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Liebe,Lust &Schutz undp Was Frauen über HIV/Aids und andere sexuellübertragbare Infektionen wissen sollten


Sie sind eine Frau, die sexuelleBeziehungen lebt...Liebe auf den ersten Blick – ein spontanes Abenteuerauf Reisen – in einer festen Beziehung ......eine Affäre – ein neuer Freund – im Rausch weiter gegangenals gewollt – zum Sex gedrängt – heftig verliebt– der geplante Seitensprung – ein neuerLover – ein Fehltritt trotz Treue – ein süsserTyp, der Mann der Träume, ein lieber Kerl,die Chance ...2...ein Mann von hier, ein Mann von anderswo...Weitere Exemplare dieser oder anderer Broschüren –auch für Menschen mit HIV – gratisAids-Hilfe Schweiz – Postfach 1118, 8031 ZürichFür Bestellungen: Tel. 044 447 11 13, Fax 044 447 11 14shop@aids.ch, www.shop.aids.chAdressen von regionalen Aidshilfen, Beratungsstellenund Checkpoints: Tel. 044 447 11 11, Fax 044 447 11 12aids@aids.ch, www.aids.ch


Diese Broschüre ist für SieIm ersten Teil (orange Seiten) finden Sie die grundlegendenInformationen zu sicherem Verhalten beim Sex,wenn Sie eine neue Beziehung eingehen oder ein sexuellesAbenteuer erleben. In gleicher Farbe beantworten wiretwas weiter hinten die zwei häufigsten Fragen von Frauendazu.Ist es möglich, auch ohne Präservative sichere sexuelleBegegnungen und Beziehungen zu haben? Der zweite Teil(grüne Seiten) erklärt, weshalb die meisten Annahmendazu nicht stimmen.3Im dritten Teil (gelbe Seiten) finden Sie alles, was Siezum Kondom, zu Gleitmitteln und zum Femidom ® wissensollten.Und der abschliessende vierte Teil (blaue Seiten)bietet Basiswissen zu einer ungewollten Schwangerschaftsowie zu HIV/Aids und weiteren sexuell übertragbarenInfektionen.Gut informierte Frauen sind selbstbewussterund leben unbeschwerter.


TreueSie leben in einer festen Beziehung oder Ehe. Ihr Freundoder Mann und Sie sind beide HIV-negativ; Sie haben sichalso auch früher nicht mit dem HI-Virus* infiziert. Sexualitätwollen Sie und Ihr Partner ausschliesslich in dieserBeziehung erleben. Sie haben ein Superverhältnis zumPartner oder Ehemann: Sie sind einander treu!4Sie können sich auf Ihren Partner oder Ehemann wirklichverlassen: Er gehört nicht zu den 20% der Männer, die abund an zu Prostituierten gehen, und er betrügt Sie nicht.Wenn es trotzdem mal passieren würde – ein schwacherMoment –, und dann noch ohne Präservativ oder das Dingwäre geplatzt oder abgerutscht: dann würde er sich demstellen und es Ihnen sagen, damit Sie zusammen die nötigenMassnahmen treffen können (vgl. S. 47 und S.8).Falls Sie bisher noch nie mit ihm über diesen Fall gesprochenhaben, holen Sie das am besten noch nach. Esspricht sich leichter darüber, solange es nicht aktuell ist.* Eine Infektion mit dem HI-Virus (HIV) ist die Ursache von Aids.


Ihr Partner ist wirklich treu, und Sie sind es auch?Dann brauchen Sie die Informationen in dieser Broschürenicht. Sie sind nicht gefährdet. Vielleicht kennen Sie jemanden,der diese Broschüre gebrauchen kann? GebenSie sie bitte weiter.5Vier von zehn Schweizerinnen und Schweizern habenschon mindestens einmal einen Seitensprung gemacht –sieben von zehn träumen von einem erotischenAbenteuer.Repräsentative Befragung von rund 2500 Schweizerinnen undSchweizern. 36% der Frauen und 44% der Männer gaben an,schon mindestens einen Seitensprung gemacht zu haben.


Eine Affäre, eine neue Beziehung,ein spontanes Abenteuer...Heterosexuelle Frauen (und Männer) denken meist nichternsthaft an die Möglichkeit, dass sie sich beim Sex mitdem HI-Virus, der Ursache von Aids, infizieren könnten.Aids betrifft nur die Älteren oder, gerade umgekehrt, nurdie Jungen. Aids betrifft Sextouristen und Freier, Homosexuelleund Junkies – auf jeden Fall nur die anderen.Zudem lassen Sie sich ja nicht auf irgendwen ein. Da reichtes, dass Sie an die Schwangerschaftsverhütung denken.Oder?Jedes Jahr erfahren in der Schweiz 200 bis300 Frauen, dass sie sich mit dem HI-Virusangesteckt haben. Acht von zehn infiziertensich beim ungeschützten Sex mit einemMann.6Im Zeitraum von 2000 bis 2008 war diejüngste dieser Frauen gerade mal 13 Jahrealt, die älteste dagegen war schon überachtzig.Gleichzeitig werden jährlich zwischen 400 und 600 Männerin der Schweiz neu positiv auf das HI-Virus (HIV) getestet.Neun von zehn infizierten sich beim ungeschütztenSex, sechs davon beim Sex mit Männern, drei beim Sex miteiner Frau. 5% bis 10% infizierten sich über risikoreichenDrogenkonsum (Tausch gebrauchter Spritzen).


Der Mann, mit dem Sie schlafen, hat seineeigene Vorgeschichte, hat schon mit anderenFrauen geschlafen – in einer Beziehung,bei einem Abenteuer ... Auch einerneuen, grossen Liebe geht meistens einealte voraus.Nehmen wir an, Sie haben bisher mit fünf Männern geschlafen,die ihrerseits je vorher schon mit acht anderenFrauen geschlafen hatten. Und diese Frauen wiederumhatten je mit fünf anderen Männern Sex: Dann ist Ihre Gesundheitmit 40 Frauen und 205 Männern verhängt. Undnur fünf davon kennen Sie selber.7Lassen Sie sich die Lust nicht nehmen– schützen Sie sich.


Zu Ihrer Erinnerung die Empfehlungenfür den bestmöglichen Schutz beimSex (Safer Sex)p Bei eindringendem Verkehr – ob vaginal oder anal –immer Präservative verwenden.p Kein Samenerguss in den Mund oder schlucken.p Kein ungeschützter Oralverkehr mit einer Frau währendihrer Menstruation.8Wenn Sie diese wenigen Empfehlungen berücksichtigen,brauchen Sie keine Bedenken wegen einer Infektion mitdem HI-Virus (Aids) zu haben.Sie haben damit auch das Bestmögliche getan, um sichvor einer anderen sexuell übertragbaren Infektion zuschützen. Kein Erreger kann ein intaktes Präservativdurchdringen. Da sich die meisten sexuell übertragbarenInfektionen aber leichter als HIV übertragen, dennochzwei ergänzende Empfehlungen:Informieren Sie sich zur Impfung gegen Hepatitis BDas Hepatitis-B-Virus (HBV) wird auf ähnliche Weise übertragenwie das HI-Virus, aber leichter als dieses, und führtin etwa 5 bis 10% der Fälle zu einer chronischen Leberentzündung.Glücklicherweise gibt es eine Impfung gegenHBV (vgl. Seite 40).


