frau Dr. Schilling-Maßmann

- Innere Medizin und Diagnostik Herr Dr. Groß

- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Risiken und Vorsorge Herr Dr. Hilgedieck

- Umgang mit dem eigenen Körper Auto-Aggression Frau Dr. Pelz

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Projekttag zum Thema Drogen für eine Klasse 9 (2002)

- Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle

- Gemeinschaftsaktion der weiterführenden Schulen Lengerichs

- Zusammentreffen mit Betroffenen

Elternabend zum Thema Sucht (2002)

- Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle

- Gemeinschaftsaktion der weiterführenden Schulen Lengerichs

- Zusammentreffen mit Betroffenen

Projekttag mit dem Fairmobil für die Jahrgangsstufen 5 und 6 (2002)

- Zusammenarbeit mit dem Jugendrotkreuz Münster

- Spielaktionen zum Miteinander und zum Teamwork

- Reflektionen der Spiele

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Schüler lösen Konflikte zwischen Schülern

HAG-Konfliktlotsenausbildung in Saerbeck

Dass das nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll und wünschenswert ist, davon gehen die

Initiatoren des Konzepts der Streitschlichtung aus, das schon seit einigen Jahren an deutschen

Schulen in die Praxis umgesetzt wird. Auch am Hannah-Arendt-Gymasium arbeiten seit drei

Jahren Frau Petzke-Grave und Herr Pfohl, ab dem nächsten Schuljahr auch Frau Walter als

Projektleiter mit SchülerInnen der 9. und 10. Klassen, die zugleich auch PatenschülerInnen der

jeweiligen 5. und 6. Klassen sind, an der Umsetzung dieses Konzepts. Die Ausbildung von

SchülerInnen zu Konfliktlotsen ist Teil des pädagogischen Gesamtkonzepts für die

Erprobungsstufe, das eine gezielte Begleitung der SchülerInnen im Übergang von der Grundschule

zum Gymnasium beabsichtigt. Unterstützung erfährt dieses Konzept auch finanziell durch das

Kreisjugendamt und die Schülervertretung des HAG.

Vom 02. bis 03. Mai 2002 fanden sich 20 SchülerInnen der Klassen 9, die drei betreuenden Lehrer

und drei pädagogische Fachkräfte der CAJ–Werkstatt in Saerbeck zu einer intensiven

Konfliktlotsen-Schulung zusammen.

Dabei ging es nicht sofort um ein Einüben in das 5-phasige Verfahrensschema, das einer solchen

Streitschlichtung zugrunde liegt, sondern zunächst um die ganz persönlichen Voraussetzungen der

Streitschlichter, die ihre Auffassung von Konflikten und im Folgenden immer wieder ihre eigene

Rolle durchdachten.

An konstruierten und aktuellen Beispielen aus dem schulischen Alltag wurde dann die Praxis einer

solchen Streitschlichtung simuliert, nachdem zunächst einmal das Schema einer möglichen

Konfliktlösung vorgestellt worden war. Deutlich wurde während dieser praktischen Übungen, dass

es sehr viel Konzentration, Kreativität, Phantasie und Einfühlungsvermögen bedarf, um in der

Rolle eines neutralen Dritten im Gespräch mit Konfliktparteien zu moderieren.

In der abschließenden Gesprächsrunde am letzten Tag des Seminars wurde denn auch von den

Teilnehmern als Resümée festgehalten, dass die Aktivitäten der Konfliktlotsen nicht nur in diesen

zwei Tagen, sondern auch für die künftige Arbeit „vor Ort“ Einsatzbereitschaft und Anstrengung in

einer ungewohnten Rolle erfordern. Eine Vertiefung der Ausbildung im kommenden Schuljahr

wurde von allen Beteiligten für notwendig erachtet.

Christiane Petzke-Grave

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Schülerbetriebspraktikum der 10. Klassen

Seit dem Schuljahr 1992/93 führt das Hannah-Arendt Gymnasium für alle 10.Klassen ein

zweiwöchiges Schülerbetriebspraktikum durch. Dabei ist die Schule verantwortlich für

Vorbereitung, Durchführung, Betreuung und Auswertung.

Termin: Als Termin werden immer die letzten beiden Wochen vor den Herbstferien gewählt.

Dadurch werden nach Absprache mit den anderen weiterführenden Schulen in Lengerich

Überschneidungen vermieden. Zum anderen haben interessierte Schüler/innen die Möglichkeit, das

Praktikum noch um eine Woche in die Herbstferien hinein zu verlängern.

Ziele: In der 10.Klasse befinden sich die meisten Schüler/innen noch in einer sehr frühen Phase

des Berufswahlprozesses, anders als die Schüler/innen anderer Schulformen. Daher kann das

Praktikum hier lediglich einer allgemeinen Berufsorientierung dienen. Der wesentliche

Schwerpunkt des Praktikums liegt im Kennenlernen der Arbeitswelt. Die Schüler/innen sollen

dabei in der außerschulischen Wirklichkeit Erfahrungen sammeln, die es ihnen ermöglichen, ein

differenziertes Bild der Anforderungen und Leistungsnotwendigkeiten der Berufs- und Arbeitswelt

zu gewinnen. Diese praktische Erfahrung kann helfen, Bedingungen der Arbeitswelt besser

einzuschätzen und die Auswirkungen auf sich selbst zu erleben. Zudem kann das Erfahrene und

Erlernte auch als Voraussetzung zur besseren Erörterung ökonomischer, technischer und sozialer

Zusammenhänge in verschiedenen Fächern der Sek.II dienen. Schließlich sollen die Schüler/innen

aber auch veranlasst werden, die Probleme der Berufswahl und die Notwendigkeit der persönlichen

Entscheidung in diesem Zusammenhang zu begreifen.

Praktikumsbetriebe: Zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres erhalten die Schüler/innen der

9.Klassen alle notwendigen Informationen zum Praktikum. Etwa drei Monate haben sie dann Zeit,

sich selbst um einen Praktikumsplatz zu bewerben. Zur Bewerbung gehört u.a. ein

Bewerbungsschreiben und ein Lebenslauf.

Bei der Auswahl der Betriebe hilft die Schule, gibt Tipps und Hinweise, kann und will den

Schüler/innen aber die persönliche Bewerbung im Betrieb nicht abnehmen.

Das Spektrum der gewählten Betriebe ist i.a. breit gefächert mit Schwerpunkten in sozialen

Einrichtungen (Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime), bei Banken, Apotheken, Anwälten,

Architekten und im Handel. Aber auch die Lengericher Großunternehmen W&H, B+K und

Dyckerhoff werden in den letzten Jahren verstärkt gewählt. Eine Liste der in den letzten Jahren

gewählten Betriebe kann von Interessenten beim Praktikumsbeauftragten Herrn Wittenbrink

ausgeliehen werden.

Vorbereitung und Nachbereitung des Praktikum: Die konkrete unterrichtliche Vorbereitung

und die Nachbereitung des Praktikums erfolgt im Politikunterricht der 10.Klasse zu Beginn des

Schuljahres (Thema: Der Mensch in der modernen Arbeitswelt). Im Deutschunterricht der 9.Klasse

werden Bewerbungen und das Abfassen von Berichten behandelt.

Praktikumsbericht: Die praktische Tätigkeit im Praktikum und die Erfahrungen mit Arbeit und

Menschen im Betrieb bilden die Grundlage für den nach Beendigung des Praktikums zu

erstellenden Praktikumsbericht. Die inhaltlichen Anforderungen an den Bericht werden in der

Vorbereitungsphase im Politikunterricht erarbeitet. Der Bereicht sollte mindestens 6-8 Seiten

DinA4 umfassen. Er wird vom Betreuungslehrer und vom Politiklehrer gelesen und vom

Politiklehrer zensiert. Die Note wird berücksichtigt bei der Politikzensur des 1.Halbjahres.

Betreuungslehrer: Jeder Schüler erhält für die Zeit des Praktikums einen Betreuungslehrer

zugewiesen. Der Betreuungslehrer ist erster Ansprechpartner während des Praktikums. Er besucht

während der Praktikumszeit den Praktikanten mindestens einmal im Betrieb und führt dort

Gespräche mit dem Praktikanten und seinem Betreuer im Betrieb.

Fahrtkosten: Die Schüler sind gehalten, ihren Praktikumsbetrieb im Umfeld der Schule zu suchen.

Eventuell entstehende Fahrtkosten werden für Entfernungen bis maximal 25km vom Schulträger

erstattet. Darüber hinaus evtl. entstehende Fahrtkosten tragen die Erziehungsberechtigten.

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Rechtliche Aspekte: Das Praktikum ist eine Schulveranstaltung. Es gilt der gesetzliche

Unfallversicherungsschutz. Die Jugendlichen bleiben Schüler der Schule. Sie erhalten keine

Vergütung. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt in der Regel 35 Stunden, von montags bis

freitags. Arbeiten zwischen 20 Uhr und 6 Uhr sind in der Regel nicht erlaubt. Es gilt das

Jugendarbeitsschutzgesetz.

Schlussbemerkung: Allen Betriebe, die mit großer Bereitschaft Praktikanten/innen des HAG

aufgenommen haben, sei an dieser Stelle ganz herzlich für ihre Mühen gedankt. Nur durch ihre

Bereitschaft und ihr Engagement konnte das Praktikum in den vergangenen Jahren so erfolgreich

durchgeführt werden.

Alfons Wittenbrink

21


Cafeteria am HAG

Unsere Cafeteria besteht jetzt seit gut drei Jahren und so mancher wird denken, dass sie doch schon

immer da war. Man kann wohl mit einer guten Berechtigung sagen, dass sie kaum noch aus

unserem Schulleben wegzudenken ist.

Für die Mehrzahl der Schüler ist zu allererst natürlich wichtig, dass sie sich auf eine tägliche

regelmäßige Versorgung während der Vormittagsstunden verlassen können. Jetzt können wir

schon im zweiten Jahr auch eine Öffnung während des gesamten Vormittags sicherstellen, da unser

Projekt mit eingebunden werden konnte in das größere Projekt der Europäischen

Freiwilligendienste. Im vorigen Schuljahr war auf dieser Basis Victor Gutierrez aus Spanien bei

uns. Außer in der Cafeteria konnte er sich auch gut in einigen Spanischkursen und bei unserem

„Spanischen Tag“ einbringen. Viele haben das als schöne Bereicherung des Schulalltags

empfunden. In diesem Schuljahr ist Olga Drabik aus Tschenstochau in Polen bei uns. Sie sorgt für

eine vorbildliche Ordnung in den Verkaufsräumen und für einen reibungslosen Nachschub an

Kaffee, Brötchen usw. Darüber hinaus möchte sie im weiteren Jahresverlauf gern noch ein e-mail-

Projekt in Gang setzen, bei dem Schüler unserer Schule in Kontakt gebracht werden sollen mit

Schülern ihrer Heimatstadt.

Neben der normalen täglichen Versorgung sind die Mitglieder der Cafeteria-AG immer wieder bei

besonderen Gelegenheiten im Einsatz wie z.B. Tag der offenen Tür, Elternsprechtag,

Ganztagskonferenz, Schüleraustausch mit Istanbul oder Holten, Geisternacht, .... .

Erfreulich aus Sicht der betreuenden Lehrer ist, dass die AG den ersten Umbruch von der sehr

aktiven Gründergeneration, die jetzt zum größten Teil in der Jahrgangsstufe 12 ist, zu Mitgliedern

aus jüngeren Jahrgängen gut vollzogen hat. Es gibt eine sehr aktive Gruppe von Schülerinnen und

Schülern der Klassen 6-8, die den Betrieb gut aufrechterhalten. Natürlich ist es hilfreich, dass auch

einige ältere Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9 und 10 mit dabei sind, da sie insgesamt

doch mehr Erfahrung haben und die Kleineren gut unterstützen können. Bei einer Gesamtzahl von

25 Schülerinnen und Schülern in der AG brauchen wir uns wahrscheinlich um die Zukunft nicht

viel Sorgen zu machen, die Cafeteria wird auch in den nächsten Jahren Bestand haben.

Uwe Jäkel

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5. Neue Informationstechnologien

Neue Medien am HAG :

Pädagogisches Konzept und Ausstattung gehen Hand in Hand

Nachdem schon im Sommer 1988 Überlegungen zum pädagogischen Konzept des Einsatzes

moderner Informations- und Kommunikationstechnologien am Hannah Arendt Gymnasium auf der

Homepage veröffentlicht wurden, beschloss die Schulkonferenz im Juli 2000, die Informationsund

Kommunikationstechnologien und die Medienerziehung zu einem Schwerpunkt im

Schulprogramm des HAG werden zu lassen. Seit diesem Zeitpunkt wurden auf der einen Seite

Konzepte zum Einsatz der modernen Medien, auf der anderen Seite eine Ausstattungs- und eine

Fortbildungsplanung erarbeitet. Geldquellen wurden gesucht und gefunden, Hardware und

Software gesichtet, Einrichtungsvorschläge entworfen, diskutiert und weiterentwickelt.

Das Ergebnis dieser Arbeit kann sich sehen lassen. Im Schuljahr 2001/2002 beschloss die

Schulkonferenz auf Vorschlag der Lehrerkonferenz ein - vorläufiges – Medienkonzept für die

Medienbildung in der Sekundarstufe I. Gleichzeitig wurde in den Sommerferien 2002 der neue

‚Multimediaraum‘ – kurz MMR - am Hannah-Arendt-Gymnasium eingerichtet.

Wir informieren im Folgenden über das Medienkonzept, über die Einrichtung des MMR und über

die ersten Erfahrungen im Schuljahr 2002/2003.

Georg Kubitz , StD

23


Das Medienpädagogische Konzept.

Der folgende Text ist Ergebnis einer Erarbeitung, die sich über das ganze Schuljahr 2001/2002 erstreckte.

Er wurde begleitet von einer Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern und Schülern. Alle Fachkonferenzen des

HAG konnten mit eigenen Vorstellungen und Anregungen an diesem Konzept mitarbeiten und haben diese

Chance auch größtenteils wahrgenommen.

Das Medienpädagogische Konzept ist die Grundlage für die Ausstattungs- und die Fortbildungsplanung am

HAG. Es hat den Stellenwert eines schulinternen Curriculums. Die nächsten beiden Schuljahre sind als

Erprobungsphase zu sehen, an deren Ende das Konzept nach Beratung in den Fachkonferenzen

überarbeitet werden soll.

Allgemeine Zielsetzungen:

Angesichts der Tatsache, dass unsere Schülerinnen und Schüler in einer von Medien immer stärker

geprägten Welt leben, angesichts des rasanten Wandels der Medienwelt und des großen gesellschaftlichen

Einflusses der Medien und der Medienproduzenten halten wir die Vermittlung von Medienkompetenz für

eine zentrale Aufgabe der Schule. Ziel ist es, mit Medien und den durch Medien vermittelten

Informationen, Desinformationen und Manipulationsversuchen zielgerichtet, sachkompetent, kritisch und

verantwortlich umgehen zu können.

Wir möchten den Unterricht in allen Klassenstufen - beginnend ab Klasse 5 - so gestalten, dass

Schülerinnen und Schüler lernen, sich selbständig in der Medienwelt zu orientieren, Informationen gezielt

zu suchen, kritisch zu prüfen und zu beurteilen. Die Schülerinnen und Schüler sollen ferner lernen, eigene

Arbeitsergebnisse sachgerecht aufzubereiten und mit Hilfe geeigneter Medien zu präsentieren. Darüber

hinaus sollen Sie die Informations- und Manipulationsmöglichkeiten moderner Medien kennen und

beurteilen lernen, sie sollen lernen, wie durch Medien Macht und Einfluss ausgeübt wird und sich

schließlich auch mit den Bedingungen auseinander setzen, unter denen Medien produziert werden.

Medienbildung ist für uns daher eine Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer.

Änderung der Lernprozesse und ‚Lernen lernen‘:

Der zunehmende Einsatz der neuen Medien im Unterricht bringt auch Änderungen in der sozialen

Organisation der Lehr- und Lernprozesse mit sich. Der kommunikative Aspekt von Unterricht,

Handlungsorientierung, Produktorientierung, stärkerer Praxisbezug und größere Selbständigkeit der

Lernenden rücken deutlicher in den Blickpunkt. Neben dem Erwerb von Fachwissen und Kenntnissen von

Fachmethoden gewinnen allgemeines Methodenlernen, soziales Lernen, projektorientiertes Arbeiten und

fachübergreifendes Lernen an Bedeutung. Die Nutzung der neuen Medien steht für uns in engem

Zusammenhang mit der generellen Vermittlung von Techniken der Informationsbeschaffung und

Verarbeitung, die im Schulprogrammbaustein 'Lernen lernen' gefördert werden sollen. Eine enge

Verzahnung mit diesem Schulprogrammbaustein wird angestrebt.

Medienbildung und der allgemeinbildende Anspruch von Schule

Medienbildung setzt den Umgang mit Technik voraus. Aber nicht die Technik, sondern die Inhalte der

Medien und die Auseinandersetzung mit diesen stehen im Vordergrund des Unterrichts. Medienbildung

setzt ein gutes deutsches Sprachverständnis und in höheren Jahrgängen gute Kenntnisse vor allem der

englischen Sprache voraus. Umgekehrt soll durch Medienbildung das Sprachverständnis der Schülerinnen

und Schüler und das Interesse an Fremdsprachen gefördert werden.

Evaluation

das Medienpädagogische Konzept hat den Stellenwert eines schulinternen Curriculums. Die nächsten

beiden Schuljahre sind als Erprobungsphase zu sehen, an deren Ende das Konzept nach Beratung in den

Fachkonferenzen überarbeitet werden soll.

Genauere Beschreibung der Ziele innerhalb der medienpädagogischen Bereiche:

1 : Auswählen und Nutzen von Medienangeboten

2 : Gestalten (und Verbreiten) von eigenen Medienbeiträgen

3 : Verstehen und Bewerten der Gestaltung von Medien

4 : Erkennen und Aufarbeiten der Einflüsse von Medien auf sich selbst und andere

5 : Beurteilen und Durchschauen der Bedingungen, unter denen Medien produziert werden.

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Bereich 'Auswählen und Nutzen von Medienangeboten':

Die digitalen Medien sollen in diesem Bereich möglichst neben anderen Medien wie Zeitschriften, Schulund

Fachbüchern, Prospekten, .. eingesetzt werden.. Die verschiedenen Informationen sollen im Rahmen

des in der jeweiligen Klassenstufe Möglichen miteinander verglichen und auf ihre Zuverlässigkeit hin

überprüft werden. Ziel bei der Nutzung aller Medien soll dabei eine intensive inhaltliche

Auseinandersetzung sein, die auch die Lesefähigkeit und das Verstehen von Texten bei den Schülerinnen

und Schülern fördert.

Bereich 'Gestalten und Verbreiten von Medienbeiträgen'

Zu Beginn der Klasse 5 soll die Gestaltung eigener Medienbeiträge wie z.b. die eines Reiseprospektes, 'von

Hand' erfolgen (s.u.). In der Erprobungsstufe werden dann in erster Linie die Textverarbeitung und einfache

Graphikprogramme zur digitalen Mediengestaltung eingesetzt. In den JgSt. 7 und 8 kommen dann

Tabellenkalkulationsprogramme und Präsentationssoftware (wie Powerpoint) hinzu. In den JgSt 9 und 10

wird dies durch ein Desktop-Publishing-Programm (wie MS-Publisher) und einen Web-Editor ergänzt, so

dass Arbeitsergebnisse verstärkt im Intranet der Schule oder im Internet veröffentlicht werden können.

Durch kleinere Facharbeiten wie das Herbarium (Biologie) oder die Praktikumsmappe sollen die

Facharbeiten in der Oberstufe vorbereitet werden. Auch die Einübung von Vortragstechniken kann ab

Klasse 7 oder 8 schon an einfachen Themen geübt werden.

Bereich 'Verstehen und Bewerten der Gestaltung von Medien'

Durch die Produktion eigener Medien soll ein Verständnis für die verschiedenen Möglichkeiten der

Gestaltung von Medien und ihre Wirkung auf andere gefördert werden. An geeigneten Projekten (siehe

Liste unten) können in allen Jahrgangsstufen Medien verglichen und so ihre Gestaltung verstanden und

bewertet werden.

Bereich 'Erkennen und Aufarbeiten der Einflüsse von Medien auf sich selbst und andere'

sowie 'Beurteilen und Durchschauen der Bedingungen, unter denen Medien produziert

werden'

Diese Bereiche gehen deutlich über die Nutzung, Produktion und Bewertung von Medien hinaus. Es finden

sich in der Übersicht unten nur wenige Projekte zu diesen Themen. Hier sind vor allem für die 9 und 10

Ergänzungen durch die Fachkonferenzen nötig!

Besonderheiten der Erprobungsstufe

In der Klasse 5 müssen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem nicht immer einfachen Übergang von

der Grundschule zum Gymnasium auseinandersetzen. Medienbildung sollte diesen Übergang nicht durch zu

viele neue Anforderungen erschweren.

Die digitalen Medien sollen zu Beginn der 5 daher in erster Linie im Bereich 'Auswählen und Nutzen von

Medienangeboten' eingesetzt werden. Hierbei sollen sich die Schülerinnen und Schüler nur mit wenigen

ausgewählten Internetadressen und mit CD-ROMs beschäftigen. Die Gestaltung eigener Medienbeiträge

wie z.B. die Gestaltung eines Reiseprospektes, soll zunächst 'von Hand' erfolgen. Gestaltung von

Überschriften, das Einhalten von Seitenrändern und das Einkleben von Graphiken und Bildern von Hand

soll die spätere digitale Arbeit handlungsorientiert vorbereiten und die Bemühungen zur übersichtlichen

Heftführung im Rahmen des Projekts 'Lernen lernen' unterstützen.

Auf der Grundlage dieser Erfahrungen soll gegen Ende der Klasse 5 eine Textverarbeitung zur

Erstellung eigener Medienbeiträge benutzt werden. Hierbei werden bewusst nur wenige

Möglichkeiten der Textverarbeitung genutzt, damit der Umgang mit diesen Möglichkeiten

systematisch besprochen und eingeübt werden kann. Bildbearbeitung, Tabellenkalkulation und die

Aufbereitung von Texten für das Internet sollen in Klasse 5 und 6 noch nicht durchgeführt werden.

Es folgt im Medienkonzept nun eine Liste möglicher verbindlicher Unterrichtseinheiten /Projekte für die Mittelstufe.

Wir verweisen hier auf die Homepage unserer Schule unter :

http://www.hag-lengerich.de/schprog/medienerziehung/medienkonzept.htm

Georg Kubitz, StD

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Informatik: Ein Fach boomt

Ohne fundierte Kenntnisse über Computer und Internet ist heute nur noch in den wenigsten

Berufen auszukommen. Kein Wunder also, dass Informatik an den Schulen von den Schülerinnen

und Schülern gerne gewählt wird - sollte man meinen.

Die Realität sieht an den meisten Schulen des Landes NRW leider ganz anders aus. Es ist für

Schüler/innen der Oberstufe auf Grund der vielen Pflichtbindungen immer noch schwierig, das

Fach überhaupt zu belegen, obwohl die Bedingungen ab dem Schuljahr 02/03 etwas besser

geworden sind: Die Schüler/innen der Oberstufe müssen entweder zwei Naturwissenschaften oder

zwei Fremdsprachen durchgängig belegen. Nur als zweite(!) ,Naturwissenschaft' kann auch

Informatik gewählt werden.

So ist es nicht verwunderlich, dass im Regierungsbezirk Münster die Schulen an einer Hand

abzuzählen sind, an denen Informatik als Leistungskurs angeboten wird. Und das HAG gehört

dazu! Meist in Kombination mit einem Mathematik-LK wagen sich z.B. im Schuljahr 03/04 16

Schülerinnen und Schüler an den interessanten aber nicht einfachen Stoff der Oberstufe.

Datenstrukturen wie Listen, Schlangen, Stapel und Bäume, Such- und Sortieralgorithmen, Aufbau

und Abfrage von Datenbanken, Rechnerkommunikation und Internet, aber auch Bereiche der

„Theoretischen Informatik" wie Automatentheorie, formale Sprachen und Compilerbau gehören

zum Stoffumfang der Oberstufe. So gehören die Schülerinnen und Schüler des HAG nur in den

seltensten Fällen zu den über 50% der Studenten, die schon in den ersten Semestern ein Studium

des Faches Informatik, Wirtschaftsinformatik o.ä. wieder abbrechen.

Grundlage des Schwerpunktes Informatik am HAG wird schon im Differenzierungsbereich der

Klassen 9 und 10 gelegt. Hier bietet das HAG als einzige Schule im Umkreis seit längerem pro

Jahrgangsstufe zwei parallele Kurse im Fach Informatik an. Hier wird wesentlich

anwendungsorientierter als auf der Oberstufe in die Grundlagen des systematischen Lösens von

Problemen mit Hilfe von Computer und Internet eingeführt. Auch erste Erfahrungen mit der

Programmierung, dem eigentlichen Kern der Informatik, werden dort erworben. So stammt dann

über die Hälfte der Oberstufen-Informatiker/innen aus den Differenzierungskursen der Mittelstufe.

Abschließend soll erwähnt werden, dass die gute Geräteausstattung an unserer Schule sicherlich

ihren Teil zur Stärkung des Faches beiträgt.

Georg Kubitz

26


Schulfest am HAG 2002 – ein Fest, das seinem Motto in besonderem Maße gerecht

wurde

Nur ein Jahr nach dem großen Jubiläumsfest zum 40jährigen Bestehen unserer Schule feierte die

Schulgemeinde ein Fest, das vielen bis heute noch in besonderes guter Erinnerung ist und zu einem

besonderen Fest der Begegnung wurde.

Die Idee des Festes resultierte aus der Schulprogrammarbeit „Neue Medien im Unterricht“ als

Schwerpunkt im Schuljahr 2001/02.

Die Überlegungen, das Schulprogrammthema „Medien in der Schule“ publik und transparent zu

machen, führten zu dem Plan, dieses in ein Schulfest für die ganze Schulgemeinde einzubinden.

Die Verantwortlichen ließen sich von folgenden Überlegungen leiten:

Ein Schulfest könnte eine gute Gelegenheit bieten, die Medienarbeit der Schule in angemessener

Form zu präsentieren und der

großen Schulgemeinde einen

Einblick in die Möglichkeiten

pädagogisch sinnvoller Medienarbeit

zu ermöglichen. Das

Schulfest sollte möglichst einen

hohen Erlös bringen, um die mit

dem neuen Multi-Media-Raum

begonnene großzügige Neuausstattung

der Schule mit den

entsprechenden Geräten zu

ergänzen. Durch die Einrichtung

zusätzlicher und neuer Medienecken

für die Schüler sollte ein

schuleigener Finanzierungsbeitrag

die Identifikation steigern.

Beide Überlegungen sollten eingebettet werden in ein Rahmenprogramm, das dem Motto des

Festes „Kommunikation ohne Grenzen“ gerecht wurde.

Es sei vorweg gesagt: Bei der Umsetzung dieser Ziele wurden die Erwartungen weit übertroffen.

Im Rückblick lässt sich sagen, dass sich die Gäste von der Begeisterung der Schüler, die

zusammen mit den Lehrern viele ausgefallene Ideen und Aktivitäten entwickelten, anstecken

ließen, so dass an diesem Tag bis weit in den Abend hinein ein großes Fest gefeiert wurde.

Für den richtigen Auftakt und eine entsprechende Einstimmung sorgte das Fußballländerspiel

Deutschland gegen Kamerun im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2002, das bis 15.30 Uhr in

der Studiobühne auf einer Großleinwand übertragen wurde und an Spannung kaum noch zu

überbieten war. Die Freude und Begeisterung über den Erfolg der deutschen Mannschaft übertrug

sich so sehr auf die Schüler, dass diese beim unmittelbar anschließenden Sponsorenlauf den

Fußballern nacheiferten und im Wettlauf um die meisten Runden um das Schulgelände die

Sponsoren, für die in erster Linie Eltern, Großeltern, Verwandte, Nachbarn und Freunde der Schule

gewonnen wurden, etliche Euros aus der Tasche lockten. Selbst Lehrer ließen sich bei diesem

gewinnbringenden sportlichen Wettkampf nicht lumpen. So erlief sich Herr Dr. Wesselmann mit

großer Ausdauer eine beachtliche Summe, weil auch viele auf ihn gesetzt hatten.

Die Freude beim Wettkampf, aber vor allem der finanzielle Erfolg dieser Aktion für einen guten

Zweck übertraf weit alle Erwartungen mit einem Erlös von ca. 5000,- Euro. Dieser

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Programmpunkt verdient um so höhere Anerkennung, weil die Vorbereitung und Durchführung in

den Händen engagierter und sportbegeisterter Eltern lag, die sich um Frau Birgit Kanngießer als

Hauptorganisatorin zusammengefunden hatten.

Dem Sponsorenlauf schlossen sich dann bis 18.30 Uhr die Aktivitäten der Klassen und Kurse im

Schulgebäude und auf dem ganzen Schulgelände an. Oftmals gelang es den Besuchern nur, einen

kleinen Einblick zu nehmen, so vielfältig und interessant waren die Angebote.

Von den kulinarischen Angeboten der Fruchtgetränke in der Saftbar bis zur „Verständigung über

den Gaumen“ mit internationalen Gerichten reichte die Gaumenfreude. Geisterbahn, Tanzeinlagen,

englische Volkslieder oder das Mathe-Quiz einer 5. Klasse, um nur einiges zu nennen, waren die

Aktivitäten, die bei den Gästen die Zeit wie im Flug vergehen ließ. Viel Freude erlebten die

Besucher des Theaterspiels der Klasse 5c mit Spielszenen zum Thema „Verständigung“. Ihr ganzes

musikalisches Können zeigten die Lehrer beim musikalischen Cafe und fanden begeisterte

Zuhörer.

Während sich diese Angebote in der Schule

abspielten, stand auf dem Nordschulhof ein

englischer Sportwagen bereit, mit dem die Festgäste

für einen entsprechenden Obulus eine Spritztour

durch die Straßen rund um die Schule unternehmen

konnten.

Eine große Tombola mit vielen wertvollen Preisen,

die von Gönnern und Freunden der Schule gespendet

wurden, bescherten den Gewinnern eine große

Überraschung und den Organisatoren eine volle

Kasse. Auch die Versteigerung von Schülerarbeiten

aus dem Kunstunterricht fand großes Interesse bei

den Kunstliebhabern.

Den krönenden Abschluss

des Tages bildete dann die

gemeinsame Abschlussveranstaltung

in der

Dreifachsporthalle. Vor

vollen Rängen traten hier im

Stil der aus dem Fernsehen

bekannten 100-Mark-Show

Schüler, Lehrer und Eltern

im Wettstreit gegeneinander

an, um im Kampf um Punkte

und Ehre zu gewinnen. Das

Publikum sorgte durch das

lautstarke Anfeuern für die

richtige Wettkampfatmosphäre.

Eingebunden in die

Feier war die Ermittlung der

glücklichen Haupt-gewinner

der Tombola.

War der Tag als die Gelegenheit zur Kommunikation bereits ein Ereignis unvergesslicher Art, so

war die einige Tage später ermittelte Höhe des Reinerlöses das, was alle kühnsten Erwartungen

übertraf. Als alle Ausgaben und Einnahmen aufgelistet waren, ergab sich ein Reinerlös von über

9.000,- Euro. Hinzu kamen noch die großzügigen Geldspenden Lengericher Firmen, allen voran

die der Stadtsparkasse Lengerich und der Volksbank Lengerich/Lotte.

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Große Anerkennung fand die Idee der Hauptorganisatoren des Sponsorenlaufs, einen Teil des

Reinerlöses dieser sportlichen Einlage Kindern in der Dritten Welt zu Gute kommen zu lassen.

Nach Beschluss der Schulkonferenz wurden schließlich 5% des Gesamterlöses, d.h. 500 Euro, für

ein Kindergartenprojekt in Ghana gestiftet. Bei der feierlichen Inbetriebnahme des Multi-Media-

Raumes wurde stellvertretend Frau Kanngießer ein Scheck in entsprechender Höhe übergeben.

Mit dem Schulfest und dem harmonischen Miteinander hat die Schulgemeinde einmal mehr

bewiesen, dass Vergnügen, Spaß und Unterhaltung eine schöne und notwendige Ergänzung zum

Schulalltag sind und in idealer Weise das Wir-Gefühl stärken.

Schülerinnen vor den Computern in der Medienecke im 1. Geschoss

Und wenn man morgens vor dem Unterricht oder in den Freistunden die Schülergruppen in

der Medienecke vor dem Zimmer von Herrn Beckmann trifft, die vor den Computern sitzen

und im Internet surfen, dann wird man immer wieder an ein unvergessliches Schulfest mit

nachhaltiger Langzeitwirkung erinnert.

Dr. Alois Thomes, stellv. Schulleiter

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Schülerberichte über das Schulfest

An der Ausrichtung dieses Schulfestes waren alle Klassen und Kurse beteiligt. Der Erlös aus ihren

Aktivitäten wurde für die Finanzierung des neu einzurichtenden Multimediaraumes verwendet.

Einige Schülerinnen und Schüler haben den Verlauf des Tages in schriftlichen Beiträgen

festgehalten.

Eine Teezeremonie mit Einlage

Tatort:

Schülerbücherei, jedoch in einen Teesalon umgewandelt

Beteiligte:

Nele H., Kathrin P., Katrin S., Sarah P., Marina G.

Die Tat:

Es war am 21. 06. 2002. Am HAG war das Schulfest im vollen Gange. Die Klasse 6 c bereitete eine ihrer

Teezeremonien vor, alles verlief ganz normal, bis der Auftritt kam!!! Die Zuschauer nahmen ihre Plätze ein

und warteten gespannt auf den Auftritt der fünf Chinesinnen. Alles war perfekt geprobt worden. Der Tee

wurde so zubereitet und getrunken, wie es geübt worden war. Das Publikum war mäuschenstill- ... zu still.

Als der Auftritt dem Ende zuging, erhoben sich die fünf Chinesinnen. Nun sollten sie noch einmal um den

Tisch gehen und sich vor dem Altar verbeugen. Sarah P. ging als Erste, Nele H. als Zweite. Und plötzlich,

wie aus dem Nichts, geschah es, Nele H. verlor ihre Sandale, da aber diese Sandale einen Fußsteg hatte,

kam sie nicht wieder hinein. Verzweifelt versuchte sie, den Schuh anzuziehen, aber es dauerte lange- ... zu

lange, das Publikum wurde unruhig- ... sehr unruhig. Als Nele ihren Latschen wieder anhatte, fingen alle an

zu lachen. Die Chinesinnen verbeugten sich und verließen, ebenfalls lachend, den Raum.

Nele Hübner, Kathrin Peters, 6 c

30


Spritziges Schulfest

Nicht häufig sieht man in der Schule Schüler schwitzen. Aber beim Sponsorenlauf des Schulfestes war es

so. Eine weitere Besonderheit war ein Chor singender Lehrer. Zusätzlich wurde einem das Gefühl

vermittelt, an einem Karibik-Strand zu liegen, denn von einigen Schülern wurden exotische Fruchtdrinks

gemixt und angeboten. Nachdem man sich mit einem Orangen- , Erdbeer- oder Bananendrink gestärkt hatte,

konnte die eigene Lehrerkenntnis bewiesen werden, indem man sie an Hand von Kleinkinder-Fotos oder an

ihrer Stimme durch ein Plastikbecher-Telefon identifizierte.

Wem das zu harmlos war, der konnte sein Leben auf der Geisterbahn aufs Spiel setzen.

Aufs Spiel wurde aber nicht nur das Leben, sondern oft auch das liebe Geld gesetzt, und zwar im Casino de

Luxe und in der Bändchenziehbude, in der es tolle Preise zu gewinnen gab.

Sobald einen der kleine oder aber auch größere Hunger überkam, konnte man sich entweder an einer

leckeren, knackigen Bratwurst, einem saftigen Kuchen oder an einem Gericht internationaler Küche

ergötzen. Da es sich mit einem vollen Bauch nicht gut laufen lässt, wie jedem bekannt ist, war es so

bequem, sich von einem Oldtimer durch Lengerich chauffieren zu lassen oder gemütlich einer Tanzeinlage

zuzusehen.

Insgesamt war es ein sehr lustiger Nachmittag, der seine Krönung in einem Schüler- Lehrerduell in der

Dreifachsporthalle fand.

Anna Muntzos, Lisa Kruse, 7 a

Ein Ort des Grauens

Am 21. Juni 2002 fand endlich das Sommerfest des HAG statt. Jede Klasse hatte sich dafür eine Attraktion

ausgedacht. Die Klasse 8 c (wir) errichtete eine Geisterbahn. Viele von uns wurden zu erschreckenden

Gespenstern. Die Klassenräume und Flure verwandelten sich für die mutigen Besucher in finstere Gänge

des Grauens. Sie führten unter anderem an einem „blutigen“ Schlachtplatz und einer sich manchmal

bewegenden Wasserleiche vorbei. Die schrillen Schreie und dumpfen Geräusche von einer CD unterstrichen

die beängstigende Atmosphäre. Besonders für junge Besucher wurden die Minuten in den Gängen zu

spannenden Erlebnissen. Doch auch die Älteren erschraken, wenn sie von einem feinen Wasserstrahl

getroffen oder von einem Staubsauger erfasst wurden.

Am Abend war unsere Eintrittskasse sehr gut gefüllt. Wir spendeten das Geld ebenso wie alle anderen

Klassen für den Multimediaraum.

Neben der Geisterbahn bot das Schulfest noch eine Menge anderer Attraktionen, außerdem lief das WM-

Achtelfinalspiel Deutschland gegen USA, das wir auch noch gewannen. So war dieser Tag für alle ein

großer Erfolg.