Gehen Sie bei folgenden Symptomen rasch zur Ärztinoder zum Arztp Ungewöhnlicher, häufig übel riechender Ausfluss ausder Scheidep Juckreiz, Bläschen, Geschwüre, Wucherungen an denSchamlippen oder in der Scheidep Schmerzen oder Brennen beim Wasserlösenp Schmerzen oder Brennen beim Geschlechtsverkehrp Hochroter Gaumen und Rachenp Zwischenblutungenp Entzündungen im Genitalbereichp Diffuse Schmerzen im Unterleibp Unregelmässige Menstruationp Beschwerden beim Stuhlgangp Dumpfer Schmerz im Enddarmp Ausfluss aus dem Enddarmp Wucherungen, Bläschen am Anus9Diese Beschwerden können Anzeichen einer sexuell übertragbarenInfektion sein, die – rechtzeitig erkannt – gut behandeltwerden kann. Eine Infektion mit HIV hingegenkönnen Sie so nicht erkennen. Sie führt nicht zu diesenkörperlichen Beschwerden (vgl. S. 42).Für Frauen von heute sind Kondomeselbstverständlich!


Sie lassen sich auf eine neueBeziehung ein?Sie haben sich neu verliebt! Schmetterlinge im Bauch,Kribbeln ... Sie wollen dem neuen Mann in Ihrem Lebennahe sein, ihm vertrauen.Wenn das Kondom für Sie oder ihn oder für beide ein Hindernisist, dann planen Sie doch zusammen, wie Sie ohneRisiko auf Kondome verzichten können.10So geht es: Halten Sie sich drei Monate an die Safer-Sex-Regeln. Klären Sie dann im Gespräch, dass Sie einandertreu bleiben (bzw. bei Aussenkontakten immer die Safer-Sex-Regeln einhalten werden). Machen Sie nun zusammeneinen HIV-Test. Wenn beide nicht angesteckt, d.h.beide HIV-negativ sind, dann können Sie jetzt ohne Risikoauf Präservative verzichten.Denken Sie aber an die Schwangerschaftsverhütung,wenn Sie jetzt keine (weiteren) Kinder wollen.Er hat bereits früher einen Test gemacht – er ist negativ!Bitten Sie ihn gleichwohl, den Test nochmals, gemeinsammit Ihnen, durchzuführen. Irren ist menschlich und kommtauch ohne böse Absicht vor. Nicht jede Blutuntersuchungbeinhaltet einen HIV-Test. HIV-Tests werden nie «automatisch»– z.B. im Rahmen von grenzsanitarischen oder anderenärztlichen Konsultationen – durchgeführt, auch wenndas Männer (und Frauen) manchmal glauben. Zuweilenwird ein Hepatitis-Test mit einem HIV-Test verwechselt.Und ein negativer HIV-Test kann auch schon länger zurückliegenund nicht mehr aktuell sein. [Übrigens: Ein HIV-Testergibt erst drei Monate nach einer Risikosituation ein zuverlässigesResultat. Ein eben erst durchgeführter HIV-


Test – z.B. auch im Rahmen von Blutspenden – sagt alsonichts darüber aus, ob jemand zurzeit HIV-positiv oderHIV-negativ ist, sondern hält nur fest, wie die Situation vordrei Monaten war, vgl. S. 41.]Ich weiss, dass ich ihm vertrauen kann!Viele HIV-positive Männer wissen oder ahnen nicht, dasssie infiziert sind. Ein solcher Mann kann es Ihnen nichtsagen und Sie damit vor einer Infektion schützen.Ohne Vertrauen ist kein Zusammenleben möglich. AberVertrauen zwischen erwachsenen Menschen muss wachsendürfen. Blindes Vertrauen auf den ersten Blick und injeder Situation ist nicht angebracht und kann zu bösenÜberraschungen führen.11ÜbrigensFrauen haben bei ungeschütztem eindringendem Geschlechtsverkehrmit einer HIV-positiven Person generellein etwas höheres Ansteckungsrisiko für HIV als Männer,auch wenn in einer konkreten Situation andere Faktorenfür das HIV-Risiko bedeutsamer sind als das Geschlecht(vgl. S. 21).


Unsicherheiten bei einem neuenPartnerWie wird der Partner reagieren, wenn ich ein Kondomverwenden will?Befürchten Sie, dass Ihr Partner das «missverstehen»wird, wenn Sie auf einem Präservativ bestehen? «Findet erdas unverschämt, dass ich es für möglich halte, dass ervielleicht...?» «Denkt er, ich habe Aids?» – Spekulieren Sienicht so viel im Voraus! Wahrscheinlich trifft nichts vondem ein, was Sie befürchten, und für Ihren Partner ist –wie für die Mehrheit der Männer – das Kondom schlichtselbstverständlich.12Mitten im Liebesspiel, und noch nicht über den Schutzgesprochen?Verständlich, wenn Sie jetzt auf anderes Lust haben alsauf grosse Diskussionen. Gerade für solche Situationenist es sehr hilfreich, wenn Sie selbst Kondome dabeihabenund wissen, wie sie verwendet werden. Es reicht nämlichvöllig, wenn Sie jetzt ein Präservativ «hervorzaubern» undes ihm liebevoll überstreifen... Vielleicht macht er es auchlieber selber.Nur wenn Sie immer Kondome bei sich haben, sind diesezur Hand, wenn Sie sie unversehens brauchen. VerlassenSie sich nicht darauf, dass der Mann schon welche dabeihatoder dass gerade heute sicher nichts laufen wird.Bei Bedarf üben Sie am besten vorher einmal an einerBanane oder Gurke, wie ein Kondom übergestreift wird(vgl. auch S. 26f.).


Übrigens: Jedes dritte Kondom wird in der Schweiz von einerFrau gekauft ...Aber er will kein Kondom!Er sagt: «Aber wir lieben uns doch?!»Liebe und Vertrauen sind wunderschön – und wenn dieLiebe so gross ist, dann wird er gerne mit Ihnen zusammenplanen, wie Sie ohne Risiko auf Kondome verzichten können:drei Monate Safer Sex, dann zusammen einen HIV-Test machen ... (vgl. S. 10). Denn Liebe allein schützt nichtvor HIV/Aids.13Er sagt: «Hey – ich bin doch nicht so einer.»Ihr Partner weiss offensichtlich noch nicht, dass HIV undAids nicht nur Fixer und Schwule betreffen und auch nichtnur Männer, die zu Prostituierten gehen. Eine HIV-Infektionkann uns alle treffen, wenn wir uns nicht schützen.Zudem: Das Kondom schützt ihn und Sie auch vor vielenweiteren sexuell übertragbaren Infektionen – Gonorrhö,Pilzen, Chlamydien usw. – sowie vor einer ungewolltenSchwangerschaft. Das sollte auch ihn überzeugen.Er sagt: «Lass dir doch nicht so Angst machen.»Was soll das mit Angst zu tun haben, wenn Sie das Lebenlieben und gesund bleiben wollen? Sagen Sie Ihrem Partnerklar, dass heute ein Präservativ einfach immer dazugehört– und dass Sex mit Kondom Ihnen und ihm unnötigeÄngste erspart.


Er sagt: «Mit Kondom spüre ich nichts.»Moderne Kondome sind hauchdünn; trotzdem gibt es Männer– und Frauen –, die sagen, ein Kondom beeinträchtigeihr Empfinden. Leben Sie in dieser Situation die vielenMöglichkeiten von lustvollem Sex ohne Eindringen. WennSie dann beide in der richtigen Stimmung sind, ist er vielleichtauch nicht mehr so stur gegen das Präservativ.Wenn Sie sich zu ungeschütztem Sex überreden oder drängenlassen, dann beginnt am nächsten Tag das dreimonatigeWarten, bis Sie einen HIV-Test machen können. Und dieseUngewissheit ist weit unangenehmer als eine möglicheBeeinträchtigung des Gefühls durch das Kondom.14Er sagt: «Ich bin allergisch auf Kondome.»Das Präservativ ist ein Naturprodukt aus Latex. Tatsächlichgibt es Männer (und Frauen), die darauf allergisch reagieren(Jucken und Brennen, vgl. S. 29). Für diesen Fallgibt es latexfreie Präservative aus Polyurethan. Weiss erdas noch nicht?Übrigens: Auch das Femidom ® (das Kondom für die Frau)ist aus Polyurethan.Gerade jetzt haben weder er noch SieKondome dabei?Ärgerlich! Aber es bleibt so vieles, was Sie dennoch jetztmiteinander tun können und was Lust macht. Und dasnächste Mal haben Sie ja beide dann Kondome dabei. –Wenn Sie sich von der Situation hinreissen lassen und «füreinmal» auf Kondome verzichten, werden Sie das vermutlicham nächsten Tag bereuen.


Angst, den Traummann mit einem «Nein»zu ungeschütztem Sex zu verlieren?Geht der Mann Ihrer Träume so egoistisch über Ihre Bedürfnissehinweg? Liegt ihm so wenig daran, dass Sie sichwohl fühlen? – Ist das wirklich Ihr Traummann?15Ich will, dass mein Partner ein Präservativ benutzt.Aber wie setze ich mich durch?Teilen Sie Ihrem Partner von Anfang an mit, dass Sie nurmit Präservativ mit ihm schlafen. Warten Sie damit nicht,bis Ihnen beiden die Sinne schwinden.Wenn er das Präservativ ablehnt, bleibt Ihnen die Möglichkeit,Nein zu sagen. Haben Sie den Mut und das Selbstvertrauen,den Präservativgebrauch durchzusetzen. Ihre Gesundheitist es wert, dass Sie sich schützen!


Spezielle SituationenAlkohol, Drogen und ungeschützter SexBeim Sex ist sehr oft Alkohol im Spiel. Alkohol und Drogenkönnen Hemmungen nehmen, die Sinnlichkeit und das Begehrensteigern – sie erhöhen aber auch die Risikobereitschaftund damit die Bereitschaft zu ungeschütztem Sex.Der Rausch geht vorbei, eine HIV-Infektion bleibt. ÜberlegenSie im nüchternen Zustand – jetzt! –, wie Sie in dieserSituation reagieren möchten, und haben Sie immer Präservativebei sich.Sie bestimmen selbst, wie viel Sie trinken sowie ob undwelche Drogen Sie nehmen.16FerienreisenUngefähr jeder vierte Seitensprung findet auf Ferien- oderGeschäftsreisen statt. Jede dreissigste Frau – nach anderenBefragungen jede fünfte – lässt sich auf sexuelle Kontaktemit jemandem aus der Bevölkerung des Ziellandesein. Besonders junge, ledige Frauen verzichten in diesenSituationen auf Kondome.Repräsentative Befragung: 65% der Frauen verwendeten im Auslandimmer Präservative, 17% nie!Aids ist auf der ganzen Welt verbreitet und in gewissenLändern weit stärker als bei uns. Es gibt Regionen, wo jededritte erwachsene Person HIV-positiv ist.Deshalb:p Nehmen Sie Präservative mit auf Reisen. Präservativesind vor Ort nicht immer leicht erhältlich, und ihre Qualitätist unter Umständen nicht gleich hoch wie bei uns.p Halten Sie sich unbedingt an die Safer-Sex-Regeln –auch wenn Ihre Ferienbekanntschaft gesund aussieht


oder Ihnen versichert, dass sie einen Test gemachthat. Und auch dann, wenn er das unverständlich findetund Sie verliebt sind.Präservative braucht es selbstverständlich auch, wenn Siesich auf Sex mit anderen Touristen, mit Club-Animatorenoder Mitreisenden usw. einlassen. – Falls Ihre Ferienliebeoder Ihr spontanes Abenteuer auf keinen Fall Kondomeverwenden will: Dann sagen Sie Nein! Der Preis ist schlichtzu hoch. Die Ferien gehen zu Ende – eine allfällige HIV-Infektionbleibt! (www.safetravel.ch)17Mit einer anderen FrauAuch Frauen, die auf Männer stehen, fühlen sich vielleichteinmal zu einer anderen Frau hingezogen und möchtenmit ihr Sex erleben. Dabei gibt es in Bezug auf eine HIV-Infektion nicht viel zu beachten:p Keine orale Befriedigung einer Frau während ihrerMenstruation oder in dieser Zeit nur geschützt durchein Dental Dam (Latextüchlein, erhältlich in Condomeriasoder auf www.shop.aids.ch), ein aufgeschnittenesPräservativ oder eventuell auch durch Haushaltfolie.p Wenn Sie Sextoys (Dildos, Vibratoren usw.) gemeinsambenützen, dann mit jeweils neuem Präservativ. Sie könnensie auch vor erneutem Gebrauch mit 70-prozentigemAlkohol reinigen und mit Wasser nachwaschen.


Kondome verwenden – auch wir?Wir sind beide noch jungJede vierte Frau in der Schweiz, bei der neu eine HIV-Infektionfestgestellt wird, ist jünger als 28 Jahre; die Jüngstewar erst dreizehn.Auch wenn Sie beide noch jung sind, haben oft bereits beide– oder zumindest einer von Ihnen – eine sexuelle Vorgeschichte.Viele Jungen und Mädchen machen ihre erstensexuellen Erfahrungen bereits mit 15 Jahren, einige sogarnoch ein paar Jahre früher. Sich schützen lohnt sich.18Nur wenn es für Sie beide das erste Mal ist, dass Sie Sexerleben, reicht es, bloss an die Verhütung einer ungewolltenSchwangerschaft zu denken. (Wissen Sie von ihm sicher,dass Sie die erste Person sind, mit der er schläft?)Übrigens: Das Kondom ist auch eine sichere Methode zurSchwangerschaftsverhütung. Wenn Sie ganz sicher gehenwollen, können Sie zusätzlich zu den Präservativen nochhormonell verhüten.Er ist erfahren – er weiss, was er tutÜberlassen Sie ein Thema, das für Sie lebenswichtig seinkann, nicht einfach Ihrem Partner. Es gibt Männer, die selberwenig zum Thema wissen oder es auf die leichte Schulternehmen. Andere denken egoistisch nur an die eigeneLust und machen sich um Sie weit weniger Gedanken, alsSie glauben. Und Dritte interpretieren Ihr Schweigen zumThema zu ihren eigenen Gunsten und denken: Wenn sienichts sagt, dann ist sie entweder wie ich HIV-positiv odersie nimmt das Risiko in Kauf, mit einer HIV-positiven Personungeschützt zu schlafen; schliesslich ist jede und jeder fürdas eigene Glück und den eigenen Schutz verantwortlich.


Sorgen Sie «ohne Worte» dafür, dass Sie geschützt sind,oder sprechen Sie den Schutz vor HIV, anderen sexuellübertragbaren Infektionen oder vor einer ungewolltenSchwangerschaft direkt an. Wenn Ihr Partner verantwortungsvollmit dem Thema und Ihnen umgehen will, wirdihn das nicht irritieren. Im Gegenteil. – Nehmen Sie sichund ihn ernst.In meinem Alter ist Aids kein Thema mehr25 Prozent aller Frauen, die neu von ihrer Infektion erfahren,sind älter als 40 Jahre. Die älteste Frau in der Schweiz,die zwischen 2000 und 2008 neu von ihrer HIV-Infektionerfuhr, war 81. Sie hatte sich über ungeschützten Geschlechtsverkehrinfiziert.19Frauen, die sich im fortgeschrittenen Alter mit HIV infizieren,berichten zuweilen, dass sie sich durch das Interesseeines jüngeren Mannes geehrt gefühlt hätten. Und sich zuschützen, das sei ihnen gar nicht in den Sinn gekommen.