Melanie Brickwedde, 8 c

Eine „saftige“ Angelegenheit

Wir postierten uns neben dem Jungenklo, um die Allgemeinheit auf unsere frischen und supergesunden

Säfte aufmerksam zu machen. Der erste Kunde, der schon eine halbe Stunde vor Beginn des Schulfestes

kam, war so begeistert, dass er sich gleich zwei Säfte bestellte.

Nach dem Fußballländerspiel, das für Deutschland positiv ausfiel, kamen die Kunden in Schwärmen zu

unserer Bar. Doch während Frau Pottgießer in der Pausenhalle sang, verfiel die Crew an der Saftbar in

Panik, als nach einer Weile die Orangen knapp wurden. Schnell trat Bastian Rickermann in Aktion und

rettete die Kundschaft vor einer Dürreperiode. Trotz dieser heldenhaften Tat waren die Gemüter immer

31


noch erhitzt, jeder schrie, so laut er konnte. Ein Flair von asiatischem Basar erfüllte die ohnehin schon vor

Hitze flimmernde Luft.

Um das Geschäft weiter anzukurbeln, liefen mehrere „Hawaiimädchen“ und „flotte Jungen“ aus der 8 a

mit voll beladenen Tabletts durch die brodelnde Menge und schenkten jedem, der ein „saftiges“ Trinkgeld

von 20 bis 30 Cent gab, ein herzerquickendes Lächeln. Das führte zu einer noch größeren Nachfrage nach

den Drinks. Doch während Erdbeer- und Bananendrinks auf ihre Kundschaft warteten, ging der frisch

gepresste Orangensaft weg wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“.

Aber auch das schönste Fest geht einmal zu Ende, doch wie sagt man so treffend: Ende gut, alles gut. Denn

als Ergebnis der schweren Bürden, die die fleißige Klasse 8a auf sich genommen hatte, waren 413 Euro in

der gut gefüllten Kasse, die für den lang ersehnten Medienraum gespendet wurden.

Ebru Bilgir, Madlin Möhrke, 8 a

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Einweihung des neuen Multimediaraumes –

Rede des Schulleiters vom 29.10.2002

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

verehrte Gäste, liebe Kollegen,

meine Damen und Herren!

Das Hannah-Arendt-Gymnasium hat Sie alle heute Abend zur Einweihung eines neuen

Unterrichtsraumes eingeladen – eigentlich kein Grund, so erlauchte Gäste wie Sie zu einem Gang

in die Schule zu bewegen. Dennoch wage ich die Vermutung, dass dieser Abend als eine

denkwürdige Veranstaltung in die Annalen unserer Schule eingehen wird. Es ist ein Glückstag für

unsere Schule, für unsere Schüler, Lehrer, Eltern und den Schulträger. Viele Köpfe und Hände

haben zusammengewirkt, um dies Kleinod einzurichten, diesen Raum, der auf mich wie ein Link

in unsere multimedial geprägte Zukunft wirkt.

Vielfältige Bemühungen der letzten Jahre kommen heute an ihr Ziel:

- Ein erster großer Bogen spannt sich von der Ausarbeitung unseres Schulprogramms (seit

1996) über unsere pädagogische Ganztagskonferenzen (die letzte im September

vergangenen Jahres) bis zur Realisierung dieses Raumes heute Abend.

- Am 21. Juni 2001 fassten die Westfälischen Nachrichten den Informationsabend einer

Arbeitsgruppe im Gymnasium Arnoldinum in Burgsteinfurt in der Schlagzeile zusammen:

„Das HAG braucht dringend einen zweiten Computer-Raum!“

- Im Rahmen der „e-nitiative.nrw-Netzwerk für Bildung“ haben Land und Schulträger Mittel

bereitgestellt, die es möglich machten, die schulinterne Planung zum Schwerpunkt „Lernen

mit neuen Medien“ praktisch umzusetzen.

- Und das letzte wichtige Datum auf dem Weg zum Multimedia-Raum war sicherlich unser

Schulfest am 21. Juni dieses Jahres, das unter dem Motto „Kommunikation ohne Grenzen“

nicht nur Freude bereitet, sondern auch die Herzen großzügiger Sponsoren geöffnet hat.

So ruht die Finanzierung dieses Raumes auf 4 Säulen:

1. Im Rahmen der sogenannten Budgetierung konnte die Schule in zwei Jahren Etatmittel im

Umfang von 30.000 DM einsparen.

2. Mit weiteren 60.000 DM haben die Stadt Lengerich und die e-nitiative NRW das Projekt

Multimedia-Raum gefördert.

3. Der Freundeskreis des HAG hat im Laufe von zwei Haushaltsjahren ebenfalls eine Summe von

30.000 DM zugeschossen.

4. Und im Rahmen des letzten Schulfestes haben Schüler, Eltern, Lehrer und Sponsoren noch

einmal eine Summe von ca. 30.000 DM zusammengebracht.

Dabei wurden die 18.000 DM , die das Schulfest einbrachte, gekrönt von den großzügigen

Spenden der Stadtsparkasse Lengerich und der Volksbank Lengerich/Lotte in Höhe von

insgesamt 10.000 DM.

Über allem könnte das Motto stehen:

„Gemeinsam sind wir stark“

37


Ich hoffe, Herrn Kubitz nichts vorwegzunehmen, wenn ich aus dem „Medienpädagogischen

Konzept“ unserer Schule nur zwei Sätze zu den Zielsetzungen der künftigen Arbeit in diesem

Raum zitiere:

„Angesichts der Tatsache, dass unsere Schülerinnen und Schüler in einer von Medien immer

stärker geprägten Welt leben, angesichts des rasanten Wandels der Medienwelt und des großen

gesellschaftlichen Einflusses der Medien und der Medienproduzenten halten wir die Vermittlung

von Medienkompetenz für eine zentrale Aufgabe der Schule. Ziel ist es, mit Medien und den

durch Medien vermittelten Informationen, Desinformationen und Manipulationsversuchen

zielgerichtet, sachkompetent, kritisch und verantwortlich umgehen zu können.“

Die löblichen Schritte auf dem Weg zur Medienbildung werden uns allerdings nicht den Blick

trüben auf die kritischen Einwendungen gegenüber dem Projekt „Medienkompetenz“.

Wir werden vielmehr prüfen:

- Was ist der didaktische Mehrwert der neuen Medien? Verlieren Schüler vor dem Computer

soziale Kompetenzen?

- Erweist sich das Internet als „pädagogische Falle“?

- Tritt an die Stelle des Experiments mit Reagenzgläsern und Bunsenbrennern die klinische

Simulation auf den Bildschirm?

- Erreichen die flotten Montagen oberflächlicher Internet-Infos das gedanklich

durchgearbeitete Referat?

Ich glaube nicht, dass die Animationen der neuen Unterrichtsprogramme das, was Bildung bisher

immer auch meinte - nämlich Anstrengung des Begriffs (Hegel) - in reinen Spaß auflösen können.

Echtes Lernen ist ohne Anstrengung und Konzentration nicht zu haben, digitales „Edutainment“ ist

eine pädagogische Illusion.

„Der Computer“, mahnt Hartmut von Hentig in einem Zeit-Artikel, „ist nur der Knecht. Er darf

nicht zum Schulmeister werden!“

Meine Damen und Herren, ich schließe mit einem herzlichen Dank:

An den Schulträger (Herrn Bürgermeister Prigge, die Ratsfraktionen, das Amt für Schule,

Sport und Kultur), an alle Sponsoren, an die gemeinsame Arbeit von Kollegen, Schülern

und Eltern. Und wenn ich den engagierten Einsatz von meinen Kollegen Georg Kubitz,

Rolf Zeppenfeld und Dr. Alois Thomes mit Freizeitausgleich belohnen sollte, dann müsste

ich jeden ein halbes Jahr lang vom Unterricht freistellen.

38


Begleiten Sie uns auf einem Tagesflug in diese Weltmetropole.

Lebendig, turbulent, faszinierend und hochmodern – dieses

alles alles ist ist LONDON. LONDON.

Mittwoch, d. 31. März 2004

Samstag, d. 19. Juni 2004

Samstag, d. 31. Juli 2004

Eingeschlossene Eingeschlossene Leistungen: Leistungen:

� Flug Flug mit mit Air Air Berlin Berlin ab/bis ab/bis Münster--Osnabrü

Münster Osnabrück ck nach nach London--Stansted

London Stansted

(Voraussichtliche (Voraussichtliche Flugzeiten: Flugzeiten: HIN: HIN: 07:25 07:25 -- 07.40 07.40 RÜCK: RÜCK: 20:40 20:40 –– 22:50 22:50 ))

� Flugsicherheitsgebühr

Flugsicherheitsgebühr

� Reisebegleitung Reisebegleitung vom vom Reisebüro Reisebüro Dittrich Dittrich ab/bis ab/bis Flughafen Flughafen FMO FMO

� Transfer Transfer mit mit dem dem London London Stansted--Expr

Stansted Express ess vom vom Flughafen Flughafen in in die die Stadt Stadt (Liverpoolstreet)

(Liverpoolstreet)

und und wieder wieder zurück. zurück.

� begleiteter begleiteter Stadtrundgang Stadtrundgang (zu (zu Fuß Fuß und und U--Bahn) U Bahn) durch durch die die Reisebegleitung

Reisebegleitung

� Tower Tower und und Tower Tower Bridge Bridge (ohne (ohne Besichtigung)

Besichtigung)

� BIG BIG BEN BEN (ohne (ohne Besichtigung)

Besichtigung)

� Parlamentsgebäude Parlamentsgebäude (ohne (ohne Besichtigung)

Besichtigung)

� Westminster Westminster

Abbey Abbey (Möglichkeit (Möglichkeit zur zur Besichtigung)

Besichtigung)

� Buckingham Buckingham Palace Palace (Wachablösung)

(Wachablösung)

� Madame Madame Tussaud`s Tussaud`s (Wachsfigurenkabinett) (Wachsfigurenkabinett) Besuch Besuch eingeplant eingeplant

� GOLDEN GOLDEN EYE EYE (weltgrößtes (weltgrößtes Riesenrad) Riesenrad) Möglichkeit Möglichkeit zum zum Mitfahren Mitfahren gegeben gegeben

Im Im Besichtigungsprogramm Besichtigungsprogramm sind sind keine keine Eintrittsgelder Eintrittsgelder

enthalten!!!!

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Der neue Multimediaraum.

Beachtlich waren die Anstrengungen, die Schüler, Eltern und Lehrer vollbrachten, um die

finanziellen Probleme zur Einrichtung und Ausstattung eines modernen Multimediaraumes –

früher einfach Computerraum genannt – zu bewältigen. Der Freundeskreis unterstützte die Schule

mit rund 15 000 €, ein Schulfest brachte fast 10 000 € auf die ‚Beine‘, Sponsoren wurden

geworben und halfen mit erheblichen Beträgen. Den größten Batzen allerdings steuerte die Stadt

Lengerich bei. Aus Mitteln der e-nitiative und aus eigenen städtischen Mitteln wurden der Schule

rund 45 000 € zur Verfügung gestellt.

Damit diese Gelder sinnvoll angelegt werden konnten, erarbeitet eine Gruppe aus Eltern, Schülern

und Lehrern ein Ausstattungskonzept, dessen Grundgedanke lautet:

Das Lernen steht im Vordergrund und nicht die Technik !!

Die im Medienpädagogischen Konzept des HAG unter ‚Änderung der Lernprozesse‘ und ‚Lernen

lernen‘ formulierten Grundsätze stellen klar, dass das Lernen mit Neuen Medien auch eine andere

Unterrichtskultur erfordert. Auf der Grundlage unserer pädagogischen Anforderungen wurde

gemeinsam mit der Firma Marko eine neue Tischform entwickelt: halbkreisförmige Gruppentische

für jeweils sechs Schüler/innen an drei Computerarbeitsplätzen.

Damit die Technik wirklich im Hintergrund bleibt, wurden Flachbildschirme gewählt, die etwas

niedriger als die Arbeitsflächen angeordnet sind. Teppichboden und Gardinen sollten für eine

angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen und vor allem den Lärmpegel bei Gruppenarbeit deutlich

dämpfen.

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Das Ergebnis unserer Überlegungen sehen Sie hier kurz nach der Fertigstellung :

Und hier aus ähnlicher Perspektive im Unterrichtseinsatz:

41


Erste Erfahrungen:

Der Raum wird von Schülern und Schülerinnen sowie von den Lehrpersonen sehr gut

angenommen. Mit 32 Arbeitsplätzen reicht er auch für die mittlerweile sehr großen Klassen an den

Gymnasien des Landes aus. Der Raum eignet sich sehr gut für das selbständige Arbeiten der

Schülerinnen und Schüler. Erläuterung der Aufgabenstellung und Präsentation von Ergebnissen

sind gut möglich; eine ganze Unterrichtsstunde frontal zu unterrichten, dafür ist der Raum

allerdings nicht gedacht.

Die Flachbildschirme haben sich sehr bewährt. Probleme mit Lichtreflexion sind nicht vorhanden.

Die Temperatur im Raum bleibt deutlich niedriger als in vergleichbaren Räumen mit

Röhrenmonitoren. Und die Kommunikation zwischen den Schülern und zwischen Schülern und

Lehrer ist jederzeit ungehindert möglich.

Für andere Unterrichtsformen und kleinere Gruppen eignet sich der bisherige ‚Informatik-Raum‘

mit rund 24 Schülerarbeitsplätzen. Denn auch die Arbeitsplätze in diesem Raum konnten im

Sommer 2002 mit den gleichen Rechnern wie der Multimediaraum ausgestattet werden.

Georg Kubitz, StD

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6. Hannah Arendt

Frühgeschichte und Archäologie im Dritten Reich

Vortrag am Todestag von Hannah Arendt

Lengerich. In diesem Jahr steht der 4. Dezember am Hannah-Arendt-Gymnasium erneut

ganz im Zeichen der Namensgeberin der Schule. Zur Erinnerung an ihren Todestag am 4.

Dezember 1975 gedenkt das HAG der jüdischen Philosophin, die 1933 Deutschland verlassen

musste und bis zu ihrem Tod 1975 in New York lebte. Gerade in den letzten Jahren haben

ihre philosophischen Betrachtungen in der Fachwelt eine besondere Aufmerksamkeit

erfahren. Ein Beispiel dafür ist unter anderem ihr jüngst erschienenes „Denktagebuch“ der

Jahre 1950 bis 1973.

In allen Klassen und Kursen des Lengericher Gymnasiums werden am 4. Dezember in der dritten und

vierten Stunde Leben und Werk der Namensgeberin im Mittelpunkt des Unterrichts stehen.

Am Abend wird um 19.30 Uhr in der Stadtsparkasse der ehemalige Schüler der Schule, Dr. Henning

Haßmann, zum Thema „Archäologie und Frühgeschichte im Dritten Reich“ referieren. Die Schule freut sich

auf das Wiedersehen mit dem ehemaligen Schüler. H. Haßmann (Abiturjahrgang 1982) ist Leiter des

Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover und hat sich neben seiner beruflichen

Tätigkeit in seinen Geschichtsforschungen in besonderer Weise dem Thema der Bedeutung der Archäologie

und Frühgeschichte im Dritten Reich gewidmet.

Seine Forschungsergebnisse wird er an diesem Abend der Schulgemeinde und dem Lengericher Publikum

präsentieren. Bei diesem interessanten Thema wird es in der anschließenden Diskussion sicherlich

genügend Gesprächsstoff geben.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 bis 13 sind im Geschichtsunterricht auf dieses Thema

aufmerksam gemacht worden und werden die Möglichkeit einer inhaltlichen Vertiefung in großer Zahl

nutzen. Die Schule geht aber davon aus, dass auch viele geschichtlich Interessierte im Umfeld der Schule

diese Gelegenheit nutzen werden, sich an diesem Abend mit der Problematik der Instrumentalisierung von

Unterricht und Wissenschaft im Nationalsozialismus auseinander zu setzen.

Inhaltlich ist dieses Thema gewissermaßen als Fortsetzung des vor drei Jahren vom ehemaligen Schüler der

Schule, Dr. Volker Remmert, gehaltenen Vortrags zu verstehen, der seinerzeit zum Thema „Mathematik

und Drittes Reich“ den Teilnehmern aufschlussreiche Einblicke in die Verquickung von Wissenschaft und

Politik zurzeit des Nationalsozialismus verschaffte. Der Bereich Archäologie und Frühgeschichte verspricht

ein ähnlich spannendes Thema zu werden.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgen Schülerinnen und Schüler des HAG mit einigen

Instrumentalbeiträgen.

Westfälische Nachrichten vom 28. 11. 2002

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Tecklenburger Landbote vom Mi., 04. 12. 2002

Archäologie spannend und witzig

Ehemaliger HAG-Schüler vermittelt faszinierende Einblicke in die Nazi-Ideologie

Lengerich. „Dass ein wissenschaftlicher Vortrag so spannend und witzig sein kann, hätte ich nicht

gedacht“ – so das Urteil einer Schülerin über den Vortrag des niedersächsischen

Landesarchäologen Dr. Henning Hassmann. Der ehemalige Schüler des Hannah-Arendt-

Gymnasiums (Abitur-Jahrgang 1982) war der Einladung der Schule gefolgt und sprach am

Mittwochabend über die Rolle der Archäologie im Dritten Reich – ein würdiger Abschluss des

diesjährigen Hannah-Arendt-Tages, des Todestages der 1975 verstorbenen Namensgeberin des

Gymnasiums, resümierte Schulleiter Dr. Hubertus Assig in seiner kurzen Begrüßung.

Heute gilt Archäologie als eine spröde und trockene Angelegenheit. Die Beschäftigung mit Vorund

Frühgeschichte scheint nur noch für Spezialisten interessant. Die Wissenschaft hat ein PR-

Problem. Das war allerdings nicht immer so. Für die Nazis war Archäologie die

„Kleeblattwissenschaft“. So prägnant und eingängig wusste Dr. Hassmann seine Position zu

umreißen.

Und er verstand es mit eindringlichen Bild und Textbeispielen die raffinierte Indoktrinationspolitik

der Nationalsozialisten erfahrbar zu machen.

Propaganda ist nur dann gut, wenn man sie nicht als solche erkennt, hatte Propaganda-Minister

Goebbels einst verkündet. Und die Wissenschafts- und Schulpolitik des „Dritten Reiches“

verfolgte diese Maxime konsequent. Dabei spielte die Archäologie eine nicht unwichtige Rolle.

Die Vor- und Frühgeschichte wurde verklärt, ideologische Werte in die Vergangenheit projiziert –

Heldenmut und Heimatliebe, Manneskraft und Frauentugend konnte schon bei den Germanen

gefunden werden. Die Nazis nutzen dabei die gesamte Palette der politischen Einflussnahme.

Dr. Hassmann präsentierte Beispiele aus Schulbüchern und pädagogischen Zeitschriften, Bildtafeln

und Jugendbüchern, Sammelbildchen der Firma Erdal und damals populären

Wissenschaftsmagazinen. Minutiös und witzig erläuterte er die Mechanismen der versteckten

Propaganda, scheute auch vor kalkulierten Modernismen nicht zurück – die „NS Frauen Warte“ ist

„die Brigitte des Dritten Reiches“ und das Hakenkreuz sein Logo.

Natürlich wird auch die Rolle der Jugendorganisationen beleuchtet. So hat etwa die Hitler-Jugend

(HJ) den „Ehrenschutz“ über vorgeschichtliche Bodendenkmäler übernommen und nachgerade

unsägliche Maximen formuliert: „Bodendenkmäler sind uns heilig“ und „Es ist geschmacklos,

gerade hier seine Butterbrote zu verzehren“. Die Jugend sollte Kraft aus der Vergangenheit für die

Bewältigung der Zukunft schöpfen, Frühgeschichte habe als Religionsersatz gedient.

Das Arsenal für diese Umerziehung lieferte eine Wissenschaft, die einen „faustischen Handel“ mit

den Nazis abgeschlossen habe, so deutete Henning Hassmann das Verhalten seiner Berufskollegen.

Gegen die Aussicht auf Forschungsmittel, Mitarbeiter, Lehrstühle und die Hoffnung auf eine

Karriere lieferte man Erkenntnisse und Fakten. Die Archäologie boomte, Ausstellungen und

Tagungen, eigene Forschungs- und Lehranstalten waren das Ergebnis.

Für Dr. Hassmann ergibt sich aus der Bewältigung der wissenschaftlichen Vergangenheit eine

Konsequenz. Als Archäologe darf man das Deutungsmonopol nicht den Ideologen überlassen, man

muss den Mut haben eigene Deutungsentwürfe zu liefern, mindestens zu sagen, wie es nicht war.

Vier Schülerinnen des Hannah-Arendt-Gymnasiums - Jennifer Rustige, Lena Böert, Kristin

Borlinghaus und Maren Höcker - umrahmten den Abend musikalisch-beziehungsreich mit den

Titelthemen aus „Schindlers Liste“ und aus „Jenseits der Stille“.

Karlheinz Arndt

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7. Aus dem Schulleben

Zwischen Tradition und Erneuerung – Die Skifreizeit am HAG

Geschichtliche Rückblicke haben bei manchen Lesern eher die Wirkung von Werbeblöcken im

Fernsehen, sie führen zum Abschalten. Deshalb sei hier nur der zarte Hinweis erlaubt, dass bereits

in den 60er Jahren die Grundlagen für das Skilaufen am damals noch Städtischen Gymnasium

gelegt wurden. Männer mit Pioniergeist, Herr Ratering und Herr Schwendy müssen darunter

gewesen sein, zogen mit ihren Schülerinnen und Schülern in den Harz, auf der Suche nach

Abenteuern und vermutlich auch nach Schnee. Holzskier mit Schraubkanten und Seilzugbindung

(böse Zungen sprachen von der Knochenbrecherbindung) und Lederschuhe mit knöchelhohem

Schaft und Schnürbändern kennzeichneten den Standard der Ausrüstung. Die Krönung der

damaligen Skitechnik war der Stemmbogen. Der Erlebnischarakter der Fahrt und ihr sportlichgeselliger

Schwerpunkt haben sich bis heute erhalten, Ausrüstung, Technik und Methodik des

Skilaufens dagegen sich erheblich gewandelt.

Spätestens in den 90er Jahren hat das Carven für revolutionäre Veränderungen im Alpinskilauf

gesorgt. Anfangs sehr umstritten und von konservativen Kräften innerhalb des Skilehrwesens als

bloße Modeerscheinung und äußerst unfallträchtig abgelehnt, ist es heute zur (allein)herrschenden

Größe zumindest auf dem Skimarkt geworden. Auf den Skipisten, sprich im Fahrverhalten der

Skiläufer, vollzieht sich der Wandel, bzw. die Revolution etwas langsamer, da auch die Skischulen

zum Teil eine erhebliche Trägheit bei der Übernahme der neuen Technik und Methodik an den Tag

legen und das, obwohl diese „das Skifahren leichter, verträglicher und dynamischer“ machen und

sich mit ihnen eine „neue Dimension des Könnens und Erlebens“ erschließt. (Prof.Dr. G.Stöcker

im Vorwort zum Lehrplan: SuperSki –radikal radial von Walter Kuchler).

Am Hannah-Arendt-Gymnasium haben wir sehr früh begonnen, die neue Lehrplankonzeption in

die Praxis umzusetzen und das, obwohl die erforderliche Umrüstung des Skikellers auf Carvingski

für eine Schule wegen der damit verbundenen Kosten keine leichte Sache ist. Hier hat uns der

Freundeskreis eine kräftige Starthilfe gegeben. Mittlerweile trägt aber auch die Privatausleihe

einen großen Anteil zur Finanzierung der Ausrüstung bei, die für den sportlichen Erfolg beim

Carven eine Schlüsselrolle hat.

Es ist hier nicht der Ort, um auf technische und methodische Einzelheiten dieser neuen Art Ski zu

laufen ausführlich einzugehen. Als sicher kann auch auf der Basis unserer eigenen Erfahrungen der

letzten Jahre gelten, dass die Ski wegen ihrer Kürze den Lernfortschritt der Anfänger beschleunigt

haben und durch ihre starke Taillierung enge Kurvenradien mit spektakulärer Innenlage

ermöglichen, die Emotionen schaffen, wie sie im traditonellen Skilauf immer mehr verloren

gingen.

Das Skilehrteam des HAG hat für die Zukunft voll auf Carving gesetzt und freut sich auch

künftigen Schülergenerationen einen Skiunterricht auf neuestem Stand der Entwicklung von

Skitechnologie, Skitechnik und Methodik bieten zu können, damit die Kursfahrt in der

Jahrgansstufe 11 auch weiterhin ein Highlight vieler Schülerinnen und Schüler bleibt, von dem sie

auch bei Ehemaligentreffen noch nach vielen Jahren gerne sprechen.

Ebenso die Zeitungsartikel, die Schüler nach Ablauf der Freizeit verfassen, sind ein Dokument

ihrer Begeisterung, wie der folgende Bericht aus dem Jahr 2003 zeigt.

Berend Riekena

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SKIFREIZEIT 2003 AM HANNAH-ARENDT-GYMNASIUM

Die schöne Zeit ging leider viel zu schnell vorbei!

Am vergangenen Freitag endete die Ski-Freizeit 2003 des Hannah-Arendt-Gymnasiums. Alle 65

Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen wohlbehalten und munter um 21.30 Uhr wieder in

Lengerich an. Sie waren von der 12-stündigen Busfahrt aus dem Ahrntal in Süd-Tirol erschöpft

und wurden herzlich von ihren Familien empfangen.

Begonnen hatte die Fahrt am Montag, dem 10. März. Nachdem am späten Abend alles sicher

verstaut war und jeder seinen Platz im Bus gefunden hatte, fuhren sie Richtung Nord-Italien ins

schöne Dorf St. Johann. Am nächsten Tag wurden die mutigen Abenteurer dort mit strahlendem

Sonnenschein begrüßt. Freudig bezogen sie ihre Zimmer, obwohl die Freude etwas getrübt wurde,

weil sich die Gruppe auf zwei Häuser verteilen musste. Es gab zum einen den sehr komfortablen

Tannenhof und dazu das kleine, aber feine Christiller-Haus. Die Unterkünfte lagen zwar für

spontane Besuche zu weit auseinander, aber die Begleiter hatten für jeden Abend einen Busverkehr

organisiert, der es ermöglichte, die Gruppe zusammenzuführen.

Am Mittwoch ging es dann endlich los und alle stiegen auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Dies

war vor allem ein besonderes Erlebnis für die zahlreichen Anfänger. Bei immer gutem Wetter

konnte – fast – jeder schnell enorme Fortschritte erzielen. Bereits am zweiten Tag waren die

Auffangzäune nicht mehr nötig und auch die Sturzgefahr für alle anderen Skifahrer wurde immer

geringer. Während die Anfänger an der Talstation ihre Technik verbesserten, vergnügten sich die

Fortgeschrittenen bereits in fast 2500 m Höhe auf den Pisten des Skigebiets Speikboden.

Allerdings erklommen an den darauffolgenden Tagen auch die „Ski-Küken“ Piste für Piste.

Jeden Abend war trotz des anstrengenden Programms niemand bereit sich zu erholen, sondern alle

wollten wilde Partys feiern. Diese begannen immer um 20 Uhr (eigentlich viel zu früh im

Vergleich zu heimatlichen Gewohnheiten) und hätten bis spät in die Nacht gedauert, wenn nicht

von den Lehrern um 23.00 Uhr die Nachtruhe angesetzt worden wäre. Jeder hatte seinen Spaß,

obwohl Alkohol nur in Maßen – waren etwa bayerische Ein-Liter Krüge gemeint? – erlaubt war.

Die letzte Woche verging wie im Flug. Mittlerweile waren alle soweit, dass sie für bestimmte

Zeiten ohne das „strenge Auge des Gesetzes“ in kleinen Gruppen fahren durften. Dies hielten

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natürlich alle für eine gute Idee, obwohl einige Sportskanonen die Gelegenheit schamlos

ausnutzten, bis sie die harte Piste mit blauen Flecken und einem lädierten Schlüsselbein aus ihren

Höhenflügen heraus riss. Doch auch dadurch ließ sich niemand beirren und alle feierten das

gemeinsam organisierte Bergfest in einer gemütlichen Almhütte. Höhepunkte waren die

vorbereiteten Aktionen der Skigruppen: So mussten zum Beispiel die Ski-Lehrer an ihren sportlich

durchtrainierten Waden erkannt werden. Wie so oft endete der Abend als er am schönsten war, und

die „armen Schüler“ mussten in dunkler Nacht, die nur durch Sterne und Fackeln erhellt wurde, zu

Fuß bis ins Tal hinunter laufen.

Am letzten Tag wurde abschließend eine Ski-Rallye veranstaltet, in deren Verlauf das in 10 Tagen

Skifahren angehäufte Wissen geprüft wurde.

Freitagmorgen begann die Rückfahrt und so manches Auge musste gegen die Tränen des

Abschieds ankämpfen.

Die Freizeit ist zwar jetzt zu Ende, aber die Bilder und Eindrücke werden uns noch lange begleiten.

Dieses harmonische Erlebnis wurde nur ermöglicht durch die jahrelange Erfahrung und sorgfältige

Planung der Lehrer und durch das Engagement der beiden Studenten Hermann und Tobias.

Tobias Brix, Julia Kersten, Lea Ritter

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Theater-AG der 5. Klassen

Seit März tun sich seltsame Dinge an dieser Schule...

Hält man sich aus irgendeinem Grund nichtsahnend an einem Donnerstag Nachmittag im Schulgebäude auf,

kann es passieren, dass einem alte Frauen mit Kopftüchern und Gehstock, Greise mit Strohhüten, fröhliche

Strandurlauber oder streng dreinblickende Busfahrer, attraktive Fitness-Studio-Besucherinnen oder

supercoole Schüler mit Sonnenbrille entgegenkommen, aber alle sind sie nur etwa 1,50m groß! Man fragt

sich, ob dies noch mit rechten Dingen zugehen könne, blinzelt, schaut noch einmal genauer hin, aber sie

scheinen echt zu sein, sprechen und bewegen sich genauso wie die genannten Personengruppen! Man kann

ja schließlich nicht ahnen, dass das HAG eine neue Theater-AG hat, in der sich Schülerinnen und Schüler

der 5. Klasse regelmäßig einmal pro Woche treffen und in die verschiedensten Rollen schlüpfen...

Es begann alles im März mit einer Gruppe von 25 hochmotivierten Schülerinnen und Schülern, die sich

unter der Leitung von Kathrin Reiter zusammenfanden, um das Abenteuer des Theaterspielens zu wagen.

Mit einem ausführlichen Kennenlernspiel, bei dem bereits Körper- und Namensgedächtnis gefordert waren,

kamen sich die Teilnehmer zunächst näher, erfuhren etwas über die anderen und konnten selbst ihre

Vorlieben und Hobbys einbringen. Dann kamen einige Wochen, in denen Spielübungen zur Körperhaltung

und Stimme, Bewegungen zu Musik sowie kurze Improvisationen und Ausgestaltung von vorgegebenen

Situationen im Vordergrund standen. Hier zeigte sich schon, mit wie viel Unvoreingenommenheit, Freude

und Fantasie die Schüler sich auf die betreffenden Übungen einließen und Humorvolles, aber auch

Ernsthaftes auf die Bühne brachten. Ungeahnte Talente kamen hier zum Vorschein und machten Lust auf

Mehr: ein ganzes Theaterstück sollte nun in Angriff genommen werden! Kurzfristig einigte sich die Gruppe

auf „Linie 23 – Die Busstory“ von Claus-Hinrich Müller – ein Stück, das ausschließlich in einem fahrenden

Bus spielt. Texte wurden angeschafft, Rollen verteilt und zum Teil umgeschrieben und mit Eifer stürzten

sich die nunmehr noch verbliebenen 22 Schüler in die Arbeit, wobei auch Zusatztermine nicht gescheut

wurden.

In dem Stück geht es um den coolen Alex, der seine Mitschüler jeden Tag von neuem im Bus terrorisiert.

Anne und „der Neue“, Tobias, finden mit Hilfe zweier jung gebliebener Rentnerinnen und dem Busfahrer

schließlich eine Lösung...

Bei Redaktionsschluss hatte leider noch keine Aufführung stattgefunden, da diese aus Zeitgründen direkt

vor die Sommerferien gelegt werden musste. Wir hoffen jedoch, dass alle Beteiligten nun im Nachhinein

sagen können, dass das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit sich sehen lassen konnte und dass die Spielfreude

und Einsatzbereitschaft aller Schülerinnen und Schüler Anlass zu einem riesigen Applaus gegeben hat!

Kathrin Reiter

48


Der Literaturkurs von Frau Heitmann der Jahrgangsstufe 12

51


Über 25 Jahre Theatergruppe (Thik)

Ein Bericht von Karlheinz Arndt

Am Freitag, 29. Oktober 1976, um 20.00 Uhr im Martin-Luther-Haus – zum ersten Mal öffnet sich

der Vorhang für ein Stück der Theatergruppe des (damals noch) Städtischen Gymnasiums. August

von Kotzebues „Deutsche Kleinstädter“ „entfachten Beifallsstürme“ titelten die Westfälischen

Nachrichten am nächsten Montag. Im Herbst 2001 jährte sich die erste Premiere also zum 25. Mal;

da wurde es Zeit zurückzuschauen.

Seit 1976 hatte die Gruppe 49 abendfüllende Stücke produziert, hatten Generationen von Schülern

mit Elan und Ausdauer, Spaß und Begeisterung immer wieder neu Texte ausgesucht und

umgearbeitet, Bühnenbilder entworfen und gebaut, Beleuchtungs- und Tontechnik angeschafft und

bedienen gelernt, gesungen und gespielt, gefeiert, wenn die Premiere geklappt hatte, und das

Publikum gewonnen, und ein bisschen getrauert, wenn der letzte Vorhang gefallen war.

Insgesamt haben über dreihundert Schüler und Ehemalige für das Lengericher Publikum Theater

gemacht, das besagt die Chronik unserer Gruppe. Jedes Stück hat es im Durchschnitt auf fünf

Vorstellungen gebracht, Rekordhalter war die Silvester-Komödie 2000, die „Pension Schöller“ hat

es zwölfmal gegeben. Den Theater-Bazillus wird man so leicht nicht wieder los! Das gilt nicht nur

für den Gründer und Leiter der Theatergruppe. Das betrifft auch viele Mitwirkende. Wir haben

schließlich zwei Ehemaligen-Gruppen aufbauen können und spielten in den letzten Jahren in jeder

Saison drei verschiedene Stücke. Was lag da näher, als das Jubiläum mit einer Theaterpremiere zu

begehen.

Am Mittwoch, 31. Oktober 2001, gab es das 50. Stück. Die Schülergruppe spielte natürlich wieder

im Festsaal der Westfälischen Klinik. Wir freuen uns, dass wir den Festsaal seit 1988 nutzen

können, das Ambiente ist einfach einmalig und schließlich hat diese Spielstätte ja auch Pate

gestanden bei der Namensgebung der Gruppe – seit damals heißen wir bekanntlich „Theater in der

Klinik“ (Thik). Und als Thik haben wir immerhin zwei Preise gewonnen – den Kulturpreis der

Stadt Lengerich und den des Kreises Steinfurt.

Das Jubiläumsstück war eine Komödie des großen italienischen Lustspieldichters Carlo Goldoni.

Der Zeitgenosse von Voltaire und Lessing hat Dutzende von Lustspielen verfasst, viele stehen

immer noch auf den Spielplänen der großen Theater. Ein Stück von Goldoni hatte die Gruppe noch

nie gespielt. „Die typisch südländische Komik des Stückes ist einfach umwerfend,“ meinte Hanna

Engelhardt – die Abiturientin spielte die Donna Catte, eine resolute Witwe mit Heiratsambitionen.

„Nach der Leseprobe waren wir noch nie so fertig wie dieses Mal – so sehr wurde gelacht.“ Und

noch etwas gefiel besonders den Darstellerinnen an dem Stück: „Endlich sind die Frauenrollen mal

größer und dankbarer als die Männerrollen!“

Die Komödie wurde unter dem Original-Titel gespielt. „Campiello“, das ist ein kleiner Platz in

einer Stadt, in diesem Fall in Venedig. Das Leben und Treiben der Anwohner, Zank, Streit und

Eifersucht, Liebessachen und Heiratsgeschichten, Zechprellerei und vieles mehr bilden den

Hintergrund einer an Überraschungen reichen Handlung. „Das beste aber sind die Charaktere. Da

hat jeder seine Eigenheiten, das kann man richtig gut herausarbeiten!“ Das war die Ansicht von

Bastian Rickermann. Er war damals im achten Schuljahr, aber der Zorzetto im „Campiello“ war

schon seine fünfte Rolle.

Natürlich wurde es wieder eine Komödie mit Musik. Harald Szobries, Musiklehrer an der

Musikschule, und Susanne Drerup-Christenhuß, Musiklehrerin auch am HAG, arbeiteten seit

Beginn des Schuljahres mit den Sängern und Musikern. „Da sind richtige Ohrwürmer dabei“,

urteilten die jungen Sängerdarsteller. Erstaunlich, denn viele Melodien stammen aus alten

Operetten. Anscheinend lohnt sich das Stöbern in verstaubten Notenbeständen, wenn man die

Melodien neu arrangiert und die Texte behutsam modernisiert.

Unser Jubiläum feierten wir allerdings nicht nur mit einer Premiere. Am 3. November, während

und nach der zweiten Vorstellung, hat es ein Treffen mit allen Ehemaligen gegeben, die Lust

hatten und Zeit fanden für einen Besuch in Lengerich. Am 4. November traf sich „Thik“ zu einem

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Empfang im Festsaal der Klinik. Dabei wurde eine kleine Theaterchronik vorgestellt:

Kurzcharakteristiken sämtlicher Stücke, die Namen aller Mitwirkenden, interessante Dokumente

und viele, viele Fotos. Interessierte Theaterfreunde können die Chronik noch immer erwerben.