Lust auf ungeschützte NäheVielleicht haben Sie das Kondom langsam satt. Sie habenLust auf unkomplizierten, spontanen Sex. Oder auf ungeschützteNähe: Sie wollen Ihren Partner ganz spüren undnur ihn. Die Bastelei mit den Gummis kommt Ihnen da indie Quere, der Geruch stört Sie.In einer stabilen, treuen Partnerschaft können Sie nachdrei Monaten einen HIV-Test machen und – wenn beideHIV-negativ sind – ohne Risiko auf die Kondome verzichten(vgl. S.10). Und sonst?Sicherer Sex ohne Kondom?20Ich schlafe nur mit einem Mann, der gesund aussieht!Den wenigsten Menschen sieht man eine HIV-Infektion an.HIV-positive Männer können supergesund aussehen. DieInfektion verläuft in der Regel über viele Jahre ohne Beschwerden.Ich schlafe nur mit Schweizern!In vielen Ländern der Welt ist Aids weit stärker verbreitetals in der Schweiz, und entsprechend dürfte dies auch fürAngehörige dieser Nationalitäten gelten, die in dieSchweiz eingewandert sind. Aber keine Nationalitätschützt vor einer HIV-Infektion. Deutlich mehr als dieHälfte der HIV-positiven Männer in der Schweiz sindSchweizer.Ich frage jeweils vorher, ob ein Risiko besteht!Sehr viele HIV-positive Männer (und Frauen) merken erst,wenn Krankheiten auftreten, dass sie sich früher einmalmit dem HI-Virus angesteckt haben – meist Jahre nach der


Übertragung. Bis dahin wissen sie nicht, dass sie HIV-positivsind. Selbstverständlich können sie HIV aber trotzdemübertragen.HIV/Aids kriegt man vor allem beim Analsex – Vaginalverkehrist gar nicht so gefährlichAnalsex ohne Präservativ ist mit Blick auf eine HIV-Infektiontatsächlich die riskanteste Sexualpraktik. UngeschützterVaginalverkehr steht an zweiter Stelle; und auch dabeiist das Risiko gross. Das Risiko steigt zudem deutlich,21p wenn sie oder er zusätzlich eine andere sexuellübertragbare Infektion hat oder eine Erkrankung derSexualorgane vorliegt, die mit Schleimhautdefekteneinhergeht;p wenn der HIV-positive Partner seinerseits erst vorkurzem infiziert wurde oder aber seine Infektion schonweit fortgeschritten ist;p wenn Sie eine Spirale eingesetzt haben;p und selbstverständlich je öfter Sie ungeschützt miteinem HIV-positiven Partner schlafen.In der Schweiz ist ungeschützter heterosexueller Geschlechtsverkehrverantwortlich für knapp die Hälfte derHIV-Infektionen, die in den letzten Jahren diagnostiziertwurden, und etwa 40 Prozent der so infizierten Personensind Frauen. Weltweit beträgt der Anteil Frauen an allenHIV-Infektionen ungefähr 50 Prozent, Tendenz zunehmend.


Er zieht sich jeweils vor dem Orgasmus zurück!Bei eindringendem Geschlechtsverkehr ist auch ohne Samenergusseine Ansteckung mit HIV und Erregern weiterersexuell übertragbarer Infektionen möglich.Ich habe gehört, dass beim ungeschützten Sex miteinem HIV-Positiven gar nicht immer eine ÜbertragungstattfindetTatsächlich, selbst wenn Sie ungeschützt mit einem HIVpositivenPartner schlafen, findet nicht in jedem Fall eineHIV-Übertragung statt. Sie können Glück haben – abereben auch Pech. Schon beim ersten Mal.22Das Risiko ist ja sowieso sehr gering, dass man auf eineHIV-positive Person trifft. Oder?Selbstverständlich kann eine HIV-Übertragung nur stattfinden,wenn eine der Personen das Virus in sich trägt –und das sind «nur» etwa 25 000 Menschen in der Schweiz(was etwa der Einwohnerzahl der Stadt Zug entspricht!).Können Sie ausschliessen, dass Ihr Partner eine dieser25 000 Personen ist?Und zur Erinnerung: Trotz der «wenigen» HIV-positivenMenschen werden jährlich in der Schweiz neu 600 bis 800Infektionen mit dem HI-Virus festgestellt.Ich hatte schon oft Sex ohne Kondom und es ist nochnie was passiert!Bisher haben Sie offensichtlich viel Glück gehabt. Das istdie gute Seite. Aber schliessen Sie daraus nicht, dass Ihnennichts passieren kann. Liebe schützt nicht vor HIV, keinesorgfältige Wahl der Partner nach Aussehen, kein Verzichtauf Analsex usw. Nur das Präservativ schützt wirklich.


Leben ist nun mal lebensgefährlich. Man kannschliesslich auch vom Tram oder von einem Auto überfahrenwerden!Das ist wahr! Aber schauen Sie deshalb nicht mehr nachrechts und links, bevor Sie eine Strasse überqueren?Wollen Sie sich wirklich nur auf Ihr Glückverlassen?Nein? Dann gilt weiterhin:Nur das Präservativ schützt effektiv.23Es hängt viel davon ab, wie vertraut Sie mit dem Präservativumgehen und ob es Ihnen gelingt, eine positive Einstellungzum Kondom zu gewinnen. Man gewöhnt sich daran.Mit der Zeit wird das Präservativ ganz selbstverständlich –machen Sie keine grosse Sache daraus. Ein Kondom zuverwenden, ist heute einfach normal.Entdecken Sie die spielerische Seite des Präservativgebrauchs.Machen Sie die gemeinsame «Montage» zu einemlustvollen Teil des Vorspiels. Ihrer Fantasie sind dabeiso wenig Grenzen gesetzt wie der Vielfalt in der Produktpalette.Tauchen Sie ein ins Farbspektrum der Präservative.Wenn Sie der Geruch der Kondome stört: Fragen Sienach möglichst geruchsarmen Kondomen, probieren Siedie verschiedenen Aromen.


Die zwei häufigsten Fragen von FrauenBesteht ein Ansteckungsrisiko, wenn icheinen Mann oral befriedige?Ja, wenn Ihr Partner in Ihrem Mund zum Höhepunktkommt. Denn beim Kontakt von Samenflüssigkeit mit denSchleimhäuten im Mund und im Rachen ist eine Übertragungvon HIV möglich. Deshalb gilt: kein Samenerguss inden Mund oder schlucken. Und bei einer Panne: Spermaausspucken, Mund mit lauwarmem Wasser spülen, keinZähneputzen.Der so genannte Lusttropfen allein stellt bei Oralverkehrnach bisherigen Erkenntnissen kein Risiko dar. Aber Achtung:Viele Männer können ihren Samenerguss nicht kontrollieren.24Wenn Sie sich von Ihrem Partner mit dem Mund befriedigenlassen, besteht kein Risiko für Sie. Die Virenmenge imSpeichel eines infizierten Menschen ist zu gering für eineÜbertragung des HI-Virus. Hingegen können Sie, wenn Sieinfiziert sind, während der Menstruation Ihren Partner gefährden,da die Virenmenge im Blut gross ist.ÜbrigensAndere sexuell übertragbare Infektionen ausser HIV könnenbei Oralverkehr auch ohne Sperma oder Menstruationsblutim Mund übertragen werden.


Ich vermute, dass mein Partner fremdgeht.Wie soll ich mich verhalten?In einer Ehe oder einer festen Partnerschaft kann es zuSeitensprüngen kommen. Wenn Sie vermuten, dass IhrPartner ungeschützten Kontakt mit anderen Frauen (oderauch Männern) hat, dann sprechen Sie ihn darauf an. TrauenSie Ihren Ahnungen, nehmen Sie sich und Ihre Gesundheiternst.Besprechen Sie gegebenenfalls zusammen, wie Sie mitder Situation umgehen und wie Sie sich bis zum Vorliegeneines negativen Testresultates Ihres Partners vor einerHIV-Ansteckung schützen wollen. Denn auch hier gilt:Nach dem ungeschützten Seitensprung müssen drei Monateabgewartet werden, bevor der Test gemacht werdenkann (vgl. S. 41).Falls Sie das nicht alleine schaffen, hilft es Ihnen vielleicht,sich zunächst mit einer Beratungsstelle* auf ein offenesGespräch mit Ihrem Partner vorzubereiten.25Und bei eigenen Seitensprüngen: Halten Sie sich konsequentan die Safer-Sex-Regeln.* Regionale Aids-Hilfen oder Beratungsstellen für Ehe- undSexualfragen. Adressen unter www.aids.ch bzw. www.plan-s.ch,www.isis-info.ch oder telefonisch unter 044 447 11 11.


Das kleine Einmaleins zum PräservativVerpackung öffnenJedes Präservativ ist einzeln verpackt. Solange die Verpackungein Luftkissen enthält, ist alles bestens.Die Packung aufreissen (Vorsicht bei langen Fingernägeln).Das Präservativ sorgfältig heraus nehmen. Wennnicht sicher ist, dass alles okay ist, besser ein neuesPräservativ verwenden.26Präservativ aufsetzenUm das Präservativ überzurollen, zuerst die Vorhaut amPenis ganz zurückziehen. Das immer noch aufgerollte Präservativmit Daumen und Zeigefinger am Reservoir festhaltenund auf die Eichel setzen. Im Präservativ darf keineLuft sein.Darauf achten, dass das Präservativ mit der richtigen Seiteaufliegt. Das ist der Fall, wenn der Gummiring nachaussen schaut und sich das Präservativ problemlos abrollenlässt.


AbrollenDas Präservativ muss sich spielend leicht auf die ganzeLänge des Gliedes abrollen lassen und «sitzen». Sonst istes vermutlich zu eng oder zu weit. Die ganze Sache sollvöllig unkompliziert ablaufen. Auch im Kopf.Jetzt ist übrigens der richtige Zeitpunkt, um zusätzlichesGleitmittel aufzutragen, falls es nötig ist.Danach: festhaltenDas Präservativ soll nicht abrutschen. Nicht während undauch nicht danach.Nach seinem Höhepunkt: Bevor sein Glied wieder ganzschlaff ist, das Präservativ hinten festhalten (wenn er esnicht selber tut) und das Glied mit Präservativ herausziehen.275 Tippsp Ein kleiner Vorrat an Präservativen – am richtigen Ort– ist ideal, egal, ob Sie sie gerade heute brauchenoder nicht.p Das Präservativ muss immer übergezogen sein, bevorer in Sie eindringt.p Präservative nur einmal verwenden.p Gebrauchte Präservative im Abfall entsorgen, nicht inder Toilette.p Und bei Problemen: Üben hilft!


Mehr zum Kondom, zu Gleitmitteln undzum Femidom ®GütesiegelModerne Präservative sind Hightech-Produkte. Sie bietenoptimale Sicherheit und maximale Qualität. GutePräservative tragen den Vermerk «ok». Dieses Gütesiegelbestätigt, dass das Produkt die strengsten Sicherheitschecksfür Kondome bestanden hat. Kaufen Sie nurProdukte mit diesem Gütesiegel (vgl. www.guetesiegel.ch).Im Notfall ist irgendein anderes Präservativ allerdings immernoch besser als gar keins. Reine Jux-Kondome, insbesonderesolche mit abenteuerlichen Formen, bieten allerdingsin jedem Fall zu wenig Sicherheit!28Verschiedene GrössenNormalerweise sind Präservative 51 bis 54 mm breit und170 bis 185 mm lang. Mit diesen Kondomen sind Sie «füralle Fälle» gut versorgt.Wenn Sie sich auf eine Beziehung oder eine Affäre einlassen,lohnt es sich aber allenfalls, Kondome zu kaufen, diefür ihn noch besser passen. Denn jeder Penis ist unterschiedlichgross, und deshalb gibt es auch unterschiedlichgrosse Präservative. Und dass das Präservativ die richtigeGrösse hat, ist wichtig für die Sicherheit. Zu grosse Präservativerutschen eher ab, zu enge werden überdehnt undreissen bzw. platzen leichter. Ein Präservativ in der richtigenGrösse lässt sich problemlos abrollen und sitzt. FragenSie ihn nach seinem bevorzugten Produkt (www.mysize.ch).LagerungVersorgen Sie Präservative nicht im Portemonnaie oder inder Hosentasche. Lieber in einer kleinen Box oder einemEtui, wo sie vor Licht und spitzen, scharfen Gegenständengeschützt sind. – Beachten Sie das Verfalldatum.


AllergieWenn Sie nach dem Verwenden von Kondomen allergischeReaktionen haben (Jucken und Brennen), dann gibt es verschiedeneMöglichkeiten. Meist ist das Latex für die Allergieverantwortlich: Für diesen Fall gibt es latexfreie Präservativeaus Polyurethan. Auch das Femidom ® (das Kondomfür die Frau) ist aus Polyurethan. Möglich ist auch,dass lediglich das Gleitmittel die Allergie auslöst. Indiesem Fall Präservative ohne feuchte Beschichtung ausprobieren.Es ist wichtig, Allergien ärztlich abklären unddie Symptome zuerst abklingen zu lassen, bevor Sie einneues Kondom ausprobieren.29Das Femidom ®Das Femidom ® oder «Kondom für die Frau» ist ein 17 cmlanges Säcklein mit zwei flexiblen Ringen an jedem Ende.Der innere Ring hilft, das Femidom ® so weit wie möglich indie Scheide einzuführen; er legt sich um den Muttermund.Der äussere Ring bleibt ausserhalb der Vagina und liegtauf den Schamlippen.Am Anfang wirkt das Femidom ® auf die meisten Benutzerinneneher befremdend. Sie müssen zuerst ein paar Malalleine üben, wie das Femidom ® richtig eingeführt wird.Viele Frauen (und Männer) gewöhnen sich aber an diesenneuen Schutz. Und das Femidom ® hat auch Vorteile: Esunterbricht den Sex nicht, denn es kann vorher eingeführtwerden und der Penis muss nicht sofort nach dem Orgasmuszurückgezogen werden. Es ist robuster als das Kondomund ist insbesondere auch eine Alternative, wenn IhrPartner kein genügend grosses Präservativ finden kann.


Wenn Sie das Femidom ® einmal ausprobieren möchten,ist es sinnvoll, die Packungsbeilage gut zu studieren undsich allenfalls auch beraten zu lassen (GynäkologIn, Beratungsstelle).Weitere Informationen finden Sie auch unterwww.femidome.de oder www.aids.ch. Verwenden Sie dasFemidom ® nicht zusammen mit Präservativen.30GleitmittelWenn Sie beim Vaginalverkehr zu wenig feucht werden,kann das Eindringen schmerzen. Mangelnde natürlicheFeuchtigkeit kann viele verschiedene Gründe haben: zumBeispiel ein zu kurzes Vorspiel oder zu viel Stress. BringenSie Ihren Partner dazu, dass er Ihnen mehr Zeit lässtund dass er Sie länger stimuliert. Gönnen Sie sich selbermehr Zeit.Vaginale Trockenheit kann auch eine Nebenwirkung vonMedikamenten sein; die Feuchtigkeit variiert zudem nachZeitpunkt im Zyklus und nimmt im Alter oder beim Stillenab. In diesen Fällen kann zusätzliches Gleitmittel angenehmsein. – Zusätzliches Gleitmittel hilft auch, wenn Sieein Femidom ® verwenden und dieses beim Sex stark verrutschtoder «raschelt».Wenn Sie zusätzliche Gleitmittel zusammen mit Kondomenverwenden, dann achten Sie auf geeignete Produkte. Siemüssen wasserlöslich oder auf Silikonbasis hergestelltsein. Sie finden entsprechende Produkte zum Beispiel imSupermarkt (im gleichen Gestell wie die Präservative).Die üblichen Bodylotions und Massageöle dagegen sindfetthaltig und greifen Latex an. Dies gilt auch für Speiseöloder Vaseline. Nicht verwenden!