Wir haben natürlich weiter gespielt. Silvester 2001 gab es „Sein oder Nichtsein“, die

Theateradaption des berühmten Spielfilm-Klassikers von Ernst Lubitsch, im Jahre 1942 entstanden

und im von den Deutschen besetzten Warschau spielend. Die Nazi-Darsteller agierten in Original-

Uniformen, die wir von einem Berliner Kostümverleih für viel Geld bezogen hatten. „Ausgefeilte

Dialoge, Charme und Esprit bilden an diesem letzten Tag des Jahres einen Silvester-Punsch der

besonderen Klasse“, lobten die Westfälischen Nachrichten.

Die 52. Produktion – Premiere war am 8. November 2002 – war ein antiker Klassiker:

„Amphitryon oder der Göttergatte“ nach Plautus, Moliere und Kleist. Unsere Version bot etwas

Besonderes – wir hatten die Geschichte vom Göttervater Jupiter, der sich in Gestalt des Feldherrn

Amphitryon an dessen Gattin heran macht, à la Offenbach aufbereitet, mit Melodien aus der

„Schönen Helena“ und aus „Orpheus in der Unterwelt“. Diese Produktion war allerdings auch von

einem Gefühl der Wehmut begleitet. Es war das letzte Stück, in dem Harald Szobries für den guten

Ton im Orchester sorgte. Er musste Lengerich aus beruflichen Gründen verlassen. „Danke, Harry!

– Tschüss! – Und viel Glück in Lübbecke!“

Seit dem 18. Mai 2003 wissen wir, dass Amphitryon auch für Sigrid Holthaus eine Dernière war.

Die Lehrerin und Kostümbildnerin aus Tecklenburg, zugleich das größte Schauspieler-Talent, das

die Freilichtbühne hervorgebracht hat, ist viel zu früh verstorben. Nicht nur die Kostüme, die sie

im Verlauf vieler Jahre für uns gezaubert hat, werden wir in Ehren halten.

Für das Silvesterstück 2002 hatten sich die Ehemaligen einen Schwank ausgesucht. Detlef

Dowidat, Fotograf von ThiK und Redakteur der WN rezensierte: „Auf der Alm, da gib’s koa Sünd’

– und im Theater in der Klinik erst recht nicht. Die Akteure verbreiteten am Silvesterabend Spaß

und Freud, paarten Humor und Komik und rissen das Publikum einfach mit. Sie zündeten eine

echte Silvester-Rakete des Frohsinns, entfachten ein Feuerwerk der Heiterkeit. Der Hochtourist,

ein Schwank von Curt Kraatz und Max Neal, begeisterte die Premierenbesucher.“ Zum zweiten

Mal bei den Ehemaligen dabei war Anna Hilgedieck, inzwischen Schauspielschülerin in Köln,

diesmal in der Rolle des Regerl. Detlef Dowidat urteilte: „Erst mit zittriger Stimme das schönste

Blümlein auf der Welt besingend, dann herzhaft weinend über den Verlust ihres Geliebten, dann

komödiantisch gut als Theater-Elevin. Einfach bestechend.“ Und Marc Rogge sorgte zum ersten

Mal für den richtigen Ton im Orchester, nachdem er in den Jahren zuvor schon am Flügel in den

Silvester-Stücken mitgewirkt hatte.

Nach dem überwältigenden Erfolg des „Hochtouristen“ – immerhin gab es wiederum zwölf

ausverkaufte Vorstellungen – wollten auch die Schülerinnen und Schüler vom Schwank-Boom

profitieren. Im Januar 2003 wurde mit den Proben zum „Bräutigam meiner Frau“ begonnen,

einer Komödie aus dem Jahre 1939, die den Ehemaligen nicht nicht so recht gelegen hatte. Sabine

Schäfer: „Das ist ein Stück für die SchülerInnen.“ Und sie hatte recht, in vier Monaten brachte die

inzwischen sehr versierte Schüler-Truppe einen perfekten Schwank aufs „Theater in der Klinik“.

Premiere war am 9. Mai 2003. Mit zehn Vorstellungen und 1639 verkauften Karten stellte die

SchülerInnen-Truppe einen Rekord auf.

Wie geht es weiter? Wir arbeiten am Programm für die Saison 2003/04. Im November wird es

ein Stück geben, in dem Ehemalige und SchülerInnen zusammen agieren – ThiK kann inzwischen

die Altersstruktur eines jeden Stückes adäquat besetzen. Zu Silvester planen wir eine sizilianische

Gaunerkomödie und nach Ostern spielt die Schülertruppe eine Kriminalkomödie nach Oscar

Wilde.

Doch wir planen schon weiter – am 9. Mai 2005 jährt sich der Todestag von Friedrich Schiller zum

200. Male. Thik hat eine Jubiläums-Vorstellung von „Wilhelm Tell“ ins Auge gefasst. Und auch

die Gempt-Halle könnte für ThiK eine echte Alternative zu den bisherigen Spielstätten werden.

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Sein oder Nichtsein

Amphitryon

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Der Hochtourist

Der Bräutigam meiner Frau

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„Wollen wir heute singen?" -ein Beitrag zum Musikunterricht -

„Wollen wir heute singen?" „Ich kann nicht singen..." „Jeder kann singen!" „Mag sein, aber ich

kann nicht r i c h t i g singen." „Wer bestimmt, was richtiges und was falsches Singen ist?" „Ich

singe schief, ich treffe einfach keinen Ton!" „Das kannst du lernen." „Ich bin aber unmusikalisch!"

„Vielleicht bist du weniger talentiert als andere, aber das heißt doch nicht, dass du nicht singen

lernen kannst. Oder verzichtest du auch auf das Rechnen, weil du keine mathematische Begabung

hast. Selbst Fahrradfahren will gelernt sein. Der eine lernt es sehr schnell, der andere fällt

zwanzigmal herunter, bevor es klappt, aber gelernt hat es noch jeder. So ist das auch mit dem

Singen." „Ich habe aber keine Stimme..." „Hast du nicht gerade gesprochen?" „Sehr witzig, ich

meine, ich habe keine s c h ö n e Stimme." „Wer sagt das?" „Ich sage das, und außerdem meckert

meine Schwester ständig: „Hör auf herumzuquäken, überlass das Singen denen, die eine Stimme

dafür haben, Robbie Williams oder Christina Aguillera zum Beispiel." „Ich kenne einige, die

stehen überhaupt nicht auf Robbie Williams' Stimme." „Der kann aber wenigstens singen!" „Jetzt

fängst du wieder d a m i t an!!! - Was eine Stimme interessant macht, ist vor allem der persönliche

Ausdruck. Das Wort 'Persönlichkeit' entstammt übrigens dem lateinischen 'personare', bezeichnet

also das, was bei einem Menschen 'durchklingt'. Und umgekehrt sagt man, die Stimme sei der

Spiegel der Seele, sie drückt etwas Wesentliches über dich aus. Möglicherweise ist deine Stimme

etwas dünn, dann bist du wahrscheinlich auch sonst ein zurückhaltender Mensch. Du könntest

beim Singen lernen, deine Stimme zu erheben, und das nicht nur, wenn du singst. Ist deine Stimme

beispielsweise schrill, dann könntest du über die Stimmbildung lernen, dass ein klangvoller,

resonanzreicher Stimmklang sich auf angenehmere Weise durchsetzt. Vielleicht würdest du dann

auch die Erfahrung machen, dass du als Person ausdrucksstark sein kannst, ohne dich übermäßig

anzustrengen." „Vielleicht, aber ich würde auf keinen Fall allein vor anderen singen!" „Das musst

du auch nicht, du kannst Gesangsstimmen ähnlich wie Blumen verwenden. Natürlich ist es

wunderschön, einen großen bunten Strauß aus allen Blumen des Gartens zu binden. Brauchst du

für einen bestimmten Anlass ein Gesteck, so wirst du wenige einzelne Blüten möglichst kunstvoll

arrangieren. Dekorativ ist auch eine einzelne Blume in der Vase, wobei ein rein weißes, zartes

Schneeglöckchen ebenso Wirkung erzielen kann, wie eine elegante Rose. Ein Blumenfreund wird

alle Möglichkeiten ausschöpfen - so geht es auch dem Sänger mit der Verwendung seiner Stimme."

»Aber es ist mir peinlich, wenn mir andere beim Singen zuhören." „Wenn du singst, zeigst du

etwas von deinem Wesen, deine Stimme sagt uns möglicherweise mehr oder etwas anderes über

dich, als das, was du uns von dir erzählst. Das ist natürlich gefährlich .... und gleichzeitig reizvoll.

Hinzu kommt, dass sich diejenigen, die selbst nicht den Mut zum Singen aufbringen, gerne über

dich lustig machen, wenn du es einfach wagst. Aber willst du dich nach denen richten?"

„Wollen wir jetzt singen?" Susanne Drerup-Christenhuß

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Schlechtes Wetter und gute Stimmung in Norddeich

Klassenfahrt der 6a und 6b vom 30. 6. bis 4. 7. 2003

Nach langer Zugfahrt bezogen die Schüler und Schülerinnen der Klassen 6a und 6b die Zimmer in

der Jugendherberge Norddeich. Die Jungen und Mädchen fühlten sich sofort in dem direkt am

Deich gelegenen Haus wohl. Trotz der beschwerlichen Anreise erkundeten sie neugierig die neue

Umgebung. Obwohl alle die zahlreichen Angebote und das anfänglich schöne Wetter für

ausgiebige Fußballturniere und Spiele am Strand nutzten, wurden viele noch zu später Stunde auf

fremden Fluren gesichtet.

In den nächsten zwei Tagen standen viele verschiedene Programmpunkte an, wie zum Beispiel ein

Besuch des Rettungsschuppens des DGzRS, des Norddeicher Maritimmuseums und der

ehrenamtlich geleiteten Seehundaufzuchtstation sowie mehrere Fahrradtouren, bei denen das

Wetter nicht immer mitspielte. Doch davon ließ sich keiner die gute Laune verderben. Ein

besonderes Highlight war für viele die barfuß absolvierte Wattwanderung mit „Niko“.

Den letzten Tag verbrachten alle bei schönem Wetter auf der Insel Norderney, von der alle dank

der interessanten Führung viele schöne Erinnerungen mitnehmen konnten. Auch die Innenstadt von

Norderney blieb nicht unerkundet.

Die abschließende Feier wurde aufgrund diverser spontaner Showeinlagen ein voller Erfolg.

Mit einem weinendem und einem lachendem Auge nahmen alle von Norddeich Abschied.

Philipp Gerloff

Robert Lejeune

Mona Hilgedieck

Katharina Storck

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KLASSENFAHRT der 6c nach Badow 2002

Es war ein ganz normaler Tag im Juni, genauer gesagt, der 30. Juni! 'Die Sonne stach vom Himmel

und wir (6c) fuhren mit der (dummen) 6b auf Klassenfahrt. Wohin nur? Genau! Nach Badow. Als

wir fuhren, langweilten wir uns, langweilten wir uns und noch einmal langweilten wir uns!!! Nach

langweiligen 4 Stunden .kamen wir an. "Ojeoje!" Erst fand nicht jeder seinen eigenen Koffer und

dann stellte sich heraus, dass das Haupthaus schöner und größer war als unsere mit Blumen auf

dem Dach bewachsene Dependance. Als wir in unserem „schicken" Häuschen ankamen, packten

wir alles aus, besser gesagt: schmissen wir alles in die Schränke. Am ersten Tag passierte viel: Die

Niederlage: Brasilien gewann im Finale gegen Deutschland (unsere Fahnen landeten danach im

Mülleimer), Isabell war sooooo wütend auf Kahn (Mandy), dass sie ihn/sie umbringen wollte!

Kahn flüchtete auf sein/ihr Bett und Isabell (auch Neuville genannt) sprang auf das Bett darunter

und trommelte mit den Füßen an das Brett von Kahns Bett. Danach verschwand Isy nach draußen

und Kahns Bett krachte zusammen! Kahn schrie auf: „Ahhhhhhhhhhhhhhhhhh

hhhhhhhhhhhhhhhhhh!" Dann saß Kahn so auf seiner/ihrer Matratze, offenbar nicht verstehend,

was eben passiert war. Der ganze Saal brach in schallendes Gelächter aus. Am nächsten Tag

begannen wir mit dem Reiten! Na ja, nicht alle: Die, die nicht reiten wollten, besuchten eine

Zirkusschule. Wieder zum Reiten: zwei Jungs sind geritten: Simon und Max. Am ersten Tag wurde

als Erstes gefragt, wer fortgeschritten wäre und wer nicht. Zuerst waren einige mit

Fortgeschrittenen zusammen und wollten halt zusammen ein Pferd haben. Aber als die sich dann

trennen mussten, gab es oft das große Geheule. Das Beste kommt erst noch: Judy hatte einen

Halbfriesen, der immer den Kopf hin und her, hoch und runter riss. Das alleine ist ja noch nicht

sooooo schlimm, aber dabei hat er dann auch noch gesabbert und Judy bekam es ins Gesicht. Ihr

könnt euch sicher vorstellen, wie Judy danach aussah...

Teilnehmer der Fahrt

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Hamburg-Exkursion des Differenzierungskurses 10

(23. bis 25. Mai 2003)

In jedem Jahr unternimmt die jeweilige Jahrgangsstufe 10 des Hannah - Arendt - Gymnasiums eine

Fahrt nach Hamburg. Sie dient den Schülern als Vertiefung und direktes Anschauungsobjekt für

die Fächer Erdkunde - Geschichte - Biologie im Differenzierungsbereich. Diese

Fächerkombination kann man in der 8. Klasse wählen. Jeder Schüler muss sich zwischen

Informatik, einer dritten Fremdsprache und Erdkunde mit Beifächern entscheiden und eines der

Fächer wählen. Wenn man sich für Erdkunde entscheidet, hat man in der 9. Klasse als

Kombinationsfach Geschichte. Im ersten Halbjahr der Klasse 10 wird Geschichte fortgeführt, aber

im zweiten Halbjahr wechselt es zu Biologie.

Nun fuhren auch dieses Jahr die beiden Differenzierungskurse zusammen nach Hamburg, um die

Stadt zu erkunden. Begleitet von den vier unterrichtenden Lehrern, Frau Leugermann und Herrn

Ebel für die Biologie sowie Herrn Heitmann und Herrn Dr. Thomes für die Erdkunde, wurden alle

Führungen und das sonstige Programm in Angriff genommen.

Gleich am ersten Tag, nachdem die Jugendherberge erklommen war und die Betten bezogen

waren, fand eine Führung in zwei Gruppen durch die Altstadt und ein Szeneviertel Hamburgs statt.

Hier erfuhren die Schüler, wie die Stadt einstmals aussah und wie sie sich entwickelt hat. Sehr gut

zu beobachten waren dabei die Veränderungen innerhalb einzelner Stadtteile, aber auch unter den

Stadtteilen selber. Die Häuser unterscheiden sich äußerlich, aber auch von innen. So kann man sie

leicht den gesellschaftlichen und sozialen Schichten, die darin lebten, zuordnen.

Am darauf folgenden Tag wurde der biologische Teil der Exkursion durch die Fahrt zum

„Mühlenberger Loch" absolviert. Das Ziel war eine kleine Bucht an der Elbe mit einem biologisch

wertvollen Süßwasserwatt, das verfüllt werden soll. Ein Flugzeugunternehmen will dort seine

Start- und Landebahn erweitern, was die Beseitigung eines ganzen Dorfes bedeuten würde, die

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Zerstörung eines Obstanbaugebietes, eine Verlegung des Deichs und eben die Zerstörung eines

großen Naturbereichs, wo noch heute seltene, geschützte Pflanzen wachsen und viele Tiere

anzutreffen sind.

Am Nachmittag des gleichen Tages führte eine einstündige Rundfahrt durch den Hafen. Die

Zunahme des Containerwesens ist überall zu sehen und somit auch die Verarmung der

traditionellen Werften und deren Umnutzung.

Danach nahmen die beiden Kurse eine Führung durch die Speicherstadt und das Hafengelände

wahr. Auch hier erfuhren alle Beteiligten viel über einen der wichtigsten Bereiche der Stadt, der

Arbeitsplätze bietet und Hamburg weltweit bekannt gemacht hat. Für die Zukunft ist eine

Vergrößerung und teilweise Modernisierung geplant, durch die noch mehr Arbeitsplätze und ein

großes Wohngebiet entstehen sollen.

Abends wurde den Schülern ein bekanntes Viertel Hamburgs gezeigt- St. Pauli, ein Teil der Stadt,

zu dem man nicht viel sagen kann, sondern den man selbst erleben sollte. Doch eins ist sicher,

abends ist es eines der begehrtesten Vergnügungsviertel, das sowohl für Männer als auch für

Frauen mit Kneipen und anderen Etablissements versehen ist.

Am dritten und somit letzten Tag war es allen Schülern freigestellt, einen Streifzug über den

Hamburger Fischmarkt zu unternehmen. Dort wird heute nur noch teilweise Fisch angeboten, dafür

aber Obst, Gemüse, Pflanzen und Kleidung aller Art. Besonders spannend ist es zu verfolgen, wie

einzelne Händler sich überbieten oder wie auch mit den Käufern gehandelt und gefeilscht wird.

Um Preise wirklich herunterhandeln zu können, bedarf es allerdings etwas Geschicks und

Standhaftigkeit, denn auch die Händler lassen sich nicht so leicht auf niedrigere Preise ein. Der

Fischmarkt ist nicht allzu groß, man kann dort aber trotzdem viel Neues entdecken und erleben.

Stellungnahme zweier Schülerinnen zu der Exkursion:

Hamburg ist eine sehenswerte Stadt mit vielen charakteristischen Stadtteilen, die sich dem

Betrachter erst durch gut geplante Stadtführungen erschließen. Hier sind besonders die sehr

motivierten und kundigen Begleiter zu loben, die es verstanden haben, uns trotz des schlechten

Wetters bei guter Laune zu halten.

Die Besichtigung des " Mühlenberger Lochs" war sehr langatmig und die entsprechenden Vorträge

stellten etwas einseitig die Interessen der betroffenen Bürger sowie der Umweltschutzorganisation

dar, ohne auf die Belange der Wirtschaft einzugehen.

Um das anstrengende Laufpensum zu reduzieren, sollte noch mehr auf die U-Bahn als

Transportmittel zurückgegriffen werden. Außerdem sollte den Schülern mehr Zeit für die

Verarbeitung der Eindrücke sowie die Selbsterkundung gegeben werden, unter Umständen durch

die Nutzung des Sonntags und einer späteren Abreise.

Abschließend kann man sagen, dass die Hamburg - Fahrt sich als besondere

Unterrichtsveranstaltung wirklich gelohnt und allen viel Spaß bereitet hat! Wir Schüler konnten

uns untereinander noch näher kennenlernen und in kleinen Gruppen unsere leider eng bemessene

Freizeit gestalten!

Silke Heemann

Lisa Lötters

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Alternativfahrt nach London

Am Montag, dem 28. Januar 2002 traf sich morgens ein Dutzend verschlafener Leute (zehn

Schüler und Frau und Herr Wesselmann) am Lengericher Bahnhof. Man war bereit, das

Unmögliche zu wagen und stieg in einen Zug, um in Richtung London zu fahren. Nach dem

Eurotunnel und somit ca. zehn Stunden Zugfahrt erreichte man in guter Stimmung endlich das

Shakespeare Hotel im Londoner Stadtteil Paddington.

Gleich am ersten Abend erkundeten wir die unbekannte Umgebung, insbesondere den

Picadilly Circus. Die erste Enttäuschung war das Frühstück am nächsten Morgen, welches aus

Toast, Butter, Ei und ,nicht zu vergessen, einer überaus „köstlichen“ Marmelade bestand. Wir

hatten uns doch mehr von dem vielgepriesen „englischen Frühstück“ versprochen. Wir milderten

dieses Problem durch den Kauf eines Glases Erdnussbutter.

In den nächsten Tagen erwartete uns eine ausgedehnte Sightseeing-Tour durch London mit

Zielen wie St. Paul’s, den Houses of Parliament, dem berühmten Wachsfigurenkabinett von

Madame Tussaud, dem British Museum, den Cabinet War Rooms (Kommandozentrale Winston

Churchills während des Zweiten Weltkriegs), dem Shakespeare Globe Theatre, dem Tower, dem

berühmten Londoner Kriminalgericht Old Bailey sowie weiteren Sehenswürdigkeiten, die unsere

Zeit ausfüllten.

Natürlich durften auch der Besuch in einem englischen Pub um die Ecke nicht fehlen.

Nachdem wir in den einmaligen Genuss englischen Bieres gekommen waren, zogen wir es jedoch

vor, bei weiteren Besuchen auf andere, wohlschmeckendere Sorten umzusteigen. Auch ansonsten

vermieden wir jede Gelegenheit, uns mit britischem Essen verwöhnen zu lassen; dafür besuchten

wir McDonalds, füllten unsere Mägen in der nahegelegenen Pizza zum Einheitspreis: “Eat as much

as you can“. Selbst ein Chinese verwöhnte uns in dieser Form. Auch einen Griechen ließen wir zur

Vervollständigung der Kenntnis des „englischen“ Speiseplans nicht aus.

Im Londoner Gericht Old Bailey‘s durften wir einer Gerichtsverhandlung beiwohnen. Es

ging um Mord! Nur verstanden haben wir nicht sehr viel, der Angeklagte sprach nicht gerade für

unsere Ohren gut verständliches Englisch. Aber wer hat schon mal in einem Gerichtssaal mit

einem des Mordes Beschuldigten gesessen!

Das British Museum bot viel alte Kultur – römische, griechische, ägyptische, babylonische,

assyrische, chinesische usw. – Kultur, Kultur, Kultur. Wer sich dafür interessiert, kann hier Tage

verbringen, aber so viel Ausdauer hatten wir nicht. So fanden sich nach einiger Zeit die meisten im

Umkreis des Museums wieder ein.

Für uns wesentlich interessanter war da schon der Besuch bei Madam Tussaud´s. Manche

Figuren sahen so lebensecht aus, dass man höflich darauf wartete, diese Person möge doch endlich

ihr Foto schießen, bis man feststellte, die ist ja nur aus Wachs. Thomas Gottschalk war allerdings

nicht so gut getroffen, wie unser kritisches Auge leider feststellen musste. Überrascht hat uns, wie

klein Arafat ist. Shakespeare ließ sich gerne mit Meike ablichten und Frau Wesselmann posierte

vor den Beatles. Anschließend erfuhren wir noch, dass Madame Tussaud diejenige war, die die

durch die Guillotine Verurteilten modelliert hatte und in London nach ihrer Flucht dieses

Wachsfigurenkabinett begründet hatte. Bei der Kuppel von St.Paul’s Cathedral mussten wir zwei

Anläufe machen – nicht dass wir die 365 Fuß nicht in einem Anlauf geschafft hätten; beim ersten

Besuch war die Kuppel wegen des Sturms jedoch gesperrt.

Auch Harrods stand auf dem Plan. Hier fehlte es an nichts, was man sich wünschte, nur uns

das nötige Kleingeld! Man konnte sogar in Euro bezahlen, wenn man wollte, wie auch bei Foyles,

das sich rühmt, die größte Buchhandlung der Welt zu sein. Das Angebot war auch hier beachtlich.

Nicht auslassen konnten wir Hamleys, das weltweit größte Spielzeuggeschäft, wenn ihr nicht

werdet wie die Kinder! Aber das musste sein.

Auch das Big Eye reizte uns, wie es da so am Ufer der Themse lag und sich mit seinen

Passagieren in schwindelerregender Höhe für ein Sight-Seeing über London drehte, die Preise für

eine Umdrehung waren allerdings auch schwindelerregend, so dass wir beschlossen, erst einmal

die Treppen der St. Paul´s Cathedral zu erklimmen, um uns von hier bei doch recht frischem Wind

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einen atemberaubenden Blick (nicht nur der Treppen wegen, die hatten es in sich) über London zu

gönnen.

Nach diesen anstrengenden neun Tagen bestiegen wir frohgemut und sangeslustig den Zug.

Der Brüsseler Bahnhof erwies sich nicht gerade als sehr europatauglich. Vergeblich warteten wir

auf dem für uns ausgewiesenen Bahnsteig auf unseren Zug, der uns Richtung Köln bringen sollte.

Doch der CGT nach Paris verharrte unverdrossen an seinem Platz, bis kurz vor der Abreise eine

Lautsprecherdurchsage auf Französisch (und nur auf Französisch!) erfolgte, man habe den

Bahnsteig für den Zug nach Köln gewechselt. In fliegender Eile schnappten wir unser Gepäck und

rannten in Richtung des neu ausgewiesenen Abfahrtsortes und erreichten etwas atemlos unseren

Zug.

Glücklich zu Hause angekommen freuten wir uns nach neun anstrengenden, aber schönen

Tagen auf unser Bett.

Teilnehmer der Kursfahrt nach London

Schulpartnerschaft

des Hannah-Arendt-Gymnasiums mit dem Alman Lisesi in Istanbul

Der Austausch mir der Deutschen Schule in Istanbul hat sich inzwischen im Fahrtenprogramm

unserer Schule fest etabliert. Der Zweijahresrhythmus, in dem diese Fahrt als Alternative zur

Skifreizeit durchgeführt wird, ist nur einmal als Folge des verheerenden Erdbebens in Istanbul

unterbrochen worden. Die Mischung aus Landeskunde, besonderen Sehenswürdigkeiten,

persönlichen Begegnungen und kulturellen Erfahrungen war bisher noch für alle mitfahrenden

Schüler ein Erlebnis. Die Stadt Istanbul übt auf jeden, der sich eine gewisse Zeit dort aufhält, eine

Faszination aus, der man sich kaum entziehen kann. Auf der einen Seite geschichtlich bedeutsam

und noch mit vielen Elementen einer Zeit und Lebensart, die es bei uns nicht mehr gibt oder nie

gegeben hat, auf der anderen Seite eine moderne Stadt mit aufgeschlossenen, westlich orientierten

Menschen, deren Denkweise der unserer jungen Leute sehr ähnlich zu sein scheint.

Neben der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und der Betrachtung der historischen Bedeutung

der Stadt ist mir besonders wichtig, dass es zu einer intensiven Begegnung mit den türkischen

Jugendlichen kommt, die für unsere Schüler quasi Gastgeber sind, auch wenn wir bei den beiden

letzten Fahrten grundsätzlich im Hotel gewohnt haben und die Besuche in den Familien zeitlich

begrenzt waren.

Auch in diesem Jahr hat im März wieder eine Fahrt stattgefunden. Die Vorbereitungen für diese

Fahrt begannen wie immer schon in den Monaten vorher, indem die Schülerinnen und Schüler sich

mit verschiedenen Themen zur Türkei und Istanbul auseinandersetzten und dazu auch

Ausarbeitungen erstellten. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden dann auf der inzwischen

erschienenen Homepage für die Schulpartnerschaft veröffentlicht. Mit den Ergebnissen der letzten

Jahre und der noch kommenden Jahrgänge wird dann hier hoffentlich eine gute

Informationsmöglichkeit für viele mit der Türkei zusammenhängende Themenkomplexe entstehen.

Ich hoffe sehr, dass wir diese Schulpartnerschaft fortsetzen und im Sommer dann auch wieder eine

Gruppe von türkischen Jugendlichen bei uns zum Gegenbesuch begrüßen können.

Uwe Jäkel

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Alternativfahrt nach Istanbul 11.3. – 21.3.2003

Es ist jetzt schon zu einer guten Tradition geworden, dass ein Teil der Schüler der Jahrgangsstufe

11 des Hannah-Arendt-Gymnasiums als Alternative zu der Schifahrt alle zwei Jahre nach Istanbul

fährt. So war die Metropole am Bosporus auch dieses Jahr das Ziel von 17 Schülerinnen und

Schülern, zusammen mit den begleitenden Lehrern Frau Julia Hüttmann und Herrn Uwe Jäkel,

dessen Kontakte zur Deutschen

Schule in Istanbul diese Fahrt

überhaupt möglich machen.

Zehn Tage lang hatten die

Schülerinnen und Schüler aus

Lengerich Gelegenheit, diese

faszinierende Stadt unter sehr

verschiedenen Blickwinkeln

kennen zu lernen. Sie erlebten

die bekannten touristischen

Höhepunkte wie z.B. die Hagia

Sophia, die Blaue Moschee,

den Topkapi Palast, die

Süleymaniye Moschee, den

Ägyptischen Basar und

natürlich auch den Großen

Gedeckten Basar. In den beiden Basaren lernten sie die orientalische Preisverhandlung kennen und

gewöhnten sich schnell an das Feilschen um einen zufriedenstellenden Preis. Herr Jäkel konnte

ihnen aber auch einen kleinen Einblick in weniger touristische Ecken der Stadt geben und führte

sie zu Wochen- oder Flohmärkten, zeigte ihnen die Entwicklung eines sogenannten „Gecekondus“

und versuchte deutlich zu machen, warum in manchen Stadtteilen eine Verbesserung der äußeren

Situation, in manchen auch eine Verschlechterung eintritt. Bei einem Besuch der „Evangelischen

Gemeinde in deutscher Sprache“ erfuhren sie etwas über die Deutschen, die in der Türkei leben,

die Möglichkeiten, aber auch

die Schwierigkeiten, die

besonders mit der Ausübung

der Religion verbunden sind.

Ein besonders wichtiger

Aspekt dieser Reise war die

Begegnung mit türkischen

Jugendlichen, mit türkischen

Schülern der „Deutschen

Schule“ in Istanbul. Frau Gabi

Holbach, die dort als

Auslandslehrerin tätig ist,

hatte diesen Teil der

Organisation übernommen.

Jeder deutsche Schüler und

jede deutsche Schülerin hatte

einen Partnerschüler oder eine

Partnerschülerin bekommen.

Am Wochenende waren die

Deutschen für fast drei Tage

bei den türkischen Familien und die türkischen Schülerinnen und Schüler nahmen auch an anderen

Tagen an einem Teil des Programms teil. Besonders bei der Schiffsfahrt zu den Prinzen-Inseln und

der Fahrt auf dem Bosporus konnte man sehen, dass es viele Gemeinsamkeiten gab und die

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Jugendlichen einen guten Kontakt miteinander hatten. Natürlich wurden auch Unterschiede bei

Einstellungen oder Sichtweisen deutlich, wodurch aber eher ein Voneinander- und

Miteinanderlernen hervorgerufen wurde, als dass Konflikte dadurch ausgelöst wurden. Zur

Überraschung aller gab es auch sehr viele gemeinsame Interessen und keine großen

Verständigungsschwierigkeiten. Da die Schüler und Schülerinnen der Deutschen Schule alle gut

Deutsch können, gab es natürlich auch keine Sprachprobleme. Ein häufig diskutiertes Thema war

natürlich der bevorstehende Irak-Krieg und mögliche Auswirkungen auf die Türkei und speziell

Istanbul. Für die Sicherheitslage wurden dabei keine großen Bedenken geäußert, da Istanbul doch

recht weit von der irakischen Grenze entfernt liegt. Im Südosten der Türkei sieht das natürlich

etwas anders aus und besonders im Siedlungsgebiet der kurdischen Bevölkerung könnte die Lage

sehr viel instabiler und unruhiger werden als sie in den letzten Jahren war. Nicht zuletzt befürchten

alle sehr negative Auswirkungen auf die Wirtschaft allgemein, auf die Wirtschaft der Türkei aber

ganz besonders. Trotzdem waren sicherlich die Eltern und auch die anderen an der Fahrt

Beteiligten froh, als die ganze Gruppe wieder gesund und munter pünktlich im Flughafen

Münster/Greven eintraf. Alle Teilnehmer an der Fahrt waren sich einig, dass sie viel gesehen und

erlebt hatten und das Wochenende erst einmal brauchten, um alles zu verarbeiten.

Uwe Jäkel

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Bericht über die Exkursion des Erdkundekurses 13 nach Brüssel

am 04. und 05. 11. 2002

Zu einer zweitägigen Exkursion fuhren 15 Schülerinnen und Schüler des Erdkundekurses 13 nach

Brüssel. Die aus Lengericher und Tecklenburger Gymnasiasten zusammengesetzte Gruppe unter

der Leitung von Herrn Pfohl und Frau Dröge nahm auf Einladung des EU-Parlamentariers Dr.

Graefe zu Baringdorf an einer Sitzung des Agrarausschusses am 5.11. 2002 teil. Der Abgeordnete

der Grünen-Fraktion ist stellvertretender Vorsitzender dieses Ausschusses.

Zuvor standen eine Information über die Institutionen der EU, eine Aussprache mit dem

persönlichen Referenten über die aktuelle europäische Agrarpolitik, die Besichtigung des

Plenarsaales und eine dreistündige Stadtführung auf dem Programm. Dabei erhielten die Besucher

einen umfangreichen Einblick in die Stadtstrukturen Brüssels und die städtebauliche Prägung, z.B.

durch die Institutionen der EU und die Konzentration weiterer Dienstleistungsfunktionen.

Ein Höhepunkt des Besuchs im Agrarausschuss war die Rede des Agrar-Kommissars Fischler über

die Veränderungen in der Agrarpolitik, die durch den Beitritt der osteuropäischen Staaten zur EU

zu erwarten sind. Darüber hinaus waren die Schüler beeindruckt von den Sitzungsabläufen und der

Simultanübersetzung im Saal, die manchen dazu verleitete, per Kopfhörer seine eigenen

Fremdsprachenkenntnisse zu überprüfen. Mit nach Hause nahmen alle einen Eindruck von der

Langsamkeit und den Problemen, aber auch von den stetigen Erfolgen der Europapolitik und von

der Aufbruchstimmung, die von der Internationalität dieses Ortes ausgeht.

Raimund Pfohl

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8. Abitur 2002 und 2003

Abiturientia 2002

Jgst.-Leiter/in: Frau StR‘ Lange/Herr OStR Höfig

Bartholomäus, Sebastian

Baumann, Hanno

Bauschulte, Kathrin

Beckmann, Jasmin

Beckmann, Kathrin

Bensmann, Boris

Bieletzki, Daniel

Blömker, Anne

Böert, Pia

Böhme, David

Brauckmann, Nicoletta

Buckenberger, Jenny

Christoffer, Oliver

Dollinger, Björn

Dömer, Sascha

Drees, Silke

Engel, Anna

Engelhardt, Hanna

Gürkan, Johni David

Haßmann, Bastian

Heinemann, Arne

Hellinger, Karolin

Hilgedieck, Anna-Katharina

Hülsheger, Anna Gesa

Hunecke, Daniel

Infantado, Mara Isabel

Jacobs, Friederike

Jah, Hawanatu Bettina

Jaschob, Sebastian

Kasch, Eckardt

Kipp, Lucas

Klingen, Kerstin

Koeltzsch, Caroline

König, Katharina

Krude, Christian

Laig, Daniel

Laue, Dirk Simon

Lötters, Kristin

Mikstacki, Kathrin

Niemeyer, Eva

Niermann, Nicolas

Osterhues, Anke

Paulien, Kathrin

Pyka, Andre

Rippin, Christina

Rovcanin, Sanela

Rücker, Melanie

Saatkamp, Matthias

Sandkämper, Kathrin

Scherer, Markus

Schwarze, Christian

Senkbeil, Silja

Sensen, Klarissa

Spannhoff, Björn

Stepanow, Konstantin

Stork, Mirian

Strauß, Johann Bernhard

Ukas, Tim

Uphoff, Bastian

Wieczorek, Ina

Windmöller, Daniela

Wittmann, Michael

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Abiturientia 2003

Jgst.-Leiter: Herr OStR Fähse/Herr OStR Remus

Bardelmeier, Eva

Beckmann, Denise

Berdelmann, Sara

Bergmann, Philipp

Berndt, Katharina

Blom, Christina

Böert, Patrick

Borlinghaus, Eike-Marie

Bremerkamp, Gesa

Derksen, Helene

Deske, Stefan

Diekamp, Karoline

Dolkemeier, Meike

Egbert, Maren

Eitemüller, Jörg

Glörfeld, Thomas

Große-Brinkhaus, Christine

Hammerschmidt, Jan

Hammerschmidt, Marc

Hollenberg, Anke

Holtkamp, Christine

Horstmeier, Denis

Hülsmeier, Kerstin

Kleinheider, André

Kloos, Paul

Kusnezov, Artjom

Langewisch Lasse

Laue, Wiebke

Lenz, Anne-Kathrin

Leugermann, Marie

Liese, Maren-Christin

Meyer, Anna-Kristina

Nagis, Dennis

Peters, Pascal

Pitters, Adelheid

Raß, Corinna

Riesenbeck, Julia

Rohling, Maja

Schallenberg, Franziska

Schallenberg, Kathrin

Schäperklaus, Anne Christin

Schwarz, Astrid

Schwarz, Matthias

Sommer, Christoph

Teepe, Nicole

Telljohann, Kristin

Thoms, Niclas

Ukas, Kirsten

Wagner, Carmen

Wittmann, Henrik

Yogarajah, Kayanthan

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Elternansprache Abitur 2003

Liebe Abiturientinnen, liebe Abiturienten,

sehr verehrte Damen und Herren des Kollegiums,

liebe Eltern und Angehörige,

sehr geehrte Gäste,

es ist für mich eine große Ehre, zugleich aber auch Freude, für die Elternschaft des

Abiturjahrganges 2003 einige Worte an Sie, insbesondere natürlich an die Abiturientinnen und

Abiturienten, richten zu dürfen. Mit dem heutigen Tag stehen 51 junge Menschen an der Schwelle

zu einem neuen, unbekannten Lebensabschnitt. Dies ist der geeignete Zeitpunkt, kurz in den

Rückspiegel des Schullebens zu schauen und wohlgemeinte Worte für die Zukunft zu finden.

Wenn man sich auf eine derart wichtige Ansprache vorbereitet, sucht man nach einem Aufhänger,

nach einem roten Faden, der die vielfältigen Gedanken, die man in einer solchen Situation hat,

miteinander verbindet. Natürlich dürfen dabei auch philosophische Ansätze nicht fehlen.

Da die Verabschiedung in einem sportlichen Umfeld stattfindet und ich ein sportbegeisterter

Mensch bin, möchte ich, was den roten Faden anbelangt, eine Anleihe beim Fußball machen.

Hinsichtlich des philosophischen Anspruchs greife ich auf die zumindest mir bekanntesten

Philosophen des 20. und 21. Jahrhunderts zurück, nämlich Sepp Herberger, Max Merkel und

Giovanni Trappatoni. Insbesondere Trappatoni hat während seiner Trainertätigkeit beim FC

Bayern München das deutsche Gedankengut maßgeblich bereichert.

„Ich habe fertig“.

Dieser, sein berühmtester Ausspruch, steht nun, liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

sinnbildlich auch für den von euch erreichten Schulabschluss.

Vor im Regelfall 9 Spielzeiten habt ihr das Spielfeld „Gymnasium“ betreten und seid Mitglied in

dem Verein „HAG“ geworden. Nach anfänglichem Abtasten in den Erprobungsstufen ist es euch

gelungen, euren Spielrhythmus zu finden. Im Laufe der Zeit konntet ihr auf sehr unterschiedliche

Art und Weise eure Fähigkeiten weiterentwickeln und Kenntnisse vertiefen. Den Technikern

unter euch Fußballern fiel alles wie von selbst zu. Mit geringem Aufwand, ja fast spielerisch,

wurden die Aufgaben gemeistert. Aber es gab und gibt auch Kämpfer in euren Reihen, die sich

vieles hart erarbeiten mussten und trotz mancher Frustration und Grenzerfahrung immer wieder in

das Spiel zurückgefunden haben. Beiden Spielertypen gilt unser Respekt und unsere Anerkennung

für das Geleistete.

Obwohl als Einzelkönner zunächst angetreten, seid ihr - dies belegt die Abiturzeitung - mit euren

individuellen Stärken und Schwächen zu einer harmonischen Einheit zusammengewachsen. Im

Laufe der 9 Spielzeiten gab es dabei Tage, Wochen, vielleicht auch Monate, da fühltet ihr euch

wie „Flasche leer“. Doch ihr konntet euch durch gegenseitigen Ansporn aus diesen Leistungstiefs

befreien. Jetzt sind es nur noch wenige Sekunden bis zum erlösenden Abpfiff, dann hat der

Klassenkampf für euch ein Ende.

Dass ihr vor dem möglicherweise größten Erfolg eurer noch jungen Karriere steht, habt ihr in erster

Linie euch selbst, darüber hinaus aber auch den Trainern, sprich Lehrerinnen und Lehrern, zu

verdanken.

„Mit Zuckerbrot und Peitsche“

so lautet der Titel der Trainerbiographie von Max Merkel. In diesem Sinne durftet ihr in den 9

Jahren unterschiedliche Trainingsmethoden und Trainer kennen lernen. Die einen standen ruhig

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eobachtend in der Coaching-Zone, analysierten eure Stärken und Schwächen und stimmten das

Spielsystem, den Unterricht, auf eure Fähigkeiten und Möglichkeiten ab. Sie achteten darauf, dass

euch einerseits Erfolge nie zu Kopfe stiegen und andererseits Niederlagen nicht umwarfen.

Ihr musstet aber auch Situationen erleben, wo Trainer wild gestikulierend an der Seitenlinie auf

und ab liefen und versuchten, euch dadurch zu Höchstleistungen zu bewegen. Und wenn dies nicht

zu fruchten schien, wurde ein Sondertraining angesetzt oder gar die Auswechslung nebst

Verbannung auf die Tribüne angedroht. Wie oft war in all den Jahren die Schelte zu hören, dass

ihr euer eigentliches Leistungspotenzial nicht abruft und Chancen nicht nutzt?

Sei´s drum. Alle Trainer haben auf ihre Art und Weise Anteil daran, dass ihr den angestrebten

Abschluss erreichen und damit eine hervorragende Basis für eure Zukunft legen konntet.

Sehr verehrte Damen und Herrn des Kollegiums,

Im Namen der Elternschaft darf ich mich bei Ihnen, bei allen Trainern für die Zuwendung und

Ermutigung, die unsere Kinder über all die Jahre hinweg erfahren durften, bedanken. Ich sage

Dank für ihr großes Engagement, mit dem Sie aus unseren Kindern das herausgelockt haben, was

in ihnen steckt.

An dieser Stelle möchte ich kurz den Teamchef hervorheben. Ähnlichkeiten sehe ich nicht nur in

der Haarfarbe und dem Oberlippenbart. Als Rudi Völler des HAG führten Sie, sehr geehrter Herr

Dr. Assig, nicht nur diese Mannschaft erfolgreich zum Ziel. Seit dem 09.02.1979 tragen sie

Verantwortung für dieses Gymnasium und haben seither zahlreiche Teams kommen und gehen

sehen. Mit Auslauf dieser Spielzeit, oder besser gesagt dieses Schuljahres, treten Sie in den

wohlverdienten Ruhestand. Ohne Ihrer Verabschiedung in wenigen Tagen vorgreifen zu wollen,

möchte ich mich bei Ihnen in besonderem Maße für Ihr positives Wirken bedanken und wünsche

Ihnen im Namen nicht nur dieser, sondern auch vergangener Elternschaften alles Gute für Ihren

weiteren Lebensweg, Glück, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit.

Bei dem Fußballspiel, was ich vor Ihnen ausgebreitet habe, fand eine Personengruppe bisher keine

Erwähnung: die Zuschauer.

Liebe Eltern,

auch wir konnten ein wenig zu dem heutigen Erfolg unserer Mädels und Jungs beitragen. Uns kam

während der Schulzeit die Funktion von leidgeprüften und/oder euphorischen Zuschauern und

Fans zu. Wie haben wir mit den Spielern dieser Mannschaft gehofft, gezittert und gelitten, ab und

zu vielleicht auch gestritten? Hin und wieder gab es sogar Niederlagenserien zu verkraften, die

dann zwangsläufig zu Unmutskundgebungen auf den Rängen und zu Trainerdiskussionen führten.

Aber, und dies ist die andere Seite der Medaille, wir durften mit euch, liebe Abiturientinnen und

Abiturienten, auch jubeln, kleine und große Erfolge feiern und euch nach Siegen auf den

Schultern vom Platz tragen.

Wir, die treusten Fans, sind jetzt zum Ende der Spielzeit stolz auf das von euch Geleistete und

gratulieren sehr herzlich zu dem tollen Erfolg, den ihr heute vollendet. Nehmt den Applaus des

Publikums als verdienten Lohn für eure Bemühungen entgegen.

Aber, und dies ist die alte Fußballweisheit von Sepp Herberger:

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

Ihr werdet jetzt zu anderen Vereinen, auf andere Spielfelder wechseln, die da heißen: Studium,

Ausbildung oder Wehr- bzw. Ersatzdienst. Ihr tauscht quasi den behüteten Amateurstatus gegen

das harte Profitum, verlasst das homogene Umfeld der Schule, in dem ihr groß wurdet, und

betretet eine neue Welt, die euch noch unbekannt ist, in der ihr aber auch selbst Fremde,

unbekannte Größen seid. Trappatoni fasste dies seinerzeit mit der Aussage zusammen:

70


„Struuunz, wer ist Struuunz“.

Will heißen: auf den neuen Spielfeldern müsst ihr euch von Tag zu Tag neu bewähren. In der

neuen Umgebung werdet ihr dabei einerseits größere Freiheiten genießen, andererseits aber

unverändert gewisse Spielregeln einhalten müssen. Auch Ausbildung, Studium und Beruf machen

es erforderlich, sich einzuordnen und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Bei allem Neuen, was euch erwarten mag, bleibt eines jedoch erhalten: nämlich die

Notwendigkeit, weiter zu lernen, auch wenn ihr dies möglicherweise gerade an diesem Tag nicht

wahrhaben wollt. Nur derjenige, der bereit ist, immer wieder zu trainieren, seine Qualitäten und

Fähigkeiten weiterzuentwickeln, erhält die neue Spielklasse oder darf von einem Aufstieg

träumen.

Wir, eure Fans, eure Eltern, können euch zwangsläufig nicht mehr wie in der Vergangenheit zu

jedem Spiel begleiten. Mehr denn je seid ihr für das, was ihr aus euren Veranlagungen macht,

selbst verantwortlich. Wir werden euch dabei allerdings nicht aus den Augen verlieren und

Unterstützung leisten, wo immer ihr sie benötigt oder einfordert. Macht bitte hinreichend davon

Gebrauch, denn der Spielball des Lebens wird, insbesondere was eure Generation anbelangt,

sicherlich nicht leicht sein.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

in meiner Funktion als Fanbeauftragter und damit stellvertretend für alle Eltern möchte ich euch

kurz vor dem Abpfiff der Spielzeit „Schule“ noch einige Wünsche mit auf den Weg geben:

Ich wünsche euch für die Zukunft gut bespielbare Plätze und gut geführte Vereine, einen

Ausbildungsplatz und Beruf, der euch ausfüllt und zufrieden stellt, ein Studium, das euch nicht nur

Spaß macht, sondern auch weiterbringt.

Ich wünsche euch Menschen, neue Mitspieler, Trainer und Fans, denen ihr Vertrauen schenken

könnt und die euch eine gute Orientierung auf euren künftigen Wegen geben.

Ich wünsche euch Kraft und Mut, nicht aufzugeben, auch wenn Hindernisse den Weg zum Tor

einmal versperren, und ich wünsche euch Freunde, die helfen, wenn die eigenen Kräfte einmal

nicht ausreichen.

Ich wünsche euch Energie und Selbstbewusstsein, Ideenreichtum und Begeisterungsfähigkeit für

die Spiele, die es künftig zu gewinnen gilt.

Und ich wünsche euch vor allem Glauben an eure Fähigkeiten und Freude am Leben, dann kommt

vieles, dann kommen die kleinen und großen Erfolge, von selbst.

Abschließen möchte ich mit einer Bitte: Vergesst auf euren Wegen in die Zukunft, bei den

künftigen Erfolgen, die ihr erzielen werdet, diejenigen nicht, die hierzu den Grundstein gelegt

haben: eure „alte“ Schule, eure Trainer und eure treuen Zuschauer. Und was mir ebenso wichtig

erscheint: Haltet untereinander Kontakt. Tauscht die Erfahrungen, die ihr auf den neuen

Spielfeldern sammelt, untereinander aus. Denn Wissen ist ein unerschöpfliches Gut, das sich durch

teilen vervielfacht und nicht verbraucht.

Mit einem nochmaligen Glückwunsch zu dem bestandenen Abitur gebe ich den Ball für die letzten

Spielzüge frei.

Herzlichen Dank für Ihre, für eure Aufmerksamkeit. Auch............

Lengerich, 27. Juni 2003

Achim Glörfeld

„Ich habe fertig.“

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Abitur 2003 27.06.2003

Ansprache des Schulleiters

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

verehrte Eltern und Gäste,

meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich knüpfe an das sportliche Szenario an, das Herr Glörfeld soeben vor unseren Augen entworfen

hat, und sage: Was kann einem Rudi Völler mehr Freude machen, als Euch nach einem guten Spiel

und einem verdienten Sieg herzlich zu gratulieren. Heute neigt sich für 51 Abiturienten eine 13jährige

Schulkarriere ihrem Ende zu – und wer wollte leugnen, dass die heutige Zäsur in der noch

jungen Lebensgeschichte unserer Abiturienten von Empfindungen des Abschieds, aber auch des

Aufbruchs zu neuen Ufern geprägt ist.

Nach den Prüfungsanstrengungen der letzten Wochen stellt sich heute eine Atmosphäre der

Gelöstheit und Freude ein. Im Mittelpunkt aller Ehrungen und des ganzen Programms heute Abend

steht Ihr, liebe Abiturienten, und die versammelte Festgemeinde freut sich mit Euch über Euren

schönen Erfolg, das bestandene Abitur als Krönung Eurer gymnasialen Schullaufbahn.

Wenn ich mich nun im Namen der Schulgemeinde und insbesondere im Namen des Kollegiums

des HAG von unseren Abiturientinnen / Abiturienten verabschiede, dann möchte ich dieses in zwei

Gedankenkreisen tun.

Zunächst der Versuch, aus meiner Sicht einige bleibende Eindrücke von unserer Abiturientia 2003

festzuhalten, danach zwei Momentaufnahmen, die auf ganz verschiedene Weise Rückschau auf

Schule halten und mir Gelegenheit geben zu einigen ganz persönlichen Wünschen an unsere

Abiturienten.

Eindrücke und Spuren der Abiturientia 2003

Ich habe das Glück gehabt, viele Abiturienten dieses Jahrgangs in zwei eigenen Grundkursen –

einem Philosophie- und einem Latein-Kurs – persönlich kennen zu lernen. Wenn ich verrate, dass

ich die dem Latein ergebenen Schülerinnen in Anspielung auf die Gemälde einer Villa in Pompeji

häufig mit der vertraulichen Anrede Casti amanti begrüßt habe, dann spiegeln sich schon in dieser

Art unseres Umgangs Freundlichkeit, Vertrauen und Offenheit. Und ich glaube, dass die meisten

Eurer Lehrerinnen und Lehrer ebenso empfunden haben: Der Umgang unter Euch und mit den

Lehrern war menschlich angenehm, sehr persönlich und geprägt von freundlicher Offenheit.

Das sind Tugenden, die Ihr Euch bewahren und auf Eurem weiteren Lebensweg erhalten solltet.

Bei einer erfreulich großen Schülergruppe haben Lernmotivation und eine verlässliche

Arbeitshaltung zu einer imponierenden Leistungsspitze geführt.

Immerhin haben 5 von 51 Abiturienten eine „1“ vor dem Komma ihrer Abiturdurchschnittsnote,

darunter eine Schülerin von den beiden, die von der Klasse 10 in die Jgst. 12 vorversetzt worden

sind. Ich freue mich mit Euch über die Früchte guter Arbeit und drücke Euch meine Anerkennung

aus. Allen Lehrerinnen und Lehrern, die unsere Abiturienten mit viel Geduld, persönlicher

Beratung und Ermutigung zu diesen Erfolgen geführt haben, möchte ich hiermit ein großes

Kompliment machen und ihnen den Dank der Schule aussprechen – insbesondere den beiden Jgst.-

Leitern, Herrn Fähse und Herrn Remus – aber auch Herrn Heitmann als dem verantwortlichen

Oberstufenkoordinator.

Ein anderer Teil der Abiturienten hat offenbar noch Ressourcen, die bisher sozusagen unter den

Scheffel gestellt und noch nicht deutlich genug ausgereizt worden sind. Studium und Beruf werden

für diese Gruppe eine schärfere Herausforderung bedeuten und ihr mehr Einsatz abverlagen: Bei

rechtzeitiger Mobilisierung der verborgenen Reserven werden die künftigen Anforderungen

gemeistert werden können.

72


Gratulieren möchte ich von dieser Stelle aus 4 Abiturienten, die sich über den schluischen Rahmen

hinaus ausgezeichnet haben:

Christoph Sommer ist es zum zweiten Mal gelungen, im Rahmen des Bundeswettbewerbs

Mathematik einen 1. Preis zu gewinnen, verbunden mit der Einladung zur zweiten

Wettbewerbsrunde: Gratulation!

Erstmals an unserer Schule hat Jan Hammerschmidt im Rahmen der Abiturprüfung eine sog.

„Besondere Lernleistung“ vorgelegt. Er hat die Aufgaben des Bundeswettbewerbs Informatik mit

Auszeichnung gemeistert und damit nachfolgenden Jahrgangsstufen eine Steilvorlage geliefert.

Auch Dir Anerkennung und ein Glückwunsch.

Zur Förderung der Physik in den Schulen beteiligt sich das HAG seit einigen Jahren an Aktionen

der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Ich freue mich, dass in diesem Jahr die Abiturienten

Christoph Sommer, Patrick Böert und Jan Hammerschmidt mit dem Buchpreis 2003 dieser

Gesellschaft und einer einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft ausgezeichnet worden sind. Ich

werde Euch Buch und Urkunde zusammen mit dem Abiturzeugnis überreichen.

Die Abiturientia 2003 hat auch auf anderen Feldern Spuren hinterlassen:

Da sind zunächst Eure musischen Fähigkeiten.

Dem Theaterspiel unserer Schule werden mit Marie Leugermann und Astrid Schwarz Talente

fehlen, die zu Publikumslieblingen großer Theaterabende aufgestiegen sind. In Zusammenarbeit

mit Herrn Arndt hat sich ein Backstage-Team herausgebildet, dessen dramaturgische und

technische Erfahrung der Schule hoffentlich nicht ganz verloren gehen.

Ich appelliere an Denise Beckmann, Kayanthan Yogarajah, Pascal Peters, Marc Hammerschmidt,

Deniz Nagiz, Franziska Schallenberg und Matthias Schwarz: Bleibt dem Theater in der Klinik treu!

Und die Musikszene?

In meiner Oldenburger Schulzeit galt der Chor als eine Art Eheanbahnungsinstitut. Vielleicht liegt

es in Lengerich an dem Charme und der Begeisterungsfähigkeit von Frau Drerup-Christenhuß,

dass eine erstaunlich große Schülergruppe in ihrem Schulchor mitgewirkt hat.

Philipp Bergmann, Katharina Berndt, Christine Blom, Patrick Böert, Gesa Bremerkamp, Karoline

Diekamp, Jörg Eitemöller, Christine Große-Brinkhaus, Jan und Marc Hammerschmidt, Christine

Holtkamp, André Kleinheider, Paul Kloos, Wiebke Laue, Adelheid Pitters, Julia Riesenbeck,

Kathrin Schallenberg, Christoph Sommer, Niclas Thoms, Kirsten Ukas und Carmen Wagner.

Die Schulgemeinde wird Euch vermissen.

Auch Herr Tewes muss Verzicht lernen, wenn Julia Riesenbeck, Eike-Marie Borlinghaus, Thomas

Glörfeld und Kerstin Hülsmeier das Schulorchester schnöde verlassen.

Mein Dank richtet sich sodann an jene Schüler, die in verschiedenen Gremien und AG´s der Schule

Einsatzfreude gezeigt haben.

Von der Jgst. 10 bis zur 13 haben Marie Leugermann, Meike Dolkemeier, Christine Holtkamp,

Maja Rohling und Astrid Schwarz sich in der Aids-AG engagiert und durch die eindrucksvolle

Gestaltung des jährlichen Welt-Aids-Tages ganze Schülerjahrgänge zu Nachdenklichkeit und

Selbstverantwortung geführt.

Besonderes Engagement haben unsere heutigen Abiturienten auch im Rahmen des

Schuljubiläums gezeigt. Ein ganz herzlicher Dank geht an Euch von Herrn Dr. Thomes, der sich

Eurer großen Hilfsbereitschaft und Eurer Verdienste im Rahmen des 40jährigen bewusst ist.

Ich schließe meine Eindrücke von der Abiturientia 2003 mit einem Blick auf jene, die den Namen

Hannah Arendts in die weite Welt hinausgetragen haben.

Patrick Böert hat ein Jahr in Mexiko verbracht, seine Spanisch-Kenntnisse vertieft und wichtige

persönliche Erfahrungen gesammelt.

Christine Holtkamp hat während ihres einjährigen Aufenthaltes in Peru nicht nur ihre Eltern und

Freunde, sondern auch den Schulleiter an ihren Erlebnissen und den Geheimnissen dieses Landes

teilhaben lassen.

73


Im Rahmen des deutsch-amerikanischen Schüleraustausches haben sich Niclas Thoms und

Christoph Sommer ein halbes Jahr in Wapakoneta gegönnt, während Julia Riesenbeck über

Wapakoneta hinaus sogar bis Japan vorgestoßen ist.

Liebe Abiturienten, verehrte Eltern und Gäste.

Ich möchte meine Eindrücke von der Abiturientia 2003, über die noch Vieles und Interessantes

gesagt werden könnte, hier abbrechen. Wer sich ein genaueres Bild von der Gemütslage, den

seelischen Verästelungen und den schulischen Erinnerungen unserer Abiturienten verschaffen will,

dem empfehle ich die Lektüre der Abi-Zeitung, die ich ausdrücklich loben möchte wegen der

differenzierten und rücksichtsvollen Art und Weise, in der dort von Mitschülern und Lehrern

gesprochen wird und dabei Witz, Ironie, Satire und tiefere Bedeutung zu einem guten Wein

gemischt sind.

Ich beginne mit einem persönlichen Erschrecken. Als es vor einigen Wochen in der 6. Stunde

Hitzefrei gab, erschien kurz darauf ein Vater im Sekretariat und fragte in vorwurfsvoller

Lautstärke: „Was ist eigentlich am HAG los: Werden hier Weicheier oder anständige Menschen

erzogen?“ Eine respekteinflößende Einzelstimme im Chor jener Pädagogik, die grundsätzlich

härtere Gangarten gegenüber dem homo educandus, dem Menschen, der nun mal erzogen werden

muss, empfiehlt?

Offenbar nicht.

Ein Kongress in Düsseldorf hat unlängst die These aufgestellt, es gäbe so etwas wie

„Verwöhnung als Lehrfach in der Schule“.

Verwöhnung in der Schule beginne, wo auf das Verwöhntsein von Schülern nicht reagiert werde

und die Schule sogar selbst Verwöhnstrukturen zulasse oder schaffe. Die Schule biete somit den

Raum zum größtmöglichen „Betroffenen Treff“ von Verwöhnten.

Ich habe nach der Lektüre des Kongressberichtes zunächst mal durchgeatmet: Sollte diese Sicht

das Resümée von 13 Jahren Schulbesuch für Euch Abiturienten und von 24 Dienstjahren für mich

als Schulleiter sein?

Manche Erscheinungen, worauf die Düsseldorfer Tagungsteilnehmer den Finger gelegt haben, sind

auch uns in Lengerich durchaus vertraut.

Ich zitiere:

„Die Mehrzahl heutiger Schülerinnen und Schüler weist deutliche Symptome von Verwöhnung

auf. Mal werden Schulaufgaben wegen Überlastung nicht oder unvollständig erbracht, mal wird es

als unzumutbar betrachtet, für anstehende Prüfungen intensiver zu lernen. Bei kleinstem

Unwohlsein muss eine Entschuldigung her, weil eine Teilnahme am Unterricht das Leben

gefährden würde. Das Einfordern von Pünktlichkeit zum Schul- und Stundenbeginn wird als Relikt

einer abzulehnenden Drillschule abgetan. Ein Nachreichen von nicht erbrachten Hausaufgaben zu

einem neu vereinbarten Zeitpunkt wird als nicht hinnehmbar dargestellt, schließlich hatte Mutter in

der Entschuldigung doch ausdrücklich auf den Besuch der Oma hingewiesen. Ein Buch

durcharbeiten zu sollen, zeugt nur von den Macht-Allüren vieler Pauker und während des

Unterrichtes weder Getränke noch Joghurt, Chips oder Milchschnitten konsumieren zu dürfen,

grenzt an reine Schikane. Selbst SMS-Nachrichten sind unerwünscht. Leistungsanforderungen

werden als Ausdruck des ewig Gestrigen abgetan und stattdessen vergnüglicher Unterricht

gefordert. „Schließlich soll Lernen doch Spaß machen.“

Und Schüler in der Oberstufe ihre Entschuldigungen für Fehlzeiten selbst schreiben zu lassen,

grenzt an Selbstbetrug!

Vielleicht sind Euch, liebe Abiturienten, solche Formen einer „unerträglichen Leichtigkeit des

Schüler-Seins“ ja durchaus vertraut, weil wir Lehrer nicht immer fordernd genug waren, nicht

immer konsequent genug, nicht immer energisch genug auf Sekundärtugenden wie Ordnung,

Pünktlichkeit, Fleiß und Zuverlässigkeit gepocht haben.

Aus meiner Erfahrung von Schule möchte ich allerdings drei realistische Beobachtungen gegen die

behauptete Verwöhnungsthese ins Feld führen.

74


Lehrer, Eltern und Schüler haben sich ein Schulprogramm gegeben, das das Gegenteil von

Verwöhnung sucht. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen z. B. Lernsituationen erleben, in

denen Konzentration, Durchhaltekraft und Anstrengungsbereitschaft belohnt werden, wo Lernen

gefördert und Leistung gefordert werden.

Um unseren Schülern soziale und emotionale Lebenskompetenzen zu vermitteln, hat das HAG

pädagogische Konzepte entwickelt, die Euch helfen, Euer Selbstvertrauen und Eure

Selbstdisziplin zu stärken, Euer Urteilsvermögen auszubilden, Lebensmut und Toleranzfähigkeit

zu entwickeln, persönliche Werte und Ziele zu finden und Euer Leben verantwortungsvoll und

entscheidungsfreudig in die eigenen Hände zu nehmen.

Wenn diese guten Absichten auch vom „Prinzip Hoffnung“ getragen werden – ich sehe in Euren

Gesichtern, liebe Abiturenten, eher den Willen, ein eigenständiges, selbstbewusstes und sicher

nicht konfliktfreies Leben zu führen, als die tristesse weichgespülter Verwöhnungsopfer.

Eine überaus erfreuliche Rückmeldung über unsere Abiturienten, ihre Leistungsbereitschaft und

ihren Realitätssinn erleben wir Lehrer in jedem Jahr beim Treffen Ehemaliger zur Feier ihres

10jährigen Abiturjubiläums.

In den Gesprächen mit unseren Ehemaligen werden Erfahrungen deutlich, die die am Gymnasium

verbrachte Schulzeit in einem erstaunlich positiven Licht erscheinen lassen.

So werden immer wieder die von Eltern und Schule angebahnten Fähigkeiten und Qualifikationen

zur Lebensbewältigung als wichtige Mitgift hervorgehoben. Nach 10 Jahren blicken viele

Ehemalige auf ein erfolgreich absolviertes Studium zurück (nicht selten mit Promotionsabschluss),

üben Berufe aus, die ihnen Freude machen, und haben trotz schwieriger wirtschaftlicher

Rahmenbedingungen eine sehr optimistische Einstellung hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft und

ihrer persönlichen Wünsche.

Ich ziehe aus diesen Rückmeldungen unserer Ehemaligen den Schluss, dass das Abitur noch immer

ein gültiger Indikator für die Studierfähigkeit und den Einstieg in den beruflichen Erfolg ist. Diese

Einschätzung kann sich auch auf wissenschaftliche Untersuchungen stützen, in denen man

herausgefunden hat, dass gute Abiturleistungen, die sich in entsprechenden

Abiturdurchschnittsnoten spiegeln, zuverlässige Anzeichen für die Bewältigung des Studiums und

für einen gelingenden Berufseinstieg sind (vgl. z. B. O. Köller / J. Baumert, 6/2002).

Übrigens sagen die Untersuchungen auch, dass die hohe Zahl von Studienabbrüchen wohl weniger

mit guten Abiturleistungen zusammenhängt als damit, dass Mindeststandards in den Kernfächern

nicht erreicht wurden oder persönliche und soziale Probleme in der Studiensituation auftreten.

Meine Einschätzung:

Was unsere Ehemaligen geschafft haben, wird auch Euch, liebe Abiturienten, gelingen.

Euer Schulabschluss, das Abitur, gibt Euch die Sicherheit, mit Selbstvertrauen, guten

Voraussetzungen und einem guten Schuss Optimismus Eure persönliche Zukunft zu planen und

Eure beruflichen Vorstellungen zu verwirklichen.

Der Verwöhnungsverdacht, von dem ich ausgegangen bis, wird noch energischer zurückgedrängt

durch die Ergebnisse der Shell-Jugendstudie „Jugend 2002“.

Fazit:

Die heutige junge Generation blickt wieder optimistisch auf ihre persönliche Zukunft, setzt auf

gute Bildungsabschlüsse, auf Zielstrebigkeit, Fleiß und Einfluss und schätzt Familienglück,

soziales Engagement und Politik-Abstinenz (was nicht heißt, dass sie nicht gesellschaftlich aktiv

ist.).

Protesthaltungen oder Null-Bock-Mentalität sind einer persönlichen Leistungs- und

Verantwortungsbereitschaft gewichen. Motto: Aufsteigen statt aussteigen! Im Rahmen dieses

Wertewandels und Trends zur offensiven Bewältigung persönlicher und gesellschaftlicher

Anforderungen glaubt Prof. Hurrelmann zwei Aufsteigergruppen ausmachen zu können:

die „selbstbewussten Macher“ und die „pragmatischen Idealisten“.

75


Mein Resümée: Hier werden Tugenden angesprochen, die ich durchaus auch bei Euch sehe, und

deren Entfaltung und Bewährung ich Euch von Herzen wünsche.

Liebe Abiturienten, meine Damen und Herren,

Es ist kein Geheimnis, dass wir heute sozusagen zwei Abiturfeiern begehen: den Abschied der

Abiturientia 2003 und das Abitur, also den Abgang des Schulleiters selbst, der nach fast 25jähriger

Tätigkeit am Lengericher Gymnasium den Stab an einen Jüngeren weitergeben wird.

Erlauben Sie mir an dieser Stelle daher eine kleine Erinnerung an mein eigenes Abitur.

Ich möchte unser Doppel-Abitur zum Anlass nehmen, Ihnen in gebotener Kürze jenen Redetext

vorzutragen, mit dem sich vor 44 Jahren meine damalige Klasse von den Lehrern des

Altsprachlichen Gymnasiums Oldenburg verabschiedet hat (in meiner deutschen Übersetzung

bleibt der Sinn der auf Latein gehaltenen Rede einigermaßen deutlich). Meinen Latein-Kurs bitte

ich um Nachsicht, denn ihr habt diesen Text schon mal übersetzt.

„Sehr geehrter Herr Schulleiter, meine Herren Lehrer (korrekt, weil an unserem Jungen-

Gymnasium nur Lehrer unterrichtet haben), verehrte Gäste, liebe Kommilitonen,

glücklich über den errungenen Sieg und zugleich von einer Art Trauer erfüllt verlassen wir heute

die Schule. Und wir werden unsere Schule nicht mehr besuchen, es sei denn als Gäste oder als

besorgte Väter. Die Schule ist uns lieb und teuer gewesen und wird es immer bleiben; ein Beweis

dafür ist, dass nicht wenige von uns Lehrer werden wollen.

Ohne Zweifel werden wir Abiturienten sowohl Sorgen als auch nicht unerhebliche Freiheiten und

Freuden aufgeben. Das Leben liegt nun gleichsam „vor den Toren“, ein Leben – vollgestopft mit

Pflichten.

An diesem Ort scheint es nicht unangemessen, sich an die vergangene Zeit zu erinnern, und zwar

auf Latein, denn die lateinische Sprache war für uns wie eine Mutter: sie hat uns genährt, sie hat

uns aufgezogen und hat uns vor wenigen Tagen aus den Händen derer entlassen, die unseren Geist

gebildet und unsere Herzen geformt haben.

Vor neun Jahren sind wir, angetan mit der Knaben-Toga, hierher gekommen, ängstlich wir selbst

und begleitet von noch ängstlicheren Müttern. Der Schulleiter und die Lehrer indessen haben uns

Zitternde voller Güte aufgenommen.

An Unglückstagen, an denen wir durch die Folterqualen unvorbereiteter Tests und Arbeiten in

Angst und Schrecken versetzt wurden, pflegten wir uns zu trösten durch die Erinnerung an

Odysseus, der zehn Jahre lang umherirrte, bis er endlich zu Penelope zurückkehrte, oder an Äneas,

der Unglück über Unglück ertragen musste, bis er Rom gründen konnte. Aber wie schon jenes

Sprichwort sagt: „Über rauhe Pfade steigt man empor zu den Sternen!“

Wenn wir Klamauk, Zwergenaufstände und die übrigen Sachen derselben Machart verursachten,

wurde uns Nachsicht gewährt; obwohl wir die heilige Beschäftigung mit den Wissenschaften ein

ums andre Mal durcheinander zu bringen versuchten, fehlte uns dennoch nie die Milde der

Cäsaren. Denn wir wurden von Ehrenmännern, nicht von Tyrannen erzogen. Wenn aber jemand

nach Art eines Tyrannen in Erscheinung getreten war, erinnerten wir uns jenes Horaz-Verses:

„Gedenke in schwierigen Zeiten dir ein Herz voller Gleichmut zu bewahren.“

Viele Dinge könnte ich ohnedrein noch aufzählen, mit welcher Freude, mit welchem Vergnügen

die Schule uns erfüllt hat, vom Unterricht einmal abgesehen. Zunächst die Vertrautheit mit den

Lehrern, sodann die Freundschaft unter den Mitschülern, schließlich die Exkursionen in

interessante Gegenden: Sie haben unser Schülerleben angenehm gemacht.

Wenn wir heute, angetan mit der Männer-Toga, einen neuen Lebensabschnitt beginnen, dann sagen

wir der Schule und unseren Lehrern insgesamt Dank, ebenso unseren Eltern, die uns die

Gelegenheit gegeben haben, eine gute Allgemeinbildung zu erwerben. Sie alle, Lehrer wie Eltern,

haben unser Lebensschiff, von widrigen Winden häufig beschädigt, mit starker Hand in den

sicheren Hafen der Wissenschaft gelenkt.

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Und wir selbst, die wir nun angehende Studenten sind, wir werden stets dankbar sein und in

Erinnerung behalten, dass die Schule uns mit jenen Fähigkeiten ausgestattet hat, die geeignet sind

ein Leben in Würde zu führen.“

Ich schließe meinen Abschied von Euch, liebe Abiturienten, mit vier sehr persönlichen Wünschen:

Mit großer Freude habe ich vier Jahre lang Euren Latein-Kurs geführt – jene „Casti amanti“, von

denen schon anfangs die Rede war. Wir haben uns zum Abschluss mit dem Werk des römischen

Dichters Catull befasst und dabei seine persönlichen und ergreifendsten Gedichte unter den Titel

„Liebeslieder gegen den Tod“ gestellt.

Über Jahrtausende hinweg verrät Catull eine hohe Sensibilität, geradezu Empfindlichkeit für die

Einmaligkeit unseres menschlichen Lebens, das er von Gefährdungen menschlichen Glücks, von

seiner Endlichkeit und schließlich vom Tod begrenzt weiß!

Mein Wunsch: Gebt heute und in Eurem weiteren Leben der Kraft der Liebe und der Freundschaft

den größten Raum – gegen alle Erstarrungen, Enttäuschungen und Ängste. Ubi amor, ibi patria –>

wo die Liebe ist, da ist Heimat.

Mein zweiter Wunsch: Bleibt in allen Unübersichtlichkeiten menschlichen Lebens so etwas wie

Pfadfinder Eurer Zukunft. Bleibt dabei den Anstößen treu, die die alte Schule Euch mitzugeben

versucht hat: Habt den Mut, Euch Eures eigenen Verstandes zu bedienen. Wagt immer neu ein

„Denken ohne Geländer“ und jenen amor mundi – jene handelnde Liebe zur Welt und ihren

Menschen – die wir von Hannah Arendt lernen können. Mit einem Wort: Ich wünsche Euch

aufrechten Gang.

Unsere Nachbarschule trägt den Namen Dietrich Bonhoeffers. Wer aus den Quellen christliche

Glaubens lebt, sollte sich von der persönlichen Stärke, dem Lebensmut und dem Eigen-Sinn dieses

Theologen anstecken lassen. In seiner Gefängniszelle in Berlin-Tegel hat er 1944 einen

Weihnachtsgruß an seine Familie verfasst, den wir heute als Kirchenlied kennen. Die Schluss-

Strophe verströmt ein Vertrauen – und das im Angesicht des Todes – das noch heute berührt:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost was kommen mag.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Zum Schluss ein Wunsch, mit dem ich in den vergangenen Jahren auch Eure Vorgänger

verabschiedet habe: Ich wünsche Euch allen, liebe Abiturienten, dass Ihr Eure Schulzeit am HAG

mit all Euren Erfahrungen, Begegnungen und auch Enttäuschungen zeitlebens als Euer geistiges

Zuhause – als Eure „portable Heimat“ – bei Euch tragt und daraus Orientierung, Ermutigung und

Erinnerung schöpft.

Valete, casti amanti!

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9. Aus der Elternarbeit

Diskutiert, gekämpft - und doch verloren: Kommt die Schulanfangszeit 8:20 Uhr?

Auf den ersten Blick schien der Vorschlag gar nicht so schlecht zu sein: 8:20 Uhr Schulbeginn -

morgens ein bisschen länger schlafen, etwas mehr morgendliche Muße... Das Busunternehmen

RVM hatte dem Kreis Steinfurt den Vorschlag gemacht, die Anfangszeiten für die Schulen zu

„staffeln", sprich, nicht überall um Punkt 8:00 Uhr, sondern zeitversetzt mit dem Unterricht zu

beginnen. Eine Berliner Unternehmensberatung - bpi - war beauftragt worden, die

Schulanfangzeiten zu „optimieren". Immerhin, so wurde vorgerechnet, sollten kreisweit € 560.000

eingespart werden - so weit, so gut . . .

Die Stadt Lengerich hatte nun alle neun Lengericher Schulen gebeten, sich zu diesem Vorschlag zu

äußern - mit der Folge, dass in neun Lehrerkonferenzen, neun Schulpflegschaftssitzungen und SV-

Sitzungen und in neun Schulkonferenzen die Konsequenzen von „8.20 Uhr" diskutiert wurden. Um

es kurz zu machen: In allen neun Schulen Lengerichs entschieden sich die Gremien gegen

8:20 Uhr.