Ein Tipp für Ihren Partner: Manche Männer geben zurLuststeigerung einen Tropfen Gleitmittel in das Reservoirdes noch zusammengerollten Präservativs, bevor sie esüber den Penis abrollen.AnalsexBeim Analsex sind Präservative stärkeren Belastungenausgesetzt. Kondomversagen ist in dieser Situation entsprechendwahrscheinlicher. Für den Analsex können allePräservative verwendet werden ausser extradünne odergenoppte und gerillte. Reichlich Gleitmittel verwenden.31Wo kaufen?Kondome und geeignete Gleitmittel gibt es in jedemSupermarkt, aber auch in Drogerien oder Apotheken.Diese verkaufen auch das Femidom ® . In Kondomshopsoder im Internet (z.B. www.shop.aids.ch, www.mysize.ch,www.praeser.ch, www.condomeria.ch) können Sie sichdie ganze Angebotspalette ansehen und aussuchen. Hierfinden Sie extraenge oder superweite Präservative, solcheaus Polyurethan, in allen Farben und Geschmacksrichtungen.Jährlich werden in der Schweiz mehr als 18 Millionen Kondomeverkauft.Kondome stehen heute so selbstverständlichauf dem Einkaufszettelwie Deos oder Strümpfe.


KondomversagenEs kommt vor, dass Präservative abrutschen oder reissen.Und kaputte Präservative schützen selbstverständlichnicht mehr – weder vor einer ungewollten Schwangerschaftnoch vor HIV oder einer anderen sexuell übertragbarenInfektion.Präservative versagen in aller Regel nicht «einfach so».Viele Studien zeigen, dass die Mehrheit der Nutzer nie einProblem mit ihnen hat, anderseits aber ein paar wenigesehr oft. – Meist ist Kondomversagen auf Anwendungsfehlerzurückzuführen.Das sind die häufigsten Gründe für Kondomversagen32p Verpackung mit den Zähnen oder einem scharfenGegenstand aufgerissen;p kaputte Verpackung (kein Luftkissen mehr);p Kondom zuerst abgerollt, dann wie eine Socke übergezogen;p zu grosse Präservative oder zu kleine verwendet;p falsche Gleitmittel verwendet;p beim Zurückziehen das Kondom hinten nicht festgehalten;p das gleiche Kondom mehr als einmal verwendet.Wenn Sie ein Kondomversagen erleben, dann versuchenSie zu klären, woran es liegt und ob es Massnahmen gibt,damit es nicht mehr passiert. Und: Üben hilft!


Sofortmassnahmenp Besteht die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft?Die «Pille danach» kann eine ungewollteSchwangerschaft nachträglich verhindern. Sie erhaltensie rezeptfrei in Apotheken, bei der Ärztin/beimArzt oder in der Frauenabteilung von Spitälern; dieerste Dosis müssen Sie in den ersten 72 Stunden nachdem Geschlechtsverkehr einnehmen. Die «Pille danach»ist eine Notfallmassnahme.33p Abgerutschte oder geplatzte Präservative schützennicht vor einer HIV-Infektion. Wenn der Partner sicheroder sehr wahrscheinlich HIV-positiv ist, sollten Siesich unbedingt so schnell wie möglich – spätestensam nächsten Tag – im Spital, bei der Ärztin/beim Arztoder bei einer Beratungsstelle über mögliche Schritteberaten lassen.p Abgerutschte oder geplatzte Präservative schützenauch nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.Gehen Sie zur Gynäkologin/zum Gynäkologen,wenn Sie in den kommenden Wochen ungewöhnlicheAnzeichen an sich feststellen (Juckreiz, ungewöhnlicherAusfluss usw., siehe S. 9). Rechtzeitig erkannt, lassensich die meisten dieser Infektionen gut behandeln.Falls das Kondomversagen in einer Nebenbeziehung (Affäre,Seitensprung...) passiert ist, sollten Sie Ihren ständigenPartner informieren, wenn Sie können; auf jeden Fallmüssen Sie ihn bis zum HIV-Test nach drei Monaten (vgl.S. 41f.) durch Safer Sex schützen.


Ungewollt schwanger?In den Jahren 2000 bis 2008 wurden in der Schweiz rund15% der Schwangerschaften abgebrochen – d.h., die allermeistender entsprechenden Frauen wollten zu diesemZeitpunkt nicht schwanger werden.34Eine ungewollte Schwangerschaft nachträglichverhindernWenn das Präservativ gerissen oder abgerutscht ist (odervergessen wurde) und Sie eine unerwünschte Schwangerschaftnachträglich noch verhindern wollen, dann gibt es –neben der «Pille danach» (s. Seite 33) – noch eine zweiteMöglichkeit. Das Einlegen einer Kupferspirale kann bis zufünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehrdas Einnisten einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutterverhindern. Diese Methode wird nur Frauen empfohlen,für die eine Spirale weiterhin eine sinnvolle Verhütungsmethodeist.Sowohl die «Pille danach» als auch die nachträglich eingesetzteKupferspirale sind nicht Abtreibungsmethoden,sondern Notfallmassnahmen, die verhindern, dass eineSchwangerschaft eintritt.Schwangerschaft – Schwangerschaftsabbruch?Wenn Ihre Regel ausbleibt und Sie zurzeit kein Kind habenwollen oder können, dann kann das zunächst Schock oderPanik bedeuten. Verschaffen Sie sich möglichst schnellGewissheit, ob Sie tatsächlich schwanger sind. Sie könnendazu in der Apotheke einen Schwangerschaftstestkaufen (drei bis fünf Tage nach Ausbleiben der Regel zeigtder Test zuverlässig eine Schwangerschaft an) oder sichan eine Beratungsstelle (Sexual- und Schwangerschaftsberatungsstelle,Frauenberatungsstelle) oder Ihre Frauen-


ärztin/Ihren Frauenarzt wenden. – Ärztinnen/Ärzte undBeraterinnen können helfen, schwierige Situationen zuklären, und stehen unter Schweigepflicht.Falls Sie tatsächlich unerwünscht schwanger gewordensind, gilt in der Schweiz die Fristenregelung. Das heisst, biszur zwölften Schwangerschaftswoche darf eine Schwangerschaftstraffrei abgebrochen werden. Die Schwangeremuss ein schriftliches Gesuch um Abbruch stellen, und dieÄrztin oder der Arzt, welche/r den Abbruch vornehmen soll,muss sie ausführlich über Risiken des Abbruchs und Alternativendazu beraten.Der Schwangerschaftsabbruch erfolgt entweder operativ(Absaugen) oder mittels starker Medikamente.35Wenn Sie sich für einen Abbruch der Schwangerschaft entscheiden,ist es vor allem wichtig, dass Sie selbst zu IhrerEntscheidung stehen können. Die seelische Verarbeitungeines Abbruchs gelingt umso besser, je sicherer Sie sich inIhrer Entscheidung sind. Trotzdem kann es eine Zeit langdauern, bis Sie das, was passiert ist, als einen Teil Ihrer eigenenGeschichte akzeptieren können.In der Schweiz kommt es jährlich zu rund 11 000 Abtreibungen(bei ca. 75 000 Geburten).