Auf den zweiten Blick gab es nämlich eine Vielzahl gewichtiger Gründe, die dagegen sprachen,

die Schulanfangszeiten zu ändern.

Die Grundschulen, die zum Teil nur sehr wenige (z.B. 5 von 300) Busschüler haben, sollten ihr

gesamtes Betreuungsangebot „Verlässliche Schulzeit von 8:00 bis 13:00 Uhr" umstellen. Da viele

berufstätige Eltern pünktlich zu 8:00 Uhr ihren Arbeitstag beginnen, würde dies morgens zu einer

unzureichenden Betreuung der jüngeren Kinder führen.

In den weiterführenden Schulen, auch am Hannah-Arendt-Gymnasium, wäre dann die 6. Stunde

frühestens um 13:30 Uhr zu Ende - Mittagessen gäbe es in vielen Fällen erst um 14:00 Uhr - zu

spät fanden viele. Das „Zeitfenster" für ein gemeinsames Mittagessen mit der Familie würde so

„zugeschlagen", der Rhythmus vieler Familien aus den Angeln gehoben.

Weitere negative Folgen für die Nachmittagsaktivitäten: Musikschule, VHS-Kurse, Sportvereine,

kirchlicher Unterricht - alle sollten ihre Angebote, die um 15.00 Uhr beginnen, umstellen.

Noch gravierender erschienen die Folgen für die älteren Schüler; die 7. und 8. Stunde zöge sich bis

weit in den Nachmittag, bis 16:00 Uhr. Für die Mittel- und Oberstufe hieße dies de facto eine

Ganztagsbelastung - ohne angemessenes Mittagessen, ohne die „Infrastruktur" einer

Ganztagsschule: fehlende Kantine, fehlende Räume, fehlende Bestuhlung, fehlendes Personal.

Die Folgekosten für die Schulen - Grundschulen wie weiterführende Schulen - waren in diese

Kalkulation überhaupt nicht einbezogen. Klammheimlich wurde offenbar seitens des Kreises

Steinfurt damit spekuliert, die Kosten für Betreuung und Mittagessen auf den Schultern der Eltern

abzuladen; doch auch die Stadt als Schulträger müsste mit erheblichen Folgekosten rechnen. Hier

wurden an einer Stelle vermeintlich Löcher gestopft und an anderer Stelle Löcher aufgerissen! Es

stand zu vermuten, dass die Einsparungen ganz schnell wieder "verfrühstückt" werden, z. B. durch

eine angemessene Kantinen-Ausstattung und Personalkosten.

Parallel zu diesen Bedenken wurden folgende Fakten über das Bus-Unternehmen Regionalverkehr

Münsterland (RVM) und die bpi-Studie bekannt:

Das Bus-Unternehmen RVM ist unprofitabel und stellt jährlich ein Defizit von € 5,6 Millionen dar.

Durch die Einsparungen im Schülertransport könnten weniger als 10 % des Defizits abgebaut

werden. Was ist mit den verbleibenden 90%? Aus verschiedenen Quellen war zu erfahren, dass der

RVM über einen sehr großzügigen Verwaltungsapparat verfügt - warum wurde nicht dort der

79


Sparhebel angesetzt? Vielleicht hatte die bpi-Studie ja die falsche Aufgabenstellung, und man

sollte die Optimierung des RVM selbst untersuchen!

Der Schülertransport selbst ist profitabel: Es ist nur sehr schwer verständlich, dass ausgerechnet

dort gespart und Leistungen gekürzt werden, wo Gewinne erwirtschaftet werden! Der Vorschlag

wurde gemacht, die gering ausgelasteten Linien unter die Lupe zu nehmen - hier gäbe es sicher

Einsparpotentiale, von denen weit weniger Kunden betroffen sind.

Darüber hinaus korrigierten die Berliner Berater ihre Einschätzung des Einsparpotenzials von

€ 560.000 über € 450.000 auf -€ 415.000 für den Kreis Steinfurt. Im Ostteil des Kreises belief sich

die Einsparmöglichkeit lediglich noch auf € 300.000. Die von den Beratern genannten Vorteile

erwiesen sich als Augenwischerei:

Die Kooperation zwischen den Gymnasien in Tecklenburg und Lengerich sei berücksichtigt

(sichert nur den Status Quo!).

Anschlusssicherung für Bahnfahrer aus Münster sei gewährleistet (das war sie vorher auch schon!).

Die Wartezeiten an den Haltestellen sollten geringer werden - aber dafür die Fahrzeiten länger! In

sage und schreibe 64 Minuten sollten die Schüler künftig von Lengerich nach Holperdorp fahren!

Die Entrüstung war entsprechend groß, als der Kreis Steinfurt mit dem Lockangebot einer

einmaligen Zahlung von -€ 100.000 die Zusage des Rates der Stadt Lengerich quasi kaufen wollte.

In einer beispielhaften gemeinschaftlichen Aktion demonstrierten die neun Lengericher Schulen

Einigkeit und protestierten auf dem Rathausplatz für den Erhalt der Schulanfangszeiten und der

jetzigen Rahmenbedingungen. Auf Einladung der Elternvertreter war der Landrat, Herr

Kubendorff, zu einem Gespräch nach Lengerich gekommen und bestätigte während des intensiven

Gedankenaustausches, dass der RVM selbst das eigentliche Problem sei.

Die Eltern appellierten an den Landrat, bessere und umfassendere Konzepte für den

Schülertransport vorzulegen. Sie forderten, den „Druck nach oben" weiter zu geben, wo die

Defizite entstehen - und nicht den nach unten, zu Lasten der Schülerinnen und Schüler und der

Familien.

Das niederdrückende Ergebnis des Termins mit Herrn Kubendorff war jedoch die traurige

Erkenntnis, dass der Kreis aus finanzieller Not die Änderung notfalls auch erzwingen werde (durch

Androhung von Regresszahlungen).

Die Schulen und deren Gremien hatten nie wirklich ein Mitspracherecht!

Unter dem Druck des Kreises sah sich die Mehrheit des Stadtrates gezwungen, der Änderung der

Schulanfangszeiten zuzustimmen.

Die Schulkonferenz des Hannah-Arendt-Gymnasiums widersetzte sich - nach einer langen

Diskussion - diesem Votum und somit liegt das entscheidende Wort jetzt bei der Bezirksregierung

in Münster, der Aufsichtsbehörde unserer Schule... Diese hat sich übrigens bis heute, dem letzten

Schultag, 30. Juli 2003, noch nicht geäußert, wann wir am 15. September in die Schule gehen

werden!

Was bleibt also nach dieser frustrierenden Lektion?

20 Minuten länger schlafen!

Aber ernsthaft - falls 8:20 Uhr für unsere Schülerinnen und Schüler und das Kollegium die

erwarteten schlechten Rahmenbedingungen nach sich zieht und „nicht funktioniert", dann werden

wir in Steinfurt beharrlich den Schulbeginn 8:00 Uhr wieder einfordern!

Kris Steinbeck, Vorsitzende der Schulpflegschaft

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10. Kollegium

Kollegium im Schuljahr 2001 - 2002

Arndt, Karl-Heinz

Dr. Assig, Hubertus

Beck, Ursula

Beckmann, Karl-Heinz

Boert, Birgitt

Bohm, Lore

Bojak, Stefanie

Brickler, Dirk

Brüwer, Josef

Drerup-Christenhuß, Susanne

Ebel, Bernd

Eichner, Ralf

Fähse, Jürgen

Friedrich, Carmen

Glaas, Gerhard

Groenewold, Silke

Große-Börding-Telscher, Dagmar

Heitmann, Angelika

Heitmann, Robert

Herting, Johannes

Höfig, Klaus-Dieter

Jäkel, Uwe

Dr. Jenschke, Georg

Kreiling, Marcella

Kubitz, Georg

Kummer, Judith

Lange, Elvira

Kollegium im Schuljahr 2002/2003

Alfers, Gabriele

Arndt, Karl-Heinz

Dr. Assig, Hubertus

Beck, Ursula

Beckmann, Karl-Heinz

Boert, Birgitt

Bohm, Lore

Borreck, Iris

Brüwer, Josef

Drerup-Christenhuß, Susanne

Ebel, Bernd

Eichner, Ralf

Fähse, Jürgen

Friedrich, Carmen

Glaas, Gerhard

Groenewold, Silke

Große-Börding-Telscher, Dagmar

Heitmann, Angelika

Heitrnann, Robert

Herting, Johannes

Höfig, Klaus-Dieter

Jäkel, Uwe

Kreiling, Marcella

Kubitz, Georg

Lange, Elvira

Leugermann, Sigrid

Monka, Wolfgang

Leugermann, Sigrid

Monka, Wolfgang

Nichues-Pröbsting, Iris

Petzke-Grave, Christiane

Pfohl, Raimund

Pottgießer, Ruth

Reißner, Kurt

Remus, Helmut

Riekena, Berend

Sachs, Friederike

Schepers, Harald

Schnier, Dieter

Schulte-Uebbing, Lutz

Seipelt-Höhn, Heide

Sommer, Ulrike

Strothmann, Reinhold

Tewes, Heirnke

Tewes, Klaus

Dr. Thomes, Alois

Dr. Volkamer, Tilman

Walter, Ursula

Wesselmann, Alfred

Wichmann, Klemens

Wittenbrink, Alforns

Zeppenfeld, Rolf

Zimmer, Horst

Petzke-Grave-Christiane

Pfohl, Raimund

Pottgießer, Ruth

Reißner, Kurt

Reiter, Kathrin

Remus, Helmut

Riekena, Berend

Sachs, Friederike

Schepers, Harald

Schulte-Hillen, Anne

Schulte-Uebbing, Lutz

Seipelt-Höhn, Heide

Sommer, Ulrike

Strothmann, Reinhold

Tewes, Heimke

Tewes, Klaus

Dr. Thomes, Alois

Dr, Volkamer, Tilman

Walter, Ursula

Dr. Wesselmann, Alfred

Wittenbrink, Alfons

Zeppenfeld, Rolf

Schulsekretärinnen

Wittkamp, Susanne

Hoff, Malaika (Erz.-

Urlaub)

Schulsekretärinnen

Wittkamp, Susanne

Hoff, Malaika (Erz.-Urlaub)

Ehmann, Heike (Vertretung)

Hausmeister

Danneberg, Jürgen

Referendare

Dröge, Stefanie

Gullatz, Anja

Hansen, Ralf

Hüftmann, Julia

Lübbers, Clemens

Regin, Heike Christa

Schäfer, Roswitha

Schubert, Gerrit

Willenbring, Achim

Vissering, Marc

Siegel, Gudrun (Vertretung)

Hausmeister

Danneberg, Jürgen

Referendare

Dröge, Stephanie

Fabian, Simone

Groba, Daniela

Havers, Michael

Hüttmann, Julia

Regin, Heike Christa

Schubert, Gerrit

Willenbring, Achim

Pensionäre

Dr. Jenschke, Georg

Schnier, Dieter

Wichmann, Klemens

Zimmer, Horst

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Neue Kolleginnen und Kollegen

Vorstellung einer neuen Kollegin am HAG in einem Interview durch Herrn

Volkamer

Name: Gabriele Alfers

Wohnort: Auf einem Hof zwischen Telgte und Westbevern

Alter: Fast noch 35

Familienstand: Verheiratet mit zwei Söhnen: Till, zweieinhalb Jahre und Malte mit einem Jahr.

Fächerkombination: Biologie und Chemie, wobei die Vorliebe mit dem Thema des Faches

wechselt.

Wo hast du unterrichtet, bevor du zum HAG gekommen bist?

Von 1992 bis 1995 als Physiologielehrerin an einer Schule für Krankengymnastik. 1995

Referendariat in Rheine am Kopernikus-Gymnasium und Realschule. Danach als Klassenlehrerin

an einer Hauptschule in Nottuln für die Fächer Mathematik, Deutsch, Handarbeit, Hauswirtschaft

und Biologie. Schließlich kam ich 1999 über ein schulscharfes Ausschreibungsverfahren an das

Phoenix-Gymnasium in Dortmund und unterrichte seit 2002 als abgeordnete Leiharbeiterin, äh,

abgeordnete Lehrkraft mit 10 Stunden am HAG.

Wolltest du von je her Lehrerin werden?

Nein, ich hätte die Möglichkeit gehabt als Biologin an der Uni zu bleiben und mein Thema der

Diplomarbeit ‚Pilze in Fichtennadeln’ weiter auszubauen. Jedoch ist das eine etwas spezielle und

daher einsame Angelegenheit. Da mir sowohl die fachliche Breite liegt, als auch die Arbeit mit

Menschen sehr wichtig ist, habe ich mich für die Schule entschieden.

Zwei kleine Kinder und einen Job – gibt es da noch so was wie Hobbies?

Ich spiele mit Begeisterung Klarinette (ursprünglich klassische Musik, wobei ich inzwischen einen

Hang zum Jazz und moderner Musik entwickelt habe) und sammele alte Möbel.

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Kathrin Reiter

Über meinem Schreibtisch hängt ein Bild, das ich mit etwa acht Jahren

gemalt haben muss. Darauf ist eine freundliche Lehrerin zu sehen, die einer

ebenso freundlichen und glücklich lächelnden Schülerin ein Heft zurückgibt,

auf dem „1 - sehr gut“ zu lesen ist. In säuberlicher Schreibschrift steht

darüber: „Was ich einmal werden möchte“. Die Antwort findet man zur

Bekräftigung noch einmal in kindlich-unbeirrbaren Lettern und mit einem

deutlichen Ausrufezeichen versehen gleich unter dieser idyllischen Szenerie:

„Ich möchte Lehrerin werden!“. Dieser Wunsch, auch wenn er immer

wieder einmal von anderen Ideen und Träumen überlagert wurde, hat sich

doch seit nun über 20 Jahren gehalten und ist im März in Form meiner Stelle

am Hannah-Arendt-Gymnasium in Lengerich Wirklichkeit geworden.

Meine eigene schulische Laufbahn habe ich 1992 mit dem Abitur am Gymnasium Carolinum in

Osnabrück beendet. Im Anschluss daran nahm ich mein Deutsch- und Französischstudium an der

Universität Osnabrück auf. Mit einem Erasmus-Stipendium war es mir dann nach der

Zwischenprüfung möglich, zunächst ein, nach erfolgreicher Verlängerung schließlich zwei

Semester an der Faculté des Lettres der Université de Franche-Comté in Besançon zu studieren.

Mit dem Aufenthalt dort verbinde ich noch immer viele schöne und interessante Erinnerungen,

nicht nur fachlicher Art... Zurück in Osnabrück, nahm ich neben dem Studium eine Stelle als

wissenschaftliche Hilfskraft von Prof. Dr. Schwischay im Fachbereich Sprachwissenschaften an,

jobbte lange Zeit in einer Kneipe und als Übersetzerin für eine Unternehmensberatung. Meine

Examensarbeit schrieb ich, ausgehend von Simone de Beauvoirs Werk Les Mandarins, über die

französischen Intellektuellen im Frankreich der Nachkriegszeit. Nach Abschluss des Studiums

konnten meine Wünsche hinsichtlich eines Referendariatsplatzes in Lüneburg leider nicht

berücksichtigt werden – so landete ich am Studienseminar Meppen im Emsland. Meine

Ausbildungsschule war das Gymnasium Johanneum in Lingen. Dort, am TPZ Lingen, habe ich

auch im Rahmen des Referendariats eine Theaterpädagogische Fortbildung besuchen können.

Diese zweite Phase meiner Ausbildung schloss ich mit einer Arbeit über handlungsorientiertes

Lernen im Französischunterricht ab.

Im März diesen Jahres durfte ich nun also meine Tätigkeit am HAG in Lengerich aufnehmen und

blicke mit Freude und Engagement in die Zukunft an dieser Schule, die mich bisher so herzlich

aufgenommen hat. Wenn ich nicht gerade bemüht bin, mein Ideal einer freundlichen Lehrerin und

ebenso freundlichen und glücklich lächelnden Schülern umzusetzen, reise ich gerne, lese, treibe

Sport und/oder befinde mich am, im oder auf dem Wasser.

83


Anne Schulte-Hillen

Von 1985 bis 1995 arbeitete ich als Bio- und Erdkundelehrerin in Lengerich.

Ich habe zwei Kinder. Seit 1981 bin ich in Lienen ansässig, seit 1998 im

Ortsteil Höste.

Biologie und Erdkunde sind nicht nur meine Fächer, sondern zusammen mit

dem Sprachenlernen meine Leidenschaft. Alle drei Leidenschaften konnte ich

in größtem Ausmaß auf meinen Reisen innerhalb Russlands befriedigen,

wohin es mich aber noch immer zieht.

Käme ich noch einmal in die 5. Klasse, so würde ich mich vom ersten Tag an

mit aller Hingabe den Fremdsprachen widmen (bei Bio und Erdkunde tat ich

das sowieso), weil ich heute weiß, wie toll das ist, wenn man mehrere gut

kann.

„6 Jahre in Russland gearbeitet? Hat Ihnen das eigentlich Spaß gemacht?”

Von 1995-2001 arbeitete ich im Auftrag des Landes NRW an der russischen Schule Nr.75 in

St.Petersburg. Meine Aufgabe bestand darin Deutsch als Fremdsprache (DAF) und Landeskunde

von Deutschland zu unterrichten sowie interessierte Schüler und Schülerinnen der 11. Klasse auf

das Sprachdiplom der deutschen Kultusministerkonferenz vorzubereiten und dann auch zu prüfen.

Im Weiteren sollte ich die örtlichen Deutschlehrer fortbilden.

Für ein Jahr (!) hatte ich zugesagt und fuhr selig wie ein Engel mit meinem randvoll gepackten

Auto los. Der selige Engel erlebte den ersten Absturz bereits an der Grenze: Erst nach 24 Stunden

hatte ich endlich alle Stempel und Papiere zusammen. Interessant dabei war, dass nicht ich das

Problem war, sondern mein Auto.

Ich bin also angekommen, fühle mich zunächst wie ein Touri und besichtige die

Sehenswürdigkeiten der wunderbaren Stadt. Dann ruft die Pflicht: die erste Lehrerkonferenz

(genau wie in Deutschland!).

Die russische Schule ist eine Gesamtschule für alle Kinder eines Bezirks von der 1. bis zur 11.

Klasse. Spätestens ab der 5. Klasse lernen alle Kinder eine Fremdsprache (80% Englisch,

ansonsten Deutsch, oft Französisch usw., sehr selten Japanisch, Chinesisch, Indisch u.ä.). Meine

Schule war eine Spezialschule, hatte als Profilfach Deutsch und begann mit diesem verstärkt, also

6-stündig, ab Klasse 2 (andere Schulen haben z.B. als Profilfach Mathe, Bio o.ä.). Eine 2.

(manchmal auch eine 3. Fremdsprache) kann – je nach Lehrerbesetzung –dreistündig bereits ab

der 1. Klasse hinzugewählt werden. Manchen Eltern gefällt vielleicht nicht das Profilfach bzw. die

Profillosigkeit ihrer zuständigen Schule, dann schicken sie ihr Kind eben auf eine andere Schule.

In dem Fall muss das zukünftige I-Männchen erst eine Aufnahmeprüfung bestehen. Vor allem

Intellektuelle wie Regisseure, Schauspieler, Professoren, Lehrer usw. legen Wert darauf, dass ihr

Kind in einer „deutschen“ Schule lernt. Passt das Profilfach nicht zu der Begabung des Kindes,

dann wechselt es die Schule, meines Erachtens meistens viel zu spät.

Nach der 9. Klasse bekommt jeder Schüler den Hauptschulabschluss. Dafür muss er bzw. sie eine

Prüfung in vier Fächern bestehen. Besteht er/sie sie nicht, dann muss man am selben Tag noch

einmal eine Prüfung machen, so lange bis die Lehrer meinen, dass es reicht. Das ist selbst den

Supercoolen furchtbar peinlich, so dass eigentlich jeder irgendwann vom Paukfieber gepackt wird.

Nach der 9. Klasse kann man eine Berufsausbildung beginnen. Möchte man indessen in die 10.

Klasse aufgenommen werden, so muss man in drei Fächern eine Aufnahmeprüfung machen. Am

Ende der 11 ist die Abschlussprüfung in sechs Fächern. In den folgenden Sommerferien geht’s mit

den Aufnahmeprüfungen für die Uni los. Damit man die schafft, hat man während der ganzen 11

Vorbereitungskurse der Uni besucht, die teuer sind und für die die Eltern sich verschulden,

Zusatzarbeit annehmen oder Gott-weiß-wen um Hilfe bitten. Schafft man die Prüfung nicht gut

genug, dann muss man fürs Studium bezahlen. Dumme Reiche haben da gewisse Vorteile!

84


Erst, wenn alle Schüler und Schülerinnen immatrikuliert sind, legen die Lehrer die Hände in den

Schoß, setzen sich zum Tee und lästern voller Sympathie auch über die ärgsten Schüler („Weißt

Du noch, als...“).

In den Fremdsprachenstunden und in den Profilfachstunden werden die Klassen in drei Gruppen

geteilt, das heißt: 8-10 Schüler in einer Gruppe! Wer glaubt, das sei ein Lernparadies, der irrt!

Unmotivierte Schüler lernen auch dann nichts, wollen auch keine binnendifferenzierten Aufgaben,

sondern jede Sekunde ein neues Kommando, während gleichzeitig die motivierten Schüler einen

ausquetschen wie eine Zitrone.

Die 10. und 11. Klasse ist wegen der vorhergegangenen Prüfung homogener. Hier machte das

Unterrichten ungeheuer viel Spaß. Ich hatte zudem nur die „Guten“, die das Sprachdiplom machen

wollten, und die hatten „totalen Bock“ (O-Ton von Schülern und Schülerinnen nach dem

Schüleraustausch!).

Das erste Sprachdiplom, das erste Mal in Russland: Es kamen der deutsche Generalkonsul, die

Presse, ein Haufen wichtiger Leute aus Moskau, St.Petersburg und Köln (Zentralstelle für das

Auslandsschulwesen). Meine arme Schülerin Katja (Prüfungsthema: Theodor Storm: „Der

Schimmelreiter“) zitterte vor lauter Entsetzen und mir war auch ganz beklommen zumute. Aber

wir bzw. alle haben es geschafft und in allen Folgejahren auch!

Natürlich hatte ich auch mal Stress mit einer Klasse, vor allem deshalb, weil mein deutscher,

milder Unterrichtsstil manchen Schülern wie eine Aufforderung zum Quatsch machen vorkam.

Der Krach eskalierte: „Faschistka!“ Das ist kein Schimpfwort für üble Lehrer, sondern für

Deutsche. Mir reichte es. Die Direktorin und die Lehrer waren entsetzt. Die Schüler und eine

Reihe Eltern kamen mit Blumen und Pralinen und hochrotem Kopf und entschuldigten sich. Mit

echtem Interesse nahm die ganze Gruppe dann an der Unterrichtsreihe „Faschismus in

Deutschland“ teil.

Besonders die Fünft- und Sechstklässler freuten sich, wenn sie mir Russisch beibringen durften;

auf meinen Zetteln unterstrichen sie mit Begeisterung alle Fehler und hartnäckig meckerten sie an

meiner Aussprache herum.

Ich hatte ein Höchstmaß an Freiheit bei der Unterrichtsgestaltung; das postsowjetische Russland

hatte nämlich noch keine neuen Lehrpläne, und für das Sprachdiplom gab es anfangs auch nur ein

paar Hinweise. Unsere Schüler und Schülerinnen (10.Klasse) waren (fast) immer unter den ersten

3 der Stadtolympiade in Deutsch (in anderen Fächern ebenfalls des öfteren) oder beim

Vorlesewettbewerb der 5. -7. Klassen.

Manche meiner ehemaligen Schüler und Schülerinnen gehen mit und ohne meine Hilfe mit der

größten Selbstverständlichkeit und prima Sprachkenntnissen an deutschen Unis und in deutschen

Städten ein und aus, melden sich von dort oder von St.Petersburg und berichten darüber, wie es

ihnen geht, oder man trifft sich zufällig hüben oder drüben.

Zwischendurch waren die Zeiten sehr schwer, besonders die Zeit der Superinflation (August/

September 1998) und die Zeit der Bombenanschläge (August bis Oktober 1999). Dennoch fanden

die Lehrer immer wieder zu vielen, oft wunderbaren Festen zusammen.

Meine Kollegen und Kolleginnen sind mir mit den Jahren ans Herz gewachsen und mich verbindet

ein intensives und dankbares Gefühl mit „meiner“ Schule Nr. 75 in St. Petersburg.

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Vorstellung eines neuen Kollegen am HAG in einem Interview mit Frau Alfers

Zunächst einige Kurzfragen:

Name: Til Volkamer

Wohnort: Tecklenburg

Familienstand: verheiratet, zwei Söhne (Robin sieben Jahre und Finn

eineinhalb Jahre)

Alter: > 35 Jahre

Fächerkombination: Englisch, Physik, wobei die Vorlieben stärker beim

Unterrichten von Physik liegen

Unterrichtliche Tätigkeit: seit 1997

Zunächst an der Uni Osnabrück in der Lehrerausbildung

Danach Referendariat am Schiller-Gymnasium und einer Realschule in Münster

Seit Sommer 2001 am HAG in Lengerich

Du bist an die Stelle am HAG durch ein schulscharfes Bewerbungsverfahren gelangt, in welchem

die Schule eine Stelle für deine Fächerkombination ausschrieb. Wie beurteilst du dieses

Verfahren?

Alles, was die Autonomie der Schule stärkt, ist positiv, außerdem kann der Bewerber über seine

zukünftige Stelle mitentscheiden.

Eigentlich trägt dein Nachname noch einen Titel, worin fand die Promotion statt?

Die Promotion fand in der Didaktik der Naturwissenschaften statt, doch die beruflichen

Möglichkeiten an der Hochschule sind nach der Promotion zu unsicher, so dass der Schuldienst

die bessere Alternative ist.

Bleibt dir noch Zeit für Hobbys?

Kochen (Mischung aus französischer und persischer Küche), Schweißen (früher Autos einer

bestimmten französischen Marke, heute Skulpturen), Gitarre spielen (klassische Gitarre)

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Der Kollege Alfred Wesselmann hat im Jahre 2002 über Hermann Kriege promoviert

Ein republikanischer Revolutionär:

Die Biografie des Hermann Kriege (1820 – 1850) aus Lienen

von Alfred Wesselmann

Der nächste Semper Apertus wurde vor einigen Monaten konzipiert, und daher bat mich das

Redaktionsteam, ein paar Zeilen darüber zu schreiben, wie ich auf meinen alten Tagen dazu kam,

zum Dr. phil. zu promovieren. Dem komme ich gerne nach.

Erinnerungsjahre haben es in sich. So wurde 1998 in ganz Westfalen des Westfälischen Friedens

von 1648 gedacht. Bei allem Respekt vor diesem wichtigen Datum dachte ich mir damals: War

denn nicht die Freiheitsbewegung von 1848 das sehr viel wichtigere Ereignis? Durfte man die

Spuren, die die Revolution von 1848 in Lengerich und in Westfalen hinterlassen hatte, unbemerkt

lassen? Ich meinte ganz entschieden, dass das nicht geschehen dürfte. Natürlich wissen wir heute,

dass im Jahre 1999 eine große Ausstellung in mehreren westfälischen Metropolen die

Geschehnisse 1848/49 in Westfalen zeigte. Aber was war in Lengerich in diesen bedeutsamen

Jahren gewesen?

Ich ging daher ersten Spuren in Lengerich nach und vertiefte die Untersuchung mit der Hilfe

Heinrich Schlüters, der ersten Anlaufstelle in allen lokalgeschichtlichen Fragen. Das Ergebnis

dieser schönen Zusammenarbeit war eine kleine Ausstellung im Verkehrsamt der Stadt Lengerich,

die die Geschehnisse 1848/49 in Lengerich zu zeigen beabsichtigte. Zu dieser Ausstellung

verfassten wir eine kleine Broschüre: Lengerich und die Bürgerbewegung 1848/49.

Bei diesen Arbeiten stießen Heinrich Schlüter und ich erstmals auf den Namen des Lienener

Bürgers Hermann Kriege (1820 – 1850). Was wir erkennen konnten, waren die Umrisse eines

Paradiesvogels der Revolution. Spezialliteratur gab zwar einzelne Details preis, aber auch

Widersprüche. Geburts- und Todesdatum variierten je nach Quelle. Bald hatte er dieses Pamphlet

verfasst, bald jene Geistesgröße der Zeit aufgesucht. Konservative verdammten ihn wegen seiner

zeitweiligen Nähe zu Karl Marx. Dieser Prophet der Weltrevolution denunzierte ihn jedoch als

Trottel, was ihm um so besser gelang, als Hermann Kriege 1850 in New York im Irrenhaus starb.

Marx‘ Nachfahren im Geiste und in der DDR hatten ihre helle Freude daran, wie die

‚bürgerlichen‘ Kreise ihnen und ihrem Verdammungsurteil auf den Leim gegangen waren.

Doch ich will hier nicht die Geschichte des Hermann Kriege noch einmal erzählen. Jeder

interessierte Leser dieser Zeilen kann sie anderswo nachlesen.

Eine glückliche Verkettung von Zufällen half auf diese Weise: Dr. Wilkens aus Lienen erfährt von

Bekannten, dass das Bonner Haus der Geschichte ein Dokument ausstellt: Hermann Kriege wird

im November 1848 aus Berlin ausgewiesen. Dr. Wilkens erzählt Heinrich Schlüter und mir

beiläufig davon. Meine Nachfrage in Bonn ergibt, dass man dort nicht allein dieses Dokument

aufbewahrt, sondern einen ganzen Nachlass Kriege, den das Haus der Geschichte einmal ersteigert

hat. Als nächstes machen wir drei älteren Herren uns auf den Weg nach Bonn, um zu sehen, was

man denn dort aufbewahrt. Fast wie Kriminalisten, nämlich mit Baumwollhandschuhen und mit

spitzen Fingern, läßt man uns an die Archivalien heran. Kopieren verboten. Unsere ersten

Transkriptionen in den Katakomben des Hauses der Geschichte erzeugen in uns ein zwiespältiges

Gefühl: Da liegt ein ungehobener Schatz, aber wenn wir zu dritt in sechs Stunden sieben Briefe

lesen, 150 aber gelesen werden wollen, wie oft müssen wir dann nach Bonn fahren? Die

mathematische Seite unserer Unternehmung bringt uns zur Verzweiflung. Wir sinnen auf Abhilfe.

Bei einem weiteren Besuch in Bonn bestehen wir darauf, Kopien anfertigen zu dürfen. Der

Sachbearbeiter holt den Sachgebietsleiter, der holt seinen Abteilungsleiter; man beratschlagt und

lässt uns warten – mit dem Ergebnis, dass wir die lichtempfindlichen Archivalien kopieren dürfen,

aber bitte nur einmal. Damit ist der Nachlass Kriege in Lengerich und in unseren Händen.

87


Heinrich Schlüter machte sich nun mit Feuereifer an die Transkription; ich begann damit, Staatsund

Universitätsarchive anzuschreiben, um weitere Quellen zu finden. Und sie fanden sich

reichlich, wie meine folgenden Archivreisen zeigen sollten.

Irgendwann einmal im Frühjahr 1999 wurde Heinrich Schlüter und mir klar, dass wir an mehr

arbeiteten als einer kleinen biografischen Skizze. Das vorhandene Material reichte zu einem

ausgewachsenem Buch. Nun weiß jeder, dass ein geschichtliches Sachbuch kein Bestseller wird.

Wie konnte also das Potenzial zu einem Buch optimal genutzt werden? Heinrich Schlüter

ermunterte mich ganz uneigennützig: „Mach eine Dissertation daraus.“ Gesagt, getan. Professor

Botzenhart von der Westfälischen-Wilhelms-Universität erklärte sich bereit, mein unfertiges

Manuskript zu lesen. Nach dessen Lektüre stimmte er zu, diese Arbeit als Dissertation zu

betreuen. Nur beeilen müsse ich mich; schließlich sei er schon Professor Emeritus.

Da war der bisher unbekannte Nachlass Kriege aufgespürt; da war der Doktorvater gefunden. Was

sollte ich noch zögern? Es folgten drei Jahre harter, aber spannender Arbeit an der Dissertation.

Hilfe hatte ich: Heinrich Schlüter transkribierte weiterhin all die vielen Quellen, die ich aus den

Archiven herbeischleppte. Meine Frau hielt die Tücken des Computers von mir fern. Professor

Botzenhart war ein gründlicher Leser und geduldiger Ratgeber. Im Mai 2001 konnte ich dann

schließlich meine Dissertation bei der Philosophischen Fakultät der Westfälischen-Wilhelms-

Universität einreichen, und im Oktober des gleichen Jahres wurde ich mit magna cum laude zum

Doktor der Philosophie promoviert. Ende gut, alles gut.

88

Für den interessierten Leser:

Alfred Wesselmann: Burschenschafter,

Revolutionär, Demokrat. Hermann Kriege und

die Freiheitsbewegung 1840 – 1850 (Osnabrück:

Der Andere Verlag, 2002;

ISBN 3-936231-11-7).


Die Referendare am HAG 2002

*stop* zur Überbrückung des aktuellen Lehrermangels

stellen wir Ihnen temporär folgende Referendare zur

Verfügung *stop* von links nach rechts *stop* Achim

Willenbring * 29 * Mathematik * Informatik *

einzusetzen in 9 * 11 *stop* Stephanie Dröge * 39 *

Biologie * Erdkunde * einzusetzen in 7 * 8 * 9 * 11

*stop* Gerrit Schubert * 29 * Englisch * Philosophie *

einzusetzen in 10 * 11 *stop* Heike Regin * 37 *

Geschichte * Kunst * einzusetzen in 6 * 7 * 11 *stop*

Anja Gullatz * 29 * Englisch * Spanisch * einzusetzen

in 7 * 9 * 11 *stop* Julia Hüttmann * 27 * Deutsch *

Pädagogik * einzusetzen in 7 * 11 *stop*

89


Pensionierungen 2002

Am Ende des Schuljahres 2002 sind aus dem aktiven Schuldienst ausgeschieden:

90

Herr OStR Dr. Georg Jenschke – Lehrer für

katholische Religionslehre und Deutsch.

Herr OStR Dieter Schnier – Lehrer für Physik und

Mathematik.


91

Herr StR Klemens Wichmann – Lehrer für

Pädagogik, Philosophie und katholische

Religionslehre.

Herr OStR Horst Zimmer – Lehrer für Biologie

und Chemie


Pensionierungen 2003

92

Frau LiA Lore Bohm – Lehrerin für Sport und

Hauswirtschaftslehre

Herr StR Gerhard Glaas – Lehrer für Latein und

Französisch


93

Herr Studiendirektor Hans-Raimund Pfohl,

Lehrer für Deutsch und Erdkunde, hat am Ende

des Schuljahres 2002/03 das Hannah-Arendt-

Gymnasium verlassen und die Schulleitung des

Graf-Adolf-Gymnasiums in Tecklenburg übernommen.


Frau OStR´ Ilse Gronenberg

10. 12. 1926 - 02. 08. 2002

Deutsch- und Lateinlehrerin

am HAG von 1972 bis 1989

Herr OStR Gerhard Arnold

05. 11. 1925 - 18. 06. 2003

Mathematik- und Physiklehrer

am HAG von 1978 bis 1990

Frau Ursula Blömker

11. 07. 1940 - 20. 08. 2003

Schulsekretärin am HAG

von 1976 bis 1995

94


11. Jubiläen

40jähriges Schuljubiläum 1961 - 2001

95


40 Jahre - Gymnasium Lengerich

1961 - 2001

1961 – 1992 Städtisches Gymnasium Lengerich

1992 – 2001 Hannah-Arendt-Gymnasium Lengerich

Ein Rückblick auf eine ereignisreiche Woche

Zur Erinnerung an den Gründungstag des Lengericher Gymnasiums am 13. April 1961 fand

vom 28. Mai bis 02. Juni eine Jubiläumswoche statt, auf die die Schulgemeinde auch nach

zwei Jahren noch gerne zurückblickt und Bezug nimmt.

Auch an dieser Stelle sollte noch einmal schlaglichtartig auf die schöne und harmonische

Festwoche erinnert werden.

Die Auftaktveranstaltung am Montag, 28. Mai, zu der die Schule als offizielle Jubiläumsfeier viele

Gäste eingeladen hatte, genannt seien hier stellvertretend für viele unser Dezernent Herr Reinhard

Aldejohann, der die Glückwünsche der Bezirksregierung überbrachte und Frau Warnecke, die

Ehefrau des Gründungsdirektors der Schule, Herrn Dr. Edgar F. Warnecke. Wer sich im

Nachhinein noch einmal die klangvolle musikalische Gestaltung unter der Leitung von Oliver

Grundmann und die vielen Grußworte anhören möchte, kann dies tun, indem er sich den

Videofilm über die gesamte Festwoche in der Schule ausleiht.

Wochen und Monate intensiver Vorbereitung waren notwendig, um den vielen

Einzelveranstaltungen der Woche die Feinkonturen zu geben. Eine vielfach gewürdigte und

gelobte Festschrift, die noch heute Gästen der Schule gerne überreicht wird und nach wie vor ein

unschätzbaren Dokument 40-jähriger Schulgeschichte ist, wurde während der Auftaktfeier von der

ehemaligen Schülerin Natalie Scharlemann als Verantwortliche der Druckerei klr an den

Schulleiter Dr. Assig überreicht.

96


Unter dem Oberthema „Trends“ wurde am Mittwoch und Donnerstag Unterricht in Projekten

durchgeführt. Viele interessante Ideen wurden umgesetzt und die Ergebnisse den Besuchern am

Freitag, dem Jubiläumsschulfest, präsentiert. Dieser Tag stand ganz im Zeichen einer

schulinternen Feier in der Dreifachsporthalle mit vielen unterhaltsamen tänzerischen, sportlichen

und musikalischen Einlagen.

Unvergesslich sind sicherlich die musikalischen Kostproben des spontan gebildeten Lehrerchors,

der vor allem die Schülerschaft zu tosenden Beifallsstürmen herausforderte.

Am Abend war es das Theaterstück „Ab heute heißt du Sara“, das vom Literaturkurs des

Jahrgangs 12 unter der Leitung von Frau Angelika Heitmann in der Studiobühne bei den

Zuschauern große Anerkennung fand.

Eine eigens zum Jubiläum zusammengestellte Photo-Ausstellung „40 Jahre Gymnasium

Lengerich“ führte mit interessanten Bildern von vielen Aktivitäten der Schüler und Lehrer die

Geschichte der Schule vor Augen. Große Beachtung fand natürlich diese Ausstellung bei den

Gästen und ehemaligen Schülern. Diese waren für den Samstag zum „Tag der Ehemaligen“ von

der Schule eingeladen worden. Ungefähr 2500 Einladungen waren für diesen Tag an die

97


Ehemaligen verschickt worden und die Resonanz war so überwältigend, dass das Treffen der über

1400 Gäste an dem Tag alle Erwartungen übertraf. Ein ökumenischer Gottesdienst in der

Pfarrkirche St. Margareta bildete den Auftakt, in dem als ehemaliger Schüler des Jahrgangs 1973,

Herr Diakon Dietmar Mann, die Festpredigt hielt.

Ab 11.30 Uhr füllte sich dann die Schule, um in großer Runde, unterteilt nach Klassen und

Jahrgangsstufen, das Wiedersehen mit der Schule zu feiern.

Die von Lehrern und Schülern als Projekt gestaltete und feierlich geschmückte Gempt-Halle, die

bisher lediglich einige Male für größere Musikveranstaltungen genutzt worden war, wurde an

diesem Abend zu einer „Festhalle mit eigenem Ambiente“. Die über 1300 Gäste erlebten einen

Abend der

besonderen Art. Die mit viel Phantasie geschmückte Halle fand großen Anklang. Stadtverwaltung

und die Firma W&H hatten bei den Vorbereitungen und der Herrichtung der Halle großes

Entgegenkommen gezeigt. Selbst das nasskalte Wetter, das den Organisatoren einige

Kopfschmerzen bereitete, konnte der ausgezeichneten Stimmung an diesem Abend nichts

anhaben. Für die richtige Stimmung sorgten an diesem Abend die „Juggernauts“. Durch

Unterstützung und Mithilfe vieler Schüler war die Versorgung der Gäste an diesem Abend

gesichert und der organisatorische Rahmen stimmte.

98


40jähriges Bestehen des Freundeskreises

Der Vorstand des Freundeskreises des Hannah-Arendt-Gymnasiums Lengerich 2003

Der Menschlichkeit ein Dach geben

40 Jahre Freundeskreis Hannah-Arendt-Gymnasium / Professor Böhm hält Festvortrag

Lengerich. Zum 40jährigen Bestehen des Freundeskreises des Hannah-Arend-Gymnasiums hat die

Vorsitzende Isolde Borlinghaus einen Akzent gesetzt. Das Wirken dieses Fördervereins hat durch

die Jubiläumsveranstaltung einen würdigen Rahmen und Anerkennung gefunden. Eine kleine,

aber sehr informative Ausstellung, zusammengestellt vom stellvertretenden Schulleiter, Dr. Alois

Thomes, Georg Kubitz und Wolfgang Monka, zeigt die wichtigsten Projekte, die der

Freundeskreis in den vergangenen Jahrzehnten finanziert, gefördert oder angestoßen hat. Dies in

Erinnerung zu bringen und nicht nur für die Mitglieder, Eltern und Lehrer, sondern auch für die

nutznießenden Schüler augenfällig zu dokumentieren, ist Absicht der Ausstellung und zugleich

Dank der Schule, wie der Schulleiter, Dr. Hubertus Assig, in seiner kurzen Begrüßung zur

Eröffnung hervorhob. Die Krönung des Jubiläumsabends war zweifellos der Festvortrag von

Professor Günter Böhm (Münster) zum Thema „Für eine Bildung mit menschlichen Maß". Im

Rahmen der Begrüßung des Referenten erinnerte Isolde Borlinghaus an die Intentionen der

Gründungsväter, die sich auch in den Projekten des Jahres 2003 widerspiegeln: Unterstützung der

Musik, der Naturwissenschaften und einer kolumbianischen Theateraufführung sowie Einweihung

eines Meditationsraumes - alles zur Förderung der Schulkultur und der Lernatmosphäre des

Gymnasiums. Dies waren Stichworte, die von Professor Böhm in einen weiten Reflexionsrahmen

gestellt wurden. Ausgehend von der Frage, ob die enttäuschenden Ergebnisse der Pisa-Studie nur

lähmender Schock oder auch heilsames Erwachen, Weckruf und Anstoß zu einer

bildungspolitischen Debatte waren, plädierte der Referent für das Zusammenwirken aller, die bei

99


der Lebensbegleitung, Erziehung und Bildung der Folgegeneration Mitverantwortung tragen. Was

jeder Pädagoge weiß, hat Pisa schmerzlich offen gelegt: Die Schule muss sich verstärkt auf die

Jahrgänge sieben bis acht, also auf die 13- bis 15jährigen konzentrieren, wie sie es für die

Erprobungsstufe und die gymnasiale Oberstufe mit Erfolg getan hat. Allerdings kann die Schule

nicht wettmachen, was die Familie sträflich versäumt. Die Bluttat von Erfurt fordert zum

Nachdenken darüber heraus, ob die Schule den Menschen als Person genügend fördert und stärkt

und Vertrauensbeziehungen nie abbrechen lässt. Professor Böhm entfaltete sodann

Gedankenschritte auf dem Weg zu einer Bildung mit menschlichen Maß und fragte abschließend

nach einer wirksamen Antwort speziell des Gymnasiums auf Pisa und Erfurt. Fazit: Schule muss

nicht neu erfunden werden. Die in der gymnasialen Entwicklung wirksam gewordene

pädagogische Vernunft bleibt unverzichtbar. Die Lehrenden sind der Schlüssel für jede

Bildungsreform - Pädagogen aus Leidenschaft, die das Glück ihres Berufes nicht darin sehen,

Schüler ständig zu Höchstleistungen anzuspornen, sondern ihre Begeisterung zu wecken. „Wir

können den Jugendlichen zwar keine zukünftigen Krisen abnehmen, aber wir können ihnen das

Rückgrat stärken, sie zu bestehen". Professor Böhm hat in der Geschichte des HAG Spuren

hinterlassen, wie Hubertus Assig in seinem Dank an den Referenten hervorhob: Schon vor Jahren

hat er Anregungen zur Werteerziehung gegeben, die Arbeit am Schulprogramm begleitet und in

seinem Festvortrag dafür plädiert, durch die gymnasiale Bildung und Erziehung der

Menschlichkeit ein Dach zu geben.

Artikel aus den „Westfälischen Nachrichten“ vom 18.6.2003

Für eine Bildung nach menschlichem Maß

Vom bleibenden Auftrag des Gymnasiums

nach Pisa und Erfurt

Prof. Günter Böhm (Münster)

Auszug aus dem Festvortrag anlässlich

des 40. Jubiläums des Freundeskreises

am 05. Juli 2003

Schule muss nicht neu erfunden werden

[ ]

Ich belege die Unausweichlichkeit eines neuen bildungspolitischen Diskurses an fünf

Folgerungen aus dem PISA-Befund und ergänze sie durch eine Anmerkung auf

Grund der Geschehnisse in Erfurt im April 2002.

Sicherlich hat die Untersuchung nicht ein umfassendes Spektrum des gesamten schulischen

Lernprogramms insbesondere deutscher Schulen erhoben. Der Bereich fremdsprachlicher

Kenntnisse, des geographischen und historischen Wissens, der politischen, ethischen und

religiösen Bildung und künstlerischer Gestaltung ist ausgespart. Wie viele Erfahrungen beim

Schüleraustausch belegen, schneiden deutsche Schüler in der fremdsprachlichen Kompetenz

erheblich besser ab als ihre angelsächsischen Altersgenossen. Es wäre gleichwohl gefährlich, die

schlechten Untersuchungsergebnisse deutscher Schülerinnen und Schüler vor diesem Hintergrund

zu relativieren. Leseverständnis, mathematische Grundbildung und naturwissenschaftliches

Verstehen gehören zu den Basisfähigkeiten für heutige und künftige Lebensbewältigung. Hier

müssen nachhaltigere Erträge erreicht werden.

100


Das schlechte Abschneiden von neunten Schülerjahrgängen überrascht Schulkundige kaum. Seit

Jahrzehnten gelten die Jahrgänge 7 bis 9 als pädagogisches Problemfeld, ohne dass bisher

überzeugende Lösungen gefunden wurden. Die vielfach positiven Erfahrungen mit

polytechnischem Unterricht im Schulwesen der ehemaligen DDR sind nach 1990 sträflich

unberücksichtigt geblieben. Die pädagogischen Erneuerungen waren in unseren Schulen stark auf

die Primarstufe und die gymnasiale Oberstufe konzentriert, außerdem auf die Ausbildungsgänge

im beruflichen Schulwesen, hier veranlasst durch den rasanten technisch-wirtschaftlichen

Wechsel. Die PISA-Ergebnisse machen eine verstärkte didaktische und pädagogische Bemühung

um die 13- bis 15jährigen unausweichlich. Uns sollte zu denken geben, dass im PISA-Spitzenland

Finnland 16 – 17 Prozent der Schüler eines jeden Jahrgangs für bestimmte Zeiten durch eine

Speziallehrkraft zusätzlich zum Fachlehrer unterrichtet werden, damit die notwendige Förderung

der Schwächeren nicht den Fortschritt der schneller Lernenden hemmt. In Finnland kommt ein

Schulpsychologe auf 800 Schüler, bei uns kommt einer auf 10 000.

Muss nach Pisa die jahrzehntelang erbittert geführte Kontroverse über die zeitgemäße Schulform –

Integrierte Gesamtschule oder ein in Haupt- und Realschule sowie Gymnasium gegliedertes

Schulwesen – neu entfacht werden? „Wir brauchen die Gesamtschule, aber ohne die alte

Ideologie“ titelte die „Zeit“ (Nr. 40) am 28. November 2002. Abgelehnt wird die verbreitete

Unterbewertung von Leistung und Anstrengungsbereitschaft, die Aufgabe vergleichbarer

Maßstäbe bei der Benotung in vielen (nicht allen!) Gesamtschulen. Zur Begründung der

Umwandlung unseres Schulwesens in ein durchgängiges Gesamtschulsystem wird nach wie vor

auf die Gefahr einer zu frühen Auslese verwiesen, und die guten Ergebnisse in bei PISA

erfolgreicheren Ländern wie Schweden und Finnland, wo die Schüler wesentlich länger als bei uns

zusammenbleiben, gilt als neues Argument. Aber Mexiko hat eine sechsjährige Grundschule und

nimmt den vorletzten Platz aller Länder ein, Polen hält seine Schüler volle acht Jahre zusammen

und steht nicht besser da als wir. Der Vergleich unseres Schulsystems z.B. mit Finnlands

Schulwesen darf nicht die völlig unterschiedlichen Verhältnisse aus dem Blick verlieren: 40

Prozent aller finnischen Schulen haben nicht mehr als 50 Schüler in allen Jahrgängen zusammen;

in 60 Prozent aller finnischen Schulen unterrichten nicht mehr als höchstens sechs Lehrkräfte.

Unter solchen Bedingungen erhalten sich die Vorzüge der alten Dorfschule: Förderung kleiner

Schülergruppen durch methodisch gut geschulte Lehrer in kontinuierlichem, engstem persönlichen

Kontakt zwischen Lehrenden und Schülern, Einbezug älterer Schüler als Lehrende für Jüngere,

Entwicklung einer hohen Kunst der Binnendifferenzierung zur Förderung Hochbegabter nicht

weniger als der langsam Lernenden, also ein Schulsystem größtmöglicher Offenheit mit geringer

Reglementierung.

Das aber heißt: Auch nach PISA erweist sich als gültig, was sich in den letzten Jahrzehnten für

vorurteilsresitente Betrachter ohnehin abzeichnete: Weder das eine noch das andere System

erbringt von sich allein heraus bessere Lernerträge. Entscheidend ist die erreichte

Unterrichtsqualität und das Maß an erzieherisch fürsorglichem Einsatz für Schülerinnen und

Schüler an jeder einzelnen Schule bei gesicherten äußeren Voraussetzungen, z. B. hinreichender

Lehrerversorgung, erträglichen Klassenstärken, angemessener Ausstattung und erzieherischer

Unterstützung bei Problemfällen durch speziell ausgebildete Beratungslehrer, so dass sich die

Lehrenden stärker auf ihre unterrichtliche Arbeit konzentrieren können.

Jede weitere einfache Erklärung (z. B. die Ableitung besserer Ergebnisse von der Stundenzahl der

Lehrenden, von der Höhe ihrer Besoldung oder allein von den Klassenfrequenzen) greift zu kurz.

Leistungsbezogene Gehaltszuschläge und größere Selbständigkeit der einzelnen

Bildungseinrichtung in ihrem Finanzbudget haben zwar durchaus positive Auswirkungen, aber

nach PISA gehört alles auf den Prüfstand, was in der Debatte immer noch häufig als einzig

entscheidende Stelle oder Größe herausgehoben wird: Grundschule und Elementarerziehung,

Integration ausländischer Schüler und sprachliche Anforderungsvoraussetzungen für den

Grundschuleintritt, verstärkte Einstellung der Schulen auf veränderte Schülergenerationen und

101


entschieden einzufordernde Elternmitwirkung beim Aufbau von Lerndisziplin, bei der

Organisation eines gegliederten Tagesablaufs und beim Lesen als kultureller

Schlüsselqualifikation. Das bessere Abschneiden der süddeutschen Länder zusammen mit

Sachsen und Thüringen könnte auf Vorzüge der Zentralen Abiturprüfung verweisen, aber die

besten Leistungen in den Naturwissenschaften erbringen die Gymnasien in Schleswig-Holstein,

bekanntlich ein Land ohne zentrale Abituprüfung.

„Besonders hilfreich für den Erwerb der Sprach- und Lesekompetenz ist die Situation, in der

Eltern mit Vorschulkindern gemeinsam Kinderbücher anschauen, sie vorlesen und darüber

sprechen. In keiner anderen Situation zeigen Eltern beispielsweise eine so differenzierte

Sprachleistung wie beim Vorlesen und Besprechen von Kinderbüchern“ (Papier der Arbeitsstelle

Fernstudium der EKD, 2001). Wie soll dieser Vorteil für Kinder aus bildungsferneren Milieus

wettgemacht werden, wenn nur jede achte deutsche Schule eine Schulbibliothek hat, die diesen

Namen verdient (FASZ Nr. 51/2003)? Hessens Kultusministerin Karin Wolf tut recht daran, die

ihr vom Bund zugesagten 280 Millionen Euro anstelle für Ganztagschulen zunächst für

Schulbibliotheken zu verwenden. Und Anerkennung verlangt, wenn 75 Lehrer der Johann-Textor-

Schule in Haiger monatlich zwischen 5 und 25 Euro spenden, um ihre Schulbibliothek für die

Schüler planmäßig auszubauen.

Die Reduzierung der Problemlage auf die Bildungseinrichtungen ist zu kurzsichtig. Das Problem

hat erhebliche gesamtgesellschaftliche Auswirkungen, die politisches Handeln erfordern.

Wenn insgesamt 13 Prozent der 15–jährigen in ihrer Lesefähigkeit über das elementare Niveau

nicht hinauskommen und fast 10 Prozent von ihnen selbst der Kompetenzstufe I (Lokalisieren von

Informationen, Erfassen des Hauptgedankens bei einfachen Texten) nicht gewachsen sind, ist zu

fragen, wie dieser erhebliche Teil der späteren Erwachsenenbevölkerung seine gesellschaftliche

Teilhabe verwirklichen soll. Alle gesellschaftlichen Gruppen sind hier zur Mithilfe aufgerufen.

Auch kirchliche Erwachsenenbildung darf nicht nur die ohnehin überdurchschnittlich Motivierten

anzielen.

Wenn Bildungschancen unverändert stark sozialschichtgebunden bleiben, verdient der Ausbau des

Ganztagschulwesens – als Angebot – so entschieden Vorrang, dass dem gegenüber die Erhebung

maßvoller Studiengebühren als vertretbar bezeichnet werden kann. Es leuchtet nicht ein, dass

diejenigen, denen Bildungschancen in der Zeit ihrer Entwicklungsfähigkeit vorenthalten worden

sind, später von ihrer Arbeitsleistung her noch dazu beitragen sollen, den schon vorher

Bevorzugten ein kostenfreies Studium zu ermöglichen – und das bis zu deren kostenfreiem

Altersstudium.

Wenn in einem Land mit besonders guten Ergebnissen wie Finnland pädagogische Arbeit mit

hoher gesellschaftlicher Wertschätzung verbunden ist und der Zulauf zum Lehrberuf so stark ist,

dass er eine Auswahl der Geeignetsten möglich macht, muss die Frage erlaubt sein, welchen Wert

in unserer Gesellschaft Bildung hat. Um nochmals Rolf Wernstedt zu zitieren: „In Deutschland

gibt es offenbar keine synergetischen Effekte der an der Erziehung und dem Lernen beteiligten

Institutionen“ (a.a.O.S.5).

Wir benötigen Bündnisse für Erziehung und Bildung nicht als gefallsüchtige Demonstration,

sondern als im Alltag praktizierte, sich wechselseitig stützende Kooperation aller, die bei der

Lebensbegleitung, Erziehung und Bildung der Folgegeneration Mitverantwortung tragen, dabei

Niederlagen erleben, aber auch Fortschritte machen. Die stärkere gesellschaftliche Anerkennung

der von Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern oft unter schwierigen

Bedingungen geleistete Arbeit zugunsten des Fortbestands dieser Gesellschaft und ihres Ausbaus

zu einer verantwortungsbewussten Zivilgesellschaft müsste dabei eine Selbstverständlichkeit

werden

102


Eine Verbesserung der Erträge schulischen Lernens im Bereich intelligenten Wissens ist dringend

zu fordern, greift aber als einzige Konsequenz zu kurz. Die Bluttat von Erfurt vom 26. April 2002

hat uns neu bewusst gemacht, wie notwendig es ist, dass Schulen Orte sind, in denen sich junge

Menschen nicht nur über ihre Lernleistung, sondern auch als Personen angenommen erfahren

können. Wir brauchen Schulen, in denen Vertrauensbeziehungen nicht abbrechen, wenn

Änderungen der SchullaufBahn unumgänglich sind. Schulen müssen Stätten sein, in denen

Menschen lernen können, mit Differenzen umzugehen, eigene Stärken und Schwächen zu

erkennen, mit diesen Grenzen leben zu lernen. Und wir benötigen dringend ein gesellschaftliches

Umfeld, das die in der Leistungsschule geltenden Wertsetzungen nicht einfach verdoppelt,

sondern an einer Stelle ihrer Schullaufbahn scheiternde Kinder und Jugendliche in ihrem

unbedingten Erwünschtsein vergewissert. Kirche hat in ihrer Verkündigung, in ihrer Diakonie und

in ihrer Jugendarbeit hier eine unersetzbare Aufgabe. Sie kommt dort sinnfällig zum Ausdruck,

wo der erste Schultag der neu Eintretenden mit einem Segnungsgottesdienst verbunden ist, aber

sie darf sich nicht in einer Einzelerfahrung erschöpfen, sie muss Lebensbegleitung werden.

PISA und Erfurt sind wichtige Anstöße für eine dringend nötige neue Besinnung über Erziehung

und Schule. Sie gingen fehl, wenn sie lediglich zu strukturellen Änderungen führten, so notwendig

eine Vermehrung des Ganztagsschulangebots, die bessere Sprachförderung aller Schulanfänger

und eine pädagogische Qualifizierung der Arbeit in Kindergärten und Kindertagesstätten auch sein

dürften. Was wir vor allem brauchen, ist ein verstärktes, von allen Gruppen in der Gesellschaft

mitgetragenes Nachdenken über die Inhalte eines Lernens, das zukunftsfähig machen sollen,

indem es Intelligenz und zweckbestimmte Handlungsfähigkeit ebenso herausfordert wie es den

Menschen als Person umfassend fördert und stärkt. Es geht um „Bildung mit menschlichem Maß“.

Kann das Gymnasium auf PISA und Erfurt eine tragfähige Antwort geben?

Das Gymnasium wird nur dann eine wirksame Antwort auf PISA und Erfurt geben können,

wenn es folgende Veränderungen entschlossen zustande bringt:

Verstärkung nachhaltiger und verknüpfender Lernerträge über ein breites Spektrum von

Lernformen, zu denen die klassische direkte Instruktion nicht weniger gehört wir sinnvoll

eingeplante gruppenunterrichtliche Verfahren, eine projektförmige Unterrichtsanlage,

fächerverbindene Lernvorhaben.

Bessere Diagnostik der Schülerfähigkeiten zur Förderung des individuellen Lernens einschließlich

der Einbeziehung dazu besonders geeigneter Unterrichtsformen, z. B. Freiarbeit; Festhalten am

Konzept eines erziehenden Unterrichts, d. h. Einsatz und Sorge um Schülerinnen und Schüler

auch in deren Entwicklungs- und Lernkrisen; Mitverantwortung – zusammen mit den Eltern –

auch für die sogenannten Gescheiterten: Wir unterrichten Kinder und Jugendliche, nicht Fächer.

Auch die Schule der wissenschaftsorientierten Grundbildung bleibt immer Erziehungsschule.

- Arbeit an Schulprogrammen als durchdachten Arbeitskonzepten zur Sicherung der Qualität

schulischer bildung und zur Gestaltung von Schule als Ort von Lernkultur.

- Mut zur Offenlegung der Lernergebnisse über externe und interne Evaluation

- Wirksame Förderung besonders lernfähiger und lernwilliger Schülerinnen und Schüler und

unter aufmerksamer Beachtung der sozialen Implikationen schülerlaufbahnverändernder

Eingriffe

- Ermöglichung sozialen Lernens und von Erfahrungen mitverantwortlichen Handelns über

unterrichtliche Projekte ebenso wie über ein reiches Schulleben und geeignete Praktika zur

Förderung der Persönlichkeitsbildung und des demokratischen Verantwortungsbewusstseins

103


- Wiedergewinn einer stärkeren Eigenständigkeit des Gymnasiums unter kritischer Aufnahme

moderner Gestaltungsangebote (z. B. Selbständige Schule in NRW), dabei Festhalten an

bundesweit anerkannten Abschlussqualifikationen als kostbares Recht (und zugleich sorgsam

zu pflegendes Gut) der Einzelschule

- „Die Lehrenden sind der Schlüssel für die Bildungsreform“ (Hans Konrad Koch, in: PÄDF

2/2002, S. 74)

Was der französische Dokumentarfilm „Etre et avoir“ lehrt: Georges Lopez unterrichtet als

einziger Lehrer seiner Schule eine Lerngruppe von 13 Kindern zwischen vier und zehn Jahren –

„ein Pädagoge aus Leidenschaft, ein Lehrer, der das wahre Glück seiner Profession nicht darin

sieht, seine Schüler ständig zu Höchstleistungen zu bringen, sondern ihre Begeisterung zu

wecken“ (Klaus-Peter Heß in: MZ v. 17.01.03):

Aber nicht weniger gilt, was der Pharmakologe Prof. Dr. Verspohl bei der Doktorandenentlassung

in Münster am 16. Mai 2003 aussprach. Er erinnerte daran, dass Qualität, z. B. bei einer

wissenschaftlichen Arbeit (und das gilt auch schon bei deren Vorformen am Gymnasium) auch

immer etwas mit „Qual“ zu tun habe. Höhere Leistungen sind selten schmerzfrei zu haben. Und er

veranschaulichte dies an folgendem Beispiel: Der Satz des Pythagoras enthalte 24 Wörter, die 10

Gebote 179, der Paragraph 19A der Einkommenssteuer 1862 Wörter. Ein Doktorand habe ihm

eine Doktorarbeit mit 25 000 Wörtern vorgelegt – mit den Worten: „Ich hatte nicht die Zeit, mich

kürzer zu fassen“.

Lehren wir das in unseren Gymnasien?

104


12. Verabschiedung des Schulleiters Dr. Hubertus Assig in den Ruhestand

Schnappschüsse vom Schulfest für den scheidenden Schulleiter

105


106


„Altsein ist eine ebenso schöne

und heilige Aufgabe wie Jungsein“

Hermann Hesse

Lebenslänglich

oder

Muße in Würde?

„Auch Senioren wollen surfen.“ „Senioren ans Netz!“ So oder ähnlich lauten die Offerten der

unterschiedlichsten Bildungsinstitutionen an alternde Arbeitnehmer, aber auch an jene, die diesen

Status in ihrer Biographie bereits hinter sich haben. Volkshochschulen werben für lebenslanges

Lernen und die lebenslange Anbindung an die Bildungsprogramme des eigenen Hauses. Wer

zweimal hinschaut, merkt sehr schnell, dass es sich hierbei um ein verbales Kippbild handelt, das

auch als Drohung verstanden werden kann. Ist es nicht auch eine Art von Freiheitsberaubung,

lebenslang lernen zu müssen, sich bis zum Tode dem anpassen zu müssen, was da an

Entwicklungen, Dynamiken und neuen Anforderungen auf einen zukommt?

Dass man nach Ende der Lehrzeit ausgelernt hatte, war ehemals ein Grund fürs Feiern. Heute

würde jemand, der laut verkündet, er hätte genug gelernt und würde jetzt damit aufhören, in die

soziale Isolation abgedrängt. Besonders auffällig hat sich der Druck des Lernens bis zum Tode in

letzter Zeit gegenüber jenen Personen erhöht, die aus Altersgründen die Phase des sogenannten

„Ruhestandes“ erreicht haben. Nachdem der Bundeskanzler festgestellt hat, dass es kein Recht auf

Faulheit gebe, gibt es zwar weiterhin ein Recht auf Ruhestand, aber anscheinend keines, den

Ruhestand auch ruhig verbringen zu können. Das Bundesbildungsministerium hat in konsequenter

Umsetzung des Schröderschen Diktums den 83-jährigen Hans Schulz zum Ehrenpreisträger für

„lebenslanges Lernen 2001“ erkoren. Dieser hat es geschafft, als „ältester noch aktiver Animateur

der Welt“ ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Dazu verholfen hat ihm ein

Fernlehrgang „Animationsassistent Touristik“. Da ihm das aber nicht genügt, belegt Herr Schulz

zur Zeit den Fernlehrgang „Senior Aktiv Manager“ – zur späteren Animation von Senioren.

Was soll das? Ist das Alter nicht sowieso schon eine Zumutung? Die aufgedrängte Anstrengung ,

dabei immer fit bleiben und möglichst alles Neue auch noch lernen zu müssen, kompensiert nicht

etwa diese Zumutung, sondern potenziert sie. Die ruhelose Selbstverpflichtung gegenüber dem

Lernen scheint das Ziel der auf ältere Menschen ausgerichteten Politik zu sein. Das Altwerden ist

ein schmerzlicher Lernprozess.

Der Druck aber, lernend jung bleiben zu müssen, lenkt uns nur davon ab und ist doch immer

vergeblich.

Wenn die permanente Selbstoptimierung , die mit lebenslangem Lernen gemeint ist, nie aufhören

darf, dann ist der Ruhestand abgeschafft. Der „Lernaholic“ scheint das politisch gewollte Ideal des

Staatsbürgers zu sein. Süchtige sind aber das Gegenteil von Mündigen. Jeder Mensch sollte ohne

permanente Lernanstrengungen alt werden dürfen. Ich bestehe darauf: Alte Menschen wissen und

können mehr als sie gelernt haben.

K.A. Geissler in der Frankfurter Rundschau vom 29. 8. 2002

Ergänzungen: H. Assig

107


Ein Mann mit Konzilianz und Fingerspitzengefühl

Dr. Hubertus Assig verabschiedet / Schulleiter mit Herz (WN vom Montag, 28.07.2003)

Lengerich. Ihre Wertschätzung des scheidenden Schulleiters reimten Eva Kubitz und Anja Diesel für die

Schülerschaft des Hannah-Arendt-Gymnasiums (HAG) in einem kurzen Vers: „Denn Freude hatten wir

hier massig mit unserem lieben Assig“. Der 64-jährige Oberstudiendirektor Dr. Hubertus Assig ist

Freitagabend feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden – in einem heiteren Rahmen.

Im Veranstaltungsraum der Stadtsparkasse Lengerich hatten 150 geladene Gäste Platz genommen, um

einem Pädagogen, der sich unentwegt für eine menschliche Schule eingesetzt hat, viel Glück für einen

neuen Lebensabschnitt zu wünschen.

Der stellvertretende HAG-Schulleiter, Dr. Alois Thomes, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass der

Tag des Abschieds auch der Tag des Dankes für die lange, spurenreiche Arbeit am Lengericher

Gymnasium sei.

Als einen Mann, der sich ein Maß an Konzilianz und menschlichem Verständnis bewahrt habe,

charakterisierte Reinhard Aldejohann den scheidenden Schulleiter. Der Leitende Regierungsschuldirektor

zollte hohe Anerkennung für „ein imponierendes Lebenswerk“ und erinnerte an die Stationen eines

bewegten Lehrerlebens. Anschließend überreichte er die Entlassungsurkunde.

Für das unermüdliche Engagement und die Erfolge dankte im Namen von Rat und Verwaltung Friedrich

Prigge und hob besonders den Sachverstand, das Fingerspitzengefühl und die Geduld von Hubertus Assig

als prägende Wesensmerkmale hervor. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass Assig als Sprecher der

Lengericher Schulleiterkonferenz hervorragend mit der Stadt zusammengearbeitet habe.

Diesen Faden nahm Ursula Krimphove, Leiterin der benachbarten Bonhoeffer-Realschule, auf. Es habe

sich eine gute Kooperation der Schulleiter untereinander entwickelt. Assig habe auch den Arbeitskreis

Schule und Wirtschaft mitbegründet.

Einen Lehrer aus Berufung, der fair und offen gewesen sei, nannte Oberstudiendirektor Jörg Lahme, der im

Namen der Schulleiter der 15 Gymnasien im Kreis Steinfurt sprach, Assig.

Die Eigenschaften ihres Direktors spießten in einem amüsanten Dialog Oberstudienrätin Angelika

Heitmann und Studiendirektor Harald Schepers für das HAG-Kollegium auf. Sie übersetzten die

Abkürzung HAG mit „Hubertus-Assig-Gymnasium“ und gingen auch auf die Namensgebung der Schule

ein. Beide machten deutlich, dass der begeisterte Skifahrer immer den richtigen Ton finde.

108

Dr. Assig mit

Frau Krimphove

und Herrn

Hennig


Für die Elternschaft sprach Kris Steinbeck. Sie strich besonders das offene und freundliche Wesen sowie

die „ungeheure rhetorische Kraft“ des Schulleiters heraus. Am Gymnasium herrsche eine positive

Atmosphäre gegenseitigen Respekts. Die Eltern spendieren zum Abschied einen Gingko-Baum.

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums umrahmten die Feierstunde musikalisch.

Sichtlich berührt war Assig. In seiner Abschiedsrede dankte er allen, die ihn auf seinen beruflichen Weg

begleitet haben. „Mein Verhältnis zu den Schülern war geprägt von Vertrauen und Offenheit, von

Sympathie und Taktgefühl im persönlichen Umgang.“ Beim Kollegium bedankte er sich für die

Unterstützung, die Mitarbeit und die von Respekt und Sympathie geprägte Atmosphäre. Dank ging auch in

Richtung Stadt als Schulträger. Aber: „Das Wünschenswerte ist in Zeiten finanzieller Dürre nicht immer

das Realisierbare.“ Und: „Wie gern hätte ich meiner Schule sozusagen als Abschiedsgeschenk den vom Rat

der Stadt Lengerich längst beschlossenen Anbau und die Beibehaltung der bisher geltenden

Unterrichtszeiten gegönnt.

Am Morgen hatte Sigrid Leugermann Assig mit einem Oldtimer zur Schule gefahren. Auf dem Schulhof

bahnte sich das Gefährt einen Weg durch eine Papierwand. Bewegend: 800 Schülerinnen und Schüler

applaudierten vier Minuten lang dem scheidenden Chef. Danach gab es auf dem Schulhof ein gemeinsames

Frühstück.

Ansprache des Schuldezernenten, Herrn Aldejohann, zur Verabschiedung

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Prigge,

verehrte Festversammlung,

sehr geehrte Familie Assig,

sehr geehrter, lieber Dr. Assig,

heute haben alle hier Versammelten sich gern die Zeit genommen und sind zusammengekommen,

weil es einen besonderen Anlaß im Leben eines verdienten Menschen und in der Geschichte einer

Schule gibt, den wir in diesen Stunden würdig und festlich feiern wollen: Die Verabschiedung des

geschätzten Kollegen und Schulleiters Dr. Assig in den Ruhestand und damit den Abschluß einer

Ära im Leben seiner Schule, des Hannah-Arendt-Gymnasiums in Lengerich.

Doch zunächst ein Blick zurück zu den Anfängen. Sie liegen etwas östlich von hier, in Schlesien.

Als am 1. Januar 1939 ein gesunder Junge zur Welt kam, später getauft auf den Namen Hubertus

Johannes und auch ansonsten ganz munter, da ahnten weder die glücklichen Eltern noch der

Knabe – der konnte ja erst recht noch gar nicht „ahnen“ – dass er 40 Jahre später, 1979, eine

bedeutende Ernennungsurkunde ausgehändigt bekommen würde, die mit einem sehr

verantwortungsvollen Auftrag verbunden war: Übernahme der Leitung des Gymnasiums in

Lengerich – damals trug die Schule noch nicht ihren heutigen Namen. Wir wissen heute und

freuen uns darüber, dass Sie, lieber Herr Dr. Assig, diese Schule in eine 24-jährige Phase

konzentrierter, beständiger und sehr erfolgreicher gymnasialer Erziehungs- und Bildungsarbeit

geführt haben.

1939 konnte noch niemand wissen, dass in Breslau, der Geburtsstadt unseres damaligen Jungen,

eine glänzende pädagogische Karriere ihren Anfang nahm, und vorwegnehmend sei gesagt, es

lassen sich 12 Stationen abmessen, ehe man sagen konnte: Dr. Hubertus Assig,

Oberstudiendirektor, Leiter des Hannah-Arendt-Gymnasiums Lengerich, seit heute im Begriff, in

den wohlverdienten Ruhestand einzutreten.

Die 12 Stationen seien in aller Kürze aufgezählt.

Die erste war Breslau. Die zweite markiert auf ihre Weise auch das Geschick eines Kindes, das

kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges geboren wurde, die NS-Zeit aus kindlicher Perspektive

mitbekam, erst später begriff, was seine Eltern in dieser Zeit erdulden mussten, die Vertreibung

aus der schlesischen Heimat als sehr bedrückend empfand, erst verspätet in die Volksschule

eintreten konnte, und zwar – Station Nr. 2 – in Vörden / Krs. Bersenbrück, wohin die Familie

zwangsausgesiedelt wurde, und von dort aus seine Schulkarriere begann, als die Eltern die

vielfältigen Begabungen dieses Jungen erkannten. Das Internat St. Norbert in Xanten war Station

109


Nr. 3, bis 1953, und danach das humanistische Gymnasium in Oldenburg. Diese Station Nr. 4

wurde 1959 mit der Reifeprüfung abgeschlossen, mit eindrucksvollen Leistungen in den alten

Sprachen. Latein, Griechisch, Hebräisch. Rückblickend lassen sich für den Biographen die

Neigungen erkennen: Die alten Sprachen, ihre kulturellen Grundlagen und ihre durchdringende

Bedeutung für die Gegenwart.

Es folgte der Wehrdienst 1959 – 1960 und in der Folge eine Ausbildung zum Reserveoffizier,

Danach (Station Nr. 6) das Studium an der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster in den

Disziplinen Katholische Theologie, Latein und Philosophie, abgeschlossen mit dem Ersten

Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium in den Fächern Kath. Religionslehre und Latein im

Jahre 1966,

Stationen Nr. 7 und 8: die Referendarzeit in Warendorf am damals altsprachlichen, zu den ältesten

Gymnasien in Westfalen zählendem Gymnasium Laurentianum und am Ratsgymnasium in

Münster. Diese Stationen schlossen mit dem Zweiten Staatsexamen 1968.

Und jetzt wird der Lebensweg noch etwas bunter. Bisher war das, jedenfalls rein äußerlich

betrachtet, eher noch ein philologischer Normalfall, aber was sich nun in der beruflichen

Biographie tat, war schon ungewöhnlich.

Station 9: 1968 wurde Herr Dr. Assig aus dem öffentlichen Schuldienst für einen Lehrauftrag am

Overbergkolleg Münster beurlaubt.

Es folgte 1969 die Ernennung zum Studienrat i. K.

1970 Station Nr. 10: Unser Mann wurde an die Pädagogische Hochschule Ruhr, Abt. Dortmund,

als Assistent für Katholische Theologie und ihre Didaktik abgeordnet. Dort verbrachte er eine 5jährige

Lehrtätigkeit. Diese Station nutzte er für die Promotion zum „Doktor der

Erziehungswissenschaften“ mit einer Arbeit über die Theorie einer christlichen

Glücksphilosophie. Fast zwangsläufig, so scheint es, folgte die Ernennung zum Oberstudienrat.

Jetzt erfolgte der Wechsel in den öffentlichen Schuldienst: Station 11 war das Heisenberg-

Gymnasium in Dortmund, wo er bereits nach einem Jahr 1975 mit der Aufgabe des

Stellvertretenden Schulleiters beauftragt wurde.