HIV/Aids: das Wichtigste in KürzeAids ist die sexuell übertragbare Krankheit, von der in denletzten Jahren am meisten gesprochen wurde. Aids wirdverursacht durch das HI-Virus (HIV). Dieses Virusschwächt das menschliche Abwehrsystem so stark, dasssich der Körper schliesslich nicht mehr ausreichend gegenneue, andere Krankheitserreger wehren kann. Deshalbkönnen – nach einigen möglicherweise beschwerdefreienJahren – verschiedene Krankheiten ausbrechen, die ohnedie Schwächung des Abwehrsystems nicht oder nur seltenauftreten. Erst dieses Stadium der HIV-Infektion heisstAids. Einzelne dieser Krankheiten – z.B. Lungenentzündungen,Tuberkulose, bestimmte Krebsarten – könnenzum Tod führen.36DieEine Infektion mit HIV ist nach wie vornicht heilbarverfügbaren Behandlungsmöglichkeiten können denKrankheitsverlauf nur verzögern. Die Medikamente müssenlebenslang und täglich zu festen Zeiten eingenommenwerden, sieben Tage die Woche und auch in den Ferien, siehaben oft unerwünschte Nebenwirkungen – und wirkennicht bei allen Menschen gleich gut. Daran wird sich nichtso bald etwas ändern. Es ist kein medizinischer Durchbruchin Sicht.HIV kann übertragen werdenp bei ungeschütztem eindringendem Geschlechtsverkehr(vaginal oder anal);p wenn der Samenerguss in den Mund kommt;p wenn Menstruationsblut in den Mund kommt.


Weitere Übertragungswegep Gemeinsamer Gebrauch von Spritzutensilien beimDrogenkonsump Übertragung von der Mutter auf ihr Kind in derSchwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen(kann mit geeigneten medizinischen Massnahmennahezu ausgeschlossen werden)p In ärmeren Ländern beispielsweise auch über nichtkontrollierte Blutprodukte, nicht sterile Spritzen oderüber nicht sterile Instrumente bei Beschneidungen,Tätowierungen usw.37Das HI-Virus wird aber nicht im Alltag übertragenWeder durch Mückenstiche noch beim Händeschütteln,weder auf der Toilette noch beim Sport oder beim Essenaus einem Topf, Trinken aus dem gleichen Glas, wederdurch Umarmungen noch beim Küssen und auch nichtbeim Schmusen oder beim Petting (gegenseitige sexuelleBefriedigung mit den Händen).Wenn Sie sich an die Empfehlungen zuSafer Sex (vgl. S. 8) halten, brauchenSie sich keine weiteren Gedanken zu HIV-Übertragungsrisiken zu machen.Mehr Information finden Sie unter www.aids.ch. Auchfür Menschen mit HIV bietet die Aids-Hilfe Schweizvielfältiges Informationsmaterial an: www.shop.aids.ch.Informationen zur Nichtinfektiosität unter Therapie:www.aids.ch p die häufigsten Fragen p Therapie.


Weitere sexuell übertragbareInfektionenNeben dem HI-Virus gibt es eine ganze Reihe weitererKrankheitserreger, die beim Sex übertragen werden können(Viren, Bakterien, Einzeller, Pilze). Einige dieser Infektionen– z.B. Hepatitis B, Gonorrhö (Tripper) oder Herpes –kommen häufiger vor als eine Infektion mit HIV; und teilweisesind auch sie nicht harmlos.38p Unerkannte und unbehandelte sexuell übertragbareInfektionen können schwerwiegende Folgen haben:Sie reichen von starkem Juckreiz und Ausfluss überGeschwüre und Bläschen bis zu Unfruchtbarkeit, Leberschädenoder bestimmten Krebsformen.p Sexuell übertragbare Infektionen sind Wegbereiterfür weitere Infektionen. In den oberflächlichen Infektionsherdenan den Schamlippen oder in der Vagina,im Mund oder am Anus, die sie (meist) verursachen,finden sich spezielle Zellen, die für zusätzliche Erregersehr viel empfindlicher sind als normale Haut oderSchleimhaut. Sexuell übertragbare Infektionen erhöhendamit insbesondere – aber nicht nur – das Risikoeiner HIV-Infektion.Safer Sex (Präservative – kein Samenerguss oder Menstruationsblutin den Mund, vgl. S. 8) bietet zuverlässigenSchutz vor einer Infektion mit HIV. Safer Sex senkt auchdas Risiko deutlich, sich mit einer anderen sexuell übertragbarenInfektion als HIV anzustecken. Keiner der Erregerkann ein intaktes Präservativ durchdringen.Trotz Safer Sex können sexuell übertragbare Infektionenvorkommen. Die meisten Erreger sexuell übertragbarerInfektionen übertragen sich viel leichter als HIV – zumBeispiel auch bei Oralverkehr ohne Sperma oder Mens-


truationsblut oder über den gemeinsamen Gebrauch vonSexspielzeugen. [Wenn Sie beim Oralverkehr mehr Schutzmöchten, dann müssten Sie deshalb in jedem Fall Präservativebzw. Dental Dams (vgl. S. 17) verwenden.]Schätzungsweise 2 bis 4 Prozent der Frauen im sexuell aktivenAlter erleben z.B. einmal eine Infektion mit Chlamydien,etwa 25% der Frauen infizieren sich mit dem Herpes-Simplex-Virus2. Und daneben gibt es noch eine Reihe andererErreger!39Die meisten dieser Infektionen lassen sich gut behandelnoder heilen, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.Gehen Sie zu einer Ärztin oder einem Arzt, wenn Beschwerdenwie auf Seite 9 beschrieben auftreten. DieseBeschwerden können Anzeichen einer sexuell übertragbarenInfektion sein; andere Ursachen sind aber auch möglich.Deshalb ist eine ärztliche Abklärung nötig.Sich infiziert zu haben, ist keineSchande – die Infektionen zu erkennenund behandeln zu lassen, ist jedochwichtig.


Impfung gegen Hepatitis BInformieren Sie sich zudem zur Impfung gegen Hepatitis B.Insbesondere für Menschen mit gelegentlich oder häufigwechselnden Partnern bzw. Partnerinnen ist die vorbeugendeImpfung gegen Hepatitis B angezeigt, eventuell dieKombinationsimpfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B.Sprechen Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt darauf an.Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Hepatitis-B-Impfung,in der Regel aber nicht für die Kombinationsimpfung.Mehr Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionenerhalten Sie bei Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder bei der Aids-Hilfe Schweiz.40


Der HIV-TestNach einer Ansteckung mit dem HI-Virus vermehren sichim Blut einerseits HI-Viren, anderseits HIV-Antikörper, diezur Abwehr gegen das Virus aufgebaut werden. Die heuteüblichen Testverfahren suchen kombiniert nach Viren undnach Antikörpern im Blut. Werden weder Viren noch Antikörpergefunden, lautet das Testergebnis «negativ». Werdenentweder Viren oder Antikörper nachgewiesen, ist dasTestergebnis «positiv». HIV-Tests können also eine Infektionausschliessen («negativ») bzw. nachweisen («positiv»).Achtung: HIV-Tests können eine Infektion erst drei Monatenach einer Risikosituation zuverlässig ausschliessen. Diesdeshalb, weil ganz am Anfang einer Ansteckung sowohlViren als auch Antikörper gegen das Virus in manchmal fürden Test zu tiefer Konzentration im Blut vorhanden sind.Erst nach drei Monaten ist ein negatives Testresultatausreichend sicher.41Ein Test vor Ablauf dieser Zeit bietet keineGewissheit, dass in der Risikosituationkeine HIV-Übertragung erfolgt ist.Eine Beratung in dieser Zeit kann aber gleichwohl hilfreichsein.Ein positives HIV-Testresultat hätte vielfältige persönliche,medizinische, rechtliche und gesellschaftliche Konsequenzen.Deshalb ist es sehr sinnvoll, sich auf jeden Fallvor dem Test persönlich beraten zu lassen – z.B. bei einerregionalen Aids-Hilfe, bei Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztinoder Gynäkologin oder bei einem anonymen Testzentrum.