Wir nähern uns dem Ziel, dem Beginn der Station 12: Seit dem 23.03.1979 leitet Herr

Oberstudiendirektor Dr. Assig das Gymnasium in Lengerich, also bis zum heutigen Tage, 24 Jahre

lang.

Was alles hat Platz in einem Lehrerleben?

Man zählt die Ämter auf, man bilanziert den beruflichen Werdegang, man überschaut den äußeren

Weg eines erstaunlichen Curriculums. Man muss aber in dieser Abschiedsstunde auch zumindest

andeuten dürfen, was sich so einfach nicht bilanzieren lässt. Vorstellbar ist, wie Sie zwischen den

beiden Fixpunkten Ihres Lebens, Ihrer Familie in der Münsterstraße und Ihrer Schule in der

Bahnhofstraße den Ausgleich finden mussten, wie beide Pole sich gegenseitig beeinflussten, wie

oft sich die direktorialen Amtsgeschäfte im privathäuslichen Bereich fortsetzen, wenn die 24

Stunden eines Tagesablaufs wieder einmal nicht reichten; wie viel Kraft, Aufmunterung, ja auch

Toleranz und Stütze Sie von Ihrer Frau bekamen; wohl auch, wie oft sie Ihre Beraterin war und

fürsorgliche Lebenspartnerin, die Ihnen manche Last erleichterte. Ihnen, Frau Homann-Assig,

haben wir sehr zu danken. Sie haben indirekt beträchtlich dazu beigetragen, dass Ihr Mann ein

guter und stabiler Schulleiter sein konnte.

Hier in Lengerich widmete er sich mit aller Kraft seinen Lebensaufgaben, der hochbegabte

Pädagoge, Hochschullehrer und Lehrer. Jetzt hatte er sich als Vorgesetzter, Leiter, Organisator

und geistiger Motor des einzigen Gymnasiums in der Stadt zu bewähren – aber auch in der neuen

Aufgabe als Ehemann und als Vater. Denn in den ersten Lengericher Jahren wurde geheiratet, und

dem Ehepaar Assig wurden drei Söhne beschieden, Hanno, Cornelius und Björn, die ich neben

Frau Homann-Assig hier ebenfalls begrüße, allesamt Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums

gut verteilt auf die Jahrgangsstufen 12, 9 und 5.

Ihr Lebenszentrum im Haus an der Münsterstraße, sehr geehrter Herr Dr. Assig, tauschten Sie

1991 in Ihr Residuum am Osterkamps Kamp um, ein Wechsel des Hauses, nicht mehr der Heimat,

denn diese fanden Sie nun wohl endgültig in Lengerich.

110


Vorzustellen ist auch, wie viel Kraft Ihnen als dem Vater zu floss, wenn er erlebt, wie sich über

die Jahre seine Söhne entwickeln, wie sehr Sie sich in Ihnen gespiegelt finden. Auch dies ein

ständiger Jungbrunnen und immer wieder ein Ansporn für Ihr nicht leichtes Amt, für Geduld und

langen Atem, denn immerhin werden Sie mit diesem Schuljahr 37 Jahre im Schul- und

Hochschuldienst des Landes NRW gestanden haben. Und Sie freuen sich nicht nur über die

eigenen Kinder, Sie freuen sich beispielsweise auch darüber, dass Sie in diesem Jahr das 25. Mal

einem Abiturjahrgang die Reifezeugnisse aushändigen konnten.

Zeit Ihres Lebens hat Sie, Herr Dr. Assig, das konkrete Erziehen und Unterrichten fasziniert. Als

Lehrer, als Ratgeber mit solider Bildung ausgestattet, mit der Kraft Ihres Herzens, ja mit

beruflicher Leidenschaft und auch mit Emotionen wohl versorgt; freigiebig mit menschlicher

Wärme, väterlicher Geduld, Mut und unbeirrbarem Festhalten an dem, was Sie als richtig

erkannten, haben Sie Ihre Schule nicht nur gut gesteuert, sondern Ihr Kollegium auch sicher und

in klarer Ausrichtung geführt, ohne es zu bevormunden. Die Klarheit Ihrer Position ging Hand in

Hand mit einer realistischen Einschätzung des Möglichen und Machbaren. Mit Deutlichkeit und

zugleich pragmatischen Sinn bereiteten Sie, beraten und unterstützt von des Mitgliedern des

runden Tischs, Ihre Entscheidungen vor. Sie konnten sie dann nicht nur gut vertreten, Sie erhielten

in der Art der Vorbereitung und Vermittlung der Entscheidungsgründe auch Verständnis und

Zustimmung, was zumindest in schwierigen Situationen wichtig war. Sie bewahrten immer das

notwendige Maß an Konzilianz und menschlichem Verständnis, ohne das man einen so

komplizierten Organismus wie eine Schule mit rund 50 Kolleginnen und Kollegen und ca. 780

Schülerinnen und Schülern nicht leiten kann.

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“

sagt ein altes chinesisches Sprichwort. Soweit der schulische Raum des Schutzes bedurfte, haben

Sie Mauern errichtet. Sie haben aber auch Windmühlen gebaut, wenn die Windkraft zum

energetischen Schub für die Schule geeignet war. Die pädagogische Entwicklung des HAG war

Ihr Herzensanliegen. Die letzte Festschrift gibt anschaulich Zeugnis für eine bewegte, nicht

angetriebene Schule.

Ich möchte an dieser Stelle – als Ihr Schuldezernent bis zum Ende des vergangenen Jahres –

meinen ganz persönlichen Dank für eine langjährige, sehr kollegiale, in der Sache konstruktive,

manchmal schwierige, in der persönlichen Atmosphäre aus meiner Sicht jedoch stets

spannungsfreie Zusammenarbeit mit Ihnen herzlich danken. Die Gespräche waren für mich

klärend und auch in sehr schwierigen Situationen nie unangenehm. Sie haben dazu viel

beigetragen. Viele Gespräche, so darf ich auch sagen, waren bereichernd.

Sie gehören zu den Menschen, die immer wach waren und für die Ihnen anvertrauten Menschen

auch gewacht haben. Sie haben sich in den Dienst Ihrer Mitmenschen, Ihrer Schülerinnen und

Schüler und Ihrer Kolleginnen und Kollegen gestellt, mit Rat und Aufmunterung, ja mit etwas

Unzerstörbarem in Ihrem Innern, das die anderen spürten, das Ihnen Ihre Lebens- und

Arbeitsfreude, Ihre väterliche Reife in den letzten langen Jahren, aber auch – bis heute – den

Charme des im Herzen jung Gebliebenen bewahrt. Ich darf Ihnen auch im Namen Ihres

Schuldezernenten, Herr Dr. Rücker, danken und Ihnen seine besten persönlichen Grüße

ausrichten. Sie wissen, er widmet sich dem, was die meisten von uns in der nächsten Woche

beginnen, einem hoffentlich erholsamen Urlaub.

Die Bezirksregierung verabschiedet sich nun – gezwungenermaßen – von Ihnen. Das Haus ist

wohl bestellt. Ein hoffnungsvoller Nachfolger ist gefunden. Unsere guten Wünsche begleiten Sie –

in die neue Freiheit des Pensionärsstandes.

Die Bezirksregierung dankt Ihnen, lieber Herr Dr. Assig, und es sind selbstverständlich auch

Personen, die Ihnen diesen Dank aussprechen: Herr Regierungspräsident Dr. Twenhöven und

unser Abteilungsleiter, Herr Koch. Wir in der Schulaufsicht danken Ihnen für Ihre langjährige

hervorragende Arbeit als Schulleiter, Lehrer und Erzieher sehr herzlich. Wir sprechen Ihnen

unsere hohe Anerkennung für ein imponierendes Lebenswerk aus.

Ich darf Ihnen nun die Urkunde überreichen, mit der Sie in den Ruhestand versetzt werden.

111


Abschiedsrede des Schulleiters und Textanhang von Hermann Hesse

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Verwandte, liebe

Freunde

Als vor einigen Jahren ein nicht unbekannter Theologe emeritiert wurde, da begann er seine

Dankesrede mit ungefähr diesen Worten:

„Lieber Gott, vergib meinen Vorrednern, dass sie soviel Lobendes, Sympathisches und

Übertreibendes über mich gesagt haben. Aber, lieber Gott, vergib auch mir, dass ich dies alles mit

soviel Wohlgefallen angehört habe!“

(Hans Küng)

Wenn ich nun nach dieser Feierstunde, die mich persönlich berührt, erfreut, nachdenklich

gestimmt, manchmal auch beschämt hat, wenn ich nach diesen herrlichen musikalischen

Geschenken nun als Letzter in den Reigen der Redner eintrete, dann tröstet und ermutigt mich der

Rat, den Martin Luther einem jungen Predigtschüler gegeben haben soll:

„Tritt fest auf, mach´s Maul auf, hör bald auf!“

Leichter gesagt, als getan, denn ein Schlussredner hat eigentlich immer schlechte Karten.

Wenn ich bei Ihnen in der nächsten halben Stunde auch nur dezente Anzeichen von Übermüdung

oder Erschöpfung wahrnehme, verspreche ich Ihnen, meine Dankesrede mitten im Satz

abzubrechen – wobei ich die Jüngeren und die Schüler in diesem Kreis angesichts ihrer

ausgeprägten Redenphobie um besondere Nachsicht bitte.

Wenn Sie mir jedoch die Chance Ihrer Aufmerksamkeit geben, dann möchte ich mich heute am

Ende meiner Dienstzeit hier in Lengerich zum einen herzlich bedanken, Ihnen zum anderen aber

auch einige Empfindungen und Gedanken anvertrauen, die mich im Blick auf meinen neu

beginnenden Lebensabschnitt heute begleiten.

Dank an alle, die mich in meiner Tätigkeit am Lengericher Gymnasium begleitet haben

Für mich neigt sich am Ende dieses Schuljahres eine Lebensphase ihrem Ende zu, die 37 Jahre

Hingabe an meinen Beruf und fast 25 Jahre als Schulleiter des Lengericher Gymnasiums

umspannt. Rückblickend kann ich heute sagen, dass ich mich in meiner Lengericher Dienstzeit -

von wenigen Irritationen abgesehen - auf gute Freunde, auf kompetente Mitarbeiter und auf

Mitwirkungsgremien verlassen konnte, denen das Wohl und Wehe der Schüler und der Schule am

Herzen lagen.

Die Schüler und Schülerinnen

Danken möchte ich zunächst unseren Schülerinnen und Schülern, die mir nicht nur heute Morgen

das Geschenk eines gelungenen, ideenreichen und harmonischen Schulfestes zu Ehren ihres

Schulleiters gemacht haben, sondern auch diese Feierstunde musikalisch umrahmen und uns einen

lukullischen Abschluss des heutigen Abends versprechen.

Ich halte den Beruf des Lehrers noch immer und trotz schwieriger Erfahrungen für einen zutiefst

humanen Dienst. Verantwortung zu übernehmen für junge Menschen, sie in einer prägenden

Phase ihres Lebens zu begleiten und in ihnen Fähigkeiten zu wecken, mit denen sie ein

112


selbstbestimmtes Leben führen können, das sind Aufgaben, die – wenn sie auch nur im Ansatz

gelingen – einen Lehrer zufrieden und dankbar machen.

Mein Verhältnis zu den Schülern des HAG – ob ich an die Erfahrungen in meinen Fächern Latein,

Pädagogik und Philosophie denke oder an meine Begegnungen mit Theater- und Musikgruppen,

an die SV, an die vielen Gespräche im Schulalltag – mein Verhältnis zu ihnen war geprägt von

Vertrauen und Offenheit, von Sympathie und Taktgefühl im persönlichen Umgang.

Dafür danke ich meinen Schülerinnen und Schülern und hoffe, dass sie unsere gemeinsame Zeit

am HAG in guter Erinnerung behalten, so wie ich selbst meine Schulzeit am Oldenburger

Gymnasium, das bis heute meine geistige Heimat geblieben ist, in dankbarer Erinnerung habe.

Das Kollegium

Wer fast ein Vierteljahrhundert mit einem engagierten, herausfordernden und klugen Kollegium

gearbeitet hat, wer dabei Erfahrungen harmonischer Zusammenarbeit, guter Sachentscheidungen

und persönlichen Respekts gemacht hat, wird von diesem Kollegium nicht ohne Wehmut

Abschied nehmen wollen.

Getröstet von der Lebensweisheit Immanuel Kants, das „aus so krummem Holze, als woraus der

Mensch gemacht ist, ... nichts ganz Gerades gezimmert werden (kann), nur die Annäherung zu

dieser Idee sei uns von der Natur auferlegt,“ habe ich manche Fremdheitserfahrung, die bei so

verschiedenen Naturellen unvermeidlich ist, auszuhalten und zu akzeptieren versucht. In der

Regel sind aber auch in solchen Situationen Kompromisse und versöhnliche Klärungen möglich

gewesen.

Vielleicht erinnern sich die älteren Kollegen an eine Lieblingsidee von mir, die ich am Anfang

meiner Tätigkeit in Lengerich in einem unbewachten Moment offen geäußert und von der ich

mich bis heute nicht verabschiedet habe: Dass ein Kollegium so etwas wie eine klösterliche

Kommunität sei, verbunden durch pädagogische Leidenschaft und Verantwortungsgefühl für die

ihr anvertrauten jungen Menschen; dass die in dieser communio paedagogorum Tätigen angesichts

ihrer Kompetenz, Lebenserfahrung und ihres aufgeklärten Optimismus einer strengen Führung gar

nicht bedürfen – und der Schulleiter eher eine memorative Instanz sei, der in wichtigen Momenten

seine Kollegen an das erinnert, was sie mit ihrem Diensteid längst beschworen haben.

Denke ich an unser Kollegium, dann denke ich an die Unterstützung und die von Respekt und

Sympathie geprägte Atmosphäre unserer gemeinsamen Arbeit. Ich danke für die engagierte

Mitarbeit in unseren Lehrerkonferenzen, ich danke für die Team-Arbeit des Runden Tisches und

die Beratung durch den Lehrerrat.

Umsichtige und effektive Schulleitung ist nicht möglich ohne eine Mitarbeiter-Gruppe, die durch

Kompetenz und persönliches Vertrauen verbunden ist: Was ich mit Herrn Temme, Herrn Hunsche

und Herrn Lausberg begonnen hatte, habe ich mit Herrn Dr. Thomes, Herrn Beckmann und Herrn

Heitmann fortführen, vertiefen und einmal in der Woche im Rahmen des jour fixe aktualisieren

können- nicht ohne die rituelle Tasse Tee.

Wenn mein Nachfolger im Amt, Herr Netkowski, während seiner Vorstellung im Schulausschuss

unseren stellvertretenden Schulleiter, Herrn Dr. Thomes, in vorauseilender Anerkennung seiner

Kompetenz als eine „Institution“ bezeichnet hat, dann habe ich dem nur hinzuzufügen: Mir ist er

Vertrauter und Freund zugleich geworden.

Was ist ein Kollegium, was kann Schulleitung ohne eine harmonisch zusammenwirkende

Sekretariatsgemeinschaft? Den vielfältigen Herausforderungen und Überraschungen des

113


Schulalltags standgehalten zu haben und den Wünschen von Kollegen, Schülern und Eltern

verständnisvoll und nicht selten mit mütterlicher Einfühlsamkeit begegnet zu sein – das sind

Zeichen persönlichen Engagements und fachlicher Kompetenz. Ich danke von dieser Stelle aus

Frau Brackmann, Frau Legutke, Frau Blömker und Frau Hoff – und den beiden gegenwärtigen

Sekretärinnen Frau Wittkamp und Frau Siegel.

In gleichem Atemzuge nenne ich auch unsere Hausmeister, ohne deren hilfreiche Präsenz und

Umsicht das Schulgebäude längst Schaden genommen hätte: Ich erinnere an unseren früh

verstorbenen Herrn Schulte, dessen Ehefrau heute bei uns ist, und ich danke Herrn und Frau

Hergemöller und last but not least Herrn Danneberg.

Schulaufsicht und Schulträger

In meiner langjährigen Dienstzeit in Lengerich war es mir vergönnt, für das Wohl und Wehe

unserer Schule in der Obhut von 5 Herren der Münsteraner Schulaufsicht zu sorgen: Den leitenden

Regierungschuldirektoren Herrn Plettendorf, Herrn Franzenburg, Herrn Hingst, Herrn Aldejohann

und Herrn Dr. Rücker danke ich für die enge Kooperation in allen schulrelevanten Fragen, für ihre

ständige Beratung und für den persönlichen Respekt und die Verbundenheit, die unsere

Zusammenarbeit stets begleitet haben. Ich danke Ihnen, sehr geehrter Herr Aldejohann, dass Sie

als langjähriger Dezernent unserer Schule mich heute urkundlich in den Ruhestand versetzen. Als

Dezernentin gibt uns heute auch Frau Hesekamp-Gieselmann die Ehre, die seit einigen Monaten in

die Artus-Runde der Bezirksregierung aufgenommen worden ist. Ich freue mich, dass Sie, liebe

Frau Hesekamp, die strenge Dominanz der Herren in der Schulabteilung durch die „Locke der

Berenike“ verwirren werden.

Ihnen, Herrn Brämswig und Herrn Hartwig, den beiden Kollegen aus der Führungsetage des

GAG, gilt mein Dank für die langjährige Kooperation zwischen unseren beiden Schulen, dem

HAG und dem GAG.

Neben der Schulaufsicht bildet der Schulträger, also die Stadt Lengerich, eine weitere Säule, auf

der Schule als „Haus des Lernens“ ruht.

Dank für gutes Zusammenwirken, für Unterstützung und für persönliche Freundschaft schulde ich

vielen: Zunächst Ihnen, Herr Prigge, die Sie als Bürgermeister die Geschicke der Schule in den

letzten Jahren begleitet haben. Zusammen mit Ihren Vertreterinnen, Frau Hüttemann und Frau

Höhenbergen-Henze, aber auch mit Herrn Wiethölter haben Sie die Erfahrung gemacht, dass das

Wünschenswerte in Zeiten finanzieller Dürre nicht immer das Realisierbare ist. Wie gern hätte ich

meiner Schule sozusagen als Abschiedsgeschenk den vom Rat der Stadt Lengerich längst

beschlossenen Anbau und die Beibehaltung der bisher geltenden Unterrichtszeiten gegönnt.

Sodann richtet sich mein Dank an Ihre Vorgänger im Amt: Ich freue mich, dass Herr Striegler mit

seiner Frau heute unter unseren Gästen ist sowie der damalige Bürgermeister, Herr Jochen Götz.

Ich erinnere sodann an den verstorbenen Bürgermeister Rust, dem das Wohl und Wehe unserer

Schule stets am Herzen lag. Und ich danke nicht zuletzt den beiden Vertretern des Schulträgers, in

deren Dienstzeit ich nach Lengerich gekommen bin und denen ich – wenn ich so sagen darf – in

väterlicher Freundschaft verbunden war und bin: Herrn Bürgermeister a. D. Bruno Karner und

Herrn Stadtdirektor i. R. Helmut Denter.

Meine Damen und Herren,

den Dankens ist nach so vielen Jahren kein Ende, und ich bitte um Nachsicht, wenn ich mich im

Blick auf unsere gemeinsame Zeit heute Abend im Folgenden kürzer fasse.

Die Aktivitäten und die großzügigen Zuwendungen des Freundeskreises des HAG haben der

Schule zum Segen gereicht. Ich danke den Vorsitzenden, Herrn Dr. Gennerich, Herrn Hinz, Herrn

114


Dr. Twiehaus, der zu früh verstorbenen Frau Kostka und Frau Borlinghaus für Ihr Engagement.

Zum 40. Geburtstag am 1. Juni dieses Jahres hat die Schule mit einer Ausstellung und einem

Festvortrag von Herrn Prof. Böhm gedankt unter dem programmatischen Titel „Für eine Bildung

mit menschlichem Maß“.

Unter unseren Gästen repräsentiert Frau Kris Steinbeck die Schulpflegschaft als dynamisches

Mitwirkungsgremium der Eltern, auf dessen Rat und Anregungen Schulleiter und Schulkonferenz

nicht mehr verzichten können. Frau Steinbeck hat sich schon nach kurzer Zeit auch bei der

Schulaufsicht in Münster, bei unserer neuen Ministerin und bei unserem Landrat, Herrn

Kubendorf, Gehör und Respekt verschafft.

Ich möchte danken für das gute Zusammenwirken mit den Kirchen unserer Stadt. Der

ökumenische Begrüßungsgottesdienst zu Beginn eines neuen Schuljahrs in der Stadtkirche, die

jährlichen Adventskonzerte in St. Margareta, die gemeinsame Arbeit in den

Religionsfachkonferenzen und viele persönliche Gespräche sind Ausdruck geglückter

Gemeinsamkeit und partnerschaftlicher Sorge um die religiöse und ethische Orientierung unserer

Schüler.

Ich freue mich über das Erscheinen des Superintendenten, Herrn Schneider, und seiner Frau

Gemahlin. Herr Pfarrer Antony vertritt die katholische Gemeinde St. Margareta.

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Schulleiterinnen und Schulleiter hier in Lengerich

zusammen mit anderen verabschiedet: Heute machen mir meine Kolleginnen und Kollegen die

Freude, mich bei meiner eigenen Verabschiedung einfühlsam zu begleiten. Ich fasse meinen Dank

in die Worte: Die Konferenz Lengericher Schulleiterinnen und Schulleiter hat sich um die Schulen

dieser Stadt verdient gemacht und wesentlich zum gegenseitigen Verständnis und zur Kooperation

der verschiedenen Schulformen beigetragen.

Herrn Oberstudiendirektor Lahme vom Emsland-Gymnasium Rheine danke ich nicht nur für

seine freundlichen Worte im Rahmen dieser Feier, sondern auch für die langjährige

Zusammenarbeit in der Bezirksdirektorenkonferenz, dem Zusammenschluss aller

Schulleiter/innen der Gymnasien im Kreis Steinfurt. Überbringe bitte, lieber Jörg, diesem

Gremium meine Abschieds-Grüße und meinen persönlichen Dank für die vielen gemeinsamen

Beratungen , für nützlichen Informationsaustausch und die gemeinsame Suche nach Lösungen

schulischer Probleme.

Es wäre eine zumindest lässliche Sünde, nicht auch eine Institution in meinen Dank

einzubeziehen, die mit viel Hingabe und Kreativität an der Erneuerung und Auffrischung der älter

gewordenen Kollegien arbeitet:

Vom Studienseminar Rheine macht mir Herr OStD Kopp die Freude, heute unter unseren Gästen

zu sein. Vielleicht verbindet uns beide eine heimliche Utopie von Schule:

Schulqualität ist ja so etwas wie Liebe .....

...... nicht fassbar, aber vorhanden.

...... erlebbar, aber nicht quantifizierbar.

...... flüchtig, denn man muss sich immer wieder darum bemühen.

Wie in der Liebe zählen (neben professionellem Wissen und Können) auch in der heutigen Schule

vor allem die emotionale Haltung der Lehrkräfte, ihr Auftreten und wie sie auf die Schülerinnen

und Schüler zugehen, ihre tägliche Sorge um die Lernenden und ihre positive lebensbejahende

Ausstrahlung.

115


Ich danke den Vertretern der Lengericher Presse, die semper aperti – immer interessiert und

wahrnehmungsoffen – das Schulleben und die schulkulturellen Höhepunkte am HAG mit

klärenden, kritischen und ermutigenden Veröffentlichungen begleitet haben. Kein Wunder, dass

im Vorstand des deutsch-amerikanischen Freundschaftsvereins, der u. a. den Schüleraustausch der

Lengericher Schulen mit unserer Partnerschule in Ohio betreut, ein Redakteur der Westfälischen

Nachrichten Sitz und Stimme hat: Herr Dowidat. Sein Kollege, Herr Schmitte, wird sich sicher

noch daran erinnern, wie wir beide nach einem turbulenten Flug über den Atlantik den Austausch

der Sister-City-Urkunden in der Redskin-Highschool in Wapakoneta erlebt und sangesfreudig

begleitet haben.

Für eine Fülle gemeinsamer Aktivitäten schulde ich Dank auch der VHS Lengerich. Gern erinnere

ich mich an die Begleitseminare zu den Sendungen des legendären Philosophischen und des

Theologischen Kollegs und an die Tradition der Rhetorik-Seminare, aber auch an die „Glut“

horazischer Leseabende bei einem Glas Falerner. Wenn Herr Hüttemann und Frau Gerloff meinen

künftigen Zeitwohlstand nicht schon hinter meinem Rücken einkalkuliert haben, dürfte das letzte

Glas noch nicht getrunken sein.

Wenn ich in die Runde sehe, dann freue ich mich nicht zuletzt über liebe Freunde, die alte Zeiten

in Erinnerung rufen. Herr Pastor von Mering hat mit mir das humanistische Alte Gymnasium

Oldenburg (AGO) besucht und als langjähriger Inselpastor von Langeoog meine Familie immer

wieder eingeladen, dort die Seele baumeln zu lassen. Ich freue mich, Klaus, dass Du mir in dieser

Stunde Beistand leistest.

Herr Dr. Gollwig ist zusammen mit Alicija und Nina aus Wuppertal herbeigeeilt. Seit unseren

gemeinsamen Skiurlaubs-Zeiten im Ötztal und anderswo haben wir uns nicht aus den Augen

verloren, sondern unsere Freundschaft lebendig erhalten und durch schöne, aber auch leidvolle

Erfahrungen vertieft. Danke, dass Du da bist.

Mein abschließender Dank gilt meiner Familie, die sich heute in fürsorglicher Geschlossenheit

um mich geschart hat: Meine Frau Ursula und meine drei Söhne Hanno, Cornelius und Björn.

Meine Mutter und meine Schwiegereltern aus Essen, meine Schwestern Dorothea aus München

und Claudia aus Zürich, meine Brüder Albrecht aus Wiesbaden mit seiner Frau Hanneli, Uwe und

Heide aus dem nahen Münster und Klaus mit Angela aus Werther.

Als ich 1979 als Junggeselle nach Lengerich kam, konnte ich mir noch nicht recht vorstellen, wie

die Hingabe an den Beruf eines Schulleiters vereinbar sein würde mit der Gründung einer Familie,

dem Erwerb eines familienfreundlichen Anwesens am Südhang des Teutoburger Waldes und dem

unvermeidlichen Pflanzen eines Apfelbäumchens.

Nach dem Motto „Ubi amor, ibi patria“ – wo Liebe und Freundesbeziehungen sind, da ist man zu

Hause – habe ich in Lengerich Wurzeln geschlagen, Freundschaften geschlossen, Aufgaben in

politischen und kulturellen Gremien übernommen und die Verantwortung für die Bildung und

Erziehung junger Menschen jeweils eine Zeit lang mit ihren Eltern geteilt. Insbesondere die

Chance, zusammen mit meiner Frau meine Söhne aufwachsen zu sehen und sie in den prägenden

Phasen ihrer Kindheit und Jugend zu begleiten, empfinde ich als einen Reichtum, der mich mit

großer Dankbarkeit erfüllt. In diesem Moment hoffe ich allerdings, dass meine Familie nicht die

Loriotsche Furcht beschleicht: Papa ante portas!

Meine Damen und Herren,

ich möchte meinen Dank an die hier versammelte Nobilität damit beschließen , dass ich in

wenigen Strichen mein persönliches Empfinden am Ende meiner Dienstzeit und am Anfang einer

neuen Lebensphase umreiße.

116


Vor einigen Wochen hatte ich mir zwei Bücher gekauft mit den verheißungsvollen Titeln: „Wird

auch silbern mein Haar. Eine Geschichte des Alters in der Antike“, und: „Bilder des Alters.

Altersstereotype und die Beziehungen zwischen den Generationen.“

Aber haben Sie keine Angst: Ich habe nicht die Zeit gefunden, sie rechtzeitig zu lesen, und daher

heute keine Chance, Ihnen meine Lesefrüchte anzuvertrauen.

Stattdessen erlaube ich mir drei kurze Reflexionen.

Von Hermann Hesse stammt der Satz: „Altsein ist eine ebenso schöne und heilige Aufgabe wie

Jungsein.“

Allerdings habe ich den Eindruck, dass unter Soziologen, Politikern und anderen

gesellschaftlichen Verantwortungsträgern die Angst vor einer demographischen Entwicklung

umgeht, die Angst nämlich vor der Altengesellschaft. Und nirgends zeigen sich Auswege aus dem

Abseits drohender Vergreisung. Ab heute trete ich dieser pessimistischen Sicht energisch

entgegen.

Die Alten von Morgen werden vielleicht ganz anders sein. Durch die steigende Lebenserwartung

kann die Zeit des sog. Ruhestands zu einem zukunftsträchtigen, innovationsfreudigen

Lebensabschnitt werden. Für Herbert Marcuse war arbeitsfreie Zeit eine Vorbedingung für

Freiheit, für das freie Spiel individueller Fähigkeiten und für neue Weltentdeckung („Triebstruktur

und Gesellschaft“). Rentner und Pensionäre könnten die Avantgarde des neuen engagierten

Bürgers in der Neo-Moderne sein, wie sie Ulrich Beck und andere andenken. „Wir werden immer

älter – und das ist ein Glück“, sang Anfang der achtziger Jahre das Grips-Theater. Vielleicht gilt

bald das Motto: Trau keinem unter Sechzig!

Dichter an der Realität und einfühlsam hat Hermann Hesse vom Alter geredet und seine heiteren

und tröstlichen Seiten beschrieben.

„Wenn ich an diese positive und schöne Seite im Leben der Alten erinnere und

daran, dass wir Weißhaarigen auch Quellen der Kraft, der Geduld, der Freude

kennen, die im Leben der Jungen keine Rolle spielen, dann kann ich einige von

den Gaben, die das Alter uns schenkt, dankbar mit Namen nennen. Die mir

teuerste dieser Gaben ist der Schatz an Bildern, die man nach einem langen

Leben im Gedächtnis trägt und denen man sich mit dem Schwinden der Aktivität

mit ganz anderer Teilnahme zuwendet als jemals zuvor. Menschengestalten und

Menschengesichter, die nicht mehr auf der Erde sind, leben in uns weiter,

gehören uns, leisten uns Gesellschaft, blicken uns aus lebenden Augen an.

Häuser, Gärten, Städte, die inzwischen verschwunden oder völlig verändert sind,

sehen wir unversehrt wie einst, und ferne Gebirge und Meeresküsten, die wir vor

Jahrzehnten auf Reisen gesehen, finden wir frisch und farbig in unserem

Bilderbuche wieder. Das Schauen, das Betrachten, die Kontemplation wird

immer mehr zu einer Gewohnheit und Übung, und unmerklich durchdringt die

Stimmung und Haltung des Betrachtenden unser ganzes Verhalten.

Von Wünschen, Träumen, Begierden, Leidenschaften gejagt sind wir, wie die

Mehrzahl der Menschen, durch die Jahre und Jahrzehnte unsres Lebens

gestürmt, ungeduldig, gespannt, erwartungsvoll, von Erfüllungen oder

Enttäuschungen heftig erregt – und heute, im großen Bilderbuch unsres eigenen

Lebens behutsam blätternd, wundern wir uns darüber, wie schön und gut es sein

kann, jener Jagd und Hetze entronnen und in die vita contemplativa gelangt zu

sein. Hier, in diesem Garten der Weisen, blühen manche Blumen, an deren

Pflege wir früher kaum gedacht haben. Da blüht die Blume der Geduld, ein edles

Kraut, wir werden gelassener, nachsichtiger, und je geringer unser Verlangen

117


nach Eingriff und Tat wird, desto größer wird unsre Fähigkeit, dem Leben der

Natur und dem Leben der Mitmenschen zuzuschauen und zuzuhören, es ohne

Kritik und mit immer neuem Erstaunen über seine Mannigfaltigkeit an uns

vorüberziehen zu lassen, manchmal mit Teilnahme und stillem Bedauern,

manchmal mit Lachen, mit heller Freude, mit Humor.“

Einem Lateinlehrer ruft diese Schilderung Hesses Motive der antiken Dichtung, besonders der

Landlebendichtung der Eklogen und der Georgica Vergils in Erinnerung. In der berühmten ersten

Ekloge z. B. figuriert der Hirte Tityrus als „fortunatus senex“, als ein vom Glück begünstigter

Greis.

„Glücklicher Alter! Hier an vertrauten Flüssen und zwischen heiligen Quellen trinkst du nun stets

die schattige Kühle!“ und: „Ein Gott hat uns diese Muße bereitet.“

In einem Presseinterview bin ich kürzlich gefragt worden: „ Was machen Sie mit Ihrer neu

gewonnenen Freiheit?“

Ich kann hier nichts Anderes sagen , als was ich Herrn Schmitte geantwortet habe.

Ich möchte mich zunächst überraschen lassen von dem für mich neuen Gefühl, frei zu sein von

kraftzehrenden Terminen und Verpflichtungen von morgens bis abends, nicht selten auch an

Wochenenden. Diesen Aufbruch in einen neuen Umgang mit der Zeit, dieses neue Empfinden für

Zeitwohlstand möchte ich nicht sogleich mit neuen Aktivitäten zupflastern.

Vielmehr reizt mich die Vorstellung von der „Entdeckung der Langsamkeit“, sofern das in einer

6köpfigen Familie und angesichts der Herausforderungen durch drei junge Söhne, eine

berufstätige Ehefrau und ein Haus mit großem Garten überhaupt gelingen kann. Spätestens an

diesem Punkt wird mir klar, dass ich auf die Wonnen eines „fortunatus senex“ wohl noch eine

Zeitlang warten muss.

Wenn jedem Anfang auch ein Zauber innewohnt, wie Hermann Hesse dichtet, dann möchte ich

überraschungsfähig bleiben für den Zauber einer neuen Lebensphase. Und noch eins:

„Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt“ , bemerkt einmal der

argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges. Lesen, Musik hören, Gespräche mit Freunden

führen, hingedehnt durch die Nacht – warum sollte ich mir nicht einen Zipfel dieses Paradieses

gönnen?

Eine letzte Bitte ist mir sehr wichtig!

Ich habe in den zurückliegenden Jahren als Lehrer gegenüber Schülern, als Schulleiter gegenüber

Kolleginnen und Kollegen, als Mensch gegenüber meiner Familie, Freunden und Bekannten nicht

immer die Wünsche und Erwartungen erfüllen können, die an mich herangetragen wurden. Solche

Unzulänglichkeit und dass meine ausgestreckte Hand nicht angenommen wurde, hat mich nicht

selten bedrückt. Ich finde, Bertolt Brecht hat dieser Empfindung in seinem Gedicht „An die

Nachgeborenen“ zeitüberdauernden Ausdruck gegeben.

Ich möchte mit diesem Zitat schließen:

„Ach, die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit, konnten selber nicht (immer)

freundlich sein. Ihr aber: wenn es soweit sein wird, dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist,

gedenkt unsrer mit Nachsicht.“

118


Dank und Abschied des scheidenden Schulleiters

„Wo so viel sich hoffen lässt,

ist der Abschied ja ein Fest.“

J. W. v. Goethe

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen,

verehrte Eltern!

Mit dem Ende des Schuljahres 2002/2003 geht auch meine fast 25jährige Tätigkeit als

Schulleiter des Lengericher Gymnasiums zu Ende.

Mit dem großartigen Schulfest am 25. Juli hat mir die Schule einen Abschied bereitet, der alles,

was ich erhofft und mir gewünscht hatte, weit übertroffen hat:

Die Zeichen von Sympathie und menschlicher Verbundenheit, die ich von Seiten aller

Schülerinnen und Schüler, des Kollegiums und der Eltern gespürt und empfangen habe, haben

mich tief berührt und mit großer Dankbarkeit erfüllt. Wenn die Tätigkeit als Lehrer, Erzieher und

Schulleiter, die trotz redlichen Bemühens nie frei sein kann von Spannungen, Unzulänglichkeiten

und sogar Enttäuschungen, eine solche Resonanz findet, wie ich sie beim Schulfest und im

Rahmen meiner Verabschiedung in der Stadtsparkasse erleben durfte, dann hat über unserer

Schulgemeinde ein guter Stern gestanden.

Im Rahmen dieser neuen Schulchronik danke ich euch, liebe Schülerinnen und Schüler, für die

Zeit unseres Zusammenseins, gemeinsamer Arbeit und gegenseitigen Vertrauens. Ich danke Ihnen,

verehrte Eltern, für die gemeinsam getragene Verantwortung für die uns anvertrauten Kinder und

Jugendlichen. Und ich danke dem Kollegium für das gemeinsame Bemühen, in unserer Schule

trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit Hingabe zu unterrichten, engagiert zu erziehen und der

Menschlichkeit ein Dach zu geben.

Mein besonderer Dank gilt meinem Ständigen Vertreter, Herrn Dr. Alois Thomes: Seiner

Kompetenz, seiner Loyalität und seiner unermüdlichen Einsatzbereitschaft verdanke ich, verdankt

die Schule unendlich viel.

Nicht ohne einen Anflug von Melancholie nehme ich nun Abschied von unserer Schulgemeinde,

mit deren Wohl und Wehe ich als Vater glücklicherweise verbunden bleibe. Ich wünsche Herrn

Ulrich Netkowski als neuem Schulleiter eine glückliche Hand bei der Leitung der Schule und

gutes Gelingen. Möge über dem HAG auch weiterhin ein guter Stern stehen:

Vivat, crescat, floreat.

Hubertus Assig

119


13. Klassen- und Jahrgangsstufenlisten

Schuljahr 2001/02

Klasse 5a Özkan, Hülya De Boer, Stephanie

Frau StR‘ Leugermann Peters, Nico Dellbrügge, Daniela

Albert, Vanessa Isabel Riemann, Julia Dölling, Jan

Anielski, Kathrin Roch, Erina Grünewaldt, Janna

Baulmann, Inga Schink, Maik Herkenhoff, Thomas

Blömker, Fabian Schöckel, Carina Hindemith, Helen

Brosch, Marie Lena Schott, Joshua Jeyakkumar, Gausiga

Christenhuß, Aijoscha Serwicka, Natalia Jülich, Marina

Diekmann, Claudia Stroh, Eugenia Katt, Kathrin

Dölling, Olaf Sundermann, Nils Keiner, Simon

Ginschel, Kathrin Syska, Marie Klobeck, Marcel

Hilgemann, Patrik Teepe, Marius Kock, Ricarda

Hill, Ivan Trommeler, Annika Krumme, Robin

Hölper, Steffen Vogelsang, Jan Liebler, Lisa Marie

Hundsdörfer, Oliver Wehnert, Anna Machill, Kira

Hußmann, Julia Christina Yavuz, Hakan Mientus, Katharina

Kätker, Jennifer Neumann, Janine

Keuenhof, Tobias Klasse 5c Ohrdorf, Maximilian

Kröner, Lea Herr StD Herting Oppermann, Peter

Lindthorst, Jasmin Altekruse, Patrick Otte, Alexander

Meyer, Kristina Dieck, Florian Schindler, Fabian

Meyer, Patrick Dill, Julia Schramm, Tanja

Meyer, Scarlett Döpker, Marilena Sinn, Moritz

Musial, Eva Grimm, Marc Stork, Torben

Rogge, Alina Haßmann, Jannick Suhre, Annika

Scheffler, Janine Haßmann, Maren Sundermann, Pia

Schmitte, Stephan Hoppe, Annmarie Sczawinski, Bartosz

Schott, Kevin Jüterbock, Silke Wallmeyer, Bernhard

Spellbrink, Anna-Lena Kaßling, Rebecca Wiesner, Katharina

Steinbeck, Philipp Kock, Julian

Strübbe, Juliane Kostka, Eva Klasse 6b

Thiessen, Katharina Krampe, Florian Herr OStR Jäkel

Welp, Katharina Licher, Lucas Alteruthemeyer, Jascha

Westphal, Jacob Ludwig, Jennifer-Lisa Augé, Simon

Wittenbecher, Jan Lutterbeck, Michael Biermann, Lisa

Wolff, Pascal Meyer zu Düttingdorf,Anneke Brünemann-Kämper, Mareen

Moog, Claudia Fiegenbaum, Thea

Klasse 5b Musial, Thomas Fiß, Florian

Herr StD Kubitz Narendorf, Annabell Fornfeist, Dominik

Baumgardt, Marion Neumann, Vitali Früchte, Manuela

Bochner, Benjamin Niemann, Malte Glasneck, Malte

Bögel, Nicole Ohrdorf, Pia Sophie Groß, Moritz

Fromme, Alexander Pappalardo, Roberto Haberkamp, Nina

Groppe, Kathrin Peters, Irene Heetlage, Hendrik

Groß, Linda Pezena, Anneliese Henzelmann, Friederike

Jäger, Melanie Reckfort, Patrick Hirsch, Tatjana

Kauschke, Tom Rethschulte, Patrick Kanngießer, Jascha

Kipp, Jelte Rosenbusch, Lisa Maria Kisser, Niko

Kölling, Björn Schabhüser, Maren Kritzmann, Jennifer

Kruska, Sarah Schmidt, David Krumme, Lisa

Lanz, Ina Schulte, Marlene Lindemann, Dustin

Lemp, Alexandra Sondermann, Volker Lutterbey, Janine

Löwen, Natalie Tscherepania, Alexandra Meyer, Maximilian

Luft, Nicole Miezal, Annalena

Marx, Anne Klasse 6a Müller, Sarah

Mertens, Ana Herr StD Pfohl Schade, Daniel

Mietenkorte, Isabel-Louise Bettler, Stefanie Schnepper, Nina-Marie

120


Sensen, Kira Meier, Sebastian Hesse, Paula

Stille, Christian Minneker, Vera Hilgemann, Christian

Sumic, Christina Monka, Christian Hilgemann, Victoria

Van der Kolk, Janot Muntzos, Anna Kahl, Stephan

Vormelchert, Anne Narendorf, Guido Kuster, Finn

Witte, Karin Obermeyer, Lennard Lindemann, Gloria

Oppermann, Hans Mrohs, David

Klasse 6c Redecker, Carolin Murat, Meryem

Frau OStR‘ Heitmann Redecker, Cathrin Schulte, Marie-Lisa

Baumkamp, Dirk Schmidt, Florian Schulte, Matthias

Beinecke, Henk Stienecker, Annika Schulte, Veronika

Bozic, Sandra Sundermann, Timo Schulz, Maxi

Brickwedde, Martina Vogelpohl, Andre Sonntag, Tino

Brix, Verena Steinrötter, Julia

Busch, Maximilian Klasse 7b Trenn, Frederik

Erber, Sebastian Frau L.i.A Tewes Vietmeier, Nadine

Greß, Marina Arcan, Fatih Vogt, Miriam

Heemann, Tim Au, Quay Vuga, Katharina

Hergemöller, Eike Berlemann, Hanna Wiesbernd, Mario

Hölscher, Svenja Brengelmann, Johanna

Hübner, Nele Busch, Maximilian Klasse 8a

Kampschulte, Judith Christenhuß, Laura Frau OStR‘ Pottgießer

Kisker, Simon Diekamp, Matthias Albrecht, Stephan

Klaas, Lennart Flaum, Olga Asel, Thilo

Kohne, Jan Flottmann, Juliane Assig, Cornelius

Koryzna, Mandy Fröse, Finnja Bartel, Stanislaw

Kowalski, Gabriele Groß, Christian Bilgir, Ebru-Gülcan

Machill, Josephine Hellwig, Janine Busch, Katharina

Maßmann, Tim Hilgediek, Paul-Gerhard Christoffer, Andrea

Meckelholt, Sven Kaminski, Fabian Dickmann, Georg

Peters, Kathrin Kleinemeier, Jonas Diesel, Vera

Peters, Marcel Laue, Magdalene Dormann, Janina

Pfeiff, Julia-Salome Lütkeschümer, Yannick Dubjella, Patrick

Philipp, Sarah Mindt, Marthe Groß, Sophie

Politz, Daniel Müller, Annika Grünneker, Lisa

Schlichter, Jana-Aline Münch, Ronja Heitmann, Carina

Schmidt, Katrin Oehmen, Christina Iwanowa, Olga

Schmölders, Lara Reuschel, Saskia Kleine Niesse, Christian

Schwartz, Isabell Saatkamp, Vanessa Kremer, Julian

Winski, Ann-Christin Sartinson, Luzia Lütke-Börding, Constantin

Schmiemann, Stephan Mitic, Dragan

Klasse 7a Semlianoi, Britta Möhrke, Madlin

Frau StR‘ Groenewold Upmann, Lena Rickermann, Bastian

Beineke, Sören Wiethaup, Jan-Henning Rogge, Jana

Blom, Rebecca Yavuz, Serkan Schulte, Thedo

Brüning, Christine Zisik, Christian Spannhoff, Julian

Buchholz, Alexander Spomer, Evgenija

Dieck, Felix Klasse 7c Stricker, Sarah

Diekamp, Thomas Frau StR‘ Seipelt-Höhn Teepe, Frederik

Emekci, Yalcin Adam, Meryem Thomelcik, Mathias

Ginschel, Sarah Asselborn, Alexander Wibbeler, Linda

Kämper, Tristan Dellbrügge, Jens

Kaucher, Darja Glania, Katharina Klasse 8b

Königkrämer, Nico Groenewold, Arne Herr OStR Schnier

Kruse, Lisa Hahn, Analena Bensmann, Gesa

Licher, Eva Heemann, Lena Braak, Florian

Linkert, Anne Heinig, Christian Dellbrügge, Björn

Malchert, Raphael Herdt, Melina Drochelmann, Nicole

121


Eitzert, Stephanie Klasse 9a Klasse 9 c

Fischer, Doreen Herr OStR Wittenbrink Herr StD Strothmann

Flaum, Andreas Baumann, Inga Beineke, Renè

Frosinn, Martin Böer, Kathrin Berdelmann, Carina

Glasmeyer, Christoph Brünemann-Kämper, Julia Brock, Nicole

Gräbel, Bianca Bujupi, Linda Dörenkämper, Julia

Haarlammert, Nils Christie, Natalie Friedrich, Yvonne

Hilgemann, Julia Diesel, Anja Ginschel, Marleen

Hülsmeier, Christian Garcia, Stefan Günther, Julia

Jente, Christian Gebhardt, Friederike Heetlage, Philipp

Johannaber, Wiebke Gruber, Maike Hollenberg, Rafael

Kloos, Vadim Gümüs, Eda Hüwelmann, Phil-Alexander

Krude, Dennis Haßmann, Felix Koch, Jan

Lebkücher, Florian Heller, Cindy Koch, Nils

Lindemann, Julian Hengelbrock, Stephanie Kölle, Sebastian

Löber, Sandra Hullin, Eva Lötters, Lisa-Sophie

Lütke-Börding, Valentin Hullmann, Dina Miezal, Ina

Möller, Tobias Kubitz, Eva Niemann, Birthe

Niggemann, Robin Paulien, Sebastian Peters, Daniela

Oberhellmann, Sascha Petzold, Maximilian Sadinam, Mojtaba

Röschenkemper, Jennifer Raß, Christian Schallenberg, Angela

Rossmanith, Frederike Scherer, Dennis Sommer, Marlene

Schimmelpfennig, Svea Schöpker, Christina Suhre, Daniela

Schulte, Helmo Schröer, Corinna Weeke, Marcel

Weniger, Katharina Schwerdtmann, Max

Sundermann, Imke Klasse 9d

Klasse 8c Teepe, Matthias Herr OStR Dr. Jenschke

Herr OStD Ebel Bögel, Bastian

Altmann, Stefanie Klasse 9b Brauckmann, Steffen

Amankona, Sarina Frau OStR‘ Petzke-Grave Brockmann, Lena

Bese, Alexandra Amankona, Jessica de Boer, Mareike

Bozic, Nadine Amankona, Maureen Glasmeyer, Jacqueline

Brickwedde, Melanie Amankona, Tabea Glindmeier, Christian

Dellbrügge, Laura Berg, Daniela Haarlammert, Arne

Driemeier, Thorsten Blömker, Jan Heemann, Silke

Dück, Helen Blömker, Stephan Holtmann, Lisa

Dück, Olga Böert, Frederic Hullmann, Katja

Fiß, Sebastian Calis, Yeliz Kämper, Jan-Hinrich

Henzelmann, Arndt Dohe, Janis Klopmeier, Kathrin

Herkenhoff, Simon Gräler, Frederick Lammers, Kai

Krumme, Kristof Heinze, Tobias Löhr, Patricia

Nijhof, Eva-Marie Herdt, Corinna Lüdecke, Anael

Pruß, Michael Käfer, Markus Malcher, Johanna

Pulsfort, Katharina Laarmann, Samantha Peters, Annika

Roch, Janos Lüdecke, Julia Prokopenko, Swetlana

Schirle, Carina Naaz, Ines Recber, Muhammed

Schmedt, Rabea Neier, Lisa Röhner, Sören

Seydel, Michael Pfohl, Sebastian Sadinam, Masoud

Sondermann, Thomas Riesenbeck, Michaela Sensen, Kilian

Stehr, Ramona Rustige, Joana Steinigeweg, Jan

Stork, Christine Sadinam, Milad Steinigeweg, Kathrin

Sundermann, Nele Schiz, Natalie Sundermann, Marina

Teckenbrock, Moritz Schön, Katharina Upmann, Daniel

Teepe, Sascha Schwarze, Sonja Verch, Jennifer

Tepasse, Anna Steinborn, Lea Navina

Wagener, Christian Stieneker, Christine

Weidel, Simone

122


Klasse 10a Klasse 10c Hunecke, Theresa

Herr OStR Monka Herr OStR Riekena Hunecke, Kathrin

Abdel-Rasik, Julia Alting, Jonathan Jürgens, Kathrin

Bruns, Jennifer Bauschulte, Malte Kätker, Christel

Derner, Stefan Beinecke, Farina Kaufmann, Daniel

Friemel, Magnus Bishop, Catherine Kaufmann, Simon

Gulschinski, Felix Brackemeyer, Antje Keller, Katharina

Hahn, Thorsten Brix, Tobias Körner, Hedda

Heindel, Kirsten Buckenberger, Nadja Korte, Christian

Hölscher, Corinna Frosinn, Alexander Kortenjan, Delia

Hußmann, Christoph Gerloff, Philipp Kremer, Jan-Philipp

Kasch, Karolina Groenewold, Julia Kuster, Wiebke

Kleinemeier, Tobias Großkopf, Anna Kuth, Marie-Louise

Klett, Alexander Hilgedieck, Mona Lagemann, Sabrina

Krüßen, Lucas Höcker, Maren Laig, Sebastian

Machill, Steffen Hullin, Martin Lein, Alessia

Matthes, Nathalie Kersten, Julian Lienenklaus, Kai

Neier, Frauke Königkrämer, Andrea Löber, Stefan

Peters, Linda Lejeune, Robert Lünnemann, Vera

Potzi, Anna Meyer, Jana Menke, Florian

Saatkamp, Marcel Mitic, Danijela Minneker, Kathrin

Saatkamp, Nadine Prigge, Inga Mnich, Andreas

Schröer, Melanie Ritter, Lea Monka, Stefan

Spiegelburg, Silke Schön, Anna-Lena Montero Matos, Carlos

Teckenbrock, Felix Niemann, Jan-Hendrik

Tierp, Jennifer Jahrgangsstufe 11 Nijhof, Sarah

Wiese, Anna-Lena Herr StR Reißner Obermeyer, Arne

Wittmann, Carolin Assig, Hanno Osterhues, Silke

Assmann, Stephanie Osterkamp, Hanna

Klasse 10b Balsbering, Carolin Pätzholz, Andreas

Herr OStR Zeppenfeld Brackemeyer, Dirk Radtke, Janine

Aldrup, Mark Brauckmann, Christine Rohling, Benjamin

Becker, Felix Büter, Kathrin Rohlmann, Martin

Boger, Nina Cissé, Patrick Rottmann, Gary

Borlinghaus, Jannika Derksen, Tatjana Rustige, jennifer

Borlinghaus, Kristin Diekmann, Karoline Sawatzky, Nadja

Brörmann, Wiebke Diekmann, Lena Schlatmann, Anne

Cibis, Irina Diener, Arthur Schmiemann, Nicola

Cichon, Marco Dohe, Andre Schnepel, Susanne

Dömer, Kai Dohe, Christoph Schöberl, Christine

Günes, Dennis Dohe, Susanne Schröder-Richter, Lars

Hasselmann, Karsten Drees, Julia Schulte to Brinke, Christian

Hoppe, Martin Egbert, Kea Sensen, Karolin

Lindenann, Frauke Fischer, Tanja Springer, Fabian

Lötters, Marieke Friedrich, Nadine Suchodolski, Lukas

Lurch, Thomas Glörfeld, Alexander Telljohann, Andre

Meyer, Claudia Gorr, Tanja Ungemach, Tina

Meyer, Jan-Frederik Gorylla, Nancy Wagener, Jan-Hendrik

Raupach, Pascal Greshake, Sebastian Wall, Nina

Reiher, Annina Groß, Lisa Weikert, Meike

Sartison, Julia Gürkan, Alexander Weniger, Christine

Schramm, Patrick Hammerschmidt, Julia Wesselmann, Henrik

Schuckert, Markus Hein, Christina Wiethaup, Kristina

Semlianoi, Katrin Heitmann, Christoph

Splisteser, Maike Hellberg, Lisa

Stork, Katarina Höhn, Cornelia

Sundermann, Nina Hölscher, Christiane

Völker, Kristina Hülsheger, Clemens

123


Jahrgangsstufe 12 Thoms, Niclas

Herr OStR Remus Ukas, Kirsten

Bardelmeier, Eva Völker, Mark-Oliver

Becker, Eva Voß, Stefanie

Beckmann, Denise Wagner, Carmen

Berdelmann, Sara Wiethölter, Hannes

Bergmann, Philipp Wittmann, Henrik

Berndt, Katharina Yogarajah, Kayanthan

Blom, Christina

Böert, Patrick

Borlinghaus, Eike-Marie

Bremerkamp, Gesa

De Silva, Thilan

Derksen, Helene

Deske, Stephan

Diekamp, Karoline

Dolkemeier, Meike

Egbert, Insa

Egbert, Maren

Eitemöller, Jörg

Glörfeld, Thomas

Grootboom, Zukisa

Große-Brinkhaus, Christine

Hammerschmidt, Jan

Hammerschmidt, Marc

Hollenberg, Anke

Holtkamp, Christine

Horstmeier, Denis

Hülsmeier, Kerstin

Kleinheider, Andre

Kloos, Paul

Kötterheinrich, Jens

Kusnezov, Artjom

Langewisch, Lasse

Langewisch, Lasse

Laue, Wiebke

Lenz, Anne-Kathrin

Leugermann, Marie

Liebler, Jana

Liese, Maren

Meyer, Anna-Kristina

Nagis, Deniz

Nöring, Sebastian

Peters, Pascal

Pitters, Adelheid

Raß, Corinna

Riesenbeck, Julia

Rohling, Maja

Schallenberg, Franziska

Schallenberg, Kathrin

Schäperklaus, Anne Christin

Schwarz, Astrid

Schwarz, Matthias

Sommer, Christoph

Steinborn, Florian

Teepe, Nicole

Telljohann, Kristin

124


Schuljahr 2002/03 Thielen, Aletta Rogge, Alina

Thiessen, Dennis Scheffler, Janine

Klasse 5a Vietmeier, Janan Schott, Kevin

Herr StD Pfohl Welk, Lena Schutzeichel, Stefan

Assies, Jonas Widera, Jasmin Spellbrink, Anna-Lena

Assig, Björn Daniel Steinbeck, Philipp

Bierholz, Alexander Klasse 5 c Strübbe, Juliane

Biester, Tim Herr OStR Jäkel Thiessen, Katharina

Boger, Nastia Augé, Julia Welp, Katharina

Buchholz, Julian Banning, Maximilian Westphal, Jacob

Cibis, Natalia Bayer, Seca Wittenbecher, Jan

Groß, Svenja Dellbrügge, Jana Wolff, Pascal

Hirsch, Patrick Dubs, Alexander

Hoge, Anna Fähse, Moritz Klasse 6b

Holtmann, Franziska Flaum, Christine Herr StD Kubitz

Kohne, Thomas Ginschel, Franziska Baumgardt, Marlon

Kowalski, Natahalie Heilmann, Ann-Christin Bochner, Benjamin

Kröner, Joana Hütt, Monique Bögel, Nicole

Lechler, Nadine Jespers, Julia Fromme, Alexander

Müller, Fabian Kämper, Felix Groppe, Kathrin

Müller, Sven Kisker, Julia Groß, Linda

Otte, Markus Krampe, Lea Jäger, Melanie

Pater, Jan Willem Manecke, Julia Kauschke, Tom

Praßer, Frauke Marx, Philipp Kipp, Jelte

Reinsch, Patrick Möhrke, Anne-Sophie Kölling, Björn

Schuster, Angelika Muntzos, Luisa Kruska, Sarah

Seifert, Mario Recber, Fatma Lanz, Ina

Selker, Ines Redemann, Rieke Lemp, Alexandra

Stieneker, Jana Richter, Tim Löwen, Nathalie

Suhre, Katharina Rieping, Malte Marx, Anne

Völler, Stefan Rieping, Michael Mertens, Ana

Weigandt, Vera Schirle, Sören Mietenkorte, Isabel-Luise

Winski, Vanessa Seydel, Katrin Özkan, Hülya

Sprotte, Natalie Peters, Nico

Stumpe, Jannik Riemann, Julia

Klasse 5 b Wierum, Colina Roch, Erina

Frau StD‘ Lange Witte, Ines Rupek, Kevin

Becker, Kathrin Schink, Maik

Berteau, Sophie Klasse 6a Schöckel, Carina

Blömker, Patrick Frau StR‘ Leugermann Schott, Joshua

Brinkmann, Sven Albert, Vanessa Serwicka, Natalia

Buttgereit, Patrick Anielski, Kathrin Stroh, Eugenia

Dowidat, Linda Baulmann, Inga Sundermann, Nils

Elie, Mike Dennis Blömker, Fabian Syska, Marie

Feldmeyer, Martin Brosch, Marie Lena Teepe, Marius

Herbst, Sebastian Christenhuß, Aljoscha Trommeter, Annika

Hirsch, Niklas Diekmann, Claudia Vogelsang, Jan

Junghöfer, Jana Dölling, Olaf Wehnert, Anna

Kaminski, Hanna Ginschel, Kathrin Yavuz, Hakan

Kock, Klarissa Grünewaldt, Janna

Krause, Anne-Marie Hilgemann, Patrik Klasse 6c

Kuhlmann, Carolin Hill, Ivan Herr StD Herting

Laschtowitz, Sarah-Maria Hölper, Steffen Altekruse, Patrick

Nagis, Ozan Hundsdörfer, Oliver Brinkmann, Jana

Rossmanith, Annemarie Hußmann, Julia-Christina Dieck, Florian

Rothermund, Simon Kätker, Jennifer Dill, Julia

Sava, Jonathan Keuenhof, Tobias Döpker, Marilena

Schallenberg, Dennis Kröner, Lea Grimm, Marc

Specht, Sebastian Lindhorst, Jasmin Haßmann, Jannick

Stieneker, Franziska Meyer, Kristina Haßmann, Maren

Stork, Danica Meyer, Scarlett Hoppe, Annmarie

Strothmann, Daniel Musial, Eva Jüterbock, Silke

Kaßling, Rebecca Klasse 7b Schmölders, Lara

125


Kock, Julian Frau StR‘ Schulte-Hillen Schwartz, Isabell

Krampe, Florian Alteruthemeyer, Jascha Winski, Ann-Christin

Licher, Lucas Augé, Simon

Ludwig Jennifer-Lisa Biermann, Lisa Klasse 8a

Lutterbeck, Michael Brünemann-Kämper, Mareen Frau StR‘ Groenewold

Meyer zu Düttingdorf, Anneke Fiegenbaum, Thea Beineke, Sören

Moog, Claudia Fiß, Floria Blom, Rebecca

Musial, Thomas Fornfeist, Dominik Brüning, Christine

Narendorf, Annabell Früchte, Manuela Buchholz, Alexander

Neumann, Vitali Groß, Moritz Dieck, Felix

Niemann, Malte Haberkamp, Nina Diekamp, Thomas

Ohrdor, Pia-Sophie Heetlage, Hendrik Emekci, Yalcin

Pappalardo, Roberto Henzelmann, Friederike Ginschel, Sarah

Peters, Irene Hirsch, Tatjana Kahl, Sabrina

Pezena, Anneliese Kanngießer, Jascha Kaucher, Darja

Reckfort, Patrick Kisser, Nico Königkrämer, Nico

Rethschulte, Patrick Kritzmann, Jennifer Kruse, Lisa

Rosenbusch, Lisa Maria Krumme, Lisa Licher, Eva

Schabhüser, Maren Lindemann, Dustin Linkert, Anna

Schlömp, Tobias Lutterbey, Janine Malcher, Raphael

Schulte, Marlene Meyer, Maximilian Meier, Sebastian

Sondermann, Volker Miezal, Annalena Minneker, Vera

Tscherepania, Alexandra Müller, Sarah Monka, Christian

Schade, Daniel Muntzos, Evangelia

Schnepper, Nina, Marie Narendorf, Guido

Klasse 7a Sensen, Kira-Maria Obermeyer, Lennard

Herr OStR Monka Stille, Christian Oppermann, Hans

Bettler, Stefanie Sumic, Christina Redecker, Carolin

De Boer, Stephanie van der Kolk, Janot Redecker, Cathrin

Dellbrügge, Daniela Vormelchert, Anne Schmidt, Florian

Dölling, Jan Witte, Katrin Scholz, Florian

Heinig, Christian Stienecker, Annika

Herkenhoff, Thomas Klasse 7c Sundermann, Timo

Hindemith, Helen OStR Ebel Vogelpohl, Andre

Jeyakkumar, Gausiga Baumkamp, Dirk

Jülich, Marina Beinicke, Henk Klasse 8b

Katt, Kathrin Bozic, Sandra Frau Tewes, L.i.A.

Keiner, Simon Brickwedde, Martina Arcan, Fartih

Klobeck, Marcel Brix, Verena Au, Quay

Kock, Ricarda Busch, Maximilian Berlemann, Hanna

Krumme, Robin Erber, Sebastian Brengelmann, Johanna

Liebeler, Lisa Marie Greß, Marina Busch, Maximilian

Machill, Kira Heemann, Tim Christenhuß, Laura

Mientus, Katharina Hergemöller, Eike Diekamp, Matthias

Neumann, Janine Hölscher, Svenja Flaum, Olga

Ohrdorf, Maximilian Hübner, Nele Flottmann, Juliane

Oppermann, Peter Kampschulte, Judith Fröse, Finnja

Otte, Alexander Kisker, Simon Groß, Christian

Prior, Antonia Klaas, Lennart Hellwig, Janine

Schindler, Fabian Kohne, Jan Hilgediek, Paul-Gerhard

Schramm, Tanja Kowalski, Gabriele Kaminski, Fabian

Sinn, Moritz Machill, Josephine Kleinemeier, Jonas

Stork, Torben Maßmann, Tim Laue, Magdalene

Suhre, Annika Meckelholt, Sven Lütkeschümer, Yannick

Sundermann, Pia Peters, Kathrin Mindt, Marthe

Szczawinski, Bartosz Peters, Marcel Müller, Annika

Wallmeyer, Bernhard Pfeiff, Julia-Salome Münch, Ronja

Wiesner, Katharina Phillipp, Sarah Oehmen, Christina

Politz, Daniel Reuschel, Saskia

Schlichter, Jana-Aline Saatkamp, Vanessa

Schmidt, Katrhin Sartison, Luzia

126


Schmiemann, Stephan Lütke-Börding, Constantin Krumme, Kristof

Upmann, Lena Mitic, Dragan Miezal, Ina

Wiethaup, Jan-Henning Möhrke, Madlin Nijhof, Eva-Marie

Vavuz, Serkan Rickermann, Bastian Pruß, Michael

Zisik, Christian Rogge, Jana Pulsfort, Katharina

Schulte, Thedo Roch, Janos

Klasse 8c Spannhoff, Julian Schirle, Carina

Frau StR‘ Seipelt-Höhne Spomer, Evgenija Schmedt, Rabea

Adam, Meryem Stricker, Sarah Seydel, Michael

Asselborn, Alexander Teepe, Frederik Sondermann, Thomas

Bozic, Nadine Thomelcik, Mathias Stehr, Ramona

Dellbrügge, Jens Wibbeler, Linda Stork, Christine

Dellbrügge, Laura Sundermann, Nele

Glania, Katharina Klasse 9b Teckenbrock, Moritz

Groenewold, Arne Frau StR‘ Böert Teepe, Sascha

Hahn, Analena Amankona, Tabea Tepasse, Anna

Haidar, Hassan Bensmann, Gesa Wagener, Christian

Heemann, Lena Berg, Daniela Weidel, Simone

Herdt, Melina Braak, Florian

Hesse, Paula Dellbrügge, Björn Klasse 10a

Hilgemann, Christian Drochelmann, Nicole Herr OStR Wittenbrink

Hilgemann, Victoria Eitzert, Stephanie Amankona, Maureen

Kahl, Stephan Fischer, Doreen Böer, Katrin

Kuster, Finn Flaum, Andreas Brauckmann, Steffen

Lindemann, Gloria Frosinn, Martin Friedrich, Yvonne

Mrohs, David Glasmeyer, Christoph Günther, Julia

Murat, Meryem Gräbel, Bianca Haßmann, Felix

Schulte, Marie Lisa Haarlammert, Nils Heemann, Silke

Schulte, Matthias Hilgemann, Julia Hullmann, Dina

Schulte, Veronika Hülsmeier, Christian Hullmann, Katja

Schulz, Maxi Jente, Christian Käfer, Markus

Sonntag, Tino Johannber, Wiebke Kämper, Jan-Hinrich

Steinrötter, Julia Kloos, Vadim Klopmeier, Kathrin

Trenn, Frederik Krude, Dennis Löhr, Patricia

Vietmeier, Nadine Lebkücher, Florian Lötters, Lisa-Sophie

Vogt, Miriam Lindemann, Julian Lüdecke, Julia

Vuga, Katharina Löber, Sandra Neier, Lisa

Wiesbernd, Mario Lütke-Börding, Valentin Niemann, Birthe

Möller, Tobias Paulien, Sebastian

Klasse 9a Niggemann, Robin Petzold, Maximilian

Herr StR Schulte-Uebbing Oberhellmann, Sascha Prokopenko, Swetlana

Albrecht, Stephan Röschenkemper, Jennifer Raß, Christian

Asel, Thilo Rossmanith, Frederike Recher, Muhammed

Assig, Cornelius Schimmelpfennig, Svea Rehner, Sören

Bartel, Stanislaw Weniger, Katharina Riesenbeck, Michaela

Bilgir, Ebru-Gülcan Schallenberg, Angela

Busch, Katharina Klasse 9c Scherer, Dennis

Christoffer, Andrea Herr OStR Zeppenfeld Schön, Katharina

Dickmann, Georg Altmann, Stefanie Schwarze, Sonja

Diesel, Vera Amankona, Sarina Schwerdtmann, Max

Dormann, Janina Beineke, René Sommer, Marlene

Dubjella, Patrick Biese, Alexandra Upmann, Daniel

Gebhardt, Friederike Brickwedde, Melanie

Groß, Sophie Driemeier, Thorsten Klasse 10b

Grünneker, Lisa Dück, Helena Frau OStR‘ Petzke-Grave

Heitmann, Carina Dück, Olga Amankona, Jessica

Iwanowa, Olga Fiß, Sebastian Baumann, Inga

Kämper, Tristan Henzelmann, Arndt Blömker, Jan

Klein Niesse, Christian Herkenhoff, Simon Böert, Frederic

Kremer, Julian Hollenberg, Rafael Bögel, Bastian

127


Bujupi, Linda Jahrgangsstufe 11 Peters, Linda

Calis, Yeliz Herr OStR Höfig Potzi, Anna

Christie, Natalie Herr OStR Riekena Prigge, Inga

Diesel, Anja Abdel-Rasik, Julia Raupach, Pascal

Dohe, Janis Aldrup, Mark Reiher, Annina

Ginschel, Marleen Alting, Jonathan Ritter, Lea

Glasmeyer, Jacqueline Au, Jiew-Fat Saatkamp, Marcel

Haarlammert, Arne Bauschulte, Malte Saatkamp, Nadine

Hullin, Eva Becker, Felix Sartison, Ina

Hüwelmann, Phil-Alexander Beinecke, Farina Sartison, Julia

Kölle, Sebastian Boger, Nina Sawatzky, Nadja

Kubitz, Eva Borlinghaus, Jannika Schön, Anna-Lena

Lammers, Kai Borlinghaus, Kristin Schramm, Patrick

Lüdecke, Anael Brackemeyer, Antje Schröer, Melanie

Peters, Daniela Braun, Anna Schuckert, Markus

Rustige, Joana Brix, Tobias Semlianoi, Katrin

Sadinam, Mascoud Brörmann, Wiebke Siebrecht, Christine

Sadinam, Milad Bruns, Jennifer Spiegelburg, Silke

Schiz, Natalie Buckenberger, Nadja Splisteser, Maike

Schöpker, Christina Cibis, Irina Stork, Katharina

Sensen, Kilian Cichon, Marco Sundermann, Nina

Steinborn, Lea Navina Derner, Stefan Teckenbrock, Felix

Steinigeweg, Jan Dömer, Kai Tierp, Jennifer

Steinigeweg, Kathrin Friemel, Magnus Untiet, Karina

Suhre, Daniela Friesel, Anna-Katharina Völker, Kristina

Frosinn, Alexander Wiese, Anna-Lena

Klasse 10c Gerloff, Philipp

Frau OStR Heitmann Groenewold, Julia Jahrgangsstufe 12

Berdelmann, Carina Großkopf, Anna Herr StR Reißner

Blömker, Stephan Gulschinski, Felix Assig, Hanno

Bock, Nicole Günes, Dennis Assmann, Stefanie

Brockmann, Lena Guschan, Nadja Aydurmus, Didem

Brünemann-Kämper, Julia Hahn, Thorsten Balsbering, Carolin

De Böer, Mareike Hasselmann, Karsten Becker, Eva

Dörenkämper, Julia Hilgediek, Mona Böert, Lena

Garcia, Stefan Hilgemann, Marian Brackemeyer, Dirk

Gräler, Frederick Höcker, Maren Brauckmann, Christine

Gruber, Maike Hölscher, Corinna Büter, Kathrin

Gümüs, Eda Hoppe, Martin de Silva, Thilan

Heetlage, Philipp Hullin, Martin Derksen, Tatjana

Heller, Cindy Hußmann, Christoph Dieckmann, Karoline

Hengelbrock, Stephanie Kasch, Karolina Dieckmann, Lena

Henze, Tobias Kersten, Juli Diener, Arthur

Herdt, Corinna Kleinemeier, Tobias Dohe, Andre

Holtmann, Lisa Klett, Alexander Dohe, Christoph

Kloos, Katja Königkrämer, Andrea Dohe, Susanne

Koch, Jan Körner, Hedda Drees, Julia

Koch, Nils Körner, Hedda Egbert, Kea

Malcher, Jonanna Krüßen, Lucas Friedrich, Nadine

Naaz, Ines Lein, Alessia Glörfeld, Alexander

Peters, Annika Lejeune, Robert Gorr, Tanja

Pfohl, Sebastina Lindemann, Frauke Gorylla, Nancy

Sadinam, Mojtaba Lötters, Marieke Greshake, Sebastian

Schröer, Corinna Lurch, Thomas Groß, Lisa

Stienecker, Christine Machill, Steffen Gürkan, Alexander

Sundermann, Imke Manz, Jonas Hammerschmidt, Julia

Sundermann, Marina Matthes, Nathalie Hein, Christina

Teepe, Matthias Meyer, Jan-Frederik Heitmann, Christoph

Verch, Jennifer Meyer, Jana Helberg, Lisa

Wittmann, Carolin Mitic, Danijela Höhn, Cornelia

Neier, Frauke Hölscher, Christiane

128


Hülsheger, Clemens

Hülsmeier, Andrea

Hunecke, Theresa

Huneke, Kathrin

Jürgens, Kathrin

Kätker, Christel

Kaufmann, Daniel

Kaufmann, Simon

Keller, Katharina

Korte, Christian

Kortenjan, Delia

Kötterheinrich, Jens

Kremer, Jan-Philipp

Kuster, Wiebke

Kuth, Marie-Louise

Lagemann, Sabrina

Laig, Sebastian

Lienenklaus, Kai

Löber, Stefan

Lünnemann, Vera

Menke, Florian

Minneker, Kathrin

Monka, Stefan

Niemann, Jan-Hendrik

Nijhof, Sarah

Obermeyer, Arne

Osterhues, Silke

Klasse 5a (Schuljahr 2003)

Osterkamp, Hanna

Osti, Serena

Pätzholz, Andreas

Radtke, Janine

Rethemeyer, Arndt

Rohling, Benjamin

Rohlmann, Martin

Rustige, Jennifer

Schlatmann, Anne

Schmiemann, Nicola

Schnepel, Susanne

Schöberl, Christine

Schröder-Richter, Lars

Schulte to Brinke, Christian

Sensen, Karolin

Springer, Fabian

Steinborn, Florian

Suchodolski

Telljohann, Andre

Ungemach, Tina

Voß, Stefanie

Wagener, Jan-Hendrik

Weikert, Meike

Weniger, Christine

Wesselmann, Henrik

Wiethaup, Kristina

129


Klasse 5b (Schuljahr 2003)

Klasse 5c (Schuljahr 2003)

130


Wir danken allen, die durch ihre Anzeigen und Spenden

die Ausgabe dieser Schulchronik ermöglicht haben!

Sonnen-Apotheke, W. Möhrke, Lengerich

Stadtsparkasse Lengerich

Buchhandlung Oberhellmann, Lengerich

Kurt Niemeyer, Rechtsanwalt, Lengerich

H. Stille u. Co., Inh.: U. Auffahrt, Lengerich

Fotohaus Kiepker, Lengerich

Howe, LVM, Lengerich

Fa. Lewedag, Lengerich

Volksbank Tecklenburger Land, Lengerich

H. Dwinger, Datentechnik, Lengerich

Klaus Körner, Rechtsanwalt, Lengerich

Udo Lindemann, Frieseur, Lengerich

Dyckerhoff Zement AG, Lengerich

Gustav Kipp, Busunternehmen, Lengerich

Lotz, Spedition, Lengerich

Buchhandlung Schuckert, Lengerich

Falken-Apotheke, J. Leugermann, Lengerich

Die neue Blumendiele, Lengerich

Haus Leugermann, Hotelbetrieb, Ibbenbüren

Stadtwerke Lengerich

Schuhhaus Neyer, Lengerich

Bischof & Klein, Lengerich

Lindemann, Lehrmittel, Hasbergen

W. Lichtenberg, Rechtsanwalt, Lengerich

G. Mai, Zahnarzt, Lengerich

P. u. K. Steinbeck, Lengerich

Reisebüro Dittrich, Lengerich

Wagener u. Co. GmbH, Lengerich

Bäckerei Hülsmann, Grünewaldt, Lengerich

Dr. H.-B. Wolf, Zahnarzt, Lengerich

Velo-Garten, J. Menebröker, Lengerich

Wichmann Oelrich, Baustoffe, Lengerich

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