Das sind ein paar der möglichen Gründe für eineHIV-Testberatungp Sie befürchten, sich mit dem HI-Virus infiziert zu haben,weil Sie eine Situation mit einem Übertragungsrisikoerlebt haben.p Sie leben in einer treuen Beziehung. Sie möchtenkünftig auf das Präservativ verzichten und wollensichergehen, dass sich beide nicht früher mit HIV infizierthaben.p Sie möchten schwanger werden oder sind es bereitsund wollen sichergehen, dass keine HIV-Infektionsgefahrfür Ihr Kind besteht.p Sie haben Symptome, die auf eine HIV-Infektion hindeutenkönnten*, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt möchtederen Ursache abklären.42* In den ersten Wochen nach einer HIV-Übertragung tretenhäufig grippeähnliche Symptome auf (z.B. Fieber, Drüsen-oder Lymphknotenschwellungen, Muskelschmerzenusw.). Treten diese Symptome nach einer Situationauf, in der Sie sich mit HIV infiziert haben können (ungeschützterSex), sollten Sie zum Arzt/zur Ärztin gehen unddie Ursache abklären lassen.Im späteren Verlauf der HIV-Infektion – meist erst Jahrenach der Übertragung – machen sich schwerere Krankheitenbemerkbar (z.B. eine bestimmte Form von Lungenentzündung,starker Pilzbefall in Mund und Rachen,Tuberkulose usw.).


Wichtig: Ein negatives Resultat nach einer Risikosituationbedeutet nicht, dass Sie immun oderbesonders widerstandsfähig gegen HIV wären –sondern nur, dass Sie Glück hatten.43Blut von Blutspenderinnen und Blutspendern wird u.a.stets auf HIV getestet. Missbrauchen Sie aber das Blutspendennicht als HIV-Test für sich. Wenn Sie eine Risikosituationerlebt haben, gefährden Sie damit andere Menschen.Und Sie verpassen die Chance, sich in Ihrer Situationmit geschulten BeraterInnen aussprechen zu können.Mehr Info zum HIV-Test finden Sie im Internet unterwww.aids.ch.


Die wichtigsten sexuell übertragbarenInfektionenHIV/AidsInfektion mit dem HI-Virus, die auf Dauer das Immunsystemzerstört. Schlimmste mögliche Folge: Aids, d.h.Ausbruch verschiedener, schwerer Krankheiten wie Lungen-oder Hirnentzündungen, Krebs – Tod.Nicht heilbar. Die verfügbaren Therapien können denVerlauf der Infektion verzögern, bestenfalls die weitereZerstörung des Immunsystems stoppen.Für Menschen, die erst kürzlich von ihrer HIV-Infektion erfahrenhaben, bietet die Broschüre «HIV-positiv – wastun?» viele nützliche Informationen (Bestelladresse S. 2).44Hepatitis BEine Virus-Infektion, die häufig zu einer Leberentzündungführt. Schlimmste mögliche Folgen: Leberzirrhose (Lebervernarbung),Leberzellkrebs – Tod.Sehr oft anfänglich unbemerkt (symptomlos). Eine Impfunggegen HBV ist vorhanden; Therapie der Infektionmit beschränkten Erfolgschancen.HerpesEine Virus-Infektion, die u.a. zu juckenden und brennendenBläschen vor allem an den Geschlechtsorganen und imLippenbereich führen kann. Schlimmste mögliche Folge:Übertragung des Virus bei der Geburt auf das Neugeborenemit teilweise schwerwiegenden Folgen. Nicht heilbar,aber die Symptome lassen sich lindern und der Schweregradund die Dauer der akuten Phasen vermindern.Gonorrhö (Tripper)Eine bakterielle Infektion, die u.a. zu Entzündungen vorallem der Harnröhre führen kann, verbunden z.B. mit Aus-


fluss und Schmerzen. Schlimmste mögliche Folgen: LebensbedrohlicheEntzündung der Bauchhöhle (Frauen),Unfruchtbarkeit (Männer und Frauen), Erblindung vonNeugeborenen. Zuweilen vor allem bei Frauen über längereZeit unbemerkt (symptomlos).HeilbarChlamydienEine bakterielle Infektion, die ähnliche Symptome wie dieGonorrhö bewirken kann. Schlimmste mögliche Folge: Unfruchtbarkeit.Sehr oft nur milde Krankheitserscheinungen, die zum Teilspontan vorbeigehen – ohne dass deswegen die Infektionausgeheilt ist (bleibt übertragbar und kann Spätfolgenhaben).Heilbar45SyphilisEine bakterielle Infektion, die anfänglich zu Geschwürbildungenund nach deren Verschwinden zu Ausschlägen amOberkörper und an Händen und Füssen führt. Schlimmstemögliche Spätfolge: Schäden an Hauptschlagadern undam Nervensystem – Tod.Die anfänglichen Entzündungen/Geschwüre könnenschmerzlos sein und spontan abklingen – ohne dass deswegendie Infektion ausgeheilt ist (bleibt übertragbar undführt zu Spätfolgen).Rechtzeitig erkannt, ist Syphilis heilbar.PilzerkrankungenÄussern sich oft durch Juckreiz, Schmerzen und Ausfluss.Heilbar


TrichomonadenEine Infektion mit Einzellern, die sich in Juckreiz, Brennenbeim Wasserlösen und Ausfluss äussern kann. Oft unbemerkt(symptomlos).HeilbarFeigwarzenan den Geschlechtsorganen und am Anus. Durch Viren(HPV) verursachte Warzen vor allem an Geschlechtsorganenund am After. Schlimmste mögliche Folgen: Krebs desGebärmutterhalses (Frauen) oder Enddarm- bzw. Analkrebs(Frauen und Männer). Die Feigwarzen im Innern derVagina oder im After sind zuweilen nur bei einer gezieltenärztlichen Untersuchung zu erkennen.Behandelbar. Eine Impfung gegen HPV (für noch nicht Infizierte)ist vorhanden.46Filzläuse/KrätzmilbenFilzläuse nisten sich vor allem in den Schamhaaren ein,Krätzmilben bohren sich in die oberste Hautschicht (ganzerKörper). Folge: Juckreiz (vor allem nachts), Hautflecken,kleine Blutungen.HeilbarImpressumHerausgeber: Aids-Hilfe Schweiz, Bundesamt für GesundheitText und Redaktion: L. MeyerGestaltung: büroblau, Zürich6. akt. Auflage, 2009: 47’000 d/f/iDruck: FO-Fotorotar, Egg© 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 Bundesamt für Gesundheit,Aids-Hilfe SchweizRegl 59.081 d


Ich habe Angst, dass ich mich angesteckthabe. Was kann ich tun?Was HIV/Aids angeht: Holen Sie sich die wichtigen Informationen.Ihre regionale Aids-Hilfe oder eine anonymeTeststelle wird Sie kompetent beraten und mit Ihnenklären,p ob ein Ansteckungsrisiko vorliegt,p ob ein HIV-Test sinnvoll ist,p und wie Sie sich in Zukunft wirksam schützen können.47Wenn tatsächlich eine Risikosituation bestand, gilt aufjeden Fall: die nächsten drei Monate keinen Sex odernur Safer Sex, bis ein zuverlässiges Testresultat vorliegt.Was eine andere sexuell übertragbare Infektion angeht:Gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und lassen Sie IhrenVerdacht abklären.Lassen Sie sich nicht von der Angstlähmen.


So einfach sind die Regeln, die vor demHI-Virus (HIV) schützenp Bei eindringendem Verkehr – ob vaginal oder anal –immer Präservative verwenden.p Kein Samenerguss in den Mund oder schlucken.p Kein ungeschützter Oralverkehr mit einer Frauwährend ihrer Menstruation.In allen Regionen der Schweiz gibt es Aids-Hilfen. Sie bietenkompetente persönliche und telefonische Beratung –zu Liebe und Lust sowie zum Schutz und allem, was Frauenüber HIV/Aids und sexuell übertragbare Infektionenwissen sollten.Die Adressen stehen im Telefonbuch,im Internet (www.aids.ch)oder können unter 044 447 11 11(Aids-Hilfe Schweiz) erfragt werden.

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